Kuttenberg in Tschechien: 10 Tipps für die silberne UNESCO-Stadt 2026

Kuttenberg in Tschechien (tschechisch Kutná Hora) war im Mittelalter eine Stadt, die selbstbewusst mit Prag konkurrierte. Dank riesiger Silbervorkommen und der königlichen Münze, in der der berühmte Prager Groschen geprägt wurde, zählte sie zu den wichtigsten Städten des böhmischen Königreichs – und dieser Reichtum ist bis heute in ihren gepflasterten Gassen spürbar. Das Silberfieber lockte die besten Architekten und Handwerker ihrer Zeit an, die hier Denkmäler von Weltrang hinterlassen haben.

Heute reisen Menschen aus aller Welt an, um die majestätische Barbarakirche zu bewundern, die aus der Ferne an ein riesiges steinernes Zelt erinnert, oder das etwas schaurige Beinhaus voller menschlicher Schädel zu besichtigen. Der gesamte historische Kern ist zusammen mit dem nahe gelegenen Sedlec zu Recht in die UNESCO-Liste eingetragen und bildet die perfekte Kulisse für eine Wochenendflucht aus dem Alltag. Wenn du einen Ausflug planst und wissen möchtest, was man in Kuttenberg in Tschechien sehen sollte, bist du hier genau richtig.

Das Beste daran: Kuttenberg liegt nur einen Katzensprung von Prag entfernt und lässt sich als Tagesausflug bewältigen – doch glaub mir, die Stadt verdient deutlich mehr Zeit. Der angehäufte Silberreichtum brachte hier innerhalb weniger Jahrhunderte eine Gotik hervor, die in Böhmen ihresgleichen sucht, und dazu eines der bizarrsten Denkmäler des Landes. Ich verrate dir außerdem, wie du den größten Menschenmassen entgehst und wo du einen guten Kaffee bekommst.

Zusammenfassung: was man in Kuttenberg sehen sollte

  • Barbarakirche: das ikonische Bauwerk mit den typischen zeltförmigen Dächern und die Schutzpatronin aller Bergleute.
  • Beinhaus in Sedlec: ein faszinierendes Schauspiel, dekoriert mit den Knochen von Zehntausenden Opfern von Pest und Kriegen.
  • Welscher Hof: die ehemalige königliche Münze und der Ort, an dem der berühmte Prager Groschen das Licht der Welt erblickte.
  • Böhmisches Silbermuseum: ein abenteuerlicher Abstieg im traditionellen Bergmannskittel in ein dunkles mittelalterliches Bergwerk.
  • Jesuitenkolleg und Barbaragasse: eine wunderschöne Promenade voller barocker Statuen, die manchmal als die Karlsbrücke von Kuttenberg bezeichnet wird.
  • Kathedrale in Sedlec: Santinis Meisterwerk, das gotische Erhabenheit mit barocker Leichtigkeit verbindet.

Wann sollte man nach Kuttenberg reisen

Kuttenberg lohnt sich zu jeder Jahreszeit, doch um die Stadt im schönsten Licht zu erleben, sind Frühling und Herbst ideal. In diesen Monaten ist es meist angenehm warm für lange Spaziergänge durch die Barbaragasse, und gleichzeitig entgehst du dem größten sommerlichen Touristenansturm. Gerade die Sommerferien sind hinsichtlich der Besucherzahlen sehr anspruchsvoll, denn dann strömen Reisende aus aller Welt in die Stadt und vor den Hauptsehenswürdigkeiten können sich lange Schlangen bilden.

Wenn du dich für einen Sommerbesuch entscheidest, lohnt es sich, früh aufzustehen und die bekanntesten Attraktionen gleich am Morgen zu besichtigen – oder du hebst dir den Bummel durch das Zentrum für den späten Nachmittag auf, wenn die meisten Tagesausflügler bereits zurück nach Prag fahren. Die Wintermonate haben dagegen ihren ganz eigenen Zauber: Die verschneiten Dächer der Barbarakirche wirken unglaublich romantisch und in den Cafés ist es viel ruhiger. Rechne aber damit, dass einige kleinere Sehenswürdigkeiten oder Besichtigungsrundgänge außerhalb der Hauptsaison verkürzte Öffnungszeiten haben können.

