7 Tipps für Lofoten in Norwegen bei Regen: Dein Plan B

Wenn von einem Sommerurlaub am Polarkreis die Rede ist, haben viele Reisende endlose Sonne und strahlend blauen Himmel vor Augen. Die Realität der Arktis sieht aber oft ganz anders aus, und auf den Lofoten in Norwegen gehört Regen einfach untrennbar dazu. Vergiss für einen Moment die perfekten Instagram-Illusionen mit makellosem Himmel über steilen Gipfeln – denn gerade Nebel und tiefhängende Wolken verleihen dieser Landschaft ihre wahre, raue Atmosphäre.

Die Grundregel für einen gelungenen Reiseplan ist denkbar einfach: Plane drei Tage Puffer für schlechtes Wetter ein. Versuche nicht, jeden Sonnentag bis zum Bersten mit Aktivitäten vollzustopfen, und gerate nicht in Panik, wenn dir gleich am ersten Morgen schwere Tropfen aufs Dach deiner Holzhütte trommeln. Bevor du überhaupt in den nasskalten Tag hinausgehst, öffne die norwegische App yr.no – sie wird zu deinem unverzichtbaren Kompass.

Das Wetter ändert sich in dieser Region buchstäblich von Minute zu Minute, also lerne vor allem, das 90-Minuten-Regenradar zu lesen. Meldet die App für den Nachmittag ein kurzes regenfreies Fenster, sei sofort startklar. Bis dahin brauchst du aber einen soliden Schlechtwetter-Plan, damit du nicht untätig im Zimmer sitzt. Ich habe für dich ein erprobtes Krisenszenario voller Aktivitäten zusammengestellt, das dich rettet, wenn das Wetter einfach nicht mitspielt.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit zum Lesen haben
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zusammenfassung

  • Die App yr.no ist das A und O: Verfolge das detaillierte Regenradar, denn das Wetter ändert sich auf den Inseln unglaublich schnell.
  • Wikinger unter Dach: Das Lofotr Wikingermuseum in Borg bietet ein riesiges rekonstruiertes Langhaus, in dem du dich am Feuer wärmst.
  • Café-Kultur: Henningsvær und Svolvær verstecken großartige Kunstgalerien und gemütliche Cafés, ideal zum Aussitzen der Schauer.
  • Arktisches Saunieren: Miete dir eine Sauna mit Blick aufs Meer – bei Regen und Nebel ein absolut magisches Erlebnis.
  • Historische Bäckerei: Im Dorf Å findest du eine alte Bäckerei mit einem Ofen von 1844, in der es die besten Zimtschnecken gibt.
  • Eisige Erfrischung: Die Magic-Ice-Galerie in Svolvær leiht dir warme Ponchos und serviert dir einen Drink im Glas aus Eis.
  • Lokale Supermärkte: Läden wie Kiwi oder Rema 1000 retten dich, wenn du bei Regen abends keine Lust auf ein Restaurant hast.
Wann nach Norwegen reisen und wie man mit Regen umgeht
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
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Wann nach Norwegen reisen und wie man mit Regen umgeht

Wenn du eine Reise in den Norden planst, musst du eine Tatsache akzeptieren: Im Juli regnet es hier durchschnittlich an neun Tagen im Monat. Im August zeigen die Statistiken von AccuWeather sogar elf Regentage – das ist wirklich keine Ausnahme, sondern absolut normaler arktischer Standard. Das norwegische Klima ist eben unberechenbar, und schwere Wolken hängen oft tagelang tief über dem Meer. Stell dich also lieber schon im Voraus mental darauf ein.

Lass dich davon aber keinesfalls abschrecken, denn gerade die dramatischen Wolken, die über die scharfen Gipfel ziehen, ergeben die allerschönsten Fotomotive, die du mit nach Hause nimmst. Die Temperaturen bewegen sich in den Sommermonaten meist nur zwischen zehn und fünfzehn Grad Celsius – daraus ergibt sich klar, dass der Schlüssel zum Erfolg gutes Schichten von Kleidung ist. Pack dir eine zuverlässige Regenjacke und Regenhose ein, die dich vor dem starken Wind vom Meer schützen, und nimm ruhig auch eine warme Mütze mit.

