Vesterålen, Norwegen: 6 Tipps, was man sehen und erleben kann

Wenn du eine Reise nach Nordnorwegen planst und atemberaubende Natur suchst, hast du sicher schon von den berühmten Lofoten gehört. Direkt nördlich davon liegt jedoch die Inselgruppe Vesterålen in Norwegen, die eine sehr ähnliche, dramatische Landschaft bietet – mit einem riesigen Unterschied. Während die benachbarten Inseln im Sommer unter dem Touristenansturm aus allen Nähten platzen, findest du hier die ersehnte Ruhe und eine viel authentischere nordische Atmosphäre ohne endlose Wohnmobilkolonnen.

Diese grünere und etwas weniger bergige Region ist ein wahres Paradies für Wildtierfreunde, denn von hier aus starten die besten Walsafaris in ganz Europa. Du kannst hier das ganze Jahr über majestätische Pottwale beobachten, und in den Wintermonaten füllen sich die Buchten mit Orcas, die hier riesigen Heringsschwärmen folgen. Neben den Walen erwarten dich malerische Fischerdörfer, weiße Sandstrände und faszinierende Vogelfelsen voller niedlicher Papageientaucher.

Der größte Vorteil: Beide Regionen lassen sich während eines einzigen Urlaubs ganz leicht verbinden, da sie dank eines Systems aus Brücken und Tunneln nahtlos ineinander übergehen. Ich habe für dich einen ausführlichen Reiseführer vorbereitet, in dem wir uns das Spannendste ansehen, was man auf den Vesterålen sehen und erleben kann – damit du deine Norwegen-Reise genau nach deinen Vorstellungen und mit Blick auf die geschätzten Preise für 2026 planen kannst.

Zusammenfassung

  • Ruhigere Alternative: Die Vesterålen liegen nördlich der Lofoten und bieten eine ähnlich schöne Landschaft mit minimalem Tourismus.
  • Wal-Hauptstadt: Das Städtchen Andenes ist der Ausgangspunkt für die Beobachtung von Pottwalen und Orcas.
  • Vogelinseln: Beim Dorf Bleik findest du Felsen, an denen Tausende niedliche Papageientaucher nisten.
  • Panoramastraße: Die Norwegische Landschaftsroute Andøya gehört zu den schönsten Straßen Norwegens.
  • Verlassene Geschichte: Das Dorf Nyksund war einst völlig verlassen, heute ist es ein faszinierendes Künstlerzentrum.
  • Einfache Verbindung: Nach Süden gelangst du über die Straße E10 direkt zu den Lofoten, nach Norden fährt im Sommer eine Fähre zur Insel Senja.
Das verlassene und wiederbelebte Dorf Nyksund
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Wann sollte man auf die Vesterålen reisen

Die Planung einer Reise hinter den Polarkreis hängt immer davon ab, was du genau erleben möchtest, denn jede Jahreszeit bietet hier ein völlig anderes Schauspiel. Wenn dein Hauptziel Wandern und das Beobachten von Papageientauchern ist, ist der norwegische Sommer die ideale Zeit – also die Monate von Juni bis Ende August. Im Sommer erlebst du außerdem die faszinierende Mitternachtssonne, die auf den Vesterålen etwa von Ende Mai bis Mitte Juli dauert: Das Licht verschwindet nie, und du kannst die Landschaft auch um zwei Uhr morgens bei vollem Sonnenschein entdecken. Die Sommertemperaturen liegen meist zwischen zehn und fünfzehn Grad Celsius, daher lohnt es sich auch im Juli, gute Schichten und eine wasserdichte Jacke einzupacken.

Für alle, die von einer Begegnung mit Orcas oder Buckelwalen träumen, ist hingegen die Wintersaison die beste Wahl – typischerweise von November bis Ende Januar. In dieser Zeit ziehen riesige Heringsschwärme in die hiesigen Fjorde, denen diese Meeresjäger zielsicher folgen, sodass die Chance, sie zu sehen, von Bord eines Bootes riesig ist. Die Wintermonate bringen zwar von Ende November bis Mitte Januar die Dunkelheit der Polarnacht, doch zur Belohnung hast du eine große Chance, die magischen Nordlichter zu beobachten. Dank des Einflusses des Golfstroms sind die Winter hier längst nicht so streng wie im Landesinneren, und die Temperaturen halten sich an der Küste überraschend oft nur um den Gefrierpunkt.

