Als Lukáš und ich nach einem Jahr in Kanada zurück nach Europa kamen, war unser Budget ziemlich angespannt und wir erkundeten London vor allem auf geliehenen Fahrrädern. Genau damals tauchte zum ersten Mal die Tower Bridge London in ihrer ganzen Pracht vor uns auf – und obwohl wir sie von Hunderten Fotos kannten, verschlug uns dieses riesige Bauwerk live einfach den Atem.
Die gesparten Pfund investierten wir damals lieber in warmes Essen und Kaffee, also begnügten wir uns damit, die Brücke von außen zu bestaunen und vom Ufer aus zu fotografieren. In die kostenpflichtige Ausstellung sind wir nicht hinein, aber ich habe wirklich alles darüber recherchiert, weil mich fasziniert hat, wie dieses riesige viktorianische Puzzle eigentlich funktioniert.
Wenn du eine Reise nach London planst, fragst du dich bestimmt, ob sich der Eintritt lohnt oder ob es dir reicht, einfach kostenlos über die Brücke zu spazieren. In diesem Guide gehe ich beide Varianten detailliert durch und gebe dir jede Menge praktischer Tipps für deinen Besuch mit.

Zusammenfassung
- Der Fußweg ist kostenlos: Über die Brücke zu spazieren und sie vom Ufer aus zu fotografieren, kostet dich keinen einzigen Pfund.
- Kostenpflichtige Ausstellung: Das Ticket zur Tower Bridge Exhibition (Türme, Laufstege und Maschinenräume) kostet normalerweise 18 Pfund (ca. 21 €).
- Glasboden: Er befindet sich 42 Meter über dem Fluss und ist die Hauptattraktion des kostenpflichtigen Teils – die Brücke selbst kannst du von dort aber nicht fotografieren.
- Öffnen der Brücke: Das passiert rund 800-mal im Jahr und vom Ufer aus zuzuschauen ist ein fantastisches Erlebnis, völlig kostenlos.
- Viktorianische Maschinenräume: Sie sind im Eintritt enthalten, aber die historischen Dampfmaschinen siehst du heute nur noch statisch.
- Beste Fotos: Für die perfekte Aufnahme geh in den Potters Fields Park oder ans Butler’s Wharf.
- Vorab reservieren: Wenn du hinein willst, kauf die Tickets online – vor Ort gibt es oft lange Schlangen.
Eintritt und Öffnungszeiten der Tower Bridge London 2026
Gleich zu Beginn will ich das Wichtigste betonen: Zu Fuß über die Brücke zu gehen oder aus der Nähe zuzuschauen, wie sie sich öffnet, ist völlig KOSTENLOS! Du kannst sie ruhig hundertmal hin und her überqueren und niemand verlangt auch nur einen Pfund von dir. Bezahlt wird ausschließlich der Eintritt zum kostenpflichtigen Teil namens Tower Bridge Exhibition. Der umfasst beide historischen Türme, den berühmten Glasboden auf den Verbindungslaufstegen sowie die alten viktorianischen Maschinenräume.
| Ticketart | Normalpreis | Sommeraktion (bis 1.9.2026) |
|---|---|---|
| Erwachsene | £18,00 (~21 €) | £15,80 |
| Ermäßigt (Senioren, Studenten) | £13,50 (~16 €) | – |
| Kind 5–15 Jahre | £9,00 (~11 €) | £7,90 |
| Unter 5 Jahren | kostenlos | kostenlos |
Wenn du deinen Geldbeutel schon öffnest, ist im Preis die komplette Besichtigung des Innenlebens enthalten. Du steigst in beide monumentalen Türme hinauf und Mutige spazieren über den Glasboden, der ganze 42 Meter über der Themse hängt. Abgerundet wird das Erlebnis durch den Besuch der viktorianischen Maschinenräume, wo du die ursprünglichen riesigen Mechanismen bestaunen kannst. Reist du mit Kindern, suchst du vielleicht nach einem günstigeren Familienticket – prüf die Konditionen aber lieber vorab auf der Website, sie ändern sich häufig.
