Norwegen: 50 Tipps, was man sehen muss — die schönsten Orte und Fjorde 2026

Norwegen ist zwar ein Land, das deinen Geldbeutel nicht gerade schont, aber eines ist sicher: Jeder Euro, den du für dieses Naturwunder ausgibst, lohnt sich. Tiefe Fjorde, eingeschnitten zwischen senkrechte Felswände, Berge, die direkt ins Meer stürzen, und eine raue nordische Natur, die dich völlig in ihren Bann zieht – das ist Norwegen. Mach dich darauf gefasst, dass du hier alle paar Kilometer mit offenem Mund das Auto anhältst, denn diese Ausblicke sind einfach unglaublich.

Ob du davon träumst, auf der berühmten Kanzel mit Blick in den Abgrund zu stehen, oder ob dich das magische Nordlicht reizt, das über verschneiten Gipfeln tanzt – Norwegen hat für jeden etwas Großartiges und Unverbrauchtes. Reisen durch dieses weitläufige Land erfordert etwas Planung, vor allem wegen der Distanzen und des wechselhaften Wetters, doch das Ergebnis ist diese Vorbereitung allemal wert.

Dich erwartet eine ordentliche Portion Inspiration. Wir gehen nicht nur die bekanntesten Highlights durch, sondern auch versteckte Perlen, ikonische Wanderungen und malerische Städtchen, aus denen du dir deine Reiseroute ganz nach deinen Vorstellungen zusammenstellst. Auch praktische Tipps zum Budget kommen nicht zu kurz, denn ein paar Euro zu sparen ist bei den norwegischen Preisen immer hilfreich.

Norwegischer Fjord aus der Höhe

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Fjorde sind das A und O: Geirangerfjord und Nærøyfjord dürfen in keiner Sommerroute fehlen, sie sind absolute Naturunikate.
  • Wanderungen für jeden: Den Preikestolen schaffst du in einem halben Tag, während die Trolltunga eine ganztägige Schinderei und eine gute Kondition erfordert.
  • Teuer, aber es lohnt sich: Stell dich auf hohe Preise für Essen und Alkohol ein, am meisten sparst du mit Einkäufen in den Supermärkten Kiwi oder Rema 1000.
  • Das Wetter ist unberechenbar: Der Zwiebellook ist selbst mitten im Juli entscheidend, denn die Sonne kann sich innerhalb von fünf Minuten in einen kalten Regenguss verwandeln.
  • Reisen mit dem Auto ist ideal: Ein Mietwagen gibt dir die Freiheit, an Aussichtspunkten anzuhalten, rechne nur mit Mautgebühren und zahlreichen Fähren.
  • Der Norden lockt im Winter wie im Sommer: Nach Nordlicht suchst du von September bis März, während du das Mitternachtssonne im Norden Ende Juni bis Anfang Juli erlebst.
Nordlicht über Norwegen

Wann nach Norwegen reisen – das Wetter in Norwegen

Wenn dich grüne Fjorde, Wanderungen und Bootstouren reizen, ist die beste Reisezeit eindeutig der norwegische Sommer von Juni bis August. In dieser Zeit sind alle Bergpässe geöffnet, darunter die berühmte Trollstigen, und im Norden kannst du die faszinierende Mitternachtssonne erleben. Rechne aber damit, dass es die Hauptsaison ist, sodass die Übernachtungspreise in die Höhe schnellen und du an bekannten Orten die meisten Touristen triffst.

Für Liebhaber von Winterspaß und Nordlichtjäger lohnt es sich dagegen, von Ende September bis März zu reisen, wenn die Nächte länger werden und der Himmel das schönste Lichtspektakel bietet. Randmonate wie Mai oder September sind ein toller Kompromiss, um den größten Menschenmassen zu entgehen – im Frühling siehst du außerdem die wunderbar blühenden Obstgärten rund um den Hardangerfjord.

Traditionelle Rorbu an der norwegischen Küste

Wo in Norwegen übernachten

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Touren und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Suche nach einer Unterkunft in Norwegen kann eine echte Herausforderung sein, denn die Kapazitäten verschwinden in der Sommersaison unglaublich schnell und die Preise klettern in astronomische Höhen. Eine sehr beliebte und günstigere Variante sind Campingplätze, wo du eine kleine Holzhütte mieten kannst, die hytte genannt wird und meist zwischen 18 und 45 € pro Nacht kostet. Für Bergliebhaber lohnt es sich, Mitglied im norwegischen Wanderverein (DNT) zu werden, wodurch du Zugang und Rabatte für ein Netz von Berghütten im ganzen Land erhältst.

Wenn du den Komfort von Hotels und Apartments bevorzugst, reserviere deine Unterkunft unbedingt mehrere Monate im Voraus über Booking, besonders wenn du in die Fjordregion oder in den Norden fährst. In den großen Städten musst du mit Beträgen zwischen 135 und 225 € für ein Doppelzimmer rechnen, während du an der Küste für romantische Fischerhütten namens rorbu locker noch mehr zahlst.

Hier sind ein paar konkrete Tipps, wo du dein Haupt betten kannst, damit du deinen Urlaub wirklich genießt:

  • Oslo: Das schöne und moderne Clarion Hotel The Hub liegt direkt im Zentrum unweit des Bahnhofs und bietet ein fantastisches Frühstück sowie eine Dachbar.
  • Bergen: Eine tolle Lage unweit des historischen Zentrums hat das Thon Hotel Orion, von wo aus es nur wenige Schritte zu den alten Hansehäusern sind.
  • Lofoten: Für ein absolut authentisches Erlebnis probiere die berühmten roten Hütten Eliassen Rorbuer im Örtchen Hamnøy, von wo aus du die schönsten Ausblicke hast.
  • Tromsø: Eine ausgezeichnete Basis für die Nordlichtjagd ist das Radisson Blu Hotel, das am Hafen liegt, von wo aus die meisten organisierten Touren starten.
  • Region Geiranger: Wenn du dir etwas Luxus mit Fjordblick gönnen möchtest, steuere das ikonische Hotel Union Geiranger an, das auch ein wunderschönes Spa hat.
Norwegische Fjorde

Die norwegischen Fjorde

Die norwegischen Fjorde sind der Hauptgrund, warum die meisten Menschen hierherkommen, und das ist kein Wunder. Diese tiefen Meeresarme, eingeschnitten zwischen tausend Meter hohe senkrechte Wände, gehören zu den dramatischsten Landschaften der Welt. Norwegen hat über tausend davon, wir haben für dich die allerschönsten ausgewählt, die du auf keinen Fall verpassen solltest.

Geirangerfjord mit den Sieben Schwestern

1. Geirangerfjord

Der Geirangerfjord ist einer dieser Orte, die man einfach mit eigenen Augen gesehen haben muss, und der Eintrag auf der UNESCO-Liste beschreibt ihn nicht einmal zur Hälfte. Der Fjord schneidet sich tief ins Land, und von seinen steilen Wänden stürzen gewaltige Wassermassen, unter denen der berühmte Wasserfall Die Sieben Schwestern und der ihm gegenüberliegende Freier hervorstechen. Den besten Blick auf diese ganze Pracht hast du vom Aussichtspunkt Dalsnibba, der auf 1.500 Metern liegt und über die mautpflichtige Straße Nibbevegen erreichbar ist.

Wenn du hinunter zum Wasser fährst, vergiss nicht, an den berühmten Serpentinen Ørnesvingen, der sogenannten Adlerstraße, anzuhalten, wo die bekanntesten Fotos entstehen. Im Sommer ist es hier zwar wirklich sehr voll, sodass es sich lohnt, früh morgens aufzubrechen, bevor die Massen von den riesigen Kreuzfahrtschiffen kommen, doch dieser Ausblick ist es eindeutig wert. 💡 Tipp: Mehr Details und praktische Ratschläge findest du in unserem Artikel über den Geirangerfjord.

Der schmale Nærøyfjord

2. Nærøyfjord

Wenn du etwas noch Dramatischeres suchst, wird dich der Nærøyfjord begeistern: Er trägt den Titel des schmalsten Fjords Europas. An manchen Stellen ist er nur 250 Meter breit, und die umliegenden Berge ragen so hoch über ihm auf, dass du dir im Boot völlig winzig vorkommst. Auch er steht zu Recht auf der UNESCO-Liste und bietet ein unvergessliches Schauspiel aus verschneiten Gipfeln und wilden Wasserfällen.

In Gudvangen, das ganz am Ende des Fjords liegt, kannst du das faszinierende Wikingerdorf Njardarheimr besuchen, wo du viel Wissenswertes über die Geschichte und das Leben der alten Nordmänner erfährst. Am besten erkundest du den Fjord, indem du die Fähre nach Flåm nimmst, was übrigens ein sehr beliebter Teil des Pakets Norway in a Nutshell ist. 💡 Tipp: Weitere Inspiration zur Erkundung dieser Region findest du in unserem Guide zu den norwegischen Fjorden.

Sognefjord, der längste norwegische Fjord

3. Sognefjord

Dieser Riese wird respektvoll König der Fjorde genannt, und das ist kein Wunder, denn es ist der längste und tiefste Fjord in ganz Norwegen, der sich unglaubliche 204 Kilometer ins Landesinnere erstreckt. Seine Tiefe erreicht bis zu 1.308 Meter, und er dient als Hauptader, von der sich weitere kleinere, aber umso malerischere Arme abzweigen, wie eben der Nærøyfjord oder der Aurlandsfjord. Die Ufer säumen malerische Dörfchen voller bunter Holzhäuser, alte Obstgärten und historische Sehenswürdigkeiten.

Die Region rund um den Sognefjord ist eine absolut ideale Basis, um alte Stabkirchen, Gletscherzungen des Jostedalsbreen-Nationalparks zu entdecken oder mit der berühmten Flåmbahn zu fahren. Die meisten Touristen kommen im Sommer hierher, wenn die Tage lang sind und die Natur rund ums Wasser in sattem Grün erstrahlt. 💡 Tipp: Plane auf jeden Fall einen Stopp im Örtchen Lærdal ein, das für sein erhaltenes historisches Zentrum mit traditioneller Holzarchitektur bekannt ist.

Aussichtspunkt Stegastein über dem Aurlandsfjord

4. Aurlandsfjord und der Aussichtspunkt Stegastein

Der Aurlandsfjord ist einer der malerischsten Arme des Sognefjords, und seine ruhige, von majestätischen Bergen umgebene Wasserfläche wirkt wie ein perfektes Postkartenmotiv. Das größte Highlight dieser Region ist zweifellos das architektonische Juwel der Aussichtsplattform Stegastein. Diese elegante Holzkonstruktion ragt 30 Meter ins Leere hinaus, 650 Meter über dem Fjord, und endet nur mit durchsichtigem Glas, was für ein echtes Adrenalin-Erlebnis und unvergessliche Ausblicke sorgt.

