Norwegen birgt unzählige Naturschätze, doch nur wenige können es mit dem ikonischen Felsplateau aufnehmen, das hoch über tiefblauem Wasser thront. Der Preikestolen in Norwegen, übersetzt „die Kanzel“, gehört zu den berühmtesten Felsen der Welt und zieht Reisende aus allen Ecken des Planeten an. Der Blick von der senkrechten Wand hinunter zur Wasseroberfläche des Fjords hinterlässt einen tiefen Eindruck – und liefert dir mit Sicherheit eines der schönsten Fotos deines ganzen Urlaubs.
Dieser flache Fels mit den Maßen von rund 25 mal 25 Metern entstand vor Tausenden von Jahren durch die Kraft gewaltiger Eismassen und ist heute die meistbesuchte Wanderung Norwegens. Jährlich machen sich über dreihunderttausend Menschen auf den Weg, um den unglaublichen Kontrast zwischen dem scharfen grauen Fels und dem dunkelblauen Wasser tief darunter mit eigenen Augen zu sehen.
In diesem Guide schauen wir uns an, wie du die Wanderung Schritt für Schritt meisterst, damit du perfekt vorbereitet bist. Ich verrate dir, wo du dein Auto abstellst, zu welcher Uhrzeit du am besten startest, um den Menschenmassen zu entgehen, und welche Unterkünfte in der Umgebung am meisten Sinn ergeben.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Länge und Dauer: Die Route misst rund 8 Kilometer hin und zurück und dauert bei gemütlichem Tempo etwa 4 Stunden.
- Höhenunterschied und Schwierigkeit: Unterwegs überwindest du etwa 500 Höhenmeter, das Gelände ist mittelschwer und auch für normale Wanderer gut machbar.
- Parken: Der offizielle Parkplatz kostet 250 bis 300 NOK (etwa 22 bis 26 €) und füllt sich in der Sommersaison sehr schnell.
- Beste Zeit: Die ideale Reisezeit reicht von Mai bis September, am besten früh morgens oder im späten Nachmittag.
- Ausgangspunkt für den Ausflug: Die meisten Reisenden wählen das nahe gelegene Stavanger, von wo aus direkte Busse mit Fährenanschluss fahren.
- Sicherheit: An der eigentlichen Felskante gibt es kein Geländer, daher steht Vorsicht an erster Stelle.

Wann du zum Preikestolen nach Norwegen aufbrechen solltest
Die richtige Planung des Timings ist in den norwegischen Bergen absolut entscheidend, denn das Wetter kann unberechenbar sein. Die Hauptsaison läuft von Mai bis September, wenn die Tage am längsten, die Temperaturen am angenehmsten und die Route komplett schneefrei ist. In diesen Monaten hast du die größten Chancen auf klaren Himmel – auch wenn dich in Norwegen ein Regenschauer wirklich jederzeit überraschen kann.
Wenn du einen Besuch außerhalb der Sommermonate in Erwägung ziehst, ändert sich die Lage deutlich und erfordert eine bessere Vorbereitung. Im Winter und im frühen Frühling ist der Weg mit Schnee und Eis bedeckt, weshalb du dich nur mit einem erfahrenen Bergführer und Spikes an den Schuhen hinauswagen solltest. Der Fels selbst kann unter einer Schneedecke tückisch sein, und wegen der kurzen Tage droht die Gefahr, dass du im Dunkeln zurückkehrst.
Im Sommer musst du dich darauf einstellen, dass du auf der Strecke nicht allein bist, denn die Kanzel lockt enorme Menschenmengen an. Die beste Strategie ist, sehr früh morgens loszugehen, idealerweise so, dass du gegen acht Uhr schon am Parkplatz stehst, oder den Aufstieg auf den späten Nachmittag zu verlegen. So genießt du ein viel ruhigeres Erlebnis und entgehst zudem der größten Hitze beim Aufstieg über die Steinstufen.

