Westminster Abbey London: Eintritt, Krönungen und wie du 2026 kostenlos hineinkommst

TL;DRDer Eintritt in die Westminster Abbey kostet 2026 für Erwachsene £31 (rund 36 €), Studierende und Senioren zahlen £28, Kinder von 6 bis 17 Jahren £14 und Kinder unter 5 Jahren sind frei; vom 25. Juni bis 1. September 2026 gilt ein Sommerrabatt, bei dem das Erwachsenenticket auf £27,13 sinkt. Kostenlos kommst du beim abendlichen gesungenen Gottesdienst Evensong hinein – Montag bis Samstag um 17:00 Uhr und sonntags um 15:00 Uhr, ohne Ticket, aber ohne die Möglichkeit, frei durch die Kirche zu gehen. Ein Rundgang zu den wichtigsten Highlights, darunter der Krönungsstuhl und die Königsgräber von Elisabeth I. und Maria Stuart, dauert 1,5 bis 2 Stunden, mit den Galerien bis zu 3 Stunden. Die Abbey liegt an der U-Bahn-Station Westminster (4 Minuten zu Fuß) und ist sonntags für Touristen komplett geschlossen.

Als wir nach einem Jahr in Kanada nach London kamen, kurvten wir mit Fahrrädern durch die Stadt und versuchten, buchstäblich jedes Pfund zu sparen. Lukáš und ich waren damals für jeden Tipp dankbar, wie man die britische Metropole mit kleinem Budget erkunden kann. Genau damals stellte ich fest, dass sich sogar die ikonischsten Sehenswürdigkeiten clever erleben lassen – und die Westminster Abbey in London ist da wirklich keine Ausnahme.

Dieser Ort ist nämlich das absolute Herzstück der britischen Monarchie, wo Geschichte geschrieben wurde. Die Westminster Abbey ist seit über tausend Jahren ein sakraler Raum und bis heute eine lebendige, aktive Kirche. Genau hier finden die wichtigsten königlichen Zeremonien statt – von prunkvollen Krönungen über märchenhafte Hochzeiten bis hin zu Staatsbegräbnissen.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du das Beste aus deinem Besuch herausholst. Wir gehen gemeinsam die größten Highlights im Inneren durch, ich zeige dir eine überraschende böhmische Spur und vor allem verrate ich dir einen geheimen Tipp, wie du völlig kostenlos hineinkommst. Außerdem erfährst du, wie viel der reguläre Eintritt kostet und warum es sich lohnt, die Tickets im Voraus zu kaufen.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Tausendjährige Geschichte: Die Kirche an dieser Stelle weihte schon Eduard der Bekenner im Jahr 1065 ein, und seit 1066 (Wilhelm der Eroberer) finden hier alle Krönungen statt.
  • Königsgräber und Legenden: Im Inneren sind über 3300 Persönlichkeiten begraben oder erinnert, darunter Elisabeth I., Charles Darwin und Charles Dickens.
  • Eintritt 2026: Das reguläre Ticket für Erwachsene kostet £31 (rund 36 €), im Sommer gilt aber ein zeitweiliger Rabatt auf £27,13.
  • Fotografieren ist erlaubt: Das Fotoverbot wurde 2018 aufgehoben, nur in drei bestimmten sakralen Zonen darf nicht fotografiert werden.
  • So kommst du kostenlos rein: Jeden Abend findet der gesungene Gottesdienst Evensong statt, zu dem der Eintritt völlig frei und ohne Ticket ist (dabei kannst du dich aber nicht in der Kirche bewegen).
  • Sonntags geschlossen: Denk daran, dass die Abbey sonntags wegen der regulären Gottesdienste für gewöhnliche Touristen geschlossen ist.