Die App yr.no, die vom Norwegischen Meteorologischen Institut betrieben wird, wird zu deiner regelrechten Religion. Das Wetter auf den Lofoten kann sich von Minute zu Minute ändern und der Himmel blitzschnell aufreißen, also lerne unbedingt, vor allem ihr 90-Minuten-Regenradar im Detail zu lesen.

Wenn es schon mehrere Tage in Folge regnet, ist die beste Medizin ein Umdenken und ein insgesamt langsameres Tempo. Regen liefert dir nämlich eine absolut legitime Ausrede, ohne schlechtes Gewissen auszuruhen, statt schon wieder den anstrengenden Aufstieg zum Aussichtspunkt Reinebringen zu schaffen. Koch dir im Zimmer einen guten Kaffee, lausche dem monotonen Rauschen des Meeres und genieße das wahre, melancholische Gesicht Norwegens, wegen dem Reisende aus aller Welt eigentlich hierherkommen. Wenn du mit Kindern reist, zieh ihnen einfach Regenkleidung an und geht zusammen in die nächsten Pfützen springen – auch davon nehmt ihr am Ende tolle Erinnerungen mit.

Wo man gemütlich übernachtet
Foto: El Coleccionista de Instantes Fotografía & Video / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Wo man auf den Lofoten übernachtet und es sich gemütlich macht

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich, über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist für Regentage absolut entscheidend, denn du wirst darin vermutlich viel mehr Zeit verbringen, als du bei der Planung deines Reiseplans ursprünglich gedacht hast. Die traditionellen roten Fischerhütten namens Rorbuer bieten den perfekten Zufluchtsort, an dem du es dir hinterm Fenster im wohligen Warmen gemütlich machen und einfach das aufgewühlte Meer beobachten kannst. Sie sind meist komplett aus Holz, unglaublich gemütlich und oft mit einer praktischen kleinen Küchenzeile ausgestattet, was du beim Kochen warmer Abendessen aus den Zutaten der lokalen Supermärkte Rema 1000 oder Kiwi enorm zu schätzen weißt. Die Lebensmittelpreise sind hier zwar etwa doppelt so hoch wie in Deutschland, doch selbst zu kochen lohnt sich trotzdem deutlich.

Wenn du einen strategischen Standort mit der besten Versorgung suchst, wähle für deinen Aufenthalt die größere Stadt Svolvær. Hier findest du jede Menge bekannter Restaurants, Geschäfte und interessanter Galerien, zu denen man auch bei starkem Regen recht bequem zu Fuß gelangt. Eine großartige und bewährte Wahl ist das moderne Thon Hotel Lofoten, das direkt am Hafen liegt und weit über die Region hinaus für sein absolut fantastisches Frühstück bekannt ist, bei dem du die Vormittagsschauer in aller Ruhe aussitzen kannst.

Für alle, die absolute Ruhe und Wellness-Erlebnisse lieben, empfehle ich die Gegend rund um das malerische Dörfchen Ballstad. Die dortigen stilvollen Unterkünfte kombinieren oft sehr geschmackvoll traditionelle Architektur mit modernem skandinavischem Luxus. Ein absolut außergewöhnlicher Ort ist die renommierte Hattvika Lodge, wo du in wunderschön renovierten Hütten unterkommst und bei schlechtem Wetter ihre private Sauna mit Blick auf den Hafen nutzen kannst, während draußen der Teufel los ist.

