Ausflüge und Touren auf Spitzbergen: 12 Dinge, die du wissen musst – Schneemobile, Hundeschlitten und Expeditionsschiffe

Wenn du Ausflüge auf Spitzbergen planst, endet hinter dem Schild mit dem abgebildeten Eisbären am Rand von Longyearbyen die Welt, in die du allein aufbrechen darfst. Alles dahinter ist wilde arktische Natur, in die du aus Sicherheitsgründen ausschließlich mit einem bewaffneten Guide gelangst. Und genau deshalb solltest du deine Ausflüge klug auswählen und im Voraus planen. Auf Spitzbergen gibt es nämlich kein zielloses Umherstreifen mit dem Rucksack auf dem Rücken – es sei denn, du hast einen Waffenschein und eine Sondergenehmigung des Gouverneurs.

Wenn du deine Reise nicht gut zusammenstellst, kann es dir leicht passieren, dass du eine ganze Woche lang nur vom Hotelfenster aus auf verschneite Gipfel schaust und astronomische Beträge für Abendessen zahlst. Ich habe für dich einen ausführlichen Ratgeber vorbereitet, der auf dem basiert, was echte Reisende in Foren und Bewertungen immer wieder betonen. Damit dir nicht der richtige Ausflug entgeht, nur weil du nicht wusstest, wo du klicken musst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

Hier ist ein schneller Überblick über das Wichtigste, das du vor der Reise wissen solltest.

  • Ohne Guide geht nichts: Außerhalb der Zone rund um die Hauptstadt Longyearbyen darfst du dich nicht ohne Feuerwaffe und Mittel zur Bärenvergrämung bewegen. Organisierte Ausflüge sind daher ein Muss.
  • Hohe Budgets: Rechne damit, dass jeder aktivitätsreiche Tag etwas kostet. Sechs Tage Ausflüge für zwei Personen liegen in Foren üblicherweise bei rund 20.000 NOK (ca. 1.700 €).
  • Polarlichter ergeben keinen Sinn: Spitzbergen liegt zu weit nördlich über dem Polarlichtoval. Spezielle Ausflüge zum Nordlicht haben hier wenig Sinn – viel besser ist ein Trip ins festländische Tromsø.
  • Neue strenge Regeln 2025: Expeditionsschiffe in Schutzgebieten dürfen maximal 200 Passagiere haben, und Anlandungen sind nur an 43 zugelassenen Orten möglich. Drohnen sind komplett verboten.
  • Der Winterhit ist die Höhle: Reisende sind sich einig, dass die Erkundung einer Gletscherhöhle das absolute Highlight der Wintersaison ist.
  • Frühzeitige Buchung ist der Schlüssel: Die besten Ausflüge und Touren sind in der Hauptsaison von März bis August oft Monate im Voraus ausverkauft.

Wann du nach Spitzbergen reisen solltest

Das richtige Timing ist auf Spitzbergen absolut entscheidend, denn jede Jahreszeit bietet ein völlig anderes Erlebnis, und manche Aktivitäten schließen sich gegenseitig aus. Der Winter dauert hier von November bis Mitte Februar und bringt die dunkle Polarnacht. In dieser Zeit geht die Sonne überhaupt nicht über den Horizont, und du erlebst nur ein paar Stunden magisches blaues Zwielicht um die Mittagszeit. Touristen kommen im Winter vor allem wegen der geheimnisvollen Atmosphäre, doch das Ausflugsangebot ist stark eingeschränkt.

Der größte Hit bei Reisenden ist der sogenannte Sonnenwinter, der an der Wende von Februar zu März beginnt und bis Mai dauert. Das Licht kehrt unglaublich schnell zurück, und schon im April erlebst du Tage, an denen die Sonne überhaupt nicht mehr untergeht. Gerade die Frühlingsmonate sind das absolute Highlight für Fahrten mit dem Schneemobil, Besuche von Gletscherhöhlen und Touren mit dem Hundeschlitten. Stell dich aber auf ordentliche Kälte ein, denn die Temperaturen fallen im März regelmäßig auf minus zwanzig Grad, und die Termine bei den Veranstaltern sind blitzschnell weg.

Der Polarsommer herrscht dann von Juni bis September, und die Landschaft verwandelt sich dank der durchgehenden Mitternachtssonne völlig. Der Schnee schmilzt, die zugefrorenen Fjorde öffnen sich, und die Hauptsaison für Bootsausflüge und Expeditionsfahrten beginnt. Es ist die ideale Zeit, um Walrosse, Wale und riesige Vogelkolonien zu beobachten. Rechne allerdings damit, dass die sommerliche arktische Tundra extrem durchnässt und matschig ist – für Wanderungen kommst du ohne erstklassige wasserdichte Schuhe definitiv nicht aus.

Wo du in Longyearbyen übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu kaufen.

Da man außerhalb der Hauptstadt Longyearbyen weder frei campen noch sich bewegen darf, beschränkt sich deine Wahl der Unterkunft genau auf diese einzigartige arktische Siedlung. Das Städtchen ist recht klein, und du erreichst alles zu Fuß, doch bei winterlichen Schneestürmen wirst du ein Hotel direkt im Zentrum zu schätzen wissen. Grundregel ist, die Unterkunft mit großem Vorlauf zu buchen, denn die Kapazitäten sind begrenzt und in der Frühlingssaison oft hoffnungslos ausgebucht.

Die Funken Lodge liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt und ist eine solche arktische Ausnahmebasis mit fantastischem Frühstück und einem Restaurant mit überraschend gutem vegetarischem Menü. Mehr solltest du in Longyearbyen nicht erwarten, aber das reicht dir locker. Sehr beliebt ist auch das Radisson Blu Polar Hotel, das mit seiner tollen Lage direkt an der ersten Haltestelle des Flughafenbusses punktet – und nach einem eiskalten Ausflug kannst du dich hier sogar in Außen-Whirlpools mit Blick auf den Fjord entspannen.

Für Liebhaber authentischerer Atmosphäre ist das Basecamp Hotel eine tolle Wahl, das von außen wie innen an eine traditionelle Trapperhütte voller Holz und Felle erinnert. Reisende, die auf ihr Budget achten, wählen dann sehr oft das Gjestehuset 102 im Randviertel Nybyen. Es handelt sich um eine ehemalige Bergarbeiterunterkunft mit Gemeinschaftsbädern, wo du ein Bett zu sehr vernünftigen Preisen bekommst. Stell dich nur auf eine lokale Kuriosität ein: In den meisten Hotels musst du dich gleich am Eingang ausziehen, und in den Fluren läuft man ausschließlich in Socken oder Hausschuhen.

12 Dinge, die du über Ausflüge auf Spitzbergen wissen musst

💡 Tipp: Einen Teil der Tagesausflüge kannst du bequem online im Voraus über Plattformen wie GetYourGuide buchen. Ich empfehle dir das unbedingt, denn die Kapazitäten vor Ort sind schnell weg.

1. Warum jeder Tag ein bezahlter Ausflug ist

Der größte Schock für viele Besucher ist die Erkenntnis, dass sie sich auf Spitzbergen ihr Programm nicht selbst gestalten können. Der Gouverneur des Archipels verlangt strikt, dass jede Person, die sich außerhalb der sogenannten Zone 10 (Management Area 10 rund um Longyearbyen) bewegt, Mittel zur Abschreckung von Eisbären mitführt. In der Regel bedeutet das die Pflicht, eine leistungsstarke Feuerwaffe und eine Signalpistole zu tragen.

Für den normalen Touristen heißt das in der Praxis, dass jede Fahrt außerhalb der Stadt einen bezahlten professionellen Guide erfordert. Longyearbyen selbst schaust du dir in Ruhe an einem halben Tag an, und die Museen nehmen dir einen weiteren Tag, aber ohne bezahlte Aktivitäten fängst du in der Stadt sehr schnell an, dich zu langweilen. Wenn du dir selbst eine Waffe ausleihen möchtest, brauchst du dazu eine langwierige Genehmigung der örtlichen Polizei oder einen Europäischen Feuerwaffenpass, was für die meisten Reisenden keinen Sinn ergibt.

Die neuen Regeln schreiben unabhängigen Expeditionen zudem vor, eine spezielle Versicherung für den Fall einer Rettungsaktion abzuschließen, die eine finanzielle Garantie von bis zu 650.000 NOK (über 55.000 €) erfordern kann. Der Kauf eines organisierten Ausflugs ist damit bei Weitem der günstigste und sicherste Weg, die arktische Wildnis zu erleben. Denk auch daran, dass innerhalb der Stadt ein strenges Verbot gilt, eine geladene Waffe zu tragen – vor dem Supermarkt und der Bank findest du spezielle Schränke zum Abstellen der Gewehre.

2. Die Gletscherhöhle ist ein absoluter Hit

Wenn du im Winter oder Frühling anreist, sollte der Besuch einer Gletscherhöhle ganz oben auf deiner Liste stehen. Reisende bezeichnen sie wiederholt als das beste Erlebnis der ganzen Reise, und in Foren liest du, dass der Gang durch die engen blauen Gänge absolut atemberaubend ist. Die Ausflüge führen üblicherweise zu den Gletschern Longyearbreen oder Scott Turnerbreen, die nur unweit außerhalb der Stadt liegen.

Hinein fährt man meist mit einer speziellen Pistenraupe, dem sogenannten Snowcat, was schon für sich ein tolles Erlebnis ist. Drinnen erwarten dich unglaubliche blaue Eisformationen und schmale Gänge, die du nur mit deiner eigenen Stirnlampe ausleuchtest. Die Saison dauert etwa von Mitte Januar bis Mitte Mai, wobei die Innentemperatur stabil bei rund minus vierzehn Grad liegt – warme Kleidung ist also eine absolute Notwendigkeit.

Das Unternehmen Snowfox Travel bietet Touren für rund 1.300 NOK (ca. 110 €) pro Person an. Für dieses Geld bekommst du ein Erlebnis, das es im Sommer schlicht nicht gibt, weil die Höhle schmilzt. Termine im April sind oft Monate im Voraus ausverkauft, also zögere mit der Buchung auf keinen Fall.

3. Schneemobil zum Tempelfjorden für Anfänger

Die Fahrt mit dem Schneemobil ist auf Spitzbergen ein völlig normales Fortbewegungsmittel, und es gibt hier sogar mehr Schneemobile als Einwohner. Für Touristen, die noch nie auf einer Maschine saßen, ist der am leichtesten zugängliche Einstieg ein Ausflug zum atemberaubenden Tempelfjorden. Die Route führt durch das weite Tal Adventdalen und ist nicht extrem anspruchsvoll, sodass sie jeder durchschnittlich fitte Mensch mit gültigem Autoführerschein problemlos meistert.

Während der Fahrt hast du gute Chancen, auf wilde Spitzbergen-Rentiere oder unscheinbare Polarfüchse zu treffen. Erfahrene Anbieter wie Hurtigruten Svalbard bieten sogar Fahrten auf modernen elektrischen Schneemobilen an, die herrlich leise sind, nicht nach Benzin riechen und die einheimische Tierwelt nicht stören. Seit 2025 gilt zwar ein strenges Verbot, nach dem 1. März direkt über das Meereis des Fjords zu fahren, aber die Blicke von der Küste auf die Gletscherwände bleiben absolut episch.

Die Preise richten sich danach, ob du das Schneemobil selbst fährst oder als Beifahrer auf dem Rücksitz mitfährst. Als Fahrer zahlst du rund 3.500 NOK (ca. 300 €) und als Beifahrer etwa 2.100 NOK (ca. 180 €). Im Preis enthalten ist bei seriösen Firmen immer die komplette warme Ausrüstung von der riesigen Kombi über spezielle Schuhe bis zum Helm, sodass dir garantiert nicht kalt wird.

4. Die Ostküste als Ganztagesexpedition

Für die Mutigeren und Widerstandsfähigeren gibt es eine deutlich längere Variante: eine Schneemobil-Expedition bis zur abgelegenen Ostküste. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Ganztagesexpedition von bis zu zehn Stunden, bei der du über hundert Kilometer durch die extrem raue arktische Landschaft zurücklegst. Die Route führt oft ins Gebiet Agardhbukta, wo dich endlose verschneite Ebenen und riesige Eisschollen erwarten, die ins Meer stürzen.

Gerade an der Ostküste und am Rand des zugefrorenen Meeres hast du die größte Chance, einen wild lebenden Eisbären zu sehen. Du musst allerdings mit den neuen strengen Naturschutzregeln rechnen, die seit 2025 vorschreiben, einen Abstand von mindestens 300 Metern zu den Tieren einzuhalten – in den Frühlingsmonaten sogar einen halben Kilometer. Wenn du also gute Fotos machen willst, kommst du ohne ein ordentliches Teleobjektiv und ein Fernglas nicht aus, denn mit dem Handy fängst du nur einen weißen Punkt in der Ferne ein.

Dieser Ausflug ist körperlich sehr anspruchsvoll und erfordert wirklich hochwertige Funktionswäsche unter der geliehenen Expeditionskombi, da die Temperaturen tief unter minus dreißig Grad fallen können. Der Preis liegt bei rund 4.000 bis 4.500 NOK (ca. 340 bis 380 €) für den Fahrer. Ich empfehle, dieses Erlebnis eher für März oder April zu planen, wenn tagsüber schon genug Sonnenlicht da ist.

5. Hundeschlitten im Winter und im Sommer

Die Fahrt mit dem Hundeschlitten gehört zu den authentischsten Arten, die arktische Landschaft in völliger Stille kennenzulernen. Unternehmen wie Green Dog Svalbard oder Arctic Husky Travellers bieten großartige Ausflüge mit Alaskan Huskys in die Täler hinter Longyearbyen an. Die Rudel sind unglaublich freundlich, und die Hunde lieben das Laufen über alles, was du an ihrem gewaltigen Gebell und ihrer Begeisterung kurz vor dem Start erkennst.

Während der Polarnacht und des klassischen Winters fährst du auf Holzschlitten durch verschneite Täler. Reisende in Foren empfehlen sehr oft, den Hundeschlitten mit dem Besuch einer Gletscherhöhle zu kombinieren, was ein tolles Ganztagesprogramm für rund 333 € bietet. Es ist auch eine der besten Aktivitäten für Familien, denn die Anbieter erlauben Kindern die Schlittenfahrt meist schon ab sechs bis acht Jahren.

Und was, wenn du im Sommer ankommst, wenn der Schnee komplett aus dem Tal verschwunden ist? Kein Problem, denn Zughunde müssen das ganze Jahr trainieren, um nicht die Kondition zu verlieren. In den Sommermonaten werden die Schlitten einfach gegen spezielle Wagen auf Rädern getauscht, sodass du dieses schöne Erlebnis mit den arktischen Fellnasen auch im wärmeren Juli oder August nicht verpasst.

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6. Tagesausflüge mit dem Boot zu den Gletschern

Sobald im Mai das grobe Eis zurückweicht und sich die Hauptfjorde öffnen, beginnt die ersehnte Saison der Bootsfahrten. Der Anblick der zerklüfteten Gletscherfronten direkt von der Wasseroberfläche ist absolut unvergesslich, und oft hörst du das ohrenbetäubende Krachen, wenn riesige Eisstücke ins Meer stürzen. Sehr beliebt ist das moderne Hybridschiff Brim Explorer, das einen Teil der Fahrt rein mit leisem Elektroantrieb absolviert und so die umliegende Natur nicht stört.

Der Ausflug dauert rund vier Stunden und kostet etwa 2.295 NOK (ca. 195 €) pro Erwachsenem. An Bord gibt es einen beheizten Salon mit Aussicht und Bar, also gönn dir ruhig einen Kaffee und wärme dich auf – der arktische Wind an Deck ist ordentlich scharf. Die Boote fahren am häufigsten ins Gebiet des Billefjords zum majestätischen Gletscher Nordenskiöldbreen.

Von Bord aus kannst du gewaltige Eismassen beobachten, und mit ein bisschen Glück siehst du sogar vorbeiziehende Belugas oder auf einer Scholle ruhende Walrosse. Die neuen Umweltregeln haben die Schiffsgröße in Schutzgebieten auf maximal 200 Passagiere begrenzt, was bedeutet, dass die riesigen Kreuzfahrtkolosse nicht mehr zu den schönsten Gletschern gelangen und das Erlebnis auf kleineren Booten viel intimer bleibt.

7. Die russischen Orte Pyramiden und Barentsburg auf Spitzbergen

Ein großes und oft kontroverses Thema in Reiseforen ist der Besuch der russischen Bergbausiedlungen auf Spitzbergen. Pyramiden ist eine faszinierende sowjetische Geisterstadt, die 1998 von einem Tag auf den anderen verlassen wurde und wo bis heute die nördlichste Lenin-Statue der Welt und ein restauriertes Kulturhaus stehen. Barentsburg ist dagegen eine noch lebendige Bergarbeitersiedlung mit einigen Hundert Einwohnern, einem funktionierenden Bergwerk und einer eigenen Brauerei.

Beide Orte gehören dem russischen Staatsunternehmen Trust Arktikugol und werden von ihm verwaltet. Nach dem Einmarsch in die Ukraine 2022 haben die meisten norwegischen Anbieter beschlossen, die Zusammenarbeit mit dieser russischen Staatsfirma aus ethischen Gründen zu boykottieren. Aus dem Angebot des offiziellen Touristenzentrums sind diese Ausflüge mit Anlandung damit praktisch verschwunden, und die Reise-Community streitet oft darüber, ob es angebracht ist, dort sein Geld auszugeben.

Wenn du das Gebiet trotzdem sehen willst, kannst du eine Bootsfahrt bei unabhängigen norwegischen Firmen wie Henningsen oder Polar Charter buchen. So bekommst du einen wunderschönen Blick vom Boot auf den Gletscher und die Stadt, ohne Geld an Land auszugeben – im Rahmen dessen, was die Einheimischen Window Shopping nennen. Der Billefjord selbst und die Gletscherwand sind so beeindruckend, dass sich die Fahrt für rund 2.800 NOK (ca. 240 €) auch ohne Spaziergang zwischen den sowjetischen Plattenbauten lohnt.

8. Mehrtägige Expeditionsfahrten für Anspruchsvolle

Wenn du das gesamte Archipel wirklich kennenlernen und der Zivilisation entkommen willst, reichen dir die Tagesausflüge von Longyearbyen schlicht nicht. Die einzige Lösung ist, an einer mehrtägigen Expeditionsfahrt teilzunehmen. Diese Fahrten dauern meist acht bis vierzehn Tage und bieten unglaubliche Möglichkeiten zum Fotografieren, denn sie bringen dich zu den vogelreichen Klippen von Alkefjellet oder in die Meerenge Hinlopenstretet.

Erfahrene Reisende schwören auf kleinere Expeditionsschiffe wie die MS Plancius oder die HX-Flotte von Hurtigruten Expeditions. Kleinere Schiffe gelangen tiefer in die Fjorde und bringen die Touristen mit kleinen Gummibooten vom Typ Zodiac an Land. Die besten Chancen für eine erfolgreiche Umrundung des gesamten Archipels bestehen im Juli und August, wenn das Eis am weitesten nach Norden zurückweicht und den Weg freigibt.

Die Preise dieser Premiumfahrten bewegen sich in sehr hohen Sphären. Sie beginnen bei rund 6.900 € bei kleineren Standardschiffen und können bei den luxuriöseren bis zu zwölftausend Euro erreichen. Im Preis enthalten sind allerdings Vollpension, Unterkunft und alle abenteuerlichen Anlandungen mit fachkundigen Erläuterungen von Biologen und Geologen.

9. Neue Regeln für Fahrten ab 2025

Seit 2025 meint es Norwegen mit dem Naturschutz ernst, und der arktische Tourismus hat sich dadurch ziemlich grundlegend verändert – zum Besseren. In Nationalparks und Naturreservaten dürfen nur Schiffe mit maximal 200 Passagieren fahren. Große konventionelle Kreuzfahrtschiffe gelangen damit schlagartig nur noch in die ungeschützte Umgebung des Isfjords und erreichen die schönsten Orte nicht mehr.

Eine grundlegende Änderung ist auch die drastische Einschränkung der Bewegung von Touristen an Land. In Schutzgebieten sind Anlandungen von kommerziellen Schiffen nun nur noch an 43 genau festgelegten Orten erlaubt, während die Anbieter zuvor über zweihundert nutzten. Damit soll die Störung der empfindlichen nordischen Tundra und der brütenden Vögel verhindert werden.

Außerdem gilt ein absolutes Verbot, in allen Reservaten mit Drohnen zu fliegen, sowie die strenge Einhaltung von Abständen zu Tieren. Von Walrossen müssen Schiffe mindestens 150 Meter Abstand halten, bei Vogelkolonien müssen sie auf fünf Knoten abbremsen, und Eisbären dürfen sie sich nicht näher als 300 bis 500 Meter nähern. Man erwartet, dass das die Art, wie Touristen Tiere fotografieren, deutlich verändert – und ein gutes Fernglas wird schlagartig wichtiger als der Fotoapparat.

10. Camp Barentz und Abende über Eisbären

Wenn du ein ruhigeres, aber sehr authentisches Erlebnis suchst, mach dich auf den Weg zur Hütte Camp Barentz. Sie liegt etwa zehn Kilometer außerhalb von Longyearbyen im verlassenen Tal Adventdalen, weit weg von jeglichem Lichtsmog der Stadt. Es handelt sich um eine schöne und gemütliche Nachbildung der historischen Hütte des Entdeckers Willem Barents, in der man in einer offenen Feuerstelle mitten im Raum heizt.

Am Abend servieren dir erfahrene Guides ein reichhaltiges lokales Abendessen, kochen Kaffee direkt am Feuer und erzählen dir faszinierende Geschichten über das Leben der Eisbären. Du erfährst jede Menge Wissenswertes über die Gewohnheiten der Eisbären und darüber, wie das tägliche Zusammenleben der Menschen mit diesen riesigen Raubtieren funktioniert, die hier eben keine Gäste, sondern die Herren der Landschaft sind.

Dieses etwa dreistündige Programm kostet rund 1.545 NOK (ca. 130 €) und ist eine absolut ideale Aktivität für die ersten Tage des Aufenthalts oder für Familien mit Kindern. In den Wintermonaten besteht zudem eine große Chance, dass du auf dem Weg aus dem Tal einen klaren, sternenübersäten Himmel siehst – und mit sehr viel Glück sogar das Polarlicht direkt über der Hütte.

11. Was nicht funktioniert und worauf du achten solltest

Das Internet ist voller Verlockungen, die in der rauen arktischen Realität aber überhaupt keinen Sinn ergeben. Der größte Mythos sind kommerzielle Ausflüge zum Polarlicht. Spitzbergen liegt paradoxerweise zu weit im Norden über dem Polarlichtoval, sodass das Nordlicht hier oft schlechter sichtbar ist als in Nordnorwegen. Zudem fehlt hier ein Straßennetz, auf dem du Hunderte Kilometer einem klaren Himmel entgegenfahren könntest. Fahr lieber im September oder Oktober nach Tromsø.

Der zweite absolute Unsinn sind die sogenannten Polar Bear Tours. Das aktive Aufspüren und Verfolgen von Eisbären ist per Gesetz streng verboten. Bei keinem Ausflug gibt dir jemand Vernünftiges eine Garantie, dass du einen Bären siehst. Bei Tagesfahrten von der Stadt ist die Chance sehr gering, und eine reale Gelegenheit bieten erst die teuren mehrtägigen Expeditionsschiffe, die in den Osten des Archipels fahren.

Stell dich auch darauf ein, dass das Wetter hier der absolute Herr der Lage ist. Abgesagte Ausflüge oder verschobene Flüge wegen Schneesturm oder Nebel sind hier völlig normal, also füge deinem Reiseplan immer mindestens einen freien Tag als Puffer hinzu, sonst kommst du beim Umstieg in Oslo garantiert ins Schwitzen.

12. Wandern und Kajak im Sommer

Wenn im Juni der meiste Schnee schmilzt und die Zeit der Mitternachtssonne beginnt, öffnen sich die Täler rund um Longyearbyen für Wanderungen. Natürlich gilt auch hier die Regel, dass du nur mit einem bewaffneten Guide aufbrechen darfst. Sehr beliebt sind mittelschwere Wanderungen auf die Gipfel Sarkofagen und Trollsteinen, von denen du einen fantastischen Blick auf die ganze Umgebung und den Gletscher Longyearbreen hast.

Wasserliebhaber können im Sommer dann eine Seekajaktour in den Gewässern des Isfjords ausprobieren. In unmittelbarer Nähe von Gletscherschollen zu paddeln und dabei den arktischen Vögeln zuzusehen, die über dem Kopf kreisen, ist für viele das absolute Highlight der Reise. Die Sommeraktivitäten dauern meist von Mitte Juni bis Ende September und bieten eine tolle Flucht vor den lauten Motoren der Schneemobile.

Rechne aber damit, dass die sommerliche Tundra extrem durchnässt, schwammig und voller Matsch ist. Reisende in Foren empfehlen sehr nachdrücklich, erstklassige wasserdichte Schuhe mitzunehmen, idealerweise hohe Trekkingschuhe, denn dich erwartet garantiert das Durchwaten eiskalter Bäche und das Gehen über schmelzende Schneefelder. Wenn dich das Schlafen bei durchgehendem Tageslicht stört, pack unbedingt auch eine gute Schlafmaske ein.

Wo du übernachtest, praktische Zusammenfassung und Richtpreise

Bei der Budgetplanung musst du berücksichtigen, dass Spitzbergen schlicht ein teures Reiseziel ist. Wenn du es clever angehst, im örtlichen Supermarkt Svalbardbutikken einkaufst und die Aktivitäten sorgfältig auswählst, bringt dich das Budget nicht um, auch wenn Spitzbergen den Ruf eines der teuersten Reiseziele der Welt hat. Interessant ist, dass das Archipel als zollfreie Zone funktioniert, sodass viele Dinge in den Geschäften hier paradoxerweise günstiger sind als auf dem norwegischen Festland – aber für den Kauf von Alkohol in der örtlichen Abteilung Nordpolet musst du an der Kasse dein Flugticket zeigen.

Zur Orientierung: Ein realistisches Low-Cost-Budget von Reisenden aus Foren liegt bei rund 870 € pro Person für vier Tage Aufenthalt. In diesem Preis sind Hin- und Rückflug ab Europa, eine günstigere Unterkunft im geteilten Zimmer, eine Bootsfahrt und der Besuch einer Gletscherhöhle enthalten.

Wohin als Nächstes

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Häufig gestellte Fragen

Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen, die Reisende vor der Reise beschäftigen.

Wie viel kosten Ausflüge auf Spitzbergen wirklich?

Jeder Tag auf einem organisierten Ausflug kostet durchschnittlich zwischen 1 300 und 4 500 NOK (ca. 110 bis 380 €). Kürzere Aktivitäten wie Wandern oder Gletscherhöhlen sind günstiger, ganztägige Expeditionen mit Schneemobilen oder Bootsfahrten gehören zu den teuersten Erlebnissen, sind aber definitiv jeden Cent wert.

Kann man außerhalb von Longyearbyen etwas kostenlos unternehmen?

Praktisch nicht. Wenn Sie keine eigene Waffe, keinen europäischen Waffenpass haben und kein spezielles Sicherheitstraining absolviert haben, dürfen Sie die Stadtgrenzen nicht alleine verlassen. Sichere Bewegung in der arktischen Wildnis erfordert einen bezahlten und zertifizierten Führer, da das Risiko einer Begegnung mit einem Eisbären real ist.

Werde ich auf einem Ausflug einen Eisbären sehen?

Bei Tagesausflügen von Longyearbyen aus ist die Chance sehr gering, an Bord eines Schiffes liegt sie nur bei wenigen Prozent. Zudem ist es verboten, sich Eisbären aktiv zu nähern. Eine realistische Chance bieten nur lange Schneemobil-Touren zur Ostküste oder mehrtägige Expeditionskreuzfahrten.

Welcher Ausflug ist im Winter und im Sommer am besten?

Im Winter und Frühjahr empfehlen Reisende absolut die Erkundung von Gletscherhöhlen und Schneemobilfahrten zum zugefrorenen Tempelfjorden. Im Sommer von Juni bis August dominieren Tagesbootsfahrten zu den majestätischen Gletschern des Isfjorden und Kajak-Touren zwischen den Eisschollen.

Muss ich ein Schneemobil fahren können?

Überhaupt nicht, die meisten Grundrouten sind für absolute Anfänger konzipiert, die noch nie auf einem Schneemobil gesessen haben. Ein normaler Autoführerschein reicht aus. Die Guides erklären Ihnen vor der Abfahrt alles ausführlich und in Ruhe, sodass Sie keine Angst haben müssen.

Ab welchem Alter dürfen Kinder auf ein Schneemobil oder Hundeschlitten?

Unternehmen erlauben Kindern normalerweise ab 8 Jahren als Beifahrer auf dem Schneemobil mitzufahren, da die Fahrt in der Kälte anstrengend sein kann. Auf Hundeschlitten dürfen Kinder oft schon ab 6 Jahren mitfahren, bei Sommerwagen liegt die Grenze meist etwas höher. Überprüfen Sie immer vorab die Regeln des jeweiligen Anbieters.

Was passiert, wenn das Wetter eine Bootsfahrt oder einen Ausflug absagt?

Schneestürme, starker Wind oder dichter Nebel sind in der Arktis völlig normal und das Wetter ändert sich von Minute zu Minute. Veranstalter gehen in solchen Fällen kein Sicherheitsrisiko ein und sagen den Ausflug ohne zu zögern ab. Normalerweise bieten sie Ihnen eine vollständige Rückerstattung oder die Verschiebung auf einen anderen Tag an.

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Urlaub in Mittelböhmen: 15 Tipps nahe Prag für 2026

Jahrelang haben Lukáš und ich in Prag gewohnt, deshalb kennen wir Mittelböhmen in Tschechien inzwischen wie unsere Westentasche und kehren bis heute immer wieder gern hierher zurück. Es war unser liebster Zufluchtsort, wenn wir für eine Weile aus der Stadt fliehen wollten. Manchmal denke ich, dass der schönste Urlaub nur eine Zugstunde von Prag entfernt beginnen kann, denn diese Region bietet so viel, dass man damit eine mehrmonatige Rundreise füllen könnte. Wir kennen hier fast jeden Winkel, von den tiefen Wäldern rund um Křivoklát bis zu den romantischen Aussichten über der Berounka.

Als wir unsere Ausflüge rund um Prag geplant haben, waren wir jedes Mal aufs Neue überrascht, wie einfach das ist. Morgens setzt du dich einfach in den Zug und atmest keine Stunde später frische Luft irgendwo in der Natur oder spazierst über den Innenhof einer Königsburg. Egal ob du aktive Erholung auf dem Rad, das Baden in Seen oder das Erkunden verlassener Steinbrüche suchst – Mittelböhmen enttäuscht dich einfach nicht.

Ich habe mich entschieden, für dich einen kompletten Reiseführer zu schreiben, der dir hilft, nicht nur eine Wochenendauszeit, sondern ruhig auch einen vollwertigen Wochenurlaub zu planen. Du findest hier Tipps zu den bekanntesten Orten wie auch zu versteckten Schätzen, aktuelle Preise für 2026 und jede Menge praktischer Ratschläge, damit du deinen Aufenthalt in vollen Zügen und ohne unnötigen Stress genießt.

Zusammenfassung

  • Die schönsten Burgen und Schlösser: Karlštejn mit der Kreuzkapelle, die majestätische Burg Křivoklát oder das romantische Schloss Konopiště mit dem herrlichen Rosengarten.
  • Naturwunder: die Höhlen von Koněprusy im Böhmischen Karst, die atemberaubenden Steinbrüche Amerika und die Sandsteinformationen rund um Kokořín.
  • Tolle Ausflüge rund um Prag: ein Spaziergang durch den Park Průhonice, ein Besuch in Svatý Jan pod Skalou oder eine nostalgische Fahrt mit dem „Posázavský pacifik“.
  • Städte mit Geschichte: Kutná Hora mit dem Dom der heiligen Barbara und dem einzigartigen Beinhaus oder das Kurstädtchen Poděbrady mit der Blumenuhr.
  • Wo du baden kannst: der Slapy-Stausee mit dem Strand Měřín oder das saubere Wasser im See Lhota und im See bei Poděbrady.
  • Spaß für die ganze Familie: der Freizeitpark Mirakulum in Milovice, der Streichel-Farmpark Soběhrdy oder das riesige Aquapark in Čestlice.
  • Anreise: Die meisten Orte erreichst du sehr bequem und schnell mit dem Zug direkt aus dem Prager Zentrum.
  • Beste Reisezeit: Die Sehenswürdigkeiten sind im Frühling und Herbst am schönsten, aber dank neuer Ganzjahresbetriebe lohnt sich die Reise auch im Winter.

Wann du losfahren solltest und wie Mittelböhmen funktioniert

Das Tolle an Mittelböhmen ist, dass du hierher das ganze Jahr über fahren kannst. Der Frühling ist ideal für blühende Schlossparks – im Mai darfst du die Rhododendron-Explosion in Průhonice oder das erwachende Elbtal nicht verpassen. Der Sommer lockt logischerweise zum Baden nach Slapy, in den See Lhota oder nach Poděbrady, und dazu lassen sich wunderbar Besuche in den kühlen Burginnenräumen kombinieren.

Im Herbst wiederum färben sich die Laubwälder rund um Křivoklát und Kokořín herrlich – meiner Meinung nach die fotogenste Zeit überhaupt zum Wandern. Und Winter bedeutet längst nicht mehr, dass überall geschlossen ist. Kutná Hora zum Beispiel ist ohne die Sommermassen unglaublich magisch, das Kurbad Poděbrady läuft rund um die Uhr und manche Sehenswürdigkeiten haben inzwischen auch in den kalten Monaten geöffnet. Ein gutes Beispiel sind die Höhlen von Koněprusy, die neuerdings schon ab Februar Besucher empfangen.

Du musst allerdings damit rechnen, dass es an Sommerwochenenden an den bekanntesten Orten wirklich voll wird. Die Wochenendmassen auf Karlštejn oder am Steinbruch Velká Amerika können ziemlich anstrengend sein, deshalb empfehle ich immer, den Besuch der Top-Sehenswürdigkeiten eher auf Werktage zu legen oder früh aufzustehen und gleich zur Öffnung da zu sein. Wenn du ans Wasser willst, lohnt es sich, die aktuellen Meldungen zur Wasserqualität zu verfolgen.

Der Nahverkehr in der Region funktioniert absolut hervorragend und viele Orte schaffst du ganz ohne Auto. Das Zugnetz ab Prag ist dicht, nach Karlštejn oder Poděbrady bist du in knapp einer Stunde. Eine echte Legende ist der „Posázavský pacifik“, eine malerische Bahnstrecke, die sich durch das Tal des Flusses Sázava schlängelt. Jedes Wochenende von Ende März bis Oktober fahren hier nostalgische Triebwagen, die die Fahrt in ein echtes Erlebnis verwandeln. Wenn du einen längeren Urlaub planst, ist es ideal, dir einen Standort für drei bis fünf Tage zu wählen und von dort aus sternförmig Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen.

Wo du in Mittelböhmen übernachtest

Wenn du nicht nur von Prag aus pendeln, sondern echten Urlaub machen willst, habe ich Unterkünfte in der ganzen Region ausgesucht. Ich habe viele Bewertungen durchforstet und konkrete Hotels und Pensionen gefunden, die bestens bewertet sind und in die die Leute gern zurückkehren. Die Preise pro Nacht für zwei bewegen sich meist zwischen etwa 60 € in familiengeführten Pensionen und rund 120 € in Wellnesshotels.

Direkt unterhalb unserer bekanntesten Burg liegt das Romantik-Hotel Mlýn Karlštejn. Es ist eine wunderschön restaurierte alte Wassermühle mit 21 Zimmern. In den Bewertungen loben die Gäste am meisten die tolle Sommerterrasse mit perfektem Blick direkt auf das Wehr der Berounka. Im historischen Zentrum von Kutná Hora, ein kurzer Weg vom Dom der heiligen Barbara, findest du das wunderschöne Boutique-Hotel Soukeníkův dům. Dieses Boutique-Haus bietet sogar einen privaten Wellnessbereich und Themenzimmer. Besucher erwähnen in ihren Bewertungen oft den Frühstücksraum, in dem man sich angeblich wie in einem kleinen Schloss fühlt.

Für den Familienurlaub am Wasser ist die Pension Janata in Nová Rabyně am Slapy-Stausee eine tolle Wahl. Sie liegt direkt am Campingplatz und wirklich nur einen Katzensprung vom Strand entfernt, was mit Kindern unbezahlbar ist. Ein Doppelzimmer kostet hier rund 60 € pro Nacht, und die Gäste loben besonders den schönen Sitzplatz auf der Terrasse. Wenn du dir etwas Verwöhnung gönnen möchtest, steuere das Vier-Sterne-Spa Hotel Felicitas direkt an der Kurkolonnade in Poděbrady an. Die Leute sind begeistert vom neuen Wellnesscenter – pass nur auf: Im Grundpreis des Zimmers ist meist der Pool enthalten, die Saunen kosten aber in der Regel extra.

Nur etwa dreißig Meter vom Schloss Mělník steht die charmante Pension U Zámku. Doppelzimmer kosten hier rund 75 bis 105 € pro Nacht, und laut Bewertungen ist der größte Trumpf die Lage nur ein paar Schritte vom Aussichtspunkt auf den Zusammenfluss von Elbe und Moldau. Direkt unterhalb der Burg Kokořín kannst du in der modernen Anlage Kokořín Apartments übernachten, die einen eigenen überdachten Salzwasserpool hat. Ein kurzer Weg vom Kloster Sázava entfernt gibt es außerdem die sehr angenehme familiengeführte Pension Venkoff, wo die Übernachtung mit Frühstück rund 30 € pro Person kostet und die Kinder den riesigen Garten mit Trampolin lieben.

Für Familien, die Wasserspaß lieben, ist das Aquapalace Hotel Prague in Čestlice ein riesiges Highlight. Der Vorteil: Du kannst im Bademantel direkt vom Zimmer ins riesige Aquapark gehen. Wenn du etwas völlig Außergewöhnliches suchst, probier das luxuriöse Glamping Colony Glamping in Hutě pod Třemšínem im Brdy-Gebirge. Hier findest du herrliche Zelte und Kabinen in völliger Abgeschiedenheit mitten in der Natur, mit eigenem beheiztem Badezuber und finnischer Sauna.

Urlaub in Mittelböhmen: die 15 schönsten Orte

Schauen wir uns das Beste an, was Mittelböhmen in Tschechien zu bieten hat. Egal ob du kurze Ausflüge rund um Prag oder einen langen Urlaub planst – diese Orte solltest du auf keinen Fall verpassen. In meine Auswahl habe ich berühmte UNESCO-Welterbestätten, atemberaubende Naturphänomene und technische Sehenswürdigkeiten aufgenommen.

1. Karlštejn

Auf Karlštejn waren Lukáš und ich schon so oft, dass ich es kaum noch zählen kann. Wir waren hier beim Rendezvous, ich bin mit der Schule hergekommen und zuletzt haben wir uns sogar mit unserem kleinen Jonášek aufgemacht. Diese majestätische Burg, die Karl IV. als Schatzkammer für die Krönungskleinodien gründete, hat einfach einen unglaublichen Zauber, und ihre über den Wäldern aufragende Silhouette wird nie langweilig.

Der Basisrundgang durch die Kaiserresidenz kostet 300 CZK (rund 12 €), ermäßigt 240 CZK (rund 10 €). Wir raten aber immer allen, den exklusiven Rundgang durch die Burgkapellen von Karlštejn dazuzubuchen, bei dem du die atemberaubende Kreuzkapelle siehst. Dieser Rundgang kostet 640 CZK (rund 26 €) und muss zwingend sehr lange im Voraus reserviert werden. Beachte außerdem, dass er zum Schutz der wertvollen Tafelbilder nur etwa von März bis Oktober zugänglich ist.

Die Anreise aus Prag ist ein Kinderspiel. Mit dem Zug vom Hauptbahnhof bist du in vierzig Minuten hier, er fährt im Minutentakt und das Ticket kostet rund 2,50 €. Vom Bahnhof erwartet dich dann ein angenehmer, wenn auch etwas steiler Spaziergang von zwei Kilometern hinauf durch das Städtchen voller Läden und Cafés, der etwa eine halbe Stunde dauert.

💡 Tipp: Wenn möglich, komm hierher am Ende des Sommers oder Anfang Herbst, wenn sich die umliegenden Wälder wunderbar verfärben. Das staatliche Denkmalamt hat außerdem für die Sonntage 30. August und 27. September 2026 Tage mit freiem Eintritt zum Basisrundgang angekündigt – du musst dir aber rechtzeitig einen Platz im Online-System reservieren.

2. Kutná Hora

Kutná Hora ist eine unserer schönsten Städte und steht zu Recht auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Ihre Geschichte ist eng mit dem Silberbergbau verknüpft, und der Reichtum der Stadt ist bis heute auf Schritt und Tritt sichtbar. Die Leute kommen vor allem, um die beeindruckende Architektur, die verwinkelten Gässchen und die herrlichen Ausblicke ins Tal des Flüsschens Vrchlice zu bewundern.

Das absolute Wahrzeichen ist der gotische Dom der heiligen Barbara, wo Erwachsene 180 CZK (rund 7 €) und Kinder ab sechs Jahren 60 CZK (rund 2,50 €) Eintritt zahlen. Der zweite große Publikumsmagnet ist das berühmte Beinhaus in Sedlec, wo die Tickets für 220 CZK (rund 9 €) ausschließlich online für einen bestimmten Zeitpunkt verkauft werden. Aktuellen Meldungen zufolge schließen sie hier im Juni 2026 erfolgreich die Restaurierung der zweiten Knochenpyramide ab. Die Gesamtsanierung läuft aber weiter, rechne also damit, dass du nicht ganz alle Teile sehen wirst, auch wenn eine neue Ausstellung „Memento mori“ und eine neue Eingangstreppe vorbereitet werden.

Zwischen dem Dom der heiligen Barbara und dem Stadtteil Sedlec sind es etwa zweieinhalb Kilometer angenehmer Fußweg. Wenn dich das Mittelalter interessiert, empfehlen Reisende wärmstens einen Besuch im Böhmischen Silbermuseum mit der Möglichkeit, direkt in das alte Bergwerk hinabzusteigen – ein angeblich absolut unvergessliches Erlebnis voller Adrenalin.

💡 Tipp: Kutná Hora ist im Winter oder im frühen Frühling herrlich melancholisch, und du entgehst so den größten Touristenmassen. Ab Sommer 2026 öffnet außerdem gleich neben der heiligen Barbara die brandneue Pension GASK – eine absolut tolle Wahl für stilvolle Übernachtungen im Zentrum.

3. Křivoklát

Die Königsburg Křivoklát liegt versteckt in den tiefen Wäldern über dem Tal der Berounka und gehört zu unseren bedeutendsten und ältesten Denkmälern. Ihr mächtiger runder Turm und die gut erhaltenen Wehrmauern wirken unglaublich majestätisch, und Reisende loben oft, dass hier eine viel ruhigere Atmosphäre herrscht als auf dem nahen Karlštejn.

Die Basisführung durch die gotischen Säle kostet 260 CZK (rund 11 €), ermäßigt 210 CZK (rund 9 €), aber wenn du wirklich alles von der Burg sehen willst, lohnt sich der Rundgang „Durch die ganze Burg“ für 360 CZK (rund 15 €). Ein riesiger Hit der Saison 2026 sind die nächtlichen Theaterführungen „Die Habsburger auf Křivoklát“, die von Juni bis August stattfinden und ein absolut einzigartiges Erlebnis mit geheimnisvoller Abendstimmung versprechen.

Schon die Anreise zur Burg ist ein Erlebnis, besonders wenn du mit dem Zug aus Prag mit Umstieg in Beroun auf einen kleinen Triebwagen fährst, der sich durch das herrliche Tal der Berounka schlängelt. Die Zugfahrt ist für viele Menschen die deutlich romantischere Variante als die Suche nach einem Platz auf dem kostenpflichtigen Parkplatz unterhalb des Berges.

💡 Tipp: Auch Křivoklát nimmt an den Tagen mit freiem Eintritt Ende August und im September 2026 teil. Die kostenlosen Tickets musst du dir aber weit im Voraus im Online-Reservierungssystem sichern, denn sie sind blitzschnell weg.

4. Konopiště

Das Schloss Konopiště verbinden die meisten Menschen mit dem letzten Wohnsitz des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand von Österreich-Este vor dem verhängnisvollen Attentat in Sarajevo. Das Schloss ist von einem weitläufigen englischen Park und einem herrlichen Teich umgeben, um den ein sehr angenehmer, ebener Weg führt – ideal für einen Nachmittagsspaziergang.

Die Basisrundgänge kosten 300 CZK (rund 12 €) für Erwachsene und 240 CZK (rund 10 €) ermäßigt. Wenn du aber das Interessanteste sehen willst, mach den Rundgang „Die Privaträume der Familie Franz Ferdinands von Este“ für 460 CZK (rund 19 €). Verpass auf keinen Fall den angrenzenden Rosengarten mit den Gewächshäusern für glatte 100 CZK (rund 4 €), wo es im Frühling und Sommer unglaublich duftet und Hunderte Rosen blühen.

Nach der Besichtigung solltest du unbedingt im Schlossrestaurant einkehren. Hier kocht man nämlich die beliebten Obstknödel des Erzherzogs selbst, die von den Besuchern wohl am meisten von der ganzen Speisekarte gelobt werden. Ein tolles fleischloses Mittagessen, das dir garantiert schmeckt.

💡 Tipp: Wenn du mit dem Zug nach Benešov fährst, erwartet dich zum Schloss noch ein etwa zweieinhalb Kilometer langer Spaziergang. Alternativ kannst du den lokalen Bus nutzen, der unweit des Eingangs zum Schlosspark hält und dir viele Schritte erspart.

5. Böhmischer Karst: die Höhlen von Koněprusy und Svatý Jan pod Skalou

Die Region des Böhmischen Karsts lieben Lukáš und ich sehr, und an unseren Herbstausflug nach Svatý Jan pod Skalou denken wir mit einem Lächeln zurück. Es ist ein herrliches Tal mit Kloster, Quelle und einer riesigen 150 Meter hohen Kalksteinwand mit Kreuz, auf die du in etwa vierzig Minuten kostenlos hinaufsteigen und dich am unglaublichen Ausblick erfreuen kannst.

Unweit davon liegt ein riesiges Unikat: die Höhlen von Koněprusy. Es handelt sich um das größte Höhlensystem Böhmens, der Eintritt kostet 270 CZK (rund 11 €) für Erwachsene und 130 CZK (rund 5 €) für Kinder. Während der einstündigen Führung gehst du über 600 Meter und bewältigst 483 Stufen, wobei die Temperatur hier ganzjährig um die neun Grad liegt. Warme Pullover sind ein Muss, und mit Kinderwagen kommst du wegen der Treppen überhaupt nicht hinein.

Eine riesige Neuigkeit für 2026 ist die Tatsache, dass die Höhlen neuerdings praktisch ganzjährig geöffnet sind, schon ab Februar, und die Guides locken neuerdings mit einer speziellen UV-Beleuchtung der Opale. Auf der Route siehst du außerdem eine geheime Falschmünzerwerkstatt aus dem 15. Jahrhundert, versteckt im oberen Stockwerk des Höhlensystems.

💡 Tipp: Wenn dich Technik begeistert, verbinde den Ausflug mit einem Besuch des nahen Freilichtmuseums Solvay-Steinbrüche, wo du am Wochenende für 90 CZK (rund 4 €) mit einer alten Grubenbahn fahren kannst. Achtung nur: Der Zugang führt über Feldwege, du brauchst also gutes Schuhwerk.

6. Slapy und der Aussichtspunkt Máj

Wenn man Sommerurlaub in Mittelböhmen sagt, denken viele Menschen sofort an den Slapy-Stausee. Es ist eine riesige Wasserfläche, die als ideale Basis für die Kombination aus Baden und Ausflügen in die Umgebung dient. Du findest hier viele Strände, Campingplätze und Boots- oder Tretbootverleihe für Familienspaß.

Die zuständige Behörde überwacht regelmäßig die Wasserqualität, und für Familien mit kleinen Kindern empfehlen Fachleute ausdrücklich den Strand Měřín, weil er einen sehr schönen, flach abfallenden Einstieg ins Wasser hat. Anfang des Sommers 2026 wurde fast überall eine sehr gute Wasserqualität gemeldet, aber Ende August solltest du sicherheitshalber immer den aktuellen Zustand der Blaualgen prüfen.

Wenn du in dieser Gegend bist, wäre es eine Sünde, den berühmten Aussichtspunkt Máj zu verpassen, der den bekanntesten Blick auf den Moldaumäander bietet. Der Aussichtspunkt selbst ist kostenlos, aber der Parkplatz im nahen Teletín hat nur fünfzehn Plätze, und am Wochenende ist er schon nach zehn Uhr morgens hoffnungslos voll.

💡 Tipp: Fahr zum Aussichtspunkt Máj am besten früh morgens zum Sonnenaufgang. Du findest nicht nur problemlos einen Parkplatz, sondern entgehst auch den Massen und machst absolut großartige Fotos im morgendlichen Licht.

