In knapp sieben Stunden steigst du vom Osloer Fjord über die karge Hochebene Hardangervidda auf 1 222 Meter hinauf – bis zu den Regenschirmen von Bergen in Norwegen. Und das Ganze kann weniger kosten als eine Pizza mit Getränk, wenn du weißt, wann du dein Ticket kaufst. Die Bergensbanen, also die Bergenbahn, belegt regelmäßig Spitzenplätze in den Rankings der schönsten Bahnstrecken der Welt – und das ist wirklich kein leerer Marketingtrick. Die Fahrt mit diesem Zug ist ein faszinierender Querschnitt durch die gesamte norwegische Natur, der dich von deinem bequemen Sitz aus an Orte bringt, zu denen überhaupt keine Straße führt.
Zwar schafft das Flugzeug die Strecke zwischen den beiden größten Städten Norwegens in knapp einer Stunde, doch du würdest dich um das monumentale Erlebnis der rauen nordischen Landschaft, der tiefen Täler und Gletscherebenen bringen. Hier findest du alles, was du wissen musst: wie du ein günstiges Ticket ergatterst, auf welcher Seite du für die besten Fotos sitzen solltest und warum du diese Reise auf keinen Fall unterschätzen darfst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Länge und Fahrzeit: Die gesamte Strecke von Oslo nach Bergen misst 496 Kilometer, und der Direktzug schafft sie je nach Verbindung in 6 Stunden 47 Minuten bis 7 Stunden 22 Minuten.
- Höchster Punkt: Der Zug klettert weit über die Baumgrenze hinaus – der höchstgelegene Bahnhof Finse liegt auf 1 222 Metern über dem Meer, und die Strecke selbst erreicht in einem nahen Tunnel ihr Maximum von 1 237 Metern.
- Ticketpreise 2026: Die günstigsten Tickets im Lavpris-Tarif (Lowfare) bekommst du bei der Gesellschaft Vy schon ab 249 bis 299 NOK (ca. 22 bis 26 €), wenn du weit im Voraus kaufst.
- Wann kaufen: Der Verkauf startet etwa drei Monate vor Abfahrt, und in der Sommersaison verschwinden die günstigen Tickets unglaublich schnell – zögern lohnt sich also nicht.
- Wo sitzen: Die besten Aussichten genießt du, wenn du von Oslo nach Myrdal auf der linken Seite in Fahrtrichtung sitzt und von Myrdal nach Bergen auf die rechte Seite wechselst.
- Umstieg zur Flåmsbana: Im Bergbahnhof Myrdal kannst du bequem in die berühmte, steile Bahn nach Flåm umsteigen – das kostet dich einfach etwa 538 NOK (ca. 47 €).
- Nachtzug: Wenn du dir das Hotel sparen willst, kannst du den Nachtzug nutzen und für 740 NOK (ca. 65 €) ein ganzes Zweibettabteil mit vollwertigen Betten dazubuchen.

10 Dinge, die du über die Fahrt mit der Bergensbanen wissen musst
Diese legendäre Strecke bietet weit mehr als nur den bloßen Transfer von A nach B. Bevor du in den Waggon einsteigst und dich von der nordischen Landschaft treiben lässt, lohnt es sich, dich auf die Fahrt mit der Bergensbanen ein wenig vorzubereiten. So erfährst du, wo die spektakulärsten Kulissen auf dich warten, wie du clever bei den Tickets sparst und warum es sich lohnt, einen Stopp in den Bergen einzuplanen.
Gehen wir das alles Schritt für Schritt durch, damit du aus Norwegen wirklich das Maximum herausholst.