Die Frühlings- und Herbstmonate sind wegen häufiger Regenfälle und starker Winde oft tückisch, aber wenn du eine melancholische Atmosphäre magst und es dir nichts ausmacht, gelegentlich nass zu werden, belohnen dich leere Straßen. Rechne jedoch damit, dass viele touristische Angebote und kleinere Cafés außerhalb der Haupt-Sommer- und Wintersaison ihre Öffnungszeiten einschränken, sodass du die Reise etwas sorgfältiger planen musst. Der Herbst färbt die niedrige Vegetation hier dafür in herrliche Rot- und Goldtöne, was geradezu traumhafte Bedingungen zum Fotografieren der nordischen Landschaft schafft.

Wo man auf den Vesterålen übernachten kann

Die Inselgruppe ist recht weitläufig, daher ist es strategisch klug, die Unterkunft danach auszuwählen, was du an den jeweiligen Tagen vorhast, damit du keine Stunden im Auto verbringst. Wenn dein Hauptziel die Walbeobachtung und die Erkundung des Nordens ist, ist das Städtchen Andenes die ideale Basis, von wo aus die meisten Ausflugsboote ablegen und wo du die gesamte Infrastruktur findest. Hier empfehle ich wärmstens das beliebte Thon Hotel Andrikken, das wirklich reichhaltige Frühstücke bietet und in bequemer Gehweite vom Hafen und dem Walzentrum liegt. Die Preise pro Nacht für zwei Personen liegen hier in der Sommersaison bei etwa 160 bis 220 €.

Für Liebhaber von Geschichte und dramatischer Atmosphäre ist eine Übernachtung im wiederbelebten Dorf Nyksund ein absolut einzigartiges Erlebnis, zu dem eine abenteuerliche Schotterstraße führt. Hier bietet sich die zauberhafte Unterkunft Nyksund Ekspedisjonen an, die in historischen Gebäuden direkt am Wasser untergebracht ist und dich mit der unverfälschten Atmosphäre alter Fischerzeiten umweht. Es ist ein überaus ruhiger Ort, an dem du morgens nur das Schreien der Möwen und das Plätschern der Wellen an den Holzpfeilern hörst, was ihn zu einem sehr romantischen Halt für Paare macht. Ich empfehle, abends ins örtliche Restaurant zu gehen und die ausgezeichnete vegetarische Pizza oder die warme Käsesuppe zu probieren, die dich nach einem Tag draußen wunderbar aufwärmt.

Wenn du hingegen einen praktischen Ausgangspunkt irgendwo in der Mitte suchst, von dem aus du leicht Ausflüge in alle Richtungen unternehmen kannst, eignet sich die Stadt Stokmarknes oder das nahe Sortland hervorragend. In Stokmarknes findest du das moderne Vesterålen Kysthotell, das allen Komfort und eine ausgezeichnete Ausstattung bietet und bestens an die Hauptverkehrsadern der gesamten Region angebunden ist. Egal, für welchen Ort oder welches typische rote Fischerhäuschen namens Rorbu du dich entscheidest – buche die Unterkunft für die Sommermonate mit großem Vorlauf über Booking, denn die Kapazitäten im Norden Norwegens sind sehr begrenzt und die besten Angebote sind schon im Frühling weg. Schau dir die aktuellen Angebote auf Booking.com an.

6 Tipps, was man auf den Vesterålen sehen und erleben kann

Nordnorwegen ist ein riesiger Spielplatz für Naturliebhaber, und die Inselgruppe Vesterålen bildet da keine Ausnahme – nur hast du hier viel mehr Platz für dich. Von der Beobachtung riesiger Wale bis zur Fahrt entlang der Felsen findest du hier Erlebnisse, die dir ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Werfen wir einen Blick auf die sechs konkreten Orte und Aktivitäten, die in deinem Reiseplan auf keinen Fall fehlen sollten.

Walsafari von Andenes
Foto: Buiobuione / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

1. Walsafari von Andenes

Wenn es einen Hauptgrund gibt, warum Menschen in den äußersten Norden der Vesterålen reisen, dann ist es zweifellos das Whale Watching, das hier Weltniveau hat und kaum Konkurrenz findet. Das Städtchen Andenes liegt auf der Insel Andøya ganz nah am Rand des Kontinentalschelfs, wo der Meeresboden steil in enorme Tiefen abfällt und ideale Bedingungen schafft für Tiefseewale. Genau hierher kommen das ganze Jahr über riesige Pottwal-Männchen, um sich in den tiefen Schluchten unter der Oberfläche von Kalmaren zu ernähren, was eine fast hundertprozentige Erfolgsquote bei der Suche garantiert.