7. Kokořínsko und die Teufelsköpfe

Das Landschaftsschutzgebiet Kokořínsko ist ein Paradies für Liebhaber von Sandsteinfelsen, tiefen Schluchten und Kiefernwäldern. Dieses Jahr ist es hier besonders festlich, denn das Schutzgebiet feiert 2026 schöne fünfzig Jahre seit seiner Gründung, und die Parkverwaltung veranstaltet eine Reihe thematischer Führungen in die Natur.

Das Herz der Region ist die romantische Burg Kokořín, wo der Basiseintritt 140 CZK (rund 6 €) kostet und ein Familienticket 340 CZK (rund 14 €). Nach der Burgbesichtigung empfehlen Touristen, sich zu den nahen Pokličky aufzumachen – einzigartigen Felsformationen, die an riesige Pilze erinnern und zu denen ein sehr schöner Lehrpfad über dem Tal des Kokořínský důl führt.

Ein absolut einzigartiges Denkmal der Region sind die Teufelsköpfe bei der Gemeinde Želízy. Es handelt sich um neun Meter hohe Gesichter, die der Bildhauer Václav Levý bereits in den Jahren 1841 bis 1846 direkt in die Sandsteinfelsen gehauen hat. Sie sind frei und kostenlos zugänglich, der Startpunkt ist ein kleiner Parkplatz direkt im Ort.

💡 Tipp: Kokořínsko ist recht hügelig, und die Wege zu den Felsformationen sind oft voller Wurzeln und Stufen. Komm also unbedingt in festen Wanderschuhen her und lass die Kinderwagen lieber zu Hause – nützlicher ist eher eine gute Kraxe.

8. Mělník

Die königliche Mitgiftstadt Mělník thront auf einem Hügel direkt über dem Zusammenfluss unserer beiden größten Flüsse, Elbe und Moldau. Die Stadt hat ein sehr angenehmes historisches Zentrum mit Laubengängen und einem schönen Rathaus, aber der Hauptgrund, warum die Leute hierher kommen, ist das imposante Schloss der Familie Lobkowicz und die örtliche Weinbautradition.

Der Schlosseintritt kostet laut Preisliste von 2026 230 CZK (rund 9 €) für Erwachsene und 180 CZK (rund 7 €) ermäßigt. Jeder Besucher empfiehlt aber, noch 70 CZK (rund 3 €) für die Besichtigung der historischen Weinkeller aus dem 14. Jahrhundert draufzulegen, die sich direkt unter dem Schlosshof befinden und in denen beliebte Verkostungen stattfinden.

Die Schlossterrasse bietet einen atemberaubenden Blick auf den erwähnten Flusszusammenfluss und den sagenumwobenen Berg Říp in der Ferne. Pass aber auf: Das Schlossrestaurant ist derzeit vorübergehend geschlossen, wenn dich also der Hunger überkommt, musst du in eine der Kneipen direkt am Marktplatz in der Stadt gehen.

💡 Tipp: Das Schloss Mělník ist montags geschlossen, plane deinen Besuch also für andere Tage. Gleich beim Schloss findest du außerdem die Kirche der heiligen Peter und Paul mit einem Beinhaus in der Krypta, deren Öffnungszeiten du aber vorher lieber prüfen solltest.

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9. Der Park Průhonice

Gleich am Rand von Prag findest du ein Naturjuwel, das als Teil des historischen Stadtzentrums der Hauptstadt auf der UNESCO-Liste steht. Der Park Průhonice ist ein riesiges Landschaftsareal von 250 Hektar, das Graf Silva-Tarouca angelegt und hier ein Meisterwerk der Gartenarchitektur geschaffen hat.

Der Eintritt liegt bei rund 160 CZK (rund 7 €) für Erwachsene und 120 CZK (rund 5 €) für Kinder, wobei sich die Tickets bequem auch online über das Portal des Parks kaufen lassen. Durch den Park führen über fünfundzwanzig Kilometer schöner Wege, von denen die Hauptrunden befestigt sind und die du problemlos auch mit Kinderwagen oder Laufrad bewältigst.

Den größten Besucheransturm erlebt der Park logischerweise an der Wende von Mai zu Juni, wenn hier unglaubliche achttausend Rhododendronsträucher blühen. Es ist eine absolute Explosion aus Farben und Düften, die sich kein Naturliebhaber entgehen lassen sollte. Der Park ist aber auch im Oktober herrlich, wenn sich die Laubbäume in goldene und rote Töne färben.

💡 Tipp: Im Areal befindet sich auch ein schönes Schloss, das aber Sitz des Botanischen Instituts der Akademie der Wissenschaften ist und dessen Innenräume für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. Rechne also vor allem mit langen Spaziergängen draußen an der frischen Luft.

10. Posázaví: Český Šternberk und das Kloster Sázava

Die Landschaft rund um den Fluss Sázava hat bei Wanderern und Naturfreunden einen enormen Ruf. Das Wahrzeichen der ganzen Region Posázaví ist die majestätische Burg Český Šternberk, die stolz auf einem steilen Felskliff thront. Der Eintritt kostet 300 CZK (rund 12 €), und eine riesige Besonderheit ist, dass die Burg bis heute der zwanzigsten Generation des Geschlechts Sternberg gehört und von ihr bewohnt wird.

Das zweite große Denkmal der Region ist das Kloster Sázava, die Wiege der slawischen Liturgie, verbunden mit der Figur des heiligen Prokop. Der Rundgang kostet hier 180 CZK (rund 7 €), aber pass auf: Wenn du auf den Klosterturm hinaufsteigen willst, ist dieser 2026 nur kurz von Mitte Juli bis Ende August geöffnet.

Die schönste Art, diese Region zu erkunden, ist der berühmte „Posázavský pacifik“. Es ist eine historische Bahnstrecke voller Tunnel und Viadukte. Jedes Wochenende von Ende März bis Ende Oktober fahren hier nostalgische Triebwagen des Klubs der Eisenbahnreisenden, die im Prager Stadtteil Braník starten und sich durch das herrliche Tal winden.

💡 Tipp: Český Šternberk ist eine absolute Ausnahme unter den tschechischen Burgen, denn in der Hauptsaison im Sommer hat sie auch montags von zehn bis sechzehn Uhr geöffnet, was bei der Planung des Ferienurlaubs wirklich sehr hilfreich ist.

11. Poděbrady

Die Kurstadt Poděbrady ist ein Synonym für ruhigen und erholsamen Urlaub. Das örtliche Herzkurbad läuft hier schon seit 1908, und bis heute kommen die Leute her, um Herz- und Blutdruckprobleme behandeln zu lassen. Das Zentrum der Stadt bildet eine schöne Kurkolonnade mit der berühmten Blumenuhr, wo du spazieren gehen und Heilquellen trinken kannst.

Ein riesiger Vorteil von Poděbrady ist die Erreichbarkeit. Mit dem Direktzug aus Prag bist du in fünfzig Minuten hier, und die Kolonnade beginnt nur fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt, für den Ausflug brauchst du also überhaupt kein Auto. Kehr unterwegs in einem der renommierten Cafés ein oder kauf dir warme Kuroblaten direkt auf die Hand.

Im Sommer verwandelt sich die Stadt in einen beliebten Badeort dank des Sees Poděbrady, der von Mitte Mai bis Mitte September Saison hat. Du findest hier Sandstrände, Rutschen, und das Parken ist für Besucher kostenlos. Ende Juli 2026 meldeten die Behörden zwar leicht verschlechterte Wasserwerte wegen Chlorophyll, aber der Zustand ändert sich schnell, und es ist immer gut, ihn vor der Fahrt zu prüfen.

💡 Tipp: An der Elbe entlang führt von Poděbrady nach Nymburk ein toller asphaltierter Radweg. Er ist völlig eben und damit absolut ideal für Familien mit Kinderwagen, kleinen Kindern auf Laufrädern oder für Inline-Skater.

12. Das Brdy-Gebirge

Der ehemalige militärische Truppenübungsplatz Brdy wurde erst vor Kurzem für die Öffentlichkeit geöffnet, und dieses Jahr feiert das Schutzgebiet Brdy genau zehn Jahre seit dem Abzug der Soldaten 2016. Es ist eine raue, aber wunderschöne Natur voller tiefer Wälder und Heideflächen, wo du keine kommerziellen Imbissstände triffst – Snack und Getränke musst du also immer im Rucksack dabeihaben.

Die größte Attraktion sind die Padrťské-Teiche, versteckt inmitten von Wäldern und Torfmooren. Am bequemsten erreichst du sie mit dem Rad aus Rožmitál pod Třemšínem, denn die Wege sind hier befestigt und asphaltiert. Zu Fuß geht es von den Dörfern Míšov oder Trokavec, aber sei darauf vorbereitet, dass du mehrere Kilometer in völliger Einsamkeit gehst.

Fachleute und Rettungskräfte weisen ständig auf eine entscheidende Regel hin: strikt auf den markierten Wanderwegen bleiben. Da es sich um einen ehemaligen Artillerie-Schießplatz handelt, droht abseits der Wege weiterhin die Gefahr von Kampfmittelrückständen, freies Pilzesammeln tief im Wald wird hier also wirklich nicht empfohlen.

💡 Tipp: Die Neuheit des Jahres 2026 ist die Eröffnung des brandneuen Lehrpfads Lipovsko, der dich durch weitere interessante Winkel dieses weitläufigen und einsamen Gebirges voller schöner Ausblicke führt.

13. Škoda-Museum in Mladá Boleslav

Wenn dich oder deinen Nachwuchs Autos faszinieren, ist ein Ausflug nach Mladá Boleslav eine sichere Bank. Das Škoda-Museum bietet eine riesige Ausstellung zur Geschichte des berühmtesten tschechischen Autoherstellers. Das Basisticket kostet 150 CZK (rund 6 €), für Kinder 75 CZK (rund 3 €), und das Familienticket kommt auf sehr angenehme 375 CZK (rund 15 €), wobei täglich von neun bis siebzehn Uhr geöffnet ist.

Ein großer Hit ist die Besichtigung der Produktionshallen selbst, die für 380 CZK (rund 16 €) möglich ist. Die Fabrik siehst du aber nur an Werktagen, und Kinder dürfen erst ab zehn Jahren mit. Die absolute Neuheit des Jahres 2026 ist die Eröffnung eines neuen Depots, in dem seltene historische Oldtimer und Prototypen zu sehen sind, die es nie in die reguläre Serienproduktion geschafft haben.

Das ganze Museum ist perfekt auf Familien mit Kindern abgestimmt. Es gibt Arbeitsblätter, eine Kinderecke mit originellen Rutschautos, und das gesamte Areal ist komplett barrierefrei, du kommst also problemlos auch mit einem großen Kinderwagen her und gehst durch alle Hallen.

💡 Tipp: Das ist eine absolut ideale „Schlechtwetter-Variante“ für einen Ausflug. Wenn es dir im Urlaub in Mittelböhmen zu regnen beginnt, verbringst du im Museum locker einen halben Tag schön im Trockenen, im Warmen, und die Kinder langweilen sich hier garantiert nicht.

14. Die Schlösser Kačina und Žleby

Ein kurzer Weg von Kutná Hora entfernt findest du zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen beeindruckende Schlösser. Kačina ist ein monumentales Empire-Schloss des Geschlechts Chotek, das eher an riesige antike Tempel erinnert. Der Eintritt zum Hauptrundgang kommt auf 180 CZK (rund 7 €), aber ein riesiger Vorteil ist, dass der weitläufige Schlosspark ganzjährig und völlig kostenlos zugänglich ist.

Während Kačina ein Beispiel strenger antiker Symmetrie ist, ist das nahe Žleby die Verkörperung der Romantik und erinnert an eine Miniaturausgabe der englischen Burg Windsor. Die Innenräume sind voller historischer Waffen, Ledertapeten und geheimnisvoller Winkel, die dich in der Zeit zurückversetzen. Die Basisrundgänge kosten hier 260 CZK (rund 11 €) für Erwachsene und 210 CZK (rund 9 €) für Studenten.

Reisende erwähnen in Bewertungen oft, dass die Kombination dieser beiden Schlösser einen perfekten Tagesausflug ergibt, weil sie nur ein kurzes Stück mit dem Auto voneinander entfernt liegen und architektonisch einen tollen Kontrast bilden.

💡 Tipp: In Žleby gibt es auch ein Gehege mit weißen Hirschen, das für Familien oft eine große Attraktion ist. Wenn du dieses Jahr dorthin willst, prüfe aber lieber vorher den aktuellen Betrieb, denn die Besuchsbedingungen ändern sich hin und wieder.

15. Kersko und das Elbtal

Für Liebhaber von Literatur und tschechischen Filmklassikern ist Kersko ein absolutes Muss. Diese Waldsiedlung im Elbtal ist untrennbar mit dem Schriftsteller Bohumil Hrabal und seinen „Schneeglöckchenfesten“ verbunden. Hier führt ein schöner Lehrpfad hindurch, du siehst Hrabals Hütte und kostest Mineralwasser aus der St.-Josefs-Quelle.

Das Zentrum des kulturellen Lebens in der Siedlung ist das Waldatelier Kuba, wo man schon seit den neunziger Jahren wunderbare lokale Keramik verkauft. Beim Atelier findest du einen schönen Kinderspielplatz und auch den originellen Hrabal-Poesiomat, aus dem du dir Auszüge aus dem Werk des Meisters direkt mitten im grünen Wald abspielen lassen kannst.

Wenn man Kersko sagt, läuft vielen Menschen sofort das Wasser im Mund zusammen bei den legendären Wildschwein-Gerichten mit Hagebuttensoße oder Kraut, die man bis heute in der berühmten Gaststätte Hájenka serviert. Es ist eine lokale Spezialität, und laut Bewertungen platzt die Gaststätte aus allen Nähten, am Wochenende ist es hier also ein regelrechter Kampf um freie Tische zum Mittagessen.

💡 Tipp: Im Mai findet hier traditionell die Veranstaltung „Hrabalovo Kersko“ statt, aber der Termin für 2026 steht noch nicht fest. Prüfe ihn vor einem eventuellen Besuch unbedingt auf der Website der Gemeinde oder direkt beim Atelier.

Mittelböhmen mit Kindern: die besten Familientipps

Wenn du in den Urlaub mit den Allerkleinsten aufbrichst, ist Mittelböhmen geradezu durchzogen von Orten, die Kinder begeistern. Eltern teilen in Foren oft ihre Erfahrungen, und ich habe die nützlichsten Infos für dich zusammengefasst, damit du bei der Planung Zeit sparst.

Mirakulum und Freizeitparks

Der Spaß- und Lernpark Mirakulum in Milovice ist ein riesiger Hit. Für 500 CZK (rund 20 €) für Erwachsene und 450 CZK (rund 18 €) für Kinder bekommst du Zugang zu riesigen Burgen, Seilparcours und der beliebten Wasserwelt. Eltern raten aber dringend, gleich morgens zur Öffnung zu kommen, denn nach dem Mittag herrschen hier riesige Menschenmengen und es bilden sich lange Schlangen. Die Erfahrungen von Müttern aus Foren sagen außerdem, dass der Park eher für Kinder ab vier Jahren ideal ist – für Kleinkinder gibt es hier nicht so viel und sie ermüden schnell. Schreib ihnen unbedingt deine Telefonnummer auf die Hand, das Areal ist wirklich weitläufig und es verläuft sich leicht jemand.

Zu den Tieren und auf die Farmen

Für kleinere Kinder bis drei Jahre empfehlen die Leute viel eher den Farmpark Soběhrdy mit einem Einheitseintritt von 390 CZK (rund 16 €) an Werktagen und 490 CZK (rund 20 €) am Wochenende. Du findest hier Tiere von fünf Kontinenten und Spielplätze, die auf die Größe der kleinsten Entdecker abgestimmt sind. Ein großer Trick ist, sich vorher ihre mobile App herunterzuladen, mit der du glatte 100 CZK (rund 4 €) pro Ticket sparst, was bei einer vierköpfigen Familie einen schönen Unterschied macht. Ein weiterer toller Tierstopp ist der gemütliche familiengeführte ZOO Chleby bei Nymburk, wo das Ticket 230 CZK (rund 9 €) kostet und du ausgewählte Tiere direkt aus der Hand füttern kannst.

Wenn es regnet: Škoda-Museum, Höhlen und Aquaparks

Wenn das Wetter nicht mitspielt, rettet dich das riesige Aquapalace in Čestlice, wo es sich lohnt, die Tickets über den Onlineshop zu kaufen, wo du den Werktagspreis auch am Wochenende bekommst. Eine weitere tolle und vor allem preisgünstige Variante ist das Bergbaumuseum in Příbram, wo das Familienticket nur 150 CZK (rund 6 €) kostet und Kinder nur 30 CZK (rund 1,50 €) zahlen. Schulkinder fahren hier mit einer alten Grubenbahn und rutschen auf einer einundfünfzig Meter langen Rutsche direkt in den Untergrund, was ihnen viel mehr Spaß macht als klassische historische Führungen. Auch das Škoda-Museum in Mladá Boleslav ist ein toller Tipp unter Dach, wo es eine schöne Kinderecke gibt.

Mit dem Kinderwagen rund um Prag

Mit einem großen Kinderwagen fährt es sich hervorragend auf den befestigten Wegen im riesigen Park Průhonice, der über fünfundzwanzig Kilometer Wege hat und wo du für das Familienticket angenehme 430 CZK (rund 18 €) bezahlst. Toll ist auch der asphaltierte Elberadweg von Nymburk nach Poděbrady, der knapp zehn Kilometer misst und auf dem du viele Familien mit Laufrädern triffst. Die Leute loben auch den ebenen Schlosspark in Lány – du musst nur aufpassen, dass er montags und donnerstags geschlossen ist und dass Hunde dort nicht erlaubt sind. Das Lány-Gehege selbst ist aber streng gesperrt, dorthin kommst du mit dem Kinderwagen leider nicht, du gehst nur auf dem umliegenden Lehrpfad spazieren.

Wo du in Mittelböhmen gut essen kannst

Unterwegs suchen wir immer schöne Orte mit gutem Kaffee und etwas Süßem. Ein tolles Erlebnis ist es, auf der Kolonnade in Poděbrady zu sitzen. Probier dort unbedingt die warmen Kuroblaten direkt auf die Hand oder setz dich ins beliebte Café Viola. Einen guten Kaffee trinken und den Leuten zusehen, die durch die gepflegten Parks spazieren – das ist die beste Erholung, die du dir nach einem Ausflugstag gönnen kannst.

Wenn du nach Konopiště fährst, machen sie im Schlossrestaurant die berühmten Obstknödel des Erzherzogs Ferdinand, wegen derer die Leute sogar ohne Schlossbesichtigung herkommen. Es ist ein tolles Mittagessen, wenn du gerade keine schweren Fleischgerichte magst und etwas Lokales probieren willst. Ein weiteres tolles Gastro-Erlebnis bietet Mělník, wo du während der Besichtigung der alten Schlosskeller, die sich direkt unter dem Schlosshof befinden, ausgezeichneten lokalen Wein aus Mělník genießen kannst.

In den für Wild berühmten Regionen wie Křivoklátsko oder Kersko stößt du auf Schritt und Tritt auf traditionelle Gaststätten mit Wildspezialitäten und dicken Soßen. In Kersko ist die Gaststätte Hájenka berühmt, wo sie Wildschwein mit Hagebuttensoße machen, wegen dem den Leuten aus der ganzen Umgebung das Wasser im Mund zusammenläuft. Die Leute kehren auch oft in der Brauerei Lobeč in Kokořínsko ein, wo sie ausgezeichnetes Bier brauen und es außerdem eine interessante Ausstellung mit einer alten Dampfmaschine gibt.

Praktische Tipps: Anreise und Planung

  • Zug oder Auto: Nach Poděbrady, Kutná Hora oder Karlštejn fahr zu hundert Prozent mit dem Zug. Du sparst dir enorme Nerven bei der Parkplatzsuche, außerdem fahren die Züge aus Prag im regelmäßigen Takt und das Ticket kostet buchstäblich ein paar Euro.
  • Parken bei den Sehenswürdigkeiten: Bei der Burg Karlštejn lässt du das Auto unten am Fuß des Berges und musst ein ziemlich großes Stück zu Fuß gehen. In Kutná Hora empfehle ich, eher weiter vom Zentrum zu parken, weil beim Beinhaus in Sedlec die Straßen oft von Reisebussen verstopft sind.
  • Baden und Hygiene: Wenn du gegen Ende der Ferien ans Wasser nach Slapy oder Poděbrady willst, prüfe vorher immer online den aktuellen Zustand der Blaualgen und der Wasserqualität, damit du vor Ort nicht durch ein unnötiges Badeverbot enttäuscht wirst.
  • Ticketreservierung: Für die beliebtesten Orte wie die Kreuzkapelle auf Karlštejn oder das Beinhaus in Sedlec musst du dir die Tickets weit im Voraus über das Internet sichern. In Sedlec werden Tickets vor Ort sogar überhaupt nicht verkauft, sie nehmen nur Online-Reservierungen an.

Wohin als Nächstes

Wenn dich Details zu den einzelnen Orten interessieren, habe ich für dich auch ausführlichere Reiseführer geschrieben:

Häufig gestellte Fragen

Wenn du noch zögerst, wie du deine Ausflüge rund um Prag oder deinen Sommerurlaub zusammenstellen sollst, habe ich für dich die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die mir gestellt werden.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Angeln in Norwegen: Regeln, Quoten und Angelkarten 2026

Das Angeln in Norwegen ist der Traum vieler Angler, denn im Meer darfst du kostenlos und ganz ohne Angelschein fischen – das macht dieses Land zum absoluten Paradies für alle Liebhaber dieses Sports. Wenn du dich aber mit der Vorstellung eines bis zum Rand gefüllten Gefrierschranks in den Norden aufmachst, muss ich dich gleich zu Beginn etwas bremsen, denn seit 2025 und 2026 gelten die strengsten Regeln der Geschichte. Die norwegische Regierung hat beschlossen, hart gegen Überfischung und organisierten Fischschmuggel vorzugehen. Deshalb wurden die Ausfuhrquoten drastisch gesenkt, eine tägliche Fangmeldepflicht eingeführt und an den Grenzen wie auf den Fähren finden massive Kontrollen statt, die mit astronomischen Bußgeldern enden. Diese Regeln sollten wir uns schön der Reihe nach ansehen – sonst riskierst du, an der Grenze mehr zu bezahlen, als du im ganzen Urlaub ausgegeben hast.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

Wenn du gerade keine Lust hast, dich durch alle Absätze zu kämpfen, und nur das Wichtigste suchst, habe ich für dich eine schnelle Kurzfassung vorbereitet. Das sind die wichtigsten Punkte, die du kennen solltest, bevor du die Angel auswirfst.

  • Im Meer angelst du kostenlos: Du brauchst keinen Angelschein, darfst aber nur Handgerät (Rute, Spinnfischen) verwenden und musst mindestens 100 Meter Abstand zu Lachsfarmen einhalten.
  • Neue Ausfuhrquote 2026: Aus Norwegen darfst du maximal 15 kg Fisch oder Filet pro Person ausführen (und ab 2027 sind es nur noch 10 kg), höchstens zweimal pro Jahr. Die Ära der bis zum Rand gefüllten Gefrierschränke ist endgültig vorbei.
  • Registrierter Betrieb Pflicht: Um Fisch überhaupt nach Hause mitnehmen zu dürfen, musst du in einem offiziell registrierten Betrieb übernachten (turistfiskebedrift), der deine Fänge täglich den Behörden meldet. Wer auf eigene Faust wild angelt, darf kein Gramm ausführen.
  • Trophäenfisch abgeschafft: Die frühere Ausnahme für einen großen Trophäenfisch zusätzlich zur Quote gilt nicht mehr, heute zählt kompromisslos alles in das Gesamtlimit von 15 Kilogramm.
  • Ruinöse Bußgelder an der Grenze: Für Fischschmuggel über dem Limit drohen ein Grundbußgeld von 8.000 NOK plus 200 NOK für jedes weitere Kilogramm, wobei die Zöllner routinemäßig auch die Fähren nach Dänemark und Deutschland kontrollieren.
  • Im Binnenland wird immer bezahlt: Wenn du an Seen oder Flüsse fährst, brauchst du eine lokale Angelkarte über das Portal inatur.no und für den Lachsfang zusätzlich die staatliche Abgabe fiskeravgift in Höhe von 338 NOK.

10 Dinge, die du übers Angeln in Norwegen wissen musst

Hier sind die Dinge, die du vor der Abreise wirklich lesen solltest, denn sie ersparen dir unangenehme Überraschungen an der Grenze und auf dem Wasser. Von den genauen Ausfuhrlimits über die Mindestmaße bis hin zu den Richtpreisen für die Mietung einer Hütte, damit du genau weißt, was dich im Norden erwartet.

1. Meeresangeln ist kostenlos, aber mit klaren Grenzen

Die Norweger machen es sich einfach: Das Meer gehört allen, und deshalb dürfen Touristen dort ohne jegliche Gebühren oder staatliche Lizenzen angeln. Das hat aber seine strikten Regeln, denn als Ausländer ohne festen Wohnsitz in Norwegen darfst du ausschließlich Handgerät verwenden, was in der Praxis die klassische Rute, die Handleine, das Spinnfischen oder den Pilker bedeutet. Es ist absolut verboten, irgendwelche Netze, Reusen, Fallen oder sogenannte Langleinen (longlines) zu verwenden, die ausschließlich professionellen einheimischen Fischern vorbehalten sind.

Besonders vorsichtig musst du in der Nähe der riesigen Aquakulturen sein, in denen Lachse gezüchtet werden, denn das Gesetz schreibt vor, beim Angeln selbst einen Abstand von mindestens 100 Metern zur nächsten Farm einzuhalten. Mit dem Boot darfst du dich den Konstruktionen und Ankerseilen nicht näher als 20 Meter nähern, um den Betrieb nicht zu stören oder die Netze nicht zu beschädigen. Eine weitere absolute Regel ist das strikte Verkaufsverbot deines Fangs – alles, was du aus dem Meer holst, dient ausschließlich deinem persönlichen Verzehr vor Ort oder der legalen Ausfuhr im Rahmen der Quote.

💡 Tipp: Untermaßige Fische musst du sofort und so schonend wie möglich zurück ins Wasser setzen. Ist der Fisch so verletzt, dass er nicht überleben würde, musst du ihn behalten und in deinen Tagesfang einrechnen. Deshalb wird empfohlen, in Gebieten mit vielen kleinen Fischen widerhakenlose Haken zu verwenden.

2. Die Ausfuhrquote sank 2026 auf nur noch 15 kg

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Information aus dem ganzen Artikel, denn seit dem 1. Januar 2026 gilt eine neue, viel strengere Ausfuhrquote in Höhe von 15 kg Fisch oder Fischprodukten pro Person. Bis Ende 2025 durfte man noch 18 kg ausführen, aber die norwegische Regierung hat beschlossen, die Limits schrittweise zu verschärfen, und es ist bereits genehmigt, dass dieses Limit ab 2027 auf nur noch 10 kg sinkt. Diese Quote kannst du zudem maximal zweimal pro Kalenderjahr nutzen, sodass die Ära, in der ganze Transporter voller Gefrierschränke nach Mitteleuropa gebracht wurden, endgültig vorbei ist.

Damit es nicht zu einfach wird, darf die Quote nur eine Person über 12 Jahre in Anspruch nehmen, und du musst sie persönlich über die Grenze bringen. Es ist also nicht möglich, dass du Fisch für einen Freund ins Auto lädst, der mit dem Flugzeug nach Hause fliegt, denn bei einer eventuellen Zollkontrolle müssen sich alle Personen, auf die das Ausfuhrdokument ausgestellt ist, physisch ausweisen. Vollständig abgeschafft wurde auch die beliebte Ausnahme für den sogenannten Trophäenfisch, den Angler früher zusätzlich zur Quote im Ganzen mitnehmen durften, sodass heute selbst der größte gefangene Heilbutt gnadenlos in deine fünfzehn Kilogramm eingerechnet wird.

💡 Tipp: Die Ausfuhrquote bezieht sich ausschließlich auf Meeresfische. Wenn du mit einer gültigen Angelkarte legal einen Lachs, eine Forelle oder einen Saibling im Binnenland fängst, unterliegen diese Süßwasser- und anadromen Fische ihrem eigenen Zollregime und werden nicht in das Fünfzehn-Kilogramm-Limit für Meeresfische eingerechnet.

3. Registrierte Betriebe (turistfiske) sind absolute Pflicht

Um die erwähnten 15 Kilogramm Filet überhaupt nach Hause mitnehmen zu dürfen, musst du deinen Aufenthalt in einem offiziell registrierten turistfiske-Betrieb verbringen – das ist ein Camp oder Vermieter, der im Register der norwegischen Fischereidirektion (Fiskeridirektoratet) eingetragen ist. Wenn du wild mit eigenem Zelt unterwegs bist, vom Ufer angelst oder eine Hütte von einem Privatvermieter mietest, der nicht im Register steht, beträgt deine Ausfuhrquote genau 0 kg, und du darfst überhaupt nichts über die Grenze bringen.

Diese registrierten Camps haben seit August 2025 die Pflicht, die Fänge ihrer Gäste täglich zu melden, was in der Praxis bedeutet, dass du nach jeder Rückkehr vom Meer dem Camp-Betreiber melden musst, was du gefangen hast (oder dass du nichts gefangen hast). Erst nach dem Absenden dieser elektronischen Meldung an die Behörden darf dir das Camp ein standardisiertes Ausfuhrdokument ausstellen. Dieses ist neuerdings strikt individuell (dein Name, Geburtsdatum, Registriernummer des Betriebs) – und ohne dieses solltest du dich an der Grenze mit Fisch im Kofferraum lieber gar nicht erst blicken lassen.

💡 Tipp: Wie erkennst du, dass ein Camp offiziell registriert ist? Seriöse Vermieter und Reiseveranstalter werben aktiv mit dieser Registrierung auf ihren Websites unter der Bezeichnung „registrert turistfiskebedrift“. Die komplette Liste aller zugelassenen Betriebe kannst du außerdem ganz einfach in der öffentlichen Datenbank auf der Seite fiskeridir.no überprüfen.

4. Mindestmaße und geschützte Arten (Tabelle)

Die Norweger nehmen den Fischschutz wirklich ernst und aktualisieren die Mindestmaße regelmäßig. Wenn du dir also nicht sicher bist, ob der Fisch groß genug ist, setz ihn zurück. Ansonsten schau auf das hier. Eine große Änderung gab es beim beliebten Kabeljau (torsk), wo nördlich des 62. Breitengrades (wenn du küstennah innerhalb von 4 Seemeilen angelst) das Mindestmaß auf 55 cm erhöht wurde, um die verletzliche Küstenpopulation zu schützen.

FischartMindestmaßSpezifisches Gebiet und Anmerkung
:—:—:—
Kabeljau (torsk)55 cmNördlich von 62° N INNERHALB von 4 Seemeilen ab der Basislinie.
Kabeljau (torsk)44 cmNördlich von 62° N AUSSERHALB von 4 Seemeilen (weiter auf offener See).
Kabeljau (torsk)40 cmSüdlich von 62° N (mit Ausnahme des Oslofjords, wo ein komplettes Verbot gilt).
Heilbutt (kveite)84 cmGilt landesweit. Achtung: Exemplare über 2 Meter müssen zurückgesetzt werden, es handelt sich um wichtige Laichtiere.
Schwarzer Heilbutt (blåkveite)45 cmGilt landesweit.
Rotbarsch (uer)32 cmInnerhalb von 12 Seemeilen (auf offener See 30 cm).
Wittling (hvitting)32 cmGilt landesweit.
Köhler (sei), MakreleKein MaßFür Freizeitangler ist kein Mindestmaß festgelegt.

Eine ganz eigene Kategorie sind die ganzjährig geschützten Arten, zu denen der Dornhai, der Riesenhai, der Blauleng, der Rote Thun oder der Flussaal gehören. Besondere Aufmerksamkeit solltest du auch der winterlichen Schonzeit des Heilbutts widmen, die im Norden üblicherweise etwa von Weihnachten bis zum 20. April dauert, sowie dem kompletten Verbot des Kabeljaufangs im Oslofjord, wo ab 2026 gleich drei umfangreiche No-take-Zonen ausgewiesen wurden, in denen du überhaupt nichts fangen darfst.

💡 Tipp: Hab immer ein zuverlässiges Maßband an Bord und lade dir die Maßtabelle aufs Handy. Wenn du dir bei der Fischart oder ihrer Größe nicht sicher bist, ist es die beste und ethischste Lösung, sie zurück ins Wasser zu setzen.

5. Grenzkontrollen und ruinöse Bußgelder

Wenn du glaubst, du versteckst die paar Kilo Filet zu viel zwischen der Kleidung und die Zöllner merken nichts, spielst du russisches Roulette mit deinem eigenen Bankkonto. Der norwegische Zoll (Tolletaten) hat enorme Mittel in den Kampf gegen den Schmuggel gesteckt und kontrolliert routinemäßig nicht nur die Landübergänge nach Schweden und Finnland, sondern auch alle Fähren nach Dänemark und Deutschland, wo mobile Röntgengeräte und speziell ausgebildete Hunde zur Verfügung stehen.

Die Sätze für das Überschreiten der Quote sind absolut drakonisch. Das Grundbußgeld beträgt 8.000 NOK und dazu kommen 200 NOK für jedes angefangene Kilogramm Fisch über dem Limit, wobei dir die Zöllner selbstverständlich den kompletten Fang beschlagnahmen, einschließlich des legalen. Die norwegischen Medien (zum Beispiel der Sender NRK oder TV2) berichten regelmäßig über reale Fälle, in denen undisziplinierte Touristen in Tränen abfuhren. 2025 bekam ein Fahrer mit mehr als 200 kg Fisch ein Bußgeld von 50.000 NOK, und kürzlich fiel bei einem Rekordfund sogar ein unglaubliches Bußgeld von 224.000 NOK (fast 19.000 €), was schon an strafrechtliche Verfolgung grenzt.

💡 Tipp: Die Zöllner haben das Recht, jeden Winkel deines Autos, Wohnwagens und deiner Dachbox zu kontrollieren. Versuch nicht, mit ihnen zu streiten oder zu feilschen – die Bußgelder werden vor Ort verhängt, und bei Nichtzahlung können sie dein Fahrzeug beschlagnahmen.

6. Binnenland und Seen: Wo die staatliche Abgabe fällig wird

Sobald du die salzigen Gewässer des Ozeans verlässt und dich zu den norwegischen Flüssen oder Bergseen aufmachst, befindest du dich in einer völlig anderen Rechtswelt, in der für das Angeln absolut immer bezahlt wird. Dieses System besteht aus zwei unterschiedlichen Ebenen, die oft verwechselt werden, also müssen wir sie klar erklären, damit du Probleme mit den örtlichen Fischereiaufsehern vermeidest.

Die erste Ebene ist die staatliche Abgabe namens fiskeravgift, die für das Jahr 2026 338 NOK beträgt. Diese Abgabe ist NUR dann verpflichtend, wenn du anadrome Fischarten fangen willst, also Lachs, Meerforelle und Meersaibling in Flüssen. Sie wird online über das Portal des Umweltdirektorats (Miljødirektoratet) bezahlt und gilt landesweit. Wenn du aber nur ganz normale Bachforellen oder Hechte in einem gewöhnlichen Bergsee angeln fährst, brauchst du diese staatliche Abgabe nicht, denn für Süßwasserfische wurde sie bereits 2002 abgeschafft.

Die zweite Ebene ist dann die lokale Angelkarte (fiskekort), die du vom jeweiligen Gewässerbesitzer kaufen musst – und die gilt wirklich für alle Seen und Flüsse. Die meisten dieser Karten bekommst du heute einfach online über das Portal inatur.no, teils auch an lokalen Tankstellen oder in Camps. Die Preise für das Tagesangeln auf Forellen an gewöhnlichen Seen sind sehr angenehm und bewegen sich üblicherweise im Bereich von einigen Dutzend bis niedrigen Hunderten norwegischen Kronen pro Tag.

💡 Tipp: Wenn du auf Staatsland zelten willst, überlege dir den Kauf der Jahreskarte Norgeskort der Organisation Statskog, die Tausende von Seen quer durch Nationalparks wie Femundsmarka oder Saltfjellet abdeckt und deutlich günstiger ist als der Kauf einzelner Tageskarten.

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7. Die Lachskrise und die berühmten Flüsse

Das Lachsangeln in norwegischen Flüssen war einst eine wahrhaft königliche Disziplin und obendrein eine ordentlich teure Angelegenheit. Doch heute sieht es düster aus: Die Rückkehr der Lachse aus dem Meer ist auf historische Tiefststände gesunken und die Behörden mussten zu radikalen Schritten greifen. Bereits im Juni 2024 wurden von einem Tag auf den anderen 33 Lachsflüsse komplett geschlossen, und die Restriktionen setzten sich in den Folgejahren fort, als berühmte Flüsse wie die Gaula oder die Orkla sogar mitten in der Hauptsaison geschlossen wurden.

Wenn du dennoch dein Glück an einem der offenen Flüsse in Mittelnorwegen (Trøndelag) versuchen willst, stell dich auf einen komplizierten Prozess ein. Neben der staatlichen Abgabe musst du über das Portal elveguiden.no eine konkrete Zone kaufen, den sogenannten Beat. Die Preise unterscheiden sich dramatisch, von einigen Hundert NOK pro Tag an gemeinsam genutzten Abschnitten bis zu Zehntausenden Kronen für exklusive private Reviere mit Unterkunft. Ein Kapitel für sich ist der legendäre Fluss Alta im hohen Norden, zu dem ein gewöhnlicher Sterblicher kaum Zugang hat, denn die überwältigende Mehrheit der Lizenzen wird nur unter Einheimischen verlost.

💡 Tipp: Vor einer Reise zum Lachsangeln ist es absolut entscheidend, die aktuellen Informationen auf der Website miljodirektoratet.no zu verfolgen, denn die Regeln können sich zum Schutz der Natur durchaus über Nacht ändern, und deine im Voraus bezahlte Angelkarte kann wegen eines flächendeckenden Fangverbots verfallen.

8. Wann losfahren: Winter-Skrei vs. Sommer-Entspannung

Die Wahl der richtigen Jahreszeit beeinflusst grundlegend, was du am Ende deiner Angel siehst, denn das Angeln in Norwegen hat einen sehr speziellen Kalender. Der absolute Höhepunkt für erfahrene Seebären ist die Zeit von Januar bis April, wenn der wandernde arktische Kabeljau namens Skrei zu den Küsten Nordnorwegens (Lofoten, Vesterålen, Senja) zieht. In diesen Monaten fängt man routinemäßig kapitale Exemplare mit einem Gewicht von 15 bis 30 Kilogramm, aber du musst dich auf außergewöhnlich raues Winterwetter, Schneestürme und sehr kurze Tage einstellen, die die Zeit auf dem Wasser einschränken.

Für die meisten normalen Besucher ist daher die Sommersaison von Juni bis Anfang September deutlich angenehmer. In dieser Zeit herrscht im Norden die Mitternachtssonne, sodass du bei völliger Windstille durchaus um zwei Uhr morgens aufs Wasser fahren kannst. Man fängt beliebte Heilbutte, die riesigen Köhlerschwärme sind aktiv und in die Flüsse ziehen zugleich die Lachse. Wer Ruhe sucht und nicht mit den Menschenmassen kämpfen will, kann September oder Oktober probieren, denn die Atmosphäre ist ganz anders – rechne aber damit, dass viele kleinere Camps Ende Oktober für den Winter schließen.

💡 Tipp: Wenn du primär wegen des riesigen Heilbutts anreist, sind sich erfahrene einheimische Guides einig, dass die allerbesten Chancen auf einen großen Heilbutt im August und September kommen, wenn das Wasser am wärmsten ist und die Fische sich auf die flacheren Sandbänke zurückziehen.

9. Sicherheit auf See und Bootsführerscheine

Der Nordozean verzeiht keine Fehler und die Sicherheit muss an Bord immer absolute Priorität haben. Das norwegische Wetter kann sich innerhalb von nur zwanzig Minuten ändern, sodass das ständige Verfolgen der Vorhersage in der App yr.no absolut unverzichtbar ist. Die Grundregel zum Überleben im arktischen Wasser (das selbst im Sommer nur 4–10 °C hat) ist ein hochwertiger schwimmfähiger Thermoanzug, denn ein Sturz über Bord in einer normalen Jacke bedeutet innerhalb weniger Minuten fatale Unterkühlung. Seriöse Camps verleihen diese Anzüge routinemäßig und Reiseveranstalter verlangen sie geradezu als Pflichtausrüstung.

Die zweite Sache, nach der uns die Leser häufig fragen: Brauchst du auf dem Boot einen Schein? Das norwegische Gesetz spricht klar: Wenn du nach dem 1. Januar 1980 geboren wurdest, brauchst du einen gültigen Führerschein für kleine Wasserfahrzeuge für jedes Boot, das länger als 8 Meter ist ODER einen stärkeren Motor als 25 PS hat. Da die typischen robusten Camp-Boote um die 19 Fuß messen und Motoren mit 50 bis 115 PS haben, fällt die Mehrheit der guten Boote genau in diese Kategorie, und die norwegischen Behörden erkennen routinemäßig internationale Führerscheine (ICC) an, die in Deutschland ausgestellt wurden.

💡 Tipp: Vor jeder Ausfahrt aufs offene Meer bist du verpflichtet, dem Camp-Betreiber die geplante Route und die voraussichtliche Rückkehrzeit zu melden. Bewahre dein Handy immer in einer hundertprozentig wasserdichten Hülle auf und ergänze es idealerweise um ein VHF-Funkgerät für den Notfall in Gebieten ohne Empfang.

10. Wie eine typische Angelreise aussieht und was sie kostet

Die überwältigende Mehrheit der Angelreisen hält sich an das bewährte Modell, bei dem eine Truppe von vier bis sechs Leuten für sieben bis zehn Tage in den Norden aufbricht. Das beliebteste Reiseziel für diese Ausflüge bleibt die Region Mittelnorwegen, konkret die Inseln Hitra und Smøla, während diejenigen, die auf prestigeträchtigere Fänge und dramatischere Natur aus sind, viel weiter in den Norden zu den Inseln Senja, Lofoten oder Vesterålen fahren.

Wenn du die eigene Anreise quer durch Schweden und den Verschleiß des Autos nicht selbst regeln willst, bieten sich die Dienste spezialisierter Reiseveranstalter an. Beliebte Anbieter offerieren beispielsweise zehntägige Reisen auf die Insel Hitra, wobei dich in der Saison 2026 das komplette Paket auf rund 590 € bei Unterbringung im Wohnwagen bis hin zu 860 € in einem voll ausgestatteten Apartment kommt. In diesem Preis sind üblicherweise die Busfahrt, die Fähren, die Unterkunft, ein Platz in einem sicheren Boot und die Reiseleiterdienste enthalten. Wenn du auf eigene Faust in den Norden fährst, kostet die Miete eines guten Hauses für 6 Personen mit zwei starken Booten auf der Insel Senja richtungsweisend 47.000 NOK pro Woche, was pro Person und nach Aufteilung der Benzinkosten in sehr ähnliche Beträge kommt.

💡 Tipp: Mit den sinkenden Ausfuhrquoten ändert sich auch der eigentliche Sinn dieser Reisen deutlich. Heute lohnt es sich schlicht nicht mehr, Tausende von Kilometern zu fahren, nur um den Gefrierschrank mit Fleisch zu füllen – das Ziel ist ein perfektes sportliches Erlebnis in Form von Catch & Release, das abendliche Beisammensein mit Blick auf den Fjord und ein frisches Abendessen direkt aus dem Meer.

Praktische Zusammenfassung und Richtpreise (2026)

Hier sind die Zahlen, die dir bei der Planung nützlich sein werden – die norwegische Krone ist derzeit ziemlich schwach, sodass 10 NOK etwa 0,85 € entsprechen, und schon weißt du, woran du bist.

  • Grundbußgeld für Ausfuhr: 8.000 NOK (+ 200 NOK für jedes kg über dem Limit).
  • Staatliche Abgabe für Lachs (Fiskeravgift): 338 NOK pro Jahr.
  • Tageskarte für einen gewöhnlichen Bergsee: 50 bis 150 NOK.
  • Miete eines Thermoanzugs im Camp: ca. 500 bis 800 NOK pro Woche.
  • Reise über einen Veranstalter (Unterkunft, Bus, Boot): 610 bis 1.020 € pro Person für 10 Tage.
  • Miete einer durchschnittlichen Hütte mit Boot für 4 Personen: 20.000 bis 35.000 NOK pro Woche.
  • Benzin fürs Boot bei einer Woche intensivem Angeln: 2.000 bis 4.000 NOK je nach Motorstärke.

Wo du unterkommst: Angelhütten und Camps

Wenn du nicht über einen Reiseveranstalter fährst, widme der Auswahl des Camps wirklich Aufmerksamkeit. Du brauchst einen Ort, der im System des Fiskeridirektoratet registriert ist, sonst nimmst du keinen Fisch mit nach Hause. Ein weiterer Vorteil solcher Camps ist, dass sie über leistungsstarke Boote verfügen, eine professionelle überdachte Filetierstation mit fließendem Wasser haben und ausreichend große Gefrierschränke für deine Quote bereitstellen.

  • Vesterålen (Qualität für Anspruchsvolle): Das hervorragend bewertete Vesterålen Kysthotell bietet eine erstklassige Basis mit bestens ausgestatteten Booten direkt im Herzen der Inseln, wo du idealen Zugang zu den tiefen Gewässern für den Fang riesiger Kabeljaue hast.
  • Hitra (Klassiker Mittelnorwegens): Ein kurzes Stück von Trondheim entfernt findest du den Komplex Dolmsundet Marina, ein riesiges, professionell geführtes Resort, das perfekt auf mitteleuropäische Angelreisen zugeschnitten ist, die Miete starker Boote und eine enorme Gefrierschrank-Kapazität bietet.
  • Senja (Wilder Norden): Für Liebhaber rauer Natur und des Heilbutts ist das Resort Hamn i Senja eine fantastische Wahl, das einen hohen Unterkunftsstandard in Apartments mit erstklassigem Service für Ausfahrten aufs offene Meer kombiniert.

Wohin als Nächstes

Wenn dich weitere praktische Informationen über das Reisen durch Skandinavien interessieren, haben wir für dich jede Menge weiterer nützlicher Ratgeber geschrieben. Finde heraus, wann die beste Zeit für eine Reise nach Norwegen ist, um das schlimmste Wetter zu vermeiden, und schau dir unbedingt auch unseren riesigen Artikel mit 50 Tipps, was man in Norwegen sehen kann, an.

Wenn du mit dem eigenen Auto reisen willst, haben wir alle Linien und Preise der Fähren nach Norwegen ausführlich behandelt, und vergiss nicht, dir auch die detaillierte Aufstellung anzusehen, wie viel ein gewöhnlicher Urlaub in Norwegen kostet. Und wenn du überlegst, in welche konkrete Region du aufbrechen sollst, lass dich von unseren Ratgebern über die märchenhafte Insel Senja oder die ruhigeren Vesterålen inspirieren.

Häufig gestellte Fragen

Bevor du die Ruten und Thermoanzüge einpackst, wirf noch einen Blick auf ein paar Fragen, die uns im Zusammenhang mit dem Angeln in Norwegen immer wieder gestellt werden. Vielleicht erspart dir das unnötige Nerven vor der Abreise.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Urlaub in Westböhmen Tschechien: 15 Tipps für Kurorte und Burgen

Westböhmen in Tschechien ist eine Region, die dich mit ihrer Vielfalt und ihrer kurörtlichen Eleganz vollkommen bezaubert. Du findest hier gleich drei Kurstädte, die zum UNESCO-Welterbe zählen, dazu das weltweit beste Bier, majestätische Burgen und vielleicht die stillsten Wälder des ganzen Landes.

Ob du dich nach Erholung mit einem Glas Heilquellwasser in der Hand sehnst oder lieber die Wanderschuhe schnürst – dieser Winkel des Landes bietet dir ein perfektes Refugium. Du kannst über Kolonnaden schlendern, historische Sehenswürdigkeiten bewundern oder dich in tiefen Wäldern verlieren.

Ich habe für dich einen ausführlichen Guide vorbereitet, der dir hilft, einen unvergesslichen Ausflug zu planen. Du erfährst, wohin du für Romantik fährst, wo du die Kinder beschäftigst und welche Orte du auf keinen Fall verpassen solltest.

Zusammenfassung

  • Das Bäderdreieck (Karlsbad, Marienbad und Franzensbad) steht seit 2021 auf der UNESCO-Welterbeliste.
  • Karlsbad beeindruckt mit der berühmten Sprudel-Quelle und der Filmgeschichte rund um den Bond-Film Casino Royale.
  • Pilsner Urquell bietet Brauereiführungen mit Verkostung direkt aus den Lagerkellern.
  • Das Techmania Science Center in Pilsen hat einen einheitlichen Eintritt von etwa 11 € und ist eine ideale Wahl für Familien bei jedem Wetter.
  • Das Schloss Petschau (Bečov nad Teplou) beherbergt das Reliquiar des heiligen Maurus, das zweitwertvollste Goldschmiededenkmal Tschechiens.
  • Das Naturreservat SOOS überrascht mit blubbernden Schlammvulkanen und bequemen Bohlenwegen für Kinderwagen.
  • Der DinoPark in Pilsen hat nur von April bis Oktober geöffnet und lässt sich mit einem Besuch des ausgezeichneten örtlichen Zoos verbinden.