1. Die Strecke und warum es die schönste Bahnstrecke Europas ist
Als die norwegischen Behörden 1909 die Bergenbahn feierlich eröffneten, hielten es viele Ingenieure für ein Wunder, dass das Werk überhaupt fertiggestellt wurde. Die Bergensbanen selbst misst stolze 371 Kilometer, während die gesamte Strecke von Oslo bis an die Westküste ganze 496 Kilometer aus der Landkarte herausschneidet. Am meisten beeindruckt dich aber die Tatsache, dass rund hundert Kilometer dieser Länge durch raue Landschaft hoch über der Baumgrenze führen. Unterwegs durchfährst du insgesamt einundzwanzig Bahnhöfe und überwindest rund zweihundert Tunnel, deren unangefochtener König der über zehn Kilometer lange Finsetunnel ist.
Die Eindrücke hinter dem Fenster wechseln so schnell, dass du dein Buch gar nicht erst aus dem Rucksack holst. Die Reise beginnt ganz ruhig im bewaldeten Hallingdal-Tal, von wo aus der Zug entlang eines wilden Flusses und tiefer Seen allmählich auf die größte Bergplateau Nordeuropas aufsteigt. Diese Region heißt Hardangervidda und erstreckt sich über eine unglaubliche Fläche von achttausend Quadratkilometern. Hier erwartet dich eine atemberaubende, kahle arktische Tundra, zugefrorene Seen und majestätische Ausblicke auf den sechstgrößten norwegischen Gletscher Hardangerjøkulen. Die anschließende dramatische Abfahrt durch die tiefe Schlucht Raundalen in Richtung der Fjorde und nach Bergen ist dann das absolute Sahnehäubchen.

2. Vy-Tickets und wie du ein günstiges Lavpris ergatterst
Betreiber der Züge auf dieser Strecke ist die norwegische Staatsgesellschaft Vy, und ich empfehle dir, die Tickets ausschließlich über deren offizielle Website vy.no oder über die staatliche Plattform Entur zu kaufen. Der entscheidende Schlüssel zu einer riesigen Ersparnis ist natürlich der frühzeitige Kauf. Die günstigsten nicht erstattbaren Tickets im Lavpris-Tarif starten bei 249 bis 299 NOK (ca. 22 bis 26 €), auch wenn du in der Sommerhauptsaison realistisch eher mit rund 500 NOK rechnen solltest. Lässt du den Kauf aber auf den letzten Drücker liegen, sind die Lavpris-Tickets garantiert weg, und du zahlst den vollen flexiblen Fahrpreis, der 2026 bei etwa 1 238 bis 1 362 NOK (ca. 108 bis 119 €) liegt.
💡 Tipp: Der Verkauf startet üblicherweise etwa drei Monate vor Abfahrt, und besonders für die stark gefragten Sommermonate empfehle ich, mindestens sechs bis acht Wochen im Voraus zu kaufen. Wenn du die Fahrt wirklich maximal genießen willst, kannst du auch für die Klasse Plus draufzahlen. Sie bietet deutlich breitere Sitze, mehr Beinfreiheit, praktische Arbeitstische und vor allem unbegrenzten Kaffee- und Teegenuss gratis während der gesamten Fahrt. Denk außerdem daran, dass Kinder bis fünf Jahre kostenlos mitfahren und Senioren über 67 Jahre Anspruch auf 50 Prozent Ermäßigung haben.

3. Auf welcher Seite des Waggons du für die besten Fotos sitzen solltest
Eine der häufigsten Fragen von Reisenden ist natürlich, welchen Platz man im Buchungssystem wählen sollte, um sich die dramatischsten norwegischen Kulissen nicht entgehen zu lassen. Die Strecke schlängelt sich zwar ständig und bietet schöne Ausblicke fair auf beide Seiten, doch der allgemeine Konsens rät, von Oslo nach Myrdal auf der linken Seite in Fahrtrichtung zu sitzen. So bekommst du einen absolut konkurrenzlosen Blick auf reißende Flüsse und sich spiegelnde Seen im Hallingdal-Tal, das das erste Drittel der Reise ausmacht. Die Reservierung eines konkreten Sitzplatzes ist bei allen Ticketarten kostenlos, überlasse das also auf keinen Fall dem Zufall.
Wähle auf der Vy-Website im Waggonplan einen Fensterplatz – der Gang kassiert die Aussicht nämlich wirklich ein. Sobald der Zug die höchsten arktischen Partien passiert hat und steil in Richtung Westküste absinkt, dreht sich die ganze Situation um. Von Myrdal nach Bergen lohnt sich ein Platz auf der rechten Seite, von wo aus du die steilsten Hänge des Raundalen-Tals und später auch die ruhigen Wasserflächen der tiefen Fjorde siehst. Falls es mit der linken Seite ab Oslo aber nicht klappt, verzweifle nicht, denn die rechte Seite bietet wiederum einen fantastischen Blick auf den Gletscher Hardangerjøkulen in der Nähe der Station Finse.