Die meisten Touren beginnen mit einem etwa einstündigen Besuch des Museums im örtlichen Walzentrum Hvalsenteret, wo dich Meeresbiologen detailliert mit dem Leben dieser Säugetiere vertraut machen, bevor du überhaupt an Bord gehst. Die Fahrt selbst dauert in der Regel zwei bis vier Stunden und ist recht schaukelig, da du bald die geschützten Fjorde verlässt und dich auf den offenen Ozean begibst – vergiss also nicht, rechtzeitig Tabletten gegen Seekrankheit einzunehmen. Ein Vorteil der organisierten Touren ist die sogenannte Walgarantie, dank der du ein kostenloses Ticket für eine weitere Fahrt erhältst, falls sich die Tiere ausnahmsweise nicht zeigen sollten.

In den Wintermonaten verlagert sich der Fokus zudem tiefer in die Fjorde, wohin den riesigen Heringsschwärmen Hunderte Orcas und majestätische Buckelwale folgen. Mit eigenen Augen zu sehen, wie diese intelligenten Jäger inmitten verschneiter Berge gemeinsam jagen, ist ein absolut unvergessliches Erlebnis. Die Touren sind schnell ausverkauft, daher solltest du sie immer rechtzeitig über Plattformen wie GetYourGuide buchen; für 2026 kannst du mit einem Preis von etwa 130 € pro Person rechnen.

Norwegische Landschaftsroute Andøya
Foto: Wolfgang Hägele / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

2. Norwegische Landschaftsroute Andøya

Norwegen ist berühmt für seine landschaftlich reizvollen Straßen, und der Abschnitt entlang der Westküste der Insel Andøya gehört zu den achtzehn offiziellen Norwegischen Landschaftsrouten, die du befahren musst. Diese etwa achtundfünfzig Kilometer lange Strecke verbindet das Dörfchen Bjørnskinn mit dem Städtchen Andenes im Norden und bietet absolut atemberaubende Ausblicke auf das Europäische Nordmeer, schneeweiße Sandstrände und steile Felsberge. Die Fahrt hier entlang ist schon für sich genommen ein riesiges Erlebnis, und es lohnt sich definitiv, ruhig einen halben Tag dafür einzuplanen, denn du wirst ständig anhalten und die Kulissen fotografieren wollen.

Unterwegs fällt dir der wunderbare Kontrast zwischen den rauen, mit Moos bewachsenen Felsen und dem türkisfarbenen Wasser auf, das an sonnigen Tagen oft eher an die Karibik als an eine Region hinter dem Polarkreis erinnert. Die Route ist zudem mit einzigartigen architektonischen Rastplätzen gespickt, wie etwa dem berühmten Aussichtspunkt Kleivodden oder der atemberaubenden Felsformation Bukkekjerka, die in der Vergangenheit als heilige Opferstätte der einheimischen Samen diente. Von diesen Aussichtspunkten kannst du bei klarem Wetter bis zu den scharfen, gezackten Gipfeln der benachbarten Insel Senja am Horizont blicken.

💡 Tipp: Die Straße ist stellenweise recht schmal, und oft begegnest du hier Schafen, die gerne direkt am Asphalt grasen oder sich darauf in aller Ruhe sonnen. Fahre daher sehr vorsichtig, hetze nicht und vergiss nicht, dir für unterwegs einen guten Kaffee und vielleicht eine süße Zimtschnecke aus der örtlichen Bäckerei einzupacken, denn entlang dieser Route findest du nicht viele Möglichkeiten zur Verpflegung.

Vogelinsel Bleiksøya und Papageientaucher
Foto: Dirk-Jan van Roest / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

3. Vogelinsel Bleiksøya und Papageientaucher

Nur ein kleines Stück vom Städtchen Andenes entfernt liegen ein langer weißer Sandstrand und das malerische Fischerdorf Bleik, von dem aus du einen herrlichen Blick auf die ikonische kegelförmige Insel Bleiksøya hast. Dieses unbewohnte Felsgebilde, das aus dem Ozean ragt, ist einer der bekanntesten Vogelfelsen in ganz Nordnorwegen und wird jeden Sommer zur sicheren Heimat für eine überwältigende Zahl an Meeresvögeln. Insgesamt nisten hier Zehntausende, doch die mit Abstand größte Attraktion sind zweifellos die bunten Papageientaucher, die hier in den steilen Grashängen ihre Höhlen graben.

