Norwegen ist wild und ungezähmt, und die Lofoten sind das absolute Naturjuwel des Landes. Wenn du eine Reise in den hohen Norden planst, freust du dich beim Wandern auf den Lofoten in Norwegen sicher schon jetzt auf die dramatischen Berge, die direkt ins eiskalte Meer stürzen. Die Landschaft hier raubt einem schlichtweg bei jedem Schritt den Atem.
Du musst aber kein erfahrener Bergsteiger sein, um die hiesige Natur in vollen Zügen zu genießen. Die Lofoten bieten unglaublich viele Routen, von extrem anspruchsvollen Touren bis hin zu völlig entspannten Spaziergängen. Erwarte hier allerdings keine Zäune, Geländer oder Warnschilder – ein Schritt ins Leere ist in der norwegischen Wildnis ganz allein dein Problem.
In diesem Artikel empfehle ich dir die 8 besten Trekkingtouren und Wanderungen auf den Lofoten, die einen festen Platz in deinem Reiseplan verdienen. Ich helfe dir bei der Auswahl von Routen für Anfänger und erfahrene Bergmenschen, wir sprechen über das tückische norwegische Wetter und schauen uns an, wo du dich auf den Inseln strategisch klug einquartierst.

Zusammenfassung
- Beste Aussicht: Die Tour zum Ryten mit Blick auf den Strand Kvalvika ist die lohnendste mittelschwere Wanderung des gesamten Archipels.
- Berühmteste Treppe: Der Reinebringen bietet einen ikonischen Ausblick, doch dich erwarten 2000 steile Stufen und riesige Menschenmengen.
- Für Anfänger und Familien: Der Küstenweg zwischen den Stränden Haukland und Uttakleiv ist absolut flach und für wirklich jeden geeignet.
- Geheimtipp: Der Strand Bunes ist nur mit einer lokalen Fähre erreichbar – dadurch entgehst du dem größten Touristenansturm.
- Grundregel: Das Wetter ändert sich von Minute zu Minute, behalte daher immer die App yr.no im Blick und kehre bei sich verschlechternden Bedingungen sofort um.
- Unterkunft: Buche Hotels und Rorbuer (traditionelle Fischerhütten) weit im Voraus, die Kapazitäten sind unglaublich schnell vergriffen.

Wann du zum Wandern auf die Lofoten in Norwegen reisen solltest
Das Wetter im Norden Norwegens kennt absolut keine Gnade, und Sonne, Regenguss und Sturm wechseln sich ganz selbstverständlich an einem einzigen Nachmittag ab. Wenn das Wandern dein Hauptziel ist, sind die Sommermonate von Ende Juni bis Mitte August die zuverlässigste Zeit. Dank der magischen Mitternachtssonne kannst du in dieser Zeit problemlos auch um Mitternacht in den Bergen unterwegs sein, was dir eine enorme Flexibilität bei der Planung gibt.
Der September bringt zwar wunderschöne Herbstfarben und eine einzigartige Chance, die Polarlichter zu beobachten, doch die Tage werden rasch kürzer und es gibt mehr Regentage. Viele Bergpfade werden im Herbst wegen tiefem Schlamm und nassen Steinen, die wie geschmiert rutschen, extrem gefährlich. Pack auf jeden Fall hochwertige wasserdichte Kleidung ein und sei auf exponierten Routen maximal vorsichtig.
Im Winter und Frühling sind die Lofoten von einer dicken Schnee- und Eisschicht bedeckt, und Wandern ohne Schneeschuhe oder Steigeisen ist im Winter schlichtweg unmöglich. Viele beliebte Routen sind wegen Lawinengefahr komplett gesperrt, weshalb sich ein Winterbesuch eher zum Fotografieren aus sicheren Tälern, zum Beobachten der verschneiten Landschaft und für entspannte Autofahrten entlang der Küstenstraßen eignet.
