Das Berner Oberland kann wild und voller Touristen sein, doch fährst du nur ein Stückchen weiter, landest du in einer echten Oase der Ruhe. Genau so ist Bönigen in der Schweiz (gesprochen: bäningen), ein wunderschönes Dörfchen direkt am Ufer eines Gletschersees. Während das benachbarte Interlaken aus allen Nähten platzt, ist hier die Zeit zwischen reich verzierten Holzhäusern und atemberaubender Natur stehen geblieben. ☺️
Das Wasser hat eine geradezu unwirkliche smaragdgrün-türkise Farbe und die Berggipfel spiegeln sich darin wie in einem perfekten Spiegel. Der Brienzersee ist der Hauptmagnet der ganzen Region und bietet unendliche Möglichkeiten, was man machen kann – vom Frühling bis in den tiefen Herbst. Du kannst hier auf einen historischen Raddampfer springen, ein Kajak mieten oder einfach nur am Strand faulenzen.
Damit du deinen Urlaub möglichst gut planen kannst, habe ich dir einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt. Im Artikel findest du 24 Tipps, was du sehen und machen kannst, wo du übernachtest, welche Routen du wandern kannst, wohin dich die Seilbahn bringt und was du mit Kindern unternehmen kannst. Die Schweiz ist nämlich eine Liebe fürs ganze Leben, und ich wette, nach dem Besuch dieser Region wirst du jeden Sommer überlegen, wie du wieder hierher kommst. ☺️

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Bönigen liegt am Brienzersee und ist eine perfekte, ruhige Basis, um das Berner Oberland zu erkunden.
- Die Interlaken Guest Card bekommst du zur Unterkunft dazu, und sie sichert dir die Busse in der Umgebung völlig kostenlos.
- Das historische Zentrum ist voller denkmalgeschützter Holzhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.
- Baden im See ist nur etwas für Hartgesottene – das Wasser hat im Sommer meist um die 20 °C, aber das örtliche Strandbad hat ein beheiztes Becken.
- Das Wandern ist hier phänomenal – direkt aus dem Dorf kannst du auf den Drei-Wasserfälle-Weg oder die Rundtour auf den Sytiberg starten.
- Zu den schönsten Touren bringt dich die Seilbahn – zum Bachalpsee, auf den Männlichen oder mit der Dampfzahnradbahn aufs Brienzer Rothorn.
- Eine Unterkunft mit Küchenzeile spart dir in der Schweiz enorm viel Geld für teure Restaurants.
- Die besten Ausflüge in die Umgebung sind die Seilbahn auf den Harder Kulm, die Giessbachfälle und das fotogene Iseltwald.

Der komplette Reiseführer: Schweiz — Reiseführer und Highlights
Wann nach Bönigen bei Interlaken reisen und wie du herkommst
Die Hauptsaison im Berner Oberland läuft von Mai bis September, wenn die Tagestemperaturen im Tal auf angenehme 24 °C klettern. Du musst aber damit rechnen, dass du in den Bergen bist – also fällt selbst mitten im Sommer mal ein Regenschauer. Statistisch regnet es hier rund 9 bis 12 Tage im Monat, deshalb lohnt es sich, immer eine Regenjacke im Rucksack zu haben.
Wenn du dich aufs Baden freust, wird dich die Wassertemperatur im Brienzersee vielleicht etwas überraschen. Der See ist glazialen Ursprungs, sehr tief, und selbst im wärmsten August hat das Wasser meist nur 18 bis 22 °C. Der September ist mit seinen 15 bis 19 °C dann eher etwas für Hartgesottene. Das Strandbad The Beach ist zum Glück von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet und bietet auch eine beheizte Alternative.
Die Anreise ins Dorf ist dank Schweizer Präzision unglaublich einfach. Mit dem Zug kommst du aus Zürich (in knapp zwei Stunden) oder aus Bern direkt zum Bahnhof Interlaken Ost. Von dort fährt die Buslinie 103, die dich in nur 9 Minuten ins Zentrum von Bönigen bringt. Die Busse fahren jede halbe Stunde und halten direkt an der Seepromenade sowie im Dorfzentrum.
Und jetzt die beste Nachricht: Die Interlaken Guest Card, die du zur Unterkunft bekommst, sichert dir die Fahrten im örtlichen öffentlichen Nahverkehr völlig kostenlos – inklusive des erwähnten Busses Nummer 103. Wer also in Bönigen wohnt, fährt völlig gratis nach Interlaken oder ins benachbarte Iseltwald.

Wo du in Bönigen übernachtest und was es kostet
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte vor Ort vergleichen wir hier, damit du siehst, was frei ist und zu welchem Preis. Am liebsten suchen wir sie auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Direkt in Bönigen zu wohnen ist der klügste Schachzug, den du bei der Planung deines Schweiz-Urlaubs machen kannst. Während das benachbarte Interlaken oft überteuert und voller lauter Reisegruppen ist, findest du hier authentische Ruhe und deutlich freundlichere Preise. Mit dem Bus bist du dabei in knapp zehn Minuten mitten im Geschehen.
In der Schweiz lohnt sich außerdem eine Unterkunft mit eigener Küchenzeile unglaublich. Die Restaurantpreise sind astronomisch, sodass dir die Möglichkeit, dir selbst ein Abendessen zu kochen oder eine Brotzeit für die Wanderung vorzubereiten, das Budget um mehrere Hundert Euro senkt. Vergiss aber nicht, mit enormem Vorlauf zu reservieren, denn in der Sommersaison sind die besten Kapazitäten oft viele Monate im Voraus ausgebucht.
Hier sind konkrete Tipps für tolle Unterkünfte nach den Bewertungen von Reisenden:
- Hotel Seiler au Lac: Das Hotel Seiler au Lac liegt direkt am Ufer, und der Dampfer hält direkt vor der Tür – du musst dir also nicht mal Gedanken machen, wie du aufs Schiff kommst. Vierzig Zimmer, Blick auf Berge und Wasser – die richtige Adresse, wenn du mitten im Geschehen sein willst.
- Seehotel Bönigen: Eine tolle Familienwahl mit Panoramablick, die eine ruhigere Atmosphäre und ein eigenes, viel gelobtes Restaurant bietet. Die Gäste schätzen besonders den persönlichen Umgang der Besitzer und das reichhaltige Frühstück.
- TCS Camping Bönigen Brienzersee: Die perfekte Budget-Variante mit der besten Lage im Ort – direkt am See und 200 Meter vom Strand entfernt. Achte aber auf zwei Dinge: Auf dem Campingplatz gibt es weder ein Schwimmbad noch eine Rutsche (nur ein Planschbecken), und mit dem Umgang des Personals mit Familien mit Kleinkindern haben wir eine eigene schlechte Erfahrung gemacht, die ich weiter unten beschreibe.
- Mountain and Lake: Ein fantastisch bewertetes privates Apartment mit voll ausgestatteter Küche, das dir maximale Unabhängigkeit bietet. Es hat eine schöne Terrasse und ist laut Bewertungen der ideale Ort für einen längeren Aufenthalt mit Selbstverpflegung.
- Walida: Ein schlichteres, aber sehr angenehmes Hotel zum vernünftigen Preis, wo dich die Balkone mit Blick auf die Alpengipfel begeistern. Die Gäste loben die Sauberkeit und die gemütliche, familiäre Atmosphäre.