Wo man in Kuttenberg übernachten kann

Da Kuttenberg ein sehr beliebtes Reiseziel ist, bietet es eine recht bunte Auswahl an Unterkünften – von gemütlichen Pensionen in historischen Häusern bis hin zu modernen Hotels. Die Preise pro Nacht schwanken je nach Saison, wobei es sich in den Sommermonaten und an Wochenenden empfiehlt, das Zimmer rechtzeitig zu reservieren. Wenn du mit dem Auto anreist, solltest du dich vorab unbedingt über die Parkmöglichkeiten informieren, denn in den engen Gassen des historischen Zentrums kann das mitunter zur echten Herausforderung werden.

Wenn du direkt im Zentrum übernachtest, kannst du morgens durch die leeren Gassen schlendern, noch bevor die ersten Züge voller Touristen ankommen. Ich habe für dich einige konkrete Hotels ausgewählt, die hervorragend bewertet sind und eine tolle Lage haben.

  • Für Design-Liebhaber: Boutique hotel Soukeníkův dům Kutná Hora befindet sich in einem wunderschön restaurierten Haus und verbindet historisches Flair mit sehr geschmackvoller, moderner Ausstattung.
  • Für Familien und praktische Reisende: Hotel U Kata Kutná Hora bietet sehr komfortable Annehmlichkeiten, geräumige Zimmer und eine strategische Lage, von der aus du überall schnell hinkommst.
  • Mit Blick auf die Geschichte: Hotel Barborský dvůr Kutná Hora ist die ideale Wahl für alle, die die schönsten Sehenswürdigkeiten buchstäblich vor der Nase haben möchten.
  • Klassiker mitten im Herzen der Stadt: LH Hotel Mědínek Old Town Kutná Hora liegt direkt am Palacký-Platz, sodass du mitten im Geschehen übernachtest und alle Cafés gleich um die Ecke hast.

Kuttenberg Sehenswürdigkeiten: was man sehen und erleben kann

Der historische Kern ist recht kompakt und einen Großteil der Sehenswürdigkeiten kannst du zu Fuß erkunden – nur für den Besuch von Sedlec lohnt es sich, mit dem örtlichen Bus oder der Bahn zu fahren, denn es liegt etwa drei Kilometer vom Zentrum entfernt. Ich habe für dich eine Liste mit zehn Orten zusammengestellt, die auf deiner Reiseroute auf keinen Fall fehlen sollten.

1. Die Barbarakirche

Die Barbarakirche ist zweifellos das bekannteste Bauwerk der ganzen Stadt und ihre Silhouette mit den charakteristischen drei zeltförmigen Dächern ist schon von Weitem zu sehen. Diese hoch- bis spätgotische Kathedrale ist der heiligen Barbara geweiht, die unter anderem als Schutzpatronin der Bergleute verehrt wird. Es waren die reichen Kuttenberger Bürger und Silberbergleute, die den Bau initiierten – sie wollten ein Werk schaffen, das der Prager Veitskathedrale in seiner Pracht ebenbürtig war und aller Welt die Unabhängigkeit und den Reichtum der Stadt vor Augen führte.

Der Bau begann 1388 und an seiner Gestalt wirkten berühmte Architekten mit: In der Bauhütte lösten sich nach und nach die Nachfolger von Peter Parler, Matěj Rejsek und später Benedikt Rejt ab, der die prächtigen Netzgewölbe entwarf. Interessant ist, dass durch das allmähliche Versiegen der Silberminen 1558 die Gelder ausgingen und der Bau für lange Jahrhunderte unterbrochen werden musste. Ihre heutige Gestalt und ihre Länge von rund siebzig Metern erhielt die Kirche erst beim puristischen Weiterbau in den Jahren 1884 bis 1905 unter der Leitung der Architekten Josef Mocker und Ludvík Lábler. Im Inneren werden dich die spätgotischen Fresken faszinieren, die ungewöhnlicherweise nicht nur biblische Szenen zeigen, sondern auch die tägliche Arbeit der Bergleute und Münzpräger detailgetreu festhalten.