Zum Aussichtspunkt gelangst du über eine schmale, kurvige Straße aus dem Örtchen Aurland, die fließend in die berühmte Bergstrecke Aurlandsvegen übergeht, auch bekannt als Schneestraße. Wie der Name schon verrät, türmen sich hier selbst mitten im Sommer oft hohe Schneewände entlang der Straße, was einen surrealen Kontrast zu den blühenden Tälern unten am Wasser bildet. 💡 Tipp: Wenn du mit einem größeren Wohnmobil unterwegs bist, sei auf dem Weg zum Aussichtspunkt sehr vorsichtig, die Straße ist wirklich sehr schmal und das Ausweichen entgegenkommender Fahrzeuge erfordert Geduld.

Hardangerfjord mit Obstgärten

5. Hardangerfjord

Der Hardangerfjord ist der zweitlängste Fjord des Landes und wird oft liebevoll der Obstgarten Norwegens genannt, weil sein milderes Klima dem Anbau von Äpfeln, Pflaumen und Kirschen zugutekommt. Wenn du dich Ende April bis Anfang Mai hierher aufmachst, wirst du Zeuge eines unglaublichen Schauspiels, bei dem Millionen Obstbäume in weißen und rosa Farben vor der Kulisse verschneiter Berggipfel erblühen. Die hiesigen Bauern stellen aus Äpfeln hervorragende Säfte und traditionellen Cider her, den du unbedingt probieren musst.

Neben den Obstgärten bietet diese Region auch wunderschöne Wanderwege, darunter etwa die Panoramawanderung Dronningstien oder Touren zum Gletscher Folgefonna, der sich majestätisch über dem Fjord erhebt. Auch tosende Wasserfälle fehlen nicht, wobei der bekannteste, der Vøringsfossen, leicht zugänglich ist und einen Blick auf die enorme Kraft des stürzenden Wassers bietet. 💡 Tipp: An vielen Höfen entlang der Straße findest du kleine Selbstbedienungsstände mit Obst, wo du dir einen Korb Kirschen nimmst und das Geld einfach in eine Kasse wirfst.

Lysefjord

6. Lysefjord

Wenn du raue und schroffe Natur magst, wird dich der Lysefjord völlig begeistern, denn über seiner Wasserfläche erheben sich die bekanntesten Felsformationen ganz Norwegens, allen voran die Kanzel (Preikestolen) und der Felsbrocken Kjeragbolten. Schon allein die Bootsfahrt von Stavanger oder vom Örtchen Forsand ist ein riesiges Erlebnis, denn von unten hast du das Gefühl, dass diese steilen Granitwände jeden Moment auf dich herabstürzen müssten. Der Fjord ist 42 Kilometer lang und sein Wasser hat oft eine dunkelblaue bis smaragdgrüne Farbe.

Neben den berühmten Aufstiegen findest du hier auch eine große Rarität: eine Holztreppe im Dörfchen Flørli mit unglaublichen 4.444 Stufen, die entlang einer alten Wasserleitung emporsteigen. Der Aufstieg ist eine ordentliche Schinderei für die Oberschenkel, aber der Blick auf den Fjord aus der Vogelperspektive entschädigt dich reichlich für die Mühe. 💡 Tipp: Bootstickets für die Fjordtouren solltest du in den Sommermonaten lieber im Voraus reservieren, sie sind oft sehr schnell ausverkauft.

Dramatischer Hjørundfjord

7. Hjørundfjord

Während Touristenmassen nach Geiranger strömen, bewahrt sich der nahegelegene Hjørundfjord noch immer eine wunderbare Atmosphäre der Ruhe und Abgeschiedenheit, obwohl seine Szenerie den berühmteren in nichts nachsteht. Er ist tief in die sogenannten Sunnmøre-Alpen unweit der Stadt Ålesund eingeschnitten und wird von dramatischen, scharf geschnittenen Berggipfeln umgeben, von denen der Gipfel Slogen der bekannteste ist. Das Wasser ist hier kristallklar und entlang der Ufer liegen nur ein paar verschlafene Dörfchen, die man oft nur mit dem Boot erreicht.

Diese Region ist ein absolutes Paradies für Liebhaber des Hochgebirgswanderns, die anspruchsvollere Routen ohne Menschenschlangen mit Fotoapparaten suchen, und im Winter kommen hierher Skitourengeher aus ganz Europa. Wenn du dich von belebten Straßen erholen und echte norwegische Wildnis erleben möchtest, bist du hier genau richtig. 💡 Tipp: Mach einen Halt im historischen Hotel Union Øye, das wie aus einem Märchen aussieht und dich in die Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts versetzt.

Norwegische Fjorde auf der UNESCO-Liste

8. Die Fjorde Geiranger und Nærøyfjord als Weltkulturerbe

Vielleicht fragst du dich, warum ausgerechnet diese beiden Fjorde auf der UNESCO-Liste stehen, wo es in Norwegen doch über tausend davon gibt. Die Antwort liegt in ihrer unberührten Natur, ihrer geologischen Einzigartigkeit und der Tatsache, dass sie die klassische Szenerie der westnorwegischen Fjorde in reinster Form repräsentieren. Sie sind durch keine schwere Infrastruktur und keine großen Brücken gestört, was sie zu lebendigen Museen der Eiszeit macht, in der sich diese gewaltigen Täler formten.

Bei der Reiseplanung musst du keine Angst haben, dass dir durch die Wahl eines der beiden etwas entgeht, denn beide bieten absolut phänomenale Erlebnisse und atemberaubende Ausblicke. Während der Geirangerfjord mit der Menge an Wasserfällen besticht, die von steilen Felsen stürzen, fasziniert der Nærøyfjord mit seiner unglaublichen Enge und seiner düsteren, fast mystischen Atmosphäre. 💡 Tipp: Wenn du Zeit hast, versuche unbedingt, beide zu befahren. Sie sind etwa einen halben Tag Autofahrt über wunderschöne Bergstraßen voneinander entfernt.

Ikonische norwegische Wanderungen

Ikonische Aufstiege und Wanderungen

Norwegen ist ein Wanderparadies und manche der hiesigen Ausblicke sind zu echten Social-Media-Ikonen geworden. Von gemütlichen Halbtagestouren bis zu anspruchsvollen Ganztagesschindereien – hier sind die berühmtesten Felsen und Grate, für die es sich lohnt, die Wanderschuhe zu schnüren. Bei jedem findest du auch den ungefähren Schwierigkeitsgrad, damit du weißt, worauf du dich einlässt.

Preikestolen über dem Lysefjord

9. Preikestolen (Die Kanzel)

Der Aufstieg auf die Kanzel ist ein absoluter Klassiker, den sich niemand entgehen lassen sollte, der zumindest eine Grundkondition hat. Dieser riesige flache Felsen erhebt sich beeindruckende 604 Meter senkrecht über der Wasserfläche des Lysefjords und bietet einen atemberaubenden Ausblick. Die Route ist etwa 8 Kilometer hin und zurück lang, du überwindest etwa 500 Höhenmeter und in gemütlichem Tempo dauert die Tour rund 4 Stunden. Der Weg ist sehr gut ausgebaut, stellenweise gehst du zwar über Steintreppen, aber es erwartet dich kein Klettern.

Da es sich um die meistbesuchte Wanderung des Landes handelt, stell dich darauf ein, dass du hier im Sommer definitiv nicht allein bist, und wenn du etwas Ruhe für Fotos ohne Menschenmassen genießen willst, musst du wirklich früh morgens oder erst spät nachmittags aufbrechen. Der Parkplatz unterhalb der Wanderung ist kostenpflichtig und füllt sich in der Hauptsaison ziemlich schnell, eine frühe Ankunft erspart dir also eine Menge Nerven. 💡 Tipp: Willst du genau wissen, wie du dich auf die Wanderung vorbereitest und wo du parkst? Wirf einen Blick in unsere ausführliche Anleitung Preikestolen – Aufstieg Schritt für Schritt.

Felszunge Trolltunga

10. Trolltunga

Während die Kanzel ein angenehmer Halbtagesspaziergang ist, ist die Tour zur berühmten Trollzunge eine ordentliche Ganztagesschinderei, die deine Ausdauer auf die Probe stellt und eine ausgezeichnete körperliche Vorbereitung erfordert. Die Route misst zermürbende 28 Kilometer, dauert 10 bis 12 Stunden Gehen und du überwindest dabei etwa 800 Höhenmeter in rauem Berggelände. Belohnt wirst du aber mit einem Foto auf einem dünnen Felsvorsprung, der 700 Meter über der spiegelnden Wasserfläche des Sees Ringedalsvatnet unweit der Stadt Odda ins Leere ragt.

Wenn du dir den schlimmsten Anfangsanstieg über Asphalt sparen willst, kannst du den örtlichen Shuttle nutzen, der dich zum höher gelegenen Parkplatz Mågelitopp bringt, wodurch du die Route um ein paar Kilometer verkürzt. Die Wanderung ist nur in den Sommermonaten sicher zugänglich, und auch dann kann es oben unerwartet zuziehen, sodass gute Kleidung sowie ausreichend Essen und Wasser absolute Pflicht sind. 💡 Tipp: Unterschätze die Vorbereitung nicht und schau dir alle praktischen Tipps in unserem Artikel Trolltunga – Aufstieg auf die Trollzunge an.

Felsbrocken Kjeragbolten über dem Abgrund

11. Kjeragbolten

Eine weitere riesige Herausforderung über dem Lysefjord lockt vor allem Adrenalinliebhaber, denn sich auf einen Felsbrocken zu stellen, der fest zwischen zwei senkrechte Felsen in 984 Metern Höhe über dem Abgrund eingeklemmt ist, erfordert wirklich starke Nerven. Die Wanderung selbst beginnt beim Restaurant Øygardstøl oberhalb des Örtchens Lysebotn und ist etwa 12 Kilometer hin und zurück lang, was rund 6 bis 7 Stunden in Anspruch nimmt. Der Weg ist ziemlich anspruchsvoll, überwindet drei steile Anstiege über glatte Granitplatten, wo du dich an gespannten Stahlketten festhalten musst.

Wenn du endlich beim Felsbrocken ankommst, bildet sich hier oft eine Schlange fürs Foto, sodass du eine Weile wartest, bis du an der Reihe bist, um den Schritt ins Ungewisse zu wagen. Wenn es regnet oder der Felsen feucht ist, wird der Aufstieg auf den Stein selbst dringend abgeraten, denn das kleinste Ausrutschen hätte fatale Folgen. 💡 Tipp: Die Autofahrt zum Ausgangspunkt über die Straße Lysevegen ist ein Erlebnis für sich, dich erwarten 27 scharfe Serpentinen, die hinunter zum Fjord fallen.