Wann du nach Westböhmen aufbrechen solltest

Westböhmen ist das ganze Jahr über wunderschön, aber jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Wenn du dir ruhige Spaziergänge über die Kurkolonnaden wünschst und den größten Menschenmassen entgehen willst, empfehle ich dir das Frühjahr. Die Parks in Marienbad und Karlsbad färben sich zu dieser Zeit in wunderschöne Töne blühender Pflanzen, und an den Heilquellen ist bei Weitem nicht so ein Andrang wie im heißen Sommer.

Die Hauptkursaison läuft über die Sommerferien, wenn die ganzen Städte von einem regen gesellschaftlichen Leben erfüllt sind. Anfang Juli findet in Karlsbad regelmäßig das berühmte internationale Filmfestival statt, das die Stadt vollkommen verwandelt. Die Atmosphäre ist zwar fantastisch und voller Energie, aber du musst damit rechnen, dass die Unterkünfte oft schon Monate im Voraus hoffnungslos ausgebucht sind und die Preise steigen können. In den Sommermonaten genießt du außerdem am besten den Besuch von Burgen und Schlössern, die viele Begleitprogramme bieten und verlängerte Öffnungszeiten haben.

Der Herbst ist dagegen absolut ideal zum Wandern und zum Entdecken der Naturschönheiten abseits der Zivilisation. Der Kaiserwald (Slavkovský les) und der Böhmische Wald (Český les) bieten atemberaubende Szenerien voller buntem Laub, das vor allem leidenschaftliche Fotografen und Liebhaber der Stille zu schätzen wissen. Wenn du außerdem einen Familienurlaub planst und den Pilsner DinoPark besuchen möchtest, denk daran, dass dieser beliebte Park nur von April bis Oktober geöffnet ist. Trübe Herbsttage verbringst du dann bestens unter dem Dach der Pilsner Techmania.

Die Wintermonate locken vor allem Liebhaber verschneiter Hänge und winterlicher Vergnügungen in die Region. Das Erzgebirge mit seinem höchsten Gipfel Keilberg (Klínovec), der sich 1.244 Meter in die Höhe reckt, bietet hervorragende Bedingungen zum Skifahren und Snowboarden. Nach einem ganzen Tag Sport gibt es nichts Besseres, als sich im nahen Sankt Joachimsthal (Jáchymov) aufzuwärmen, wo du am eigenen Leib die wohltuende Wirkung der weltweit einzigartigen Radonbäder ausprobieren kannst.

Wo du in Westböhmen übernachten kannst

Wenn du echte Kuratmosphäre erleben und dich ein wenig verwöhnen lassen willst, sind Karlsbad die sichere Wahl. Eine absolute Legende ist das dortige Grandhotel Pupp, das schon seit 1701 besteht und dessen Flure so manche berühmte Persönlichkeit gesehen haben. Auch der bekannte Bond-Film Casino Royale wurde hier gedreht, sodass du dich beim abendlichen Gläschen wie ein echter Filmstar fühlst. Für Freunde des maximalen Verwöhnprogramms ist das Carlsbad Plaza Medical Spa & Wellness eine großartige Wahl, wo die Gäste das riesige Wellnesscenter und die erstklassige Kurbetreuung bewundern.

Das märchenhaft aussehende Hotel Savoy Westend bezaubert dich sofort mit seiner einzigartigen Architektur, die über der Stadt thront. Erwähnenswert ist auch das Hotel Imperial, das klassische Eleganz und eine absolute Besonderheit in Form einer eigenen Standseilbahn bietet, die dich vom Stadtzentrum direkt zur Unterkunft bringt. Wer dagegen eine ruhigere Lage in Naturnähe sucht, wird das Parkhotel Richmond mit seinem wunderschön gepflegten Garten zu schätzen wissen.

Im nahen Marienbad empfehle ich dir, die Unterkunft Ensana Nové Lázně zu erkunden, wo dich eine großartige Atmosphäre der Ersten Republik und die reiche Geschichte alter Kurhäuser umfängt. Das traditionsreiche Hotel Esplanade thront stolz direkt über der Hauptkolonnade und bietet schöne Ausblicke in die Umgebung. Das Hotel Harmonie ist wiederum wie geschaffen für romantische Aufenthalte zu zweit, denn es verbindet für seine Gäste modernes Wellness mit traditionellen Heilanwendungen.

Wenn du das Treiben der Großstadt und technische Sehenswürdigkeiten bevorzugst, bietet Pilsen viele großartige Möglichkeiten. Am besten suchst du dir ein Hotel oder eine gemütliche Ferienwohnung direkt im historischen Zentrum rund um den Platz der Republik, wo das Angebot an Unterkünften wirklich reich ist. Von diesem strategischen Punkt aus erreichst du nämlich bequem zu Fuß die berühmte Brauerei, die geheimnisvolle historische Unterwelt und ein ausgezeichnetes Abendessen, ohne dich mit komplizierter Anreise oder Taxis am Abend herumschlagen zu müssen.

Urlaub in Westböhmen Tschechien: die 15 schönsten Orte

Schauen wir uns gemeinsam die interessantesten Orte in Westböhmen an, die du auf deiner Reise auf keinen Fall verpassen solltest. Ich habe für dich berühmte Kurstädte, geheimnisvolle Burgen, malerische Natur und technische Besonderheiten zusammengestellt, sodass wirklich jeder aus dieser Liste etwas findet.

1. Karlsbad

Karlsbad ist der ungekrönte König des tschechischen Kurwesens und darf sich seit 2021 zu Recht mit dem Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste als Teil des länderübergreifenden Denkmals „Bedeutende Kurstädte Europas“ schmücken. Die Stadt bezaubert dich sofort mit ihren eleganten Promenaden, der wunderschönen Architektur und dem allgegenwärtigen Duft warmer Kuroblaten, die du gleich beim ersten Spaziergang kaufen musst. Die Anreise ist außerdem sehr bequem, denn von München oder Nürnberg erreichst du die Stadt in wenigen Stunden mit dem Auto.

Die größte Attraktion ist zweifellos der berühmte Sprudel, die heißeste und ergiebigste Quelle der ganzen Stadt. Er schießt in eine beachtliche Höhe von zwölf Metern, und seine Temperatur übersteigt unglaubliche siebzig Grad, sodass Vorsicht beim Kosten aus dem traditionellen Becher durchaus angebracht ist. Die Quelle wird durch die moderne, verglaste Sprudelkolonnade geschützt, die einen interessanten Kontrast zu den historischen Bauten bildet.

Beim Spaziergang stößt du auf drei weitere bedeutende Kolonnaden, die das architektonische Rückgrat der Stadt bilden. Als die allerschönste gilt oft die Mühlbrunnkolonnade mit ihren prächtigen korinthischen Säulen. Sehenswert sind aber auch die filigrane gusseiserne Parkkolonnade und die wunderschöne hölzerne Marktkolonnade. Die Stadt ist außerdem für die Herstellung des Kräuterlikörs Becherovka bekannt, den man hier scherzhaft die dreizehnte Heilquelle nennt.

Über der Stadt erhebt sich der beliebte Aussichtsturm Diana, den du bequem mit der Standseilbahn direkt vom legendären Grandhotel Pupp erreichst. Ein kurzes Stück entfernt findest du auch den berühmten Aussichtspunkt Hirschensprung mit der ikonischen Gämsenstatue. Das Hotel Pupp selbst solltest du nicht verpassen, denn seine eleganten Räumlichkeiten aus dem Jahr 1701 strahlten im bekannten Bond-Film Casino Royale.

💡 Tipp: Den Eintritt zum Aussichtsturm und die Tickets für die Standseilbahn solltest du vor deiner Reise auf der Website überprüfen, damit du aktuelle Informationen zu den Betriebszeiten hast.

2. Marienbad

Marienbad ist ein weiteres Juwel, das auf der prestigeträchtigen UNESCO-Welterbeliste steht, und wirkt im Gegensatz zum lebhaften Karlsbad etwas ruhiger und intimer. Die Stadt ist behutsam in wunderschöne, weitläufige Parks eingebettet und von dichten Wäldern umgeben, was ihr eine unglaublich romantische und entspannte Atmosphäre verleiht. Die Fahrt von Karlsbad mit dem Auto dauert nur etwa fünfundvierzig Minuten.

Das Wahrzeichen der Stadt ist die wunderschöne gusseiserne Kolonnade aus dem neunzehnten Jahrhundert, vor der sich die berühmte Singende Fontäne befindet. Diese Fontäne spielt in regelmäßigen Abständen weltbekannte Melodien, und in den Abendstunden wird ihre musikalische Vorstellung zusätzlich durch sehr eindrucksvolle Lichteffekte ergänzt. Rund um die Fontäne versammeln sich stets Scharen von Besuchern, daher empfehle ich dir, zur Abendvorstellung etwas früher zu kommen.

Direkt in der Stadt und ihrer näheren Umgebung entspringen mehr als vierzig Mineralquellen, in der weiteren Umgebung können Reisende über hundert entdecken. Kein Wunder, dass diese Heilquellen in der Vergangenheit auch so bedeutende historische Persönlichkeiten wie den berühmten Dichter Johann Wolfgang von Goethe oder den mächtigen britischen König Eduard VII. für sich einnahmen.

💡 Tipp: Direkt über der Stadt erstreckt sich der beliebte Miniaturpark Boheminium, der ein absolut perfekter Halt für Familien mit Kindern ist, die hier Dutzende tschechischer Sehenswürdigkeiten an einem Ort bestaunen.

3. Franzensbad und SOOS

Franzensbad schließt das berühmte, zum UNESCO-Welterbe gehörende Bäderdreieck ab und ist von allen drei Städten die allerkleinste und ruhigste. Ihr großer Reiz liegt in der perfekt geschlossenen Empire-Bebauung, die in typischem Gelb strahlt und so eine sehr beruhigende, visuell klare Umgebung schafft. Sie sind die ideale Wahl für alle, die absolute Entspannung ohne Touristenmassen suchen.

Die Stadt ist von bestens gepflegten, ebenen Parks durchzogen, die absolut ideal zum gemächlichen Flanieren, zum Ausruhen auf Bänken und für gemütliche Spaziergänge sind. Beim Bummel durchs Zentrum stößt du garantiert auf die berühmte Statue des kleinen Franz (František), mit der sich wohl jeder Besucher mindestens einmal für Glück fotografieren muss.

Nur ein kurzes Stück außerhalb der Stadt verbirgt sich eine absolute Naturbesonderheit, das Naturreservat SOOS. Es handelt sich um ein ausgedehntes, europaweit bedeutendes Torfmoor, wo du mit eigenen Augen blubbernde Schlammvulkane beobachten kannst, die man fachlich Mofetten nennt. Aus diesen kleinen Kratern entweicht ständig Kohlendioxid, und die ganze Szenerie erinnert an eine raue Mondlandschaft.

💡 Tipp: Durch das Reservat führt ein sehr bequemer hölzerner Bohlenweg, sodass du dir dieses einzigartige Naturschauspiel schön aus der Nähe und völlig sicher auch mit kleinen Kindern oder Kinderwagen ansehen kannst.

4. Pilsen und Pilsner Urquell

Pilsen ist das pulsierende Herz der ganzen Region und die Stadt, die Tschechien dank ihres unverwechselbaren goldenen Gerstensafts weltweit berühmt gemacht hat. Die örtliche Brauerei Pilsner Urquell braut hier schon seit 1842 Bier nach originaler Rezeptur, und ihr Besuch ist ein absolutes Muss für jeden Reisenden. Aus München erreichst du die Stadt zudem sehr bequem mit dem Auto.

Die Führung durch die historische Brauerei gehört zu den meistbesuchten Attraktionen des ganzen Landes. Ihr krönender Abschluss findet in den ausgedehnten kühlen Kellern statt, wo auf erwachsene Besucher eine Verkostung des ausgezeichneten ungefilterten Lagers wartet, das direkt aus riesigen eichenen Lagertanks gezapft wird. Angesichts des enormen Interesses ausländischer und einheimischer Touristen ist es viel besser, die Tickets rechtzeitig im Voraus online zu reservieren.

Neben der Brauerei rühmt sich die Stadt eines wunderschönen historischen Zentrums, das die gotische Bartholomäus-Kathedrale am weitläufigen Platz der Republik dominiert. Ihr schlanker Turm misst beachtliche 102 Meter, was ihn zum höchsten Kirchturm in ganz Tschechien macht, dessen Galerie du bei gutem Wetter erklimmen kannst.

💡 Tipp: Liebhaber von Geschichte und Architektur sollten unbedingt die örtliche Große Synagoge besuchen, die die zweitgrößte in Europa und die drittgrößte der ganzen Welt ist.

5. Burg Loket (Elbogen)

Wenn du Orte mit einer ordentlichen Portion düsterer mittelalterlicher Atmosphäre magst, wird dich die majestätische Burg Loket (Elbogen) vollkommen begeistern. Sie erhebt sich auf einem markanten Felssporn, der fast ringsum von der Eger umflossen wird, was ihr in der Vergangenheit zu Recht den Ruf einer uneinnehmbaren Landesfestung einbrachte. Der Anblick der Burgsilhouette, die sich auf der Wasseroberfläche spiegelt, ist wirklich atemberaubend.

Die Geschichte dieses Ortes ist unglaublich reich, und seine kühlen steinernen Mauern haben viel erlebt. Auf seinen Streifzügen durch die böhmischen Länder weilte hier oft auch der berühmte deutsche Dichter Goethe, den die romantischen Szenerien und die wilde Natur tief zu weiterem literarischen Schaffen inspirierten. Die Unterstadt mit ihren verwinkelten Gassen lädt geradezu zu einem Nachmittagskaffee und zum Aufsaugen der historischen Atmosphäre ein.

Interessant ist, dass die Fotogenität der altehrwürdigen Burg und des angrenzenden Städtchens auch den Blicken der Hollywood-Filmemacher nicht entging. Hier wurde nämlich die Eröffnungsszene des beliebten Bond-Films Casino Royale gedreht, sodass du durch genau dieselben Gassen spazieren kannst wie der legendäre Agent 007 in der Darstellung von Daniel Craig.

💡 Tipp: Da es sich um eine sehr beliebte Sehenswürdigkeit handelt, solltest du die aktuellen Öffnungszeiten und Ticketpreise vorab auf der offiziellen Website prüfen, damit du nach der Anreise nicht enttäuscht wirst.

6. Petschau (Bečov nad Teplou)

Das Schloss in Petschau (Bečov nad Teplou) ist ein faszinierender Ort, der einen Schatz von unschätzbarem Wert birgt, und Scharen von Touristen aus ganz Europa strömen hierher. An einem Ort verschmilzt hier nämlich auf sehr einzigartige Weise eine ursprüngliche mittelalterliche Burg mit einem eleganten Barockschloss, was für sich genommen ein wunderschönes architektonisches Schauspiel und eine Meisterleistung der Baukunst bildet.

Der Hauptgrund, warum die Menschen hierherkommen, ist jedoch das faszinierende Reliquiar des heiligen Maurus. Diese reich verzierte romanische Truhe voller Edelsteine und Gold ist nach den Krönungsinsignien des heiligen Wenzel das zweitwertvollste Goldschmiededenkmal in ganz Tschechien. Ihre präzise Verarbeitung raubt einem auch nach vielen Jahrhunderten den Atem.

Die Geschichte der Wiederentdeckung dieses Kleinods erinnert an einen spannenden Kriminalroman. Das Reliquiar lag nämlich viele Jahrzehnte lang unter dem Boden der Schlosskapelle vergraben, wo es die ursprünglichen Besitzer am Ende des Krieges versteckt hatten. Erst 1985 erblickte es wieder das Licht der Welt, was bis heute als eine der größten archäologischen Entdeckungen des vergangenen Jahrhunderts gilt.

💡 Tipp: Die Besichtigung des Reliquiars ist überaus fesselnd und die Führer erzählen wirklich packend, aber die Tickets für diesen speziellen Rundgang sind in der Sommersaison sehr schnell ausverkauft.

7. Kladská und der Kaiserwald

Wenn du dem Trubel der Kurkolonnaden entfliehen und neue Energie tanken möchtest, bietet dir der Kaiserwald (Slavkovský les) ein perfektes Refugium voller Stille und reiner Natur. Das Herz dieses Schutzgebiets ist die malerische Siedlung Kladská, die inmitten tiefer Wälder liegt und aussieht, als wäre sie einem rauen skandinavischen Märchen entsprungen.

Direkt am Ufer des dunklen Kladská-Teichs steht ein wunderschönes Jagdschlösschen, das einst im Stil traditioneller norwegischer Holzbauten errichtet wurde. Seine einzigartige Architektur kontrastiert wunderbar mit den umgebenden Bäumen und der sich spiegelnden Wasseroberfläche, was zusammen eine unglaublich fotogene Szenerie für Naturliebhaber und Fotografen schafft.

Direkt vom Teich führt ein sehr einfacher Lehrpfad, der dich durch die geheimnisvolle Welt der örtlichen Torfmoore führt. Die gesamte Strecke besteht behutsam aus hölzernen Bohlenwegen, sodass sie äußerst bequem ist, du dir die Schuhe nicht nass machst und sie auch kleinere Kinder oder aktive Senioren mühelos bewältigen.

💡 Tipp: Die Strecke rund um die Torfmoore ist sehr ruhig und völlig eben, sodass du dich hier nach anstrengenderen Bergtouren wunderbar erholst und absolute Stille fernab der Zivilisation genießt.

8. Taus (Domažlice) und das Chodenland

Das Chodenland (Chodsko) ist eine stolze und urwüchsige Region, die bis heute sehr sorgfältig ihre einzigartigen Traditionen, den altertümlichen Dialekt und ihre besondere Kultur bewahrt. In der Vergangenheit hatten die Einheimischen, die sogenannten Choden, die Aufgabe, wachsam die Landesgrenze zu bewachen, wofür sie von den böhmischen Herrschern zahlreiche besondere königliche Privilegien und große Unabhängigkeit genossen.

Das natürliche Zentrum der ganzen Region ist das malerische Taus (Domažlice), dessen langgestreckten historischen Marktplatz schön restaurierte Häuser mit typischen Laubengängen säumen. Die größte Aufmerksamkeit zieht jedoch garantiert der zylindrische Kirchturm auf sich, der sichtbar schief und leicht zur Seite geneigt ist, was ihn zu einer tollen Rarität für Fotografen und einem beliebten Ausflugsziel macht.

Beim Besuch dieser Gegend umgibt dich lebendige Folklore auf Schritt und Tritt. Ob du nun den traditionellen Dudelsack spielen hörst oder die Einheimischen in reich verzierten Trachten siehst. Wenn du Mitte August herkommst, kannst du das berühmte Chodenfest voller Volksmusik und ungezügeltem Tanz erleben.

💡 Tipp: Ein Besuch in Taus kommt absolut nicht ohne die Verkostung der traditionellen reich verzierten Chodenkuchen aus, die großzügig mit Quark, Mohn und Powidl bestrichen sind.

9. Wasserburg Schwihau (Švihov)

Die Burg Schwihau (Švihov) gehört zu den allerschönsten und besterhaltenen Wasserburgen des Landes, und ihr Besuch versetzt dich zuverlässig tief in die düstere Vergangenheit. Sie besticht vor allem dadurch, dass sie bis heute einen vollständig erhaltenen und voll funktionsfähigen Wassergraben hat, der den inneren Burgkern von allen Seiten umgibt und dem Ort eine überwältigende Fotogenität verleiht.

Dieses ungemein raffinierte Verteidigungssystem machte Schwihau zu seiner Zeit zu einer sehr schwer einnehmbaren und gefürchteten Festung. Heute kannst du in Ruhe entlang der Wasseroberfläche spazieren und die mächtigen Steinmauern bewundern, die sich bei klarem Wetter wunderschön darin spiegeln und großartige Kompositionen für deine Urlaubsfotos bilden.

Wenn dir beim Anblick des inneren Burghofs das bekannte tschechische Wintermärchen in den Sinn kommt, dann liegst du gar nicht falsch. Gerade in Schwihau und seiner unmittelbaren Umgebung wurde nämlich der berühmte Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht, was sicher nicht nur die kleinen Besucher freut, sondern auch die erwachsenen Nostalgiker, die mit diesem Märchen aufgewachsen sind.

💡 Tipp: Eintrittspreise und die genauen Zeiten der Führungen ändern sich im Laufe des Jahres oft, daher solltest du alles online prüfen, bevor du zur Sehenswürdigkeit aufbrichst.

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10. Rabí und Velhartice

Auf deinen Streifzügen durch das malerische Pošumaví (Böhmerwaldvorland) stößt du auf zwei außergewöhnliche Burgperlen, die du auf deiner Reise auf keinen Fall auslassen solltest. Die erste ist das majestätische Rabí, die größte Burgruine Tschechiens, deren riesige Fläche und massive Mauern dir schon beim ersten Anblick buchstäblich den Atem rauben.

Beim Spaziergang durch dieses weitläufige mittelalterliche Areal kannst du dir leicht vorstellen, wie riesig und militärisch bedeutend diese Burg einst war. Von ihrem höchsten erhaltenen Turm bietet sich außerdem ein wunderschöner Rundblick in die weite Umgebung, der die kleine Mühe beim Erklimmen der Stufen definitiv wert ist.

Nur ein kleines Stück weiter liegt die malerische und sehr gut erhaltene Burg Velhartice, die vor allem für ihre einzigartige gotische Architektur berühmt ist. Ihr größter Stolz und ihre absolute Besonderheit ist eine mächtige steinerne Brücke, die auf sehr ungewöhnliche Weise zwei Hauptburgtürme hoch über dem Boden verbindet und dem Denkmal sein unverwechselbares Aussehen verleiht.

💡 Tipp: Beide Burgen liegen sehr nahe beieinander und lassen sich so bequem an einem Nachmittag schaffen, sodass du dir eine perfekte Burgenrunde zusammenstellen kannst.

11. Schloss Königswart (Kynžvart)

Schloss Königswart (Kynžvart) ist ein unglaublich elegantes klassizistisches Anwesen, das in der Geschichte untrennbar mit einer der markantesten Gestalten der europäischen Politik verbunden ist. Lange Jahre gehörte es nämlich dem berühmten österreichischen Kanzler Metternich, der es zu einem höchst repräsentativen Ort für geheime Treffen der damaligen weltpolitischen Elite ausbaute.

Bei der Führung durch die wunderschön eingerichteten Schlossinterieurs bewunderst du umfangreiche historische Sammlungen, die der einflussreiche Kanzler im Laufe seines Lebens zusammentrug. Die Schlossbibliothek und vor allem das berühmte Kuriositätenkabinett bergen Objekte aus aller Welt, die eindeutig vom enormen Einfluss des Besitzers zeugen, von seinem Reichtum und seiner unstillbaren Reiseleidenschaft.

Zu den allerwertvollsten Schätzen gehört ein Objekt, das du hier inmitten der Antiquitäten vielleicht gar nicht erwarten würdest. In den hiesigen Sammlungen wird nämlich unter strengen Bedingungen sorgfältig eine der allerältesten erhaltenen Fotografien der Welt aufbewahrt, eine sogenannte Daguerreotypie, die Metternich als Geschenk direkt von ihrem berühmten Erfinder erhielt.

💡 Tipp: Das Schloss ist von einem weitläufigen und sorgfältig gepflegten englischen Park umgeben, der ideal für lange, ruhige Spaziergänge nach der Besichtigung der Interieurs ist.

12. Sankt Joachimsthal und der Keilberg

Sankt Joachimsthal (Jáchymov) ist eine Bergstadt mit einer unglaublich bewegten und stellenweise sehr rauen Geschichte, die versteckt in einem tiefen Tal des Erzgebirges liegt. In die Weltgeschichte der Medizin ging sie als Ort ein, an dem die weltweit ersten Radonbäder entstanden, die bis heute sehr erfolgreich Menschen mit komplizierten Erkrankungen des Bewegungsapparats helfen.

In früherer Zeit war die Stadt weit und breit für den mächtigen Silberbergbau und die Prägung von Münzen namens Taler bekannt. Gerade aus diesem berühmten Joachimsthaler Taler entstand durch allmähliche sprachliche Entwicklung das weltweit bekannte Wort Dollar, was ein absolut faszinierendes historisches Detail ist, das vor dem Besuch der Stadt kaum jemand ahnt. Erkundenswert ist auch das nahe Bergwerk Svornost, das sich stolz mit dem Titel des ältesten noch in Betrieb befindlichen Bergwerks in ganz Europa schmückt.

Direkt über Sankt Joachimsthal erhebt sich dann majestätisch der Keilberg (Klínovec), der mit seinen 1.244 Metern der höchste Gipfel des gesamten Erzgebirges ist. Obwohl die Stadt in der Karlsbader Region liegt, gehört sie geografisch und touristisch ganz natürlich zu Westböhmen und bietet hervorragende Bedingungen für Skifahrer und Sommertouristen.

💡 Tipp: Auf den Gipfel des Keilbergs kannst du dich bequem mit einer modernen Seilbahn bringen lassen, wenn du dir den steilen Aufstieg sparen und dich gleich an den atemberaubenden Ausblicken erfreuen möchtest.

13. Manětín

Das Städtchen Manětín gehört zwar nicht zu den bekanntesten und meistbesuchten Reisezielen, aber wer einmal hierher kommt, ist meist vollkommen bezaubert. Wegen seiner einzigartigen und gut erhaltenen Architektur wird es oft und ganz zu Recht als Barockperle Westböhmens bezeichnet – ein Titel, den dieser Ort zweifellos verdient.

Wenn du in Ruhe durch die örtlichen Gassen und den historischen Marktplatz spazierst, verstehst du sofort, warum. Die ganze Stadt ist nämlich buchstäblich mit einer Vielzahl wunderschöner Barockstatuen übersät, die reich die Zugangswege, alten Brücken und weitläufigen Plätze direkt vor dem örtlichen Schloss schmücken.

Das Schloss Manětín selbst bildet das natürliche Zentrum der ganzen Stadt, und seine detaillierte Besichtigung bringt dir das alltägliche Leben des damaligen Adels wunderbar näher. Es ist ein magischer Ort, wo die Zeit stehen geblieben ist und eine herrliche Ruhe herrscht, die meilenweit vom hektischen Treiben großer Touristenzentren und überfüllter Kolonnaden entfernt ist.

💡 Tipp: Wenn du einen schönen historischen Ort ohne allgegenwärtige Touristenmassen suchst, ist Manětín eine absolut perfekte Wahl für einen ruhigen Nachmittag voller Geschichte und Stille.

14. Der Böhmische Wald und Přimda

Der Böhmische Wald (Český les) ist ein vernachlässigtes Gebirge, das sich unmittelbar entlang der Staatsgrenze zu Deutschland erstreckt und sehr oft als der ruhigere Bruder des viel bekannteren Böhmerwalds (Šumava) bezeichnet wird. Du findest hier absolut unberührte Natur, tiefe dunkle Wälder und geheimnisvolle verschwundene Dörfer, was ihn buchstäblich zum Paradies für Liebhaber der Einsamkeit und langer, von niemandem gestörter Streifzüge durch die wilde Natur macht.

Auf einem der markanten Hügel des Böhmischen Waldes erhebt sich sehr stolz die Ruine der Burg Přimda, die einen sehr bedeutenden historischen Rekord hält. Laut Historikern handelt es sich nämlich um die älteste erhaltene steinerne Burg auf dem Gebiet Tschechiens, deren reiche und bewegte Geschichte bis in die erste Hälfte des zwölften Jahrhunderts zurückreicht.

Der Weg zur Ruine führt zwar auf einen steileren, bewaldeten Hügel, aber die altertümliche Atmosphäre des mächtigen steinernen Turms ist die körperliche Anstrengung definitiv wert. Vom windigen Gipfel des Hügels eröffnet sich außerdem ein schöner Blick in die umliegenden Wälder und auf den endlosen Grenzstreifen, wo du keine Menschenseele triffst.

💡 Tipp: Die Eintrittspreise und die genauen Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeit solltest du lieber auf der Website prüfen, bevor du dich auf den Weg den Hügel hinauf zu dieser historischen Rarität machst.

15. Die historische Unterwelt von Pilsen

Wenn du schon die architektonischen Schönheiten von Pilsen an der Oberfläche bewunderst, solltest du auf keinen Fall auslassen, was sich darunter verbirgt. Unter dem historischen Zentrum der Stadt befindet sich nämlich eines der ausgedehntesten unterirdischen Labyrinthe in ganz Mitteleuropa, das beachtliche zwanzig Kilometer misst und eine absolut faszinierende Welt für sich bildet.

Dieses unglaublich verworrene System enger Gänge, tiefer Keller und alter Brunnen entstand nach und nach schon seit dem vierzehnten Jahrhundert. Die örtlichen Bürger legten es direkt unter ihren Häusern an, um dort in der Kühle Lebensmittel und Fässer reifenden Bieres aufzubewahren, oder um in Kriegszeiten einen sicheren und schnell erreichbaren Zufluchtsort für ihre Familien zu haben.

Heute ist ein Teil dieser geheimnisvollen Unterwelt sicher für die Öffentlichkeit zugänglich, und mit einem fachkundigen Führer kannst du in die dunklen und kühlen Gänge eintauchen. Während der einstündigen Führung erfährst du viele interessante Fakten aus der Geschichte der Stadt und siehst mit eigenen Augen, wie raffiniert das gesamte Sandsteinsystem einst verbunden und genutzt wurde.

💡 Tipp: In der tiefen Unterwelt ist es auch im heißen Sommer ziemlich kühl, die Temperaturen halten sich um sechs Grad, also vergiss nicht, eine leichte Jacke oder einen wärmeren Pullover einzupacken.

Westböhmen mit Kindern: die besten Familientipps

Reisen mit Kindern erfordert etwas andere Planung, aber Westböhmen ist auf kleine Reisende bestens vorbereitet. Ich habe für dich die besten Orte ausgewählt, an denen sich die Kinder garantiert beschäftigen und du gleichzeitig deinen Urlaub in vollen Zügen genießt.

Zoo Pilsen und DinoPark

Der zoologische und botanische Garten in Pilsen gehört zu den allerbesten und schönsten des Landes, und du verbringst hier problemlos einen ganzen Tag mit dem Beobachten der Tiere. Der ganzjährige Grundeintritt für einen Erwachsenen kostet rund 10 € (240 Kč), Kinder von drei bis fünfzehn Jahren, Studenten und Senioren zahlen etwa 7 € (170 Kč). Wenn du als Familie kommst, kostet das günstige Ticket für vier Personen (zwei Erwachsene und zwei Kinder) rund 32 € (780 Kč) und für fünf Personen etwa 37 € (910 Kč). Im Ticketpreis ist gleich ein kleiner Beitrag für die Artenschutzprogramme enthalten, den du an der Kasse gegebenenfalls ablehnen kannst.

Wenn du von April bis Oktober herkommst, verpasse auf keinen Fall den benachbarten DinoPark voller riesiger beweglicher Dinosauriermodelle, denn außerhalb dieser Monate ist das Areal für die Öffentlichkeit komplett geschlossen. Das Kombiticket für beide Areale kostet rund 18 € (430 Kč) für einen Erwachsenen und etwa 13 € (320 Kč) für ein Kind, wobei eine Familie mit zwei Kindern rund 58 € (1.410 Kč) zahlt. Ein großer Vorteil ist, dass du mit online oder am Automaten gekauften Tickets über den QR-Code den schnellen Vorrangkorridor an der unteren Kasse nutzen und so langen Schlangen entgehen kannst.

Techmania und 3D-Planetarium

Das Techmania Science Center in Pilsen ist die absolute Rettung für Regentage, und die riesige ehemalige Škoda-Halle bietet Kindern Raum, in dem sie bedenkenlos alles anfassen und die verschiedensten physikalischen Experimente ausprobieren können. Der Grundeintritt beträgt rund 11 € (280 Kč) pro Person und gilt völlig einheitlich für alle Besucher ab vier Jahren, es wird also kein Unterschied zwischen Kindern, Erwachsenen oder Studenten gemacht. Kleinere Kinder bis einschließlich drei Jahren haben zu allen Ausstellungen freien Eintritt.

Familien oder größere Gruppen können clever den Gruppeneintritt nutzen, bei dem vier Personen zusammen rund 43 € (1.040 Kč), fünf Personen etwa 47 € (1.140 Kč) und sechs Personen etwa 51 € (1.240 Kč) zahlen. Ein großer Vorteil ist, dass alle faszinierenden Vorstellungen im 3D-Planetarium bereits im Grundpreis enthalten sind, es fällt nur eine kleine Gebühr von rund 1 € (30 Kč) für die notwendige Reservierung eines bestimmten Platzes im Saal an. Diese Reservierung musst du spätestens eine halbe Stunde vor Filmbeginn vornehmen, denn bei verspätetem Kommen wirst du aus Sicherheitsgründen nicht mehr in den Kinosaal gelassen.

Boheminium: Tschechien in Miniatur

Wenn du zum Bewundern der Architektur nach Marienbad fährst, nimm die Kinder unbedingt in den sehr beliebten Park Boheminium mit, der oben über der Stadt liegt. Dieses weitläufige und sorgfältig gepflegte Areal ist voller perfekt gearbeiteter Modelle tschechischer Sehenswürdigkeiten im einheitlichen Maßstab eins zu fünfundzwanzig, was Kinder meist sehr begeistert, weil sie die Burgen schön aus der Vogelperspektive betrachten können.

In einer einzigen Stunde durchquerst du so mit der ganzen Familie fast ganz Tschechien, von der Burg Karlstein bis zum Fernsehturm Ještěd bei Liberec. Die Anlage des Parks ist zudem wunderschön in die umgebende Waldnatur eingebettet, sodass du hier einen angenehmen Spaziergang an der frischen Luft genießt und die Kinder die detailreichen Modelle schön von allen Seiten erkunden können. Es ist schlichtweg eine absolut großartige Möglichkeit, sie spielerisch mit tschechischer Geschichte und Geografie vertraut zu machen, ohne dass sie sich dabei langweilen.

Mit dem Kinderwagen durch SOOS und über die Kolonnaden

Reisen mit den kleinsten Kindern im Kinderwagen kann manchmal eine große logistische Herausforderung sein, aber die Kurstädte sind für diese Zwecke wie geschaffen. Die breiten Kolonnaden in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad sind absolut eben, barrierefrei und schön hergerichtet, sodass man hier mit dem Kinderwagen völlig problemlos und ohne unnötiges Rütteln unterwegs ist. Wenn du in Karlsbad zum Aussichtsturm Diana hinauf willst, lädst du den Kinderwagen einfach in die örtliche Standseilbahn und sparst dir den steilen Aufstieg.

Eine sehr angenehme Überraschung für Familien ist dann das Naturreservat SOOS unweit von Franzensbad. Der gesamte Lehrpfad durch die sumpfigen Torfmoore und entlang der blubbernden Mofetten besteht aus einem breiten hölzernen Bohlenweg, sodass er absolut zuverlässig mit dem Kinderwagen befahrbar ist. Die kleinen Forscher werden vom blubbernden Schlamm begeistert sein, und du genießt einen entspannten Spaziergang, ohne den Kinderwagen über Wurzeln und große Steine tragen zu müssen, was in normalen Wäldern oft eine Qual ist.

Wo du in Westböhmen essen kannst

Beim Spaziergang durch die Kurstädte steigt dir an jeder Ecke ein wunderbarer süßer Duft in die Nase. Sündigen ist hier nämlich Pflicht, und die warmen Karlsbader Kuroblaten, direkt am Fenster gekauft, sind schlicht ein Muss, das du dir im Urlaub nicht versagen darfst.

In den kleinen Cafés an den Kolonnaden findest du eine unerschöpfliche Auswahl an köstlichen süßen Nachspeisen, hausgemachten Torten und leckerem Kurgebäck, das perfekt zum Nachmittagskaffee nach einem anstrengenden Tag passt. Wenn du etwas weiter südlich ins Chodenland fährst, halte unbedingt nach den traditionellen Chodenkuchen Ausschau, die reich mit Quark, Mohn und Powidl verziert sind.

Liebhaber des goldenen Gerstensafts sollten das ikonische Pilsner Bier nicht vergessen, und Besucher von Karlsbad schätzen wiederum oft den berühmten Kräuterlikör Becherovka, den man hier scherzhaft die dreizehnte Quelle nennt. Was die örtliche deftige Klassik angeht, loben Reisende in den örtlichen Gasthäusern sehr oft den Pilsner Gulasch oder das traditionelle Schweinsbraten mit Knödel und Kraut, das zur tschechischen Kultur einfach dazugehört und dir in den Restaurants an jeder Ecke begegnet.

Praktische Tipps: Anreise, Kursaison und Reservierungen

Die Reise nach Westböhmen ist heute sehr bequem, und aus Deutschland erreichst du die Region wirklich einfach. Aus München oder Nürnberg fährst du bequem mit dem Auto nach Karlsbad oder Pilsen, was dich nur wenige Stunden kostet und dir das komplizierte Herumirren auf Nebenstraßen erspart. Denk daran, dass du für die Fahrt auf tschechischen Autobahnen eine elektronische Vignette benötigst.

Wenn du das ganze Bäderdreieck besuchen möchtest, lassen sich die Hauptstädte an einem verlängerten Wochenende schaffen. Die Fahrten zwischen ihnen sind überhaupt nicht anstrengend, zum Beispiel dauert die Fahrt von Karlsbad nach Marienbad mit dem Auto nur etwa fünfundvierzig Minuten, sodass du dir in einer der Städte eine Basis einrichten und Ausflüge in die Umgebung unternehmen kannst.

Während der Sommerhauptsaison und zur Zeit des Karlsbader Filmfestivals sind die Unterkünfte lange im Voraus ausgebucht. Wenn du den größten Menschenmassen entgehen willst, empfehle ich dir, lieber in den Böhmischen oder Kaiserwald zu fahren, wo du auch mitten im Sommer Ruhe findest und die Natur in aller Stille genießt.

Wohin als Nächstes

Häufig gestellte Fragen

Westböhmen ist eine Region, nach der mich die Leute ständig fragen, deshalb habe ich für dich die häufigsten Fragen zusammengestellt. Du findest hier schnelle Antworten darauf, wie lange du in der Region bleiben solltest, wohin du mit Kindern fahren kannst oder wann die beste Zeit für einen Besuch ist.

Wie viele Tage brauche ich für den Besuch des Bäder-Dreiecks?

Für einen schnellen Rundgang durch alle drei Städte, also Karlsbad, Marienbad und Franzensbad, reicht ein verlängertes Wochenende, also etwa drei Tage. Wenn Sie sich jedoch auch einige Entspannungsbehandlungen gönnen, in Ruhe an den Kolonnaden entlangschlendern und die umliegende Natur genießen möchten, empfehle ich Ihnen, für diese malerische Ecke mindestens fünf bis sieben Tage einzuplanen.

Gibt es in der Techmania unterschiedliche Eintrittspreise für Kinder und Erwachsene?

Nein, die Techmania hat einen sehr einfachen Einheitspreis von 11 € für alle Besucher ab vier Jahren, es wird also nicht zwischen Kinder- und Erwachsenentickets unterschieden. Es gibt aber vergünstigte Familien- oder Gruppenkarten, die sich für größere Familien lohnen, und ein riesiges Plus ist, dass Kinder bis drei Jahre kostenlosen Eintritt zu allen Ausstellungen haben.

Ist im Eintrittspreis zur Techmania auch der Besuch des 3D-Planetariums enthalten?

Ja, die Vorführung im modernen 3D-Planetarium ist im Grundpreis des Eintrittstickets enthalten, Sie zahlen also nichts extra dafür. Sie müssen jedoch eine kleine Gebühr von 1 € für die Platzkarte bezahlen, die Sie unbedingt spätestens dreißig Minuten vor Beginn der Vorführung reservieren müssen, sonst werden Sie aus Sicherheitsgründen leider nicht mehr hineingelassen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Pilsener DinoPark?

Der beliebte DinoPark ist für Besucher nur in der Sommersaison geöffnet, konkret von Anfang April bis Ende Oktober. Außerhalb dieser Monate ist das Dinosauriergelände vollständig geschlossen, und im Zoo von Pilsen werden im Winter nur separate ermäßigte Tickets für den Zoo ohne Aufpreis für diese Attraktion verkauft.

Lässt sich Westböhmen gut mit Kinderwagen bewältigen?

Auf jeden Fall, die Kurstädte sind für Familien bestens vorbereitet! Alle Städte haben wunderschön ebene und sorgfältig gepflegte Kolonnaden, die für das Fahren mit Kinderwagen absolut ideal sind. Ohne Probleme und unnötiges Ruckeln können Sie auch durch das Naturschutzgebiet SOOS fahren, wo über die Sümpfe ein sehr komfortabler und ausreichend breiter Holzbohlenweg führt.

Was ist das Reliquiar des Heiligen Maurus und wo finde ich es?

Es ist eine unglaublich reich verzierte romanische Truhe voller Edelsteine, die nach den Krönungsinsignien des Heiligen Wenzel das zweitwertvollste Goldschmiededenkmal in ganz Tschechien ist. Im Jahr 1985 wurde sie nach langen Jahren unter dem Boden einer Kapelle vergraben entdeckt, und heute können Sie sie auf dem Schloss in Petschau an der Tepl im Detail betrachten.

Wo finde ich den höchsten Berg dieser Region?

Der höchste Punkt der Region ist der Berg Keilberg, der 1.244 Meter misst und majestätisch im Erzgebirge direkt über der Stadt Joachimsthal aufragt. Hinauf können Sie eine sehr schöne und etwas anspruchsvollere Wanderung unternehmen oder sich bequem mit der modernen Seilbahn hinauffahren lassen, was vor allem Familien mit kleineren Kindern zu schätzen wissen.

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Wilder Kaiser Österreich und Ellmau: 12 Tipps und Bergdoktor-Drehorte 2026

Jedes Jahr sitzen Millionen Zuschauer vor dem Fernseher, um die Geschichte eines sympathischen Arztes vor der Kulisse gewaltiger Alpengipfel zu verfolgen. Der Clou dabei: Die berühmteste deutsche Arztserie wird gar nicht in Deutschland gedreht. Diese atemberaubende Bergkulisse liegt in Wahrheit im Nachbarland Österreich, genauer gesagt in der Tiroler Region Wilder Kaiser. Der Wilder Kaiser in Österreich ist genau der Ort, an dem all die romantischen Aufnahmen entstehen.

Es ist vielleicht ein kleines Paradox, aber gerade die Tiroler Dörfchen unter dem mächtigen Kalkmassiv verleihen der ganzen Geschichte die richtige romantische und unverwechselbare Atmosphäre. Und selbst wenn du noch nie eine einzige Folge gesehen hast, wird dich dieser Winkel der Alpen garantiert in die Knie zwingen. Auf relativ kleiner Fläche findest du hier nämlich wunderschöne Bergseen, malerische Holzhöfe und Hunderte Kilometer bestens gepflegter Wanderwege.

Du bekommst hier 12 Tipps, was du am Wilder Kaiser sehen und erleben kannst – vom türkisfarbenen See oberhalb von Scheffau bis zu den Hütten unter den Kalkwänden. Ich erkläre dir auch, warum so viele Leute die Filmdörfer verwechseln, wie du auf die Führung durch die berühmte Praxis kommst und wo du übernachtest, damit du nirgends weit hast.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Österreich, nicht Deutschland: Sämtliche Außenaufnahmen der beliebten Serie entstehen im österreichischen Tirol unter dem Massiv des Wilden Kaisers.
  • Vier Hauptdörfer: Die Region besteht aus den Orten Ellmau, Going, Scheffau und Söll, wobei jeder eine etwas andere Atmosphäre hat.
  • Die Praxis steht in Ellmau: Der berühmte Hinterschnabl-Hof, der als Filmklinik dient, liegt oberhalb des Dorfes Ellmau.
  • Den Gruberhof suchst du in Söll: Das Wohnhaus des Hauptdarstellers (in Wirklichkeit der Köpfinghof) steht nicht in Ellmau, sondern im Nachbarort Söll und ist ab Mai 2026 zugänglich.
  • Begrenzte Führungen: Die kommentierten Besuche der Praxis finden nur montags und freitags für maximal 16 Personen statt und erfordern eine Reservierung.
  • Das Juwel der Region: Der Hintersteiner See oberhalb von Scheffau gilt als sauberstes Naturbadegewässer in ganz Tirol.
  • Wann losfahren: Die beste Zeit für einen Besuch ist Ende Mai und Juni, wenn die Wiesen blühen, oder die Wintermonate für Skifahrer.
  • Wichtigster Tipp: Buche deine Unterkunft und eventuelle Führungen weit im Voraus – in der Hauptsaison ist die Region hoffnungslos ausgebucht.

Wo die Region liegt und wie du hinkommst

Die Region Wilder Kaiser findest du im nördlichen Zipfel des österreichischen Tirol, nur ein Stück von der Grenze zum bayerischen Nachbarland entfernt. Die ganze Region ist eingekeilt zwischen der mächtigen Kalkmauer des Gebirgszugs Wilder Kaiser im Norden und den etwas sanfteren, grünen Kitzbüheler Alpen im Süden. Genau dieser dramatische Kontrast macht den Ort zur absolut perfekten Filmkulisse. Die Region besteht aus vier Hauptdörfern, von denen jedes ein etwas anderes Erlebnis bietet und einen Besuch wert ist.

Am bekanntesten ist zweifellos Ellmau, das als inoffizielle Hauptstadt des gesamten TV-Wahnsinns gilt und die meisten Services bietet. Gleich daneben liegt Going, ein sehr ruhiger und kleiner Ort mit einem schönen historischen Dorfplatz. Der Dritte im Bunde ist Scheffau, das als Tor zu den Bergseen dient, und den Reigen schließt Söll, das größte Dorf, das eine sehr lebendige Atmosphäre und reges Nachtleben bietet.

Die Anreise mit dem Auto aus Deutschland ist recht einfach und dauert dich von München aus rund zwei Stunden reine Fahrzeit, von Frankfurt oder Berlin entsprechend länger. Die schnellste Route führt in der Regel über München direkt nach Süden zur österreichischen Grenze. Wenn du aus dem Norden kommst, wählst du am besten die Autobahn über München oder Salzburg. Vergiss aber nicht, dir rechtzeitig die österreichische Vignette zu besorgen, die für die Fahrt auf den dortigen Autobahnen absolut unerlässlich ist.

Wenn du das Flugzeug bevorzugst, findest du die nächstgelegenen großen Flughäfen in Innsbruck, Salzburg und München. Von Berlin oder Frankfurt fliegst du mit Lufthansa, Eurowings oder Condor bequem nach München oder Innsbruck. Von dort ist es in die Region nur noch eine bis zwei Stunden mit dem Mietwagen oder einem bequemen Flughafentransfer. Der Vorteil des eigenen Autos ist aber die enorme Flexibilität vor Ort, denn das Pendeln zwischen den einzelnen Dörfern und Talstationen der Bergbahnen ist mit dem Auto ungleich einfacher.

Wann du zum Wilder Kaiser fahren solltest – Wetter und beste Reisezeit

Die Wahl des richtigen Termins ist für einen Besuch dieses Tiroler Juwels absolut entscheidend. Die Hauptsommersaison läuft von Juni bis September, wenn das Wetter am stabilsten ist und die Temperaturen zum Wandern und Baden einladen. Du musst aber damit rechnen, dass die Region im August aus allen Nähten platzt, denn hier treffen normale Touristen auf Scharen begeisterter TV-Fans.

Wenn du die Berge etwas ruhiger genießen willst, empfehle ich dir wärmstens, Ende Mai oder im Juni loszufahren. In dieser Zeit färben sich die Almwiesen mit Millionen Blüten, die Berggipfel tragen noch Schneereste und die meisten Berghütten öffnen bereits ihre Türen für die ersten Gäste. Es ist auch die Zeit, in der die Natur in unglaublichen Farben erwacht und die beliebten Wanderwege noch relativ leer sind.

Wintersportler sollten sich den Zeitraum von Dezember bis März in den Kalender schreiben. Die ganze Region verwandelt sich dann in einen riesigen Schneespielplatz und wird Teil des gigantischen Skigebiets SkiWelt, das zu den allerbesten in Europa zählt. Die Dörfchen unter der Schneedecke bekommen zudem einen unglaublich romantischen Zauber, wie aus einer Weihnachtskarte geschnitten.

Serienfans müssen eine wichtige logistische Sache im Kopf behalten. Die Dreharbeiten für neue Folgen laufen vom späten Frühling bis in den Herbst, damit die Macher Material für die Sommer- und die sogenannten Winterszenen bekommen. Das bedeutet, dass während deines Besuchs manche konkreten Drehorte vorübergehend gesperrt sein können, weil das Filmteam vor Ort ist. Andererseits hast du gerade in diesen Monaten die größte Chance, deine Lieblingsschauspieler irgendwo auf dem Dorfplatz live zu erspähen.