2. Barbaragasse und Jesuitenkolleg

Wenn du dich in Richtung Barbarakirche aufmachst, führen dich deine Schritte fast sicher über die Barbaragasse. Diese breite Promenade mit steinerner Terrasse wird auf der einen Seite vom tiefen Tal des Flüsschens Vrchlice gesäumt und auf der anderen Seite von einem monumentalen Gebäude – deshalb wird sie mit einer gewissen Übertreibung manchmal als die Karlsbrücke von Kuttenberg bezeichnet. Die Terrasse ziert eine beeindruckende Reihe von dreizehn barocken Heiligenstatuen, die der Jesuitenbildhauer František Baugut zwischen etwa 1709 und 1716 schuf, und ein Spaziergang hier gehört zu den allerromantischsten Erlebnissen der Stadt.

Die gesamte Gasse wird optisch vom mächtigen frühbarocken Jesuitenkolleg beherrscht, dessen Grundstein 1667 nach einem Entwurf des Architekten Domenico Orsi gelegt wurde; der gesamte Bau wurde erst einige Jahrzehnte später um 1750 vollendet. Ursprünglich diente es den Bedürfnissen des Jesuitenordens, später nutzte es die Armee, und heute beherbergen diese großzügigen historischen Räume die GASK, die Galerie der Mittelböhmischen Region. Es handelt sich um eine der größten und modernsten Galerien Tschechiens mit hervorragenden Ausstellungen bildender Kunst – und selbst wenn du kein großer Fan von Gemälden bist, sind die restaurierten Innenräume des Kollegs allein schon sehenswert.

3. Das Beinhaus in Sedlec

Wir begeben uns für einen Moment in den Randbezirk Sedlec, wo sich ein Denkmal befindet, bei dem es vielen Menschen kalt den Rücken herunterläuft. Die Friedhofskirche Allerheiligen verbirgt in ihrem Untergeschoss ein Beinhaus, dessen Ausschmückung aus den Überresten von etwa vierzigtausend Menschen besteht. Die meisten von ihnen starben während der verheerenden Pestepidemie von 1318 und später während der grausamen Hussitenkriege. Der örtliche Friedhof war seit dem Mittelalter ein äußerst begehrter Ort der letzten Ruhe, denn Abt Heinrich soll 1278 eine Handvoll geweihte Erde direkt vom Jerusalemer Golgatha hierhergebracht und über der Umgebung verstreut haben.

Die heutige, faszinierende und zugleich etwas bizarre Gestalt des Inneren schuf erst 1870 der begabte Holzschnitzer František Rint. Er desinfizierte die Knochen, bleichte sie mit Chlorkalk und fügte sie zu unglaublichen Gebilden zusammen. Zu sehen sind hier riesige Kelche, Kreuze, Schädelpyramiden und sogar ein kunstvolles Schwarzenberg-Wappen. Die größte Aufmerksamkeit zieht aber traditionell der massive Kronleuchter auf sich, der von der Decke hängt und der Überlieferung nach absolut alle Knochen des menschlichen Körpers enthalten soll. Der Ort hat eine sehr besondere, andächtige Atmosphäre und wird dich zwangsläufig über die Vergänglichkeit des Lebens nachdenken lassen.

4. Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt in Sedlec

Nur wenige Schritte vom Beinhaus entfernt befindet sich ein weiteres architektonisches Wunder, das auszulassen ein großer Fehler wäre. Die ehemalige Konventkirche gehört zum ältesten Zisterzienserkloster Böhmens, das hier bereits 1142 gegründet wurde. Die ursprüngliche gotische Kathedrale entstand etwa zwischen 1280 und 1320 und war der erste Bau vom Kathedraltyp auf unserem Gebiet – leider wurde sie später von den Hussitenheeren schwer verwüstet und lag lange Jahre in Trümmern.