Direkt in Bönigen: 6 Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten am Wasser
Das Dorf selbst ist ein idealer Ort für gemächliche Tage, an denen du keine Lust hast, in die hohen Berge zu steigen. Du kannst hier einfach durch die engen Gassen schlendern, die handwerkliche Meisterschaft der alten Zimmerleute bewundern oder Zeit direkt am Ufer des türkisen Sees verbringen.
Du findest hier eine perfekte Mischung aus Geschichte und Wasseraktivitäten, die dich mindestens ein ganzes Wochenende beschäftigen. Alles ist dabei schön nah und fußläufig erreichbar, sodass du das Auto beruhigt am Hotel stehen lassen kannst.
💡 Tipp: Die meisten Erlebnisse in der Umgebung (Seefahrten, Kajaktouren, Jetboot-Fahrten und Ausflüge aufs Jungfraujoch) kannst du vorab auf GetYourGuide reservieren. In der Hauptsaison sind beliebte Termine oft mehrere Tage im Voraus ausgebucht.

1. Historische Holzhäuser und der Häuserweg
Den Kern des Dorfes bildet ein einzigartiges Ensemble aus geschnitzten Holzhäusern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Bönigen hatte in seiner Geschichte enormes Glück, dass es nie von einem großen, verheerenden Brand getroffen wurde. Dadurch hat sich hier eine zusammenhängende Bebauung aus jeder Bauperiode seit 1549 erhalten, was in der Schweiz eine große Seltenheit ist.
Beim Spaziergang auf dem Lehrpfad Historischer Häuserweg beeindruckt dich die detailreiche Schnitzarbeit an den Fassaden. Du siehst kunstvolle Ornamente, alte Inschriften und präzise geformte Balkone. Zur Route gibt es einen interaktiven SmartTrail-Führer, den du dir einfach aufs Handy lädst und der dir die Geschichten der einzelnen Familien verrät.
Das bekannteste Bauwerk ist das sogenannte Housihuus von 1757, das als erstes örtliches Gasthaus diente. Es hat sogar eine königliche Geschichte, denn 1808 übernachtete hier der württembergische König Friedrich. Sehenswert ist auch der alte Speicher Christi’s Spycher von 1746, der zeigt, wie früher wertvolle Lebensmittelvorräte gelagert wurden.
💡 Tipp: Jeden Morgen um 9:15 Uhr finden vor dem Tourismusbüro geführte Dorfrundgänge statt. Das ist eine tolle Gelegenheit, von den Einheimischen Anekdoten zu erfahren, die du in keinem gedruckten Reiseführer findest.

2. Das Dorfmuseum „alte Pinte“
Wenn du sehen willst, wie in solchen Holzhäusern wirklich gelebt wurde, musst du ins örtliche Museum. Es ist in einem wunderbar erhaltenen Haus von 1772 untergebracht und atmet die Atmosphäre alter Zeiten, als das Leben in den Bergen viel härter war als heute.
Die Ausstellung zeigt eine typische Oberländer Wohnstube bis ins kleinste Detail. Du findest hier historische Möbel und Gegenstände aus den Jahren 1730 bis 1920 – von alten Spinnrädern bis zu handbemalten Aussteuertruhen. Es ist faszinierend zu sehen, wie meisterhaft die örtlichen Handwerker mit Holz arbeiten konnten.
Der Rundgang dauert nicht länger als eine Stunde, verschafft dir aber enormen Respekt vor der lokalen Kultur und den Traditionen. Du erfährst, wie früher geheizt wurde, wie die Milch von den Bergweiden verarbeitet wurde und wie der Alltag einer einfachen Schweizer Familie aussah.
💡 Tipp: Die Öffnungszeiten des Museums sind außerhalb der Saison recht eingeschränkt, deshalb prüfe vorher auf der Website, an welchen Tagen gerade geöffnet ist, damit du nicht vor verschlossener Tür stehst.

3. Seepromenade, Steg und der Brienzersee Lakewalk
Das Herz von ganz Bönigen ist zweifellos seine Seepromenade. Der hiesige Brienzersee Lakewalk hat bei Google eine fantastische Bewertung von 4,8 aus fast tausend Rezensionen und ist der erste Ort, zu dem dich deine Schritte nach der Ankunft führen sollten. Der Blick vom Steg auf die umliegenden Gipfel und die türkise Wasseroberfläche ist einfach ikonisch.
Die gesamte Promenade ist als barrierefreier Weg entlang des Sees und der Aare angelegt. Sie ist absolut ideal für Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder für einen gemütlichen Abendspaziergang, wenn dir nach einer Ganztagestour die Füße wehtun. Das Wasser hat hier eine unglaubliche Farbe, die durch das sogenannte Gletschermehl entsteht, das aus den umliegenden Massiven eingeschwemmt wird.
In der Sommersaison erwacht die Promenade kulturell zum Leben. Direkt am Hauptsteg finden regelmäßig traditionelle Folklorekonzerte statt, bei denen du live Alphörner hören und die Einheimischen in prächtigen historischen Trachten sehen kannst. Das ist ein Erlebnis, das zu einem Aufenthalt im Berner Oberland unbedingt dazugehört.
💡 Tipp: Ein kurzes Stück von der Promenade entfernt liegt der kleine Weiher Depotseeli, der interessanterweise künstlich beim historischen Bahnbau entstanden ist. Heute dient er vor allem den örtlichen Anglern, ist aber ein schöner, stiller Ort für einen kurzen Stopp.

4. Strand und Strandbad The Beach
Auch wenn der See kalt ist, hat Bönigen für Wasserliebhaber einen perfekten Plan B parat. Das örtliche Strandbad The Beach (Strandbad Bönigen) hat etwa von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet, und das Ticket kostet 2026 sehr angenehme 6 CHF für Erwachsene.
Das Areal bietet neben dem Seezugang auch ein beheiztes 25-Meter-Becken, was du an Tagen zu schätzen weißt, an denen du wirklich keine Lust auf das Gletscherwasser hast. Für Schwimmer ist im See ein abgegrenzter Bereich reserviert, und ringsum erstreckt sich eine weitläufige Wiese mit großen Bäumen, die genügend natürlichen Schatten spenden.
Die Ausstattung ist hier für Schweizer Verhältnisse überdurchschnittlich. Du findest Umkleiden, saubere Toiletten, einen Boule-Platz und ein angenehmes Restaurant. Das ganze Areal ist außerdem voll zugänglich mit Kinderwagen und Rollstuhl, sodass sich hier wirklich jeder bequem niederlassen kann. Ab 17:00 Uhr gilt dann ein ermäßigter Abendtarif.
💡 Tipp: Die aktuellen Öffnungszeiten, die sich je nach Monat und Wetter ändern, findest du immer auf der offiziellen Website von The Beach. Bei starkem Regen ist das Areal aus Sicherheitsgründen geschlossen.