| Wann du herkommst | Öffnungszeiten |
|---|---|
| Täglich (Montag bis Sonntag) | 09:30 – 18:00 Uhr (letzter Einlass 17:00 Uhr) |
| 24., 25. und 26. Dezember | Geschlossen |
| 1. Januar (Neujahr) | Öffnet um 10:00 Uhr |
💡 Tipp von uns: Klick dir die Tickets für die Ausstellung lieber rechtzeitig über towerbridge.org.uk zusammen, damit du deine Zeit sicher hast, oder buch sie über GetYourGuide, wenn du sie mit anderen Sehenswürdigkeiten kombinieren willst. Aber ehrlich gesagt: Die besten Fotos der Brücke gibt es sowieso von außen und gratis. Drinnen fotografierst du höchstens deine eigenen Sneaker auf dem Glas, während dieses Wahrzeichen Londons vom Ufer aus am allerbesten zur Geltung kommt.
Wann du die Tower Bridge besuchen solltest
Die britische Hauptstadt hat zu jeder Jahreszeit ihren Zauber, aber für einen Besuch rund um die Themse empfehle ich eher die Frühlings- oder Herbstmonate. Im Sommer drängen sich an der Brücke riesige Touristenmassen und im Winter kann dir der bissige Wind vom Wasser zu schaffen machen.
Wenn du dir schöne Fotos ohne Hunderte fremde Menschen im Bild wünschst, musst du etwas früher aufstehen und schon am frühen Morgen herkommen. Gegen acht Uhr morgens triffst du am Ufer nur ein paar Jogger und Leute, die ins Büro hetzen – so hast du Platz für die besten Aufnahmen.
Was die Tageszeit angeht, ist es absolut entscheidend, vorher den offiziellen Fahrplan des Brückenöffnens zu prüfen. Wenn es dir gelingt, deinen Spaziergang genau auf den Moment zu legen, in dem sich die riesigen Arme öffnen, hast du den absolut besten Ausflug erlebt.
Am Abend und in der Nacht ist die gesamte Konstruktion wunderschön beleuchtet und bietet eine völlig andere Atmosphäre. Du kannst einfach am Südufer entlangschlendern, an einem heißen Tee nippen und beobachten, wie sich die blau-weißen Konturen auf der dunklen Wasseroberfläche der Themse spiegeln.
Wann sich die Tower Bridge öffnet
Die Tower Bridge ist eine sogenannte Klappbrücke (bascule bridge). Zwei riesige Arme öffnen sich wie eine gewaltige Wippe und lassen hohe Schiffe in einem imposanten Winkel von 86 Grad passieren. Das ganze Schauspiel dauert nur ein paar Minuten, aber ich verspreche dir: Du wirst deine Augen nicht davon abwenden können.
Es hält sich hartnäckig der Mythos, die Brücke öffne sich nur bei seltenen Gelegenheiten. In Wirklichkeit klappt sie sich rund 800-mal jährlich auf, das macht im Schnitt mindestens zweimal am Tag. Und das Beste? Dieses ingenieurtechnische Wunder direkt vom Ufer aus zu beobachten ist völlig kostenlos.
Schiffe müssen ihre Durchfahrt mindestens einen Tag vorher anmelden, deshalb ändern sich die genauen Zeiten ständig. Bevor du in die Stadt aufbrichst, wirf unbedingt einen Blick auf die offizielle Website (Bridge Lift Times), wo du den aktuellen Öffnungsplan findest. Wir checken das immer schon beim Frühstück, um die Show ja nicht zu verpassen.
💡 Tipp für das beste Foto: Wenn du die perfekte Aufnahme der geöffneten Brücke einfangen willst, meide die Menschenmassen direkt auf dem Gehweg. Einen tollen Blick auf das Aufklappen bekommst du vom Südufer bei den modernen Gebäuden von More London oder vom grünen Potters Fields Park aus.
Wie du zur Tower Bridge kommst
Die Brücke verbindet beide Themseufer direkt neben der ikonischen Festung Tower of London. Fährst du mit der U-Bahn, bist du von der Station Tower Hill am Nordufer am nächsten dran. Von dort gehst du in gemütlichen sieben Minuten direkt zur Brücke. Eine weitere praktische Option fürs Südufer ist die Station London Bridge, von der aus es etwa einen Kilometer sind.
Willst du deinen Weg zu diesem Londoner Aushängeschild etwas aufpeppen? Steig ins Boot Uber Boat by Thames Clippers und steig am Anleger Tower Pier aus. Der Brücke übers Wasser näher zu kommen, verleiht dem ganzen Erlebnis eine völlig neue Dimension. Alle Routen und Fahrpläne findest du übrigens leicht über die offizielle Website von TfL.