Die Grundregel für jede Jahreszeit lautet, sich nicht auf den Zufall zu verlassen und vor jeder Tour sorgfältig die Wetter-App yr.no zu checken. Das norwegische Wetterinstitut arbeitet auf die Stunde genau – wenn die Vorhersage also den Durchzug einer Front für 14 Uhr ankündigt, musst du spätestens um halb zwei zurück am Auto sein. Lass dich niemals von deinem Ego leiten und jage nicht der perfekten Aufnahme am Rand einer Klippe hinterher.
Besonders aufpassen solltest du auf die tückische Wärmeregulierung, wenn du mit Kindern in der Trage oder weniger fitten Begleitern unterwegs bist. Während du dich den steilen Hang hinauf kräftig ins Schwitzen bringst, frieren deinen Mitreisenden bei zwölf Grad sehr schnell die Hände und Füße. Heißer Tee aus der Thermoskanne im warmen Auto ist eben immer das bessere Erlebnis, als kilometerweit von der Zivilisation entfernt die Gesundheit zu riskieren.

Wo du auf den Lofoten übernachten kannst
💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unsere Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, dort gibt es meist die besten Stornobedingungen. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten vergleichst und buchst du am besten über GetYourGuide.
Die Übernachtungskapazitäten auf den Inseln sind angesichts des riesigen Andrangs sehr begrenzt, und in der Sommerhauptsaison ist alles hoffnungslos und viele Monate im Voraus ausgebucht. Die beste und authentischste Basis für Ausflüge in die Berge sind die traditionellen roten Fischerhütten namens Rorbu, die heute als sehr gemütliche und voll ausgestattete Apartments dienen.
Für die Erkundung des südlichen und mittleren Teils des Archipels quartierst du dich strategisch günstig in der Nähe der malerischen Dörfer Reine, Hamnøy oder Leknes ein. Ein absolut ikonischer und unglaublich fotogener Ort ist der Komplex Eliassen Rorbuer auf der Insel Hamnøy, von wo die wohl berühmtesten Fotos der roten Hütten stammen, die sich unter einem steilen Berg ducken. Eine Übernachtung in diesen historischen Häuschen direkt über dem Wasser des Fjords ist ein gewaltiges Erlebnis für sich.
Wenn du eine etwas luxuriösere Basis in unmittelbarer Nähe großartiger Trekkingtouren suchst, empfehle ich dir wärmstens die wunderschöne Hattvika Lodge im Fischerdorf Ballstad. Sie bietet ein schönes modernes Design, elegant kombiniert mit traditioneller Inselarchitektur, und die umliegenden Berge hast du buchstäblich vor der Tür. Größere und modernere Hotels mit klassischem Service und reichhaltigem Frühstück findest du eher in der Hauptstadt Svolvær, wo dich das sehr beliebte Thon Hotel Lofoten mit einem schönen Blick auf den belebten Hafen sicher nicht enttäuschen wird.
Bei der Wahl der Unterkunft solltest du immer sorgfältig die Anfahrtswege zu den Startpunkten deiner ausgewählten Routen bedenken, um nicht unnötig viel Zeit im Auto zu verbringen. Die schmalen norwegischen Straßen voller Brücken und Tunnel erlauben keine schnelle Fahrt, weshalb die Fahrten oft viel länger dauern, als es auf der Karte scheint. Stelle außerdem sicher, dass dein Rorbu oder Hotel gute Heizmöglichkeiten bietet, denn durchnässte Wanderschuhe über Nacht perfekt trocknen zu können, ist auf den Lofoten Gold wert. Ein großer Vorteil von Apartments ist außerdem die eigene Küche, denn Essen in norwegischen Restaurants kann das Budget ordentlich durchpusten.
8 schönste Trekkingtouren und Wanderungen auf den Lofoten
Schauen wir uns gemeinsam die konkreten Routen an, die du dir nicht entgehen lassen solltest. Ich habe für dich einen Mix aus anspruchsvollen Gipfeln und absolut entspannten Spaziergängen zusammengestellt, sodass wirklich jeder etwas findet – ganz unabhängig von der aktuellen Fitness.