5. Kajak und SUP auf dem See
Der beste Weg, die Atmosphäre des Brienzersees aufzusaugen, ist, sich direkt aufs Wasser zu begeben. Direkt am Ufer (gegenüber der Haltestelle des Busses 103) findest du die Basis der Hightide Kayak School, die von Mai bis Oktober erstklassige Ausrüstung für Wassersport vermietet.
Die Preise für 2026 sind vernünftig angesetzt. Für ein Einer-Kajak zahlst du ab 30 CHF pro Stunde, die Zweier-Variante kostet 45 CHF. Wenn du dir eine längere Tour zutraust, kannst du ein stabiles Seekajak für ganze sieben Stunden für 70 CHF mieten und die entfernteren Buchten erkunden. Natürlich gibt es auch die beliebten Paddleboards (SUP).
Wenn du keine Paddelerfahrung hast, empfehle ich dir, eine geführte Kajaktour mit Guide zu buchen. Man zeigt dir die schönsten versteckten Buchten, bringt dir die richtige Technik bei und kümmert sich um deine Sicherheit, denn das Wetter auf dem See kann sich in den Bergen unerwartet schnell ändern.
💡 Tipp: Unter Paddlern ist die Route von Bönigen entlang des Südufers bis zu den Giessbachfällen der absolute Hit. Reserviere die Ausrüstung lieber mit Vorlauf über die Website von Hightide, im Juli und August ist oft alles ausgebucht.

6. Fahrt mit dem historischen Dampfer Lötschberg
Wenn du Komfort der körperlichen Anstrengung vorziehst, musst du mit dem Schiff fahren. Auf dem See verkehrt die Flotte der BLS, deren größter Stolz der Raddampfer DS Lötschberg von 1914 ist. Eine Fahrt auf diesem wunderschön restaurierten Schiff versetzt dich sofort in die Zeit der sorglosen Belle Époque.
Die Flotte kreuzt 2026 von Anfang April bis Anfang Dezember über den See. Die übliche Route führt von Interlaken über Bönigen, Iseltwald und Giessbach bis in die Stadt Brienz. Das Basisticket kostet 39 CHF, aber wenn du einen Bernese Oberland Pass oder Swiss Travel Pass besitzt, ist die Fahrt völlig kostenlos. Kinder von 6 bis 15 Jahren fahren zum halben Preis.
Neben den normalen Tagesverbindungen finden im Juli und August auch spezielle Samstagabend-Fahrten statt. Den Sonnenuntergang vom Deck eines historischen Dampfers zu beobachten, während dramatische Bergwände an dir vorbeiziehen – das ist das romantischste Erlebnis, das du dir hier gönnen kannst.
💡 Tipp: Fahrpläne und Ticketkauf regelst du vorab auf dem Portal von BLS Schiff. Ich empfehle dir, schon in Interlaken an Bord zu gehen, damit du sicher die besten Plätze auf dem Oberdeck ergatterst, bevor das Schiff Bönigen erreicht.

Wandern in Bönigen: 6 Routen, die sich lohnen
Wenn du zu denen gehörst, die ihren Ausflug gern direkt vom Hotel aus loswandern, ohne irgendwo hinfahren zu müssen, ist Bönigen dein Ort. Dutzende Kilometer perfekt markierter Wege beginnen gleich vor deiner Haustür. Die Region bietet alles – von gemütlichen Uferspaziergängen bis zu Ganztages-Aufstiegen mit brutalen Höhenmetern.
Die Schweizer Wegmarkierung ist präzise, aber vergiss nicht, dass du in den Alpen bist. Nimm immer genug Wasser, eine gute Karte auf dem Handy (zum Beispiel die App Komoot) und festes Schuhwerk mit. Das Wetter zeigt hier sehr unerwartet seine raue Seite.

7. Der Drei-Wasserfälle-Weg in Etappen
Das ist eindeutig die berühmteste Route der ganzen Region, die direkt am Ufer des Brienzersees von Bönigen über Iseltwald bis nach Brienz führt. Unterwegs erwarten dich drei atemberaubende Wasserfälle: der Erschwandenbachfall, der Mülibachfall und schließlich die bekanntesten, die Giessbachfälle.
Die Eckdaten der Route flößen Respekt ein. Sie ist 18,2 Kilometer lang mit 466 Höhenmetern und nimmt dich etwa 5 Stunden und 15 Minuten reine Gehzeit in Anspruch. Der Weg schaukelt entlang des Ufers zwischen 565 und 775 Metern hinauf und hinunter und bietet fantastische Ausblicke auf die türkise Wasserfläche durch dichte Wälder.
Genial an diesem Weg ist, dass er sich leicht in kleinere Etappen aufteilen lässt: von Bönigen nach Iseltwald 1 Stunde 50 Minuten, zum Mülibach-Wasserfall weitere 35 Minuten, von dort zum Giessbach knapp 2 Stunden und nach Brienz die letzte Stunde und 20 Minuten. Der beste Trick ist, zu Fuß loszugehen, den ersten oder zweiten Wasserfall zu erreichen und dann in Schiff oder Bus zurückzuspringen.
💡 Tipp: Wenn du einen idealen Halbtagesausflug suchst, probiere die erste Etappe vom Schiffsanleger in Bönigen zum Erschwandenbach-Wasserfall und weiter nach Iseltwald. Hinter Iseltwald aber aufgepasst: Hier fehlt die Markierung Richtung „Isch“, und es ist leicht, die letzten zwei Wasserfälle zu verpassen.

8. Rundtour auf den Sytiberg: 5,5 km auch mit Geländekinderwagen
Wenn du dem Wasser höher in die Berge entkommen willst und keine Lust auf eine weite Anreise hast, probiere diese lokale Rundtour (Rundwanderung Sytiberg). Sie startet direkt am Tourismusbüro und führt dich durch den oberen Teil des Dorfes, wo du nebenbei weitere historische Häuser bestaunst.
Laut offiziellen Daten der Region ist die Runde 5,5 Kilometer lang, dauert anderthalb Stunden und du steigst 146 Höhenmeter auf. Der höchste Punkt liegt auf 712 Metern, es handelt sich also um kein Hochgebirgsgelände. Der Weg zieht sich durch dichten Wald und über fotogene Bergwiesen.
Unterwegs kommst du an der Grillstelle Oberallmi mit Aussicht vorbei und überquerst die gedeckte Holzbrücke Aenderbergbrügg, einen der fotogensten Orte der Umgebung. Zurück gehst du entlang der Lütschine. Das ist eine perfekte Route für den Vormittag, wenn du nicht den ganzen Tag auf den Beinen sein willst.
💡 Tipp: Das ist die einzige Bönigen-Route, die offiziell als mit Geländekinderwagen befahrbar gilt, also die klare Wahl, wenn du die Kleinsten dabeihast. Der Waldboden ist nach Regen rutschig, zieh lieber Wanderschuhe mit fester Sohle an.

9. Rundtour Haslerenegg (854 m) mit Gipfelbuch
Eine weitere prima Rundtour beginnt wieder am Tourismusbüro und führt über die Weiler Ried und Stockeren bis in den geheimnisvollen Bannwald. Ziel ist der bewaldete Grat Haslerenegg auf 854 Metern Höhe. Die Route ist 6 Kilometer lang, du steigst 287 Höhenmeter auf, und sie nimmt dich zwei Stunden in Anspruch.
Der Hügel birgt auch ein Stück raue Geschichte. In den 1330er Jahren stießen hier die Hasler Bergbewohner mit dem Heer der Herren von Weissenburg-Unspunnen zusammen und verloren den Kampf. Auf die Gräber der Gefallenen weist noch heute der Flurname „in den Grebinen“, und 1924 fand man hier einen eisernen Speer. Heute herrscht hier Ruhe, und auf dem Grat findest du ein Gipfelbuch, in das du dich eintragen kannst.
Der Rückweg führt dich über den Sytiberg und an der Grillstelle Oberallmi vorbei zurück zum See. Die Route kombiniert schattige Waldpfade mit sonnigen Abschnitten und ist einer jener Wege, wo du statt Touristenmassen nur Einheimische beim sonntäglichen Spaziergang mit dem Hund triffst.
💡 Tipp: Nimm einen eigenen Stift mit, um im Gipfelbuch einen Gruß auf Deutsch zu hinterlassen. Und nimm die offizielle Warnung ernst, hier nicht bei Regen oder gefrorenem Boden hinaufzugehen – der Aufstieg zum Grat ist steil, und ein Viertel der Route führt über einen schmalen Pfad.