Die Umgebung der Brücke selbst ist wunderschön und lädt zu langen Spaziergängen in beide Richtungen ein. Auf der Nordseite schau dir neben der Burg auch das versteckte Juwel St Katharine Docks an, wo Luxusyachten ankern. Im Süden darfst du die Promenade More London und den Kreuzer HMS Belfast nicht verpassen, den du gleich vom Ufer aus siehst.
Wo du in der Nähe der Tower Bridge übernachtest
In diesem Teil Londons zu wohnen ist ein riesiger Vorteil, weil du es nicht nur zur Brücke, sondern auch zu weiteren berühmten Sehenswürdigkeiten und U-Bahn-Stationen nur einen Katzensprung hast. Die Hotels in dieser Lage sind zwar etwas teurer, aber der morgendliche Ausblick ist oft jeden ausgegebenen Pfund wert.
Für alle, die den besten Blick direkt aus dem Zimmer suchen, ist das The Tower Hotel ein absoluter Klassiker, das buchstäblich zum Greifen nah am Nordturm liegt. Magst du modernes Design, smarte Technik und günstigere Preise, dann schau dir das citizenM Tower of London an, wo es auch eine tolle Rooftop-Bar gibt.
Familien mit Kindern kann ich mit gutem Gewissen das Novotel London Tower Bridge empfehlen, das geräumigere Zimmer und ein hervorragendes Frühstück bietet. Wenn du dir etwas Luxus und maximalen Komfort gönnen willst, machst du mit dem Hilton London Tower Bridge oder dem eleganten Leonardo Royal London City nichts falsch. Ein Stück weiter findest du außerdem das DoubleTree by Hilton Tower of London, wo dich bei der Ankunft der traditionelle warme Cookie erfreut.
Tower Bridge oder London Bridge?
Das ist wohl das häufigste Missverständnis, dem du in der britischen Metropole begegnest. Viele denken, die wunderschöne, verzierte Brücke mit den zwei Türmen heiße London Bridge – aber das ist ein riesiger Irrtum.
Die eigentliche London Bridge liegt ein Stück flussaufwärts und ist eine völlig gewöhnliche, schmucklose Betonbrücke ohne jegliche Türmchen oder Verzierungen. Die Tower Bridge dagegen ist die ikonische Schönheit aus dem Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren blauen Hängeseilen und der aufklappbaren Fahrbahn.
Mit dieser Verwechslung ist eine der berühmtesten Stadtlegenden verbunden: Der amerikanische Unternehmer Robert McCulloch soll 1968 die alte London Bridge gekauft haben – in dem Glauben, er erwerbe die prachtvolle Tower Bridge. Er ließ sie abbauen, nach Arizona transportieren und in Lake Havasu City wieder aufbauen, wo sie bis heute steht.
Lange Jahre erzählte man sich, der Amerikaner sei nach dem Auspacken der Steine in der Wüste bitter enttäuscht gewesen. Sein Enkel und die britischen Verkäufer selbst haben diesen amüsanten Mythos später jedoch widerlegt, denn McCulloch habe von Anfang an genau gewusst, dass er die gewöhnliche Brücke kauft. Das Gerücht habe er nur still gefördert, weil es seiner neuen Wüstenstadt riesige Gratiswerbung brachte.
8 Tipps, was du an der Tower Bridge sehen und erleben kannst
1. Der Fußweg über die Brücke ist ein großes Gratis-Erlebnis
Wenn du wie wir nach der Kanada-Rückkehr mit knappem Budget reist, habe ich die beste Nachricht für dich. Der Spaziergang über die Brücke selbst kostet dich gar nichts, denn es handelt sich um eine ganz normale öffentliche Straße, die täglich Tausende Menschen überqueren.

Du kannst nach Belieben über die Gehwege auf beiden Seiten der Fahrbahn spazieren, die riesigen blauen Seile bestaunen und den Blick auf die modernen verglasten Wolkenkratzer in der Ferne genießen. Es kostet auch nichts, wenn du stehen bleibst und aus der Nähe die komplizierten Nieten und die Steinverkleidung der unteren Turmpartien studierst.