Wann du die Westminster Abbey besuchen solltest

Die Planung eines Besuchs der Westminster Abbey in London (England) erfordert etwas Taktik, denn sie gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in ganz England. Normalerweise drängen sich hier riesige Menschenmassen, und an geschäftigen Tagen kann es passieren, dass du dich im Inneren in einer langsamen Schlange bewegst. Die beste Strategie ist, die Tickets gleich für den ersten Termin am Morgen gegen halb zehn zu reservieren, wenn drinnen noch relativ gut Luft ist.

Achte bei der Erstellung deines Reiseplans genau auf die Wochentage. Die Abbey funktioniert in erster Linie als anglikanische Kirche, was bedeutet, dass sie sonntags für Touristen strikt geschlossen ist. Am Sonntag finden Gottesdienste statt, und obwohl du daran teilnehmen kannst, ist ein klassischer Rundgang mit Führer oder Audioguide nicht möglich. Die touristischen Tage sind Montag bis Samstag, wobei der letzte Einlass etwa eine Stunde vor Schließung liegt (gegen 14:30 Uhr).

Das Londoner Wetter spielt eher beim Warten in der Schlange vor dem Eingang eine Rolle. Der Rundgang selbst findet drinnen statt und nimmt dir etwa 1,5 bis 2 Stunden ab. Wenn du auch die angrenzenden Galerien und das Museum besuchen möchtest, plane lieber drei Stunden reine Zeit ein. Die Abbey wird gelegentlich auch kurzfristig wegen staatlicher oder kirchlicher Anlässe geschlossen, also prüfe vor deiner Reise immer den aktuellen Kalender auf der offiziellen Website.

Wo du in der Nähe von Westminster übernachtest

Die Gegend rund um Westminster ist das absolute Zentrum Londons, was sich natürlich auch in den Übernachtungspreisen widerspiegelt. Direkt hier zu wohnen bedeutet aber, dass du die größten Sehenswürdigkeiten buchstäblich um die Ecke hast und viel Zeit und Geld für öffentliche Verkehrsmittel sparst. Ich habe für dich Tipps zu konkreten Hotels mit hervorragenden Bewertungen zusammengestellt. Die Buchung empfehle ich über Booking mit ausreichend Vorlauf zu erledigen.

Wenn du absoluten Luxus und perfekten Service suchst, schau dir das The Corinthia London an. Es ist eines der prestigeträchtigsten Hotels der Stadt mit fantastischer Aussicht und atemberaubenden Interieurs. Eine weitere großartige Premium-Wahl direkt am St James’s Park ist das Conrad London St James, das eine ruhige Atmosphäre nur wenige Schritte von der Abbey bietet.

Ein goldener Mittelweg mit schönem Boutique-Design ist das Hotel The Trafalgar St. James, von wo aus du nicht nur zum Parlament, sondern auch zum berühmten Trafalgar Square nah dran bist. Ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet wiederum das DoubleTree by Hilton London Westminster, das mit bequemen Betten und moderner Ausstattung überzeugt.

Für Familien mit Kindern oder Reisende mit vernünftigerem Budget ist das Park Plaza Westminster Bridge London ein absoluter Hit. Es liegt gleich hinter dem Fluss, und oft blickst du direkt auf Big Ben. Wenn du zuverlässigen Standard zu einem akzeptablen Preis suchst, wird dich sicher auch das Premier Inn London Westminster nicht enttäuschen, das zu den beliebtesten Optionen für eine praktische Übernachtung im Zentrum gehört.

8 Tipps, was du in der Westminster Abbey sehen und erleben kannst

Wenn du die Sicherheitskontrolle passiert hast und dich unter dem gewaltigen Gewölbe des Hauptschiffs befindest, weißt du vielleicht gar nicht, wohin du zuerst schauen sollst. Ich habe für dich eine Liste mit den acht größten Highlights zusammengestellt, die es wäre eine Sünde wäre, sie auszulassen.