10. Rundtour zum Erschwandenbach-Wasserfall
Wenn du dich nicht auf den ganzen Drei-Wasserfälle-Weg machen willst, kannst du eine schöne geschlossene Runde nur zum ersten von ihnen drehen. Die offizielle Rundwanderung Erschwandenfall ist 8,7 Kilometer lang und nimmt etwa 2 Stunden und 35 Minuten normalen Gehens in Anspruch.
Unterwegs steigst du nur 211 Höhenmeter auf, und offiziell gilt die Route als leicht, du musst sie also auch mit größeren Kindern nicht fürchten. Der Erschwandenbach-Wasserfall ist wunderbar tief im Wald versteckt, und das Wasser fällt hier über Felsüberhänge. An einem heißen Sommertag funktioniert die Umgebung des Wasserfalls als perfekte natürliche Klimaanlage.
Diese Runde ist toll, weil sie dich durch verschiedene Landschaftstypen führt. Eine Weile gehst du am Ufer, dann beginnst du in die Hügel zu steigen, und schließlich kehrst du auf Waldwegen zurück, mit Ausblicken auf den Gletschersee in der Tiefe unter dir. Unterwegs kommst du an einem Bauernhof mit kleinem Lädchen vorbei, sonst kaufst du auf der Route nichts.
💡 Tipp: Zum Wasserfall selbst steigt man über einen schmalen Waldpfad, deshalb sind Trekkingstöcke praktisch, die deine Knie beim Abstieg zurück ins Dorf entlasten.

11. Der Uferweg von Iseltwald zum Giessbach
Diese Route beginnt zwar nicht direkt in Bönigen, ist aber einer der schönsten Spaziergänge der ganzen Schweiz, den auszulassen eine Sünde wäre. Morgens steigst du einfach in den Bus 103 (den du mit der Guest Card gratis hast) oder aufs Schiff und lässt dich ins benachbarte Iseltwald bringen, wo der Weg startet.
Von dort führt der sogenannte Uferweg direkt entlang der felsigen Küste bis zu den Giessbachfällen. Erwarte aber keine ebene Promenade – gleich im ersten Kilometer steigst du eineinhalb Hundert Meter auf, der Weg wird stellenweise schmal, und manche Abschnitte sind in den Fels gehauen. Belohnt wirst du mit romantischen Buchten, wo man sich im Sommer die Füße abkühlen kann.
Die Route ist rund 5,3 Kilometer lang und nimmt anderthalb Stunden in Anspruch, die Serpentinen bei den Wasserfällen sind aber ordentlich steil, und ohne Stöcke geht es unangenehm hinab. Unterwegs kaufst du nichts zu essen, nimm die Brotzeit mit. Belohnen kannst du dich dann mit einem Kaffee auf der Terrasse des historischen Hotels und mit dem Nachmittagsdampfer zurück nach Bönigen fahren.
💡 Tipp: Der Weg ist über den Winter wegen Steinschlags gesperrt und öffnet in der Regel Ende März – in der Saison 2026 ist er begehbar, aber prüfe vor dem Ausflug lieber den aktuellen Stand auf der Website der Gemeinden Iseltwald oder Brienz. Und brich so früh wie möglich am Morgen auf, nachmittags ist es hier voll.

12. Wander-Herausforderung: Aufstieg auf den Harder Kulm
Die meisten Touristen fahren bequem mit der Bahn auf den Aussichtspunkt Harder Kulm, aber für fitte Wanderer gibt es hier eine viel größere Herausforderung. Von Bönigen aus kannst du dir den ganzen Weg bis zum Gipfel ehrlich zu Fuß erarbeiten. Sei aber darauf vorbereitet, dass es ein echter Waden-Killer wird.
Laut Komoot-Aufzeichnungen ist diese Ganztages-Runde 13,5 Kilometer lang, und die reine Gehzeit beträgt 5 Stunden und 16 Minuten. Unterwegs musst du harte 750 Höhenmeter überwinden, was die Route klar in die Kategorie der anspruchsvollen einreiht. Der Anstieg ist zwar sicher, aber sehr steil und endlos.
Die Belohnung für die Plackerei ist aber süß. Du bekommst ein unvergleichliches Gefühl der Genugtuung, wenn du auf der Aussichtsplattform ankommst – zwischen Touristen, die gerade aus der Bahn gestiegen sind. Auf dem Weg nach oben triffst du zudem nur minimal Menschen und genießt die Stille des Waldes, die du am Gipfel selbst garantiert nicht findest.
💡 Tipp: Wenn dir oben die Kräfte ausgehen, ist das überhaupt kein Problem. Du kannst dir im Restaurant ein Einzelticket für die Bahn hinab nach Interlaken kaufen und den Rest des Weges mit dem Bus fahren.

Touren, zu denen dich die Seilbahn bringt: 6 Routen über dem Tal
Das ist etwas, das ich selbst erst vor Ort verstanden habe: Im Berner Oberland geht man fast nirgends von unten hinauf. Klassisch ist es, sich mit Seilbahn oder Zahnradbahn über die Waldgrenze hinauffahren zu lassen und erst dort loszulaufen. Du sparst dir tausend Höhenmeter Plackerei und landest gleich in der Landschaft, wegen der du hergekommen bist.
Rechne aber damit, dass Schweizer Seilbahnen brutal teuer sind. Wenn du mehr als zwei solcher Ausflüge planst, rechne dir den Bernese Oberland Pass durch – für drei Tage kostet er 240 Franken, und viele Bahnen hast du damit gratis oder zum halben Preis. Und zu teuren Aussichtspunkten fahre nur bei klarem Wetter, sonst zahlst du zig Franken für einen Blick in den Nebel.

13. Von First zum Bachalpsee
Wenn du nur Zeit für eine Bergtour in der Umgebung hast, dann soll es diese sein. Von Grindelwald bringt dich die Gondel auf den First auf 2.167 Meter Höhe, und von dort geht es auf einem breiten, gepflegten Weg zum Bachalpsee auf 2.265 Metern. Hin und zurück dauert es knapp zwei Stunden, und du steigst nur etwas über 200 Meter auf.
Dieser See ist der Grund, warum man hierher kommt. Bei Windstille spiegeln sich in ihm Wetterhorn, Schreckhorn und Finsteraarhorn – also Gletscher-Viertausender, die du auf einmal alle auf der Wasseroberfläche unter dir hast. Es ist eine der meistfotografierten Szenerien der Schweizer Alpen, und live funktioniert sie noch besser als auf Fotos.
Von Interlaken kommst du mit dem Zug in rund 35 Minuten nach Grindelwald und dann mit der Gondel weitere 25 Minuten. Das Retourticket auf den First kostet in der Hauptsaison 76 Franken, mit Halbtax oder Swiss Travel Pass zahlst du 38.
💡 Tipp: Brich gleich mit der ersten Morgenverbindung auf – gegen zehn verwandelt sich der Weg zum See in eine schleichende Menschenschlange, und die Wasseroberfläche ist nach Mittag oft vom Wind gekräuselt, sodass du die Bergspiegelung nicht mehr einfängst. Und im Zug von Interlaken setz dich in den hinteren Teil: In Zweilütschinen wird der Zug getrennt, die vordere Hälfte fährt nach Lauterbrunnen.