12 Tipps, was du am Wilder Kaiser in Österreich sehen und erleben kannst

Die folgenden zwölf Orte mischen Filmdrehorte mit dem, wofür auch Leute hierherkommen, die den Bergdoktor nie gesehen haben. Zu jedem schreibe ich dir, wie du hinkommst, wann du hinfahren solltest und worauf du achten musst.

1. Die Praxis am Hinterschnabl-Hof in Ellmau

Das hier ist der absolute Heilige Gral für alle TV-Fans. Die berühmte Praxis befindet sich im alten Bauernhof Hinterschnabl, der im Ortsteil Faistenbichl ein Stück oberhalb von Ellmau liegt. Von außen sieht das Gebäude genau so aus, wie du es vom Bildschirm kennst. Es fehlen weder die traditionellen Holzbalkone voller roter Geranien noch der perfekte Blick auf die zackigen Kalkgipfel des Kaisergebirges im Hintergrund.

Die Geschichte dieses Ortes ist dabei viel älter als die Fernsehausstrahlung selbst. Die erste schriftliche Erwähnung des Hofes stammt schon aus dem Jahr 1694, was ihn zu einem ehrwürdigen historischen Denkmal macht. Als Kulisse für die Arztpraxis des beliebten Helden dient das Anwesen durchgehend seit 2007, und seither strömen Scharen Neugieriger aus ganz Europa hierher.

Es gibt aber einen riesigen Haken, von dem viele Besucher vorher nichts wissen und dann vor Ort enttäuscht sind. Sämtliche Innenaufnahmen der Praxis werden in einem eigens gebauten Studio gedreht, nicht direkt in diesem Haus. Wenn du also einfach blindlings ohne Führung herkommst, kommst du gar nicht hinein und kannst nur ein Foto vor der geschlossenen Eingangstür machen.

💡 Tipp: Zum Hof selbst kommst du mit dem normalen Pkw nicht heran, hier gilt ein striktes Fahrverbot für Nichtanwohner. Das Auto musst du auf dem ausgewiesenen Parkplatz im Zentrum von Ellmau abstellen und dann rund zwanzig Minuten zu Fuß bei einem angenehmen Spaziergang leicht bergauf zur Praxis gehen.

2. Der Gruberhof, also der Köpfinghof in Söll

Während du die Praxis in Ellmau findest, musst du für einen Besuch des Familiensitzes der Hauptfiguren woanders hinfahren. Der Heimathof der Grubers, in Wirklichkeit Köpfinghof genannt, liegt nämlich hoch an den sonnigen Hängen oberhalb des Nachbarortes Söll. Das ist ein Irrtum, den wohl jeder zweite Tourist macht. Die Leute irren durch Ellmau und suchen vergeblich das Haus mit der Panoramaterrasse, auf der die Familie in der Serie regelmäßig frühstückt.

Dieser malerische Hof liegt auf einer Höhe von rund tausend Metern und bietet absolut unglaubliche Ausblicke ins Tal und auf die gegenüberliegenden Bergkämme. Die einheimische Familie bewirtschaftet hier bis heute ganz normal, es handelt sich also um kein leeres Freilichtmuseum, sondern um einen lebendigen, funktionierenden Bauernhof. Genau diese Authentizität verleiht den TV-Aufnahmen die richtige Tiefe und Glaubwürdigkeit.

Die gute Nachricht für alle Fans: Das Areal wird ab Mai 2026 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Bis dahin durchlief der Ort gewisse Umbauten und der Zugang war stark eingeschränkt. Ein Ausflug hierher ist auch für Leute ein tolles Erlebnis, die kein Fernsehen schauen, denn diese Bergarchitektur und der Duft von frischem Heu sind einfach unbezahlbar.

💡 Tipp: Der Weg zum Hof ist extrem steil und schmal, deshalb darfst du hier nicht mit dem eigenen Auto hinauffahren. Das örtliche Tourismusbüro hat aber eine geniale Lösung ersonnen und bietet spezielle Fahrten auf dem Anhänger hinter einem historischen Traktor an, der dich vom Zentrum Söll bis direkt auf den Hof des Köpfinghofs bringt. Das macht riesigen Spaß, und ich empfehle dir, die Tickets weit im Voraus zu kaufen.

3. Die kommentierte Führung durch die Praxis

Wenn du dich nicht mit einem Foto von außen zufriedengibst und hinter die Kulissen des Drehs blicken willst, musst du eine organisierte Tour bezahlen. Die exklusiven Führungen durch die Praxis finden nur montags und freitags statt, und das auch nur in Zeiten, in denen gerade kein Filmteam am Hof arbeitet. Du kannst also nicht einfach ein Ticket kaufen, wann immer du willst.

Die ganze Sache betreut die örtliche Agentur Top Kaiserguides, und der Treffpunkt ist immer bei ihrem Büro im Zentrum von Ellmau. Von dort geht die Gruppe gemeinsam hinauf zum Hinterschnabl-Hof. Unterwegs und am Ort selbst verraten dir die Guides jede Menge interessanter Details zur Geschichte des Gebäudes, aber vor allem servieren sie lustige Anekdoten von den Dreharbeiten selbst, die du nirgendwo sonst nachlesen kannst.

Eine wesentliche Einschränkung ist die Kapazität, denn jede Gruppe darf maximal 16 Personen haben. Das garantiert ein sehr persönliches und intimes Erlebnis, bedeutet aber andererseits, dass die Plätze unglaublich schnell weg sind. Die Guides führen dich auf den Hof, zeigen dir, wie moderne Elemente des Hauses kaschiert werden, und erklären dir die Fernsehtricks mit dem Raum.

💡 Tipp: Diese offiziellen Guide-Angebote sind in der Hauptsaison locker schon Wochen im Voraus ausverkauft. Reserviere deshalb online bequem von zu Hause aus, sobald du den genauen Termin deines Urlaubs kennst. Tickets für ähnliche Aktivitäten in der Region kannst du manchmal auch über das Portal GetYourGuide ergattern.

4. Baden im türkisfarbenen Hintersteiner See

Sobald du die Jagd nach Filmdrehorten satt hast, wird es Zeit, in die echte Tiroler Natur aufzubrechen. Der Hintersteiner See oberhalb des Ortes Scheffau ist ein wahres Naturjuwel und ein absolutes Muss für jeden Besucher. Dieser Bergsee mit unglaublich türkisfarbenem Wasser gilt aus völlig berechtigten Gründen als sauberster Naturbadesee in ganz Tirol.

Zum See kommst du vom Zentrum Scheffau in rund 45 Minuten angenehmen Gehens leicht bergauf, alternativ fährt hier auch ein regelmäßiger Wanderbus. Rund um die gesamte Wasserfläche führt ein wunderschöner Rundweg, der sich durch tiefen Wald schlängelt und in jeder Kurve einen etwas anderen Blick auf die sich spiegelnden Berggipfel bietet. Ihn zu gehen dauert rund anderthalb Stunden, und auch Familien mit Kindern schaffen ihn problemlos.

In den Sommermonaten gibt es am Ostufer ein kostenpflichtiges öffentliches Strandbad. Das Wasser im See ist zwar ziemlich kalt und erfrischt dich auch an den heißesten Tagen, aber das Gefühl, wenn du im kristallklaren Wasser umgeben von Alpenriesen schwimmst, ist einfach unbezahlbar. Am Ufer gibt es auch ein paar tolle Cafés, wo du deinen Kaffee mit Aussicht genießen kannst.

💡 Tipp: Wenn du mit dem eigenen Auto herfahren willst, komm früh am Morgen vor neun Uhr. Der kostenpflichtige Parkplatz direkt am See hat eine sehr begrenzte Kapazität und ist an sonnigen Sommertagen schon am Vormittag hoffnungslos voll. Später lässt dich die örtliche Polizei nicht mehr hinauf.

5. Die Wanderung zur Berghütte unter den Wänden des Wilden Kaisers

In Tirol zu sein und nicht ordentlich in die Berge aufzubrechen, wäre eine unverzeihliche Sünde. Die Region Wilder Kaiser war überhaupt die erste Alpenregion, die das österreichische Gütesiegel für hervorragende Wanderbedingungen erhielt. Egal, ob du ein erfahrener Bergsteiger oder nur ein gelegentlicher Ausflügler bist, die hiesige Infrastruktur wird dich mit ihrer Ausgereiftheit und Sicherheit absolut begeistern.

Rund um die Hauptorte führen rund neun perfekt markierte Tagesrundwege, die dich durch das Beste des gesamten Gebirges führen. Du kannst zwischen gemütlichen Talrouten wählen, die entlang von Bächen und blühenden Wiesen verlaufen, bis hin zu anspruchsvollen klassischen Aufstiegen zu Hochgebirgshütten, die direkt zwischen die schroffen Kalkwände gekeilt sind. Jeder Schritt enthüllt hier immer neue Panoramen.

Die Region ist unter anderem für ihr dichtes Netz traditioneller Berghütten, der sogenannten Almen, berühmt. Diese Holzhütten bieten nicht nur Zuflucht vor eventuellem Schlechtwetter, sondern funktionieren vor allem als fantastische Restaurants mit lokalen Zutaten. Zu ihnen hinaufzusteigen, sich auf die sonnige Terrasse zu setzen und die Adler zu beobachten, die über den Kämmen kreisen – das ist die beste Entspannung unter der Sonne.

💡 Tipp: Eine tolle Wahl für einen mittelschweren Ausflug ist die offiziell empfohlene Route zur Gruttenhütte. Sie liegt auf über 1.600 Metern Höhe und bietet einen absolut phänomenalen Blick über das ganze Tal. Der Weg hinauf fordert dich zwar ein bisschen, aber das Gefühl am Gipfel und die anschließende Abfahrt mit der Bergbahn ins Tal sind es auf jeden Fall wert.

6. Erkundung des Ortszentrums von Ellmau

Auch wenn wir über Ellmau schon im Zusammenhang mit der Praxis gesprochen haben, verdient das Dorf selbst deine volle Aufmerksamkeit. Es fungiert als touristisches Hauptzentrum der ganzen Region und bietet die mit Abstand beste Infrastruktur für Besucher. Du findest hier eine riesige Anzahl an Unterkünften, von luxuriösen Wellnesshotels bis zu gemütlichen, nach Holz duftenden Familienpensionen.

Ein Spaziergang durch das Zentrum ist sehr angenehm, auch wenn hier in der Saison ziemlich viel los ist. Entlang der Hauptstraße ducken sich Dutzende traditioneller Tiroler Häuser mit bemalten Fassaden und riesigen überstehenden Dächern. Du findest hier auch jede Menge hervorragender Bäckereien, wo du dir morgens frisches, knuspriges Gebäck für unterwegs kaufen kannst, sowie Lädchen mit lokalem Kunsthandwerk.

Von Ellmau startet auch die supermoderne Bergbahn Hartkaiserbahn, die dich in wenigen Minuten hoch in die Berge auf über 1.500 Meter bringt. Oben erwartet dich der riesige Kinder-Erlebnispark Ellmi’s Zauberwelt, eine wahre Rettung für alle Eltern, die ihren Nachwuchs ein paar Stunden in sicherer Bergumgebung beschäftigen müssen.

💡 Tipp: Mitten im Dorf stößt du auf die alte steinerne Pfarrkirche St. Michael. Halte unbedingt am angrenzenden kleinen Friedhof an, der typisch alpenländisch mit wunderschönen schmiedeeisernen Kreuzen gestaltet ist. Es ist ein sehr ruhiger Ort, von dem sich außerdem das Massiv des Wilden Kaisers, das direkt hinter dem Kirchturm aufragt, wunderbar fotografieren lässt.

7. Der Filmdorfplatz im Ort Going

Wenn du eine etwas intimere Atmosphäre suchst, musst du nur ein paar Kilometer ins benachbarte Going fahren. Going ist der kleinste und wahrscheinlich ruhigste Ort der ganzen großen Vier, spielt auf dem Bildschirm aber eine absolut zentrale Rolle. Gerade das hiesige historische Zentrum dient den Machern als Hauptdorfplatz des Seriendörfchens.

Wenn du dich in die Mitte des kleinen Dorfplatzes stellst, erkennst du sofort die bekannten Kulissen. Hier steht der ikonische Gasthof Wilder Kaiser, dessen Außenansicht wohl in jeder Folge eine Rolle gespielt hat. Gleich gegenüber findest du das Gebäude mit dem Apothekenschild und ein Stück weiter das klassische Dorfkirchlein. Alles das ist an einem Ort und wirkt unglaublich kompakt und gemütlich.

Im Gegensatz zu Ellmau ist hier aber deutlich weniger Betrieb und ein Minimum an kommerziellem Trubel. Die Leute kommen eher wegen der Ruhe her, um bei einem Kaffee zu sitzen oder für gemütliche Spaziergänge entlang des örtlichen Flüsschens. Es ist der ideale Ort für alle, die die echte verschlafene Atmosphäre des Tiroler Landes ohne riesige Touristenmassen aufsaugen wollen.

💡 Tipp: Im Sommer finden auf dem Platz in Going regelmäßig traditionelle Handwerksmärkte statt. Die einheimischen Bauern verkaufen hier tollen Bergkäse und Handwerker führen alte Künste vom Schnitzen bis zum Weben vor. Wenn du den richtigen Termin triffst, probier hier unbedingt das frisch gebackene Bauernbrot mit Käse.

8. Entspannung und Natur rund um Scheffau

Das dritte Dorf der Reihe, Scheffau, hat von allen Orten wohl die engste Bindung zur wilden Natur. Es fungiert als Hauptausgangspunkt zum Hintersteiner See, bietet aber weit mehr als nur einen Parkplatz am Wasser. Das Zentrum selbst liegt etwas abseits der Hauptverkehrsader, sodass es sich auch in der Hochsaison eine wunderbare Ruhe und Gelassenheit bewahrt.

In der Umgebung von Scheffau findest du fantastische Wege für den sogenannten Kneipp-Pfad, eine Heilprozedur, die auf dem abwechselnden Waten in eiskaltem Bergwasser beruht. Die örtlichen Bäche sind dafür absolut ideal, und ein Spaziergang barfuß über die Kiesel im eiskalten Wildbach weckt dich garantiert besser zum Leben als ein Liter starker Espresso.

Dieser Ort ist auch ein toller Ausgangspunkt für Familien. Die Bergbahn Brandstadlbahn bringt dich bequem in die Erlebniswelt KaiserWelt, wo Kinder riesige Holzburgen, Klettergärten und Kletterparcours erwarten, die direkt in den Alpenwald eingebettet sind. Während die Kinder an der frischen Luft toben, können sich die Erwachsenen mit Kaffee in der Hand an den Ausblicken ins Tal erfreuen.

💡 Tipp: Mach unbedingt einen gemütlichen Abendspaziergang entlang des Bachs Weißache, der durch den Ort fließt. Sein Wasser hat dank des Kalkuntergrunds eine unglaublich milchige Farbe, und das Rauschen der reißenden Strömung funktioniert als perfekte Geräuschkulisse, um nach einem anstrengenden Tag in den Bergen den Kopf freizubekommen.

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9. Das lebendige Söll und der Weg zum Gruberhof

Das westlichste der vier Dörfer ist Söll, das als größtes und lebendigstes Zentrum der ganzen Region gilt. Wenn du einen Ort suchst, wo abends wirklich was los ist und wo du zwischen Dutzenden tollen Restaurants und Bars wählen kannst, ist Söll deine klare Wahl. Die Architektur ist hier etwas weitläufiger und die Straßen pulsieren bis tief in die Nacht vor Leben.

Wie wir schon gesagt haben, befindet sich gerade in Söll der berühmte Gruberhof alias Köpfinghof, sodass früher oder später jeder Fan hierher kommt. Neben dem TV-Ruhm bietet der Ort aber auch die geniale Bergbahn zum Hexenwasser. Dieser riesige Wasser-Erlebnispark am Berg Hohe Salve lehrt Kinder wie Erwachsene, wie sie mit spielerischen Wasserelementen und Mühlen die Naturgesetze entdecken.

Söll hat außerdem von allen Orten den einfachsten Zugang zum Hauptautobahnnetz Richtung Kufstein. Das macht es zu einer sehr strategischen Basis für alle, die neben dem Massiv des Wilden Kaisers selbst auch weiter entfernte Tagesausflüge in die weite Umgebung von Tirol und Bayern unternehmen wollen.

💡 Tipp: Fahr mit der modernen Bergbahn bis auf den Gipfel des Berges Hohe Salve, der sich auf über 1.800 Meter erhebt. Auf der Spitze steht das höchstgelegene Wallfahrtskirchlein Österreichs, und vor allem eröffnet sich dir von hier ein fantastischer 360-Grad-Panoramablick auf mehr als siebzig Dreitausender.

10. Winterwahnsinn im Skigebiet SkiWelt

Obwohl die meisten Filmtouristen im Sommer in die Region strömen, hat der Winter hier seinen absolut unverwechselbaren Zauber. Die ganze Region verwandelt sich im Dezember und wird fester Teil des riesigen Skikolosses SkiWelt Wilder Kaiser–Brixental. Dieses verbundene Skigebiet in Österreich am Wilder Kaiser zählt zu den größten und modernsten Winterresorts der ganzen Welt.

Zur Verfügung stehen dir hier mehr als 280 Kilometer perfekt präparierter Pisten, auf die dich unglaubliche 90 moderne Bergbahnen und Lifte bringen. Du kannst hier eine Woche verbringen und jeden Tag auf ganz anderen Hängen fahren, ohne ein einziges Mal die Ski abschnallen oder einen Skibus nehmen zu müssen. Das System der Verbindung der einzelnen Täler ist einfach zur Perfektion getrieben.

Auch im Winter stößt du hier auf Filmdrehorte, die unter der dicken Schneeschicht ganz anders aussehen als auf den Sommeraufnahmen. Viele Wanderwege rund um die Dörfer bleiben auch für Fußgänger präpariert, sodass du dir einen romantischen Winterspaziergang zum zugefrorenen See gönnen oder einen Rodel ausleihen und eine der langen abendlichen beleuchteten Bahnen hinunterfahren kannst.

💡 Tipp: Wenn du im Winter losfährst und Skifahren dich nicht reizt, probier unbedingt die örtlichen Rodelbahnen aus. In Söll und Ellmau findest du lange Bahnen mit Abendbeleuchtung, die unglaublich viel Adrenalin und jede Menge Gelächter bieten. Rodel leihen dir bereitwillig an jeder Talstation der Bergbahn, und nach oben kommst du bequem mit der Gondel.

11. Ein Halt auf der Alm für Feinschmecker

Die österreichischen Alpen wären ohne ihre phänomenale Gastronomie nicht komplett. Bei jedem Ausflug in der Region stößt du auf unzählige hölzerne Berghütten, die hier niemand anders als Alm nennt. Ein Halt auf einer solchen Hütte ist Pflicht, denn die Kombination aus frischer Bergluft, Sonne und deftigem lokalem Essen ist einfach unschlagbar.

Die Tiroler Küche ist zwar traditionell stark fleischlastig – bekannt ist zum Beispiel ihr geräucherter Speck oder der deftige Gulasch –, aber fleischlose Gerichte findest du hier in riesiger Auswahl und sie sind absolut hervorragend. Ich empfehle dir wärmstens, die legendären Kasspatzln zu probieren, das sind kleine Käsenocken, überbacken mit einer riesigen Schicht kräftigem Alpenkäse und bestreut mit knusprigen Röstzwiebeln. Dieses Gericht sättigt dich zuverlässig für den Rest des ganzen Tages.

Ein weiterer absoluter Klassiker ist der süße Abschluss in Form des traditionellen Kaiserschmarrns. Stell dir einen riesigen, fluffigen, in Stücke gerissenen Pfannkuchen vor, großzügig mit Puderzucker bestreut und mit ehrlichem hausgemachtem Apfel- oder Zwetschgenkompott serviert. Dazu noch eine Tasse guten Kaffee mit Blick auf die Felsen – und die Vollkommenheit ist perfekt.

💡 Tipp: Auf einigen abgelegeneren Hütten hoch in den Bergen nehmen sie noch immer keine Kartenzahlung, weil dort schlicht ein stabiles Signal fehlt. Habe für alle Fälle immer genug Bargeld in Euro dabei, um eine unangenehme Situation beim Bezahlen des Mittagessens zu vermeiden, und rechne mit Preisen von rund 12 bis 18 Euro für ein Hauptgericht.

12. Ausflug nach Ramsau am Dachstein zur Serie Bergretter

Wenn du schon in Österreich bist und Spaß daran hast, Filmdrehorte zu entdecken, wäre es ein riesiger Jammer, den zweiten großen TV-Hit auszulassen. Die Serie über die alpine Bergrettung (Die Bergretter) wird in einer ganz anderen Region gedreht, konkret im steirischen Ramsau am Dachstein. Vom Massiv des Wilden Kaisers ist es mit dem Auto rund zweieinhalb Stunden Fahrt nach Osten durch das wunderschöne Salzburger Land.

Im Zentrum des Ortes Ramsau steht die berühmte Film-„Bergrettung Zentrale“, also die Bergrettungszentrale, die die Macher zwischen die örtliche evangelische Kirche und eine Reihe von Hotels gequetscht haben. Das Gebäude trägt die riesige Aufschrift Bergrettung Ramsau, aber lass dich nicht täuschen. Es ist wirklich nur eine leere Filmkulisse, die echte, funktionierende Bergrettung sitzt an einem ganz anderen Ort im Städtchen und in viel moderneren Räumen.

Ein weiterer wichtiger Anlaufpunkt für Fans ist Emilies Hof aus der Serie, der in Wirklichkeit den Namen Pernerhof trägt und ein Stück oberhalb von Ramsau liegt. Diesen Abstecher empfehle ich dir wärmstens, denn das Dachstein-Massiv selbst bietet einen ganz anderen, raueren Typ Alpennatur mit Gletschern und atemberaubenden Aussichtsplattformen, die über dem Abgrund hängen.

💡 Tipp: Wenn du dich entscheidest, beide Regionen zu einem großen Urlaub zu verbinden, plane dafür idealerweise ganze zehn bis vierzehn Tage ein. So bekommst du genug Zeit, beide Orte in Ruhe zu erkunden, die Fahrt über die Alpenpässe zu genießen, und musst dich nirgends unnötig abhetzen. Tipps für Wanderungen und eine längere Route findest du auf der offiziellen Website von Ramsau am Dachstein.

Der Bergdoktor: Was ist echt und was Studio

Nachdem wir die besten Tipps durchgegangen sind, wollen wir noch einmal die größten Missverständnisse zusammenfassen, die sich um die Dreharbeiten ranken. Vorweg: Obwohl es sich um ein Projekt des deutschen Senders ZDF handelt, entsteht keine einzige Sekunde dieser wunderschönen Alpenaufnahmen in Deutschland. Tirol hegt und pflegt diese Produktion, denn sie bringt ihm enorme Popularität und Hunderttausende treuer Touristen, die hierherkommen, um Geld auszugeben.

Große Verwirrung herrscht auch in der Geografie. Das Fernsehen erweckt den Eindruck eines einzigen idyllischen Dörfchens, aber die Praxis und der Gruberhof liegen in zwei völlig unterschiedlichen Orten – die erste in Ellmau und der zweite in Söll. Der Filmdorfplatz mit Gasthof und Apotheke wiederum befindet sich im dritten Dorf, in Going. Was der Held in der Serie in fünf Minuten zu Fuß geht, bedeutet in Wirklichkeit locker eine zwanzigminütige Autofahrt.

Die größte Enttäuschung für uninformierte Touristen ist meist der Besuch der Praxis. Sämtliche Innenaufnahmen, die du vom Bildschirm kennst, werden in einem speziellen Studio gedreht, das mit verschiebbaren Wänden und perfekter Beleuchtung ausgestattet ist. Der Hinterschnabl-Hof dient nur als Außenkulisse, sodass du dir das Innere nie ansehen kannst – dort gibt es nämlich gar nichts zu sehen.

Wenn du tiefer eindringen willst, musst du die Regeln einhalten. Die Führungen finden ausschließlich montags und freitags statt, und das für eine streng begrenzte Zahl von maximal 16 Personen. Wenn du keine rechtzeitige Reservierung hast, hast du schlicht Pech. Und vergiss nicht, dass die Dreharbeiten von Frühling bis Herbst durchgehend laufen, sodass du dich manchmal damit abfinden musst, dass deinen Lieblingsaussichtspunkt gerade Transporter mit Beleuchtern besetzen.

Wo du im Hotel am Wilder Kaiser in Österreich übernachtest

Die Region Wilder Kaiser gehört zu den teureren und begehrteren österreichischen Regionen. Das Preisniveau pro Nacht in einer ordentlichen Pension beginnt bei rund 100 € für ein Doppelzimmer, hochwertigere Hotels mit Halbpension und Wellness schießen dann problemlos über 200 € pro Nacht. Wähle deine Unterkunft immer danach aus, von welchem Dorf aus du die meisten Ausflüge unternehmen willst. Ich habe für dich ein paar konkrete Tipps für tolle Hotels vorbereitet, die hervorragend bewertet sind und mit denen du garantiert nicht danebengreifst.

  • Tirol Lodge (Ellmau): Diesen modernen Holzkomplex findest du direkt an der Talstation der Hartkaiserbahn. Sie haben einen tollen beheizten Dachpool mit Bergblick und clever gestaltete Zimmer, ideal für alle, die schon morgens in die Berge oder auf die Piste aufbrechen wollen.
  • Hotel Kaiserhof (Ellmau): Wenn du echten Luxus suchst, bietet dieses Hotel eines der besten Wellnesscenter der weiten Umgebung. Gäste loben in den Rezensionen vor allem die fantastischen Fünf-Gänge-Menüs und die riesigen verglasten Saunen.
  • Hotel Der Bär (Ellmau): Ein wunderschönes Boutiquehotel, dessen größter Anziehungspunkt der ikonische Infinity-Außenpool ist. Du badest darin und hast das Gefühl, direkt zwischen den Kalkgipfeln zu schwimmen, die sich gleich dahinter erheben.
  • Hotel Postwirt (Söll): Ein tolles traditionelles Hotel direkt im Zentrum des lebendigen Söll, das in einem historischen Gebäude aus dem 13. Jahrhundert untergebracht ist. Die Gäste lieben ihre ehrlichen Tiroler Frühstücke voller lokaler Käse und Eier von örtlichen Bauern.
  • Kaiserlodge (Scheffau): Die ideale Wahl für Familien, denn dieser Komplex bietet riesige und voll ausgestattete Apartments mit Küchenzeile, gleichzeitig aber alle Services eines klassischen Luxushotels inklusive Pool am Naturteich.
  • Stanglwirt (Going): Ein legendäres Eco-Resort, das regelmäßig auch Weltstars besuchen. Es ist zwar deutlich teurer, aber ihre eigene Bio-Farm, aus der sie das ganze Essen zubereiten, und das riesige Thermenareal machen es zu einem Erlebnis fürs Leben.
  • Hotel Alpin (Scheffau): Ein hervorragend bewertetes, ruhigeres Hotel, das etwas abseits des Hauptbetriebs liegt. Die Leute kommen vor allem wegen des unglaublich netten Personals und der wunderbaren Ruhe her, die für die abendliche Erholung entscheidend ist.

Wo du essen gehst

Die österreichische Gastronomie ist deftig, ehrlich und schmeckt in den Bergen einfach am besten. Obwohl die Tiroler Tradition stark mit Fleisch verbunden ist und du auf den Speisekarten auf Schritt und Tritt deftigen Tiroler Gulasch oder den allgegenwärtigen geräucherten Speck siehst, bietet die Region absolut fantastische Möglichkeiten auch ohne Fleisch. Konzentriere dich auf die traditionellen Berghütten hoch über dem Tal, wo aus lokalen Zutaten gekocht wird und alles bäuerliches Leben atmet.

In Scheffau loben die Leute das Restaurant und die Boutique-Pension Jägerwirt, wo die Küche ehrlich und die Portionen alpin großzügig sind. Oben über Söll kannst du im Bergrestaurant Brandstadl oder im Alpengasthof Hochsöll beim Hexenwasser einkehren, beide mit einer Aussicht, wegen der sich das Essen auf zwei Stunden zieht. In Ellmau hat das Restaurant Kaiserbad einen guten Namen, und oben am Hartkaiser gibt es ein großes Bergrestaurant direkt an der Bergstation der Bergbahn.

💡 Tipp: Auf den Hütten findest du fast immer Kaiserschmarrn, Kasspatzln (Käsenocken mit Zwiebeln) und Germknödel. Das sind fleischlose Gerichte, mit denen du dich hier auch nach einer ganztägigen Wanderung sättigen kannst. Die Tiroler Fleischklassiker sind dagegen Speck und deftiger Gulasch, die dir auf den Speisekarten auf Schritt und Tritt begegnen.

Bei deinen Streifzügen durch die Berge probier unbedingt die ehrliche Knödelsuppe mit einem riesigen Käseknödel (Kaspressknödelsuppe), die dich auch bei schlechtestem Wetter wärmt. Zum Mittagessen gönn dir dann das hervorragende Kartoffel-Gröstl, das dir in einem guten Restaurant gern in der vegetarischen Variante mit Spiegelei und Kräutern zubereitet wird. Die erwähnten Käse-Kasspatzln sind dann ein Griff auf absolute Nummer sicher, ebenso wie der riesige Heidelbeer-Germknödel, der mit einem Liter heißer Vanillesoße übergossen wird. Hunger wirst du hier garantiert nicht leiden.

Schneller Spickzettel: Filmdrehorte in der Region

Damit du vor Ort nicht völlig den Überblick verlierst, habe ich für dich eine übersichtliche Tabelle der wichtigsten TV-Orte vorbereitet. Du kannst sie dir zum Beispiel ins Handy fotografieren, damit du weißt, wohin du genau die Navigation eingibst, wenn du das richtige Dorf suchst.

Ort in der SerieRealer OrtGemeindeZugänglichkeit
ArztpraxisHinterschnabl-HofEllmauVon außen ja, Innenräume nein. Führungen Mo/Fr.
Familienhaus GruberhofKöpfinghofSöllZugänglich ab Mai 2026, Traktorfahrten.
Dorfplatz und Gasthof Wilder KaiserOrtszentrumGoingFrei zugänglicher öffentlicher Raum.
See für SommerszenenHintersteiner SeeScheffauFrei zugänglich, kostenpflichtiger Parkplatz.
Apotheke und KircheHistorischer PlatzGoingFrei von der Straße zugänglich.
Bergrettungszentrale (Bergretter)Gebäude bei der KircheRamsau am DachsteinVon außen, 2,5 Stunden vom Wilder Kaiser.
Emilies Hof (Bergretter)PernerhofRamsau am DachsteinUmgebung frei zugänglich, von außen.
Aussichten und SkiszenenSkiWelt und Hohe SalveGesamte RegionFrei zugänglich per Bergbahn und über Wege.

Wohin als Nächstes

Wenn dich die österreichischen Alpen ans Herz gepackt haben und du weitere Winkel dieses wunderschönen Landes erkunden willst, haben wir auf dem Blog jede Menge weitere Inspiration für dich. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist und eine ganze Woche zur Verfügung hast, schau unbedingt in unseren Roadtrip durch Österreich: Reiseplan für 7 Tage, wo du eine tolle Route findest, die Berge und Städte verbindet. Für die Glücklicheren unter euch, die einen längeren Urlaub haben, gibt es dann den großen Roadtrip durch Österreich: Reiseplan für 14 Tage.

Interessieren dich eher Baden und Erholung am Wasser? Dann lies unbedingt unsere große Übersicht zum Thema Österreichische Seen, wo du Tipps für die türkisfarbensten Badeplätze vom Salzkammergut bis nach Kärnten findest. Und wenn du auf dem Heimweg etwas Luxus und Sprudel suchst, darfst du unsere Auswahl der besten Erlebnisbäder und Thermen in Europa nicht verpassen.

Häufig gestellte Fragen

Wo wird die Serie Bergdoktor gedreht?

Sämtliche Außenaufnahmen und die meisten Szenen werden im österreichischen Tirol gedreht, konkret in der Region unter dem Kalksteinmassiv Wilder Kaiser. Das umfasst vor allem die Tiroler Gemeinden Ellmau, Going, Scheffau und Söll, wobei jede von ihnen für eine andere Filmlocation dient.

Kann ich mir die Praxis von innen ansehen?

Individuell ist das leider nicht möglich, weil die Innenaufnahmen im Studio gedreht werden. Sie können aber eine offizielle kommentierte Führung durch den Hof Hinterschnabl in Ellmau über die Agentur Top Kaiserguides buchen. Diese Führungen finden nur montags und freitags für maximal 16 Personen statt.

Wo finde ich den Familienhof Gruberhof?

Der Hof der Familie Gruber befindet sich nicht in Ellmau, wie viele denken, sondern hoch über der Nachbargemeinde Söll. In Wirklichkeit heißt er Köpfinghof und öffnet nach einer Pause ab Mai 2026 wieder für die Öffentlichkeit. Hinauf können Sie sich mit einer speziellen Traktorfahrt bringen lassen.

Brauche ich für Österreich eine Vignette?

Ja, wenn Sie über die österreichischen Autobahnen von der Grenze fahren (zum Beispiel über Linz oder Salzburg), ist die Vignette absolut verpflichtend. Sie können sie physisch an Tankstellen kaufen oder bequem online als digitale Vignette noch vor der Abfahrt aus Deutschland.

Kann man im Hintersteiner See baden?

Ja, Baden ist hier in den Sommermonaten absolut üblich und sehr beliebt. Der See gilt als sauberster Naturbadeplatz in Tirol. Rechnen Sie aber damit, dass es sich um einen Bergsee handelt, das Wasser ist also erfrischend und ziemlich kalt, selbst während heißer Augusttage.

Wie weit ist es nach Ramsau zur Serie Bergretter?

Die Zentrale der Bergrettung und weitere Locations aus der Serie Die Bergretter werden im steirischen Ramsau am Dachstein gedreht. Von der Region Wilder Kaiser sind es mit dem Auto etwa 2,5 Stunden Fahrt dorthin, sodass sich das relativ einfach zu einem längeren Entdeckungsurlaub kombinieren lässt.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Für Wanderungen und das Aufspüren von Locations ist Ende Mai und Juni absolut ideal, wenn noch keine Ferienmassen da sind und die Almwiesen wunderschön blühen. Die Hauptsaison dauert bis September, im Winter (Dezember–März) verwandelt sich die Region dann in das renommierte Skigebiet SkiWelt.

Sind die Filmlocations immer zugänglich?

Nicht immer. Weil die Serie laufend von Frühjahr bis Herbst gedreht wird, kann es vorkommen, dass konkrete Orte wie die Praxis oder der Dorfplatz in Going wegen der Anwesenheit des Fernsehteams und laufender Dreharbeiten vorübergehend für Touristen gesperrt sind.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Urlaub in Ostböhmen: 15 Tipps, was du sehen und erleben kannst

Ostböhmen ist eine überraschende Region, in der Sandstein-Felsenstädte, der höchste Berg Tschechiens und großartige Barockskulpturen aufeinandertreffen. Dabei ist es eine Gegend, an die bei der Urlaubsplanung die meisten Leute nicht als Erstes denken – und dann wollen sie gar nicht mehr weg. Du findest hier geheimnisvolle Täler voller Geschichte und moderne Adrenalin-Attraktionen hoch über den Wolken. Ein Urlaub in Ostböhmen lohnt sich einfach.

Wenn du einen Familienurlaub oder ein romantisches verlängertes Wochenende planst, empfehle ich dir, diese Region nicht auszulassen. Bei einem einzigen Besuch schafft man hier nämlich nicht alles. Die Natur wechselt innerhalb weniger Dutzend Kilometer von Sandsteintürmen zu Bergkämmen, und die Städte überraschen dich damit, wie viel Barock und Jugendstil in sie hineinpasst.

Bei der Reiseplanung ist es gut zu wissen, dass manche Orte eine rechtzeitige Online-Reservierung erfordern, sonst kommst du in der Saison überhaupt nicht hinein. Ich habe für dich die wichtigsten aktuellen Infos herausgesucht, damit du keine Enttäuschung vor geschlossenen Toren erlebst. Brich entspannt auf und genieße einen Urlaub voller atemberaubender Aussichten, duftendem Lebkuchen und Gemütlichkeit.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Die Adersbacher Felsen erfordern eine Reservierung: Tickets musst du online für einen bestimmten Zeitslot kaufen. Wenn sie online ausverkauft sind, bekommst du sie auch vor Ort nicht mehr.
  • Dolní Morava spart online Geld: Der Preisunterschied für eine Familie beim Kauf über den Online-Shop mit Registrierung im Vergleich zum Kauf vor Ort ist bei den Paketen riesig – kauf unbedingt im Voraus.
  • Die Seilbahn auf die Schneekoppe nimmt Kinderwagen mit: Für den Transport eines Kinderwagens zahlst du eine spezielle Gebühr, Fahrräder werden jedoch nicht nach oben befördert.
  • Das Großmuttertal ist ideal für Familien: Der Weg vom Schloss Ratibořice zum Wehr der Viktorka ist offiziell barrierefrei und perfekt für Kinderwagen.
  • Die Rutschen in Pardubice machen Pause: Die AQUA-Zone im Aquacentrum in Pardubice ist seit Mitte Juli 2026 wegen Renovierung geschlossen, es funktionieren nur die Schwimmbecken und der Sommerstrand.
  • Der Safaripark schont den Geldbeutel: An Wochentagen im Mai, Juni und September fahren Kinder bis 15 Jahre im Safaribus völlig gratis.
  • Der Stausee Rozkoš ist nichts für Spaziergänge: Der Rundweg ums Wasser führt größtenteils über eine Straße und ist nicht durchgängig begehbar – komm lieber nur zum herrlichen Baden hierher.

Wann du nach Ostböhmen aufbrechen solltest

Ostböhmen hat das ganze Jahr über etwas zu bieten, aber die touristische Hauptsaison läuft von Mai bis September. Die Frühlingsmonate sind absolut ideal für den Besuch historischer Städte und Schlösser, weil die Natur gerade erst erwacht und die Sehenswürdigkeiten an Wochenenden schon ihre Tore öffnen. Mai und Juni bieten außerdem angenehme Temperaturen zum Wandern, ohne dass du dich durch Menschenmassen kämpfen musst.

Während der Sommerferien musst du an den bekanntesten Orten mit großem Andrang rechnen. Besonders in Adersbach und auf Dolní Morava kommst du ohne sorgfältige Planung und frühes Aufstehen einfach nicht aus. Die Sommermonate sind andererseits die beste Wahl zum Baden im Stausee Rozkoš oder für einen Besuch der Freibäder. Es lohnt sich immer, einen Plan B für unerwartete Sommergewitter in der Hinterhand zu haben.

Die Herbstmonate sind absolut ideal für den Besuch der Felsenstädte und des Riesengebirges, weil die Bäume in allen Farben leuchten und die Temperaturen angenehm für lange Touren sind. Eltern mit Kindern loben vor allem den September, wenn es nicht mehr so heiß ist, aber die Attraktionen und Burgen noch geöffnet haben. Prüfe aber immer vorher die aktuellen Öffnungszeiten auf den offiziellen Websites, denn viele Sehenswürdigkeiten kürzen nach den Ferien ihre Betriebszeiten.

Der Winter in Ostböhmen lockt vor allem Liebhaber des Ski- und Langlaufs im Adlergebirge und Riesengebirge. Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) oder Pec pod Sněžkou verwandeln sich in rege Wintersportzentren mit perfekter Infrastruktur für alle Altersgruppen. Wenn du im Winter eher wegen der Kultur unterwegs bist, denk daran, dass viele Burgen und Schlösser der Region im Winter komplett schließen und erst mit dem Frühling wieder erwachen.

Wo du in Ostböhmen übernachten kannst

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist entscheidend, damit du nicht stundenlang im Auto zwischen den Ausflügen unterwegs sein musst. Anhand von Reisebewertungen habe ich großartige Orte in der ganzen Region ausgewählt, die durch ihren Gästeservice oder ihre traumhafte Lage bestechen. Bewusst habe ich verschiedene Preiskategorien aufgenommen, damit du genau nach deinem Budget wählen kannst.

Für den Besuch der Felsenstädte ist die Pension Čtyřlístek in Teplice nad Metují sehr beliebt. Gäste heben in den Bewertungen immer wieder die Besitzer hervor, die ihre Gäste angeblich regelrecht verwöhnen, sowie das tolle Frühstück. Eine Alternative am gleichen Ort ist das Podskalí Adršpach, das Familien für den saisonalen Außenpool und die strategische Lage nahe den Felsen loben. Wenn du etwas Besonderes suchst, probier die Apartments Ve Mlýně, wo du ab etwa 40 € für zwei Personen zahlst und den Charme eines renovierten alten Sägewerks genießt.

Im Riesengebirge findest du wunderbare Erholung im HOTEL PECR WELL in Pec pod Sněžkou. Reisende sind begeistert vom riesigen Außen-Whirlpool auf der Terrasse mit konkurrenzloser Aussicht auf die Berge – der Eintritt ist im Zimmerpreis inbegriffen. Wenn du nach Špindlerův Mlýn fährst, loben Eltern das Amenity Hotel & Resort Špindlerův Mlýn in höchsten Tönen, weil es etwas abseits des rege besuchten Zentrums liegt und einen eigenen Mini-Zoo mit Ziegen und Hirschen hat. Auf Dolní Morava ist das Hotel Jiřinka mit schönen Apartments beliebt – achte nur auf das Restaurant, das in den Bewertungen wegen der Essensqualität oft kritisiert wird.

In Pardubice kannst du dich auf das moderne Hotel Euro verlassen, wo ein Doppelzimmer rund 120 € pro Nacht kostet und die Gäste die tollen Matratzen sowie die zentrumsnahe Lage sehr loben. In Hradec Králové direkt unter dem Weißen Turm findest du das bezaubernde Hotel Vacek „pod Věží“, ein kleineres Hotel mit Seele und ausgezeichnetem Frühstück. Im Großmuttertal ist die Pension Na Statku – Babiččino údolí – Ratibořice ein Riesenhit, wo ein Apartment für zwei in der Hauptsaison 80 € pro Nacht kostet und ein überdachter Pool nicht fehlt. Für ein ungewöhnliches Erlebnis nahe dem Safaripark wähle das Glamping Yurt In The Wood, wo eine Nacht in der zauberhaften Waldjurte ab 185 € beginnt.

Urlaub in Ostböhmen: die 15 schönsten Orte

Schauen wir uns konkrete Tipps an, was du in dieser abwechslungsreichen Region besuchen kannst. Du findest hier alles von majestätischen Bergen über Felslabyrinthe bis zu romantischen Schlössern, sodass du dir dein Traumprogramm ganz leicht zusammenstellst. Ich habe für dich eine Liste der größten Highlights samt praktischer Details vorbereitet.

1. Adersbach-Weckelsdorfer Felsen

Diese Felsenstadt gehört zu den bekanntesten und schönsten hierzulande, aber ihre Beliebtheit fordert ihren Tribut. Der Rundweg ist etwa 3,5 Kilometer lang, dauert rund zweieinhalb Stunden und du solltest dich auf rund zweitausend Stufen einstellen. Mit dem Kinderwagen kommst du nur den ersten Kilometer bis zum Kleinen Wasserfall, danach geht es wegen der steilen Treppen wirklich nicht mehr, und kleine Kinder musst du in die Trage setzen.

Die wichtigste Regel für den Besuch ist klar: Tickets musst du online für einen bestimmten Zeitslot gekauft haben. In der Sommerhauptsaison kostet ein Erwachsenenticket online 200 Kč (rund 8 €) und vor Ort 250 Kč (rund 10 €), das Familienticket kommt online auf 550 Kč (rund 23 €) und an der Kasse auf 700 Kč (rund 29 €). Wenn die Online-Kapazität für den Tag ausverkauft ist, bekommst du vor Ort einfach keine Tickets mehr – ihr würdet mit der Familie also ganz umsonst hinfahren.

Der Spaziergang zwischen den riesigen Sandsteintürmen ist ein unglaubliches Erlebnis. Zu den bekanntesten Formationen gehören die Liebenden, der Bürgermeister mit Bürgermeisterin oder der ikonische Zuckerhut. Im Zentrum der Felsen liegt zudem ein wunderschöner kleiner See, wo du dich mit dem Boot fahren lassen und den humorvollen Erklärungen der einheimischen Fährleute lauschen kannst.

💡 Tipp: Die romantische Bootsfahrt über den kleinen See kostet 100 Kč (rund 4 €) für Erwachsene und 50 Kč (rund 2 €) für Kinder, bezahlt werden kann jedoch ausschließlich in bar. Tickets für den Kahn kaufst du erst direkt am Wasser in den Felsen, und die Fahrt läuft nur in der Sommersaison.

2. Schneekoppe und Riesengebirge

Ein Ausflug auf den höchsten Berg Tschechiens ist ein absoluter Klassiker, den jeder einmal erleben sollte. Wenn du dir den anstrengenden Aufstieg zu Fuß nicht zutraust, kannst du die bequeme Kabinen-Seilbahn aus Pec pod Sněžkou nutzen. In der Hauptsaison kostet die Rückfahrt 750 Kč (rund 31 €) für Erwachsene und 370 Kč (rund 15 €) für Kinder von 5 bis knapp 12 Jahren, während die Kleinsten unter fünf Jahren völlig gratis fahren.

Familien mit kleinen Kindern freuen sich sicher, dass die Seilbahn offiziell auch Kinderwagen befördert, und zwar zu einer Einheitsgebühr von 150 Kč (rund 6 €). Fahrräder werden dagegen leider nicht nach oben mitgenommen. Die Fahrt selbst dauert etwa eine Viertelstunde, und an der Zwischenstation Růžová hora steigt man gar nicht aus der Kabine – das Personal kontrolliert hier nur stichprobenartig die Tickets, und dann geht es weiter.

Vom Gipfel der Schneekoppe bietet sich dir ein atemberaubender Blick nach Böhmen und ins benachbarte Polen. Auf dem Gipfel selbst kannst du die Laurentiuskapelle, die moderne polnische Baude oder das beliebte Gebäude des Tschechischen Postamts besichtigen, von wo du eine Postkarte mit Sonderstempel verschicken kannst. Vergiss aber nicht, warme Kleidung einzupacken, denn das Wetter ändert sich hier unglaublich schnell.

💡 Tipp: Der Seilbahnbetreiber rät dringend, im Juli und August entweder gleich morgens bis zehn Uhr oder erst nach fünfzehn Uhr nachmittags zu fahren. Um die Mittagszeit bilden sich hier wirklich extrem lange Schlangen, und die Wartezeit zieht sich auf Stunden.

3. Špindlerův Mlýn (Spindlermühle)

Dieses berühmte Bergresort lebt nicht nur im Winter, sondern bietet auch in den Sommermonaten wunderschöne Kulissen. Reisende schätzen hier vor allem die entspannten Spaziergänge durch das Tal der Weißen Elbe, die auch weniger versierte Wanderer schaffen. Der Weg ist je nach Variante 11 bis 12 Kilometer lang und führt größtenteils über perfekt befestigten Asphaltbelag.

Es ist eine der besten Optionen für Familien, weil der Weg offiziell als Kinderwagenroute ausgewiesen ist. Unterwegs passierst du gleich mehrere schöne kleinere Wasserfälle, und hinter dem Balvanový-Wasserfall begeistert die Kinder ein toller Rastplatz mit Spielplatz. Den Ausflug kannst du bedenkenlos in einer der ganzjährig geöffneten Berghütten ausklingen lassen, wo du dich aufwärmst.

Außer dem Tal der Weißen Elbe kannst du in Špindlerův Mlýn auch zur Elbquelle aufbrechen oder Kammtouren zur Wiesenbaude unternehmen. Die Stadt selbst bietet viel Programm, von der Sommerrodelbahn über den Kletterpark bis zum modernen Aquapark, sodass dir auch dann nicht langweilig wird, wenn dich in den Bergen das typische Riesengebirgs-Regenwetter erwischt.

💡 Tipp: Nach Špindlerův Mlýn kannst du ruhig auch bei leichtem Nieselregen aufbrechen, denn der Asphaltweg durchs Tal wird nicht matschig und die Bäume schützen dich teilweise vor dem Regen. Das ist eine tolle Variante für Tage, an denen man nicht hoch auf die Kämme kann.

4. Braunauer Land und Braunauer Wände

Wenn dich die Touristenmassen in Adersbach abschrecken, brich auf und entdecke die wilde Schönheit der Braunauer Wände. Dieser lange Kamm verbirgt fesselnde Felsaussichten und romantische Schluchten, wo du nur einen Bruchteil der Besucher triffst. Für das Naturreservat wird nirgends Eintritt verlangt, und du kannst hier völlig frei auf den markierten Wanderwegen unterwegs sein.

Der größte Anziehungspunkt der Gegend ist die barocke Sternkapelle und die malerische Holzhütte im Alpenstil daneben. Von hier eröffnen sich traumhafte Ausblicke über den gesamten Braunauer Kessel, die laut vielen Besuchern regelrecht den Atem rauben. Die umliegenden Wälder sind zudem voller Heidelbeeren und seltsamer Sandsteinformationen in Pilzform, den sogenannten Steinpilzen.