4. Der Nachtzug und der Zauber des Schlafabteils
Wenn du einen vollgepackten Reiseplan hast und Geld sowie kostbare Zeit fürs Hotel sparen möchtest, bietet die Bergensbanen sehr beliebte Nachtverbindungen. Die aus Oslo fahren üblicherweise gegen elf Uhr abends ab und erreichen Bergen nach sechs Uhr morgens. Das Basisticket für einen normalen Sitzplatz kostet etwa ab 479 NOK (ca. 42 €), aber Hand aufs Herz: sitzend übernachten ist nicht für jeden die ideale Wahl. Für einen kleinen Aufpreis von 130 NOK (ca. 11 €) kannst du den Tarif PlusNight wählen, bei dem du einen voll verstellbaren Sitz, eine Decke und Wasser in der Flasche bekommst – über ruhigen Schlaf wirst du dich also sicher nicht beschweren.
Eine deutlich interessantere Option ist aber die Reservierung eines vollwertigen Schlafabteils, das sich vor allem lohnt, wenn ihr zu zweit reist. Der Aufpreis für ein ganzes Zweibettabteil beträgt 740 NOK (ca. 65 €), und zwar völlig unabhängig davon, ob darin einer oder zwei Personen schlafen. Drinnen erwarten dich sehr bequeme Betten mit sauberer Bettwäsche, weiche Handtücher und sogar ein kleines Waschbecken für die Morgenhygiene. Den Schlüssel in Form einer Magnetkarte holst du dir einfach beim Schaffner im Speisewagen ab, und morgens weckt dich das Personal freundlich kurz vor der Ankunft am Ziel – Verschlafen musst du also nicht fürchten.

5. Der Kult-Halt Finse wie von einem anderen Planeten
Etwa auf der Hälfte der Strecke erreichst du die Station Finse, die ein absolutes Unikat des gesamten norwegischen Bahnnetzes und möglicherweise sogar ganz Europas ist. Sie liegt auf 1 222 Metern über dem Meer, und es führt absolut keine Straße dorthin – der Zug ist also die einzig denkbare Verbindung zur umliegenden Zivilisation. Der Ort besteht im Grunde nur aus dem Bahnhof, dem historischen Hotel Finse 1222 und dem kleinen Museum Rallarmuseet, was zusammen die isolierteste und rauste Kombination aus Hochgebirgsatmosphäre ergibt, die du in Europa so leicht nicht findest.
Genau die hiesigen ewig verschneiten Ebenen und der nahe mächtige Gletscher Hardangerjøkulen wurden im Frühjahr 1979 von Hollywood-Filmemachern ausgewählt, um hier die Szenen für den Eisplaneten Hoth aus dem Kultfilm Star Wars: Das Imperium schlägt zurück zu drehen. Für Star-Wars-Fans wurde aus dem gewöhnlichen Bahnhof so ein riesiger Wallfahrtsort. Im Sommer startet von hier außerdem der berühmte Radweg Rallarvegen, der rund achtzig Kilometer misst und den alten Arbeiterwegen bis hinunter zum Fjord ins Städtchen Flåm folgt. Fahrräder lassen sich hier problemlos leihen, und das Erlebnis soll absolut phänomenal sein.