14. Die königliche Höhenwanderung Schynige Platte – Faulhorn – First
Das ist die berühmteste Tagestour der ganzen Region, und französische wie englische Quellen zählen sie übereinstimmend zu den schönsten der Schweiz. Du fährst mit der Zahnradbahn auf die Schynige Platte, gehst den ganzen Tag über den Grat, mit dem Thuner- und dem Brienzersee auf der einen Seite und Eiger, Mönch und Jungfrau auf der anderen, und fährst mit der Gondel von First hinab.
Es sind rund 16 bis 17 Kilometer, und du solltest mit sechs bis acht Stunden rechnen – je nachdem, wie oft du stehen bleibst. Der höchste Punkt ist das Faulhorn auf 2.681 Metern, auf das du von der Schynige Platte in 4 Stunden und 10 Minuten aufsteigst. Unterwegs kommst du am Sägistalsee vorbei, und ganz am Ende steigst du am Bachalpsee ab.
Auf dem Gipfel des Faulhorns steht ein Berghotel von 1832 – nur zwei sind in der Schweiz älter. Man kann darin übernachten, und das ist eine Variante, die ich jedem empfehlen würde, der nicht die ganze Route am Stück laufen will. Du teilst sie dir auf zwei gemütliche Tage auf und hast dazu den Sonnenaufgang über den Gletschern.
💡 Tipp: Achte auf den Fahrplan – die Zahnradbahn auf die Schynige Platte fährt erst vom 13. Juni bis 25. Oktober, und die letzte Gondel vom First fährt nachmittags. Die Übernachtung auf dem Faulhorn kostet ab 80 Franken inkl. Halbpension, aber rechne damit, dass es oben weder Duschen noch Trinkwasser gibt und für den Schlafraum ein Hüttenschlafsack Pflicht ist.

15. Männlichen und der Panoramaweg zur Kleinen Scheidegg
Das ist meine klare Wahl, wenn du mit kleinen Kindern in die Berge gehst. Die Seilbahn bringt dich auf den Männlichen auf 2.222 Meter, und von dort führt zur Kleinen Scheidegg ein 4,5 Kilometer langer Panoramaweg, der eine bis anderthalb Stunden dauert. Fast die ganze Zeit geht es bergab, und es ist ein breiter Schotterweg, der auch mit Geländekinderwagen befahrbar ist.
Die ganze Zeit hast du direkt vor dir Eiger, Mönch und Jungfrau, es ist also das beste Verhältnis von Aussicht zu Anstrengung, das du in der Region findest. Am Ziel auf der Kleinen Scheidegg auf 2.061 Metern steigst du in den Zug und lässt dich wieder hinabbringen.
Bevor du losgehst, mach noch den Royal Walk – das ist ein Abstecher von der Bergstation auf den Gipfel des Männlichen selbst auf 2.345 Metern. Du steigst nur etwas über hundert Meter auf, und es dauert eine halbe Stunde, aber die Aussicht oben ist eine Klasse für sich im Vergleich zur Station.
💡 Tipp: Die Seilbahnen auf den Männlichen fahren vom 23. Mai bis 25. Oktober. Von Wengen kannst du für fünf Franken Aufpreis den „Royal Ride“ dazukaufen und auf einem offenen Balkon auf dem Kabinendach fahren – Kinder sind davon meist völlig aus dem Häuschen.

16. Der Eiger Trail direkt unter der Nordwand
Wenn dich Berge auch als Geschichte interessieren, ist das die richtige Route. Du fährst auf den Eigergletscher auf 2.348 Meter und gehst von dort rund sechs Kilometer hinab nach Alpiglen auf 1.616 Metern. Ganze zwei Stunden bewegst du dich direkt unter der Eiger-Nordwand, die über 1.600 Meter über dir aufragt.
Es ist ein Ort, an dem Bergsteigerschicksale geschrieben wurden und endeten, und auf der Route findest du auch eine Tafel mit Gedenkplaketten. Der Weg gilt als mittelschwer, du steigst dabei rund 780 Meter ab, und in den exponierteren Passagen sind Sicherungsseile gespannt. Erfrischen kannst du dich am Anfang und am Ende.
Achte auf die Saison, denn dieser Weg öffnet von allen am spätesten. Schnee hält ihn oft bis Anfang Juli geschlossen, und begehbar ist er etwa bis Mitte Oktober. Prüfe vor dem Ausflug immer den aktuellen Stand – er kann sich von einem Tag auf den anderen ändern.
💡 Tipp: Mit Kinderwagen kommst du hier nicht durch, und kleinere Kinder brauchen in den steinigen Passagen Hilfe. Zurück von Alpiglen fährt der Zug nach Grindelwald, aber es ist eine Bedarfshaltestelle, vergiss also nicht, dem Fahrer ein Signal zu geben.

17. Niederhorn und Steinböcke über dem Thunersee
Während alle nach Grindelwald fahren, liegt auf der anderen Seite von Interlaken das Niederhorn auf 1.950 Metern, und dort ist es deutlich ruhiger. Nach oben kommst du vom Ufer des Thunersees mit der Standseilbahn und dann mit der Gondel, insgesamt dauert es rund eine halbe Stunde.
Der Hauptmagnet sind hier die Steinböcke. Die örtliche Kolonie wurde 1949 durch das Aussetzen von drei Böcken gegründet, und heute leben hier fünfundsiebzig bis hundert Tiere. Von Juli bis September bricht zudem jeden Donnerstagvormittag eine geführte Exkursion mit einem örtlichen Experten direkt zu den Herden auf.
Die Höhenwanderung von hier auf das Gemmenalphorn auf 2.061 Metern gewann die Goldmedaille für den schönsten Wanderweg der Schweiz, ist aber eine Ganztages-Angelegenheit für Fitte. Mit Kindern reicht dir ein sechshundert Meter langer Rundweg direkt bei der Station, den du in einer halben Stunde schaffst und wo oben ein Restaurant mit Spielplatz ist.
💡 Tipp: Die Bahnen fahren vom 1. Mai bis 15. November. Das Retourticket vom See kostet 65 Franken, aber wenn du mit dem Bus bis nach Beatenberg fährst und dort einsteigst, zahlst du nur 49. Das Niederhorn gibt zudem einen Familienrabatt – du zahlst nur für das erste Kind.