Wo du in der Umgebung übernachtest und wie du hinkommst
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich dagegen über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Der praktischste Ausgangspunkt für die Erkundung der Lysefjord-Region ist die Hafenstadt Stavanger, die alle Annehmlichkeiten und eine hervorragende Anbindung bietet. Die Stadt liegt rund 40 Kilometer vom Startpunkt der Wanderung entfernt, und du findest hier eine riesige Auswahl an Cafés, Restaurants und Unterkünften für jedes Budget. Die Fahrt mit dem Auto von Stavanger zum Parkplatz dauert etwa eine Stunde und führt durch den modernen Unterwassertunnel Ryfylke, für den eine Maut anfällt.
Wenn du mitten in der Stadt mit allem Komfort übernachten möchtest, ist das Clarion Hotel Stavanger eine ausgezeichnete Wahl, das Reisende für das fantastische Frühstück und die zentrale Lage loben. Eine weitere tolle Alternative ist das Thon Hotel Stavanger mit modernen Zimmern direkt am Hafen, von dem die Ausflugsboote ablegen. Beide Häuser buchst du leicht über Booking, und sie bieten dir den idealen Rückzugsort nach einem anstrengenden Tag in den Bergen.
Für alle, die der Natur möglichst nahe sein und sich die morgendliche Anfahrt sparen möchten, gibt es großartige Möglichkeiten direkt am Startpunkt. Preikestolen BaseCamp bietet eine schöne Berghütten-Unterkunft direkt am Parkplatz, während der etwas weiter gelegene Campingplatz Preikestolen Camping ideal für Reisende mit Zelt oder Wohnmobil ist. Falls du kein Auto hast, fahren von Stavanger regelmäßige Touristenbusse in Kombination mit der Fähre, und die Tickets solltest du am besten rechtzeitig über GetYourGuide besorgen.

Aufstieg zur Kanzel: 7 Tipps, was du sehen und unternehmen kannst
Schauen wir uns gemeinsam einen kompletten Guide zur Wanderung selbst an, damit du genau weißt, worauf du dich einlässt. Du erfährst, wie anspruchsvoll die Route ist, worauf du an der Felskante achten musst und welche weiteren Aktivitäten in der Lysefjord-Region deine Aufmerksamkeit verdienen.

1. Was ist der Preikestolen und warum solltest du hin
Die Kanzel ist ein massiver Granitblock, der vor mehr als zehntausend Jahren von einem zurückweichenden Gletscher geformt wurde. Das Plateau ragt beeindruckende 604 Meter senkrecht über dem Wasser auf, und seine Oberfläche ist überraschend eben, als hätte sie jemand mit einem riesigen Messer abgeschnitten. Genau diese einzigartige Form macht es zu einem der meistfotografierten Naturwunder ganz Skandinaviens.
Der Blick vom Rand hinunter auf den Lysefjord, der sich wie ein blaues Band durch die Landschaft schlängelt, umgeben von steilen grünen Hängen, ist absolut faszinierend. Reisende haben diesen Ausblick so sehr ins Herz geschlossen, dass die Kanzel regelmäßig in Ranglisten der schönsten Aussichtspunkte der Welt auftaucht. Auch wenn hier Menschenmassen hinströmen, sorgt die Weite der umliegenden Landschaft dafür, dass du dein eigenes Stückchen Ruhe findest, um diese Pracht aufzusaugen.

2. Die Route Schritt für Schritt und die Aufstiegstabelle
Die Wanderung selbst beginnt bei einer Berghütte und führt durch abwechslungsreiches Gelände – über Wälder, Moorflächen und kahle Felsplatten. Die Route ist rund 8 Kilometer hin und zurück lang und auf ganzer Länge sehr gut mit dem roten Buchstaben T markiert, sodass man sich hier praktisch nicht verlaufen kann. Der Weg ist technisch nicht heikel und es erwartet dich keine Kletterei, aber er erfordert eine solide körperliche Kondition.
Die anstrengendsten Abschnitte sind die steilen Anstiege über riesige Steinstufen, die hier von geschickten Sherpas aus Nepal gebaut wurden, um die lokale Natur vor Erosion zu schützen. Während des Aufstiegs überwindest du etwa 500 Höhenmeter, also überstürze nichts und mach regelmäßige Verschnaufpausen. Nach dem letzten Grat öffnet sich endlich diese magische Szenerie vor dir, wegen der du den ganzen Weg auf dich genommen hast.
| Länge (hin und zurück) | ~8 km |
|---|---|
| Dauer | ~4 Stunden |
| Höhenunterschied | ~500 m |
| Schwierigkeit | mittel (auch für normale Wanderer machbar) |
| Höhe des Felsens über dem Fjord | 604 m |

3. Parken und Zugang zur Kanzel
Ein großer Vorteil der norwegischen Naturdenkmäler ist, dass der Zugang zu den Bergpfaden und Nationalparks selbst völlig kostenlos ist. Bezahlt wird nur für die Nutzung der offiziellen Infrastruktur, was in diesem Fall die Hauptparkflächen P1 und P2 am Ausgangspunkt bedeutet. Das hiesige System erfasst dein Kennzeichen bei der Einfahrt, und du zahlst bequem mit Karte am Automaten vor der Abfahrt.
Der Preis für das Ganztagesparken eines Pkw liegt bei etwa 250 bis 300 NOK (rund 22 bis 26 €), was in Norwegen ein durchaus üblicher Tarif ist. In den Sommermonaten musst du damit rechnen, dass die Kapazität beider Parkplätze trotz ihrer Größe schon am Vormittag erschöpft sein kann. 💡 Tipp: Komm entweder sehr früh morgens an oder nutze den organisierten Busverkehr, so ersparst du dir den Stress bei der Suche nach einem freien Platz.