1. Der Krönungsstuhl und der Ort der Könige

Sobald du dich orientiert hast, steuere unbedingt den berühmten Krönungsstuhl (Coronation Chair) an. Dieses unscheinbare, aber historisch enorm wertvolle Möbelstück aus Holz ließ schon König Eduard I. im Jahr 1296 anfertigen. Ursprünglich war der Stuhl so konzipiert, dass darunter der legendäre Stein von Scone platziert werden konnte, den die Engländer damals als Kriegsbeute aus Schottland mitbrachten.

Es ist angeblich das älteste englische Möbelstück, das bis heute für seinen ursprünglichen Zweck verwendet wird. Auf diesem Stuhl werden seit dem 14. Jahrhundert alle britischen Monarchen gekrönt. Im Mai 2023 fand hier auch die vielbeachtete Krönung von Charles III. statt, für die der schottische Stein für ein paar Tage feierlich nach London ausgeliehen wurde.

2. Die Heinrich-VII.-Kapelle und das atemberaubende Fächergewölbe

Am östlichen Ende der Abbey befindet sich ein Raum, den viele als schönsten Teil des gesamten Gebäudes bezeichnen. Die Heinrich-VII.-Kapelle (oft Lady Chapel genannt) ist ein absolutes Meisterwerk der englischen Spätgotik. Wenn du den Blick nach oben richtest, siehst du ein architektonisches Wunder in Form des sogenannten hängenden Fächergewölbes.

Dieses Gewölbe wirkt, als würde es der Schwerkraft trotzen, und die steinernen Verzierungen erinnern an feine Spitze. Genau hier sind viele Monarchen begraben, darunter Heinrich VII. selbst und seine Frau Elisabeth von York, die wunderschöne vergoldete Grabfiguren haben. 💡 Tipp: In diesem Teil ist es meist sehr voll, deshalb empfehle ich dir, stehenzubleiben, durchzuatmen und vor allem nach oben zu schauen, um diese Schönheit in Ruhe aufzunehmen.

3. Königsgräber: Elisabeth I. und Maria Stuart

Die Abbey verbirgt unglaubliche Geschichten, und die über zwei verfeindete Schwestern gehört zu den stärksten. Im nördlichen Seitenschiff der Lady Chapel findest du ein prächtiges Grab, in dem Königin Elisabeth I. und ihre Halbschwester Maria I. (bekannt als Bloody Mary) gemeinsam ruhen. Obwohl sie zu Lebzeiten religiös und politisch gegeneinander standen, liegen ihre bleiernen Särge heute übereinandergestapelt. Sichtbar ist allerdings nur die Statue der protestantischen Elisabeth.

Gleich gegenüber im südlichen Seitenschiff ruht Maria Stuart. Sie wurde ausgerechnet von Elisabeth I. hinrichten lassen, doch ihr Sohn Jakob I. ließ die sterblichen Überreste seiner Mutter feierlich nach Westminster überführen. So entstand die paradoxe Situation, dass ein Sohn seine Mutter nur wenige Meter von der Frau entfernt begrub, die ihr Todesurteil unterschrieben hatte.

4. Die Ecke der Wissenschaftler und die Asche von Stephen Hawking

Viele Touristen denken, dass die berühmten britischen Wissenschaftler an der Seite der Schriftsteller liegen, aber in Wirklichkeit haben sie ihren Ehrenplatz direkt im Hauptschiff. Dieser Bereich wird Scientists‘ Corner genannt. Am auffälligsten ist hier das riesige und prunkvolle Grabmal von Isaac Newton, der 1727 in der Abbey beigesetzt wurde.

Ganz in der Nähe ruht auch der Vater der Evolutionstheorie, Charles Darwin. Die stärksten Emotionen ruft bei vielen Besuchern aber eine unscheinbare Platte im Boden hervor, unter der im Juni 2018 die Asche von Stephen Hawking beigesetzt wurde. Sein Grab befindet sich genau zwischen Newton und Darwin, und darauf ist seine berühmte Gleichung für die Entropie eines Schwarzen Lochs eingraviert.