18. Mit der Dampfzahnradbahn aufs Brienzer Rothorn
Dieser Ausflug ist schon durch die Fahrt selbst ein Erlebnis. Von Brienz am anderen Ende des Sees fährt die Dampf-Zahnradbahn von 1892 ab, die zusammen mit der Furka-Strecke die einzige regelmäßig mit Dampf betriebene Bahn der Schweiz ist. In einer Stunde klettert sie auf siebeneinhalb Kilometern Strecke 1.678 Höhenmeter hinauf.
Die Bergstation liegt auf 2.244 Metern, und auf den Gipfel des Brienzer Rothorns selbst auf 2.350 Metern steigst du in fünfzehn Minuten. Die Aussicht von hier ist außergewöhnlich – man sagt, dass man von hier 693 Gipfel sieht. Oben gibt es zwei Restaurants, und im Berghotel kann man auch übernachten.
Wer zu Fuß gehen will, kann in zweieinhalb Stunden zur Zwischenstation Planalp absteigen und von dort mit dem Zug hinunterfahren. Dabei steigt man etwa tausend Meter ab, das geht also auf die Knie. Von Bönigen kommst du über Interlaken Ost her, von wo es mit dem Zug nach Brienz knapp zwanzig Minuten sind.
💡 Tipp: Bis auf den Gipfel fährt man nur vom 6. Juni bis 25. Oktober, früher endet die Bahn auf der Planalp. Das Retourticket kostet 98 Franken, aber Kinder von sechs bis fünfzehn Jahren fahren für zehn Franken, und mit dem Bernese Oberland Pass ist die Fahrt gratis. Für acht Franken kannst du einen bestimmten Platz reservieren.

Ausflüge von Bönigen: 6 Tipps für die Umgebung
Wenn du Bönigen als deine Basis hast, öffnet sich dir das ganze Berner Oberland wie auf einem Präsentierteller. Hier brauchst du schon ein etwas größeres Budget, denn Schweizer Seilbahnen und Bergzüge sind keine billige Angelegenheit, aber die Erlebnisse bleiben dir ein Leben lang in Erinnerung.
Ich empfehle, Ausflüge nach der aktuellen Wettervorhersage zu planen. Zu teuren Bergaussichten macht es nur an Tagen Sinn zu fahren, an denen der Himmel absolut klar ist, sonst zahlst du zig Franken für einen Blick in undurchdringlichen grauen Nebel.

19. Harder Kulm: Der Hausberg von Interlaken
Das ist absolute Pflicht. Der Harder Kulm auf 1.322 Metern Höhe ist als Hausberg von Interlaken bekannt und bietet den ikonischsten Ausblick der ganzen Gegend. Die historische Standseilbahn (Funikular) bringt dich in nur 10 Minuten aus dem Tal hinauf, in denen sie 755 Höhenmeter auf einer nur 1,4 Kilometer langen Strecke überwindet.
Für 2026 kostet das Retourticket für Erwachsene 44 CHF. Wenn du einen Swiss Travel Pass oder Bernese Oberland Pass hast, bekommst du 50 % Rabatt. Die Bahn fährt vom 3. April bis 29. November jede halbe Stunde, wobei du im Sommer bis spät in die Nacht hinabfahren kannst.
Oben erwartet dich die berühmte Aussichtsplattform Two Lakes Bridge, die dramatisch über den tiefen Abhang hinausragt. Du stehst darauf und siehst unter dir gleichzeitig beide Seen (Thunersee und Brienzersee), und direkt vor dir hast du das majestätische Alpen-Trio Eiger, Mönch und Jungfrau. Es sieht hier wirklich aus wie in einer Filmkulisse.
💡 Tipp: Umgehe die Warteschlangen und kauf dein Ticket im Voraus online direkt auf der Website von Harder Kulm. Du bekommst einen QR-Code aufs Handy und gehst direkt zu den Drehkreuzen.

20. Die Giessbachfälle und der Durchgang hinter dem Wasser
Das Wasser stürzt hier in 14 Kaskaden etwa 400 Meter direkt in den See, und bevor du denkst, du hättest Wasserfälle schon woanders gesehen, warte ab, was noch kommt. Um die Wasserfälle führt ein Netz perfekt gepflegter Wege, die dich bis zu den lautesten und wildesten Abschnitten bringen.
Der größte Magnet ist der Weg, der direkt HINTER einem der Wasserfälle verläuft. Du kannst unter einem mächtigen Felsüberhang durchgehen und durch die fallende Wasserwand hinab auf den türkisen See und die umliegenden Berge blicken. Es ist eine sichere, rund 20-minütige Runde, die dich völlig verzaubert.
Hierher kommst du mit dem Auto (das Parken kostet 15 CHF pro Tag in der Hauptsaison), aber viel stilvoller ist es, mit dem Schiff zur Haltestelle Giessbach See anzulegen. Von dort führt der Weg entweder zu Fuß oder mit der historischen Bahn direkt zum Beginn der Wege.
💡 Tipp: Wenn du im Frühling zur Schneeschmelze oder nach ergiebigen Regenfällen hierher willst, rechne damit, dass du auf dem Weg hinter dem Wasserfall eine ordentliche Dusche abbekommst. Eine Regenjacke ist ein Muss.

21. Die älteste Schweizer Touristen-Standseilbahn und das Grandhotel
Wenn du schon mit dem Schiff unter den Giessbachfällen ankommst, lass dir dieses technische Unikat nicht entgehen. Vom Anleger hinauf zum Hotel fährt die Giessbachbahn – die älteste bis heute betriebene Standseilbahn der Schweiz. Sie fährt seit 1879 und war überhaupt die erste Schweizer Bahn, die rein für Touristen gebaut wurde. Ihre historischen roten Waggons sind unglaublich fotogen.
Die Bergstation spuckt dich direkt vor den Toren des atemberaubenden Grandhotels Giessbach aus. Dieser luxuriöse Palast aus dem 19. Jahrhundert beherbergte die feine Gesellschaft aus aller Welt und hat sich bis heute seine aristokratische Atmosphäre bewahrt. Rund um das Hotel erstreckt sich ein sorgfältig gepflegter Park von unglaublichen 22 Hektar Fläche, durch den du frei spazieren kannst.
Auch wenn du nicht im Hotel wohnst, empfehle ich dir unbedingt, dich auf ihre riesige Aussichtsterrasse zu setzen. Der Kaffee kostet hier zwar ein Vermögen, aber mit den Wasserfällen im Hintergrund und dieser aristokratischen Atmosphäre fühlst du dich wie in einem Roman von Agatha Christie, und das ist es einfach wert. ☺️
💡 Tipp: Mehr über die Geschichte des Hotels und die aktuellen Fahrpläne der Bahn kannst du auf der schönen Website des Grandhotel Giessbach lesen.

22. Iseltwald und der ikonische Steg aus der Serie
Das benachbarte Iseltwald ist ein malerisches Örtchen auf einer kleinen Halbinsel, wohin dich von Bönigen das Schiff oder der Bus 103 bringt. Der örtliche Holzsteg wurde aber kürzlich zur viralen Sensation, denn hier wurde eine Schlüsselszene für die berühmte koreanische Netflix-Serie Crash Landing on You gedreht.
Seither strömen Scharen asiatischer Touristen hierher, die ein Foto am selben Ort wie ihre Serienhelden machen wollen. Die Gemeinde hat die Situation clever gelöst und vor dem Steg ein Drehkreuz installiert, das eine „Selfie-Gebühr“ von 5 CHF kassiert. Der Erlös geht in die Dorfreinigung und die Abfallentsorgung nach den Touristenmassen. Allein 2024 gingen fast 50.000 Menschen durch das Drehkreuz, und die Gemeinde nahm damit rund 245.000 Franken ein. Die öffentlichen Toiletten für einen Franken brachten weitere 58.000 dazu.
Außer dem Steg siehst du hier auch das schöne Schlösschen Seeburg von 1907, das als Symbol des Dorfes gilt (leider ist es in Privatbesitz, und du kannst es nur von außen ansehen). Im See, ein Stück vom Ufer entfernt, liegt dann Schnäggeninseli, die einzige Insel im Brienzersee, wo einer Sage nach Mönche Schnecken züchteten.
💡 Tipp: Wenn du den Menschenmassen am Drehkreuz entgehen und in Ruhe das Dorf besichtigen willst, schau dir die Infos auf der Tourismus-Website an und plane deinen Besuch in Iseltwald gleich für den frühen Morgen.