4. Zu welcher Tageszeit du gehst, um den Menschenmassen zu entgehen
Wie schon angedeutet, spielt das Timing beim Besuch eines so beliebten Ortes eine enorme Rolle für dein gesamtes Erlebnis. Wenn du noch vor acht Uhr morgens auf den Weg gehst, steigst du in angenehmer Kühle auf und genießt oben das schöne Morgenlicht mit nur wenigen anderen Wanderern. Gegen Mittag beginnt sich das Plateau nämlich mit Menschen zu füllen, die aus größerer Entfernung oder mit Reisebussen angereist sind.
Die zweite sehr interessante Alternative ist der nachmittägliche Aufstieg, wenn die meisten Tagesbesucher schon zurück zu ihren Autos streben. Wenn du gegen drei oder vier Uhr nachmittags hinaufgehst, begegnen dir die Massen nur in der Gegenrichtung und oben erwartet dich das wunderschöne goldene Licht des nahenden Abends. Überprüfe in diesem Fall nur immer gründlich, wann die Sonne untergeht, und pack zur Sicherheit eine Stirnlampe ein.

5. Der Ausblick von der Kante und die Sicherheit am Felsen
Wenn du zum ersten Mal hinter dem letzten Felsen hervortrittst und diesen gewaltigen Abgrund erblickst, stockt dir für einen Moment der Atem. Auf der gesamten Kanzel findest du absichtlich kein einziges Geländer, denn die Norweger glauben, dass Menschen der Natur mit Respekt und gesundem Menschenverstand begegnen sollten. Nähere dich dem Rand daher mit größter Vorsicht – setz dich am besten ein Stück davor hin oder leg dich auf den Bauch, um nach unten zu schauen.
Das Wetter kann sich hier oben innerhalb weniger Minuten ändern, und eine starke Windböe auf dem offenen Plateau kann unangenehm überraschen. Besonders vorsichtig solltest du sein, wenn du mit Kindern reist oder wenn es an den Vortagen geregnet hat und der kahle Fels unangenehm rutschig ist. Manchmal hüllt auch dichter Nebel den Fjord ein – in diesem Fall lohnt es sich, einen Moment zu warten, denn die Wolken reißen oft schnell wieder auf.

6. Bootstour auf dem Lysefjord unterhalb der Kanzel
Das Erlebnis Kanzel muss nicht zwangsläufig nur mit dem Blick von oben enden, denn eine sehr beliebte Aktivität ist die Erkundung des Fjords vom Wasser aus. Die Panoramafahrten starten meist von Stavanger oder vom nahen Forsand und fahren direkt unter dieser gewaltigen Felswand hindurch. Erst vom Deck des Schiffes aus, wenn du den Kopf ganz nach hinten legst, begreifst du den irren Maßstab und die Majestät des 604 Meter hohen Massivs voll und ganz.
Der Preis für die zwei- bis dreistündige Fahrt liegt bei etwa 500 NOK (rund 44 €) pro Person, und die Tickets sicherst du dir leicht im Voraus über GetYourGuide. Unterwegs siehst du außerdem Wasserfälle, die direkt in den Fjord stürzen, Robben, die sich auf den Felsen sonnen, sowie die berühmte hölzerne Treppe in Flørli. 💡 Tipp: Wenn du mehr Zeit hast, kannst du eine morgendliche Bootstour mit einem nachmittäglichen Aufstieg auf den Felsen verbinden.