Die dritte sehr beliebte Gegend ist die Südspitze des gesamten Archipels rund um die fotogenen Dörfer Reine und Hamnøy, wo die Berge am steilsten und die umliegenden Kulissen mit Abstand am dramatischsten sind. Auch wenn du im dichten Nebel die Berggipfel vielleicht gar nicht siehst, wirken die gelben und roten Pfahlhäuser trotzdem wunderbar mystisch. Reserviere dir eine Übernachtung in den ikonischen Eliassen Rorbuer, die zu Recht zu den meistfotografierten Orten ganz Norwegens gehören und dir ein wirklich authentisches Erlebnis vom Wohnen direkt über dem Wasser bieten.

7 Tipps, was man auf den Lofoten bei Regen sehen und tun kann
Foto: Marie Čcheidzeová / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

7 Tipps, was man auf den Lofoten in Norwegen bei Regen sehen und tun kann

Schauen wir uns gemeinsam den konkreten Rettungsplan für Tage an, an denen der Himmel über den Inseln grau wird und Bergtouren keinen Sinn ergeben. Ich habe für dich sieben großartige Indoor-Aktivitäten und Erlebnisse vorbereitet, die dir ein etwas anderes, aber nicht weniger faszinierendes Gesicht dieses skandinavischen Paradieses zeigen.

Lofotr Wikingermuseum in Borg
Foto: Brage.aronsen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

1. Lofotr Wikingermuseum in Borg

Wenn es schon früh am Morgen wie aus Eimern schüttet und es überhaupt keinen Sinn ergibt, Zeit draußen in der Natur zu verbringen, setz dich ins Auto und fahr Richtung Dorf Borg. Genau hier befindet sich das phänomenale Lofotr Wikingermuseum, das zuverlässig als perfekte Rettung vor der Unbill des arktischen Wetters dient. Die wichtigste und unübersehbare Attraktion ist das 83 Meter lange rekonstruierte Wikinger-Langhaus, das genau an der Stelle eines sehr bedeutenden archäologischen Funds aus dem letzten Jahrhundert steht.

Im Inneren dieses prachtvollen, imposanten Gebäudes prasselt fröhlich ein offenes Feuer, die Luft duftet herrlich nach Holz und traditionellem Teer, sodass du nach wenigen Sekunden das nasskalte Wetter draußen sofort vergisst. Hier kannst du in Ruhe detaillierte Vorführungen alter Handwerkskünste bestaunen, mit freundlichen Guides in historischen Kostümen sprechen und die über tausend Jahre alte Atmosphäre in vollen Zügen aufsaugen. Der Eintritt liegt für 2026 bei etwa 250 norwegischen Kronen pro Erwachsenem (rund 22 €), was sich für dieses recht umfangreiche und interaktive Erlebnis definitiv lohnt.

💡 Tipp: Falls es zumindest für einen Moment aufklart oder nur leicht nieselt, lauf unbedingt hinaus und schau dir die unmittelbare Umgebung des Museums an. Auf den angrenzenden grünen Weiden grasen nämlich frei wunderschöne nordische Pferde, Schafe und sogar Schweine, was dem weitläufigen Areal einen herrlich authentischen ländlichen Touch verleiht, der nicht nur Erwachsene, sondern natürlich auch Kinder begeistert.

Seehund im Lofoten Aquarium in Kabelvåg
Foto: Christoph Strässler from Oberdorf BL, Schweiz / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

2. Lofoten Aquarium in Kabelvåg

Wenn du ein ruhigeres, eher entspanntes Programm für einen verregneten Vormittag suchst, steuere direkt das nahe gelegene Städtchen Kabelvåg an. Das bekannte Lofoten Aquarium gehört zwar nicht zu den riesigen Meereswelten, wie du sie vielleicht aus westeuropäischen Großstädten kennst, bietet aber eine sehr intime und sympathische skandinavische Angelegenheit. Alle Ausstellungen sind ausschließlich auf das lokale Meeresökosystem ausgerichtet, sodass du viel Interessantes über das überaus harte Leben in den umliegenden eisigen Gewässern erfährst.