Ihre Wiedergeburt kam erst zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts, als sich der geniale Architekt Jan Blažej Santini-Aichel der Wiederherstellung annahm. In den Jahren 1700 bis 1708 verlieh er dem zerstörten Gebäude eine völlig einzigartige Gestalt im Stil der sogenannten Barockgotik. Santini gelang es meisterhaft, die ursprüngliche gotische Schlankheit und Monumentalität mit leichten, hellen barocken Elementen zu verbinden – er schuf eine atemberaubende freitragende Wendeltreppe und durchflutete den gesamten Innenraum mit Licht. Der Bau ist beachtliche 87 Meter lang und gemeinsam mit dem historischen Kern von Kuttenberg stolz in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen.

5. Der Welsche Hof

Zurück im Zentrum kommen wir am Welschen Hof nicht vorbei – dem Ort, an dem buchstäblich die Wirtschaftsgeschichte des Landes geschrieben wurde. Die ursprünglich gotische Burg erfüllte die Rolle eines Königspalasts und vor allem der zentralen königlichen Münze, die König Wenzel II. im Rahmen seiner großen Münzreform 1300 hierher verlegte. Genau hier begann man, den berühmten Prager Groschen zu prägen, ein außerordentlich hochwertiges und anerkanntes Zahlungsmittel, und zur besseren Verwaltung des gesamten Bereichs wurde damals auch ein neues Bergrecht, das Ius regale montanorum, erlassen.

Der Name Welscher Hof leitet sich von den welschen, also italienischen Fachleuten und Münzmeistern ab, die der König aus Florenz herbeirief, um die Prägung zu überwachen und moderne Verfahren einzuführen. Wenn du an einer Führung teilnimmst, siehst du die wunderschöne königliche Kapelle des heiligen Wenzel und Wladislaw mit ihrer reichen Ausschmückung und wirfst einen Blick in die Räume, in denen das Silber verarbeitet wurde. Der Betrieb der Münze endete endgültig erst viel später, im Jahr 1727, und heute beherbergen diese historischen Räume das Rathaus sowie eine sehr interessante Ausstellung zur Geschichte des Münzwesens.

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6. Böhmisches Silbermuseum und das mittelalterliche Silberbergwerk

Für alle, die am eigenen Leib erleben möchten, wie die Arbeit der mittelalterlichen Bergleute aussah, ist der Besuch des Böhmischen Silbermuseums ein absolutes Muss. Das Museum residiert im schönen Gebäude der gotischen Burg Hrádek und bietet den Besuchern gleich zwei Besichtigungsrouten an. Die interessanteste trägt den Namen „Der Weg des Silbers“ und gehört zu den größten Anziehungspunkten der ganzen Stadt – reserviere dir die Tickets daher lieber rechtzeitig.

Vor dem eigentlichen Abstieg in den Untergrund bekommst du einen traditionellen weißen Bergmannskittel ausgehändigt, setzt einen Schutzhelm mit Lampe auf und machst dich dann auf den Weg ins Innere der Erde. Zugänglich sind rund zweihundertfünfzig Meter ursprünglicher mittelalterlicher Gänge, die stellenweise so eng und niedrig sind, dass du dich ordentlich ducken musst. Der Weg durch die feuchten und dunklen Stollen tief unter der Stadt ist wirklich ein intensives Erlebnis, bei dem dir voll bewusst wird, unter welch unglaublich harten Bedingungen die damaligen Arbeiter das Silbererz abbauten, dank dem die Stadt so reich wurde.

7. Die Jakobskirche

Beim Spaziergang durch das historische Zentrum wird dir sicher der hohe Turm auffallen, der das gesamte Panorama dominiert und als hervorragender Orientierungspunkt dient. Er gehört zur Jakobskirche, der ältesten Steinkirche im historischen Kern der Stadt. Dieser elegante gotische Bau entstand kurz nach 1300 und wurde vor allem von erfolgreichen Silberbergleuten finanziert.