1. Ryten und der Blick auf Kvalvika
Diese Tour gehört ganz ohne Diskussion zu den allerschönsten und lohnendsten auf den gesamten Lofoten. Der Weg auf den Berg Ryten bietet absolut spektakuläre Ausblicke auf die berühmte Bucht Kvalvika mit ihrem magisch türkisfarbenen Wasser und perfekt weißem Sand. Im Vergleich zu anderen steilen Gipfeln ist der Anstieg zudem recht gnädig, sodass du den Weg wirklich genießt, ohne am Ende nach Luft zu schnappen.
Die Route dauert hin und zurück etwa drei bis vier Stunden und du überwindest dabei etwas mehr als 500 Höhenmeter. Der Weg führt anfangs über angelegte Holzbohlenstege durch weiche Moorgebiete und steigt anschließend über einen steinigen, aber gut begehbaren Pfad an. Es ist eine absolut ideale Wahl für mittelmäßig geübte Wanderer, die das Beste der norwegischen Natur in einem einzigen Ausflug sehen wollen.
Der Parkplatz am Ausgangspunkt nahe dem Dorf Innersand ist im Sommer sehr früh hoffnungslos voll und ziemlich teuer. Brich daher entweder wirklich früh morgens oder im späten Nachmittag zur Tour auf, wenn die Touristenmassen langsam zurück zu ihren Autos trotten. Die berühmten Fotos, die vom Überhang am Gipfel des Ryten aufgenommen wurden, sehen extrem gefährlich und voller Adrenalin aus, doch lass dich von der optischen Täuschung nicht verwirren. In Wirklichkeit liegt unter dir ein breiter und sicherer Felsvorsprung, sodass du dein Erinnerungsfoto ganz ohne unnötiges Risiko fürs eigene Leben machen kannst.

2. Reinebringen (der ikonische Treppenaufstieg)
Das Foto vom Gipfel des Reinebringen kennt wahrscheinlich jeder, der jemals nach Inspiration für eine Norwegen-Reise gesucht hat. Hier erwartet dich ein absolut atemberaubendes Panorama des Dorfes Reine, der verstreuten kleinen Inseln und der tiefen, majestätischen Fjorde. Der Weg nach oben ist aber ein buchstäblich brutaler körperlicher Test deines Willens und deiner Ausdauer, der wirklich nicht für jeden ist.
Auf den Gipfel führen nämlich genau zweitausend steile steinerne Sherpa-Stufen, die auf einem sehr kurzen Abschnitt 450 Höhenmeter überwinden. Das ist eine enorme Belastung für Knie und Lunge, vor allem auf dem Rückweg nach unten. Außerdem ist es ein so unglaublich populärer Ort, dass allein im Juni 2024 hier schwindelerregende 41.000 Menschen durchschleusten – an romantisches Sinnieren in einsamer, wilder Natur kannst du also gleich vergessen.
Dieser Aufstieg ist absolut nicht für Menschen mit Höhenangst und auch nicht für Familien mit kleinen Kindern in der Trage geeignet, für die diese Route reines Hasardspiel ist. Nasse Steinstufen rutschen nach Regen extrem und unberechenbar, und der Abstieg ist oft deutlich gefährlicher und anstrengender als der Weg hinauf. Wenn du dich trotzdem hierher wagst, sei maximal vorsichtig, achte ständig auf deine Schritte und verzichte bei schlechtem Wetter lieber ganz auf dieses Erlebnis.

3. Küstenweg Haukland und Uttakleiv
Wenn du dich für eine Weile von den steilen und kräftezehrenden Bergen erholen willst, ist das die absolut ideale Wahl für einen entspannten Tag. Haukland gehört zu den allermeistfotografierten Stränden ganz Norwegens, und im Sommer lässt du fürs Parken etwa 100 bis 200 norwegische Kronen (rund 9 bis 18 €) hier. Statt dich auf die spitzen Gipfel ringsum wie den Berg Mannen hochzuquälen, mach dich lieber auf den Weg über die alte Küstenstraße ums Kap herum.