5. Poets‘ Corner: Der Ort für die literarischen Größen

Wenn du klassische Literatur liebst, wird dein Herz im südlichen Querschiff höherschlagen, das seit Jahrhunderten Poets‘ Corner (Ecke der Dichter) genannt wird. Die Tradition begann 1400 mit der Beisetzung von Geoffrey Chaucer, dem Autor der Canterbury-Erzählungen. Seitdem kamen weitere literarische Giganten dazu, die die Weltkultur prägten.

Du findest hier die Gräber von Größen wie Charles Dickens oder Rudyard Kipling. Nicht jeder, der hier eine Gedenktafel hat, liegt aber tatsächlich hier. Ihre unübersehbaren Denkmäler haben hier zum Beispiel William Shakespeare, Jane Austen oder die Brontë-Schwestern, obwohl ihre sterblichen Überreste anderswo in England ruhen.

6. Das Grab des unbekannten Soldaten

Gleich am westlichen Haupteingang der Abbey ist im Boden ein Grab eingelassen, das in der britischen Gesellschaft eine absolut einzigartige Stellung hat. Das Grab des unbekannten Soldaten (The Unknown Warrior) birgt den Leichnam eines nicht identifizierten britischen Soldaten, der von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs hergebracht wurde. Er wurde hier am 11. November 1920 unter enormer öffentlicher Anteilnahme beigesetzt.

Interessant ist, dass es das einzige Grab in der gesamten Abbey ist, über das man nicht gehen darf. Während Touristen über die Grabsteine von Königen und Wissenschaftlern ganz normal laufen, ist dieser Bereich pietätvoll abgegrenzt. Es gibt außerdem den Brauch, dass Bräute aus der königlichen Familie ihren Brautstrauß auf dieses Grab legen. 2011 tat das auch Prinzessin Kate.

7. Die böhmische Spur: Anna von Böhmen und das „zerlumpte Regiment“

Vielleicht würdest du es nicht erwarten, aber die Westminster Abbey verbirgt auch eine faszinierende böhmische Spur. In den neuen Museumsräumen der Queen’s Diamond Jubilee Galleries (hoch oben im Triforium untergebracht) ist eine Sammlung des sogenannten „zerlumpten Regiments“ ausgestellt. Es handelt sich um historische Bestattungsfiguren, also realistische Wachs- oder Holzfiguren von Monarchen, die bei Trauerzügen getragen wurden.

Unter diesen seltenen Exponaten befindet sich auch das Abbild von Anna von Böhmen (in England bekannt als Anne of Bohemia). Sie war die geliebte Tochter des böhmischen Kaisers Karl IV. und die erste Frau des englischen Königs Richard II. Für Reisende mit einem Faible für Geschichte ist das ein schönes Detail und ein verborgenes Juwel, von dem die meisten Touristen überhaupt nichts ahnen.

8. Der Kreuzgang (Cloisters) und die Oase der Ruhe

Nach dem Rundgang durch die dunkleren Seitengänge und die monumentalen Gräber solltest du auf keinen Fall den äußeren Kreuzgang (Cloisters) auslassen. Dieser quadratische Hof, gesäumt von gotischen Arkaden, diente früher den Mönchen zur Meditation und zum Spazieren. Er hat sich seine wunderbar friedliche Atmosphäre bewahrt, die stark mit dem Trubel auf den Londoner Straßen kontrastiert.

Vom Kreuzgang gelangst du auch zum Kapitelsaal (Chapter House) und zum College Garden, der angeblich der älteste durchgängig kultivierte Garten Englands ist. 💡 Tipp: Wenn du wirklich schöne Fotos ohne Menschenmassen im Hintergrund machen möchtest, ist der Kreuzgang der ideale Ort dafür, denn das Licht bricht hier die Schatten der gotischen Bögen auf wunderbare Weise.