Der Hauptmagnet und zweifellos beliebteste Höhepunkt der gesamten Ausstellung ist die regelmäßige Fütterung von Ottern und Seehunden in den Außenbecken. Erkundige dich unbedingt vorab auf der offiziellen Website nach den Fütterungszeiten, denn das ist der absolute Hit, und die Besucher stehen davor fasziniert ruhig auch zwanzig Minuten am Stück. Die einheimischen Pfleger erzählen dabei sehr fesselnd von den Gewohnheiten dieser verspielten Tiere und erklären, wie perfekt sie sich an die widrigen arktischen Bedingungen anpassen.

Im beheizten Gebäude selbst findest du außerdem interessante Ausstellungen über den berühmten Skrei-Dorsch, der für diese spezielle Region historisch und wirtschaftlich absolut zentral ist. Der gesamte Rundgang inklusive Tierbeobachtung nimmt etwa zwei sehr entspannte Stunden in Anspruch, nach denen du dir im kleinen Café einen warmen Tee und ein Stück Kuchen gönnen kannst. Es ist schlicht der ideale und sichere Zufluchtsort für Tage, an denen es draußen in Strömen gießt und du dich aufwärmen musst.

Eisskulpturen — Atmosphäre der Eisgalerie
Foto: Lorie Shaull / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

3. Eisgalerie Magic Ice in Svolvær

Wenn es draußen sowieso unangenehm kalt und überall nass ist, warum dann das arktische Gefühl nicht auf die Spitze treiben? Parke dein Auto möglichst nah am Zentrum von Svolvær und besuche die einzigartige eisige Galerie Magic Ice. Auch wenn es auf den ersten flüchtigen Blick wie eine etwas plumpe Touristenfalle wirken mag, leistet dieses ungewöhnliche Konzept an einem wirklich verregneten Tag absolut hervorragende Dienste und hebt zuverlässig deine Laune.

Gleich am Eingang an der Rezeption bekommst du riesige gefütterte Ponchos und richtig warme Handschuhe, damit du im eiskalten Innenraum der Galerie nach wenigen Minuten nicht frierst. Anschließend gehst du durch einen dunklen, geheimnisvollen Raum voller wunderschön beleuchteter Eisskulpturen, die auf sehr originelle Weise alte Geschichten über die einheimischen Fischer und die raue skandinavische Mythologie erzählen. Geschickte Bildhauer aus aller Welt kommen regelmäßig hierher, um diese fragilen Werke zu erneuern, sodass die gesamte Ausstellung in jeder neuen Saison ein bisschen anders ist.

Im Preis des Basistickets, das etwa 300 norwegische Kronen (rund 26 €) kostet, ist auch der beliebte Begrüßungsdrink enthalten, serviert in einem Glas aus reinem Eis. An der beleuchteten Bar kannst du zum Beispiel zwischen leckeren alkoholfreien Varianten aus lokalen Waldbeeren wählen, die in dieser ungewöhnlichen Eiskulisse absolut fantastisch schmecken. Als visuelle Abwechslung und tolles Programm für etwa eine Stunde funktioniert das wirklich einwandfrei.

Glasbläserwerkstatt Glasshytta
Foto: cottonbro studio / Pexels

4. Glashütte Glasshytta und der raue Strand Storsandnes

Neblige, nasskalte Tage mit sehr tiefen Wolken haben ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Zauber, der an der Küste beim kleinen Dorf Vikten am besten und intensivsten zur Geltung kommt. Genau hier befindet sich die berühmte, bei Touristen beliebte Glasbläserwerkstatt Glasshytta, deren Gebäude schon für sich genommen ein großes architektonisches Kleinod ist, einfühlsam direkt in die raue Felsklippe eingelassen. Drinnen erwartet dich herrlich angenehme Wärme, die von brausenden Öfen ausstrahlt, und du kannst aus unmittelbarer Nähe die Glasbläsermeister bei ihrer anspruchsvollen Arbeit beobachten.