Grat Besseggen in Jotunheimen

12. Besseggen

Dieser legendäre Grat ist ein absoluter Klassiker des norwegischen Wanderns und jedes Jahr überqueren ihn Zehntausende begeisterte Wanderer, die den faszinierenden Kontrast zweier unterschiedlich gefärbter Seen sehen wollen. Auf der einen Seite erstreckt sich unter dir der dunkelblaue See Bessvatnet, während auf der anderen Seite die smaragdtürkise Wasserfläche des riesigen Sees Gjende leuchtet. Die Route liegt im Nationalpark Jotunheimen, misst etwa 14 Kilometer und dauert 6 bis 8 Stunden ziemlich anspruchsvolles Gehen mit etwa 550 Höhenmetern.

Die meisten wählen die Taktik, morgens das Boot von Gjendesheim nach Memurubu zu nehmen und dann über den Grat zu Fuß zum Auto zurückzukehren, was auch wegen des besseren Ausblicks beim schwierigsten Anstieg strategisch klug ist. Im steilsten Abschnitt musst du dich gelegentlich mit den Händen festhalten, aber wenn du nicht unter schwerem Schwindel leidest, schaffst du die Wanderung ohne größere Probleme. 💡 Tipp: Tickets für das Morgenboot über den See Gjende kaufst du in der Saison online mehrere Tage im Voraus, vor Ort sind sie oft schon ausverkauft.

Galdhøpiggen, der höchste Berg Norwegens

13. Galdhøpiggen

Möchtest du damit prahlen, dass du auf dem Dach ganz Skandinaviens gestanden hast? Der höchste Berg Norwegens misst 2.469 Meter, und gemessen daran, was für ein Gigant er ist, ist seine Besteigung überraschend zugänglich, auch für gewöhnliche Wanderer. Die beliebteste Route beginnt bei der Berghütte Juvasshytta, die auf über 1.800 Metern liegt, sodass der Höhenunterschied nicht mehr so drastisch ist. Das hat aber einen großen Haken – die Route führt über den Gletscher Styggebreen voller versteckter Spalten.

Aus diesem Grund ist die Gletscherüberquerung nur mit Guide erlaubt, an den du aus Sicherheitsgründen mit einem gemeinsamen Seil angebunden bist, sodass du die Tour im Voraus reserviert haben musst. Auf dem Gipfel selbst findest du eine kleine Hütte mit Verpflegung, und an einem klaren Tag siehst du das unendliche Meer aus Berggipfeln des Nationalparks Jotunheimen. 💡 Tipp: Wenn du den kostenpflichtigen Guide und den Gletscher umgehen willst, kannst du die längere und anspruchsvollere Route von der Hütte Spiterstulen nehmen, die zwar kostenlos, aber deutlich steiler ist.

Grat Romsdalseggen über Åndalsnes

14. Romsdalseggen und Rampestreken

Wenn du Gratwanderungen liebst und keine Höhenangst hast, bietet dir der Romsdalseggen einige der dramatischsten Ausblicke in ganz Norwegen, bei denen du den berühmten Berg Trollveggen, die höchste senkrechte Wand Europas, direkt vor Augen hast. Die Ganztageswanderung misst etwas mehr als 10 Kilometer, ist aber sehr anspruchsvoll, exponiert und erfordert Trittsicherheit, denn in manchen Abschnitten gehst du wirklich auf einem schmalen Grat zwischen zwei Abgründen. Die Logistik ist einfach, aus dem Örtchen Åndalsnes bringt dich ein Bus zum Start und du kehrst dann zu Fuß wieder hinunter.

Beim Abstieg kommst du auf jeden Fall an der berühmten Aussichtsplattform Rampestreken vorbei, die wie ein Stahlsteg in die Luft ragt und einen ikonischen Blick auf die Stadt und den sich windenden Fluss im Tal bietet. Zu dieser Plattform gelangst du auch über einen kürzeren, sehr steilen Aufstieg direkt aus der Stadt, was rund zwei Stunden dauert und auch von denen geschafft wird, die sich die ganze Gratwanderung nicht zutrauen. 💡 Tipp: Stell dich darauf ein, dass der Abstieg vom Aussichtspunkt hinunter nach Åndalsnes über endlose Steintreppen führt und den Knien ordentlich zusetzt.

Berg Gaustatoppen in Telemark

15. Gaustatoppen

Dieser Berg in der Region Telemark ist ein absolutes Phänomen, denn obwohl er 1.883 Meter misst, überblickst du von seinem Gipfel bei perfekt klarem Wetter angeblich bis zu einem Sechstel der gesamten Fläche Norwegens. Der Aufstieg vom Parkplatz bei Stavsro ist nicht extrem lang, er dauert etwa zwei bis drei Stunden hinauf über steiniges Gelände, also ein toller Familienausflug. Oben erwartet dich eine Berghütte, wo du dir als Belohnung Kaffee und warme Waffeln kaufen kannst.

Wenn du gerade keine Lust hast, auf eigenen Beinen zu gehen, verbirgt der Berg ein großes Geheimnis aus den Zeiten des Kalten Krieges in Form der einzigartigen Standseilbahn Gaustabanen, die durch einen direkt ins Felsmassiv gehauenen Tunnel führt. Das ursprüngliche Militärprojekt bringt dich heute bequem fast bis zum Gipfel, und die Fahrt mit den alten Wagen durch das Innere des Berges ist ein Erlebnis, das nicht nur Kinder zu schätzen wissen. 💡 Tipp: Auf dem Gipfel weht oft ein sehr starker Wind, sodass du oben ohne warme Jacke und Mütze nicht lange durchhältst, auch wenn unten die Sommersonne scheint.

Norwegische Städte

Städte, die du sehen musst

Norwegen lockt zwar vor allem mit Natur, doch seine Städte sind keineswegs nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu den Fjorden. Vom kosmopolitischen Oslo über das regnerische Bergen bis zum Jugendstil-Ålesund und dem arktischen Tromsø – jede hat ihren eigenen Charakter und ist mindestens einen Tag Aufenthalt wert.

Oper in Oslo

16. Oslo

Norwegens Hauptstadt hat in den letzten Jahren eine unglaubliche Wandlung durchgemacht und ist von einer etwas langweiligen Metropole zu einem pulsierenden Zentrum für moderne Architektur, großartige Kunst und Spitzengastronomie geworden. Geh unbedingt über das schräge Marmordach des ikonischen Operngebäudes spazieren, von wo aus du einen schönen Blick über die ganze Bucht hast, und schau dir gleich nebenan das neue, architektonisch sehr gewagte Museum für den Maler Edvard Munch an. Bei schönem Wetter ist ein Spaziergang durch den weitläufigen Vigeland-Park absolute Pflicht, wo dich über 200 faszinierende Skulpturen erwarten, die den Kreislauf des menschlichen Lebens darstellen.

Für Liebhaber von Geschichte und Entdeckern ist die Halbinsel Bygdøy reserviert, die du bequem mit dem Boot vom Zentrum aus erreichst und wo du das berühmte Museum des Polarschiffs Fram oder das Kon-Tiki-Museum von Thor Heyerdahl findest. Am Abend ziehst du dann ins Hipster-Viertel Grünerløkka, das voller gemütlicher Cafés, kleiner Boutiquen und großartiger vegetarischer Bistros ist, wo es fantastischen Hummus und Falafel gibt. 💡 Tipp: Wenn du mehrere Museen schaffen willst, erwäge den Kauf des Oslo Pass, der dir kostenlose Eintritte sichert und gleichzeitig als ÖPNV-Ticket dient. Ausführlichere Tipps findest du im Guide Oslo: was man sehen muss.

Bryggen in Bergen

17. Bergen

Bergen wird das Tor zu den Fjorden genannt und gehört zu den allerschönsten norwegischen Städten, auch wenn es einen Fluch mit sich trägt: Hier regnet es im Durchschnitt mehr als 200 Tage im Jahr. Das Wahrzeichen des Zentrums ist das berühmte Hafenviertel Bryggen, das auf der UNESCO-Liste steht und wo sich krumme Holzhäuser alter Hansekaufleute drängen, in denen sich heute Handwerksstuben und Galerien verbergen. Gleich daneben findest du den berühmten Fischmarkt, wo Händler frische Garnelen, Austern und andere lokale Spezialitäten anbieten, auch wenn die Preise hier ziemlich hoch getrieben sind.

Wenn sich das Wetter für einen Moment beruhigt und die Sonne hervorkommt, steig unbedingt in die Standseilbahn Fløibanen, die dich in wenigen Minuten auf den Hügel Fløyen bringt, von wo aus du die ganze Stadt und die umliegenden Inseln vor Augen hast. Vom Hügel führen viele schöne Wanderwege in die umliegenden Wälder, und wenn du mehr Zeit hast, kannst du auch auf den höheren Berg Ulriken aufbrechen, zu dem eine klassische Seilbahn fährt. 💡 Tipp: Lass dich nicht vom schlechten Wetter abschrecken, kauf dir gute Regenmäntel und tauch in die Gassen ein. Mehr Tipps findest du im Artikel Bergen: was man sehen muss.

Alte Holzhäuser in Stavanger

18. Stavanger

Stavanger dient für die meisten Touristen als Hauptausgangspunkt für den Aufstieg auf die Kanzel, aber die Stadt selbst verbirgt ein unglaublich malerisches historisches Zentrum, das einfach nur schnell zu durchqueren ein großer Fehler wäre. Das Viertel Gamle Stavanger glänzt mit einer Sammlung von 174 wunderschön renovierten Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die strahlend weiß gestrichen sind und deren Bewohner die Fenster sorgfältig mit Blumen und kleinen Laternen schmücken. Das absolute Gegenteil zu diesem ruhigen Teil ist die Straße Øvre Holmegate, bekannt als Fargegata, wo alle Häuser dagegen in wilden Neonfarben bemalt sind und die besten Cafés der ganzen Stadt beherbergen.

Da Stavanger die Hauptstadt der norwegischen Ölindustrie ist, ist das moderne Norwegische Erdölmuseum ein großes Highlight, das auf spielerische und interaktive Weise erklärt, wie aus Norwegen eines der reichsten Länder der Welt wurde. Ein Stück außerhalb der Stadt stößt du dann auf überraschend lange Sandstrände in der Region Jæren, die zwar nicht zum Baden geeignet sind, aber für romantische Spaziergänge in den Dünen wie geschaffen sind. 💡 Tipp: In der Fargegata geh unbedingt in eines der Cafés und gönn dir einen Kaffee und eine traditionelle norwegische Zimtschnecke (skillingsboller).

Nidaros-Kathedrale in Trondheim

19. Trondheim

Die drittgrößte norwegische Stadt ist das historische Herz des Landes und ihr absolutes Wahrzeichen ist die majestätische gotische Nidaros-Kathedrale, die das größte mittelalterliche Bauwerk in ganz Skandinavien ist. Sie wurde über dem Grab von König Olav dem Heiligen errichtet und dient bis heute als wichtiges Pilgerziel sowie als Ort, an dem die norwegischen Herrscher gekrönt werden. Gleich in der Nähe spannt sich die alte Holzbrücke Gamle Bybro mit geschnitzten roten Portalen, die die Einheimischen romantisch das Tor des Glücks nennen.