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Eintritt und Öffnungszeiten der Westminster Abbey

Vergiss nicht, dass es sich in erster Linie um eine aktive anglikanische Kirche handelt. Touristische Rundgänge haben hier ihre feste Zeit und richten sich nach den aktuellen Gottesdiensten. Eine tolle Nachricht ist aber, dass im Preis jedes Tickets gleich ein multimedialer Audioguide enthalten ist. Er beherrscht 14 Sprachen, und entweder wird er dir vor Ort geliehen oder du lädst ihn einfach auf dein Handy herunter.

Der Grundpreis für Erwachsene beträgt £31. Für den Sommer 2026 haben sich die Briten aber eine angenehme Überraschung in Form einer zeitweise gesenkten Mehrwertsteuer ausgedacht, sodass du von Ende Juni bis Anfang September sparst. In jedem Fall gilt eine wichtige Regel: Kaufe deine Tickets immer online im Voraus, sonst stehst du in einer wahnsinnig langen Schlange an der Kasse und verlierst viel Zeit.

KategoriePreis 2026Sommerrabatt (25.6.–1.9.)
Erwachsene£31 (~36 €)£27,13
Senioren 65+ und Studierende£28 (~33 €)£24,50
Kind 6–17 Jahre£14 (~16 €)£12,25
Kind unter 5 Jahrenkostenloskostenlos

Was die Öffnungszeiten angeht, plane deinen Besuch nicht für Sonntag. Da ist die Kirche komplett für Touristen geschlossen und nur Teilnehmer der Gottesdienste kommen hinein. Der letzte Einlass für Touristen ist etwa eine Stunde vor der Schließung möglich, also lass es nicht ganz auf den letzten Moment ankommen.

TagGeöffnet
Montag–Freitag9:30–15:30
Samstag9:30–15:00
SonntagGESCHLOSSEN für Touristen (nur Gottesdienste)

Die Abbey ist regelmäßig zu Weihnachten geschlossen (25. und 26. Dezember). Es kann aber auch passieren, dass die Tore wegen einer plötzlichen Staatszeremonie oder eines besonderen Ereignisses geschlossen bleiben. Prüfe deshalb kurz vor deiner Reise immer den aktuellen Kalender, damit du nicht enttäuscht vor verschlossenen Toren stehst.

💡 Tipp zum Schluss: Die günstigste und meiner Meinung nach überhaupt schönste Variante ist der abendliche Gottesdienst Evensong, zu dem du völlig kostenlos kommst (alles erkläre ich weiter unten ausführlich). Klassische kostenpflichtige Tickets für den touristischen Rundgang bekommst du direkt auf westminster-abbey.org oder bequem über GetYourGuide.

Wie du zur Westminster Abbey kommst

Die Westminster Abbey liegt direkt im pulsierenden Herzen der Stadt. Du findest sie gleich neben dem Parlament und dem berühmten Big Ben, sodass du sie bei einem Streifzug durch das Zentrum garantiert nicht verpasst. Am besten kommst du mit der U-Bahn zur Station Westminster, von wo aus es zum Haupteingang etwa 4 Minuten zu Fuß sind. Eine weitere gute Alternative ist die Station St James’s Park, die nur ein Stückchen weiter entfernt ist.

Der Besuch lässt sich wunderbar mit einer klassischen London-Runde verbinden. Du kannst einen Spaziergang direkt über den Parliament Square machen, das Themseufer erkunden und die echte britische Atmosphäre einsaugen. Für die Planung deiner U-Bahn-Fahrt nutze unbedingt die offizielle Website von TfL. Sie ist der zuverlässigste Begleiter für den gesamten Londoner Nahverkehr.

Und wie lange hältst du dich hier eigentlich auf? Für den Hauptweg und die bekanntesten Gräber reichen dir etwa 1,5 bis 2 Stunden. Wenn du aber zu den Geschichtsliebhabern gehörst und auch die Galerien im Triforium nicht auslässt, plane ruhig 3 Stunden ein. Behalte das im Hinterkopf, damit du dir dann nicht mit knurrendem Magen schnell irgendein rettendes vegetarisches Sandwich besorgen musst!