Die ausgestellten Produkte dieser Familienwerkstatt kombinieren sehr oft klares mundgeblasenes Glas mit Quarzkristallen aus den umliegenden Bergen, was sie zu wunderschönen und absolut einzigartigen Souvenirs von deiner Reise macht. Sei bitte beim Bewegen in den engen Gängen des Ladens wirklich vorsichtig, denn überall um dich herum stehen sehr fragile und ziemlich teure Stücke (wenn du mit kleinen Kindern reist, halte sie lieber fest an der Hand). Der Anblick der zerfließenden glühenden Glasmasse und der geschickten Hände der Handwerker wird dich aber hundertprozentig in den Bann ziehen.

Wenn am Nachmittag der Regen dann zumindest ein wenig auf erträgliches Nieseln nachlässt, verzichte auf den ikonischen und oft völlig überfüllten Strand Haukland, zu dem nach dem Regen alle Wohnmobile strömen. Gib stattdessen den herrlich ruhigen Strand Storsandnes in deine Navigation ein, der praktisch direkt vom geparkten Auto aus sehr leicht zugänglich ist. Zieh einen guten wasserdichten Softshell und Gummistiefel an und spaziere über den nassen Sand voller angespülter Muscheln, wo du das rauschende Meer fast ganz für dich allein hast.

Henningsvær
Foto: Christoph Strässler from Oberdorf BL, Schweiz / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
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5. Auf einen Kaffee und Kunst nach Henningsvær

Wenn es auf dem Archipel einen bestimmten Ort gibt, der seine großartige, pulsierende Atmosphäre auch im stärksten Regen problemlos bewahrt, dann ist es zweifellos das Fischerdorf Henningsvær. Es erstreckt sich malerisch über mehrere kleine, durch Brücken verbundene Inselchen und bietet auf relativ kleinem Raum eine erstaunliche Konzentration an Kultur. Deine ersten Schritte sollten hier direkt in die Trevarefabrikken führen, eine alte, verlassene Fabrik, die zu einem riesigen Gemeinschafts- und ungemein hippen Raum umgebaut wurde.

Dieses imposante Industriegebäude bietet jede Menge Sitzplätze, riesige verglaste Fenster mit Blick auf den aufgewühlten Fjord und eine absolut entspannte skandinavische Atmosphäre. Hier kannst du in Ruhe dein Lieblingsbuch aufschlagen, einen großartigen Spezialitätenkaffee bestellen und leckeres vegetarisches Essen von ihrer saisonalen, lokalen Karte probieren. Niemand nimmt hier Anstoß daran, wenn du gleich den ganzen Nachmittag bleibst und im Warmen einfach das Geschehen um dich herum beobachtest.

Sobald der schlimmste Regen zumindest etwas nachlässt, mach dich auf, um die nahegelegenen und viel besuchten Kunstgalerien zu erkunden, für die dieses Dorf weithin bekannt ist. Hier findest du sehr interessante Häuser wie die KaviarFactory, eine angesehene Galerie für moderne Kunst, die passenderweise in einer ehemaligen Kaviarfabrik untergebracht ist. Vergiss auf dem Rückweg zum geparkten Auto nicht, in einer der kleinen Handwerksstätten vorbeizuschauen, wo geschickte einheimische Künstler wunderschöne handgestrickte Pullover mit traditionellen norwegischen Mustern verkaufen, die dich garantiert wärmen.

Dorf Å
Foto: DXR / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

6. Historische Bäckerei im Dorf Å und das Spielzeugmuseum

Ganz am Ende der Hauptstraße E10, wo der Asphalt endgültig endet und dahinter nur noch der endlose, aufgewühlte Ozean weitergeht, liegt das überaus malerische und hervorragend erhaltene historische Dorf Å. Es funktioniert heute praktisch wie ein einziges großes Freilichtmuseum, und sich zwischen seinen alten roten Holzgebäuden hindurchzuschlängeln, ist für sich genommen ein schönes Erlebnis. Dein wichtigster Anlaufpunkt ist hier die traditionelle Bäckerei Bakeriet på Å, deren süßen Duft du garantiert schon von Weitem riechst.