Die ganze Region ist von einem Netz schmaler Pfade durchzogen, die dich durch geheimnisvolle Schluchten führen, wie etwa die beliebte Schmiedeschlucht (Kovářova rokle). Diese Pfade erfordern festes Schuhwerk und manchmal etwas Klettern über Steine, also brich hierher lieber nicht mit dem Kinderwagen auf. Für aktive Wanderer ist es aber ein absolutes Paradies voller Stille und Ruhe.

💡 Tipp: Bei deinen Streifzügen durchs Braunauer Land solltest du unbedingt im majestätischen Kloster in Broumov haltmachen. Seine historische Bibliothek und die wunderschönen Barockinterieurs lohnen die Besichtigung, und die Führungen führen dich auch durch die faszinierenden Klosterkeller.

5. Großmuttertal und Ratibořice

Der Besuch der Orte, die mit dem berühmten Werk der Schriftstellerin Božena Němcová verbunden sind, ist wie eine Zeitreise. Der Eintritt ins Schloss Ratibořice selbst kostet 200 Kč (rund 8 €) für Erwachsene, aber Kinder von 6 bis 17 Jahren zahlen günstige 60 Kč (rund 2,50 €). Der Weg vom Schloss Richtung Viktorka-Wehr ist etwa zwei Kilometer lang, und der gesamte empfohlene Familienrundweg misst angenehme fünf Kilometer.

Dieser zentrale Teil des Tals ist offiziell barrierefrei und perfekt mit dem Kinderwagen befahrbar, und alle historischen Gebäude entlang des Weges sind leicht zugänglich. Pass aber gut auf, dass du diesen gemütlichen Rundweg nicht mit dem Lehrpfad Großmuttertal verwechselst. Der ist nämlich ganze acht Kilometer lang, mittelschwer und für Kinderwagen völlig ungeeignet.

Während des Spaziergangs siehst du alle bekannten Orte aus dem Buch, darunter die Rudr-Mühle, die Alte Bleiche und die berühmte Statuengruppe der Großmutter mit den Enkelkindern. Die Umgebung des Flusses Úpa ist wunderschön gepflegt und bietet viele Bänke zum Ausruhen. Der Schlosspark in Ratibořice ist zudem frei zugänglich und voller ausgewachsener alter Bäume.

💡 Tipp: Wenn du den historischen Wassermangel bei der Alten Bleiche in Betrieb sehen willst, plane deinen Ausflug strikt für die Sommerferien. Dieses einzigartige Objekt ist nämlich nur von Anfang Juli bis Ende August geöffnet.

6. Kuks

Das barocke Hospital Kuks ist ein monumentaler Bau, der sich stolz über dem Tal der Elbe erhebt. Gegründet wurde es von Graf Špork, und heute zieht es Besucher mit seiner hervorragend erhaltenen historischen Apotheke und den wunderbaren Fresken an. Die Eintrittspreise bewegen sich im üblichen Rahmen tschechischer Sehenswürdigkeiten, aber prüfe sie vor der Abfahrt lieber auf der offiziellen Website.

Vor dem Hospital fasziniert dich die breite Terrasse mit den faszinierenden Statuen der Tugenden und Laster vom berühmten Bildhauer Matthias Bernhard Braun. Der Spaziergang durch den weitläufigen Kräutergarten ist Balsam für die Seele und duftet in den Sommermonaten unglaublich intensiv. Die Beete sind akkurat gepflegt, und du findest hier Heilkräuter, die in Kuks schon zu seiner Blütezeit angebaut wurden.

Ganz in der Nähe im Wald findest du zudem den sogenannten Braun-Betlehem, riesige Statuen, die direkt in gewachsene Sandsteinfelsen gehauen wurden. Zu diesem einzigartigen Wald-Skulpturenpark führt eine angenehme Wandermarkierung, und das Entdecken der jahrhundertealten, moosbewachsenen Statuen hat eine geradezu magische Atmosphäre.

💡 Tipp: Brich im Herbst zur traditionellen Weinlese nach Kuks auf. Der kleine örtliche Weinberg trägt tolle Trauben, und die Atmosphäre der historischen Feste im Innenhof mit Verkostung des jungen Weins ist absolut einzigartig.

7. Hradec Králové (Königgrätz)

Diese Stadt am Zusammenfluss von Elbe und Adler rühmt sich einer großartigen Architektur und des Titels „Salon der Republik“. Vom historischen Zentrum mit dem markanten Weißen Turm ist es nur ein Katzensprung in die schönen Königgrätzer Stadtwälder, die ein wahres Paradies für aktive Erholung sind. Du findest hier einen zehn Kilometer langen Rundweg auf perfektem Asphalt, der absolut ideal für Familien mit Kinderwagen oder Inline-Skate-Fans ist.

Wenn dich schlechtes Wetter erwischt, rettet dich das Stadtbad Hradec Králové. Erwachsene zahlen hier ab 135 Kč (rund 5,50 €) pro Stunde, und Kinder von einem Jahr bis 120 Zentimeter kosten nur 55 Kč (rund 2,50 €). Drinnen kannst du dich im geräumigen Becken mit künstlichem Wellengang oder auf der tollen 82 Meter langen Rutsche mit Lichteffekten austoben. Ein Kinderbecken und Whirlpool sind selbstverständlich.

Das Stadtzentrum genießt du am besten bei einem Spaziergang entlang des Ufers, das wunderschöne Jugendstil- und funktionalistische Gebäude schmücken. Wenn du Geschichte magst, steig unbedingt auf den erwähnten Weißen Turm, von dem aus du einen fantastischen Blick über die ganze Stadt hast und bei gutem Wetter bis zu den Gipfeln des Riesen- und Adlergebirges schaust.

💡 Tipp: Bei einem Spaziergang durch die Stadtwälder lass die Ritterburg (Rytířské hradiště) nicht aus. Das ist ein riesiger Holzspielplatz, direkt zwischen den Bäumen versteckt, den Kinder absolut lieben und wo sie stundenlang verweilen können.

8. Pardubice und der Kunburg

Die Stadt des Lebkuchens und der Pferderennen bezaubert dich mit ihrem Renaissance-Platz und einem schönen Schloss, in dem frei umherlaufende Pfauen wohnen. Kurz vor der Stadt erhebt sich majestätisch aus der flachen Landschaft die Kunětická hora mit ihrer schön restaurierten Burg. Der Eintritt in den Burgpalast kostet 180 Kč (rund 7,50 €), aber der riesige Vorteil ist, dass Kinder von 6 bis 17 Jahren ein ermäßigtes Ticket für nur 50 Kč (rund 2 €) bekommen und die Kleinsten gratis eintreten.

Unterhalb der Burg befindet sich das berühmte Lebkuchenhäuschen, aber pass beim Besuch gut auf. Diese Attraktion hat nämlich keine festen Öffnungszeiten und öffnet nur zu vorab angekündigten Terminen für angemeldete Gruppen. Wenn du blind ohne Reservierung dorthin fährst, stehst du fast sicher vor verschlossenen Türen und musst schnell ein Ersatzprogramm improvisieren.

Pardubice selbst ist ideal für gemütliche Spaziergänge, denn das historische Zentrum ist wunderschön restauriert und voller angenehmer Cafés. Das Schloss Pardubice bietet nicht nur Führungen, sondern auch weitläufige Wälle, die als ruhiger Park mitten im Herzen der Stadt dienen. Ein toller Ort zum Ausruhen nach einem ganztägigen Ausflug.

💡 Tipp: Die AQUA-Zone mit den Rutschen im Aquacentrum in Pardubice ist seit Mitte Juli 2026 wegen Renovierung geschlossen. Die klassischen Schwimmbecken und der Sommerstrand im Freien funktionieren aber ganz normal weiter.

9. Dolní Morava und der Wolkenpfad

Dieses Bergresort hat sich in den letzten Jahren in ein riesiges Zentrum moderner Attraktionen verwandelt. Merk dir immer, dass du hier die Tickets online mit Registrierung kaufen musst, denn die Preise vor Ort sind deutlich höher. Zum Beispiel kommt das komplette Familien-Sky-Paket (Seilbahn, Brücke und Pfad) im Internet auf 2 580 Kč (rund 106 €), während du an der Kasse abgründige 4 360 Kč (rund 179 €) zahlen würdest.

Der größte Hit ist die Hängebrücke Sky Bridge 721. Das Ticket kostet ab 390 Kč (rund 16 €) online und 620 Kč (rund 25 €) vor Ort, aber Achtung: Der Weg über die Brücke ist eine Einbahnstraße, und es herrscht striktes Zutrittsverbot mit Kinderwagen. Wenn du kleine Kinder im Kinderwagen hast, geh lieber zum benachbarten Wolkenpfad, der komplett barrierefrei ist und dessen Eintritt ab 340 Kč (rund 14 €) online beginnt.

Unter beiden luftigen Attraktionen erstrecken sich zudem die tollen Erlebnisparks „Mamutík“ voller Wasser und Klettergerüste. Der Eintritt kostet ab 310 Kč (rund 13 €), aber Kinder bis 90 Zentimeter Größe haben hier völlig freien Eintritt. Es ist ein Ort, an dem sich Familien problemlos einen ganzen langen Tag beschäftigen.

💡 Tipp: Für den Ausflug auf die Sky Bridge brauchst du keine extreme Kondition, aber du darfst nicht unter Höhenangst leiden. Der Steg schwankt in 95 Metern Höhe über dem Tal leicht, und der durchsichtige Boden verstärkt das Höhengefühl.

10. Adlergebirge und Neratov

Das Adlergebirge bietet unglaubliche Ruhe und tiefe Wälder voller alter militärischer Bunker aus der Vorkriegszeit. Der größte Magnet der ganzen Gegend ist zweifellos das wiedergeborene Dörfchen Neratov mit seiner einzigartigen Wallfahrtskirche. Diese Kirche hat ein wunderbares verglastes Dach aus dem Jahr 2007, sodass du während der Gottesdienste direkt von den Bänken aus die vorbeiziehenden Wolken und nachts die Sterne beobachten kannst.

Ein riesiger Vorteil ist, dass die Kirche selbst rund um die Uhr Tag und Nacht geöffnet ist, sodass du ihre magische Atmosphäre ruhig auch um Mitternacht ganz ohne Menschenmassen genießen kannst. Die Aussichtstürme sind für Besucher täglich von 9 bis 20 Uhr zugänglich. Eintritt wird hier nicht verlangt, aber du kannst in die Spendenbox für die weitere Restaurierung dieses wunderschönen Ortes beitragen.

Im Ort gibt es auch eine Behindertenwerkstatt und eine ausgezeichnete örtliche Brauerei, die der Verein Neratov betreibt. Das ganze Projekt hilft Menschen mit Behinderung, sich ins normale Leben zu integrieren, und verleiht diesem abgelegenen Bergdörfchen eine unglaublich starke menschliche Geschichte, die dir ans Herz geht.

💡 Tipp: Die Eintrittspreise für die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung bewegen sich im üblichen Rahmen. Kauf aber unbedingt handgefertigte Produkte von den Einheimischen oder gönn dir ein Bier in der örtlichen Kneipe – damit unterstützt du ein tolles soziales Projekt.

11. Litomyšl

Diese malerische Stadt mit riesiger kultureller Ausstrahlung steht auf der UNESCO-Liste, und ihre Einheimischen lassen nichts auf sie kommen. Ihr Herz ist das wunderschöne Renaissanceschloss, bedeckt mit tausenden Sgraffiti, neben dem in der Schlossbrauerei der berühmte Komponist Bedřich Smetana geboren wurde. Die Preise für die Führungen prüfst du am besten vorab auf der Website, denn sie werden oft je nach Saison angepasst.

Besucher loben auch sehr die Spaziergänge durch die weitläufigen Klostergärten, die frei zugänglich sind und einen fantastischen Blick über die gesamte historische Stadt bieten. Die Gärten sind voller moderner Skulpturen, plätschernder Brunnen und perfekt gepflegter Rasenflächen, wo du dich einfach mit einem Kaffee hinsetzen und die ruhige Atmosphäre genießen kannst.

Außer dem Schloss und den Gärten bietet Litomyšl auch einen wunderschönen alten Platz mit Laubengängen, der von malerischen Bürgerhäusern gesäumt ist. Einen Besuch wert ist auch das einzigartige Haus U Rytířů (Zu den Rittern), das eine wunderbar verzierte Steinfassade hat und zu den schönsten Renaissancebauten Tschechiens zählt.

💡 Tipp: Die Architektur in Litomyšl ist nicht nur historisch, sondern auch sehr modern. Die Stadt ist bekannt für das behutsame Einfügen moderner Bauten in die alte Bebauung, was auch führende Architekten aus dem ganzen Land bewundern.

12. Nové Město nad Metují und Opočno

Nové Město nad Metují bezaubert dich mit seinem wunderschönen Platz und dem Schloss mit originellen Terrassengärten. Das versteckte Ass der ganzen Umgebung ist jedoch das romantische Tal „Peklo“ (Hölle) entlang des Flusses Metuje. Dieser Weg zur Wanderhütte ist rund fünf Kilometer lang und absolut ideal für einen gemütlichen Spaziergang mit Kinderwagen oder kleinen Kindern auf dem Laufrad.

Am Ende des Tals wartet als Belohnung die Bartoň-Schutzhütte, entworfen vom berühmten Architekten Dušan Jurkovič. Diese Blockhütte ist voller geschnitzter Holzteufel, und draußen findest du einen Sandkasten, Schaukeln und eine Rutsche für die Kleinsten. Ganz in der Nähe liegt auch das wunderschöne Renaissanceschloss Opočno mit reichen Sammlungen historischer Waffen.

Das Schloss in Nové Město nad Metují lohnt die Besichtigung auch wegen der einzigartigen Holzbrücke in den Schlossgärten, die ebenfalls Dušan Jurkovič entworfen hat. Die Stadt hat ein unglaublich fotogenes, vom Fluss umgebenes Zentrum, sodass es sich lohnt, hier ruhig einen ganzen Nachmittag mit Bummeln durch die stillen Gassen zu verbringen.

💡 Tipp: In die Siedlung Peklo kannst du mit den Kleinsten auch mit dem Auto über eine schmale Asphaltstraße fahren, sodass du dir den langen Fußweg hin und zurück sparen und gleich die Gemütlichkeit an der Hütte genießen kannst.

13. Toulovcovy maštale und Polička

Das Naturreservat Toulovcovy maštale ist ein Gewirr schmaler Sandsteinschluchten und Gänge, die der Legende nach einem Raubritter als Versteck dienten. Es ist ein toller Ort zum abenteuerlichen Herumklettern mit Kindern, wobei für die Felsen selbst nirgends Eintritt verlangt wird. Pass aber bei der Planung der Aussichtspunkte auf, denn der beliebte Aussichtsturm Borůvka bleibt wegen notwendiger Reparaturen langfristig geschlossen.

Nur ein Stück von den Felsen entfernt liegt die Auffang- und Ökozentrum-Station Pasíčka, wo dauerhaft behinderte Tiere aus unserer Natur betreut werden, die nicht mehr in die Wildnis zurückkönnen. Es ist ein schönes Erlebnis vor allem für Familien, die eine gute Sache unterstützen wollen. Einen Besuch wert ist auch das nahe gelegene historische Städtchen Polička.

Polička rühmt sich einer der besterhaltenen Stadtmauern Mitteleuropas, die du mit einem Führer begehen kannst. Ein riesiger Anziehungspunkt ist auch die Geburtsstube des Komponisten Bohuslav Martinů, die sich direkt hoch im Turm der örtlichen Kirche befindet und einen tollen Blick über die Stadt bietet.

💡 Tipp: Toulovcovy maštale sind eher für größere und geschicktere Kinder geeignet – mit dem Kinderwagen kommst du in die schmalen Sandsteinspalten und auf die steinigen Waldpfade leider überhaupt nicht.

14. Grulicher Schneeberg und Králíky

Die Landschaft rund um den Grulicher Schneeberg (Králický Sněžník) ist rauer und einsamer als das bekannte Riesengebirge, was vor allem Liebhaber der Stille und unberührten Natur schätzen. Die hiesige Natur bietet tiefe Wälder und Bergwiesen mit traumhaften Ausblicken ins Tal. Der Aufstieg auf den Gipfel zum ikonischen Elefantendenkmal ist recht anstrengend, aber als Belohnung hast du das Gefühl, das Dach dieser abgelegenen Region erobert zu haben.

Die Stadt Králíky und ihre weite Umgebung ist regelrecht von einem Netz von Vorkriegs-Militärfestungen durchzogen. Viele dieser Betonbunker sind heute hervorragend restauriert und dienen als fantastische Museen unserer Militärgeschichte. Die Eintrittspreise unterscheiden sich je nach konkreter Festung und Schwierigkeit der Führung, daher empfehle ich, die Websites der einzelnen Vereine zu studieren.

Zu den bekanntesten Militärdenkmälern der Umgebung gehören die Artilleriefestung Bouda oder der Bunker U Cihelny. Die Führungen durch die unterirdischen Gänge sind ein faszinierendes Erlebnis, aber vergiss nicht, festes Schuhwerk und eine warme Jacke mitzunehmen, denn die Temperatur unter der Erde liegt ganzjährig nur knapp über dem Gefrierpunkt.

💡 Tipp: Über der Stadt Králíky erhebt sich der Muttergottesberg mit einem schönen Kloster, zu dem ein alter Kreuzweg führt, gesäumt von ausgewachsenen Bäumen. Es ist ein überaus ruhiger Wallfahrtsort mit wunderbarem Genius Loci.

15. Stausee Rozkoš und Baden

Der Stausee Rozkoš bei Česká Skalice wird oft sehr übertrieben als „ostböhmisches Meer“ bezeichnet. Gleich vorweg muss man aber sagen, dass dies wirklich kein Weg für Kinderwagen oder gemütliche Spaziergänge ist. Der gesamte Rundweg ist nämlich unglaubliche 23 Kilometer lang, führt größtenteils über eine befahrene Straße für Kraftfahrzeuge, und der Hauptdamm selbst ist überhaupt nicht begehbar.

Brich zum Rozkoš daher in erster Linie nur zum herrlichen Sommerbaden auf. Laut Messungen der Hygieniker war das Wasser bei Velká Jesenice die ganze Saison 2026 über völlig in Ordnung und mit Badequalität der Stufe eins zum Baden geeignet. Du findest hier einen sehr sanften Betoneinstieg ins Wasser, Stände mit Fassbier und Imbiss sowie einen bequemen, geräumigen Parkplatz direkt am Strand.

Außer dem Strand bei Velká Jesenice ist auch die Nordseite des Sees ein beliebtes Ziel, die etwas ruhigere Winkel für Angler und Wassersportfreunde bietet. Der Stausee ist ideal für Stand-up-Paddling oder Windsurfen, denn über der weitläufigen Wasserfläche weht sehr oft ein angenehmer Wind.

💡 Tipp: Wenn du umfassende Unterhaltung für Kinder suchst, brich zum nahe gelegenen Autocamping Rozkoš auf. Sie haben dort nämlich ein tolles Freibad mit Rutsche, ein Sommerkino und einen sehr beliebten Minigolf.

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Ostböhmen mit Kindern: die besten Familientipps

Reisen mit Kindern erfordert einen etwas anderen Ansatz und eine sorgfältigere Auswahl der Aktivitäten, damit ihnen nicht langweilig wird und sie es körperlich schaffen. Ich habe für dich vier konkrete Gegenden und Tipps ausgewählt, die laut Erfahrung von Eltern absolut zuverlässig funktionieren. Ich habe die genauen Preise und aktuellen Öffnungszeiten herausgefunden, damit du alles ohne Stress durch unerwartete Überraschungen vor Ort planen kannst.

Safari in Dvůr Králové

Ein Besuch dieses wunderbaren Parks gehört zu den Höhepunkten jedes Familienurlaubs, denn du fühlst dich hier wie im echten Afrika. Erwachsene zahlen 325 Kč (rund 13 €) für ein Ticket und Kinder von drei bis fünfzehn Jahren 265 Kč (rund 11 €), die Kleinsten haben völlig freien Eintritt, und auch Parkgebühren fallen nicht an. Die Fahrt mit dem speziellen offenen Safaribus kostet 70 Kč (rund 3 €) pro Passagier, aber Achtung: Im Mai, Juni und September fahren Kinder bis 15 Jahre an Wochentagen völlig gratis. Tickets für den Safaribus können nicht vorab online gekauft werden, du erwirbst sie erst direkt beim Einstieg im Inneren des Zooareals. Wenn du zu Hause den Kinderwagen vergisst, leiht dir der örtliche Verleih im Zoo gegen 50 Kč (rund 2 €) und eine erstattbare Kaution von 1 000 Kč (rund 41 €) gern einen für den ganzen Tag.

Wolkenpfad und Sky Bridge

Wie ich schon bei Dolní Morava erwähnt habe, ist dieses Bergresort ein riesiger Anziehungspunkt für Familien mit Kindern, aber du musst grundsätzlich online planen und kaufen. Während auf die Hängebrücke Sky Bridge 721 keine Kinderwagen dürfen und der Weg eine Einbahnstraße ist, ist der benachbarte hölzerne Wolkenpfad breit, sanft und für alle absolut barrierefrei. Unter beiden Bauten erstrecken sich zudem die tollen „Mamutík“-Erlebnisparks voller Wasser, Irrgärten und riesiger Klettergerüste. Der Eintritt dorthin kostet ab 310 Kč (rund 13 €) für Erwachsene und größere Kinder, aber die Kleinen bis 90 Zentimeter Größe haben hier völlig freien Eintritt. Vergiss zu Hause auf keinen Fall Wechselkleidung, denn im Wasserpark bleiben die Kinder garantiert nicht trocken.

Wenn es regnet: Museen, Aquarium und Aquaparks

Regen muss deinen Urlaub überhaupt nicht verderben, du brauchst nur einen guten Plan B im Ärmel. Eine tolle Wahl ist das Merkur-Baukastenmuseum in Police nad Metují, das nur zwanzig Autominuten von Adersbach entfernt liegt und dir einen verregneten Tag rettet. Der Erwachseneneintritt kostet 150 Kč (rund 6 €), ermäßigt 90 Kč (rund 3,50 €) und das Familienticket 299 Kč (rund 12 €), wobei täglich geöffnet ist. Wenn du dich lieber im Wasser aufwärmen möchtest, bietet das Stadtbad in Hradec Králové eine tolle 82 Meter lange Rutsche und Kinderbecken, wo Kinder ab einem Jahr sympathische 55 Kč (rund 2,50 €) zahlen. In Pardubice pass dagegen gut auf – die dortige Rutschen-Zone AQUA ist seit Mitte Juli 2026 wegen umfangreicher Reparaturen langfristig geschlossen.

Mit dem Kinderwagen durch Ostböhmen

Einen wirklich ebenen und bequemen Weg ohne Wurzeln zu finden, ist in der Natur manchmal eine harte Nuss. Außer dem erwähnten Großmuttertal und dem fünf Kilometer langen Weg zum Viktorka-Wehr empfehlen Eltern sehr das Tal Peklo bei Nové Město nad Metují. Der Weg zur Bartoň-Schutzhütte ist fünf Kilometer lang und führt ganz eben entlang des Flusses. Im Riesengebirge kannst du wiederum bedenkenlos durch das Tal der Weißen Elbe aus Špindlerův Mlýn aufbrechen, ein rund zwölf Kilometer langer befestigter Rundweg, gesäumt von Wasserfällen und Spielplätzen. Für absolute Ebenheit wählst du dann die Rundwege in den Königgrätzer Stadtwäldern, die perfekt asphaltiert sind – direkt für Inline-Skates und Kinderwagen. Meide dagegen weiträumig den Rundweg um den Rozkoš oder die tieferen Schluchten in Adersbach, wo du nur den ersten Kilometer zum Kleinen Wasserfall kommst.

Wo du in Ostböhmen essen kannst

Diese Region bietet viele interessante traditionelle Geschmäcker und lokale Zutaten, die du während des Urlaubs unbedingt probieren musst. Ein absoluter Klassiker ist das echte Riesengebirgs-„Kyselo“, eine dicke Suppe aus Brotsauerteig mit Kartoffeln, Ei und Pilzen, die dich nach einer langen Tour garantiert wieder auf die Beine stellt. Die Säure ergänzt sich darin absolut hervorragend mit der Zartheit des Eis, und es ist eine ideale fleischlose Wahl zum Mittagessen. Wenn du etwas wirklich Deftiges suchst, gönn dir goldbraun gebratene Kartoffelpuffer (Bramboráky) mit einer ordentlichen Portion Knoblauch und Majoran, auf die du in fast jeder Berggaststätte triffst.

In den Bergen darfst du natürlich auch die luftigen Heidelbeerknödel mit zerlassener Butter nicht auslassen, die ein typisch süßes Symbol des gesamten Riesengebirges und Adlergebirges sind. Konkrete Adressen? Im Tal Peklo bei Nové Město nad Metují steht die Bartoň-Schutzhütte, eine Blockhütten-Gaststätte, die 1912 Dušan Jurkovič umgebaut hat – das schönste Spaziergangsziel der Umgebung. In Neratov im Adlergebirge braut die Brauerei Neratov ihr eigenes Bier und beschäftigt Menschen mit Behinderung, sodass Bier und Limonade zusätzlich eine gute Geschichte haben. Und in Špindlerův Mlýn ist die ganzjährig geöffnete Baude U Bílého Labe kurz hinter den Wasserfällen ein Klassiker. Auch die lokalen Käse von kleinen Bergfarmen sind ein Kapitel für sich, besonders wenn du auf frischen Ziegenkäse oder echten Quark triffst, die sich hervorragend als schneller Snack für den Ausflug eignen. In den Restaurants triffst du zudem oft auf lokale Bierspezialitäten aus kleinen Brauereien am Fuße des Adlergebirges, etwa die in Neratov, die jedes Gericht hervorragend ergänzen.

Der süße Schlusspunkt muss natürlich der traditionelle Pardubicer Lebkuchen sein. Sein Rezept voller duftender Gewürze und Honig wird sorgfältig über Generationen weitergegeben und schmeckt in jeder kleinen Bäckerei ein wenig anders. Was die lokalen Fleischspezialitäten angeht, stehen auf den Speisekarten traditioneller Restaurants sehr oft Bratente mit Kraut oder deftige Wildgulasche, die die Gäste laut Bewertungen sehr loben. Wenn du nach Litomyšl aufbrichst, schau unbedingt auch in die dortigen modernen Cafés, die es mit den besten Lokalen in großen Städten aufnehmen und ausgezeichneten Spezialitätenkaffee bieten.

Praktische Tipps: Reservierungen, Anreise und Menschenmassen

  • Online-Käufe sind absolut notwendig: Nach Adersbach ohne Online-Ticket in der Sommersaison aufzubrechen lohnt das Risiko nicht, und wenn du auf Dolní Morava fährst, kostet dich der Kauf vor Ort beim Familienpaket unnötig hunderte Euro mehr.
  • Steh sehr früh auf: Zur Schneekoppe oder in die beliebten Felsenstädte brich idealerweise so auf, dass du schon gegen acht Uhr morgens vor Ort bist. So vermeidest du endlose Schlangen an der Seilbahn und überfüllte Parkplätze.
  • Verfolge Sperrungen und Reparaturen auf den Websites: Attraktionen wie der Aussichtsturm Borůvka in den Maštale oder die Rutschen in Pardubice sind langfristig geschlossen – prüf vor dem Ausflug lieber immer den aktuellen Stand auf den offiziellen Seiten.
  • Zahle bar: In den Bergen und bei kleineren lokalen Attraktionen, etwa den romantischen Booten in Adersbach, werden oft überhaupt keine Karten akzeptiert – hab also lieber immer genug Scheine dabei.
  • Achte auf die Öffnungszeiten: Manche Touristenmagnete, wie das berühmte Lebkuchenhäuschen bei Pardubice, funktionieren nur auf vorherige Reservierung und haben keine festen Öffnungszeiten.
  • Mit dem Zug geht es besser, als du denkst: Nach Pardubice fährst du von Prag mit dem direkten Schnellzug in knapp einer Stunde und nach Hradec Králové in eineinhalb Stunden. Und auch nach Adersbach kommt man mit dem Zug, wenn auch mit einigen Umstiegen und in rund drei Stunden – dafür ist die Haltestelle direkt am Eingang zu den Felsen, sodass du dir keinen vollen Parkplatz kümmern musst.
  • Überschätze die Kinderwagenrouten nicht: Prüf immer, ob der Weg wirklich für den Kinderwagen geeignet ist. Der Lehrpfad Großmuttertal ist zum Beispiel lang und anstrengend, während der benachbarte Weg zum Viktorka-Wehr eine schöne Ebene ist.

Wohin als Nächstes

Wenn dir das Reisen durch Tschechien Spaß macht, schau dir unbedingt 20 Tipps für den Urlaub in Tschechien an, wo du jede Menge weiterer Inspiration findest. Aus Ostböhmen könnten dich dann detailliertere Reiseführer interessieren, wie der Artikel Was du in Hradec Králové sehen kannst: 15 Tipps oder der Guide Was du in Litomyšl sehen kannst: 8 Tipps.

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Häufig gestellte Fragen

Vor der Reise in diese Region fragen Eltern und Touristen nach vielen sehr ähnlichen praktischen Details. Ich habe für dich die häufigsten Fragen zusammengefasst, damit du alle wichtigen Informationen schön beisammen hast und dich nichts überrascht.

Kann man Tickets für Adršpach vor Ort kaufen?

Wenn die Online-Kapazität für einen bestimmten Tag und Zeitslot ausverkauft ist, können Sie vor Ort leider keine Tickets mehr kaufen. Sichern Sie sich diese daher unbedingt einige Tage im Voraus über das Internet, um sich einen unnötigen Weg zu ersparen.

Kann ich einen Kinderwagen mit der Seilbahn auf die Schneekoppe nehmen?

Ja, die Kabinenseilbahn von Pec pod Sněžkou befördert normale Kinderwagen problemlos bis auf den Gipfel. Für diesen Service zahlen Sie eine spezielle Pauschalgebühr von 6 € (150 Kč), Fahrräder werden jedoch nicht nach oben transportiert.

Ist der Baumwipfelpfad für Rollstuhlfahrer befahrbar?

Ja, der hölzerne Baumwipfelpfad (Stezka v oblacích) in Dolní Morava selbst ist barrierefrei konzipiert und Sie können ihn mit Kinderwagen und Rollstuhl befahren. Auf die benachbarte Hängebrücke Sky Bridge dürfen Sie aus Sicherheitsgründen jedoch nicht mit dem Kinderwagen.

Was kostet eine Fahrt mit dem Safaribus in Dvůr Králové?

Ein Ticket für die Rundfahrt kostet pauschal 3 € (70 Kč), aber im Mai, Juni und September fahren Kinder bis fünfzehn Jahre an Wochentagen völlig kostenlos mit. Tickets kaufen Sie ausschließlich an der Einstiegsstelle innerhalb des Zoogeländes.

Komme ich mit dem Kinderwagen durch das Großmuttertal (Babiččino údolí)?

Die zentrale Rundstrecke vom Schloss Ratibořice zum Viktorčin-Wehr ist etwa fünf Kilometer lang und für Kinderwagen absolut ideal und barrierefrei. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht auf den Lehrpfad abbiegen, dieser ist für Kinderwagen ungeeignet.

Kann ich mit dem Kinderwagen um den Rozkoš-Stausee laufen?

Diese Variante empfehle ich ausdrücklich nicht, die gesamte Runde misst 23 Kilometer und führt größtenteils über eine gefährliche Straße für Kraftfahrzeuge. Zudem ist der Hauptdamm selbst überhaupt nicht begehbar, fahren Sie lieber nur zum Strand.

Sind die Rutschen in Pardubice dieses Jahr in Betrieb?

Die AQUA-Zone mit Rutschen im Aquacentrum Pardubice ist seit Mitte Juli 2026 wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen, die Schwimmbecken und der Sommerstrand sind jedoch weiterhin normal in Betrieb.

Ist der Aussichtsturm Borůvka in Maštale geöffnet?

Leider nein, dieser sehr beliebte Aussichtsturm in Toulovcovy maštale bleibt aufgrund notwendiger technischer Reparaturen weiterhin langfristig für die Öffentlichkeit geschlossen, sodass Sie die Aussicht von anderen Orten aus genießen müssen.

Wo kann man sich in Adršpach vor Regen schützen?

Eine großartige Alternative für Regentage ist das nahe gelegene Merkur-Baukasten-Museum in Police nad Metují, das nur einen Katzensprung von den Felsen entfernt liegt und ein tolles Programm für Kinder im Trockenen unter Dach bietet.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Nordmähren in Tschechien: 15 Tipps, was du sehen und erleben kannst

Nordmähren und Schlesien sind für mich eine Region der absoluten Kontraste, die dich garantiert am Herzen packt. Nordmähren in Tschechien ist ein Landstrich, in dem die Kämme der Beskiden und des Altvatergebirges auf Hochöfen treffen – so kannst du an einem einzigen Tag die reinste Bergluft atmen und schon am Nachmittag die raue Schönheit des industriellen Ostrava bewundern. Glaub mir: Eine so einzigartige Kombination findest du sonst nirgends.

Ob du Ruhe in tiefen Wäldern suchst, alte Burgen liebst oder deinen Kindern riesige Förderräder und technische Wunder zeigen möchtest – dieser Winkel des Landes hat für jeden etwas. Außerdem tragen die Menschen hier ihr Herz auf der Zunge und bewirten dich so herzlich, dass du dich noch lange daran erinnern wirst.

Ich habe für dich eine umfangreiche Übersicht mit fünfzehn Tipps zusammengestellt, was du hier sehen und erleben kannst. Von der majestätischen Praděd (Altvater) bis zu den Unteren Vítkovice in Ostrava ist alles dabei – und natürlich fehlen auch meine Lieblingsorte in der Walachei nicht. Koch dir einen guten Kaffee und lass uns gemeinsam das Beste des mährisch-schlesischen Nordens entdecken. ☺️

Zusammenfassung

  • Berge und Natur: Praděd als höchster Gipfel Mährens bietet die schönsten Ausblicke, während die Lysá hora in den Beskiden deine Kondition auf die Probe stellt.
  • Industrielle Einzigartigkeit: Die Unteren Vítkovice und der Landek Park in Ostrava sind eine absolute Weltrarität, die du dir nicht entgehen lassen darfst.
  • Familienfreuden: Die Seilbahn auf die Pustevny und der Ostravaer Zoo mit dem beliebten Safari-Express begeistern kleine wie große Reisende.
  • Geschichte und Kultur: Das älteste Freilichtmuseum Mitteleuropas in Rožnov pod Radhoštěm oder die romantische Burg Sovinec versetzen dich Jahrhunderte zurück.
  • Technische Wunder: Das Pumpspeicherkraftwerk Dlouhé stráně direkt auf dem Berggipfel wirkt wie eine Erscheinung und verschlägt allen Besuchern den Atem.
  • Gutes Essen: Fahr nicht ab, ohne die echten „Štramberker Ohren“ oder einen ehrlichen walachischen Frgál mit Quark und Pflaumenmus probiert zu haben.

Wann du nach Nordmähren fahren solltest

Nordmähren und Schlesien haben zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten, aber alles hängt davon ab, was du dir genau von deinem Urlaub erwartest. Der Winter im Altvatergebirge oder in den Beskiden ist ideal für Ski- und Langlauffreunde, denn die Schneebedingungen gehören hier zu den besten in ganz Tschechien. Der Frühling wiederum lädt zu Streifzügen durch die erwachenden Städte und Industriedenkmäler ein, wenn du der sommerlichen Hitze entgehst und leerere Straßen genießt.

Der Sommer auf den Bergkämmen ist absolut zauberhaft, aber du musst damit rechnen, an den bekanntesten Orten nicht allein zu sein. Wenn du im Juli oder August unterwegs bist, empfehle ich dir, die frühen Morgenstunden für Bergtouren zu nutzen, um den größten Menschenmengen und den Nachmittagsgewittern zu entkommen. Der Herbst im Altvatergebirge färbt sich dann in herrliche goldene Töne und ist wohl die romantischste Zeit für einen Besuch der Kurorte.

Eine ganz entscheidende Sache musst du aber beachten, wenn du im Sommer Ostrava besuchen willst. Vom 13. bis 19. Juli 2026 sind die Unteren Vítkovice komplett für die Öffentlichkeit geschlossen, weil dort das riesige Musikfestival Colours of Ostrava stattfindet. Das bedeutet, dass du in diesem Zeitraum weder auf die Hochöfen noch in die Welt der Technik kommst – plane deinen Familienausflug also lieber in eine andere Sommerwoche.

Für die Erkundung der ganzen Region reicht dir ein verlängertes Wochenende garantiert nicht. Um Berge, Städte und Museen in Ruhe zu genießen, solltest du dir mindestens sieben Tage Zeit nehmen. Selbst dann wirst du sorgfältig auswählen müssen – sehenswerte Orte gibt es hier für mehrere Wochen, und ohne das Gefühl abzureisen, etwas verpasst zu haben, ist praktisch unmöglich.

Wo du in Nordmähren übernachten kannst

Die Wahl der richtigen Basis ist für die Erkundung einer so weitläufigen Region entscheidend. Wenn du von allem ein Stück sehen willst, ist die beste Strategie, deinen Aufenthalt aufzuteilen – ein paar Nächte in den Bergen und ein paar Nächte in der Stadt. In der Region findest du fantastische Berghütten mit Aussicht, luxuriöse Wellnesshotels und interessante Stadtunterkünfte mit historischem Flair.

Beskiden und Walachei: Wenn du Komfort und verdiente Erholung nach Wanderungen magst, ist das Spa hotel Lanterna in Velké Karlovice genau das Richtige: schöner Pool, luxuriöses Wellness – und Familien kommen immer wieder zurück, was kein Zufall ist. Sein Schwesterhotel, das Wellness & spa hotel Horal im selben Ort, bietet eine weitläufige Saunawelt und ist ideal auch für Aufenthalte außerhalb der Hauptsaison. Wer direkt unter dem Beskiden-Riesen wohnen möchte, wird das Hotel Freud in Ostravice zu schätzen wissen, von dem aus es zur Lysá hora wirklich nur ein Katzensprung ist und das auch als hervorragender Ausgangspunkt für Ausflüge auf die Pustevny dient. Mitten im Wald versteckt sich das Berghotel Hotel Sepetná, das nah an Skipisten und Wanderwegen liegt. Und wenn du abends nach Romantik in historischen Gassen sehnst, übernachte im Hotel Šipka in Štramberk, wo du den malerischen kleinen Platz unter dem Trúba-Turm fast für dich allein hast.

Ostrava und Schlesien: Für die Erkundung der Industriedenkmäler und Cafés von Ostrava ist das Mercure Ostrava Center sehr praktisch, von dem aus du zu Fuß zum Einkaufszentrum Nová Karolina und zur Straßenbahn nach Vítkovice gelangst. Mehr Ausstattung mit eigenem Wellnesszentrum bietet das Harmony Club Hotel Ostrava, das als guter Ankerpunkt für längere Entdeckungsaufenthalte dient. Ein völlig einzigartiges Erlebnis bietet dann Zámek Zábřeh am Stadtrand, wo du klassische Stadtzimmer gegen eine ungewöhnliche Übernachtung in einem Schlossareal eintauschst.

Altvatergebirge: Liebhaber reiner Luft und Geschichte sollten das Priessnitz-Heilbad direkt in Jeseník in Betracht ziehen, wo du in majestätischen Kurhäusern mitten im Wald wohnst. Eine hervorragende Basis für Familien sind die Termály Losiny in Velké Losiny, denn dort hast du den Thermalpark mit Schwefelwasser direkt vor der Nase, und ganz in der Nähe fahren die Busse nach Dlouhé stráně ab.

Nordmähren in Tschechien: die 15 schönsten Orte

Ehrlich gesagt war es fast eine unmögliche Aufgabe, sich auf fünfzehn Orte zu beschränken, aber ich habe für dich ein buntes Mosaik aus Berggipfeln, technischen Highlights und malerischen Städtchen zusammengestellt, damit du dir deine Reiseroute genau nach deinem Geschmack zusammenstellen kannst. Ob du anspruchsvolle Wanderungen liebst oder lieber die Atmosphäre mit einem Kaffee in der Hand aufsaugst – hier wirst du garantiert fündig.

1. Altvatergebirge und Praděd

Wenn vom Altvatergebirge die Rede ist, denkt jeder sofort an den Praděd (Altvater). Mit stolzen 1.491 Metern ist er der höchste Berg Mährens und Schlesiens und zugleich der vierthöchste Gipfel in ganz Tschechien. Auf seinem Gipfel steht der ikonische Fernsehsender mit Aussichtsplattform, übrigens das höchstgelegene Bauwerk des Landes.

Da sich der Gipfel in der ersten Zone eines Landschaftsschutzgebiets befindet, dürfen aus verständlichen Gründen keine gewöhnlichen Autos hierher. Wenn du nicht den ganzen Weg zu Fuß aus dem Tal gehen willst, nutze den saisonalen Ökobus, der vom Parkplatz Hvězda bis zur Ovčárna fährt. Von dort ist es auf den Gipfel selbst über eine breite Asphaltstraße noch ein angenehmer und sanfter Spaziergang, den auch Familien mit kleineren Kindern schaffen.

Die Ausblicke vom Praděd in die umliegenden Täler sind bei klarem Wetter absolut phänomenal. Rechne aber damit, dass sich das Wetter hier unglaublich schnell ändern kann – hab also selbst im Hochsommer immer eine wasserdichte Jacke und festes Schuhwerk im Rucksack.

💡 Tipp: Von der Ovčárna führt eine schöne Kammroute über die Petrovy kameny bis zur Jelení studánka, die viel ruhiger ist als der Aufstieg auf den Praděd selbst. Ich empfehle dir, sie zu gehen, wenn du dir mehr Naturnähe ohne Touristenmassen wünschst.

2. Dlouhé stráně

Dieser Ort sieht aus wie eine Erscheinung aus einem Science-Fiction-Film. Das Pumpspeicherkraftwerk Dlouhé stráně besitzt ein riesiges künstlich angelegtes Speicherbecken, das direkt auf dem abgeflachten Berggipfel liegt – in über 1.350 Metern Höhe. Es ist die größte Anlage ihrer Art in Mitteleuropa mit der größten reversiblen Wasserturbine des gesamten Kontinents.

Hierher zu kommen erfordert allerdings ziemlich sorgfältige Planung. Wichtig zu wissen: Die Reservierung der Führungen erfolgt ausschließlich online über das offizielle Formular – telefonisch oder per Mail bekommst du garantiert keinen Platz. Der Treffpunkt aller Besucher ist dann unten beim SkiAreál Kouty, direkt an der Bushaltestelle vor der Bar Lyžárna am auffälligen orangefarbenen Schild.

Du kannst zwischen zwei Führungsvarianten wählen. Die erste Runde dauert etwa zwei Stunden und umfasst das Kraftwerk selbst und die Auffahrt zum unteren Becken. Runde Nummer zwei dauert rund drei Stunden, bringt dich bis zum oberen Becken und wird nur von Mai bis November angeboten. Den Eintrittspreis überprüfst du am besten vorab auf der Website des Kraftwerks.

💡 Tipp: Achtung, liebe Familien: Die Führung ist für Kinder unter sieben Jahren nicht geeignet. Teil des Programms ist nämlich ein Erlebnis mit VR-Brille, das für die Kleinsten einfach nicht gemacht ist – mit kleinen Kindern fährst du also lieber woanders hin.

3. Pustevny und Radhošť

Die Pustevny sind wohl der bekannteste Bergsattel der Beskiden, und Lukáš und ich kehren immer wieder gern für diese unvergleichliche Atmosphäre hierher zurück. Das Hauptmagnet ist hier ein wunderschönes Ensemble hölzerner Bauwerke des Architekten Dušan Jurkovič, die den sogenannten walachischen Jugendstil aus dem Ende des 19. Jahrhunderts repräsentieren.

Vielleicht erinnerst du dich, dass die Hütte Libušín 2014 tragisch abbrannte. Heute ist sie zum Glück wieder komplett restauriert und der Öffentlichkeit in ihrer ganzen Schönheit zugänglich. Von den Pustevny bietet sich dann ein bequemer Kammspaziergang zur monumentalen Statue des heidnischen Gottes Radegast an, an der wir natürlich auch standen und uns fotografiert haben. Der Weg dauert etwa fünfundvierzig Minuten und führt bis zur Kapelle des heiligen Kyrill und Method.

Nach oben auf die Pustevny kommst du bequem mit der Seilbahn von Ráztoka. Eine online gekaufte Hin- und Rückfahrkarte kostet für Erwachsene 12 € (300 Kč), an der Kasse zahlst du 13 € (320 Kč). Kinder von fünf bis elf Jahren zahlen online 8 € (190 Kč), und Kinder bis vier Jahre fahren kostenlos. Denk daran, dass das Online-Ticket ein halbes Jahr gültig ist, das Kassenticket aber am Kauftag genutzt werden muss.

💡 Tipp: Wenn du mit Ausrüstung nach oben fährst, zahlst du für Kinderwagen, Hund oder E-Bike jeweils 2,50 € (60 Kč) zusätzlich. Nach unten kannst du auf dem Knížecí-Weg mit einem geliehenen Tretroller fahren, den Kinderroller verleihen sie aber erst ab zehn Jahren.

4. Lysá hora

Wenn die Pustevny ein entspannter Spaziergang sind, ist die Lysá hora für viele Wanderer eine echte Herausforderung. Mit 1.323 Metern ist sie der höchste und mächtigste Gipfel der Mährisch-Schlesischen Beskiden, den man völlig zu Recht als „Beskiden-Riesen“ bezeichnet. Auf dem Gipfel selbst findest du eine Wetterstation und eine Berghütte, wo sich alle nach dem anstrengenden Aufstieg verdient mit gutem Essen belohnen.

Die beliebtesten und häufigsten Aufstiegsrouten führen von Ostravice oder aus dem nahen Dorf Krásná. Stell dich darauf ein, dass der Weg ein ständiges Bergaufgehen ist und dir ziemlich zusetzt – aber das Gefühl, wenn du dich endlich über die Bäume erhebst und diese Pracht siehst, ist die Mühe definitiv wert. Die Ausblicke vom Gipfel gehören zu den allerschönsten in ganz Mähren.

Die Lysá hora ist unter Einheimischen fast eine Religion, und viele kommen jede Woche zum Training hierher. Bei schönem Wetter ist der Gipfel in der Hauptsaison wirklich rappelvoll – setz also auf einen frühen Start, sonst quetschst du dich auf den schmalen Wegen mit halb der Region.

💡 Tipp: Vergiss nicht, festes Schuhwerk und genug Wasser mitzunehmen. Besonders in den Sommermonaten ist der Aufstieg auf den offenen Abschnitten sehr anstrengend, und Schatten würdest du dort vergeblich suchen.

5. Untere Vítkovice in Ostrava

Von den Bergen wechseln wir jetzt in eine faszinierende industrielle Welt, die im Land ihresgleichen sucht. Die Unteren Vítkovice sind ein weitläufiges Areal ehemaliger Eisenhütten und Bergwerke, das sich in ein pulsierendes Kultur- und Bildungszentrum verwandelt hat. Dieser Komplex ist als europäisches Kulturerbe eingetragen, und auf Schritt und Tritt weht dich hier die raue Geschichte der Schwerindustrie an.

Das Highlight des Besuchs ist der zugängliche Hochofen Nummer eins, auf dem der verglaste Aussichtsaufbau Bolt Tower thront. Der Turm wurde nach dem berühmten Sprinter Usain Bolt benannt, und der Blick von dort auf ganz industrielle Ostrava ist wirklich atemberaubend. Der Hochofen-Rundgang selbst, der auch den Besuch dieses einzigartigen Turms umfasst, kostet Erwachsene 12 € (295 Kč), der ermäßigte Eintritt liegt bei 9 € (220 Kč), und Familien zahlen 33 € (800 Kč).

Architekturliebhaber werden vom ehemaligen riesigen Gasbehälter begeistert sein, der genial zum modernen multifunktionalen Saal Gong umgebaut wurde. Die Besichtigung der Galerie Gong kostet 5 € (120 Kč) ohne Führung, aber wenn du ein Ticket für die angrenzende Welt der Technik hast, kannst du den Gong völlig kostenlos besuchen. Entscheidest du dich für eine Besichtigung mit fachkundiger Führung, zahlst du 7,50 € (180 Kč) und musst vorab reservieren.

💡 Tipp: Wenn du nur in die Höhe hinauf willst, ohne den langen Hochofen-Rundgang, wähle das Ticket direkt ins Bolt Café für 13 € (320 Kč). In diesem Preis ist nämlich schon eine Konsumation im Wert von 6,50 € (160 Kč) enthalten, sodass du dir zum fantastischen Ausblick auch einen tollen Kaffee und Dessert gönnen kannst.