Die ursprünglichen Baupläne sahen vor, dass die Kirche zwei prächtige Türme erhalten sollte, doch fertiggestellt wurde letztlich nur einer – der nördliche, der sich beachtliche achtzig Meter in die Höhe reckt. Der zweite Turm blieb leider unvollendet, und zwar wahrscheinlich deshalb, weil der geologische Untergrund in diesem Teil der Stadt durch mittelalterliche Schächte so stark unterhöhlt war, dass er das Gewicht eines weiteren massiven Turms schlicht nicht getragen hätte. Im Inneren der Kirche herrscht eine ruhige Atmosphäre und du kannst wertvolle Altäre sowie historische Kirchenbänke bewundern.

8. Das Steinhaus

Ein weiteres Juwel der spätgotischen Architektur, auf das du in den Gassen stößt, ist das sogenannte Steinhaus. Von außen fesselt dich auf den ersten Blick sein reich und sehr detailliert verzierter steinerner Giebel, den Fachleute als einen der schönsten seiner Art in ganz Böhmen betrachten. Diese meisterhafte steinmetzliche Ausschmückung voller Fialen, Krabben und Reliefs schuf aller Wahrscheinlichkeit nach der bekannte Meister Brikcí irgendwann um die Jahre 1485 bis 1499.

Das Haus ließ ein reicher Patrizier errichten, und heute ist das Gebäude Teil des Böhmischen Silbermuseums. Wenn du dich entscheidest, auch hineinzuschauen, erwartet dich eine sorgfältig vorbereitete Ausstellung über die bürgerliche Kultur und das alltägliche Leben der örtlichen Bewohner zu Zeiten des größten Ruhms der Stadt. Hier kannst du zeitgenössische Möbel, Keramik und Zunftgegenstände betrachten und dir ein klares Bild davon machen, in welchem Luxus die damaligen Patrizier lebten.

9. Der Steinbrunnen

In der reichen Bergbaustadt, deren Untergrund von hunderten Schächten durchbohrt war, entstand ein großes Problem mit dem Grundwasser, das oft die Bergwerke überflutete, während an der Oberfläche ein verzweifelter Mangel an sauberem Trinkwasser herrschte. Dieses Problem mussten die Ratsherren lösen, und so entstand am Rejsek-Platz ein gewaltiger spätgotischer zwölfeckiger Steinbrunnen, der aus den Jahren 1493 bis 1495 stammt.

Der Brunnen diente im Grunde als riesiges städtisches Wasserreservoir und Trinkwasserspeicher, in den das Wasser aufwendig über hölzerne Rohrleitungen von einer mehrere Kilometer entfernten Quelle herangeführt wurde. Seine Oberfläche ist unglaublich reich mit Maßwerk und Fialen verziert, und obwohl man lange etwas anderes vermutete, gilt heute als Urheber dieser wunderschönen steinmetzlichen Arbeit wohl der bereits erwähnte Meister Brikcí. Auch wenn der Brunnen heute seinem ursprünglichen Zweck nicht mehr dient, gehört er noch immer zu den meistfotografierten Orten im Zentrum.

10. Palacký-Platz und das Sankturin-Haus

Unsere Wanderung durch die Sehenswürdigkeiten beenden wir am Palacký-Platz, der als natürliches Herz des gesamten historischen Kerns fungiert. Rundherum findest du zahlreiche schöne Bürgerhäuser, Restaurantgärten und kleine Läden, in denen du Souvenirs kaufen kannst. Das markanteste Bauwerk ist hier zweifellos das Sankturin-Haus, das einen altertümlichen gotischen Kern besitzt, auch wenn seine heutige Fassade bereits barock ist. Heute befindet sich darin das zentrale Informationszentrum, sodass du dir hier Karten abholen oder Eintrittskarten kaufen kannst.