Kauf dir hier unbedingt frisch gebackene und noch warme Zimtschnecken namens kanelboller, die hier mit Liebe nach sehr alten Originalrezepten zubereitet werden. Sie sind zwar nach mitteleuropäischen Maßstäben recht teuer, aber sie in einem originalen historischen Holzofen von 1844 zu backen, kostet eben etwas – und dieser perfekte Geschmack ist absolut unbeschreiblich. Iss sie schön im warmen Auto oder unter einem Vordach und beobachte dabei, wie sich der dichte Nebel majestätisch und still über den dunklen Fjord wälzt.

Auf dem Rückweg nach Norden halte dann unbedingt auf dem fotogenen Inselchen Sakrisøy an, das für seine ungewöhnlichen senffarbenen Häuser berühmt ist, die im Nebel atemberaubend aussehen. Genau hier findest du das bezaubernde Lofoten Toy Museum, auch Dagmar’s Museum of Dolls and Toys genannt, das überhaupt erste offizielle Spielzeugmuseum in ganz Norwegen. Für erwachsene Besucher ist es eine herrliche Welle liebevoller Nostalgie und insgesamt ein faszinierender Anblick auf Tausende alter Bären und historischer Puppen, sorgfältig aus aller Welt gerettet.

Bootsfahrt durch die Fjorde
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

7. Fjordfahrten und arktische Sauna

Es klingt vielleicht beim ersten Hören etwas paradox und verrückt, aber schlechtes, nasskaltes Wetter steigert das Gesamterlebnis einer Fjordfahrt eigentlich noch. Begib dich auf eine organisierte Aussichtsfahrt, etwa in den sehr engen und dramatischen Trollfjord, die du leicht und schnell über Portale wie GetYourGuide buchen kannst. Wenn die steilen schwarzen Felswände im dichten Nebel versinken und an den Hängen ringsum Hunderte vom Regen geschaffene temporäre Wasserfälle herabstürzen, wirkt die gesamte Landschaft wie aus den Seiten eines Fantasy-Romans.

Die für diese Fahrten eingesetzten Ausflugsboote sind zudem voll überdacht und sehr gut beheizt, sodass du diese dramatischen Naturkulissen in völligem Komfort und trocken genießt, mit einer Tasse heißem Tee oder Kaffee in der Hand. Die erfahrenen Crews kennen die unberechenbaren lokalen Gewässer ganz genau und wissen exakt, wohin sie für die allerbesten Ausblicke auf die majestätischen Seeadler steuern müssen, die in den tiefen Wolken auf Beutejagd sind. Die gesamte Fahrt dauert meist rund drei Stunden und gehört zu Recht zum Besten, was man hier erleben kann.

Nach der Rückkehr an Land empfehle ich dir wärmstens, diesen verregneten, kalten Tag in einer echten arktischen Sauna ausklingen zu lassen. Viele bessere Unterkünfte, wie etwa die bereits erwähnte Hattvika Lodge in Ballstad, bieten die tolle Möglichkeit, eine private Sauna mit einem riesigen Panoramafenster direkt zum Hafen zu mieten. Du wärmst deine durchgefrorenen Knochen perfekt auf, und wenn du genug Mut hast, kannst du dich nach dem Vorbild der abgehärteten Einheimischen mit einem schnellen Sprung ins eiskalte Europäische Nordmeer abkühlen.

Wohin weiter beim Erkunden der Lofoten
Foto: Jörg Hempel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 de

Wohin als Nächstes beim Erkunden der Lofoten

Sobald sich die Wolken endlich teilen und die Sonne herausschaut, bist du bereit, dich auf weitere Abenteuer zu stürzen. Lies unbedingt unseren großen Lofoten-Reiseführer, in dem du einen kompletten Reiseplan für die schönsten Sonnentage findest, inklusive Tipps für atemberaubende Bergtouren.