6. Der Umstieg in Myrdal und die legendäre Flåmsbana
Eine weitere Bergstation, die du keinesfalls unbeachtet passieren solltest, ist Myrdal auf 867 Metern über dem Meer. Hier zweigt nämlich von der Hauptstrecke eine der steilsten Bahnen Europas ab, die absolut legendäre Flåmbahn, also die Flåmsbana. Auf nur zwanzig Kilometern Länge sinkt dieser grüne Zug um unglaubliche 860 Höhenmeter hinunter zum Aurlandsfjord. Das durchschnittliche Gefälle beträgt 5,5 Prozent, und unterwegs durchfährst du zwanzig Tunnel, von denen achtzehn die Arbeiter angeblich komplett von Hand graben mussten.
💡 Tipp: Die Station Myrdal hat nur zwei Gleise, der Umstieg von der Bergensbanen ist also völlig problemlos und dauert real nur ein paar Sekunden. Ein einfaches Ticket von Myrdal nach Flåm kostet ab 538 NOK (ca. 47 €), und du kannst es direkt als Anschlussverbindung über das Vy-System kaufen. Möchtest du auch zurückfahren, bekommst du das Rückfahrticket für 900 NOK über die Buchungsseite Norway’s Best. Während der rund fünfzigminütigen Fahrt macht der Zug sogar eine spezielle fünfminütige Fotopause am beeindruckenden Wasserfall Kjosfossen, der 93 Meter misst und an dem im Sommer angeblich die mythische Fee Huldra tanzt.

7. Voss und warum es sich lohnt, die Reise aufzuteilen
Wenn du für die Erkundung Norwegens mehr Zeit hast, empfehle ich dir sehr, die gesamte Strecke von Oslo nach Bergen nicht in einem Rutsch zu absolvieren. Den fast zwölfstündigen Marathon samt Abstecher nach Flåm schaffst du zwar locker, doch du verpasst die riesige Möglichkeit, die Umgebung der Strecke genauer zu erkunden. Ein idealer Ort für eine Reiseunterbrechung ist das Städtchen Voss, das als Outdoor-Hauptstadt Norwegens gilt und für alle Adrenalinliebhaber viel zu bieten hat. Die Zugfahrt nach Bergen dauert von dort nur noch eine Stunde und zehn Minuten.
Direkt vom Bahnhof in Voss fährt die supermoderne Seilbahn Voss Gondol ab, die dich in wenigen Minuten auf den Gipfel Hangurstoppen auf 820 Meter hinaufbringt. Von dort eröffnen sich herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge und Seen, wo du einen Kaffee trinken und einfach für einen Moment entspannen kannst. Die ganze Gegend ist ansonsten für absolut großartige Bedingungen zum Wandern, wildes Rafting auf den Flüssen oder Paragliding bekannt. Falls du Lust auf einen kleinen Busausflug hast, stürzt sich ein Stück außerhalb der Stadt der kaskadenförmige Wasserfall Tvindefossen die Felsen hinab – und dafür lohnt sich die Kamera wirklich.

8. Winter versus Sommer auf den Schienen
Das Erlebnis der Bergensbanen unterscheidet sich diametral je nachdem, zu welcher Jahreszeit du nach Norwegen aufbrichst, wobei beide Varianten laut Einheimischen einen enormen Zauber haben. Im Sommer kannst du dich auf endlos lange, lichtvolle Tage, sattgrüne Täler, tosende Wasserfälle und Schafherden freuen, die sorglos ein Stück neben der Strecke grasen. Es ist auch mit Abstand die beste Zeit, um den Zug mit Wandern oder Radfahren zu kombinieren, denn alle Hochgebirgspfade sind schon geöffnet und man kann Ausflüge tiefer in die Umgebung unternehmen.
Die Winterfahrt mit dem Zug erinnert dagegen an eine raue Expedition ins Innere der undurchdringlichen Arktis. Die Gipfelpartien rund um die Station Finse sind zuverlässig unter mehrere Meter hohen Schneewehen begraben, und der Zug fährt durch endlose Schneegalerien, die die Gleise vor Lawinen schützen. Die Winterlandschaft auf dem Hochplateau wirkt unglaublich rein und roh. Rechne aber im Voraus damit, dass die Strecke bei extremen Schneestürmen Verspätung bekommen kann oder aus Sicherheitsgründen für ein paar Stunden komplett gesperrt wird, bis spezielle Pflüge die Gleise wieder freiräumen.