In den Sommermonaten, genauer von Anfang Juni bis Mitte August, werden vom kleinen Hafen in Bleik aus beliebte Vogelsafaris veranstaltet, die dich mit kleineren Booten direkt unter die steilen Felsen bringen. Diese kleinen Vögel mit komisch großen, bunten Schnäbeln sind in der Luft überraschend ungeschickt, verwandeln sich unter Wasser aber in unglaublich flinke Jäger – das kannst du während der etwa eineinhalbstündigen Fahrt beobachten. Die Bootstour kostet einen Erwachsenen ungefähr 70 € und oft siehst du dabei auch kreisende Seeadler, die regelmäßig Jagdausflüge in die Papageientaucher-Kolonien unternehmen.

Der Strand Bleikstranda selbst ist ebenfalls einen langen Spaziergang wert, ganz besonders, wenn du dich hier zur Zeit der sommerlichen Mitternachtssonne befindest, wenn sich der Nachthimmel in unglaubliche Pastelltöne färbt. Das Wasser ist hier zwar auch im August recht eisig und lädt nur die Abgehärtetsten zum Baden ein, aber Fotos des weißen Sandes im Kontrast zu den sattgrünen Bergen werden eine absolute Zierde deines Reisealbums sein.

Dorf Nyksund
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Wo man auf den Vesterålen übernachten kann
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4. Das verlassene und wiederbelebte Dorf Nyksund

Die Geschichte der Siedlung Nyksund klingt ein wenig wie das melancholische Drehbuch zu einem nordischen Film, und du solltest sie auf keinen Fall verpassen, wenn du abgelegene Orte mit einer starken Geschichte magst. An der Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert war dies eines der wichtigsten und geschäftigsten Fischerdörfer der Region, doch mit dem Aufkommen großer moderner Schiffe, für die der hiesige Hafen zu seicht war, begann der allmähliche Niedergang. In den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verließen die allerletzten Bewohner den Ort, und Nyksund verwandelte sich in eine verfallende Geisterstadt, ausgeliefert den erbarmungslosen Winterstürmen.

Die Wende kam Ende der achtziger Jahre, als diesen düsteren und verlassenen Ort Künstler, Studenten und Abenteurer aus verschiedenen Ecken Europas entdeckten, die hier mit vereinten Kräften begannen, die alten Häuser nach und nach zu reparieren. Heute ist Nyksund eine faszinierende, lebendige Siedlung, in der du gemütliche Cafés, Kunstgalerien und die ursprünglichen bunten Holzhäuser findest, die behutsam zu ihrer einstigen Schönheit restauriert wurden. Die Atmosphäre ist hier absolut einzigartig: Sie mischt das Gefühl perfekter Isolation am Ende der Welt mit der sehr freundlichen und kreativen Energie der ortsansässigen Bewohner.

Schon der Weg ins Dorf von der nahen Stadt Myre aus ist ein großes Abenteuer, denn dorthin führt eine schmale und kurvige Schotterstraße, die sich dicht an den steilen Felsen über dem tiefen Ozean entlangwindet. Plane für die Fahrt genug Zeit ein und belohne dich nach der Ankunft mit einem Besuch im örtlichen Bistro, wo es großartige vegetarische Sandwiches, dicke Gemüsesuppen und ausgezeichneten Kaffee gibt, den du mit Blick auf den alten Hafen genießen kannst.

Fischerdorf Stø und die Dronningruta
Foto: Ian Cochrane from Melbourne, Australia / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

5. Fischerdorf Stø und die Dronningruta

Während Nyksund heute eher eine künstlerische und touristische Rarität ist, ist das nahe gelegene Dorf Stø an der Nordspitze der Insel Langøya noch immer ein aktiver und sehr geschäftiger Fischerhafen. Genau hier kannst du aus nächster Nähe das authentische Leben im hohen Norden beobachten, wo der Alltagsrhythmus der Einheimischen fest mit dem Meer und dem Wetter verbunden ist. In der Wintersaison kommen hierher Boote voll beladen mit arktischem Kabeljau, und du kannst den faszinierenden Prozess seiner Verarbeitung sowie das traditionelle Trocknen auf riesigen, über die Küste verteilten Holzgestellen beobachten.