Aus meinen Recherchen und dem Lesen vieler Reiseforen geht hervor, dass den meisten Touristen dieses Gratis-Erlebnis völlig ausreicht. Wenn du kein eingefleischter Geschichtsfan bist oder nicht unbedingt auf dem Glasboden stehen musst, kannst du das gesparte Ticketgeld ganz entspannt für etwas Leckeres zu essen ausgeben.
2. Tower Bridge Exhibition und was der Eintritt kostet
Wenn du dich entscheidest, das Innere dieses berühmten Bauwerks zu erkunden, musst du ein Ticket zur sogenannten Tower Bridge Exhibition kaufen. Der Normalpreis für Erwachsene liegt bei 18 Pfund (rund 21 €), Kinder von fünf bis fünfzehn Jahren zahlen 9 Pfund und die ganz Kleinen haben freien Eintritt.
Im Sommer 2026 läuft außerdem die Sonderaktion Great British Summer Savings, dank der du die Tickets etwas günstiger bekommst, konkret für 15,80 Pfund für Erwachsene. Ermäßigten Eintritt gibt es auch für Studenten und Senioren, sofern sie einen gültigen Ausweis vorzeigen.
Im Preis eines Tickets ist der Zugang zum Nord- und Südturm enthalten, du kannst über die hohen oberen Laufstege spazieren und besuchst zum Abschluss die alten viktorianischen Maschinenräume. Die Tickets kannst du problemlos über GetYourGuide reservieren, sie gibt es aber natürlich auch auf der offiziellen Website towerbridge.org.uk.
3. Der Glasboden und der Adrenalinkick hoch über der Themse
Das größte Highlight der kostenpflichtigen Ausstellung ist zweifellos der Glasboden (glass floor), der Ende 2014 in die oberen Laufstege eingebaut wurde. Er befindet sich ganze 42 Meter über dem Fluss und bietet einen ziemlich außergewöhnlichen Blick auf das Geschehen unter deinen Füßen.

Er besteht aus sechs riesigen Panelen und seine Tragfähigkeit ist so extrem, dass zwei große Elefanten sicher darauf stehen könnten oder mehrere klassische Londoner Taxis. Wenn du dich traust und dich darauf stellst, siehst du tief unter dir die roten Busse vorbeifahren und die Fußgänger wimmeln.
Ich muss dich aber auf eine sehr häufige Enttäuschung hinweisen, die Leute in Bewertungen erwähnen. Wenn du drinnen auf diesem Boden stehst, kannst du von dort nicht das ikonische Profil der Brücke selbst fotografieren, weil du eben direkt in ihr eingeschlossen bist. Wenn du Höhenangst hast, keine Sorge: An den Seiten des Laufstegs blieb ein schmaler, nicht verglaster Streifen, über den man sicher gehen kann.
4. Die viktorianischen Maschinenräume oder Engine Rooms
Nach dem Abstieg von den hohen Türmen berechtigt dich dein Ticket zum Besuch der sogenannten Engine Rooms, die sich ein Stück vom Südende der Brücke entfernt befinden. Genau hier verbirgt sich das ursprüngliche technische Herz des Bauwerks, das über achtzig Jahre lang funktionierte.

Du siehst hier riesige Dampfmaschinen, Kohlekessel und gewaltige Akkumulatoren, die ursprünglich die Druckenergie zum Anheben der Fahrbahn erzeugten. Diese Maschinen waren bis 1976 in Betrieb, als ein modernes elektrohydraulisches System die gesamte Mechanik ersetzte.
Es ist ein fantastischer Ort für Technik- und Geschichtsliebhaber, aber die Erfahrungen anderer Reisender enthalten eine wichtige Warnung. Diese historischen Maschinen laufen heute nicht mehr wirklich, es handelt sich eher um eine statische Museumsausstellung. Wer also laut zischende Dampfkolben im vollen Betrieb erwartet, könnte etwas enttäuscht weggehen.
5. Wann sich die Brücke öffnet und wie du dieses Erlebnis timst
Mit eigenen Augen zu sehen, wie sich die riesige Fahrbahn teilt und gen Himmel steigt, ist einfach magisch. Dieses Schauspiel findet rund 800-mal im Jahr statt, was im Schnitt zwei Öffnungen täglich ergibt – die Zeiten ändern sich aber sehr unregelmäßig.