Beim Spaziergang stößt du auf das wunderschöne Viertel Bakklandet entlang des Flusses Nidelva, wo auf alten Holzpfählen über dem Wasser eine Reihe bunter Lagerhäuser steht, aus denen heute stilvolle Restaurants und Lädchen geworden sind. Eine technische Rarität, die du sonst nirgendwo auf der Welt siehst, ist der örtliche Fahrradlift Trampe, der müde Radfahrer den steilen Hügel direkt zur Festung Kristiansten hinaufschiebt. 💡 Tipp: Wenn du mehr über die Geschichte der Popmusik erfahren möchtest, besuche das riesige moderne Museum Rockheim, das dich durch die norwegische Musikszene von den 50er-Jahren bis heute führt.

Jugendstil-Ålesund vom Berg Aksla

20. Ålesund

Ålesund ist für norwegische Verhältnisse absolut einzigartig, denn nach dem verheerenden Brand von 1904 wurde die ganze Stadt von Grund auf neu im eleganten Jugendstil voller Türmchen, Bögen und verzierter Fassaden wiederaufgebaut. Sie liegt über mehrere Inseln verteilt direkt an der Meeresküste und bildet das Eingangstor zum schönen Hjørundfjord. Wenn du den besten Blick auf die märchenhaften Dächer der Stadt bekommen möchtest, musst du genau 418 Stufen auf den Hügel Aksla zum Aussichtspunkt Fjellstua erklimmen.

Der Aufstieg bringt dir zwar etwas das Blut in Wallung, aber der Blick auf die vom blauen Ozean umgebene Stadt mit den verschneiten Gipfeln der Sunnmøre-Alpen im Hintergrund ist einfach unbezahlbar. Familien mit Kindern steuern dann oft das große Meeresaquarium Atlanterhavsparken an, das direkt in die Küstenfelsen eingelassen ist und zu den besten in Nordeuropa gehört. 💡 Tipp: Im Stadtzentrum findest du viele ausgezeichnete Bäckereien, in denen du nach dem morgendlichen Aufstieg zum Aussichtspunkt eine süße Belohnung in Form einer Vanilleschnecke holen kannst.

Eismeerkathedrale in Tromsø

21. Tromsø

Tromsø bezeichnet sich stolz als Tor zur Arktis und ist mit Abstand die lebendigste und interessanteste Stadt im hohen Norden, in die im Winter Menschen aus der ganzen Welt zur Nordlichtjagd strömen. Ein markantes Wahrzeichen ist die schon von Weitem sichtbare Eismeerkathedrale mit ihrer dreieckigen Form, die an Eisschollen erinnert und in die arktische Nacht leuchtet. Ich empfehle unbedingt, mit der Seilbahn Fjellheisen auf den Hügel Storsteinen zu fahren, von wo aus du die ganze Stadt umgeben von dunklen Fjorden siehst.

In den Wintermonaten laufen von hier aus zahlreiche Boote zu beliebten Walsafaris aus, und die Abende kannst du beim Trinken von lokalem Bier in der nördlichsten Brauerei der Welt, Mack, verbringen. Die Stadt hat dank der Universität eine sehr junge und energiegeladene Atmosphäre, sodass du hier trotz des bitterkalten Winters auf viele gemütliche Kneipen und Cafés voller Leben stößt. 💡 Tipp: Eine detaillierte Anleitung, wie du ein Winterabenteuer planst und wo genau du die grünen Lichter am Himmel suchst, findest du in unserem Artikel Tromsø – das Tor zum Nordlicht.

Bergbaustädtchen Røros

22. Røros

Wenn du etwas ganz anderes als die klassischen Fjorde suchst, fahre ins Landesinnere an die Grenze zu Schweden, wo das alte Bergbaustädtchen Røros liegt, das so fantastisch erhalten ist, dass die UNESCO es ohne Zögern auf ihre Welterbeliste gesetzt hat. Es besteht aus dunkelbraunen Holzhäusern mit grasbewachsenen Dächern, über denen sich eine massive Steinkirche erhebt, und überall siehst du alte Schlackehalden aus den Zeiten des massiven Kupferabbaus. Die Atmosphäre ist hier absolut einzigartig und du wirst dich fühlen, als wärst du mit der Zeitmaschine dreihundert Jahre zurückgereist.

Die Stadt ist vor allem im Winter berühmt, wenn große Weihnachtsmärkte voller Handwerksprodukte stattfinden und durch die verschneiten Gassen von Pferden gezogene Schlitten mit Glöckchen fahren. Wegen ihrer Lage hoch in den Bergen ist es hier ordentlich kalt, und Temperaturen, die im Januar auf minus dreißig Grad sinken, sind keine Seltenheit. 💡 Tipp: Besuche unbedingt das Bergbaumuseum Smelthytta, wo es absolut perfekte verkleinerte Modelle gibt, die zeigen, unter wie brutalen Bedingungen die Bergleute hier einst gearbeitet haben.

Kristiansand im Süden Norwegens

23. Kristiansand

Die südnorwegische Stadt Kristiansand ist für viele Touristen der allererste Ort, den sie in Norwegen erblicken, denn hier kommen riesige Fähren aus dem dänischen Hafen Hirtshals an, und die Stadt dient als Hauptausgangspunkt für Roadtrips entlang der Westküste. Sie hat eine schöne Altstadt namens Posebyen, wo regelmäßige Blocks weißer Holzhäuser erhalten sind und eine sehr entspannte, fast sommerliche Strandstimmung herrscht. Norwegische Familien kommen im Sommer hierher zum Urlaub, denn die hiesigen Strände gehören zu den besten und sonnigsten des Landes.

Der mit Abstand größte Magnet der ganzen Region ist aber das riesige Areal Dyreparken, das genial einen weitläufigen Zoo voller nordischer und exotischer Tiere mit einem großen Freizeitpark mit Piratendorf kombiniert. Wenn du mit Kindern reist, stell dich darauf ein, dass du hier problemlos zwei ganze Tage verbringst. 💡 Tipp: Der Hafen ist voller netter Cafés, also wenn du mit der Morgenfähre ankommst, gönn dir hier in Ruhe ein Frühstück, bevor du die Kilometer Richtung Stavanger frisst.

Der Norden Norwegens und die Arktis

Der Norden und die Arktis

Je weiter nach Norden du kommst, desto wilder, leerer und zauberhafter wird Norwegen. Hier hinter dem Polarkreis erwarten dich die spitzen Gipfel der Lofoten, Wale, die Mitternachtssonne im Sommer und das tanzende Nordlicht im Winter. Rechne mit großen Distanzen, aber auch damit, dass du genau hierher zurückkehren möchtest.

Dorf Reine auf den Lofoten

24. Lofoten

Dieser Archipel hinter dem Polarkreis ist wahrscheinlich der fotografisch dankbarste Winkel Europas, und seine spitzen, schneebedeckten Gipfel, die senkrecht aus dem Ozean aufragen, verschlagen dir garantiert den Atem. Du findest hier berühmte Fischerdörfchen wie Reine, Henningsvær oder Nusfjord, wo sich über dem türkisen Wasser rote Hütten drängen und im Wind Tausende Kabeljaus trocknen. Rechne aber damit, dass die Schönheit der Lofoten längst kein Geheimnis mehr ist und in der Sommersaison auf den Straßen und Parkplätzen wirklich großer Andrang herrscht.

Zu den größten Highlights gehören der kurze, aber extrem steile Treppenaufstieg zum Aussichtspunkt Reinebringen und die wunderschönen Strände mit weißem Sand wie Haukland oder Kvalvika, wo du dich eher wie in der Karibik fühlst, bis du die Wassertemperatur ausprobierst. 💡 Tipp: Damit wir das hier nicht unnötig in die Länge ziehen, haben wir für dich ein riesiges eigenes Handbuch Was man auf den Lofoten sehen muss (großer Guide) vorbereitet, in dem du absolut alles findest.

Archipel Vesterålen

25. Vesterålen

Gleich nördlich der Lofoten liegt der Archipel Vesterålen, der zwar etwas im Schatten seines berühmteren Nachbarn steht, aber eine viel ruhigere Atmosphäre, sanftere Hügel und absolut fantastische Bedingungen zur Beobachtung wilder Tiere bietet. Das mit Abstand größte Highlight ist das Örtchen Andenes an der Nordspitze, von wo aus das ganze Jahr über Boote zur Walsafari auslaufen und die Chance, riesige Pottwale zu sehen, hier riesig ist. Im Vergleich zu den Lofoten triffst du hier nur einen Bruchteil der Touristen und die Straßen sind viel leerer.

Wenn du die beliebten Vögel mit den bunten Schnäbeln sehen möchtest, fahr ins Dörfchen Bleik, von wo aus Bootstouren zur kleinen Insel Bleiksøya organisiert werden, wo im Sommer Zehntausende niedliche Papageientaucher nisten. Der hiesige lange Sandstrand Bleikstranda ist außerdem ein perfekter Ort, um abends der untergehenden Mitternachtssonne zuzusehen. 💡 Tipp: Von Andenes auf Vesterålen fährt im Sommer eine direkte Fähre nach Gryllefjord auf der Insel Senja, eine ideale Verbindung, um die Reise nach Norden fortzusetzen.

Berg Segla auf der Insel Senja

26. Senja

Norwegens zweitgrößte Insel trägt den Titel Norwegen im Miniaturformat und wird oft als die Lofoten ohne Menschenmassen bezeichnet, denn hier erheben sich ebenso dramatische Berggipfel, die ins Meer stürzen, aber du triffst auf viel weniger Wohnmobile. Die meisten der schönsten Ausblicke liegen entlang der nationalen Touristenroute an der Westküste, wo du die moderne hölzerne Aussichtsplattform Tungeneset mit Blick auf die zackigen Felsen Okshornan, die Teufelszähne genannt werden, nicht verpassen darfst.

Der bekannteste und meistfotografierte Ort der Insel ist der imposante Berg Segla, dessen senkrechte Wand über 600 Meter direkt ins Meer stürzt, und der Aufstieg auf den benachbarten Hügel Hesten garantiert dir den besten Blick auf sein Massiv. Die Natur ist hier wild und rau, was die Insel zu einem absoluten Paradies für Wanderer macht, die echte arktische Ruhe suchen. 💡 Tipp: Beim Durchqueren der Insel vergiss nicht, am Aussichtspunkt Bergsbotn anzuhalten, der hoch über dem Tal hängt und einen großartigen Rundblick auf die umliegenden Fjorde bietet.