6. Landek Park und die Halde Ema

In Ostrava bleiben wir noch eine Weile, denn die Bergbaugeschichte der Stadt bietet weitere absolute Juwelen. Der Landek Park in Ostrava-Petřkovice ist konkurrenzlos das größte Bergbaumuseum Tschechiens, das sich am Fuße des Landek-Bergs erstreckt. Genau auf diesem Hügel entdeckten Archäologen einst die berühmte Statuette der Landek-Venus, was dem Ort noch mehr historisches Gewicht verleiht.

Das größte Erlebnis hier ist die authentische Einfahrt in die Grube in einem echten Förderkorb, die Teil des sogenannten großen Rundgangs ist. Während der Führung leiten dich ehemalige Bergleute, und Erwachsene zahlen für dieses unvergessliche Erlebnis 12 € (295 Kč), der ermäßigte Eintritt kostet 9 € (220 Kč), und Familien zahlen 33 € (800 Kč). Wenn du weniger Zeit hast, kannst du den kleinen Rundgang wählen, der sich nur auf das fesselnde Grubenrettungswesen konzentriert und für Erwachsene 6 € (150 Kč) kostet. Kinder bis sechs Jahre haben übrigens freien Eintritt.

Und wenn du schon die echte Ostravaer Bergbaustimmung aufsaugst, musst du unbedingt die Halde Ema sehen. Diese riesige brennende Abraumhalde glimmt in ihrem Inneren immer noch, und die Temperatur in ihrem Kern hält sich bei rund tausend Grad Celsius. Genau deshalb liegt auf ihr auch im strengsten Winter niemals Schnee, und von ihrem Gipfel öffnet sich einer der besten Ausblicke auf die ganze Stadt.

💡 Tipp: Fahr im Landek Park unbedingt mit dem originalen Grubenbähnchen, das früher die Bergleute zur Schicht fuhr. Die Fahrt kostet nur 2,50 € (60 Kč) und ist eine absolut tolle Abwechslung für den ganzen Ausflug, nicht nur für Kinder.

7. Štramberk

Dieses Städtchen ist für mich einer der größten Herzensorte der ganzen Region. Als Lukáš und ich die Steintreppen zwischen den alten Blockhäusern hinaufstiegen, hatten wir das Gefühl, in einem Märchen gelandet zu sein. Kein Wunder, dass Štramberk dank seines fantastischen Denkmalschutzgebiets voller Holzhäuschen ziemlich oft als „mährisches Bethlehem“ bezeichnet wird.

Alles wird verständlicherweise vom hohen runden Turm namens Trúba dominiert, der eigentlich der einzige größere Überrest der ursprünglichen Burg Strallenberg ist. Über eine Wendeltreppe kannst du ganz nach oben steigen, von wo aus du einen grandiosen Blick auf all die malerischen Dächer unter dir hast. Ein Stück vom Zentrum entfernt findest du dann die berühmte Höhle Šipka, wo Archäologen den Kiefer eines Neandertalerkindes entdeckten und die du völlig frei besichtigen kannst.

Beim Spaziergang durch die schmalen Gassen wirst du hundertprozentig den unglaublich verlockenden Duft von Lebkuchen riechen. Hier werden nämlich die berühmten „Štramberker Ohren“ gebacken, die eine geschützte geografische Angabe der EU haben. Es sind Tüten aus dünnem gewürztem Lebkuchen, und zum Glück sind sie komplett vegetarisch – Lukáš und ich haben also mit gutem Gewissen gleich mehrere Tüten für den Kaffee mit nach Hause genommen.

💡 Tipp: Die Eintrittspreise für den Trúba-Turm und weitere kleinere Ausstellungen ändern sich gelegentlich, also überprüf sie vor dem Ausflug sicherheitshalber auf der offiziellen Website der Stadt. Auf keinen Fall aber den Spaziergang über den Marktplatz auslassen, der einen unglaublichen Zauber hat.

8. Rožnov pod Radhoštěm und das walachische Freilichtmuseum

Liebst du Volksarchitektur und Traditionen? Dann wird dich Rožnov pod Radhoštěm völlig in seinen Bann ziehen. Das hiesige Walachische Freilichtmuseum wurde bereits 1925 gegründet, was es zum ältesten Freilichtmuseum in ganz Mitteleuropa macht. Lukáš und ich haben hier einen ganzen Nachmittag verbracht, und es gab ständig etwas zu entdecken, denn das Areal ist wirklich riesig und wunderbar gepflegt.

Das Freilichtmuseum gliedert sich in drei eigenständige Teile, von denen jeder seine spezifische Atmosphäre hat. Das Holzstädtchen ist der älteste und am leichtesten zugängliche Teil, wo du ein schönes Rathaus und alte Kaufmannsläden siehst. Hier befindet sich auch der Walachische Slavín, ein Ehrenfriedhof bedeutender Persönlichkeiten der Region, auf dem zum Beispiel auch der berühmte Olympionike Emil Zátopek ruht, gebürtig aus dem nahen Kopřivnice.

Ein weiterer Teil ist das Walachische Dorf, das etwas hügeliger ist und das harte Leben einfacher Menschen auf abgelegenen Höfen zeigt. Der dritte Bereich ist dann das Mühlental, wo du mit eigenen Augen funktionierende alte Hammerwerke, Mühlen und wassergetriebene Sägewerke siehst. Die aktuellen Eintrittspreise variieren je nachdem, wie viele Rundgänge du besuchen möchtest, deshalb empfehle ich einen Blick auf ihre offizielle Website.

💡 Tipp: Wenn du den Anstieg vermeiden willst und weniger Zeit hast, konzentriere dich nur auf das Holzstädtchen. Es ist schön eben, du schaffst es sehr bequem und findest darin auch ein ausgezeichnetes Wirtshaus.

9. Kopřivnice und Tatra

Wusstest du, dass Nordmähren auch eine Stadt hat, die die Weltautomobilindustrie ordentlich aufgemischt hat? Kopřivnice ist nämlich untrennbar mit der berühmten Marke Tatra verbunden, deren reiche Geschichte genau hier begann. Für alle Technik- und Motorsportfans ist dieser Ort ein absolutes Muss, das du bei einem Besuch der Region nicht auslassen darfst.

Vor Kurzem wurde hier das brandneue Lkw-Museum Tatra eröffnet, das in einer riesigen renovierten Halle untergebracht ist. Du findest hier Dutzende wunderschön restaurierter Lastwagen, Dakar-Spezialfahrzeuge und Militärfahrzeuge, bei denen dir das Sehen vergeht. Ein Stück weiter im Stadtzentrum befindet sich das klassische Museum, das sich eher auf die Personenwagen dieser ikonischen Marke konzentriert und ihre komplette Entwicklung zeigt.

Kopřivnice dreht sich aber längst nicht nur um Autos – hier wurde Emil Zátopek geboren, und im örtlichen Museum ist ihm und seiner Frau Dana eine eigene Ausstellung gewidmet, die ehrlich gesagt ziemlich ergreifend ist. Den Eintritt in beide Einrichtungen überprüfst du vor der Reise lieber auf der Website.

💡 Tipp: Zwischen beiden Museen kannst du sehr leicht zu Fuß wechseln. Die Stadt ist nicht besonders groß, und der Spaziergang dauert nur wenige Minuten – lass dein Auto also ruhig an einem Ort geparkt.

10. Hukvaldy

Ein Stück von Kopřivnice entfernt erhebt sich die majestätische Burg Hukvaldy, die sich mit der zweitgrößten Burgruine Tschechiens rühmt. Lukáš und ich sind auf den Hügel hinaufgestiegen, und das Areal der alten Befestigung ist wirklich riesig. Du verbringst hier locker eine Stunde nur mit dem Durchwandern all der Höfe, Mauern und dem Entdecken versteckter Winkel.

Der Weg zur Burg führt durch ein herrliches altes Wildgehege, das voller uralter Bäume ist und in dem Damwildrudel frei umherstreifen. Genau in diesem Gehege findest du die berühmte Bronzestatue des Füchsleins Schlaukopf (Bystrouška), das auf einem Felsen sitzt. Alle Touristen streicheln ihm zum Glück das Schwänzchen, das deshalb schon golden glänzt.

Hukvaldy ist außerdem weit und breit als Geburtsort des weltberühmten Komponisten Leoš Janáček bekannt. Sein Erbe weht dich hier auf Schritt und Tritt an, und im Areal finden regelmäßig Musikfestivals zu seinen Ehren statt, die eine einzigartige Akustik haben. Die Eintrittspreise für die Burgruine findest du stets aktualisiert auf der offiziellen Website der Burg.

💡 Tipp: Das Schlossgehege ist frei zugänglich und ein absolut toller Ort für einen langen Sonntagsspaziergang – auch dann, wenn du die Burg selbst nicht mehr umrunden möchtest.

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11. Karlova Studánka und die Bílá Opava

Wenn du zurück ins Altvatergebirge wechselst, darfst du Karlova Studánka unter keinen Umständen auslassen. Dieser malerische Kurort mit herrlicher hölzerner Empire-Bebauung sieht aus wie einem Historienfilm entsprungen. Man sagt, dass du genau hier die absolut reinste Luft in ganz Mitteleuropa atmest, was du schon beim ersten tiefen Atemzug spürst.

Direkt durch den Ort fließt das wilde Flüsschen Bílá Opava, das oberhalb des Kurorts einen sehr wilden Wasserfall bildet. Von hier beginnt der berühmte Wanderweg durch das Tal der Bílá Opava, der bis hinauf zur Hütte Ovčárna unter dem Praděd führt. Es ist eine der schönsten, aber zugleich sehr anspruchsvollen Routen im ganzen Altvatergebirge, voller Holzstege, glatter Steine und steiler Leitern.

Ich möchte alle Familien mit kleinen Kindern eindringlich warnen, denn dieser Weg ist mit Kinderwagen absolut unmöglich. Es ist schon mehrfach passiert, dass jemand mit Kinderwagen stecken blieb und mühsam zurückkehren musste – wähle also lieber eine andere, viel begehbarere Route in die Berge.

💡 Tipp: In Karlova Studánka selbst solltest du nicht vergessen, an den örtlichen Trinkbrunnen frisches Heilquellwasser zu schöpfen. Die Kurarchitektur rundherum ist außerdem ganz ohne Eintritt frei zu bewundern – du musst nur spazieren gehen.

12. Velké Losiny

Am Fuße des Altvatergebirges liegt das unscheinbare Dorf Velké Losiny, das aber gleich mehrere echte europäische Besonderheiten verbirgt. Die bedeutendste ist die örtliche Handpapiermühle aus dem 16. Jahrhundert, die zu den ältesten noch funktionierenden Papiermühlen in ganz Europa gehört. Bis heute wird hier auf traditionelle Weise von Hand wunderschönes Papier geschöpft, was du bei einer faszinierenden Führung mit eigenen Augen sehen kannst.

Zugleich ist Losiny mit einem sehr düsteren Kapitel der tschechischen Geschichte verbunden. Im 17. Jahrhundert spielten sich hier auf dem örtlichen Schloss brutale Hexenprozesse unter der Leitung des fanatischen Inquisitors Boblig ab, die der Regisseur Otakar Vávra im legendären Film „Der Hexenhammer“ genial festhielt.

Nach den historischen Ausflügen solltest du dir unbedingt verdiente Erholung gönnen. Im Dorf findest du eine moderne Therme, die die örtlichen heilenden Schwefelquellen nutzt. Das Baden im warmen Wasser mit Blick auf die Bergkämme ist ein absolut toller Abschluss des ganzen Tages. Die genauen Eintrittspreise für die Papiermühle und die weitläufige Therme findest du stets auf ihren Websites.

💡 Tipp: Wenn du in der Papiermühle ein kleines Blatt handgeschöpftes Papier mit eingepressten Wiesenblumen kaufst, bekommst du ein absolut geniales und originelles Souvenir von deinem Urlaub.

13. Opava und Hradec nad Moravicí

Opava ist das historische und kulturelle Zentrum des tschechischen Schlesiens, das dich sicher mit seiner noblen Eleganz überrascht. Um den gesamten historischen Kern zieht sich ein schöner grüner Ring aus Parks, und auf dem Oberen Platz erhebt sich der Renaissance-Rathausturm namens Hláska. Das Wahrzeichen der Stadt ist aber die gewaltige Konkathedrale Mariä Himmelfahrt, das größte Backsteingebäude in ganz Schlesien.

Kaum jemand weiß auch, dass du in Opava das Schlesische Landesmuseum findest, das bereits 1814 gegründet wurde und damit das absolut älteste Museum auf dem Gebiet des heutigen Tschechiens ist. Nur ein Stück außerhalb von Opava liegt dann das majestätische Schloss Hradec nad Moravicí, das aus dem romantischen Roten und dem klassizistischen Weißen Schloss besteht. Das Schloss gefiel sogar Beethoven und Liszt – und ehrlich gesagt, nach diesem Ausblick kann man es ihnen überhaupt nicht verübeln.

Die Besichtigung von Hradec nad Moravicí ist außerdem sehr familienfreundlich für den Geldbeutel. Erwachsene zahlen für den Hauptrundgang 11 € (260 Kč), aber Kinder von sechs bis siebzehn Jahren haben ein Ticket für nur 3,50 € (80 Kč). Wenn du nur durch das weitläufige Schlossareal ohne Innenräume spazieren möchtest, kostet es dich symbolische 2,50 € (60 Kč), und für den Aufstieg auf den Weißen Turm zahlst du glatte 4 € (100 Kč).

💡 Tipp: Vergiss in Opava nicht, dir das funktionalistische Kaufhaus Breda von außen anzuschauen. Zu seiner Zeit war es das größte Kaufhaus des Landes und wird nun nach und nach verdient saniert.

14. Sovinec und die Rešov-Wasserfälle

Wenn du den Haupttouristenrouten entfliehen und etwas wildere Natur genießen willst, mach dich auf ins Niedere Altvatergebirge. Hier erhebt sich auf einem felsigen Vorsprung die weitläufige Burgruine Sovinec mit einem herrlich erhaltenen Befestigungssystem. In der Sommersaison ist hier ordentlich was los, denn auf den Burghöfen finden sehr oft Fecht- und Falknereifeste statt.

Von der Burg ist es dann nur noch ein kurzes Stück zum Flüsschen Huntava, an dem sich die höchsten Wasserfälle im ganzen Niederen Altvatergebirge befinden. Die Rešov-Wasserfälle stürzen durch eine tiefe Felsschlucht, und die gesamte Route um sie herum ist sehr abenteuerlich. Du steigst über schmale Holzstege und steile Treppen dicht am tosenden Wasser vorbei, was ein wirklich starkes Erlebnis ist.

Dieser Teil der Region ist absolut ideal für alle, die eine ruhigere Atmosphäre ohne überfüllte Parkplätze suchen. Die aktuellen Eintrittspreise für die Burg Sovinec erfährst du am besten auf ihrer offiziellen Website, während der Zugang zu den Rešov-Wasserfällen ganzjährig frei ist, ohne jegliche Gebühr.

💡 Tipp: Für die Wasserfälle empfehle ich wirklich gute Trekkingschuhe. Die Holzstege im Schatten der Schlucht sind sehr oft glatt, auch in den Sommermonaten, und Sicherheit steht hier an erster Stelle.

15. Velké Karlovice und die Javorníky

Unsere Fünfzehn beschließen wir mit einer Rückkehr in die Walachei, diesmal aber in ihren viel ruhigeren Winkel. Das zwischen den Beskiden und den Javorníky versteckte Velké Karlovice ist eine beliebte Basis für einen entspannten Familienurlaub, wo absolute Ruhe und eine gelassene Atmosphäre herrschen, weit weg von den Massen auf den Pustevny.

Dieses langgezogene Dorf ist unglaublich malerisch. Entlang der Straße und an den Hängen siehst du schöne alte Blockhäuser, und mitten im Ort steht die einzigartige Holzkirche Maria Schnee, die komplett ohne einen einzigen Nagel errichtet wurde. Im Winter funktionieren hier die Familienskipisten perfekt, während das Tal im Sommer voller Radfahrer und Wanderer ist, die auf die Kämme der Javorníky Richtung slowakischer Grenze aufbrechen.

Wenn du einen Ort suchst, an dem du wirklich deinen Kopf freibekommst und deutlich entschleunigst, ist Velké Karlovice eine sichere Wahl. Informationen zu möglichen Eintritten in das kleine Ortsmuseum findest du auf der Gemeinde-Website, aber die besten Dinge in Karlovice, wie Ausblicke und Natur, sind ohnehin kostenlos.

💡 Tipp: Versuch, auf den Kamm der Javorníky zum hölzernen Aussichtsturm Miloňová aufzusteigen. Von seiner Spitze bietet sich dir ein fantastischer Rundumblick auf die gesamte umliegende Landschaft.

Nordmähren mit Kindern: die besten Familientipps

Nordmähren ist für Familien mit Kindern eine überraschend dankbare Destination. Von Bergbau-Abenteuern in Ostrava über Seilbahnen und Aussichtstürme bis zu Thermalbädern – hier können sich Kinder einfach nicht langweilen. Ich habe für dich eine Übersicht der bewährtesten Tipps vorbereitet, die zu hundert Prozent funktionieren.

Einfahrt in die Grube und die Welt der Technik

In Ostrava ist für Unterhaltung mehrere Tage im Voraus gesorgt, und langweilen wirst du dich garantiert nicht. Die Einfahrt in einem echten Förderkorb im Landek Park ist für Kinder ein riesiges Abenteuer, denn sie dürfen echte Bergmannshelme aufsetzen und durch die dunklen Gänge des ehemaligen Bergwerks gehen.

Die Große Welt der Technik in den Unteren Vítkovice ist dann ein absoluter Knaller voller interaktiver Exponate, wo Kinder physikalische Gesetze anfassen können. Das Familienticket für zwei Erwachsene und drei Kinder in die Große Welt der Technik kostet 47 € (1.140 Kč). Wenn du auch die kleinere Welt U6 erkunden willst, lohnt sich das Kombiticket, das die Familie 71 € (1.730 Kč) kostet. Die Kinderwelt für die Kleinsten von zwei bis sechs Jahren kostet 4,50 € (105 Kč), und Kinder bis zwei Jahre haben freien Eintritt.

Rechne damit, dass beide Orte nicht in einen Vormittag passen. Die Einfahrt im Landek Park dauert mit Umkleiden und Führung gute zwei Stunden, und die Welt der Technik ist so weitläufig, dass Kinder dort locker den ganzen Nachmittag aushalten. Sinnvoller ist es, sie auf zwei Tage aufzuteilen oder eines auszuwählen und das andere als Grund für eine Rückkehr aufzuheben. Wenn dich vor allem die Einfahrt interessiert, behalte im Auge, dass der große Rundgang im Landek Park 12 € (295 Kč) für Erwachsene und 9 € (220 Kč) für Kinder kostet, während der kürzere Rundgang zum Grubenrettungswesen 6 € (150 Kč) und 4,50 € (110 Kč) kostet. Details findest du auf der Website des Landek Parks und der Unteren Vítkovice.

Zoo Ostrava und Safari-Express

Diesen Zoo lieben Kinder einfach, unter anderem, weil er clever mit einem weitläufigen botanischen Park verbunden ist und die Tiergehege hier sehr naturnah sind. Ein großer Hit ist die Fahrt mit dem Safari-Express, der dich durch die weitläufigen Gehege von Tieren aus Afrika, Persien und Indien fährt.

Der Sommer-Eintritt für Erwachsene beträgt 7,50 € (180 Kč), Kinder von drei bis fünfzehn Jahren zahlen 5 € (120 Kč), und Kinder bis drei Jahre kommen ganz kostenlos rein. Wenn du aus der Umgebung bist oder öfter herkommst, lohnt sich definitiv die Familien-Jahreskarte für 88 € (2.150 Kč). Der Zoo hat zwar jeden Tag im Jahr geöffnet und im Sommer bis zwanzig Uhr, aber Achtung, die Kassen und Pavillons schließen schon um achtzehn Uhr, damit du nicht zu spät kommst.

Das Areal ist wirklich weitläufig, und mit kleineren Kindern schaffst du es nicht komplett – es lohnt sich also, gleich am Eingang eine Karte zu nehmen und zwei, drei Bereiche auszuwählen. Die Wege sind überwiegend befestigt und mit Kinderwagen befahrbar, rechne nur mit ziemlich deutlichen Höhenunterschieden zwischen den einzelnen Teilen. Die aktuellen Öffnungszeiten und mögliche Pavillonschließungen überprüfst du auf der Website des Zoo Ostrava.

Wenn es regnet: Museen, Erlebnisbäder und Untertage

Regentage sind im Familienurlaub oft eine große Herausforderung, aber hier gibt es wirklich jede Menge Möglichkeiten unter Dach. Eine tolle Rettung sind die Ausstellungen in den Unteren Vítkovice mit einem prima Trick, der Geld spart. Die Welt der Technik bietet von 17:00 bis 18:00 Uhr die sogenannte Happy Hour, in der das Ticket nur 4,50 € (105 Kč) in die Große Welt und 4 € (95 Kč) in die kleinere U6 kostet – das ist gegenüber den normalen 13 € (320 Kč) eine fantastische Ersparnis für ein Programm am frühen Abend.

In Kopřivnice kannst du mit Kindern wiederum die riesigen Tatra-Museen voller Lkw durchstöbern oder dich einfach in einem der vielen überdachten Erlebnisbäder der Region aufwärmen. Eine tolle Wahl sind auch die warmen Thermen in Velké Losiny, wo die Kinder das Wasser genießen und du deine verdiente Erholung.

Eine Warnung gehört aber in jeden Regenplan für Nordmähren. Vom 13. bis 19. Juli 2026 sind die Attraktionen in den Unteren Vítkovice wegen des Festivals Colours of Ostrava für die Öffentlichkeit geschlossen – wenn dein Urlaub also genau auf diese Woche fällt, rechne mit einem Ersatzprogramm. Eine gute Alternative ist dann das Bergbaumuseum im Landek Park oder beide Tatra-Museen in Kopřivnice, die unabhängig vom Geschehen in Ostrava funktionieren.

Mit der Seilbahn auf die Pustevny mit Kinderwagen

Mit Kinderwagen in die Berge aufzubrechen mag wie Unsinn klingen, aber auf den Pustevny funktioniert es absolut perfekt. Nach oben fährst du bequem mit der Sesselbahn von Ráztoka, wobei du für den Transport des Kinderwagens nur einen Aufpreis von 2,50 € (60 Kč) zahlst. Oben auf dem Kamm erwartet dich dann ein schön befestigter und breiter Weg Richtung Radegast-Statue und Kapelle auf dem Radhošť, der wie für Kinderwagen gemacht ist und auch mit Laufrädern zu bewältigen ist.

Für ältere Kinder kannst du für den Weg nach unten Tretroller mieten, die Abfahrt auf dem Knížecí-Weg kostet bei Online-Reservierung 9 € (220 Kč). Denk aber daran, dass der Kinderroller erst ab zehn Jahren verliehen wird und ausschließlich in Begleitung eines Erwachsenen auf einem weiteren Roller.

Noch eine praktische Sache, die man vorher wissen sollte. Das online gekaufte Ticket ist ein ganzes halbes Jahr gültig, du kannst es also in Ruhe zu Hause besorgen, aber das Kassenticket gilt nur am Kauftag. Die Preise unterscheiden sich außerdem: Erwachsene zahlen online 12 € (300 Kč) für die Hin- und Rückfahrt, vor Ort schon 13 € (320 Kč). Fahrplan und aktuellen Betrieb findest du auf der Website der Seilbahn.

Wo du in Nordmähren essen kannst

Die regionale Küche im Norden macht dich so zuverlässig satt, dass du nach dem Mittagessen überlegst, ob du diese Burg überhaupt noch bezwingst. 😅 Aber es lohnt sich. In der Walachei darfst du auf keinen Fall die traditionellen Frgály auslassen – das sind riesige dünne Kuchen, reichlich mit Quark, Pflaumenmus, Mohn oder Birnen bestrichen. Sie haben sogar eine geschützte Bezeichnung, und wir kaufen sie an fast jedem Stand.

Ein weiterer Klassiker, den Lukáš und ich uns praktisch jedes Mal gönnen, wenn wir herkommen, sind die ausgezeichneten Halušky mit Brimsen und Kartoffelpuffer. Die Einheimischen lieben auch die traditionelle Kyselica, in die sie zwar üblicherweise Wurst und Speck als örtliche Spezialität geben, aber für uns Vegetarier lässt sich in vielen Wirtshäusern eine rein fleischlose Version dieser deftigen Kohlsuppe vereinbaren, die nach jeder Wanderung wärmt.

In den Beskiden stößt du dann auf das allgegenwärtige Ostravaer Bier Radegast, das ganz in der Nähe in Nošovice gebraut wird, und nach einem guten Essen bieten dir die Einheimischen gern ein Gläschen echten walachischen Sliwowitz zur Verdauung an. Und wenn du nach Štramberk kommst, gönn dir zum Kaffee oder Eis unbedingt ihre berühmten Lebkuchen-Ohren. Sie sind aus dünnem Teig gebacken, zu einer Tüte gerollt, natürlich komplett fleischlos und schmecken absolut fantastisch.

Konkrete Orte, wo man einkehren kann, gibt es in der Region jede Menge. Auf den Pustevny lohnt sich ein Halt bei Libušín und Maměnka, zwei hölzernen Bauwerken Jurkovičs aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die heute als Gasthaus und Berghotel dienen. Im geschnitzten Innenraum mit Blick auf die Bergkämme zu sitzen, ist ein Erlebnis für sich. In Ostrava ist das interessanteste Café das Bolt Café direkt auf dem Gipfel des Hochofens in den Unteren Vítkovice. Die Auffahrt nach oben inklusive Konsumation im Wert von 6,50 € (160 Kč) kostet 13 € (320 Kč) – du zahlst also eigentlich für den Ausblick und bekommst den Kaffee dazu.

Bierliebhaber freut die Brauerei Radegast in Nošovice unter den Beskiden, wo du durch die Produktion gehen und das Bier direkt an der Quelle probieren kannst. Reservierung der Führung und Termine findest du auf der offiziellen Website der Brauerei. Und im Walachischen Freilichtmuseum in Rožnov funktionieren während der Saison mehrere Stände mit Frgály und hausgemachtem Gebäck, dort isst du also praktisch im Vorbeigehen zwischen den Blockhäusern.

Wenn du konkrete Tipps suchst, wohin es sich lohnt, hier sind meine bewährten. Wenn du in Ostrava bist, geh unbedingt ins Hogo Fogo Bistro, wo sie fantastische Burger machen und wo es auch jede Menge für Vegetarier gibt. In Rožnov pod Radhoštěm hat uns wiederum die Walachische Wirtschaft U Janíka direkt im Freilichtmuseum begeistert, wo sie die beste Kyselica weit und breit haben. Und in Štramberk lass das Café U Městského pivovaru nicht aus, wo du zu frischen Ohren auch einen ausgezeichneten Kaffee trinken und eine grandiose Atmosphäre genießen kannst.

Praktische Tipps: Anreise, Reservierungen und Menschenmengen

Die ganze weitläufige Region ist sehr gut mit dem Bahnnetz verbunden, was das Reisen ohne Auto deutlich erleichtert. Ostrava liegt direkt am Hauptbahnkorridor aus Prag, sodass du mit dem Express unglaublich schnell und bequem hier bist. Wer aus Deutschland anreist, fliegt am einfachsten mit Lufthansa oder Ryanair von Berlin, München oder Frankfurt nach Ostrava oder ins nahe Prag – und der Rest geht bequem mit der Bahn. Von den Ostravaer Bahnhöfen aus schließen dann regelmäßige Lokalverbindungen Richtung Beskiden an, zum Beispiel nach Frýdek-Místek oder Frenštát pod Radhoštěm, von wo aus du leicht in die Natur aufbrichst.

Wenn du mit dem Auto direkt in die Berge fährst, wappne dich in der Sommerhauptsaison mit einer ordentlichen Portion Geduld. Denk auch daran, dass du für die tschechischen Autobahnen eine gültige Vignette brauchst – ähnlich wie in Österreich oder der Schweiz. Auf die Pustevny kannst du zwar mit dem Auto bis nach oben fahren, aber der Parkplatz ist an Sommerwochenenden schon früh am Vormittag hoffnungslos voll. Sicherer ist es daher, das Auto lieber unten in Ráztoka zu lassen und die Seilbahn zu nehmen. Genau das gleiche Parkplatzproblem gibt es auch am beliebten Wanderweg durch die Bílá Opava, wo du wirklich sehr früh am Morgen ankommen musst.

Du willst Berge, aber ohne Selfie-Schlange an jedem Wegweiser? Dann mach dich ins Niedere Altvatergebirge auf. Die Gebiete rund um die Burg Sovinec oder Velké Karlovice in den Javorníky bieten herrliche und unverbrauchte Landschaften, bewahren sich aber einen viel verschlafeneren und ruhigeren Charakter als die bekannten Gipfel der Beskiden. Überprüf außerdem immer vorab mögliche Verkehrsbeschränkungen und Sperrungen auf der Route.

Wohin als Nächstes

Wenn dich eine detailliertere Erkundung der hiesigen Berge lockt, schau dir unseren Artikel Beskiden und Walachei: 20 Ausflugstipps an, wo du jede Menge weiterer Inspiration findest. Für alle, die einen Ausflug ins Altvatergebirge planen, empfehle ich den Reiseführer Bruntál: 18 Tipps, was du im Tor zum Altvatergebirge sehen kannst. Wenn dich die industrielle Geschichte fesselt, lass unbedingt den Text Ostrava: 12 Tipps, was du sehen und erleben kannst nicht aus, und für die Geschichte Schlesiens mach dich mit dem Artikel Was du in Opava sehen kannst: 9 Tipps auf. Und wenn du noch immer nicht weißt, wohin im Sommer, lass dich in unserer großen Übersicht 20 Tipps für Urlaub in Tschechien inspirieren.

Häufig gestellte Fragen

Und weil ihr mich immer wieder zu Nordmähren fragt (und ich sehr gern antworte), hier sind die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Wo befindet sich die sauberste Luft in Mitteleuropa?

Nach langjährigen Messungen und Tradition rühmt sich der malerische Kurort u003cstrongu003eKarlova Studánka im Altvatergebirgeu003c/strongu003e mit der saubersten Luft. Das örtliche Mikroklima ist so einzigartig und gesund, dass Menschen mit Atemwegserkrankungen aus ganz Europa zur Behandlung hierher kommen. Sie können hier frei zwischen den wunderschönen Holzpavillons spazieren und die frische Luft in vollen Zügen genießen.

Kann man Dlouhé stráně ohne vorherige Reservierung besuchen?

Leider nein, u003cstrongu003edie Buchung der Führung erfolgt ausschließlich onlineu003c/strongu003e über die offizielle Website des Kraftwerks. Die Mitarbeiter reservieren die Besichtigung weder telefonisch noch per E-Mail, sodass Sie alles im Voraus von zu Hause aus online buchen müssen. Beachten Sie auch, dass die Führung aus Sicherheitsgründen und wegen der Nutzung von Virtual Reality für Kinder unter sieben Jahren nicht geeignet ist.

Sind die Dolní Vítkovice während des Festivals Colours of Ostrava geöffnet?

Nein, und das ist eine sehr wichtige Information für die Sommerferien. Vom 13. bis 19. Juli 2026 sind u003cstrongu003edie Attraktionen in Dolní Vítkovice für die breite Öffentlichkeit komplett geschlossenu003c/strongu003e, sodass Sie in dieser Woche weder die Hochöfen noch die Welt der Technik besuchen können. Planen Sie Ihren Familienausflug daher lieber für einen ganz anderen Termin, damit Sie vor Ort nicht enttäuscht werden.

Ist der Pfad entlang der Bílá Opava für Kinderwagen geeignet?

Diese wunderschöne Route im Altvatergebirge ist für Kinderwagen u003cstrongu003eabsolut ungeeignet und unpassierbaru003c/strongu003e. Der Weg führt über nasse Steine, rutschige Holzstege und stellenweise sogar über steile Leitern, sodass Sie nur mit Kindern in der Trage oder zu Fuß hierher aufbrechen sollten. Mit Kinderwagen wählen Sie besser den bequemen asphaltierten Weg, der von Ovčárna direkt zum Gipfel des Praděd führt.

Wie komme ich mit kleinen Kindern auf den Praděd?

Die bequemste Variante für Familien ist es, u003cstrongu003eden saisonalen Ekobus zu nutzenu003c/strongu003e, der vom Parkplatz Hvězda hinauf zur Ovčárna fährt. Von der Ovčárna erwartet Sie nur noch ein sehr angenehmer Spaziergang auf einem asphaltierten Weg, den auch kleinere Touristen oder Eltern mit Kinderwagen problemlos bewältigen. Der Gipfel selbst liegt nämlich in der ersten Zone des Landschaftsschutzgebiets und ist mit dem normalen Auto nicht erreichbar.

Wann gibt es in der Welt der Technik in Ostrava ermäßigten Eintritt?

Wenn Sie sparen möchten, besuchen Sie die Ausstellungen am frühen Abend. Während der sogenannten u003cstrongu003eHappy Hour von 17:00 bis 18:00 Uhr zahlen Sie für die Eintrittskarte zur Großen Welt der Technik nur etwa 4 €u003c/strongu003e (105 Kč) und zur kleineren Welt U6 nur rund 4 € (95 Kč). Das ist im Vergleich zum regulären Preis von etwa 13 € (320 Kč) ein absolut fantastischer Rabatt, der das Budget jeder Familie zuverlässig erfreut.

Sind Štramberské uši für Vegetarier geeignet?

Ja, auf jeden Fall, Sie können sie völlig bedenkenlos genießen. Es handelt sich nämlich um u003cstrongu003etraditionelle süße Tüten aus sehr dünnem und duftendem Lebkuchenu003c/strongu003e, die überhaupt kein Fleisch enthalten. Sie haben sogar eine geschützte geografische Angabe der EU und schmecken am besten in einem der örtlichen Cafés auf dem Platz direkt unter dem Trúba-Turm.

Wie lange ist das Online-Ticket für die Seilbahn nach Pustevny gültig?

Wenn Sie das Ticket bequem über das Internet von zu Hause kaufen, u003cstrongu003eist es volle 6 Monate ab Kaufdatum gültigu003c/strongu003e. Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber dem direkt an der Kasse in Ráztoce gekauften Ticket, das Sie ausschließlich am selben Tag nutzen müssen. Online sparen Sie außerdem, denn die Hin- und Rückfahrkarte für Erwachsene kostet etwa 12 € (300 Kč) statt rund 13 € (320 Kč) vor Ort.

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Urlaub in Mähren (Tschechien): 15 Tipps für Haná und die Walachei 2026

Zwei UNESCO-Denkmäler, Baťa-Funktionalismus und die malerischen Weinkeller der Slovácko-Region in einer einzigen Region – das klingt nach der perfekten Kombination für einen abwechslungsreichen Urlaub. Mähren in Tschechien bietet eine unglaublich vielseitige Mischung aus Erlebnissen, die Geschichtsliebhaber, Bewunderer moderner Architektur und Familien mit kleinen Kindern gleichermaßen begeistert. Du findest hier alles von tiefen Höhlen bis zu flachen Radwegen entlang der träge dahinfließenden Flüsse.

Als Lukáš und ich zuletzt die Adventmärkte in Olomouc (Olmütz) getestet haben, hat uns die echte festliche Gemütlichkeit ganz ohne unnötiges Gedränge völlig verzaubert. Der Rest der Region lädt allerdings eher in den wärmeren Monaten zum Erkunden ein, wenn die barocken Gärten in voller Pracht erstrahlen und sich die Tore der majestätischen Burgen öffnen. Wenn du ein Reiseziel suchst, bei dem dir keine Minute langweilig wird, dann entdecke die Geheimnisse der Haná und der Walachei.

In diesem ausführlichen Reiseführer schauen wir uns gemeinsam die fünfzehn schönsten Orte in Mähren an, die deine Aufmerksamkeit auf jeden Fall verdienen. Ich verrate dir, wo du die beste Unterkunft findest, wie du das Programm mit Kindern planst und welche lokalen Köstlichkeiten du dir keinesfalls entgehen lassen solltest.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Historische Perle der Region: Olomouc beherbergt die größte barocke Skulpturengruppe Mitteleuropas und eine einzigartige astronomische Uhr im Stil des sozialistischen Realismus.
  • Schlösserpracht: Das Erzbischöfliche Schloss in Kroměříž (Kremsier) rühmt sich der zweitwertvollsten Gemäldegalerie des Landes und wunderschöner Gärten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.
  • Architektonisches Unikat: Zlín beeindruckt mit Baťa-Funktionalismus und dem berühmten Wolkenkratzer mit dem Direktorenbüro direkt im Aufzug.
  • Märchenhafte Burgen: Die Burg Bouzov kennst du aus vielen beliebten tschechischen Märchenfilmen, während Helfštýn mit einer modernen Glasüberdachung lockt.
  • Naturschönheiten: Das Litovelské Pomoraví bietet flache Radwege, und die Stadt Litovel trägt zu Recht den Spitznamen „Venedig der Haná“.
  • Familienspaß: Kinder begeistert der riesige Zoo auf dem Svatý Kopeček oder die interaktive „Festung der Erkenntnis“ (Pevnost poznání).
  • Kulinarische Erlebnisse: Echte Olmützer Quargel (Tvarůžky) aus Loštice und süße Haná-Kuchen musst du auf deiner Reise einfach probieren.

Wann du nach Mähren reisen solltest

Mähren ist das ganze Jahr über wunderschön, aber am besten genießt du es vom späten Frühling bis zum Frühherbst. In dieser Zeit sind alle Burgen und Schlösser voll geöffnet, die Schlossgärten in Kroměříž leuchten in allen Farben und das Wetter lädt geradezu zu langen Radtouren entlang der March (Morava) ein. Die Sommermonate bringen zwar das wärmste Wetter, aber du musst an den bekanntesten Orten mit größeren Touristenmengen rechnen. Wenn du an einem Sommerwochenende mehr Ruhe suchst, meide die überfüllten Gärten in Kroměříž und steuere lieber die stillen Wälder der Chřiby oder das malerische Litovelské Pomoraví an.

Der September ist die absolut ideale Zeit für einen Besuch der Slovácko-Region, denn die ganze Gegend lebt dann mit großartigen Weinfesten und Folklorefestivals auf. In Uherské Hradiště finden die berühmten Slovácké slavnosti vína (Slovácko-Weinfeste) statt, wenn sich die Straßen mit Menschen in bunten Trachten füllen und man den jungen Federweißen (Burčák) verkostet. Ende August erwacht die Burg Helfštýn zum großen Event namens Hefaiston – einem internationalen Treffen von Kunstschmieden aus ganz Europa. Fans harter Musik sollten sich hingegen die Sommermonate in Vizovice im Kalender vormerken, wo regelmäßig das große internationale Festival Masters of Rock stattfindet.

Wenn du hingegen romantische Winterstimmung suchst, fahr im Dezember nach Olomouc zu den berühmten Adventmärkten, die viele Reisende für die schönsten im ganzen Land halten. Um das Beste der Region zu erkunden, empfehle ich, mindestens ein verlängertes Wochenende einzuplanen. Ideal sind ganze fünf bis sieben Tage, damit du die architektonischen Perlen und Naturphänomene ohne unnötige Hektik besuchen kannst. Die Städte Olomouc, Kroměříž und Zlín bilden auf der Karte ein praktisches Dreieck, das sich mit dem Auto bequem in wenigen Tagen abfahren lässt.

Wo du in Mähren übernachten kannst

Die Auswahl an Unterkünften in Mähren ist wirklich vielfältig und hängt vor allem davon ab, welchen Teil der Region du hauptsächlich erkunden möchtest. Olomouc, Kroměříž und Zlín bilden ein praktisches gedachtes Dreieck, das sich mit dem Auto bequem in drei bis vier Tagen abfahren lässt. Hier findest du konkrete Hoteltipps, aufgeteilt nach Gebieten – allesamt mit dauerhaft hervorragenden Gästebewertungen und dem perfekten Ausgangspunkt für deine Ausflüge.

In der Metropole der Haná empfehle ich das stilvolle Long Story Short, das eine einzigartige Kombination aus Premium-Hostel und Hotel mit wunderschönen Zimmern und einem fantastischen Innenhof bietet. Sehr beliebt ist auch das Miss Sophie’s Olomouc, ein unglaublich gemütliches Boutique-Hotel direkt in einem historischen Haus mit sehr familiärer Atmosphäre. Wenn du nach einem langen Tag voller Sightseeing luxuriöser entspannen möchtest, wird dich sicher das Hotel Theresian begeistern. Dieses außergewöhnlich elegante Hotel verfügt über ein Wellness-Center direkt auf dem Dach, von dem aus du das historische Zentrum wie auf dem Präsentierteller vor dir hast.

In Kroměříž kannst du direkt am Großen Platz im Hotel U Zlatého kohouta übernachten, das neben einer eigenen Konditorei auch ein Dach-Wellness mit Bar bietet. Bei einem Aufenthalt von drei oder mehr Nächten ist der Eintritt in diesen Erholungsbereich sogar völlig kostenlos. Eine tolle Alternative ist das Hotel Octárna, das völlige Ruhe in schöner Umgebung bietet, mit einem ausgezeichneten Restaurant punktet und den großen Vorteil eines bequemen, problemlosen Parkplatzes für Gäste hat.

Ziehst du weiter nach Süden nach Zlín, dann ziehe auf jeden Fall das historische Interhotel Zlín in Betracht, das im ursprünglichen Baťa-Gesellschaftshaus direkt am náměstí Práce (Platz der Arbeit) untergebracht ist. Wer Ruhe liebt, für den ist das Hotel Tomášov in Zlín ideal, das in einem ruhigen Stadtteil auf einem Hügel mit herrlichem Blick ins weite Tal liegt. In der Slovácko-Region wählst du am besten das Hotel Mariánský Dvůr in Uherské Hradiště – aber bedenke, dass es zur Zeit der Weinfeste im September oft schon Monate im Voraus hoffnungslos ausgebucht ist.

Urlaub in Mähren (Tschechien): die 15 schönsten Orte

Werfen wir gemeinsam einen umfassenden Blick auf die absolut interessantesten Orte, die du bei einem Besuch der Haná und der Walachei nicht verpassen solltest. Ich habe hier ikonische Sehenswürdigkeiten, architektonische Wunder und geheimnisvolle unterirdische Räume aufgenommen, damit du dir deinen Reiseplan ganz nach deinem Geschmack zusammenstellen kannst.

1. Olomouc (Olmütz)

Olomouc ist ohne Übertreibung eine der zauberhaftesten Städte des Landes und ihr historisches Zentrum kann sich getrost mit den Prager Gassen messen. Das Herz der Stadt ist der Obere Ring (Horní náměstí), den die Dreifaltigkeitssäule dominiert – die größte barocke Skulpturengruppe Mitteleuropas, die seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Inneren dieses majestätischen Monuments verbirgt sich sogar eine kleine Kapelle, was es zu einer echten Weltbesonderheit macht. Ein kurzes Stück weiter steht das Rathaus mit einer einzigartigen heliozentrischen astronomischen Uhr, die ihr heutiges Aussehen in den 1950er-Jahren im Stil des sozialistischen Realismus erhielt – statt der traditionellen Heiligen drehen sich dort also Figuren von Arbeitern und Wissenschaftlern. Das Glockenspiel läuft jeden Tag pünktlich um zwölf Uhr mittags, deshalb lohnt es sich, den Stadtbummel genau auf diese Zeit zu legen.

Beim Erkunden der Stadt stößt du auf sechs barocke Brunnen, darunter etwa den Caesar-, Herkules-, Merkur- oder Jupiterbrunnen. Die einstigen Stadträte ließen sie errichten, anstatt sie nach dem Bau der Wasserleitung durch ein einziges großes Becken zu ersetzen – so entstand ein völlig einzigartiges Ensemble von Kunstwerken. Auch der Wenzelsdom sollte deiner Aufmerksamkeit keinesfalls entgehen: Er rühmt sich des höchsten Kirchturms Mährens, der stolze hundert Meter in die Höhe ragt.

Wenn du einen Unterschlupf bei schlechtem Wetter suchst, steuere das interaktive Museum Pevnost poznání (Festung der Erkenntnis) an, das in einem ehemaligen Militärdepot untergebracht ist und von der örtlichen Universität betrieben wird. Zum Mittagessen oder als Snack probiere eine der lokalen Kneipen aus, wo Spezialitäten aus echten Olmützer Quargeln (Tvarůžky) serviert werden. Dieser Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung ist rein vegetarisch, und die einheimischen Köche zaubern daraus hervorragende herzhafte Kuchen und fleischlose Suppen, die dich bei kühlerem Wetter herrlich wärmen.

💡 Tipp: Interessiert dich diese Stadt genauer? Lies unseren Artikel Was man in Olomouc sehen sollte: der komplette Reiseführer, wo du jede Menge weiterer Inspiration findest.

2. Kroměříž (Kremsier)

Kroměříž rühmt sich des Erzbischöflichen Schlosses mit atemberaubenden Gärten, wobei dieser gesamte Komplex 1998 zu Recht in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Die Innenräume des Schlosses sind unglaublich reich verziert – genau hier wurde der berühmte Film „Amadeus“ von Miloš Forman gedreht sowie der preisgekrönte Streifen „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Das größte Juwel ist allerdings die Schlossgemäldegalerie, die nach der Prager Nationalgalerie die zweitwertvollste Kunstsammlung Tschechiens beherbergt. Ihr größter Stolz ist das originale Tizian-Gemälde „Apollo und Marsyas“, für das Kunstliebhaber aus aller Welt anreisen.

Genaue Informationen zum Eintritt überprüfst du vor der Reise am besten direkt auf der Website des Erzbischöflichen Schlosses. Die Schlossgärten gliedern sich in zwei völlig unterschiedliche Teile, die eine gründliche Erkundung wert sind und dich ruhig einen ganzen Nachmittag beschäftigen. Der Blumengarten (Květná zahrada) ist ein selten gut erhaltener italienischer Garten aus dem 17. Jahrhundert mit einer dominanten achteckigen Rotunde und einer unglaublich langen Kolonnade voller Statuen.

Im Gegensatz dazu ist der Schlossgarten (Podzámecká zahrada) ein weitläufiger englischer Park voller alter Bäume und romantischer Teiche, in dem Pfauen frei über die Rasenflächen stolzieren. Wenn du dem Touristenrummel entkommen möchtest, der an Sommerwochenenden hierher strömt, empfehle ich dir, gleich am frühen Morgen loszuziehen oder einen ruhigeren Wochentag in der Wochenmitte zu wählen.

💡 Tipp: Plane deinen Ausflug im Detail und finde heraus, welche weiteren Sehenswürdigkeiten die Stadt bietet, in unserem Reiseführer Was man in Kroměříž sehen sollte: 12 Tipps.

3. Burg Bouzov

Die Burg Bouzov wirkt genau so, wie du dir einen perfekten Wohnsitz aus klassischen Märchen vorstellst – vor allem dank ihres umfangreichen Umbaus an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Damals erhielt sie ihr typisch romantisches Aussehen mit vielen Türmchen, Zinnen und Zugbrücken, was sie zu einem der fotogensten Orte des Landes macht. Kein Wunder also, dass Filmemacher sie ins Herz geschlossen haben und sie sehr häufig als Drehort wählen.

In den Innenhöfen und prunkvollen Gemächern wurden legendäre Märchenfilme wie „Arabela“, „O princezně Jasněnce“ oder die beliebte italienische Fantasy-Serie „Fantaghirò“ gedreht. Bei der Innenbesichtigung siehst du wunderschön geschnitzte Möbel und reiche Sammlungen historischer Waffen, die garantiert nicht nur Erwachsene, sondern auch kleine Entdecker fesseln. Eintritt und aktuelle Öffnungszeiten kannst du bequem auf der offiziellen Website der Burg überprüfen.

Den Besuch empfehle ich mit einem Spaziergang durch die umliegenden bewaldeten Hügel zu verbinden, von wo sich absolut atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Landschaft öffnen. Da es sich um ein sehr beliebtes Ausflugsziel handelt, lohnt es sich, gleich zur ersten Morgenführung zu erscheinen, um langen Warteschlangen an den Kassen zu entgehen und die Besichtigung in kleinerer Gruppe zu genießen.

💡 Tipp: Ein kurzes Stück unterhalb der Burg befindet sich ein historisches Areal mit einer riesigen hölzernen Nachbildung des Trojanischen Pferdes, von der die Kinder absolut begeistert sein werden.

4. Die Höhlen von Javoříčko und Mladeč

Wenn dich das Erkunden geheimnisvoller Unterwelten reizt, wird dich Mähren in dieser Hinsicht garantiert nicht enttäuschen. Die Höhlen von Javoříčko beherbergen einen außergewöhnlich reichen Tropfsteinschmuck, der zu den schönsten und am besten erhaltenen in ganz Tschechien gehört. Du darfst dich auf riesige Dome voller bizarrer Kalksteinformationen, Stalaktiten und Stalagmiten in allen Farbtönen freuen. Das Erkunden dieser kühlen unterirdischen Gänge ist ein absolut ideales Programm für heiße Sommertage, an denen du nach angenehmer Erfrischung suchst.