23. Schynige Platte: Zahnradbahn und Alpengarten
Für diesen Ausflug musst du dich nur ins nahe Wilderswil begeben, von wo die historische Zahnradbahn auf die Schynige Platte auf 1.967 Meter Höhe abfährt. Die Fahrt in den alten Holzwaggons dauert fast eine Stunde und ist pure Romantik. Das Retourticket kostet 2026 68 CHF für Erwachsene, mit Halbtax oder Swiss Travel Pass 34 CHF, und mit dem Bernese Oberland Pass ist die Fahrt gratis. Die Zahnradbahn fährt vom 13. Juni bis 25. Oktober.
Oben empfängt dich ein atemberaubender botanischer Alpengarten, wo auf einem sorgfältig gepflegten Rundweg rund 800 Arten von Hochgebirgspflanzen wachsen, darunter seltene Alpen-Edelweiße. Alles ist schön beschriftet und nach natürlichen Biotopen geordnet.
Das beste Erlebnis ist aber der Rundweg Panoramaweg. Das ist eine gemütliche Tour von rund 2,5 Stunden, die dich zu zwei fantastischen Aussichtspunkten auf den Felsen Daube und Oberberghorn führt. Es ist eine Route für die ganze Familie, die keinerlei Klettertalent erfordert, aber Ausblicke wie für Profis bietet.
💡 Tipp: 2026 gelten an bestimmten Daten (meist von Mitte Juni bis Oktober) verschiedene Sonderrabatte, vergiss also beim Kauf an der Kasse nicht zu prüfen, ob du Anspruch auf ein günstigeres Ticket hast.

24. Interlaken: Die benachbarte Touristenbasis
Wenn dir die Ruhe von Bönigen zu viel wird, steigst du einfach in den Bus 103 und bist in knapp 10 Minuten im Zentrum von Interlaken. Diese Stadt ist das genaue Gegenteil. Sie ist lebhaft, voller Souvenirläden, luxuriöser Uhrenboutiquen, und über den Köpfen kreisen ständig Dutzende Paragleiter, die auf der großen Wiese Höhematte direkt im Zentrum landen.
Du findest hier die besten Supermärkte für den Einkauf von Vorräten, viele Restaurants aus aller Welt und ein riesiges Casino. Interlaken funktioniert zudem als Haupt-Verkehrsknotenpunkt für die größten Ausflüge der Region, inklusive der extrem teuren Zahnradbahn aufs Jungfraujoch (Top of Europe).
Es ist schön, durch die Stadt zu schlendern, Schokolade einzukaufen und die internationale Atmosphäre aufzusaugen, aber du wirst sehen, dass du abends mit großer Freude zurück ins stille Dorf am See kehrst. Interlaken ist ein toller Diener, aber als Wohnbasis ist es für meinen Geschmack zu chaotisch.
💡 Tipp: Alle Informationen zu aktuellen Veranstaltungen, Festivals und Seilbahnen in der weiteren Umgebung findest du am besten aufbereitet auf dem Portal Interlaken, das du dir als Lesezeichen speichern solltest.

Bönigen mit Kindern: Was du mit der Familie unternehmen kannst
Das Berner Oberland kann für den Familiengeldbeutel ziemlich unbarmherzig sein, aber Bönigen ist in dieser Hinsicht überraschend freundlich und hat einen riesigen Vorteil. Viele Aktivitäten lassen sich direkt am Wasser machen, ohne dass du teure Seilbahnen zahlen musst, und das Gelände ist hier flach genug, dass es auch kleinere Kinder ohne unnötiges Gemecker schaffen.
Das örtliche Tourismusbüro weiß außerdem sehr gut, dass Familien einen wesentlichen Teil der Besucher ausmachen, sodass du hier viele clevere Attraktionen findest, die Kinder in Bewegung halten und trotzdem nicht genervt sind. Hier sind fünf bewährte Tipps, was du mit Kindern unternehmen kannst:

Strandbad The Beach und großzügiger Spielplatz
Wenn es draußen heiß ist, ist das die absolute Sicherheit. Der Eintritt von 4 CHF pro Kind (bis 15 Jahre) ist für Schweizer Verhältnisse ein Witz-Betrag. Kinder können sich im beheizten Becken mit einer idealen Tiefe zum Spielen austoben oder im sicheren Kinderplanschbecken.
Teil des Areals ist ein großer Spielplatz mit Wasserattraktionen, wo sich die Kleinen problemlos gegenseitig mit Wasser bespritzen und Sandburgen bauen. Der ganze Bereich ist zudem problemlos mit Kinderwagen zugänglich, sodass du auch mit den kleinsten Ausflüglern leicht herkommst.

Schatzsuche und Krimispiel in Iseltwald
Wie bringt man Kinder ohne Gejammer zum Laufen? Mit einem Spiel! Direkt in Bönigen kannst du mit den Kindern auf die Schatzsuche Bönigen (Schatzsuche für Familien) gehen, was eine spielerische Form des Dorfrundgangs mit Aufgaben ist. Die Stationen sind clever so ausgedacht, dass sie alle Generationen unterhalten.
Im benachbarten Iseltwald gibt es wiederum den KrimiSpass Iseltwald, ein digitales Detektivspiel fürs Smartphone, bei dem Kinder beim Spaziergang durch die Umgebung einen rätselhaften Fall lösen. Es dauert gerade so lange, dass es ihre Aufmerksamkeit hält und niemandem die Füßchen wehtun.

Camping TCS: tolle Lage, aber mit großem Vorbehalt
TCS Camping Bönigen Brienzersee an der Campingstrasse 14 liegt direkt am See und zweihundert Meter vom Strand entfernt. Die Lage ist wirklich toll, und das ist etwas, das ihm niemand nehmen kann. Die Saison läuft vom 2. April bis 18. Oktober, und im Sommer zahlst du rund 72 bis 80 Euro pro Nacht.
Gleich zu Beginn muss ich aber eine Sache richtigstellen, die viele deutsche und ausländische Websites abschreiben: Auf dem Campingplatz gibt es weder ein Schwimmbad mit Rutsche noch Reiten. Es gibt nur ein Kinderplanschbecken, einen Spielplatz und ein Gehege mit Kaninchen und Hühnern. Das beheizte Becken und die Rutschen sind im benachbarten Strandbad The Beach, wohin die Campinggäste gratis gehen – nur hat das eben nur von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet, sodass ein Teil der Campingsaison geschlossen ist.
Und jetzt das Unangenehme. Wir waren hier mit unserem zweijährigen Sohn, der gerade das Töpfchen trainierte, und gleich am ersten Tag passierte ihm ein Missgeschick. Wir zogen ihm die nasse Hose aus und setzten ihn auf den Rasen, falls er beenden musste, was er begonnen hatte. Innerhalb kurzer Zeit stand ein Angestellter des Campingplatzes bei uns und bezeichnete das als „disgusting“ mit der Bemerkung, dass man auf den Rasen nicht pinkeln dürfe, wenn Toiletten vorhanden seien.
Fünf Minuten später kam ein zweiter Angestellter mit der Bemerkung, der Manager habe es gemeldet, und erklärte uns erneut, dass doch jedes Kind eine Toilette benutzen könne und dass so etwas hier noch nie passiert sei. Einem zweijährigen Kind im Töpfchentraining passieren aber nun mal Missgeschicke, und wir waren dabei und haben es sofort geregelt. Uns störte nicht der Hinweis auf die Regeln, sondern der feindselige und herabwürdigende Ton.
Den Rest des Aufenthalts fühlten wir uns dort unwillkommen. Dem Personal würde ich eine Eins von fünf geben, der Lage eine Fünf von fünf. Und wir sind damit nicht allein: Auf TripAdvisor hält der Platz nur 3,9 von 5, und die Bewertung des Service ist von der ganzen Beurteilung die niedrigste. Im April 2026 betitelte eine andere Familie ihre Rezension gleich mit „Familien nicht willkommen“, nachdem das Personal unangemessen auf die Krümel ihres ein- und vierjährigen Kindes reagiert hatte.
💡 Tipp: Wenn du in Bönigen campen willst und ein Kleinkind dabeihast, rechne damit, wie es hier läuft – Familien mit den Kleinsten empfehle ich diesen Campingplatz nach eigener Erfahrung nicht. Erwäge lieber ein Apartment mit Küchenzeile, das in der Schweiz sowieso besser wegkommt als Essen im Restaurant. Wer trotzdem fährt, sollte nach Platz Nummer 22 fragen – er ist der einzige, wo die Hecke den Blick auf den See freilässt.