Nordkap Nordkapp

27. Nordkapp (Nordkap)

Jeder, der nach Norwegen fährt, träumt irgendwie unbewusst davon, bis ans Ende Europas zum symbolischen Globus auf dem steilen Felsen des Nordkaps zu gelangen, der sich 307 Meter über dem wilden Barentssee erhebt. Es liegt auf der Insel Magerøya, die du bequem durch einen tiefen Unterseetunnel erreichst, und im Sommer strömen die Menschenmassen vor allem deshalb hierher, um um Mitternacht die Sonne zu beobachten, die nur den Horizont berührt und gleich wieder zu steigen beginnt. Auf der riesigen Hochebene rund um den Felsen grasen üblicherweise Herden von Rentieren, die den hiesigen Sámi gehören.

Ein kleiner geografischer Haken besteht darin, dass das Nordkapp in Wirklichkeit nicht der allernördlichste Punkt ist, das ist das benachbarte, niedriger gelegene Kap Knivskjellodden, zu dem du dich aber auf eine etwa neun Kilometer lange Wanderung begeben musst. Der Eintritt ins Besucherzentrum am Nordkapp ist relativ teuer, aber das Parken und der eigentliche Zugang zum Felsen sollten laut norwegischem Recht frei sein. 💡 Tipp: Das Wetter auf dem Felsen ist extrem wechselhaft und oft fällt hier so dichter Nebel, dass du keine fünf Meter weit siehst, sodass es sich lohnt, zumindest einen kleinen Zeitpuffer einzuplanen.

Arktisches Svalbard
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28. Svalbard (Spitzbergen)

Wenn dir das festländische Norwegen nicht reicht und du die echte hohe Arktis erleben möchtest, musst du in Oslo oder Tromsø ins Flugzeug steigen und dich auf den abgelegenen Archipel Spitzbergen aufmachen, wo mehr Eisbären als Menschen leben. Das Hauptzentrum ist das kleine Städtchen Longyearbyen, von dem aus im Winter lange Expeditionen mit Schneemobilen oder Hundeschlitten über endlose Gletscher und zugefrorene Fjorde aufbrechen. Die Natur ist hier unglaublich rau, Bäume wachsen hier nicht und im Winter herrscht die absolute Dunkelheit der Polarnacht.

Aus Sicherheitsgründen darfst du ohne Gewehr und spezielles Training die Grenzen des Städtchens nicht verlassen, sodass du dich für alle Touren in die Wildnis auf erfahrene örtliche Guides verlassen musst. Obwohl eine Reise hierher finanziell sehr anspruchsvoll ist, ist die Begegnung von Angesicht zu Angesicht mit der arktischen Einöde, mit Walrossen oder blauen Gletscherhöhlen ein Erlebnis aus einer ganz anderen Dimension. 💡 Tipp: Longyearbyen liegt so hoch im Norden, dass die Sonne von Mitte April bis Ende August überhaupt nicht untergeht und 24 Stunden am Tag scheint.

Nordlicht in Alta

29. Alta

Die Stadt Alta liegt in einem tiefen Fjord im Norden des Landes und zieht Touristen vor allem wegen ihrer riesigen Felder mit Felsritzungen aus der Steinzeit an, die über 6.000 Jahre alt sind und zu Recht auf der UNESCO-Liste stehen. In den Sommermonaten kannst du die Außenwege ablaufen, an denen du Tausende rötlich gefärbte Bilder von Jägern, Rentieren, Bären und Lachsen siehst, was einen unglaublichen Einblick gibt, wie die Menschen hier einst überlebten.

Alta ist zugleich als Nordlichtstadt berühmt, denn hier herrschen ausgezeichnete stabile klimatische Bedingungen mit minimaler Bewölkung, sodass die Chance, das grüne Schauspiel zu beobachten, wirklich riesig ist. Außerdem wird ein Stück außerhalb der Stadt jeden Winter aus riesigen Eisblöcken das fantastische Hotel Sorrisniva gebaut, wo du dir einen Drink aus Eisgläsern gönnen oder sogar eine richtig frostige Nacht auf Rentierfellen verbringen kannst. 💡 Tipp: Übersieh auf keinen Fall die beeindruckende Nordlichtkathedrale direkt im Stadtzentrum, deren Titanfassade das arktische Licht in alle Richtungen reflektiert.

Meeresstrudel Saltstraumen

30. Saltstraumen

Ein Stück von der Stadt Bodø entfernt spielt sich ein unglaubliches Schauspiel ab, denn genau hier findest du den weltweit allerstärksten Meeresstrudel, der entsteht, wenn sich Hunderte Millionen Kubikmeter Wasser durch eine schmale Meerenge vom Ozean in den Fjord und wieder zurück drängen. Während der Flut und Ebbe, was üblicherweise viermal täglich geschieht, erreicht das Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Kilometern pro Stunde und an der Oberfläche bilden sich riesige Strudel mit einem Durchmesser von bis zu zehn Metern. Den besten Blick auf diese ganze tosende Masse hast du direkt von der Autobahnbrücke, die sich hoch über die Meerenge spannt.

Die Region ist ein absolutes Paradies für Angler, denn die starken Strömungen bringen riesige Mengen an Nahrung hierher und Fänge von riesigen Kabeljaus oder Heilbutten sind hier keine Seltenheit. Du kannst dir hier auch eine Adrenalin-Tour auf einem schnellen Schlauchboot gönnen, das dich direkt an den Rand der größten Strudel bringt. 💡 Tipp: Überprüfe vor dem Besuch immer die genauen Zeiten von Flut und Ebbe im Internet, denn außerhalb dieser Zeiten ist das Wasser in der Meerenge völlig ruhig und du siehst nichts Interessantes.

Norwegische Traumstraßen
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Traumstraßen und Panoramazüge

In Norwegen ist der Weg selbst das Ziel. Die dortigen Ingenieure haben es geschafft, Straßen und Bahnstrecken durch die unzugänglichsten Orte zu ziehen, sodass die Überfahrten selbst zu den größten Erlebnissen gehören. Hier sind die schönsten Panoramastraßen, Serpentinen und Züge, die in jeder Reiseroute einen Platz verdienen.

Atlantikstraße und Brücke Storseisundet

31. Atlantikstraße (Atlanterhavsveien)

Diese acht Kilometer lange Straße wird oft als die schönste Straße der Welt bezeichnet und ihre Einzigartigkeit liegt darin, dass sie über kleine Inselchen und Riffe mithilfe von acht eleganten Brücken springt. Der mit Abstand meistfotografierte Ort ist die riesige Bogenbrücke Storseisundet, die aus einem bestimmten Winkel aussieht, als würde sie direkt in der Luft enden und die Autos ins Meer fallen. Die Route gehört zu den prestigeträchtigen nationalen Touristenstraßen und bietet mehrere schöne Rastplätze mit Aussichtswegen entlang der Küstenfelsen.

Das Fahrerlebnis unterscheidet sich diametral je nach Wetter: An einem ruhigen Sommertag kannst du die Ausblicke auf die Wasserfläche genießen und nach Walen Ausschau halten, während sich bei Herbststürmen riesige Wellen aus dem aufgewühlten Ozean über die Straße wälzen. Den ganzen Abschnitt fährst du in wenigen Minuten, aber du wirst dich am Ende garantiert umdrehen und ihn mindestens noch einmal fahren. 💡 Tipp: Halte auf einer der Inseln beim Café in Eldhusøya an, von wo aus ein sehr schöner moderner Weg um die ganze Insel mit tollen Ausblicken auf die Brücken führt.

Serpentinen Trollstigen

32. Trollstigen (Trollleiter)

Die berühmte Trollstigen ist ein Ingenieurswunder aus den Dreißigerjahren, und ihre 11 extrem scharfen und steilen Serpentinen zu befahren, die sich in die senkrechte Felswand fressen, ist Pflicht für jeden ordentlichen Roadtrip. Beim Anstieg passierst du den tosenden Wasserfall Stigfossen, der über 300 Meter tief ins Tal stürzt, und in den schärfsten Kurven wirst du hoffen, dass nicht im Gegenverkehr ein riesiger Reisebus auftaucht. Wenn du endlich oben angekommen bist, erwartet dich ein modernes Besucherzentrum.

Vom Zentrum führen Betonwege zu stählernen Aussichtsplattformen, die hoch über dem Tal hängen und einen unglaublichen Blick darauf bieten, wie sich die Autos unten wie kleine Ameisen schlängeln. Die Straße ist wegen des Schnees etwa von Mitte Mai bis Oktober geöffnet, aber in letzter Zeit gibt es hier Probleme mit Steinschlag, sodass du vor der Fahrt überprüfen musst, ob sie befahrbar ist. 💡 Tipp: Wenn du ein langes Wohnmobil fährst, sei sehr vorsichtig, das Ausweichen in den Kurven erfordert Erfahrung und maximale Präzision.

Flåmbahn

33. Flåmbahn (Flåmsbana)

Auch wenn du mit dem Auto nach Norwegen kommst, mach eine Ausnahme und kauf dir ein Ticket für diesen historischen Zug, der auf nur zwanzig Kilometern 860 Höhenmeter überwindet, was ihn zu einer der steilsten Normalspurstrecken der Welt macht. Der Zug startet in der Hochgebirgsstation Myrdal und sinkt langsam durch ein tiefes grünes Tal voller Wasserfälle und steiler Abhänge hinunter zum Fjord ins Örtchen Flåm. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und durchs Fenster verfolgst du Landschaften, zu denen du sonst überhaupt keinen Zugang hast.

Das Highlight der Fahrt ist der kurze Halt am riesigen Wasserfall Kjosfossen, wo der Zug stoppt, du auf die Plattform hinaustreten und der norwegischen Mythologie in Form der tanzenden Fee Huldra lauschen kannst, die Wanderer lockt. Tickets verschwinden in der Sommersaison in rasendem Tempo, denn die Strecke ist der Hauptstar der Ganztagestour Norway in a Nutshell. 💡 Tipp: Bei der Fahrt hinunter von Myrdal nach Flåm setz dich möglichst auf die rechte Seite des Wagens, von wo aus der Blick ins tiefe Tal viel besser ist.

Strecke Bergensbanen über die Hardangervidda

34. Bergensbanen (Oslo–Bergen)

Die Zugfahrt zwischen der Hauptstadt und Bergen dauert etwa sieben Stunden und zählt zu den allerschönsten Bahnstrecken der Welt, denn sie durchquert die wilde Hochebene Hardangervidda. Es ist die höchstgelegene Gebirgsbahn Nordeuropas, deren höchster Punkt sich in der Station Finse auf 1.222 Metern über dem Meer befindet. Selbst mitten im Sommer siehst du hier hinter dem Fenster oft Schnee und zugefrorene Seen, was einen wunderbaren Kontrast zu den blühenden Tälern am Anfang der Fahrt bildet.