Die etwas weiter entfernten Höhlen von Mladeč sind eine weltweit bedeutende archäologische Fundstätte, denn hier wurden zahlreiche Überreste aus der Zeit der Mammutjäger gefunden. Ein Rundgang durch diese Räume versetzt dich also schlagartig tief in die Urzeit und lässt dich über das Leben unserer fernen Vorfahren nachdenken. Aktuelle Öffnungszeiten und Preise für beide Höhlensysteme findest du am besten auf dem Portal der Höhlenverwaltung, wo du auch die Länge der einzelnen Routen erfährst.

In den Höhlen herrscht das ganze Jahr über eine stabile Temperatur um die acht Grad Celsius, vergiss also selbst mitten im Sommer nicht, einen warmen Pullover oder eine leichte Jacke mitzunehmen. Für Familien mit Kindern ist es ein tolles Erlebnis, du musst nur bedenken, dass die Besichtigungen mindestens festes Schuhwerk erfordern.

💡 Tipp: Nach dem Besuch der Höhlen von Javoříčko kannst du einen angenehmen, leichten Spaziergang durch die umliegenden Wälder unternehmen, die viele kleinere Karstformationen bergen.

5. Zlín

Zlín ist eine architektonische Erscheinung und funktioniert wie ein lebendiges Lehrbuch des Funktionalismus unter freiem Himmel, das du sonst nirgendwo auf der Welt so findest. Die ganze Stadt aus charakteristischen roten Ziegeln ließ die berühmte Firma Baťa errichten, die hier ein faszinierendes städtebauliches Konzept schuf, das Industrie mit Wohnen im Grünen verbindet. Ein Spaziergang durch das Stadtzentrum und die weitläufigen Parks ist wie eine Zeitreise in die Blütezeit des industriellen Aufschwungs der Ersten Republik, als aus einem kleinen Städtchen ein riesiges globales Schuhimperium wurde.

Die größte Aufmerksamkeit zieht der legendäre Baťa-Wolkenkratzer auf sich, auch bekannt als Gebäude 21, der zu seiner Zeit das höchste Bauwerk der ganzen Tschechoslowakei war. Seine größte Besonderheit und ein absolutes technisches Unikat ist das fahrbare Direktorenbüro, das direkt in einem geräumigen Aufzug untergebracht ist. Dieses Büro war sogar mit einer eigenen Klimaanlage und einem Waschbecken ausgestattet, was für die damalige Zeit einen unerhörten Luxus und ein Zeichen technischen Fortschritts darstellte.

Heute kannst du auf das Dach des Wolkenkratzers fahren, von wo sich ein atemberaubender Blick auf die exakt angeordneten Kolonien typischer Baťa-Häuschen sowie das weitläufige Fabrikgelände bietet. Wenn dich die Geschichte des Schuhwesens noch genauer interessiert, besuche unbedingt auch das Kulturzentrum 14|15 Baťův institut, das durch den großzügigen Umbau zweier alter Fabrikgebäude entstanden ist.

💡 Tipp: Möchtest du wissen, wie du deine Route zu den besten architektonischen Schätzen planst? Lass dich von unserem Text Was man in Zlín sehen sollte: Baťa-Funktionalismus inspirieren.

6. Luhačovice

Luhačovice ist zweifellos der größte und bekannteste Kurort Mährens, der dich sofort mit seiner unverwechselbaren, entspannten Atmosphäre für sich einnimmt. Das Städtchen liegt eingebettet in einem malerischen Tal und lockt mit langen Kolonnaden voller duftender Kuroblaten und Heilquellen. Die absolut bekannteste Quelle ist die berühmte Vincentka, die du direkt in der neu renovierten Trinkhalle am Hauptplatz verkosten kannst und deren salziger Geschmack für den gesamten Kuraufenthalt charakteristisch ist.

Der Kurort ist vor allem für seine märchenhaften Holzbauten des Architekten Dušan Jurkovič berühmt, die einen unnachahmlichen Genius Loci bilden. Dieser begabte Architekt verstand es meisterhaft, den Jugendstil mit traditionellen Elementen der Volksarchitektur der Walachei zu kombinieren. Das meistfotografierte Gebäude ist zweifellos das bunte Jurkovič-Haus, das aussieht, als wäre es der Illustration eines alten Buches entsprungen, und bis heute als beliebtes Luxus-Kurhotel dient.

Neben dem Trinken der Quellen und dem Bewundern der Architektur kannst du hier auch angenehme Spaziergänge durch die Kurparks genießen, die voller sorgfältig gepflegter Blumenbeete sind. Wenn du eine aktivere Erholung suchst, mach dich auf zum nahen Stausee von Luhačovice, um den ein flacher Weg führt, ideal für Inline-Skates oder gemütliches Radfahren.

💡 Tipp: Bring dir vom Kurort ein originelles Souvenir mit – ein spezielles Trinkgefäß mit langer Tülle, aus dem das örtliche Mineralwasser gleich deutlich besser schmeckt.

7. Uherské Hradiště und die Slovácko-Region

Uherské Hradiště erfüllt stolz die Rolle der kulturellen und historischen Metropole der gesamten Slovácko-Region, die für ihre außerordentlich reiche Folklore und Gastfreundschaft bekannt ist. Das Herz der Stadt ist der weitläufige Masaryk-Platz, geschmückt mit einem schönen barocken Brunnen, um den du zahlreiche angenehme Cafés und ausgezeichnete Restaurants findest. Einen Besuch wert ist auf jeden Fall das umfangreiche Slovácké muzeum, wo du alles Wichtige über traditionelle Trachten, Volksbräuche und lokale Handwerke erfährst, die in der Umgebung bis heute liebevoll gepflegt werden.

Die gesamte Umgebung der Stadt ist geradezu übersät mit malerischen Weinkellern, die den unverwechselbaren Charakter der hügeligen Landschaft prägen und zum abendlichen Beisammensein bei einem Gläschen einladen. Im September erwacht die ganze Stadt während der großartigen Slovácko-Weinfeste zum Leben, wenn sich die Straßen mit Menschen in bunten Trachten füllen, überall Zimbalmusik erklingt und ausgiebig junger Federweißer verkostet wird. Wenn du einen Besuch zu diesem Termin planst, reserviere deine Unterkunft mit großem Vorlauf – ruhig ein halbes Jahr im Voraus.

Ganz in der Nähe befindet sich auch das Dorf Vlčnov, das weltweit berühmt ist für seinen traditionellen „Ritt der Könige“ (Jízda králů), der in die renommierte Liste des immateriellen UNESCO-Kulturerbes aufgenommen wurde. Dieser einzigartige Brauch voller Farben und Traditionen zieht Besucher aus aller Welt an und zeigt das Beste der Slovácko-Kultur.

💡 Tipp: Wenn du in diese Gegend reist, lies unbedingt unseren ausführlichen Artikel Uherské Hradiště: Metropole der Slovácko-Region.

8. Velehrad und Modrá

Velehrad ist der bedeutendste Wallfahrtsort Mährens, dessen starke spirituelle Atmosphäre dich sofort bei der Ankunft umfängt. Der Mittelpunkt des gesamten Areals ist die wunderschöne Basilika Mariä Himmelfahrt und der Heiligen Kyrill und Method, die mit ihren reich verzierten Innenräumen und majestätischen Türmen beeindruckt. Der Ort ist eng mit der Ankunft der slawischen Glaubensboten verbunden, und jedes Jahr im Juli pilgern Tausende hierher zu den großartigen traditionellen Feierlichkeiten voller Emotionen.

Nur ein kleines Stück von Velehrad entfernt liegt das faszinierende Archäoskansen Modrá, das eine perfekte Rekonstruktion einer großmährischen befestigten Siedlung bietet. Du kannst hier zwischen Rohrhütten umherwandern, den einstigen Handwerkern über die Schulter schauen und mit eigenen Augen sehen, wie der Alltag unserer Vorfahren im 9. Jahrhundert aussah. Es ist ein fantastisches Erlebnis besonders für Familien mit Kindern, denn das Areal wirkt ungemein lebendig und authentisch.

Beide Orte lassen sich bequem zu einem vollgepackten Tagesausflug verbinden, denn beide liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Während die Basilika Raum für stille Kontemplation und das Bewundern der großartigen historischen Architektur bietet, zieht dich – und vor allem deine Kinder – das Freilichtmuseum sofort in seinen Bann. Den Eintritt ins archäologische Areal sowie die Öffnungszeiten der Basilika überprüfst du vor der Reise leicht auf deren Websites, denn die Preise ändern sich je nach aktueller Reisesaison manchmal.

💡 Tipp: In Modrá solltest du auch die nahe und sehr beliebte Ausstellung „Živá voda“ (Lebendiges Wasser) keinesfalls verpassen, wo du durch einen einzigartigen Glastunnel direkt unter der Wasseroberfläche eines Teichs voller riesiger Hausen und Karpfen spazierst.

9. Buchlov und Buchlovice

Dieses Denkmalpaar bildet einen absolut perfekten architektonischen Kontrast und stellt einen der besten Tagesausflüge in Mähren dar, der sowohl Geschichtsliebhaber als auch Romantiker begeistert. Die mittelalterliche Burg Buchlov thront stolz auf einem hohen bewaldeten Kamm des Chřiby-Gebirges und wirkt schon von Weitem wie eine uneinnehmbare steinerne Festung aus der Zeit alter Ritter. Von ihren mächtigen Mauern und Aussichtstürmen bieten sich fantastische Panoramablicke auf die gesamte umliegende Landschaft – besonders im Herbst, wenn sich die Laubwälder ringsum in unglaubliche Rot- und Goldtöne färben.

Ein völlig anderes Erlebnis bietet das Barockschloss Buchlovice, das nur wenige Kilometer tiefer im malerischen Vorgebirge liegt. Dieses Schloss wurde im Stil italienischer Landvillen erbaut und wird von einem wunderschönen englischen Park umgeben, voller seltener Gehölze und frei umherlaufender Pfauen, die dem ganzen Ort eine vornehme Atmosphäre verleihen. So kannst du an einem einzigen Tag die raue mittelalterliche Realität und die kultivierte Schlosseleganz erleben. Genaue Informationen zu den Besichtigungsrundgängen beider Denkmäler findest du am besten auf ihren offiziellen Websites, wo du dir Tickets auch im Voraus sichern kannst.

💡 Tipp: Der Weg zwischen der rauen Burg und dem romantischen Schloss führt durch die schöne Natur der bewaldeten Chřiby und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Zwischenstopps zu kurzen Wanderungen oder einem Picknick am Nachmittag.

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10. Helfštýn

Die Burg Helfštýn gehört zu den allergrößten Burgkomplexen in ganz Tschechien, und ihre gewaltige Ausdehnung sowie die mächtige Befestigung beeindrucken dich garantiert schon beim Ankommen. Einzigartig ist sie vor allem dadurch, dass du unglaubliche sieben Tore nacheinander durchschreiten musst, bevor du bis ins eigentliche Herz der Burg auf dem obersten Innenhof gelangst. Ein Rundgang durch das gesamte Areal ist somit eine ganz ordentliche sportliche Leistung, die dich aber mit dem Blick auf präzise mittelalterliche Baukunst belohnt, die jahrhundertelang die wichtige Handelsstraße durch die Mährische Pforte schützte.

Im Jahr 2020 durchlief das verfallene Torso des Burgpalastes eine faszinierende und sehr mutige Rekonstruktion, bei der es eine moderne Glasüberdachung und ein ausgeklügeltes System von Stahlstegen erhielt. Diese architektonische Lösung verbindet das historische Mauerwerk feinfühlig mit modernem Design und wurde zu Recht mit zahlreichen renommierten internationalen Preisen ausgezeichnet – überprüfe also vor dem Besuch unbedingt die Details auf der Website der Burg Helfštýn. Jedes Jahr Ende August erwacht die Burg zum großen Event namens Hefaiston – einem internationalen Treffen von Kunstschmieden aus ganz Europa, deren beeindruckende Werke viele Burghöfe schmücken und eine Dauerausstellung bilden.

💡 Tipp: Vom höchsten Burgturm hast du einen absolut traumhaften Rundumblick auf das gesamte weitläufige Gebiet der Mährischen Pforte, und bei klarem Wetter reicht die Sicht unglaublich weit.

11. Litovel und das Litovelské Pomoraví

Die Stadt Litovel trägt völlig zu Recht und mit großem Stolz den Spitznamen „Venedig der Haná“, denn durch ihr historisches Zentrum fließen unglaubliche sechs Arme der March (Morava). Das Wasser fließt hier romantisch direkt unter dem Hauptplatz hindurch, säumt die alten Stadtmauern und verleiht dem ganzen Städtchen eine sehr ungewöhnliche und unglaublich ruhige Atmosphäre, in die du dich auf den ersten Blick verlieben wirst. In einem der örtlichen Cafés mit Blick auf das träge fließende Wasser zu sitzen, ist die beste Art, in dieser Stadt neue Energie zu tanken, bevor du weiter auf Entdeckungsreise gehst.

Gleich hinter den Toren der Stadt beginnt nämlich das Landschaftsschutzgebiet Litovelské Pomoraví, das ein wahres Paradies für alle Liebhaber unberührter Natur und aktiver Erholung ist. Du findest hier weitläufige Auwälder, tote Flussarme voller seltener Wasservögel und Feuchtgebiete, die mit ihrem Aussehen an eine kleine Urwaldwildnis inmitten der Zivilisation erinnern. Die ganze Gegend ist absolut ideal für gemütliches Radfahren, denn es handelt sich um völlig flaches Terrain mit vielen perfekt gepflegten Radwegen. Wenn du dem Touristenrummel entfliehen möchtest, ist das die richtige Richtung für deinen Ausflug.

💡 Tipp: In Litovel kannst du dir in den Sommermonaten ein Boot oder ein Paddleboard ausleihen und die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive betrachten – direkt von der Wasseroberfläche eines der Flussarme.

12. Svatý Kopeček

Der Svatý Kopeček erhebt sich direkt über Olomouc und bildet so ein unübersehbares Wahrzeichen der ganzen weiten Umgebung, das du schon aus großer Entfernung siehst. Sein Hauptmagnet ist die monumentale barocke Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung, zu der von der Stadt aus eine lange historische Allee führt und die mit ihren reich verzierten Innenräumen und wunderschönen Fresken beeindruckt. Ein Spaziergang über den weitläufigen Platz vor der Basilika ist zu jeder Jahreszeit fantastisch, außerdem öffnet sich von hier einer der schönsten Panoramablicke auf die gesamte Haná-Metropole.

Neben der spirituellen Dimension kommen die meisten Besucher jedoch wegen eines weiteren riesigen Anziehungspunkts hierher: dem weitläufigen Zoo Olomouc. Er erstreckt sich in wunderschönem bewaldetem Gelände und bietet viele offene Gehege, in denen du die Tiere aus nächster Nähe und in natürlicher Umgebung beobachten kannst – weitere praktische Informationen findest du auf der Website des Zoos. Auf den Svatý Kopeček kommst du völlig bequem mit dem normalen öffentlichen Nahverkehr direkt aus dem Zentrum von Olomouc, sodass du dich gar nicht um die komplizierte Parksituation kümmern musst, die an Ferienwochenenden ziemlich problematisch sein kann.

💡 Tipp: Direkt im Zoo-Gelände befindet sich ein hoher stählerner Aussichtsturm, von dem du bei gutem, sonnigem Wetter die gesamte flache Haná buchstäblich wie auf dem Präsentierteller hast.

13. Svatý Hostýn

Der Svatý Hostýn ist gleich nach Velehrad der zweitbedeutendste Wallfahrtsort Mährens, und sein Besuch hat eine unglaublich starke Ausstrahlung – ganz gleich, ob du gläubig bist oder einfach nur Sakralarchitektur bewunderst. Auf dem Gipfel des bewaldeten Hügels über der Stadt Bystřice pod Hostýnem erhebt sich stolz die wunderschöne Basilika Mariä Himmelfahrt. Zu ihr führt vom Fuße aus eine lange monumentale Treppe, gesäumt von kleinen Ständen, an denen seit Generationen traditionelle Lebkuchen, Heiligenbildchen und allerlei Souvenirs verkauft werden.

Besondere und sehr detaillierte Aufmerksamkeit verdient hier auch der originelle Kreuzweg vom Anfang des 20. Jahrhunderts, den der berühmte slowakische Architekt Dušan Jurkovič entworfen hat. Dieser Weg mit seinen bunten Mosaiken fügt sich wunderbar in die umliegende Waldlandschaft ein und bildet einen magischen Ort für einen ruhigen Spaziergang. Eintritt wird hier zwar nirgends verlangt, aber bedenke, dass man ohne Sondergenehmigung nicht mit dem normalen Pkw auf den Hügel fahren kann – du musst also die regelmäßigen Buslinien aus Bystřice nutzen. Oben befindet sich außerdem ein modernes Windkraftwerk mit Aussichtsturm, was einen ungemein interessanten Kontrast zwischen tiefer Geschichte und Gegenwart bildet.

💡 Tipp: Ein kurzes Stück unterhalb des Gipfels findest du eine Heilquelle namens „Vodní kaple“ (Wasserkapelle), zu der Menschen aus der weiten Umgebung anreisen, um ihre Flaschen mit dem kühlen und angeblich wundertätigen Wasser zu füllen.

14. Holešov

Das Städtchen Holešov bleibt oft ganz zu Unrecht im Schatten des viel bekannteren Kroměříž, dabei bietet es außerordentlich interessante historische Sehenswürdigkeiten, die deine volle Aufmerksamkeit verdienen. Das größte Wahrzeichen ist das frühbarocke Schloss mit einem wunderschönen weitläufigen Park, dessen Wasserkanäle aus der Vogelperspektive einen einzigartigen Grundriss in Form von Neptuns Dreizack bilden. Der Schlosspark ist der breiten Öffentlichkeit frei zugänglich und stellt einen absolut perfekten Ort für ein Nachmittagspicknick unter den Kronen jahrhundertealter Bäume oder für einen romantischen Spaziergang bei Sonnenuntergang dar.

Ein echtes Weltunikat ist jedoch die unscheinbare Schach-Synagoge, die zu Recht zu den am besten erhaltenen und bedeutendsten jüdischen Denkmälern in ganz Tschechien zählt. Ihr unauffälliges Äußeres verbirgt reich verzierte Holzdecken und uralte Texte, wobei du die aktuellen Möglichkeiten für Führungen auf den städtischen Informationsportalen findest. Zur Synagoge gehört untrennbar auch der nahe geheimnisvolle jüdische Friedhof mit dem Grab des berühmten Rabbi Schach, zu dem jedes Jahr Pilger aus aller Welt anreisen. Holešov ist schlichtweg ein idealer Zwischenstopp, wenn du den größten Menschenmengen entgehen möchtest.

💡 Tipp: Absolviere die Besichtigung der Synagoge unbedingt mit einem örtlichen Führer, denn die Geschichten rund um die einheimische jüdische Gemeinde sind ungemein faszinierend und voller Emotionen.

15. Vizovice

Wenn man Walachei sagt, fällt vielen Menschen sofort und ganz automatisch Vizovice ein, das im ganzen Land buchstäblich ein Synonym für hochwertige Obstbrände ist. Der wichtigste touristische Anziehungspunkt ist die hiesige berühmte Brennerei Rudolf Jelínek, wo du dich auf eine sehr beliebte Führung begeben und mit einem Guide den gesamten faszinierenden Prozess der Herstellung echten mährischen Slivovitz durchlaufen kannst. Am Ende der Besichtigung fehlt natürlich auch die lang ersehnte Verkostung nicht, nach der du im Werksverkauf spezielle Editionen von Bränden erwerben kannst, die du in gewöhnlichen Supermärkten garantiert nicht bekommst.

Die Stadt rühmt sich aber auch des schönen Barockschlosses Vizovice, das reich ausgestattete Innenräume mit umfangreichen Sammlungen zeitgenössischer Gemälde und wertvollen Porzellans bietet. Die Öffnungszeiten des Schlosses sowie die genauen Zeiten der Führungen in der Brennerei überprüfst du am besten immer auf deren offiziellen Websites, denn die Kapazitäten füllen sich oft schnell. In den Sommermonaten verwandelt sich Vizovice zudem in die Hauptstadt der harten Musik, denn hier findet das riesige internationale Festival Masters of Rock statt. Die Umgebung der Stadt ist von Wanderwegen durchzogen, die dich zuverlässig auf die Kämme der Vizovické vrchy mit atemberaubenden Ausblicken führen.

💡 Tipp: Wenn du im Sommer zum Festival nach Vizovice reist, sichere dir deine Unterkunft mit großem Vorlauf, denn die gesamte weite Umgebung ist oft schon Monate im Voraus ausgebucht.

Mähren mit Kindern: die besten Familientipps

Reisen mit Kindern erfordert einen etwas anderen Ansatz und eine sorgfältigere Planung, damit sich niemand auch nur eine Minute langweilt und alle den Urlaub in völliger Entspannung genießen. Mähren ist zum Glück voller toller Attraktionen, die sowohl kleine Entdecker als auch ihre müden Eltern begeistern. Ich habe für dich vier durchdachte thematische Rundgänge vorbereitet, die dir das Tagesprogramm bei absolut jedem Wetter retten.

Zoo Olomouc und Zoo Zlín-Lešná

Ein Zoobesuch ist eine absolute Wette auf Sicherheit, die garantiert die Augen jedes Kindes zum Leuchten bringt. Der Zoo Olomouc auf dem Svatý Kopeček lockt mit riesigen bewaldeten Gehegen, in denen sich die Tiere in sehr natürlicher Umgebung bewegen. In der Hauptsaison von März bis Oktober zahlen Erwachsene für den Eintritt etwa 7,40 € (180 Kč) und Kinder ab drei Jahren gemeinsam mit Studenten und Senioren 4,90 € (120 Kč), wobei die Kleinsten unter drei Jahren völlig kostenlos hineinkommen. Ein Familienticket für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet dich günstige 21 € (520 Kč), aber achte gut auf die Parkgebühr. Diese wird extra bezahlt und kostet dich in der Sommersaison weitere 4 € (100 Kč) pro Tag – was viele unvorbereitete Familien erst direkt vor Ort an der Schranke überrascht.

Die zweite fantastische Wahl ist der Zoo Zlín-Lešná, der seit Langem zu den meistbesuchten Arealen des Landes gehört und ganz einzigartig direkt um ein romantisches historisches Schloss herum angelegt ist. Die Tiere sind hier logisch nach Kontinenten aufgeteilt, und du kannst mit den Kindern durch weitläufige begehbare Volieren voller bunter exotischer Vögel spazieren oder dir Rochen im speziellen Streichelbecken aus nächster Nähe anschauen. Die aktuellen Eintrittspreise und Öffnungszeiten überprüfst du am besten immer auf der offiziellen Website des Zoos Zlín, denn sie können sich je nach Jahreszeit leicht ändern.

In die Höhlen und ins Archäoskansen

Wenn du mit den Kindern ein spannendes Abenteuer suchst oder eine schnelle Flucht vor der unangenehmen Sommerhitze, ist der Abstieg in die Unterwelt immer eine tolle Idee. Die Höhlen von Javoříčko mit ihrem absolut fantastischen Tropfsteinschmuck wirken auf Kinder wie eine Reise in ein echtes Märchenreich voller versteinerter Riesen und bizarrer Formen. Vergiss aber auf keinen Fall, allen Kindern und auch dir selbst einen warmen Pullover mitzunehmen, denn hier herrscht selbst im heißesten Augustsommer eine ziemlich starke Kühle, und die Besichtigung des gesamten Komplexes dauert knapp eine Stunde.

Für eine ordentliche Portion Geschichte an der frischen Luft mach dich auf ins Archäoskansen Modrá bei Velehrad, das die Kinder garantiert in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Es handelt sich nämlich nicht um ein langweiliges Museum mit verstaubten Vitrinen, sondern um eine lebendige und sehr authentische Nachbildung einer großmährischen Siedlung. Die Kinder können hier hautnah die dunklen Grubenhäuser besichtigen, unter Aufsicht das Bogenschießen ausprobieren oder begeistert die frei herumlaufenden Haustiere streicheln, die dem ganzen Areal die richtige historische Atmosphäre verleihen.

Wenn es regnet: Pevnost poznání und Baťa-Institut

Über das Wetter im Urlaub kannst du leider nicht bestimmen, deshalb ist es immer gut, einen soliden Plan B für verregnete Tage in der Hinterhand zu haben. In Olomouc rettet dich zuverlässig das interaktive Museum Pevnost poznání (Festung der Erkenntnis), das in einem schönen historischen Gebäude eines ehemaligen Militärdepots untergebracht ist und mit großer Begeisterung direkt von der örtlichen Universität betrieben wird. Die Kinder können hier hautnah und sicher verschiedene physikalische Experimente ausprobieren, durch ein riesiges Modell des menschlichen Gehirns spazieren oder knifflige Logikrätsel lösen. Weitere nützliche Informationen zu den Programmen liefert dir die Website der Pevnost poznání.

In Zlín steuere mit deinem Nachwuchs das großartige Kulturzentrum namens 14|15 Baťův institut an, das durch den sehr großzügigen Umbau zweier alter Ziegel-Fabrikgebäude im Stadtzentrum entstanden ist. Im Inneren findest du ein modernes Museum Südostmährens mit einer ungemein fesselnden Ausstellung über die Geschichte des Schuhwesens und die berühmte Ära der Familie Baťa. Dank zahlreicher historischer Nähmaschinen, blinkender Knöpfe und zeitgenössischer Objekte macht diese Exkursion in die Vergangenheit unerwartet auch den jüngsten Besuchern Spaß, die sich in einem klassischen Museum sonst vor Langeweile winden würden.

Mit dem Kinderwagen durch die Schlossgärten

Reisen mit den allerkleinsten Kindern im Kinderwagen erfordert Gelände ohne unnötige Stufen, Wurzeln und unangenehme Hindernisse. Absolut ideal ist in dieser Hinsicht der Schlossgarten (Podzámecká zahrada) in Kroměříž, der durch perfekt ebenes Gelände mit sehr breiten und befestigten Sandwegen besticht. Du kannst hier stundenlang im angenehmen Schatten alter Bäume umherstreifen, frei lebende Pfauen beobachten, während das Kind ruhig schläft – und obendrein ist der Eintritt in diesen weitläufigen Teil der Gärten das ganze Jahr über völlig kostenlos.

Tolle und sehr sichere Kinderwagenrouten bietet auch der Smetana-Park (Smetanovy sady) in Olomouc, wo du endlos lange Asphaltalleen, viele Bänke zum Ausruhen und wunderschön gepflegte Blumenbeete findest. Wenn du bei Spaziergängen eher wildere Natur als Stadtparks bevorzugst, mach dich auf zum ebenen Radweg entlang der March im Landschaftsschutzgebiet Litovelské Pomoraví. Dieses Terrain ist für eine reibungslose Fahrt mit dem Kinderwagen absolut sicher, bequem, und außerdem atmest du auf dem gesamten Weg herrlich saubere Waldluft.

Wo du in Mähren gut essen kannst

Die Gastroszene in Mähren ist unglaublich vielfältig und mischt gediegene historische Traditionen mit modernen kulinarischen Trends. Das absolut bekannteste lokale Produkt sind natürlich die berühmten Olmützer Quargel (Tvarůžky) – der einzige originär tschechische Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung, der zudem rein vegetarisch ist. Er zeichnet sich durch einen stark pikanten Geschmack und einen sehr unverwechselbaren, kräftigen Geruch aus, der zwar manchen beim ersten Mal abschreckt, aber sobald du ihn probierst, verfällst du ihm wahrscheinlich. Hergestellt wird er im nahen Loštice, wo du neben der eigentlichen Fabrik auch ein tolles Quargelmuseum und lokale Restaurants findest, die daraus hervorragende fleischlose Suppen, herzhafte Kuchen und unglaublich originelle süße Desserts zubereiten.

Die Haná-Region ist weit und breit auch für ihre Süßigkeiten berühmt, deshalb musst du auf deiner Reise unbedingt die traditionellen Haná-Kuchen (koláče) probieren, die reich mit feinem Quark gefüllt und mit süßen Streuseln bestreut sind. In der Walachei stößt du wiederum in jeder guten Bäckerei auf riesige runde Frgále mit Birnen-, Mohn- oder Pflaumenmusfüllung, die den Appetit auf Süßes nach einem langen anstrengenden Ausflug zuverlässig stillen. Die regionale Küche bietet auch eine Reihe deftiger Fleischgerichte, die Liebhaber der Klassiker erfreuen; in der Haná ist die reichhaltige Haná-Rahmsauce (svíčková) eine typische Spezialität, und die Slovácko-Region ist wiederum für ihre gediegenen Slovácko-Würste berühmt, die auf den Herbstfesten aus jedem Stand duften.

Wenn du durch das sonnige Slovácko streifst, wäre es ein riesiger Fehler, den ausgezeichneten mährischen Wein nicht zu probieren, der untrennbar zur örtlichen Kultur und Folklore gehört. Die begeisterten Winzer hier bauen wunderbare Sorten weißer und roter Weine an, und ein abendliches Beisammensein in einem kühlen Weinkeller mit einem Glas in der Hand ist der bestmögliche Abschluss eines Reisetages. Wenn du bei kühlerem Wetter ein hochprozentigeres Getränk zum Aufwärmen bevorzugst, kommt in der Walachei jeder Liebhaber gediegenen und hochwertigen Obst-Slivovitz auf seine Kosten.

Praktische Tipps: Anreise, Feste und Reservierungen

  • Hervorragende Erreichbarkeit mit dem Zug: Olomouc liegt direkt am Hauptbahnkorridor, sodass die Fahrt aus Prag mit dem Schnellzug nur knapp über zwei Stunden dauert. Reist du aus Deutschland an, erreichst du Olomouc bequem mit dem Zug über Prag – von Berlin, München oder Dresden aus mit nur einem Umstieg. Wenn du ins Baťa-Zlín möchtest, erfordern die meisten Zugverbindungen einen sehr schnellen und problemlosen Umstieg im nahen Otrokovice.
  • Strategische Routenplanung: Die Städte Olomouc, Kroměříž und Zlín bilden auf der Karte ein absolut ideales Dreieck, das sich mit dem Auto bequem und ohne große Hektik in drei bis vier Tagen abfahren lässt – eine tolle Basis für dein verlängertes Wochenende. Wenn du mit dem eigenen Auto anreist, denk an die Vignette für die tschechischen Autobahnen (elektronisch erhältlich).
  • Wohin du dem Rummel entfliehst: Wenn du an einem Sommerwochenende in den Ferien mehr Ruhe suchst, meide die überfüllten Gärten in Kroměříž und steuere lieber die stillen Wälder des Chřiby-Gebirges oder das malerische Litovelské Pomoraví an.
  • Rechtzeitige Reservierungen im Slovácko: Möchtest du hautnah die großartigen Slovácko-Weinfeste im September in Uherské Hradiště erleben, sichere dir deine Unterkunft ruhig ein halbes Jahr im Voraus, sonst hast du nicht die geringste Chance auf ein freies Zimmer.

Wohin als Nächstes

Wenn dir das Reisen durch Tschechien Spaß macht und du weitere Inspiration suchst, schau dir unbedingt unsere weiteren Reiseführer voller persönlicher Tipps und Empfehlungen aus verschiedenen Ecken des Landes an:

Häufig gestellte Fragen

Vor jeder Reise in eine neue Region tauchen viele kleine praktische Fragen auf. Ich habe für dich eine Übersicht der häufigsten Fragen zusammengestellt, die Reisende in Bezug auf Mähren gewöhnlich beschäftigen, damit du für deinen Urlaub perfekt vorbereitet bist und dich nichts überrascht.

Wie viel kostet der Eintritt in den Zoo Olomouc und welche weiteren Gebühren fallen an?

In der Hauptsaison (von März bis Oktober) zahlen Erwachsene 7 € und Kinder ab drei Jahren sowie Studenten und Senioren 5 €. Ein Familienticket für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet günstige 21 €. Beachten Sie jedoch, dass das Parken nicht im Eintrittspreis enthalten ist und in der Sommersaison weitere 4 € pro Tag kostet.

Welche UNESCO-Stätten finde ich in Mittelmähren?

Diese geschichtsträchtige Region kann sich gleich mit mehreren prestigeträchtigen Einträgen rühmen. Dazu gehören die monumentale barocke Dreifaltigkeitssäule in Olomouc, das wunderschöne Erzbischöfliche Schloss mit dem Blumen- und Schlossgarten in Kroměříž sowie der farbenprächtige traditionelle Königsritt in Vlčnov, der auf der Liste des immateriellen Kulturerbes geschützt ist.

Warum hat die astronomische Uhr in Olomouc eine so ungewöhnliche Verzierung?

Die astronomische Uhr von Olomouc wurde leider am Ende des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt und erhielt ihre heutige Form in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Daher wurde sie im Geiste des damaligen sozialistischen Realismus gestaltet, sodass sich auf ihr anstelle der traditionellen heiligen Apostel Figuren von arbeitenden Arbeitern, Sportlern und Wissenschaftlern drehen.

Welche Unterkunft in Olomouc hat die besten Bewertungen?

Zu den dauerhaft beliebtesten Unterkünften gehört das stylische Long Story Short, das auf sehr originelle Weise ein Premium-Hostel mit einem klassischen Hotel kombiniert. Sehr beliebt bei Paaren ist auch das gemütliche Boutique-Hotel Miss Sophie’s oder das außergewöhnlich elegante Hotel Theresian, das sich mit einem luxuriösen Wellnesscenter direkt auf dem Dach mit Blick auf die Stadt rühmt.

Sind die Olomoucer Quargel für Vegetarier geeignet?

Ja, die echten Olomoucer Quargel aus Loštice sind vollständig vegetarisch. Es handelt sich um einen einzigartigen Reifekäse mit sehr niedrigem Fettgehalt und typischem starkem aromatischem Geruch. Lokale Restaurants bereiten daraus gerne hervorragende fleischlose Suppen, köstliche herzhafte Kuchen und verschiedenste frittierte Varianten zu, die definitiv einen Versuch wert sind.

Wo finde ich die besten Aktivitäten für kleinere Kinder?

Ein absoluter Hit ist der weitläufige Zoo Lešná bei Zlín und der bewaldete Zoo auf dem Svatý Kopeček oberhalb von Olomouc. Für Regentage ist das interaktive Museum Pevnost poznání in Olomouc absolut ideal. Kleine Abenteurer wird garantiert auch das Archeoskanzen Modrá in der Nähe von Velehrad mit lebenden Tieren, Bogenschießen und authentischen Grubenhäusern begeistern.

Lässt sich Mittelmähren bequem ohne Auto bereisen?

Große Städte wie Olomouc, Kroměříž und Zlín sind untereinander sehr gut mit Zügen oder regelmäßigen Bussen verbunden. Olomouc liegt zudem direkt am Haupteisenbahnkorridor von Deutschland aus. Zu abgelegeneren Burgen wie Bouzov oder Buchlov gelangen Sie jedoch mit öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich schwieriger, und ein Auto ist dort ein enormer Vorteil.

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Zlín in Tschechien: 12 Tipps für die Stadt von Baťa

TL;DRIn Zlín, der einzigen europäischen Stadt, die komplett von einer einzigen Firma erbaut wurde, lohnt sich vor allem der Baťa-Wolkenkratzer mit Aussichtsterrasse im 16. Stock, das Tomáš-Baťa-Denkmal, die Baťa-Siedlungshäuser in den Vierteln Letná und Zálešná, der Zoo Zlín-Lešná mit Schloss sowie das Baťa-Institut 14|15. Insgesamt findest du 12 Tipps für Zlín, darunter das Velké kino, die Filmstudios in Kudlov, den Waldfriedhof und die Burg Malenovice. Fürs Stadtzentrum reichen ein bis zwei Tage, für Ausflüge in die Umgebung (Vizovice 14 km, Luhačovice 16 km) plan lieber drei Tage ein. Am schönsten ist die Stadt im Frühling und Sommer bis in den Herbst, wenn das Grün der Gartenstadt richtig zur Geltung kommt, oder Ende Mai/Anfang Juni während des Zlín Film Festivals.

Wenn der Name Baťa fällt, denken die meisten von uns an bequeme Schuhe – doch kaum jemand hat sofort im Kopf, welches städtebauliche Wunder dank dieser Schuhmacher-Dynastie im Osten Mährens entstanden ist. Zlín in Tschechien ist nämlich die einzige Stadt ihrer Art auf der ganzen Welt, die von Grund auf von einer einzigen Firma erbaut wurde.

Tomáš Baťa und seine Nachfolger schafften es, aus einem kleinen, unscheinbaren Ort innerhalb weniger Jahrzehnte ein modernes funktionalistisches Zentrum zu errichten, dem man bald den Beinamen Gartenstadt gab. Alles erhielt hier seine Ordnung, von der Anordnung der Straßen bis hin zu den roten Ziegeln, dem Glas und dem Beton, aus denen nach einem einheitlichen Modul Fabriken, Schulen und Häuser für die Arbeiter gebaut wurden.

Wer in diesen Winkel Mährens kommt, findet sich unversehens in einem lebendigen Lehrbuch-Beispiel moderner Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts wieder. Ich habe für euch einen ausführlichen Reiseführer voller Tipps zusammengestellt, was man in Zlín sehen kann, damit ihr diese faszinierende, vom herrlichen Grün der Walachei umgebene Stadt in vollen Zügen genießt und keinen wichtigen Ort verpasst.

Aktualisierung: August 2026Am Donnerstag, dem 9. Juli 2026, erfasste ein Großbrand das Gebäude Nr. 34 im Svit-Areal, also das ehemalige zentrale Schuhlager von Baťa. Weder der Baťa-Wolkenkratzer noch eines der anderen touristischen Ziele wurde durch das Feuer beschädigt, sodass seit Mitte Juli wieder alles geöffnet ist. Geschlossen bleibt nur die unmittelbare Umgebung des ausgebrannten Gebäudes, das seit Anfang August von einer Abrissfirma niedergerissen wird. Die Einzelheiten habe ich dir weiter unten im Abschnitt Der Brand des Gebäudes Nr. 34 zusammengefasst.

Zusammenfassung: Was man in Zlín sehen und nicht verpassen sollte

Wenn ihr es eilig habt und nur einen schnellen Überblick über die wichtigsten Punkte braucht, hier eine kurze Liste der Highlights:

  • Baťa-Wolkenkratzer: Die ehemalige Firmenzentrale mit dem legendären fahrbaren Büro im Aufzug und einer wunderschönen Aussicht vom Dach.
  • Tomáš-Baťa-Denkmal: Ein klarer Glasbau, der das Modell jenes Flugzeugs beherbergt, in dem der Gründer des Imperiums tragisch ums Leben kam.
  • Baťa-Häuschen: Viertel voller typischer Bauten aus roten Ziegeln, die das berühmte Konzept der Gartenstadt bilden.
  • Zoo und Schloss Zlín-Lešná: Der zweitmeistbesuchte Tierpark Tschechiens, thematisch nach Kontinenten gegliedert.
  • 14|15 Baťa-Institut: Das kulturelle Herz in den ehemaligen Fabrikhallen mit einer hervorragenden Ausstellung über die Geschichte des Schuhhandwerks und über Reisende.
  • Filmstudios: Ein Ort auf dem Hügel Kudlov, wo die Geschichte des tschechischen Animations- und Trickfilms geschrieben wurde.

Wann nach Zlín reisen

Zlín funktioniert das ganze Jahr über, aber erst vom Frühling bis zum Herbst zeigt die Stadt, was wirklich in ihr steckt. Das Konzept der Fabrik im Grünen kommt erst dann voll zur Geltung, wenn die Bäume auf dem Gahura-Prospekt und rund um die Baťa-Häuschen ergrünen – und die in Grün getauchten Baťa-Viertel sind schlichtweg ein ganz anderes Erlebnis als im grauen Februar. Frühling und Frühsommer sind ideal für lange Spaziergänge durch Viertel wie Letná oder Zálešná.

Wenn ihr Kultur mögt und euch etwas mehr Trubel nicht stört, solltet ihr einen Besuch Ende Mai oder Anfang Juni in Betracht ziehen, wenn hier das berühmte Zlín Film Festival stattfindet. Die Stadt erwacht dann zum Leben, überall ist etwas los und die Atmosphäre ist unglaublich ansteckend. Der Herbst wiederum bringt herrlich verfärbtes Laub, das mit den roten Ziegeln der Gebäude einen sehr fotogenen Kontrast bildet.

Was die Anreise selbst betrifft, sollte man wissen, dass Zlín etwas abseits der wichtigsten Bahnstrecken liegt. Von München sind es mit dem Auto rund 500 Kilometer, von Berlin etwa 650 Kilometer – plant also einen guten halben Tag Fahrt ein. Mit dem Flugzeug fliegt ihr am besten nach Wien oder Brünn (von dort sind es nur etwa 100 Kilometer) und fahrt dann mit dem Mietwagen oder Bus weiter. Wer mit der Bahn kommt, reist meist bis in das nahe gelegene Otrokovice (etwa zehn Kilometer entfernt) und steigt dort in eine Regionalbahn oder den öffentlichen Nahverkehr direkt ins Zentrum von Zlín um. Übrigens: In Tschechien braucht ihr für die Autobahnen eine elektronische Vignette, die ihr bequem online kaufen könnt. Für die Stadt selbst reichen ein bis zwei Tage völlig aus, doch wenn ihr auch Ausflüge in die Umgebung machen wollt, solltet ihr drei Tage einplanen.

Wo man in Zlín übernachten kann

Eine Unterkunft sucht man sich hier gerne aus, denn ihr könnt direkt in Gebäuden schlafen, die den größten Ruhm des Baťa-Imperiums miterlebt haben. Die örtlichen Hotels respektieren häufig das funktionalistische Erbe und bieten großartigen Komfort.

Für Liebhaber von Geschichte und zentraler Lage: Direkt am Platz der Arbeit (Náměstí Práce) steht das unübersehbare Interhotel Zlín. Viele kennen es noch unter seinem langjährigen Namen Hotel Moskva. Es handelt sich um das ursprüngliche Gesellschaftshaus, das die Firma Baťa in den dreißiger Jahren errichten ließ – ihr wohnt also direkt im Epizentrum des Geschehens mit Blick auf das gesamte funktionalistische Zentrum.

Für Ruhe und schöne Ausblicke: Wenn ihr eine Oase der Ruhe sucht und euch gerne etwas verwöhnen lasst, werft einen Blick auf das Hotel Tomášov Zlín. Es liegt in einem ruhigeren Teil der Stadt auf einem Hügel, bietet herrliche Ausblicke ins Tal und erfreut euch zudem mit einem hauseigenen Wellnessbereich, in dem ihr euch nach einem Tag voller Spaziergänge erholen könnt.

Der goldene Mittelweg und Wellness: Ein sehr angenehmer und praktischer Ausgangspunkt ist das Hotel Baltaci U Náhonu Zlín, das die Gäste für sein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis loben. Eine familiärere und gemütlichere Atmosphäre findet ihr im Hotel Vila Kamenec Zlín. Und wenn ihr das Erkunden der Stadt mit echter Wellness-Erholung in der Natur verbinden möchtet, fahrt ein Stück hinaus zur Unterkunft Hotel Lázně Kostelec Zlín.

Was man in Zlín sehen und unternehmen kann

Zlín ist keine Stadt, in der man von einer Barockkirche zur nächsten wandert. Hier kommt man, um die Vision eines einzigen Schuhmachers zu bewundern, der beschloss, eine ganze Stadt von null an zu errichten – und sie noch schöner zu machen, als er gemusst hätte. Die Architektur ist hier streng zweckmäßig, doch gerade in dieser Schlichtheit und der Wiederholung geometrischer Formen liegt ihr größter Zauber. Gehen wir die zwölf Orte durch, die ihr bei einem Besuch auf keinen Fall verpassen solltet.

1. Baťa-Wolkenkratzer (Gebäude 21)

Dies ist zweifellos das Hauptwahrzeichen der Stadt. Der Baťa-Wolkenkratzer, den die Einheimischen nur „die Einundzwanzig“ nennen (nach dem amerikanischen System der Gebäudenummerierung im Areal), entstand in den Jahren 1936 bis 1938. Der Entwurf stammte vom Hausarchitekten der Firma, Vladimír Karfík. Mit einer Höhe von 77,5 Metern war es damals das zweithöchste Gebäude in ganz Europa. Die rund sechzehn oberirdischen Stockwerke wurden damals in nur zwei Jahren errichtet – ein Tempo, das selbst nach heutigen Maßstäben kaum zu glauben ist.

Die größte Kuriosität des Wolkenkratzers, in dem die Firmenleitung saß, ist das fahrbare Büro von Jan Antonín Baťa. Stellt euch einen Aufzug von etwa sechs mal sechs Metern vor, der als vollwertiges Arbeitszimmer diente. Der Firmenchef hatte darin eine Klimaanlage, ein Waschbecken mit fließendem Wasser und sogar ein Telefon, sodass er das Unternehmen leiten und sich zugleich nahtlos zwischen den einzelnen Stockwerken zu seinen Mitarbeitern bewegen konnte. Heute residieren im Gebäude die Bezirksverwaltung und das Finanzamt, doch für Touristen ist das sechzehnte Stockwerk am wichtigsten. Dort befindet sich nämlich ein Café mit Aussichtsterrasse, von der aus ihr die ganze Ziegelstadt wie auf dem Präsentierteller habt.

2. Platz der Arbeit und das Große Kino

Der Platz der Arbeit bildet das eigentliche Herz des funktionalistischen Zlín und zeigt, wie die Firma Baťa in den dreißiger Jahren über den öffentlichen Raum dachte. Alles war den Bedürfnissen der Mitarbeiter untergeordnet. Den Platz umgeben auf der einen Seite das mächtige Gesellschaftshaus (das heutige Interhotel Zlín) und ein Kaufhaus, auf der anderen Seite das legendäre Große Kino. Genau hier findet ihr auch die Statuen, die an die Gründer des Schuh-Imperiums erinnern.

Das Große Kino verdient besondere Aufmerksamkeit. Es wurde bereits 1932 erbaut und gehörte mit einer Kapazität von über zweitausend Plätzen zu den größten im gesamten Vorkriegs-Tschechoslowakei. Baťa wusste sehr genau, dass die Menschen nach einem langen Arbeitstag am Fließband auch Unterhaltung und Kultur brauchen. Ich muss euch jedoch auf eine praktische Sache hinweisen: Das Kino ist seit 2016 wegen des baufälligen Zustands des Gebäudes leider geschlossen und wartet derzeit auf eine aufwendige Sanierung. Ihr könnt es also nur von außen betrachten – doch auch so ist seine nüchterne und massive Architektur sehenswert.

3. Zoo und Schloss Zlín-Lešná

Wenn ihr euch vom Beton und den Ziegeln erholen wollt, müsst ihr nur ein Stück aus dem Zentrum fahren. Der örtliche Tierpark gehört zum Besten, was man in Tschechien besuchen kann. Für die Öffentlichkeit eröffnete er 1948 und erstreckt sich heute über eine stattliche Fläche von über fünfzig Hektar. Hier werden rund fünfzehnhundert Tiere betreut, die etwa zweihundertdreißig verschiedene Arten vertreten.

Das Areal ist sehr clever in Zonen nach den einzelnen Kontinenten gegliedert (Afrika, Asien, Australien, Amerika), sodass ein Spaziergang durch den Garten an eine Reise um die Welt erinnert. Inmitten der Gehege erhebt sich zudem das wunderschöne romantische Schloss Lešná aus dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts, das hier das Adelsgeschlecht der Seilern errichten ließ. Die Kombination aus Tieren, ausgewachsenen Bäumen und historischem Sitz funktioniert so gut, dass es sich um den zweitmeistbesuchten Zoo Tschechiens gleich nach dem Prager handelt – und insgesamt um das beliebteste Touristenziel Mährens. Jährlich kommen hierher über siebenhundertfünfzigtausend Besucher.

4. Tomáš-Baťa-Denkmal

Dieses Bauwerk wird oft als architektonischer Höhepunkt von Zlín bezeichnet. Das Tomáš-Baťa-Denkmal entwarf der Architekt František Lýdie Gahura, und es wurde 1933 feierlich eröffnet, genau ein Jahr nach dem tragischen Tod des Firmengründers. Es ist ein unglaublich klarer und lichtdurchfluteter funktionalistischer Bau, für den nur Glas, Eisen und Beton verwendet wurden. Der Innenraum ist durch keinerlei Wände gegliedert, alles wird allein von schlanken Säulen gehalten, was einen starken Eindruck von Leichtigkeit und Licht erzeugt.

Der wichtigste und eigentlich einzige Blickfang im Inneren des Denkmals ist das originalgetreue Modell des Flugzeugs Junkers F13. Genau in einer solchen Maschine kam Tomáš Baťa im Juli 1932 bei einem Flugzeugabsturz unweit von Otrokovice ums Leben, als er sich auf eine Geschäftsreise in die Schweiz begab. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Gebäude erhebliche Schäden und wurde unter dem früheren Regime sogar unsensibel zu einem Konzertsaal und einer Galerie umgebaut. Glücklicherweise fand 2019 eine sehr sorgfältige Sanierung statt, die dem Denkmal seine ursprüngliche, lichtdurchflutete Gestalt zurückgab.