Dieser breite und absolut flache Schotterweg umrundet gemächlich das Bergmassiv und verbindet den beliebten Strand Haukland mit dem benachbarten, wilderen Strand Uttakleiv. Die Route ist so unglaublich leicht, dass du sie ohne die geringsten Probleme auch mit einem Geländekinderwagen mit großen Rädern bewältigst, oder wenn dich gerade schmerzende Knie von den vorherigen Aufstiegen plagen. Die gesamte Strecke hin und zurück misst sehr angenehme acht Kilometer.
Der Weg schmiegt sich die ganze Zeit sicher in die Klippe direkt über dem Ozean und bietet stille, beruhigende und fantastische Ausblicke auf die Wellen. Wenn du Lust auf noch mehr Ruhe und eine völlige Flucht vor den Touristenmassen hast, fahr mit dem Auto ein Stück weiter zum sehr ruhigen Strand Storsandnes. Hier parkst du leicht direkt am Wasser und genießt das Plantschen im eiskalten Ozean, ohne zwischen Dutzenden von Wohnmobilen Slalom fahren zu müssen.

4. Bunes Beach (Spaziergang über den Fjord per Fähre)
Der Besuch des isolierten Strandes Bunes ist ein wunderschöner Tagesausflug, in dem absolut alles steckt, was die Lofoten so zauberhaft macht. Vom malerischen Dörfchen Reine steigst du in eine kleine lokale Fähre und fährst über den tiefen Fjord in die abgelegene, stille Siedlung Vindstad. Schon die Überfahrt über das von steilen Bergen umgebene Wasser ist ein absolut unvergessliches Erlebnis und ein großartiger Tagesbeginn.
Vom kleinen Hafen erwartet dich ein gemächlicher Weg über eine schmale Landenge zur anderen Seite der Insel. Mit winzigen 80 Höhenmetern handelt es sich eher um einen erholsamen Spaziergang als um echtes Bergtrekking, sodass ihn wirklich jeder schafft, auch kleine Kinder. Sobald du den niedrigen Sattel überquerst, öffnet sich vor dir ein gigantischer Strand mit weißem Sand, gesäumt von tiefschwarzen Klippen.
Dieser Strand ist so unglaublich weitläufig, dass sich die Menschen hier ohne jegliche Probleme verlieren und auch in der Hochsaison ihre Privatsphäre finden. Erkundige dich aber sehr sorgfältig vorab nach den genauen Zeiten der Rückfähre und sei mit wirklich großem Vorlauf am Holzsteg in Vindstad. Wenn dir nämlich das Boot davonfährt, bleibt dir nichts anderes übrig, als eine sehr kalte Nacht unter freiem Himmel zu verbringen – und das willst du wirklich nicht erleben.

5. Umgebung des Wikingermuseums Lofotr in Borg
Vielleicht klingt das auf den ersten Blick nach einer klassischen kommerziellen Touristenfalle, doch die Umgebung des Lofotr-Museums bietet wirklich großartige Bedingungen für einen leichten und visuell schönen Ausflug. Vom Hauptgebäude des Museums in Form eines umgedrehten Wikingerschiffs führt ein etwa anderthalb Kilometer langer, angelegter Schotterweg sanft hinab zu einem ruhigen See. Das ist eine angenehme Abwechslung zu den rauen, felsigen Pfaden an der Küste.
Während dieses absolut entspannten Spaziergangs passierst du weitläufige Gehege mit robusten Wikingerpferden, Schafen und sogar Wildschweinen. Die Route verläuft die ganze Zeit nur leicht bergab auf einem sehr breiten Weg, sodass sie absolut ideal für komplette Anfänger oder Familien mit Geländekinderwagen ist. Hier erholst du dich hervorragend, wenn deine Knie nach den vorherigen Tagen streiken und sich weigern, irgendwelche Höhenmeter zu bewältigen.
Unten am See liegt dann eine wunderschöne, bis ins Detail durchgearbeitete Nachbildung eines traditionellen Wikingerschiffs vor Anker, zu der du hingehen und sie aus nächster Nähe betrachten kannst. Die gesamte Umgebung des Museums liegt in einer schönen und beruhigenden, grünen Landschaft. Dieses sanftere Gesicht der Natur kontrastiert sehr angenehm mit den ansonsten extrem dramatischen, spitzen Gipfeln des restlichen nordischen Archipels.