Wie du KOSTENLOS in die Westminster Abbey kommst: Evensong

Das ist der versprochene Tipp für alle, die die Atmosphäre dieses magischen Ortes einsaugen möchten, aber nicht den relativ hohen Eintritt zahlen wollen. Jeden Abend findet in der Abbey der sogenannte Evensong statt, also ein gesungener Abendgottesdienst. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist völlig kostenlos, du brauchst kein Ticket, und willkommen ist jeder – unabhängig von der Konfession.

Der Evensong findet üblicherweise Montag bis Samstag um 17:00 Uhr und sonntags um 15:00 Uhr statt. Er dauert etwa eine Dreiviertelstunde, und dabei singt der hauseigene Chor, der zur Weltspitze gehört. In die Abbey gelangst du durch die Haupttür im Westen (Great West Door), und ich empfehle dir unbedingt, mindestens 20 bis 60 Minuten früher zu kommen, denn die Kapazität ist begrenzt und der Einlass erfolgt nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Es gibt aber einen großen Haken. Während des Gottesdienstes führen dich die Ordner auf einer genau markierten Route zu den Bänken. Es ist kein touristischer Rundgang, du kannst dich also nicht frei in der Kirche bewegen, die Gräber in den Seitenkapellen erkunden oder Selfies machen. Fotografieren ist zu dieser Zeit streng verboten. Das Erlebnis der wunderbaren Musik, die vom gotischen Gewölbe widerhallt, ist aber absolut magisch, und du bekommst dadurch ein authentisches Gefühl dafür, wozu die Abbey seit tausend Jahren dient.

Praktische Infos: Eintritt, Fotografieren und Öffnungszeiten 2026

Der Eintritt in die Abbey mag auf den ersten Blick recht teuer wirken. Das reguläre Ticket für Erwachsene kostet £31 (rund 36 €), Studierende und Senioren über 65 zahlen £28 und Kinder von 6 bis 17 Jahren £14. Die Kleinsten unter fünf Jahren haben freien Eintritt. Im Ticketpreis ist automatisch auch ein sehr guter multimedialer Audioguide enthalten, der in 14 Sprachen verfügbar ist (Deutsch ist zum Glück dabei).

Ich habe aber gute Nachrichten für diesen Sommer. Im Rahmen einer Regierungskampagne gelten vom 25. Juni bis 1. September 2026 zeitweise gesenkte Preise dank niedrigerer Mehrwertsteuer. In diesem Zeitraum zahlen Erwachsene den ermäßigten Betrag von ca. £27,13. Deine Tickets kannst du bequem über das Vergleichsportal GetYourGuide besorgen, oder du findest sie auch auf der offiziellen Website. Kaufe sie auf jeden Fall online im Voraus, so vermeidest du die Schlangen an den Kassen.

Und wie ist das mit dem viel diskutierten Fotografieren? Vielleicht hast du in einem älteren Reiseführer gelesen, dass drinnen nicht fotografiert werden darf. Das stimmt aber nicht mehr. Seit 2018 ist privates Fotografieren erlaubt, allerdings mit klaren Regeln. Du darfst weder Blitz noch Stativ oder Selfie-Stick verwenden. Ein komplettes Fotoverbot gilt nur in drei bestimmten Zonen: im Heiligtum des heiligen Eduard, in der St-Faith-Kapelle und im Museum der Diamond Jubilee Galleries.

Historisch ist das Gebäude untrennbar mit König Eduard dem Bekenner verbunden, der die ursprüngliche Kirche Ende 1065 einweihte. Die heutige gotische Gestalt begann König Heinrich III. 1245 zu errichten, weil er mit den berühmten französischen Kathedralen konkurrieren wollte. Die Anreise ist ganz einfach. Die nächsten U-Bahn-Stationen sind Westminster oder St James’s Park, beide liegen keine fünf Minuten zu Fuß vom Eingang entfernt. Wenn du den Londoner Nahverkehr planen musst, lohnt sich ein Blick auf die offizielle Website von Transport for London.