Wenn du gerne Rad fährst, plane unbedingt einen Ausflug auf der berühmten Route Rallarvegen ein, die direkt entlang der Bahnstrecke führt und absolut phänomenale Ausblicke auf Gletscher und Berge bietet. Die Räder kannst du einfach an einer Station ausleihen und an einer anderen zurückgeben, wobei der Großteil der Route bergab Richtung Fjord führt, sodass es auch Gelegenheitssportler schaffen. 💡 Tipp: Zugtickets kaufst du online bei der Gesellschaft Vy mit großem Vorlauf, vor Ort sind die günstigeren Tarife längst ausverkauft.

Hurtigruten-Fahrt entlang der Küste

35. Hurtigruten

Diese legendäre Küstenfahrt entstand ursprünglich zur Zustellung von Post in abgelegene Gemeinden, aber heute ist sie eine der ikonischsten Möglichkeiten, die norwegische Küste in ihrer ganzen rauen Schönheit kennenzulernen. Die Reise von Bergen bis in den fernen Norden nach Kirkenes dauert ganze sieben Tage in eine Richtung und das Schiff hält dabei in 34 verschiedenen Häfen. Unterwegs fährst du durch den schmalen Trollfjord, passierst die majestätischen Gipfel der Lofoten und schaust dir auch den berühmten Felsen Nordkapp an.

Du musst aber nicht gleich ein Ticket für die ganze einwöchige Fahrt kaufen, die Schiffe funktionieren auch als klassische Fähren, sodass du etwa nur eine Nacht zwischen zwei interessanten Häfen mitfahren kannst. Es ist zwar ein finanziell anspruchsvolleres Erlebnis, aber der Blick auf die verschneiten Berge direkt vom Deck eines beheizten Schiffes ist einfach unbezahlbar. 💡 Tipp: Ausführlichere Informationen zu dieser berühmten Fahrt findest du in unserem Artikel über die norwegischen Fjorde.

Bergpass Sognefjellet

36. Sognefjellet und Gamle Strynefjellsvegen

Fahrbegeisterte kommen in Norwegen vor allem auf den Bergpässen auf ihre Kosten, wobei der allerhöchste in ganz Nordeuropa die Aussichtsstraße Sognefjellet ist, die bis auf 1.434 Meter Höhe klettert. Die Straße führt dich durch die raue Landschaft des Nationalparks Jotunheimen, wo du an riesigen Gletscherfeldern, zugefrorenen türkisen Seen und mächtigen Steinmännchen vorbeikommst. Am höchsten Punkt mach unbedingt einen Halt, denn der Ausblick auf die umliegenden Zweitausender ist absolut überwältigend.

Eine weitere wunderschöne erhaltene Straße ist die historische Route Gamle Strynefjellsvegen, die tiefe Fjorde mit alten Gletschern verbindet und an vielen Stellen noch ihren ursprünglichen Schotterbelag aus dem neunzehnten Jahrhundert hat. Entlang der Straße findest du alte Steinpfosten und Brücken, durch die du dich fühlst, als wärst du in die Zeit der ersten Entdecker zurückgekehrt. 💡 Tipp: Diese Hochgebirgsstraßen werden wegen der Schneemassen meist erst Ende Mai bis Anfang Juni geöffnet, überprüfe also vor einer Frühlingsfahrt immer ihre Befahrbarkeit.

Klassische Rundtour Norway in a Nutshell

37. Norway in a Nutshell

Wenn du kein Auto hast oder die Zeit drängt, serviert dir diese genial ausgeklügelte Rundtour die größten Naturhighlights Westnorwegens an einem einzigen, wenn auch sehr vollen Tag. Es handelt sich im Grunde um eine durchdachte Kombination von Tickets, die die Panoramafahrt mit dem Zug Bergensbanen, den steilen Abstieg mit der Flåmbahn und die wunderschöne Fahrt durch den schmalen Nærøyfjord nach Gudvangen verbindet. Von dort bringt dich dann ein Bus über die Adrenalin-Serpentinen Stalheimskleiva zurück zum Zug, mit dem du zur Basis zurückkehrst.

Das ganze Paket kannst du sowohl von Oslo als auch von Bergen absolvieren, und obwohl es nach einer sehr touristischen Angelegenheit klingt, funktioniert es organisatorisch absolut perfekt und stressfrei. Der Vorteil ist, dass du nicht umständlich die Fahrpläne der einzelnen Anbieter abstimmen musst, alles geht nahtlos ineinander über und du genießt nur mit dem Fotoapparat in der Hand. 💡 Tipp: Tickets kannst du als ein Paket online kaufen oder dir selbst aus den einzelnen Abschnitten zusammenstellen, was dich manchmal etwas günstiger kommt.

Wasserfälle, Gletscher und Natur

Wasserfälle, Gletscher und Natur

Wohin du in Norwegen auch blickst, dort stürzt Wasser oder schiebt sich Eis. Schmelzende Gletscher und hohe Niederschläge haben Hunderte Wasserfälle und riesige Eisfelder entstehen lassen, zu denen es sich zu fahren lohnt. Wir haben die mächtigsten Wasserfälle und die zugänglichsten Gletscher ausgewählt, bei denen dir die Kinnlade herunterfällt.

Wasserfall Vøringsfossen

38. Vøringsfossen

In Norwegen siehst du so viele Wasserfälle, dass du sie bald nicht mehr zählst, aber der Vøringsfossen im Tal Måbødalen unweit des Hardangerfjords gehört zu den allermächtigsten und berühmtesten im ganzen Land. Das Wasser stürzt hier mit gewaltigem Getöse in eine tiefe Schlucht in einer Gesamthöhe von 182 Metern, und ringsum bildet sich ständig eine dichte Gischt, in der an sonnigen Tagen wunderschöne Regenbögen leuchten. Ein Stück von der Kante des Wasserfalls steht das alte historische Hotel Fossli, wo angeblich einst sogar der berühmte Edvard Grieg Musik komponierte.

Vor Kurzem wurde hier eine architektonisch beeindruckende Aussichtsbrücke eröffnet, die sich direkt über die tiefe Schlucht spannt und absolut fantastische Perspektiven für Fotos bietet. Der Spaziergang über die Brücke ist völlig sicher, aber der Blick hinunter in die tosende Tiefe lässt schwächeren Naturen garantiert die Knie zittern. 💡 Tipp: Zum Wasserfall gelangst du sehr leicht direkt von der Hauptstraße Nr. 7, also ist es ein idealer kurzer Halt während einer längeren Überfahrt.

Doppelwasserfall Låtefossen

39. Låtefossen

Ein Stück vom Örtchen Odda findest du ein echtes Naturunikat, denn der Låtefossen ist nicht nur einer, sondern gleich zwei riesige Wasserströme, die nebeneinander stürzen und sich knapp über der Straße zu einem tosenden Fluss vereinen. Das Wasser fließt hier mit solcher Kraft, dass die alte Steinbrücke mit sechs Bögen, über die Autos fahren, ständig in dichten Nebel gehüllt ist und du so durch eine kostenlose Waschanlage fährst. Es ist einer der meistfotografierten Orte der Region und die romantische Szenerie lockt Touristen schon seit dem neunzehnten Jahrhundert.

Die beste Besuchszeit ist der Frühsommer, wenn in den Bergen riesige Schneemengen schmelzen und der Wasserfall seine maximale Kraft erreicht, sodass du sein Getöse schon aus großer Entfernung hörst. Direkt an der Brücke gibt es einen kleinen Parkplatz und einen Souvenirkiosk, aber in der Hauptsaison ist es hier ein riesiges Problem, einen freien Stellplatz zum Anhalten zu finden. 💡 Tipp: Halte ein trockenes Tuch für das Kameraobjektiv bereit, denn die Gischt fliegt überall herum und die Linse trocken zu halten ist hier eine fast übermenschliche Aufgabe.

Gletscherarm des Jostedalsbreen

40. Jostedalsbreen

Dieser riesige Eisgigant ist der größte Festlandgletscher in ganz Europa und seine massiven Zungen schieben sich langsam in die tiefen Täler nördlich des Sognefjords. Der mit Abstand meistbesuchte Arm ist der Briksdalsbreen, zu dem du über einen bequemen Spaziergang um einen türkisen kleinen See gelangst, auch wenn der Gletscher selbst wegen der Erwärmung leider jedes Jahr ziemlich schnell zurückweicht. Du kannst dich auch in kleinen offenen Wägelchen hinaufbringen lassen, die die Einheimischen Trollautos nennen.

Wenn du ein echtes Abenteuer erleben möchtest, mach dich zum Arm Nigardsbreen auf, wo du dir eine Tour mit einem professionellen Guide gönnen und mit Steigeisen und Eispickel in der Hand direkt über das blaue, von tiefen Spalten durchzogene Eis gehen kannst. Es ist ein sicheres, aber körperlich anspruchsvolleres Erlebnis, das dir die enorme Kraft der Natur aus einer völlig anderen Perspektive zeigt. 💡 Tipp: Begib dich niemals auf eigene Faust oder ohne die nötige Ausrüstung auf den Gletscher, versteckte Spalten unter einer dünnen Schneeschicht sind extrem gefährlich.

Gletscher Folgefonna

41. Folgefonna

Über den Obstgärten des Hardangerfjords erhebt sich majestätisch der Gletscher Folgefonna, der vor allem begeisterte Skifahrer und Snowboarder anlockt, denn das hiesige Sommerskigebiet bietet die besten Bedingungen zum Fahren auf Schnee mitten im Sommer. Die Straße bringt dich hoch in die Berge direkt an den Gletscherrand, wo du den unglaublichen Ausblick auf den blauen Fjord tief unter dir genießen kannst, während du bis zu den Knien im Schnee stehst.

Neben dem Skifahren werden hier auch beliebte Gletscherwanderungen in Seilschaften veranstaltet, bei denen du fantastische bläuliche Eishöhlen und tiefe Spalten erkundest. Auch wenn du dich nur für einen kurzen Spaziergang um den Parkplatz entscheidest, nimm warme Kleidung mit, denn der vom Gletscher wehende Wind ist selbst an den wärmsten Augusttagen eiskalt. 💡 Tipp: Der Weg zum Sommerskigebiet führt über eine sehr schmale und kurvige Straße aus dem Örtchen Jondal, also nimm dir fürs Fahren genug Zeit und starke Nerven mit.

Türkiser See Lovatnet bei Loen

42. Lovatnet und Loen Skylift

Der See Lovatnet, versteckt unweit des Örtchens Loen, hat eine so unglaublich satte smaragdtürkise Farbe, dass du auf Fotos der übertriebenen Verwendung von Filtern verdächtigt wirst, doch die Farbe verdankt er feinem Sand aus den schmelzenden Gletschern. Das Tal ist zwar wunderschön, trägt aber auch eine dunkle Geschichte von zwei riesigen Erdrutschen mit sich, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eine tödliche Tsunami-Welle auslösten und die örtlichen Dörfchen wegfegten. Heute kannst du hier ein Boot oder Kajak ausleihen und die absolute Ruhe auf dem Wasser genießen.