6. Værøy Håen (über die alte Straße zur Aussicht)
Wenn du in deinem Reiseplan genug Zeit für die Fährüberfahrt zur abgelegeneren südlichen Insel Værøy hast, steuere unbedingt genau diesen magischen Ort an. Zum atemberaubenden Aussichtspunkt Håen führt eine alte asphaltierte Straße, die heute für jeglichen Autoverkehr komplett gesperrt ist. Das bedeutet, dass du hier absolute Ruhe genießt und dem ständigen Beiseitespringen vor vorbeifahrenden Wohnmobilen entgehst.
Dem Anstieg entkommst du hier zwar nicht ganz, doch die Steigung ist recht moderat und der Untergrund bleibt die ganze Strecke über schön glatt. Dieser Weg ist eine absolut großartige Alternative für jene Reisende, die ein Weltklasse-Panorama sehen wollen, sich aber an die steinigen und oft sehr tückischen Bergpfade auf den Hauptinseln nicht herantrauen. Mit ein bisschen Mühe kommst du hier sogar mit einem besser gefederten Kinderwagen hoch.
Der Blick von oben auf die saftig grünen Klippen, die steil ins dunkle, aufgewühlte Meer abfallen, wurde in der Vergangenheit mehrfach für die schönste Landschaft der Welt nominiert. Es ist genau der Ort, an dem dir in aller Stille die überwältigende Kraft der nordischen Natur voll bewusst wird – und das alles mit sehr verträglichem, minimalem körperlichem Aufwand, von dem du dich nicht drei Tage lang erholen musst.

7. Mittelschwere Gipfel (Tindstinden, Offersøykammen und Mannen)
Für erfahrenere und fittere Wanderer, die in den Bergen aktiv nach einer Herausforderung suchen, bieten die Lofoten absolut endlose Möglichkeiten und literweise vergossenen Schweiß. Gipfel wie Tindstinden, Offersøykammen oder der beliebte Mannen gehören zu den sehr gefragten, verlangen aber wirklich Trittsicherheit, gute Balance und ausgezeichnete körperliche Verfassung. Es sind keinesfalls Wege für komplette Neulinge oder Ausflügler in städtischen Turnschuhen.
Hier erwartet dich ein sehr steiniger, technischer und oft scharfer Anstieg, bei dem du gelegentlich auch die Hände einsetzen und dich mit Kraft hochziehen musst. Besondere Vorsicht ist nach jedem Regen absolut notwendig, denn nasse Felsen und der allgegenwärtige tiefe Schlamm rutschen buchstäblich wie geschmiert. Der Abstieg von diesen Bergen ist dann für müde Knie ein echter und ziemlich schmerzhafter Härtetest.
Als Belohnung für deine durchgeschwitzte Mühe winken dir aber isolierte und absolut fantastische Ausblicke auf das umliegende Archipel, oft mit deutlich weniger Menschen, als du auf der berühmten Treppe in Reine treffen würdest. Schätze aber immer ganz ehrlich deine aktuellen Kräfte ein, überprüfe die Qualität deiner Wanderschuhe und wage dich niemals bei starkem und unberechenbarem Böenwind auf diese exponierten Gipfel.

8. Leichte Spaziergänge durch die Dörfer (Henningsvær, Å und Nusfjord)
Wenn das Wettermodell starke Böen oder anhaltenden Regen meldet, klettere unter keinen Umständen in die Berge und vergiss deine Wanderambitionen. Wähle lieber die sichere Alternative in Form von Spaziergängen durch die Fischerdörfer, die ihren unverwechselbaren und leicht melancholischen Charme bei wirklich jedem Wetter haben. Auf Fotos sieht ein bewölkter Himmel zudem unglaublich dramatisch aus.