Von Stø aus legen im Sommer auch kleinere Boote zur Beobachtung von Walen und Robben ab, was eine großartige, intimere Alternative zum viel ausgelasteteren und bekannteren Hafen in Andenes darstellt. Genau hier beginnt auch das andere Ende des berühmten Wanderwegs Dronningruta, des Königinnenwegs, der Stø mit Nyksund verbindet und nach der norwegischen Königin Sonja benannt ist, die diese Route überaus liebgewann. Der gesamte Rundweg misst etwa fünfzehn Kilometer, nimmt fünf bis acht Stunden Gehzeit in Anspruch und belohnt dich mit unübertrefflichen Ausblicken auf gezackte Berggipfel, die senkrecht in die Tiefen des Ozeans abfallen.

💡 Tipp: Die Route kombiniert das Gehen entlang der Küste mit einem recht steilen Anstieg auf den Bergkamm und erfordert daher eine sehr gute körperliche Verfassung und gutes Schuhwerk. Wenn du in der Umgebung wandern gehst, packe dir immer genug warme Schichten ein, denn das Wetter an der Küste der Vesterålen kann innerhalb weniger Minuten von strahlendem Sonnenschein in peitschenden Regen umschlagen.

Hurtigruten-Museum in Stokmarknes
Foto: Sandwort / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

6. Hurtigruten-Museum in Stokmarknes

Wenn dich die Seefahrtsgeschichte interessiert und du verstehen möchtest, wie Norwegen es geschafft hat, seine abgelegenen nördlichen Gemeinden zu verbinden, darfst du das Städtchen Stokmarknes nicht verpassen. Denn genau hier entstand 1893 dank des Visionärs Richard With die Idee des Küstenexpresses Hurtigruten, der bis heute die lebenswichtige Verbindung entlang der zerklüfteten norwegischen Küste sicherstellt. Die Schiffe dieser ikonischen Reederei transportieren täglich Post, wichtige Fracht und Touristen auf der langen Strecke von Bergen im Süden bis zum fernen Kirkenes an der russischen Grenze.

Die Hauptattraktion der Stadt ist das wunderbar gestaltete Hurtigruten-Museum, dessen zentrales und absolut unübersehbares Exponat das riesige historische Schiff MS Finnmarken aus dem Jahr 1956 ist, das komplett an Land gezogen und in ein riesiges Glasgebäude eingehaust wurde. Besucher können für einen Eintritt von knapp 18 € frei über alle Decks spazieren, einen Blick in die ursprünglichen schmalen Kabinen werfen, den erhaltenen Maschinenraum erkunden oder sich in die eleganten Retro-Salons aus den fünfziger Jahren setzen. Es ist ein überaus interaktives Erlebnis, das dich perfekt und sehr realistisch in die goldene Ära des Seereisens versetzt.

Neben dem Schiff selbst bietet das Museum fesselnde Ausstellungen über die harten Bedingungen, denen die ersten Seeleute bei der Navigation durch gefährliche Winterstürme ohne moderne Radargeräte trotzen mussten. Ein Besuch dieses atemberaubenden Ortes vermittelt dir einen viel tieferen Kontext dafür, wie unglaublich widerstandsfähig die Bewohner Nordnorwegens seit jeher sein mussten, um in einer so schönen, aber extrem unwirtlichen Umgebung zu überleben und zu gedeihen.

Wohin von den Vesterålen aus weiter

Der logistische Vorteil dieser Inselgruppe besteht darin, dass sie eine Art Brücke zwischen zwei weiteren wunderschönen norwegischen Regionen bildet, sodass sie sich geradezu für einen längeren Roadtrip anbietet. Wenn du der Hauptstraße E10 in Richtung Süden folgst, überquerst du in knapp zwei Stunden Fahrt nahtlos die architektonisch interessanten Brücken bei Fiskebøl direkt zu den berühmten Lofoten. Dort erwarten dich die ikonischen roten Fischerhütten und noch dramatischere Berggipfel, über die du in unserem großen Lofoten-Reiseführer lesen kannst.

Wenn du hingegen in den äußersten Norden der Vesterålen zum Hafen Andenes fährst, eröffnet sich dir der Weg zur wilden Insel Senja, die oft als Norwegen im Miniaturformat bezeichnet wird. In der Sommersaison fährt von hier nämlich eine direkte Fähre ins Dorf Gryllefjord auf Senja, wodurch du dir eine riesige Portion Kilometer am Steuer über das Festland sparst. Senja ist noch weniger entdeckt als die Vesterålen, bietet brutal steile Berge, die ins Meer fallen, und großartige Bedingungen zum Campen, wie wir ausführlicher im Artikel über Senja beschreiben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen den Lofoten und den Vesterålen?