Die zwei riesigen Arme, die man fachlich Bascule nennt, können sich bis zu einem Winkel von 86 Grad aufrichten, und der gesamte Vorgang inklusive Schiffsdurchfahrt dauert ungefähr fünf bis acht Minuten. Von unten am Ufer oder direkt am Rand der geöffneten Fahrbahn zuzuschauen ist ein Erlebnis, für das man gar nichts bezahlt.
Der Schlüssel zum Erfolg ist, vorab auf die offizielle Website in den Bereich lift times zu schauen, wo du den genauen Zeitplan der geplanten Öffnungen für Tage und Wochen im Voraus findest. Schiffe müssen ihre Durchfahrt mindestens 24 Stunden vorher beantragen und haben per Gesetz absolute Vorfahrt vor dem Straßenverkehr – es kann also passieren, dass die Brücke den Verkehr selbst im dicksten Berufsverkehr stoppt.
6. Die besten Orte für das perfekte Foto der Brücke
Direkt vom Gehweg auf der Brücke zu fotografieren ist zwar nett, aber so bekommst du höchstens Details der Stahlkonstruktion ins Bild. Wenn du die klassische Postkartenaufnahme des ganzen Bauwerks willst, musst du an die nahegelegenen Ufer gehen.

Mein absoluter Lieblingstipp ist der Potters Fields Park am Südufer, wo du eine schöne grüne Wiese und einen ungestörten Blick auf beide Türme hast. Morgens herrscht hier eine herrliche Ruhe und die Komposition mit der Themse im Vordergrund sieht auf Fotos absolut makellos aus.
Ein weiterer toller Ort ist das etwas weiter gelegene Butler’s Wharf, von wo du einen etwas dramatischeren Winkel bekommst und im Hintergrund sogar die modernen Wolkenkratzer des Finanzviertels ins Bild passen. Am Nordufer empfehle ich die Gegend um St Katharine Docks, konkret die Stelle bei der Statue Girl with a Dolphin, wo dir die Brücke als epische Kulisse dient.
7. Die faszinierende Baugeschichte und das Stahlskelett
Als am Ende des 19. Jahrhunderts die Einwohnerzahl im Osten Londons rasant wuchs, brauchten die Menschen dringend einen neuen Flussübergang. Das Problem war jedoch die Schifffahrt, die freien Zugang zum belebten Hafen Pool of London brauchte – eine klassische niedrige Brücke kam also nicht infrage.

Im Architekturwettbewerb siegte schließlich der Entwurf des Stadtarchitekten Sir Horace Jones und des Ingenieurs John Wolfe Barry. Der Bau dauerte lange acht Jahre, von 1886 bis 1894, und täglich waren über vierhundert hart arbeitende Arbeiter beteiligt.
Beim Blick von außen könnte man meinen, es handle sich um eine massive Steinfestung, doch das Gegenteil ist der Fall. Die Basis beider Türme ist ein riesiges Stahlskelett, das über elftausend Tonnen Stahl verschlang. Architekt Jones ließ es mit cornischem Granit und Portland-Stein verkleiden, vor allem damit die neue Brücke optisch zur benachbarten historischen Burg Tower of London passte.
8. Berühmte Momente: Der fliegende Bus und die Farbwechsel
Mit diesem Ort sind viele unglaubliche historische Geschichten verbunden und die beste davon spielte sich im Dezember 1952 ab. Der Fahrer des Doppeldeckerbusses Nummer 78, Albert Gunter, fuhr damals genau in dem Moment auf die Brücke, als sich die Fahrbahn wegen eines Signalausfalls zu heben begann.
Statt zu bremsen und den Sturz in den wachsenden Abgrund zu riskieren, gab Gunter im Gegenteil Gas und übersprang mit dem riesigen Bus die fast zwei Meter breite Lücke auf die andere, noch nicht angehobene Brückenhälfte. Für diese heldenhafte Tat, mit der er die Fahrgäste rettete, bekam er damals eine Belohnung von zehn Pfund.
Interessant ist auch die Geschichte des Anstrichs selbst. Die ursprüngliche Farbe der Brücke war schokoladenbraun, angeblich die Lieblingsfarbe von Königin Victoria. Erst 1977 erhielt die Brücke anlässlich des Silberjubiläums von Königin Elisabeth II. den berühmten rot-weiß-blauen Anstrich, aus dem allmählich die heutige elegante blau-weiße Kombination entstand.