Im malerischen Henningsvær, das zu Recht den Spitznamen „Venedig der Lofoten“ trägt, kannst du auf dem ebenen Asphaltweg zwischen den hölzernen Trockengestellen für Kabeljau schlendern und bis zum berühmten Fußballplatz auf der kleinen Insel gehen. Aber Vorsicht: Über dem Platz gilt ein striktes Verbot für Drohnenflüge. Am äußersten Ende der Straße E10 liegt wiederum das historische Dorf Å, wo dich rote Häuschen, ein interessantes Stockfisch-Museum und eine berühmte alte Bäckerei voller duftender Leckereien erwarten.
Einen Besuch wert ist definitiv auch Nusfjord, ein atemberaubendes historisches Dörfchen, das auf der UNESCO-Liste steht und tief in einem schmalen Fjord eingebettet ist. Ein Spaziergang über die gelben und roten Holzstege direkt über dem Wasser hat eine absolut einzigartige Atmosphäre. Die Holzstege rutschen aber nach Regen oder Morgentau sehr unangenehm, also tritt vorsichtig auf – und nach dem Spaziergang empfehle ich, sich in der hiesigen ausgezeichneten italienischen Pizzeria aufzuwärmen.
Was du einpacken solltest und Regeln fürs sichere Wandern
Norwegens Berge verzeihen keine Fehler, und ohne die zuverlässige Wetter-App yr.no kommst du auf den Lofoten wirklich keinen Schritt weit. Das norwegische Wetterinstitut arbeitet auf die Stunde genau – wenn die Vorhersage also zeigt, dass um 14:00 Uhr eine starke Front und ein Gewitter kommen, sei spätestens um 13:30 Uhr sicher zurück am Auto.
Vergiss unnötiges Ego und jage nicht der perfekten Aufnahme am Rand bröckelnder Klippen hinterher. Dein einziges und oberstes Ziel ist immer die sichere Rückkehr. Wenn der Himmel schwarz wird, starker Wind aufkommt oder der Weg unangenehm zu rutschen beginnt, kehre sofort um. Heißer Tee aus der Thermoskanne im warmen Auto ist ein viel besseres Erlebnis, als kilometerweit vom Krankenhaus in Gravdal entfernt einen verstauchten Knöchel zu riskieren.
Was die nötige Ausrüstung betrifft, sind hochwertige knöchelhohe Wanderschuhe und eine absolut wasserdichte Jacke mit verschweißten Nähten ein absolutes Muss. In den Bergen solltest du immer eine Wärmeschicht mehr im Rucksack haben, als du im Moment für nötig hältst. Während du den steilen Hang hinauf schwitzt, kühlen dir auf einem windigen, exponierten Gipfel bei zwölf Grad sehr schnell Hände und Nacken aus.
Wohin von den Lofoten weiter
Wenn du eine umfassendere Erkundung dieses fantastischen Winkels Norwegens planst, habe ich für dich weitere nützliche Reiseführer vorbereitet, die dir bei der Planung helfen.
- Interessiert dich ein umfassender Überblick über das gesamte Archipel? Lies unseren großen Lofoten-Reiseführer.
- Willst du dich auf weißem Sand am türkisfarbenen Wasser erholen? Ich habe für dich die schönsten Strände der Lofoten kartiert.
- Überlegst du, den berühmtesten Gipfel zu besteigen? Erfahre alles über die Tour auf den Reinebringen.
- Du bist dir nicht sicher, was alles in den Koffer gehört? Dir hilft unser Artikel darüber, was du für die Lofoten einpacken solltest.
- Du zögerst beim Reisetermin? Lies die detaillierte Analyse dazu, wann man auf die Lofoten reisen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Kann man auf den Lofoten wild campen?
Ja, in ganz Norwegen gilt das Jedermannsrecht. Ihr könnt euer Zelt praktisch überall in unbebauter Landschaft aufschlagen, einzige Bedingung ist ein Mindestabstand von 150 Metern zum nächsten Wohnhaus oder eingezäunten Grundstück. Seid aber immer äußerst rücksichtsvoll, zerstört nicht die empfindliche nordische Flora und nehmt sämtlichen Müll gewissenhaft wieder mit zurück in die Zivilisation, damit ihr keine einzige Spur hinterlasst.