Ganz in der Nähe, in der engen Šultys-Gasse, triffst du dann auf eine schlanke barocke Pestsäule. Sie stammt aus den Jahren 1713 bis 1715 und wurde vom Bildhauer František Baugut als Dank und zum Gedenken an die Opfer einer weiteren grausamen Pestepidemie geschaffen. Die gesamte Umgebung des Platzes lädt geradezu dazu ein, einen Moment innezuhalten und den Genius Loci dieser außergewöhnlichen Stadt zu genießen.

💡 Tipp für Familien mit Kindern: Wenn du mit kleineren Kindern reist, die das lange Herumlaufen zwischen Sehenswürdigkeiten schnell ermüden könnte, geh mit ihnen unbedingt auf die Route mit dem Bergmannskittel im Silbermuseum – das Aufsetzen des Helms mit Taschenlampe ist für sie meist ein großes Abenteuer. Zur Erholung empfehle ich anschließend einen Spaziergang durch die wunderschönen Parks unterhalb des Welschen Hofs, wo es viel Platz zum Herumtoben gibt.

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Wo man in Kuttenberg essen kann

Nach dem langen Herumlaufen zwischen den Sehenswürdigkeiten bekommst du sicher Hunger, und die hiesigen Cafés und Restaurants lassen dich garantiert nicht darben. Ob du nur einen schnellen Kaffee-Stopp oder ein ordentliches Mittagessen suchst – in den engen Gassen triffst du auf zahlreiche gemütliche Lokale mit freundlicher Bedienung. Vor allem die Kaffeekultur hat hier in den letzten Jahren einen enormen Schritt nach vorn gemacht, und du findest hier Orte, für die man sich auch in Prag nicht schämen müsste.

Wenn du Lust auf Klassiker im historischen Gewand hast, loben die Einheimischen das Restaurant V Ruthardce, das sich auf traditionelle altböhmische Küche konzentriert und auch ein eigenes fleischloses Angebot bietet. Für einen tollen Kaffee und etwas Süßes solltest du ins Café Coffeehood gehen, wo hervorragender Spezialitätenkaffee zubereitet und hausgemachtes Gebäck – auch in glutenfreien Varianten – gebacken wird. Einen Besuch wert ist auch das Kafírnictví, ein Café verbunden mit einer kreativen Keramikwerkstatt, wo du deinen Kaffee in ungewöhnlich entspannter Umgebung genießen kannst. Und wenn dir der Sinn nach etwas Modernerem steht, findest du unweit des Steinhauses das Factory Bistro, wo großartige Pizza, frische Pasta und Salate serviert werden – die ideale Wahl nicht nur für Vegetarier. Was die typisch tschechische Küche betrifft, stößt du in vielen traditionellen Wirtshäusern auf den klassischen frittierten Käse (smažený sýr), knusprige Kartoffelpuffer (bramboráky) oder süße Obst- und Quarkknödel.

Ausflüge in die Umgebung von Kuttenberg

Wenn du ganze zwei Tage oder ein verlängertes Wochenende zur Verfügung hast und bereits alle Kuttenberger Sehenswürdigkeiten abgeklappert hast, bietet die umliegende Landschaft zahlreiche weitere schöne Orte, zu denen sich ein Ausflug lohnt. Mittelböhmen ist voller historischer Residenzen und Parks, die du mit dem Auto in wenigen Dutzend Minuten erreichst.

  • Schloss Kačina: Rund sieben Kilometer von der Stadt entfernt liegt eines der bedeutendsten klassizistischen Schlösser Tschechiens, dessen Bau 1802 für die Grafen Chotek begann. Heute beherbergen seine riesigen Räume das Nationale Landwirtschaftsmuseum mit dem fesselnden Museum des böhmischen Landlebens, und das Schloss ist von einem wunderschönen weitläufigen englischen Park umgeben, der sich ideal für lange Spaziergänge eignet.
  • Schloss Žleby: Etwa zwanzig Kilometer entfernt findest du dieses unglaublich romantische neugotische Schloss, das mit dem Adelsgeschlecht der Auersperge verbunden ist. Die Innenräume sind reich ausgestattet, beherbergen eine umfangreiche Rüstkammer, und im angrenzenden Schlossgehege werden seltene weiße Hirsche gehalten und Falknerei-Vorführungen abgehalten.
  • Zruč nad Sázavou: Wenn du rund dreißig Kilometer fährst, kannst du ein schönes, renoviertes Schloss mit gepflegtem Park besuchen, das sich malerisch direkt über dem Fluss Sázava erhebt.