Geschichten über die Tower Bridge, die du nicht kennst
Der Bus, der über die sich hebende Brücke sprang
Kennst du diese Actionfilme, in denen der Held im Auto in letzter Sekunde über eine sich öffnende Brücke springt? In London ist dieser Wahnsinn wirklich passiert. Es war der 30. Dezember 1952 und der Fahrer Albert Gunter steuerte gerade seelenruhig seinen Double-Decker der Linie 78.
Plötzlich begann sich vor ihm die Südseite der Fahrbahn zu heben, obwohl die Warnlichter gar nicht leuchteten und die Glocke schwieg. Albert hatte den Bruchteil einer Sekunde zur Auswahl und trat statt der Bremse aufs Gas. Der sechseinhalb Tonnen schwere Doppeldeckerbus übersprang erfolgreich die fast zwei Meter breite Lücke auf die gegenüberliegende Nordseite, die sich noch nicht vom Boden gelöst hatte.
Alle Fahrgäste überlebten dieses Stuntstück, auch wenn sich der Schaffner das Bein brach. Gunter erhielt für seine Geistesgegenwart eine Geldprämie von zehn Pfund vom Arbeitgeber und weitere fünfunddreißig von der Stadt. Für mich ist das eine völlig unglaubliche Geschichte und ich stelle mir immer die verdatterten Gesichter der zwanzig Passagiere vor.
Stein, der nur Verkleidung ist
Wenn du die Brücke vom Ufer aus betrachtest, wette ich, dass sie dir wie eine massive, uneinnehmbare mittelalterliche Festung vorkommt. Doch der Schein trügt und in Wirklichkeit blickst du auf ein modernes Stahlskelett. Das verschluckte während des Baus über 11.000 Tonnen Stahl und wird von unglaublichen 13 Millionen Nieten zusammengehalten.
Die Erbauer verkleideten die gesamte Konstruktion nur clever mit cornischem Granit und Portland-Kalkstein. Diese massive Steinverkleidung entstand nicht zufällig, sondern aus rein ästhetischen Gründen. Die Architekten mussten nämlich sicherstellen, dass das neue Bauwerk den historischen Charakter der direkt daneben stehenden Burg Tower of London nicht stört.
Die Brücke, die ständig ihre Farbe wechselte
Heute können wir uns dieses Wahrzeichen nicht ohne seine ikonischen leuchtenden Farben vorstellen, die Fotografen aus aller Welt anlocken. Der ursprüngliche Farbton vom Ende des 19. Jahrhunderts war aber ein völlig anderer, nämlich schokoladenbraun. Man erzählt sich, es sei die Lieblingsfarbe der damaligen Königin Victoria gewesen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Wahrzeichen sogar grau, um als Tarnung gegen Luftangriffe zu dienen. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Brücke erst viel später, 1977. Damals strich man sie rot-weiß-blau zu Ehren des Silberjubiläums von Königin Elisabeth II. Die blau-weißen Hebeelemente sind also überhaupt nicht historisch ursprünglich.
Acht Jahre und 432 Arbeiter
Diese riesige Hebe-Wippe zu bauen war überhaupt kein Spaß und der Bau nahm lange acht Jahre in Anspruch. Von 1886 bis 1894 schufteten täglich 432 Arbeiter daran, und die Fundamente mussten sie etwa acht Meter tief in den Flussgrund einlassen. Das gesamte Projekt hatten der Architekt Horace Jones und der Chefingenieur John Wolfe Barry unter sich.
Heute heben zwar Elektromotoren die schweren Arme, aber ursprünglich trieben riesige Dampfmaschinen die Brücke an. Die Arbeiter mussten ständig Kohle unter die Kessel schaufeln, um Dampf für das ausgeklügelte Hydrauliksystem zu erzeugen. Für die damalige Zeit war es schlicht ein technologisches Wunder, und zur modernen Elektrohydraulik wechselte London erst 1976.
Wohin es dich von der Tower Bridge weiterzieht
Wenn du die Umgebung der Brücke schon erkundet hast und überlegst, wohin es als Nächstes geht, habe ich jede Menge weiterer inspirierender Beiträge für dich vorbereitet. Vom Südufer kannst du bequem am Fluss entlangspazieren oder in die U-Bahn steigen und weitere Ecken der Stadt entdecken.