Sind die Wanderungen auch für Familien mit kleinen Kindern sicher?
Manche Routen sind absolut sicher, andere hingegen ein echtes Risiko. Für Familien empfehle ich wärmstens die flachen Küstenwege, wie etwa Haukland oder die gemütliche Tagestour zum abgelegenen Strand Bunes. Der Abstieg mit einem Kind in der Trage ist nämlich immer deutlich anspruchsvoller und gefährlicher als der Aufstieg selbst, weil sich euer Schwerpunkt radikal verlagert und nasse Felsen gnadenlos unter den Füßen wegrutschen.
Ist das Wasser aus Bergbächen trinkbar?
In den allermeisten Fällen ja, und das Wasser schmeckt absolut fantastisch. Quellwasser hoch oben in den Bergen, weit oberhalb von Weiden, ist kristallklar und völlig unbedenklich zum sofortigen Trinken direkt aus der Hand. Vermeidet aber, Wasser aus Bächen zu schöpfen, die durch Schafgehege fließen oder sich in unmittelbarer Nähe stark frequentierter Touristenzentren befinden, wo Verschmutzungsgefahr besteht.
Gibt es auf den Lofoten Bären oder andere gefährliche Tiere?
Ihr braucht überhaupt keine Angst zu haben, auf den Lofoten leben weder Bären, Wölfe noch andere Raubtiere, die euch beim Wandern gefährlich werden könnten. Die heimische Fauna besteht hauptsächlich aus allgegenwärtigen Schafen, majestätischen Seeadlern, Füchsen und unzähligen Arten lärmender Seevögel. In den warmen Sommermonaten können euch höchstens lästige Mücken in Gegenden um stehende Seen und feuchte Moore plagen.
Brauche ich Wanderstöcke für die Touren?
Ich empfehle definitiv, welche im Koffer mitzunehmen. Wanderstöcke entlasten euch enorm bei steilen und anspruchsvollen Abstiegen, von denen es auf den schroffen Lofoten wahrlich reichlich gibt. Gleichzeitig geben sie euch deutlich mehr Sicherheit und Stabilität beim Überqueren wilder Bäche und beim Gehen auf rutschigem Schlamm, der sich auf schattigen nordischen Pfaden auch noch mehrere Tage nach kräftigem Regen hält.
Funktioniert in den Bergen Handyempfang?
Die Netzabdeckung ist in ganz Norwegen generell auf absolut erstklassigem Niveau. Auf den meisten Berggipfeln und exponierten Stellen habt ihr hervorragenden Empfang, oft sogar sehr schnelles mobiles Internet zum Hochladen von Fotos. In tiefen Fjorden, geschlossenen Tälern und an manchen abgelegenen Stränden wie Kvalvika oder Bunes fehlt das Signal aber häufig komplett, ladet euch die Karten also lieber offline herunter.
Darf ich auf allen Wanderungen mit einer Drohne fliegen?
Nein, die Regeln sind derzeit ziemlich streng und die Bußgelder hoch. Über dicht besiedelten Gebieten und in der Nähe von Flughäfen gilt ein kompromissloses Verbot, was zum Beispiel auch den ikonischen Fußballplatz in Henningsvær betrifft. In den Bergen dürft ihr meistens fliegen, aber ihr dürft mit euren Geräten weder nistende Vögel noch andere Touristen stören, die in der Natur Ruhe und absolute Stille suchen.
Muss man auf den Lofoten Eintritt für Wanderungen bezahlen?
Die Natur ist in Norwegen für alle kostenlos und ohne Schranken. Für den Zugang zu den Bergpfaden selbst werden keinerlei Gebühren erhoben, was ein riesiger Vorteil ist. Rechnet aber damit, dass ihr sehr oft recht hohe Beträge fürs Parken am Ausgangspunkt der Wanderrouten zahlt, wobei die Preise üblicherweise zwischen 10 und 20 Euro pro Tag liegen.
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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