9. Ausstattung des Zuges: Essen, Fahrräder und Spielecke
Norwegische Züge spielen wirklich in einer anderen Liga, denn sie sind sauber, ruhig und überraschend geräumig. Wenn du mit kleinen Entdeckern reist, wähle beim Ticketkauf unbedingt Plätze im speziellen Familienwagen Family car. Er verfügt über eine absolut klasse Kinderspielecke, riesig viel Platz für Kinderwagen und eine große Wickelecke, sodass die lange Fahrt für die Kinder unvergleichlich schneller vergeht und du dir eine Menge Nerven sparst. Im mittleren Teil jedes Zuges findest du außerdem immer den Speisewagen Vy Kafé.
Im Bistro werden üblicherweise warme Gerichte zu Preisen um 100 bis 200 NOK, frische Sandwiches, heißer Kaffee und traditionelle norwegische Waffeln serviert. Die Preise sind hier aber verständlicherweise recht hoch, wenn du also mit einem etwas begrenzten Budget reist, pack dir unbedingt einen eigenen, kräftigen Snack direkt in den Rucksack. Kostenloses WLAN an Bord ist selbstverständlich, ebenso sehr geräumige Toiletten. Im Sommer kannst du gegen Gebühr auch ein Fahrrad mitnehmen, doch die Plätze musst du wegen des riesigen Interesses der Radfahrer auf dem Weg zur Rallarvegen-Route wirklich lange im Voraus reservieren. Der Wintertransport von Skiern ist dagegen absolut problemlos.

10. Zug versus Flugzeug und Auto
Vielleicht überlegst du angestrengt, ob du für den Transfer von Oslo an die Westküste nicht lieber ein Auto mietest oder gleich fliegst. Der Flug Oslo–Bergen dauert in der Luft zwar nur fünfzig Minuten, doch wenn du die Anfahrt zum Flughafen Gardermoen, die obligatorischen Sicherheitskontrollen und den langwierigen Transfer vom Flughafen Flesland ins Zentrum von Bergen dazurechnest, schrumpft der gesamte Zeitunterschied sehr schnell. Der Zug setzt dich außerdem völlig stressfrei mitten im Herzen beider großen Städte ab, und du sparst dir teure Transfers.
Die Fahrt mit dem Auto über die Gebirgspässe ist zweifellos wunderschön, doch am Steuer genießt du die Aussichten längst nicht so sehr, weil sich der Fahrer ständig auf scharfe Serpentinen und schmale Straßen konzentrieren muss. Die Autofahrt dauert selbst ohne längere Stopps mindestens sieben bis acht Stunden, und du musst mit sehr hohen Kosten für Kraftstoff und die norwegischen Mautstationen rechnen. Der Zug ist einfach die umweltfreundlichste Wahl, und wenn du dein Ticket rechtzeitig kaufst, kommt er dich sogar günstiger als das Auto.

Praktische Zusammenfassung und Richtpreise für 2026
Damit sich deine Reise leichter planen lässt, findest du hier eine Übersicht der Richtpreise für die Hauptsaison 2026. Die Kurse können sich natürlich leicht bewegen, doch für eine grundlegende Budgetvorstellung ist das perfekt (gerechnet mit einem Kurs von ca. 1 NOK = 0,088 €).
- Basisticket Oslo–Bergen (günstiges Lavpris): von 249 bis 539 NOK (ca. 22 bis 47 €)
- Voller flexibler Fahrpreis Oslo–Bergen: ca. 1 238 bis 1 362 NOK (ca. 108 bis 119 €)
- Nachtzug (Basissitzplatz): ab 479 NOK (ca. 42 €)
- Aufpreis für ein ganzes Zweibettabteil im Nachtzug: 740 NOK (ca. 65 €)
- Aufpreis für den Premium-Liegesitz PlusNight: 130 NOK (ca. 11 €)
- Flåmsbana einfach von Myrdal nach Flåm (über Vy): ab 538 NOK (ca. 47 €)
- Rückfahrticket für die Flåmsbana (Norway’s Best): 900 NOK (ca. 79 €)

Wo du essen kannst
Wenn dich während deiner Reise durch die norwegische Landschaft der Hunger überkommt, hast du gleich mehrere tolle Möglichkeiten zur Auswahl. Die norwegische Gastronomie bietet jede Menge lokaler Spezialitäten, gib dich also nicht nur mit den Vorräten aus dem Rucksack zufrieden. Hier sind ein paar bewährte Tipps direkt auf der Strecke.