Und wenn du auf guten Kaffee stehst, wirf einen Blick in unseren Guide zu den besten Cafés in London — wir haben nur Läden mit einer Google-Bewertung über 4,6 ausgewählt.
Ein Stück vom Parlament entfernt steht die Westminster Abbey — Ort von Krönungen und königlichen Gräbern, den du beim Evensong sogar kostenlos betreten kannst.
Magst du Geschichte und Kunst? Dann lass dir das British Museum nicht entgehen — der Eintritt ist frei und in unserem Guide findest du, was du in ein paar Stunden nicht verpassen solltest.
- Schau dir unbedingt unseren großen Guide zum Thema was du in London sehen und erleben kannst an, wo du eine ausführliche Karte findest.
- Direkt neben der Brücke befindet sich die berühmte Festung, über die wir im Artikel Tower of London schreiben.
- Wenn du Ausblicke aus der Höhe liebst, wirf einen Blick auf unsere Tipps zum berühmten Riesenrad London Eye.
- Für königliches Flair und die Wachablösung musst du zum Sitz des Königs, um den es im Artikel Buckingham Palace geht.
- Und wenn du mit Kindern reist oder selbst Magie-Fan bist, darfst du das Harry Potter Studio London nicht verpassen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet der Eintritt zur Tower Bridge?
Das Ticket für die Ausstellung kostet normalerweise 18 Pfund für Erwachsene und 9 Pfund für Kinder von fünf bis fünfzehn Jahren. In den Sommermonaten sind manchmal leicht reduzierte Aktionstickets erhältlich, aber Kinder unter fünf Jahren haben in jedem Fall freien Eintritt.
Ist der Übergang über die Tower Bridge kostenlos?
Ja, der Fußgängerübergang auf den Gehwegen entlang der Fahrbahn ist völlig kostenlos, da es sich um eine normale öffentliche Straße handelt. Bezahlt wird nur, wenn Sie in die Türme, auf den Glasboden und in die viktorianischen Maschinenräume hineingehen möchten.
Wann ist die Brücke für Besucher geöffnet?
Die kostenpflichtige Ausstellung ist täglich von 9:30 bis 18:00 Uhr geöffnet, wobei der letzte Einlass in die Haupttürme um 17:00 Uhr erfolgt. Während der Weihnachtsfeiertage vom 24. bis 26. Dezember ist geschlossen und an Neujahr öffnet die Ausstellung erst um 10:00 Uhr.
Wie oft wird die Brücke hochgeklappt?
Das Öffnen der Brückenfahrbahn für den Schiffsverkehr erfolgt etwa 800-mal jährlich, was im Durchschnitt zwei Hochklappungen pro Tag ergibt. Die genauen Zeiten ändern sich jedoch ständig je nach Anforderungen der Schiffe, daher muss man den offiziellen Zeitplan auf der Website verfolgen.
Wie komme ich am besten zur Brücke?
Der bequemste Weg führt über die U-Bahn-Station Tower Hill an den Linien District und Circle, von wo aus es zum nördlichen Turm nur etwa sieben Minuten angenehmer Fußweg sind. Nutzen können Sie auch die Station London Bridge am Südufer, die von den Linien Northern und Jubilee angefahren wird.
Dürfen Hunde mit in die Ausstellung?
Ja, dies ist eine der sehr angenehmen Ausnahmen unter den Londoner Sehenswürdigkeiten, denn Sie können Ihren wohlerzogenen Hund mit in die Ausstellung nehmen. Er darf Sie in die Türme, auf die verglasten Stege und in die alten Maschinenräume begleiten.
Ist die Ausstellung barrierefrei?
Zu allen Etagen beider Haupttürme gelangen Sie mit geräumigen Aufzügen, sodass ein Besuch mit Kinderwagen oder Rollstuhl kein Problem darstellt. Barrierefrei ist auch der Zugang zu den nahegelegenen Maschinenräumen.
Wie lange dauert die Besichtigung innen?
Wenn Sie in Ruhe beide Türme besichtigen, die Aussicht vom Glasboden genießen und sich die Maschinen in den Engine Rooms anschauen möchten, sollten Sie etwa 90 Minuten einplanen. Schnelle Besucher, die nicht bei jeder Informationstafel anhalten, schaffen es auch in knapp einer Stunde.
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