Geschichten unter dem steinernen Gewölbe

Schwestern, die in einem Grab liegen

Mir läuft es kalt den Rücken herunter, wie die Geschichte mit menschlichen Schicksalen spielen kann. Stell dir die protestantische Königin Elisabeth I. und ihre katholische Halbschwester Maria I. vor, eher bekannt als „Bloody Mary“. Zu Lebzeiten standen sie auf entgegengesetzten Seiten der Barrikade, und religiöse Konflikte rissen sie auseinander.

Heute liegen diese beiden Frauen in einem einzigen Grab im nördlichen Seitenschiff der Heinrich-VII.-Kapelle. Die Särge sind übereinandergestapelt, wobei nur die Statue von Elisabeth sichtbar ist, die obenauf ruht.

Die Inschrift an ihrer gemeinsamen Ruhestätte ist geradezu erschreckend versöhnlich. Sie verkündet, dass die durch Thron und Grab vereinten Schwestern hier auf die Auferstehung warten. Der Tod hat einfach all die blutigen Rechnungen ausgelöscht, die sie zu Lebzeiten nicht begleichen konnten.

Die Königin, die der Sohn ihrer Rivalin überführen ließ

Das ist wohl das faszinierendste Paradox der ganzen Abbey. Maria Stuart, die schottische Königin, ließ nach langer Gefangenschaft ausgerechnet Elisabeth I. hinrichten. Sie wäre in Vergessenheit begraben geblieben, wäre nicht Marias eigener Sohn, König Jakob I., auf den englischen Thron gekommen.

Er beschloss, die Dinge in Ordnung zu bringen, und ließ die sterblichen Überreste seiner Mutter feierlich nach Westminster überführen. Er ließ ihr ein absolut prachtvolles Marmorgrabmal errichten, um allen ihre Bedeutung zu zeigen.

Und die Ironie zum Schluss? Sie liegt im südlichen Seitenschiff, also nur ein Stückchen von der Frau entfernt, die sie aufs Schafott schickte. Wenn sich die beiden irgendwo im Jenseits begegnen, sind das wohl keine ganz entspannten Plaudereien beim Tee.

Wissenschaftler unter Heiligen

Die meisten Reiseführer drängen dich in die sogenannte Ecke der Dichter, aber mich begeistert die wissenschaftliche Ecke im Hauptschiff mehr. Genau hier liegen nämlich Isaac Newton und Charles Darwin, Giganten, die unser Verständnis der Welt umgeschrieben haben. Trotz der Kontroversen um die Evolution ruhen sie direkt im Herzen der anglikanischen Kirche.

Es hat mich völlig umgehauen, als ich erfuhr, dass 2018 hier die Asche von Stephen Hawking dazukam. Sie wurde ganz genau zwischen den Gräbern von Newton und Darwin beigesetzt.

Auf seiner Gedenktafel findest du keine religiösen Verse, sondern die berühmte Gleichung, die die Entropie eines Schwarzen Lochs beschreibt. Es ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man in Großbritannien brillante Köpfe zu schätzen weiß, unabhängig davon, woran sie genau glauben.

Das Grab, über das man nicht gehen darf

Der Boden der Abbey ist buchstäblich übersät mit Gedenktafeln und Namen, über die täglich Tausende von Touristen laufen. Es gibt hier aber eine einzige absolute Ausnahme, um die jeder einen Bogen machen muss. Es ist das Grab des unbekannten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, das hier 1920 beigesetzt wurde.

Es verkörpert die Erinnerung an all die gewöhnlichen Jungen, die in den sinnlosen Schützengräben fielen und nie nach Hause zurückkehrten. Auf dieses Grab zu treten ist ein absolutes Tabu, und die Wächter der Abbey achten sehr streng darauf.