7. Was du für die Bergwanderung einpacken solltest
Auch wenn es sich nicht um extremes Bergsteigen handelt, erspart dir die richtige Ausrüstung jede Menge Ärger und potenzielle Blasen. Die Basis sind gute Wanderschuhe mit fester Sohle, denn das Gelände ist voller scharfer Steine und manchmal musst du kleinere Bäche oder matschige Stellen überspringen. Lass die Sneaker für die Stadt wirklich im Hotelzimmer, sonst riskierst du eine unangenehme Knöchelverletzung.
Ebenso wichtig ist das Zwiebelprinzip beim Anziehen, denn oben auf dem Plateau weht selbst an den wärmsten Sommertagen meist ein starker und kalter Wind. Pack immer eine wasserdichte Jacke und eine wärmende Zwischenschicht in den Rucksack, auch wenn am Parkplatz die Sonne scheint und es warm ist. Vergiss außerdem nicht ausreichend Trinkwasser, einen kräftigen Snack zum Auftanken und außerhalb der Hauptsaison immer eine funktionierende Stirnlampe.
Wohin von der Region Preikestolen aus weiter
Wenn du weitere Schönheiten dieses nordischen Landes erkunden möchtest, hast du vom Lysefjord aus eine hervorragende Ausgangsposition für weitere großartige Roadtrips. Schau dir unsere weiteren Artikel voller Tipps an, wie du deinen Urlaub im hohen Norden in vollen Zügen genießt.
- Norwegen: 50 Tipps, was du sehen solltest
- Stavanger – das Tor zum Preikestolen
- Trolltunga – der Aufstieg zur Trollzunge
- Norwegens Fjorde – ein Guide
Häufig gestellte Fragen
Wie anspruchsvoll ist der Aufstieg zum Preikestolen?
Der Trek zählt zu den mittelschweren Bergtouren und kann auch von Personen mit durchschnittlicher körperlicher Kondition bewältigt werden. Die Strecke hin und zurück misst insgesamt 8 Kilometer und dabei überwindet man etwa 500 Höhenmeter im Aufstieg. Es erwarten euch keine technischen oder Kletterpassagen, aber der Weg über Steinstufen kann den Knien ganz schön zusetzen.
Wie lange dauert der Aufstieg?
Für die meisten Ausflügler dauert die gesamte Strecke etwa 4 Stunden gemütliches Gehen hin und zurück, wenn man die Zeit für’s Fotografieren auf dem Gipfel selbst nicht mitrechnet. Geübtere Wanderer schaffen den Weg nach oben in eineinhalb Stunden, aber ich empfehle auf jeden Fall, sich nicht zu beeilen und genügend Zeitpuffer für Pausen und zum Genießen der Landschaft einzuplanen.
Wo kann man parken und was kostet es?
Die offiziellen Parkplätze P1 und P2 befinden sich direkt am Beginn der Wanderroute und das System funktioniert hier auf Basis der Kennzeichenerkennung. Ein Tagesticket kostet euch etwa 250 bis 300 NOK, wobei ihr die Zahlung bequem per Karte am Automaten vor der Abfahrt vornehmt. Im Sommer ist es unbedingt notwendig, wirklich früh am Morgen anzureisen, damit noch ein freier Platz für euch übrig ist.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Kanzel?
Ideale Bedingungen bietet die Hauptsaison von Mai bis Ende September, wenn auf der Route kein Schnee liegt und die Tage sehr lang sind. Während der Sommermonate ist es am besten, gleich früh morgens oder am späten Nachmittag aufzubrechen, um den größten Menschenmassen auszuweichen. Im Winter darf man den Felsen nur in Begleitung eines zertifizierten Führers besteigen.
Kann man den Preikestolen mit Kindern besteigen?
Ja, Familien mit Kindern bewältigen diese Route normalerweise, sofern die kleinen Wanderer an längere Märsche und Anstiege im Gelände gewöhnt sind. Die größte Vorsicht ist jedoch oben auf dem Plateau selbst geboten, da es hier absolut kein Schutzgeländer gibt und die Kante senkrecht nach unten abfällt. Haltet die Kinder ständig unter strenger Aufsicht und lasst sie nicht an den Rand.
Ist Preikestolen oder Trolltunga besser?
Preikestolen ist die deutlich zugänglichere Variante, der Aufstieg dauert nur etwa 4 Stunden und bietet eine fantastische Belohnung für relativ wenig Aufwand. Die Tour zur Trolltunga hingegen ist ein extrem anspruchsvoller Ganztages-Trek über 28 Kilometer, der eine hervorragende Kondition und eine deutlich bessere Vorbereitung erfordert. Wenn ihr nur Zeit für einen kürzeren Ausflug habt, ist die Preikestolen die klare Wahl.
Wie kommt man von Stavanger zum Ausgangspunkt der Wanderung?
Die schnellste Variante ist die Fahrt mit einem Mietwagen, die knapp eine Stunde dauert und durch den Unterseetunnel Ryfylke führt. Falls ihr kein Auto habt, könnt ihr spezielle Touristen-Packages nutzen, die eine Fahrt mit Bus und Fähre kombinieren und euch direkt zum Parkplatz am Ausgangspunkt der Route bringen.
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