Vy Kafé direkt im Zug
Wie oben schon erwähnt, bietet der Speisewagen selbst einen sehr ordentlichen Standard. Ich empfehle dir, vor allem die traditionellen norwegischen Waffeln mit Braunkäse Brunost zu probieren – ein absoluter Klassiker, der zum nordischen Reisen einfach dazugehört. Spül das mit heißem Kaffee hinunter, und du hast den idealen Snack mit Blick auf die Gletscher.

Ein Halt in Voss und Bergen
Wenn du deine Reise in Voss aufteilst, ist das Vangen Café mit ausgezeichneten Suppen und traditionellen Fleischbällchen zu günstigen Preisen ein hiesiger Klassiker; Vegetarier finden hier Suppen und Salate. Nach der Ankunft in Bergen lohnt sich dann ein Halt am berühmten Fischmarkt Fisketorget, wo die frischen Fänge direkt vor den Augen der Besucher zubereitet werden. Es ist ein etwas teureres Erlebnis, gehört zu Bergen aber untrennbar dazu.

Wo du auf der Strecke übernachten kannst
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann, über GetYourGuide zu vergleichen und zu kaufen.
Wenn du dich entscheidest, es nicht bei einer eintägigen Durchfahrt zu belassen, und diese herrliche nordische Natur wirklich in vollen Zügen aufsaugen möchtest, empfehle ich dir, direkt auf der Strecke oder am Zielort zu übernachten – in einer der bewährten Unterkünfte. Indem du die Reise auf zwei Tage aufteilst, sparst du dir eine Menge Stress durch mögliche Verspätungen und genießt vor allem die schönsten Orte früh am Morgen, wenn die Massen der Tagestouristen von den Kreuzfahrtschiffen noch nicht angekommen sind. Eine Nacht in der Fjordregion ist zwar etwas teurer, doch diese morgendliche Ruhe über dem Wasser ist es hundertprozentig wert.
Wenn du von der Bergensbanen hinunter ins Städtchen Flåm abzweigst, hast du gleich mehrere wunderschöne Möglichkeiten zur Auswahl. Ein absoluter Klassiker ist das Fretheim Hotel. Es ist ein historisches Hotel, bei dem die Architektur und das verglaste Restaurant mit Blick auf den Fjord schon für sich einen Halt wert sind – und zum Bahnhof läufst du eine Minute zu Fuß. Gleich daneben findest du auch das beliebte Hotel Flåmsbrygga, das auf seinem Gelände sogar die berühmte Wikinger-Brauerei Ægir hat. Wer eher eine ruhigere Atmosphäre sucht, kann mit dem Bus rund zehn Minuten ins benachbarte Aurland fahren und in der malerischen Pension Vangsgaarden mit perfektem Blick auf die Fjordoberfläche übernachten.
Für echte Abenteurer bietet sich ein absolut einzigartiges Erlebnis in Form einer Übernachtung direkt in der höchsten Station der Strecke, zu der überhaupt keine Straße führt. Das Berghotel Finse 1222 hat eine unglaubliche Hochgebirgsatmosphäre, und morgens kannst du von dort direkt zum Gletscher Hardangerjøkulen oder auf den berühmten Radweg Rallarvegen aufbrechen.
Nach der Ankunft am Zielort wirst du das elegante Grand Hotel Terminus in Bergen sicher zu schätzen wissen. Dieses schöne Hotel liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, sodass du dich nach der langen Reise nicht mit schweren Koffern irgendwohin schleppen musst. Es bietet absolut großartige Frühstücke und ist der perfekte Ausgangspunkt, um die Gassen des historischen Viertels Bryggen zu erkunden.
Wohin als Nächstes
Von Bergen oder von den Zwischenstationen aus bieten sich jede Menge weiterer Abenteuer an. Hier findest du unsere ausführlichen Ratgeber, die dir bei der Planung des Rests deiner Nordlandreise nützlich sein werden.
- Norway in a Nutshell auf eigene Faust
- Flåmbahn (Flåmsbana)
- Oslo: was man sehen sollte
- Bergen: was man sehen sollte
- Norwegen: 50 Tipps, was man sehen sollte
- Wann nach Norwegen reisen: das norwegische Wetter