Zu ihm gehört noch eine wunderschöne Tradition, die schon die Königinmutter einführte. Als sich hier 2011 Prinzessin Kate vermählte, legte sie ihren Brautstrauß darauf. Eine kleine Verbindung zwischen der prunkvollen königlichen Freude und der stillen Ehrerbietung für die Gefallenen.

Wohin weiter von Westminster

Wenn du den Rundgang hinter dir hast, befindest du dich im Epizentrum der britischen Politik. Buchstäblich gegenüber der Straße steht das Parlamentsgebäude mit dem ikonischen Turm Big Ben. Wenn du gerade überlegst, wie du dein Programm zusammenstellst, wirf einen Blick in unseren ausführlichen Artikel mit Tipps, was man in London sehen und erleben kann.

Du musst nur die Brücke überqueren, und direkt gegenüber wartet das berühmte Riesenrad London Eye auf dich. Wenn dich eher die königliche Geschichte reizt, kannst du zu Fuß durch den schönen Park bis zum Buckingham Palace gehen. Wer lieber düstere Geschichten voller Intrigen und Hinrichtungen mag, sollte die Festung Tower of London nicht auslassen. Und für einen verregneten Nachmittag ist das großartige British Museum eine sichere Wahl.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet der Eintritt in Westminster Abbey?

Der reguläre Eintrittspreis für Erwachsene beträgt £31 (etwa 37 €). Studenten und Senioren zahlen £28, Kinder von 6 bis 17 Jahren £14. Im Sommer 2026 gilt ein vorübergehender Rabatt, bei dem das Erwachsenenticket etwa £27 kostet. Im Preis ist immer ein multimedialer Audioguide enthalten.

Kann man kostenlos hinein?

Ja, wenn Sie am gesungenen Gottesdienst namens Evensong teilnehmen. Dieser findet normalerweise von Montag bis Samstag um 17:00 Uhr und sonntags um 15:00 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos ohne Ticket, aber Sie können während des Gottesdienstes nicht frei durch die Sehenswürdigkeiten gehen oder fotografieren.

Darf man in der Abtei fotografieren?

Ja, seit 2018 ist privates Fotografieren erlaubt. Sie dürfen jedoch keinen Blitz, kein Stativ und keine Selfie-Stange verwenden. Das Fotografierverbot gilt weiterhin in drei Bereichen: am Schrein von Eduard dem Bekenner, in der St Faith Chapel und in den oberen Galerien.

Wer hat die Abtei gegründet?

Die ursprüngliche Kirche an dieser Stelle ließ der englische König Eduard der Bekenner (Edward the Confessor) bauen und im Dezember 1065 weihen. Die heutige gotische Form begann dann König Heinrich III. im Jahr 1245 zu errichten.

Wo genau liegt Stephen Hawking mit den Wissenschaftlern?

Die Asche von Stephen Hawking wurde 2018 im Hauptschiff der Abtei in der sogenannten Scientists‘ Corner beigesetzt. Sein Grab befindet sich direkt zwischen den Gräbern von Isaac Newton und Charles Darwin.

Ist auch sonntags geöffnet?

Für Touristen ist die Abtei sonntags strikt geschlossen. Als funktionierende Kirche ist dieser Tag ausschließlich für kirchliche Gottesdienste reserviert, an denen Sie zwar teilnehmen können, aber eine touristische Besichtigung ist nicht möglich.

Wie lange dauert die Besichtigung?

Die meisten Besucher verbringen etwa 1,5 bis 2 Stunden drinnen. Wenn Sie sich entscheiden, auch die Museumsgalerien Diamond Jubilee Galleries zu erkunden und in Ruhe durch den Außenkreuzgang zu gehen, rechnen Sie besser mit drei Stunden.

Welche U-Bahn-Station ist am nächsten?

Am nächsten ist die Station Westminster (Linien Jubilee, District und Circle), die etwa 4 Gehminuten entfernt ist. Eine Alternative ist die Station St James’s Park, von wo aus es nur ein kleines Stück weiter ist.

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