Wenn dich die Geschichte der nordischen Völker fasziniert hat, schau dir den eigenen Artikel an, der sich direkt dem Lofotr Wikingermuseum widmet – dort erfährst du jede Menge weiterer faszinierender Details. Und falls du dich in die künstlerische Atmosphäre der Fischerdörfer verliebt hast, darfst du unseren ausführlichen Text darüber, was das malerische Henningsvær alles zu bieten hat, nicht verpassen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie oft und wie stark regnet es auf den Lofoten im Sommer?

In der Hauptsaison im Juli und August müsst ihr im Durchschnitt mit neun bis elf Regentagen pro Monat rechnen. Der Regen kommt meist in Form von schnellen und intensiven Schauern, die sich mit halbklarem Himmel abwechseln, aber manchmal kann es auch mehrere Tage am Stück leicht nieseln, was für die Arktis absolut typisch ist.

Wo kann man Lebensmittel kaufen, wenn man bei Regen keine Lust auf ein Restaurant hat?

Norwegische Supermärkte sind hervorragend sortiert und ihr findet sie in jeder größeren Ortschaft. Ketten wie Kiwi oder Rema 1000 bieten eine große Auswahl an frischen Zutaten, Backwaren und Fertiggerichten, sodass ihr euch ganz einfach ein warmes Abendessen direkt im gemütlichen euren gemieteten Rorbu zubereiten und dabei noch Geld für teure Restaurants sparen könnt.

Sind die Straßen auch bei starkem Regen sicher zu befahren?

Die Hauptstraße E10, die den gesamten Archipel durchquert, ist in sehr gutem Zustand und auch bei Nässe relativ sicher. Seid aber auf jeden Fall vorsichtiger auf den schmaleren Nebenstraßen, wo sich große tiefe Pfützen bilden können, und rechnet damit, dass sich im Nebel die Sichtweite erheblich verringert.

Lohnen sich Bootsausflüge auch bei schlechtem Wetter?

Auf jeden Fall, denn Nebel und Regen verleihen den Fjorden eine absolut unglaubliche und mystische Atmosphäre. Die meisten Ausflugsboote haben zudem geräumige und gut beheizte Kabinen mit großen Fenstern, von denen aus ihr ganz bequem und vor allem im Trockenen herabstürzende Wasserfälle und steile Felswände beobachten könnt.

Welche Wetter-App sollte man am besten verwenden?

Einheimische und erfahrene Reisende schwören in Norwegen auf die kostenlose App yr.no, die vom Norwegischen Meteorologischen Institut betrieben wird. Ihr größter Vorteil ist ein sehr präziser Neunzig-Minuten-Radar, mit dem ihr zuverlässig abschätzen könnt, wann es gerade aufhört zu regnen und ihr rausgehen könnt.

Was sollte man einpacken, um schlechtes Wetter zu überstehen?

Die Grundlage ist eine hochwertige wasserdichte und windfeste Jacke mit guter Kapuze, unter die problemlos ein warmer Pullover oder eine leichte Daunenjacke passt. Vergesst nicht wasserdichte Hosen und vor allem zuverlässige Trekkingstiefel mit Gore-Tex-Membran, denn die Temperaturen fallen hier im Sommer regelmäßig auf bis zu zehn Grad.

Wie viel kosten ungefähr die Eintritte in Museen und Galerien?

Die Preise können sich natürlich mit jeder Saison leicht ändern, aber für 2026 rechnet damit, dass die Hauptattraktionen wie das Viking Museum oder die Eisgalerie Magic Ice etwa 250 bis 300 norwegische Kronen pro Erwachsenen kosten. Kleinere lokale Galerien und Museen haben meist etwa den halben Eintrittspreis, also um die 100 bis 150 NOK.

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