5. 14|15 Baťa-Institut

Wenn ihr die Geschichte des Baťa-Wunders wirklich verstehen wollt, müsst ihr hierher kommen. Das Kultur- und Bildungszentrum, bekannt als 14|15 Baťa-Institut, ist in den sorgfältig sanierten Fabrikgebäuden Nummer 14 und 15 untergebracht und öffnete 2013 seine Türen. Aus den einst verlassenen Fabrikhallen wurde ein lebendiges Kulturzentrum, das dabei seinen rauen industriellen Charakter bewahrt hat.

Unter einem Dach findet ihr hier heute die Bezirksgalerie für bildende Kunst, die František-Bartoš-Bezirksbibliothek und vor allem das Museum Südostmährens. Verpasst auf keinen Fall die umfangreiche Dauerausstellung mit dem Namen „Prinzip Baťa“. Sie führt die Besucher durch die gesamte Geschichte der Firma, beherbergt ein riesiges Schuhmuseum mit Schuhen aus aller Welt, gibt Einblick in die Anfänge des Zlíner Films und widmet auch den berühmten Reisenden Jiří Hanzelka und Miroslav Zikmund viel Raum, deren Reisen eng mit Zlín verbunden waren.

6. Baťa-Villa

Lange bevor die riesigen Fabrikhallen und der Wolkenkratzer entstanden, begann der Firmengründer, seinen Familiensitz zu errichten. Die Baťa-Villa wurde in den Jahren 1909 bis 1911 gebaut, und obwohl das Projekt ein anderer Baumeister begann, hatte an ihrer endgültigen Gestalt der berühmte Architekt Jan Kotěra maßgeblichen Anteil. Im Vergleich zum späteren strengen Funktionalismus ist die Villa etwas verzierter und traditioneller, auch wenn sie bereits Elemente eines modernen Denkens über das Wohnen trägt.

Tomáš Baťa lebte hier zusammen mit seiner Familie und brach von hier aus täglich zu seinen Fabriken auf. Das Haus überstand viele historische Umbrüche und dient heute als repräsentativer Sitz der Tomáš-Baťa-Stiftung. Die Räume der Villa erwachen heute bei Vorträgen, Treffen und Kulturveranstaltungen zum Leben, sodass praktisch jeder diesen Teil der Baťa-Geschichte besichtigen kann.

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7. Baťa-Häuschen und die Gartenstadt

Das ist genau das, was Zlín zu Zlín macht. Beim Blick von oben seht ihr endlose Reihen typischer kleiner Häuschen aus rotem, unverputztem Ziegel, eingebettet in eine Flut aus Bäumen und Rasenflächen. Zlín ist nämlich ein Lehrbuch-Beispiel für das städtebauliche Konzept der Gartenstadt. Die Firma Baťa wollte ihren Arbeitern hochwertigen und bezahlbaren Wohnraum bieten, und so entstanden in den zwanziger und dreißiger Jahren nach Entwürfen des Architekten František Lýdie Gahura ganze neue Viertel.

Die Häuschen wurden schnell, günstig und nach standardisierten Plänen gebaut. Es gab drei Grundtypen, nämlich Viertelhäuser, Doppelhäuser und freistehende Einzelhäuser. Bis heute haben sich über neunzehnhundert davon erhalten und bilden geschlossene Viertel wie Letná, Zálešná oder das Waldviertel (Lesní čtvrť). Ein Spaziergang durch diese Straßen ist ein bisschen wie ein Gang durch eine Filmkulisse – nur dass hier die Menschen tatsächlich wohnen, Wäsche aufhängen und in ihren Gärten Gemüse anbauen, genau wie vor neunzig Jahren.

8. Filmstudios und das Zlín Film Festival

Zlín, das sind nicht nur Schuhe, sondern auch die Leinwand. Als Jan Antonín Baťa seine Produkte bewerben musste, gab er sich nicht mit gedruckter Werbung zufrieden. Im Jahr 1936 ließ er auf dem Hügel Kudlov das erste Filmstudio errichten. Ursprünglich sollte es nur zum Drehen von Werbespots dienen, doch nach und nach wurden die Studios zur wahren Wiege des tschechischen Animations- und Trickfilms.

Hier schufen absolute Legenden des tschechischen Films. Ihre bahnbrechenden Puppentrickfilme drehte hier Hermína Týrlová, und genau hier entstand unter der Regie von Karel Zeman der legendäre Film „Die Reise in die Urzeit“. An diese reiche Tradition knüpft nahtlos das Zlín Film Festival an, ein internationales Festival für Kinder- und Jugendfilme, das hier bereits seit 1961 stattfindet. Es ist das älteste und größte Festival seiner Art auf der ganzen Welt.

9. Kirche St. Philipp und Jakob

Vielleicht habt ihr den Eindruck, Zlín sei erst mit der ersten Schuhfabrik vom Himmel gefallen, doch das stimmt nicht. Die Stadt hat eine viel ältere Geschichte, und eine Erinnerung an diese Zeiten ist die Kirche St. Philipp und Jakob, die in unmittelbarer Nähe des Friedensplatzes (náměstí Míru) steht. Es handelt sich um die ursprüngliche Zlíner Kirche, deren Fundamente bis an die Wende vom vierzehnten zum fünfzehnten Jahrhundert zurückreichen – historische Quellen geben die Entstehungszeit ungefähr mit den Jahren 1390 bis 1420 an.

Die Kirche steht als schöner historischer Gegensatz zur umgebenden modernen Stadt und erinnert daran, dass Zlín als kleines mährisches Städtchen existierte, lange bevor die Ära der Baťas kam und alles veränderte. Übrigens stand in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft einst auch der älteste Friedhof von Zlín, der später der wachsenden Stadt weichen musste.

10. Waldfriedhof

Wenn wir schon bei Friedhöfen sind: Der wichtigste Zlíner Friedhof ist absolut einzigartig und ein stiller Spaziergang lohnt sich allemal. Der Waldfriedhof wurde 1932 geweiht, und wie der Name schon andeutet, hat er ein sehr ungewöhnliches, naturnahes Konzept. Die Gräber sind direkt zwischen ausgewachsene Bäume in den Waldbestand eingebettet, ihr findet hier keine pompösen Betoneinfassungen oder riesigen Marmordenkmäler. Alles ist sehr schlicht und der Natur untergeordnet.

Der Friedhof ist die letzte Ruhestätte vieler bedeutender Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind. Seit Juli 1932 ist hier Tomáš Baťa selbst begraben, dessen Grab sehr schlicht und zurückhaltend ist. Hier ruhen auch der Architekt František Lýdie Gahura, der Zlín sein Gesicht gab, sowie die berühmten Filmemacher Karel Zeman und Hermína Týrlová. Es ist ein überaus ruhiger und besinnlicher Ort, wohl der stillste Winkel ganz Zlíns, an dem euch voll bewusst wird, wie sehr der Familie Baťa Ordnung und Schönheit selbst in solchen Momenten am Herzen lagen.

11. Burg Malenovice

Wenn euch doch nach klassischen Sehenswürdigkeiten gelüstet, müsst ihr nur in einen Randbezirk der Stadt fahren. Die Burg Malenovice, die heute ein Teil von Zlín ist, ist eine typische gotische Festung. Gegründet hat sie Mitte des vierzehnten Jahrhunderts Johann Heinrich, kein Geringerer als der Bruder von Kaiser Karl IV.

Die Burg durchlief im Laufe der Jahrhunderte viele Umbauten, sodass ihr an ihr Spuren der Renaissance wie auch des Barock findet. Die letzten privaten Besitzer der Herrschaft waren das bekannte Geschlecht der Sternberg. Derzeit verwaltet das Denkmal das Museum Südostmährens. Im Inneren könnt ihr mehrere interessante historische Ausstellungen besichtigen, und als Belohnung für das Erklimmen der Treppen erwartet euch eine schöne Aussicht vom Burgturm in die umliegende Landschaft.

12. Gahura-Prospekt und das Stadtgrün

Der letzte Tipp ist kein konkretes Gebäude, sondern der Raum zwischen ihnen. Der Gahura-Prospekt ist eine riesige grüne Achse, die direkt ins Zentrum von Zlín eingebettet ist. Der Architekt František Lýdie Gahura entwarf diesen langen, ansteigenden Rasenstreifen, gesäumt von Alleen, als verbindendes Element zwischen dem Tomáš-Baťa-Denkmal oben auf dem Hügel und den Schulgebäuden unten in der Stadt.

Dieser großzügige Grünstreifen ist eigentlich der beste Beweis dafür, dass die Idee der Fabrik im Grünen kein bloßer Werbeslogan war. Zlín gehört bis heute zu den allergrünsten Städten Tschechiens. Das Grün ist hier nicht nur Beiwerk, sondern organischer Bestandteil der Bebauung, der direkt zwischen die Ziegelhäuschen, Fabrikareale und Verwaltungsgebäude hineinwächst. Über den Prospekt zu spazieren oder sich einfach ins Gras zu setzen, ist die beste Art, die hiesige Atmosphäre in sich aufzunehmen.

💡 Tipp mit Kindern: Wenn ihr mit der Familie unterwegs seid, solltet ihr neben dem Zoo Lešná unbedingt auch ins Museum Südostmährens im Baťa-Institut gehen. Der Teil der Ausstellung über die Reisenden Hanzelka und Zikmund ist für wissbegierige Kinder sehr fesselnd, ebenso wie die Ausschnitte aus den alten Animationsfilmen.

Der Brand des Gebäudes Nr. 34: Was sich im Svit-Areal verändert hat

Wenn du zuletzt vor dem Sommer 2026 in Zlín warst, erwartet dich im Svit-Areal eine unerwartet leere Stelle. Am Donnerstag, dem 9. Juli 2026, brach kurz vor halb neun Uhr morgens im neunten Stock des Gebäudes Nr. 34 ein Feuer aus, wo die Schuhfirma Vasky ihr Zentrallager hatte. Die Flammen breiteten sich innerhalb kurzer Zeit auf weitere Stockwerke und das Dach aus. Die Feuerwehr rief die höchste, vierte Alarmstufe aus, und über vierzig Einheiten mit einundfünfzig Fahrzeugen rückten aus. Am Nachmittag stürzte das Gebäude an zwei Stellen ein, und es blieb knapp die Hälfte stehen.

Der Einsatz dauerte außergewöhnlich lange. Wegen der Gefahr eines weiteren Einsturzes mussten sich die Feuerwehrleute auf einen sicheren Abstand von siebzig Metern zurückziehen und nur noch mit Wasserwerfern, Drohnen und Polizeihubschraubern mit Bambi-Bucket löschen. Vollständig gelöscht war der Brand erst am 22. Juli, also nach fast zwei Wochen. Aus dem betroffenen Gebäude konnten zum Glück rechtzeitig fünfzig Menschen evakuiert werden, und niemand wurde schwer verletzt.

Zlín verlor damit ein Bauwerk, das untrennbar zum Baťa-Areal gehörte. Das zentrale Schuhlager entwarf der Architekt Vladimír Kubečka, und es wurde in drei Etappen zwischen 1949 und 1955 errichtet. Es war der erste tschechoslowakische Versuch eines wirklich modernen Lagers mit maximaler Mechanisierung des internen Transports und zu seiner Zeit das modernste Objekt seiner Art bei uns. Die Geschichte wiederholte sich hier zudem auf traurige Weise: Sein Vorgänger, die Gebäude 32 und 33, brannte im November 1944 nach einem Luftangriff der alliierten Luftwaffe nieder.

In den letzten Jahrzehnten diente das Gebäude als Logistikzentrum, und es hatten acht Firmen mit rund zweihundert Mitarbeitern hier ihren Sitz. Vasky verlor etwa siebzigtausend Paar Schuhe, die Outdoor-Marke Alpine Pro ihr Zentrallager mit Waren im Wert von über einer halben Milliarde Kronen. Im Erdgeschoss befand sich ein regionales Depot von Zásilkovna, und im obersten Stockwerk hatte die Investmentgruppe Cream ihren Sitz, die das Gebäude ab 2027 zu Wohnungen und Büros umbauen wollte.

Für Besucher ist aber eines entscheidend: die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Zlín hat der Brand nicht erreicht. Der Baťa-Wolkenkratzer war am Tag des Brandes wegen Rauch und Geruch vorsorglich geschlossen, auch die Gebäude Nr. 15 und 22 hatten eingeschränkten Betrieb. Seit Mitte Juli läuft aber wieder alles normal. Geöffnet sind die Aussichtsterrasse im sechzehnten Stock und das fahrende Büro, ebenso das Tomáš-Baťa-Denkmal, das 14|15 Baťa-Institut, das Museum Südostmährens sowie die regionale Galerie.

Rechne nur damit, dass die unmittelbare Umgebung des Gebäudes Nr. 34 gesperrt bleibt. Die Abrissfirma übernahm das Torso am 5. August 2026 und will den Hauptteil in etwa fünfundzwanzig Arbeitstagen dem Erdboden gleichmachen. Im Herbst wirst du dort daher noch auf Zäune, schwere Technik und Staub treffen. 💡 Tipp: Was auf der freigewordenen Fläche entstehen wird, ist noch nicht entschieden. Die befragten Architekten sind sich einig, dass es keinen Sinn ergäbe, eine exakte Replik zu bauen, deshalb lohnt es sich, diesen Ort auch in Zukunft im Auge zu behalten.

Wo man in Zlín essen kann

Die Suche nach gutem Essen und gutem Kaffee ist hier eine Freude, denn die Stadt hat eine großartige Gastroszene. Wenn ihr gute Cafés liebt, kehrt unbedingt im Lokal „Jedním tahem“ ein, das in einem der ehemaligen Fabrikgebäude untergebracht ist. Es gibt hier hervorragenden Spezialitätenkaffee, sie machen tolle Brunches, und obendrein dient der Raum auch als Galerie. Eine weitere sehr angenehme Station direkt im Fabrikareal ist das „Lusso Caffe“, ein stilvolles, vom italienischen Lebensgefühl inspiriertes Café. Im Zentrum selbst, in der Straße Tomáš Baťa, befindet sich dann das beliebte Café Archa.

Gute Nachricht für Vegetarier: Zlín bietet gleich mehrere fleischlose Möglichkeiten. Direkt im Areal Svit befindet sich das Restaurant Prašád, das ausschließlich vegetarisch kocht. Im Zentrum gibt es zudem das Pranaya, ein weiteres rein vegetarisches Restaurant, in dem es unter der Woche ein Mittagsmenü gibt.

Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass Zlín in der Walachei (Valašsko) liegt, einer Region mit einer sehr eigenen und starken kulinarischen Tradition. Zu den lokalen Spezialitäten, die Touristen oft suchen, gehören die deftige Sauerkrautsuppe „kyselica“ oder die gehaltvollen Kartoffelnockerl „střapačky“ mit Kraut. Heruntergespült wird das angeblich mit Slivovice (Pflaumenschnaps) aus den umliegenden Obstgärten, auf den die Einheimischen nichts kommen lassen. Und als süßer Abschluss gibt es die berühmten „frgály“, riesige süße Kuchen mit Quark-, Mohn- oder Birnenfüllung, die sich sogar mit der geschützten geografischen Angabe der Europäischen Union rühmen können.

Wohin auf einen Ausflug ab Zlín

Wenn ihr im Osten Mährens mehr Zeit habt, bietet die Umgebung der Stadt jede Menge weiterer Möglichkeiten. Sowohl die Walachei als auch die benachbarte Slowakei-Region Slovácko sind voller Geschichte und interessanter Orte.

  • Vizovice: Liegt nur etwa vierzehn Kilometer von Zlín entfernt. Ihr findet hier ein schönes Barockschloss mit einer einzigartigen Sammlung historischer Brettspiele. Das Städtchen ist aber vor allem für die Brennerei R. Jelínek berühmt, die an die Tradition des Schnapsbrennens seit 1585 anknüpft und weltweit bekannte Slivovice exportiert. Im Sommer findet hier zudem das große Musikfestival Masters of Rock statt.
  • Luhačovice: Nur sechzehn Kilometer entfernt befindet sich der größte mährische Kurort. Er ist berühmt für die heilende Mineralquelle Vincentka, vor allem aber für die wunderschöne volkstümliche Jugendstil-Architektur, die hier der Architekt Dušan Jurkovič hinterlassen hat.
  • Baťa-Kanal: Eine historische Wasserstraße, die in den Jahren 1934 bis 1938 entlang des Flusses March (Morava) angelegt wurde. Ursprünglich diente sie dem Transport von Braunkohle, heute finden auf ihr sehr beliebte touristische Bootsfahrten durch die zauberhafte Region Slovácko statt.
  • Burg Lukov: Etwa zehn Kilometer von der Stadt entfernt, tief in den Hostýn-Bergen, versteckt sich die ausgedehnte Ruine dieser gotischen Burg. Erhalten geblieben sind das Eingangstor, und von den Mauern aus hat man eine perfekte Aussicht über die weite Landschaft.

💡 Tipp: Eintrittskarten für Schlösser, Brennerei-Führungen oder das Ausleihen von Booten auf dem Kanal sind in den Sommermonaten oft schnell ausverkauft. Wenn ihr eure Ausflüge im Voraus ohne Warten in Schlangen absichern wollt, schaut euch das Angebot an Erlebnissen und Reservierungen über die Plattform GetYourGuide an.

Wohin als Nächstes

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage sollte man für einen Besuch in Zlín einplanen?

Für das historische und funktionalistische Zentrum selbst reichen ein bis zwei Tage bequem aus. Wenn ihr aber auch den Zoo besuchen, die Museen im Institut besichtigen und einen Ausflug nach Luhačovice oder Vizovice machen wollt, solltet ihr euren Aufenthalt definitiv auf drei Tage ausdehnen.

Wie kommt man am besten von Deutschland nach Zlín?

Zlín liegt außerhalb der Hauptbahnstrecke, daher gibt es nur vereinzelt direkte Zugverbindungen aus Deutschland. Die gängigste Route ist, mit dem Zug nach Otrokovice zu fahren (was knapp drei Stunden ab der tschechischen Grenze dauert) und dort in eine Regionalbahn oder den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, die euch direkt ins Zentrum bringen. Mit dem Auto sind es je nach Abfahrtsort in Deutschland etwa 5–7 Stunden Fahrt.

Funktioniert das fahrende Büro im Baťa-Wolkenkratzer noch?

Der berühmte Aufzug, der als Arbeitszimmer von Jan Antonín Baťa diente, ist sorgfältig restauriert und funktioniert heute vor allem als historisches Exponat. Er dient der Besichtigung, sodass ihr euch die damalige Ausstattung vom Waschbecken bis zur Klimaanlage aus nächster Nähe ansehen könnt.

Kann man im Velkého kino noch Filme schauen?

Leider nein. Obwohl das Kino eine faszinierende Geschichte hat und eine Kapazität von über zweitausend Plätzen bietet, ist es seit 2016 aufgrund des schlechten technischen und baufälligen Zustands für die Öffentlichkeit geschlossen. Die Stadt plant eine umfassende Rekonstruktion, sodass ihr das Gebäude vorerst nur von außen vom Náměstí Práce (Platz der Arbeit) aus betrachten könnt.

Kann man als Tourist in den Baťa-Häuschen übernachten?

Ja, das ist auf jeden Fall möglich. Obwohl die Mehrheit der über neunzehnhundert erhaltenen Häuschen normal von Einheimischen bewohnt wird, haben einige Eigentümer sie renoviert und bieten sie zur Vermietung über Unterkunftsplattformen an. Es ist eine großartige Möglichkeit, die Architektur buchstäblich am eigenen Leib zu erleben.

Ist der Baťa-Wolkenkratzer beim Brand in Zlín abgebrannt?

Nein. Der Brand vom 9. Juli 2026 betraf Gebäude 34 im Svit-Areal, das ehemalige zentrale Schuhlager. Der Baťa-Wolkenkratzer (Gebäude Nummer 21) steht etwas abseits im selben Areal und wurde nicht beschädigt. Am Tag des Brandes wurde er nur vorsorglich wegen Rauch und Geruch geschlossen, heute ist er aber normal geöffnet, einschließlich Aussichtsterrasse und fahrendem Büro.

Ist Zlín nach dem Brand vom Juli 2026 für Touristen geöffnet?

Ja. Seit Mitte Juli sind alle Hauptattraktionen ohne Einschränkungen zugänglich, also der Baťa-Wolkenkratzer, das 14|15 Baťa-Institut, die Gedenkstätte Tomáš Baťa, das Museum Südostmährens sowie die Regionalgalerie. Geschlossen bleibt nur die unmittelbare Umgebung des ausgebrannten Gebäudes 34, wo seit August 2026 der Abriss läuft.

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Essen in Tallinn (Estland): vom Michelin-Stern bis zum 6-Euro-Mittagessen 2026

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Tallinn in Estland bietet einen faszinierenden kulinarischen Kontrast, der dich vom ersten Tag an begeistern wird. In ein und derselben Stadt kannst du für sechs Euro neben Handwerkern zu Mittag essen und dir gleichzeitig ein erstklassiges Degustationsmenü gönnen, das selbstbewusst Michelin-Sterne sammelt. Die estnische Metropole ist längst nicht mehr der billige Osten, in den man früher wegen des günstigen Biers fuhr, sondern eine moderne nordische Destination voller kreativer Köche.

Die lokale Kulinarikszene hat in den letzten Jahren einen enormen Wandel durchlebt und setzt heute stolz auf die New-Nordic-Bewegung, die regionale Zutaten in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig hüten die Esten aber sorgfältig ihre bodenständigen Traditionen, sodass das allgegenwärtige, kräftige dunkle Brot und die duftenden Zimtzöpfe aus den Bäckereitheken keinesfalls verschwunden sind. Du wirst außerdem feststellen, dass die vegetarische Szene hier unerwartet reich ist – wenn du also kein Fleisch isst, erwartet dich ein echtes kulinarisches Fest.

Tauchen wir gleich in die Gassen ein: von Michelin-Sternen über günstige Mittagessen für Einheimische bis hin zu dem, was mit den Preisen nach der Mehrwertsteuererhöhung im Juli passiert ist.

Zusammenfassung

  • Was kostet das Essen: Ein Mittagessen in einem normalen Restaurant kostet dich 10 bis 20 Euro, für ein Abendessen zahlst du grob 18 bis 30 Euro pro Person.
  • Wie du sparst: Die beste Wahl fürs günstige Mittagessen ist das päevapraad, ein Tagesmenü, das du für 5 bis 8 Euro bekommst.
  • Was du unbedingt probieren musst: Lass dir auf keinen Fall must leib (dunkles Brot), die süßen Quarkriegel kohuke und den Zimt-kringel entgehen.
  • Wo der beste Streetfood ist: Balti Jaama Turg ist eine riesige Markthalle am Bahnhof, wo du Dutzende Essensstände mit Speisen aus aller Welt zu sehr günstigen Preisen findest.
  • Vegetarier willkommen: Tallinn ist für Pflanzenesser sehr freundlich und die überwiegende Mehrheit der modernen Lokale bietet ein vollwertiges fleischloses Menü.
  • Reservierungen sind ein Muss: In beliebten Restaurants in der Altstadt, wie dem legendären Rataskaevu 16, musst du deinen Tisch schon mehrere Wochen im Voraus reservieren.

Wie man in Tallinn isst

Wenn du ältere Reiseberichte gelesen hast, lebst du vielleicht in dem Glauben, das Baltikum sei eine günstige Destination – die Realität von 2026 sieht aber leider etwas anders aus. Im Juli 2025 ist in Estland der Normalsatz der Mehrwertsteuer auf 24 % gestiegen, was sich logischerweise sofort in allen Speise- und Cafékarten niederschlug. Stell dich darauf ein, dass das Preisniveau heute eher dem von Berlin ähnelt und du für kulinarische Erlebnisse einfach ein bisschen mehr zahlst.

Der Tagesrhythmus der Tallinner Restaurants dreht sich um das Mittagessen, das üblicherweise von elf Uhr vormittags bis etwa drei Uhr nachmittags serviert wird. Genau in dieser Zeit stößt du auf das Phänomen namens päevapraad, ein preiswertes Mittagsmenü, das sich einheimische Angestellte und Studenten gönnen. Das Abendessen kommt dann gegen sechs Uhr abends in Schwung und in angesagten Lokalen ist es bis in die späten Nachtstunden voll.

Das Bezahlen ist in Estland eine wahre Freude, denn das Land kann man getrost als bargeldloses Paradies bezeichnen. Mit Karte oder Handy zahlst du wirklich überall, vom luxuriösen Michelin-Restaurant bis zum kleinsten Kaffeestand auf dem Markt. Was das Trinkgeld angeht, ist es hier nicht strikt Pflicht, aber wenn du mit dem Service zufrieden warst, ist es üblich, etwa fünf bis zehn Prozent der Gesamtrechnung zu lassen.

Um den klassischen Touristenfallen zu entgehen, empfehle ich dir, den Rathausplatz zu verlassen und dich in den Seitengassen zu verlieren. Noch besser machst du es, wenn du hinter die Stadtmauern in moderne Viertel wie Telliskivi oder Noblessner ziehst, wo die Esten selbst essen gehen. Genau dort findest du nämlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, ohne dich durch die Menge der Kreuzfahrttouristen kämpfen zu müssen.

12 Lokale, in die du in Tallinn gehen solltest

Nur zwölf der besten Orte in einer so vielfältigen Stadt auszuwählen ist nicht leicht, aber diese Lokale sind deine Aufmerksamkeit definitiv wert. Egal, ob du dir ein unvergessliches Michelin-Erlebnis, ehrliches estnisches Essen in historischer Kulisse oder schnellen Streetfood zwischen Einheimischen wünschst – in dieser Auswahl findest du garantiert dein Ding.

Behalte aber im Hinterkopf, dass es besonders in den Sommermonaten und an Wochenenden in Tallinns Restaurants wirklich voll ist. Wenn du also auf eines der angesagten Lokale scharf bist, reservier deinen Tisch lieber ruhig ein paar Wochen im Voraus, damit du nicht unnötig mit leerem Magen durch die Stadt irrst.

1. 180° by Matthias Diether

Wenn du in Tallinn die sprichwörtliche Spitze der gastronomischen Pyramide suchst, dann ist das hier: ein luxuriöses Lokal im Küstenviertel Noblessner mit zwei Michelin-Sternen. Der deutsche Chefkoch serviert hier ein präzises Degustationsmenü mit Panoramablick aufs Meer, der dem ganzen Erlebnis eine unglaubliche Atmosphäre verleiht.

Das Preisniveau ist hier natürlich hoch und für das große Erlebnismenü zahlst du grob 325 Euro pro Person. Obwohl das Angebot fest vorgegeben und sehr exklusiv ist, denkt das Restaurant an alle seine Gäste und bietet eine vollwertige vegetarische Variante. Du musst diesen Wunsch nur bei der Reservierung angeben, die hier ruhig auch Monate im Voraus absolute Pflicht ist.

💡 Tipp: Wenn du Michelin-Qualität zu einem etwas freundlicheren Preis erleben willst, versuch einen Tisch zum Mittagessen zu reservieren, wenn es spezielle verkürzte Menüs gibt.

2. NOA Chef’s Hall

Wenn du einen Michelin-Stern und eine atemberaubende Lage suchst, darfst du dieses architektonische Juwel an der Küste ein Stück außerhalb des Stadtzentrums keinesfalls verpassen. Der verglaste Speisesaal bietet einen wunderschönen Blick über die Bucht direkt auf die Silhouette der Altstadt, was du vor allem bei Sonnenuntergang zu schätzen weißt. Die Köche bereiten hier ein sehr kreatives Sieben-Gänge-Menü zu, das dich rund 169 Euro kostet.

Auch in diesem prestigeträchtigen Lokal legt man großen Wert auf einen persönlichen Umgang, sodass vegetarische Kost nach vorheriger Absprache kein Problem darstellt. Jeder Gang kommt mit einer kleinen Erzählung darüber, woher die Zutat stammt – und ehrlich gesagt macht dir dieses Erzählen mehr Spaß, als du erwarten würdest. Die Atmosphäre ist trotz der Spitzengastronomie sehr entspannt und nordisch freundlich.

💡 Tipp: Ich empfehle dir, mit dem Taxi oder dem estnischen Bolt herzukommen, denn das Restaurant liegt etwas abseits der üblichen Routen des öffentlichen Nahverkehrs.

3. Fotografiska

Im Herzen des kreativen Viertels Telliskivi befindet sich eine Filiale der berühmten Fotografiegalerie, auf deren Dach sich ein wahrer kulinarischer Schatz verbirgt. Dieses Restaurant kann sich mit einem grünen Michelin-Stern für Nachhaltigkeit rühmen und arbeitet in einem strengen Zero-Waste-Modus, in dem wirklich jeder Teil der Zutat verwertet wird. Für Vegetarier ist es das absolute Paradies, denn frisches Gemüse von lokalen Höfen spielt hier die Hauptrolle und Fleisch wird eher als kleine Ergänzung betrachtet.

Das Interieur ist unglaublich stilvoll und die verglasten Wände bieten dir einen der besten Ausblicke auf die Türme der Altstadt. Ein Abendessen kostet dich hier rund 30 bis 50 Euro pro Person, was für eine derart hohe Qualität ein sehr fairer Preis ist. Nach dem tollen Essen kannst du außerdem eine Etage tiefer gehen und dir die aktuellen Ausstellungen der Weltfotografie ansehen.

💡 Tipp: Die Ausstellungen der Galerie haben bis 23:00 Uhr geöffnet, sodass du zuerst ein hervorragendes Abendessen genießen und dir die Kultur für den späten Abend aufheben kannst.

4. Rataskaevu 16

Dieses Lokal gilt als absolute Legende der Tallinner Altstadt und hält sich in vielen Ranglisten langfristig an der Spitze der Beliebtheit. Du findest es in einem historischen Hansehaus und schon gleich nach dem Eintreten verzaubert dich die unglaublich herzliche Bedienung, die dir frisch gebackenes dunkles Brot an den Tisch bringt. Die Hauptgerichte bewegen sich hier preislich zwischen 15 und 22 Euro, was für eine so prestigeträchtige Lage absolut großartig ist.

Obwohl das Restaurant für seine traditionelle Küche bekannt ist, kommen Vegetarier hier keineswegs zu kurz – die fleischlosen Gerichte sind voller Geschmack und lokaler Zutaten. Die einzige Komplikation ist seine enorme Beliebtheit, sodass du dir einen Tisch mit großem Vorlauf über das Internet sichern musst; zufällige Passanten haben keine Chance.

💡 Tipp: Vergiss nicht, dir nach dem Essen ihr berühmtes Dessert zu bestellen; Gäste erwähnen in Rezensionen oft, dass sie in Tallinn keinen besseren süßen Abschluss erlebt haben.

5. Pegasus

Falls es dir nicht gelingt, einen Tisch im Rataskaevu 16 zu ergattern, verzweifle nicht und geh in sein Schwesterlokal, das nur ein Stück weiter liegt. Pegasus fällt dir auf den ersten Blick durch sein modernes nordisches Interieur auf, das von großen Fenstern und minimalistischem Design dominiert wird. Die Preise sind hier sehr fair und die Atmosphäre deutlich entspannter, sodass es sich auch für ein langes, gemütliches Mittagessen anbietet.

Das Restaurant legt Wert auf frische Zutaten und das vegetarische Angebot ist fester Bestandteil der Karte, sodass du leicht aus mehreren hervorragenden fleischlosen Varianten wählst. Neben dem tollen Essen kann sich dieses Lokal auch mit ausgezeichnetem Kaffee rühmen, für den hier die lokalen Café-Fans zusammenkommen.

💡 Tipp: Versuch bei der Reservierung um einen Tisch in der oberen Etage am Fenster zu bitten, dann hast du einen schönen Blick auf das Treiben in den historischen Gassen unter dir.

6. III Draakon

Dieser Ort ist ein waschechtes mittelalterliches Erlebnis, das du direkt im historischen Rathausgebäude am Hauptplatz findest. Vergiss modernen Komfort: Drinnen leuchten nur Kerzen, die Bedienung in historischen Kostümen spricht absichtlich frech mit dir und Besteck gibt es hier einfach nicht, denn Mittelalter ist Mittelalter. Die Spezialität des Lokals ist eine Elchsuppe für etwa vier Euro, aber auch wenn du kein Fleisch isst, geh unbedingt hin.

Als Vegetarier kannst du dir nämlich hervorragendes salziges Gebäck gefüllt mit Käse und Pilzen gönnen oder dir aus einem riesigen Holzfass die berühmten eingelegten Gurken angeln. Es ist zwar eine riesige Touristenattraktion, hat aber einen so unglaublichen Charme, dass es schade wäre, sie bei deinen Streifzügen durch die Stadt auszulassen. Bezahlt wird hier nur mit Bargeld, also vergiss nicht, dir Kleingeld bereitzulegen.

💡 Tipp: Trau dich, auf das Spiel der resoluten Bedienung einzugehen, ihre witzigen und frechen Sprüche sind der Hauptbestandteil des ganzen mittelalterlichen Erlebnisses.

7. Olde Hansa

Wenn wir schon beim Mittelalter sind, dürfen wir dieses riesige Kaufmannshaus nicht auslassen, das die historische Gastronomie zur perfekten Show erhoben hat. Drinnen ist alles genau so, wie es im fünfzehnten Jahrhundert sein sollte: zeitgenössische Musik, massive Holztische und eine Atmosphäre, die dich ein bisschen zwingt, den Rücken gerade zu halten. Auf den Speisekarten findest du üblicherweise Wild und fleischige Festmahle, doch das Lokal ist auch Liebhabern der pflanzlichen Küche gegenüber sehr aufgeschlossen.

Als Vegetarier kannst du dir hier hervorragendes gebackenes Wurzelgemüse, Pilzgerichte oder traditionelles Nussgebäck bestellen. Die Preise sind hier wegen der touristischen Beliebtheit etwas höher, aber du zahlst hier vor allem für das komplexe Theatererlebnis, das dich zuverlässig einige Jahrhunderte zurückversetzt.

💡 Tipp: Probier unbedingt ihr berühmtes Honigbier, das in schweren Tonkrügen serviert wird und absolut großartig schmeckt.

8. F-Hoone

Wenn du den echten Tallinner Hipster-Vibe erleben willst, musst du in die Industriehalle im Herzen des Viertels Telliskivi ziehen. Dieses Lokal war eines der ersten, das eine alte Fabrik in ein trendiges Restaurant verwandelte, und hält bis heute seine enorme Beliebtheit bei den Einheimischen. Die Portionen sind hier wirklich großzügig und die Preise angesichts der Lage sehr vernünftig, sodass du dich hier satt isst, ohne ein schlechtes Gewissen.

Für Vegetarier und Veganer ist es einer der besten Orte der Stadt, das Angebot an fleischlosen Gerichten ist riesig und ungemein kreativ. F-Hoone ist vor allem für seine Wochenend-Brunches bekannt, zu denen das ganze Viertel zusammenkommt, also rechne an einem Wochenendmorgen damit, dass es hier wirklich voll und lebhaft zugeht.

💡 Tipp: Es ist der ideale Ort für ein Mittagessen nach der Besichtigung der umliegenden Street Art oder vor dem Besuch der nahen Markthalle.

9. Maiasmokk

Wenn dich die Lust auf etwas Süßes überkommt, sollten dich deine Schritte ins älteste durchgehend geführte Café Tallinns führen, das schon seit 1864 nach Kaffee duftet. Sein Name bedeutet übersetzt „Naschkatze“ und das Interieur mit Holzvertäfelung und Spiegeln versetzt dich sofort in die Zeiten alter, guter Eleganz. Das Café ist berühmt für seine Marzipanherstellung, das hier von Hand direkt vor den Augen der faszinierten Besucher bemalt wird.

Da es sich um ein Café handelt, sind Vegetarier hier zwischen Dutzenden Sorten Torten, Pralinen und süßem Gebäck in ihrem Element. Es ist der ideale Zufluchtsort für einen trüben Nachmittag, an dem du dir ein heißes Getränk gönnen und einfach das Treiben in den umliegenden Gassen der Altstadt beobachten willst.

💡 Tipp: Im hinteren Teil des Cafés befindet sich ein kleines Marzipanmuseum, wo du dir unglaubliche Skulpturen aus dieser süßen Masse ansehen kannst.

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10. Balti Jaama Turg

Diese renovierte dreistöckige Markthalle direkt neben dem Hauptbahnhof ist ein Ort, an dem das moderne Tallinn auf traditionelle Bauern trifft. Das erste Stockwerk gehört den Verkäufern frischer Zutaten, wenn du also lokale Käsesorten oder frische Beeren kaufen willst, steuer gleich hierher. Es ist ein absolut authentischer Ort, an dem sich die Einheimischen ihr frisches dunkles Brot und andere estnische Köstlichkeiten holen.

Für Vegetarier ist ein Spaziergang zwischen den Ständen mit frischem Gemüse, Obst und duftendem Gebäck ein großes Erlebnis. Die Markthalle ist außerdem überdacht und wunderschön lichtdurchflutet, sodass du hier viel Zeit verbringen kannst, auch wenn draußen gerade kein ideales Wetter für lange Spaziergänge herrscht.

💡 Tipp: Vergiss nicht, auch das Untergeschoss der Markthalle zu erkunden, wo sich ein riesiger Flohmarkt voller faszinierender sowjetischer Nostalgie und Antiquitäten verbirgt.

11. Food Court im Balti Jaama Turg

Während das obere Stockwerk der Markthalle den Einkäufen für zu Hause gehört, ist das Erdgeschoss der Gastronomie vorbehalten und funktioniert als riesiger, lebhafter Food Court. Du findest hier Dutzende Streetfood-Stände aus aller Welt, die dich zuverlässig retten, wenn dich der Hunger überkommt und du kein Geld für teure Restaurants ausgeben willst. Um die Mittagszeit pulsiert hier die ganze Stadt und die Atmosphäre ist absolut großartig.

Das vegetarische und vegane Angebot ist hier absolut fantastisch. In kürzester Zeit bekommst du hier hervorragende vegane Wraps, Gemüse-Bao-Buns oder fleischlose asiatische Nudeln. Dein Essen kannst du dann an gemeinsamen Holztischen genießen, wo du leicht mit den lokalen Studenten oder Designern aus dem benachbarten Viertel Telliskivi ins Gespräch kommst.

💡 Tipp: Die Preise sind hier sehr niedrig, deshalb empfehle ich dir, mehrere Stände abzuklappern und dir viele kleinere Portionen zum Probieren zu kaufen.

12. Põhjala Tap Room

Estland hat eine fantastische Craft-Bier-Szene und diese Brauerei im Viertel Noblessner gehört zur absoluten europäischen Spitze. Sie sitzt in einer wunderschön renovierten Industriehalle und gleich nach dem Betreten beeindruckt dich der Anblick von vierundzwanzig Zapfhähnen, aus denen die besten Porter und frischen IPA-Biere fließen. Die Atmosphäre ist hier herrlich entspannt und das Interieur mit Blick auf die Sudkessel wirkt sehr fotogen.

Traditionell wird hier zum Trinken echtes texanisches BBQ und diverse Fleischspezialitäten serviert, aber man denkt auch an die Vegetarier. Zum Craft-Bier kannst du dir problemlos fleischlose Beilagen, Salate oder einen gelungenen vegetarischen Burger gönnen. Außerdem haben sie hier eine eigene Sauna, die du für einen perfekten nordischen Abend reservieren kannst.

💡 Tipp: Wenn du mehr über die Bierherstellung erfahren willst, veranstaltet die Brauerei regelmäßig kommentierte Führungen durch ihr Inneres, verbunden mit einer Verkostung.

Was du probieren solltest: estnische Spezialitäten

Der Grundpfeiler der lokalen Gastronomie ist must leib, ein kräftiges dunkles Roggenbrot, das in Estland als nationaler Schatz gilt. Dieses leicht süßliche Sauerteigbrot bekommst du im Restaurant automatisch zu wirklich allem und am besten schmeckt es einfach so, bestrichen mit einer ehrlichen Schicht gesalzener Butter. Du kommst aber schnell auf den Geschmack – du begegnest ihm wirklich auf Schritt und Tritt und auch ohne Butter schmeckt es großartig. Ein besonderes Kapitel ist dann kama, eine einzigartige geröstete Mischung aus gemahlenem Roggen, Hafer, Gerste und Erbsen, die moderne Cafés gerne in Joghurts und Desserts streuen.

Wenn dich die Lust auf etwas Süßes überkommt, geh zum nächsten Supermarkt und such in der Kühltheke nach kohuke. Das sind kleine Quarkriegel in Schokoladenglasur, die den estnischen Kindertraum verkörpern und absolut fantastisch schmecken. In klassischen Bäckereien bestell dir wiederum unbedingt einen kringel, einen reich geflochtenen süßen Kranz, der mit Zimt, Kardamom oder köstlicher Schokolade gefüllt ist. Auch lokale Käsesorten und süßes Gebäck mit Waldbeeren sind einen Versuch wert.

Was die Fleisch- und Fischtraditionen angeht, sind die Esten sehr stolz auf ihre historischen Gerichte. Eine lokale Spezialität, auf die sie nichts kommen lassen, sind kleine silberne Fischchen namens kilu, die traditionell mariniert auf einem Stück dunklen Brotes mit einem gekochten Ei serviert werden. In den Wintermonaten erscheint auf den Speisekarten häufig verivorst, eine Blutwurst, die mit Sauerkraut serviert wird, und in traditionellen Schenken wird eine kräftige Elchsuppe gekocht. An der Küste und auf den Inseln ist geräucherter Lachs oder Aal ein absoluter Klassiker.

Was du trinken solltest

Das beliebteste flüssige Souvenir aus dem Baltikum ist konkurrenzlos Vana Tallinn, ein dunkler Kräuterlikör mit ausgeprägten Noten von Rum, Zitrus und Vanille. Die Esten trinken ihn pur auf Eis, geben ihn gerne in heißen Kaffee oder verwenden ihn für Cocktails. Für Abstinenzler und Fahrer ist kali eine tolle Wahl, ein vergorenes Brotgetränk ähnlich dem Kwas, das angenehm süß ist und im Sommer perfekt erfrischt. Estland ist außerdem ein gelobtes Land für Kaffeeliebhaber, an jeder Ecke findest du eine erstklassige Rösterei, wo du für einen ausgezeichneten Espresso rund drei Euro zahlst.

Bier ist in Estland ein Kapitel für sich, wobei die lokale Craft-Szene, angeführt von der Brauerei Põhjala, enorm beliebt ist. Stell dich aber darauf ein, dass Alkohol hier ziemlich teuer ist und du für ein Pint gezapftes Bier in der Kneipe üblicherweise vier bis sieben Euro zahlst. Was dich dagegen freuen wird, ist die Tatsache, dass das Leitungswasser, das hier kraanivett heißt, absolut trinkbar ist und dir in der überwiegenden Mehrheit der Restaurants bereitwillig kostenlos in einer Karaffe gebracht wird.

Wo du günstig isst

Obwohl Tallinn teurer geworden ist, gibt es immer noch Wege, hier für ein paar Cent zu essen und keinen Hunger zu leiden. Dein geheimes Passwort wird das päevapraad, also das Mittagsmenü, das Bistros und kleinere Restaurants an jedem Werktag etwa von elf bis zwei Uhr nachmittags anbieten. Meist handelt es sich um eine Suppe und ein Hauptgericht, für die du nur fünf bis acht Euro zahlst, was für estnische Verhältnisse ein fantastischer Preis ist. Halt nach den mit Kreide beschriebenen Tafeln vor den Eingängen der Lokale Ausschau oder frag einfach die Bedienung.

Ein weiterer toller Ort für günstiges Essen ist die bereits erwähnte Markthalle Balti Jaama Turg, wo du dich im Food Court reichlich und für unter zehn Euro sattisst. Wenn du noch mehr sparen willst, haben estnische Supermärkte wie Rimi oder Selver eine hervorragende Abteilung mit fertigen Gerichten. Du kaufst dir hier frische Salate, ausgezeichnete Käsesorten, Gebäck und die beliebten Quarkriegel kohuke, aus denen du dir leicht ein günstiges Picknick in einem der vielen Stadtparks zusammenstellst.

Vegetarier und Veganer in Tallinn

Umfragen und Reisenden-Rezensionen zufolge ist die vegetarische und vegane Szene in Tallinn unerwartet vielfältig und sehr freundlich. Die moderne New-Nordic-Bewegung liebt nämlich Gemüse und die Köche stellen es oft in den Mittelpunkt, sodass du keine Angst haben musst, nur bei einem trockenen Salat zu landen. Die überwiegende Mehrheit der besseren Restaurants hat kreative fleischlose Gerichte auf der Karte, die geschmacklich bis zur Perfektion durchdacht sind und die saisonalen Gaben der estnischen Wälder wie Pilze oder Waldbeeren nutzen.

Wenn du dich außerhalb der touristischen Hauptzentren aufhältst, ist es nützlich, ein paar Vokabeln zu kennen. Das Schlüsselwort für Vegetarier ist auf Estnisch taimetoit, was einfach pflanzliches Essen bedeutet. In den Supermärkten findest du eine riesige Menge veganer Produkte, Aufstriche und Pflanzenmilch, sodass du dir – auch wenn du dich in einem Apartment mit eigener Küche einquartierst – genau nach deinen Vorstellungen kochen kannst.

Wo du in Tallinn übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkunft suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich, über GetYourGuide zu vergleichen und zu kaufen.

Ein gutes Hotel in Tallinn (Estland) zu finden ist zum Glück überhaupt nicht kompliziert und das Angebot ist wirklich breit. Egal, ob du direkt im historischen Zentrum schlafen und all diese großartigen Restaurants nur ein paar Schritte vom Zimmer entfernt haben willst oder ob du lieber moderne Viertel mit industriellem Flair bevorzugst – du findest garantiert das Passende.

Wenn du Luxus mit einer Prise der richtigen estnischen Eleganz suchst, empfehle ich dir, dir das Hotel Telegraaf anzuschauen, das du gleich am Rathausplatz findest. Es hat ein schönes Spa und eine perfekte Atmosphäre. Der goldene Mittelweg mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis ist das beliebte Nordic Hotel Forum ein Stück vom Zentrum entfernt. Und wenn du mit begrenztem Budget reist, wirf einen Blick auf das Citybox Tallinn, eine stilvolle und moderne Unterkunft direkt im lebhaften Viertel Rotermann, wo alles vollständig als Selbstbedienung abläuft.

Wohin als Nächstes

Häufig gestellte Fragen

Hast du das Gefühl, dass dir von all diesen Informationen über die estnische Gastronomie schon ein bisschen der Kopf schwirrt? Das wundert mich überhaupt nicht, es gibt wirklich jede Menge zu entdecken und Tallinn kann angenehm überraschen ☺️.

Deshalb habe ich für dich zum Schluss schnelle Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die dir vor der Reise wahrscheinlich einfallen. Von Preisen über Reservierungen bis zum Bezahlen – hier hast du alles Wichtige schön beisammen.

Wie viel kostet Essen in Tallinn?

Die Preise variieren je nach Lage, aber nach der jüngsten Mehrwertsteuererhöhung sollten Sie damit rechnen, dass ein durchschnittliches Mittagessen im Restaurant 10 bis 20 Euro kostet. Für ein Abendessen in Restaurants der Mittelklasse zahlen Sie etwa 18 bis 30 Euro pro Person.

Was bedeutet päevapraad?

Das ist der estnische Ausdruck für Tagesangebot oder Mittagsmenü. Es wird meistens an Wochentagen mittags serviert und ist die beste Möglichkeit, sich für 5 bis 8 Euro gut satt zu essen.

Muss ich in Restaurants reservieren?

In beliebten Restaurants in der Altstadt und in Michelin-Restaurants ist eine Reservierung absolut notwendig, oft schon mehrere Wochen im Voraus. Für Mittagsmenüs in gewöhnlichen Bistros brauchen Sie keine Reservierung.

Ist Tallinn teuer zum Essen?

Im Vergleich zu Helsinki oder Stockholm ist es hier immer noch günstiger, aber im Vergleich zu Deutschland zahlen Sie etwas mehr. Die Preise in Restaurants sind nach der Steuererhöhung vergleichbar mit beispielsweise Berlin.

Was sollte ich in Tallinn unbedingt probieren?

Probieren Sie unbedingt must leib (schwarzes Sauerteigbrot), den süßen geflochtenen Kuchen kringel und die Quarkstangen kohuke. Zum Trinken empfiehlt sich der Likör Vana Tallinn oder das Kwas-Getränk kali.

Wo kann man günstig und schnell essen?

Die beste Wahl ist der Markt Balti Jaama Turg, wo sich im Erdgeschoss ein riesiger Food Court befindet. Dort finden Sie Street Food aus der ganzen Welt mit Preisen weit unter dem Niveau klassischer Restaurants.

Gibt es in Tallinn gute vegetarische Gerichte?

Ja, die lokale Szene ist sehr freundlich für Vegetarier und Veganer. Moderne Restaurants bieten kreative pflanzliche Menüs an und in Supermärkten finden Sie eine Menge fleischloser Produkte.

Kann man in Estland überall mit Karte zahlen?

Estland ist eine bargeldlose Großmacht, sodass Sie mit Karte, Handy oder Uhr absolut überall zahlen können. Bargeld brauchen Sie vielleicht nur beim Kauf kleiner Souvenirs auf den mittelalterlichen Märkten.

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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