💡 GetYourGuide-Tipp: Wenn du einen Ausflug nach Kuttenberg von Prag aus planst und dich weder um die Anreise noch um den Ticketkauf kümmern möchtest, funktionieren organisierte Tagesausflüge über das Portal GetYourGuide hervorragend. Du wirst im Zentrum von Prag abgeholt, ein Reiseleiter ist inklusive und oft auch die Eintritte ins Beinhaus und in die Barbarakirche, sodass du dich einfach nur zurücklehnen und genießen kannst. Wer von Deutschland aus anreist, kommt übrigens am bequemsten per Direktflug nach Prag (z. B. mit Lufthansa oder Eurowings ab München, Frankfurt oder Berlin) und fährt von dort mit Bahn oder Mietwagen weiter.

Wohin als Nächstes

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Besichtigung von Kutná Hora?

Für den Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum und in Sedlec reicht Ihnen ein ordentlicher und gut geplanter Tag. Wenn Sie die Stadt aber in einem gemächlicheren Tempo erkunden, in den örtlichen Cafés verweilen und den Besuch beispielsweise mit einem Ausflug zum Schloss Kačina verbinden möchten, empfehle ich Ihnen auf jeden Fall, sich für die Reise ein ganzes Wochenende zu reservieren.

Wie kommt man von Prag nach Kutná Hora?

Die Fahrt mit dem Auto ist sehr bequem, die Entfernung beträgt ungefähr achtzig Kilometer und dauert etwa eine Stunde. Eine tolle Alternative ist auch der Zug – mit dem Schnellzug seid ihr von Prag aus in knapp einer Stunde vor Ort, aber Achtung: Die Schnellzüge halten am Hauptbahnhof Kutná Hora, der im Stadtteil Sedlec liegt, etwa drei Kilometer vom historischen Zentrum entfernt. Von dort müsst ihr dann mit der kleinen Regionalbahn zum Bahnhof Kutná Hora město weiterfahren oder alternativ die Stadtbuslinie Nummer 801 nutzen.

Gibt es ein gemeinsames Ticket für die Sehenswürdigkeiten?

Leider nein, das früher beliebte gemeinsame Dreierticket gilt nicht mehr, sodass ihr die Eintrittskarten für jedes Objekt separat kaufen müsst. Ihr könnt sie entweder direkt an den Kassen der einzelnen Sehenswürdigkeiten erwerben oder für die meistbesuchten Orte online reservieren.

Ist eine Reservierung für das Beinhaus notwendig?

Da es sich um eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des ganzen Landes handelt, kann es hier besonders an Sommerwochenenden wirklich richtig voll werden. Es ist daher sehr empfehlenswert und praktisch, sich die Eintrittszeit vorab online zu reservieren, um langes Anstehen in der Warteschlange zu vermeiden und sicherzustellen, dass ihr zur gewünschten Zeit reinkommt, die in eure Reiseroute passt.

Wo kann man in Kutná Hora parken?

Das historische Zentrum hat sehr enge Gassen und es ist oft schwierig, dort einen Parkplatz zu finden. Am bequemsten ist es, einen der ausgewiesenen kostenpflichtigen Parkplätze am Rande des Zentrums zu nutzen, zum Beispiel in der Nähe des Welschhofs oder bei der Barbarakirche, von wo aus ihr alle Sehenswürdigkeiten in nur wenigen Gehminuten erreicht. Bedenkt, dass diese Parkplätze an Wochenenden ziemlich schnell voll sind.

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