Wenn du das ganze Tal aus der Vogelperspektive sehen möchtest, steig in die supermoderne Seilbahn Loen Skylift, die dich in unglaublichen fünf Minuten von der Fjordhöhe direkt auf den Gipfel des Berges Hoven in 1.011 Meter Höhe bringt. Vom Gipfel führen weitere Wanderwege und für Adrenalinliebhaber gibt es einen tollen Klettersteig, der auch eine Überquerung einer langen Hängebrücke beinhaltet. 💡 Tipp: Oben bei der Seilbahnstation gibt es ein tolles Panoramarestaurant, wo du dir hervorragenden Kaffee und warme Waffeln mit Blick auf die Gletscher gönnen kannst.

Nationalpark Jotunheimen

43. Nationalpark Jotunheimen

Der Name Jotunheimen bedeutet übersetzt Heimat der Riesen, und diese riesige Bergwildnis ist ohne Übertreibung der schönste und rauste Nationalpark in ganz Südnorwegen. Du findest hier mehr als zweihundert Gipfel über zweitausend Meter Höhe, zwischen denen sich wilde Gletscherflüsse und tiefe türkise Seen schlängeln. Genau hier liegt der legendäre Grat Besseggen und der höchste Berg Galdhøpiggen, über die wir oben im Abschnitt der ikonischen Wanderungen gesprochen haben.

Der Park ist ein absolutes Paradies für leidenschaftliche Wanderer, die mit dem Rucksack auf dem Rücken von einer roten Hütte zur nächsten ziehen und die völlige Isolation von der Zivilisation genießen wollen. Das Wetter kann sich hier aber von einer Minute auf die andere ändern, sodass du selbst für einen kurzen Spaziergang immer eine wasserdichte Schicht und eine warme Mütze im Rucksack bereit haben musst. 💡 Tipp: Ein toller Ausgangspunkt zur Erkundung des Parks ist das Dörfchen Lom, wo du neben einer schönen Stabkirche auch eine hervorragende traditionelle Bäckerei findest.

Moschusochsen in Dovrefjell

44. Dovrefjell

Während Jotunheimen mit scharfen Gipfeln fasziniert, ist der benachbarte Nationalpark Dovrefjell eine Landschaft aus endlosen kahlen Ebenen und sanften Hügeln, die die Heimat eines absoluten Tierunikats ist: der riesigen Moschusochsen. Diese zotteligen Riesen aus der Eiszeit streifen hier frei durch die Tundra, und zu einer organisierten Wandersafari mit Guide aufzubrechen, um sie aus sicherer Entfernung zu sehen, gehört zu den Top-Erlebnissen ganz Norwegens. Den Tieren solltest du dich auf eigene Faust nicht näher als 200 Meter nähern, sie können nämlich unerwartet schnell angreifen.

Das Hauptsymbol des ganzen Parks ist der imposante Berg Snøhetta, an dessen Fuß vor Kurzem die architektonisch fantastische Aussichtskabine des Norwegischen Wildtierzentrums errichtet wurde. Von ihr aus kannst du in der Wärme am Kamin mit dem Fernglas Herden wilder Rentiere und Polarfüchse beobachten, die über die riesigen Hochebenen streifen. 💡 Tipp: Durch den Park Dovrefjell führt auch die landschaftlich reizvolle Bahnstrecke von Oslo nach Trondheim, sodass du die Schönheit der Wildnis auch direkt aus dem bequemen Wagen siehst.

Stabkirchen und Juwelen abseits der Massen

Kultur, Stabkirchen und Juwelen abseits der Massen

Norwegen ist nicht nur Natur. Tausend Jahre Geschichte haben hier geheimnisvolle Stabkirchen, Bergbaustädtchen und sternförmige Festungen hinterlassen, an denen die meisten Touristen vorbeiziehen. Wenn du den Massen entkommen und einen Blick in die Seele des Landes werfen möchtest, steuere genau hierher.

Stabkirche Heddal

45. Hölzerne Stabkirchen (stavkirke)

Diese dunklen, nach Holz und Teer duftenden Bauten sind wahrscheinlich das bekannteste und älteste architektonische Erbe ganz Norwegens, das auf den ersten Blick eher an Wikingerschiffe mit Drachenköpfen als an klassische christliche Gotteshäuser erinnert. Die meisten von ihnen wurden im Mittelalter vor mehr als achthundert Jahren errichtet und haben dank der cleveren Konstruktion aus vertikalen Pfählen und der regelmäßigen Teeranstriche bis heute überlebt. Die allerälteste und wertvollste ist das Kirchlein in Urnes, das auf der UNESCO-Liste steht und unauffällig am Sognefjord versteckt liegt.

Wenn du die besterhaltene von ihnen sehen möchtest, fahr zur Kirche Borgund, deren kaskadenartige, mit Drachen verzierte Schindeldächer absolut magisch und märchenhaft aussehen. Erwähnenswert ist auch die größte Kirche in Heddal, die wegen ihrer imposanten Ausmaße oft die hölzerne Kathedrale genannt wird. 💡 Tipp: Der Eintritt in die Innenräume der Kirchen ist ziemlich hoch, aber auch der Anblick dieser wunderschönen Zimmermannsarbeit von außen ist einen kleinen Abstecher von der Hauptroute wert.

Telemarkkanal mit Schleusen

46. Telemarkkanal

Wenn man Norwegen sagt, stellt sich jeder Meeresfjorde vor, aber dieser historische Binnenkanal aus dem 19. Jahrhundert, der die Stadt Skien mit dem im Landesinneren gelegenen Dalen verbindet, ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie die hiesigen Ingenieure mit dem rauen Gelände umzugehen wussten. Der Weg ist über 100 Kilometer lang und die Schiffe müssen darauf 72 Höhenmeter mithilfe eines fantastischen Systems aus achtzehn alten Steinschleusen überwinden. Bis heute werden hier alle Schleusen ehrlich von Hand bedient, genau wie vor hundertfünfzig Jahren.

In der Sommersaison fahren hier schöne historische Raddampfer, von denen aus du die grüne Landschaft der Region Telemark betrachten und die geschickte Arbeit der Schleusenbedienung beobachten kannst. Entlang des gesamten Kanals führt auch ein ausgezeichneter Radweg, sodass du einen Teil der Strecke mit dem Rad fahren und dich bequem mit dem Boot zurückbringen lassen kannst. 💡 Tipp: Am Ende des Kanals im Örtchen Dalen schau dir unbedingt das gleichnamige historische Hotel an, das im großartigen Drachenstil erbaut ist, es ist ein echtes Juwel.

Olympisches Lillehammer

47. Lillehammer

Die Olympischen Winterspiele 1994 machten aus diesem kleinen Städtchen am See Mjøsa eine Weltlegende, und die sportliche Atmosphäre ist hier bis heute auf Schritt und Tritt stark zu spüren, besonders wenn du dich unter die riesigen Skisprungschanzen Lysgårdsbakkene stellst. Du kannst mit der Bahn ganz nach oben auf den Turm fahren und versuchen, dir das Grauen vorzustellen, das die Skiflieger kurz vor dem Absprung empfinden. Die Stadt hat eine schöne Fußgängerzone mit bunten Holzhäusern, wo du viele ausgezeichnete Cafés findest.

Gleich unweit des Zentrums liegt das weitläufige Freilichtmuseum Maihaugen, das eines der größten des Landes ist und perfekt zeigt, wie sich das Leben der Norweger vom rauen Mittelalter bis zur Gegenwart veränderte. Familien mit Kindern steuern dann regelmäßig den nahegelegenen Märchenpark Hunderfossen an, den eine gigantische Statue eines norwegischen Trolls dominiert. 💡 Tipp: Im Winter wird Lillehammer zu einem absoluten Paradies für Langläufer, in den umliegenden Hügeln findest du Hunderte Kilometer perfekt präparierter Loipen.

Festungsaltstadt Fredrikstad

48. Fredrikstad

Wenn du sehen möchtest, wie sich skandinavische Städte früher verteidigten, fahr ein Stück südlich von Oslo nach Fredrikstad, das mit der allerbesterhaltenen Festungsaltstadt in ganz Nordeuropa glänzt. Das Viertel Gamlebyen liegt geschützt hinter riesigen Erdwällen in Form eines perfekten Sterns und ist von einem tiefen Wassergraben umgeben. Im Inneren findest du malerische gepflasterte Gassen, gesäumt von historischen Backstein- und Holzhäusern, in denen bis heute Menschen wohnen und kleine Kunstgalerien ihren Sitz haben.

In die Altstadt gelangst du am besten mit einer kleinen kostenlosen Fähre direkt vom modernen Zentrum über den Fluss Glomma, was den ganzen Ausflug zu einem sehr angenehmen und ruhigen Erlebnis ohne Autos macht. Auf den Wällen kannst du dir alte Kanonen ansehen und dich im Sommer in den Außenbereich einer der örtlichen Kneipen setzen. 💡 Tipp: Jeden Samstag finden auf dem Platz in der Altstadt traditionelle Märkte statt, wo du lokale Käse, Backwaren und schöne handgefertigte Produkte von örtlichen Künstlern kaufst.

Nordlicht und Mitternachtssonne

49. Nordlicht und Mitternachtssonne

Über diese beiden Phänomene haben wir schon etwas gesprochen, aber sie verdienen eine eigene Erwähnung, denn genau diese Lichterscheinungen machen aus Norwegen ein Land, das du sowohl mitten im Sommer als auch im tiefsten Winter sehen möchtest. Die Mitternachtssonne erlebst du in den nördlichen Regionen oberhalb des Polarkreises etwa von Ende Mai bis Mitte Juli, wenn die Sonne einfach nicht untergeht und du um Mitternacht ohne Weiteres zu einer langen Bergwanderung bei vollem Tageslicht aufbrechen kannst. Es ist ein riesiger Energieaufwand, also vergiss nicht, dir eine Schlafmaske ins Hotel mitzunehmen.

Die Nordlichtjagd, also nach der Aurora borealis, erfordert dagegen Dunkelheit, einen klaren Himmel und eine Portion Glück, wobei du die besten Chancen auf das grüne Schauspiel von September bis März im äußersten Norden hast, idealerweise rund um Tromsø oder Alta. Der Höhepunkt der Saison sind die kalten Monate von November bis Februar, wenn die Nächte am längsten dauern. 💡 Tipp: Lade dir aufs Handy eine zuverlässige App zur Nordlichtvorhersage herunter (z. B. My Aurora Forecast), die dich rechtzeitig darauf hinweist, dass sich am Himmel etwas zu tun beginnt.