Häufig gestellte Fragen
Die Planung einer Reise in den Norden bringt immer jede Menge praktischer Fragen mit sich. Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen, die dir helfen, dir die ganze Fahrt durch die norwegischen Berge viel klarer vorzustellen, und dir die finalen Vorbereitungen erleichtern.
Wie lange fährt der Zug von Oslo nach Bergen?
Die direkte Zugfahrt dauert in der Regel zwischen 6 Stunden 47 Minuten und 7 Stunden 22 Minuten, wobei der Zug eine Strecke von 496 Kilometern zurücklegt. Die Verbindungen sind direkt und man muss unterwegs nirgendwo umsteigen, es sei denn, man entscheidet sich für einen touristischen Abstecher nach Flåm. Die Fahrt vergeht wie im Flug, denn die Landschaft vor dem Fenster wechselt ständig von tiefen Wäldern bis hin zur arktischen Tundra.
Was kostet der Zug Oslo–Bergen?
Die günstigsten Spartickets Lavpris bekommt man beim Kauf mehrere Monate im Voraus schon ab 249 bis 539 NOK. Wenn man das Ticket kurz vor der Abfahrt kauft, zahlt man den vollen flexiblen Fahrpreis, der bei etwa 1.240 bis 1.360 NOK liegt. Nachtzüge sind besonders günstig, denn für ein Schlafabteil für zwei Personen zahlt man nur einen festen Aufpreis von 740 NOK für die gesamte Kabine.
Auf welcher Seite des Zuges sitzt man am besten?
Für die absolut besten Fotomotive reserviert man sich von Oslo bis zur Bergstation Myrdal einen Sitzplatz auf der linken Seite in Fahrtrichtung, wo man Flüsse und Seen sehen kann. Sobald der Zug durch die Schlucht Richtung Bergen abfährt, verlagern sich die schönsten Ausblicke auf die rechte Seite. Die Sitzplatzreservierung ist bei allen Tickets kostenlos, also wählt man seinen Platz rechtzeitig im Wagenplan aus.
Fährt die Bergensbanen auch im Winter?
Ja, die Strecke ist das ganze Jahr über in vollem Betrieb und die Winterfahrt bietet absolut märchenhafte arktische Landschaften, besonders auf dem verschneiten Hochplateau Hardangervidda in der Nähe der Station Finse. Bei extremen Schneestürmen muss man jedoch mit möglichen Verspätungen oder sogar kurzfristigen Streckensperrungen rechnen, bis spezielle Schneepflüge die Gleise wieder sicher freigegeben haben.
Lohnt sich der Nachtzug nach Bergen?
Der Nachtzug ist eine absolut großartige Wahl, wenn man die Zeit zur Erkundung beider Städte maximieren und gleichzeitig eine Menge Geld für eine Nacht in einem norwegischen Hotel sparen möchte. Die Schlafabteile sind sehr sauber, äußerst komfortabel und das morgendliche Aufwachen mit Blick auf die tiefen Fjorde kurz vor der Ankunft in Bergen ist ein Erlebnis, das einfach unbezahlbar ist.
Kann man ein Fahrrad oder Ski mit in den Zug nehmen?
Ski kann man in der Wintersaison ganz normal und ohne komplizierte Reservierungsverfahren mit in den Zug nehmen. Die Mitnahme von Fahrrädern ist im Sommer ebenfalls möglich, aber aufgrund der enormen Beliebtheit des Rallarvegen-Radwegs muss man einen Platz für das Fahrrad als kostenpflichtigen Zusatz zum Ticket mit wirklich großem Vorlauf reservieren, sonst kommt man nicht in den Zug.
Was ist besser: Bergensbanen oder Flåmsbana?
Das ist ein bisschen so, als würde man fragen, ob das Meer oder die Berge besser sind. Das hängt von einem selbst ab, aber idealerweise gönnt man sich beides. Die Bergensbanen ist eine monumentale Überquerung des gesamten Gebirges mit arktischer Landschaft, während die Flåmsbana eine kurze, aber unglaublich steile Abfahrt durch ein tiefes grünes Tal direkt zum Fjord ist. Die ideale Variante ist, beide Bahnen zu einem großen Ausflug zu kombinieren.
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