Während die Lofoten für ihre schroffen, spitzen Berge berühmt sind, die direkt aus dem Meer aufragen, sind die Vesterålen insgesamt grüner, sanfter und verfügen über mehr Strände sowie landwirtschaftlich genutztes Land. Der Hauptunterschied liegt jedoch in der Anzahl der Touristen, die auf den Vesterålen selbst in der Hochsaison im Sommer deutlich geringer ist, was sie zu einem wesentlich authentischeren und ruhigeren Reiseziel für euren Urlaub macht.

Was kostet eine Walsafari und muss ich im Voraus buchen?

Die Preise für eine Walsafari ab Andenes liegen für das Jahr 2026 bei etwa 1.300 bis 1.500 norwegischen Kronen pro Erwachsenem, abhängig vom Bootstyp und der Gesamtdauer des Ausflugs. Eine Reservierung im Voraus, idealerweise online und bereits mehrere Monate im Vorfeld, ist absolut unerlässlich, da die Kapazität der Boote streng begrenzt ist und sie in der Saison hoffnungslos ausgebucht sind.

Wann habe ich die größte Chance, Orcas zu sehen?

Im Gegensatz zu den mächtigen Buckelwalen, die sich ganzjährig bei Andenes aufhalten, kommen Schwertwale und Finnwale nur in den Wintermonaten auf Nahrungssuche hierher. Die beste Chance, sie zu beobachten, besteht von November bis Ende Januar, wenn riesige Schwärme überwinternder Heringe in die Fjorde ziehen, was für diese faszinierenden intelligenten Wale ein außerordentlich reichhaltiges und begehrtes Festmahl darstellt.

Wie komme ich am einfachsten auf die Inselgruppe?

Wenn ihr mit dem Auto anreist, ist der einfachste Zugang über die landschaftlich reizvolle Straße E10, die die Vesterålen über eine Reihe kostenloser Brücken mit dem norwegischen Festland und den benachbarten Lofoten verbindet. Ihr könnt auch die lokalen Flughäfen in Stokmarknes oder Andenes nutzen, die von Inlandsflügen von bekannten Drehkreuzen wie Oslo und Tromsø angeflogen werden, oder die ikonischen Schiffe der Gesellschaft Hurtigruten legen hier regelmäßig an.

Kann ich beide Inselgruppen (Lofoten und Vesterålen) während einer Reise bereisen?

Ja, das ist eine sehr beliebte und logistisch einfache Kombination, da beide Gebiete direkt aneinander grenzen und ihr für die Überfahrt keine kostenpflichtigen Fähren benötigt. Ich empfehle euch, für einen solchen nordischen Roadtrip mindestens zehn bis vierzehn Tage einzuplanen, damit ihr genügend Zeit für Transfers, Wanderungen und unvorhergesehene Planänderungen aufgrund des typisch wechselhaften arktischen Wetters habt.

Brauche ich ein eigenes Auto, um mich auf den Inseln fortzubewegen?

Obwohl es hier einen grundlegenden Busverkehr gibt, ist ein Mietwagen absolut notwendig, um die Naturschönheiten und abgelegenen Dörfer wirklich zu erkunden. Die Busse fahren relativ selten, an Wochenenden ist der Betrieb noch eingeschränkter, und ein Auto gibt euch absolute Freiheit, an jedem verlockenden Aussichtspunkt oder Strand genau dann anzuhalten, wenn gerade die Sonne herauskommt.

Gibt es hier gute Bedingungen zum Wandern?

Die Inselgruppe bietet hunderte Kilometer hervorragend markierter Wanderwege aller erdenklichen Schwierigkeitsgrade, von einfachen Spaziergängen entlang strahlend weißer Strände bis hin zu technisch anspruchsvollen Aufstiegen auf exponierte Gipfel. Zu den bekanntesten und schönsten Trekkingtouren gehören die legendäre Dronningruta beim Dorf Stø oder der steile Aufstieg auf den Berg Måtinden, von dem sich absolut dramatische Ausblicke auf die zerklüfteten Klippen eröffnen, die ins eisige Meer abfallen.

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