Schneeweiße norwegische Strände

50. Norwegische Strände

Wenn man Strand mit schneeweißem Sand und türkisem Wasser sagt, stellen sich die meisten die Karibik vor, aber Norwegen hat Hunderte davon, und die allerschönsten findest du paradoxerweise hoch hinter dem Polarkreis auf dem Archipel der Lofoten. Strände wie Haukland, Uttakleiv oder das Surferparadies in Unstad sehen absolut idyllisch aus, bis du den großen Zeh ins Wasser steckst und feststellst, dass es selbst im August kaum zwölf Grad hat. Baden ist hier wirklich nur für die abgehärtetsten Naturen.

Im Süden des Landes, ein Stück von der Stadt Stavanger, stößt du dann auf überraschend lange Sanddünen in der Region Jæren, wohin am Wochenende ganze norwegische Familien mit Kindern zur Erholung fahren. An den Stränden Sola oder Borestranden erlebst du zwar keine tropische Hitze, aber zum Drachensteigen, für romantische Abendspaziergänge und zum Wellenbeobachten haben sie in Europa keine Konkurrenz. 💡 Tipp: Pack dir einen dicken Wollpullover ein, an den norwegischen Stränden weht oft ein starker und sehr kalter Wind vom Ozean.

Praktische Informationen für die Reise nach Norwegen

Praktische Informationen: wann reisen, Anreise und Kosten

Norwegen ist zwar geografisch riesig, aber zur leichteren Orientierung kannst du es in drei Hauptregionen einteilen, die sich diametral voneinander unterscheiden. Der Südwesten ist die Heimat der ikonischsten tiefen Fjorde rund um Bergen und Stavanger, der Osten und Süden mit dem Zentrum in Oslo bietet eher sanftere Berge und Kultur, und der Norden mit der Arktis (von Trondheim über die Lofoten bis zum Nordkapp) ist wild, einsam und ideal für die Nordlichtjagd.

Reisen durch Norwegen mit Auto und Fähren

Wie du nach und durch Norwegen reist

Der bequemste und schnellste Weg aus Deutschland ist es, eine Flugverbindung von München, Frankfurt oder Berlin direkt nach Oslo oder Bergen zu nutzen, von wo aus du leicht in Anschlussverbindungen einsteigst oder dir gleich am Flughafen einen Mietwagen abholst. Fluggesellschaften wie Lufthansa, Eurowings oder SAS bieten regelmäßige Direktflüge an. Wenn du einen größeren Roadtrip mit dem eigenen Wagen planst und dir lange Fahrten nichts ausmachen, ist es ideal, durch Dänemark zu fahren und im Hafen Hirtshals das Auto auf die Fähre zu verladen, die dich direkt nach Kristiansand oder Stavanger bringt.

Zum echten Erkunden der Fjorde und abgelegenen Nationalparks ist ein Mietwagen eindeutig die beste Wahl, denn er gibt dir die absolute Freiheit, an jedem Wasserfall oder Aussichtspunkt anzuhalten. Beim Fahren rechne mit der Zahlung von Maut (bompenger), die hier vollautomatisch über Mautstationen per Kennzeichenerkennung (AutoPASS) abgewickelt wird, sodass du vom Verleih ein Auto mit Chip bekommst und die Rechnung erst am Ende bezahlst. Das Reisen wird außerdem durch Hunderte kleiner Fähren bereichert, die über die Fjorde pendeln und im Grunde als fließende Fortsetzung der Straße funktionieren.

Norwegen ist teuer, aber man kann sparen

Was ein Urlaub kostet und wie man spart

Ganz ehrlich: Norwegen gehört zu den allerteuersten Ländern Europas, und wenn du hierher reist, musst du dich darauf einstellen, dass dein Geldbeutel einen ordentlichen Schock erlebt, besonders beim Besuch von Restaurants und Kneipen. Rechne grob damit, dass du für ein Hauptgericht in einem durchschnittlichen Restaurant rund 22 bis 31 € zahlst, ein Bier dich locker 9 bis 12 € kostet und ein schneller Hotdog an der Tankstelle etwa 5 € kostet. Alkohol ist hier generell sehr stark besteuert, und Spirituosen oder Wein kaufst du nur in den spezialisierten staatlichen Läden Vinmonopolet, in Supermärkten findest du nur leichtes Bier bis 4,7 % Alkohol, und das auch nur bis acht Uhr abends.

Der mit Abstand beste Weg, das Budget im Zaum zu halten, ist es, Lebensmittel in günstigeren Ketten wie Kiwi, Rema 1000 oder Coop Extra zu kaufen und sich auf Campingplätzen oder in ausgestatteten Apartments selbst zu kochen. Zur Orientierung: Das Tagesbudget eines sehr sparsamen Reisenden mit eigenem Zelt und Kocher liegt bei etwa 70 bis 105 €, der goldene Mittelweg mit Übernachtung in Hütten kommt auf 135 bis 225 €, und wenn du komfortable Hotels und Abendessen willst, halte 310 € und mehr bereit. (Anm.: Die Preise sind Richtwerte für das Jahr 2026, der Kurs der norwegischen Krone liegt bei etwa 0,088 € pro 1 NOK.)

💡 Eine lokale Spezialität, die du unbedingt zum Frühstück probieren solltest, ist der süßliche braune Käse brunost, den sich die Norweger auf warme Waffeln streichen. Gerichte wie Lachs, Kabeljau (skrei) oder das kontroverse Walfleisch findest du zwar in jedem besseren Küstenrestaurant als lokale Spezialität auf der Karte, aber auch als Vegetarier isst du hier dank des großartigen Käses und süßen Gebäcks hervorragend.

Die bekanntesten norwegischen Wanderungen

Übersichtstabelle der bekanntesten Wanderungen

Zur schnellen Orientierung haben wir für dich eine Tabelle der gefragtesten Wanderungen vorbereitet, damit du gleich weißt, worauf du dich mit dem Rucksack auf dem Rücken einlässt:

WanderungLänge (hin und zurück)ZeitHöhenunterschiedSchwierigkeit
Preikestolen~8 km~4 h~500 mmittel
Trolltunga~28 km10–12 h~800 msehr anspruchsvoll
Kjeragbolten~12 km6–7 h~570 manspruchsvoll (Ketten)
Besseggen~14 km6–8 h~550 manspruchsvoll
Reinebringen (Lofoten)~3 km1,5–2 h~450 m (Treppen)mittelschwer
Inspiration für eine Norwegen-Reiseroute

Inspiration für die Reiseroute je nach Urlaubsdauer

Wenn du nicht weißt, wie du deine Tage in diesem weitläufigen Land genau planst, hier ist ein kurzer Entwurf dessen, was sich schaffen lässt:

  • 7 Tage (Das Beste der Fjorde): Bergen → Wasserfälle in Hardanger → Flåm und Nærøyfjord → der majestätische Sognefjord → Geiranger mit Aussichtspunkten.
  • 10 Tage (Fjorde und berühmte Wanderungen): Stavanger (Aufstieg zum Preikestolen) → Odda (Trolltunga) → Bergen → Flåm → Geiranger → Ålesund und Atlantikstraße.
  • 14 und mehr Tage (Klassiker Süd-Nord): Oslo → Region Telemark → Stavanger → Fjorde des Westens → Trondheim → Flugverbindung zu den Lofoten oder nach Tromsø.

Wohin von Norwegen aus weiter

Wenn dich die nordische Natur am Herzen gepackt hat und du weitere atemberaubende Winkel dieses riesigen Landes erkunden möchtest, haben wir für dich ausführlichere Guides zu weiteren großartigen Orten vorbereitet. Diese Artikel gehen mehr in die Tiefe und helfen dir bei der detaillierten Planung:

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Urlaub in Norwegen und ist es wirklich so teuer?

Ja, Norwegen gehört ohne Zweifel zu den teuersten Ländern Europas. Der größte Teil des Budgets geht für Unterkunft und Essen in Restaurants drauf, also wenn ihr wirklich sparen wollt, übernachtet auf Campingplätzen und kauft eure Lebensmittel in günstigen Supermärkten wie Kiwi oder Rema 1000 ein.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Norwegen?

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Für Wanderungen in den Bergen und Fjordfahrten ist die Sommerzeit von Juni bis August absolut ideal, wenn es warm ist und die Mitternachtssonne scheint. Wenn dich hingegen die Magie der Polarlichter lockt, musst du zwischen September und März in den Norden fahren.
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Wie kommt man von Tschechien nach Norwegen?

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Der schnellste Weg sind die Direktflüge von Prag nach Oslo, Bergen oder Stavanger. Für einen Roadtrip mit dem eigenen Auto ist die beste Variante die Fahrt durch Deutschland und anschließend die Fähre vom dänischen Hafen Hirtshals.
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Wie viele Tage braucht man für Norwegen?

Plane für die Erkundung der wichtigsten Fjorde im Südwesten mindestens 7 Tage ein, ideal sind aber zehn. Wenn du das Land von Süden nach Norden durchqueren oder die abgelegenen Lofoten hinzufügen möchtest, rechne mit mindestens vierzehn Tagen bis drei Wochen.

Wo und wann kann man am besten Polarlichter und die Mitternachtssonne sehen?

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Das Nordlicht sieht man am besten im Norden (Tromsø, Lofoten, Alta) in der Zeit von September bis März, wobei die absolute Hochsaison von November bis Februar ist. Die Mitternachtssonne scheint oberhalb des Polarkreises etwa von Ende Mai bis Mitte Juli.
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Welche Währung wird in Norwegen verwendet und kann ich mich auf Englisch verständigen?

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Im Land wird mit der norwegischen Krone (NOK) bezahlt, aber Bargeld braucht ihr praktisch überhaupt nicht, denn überall könnt ihr problemlos mit Karte oder Apple Pay zahlen. Mit Englisch kommt ihr hier absolut überall zurecht, die Einheimischen beherrschen es auf exzellentem Niveau.
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Welche Wanderung ist die beste und anspruchsvollste: Preikestolen, Trolltunga oder Kjerag?

Preikestolen ist am besten zugänglich und ihr schafft ihn in gemütlichen 4 Stunden. Kjeragbolten ist anspruchsvoller und voller Adrenalin dank des Kletterns an Ketten zum Felsbrocken über dem Abgrund, während Trolltunga eine extrem anspruchsvolle Ganztagestour mit einer Länge von 28 Kilometern ist.

Brauche ich in Norwegen ein Auto?

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Für die Entdeckung abgelegener Fjorde und Wanderwege ist ein Auto absolut unverzichtbar, da es dir die ersehnte Freiheit gibt. Wenn du dich aber nur zwischen Städten bewegen möchtest, bist du mit einer Kombination aus Zügen, Fähren und Paketen wie Norway in a Nutshell bestens bedient.
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Wie kommt man am besten auf die Lofoten?

Die schnellste Variante ist ein Flug vom Festland zum Flughafen Bodø oder Evenes und anschließende Weiterreise mit dem Auto oder der Fähre. Für Genießer bietet sich auch eine lange malerische Fahrt mit dem eigenen Auto über die berühmte Straße E10 an.

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