Lilys Alpenspielplatz und Panoramaweg auf der Schynige Platte
Wenn du mit der Zahnradbahn auf die Schynige Platte fährst, werden die Kinder von Lilys Alpenspielplatz begeistert sein. Sie finden hier einen abenteuerlichen Balancierpfad, eine riesige Rutsche und ein Klettergerüst in Form eines Adlerhorstes mit Blick auf die majestätischen verschneiten Berge.
Die anschließende Tour auf dem Rundweg Panoramaweg nimmt rund 2,5 Stunden in Anspruch, und das Gelände ist so freundlich, dass es mit etwas Hilfe auch Vorschulkinder schaffen. Der Weg ist breit, sicher und voller Bänke, wo man jederzeit für eine Brotzeit anhalten kann.

Schiff und barrierefreie Promenade mit Kinderwagen
Die Fahrt mit dem historischen Dampfer selbst ist für Kinder ein riesiges Erlebnis (und denk daran, dass Kinder bis 6 Jahre auf den BLS-Schiffen völlig gratis fahren, ältere bis 15 Jahre haben den halben Preis). An Bord können sie das riesige Schaufelrad in Bewegung beobachten, was zuverlässig eine gute halbe Stunde beschäftigt.
Mit dem Kinderwagen kannst du dich zudem auf den Seepromenadeweg begeben, einen schönen, breiten und völlig barrierefreien Spaziergang entlang des Sees und der Aare in Richtung Interlaken. Nirgends unterwegs stößt du auf lästige Treppen, und der Untergrund ist schön glatt.

Wo du in Bönigen essen kannst
Die Gastro-Szene direkt im Dorf ist eher überschaubar, es ist eben keine Großstadt. Die meisten Leute fahren für die große Auswahl an Küchen mit dem Bus ins nahe Interlaken, aber auch direkt am See findest du ein paar sehr angenehme Lokale, wo du dich nach der Wanderung ausruhst. Die örtlichen Restaurants servieren oft frischen Fisch aus dem Brienzersee, eine berühmte lokale Spezialität, für die Reisende aus der ganzen Umgebung anreisen.
Wenn du nach einem anstrengenden Tag auf Nummer sicher gehen willst, hier sind Lokale mit hervorragender Bewertung:

Pizzeria La Bohème
Du findest sie direkt im Gebäude des Hotels Seiler au Lac an der Seepromenade (Am Quai 3). Bei Google hält sie eine sehr solide Bewertung von 4,4 und ist eine absolut sichere und sättigende Wahl, wenn du nach einem anstrengenden Tag gerade nicht lange experimentieren willst mit der Speisekarte.
Lass dir auf keinen Fall die tolle Pizza Margherita mit extra Käse oder die ausgezeichnete Pasta entgehen. Man sitzt hier schön nah am Wasser, die Atmosphäre ist angenehm entspannt, und das Personal ist völlig an verschwitzte Touristen in schweren Wanderschuhen gewöhnt.

Sweet Ride
Das ist das am besten bewertete Lokal im ganzen Ort (Bewertung 4,9 aus fast zweihundert Rezensionen). Es ist ein kleineres, ungemein sympathisches Café und eine Eisdiele am Wasser, wo du einfach für eine süße Nachmittagsbelohnung für die gelaufenen Kilometer vorbeischauen musst.
Probier ihren Spezialitätenkaffee und vor allem das fantastische handwerkliche Eis, das Einheimische wie ausländische Touristen lieben. Es ist genau der Ort, an dem du dich nach einem Ganztagesausflug in Ruhe in die Sonne setzen und einfach nur die Wasseroberfläche des Sees beobachten willst.

Restaurant Bären Bönigen
Das traditionelle Schweizer Lokal an der Hauptstrasse begeistert dich mit seiner unverfälschten lokalen Atmosphäre und typischen Architektur. Gäste erwähnen in Rezensionen oft, dass sie direkt von ihren Gastgebern hierher geschickt wurden – als Insider-Tipp für garantiert gutes Essen.
Sie haben hier ein sehr freundliches und zuvorkommendes Personal, ein mittleres Preisniveau und auf der Karte viele ehrliche Schweizer Klassiker wie Käsespezialitäten und deftige hausgemachte Suppen. Eine ideale Wahl zum Aufwärmen, wenn es gerade regnet.
Wohin von Bönigen weiter
Die Schweiz ist ein riesiger Spielplatz, und vom Berner Oberland hast du es nah zu weiteren fantastischen Zielen. Wenn du noch ein paar freie Tage im Reiseplan hast, schau dir unbedingt diese weiteren Reiseführer von mir an:
- Interlaken und Jungfraujoch: ausführlicher Reiseführer zum lebhaften Nachbarn und zum Ausflug aufs Dach Europas.
- Grindelwald: das Gletscherdorf, eingebettet unter der Eiger-Nordwand, das du im Nu mit dem Zug erreichst.
- Lauterbrunnen: das Tal mit 72 Wasserfällen, das angeblich Tolkien beim Schreiben des Herrn der Ringe inspirierte.
- Urlaub in der Schweiz: ein riesiger Überblicksartikel voller praktischer Tipps fürs Reisen durchs ganze Land.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt es sich, in Bönigen statt in Interlaken zu wohnen?
Auf jeden Fall. Bönigen bietet viel mehr Ruhe, eine authentische Atmosphäre eines traditionellen Dorfes und die Unterkünfte sind hier deutlich günstiger als im geschäftigen Zentrum von Interlaken. Dank der Guest Card kannst du kostenlos in die Stadt fahren und die Fahrt dauert nur 9 Minuten.
Wie komme ich von Interlaken dorthin?
Am einfachsten ist es, direkt vor dem Bahnhof Interlaken Ost in die Buslinie 103 einzusteigen. Sie fährt alle halbe Stunde. Eine weitere schöne Möglichkeit ist die Anreise mit dem historischen Dampfschiff über den See (ca. 10 Minuten Fahrt), oder du machst einen entspannten 40-minütigen Spaziergang zu Fuß entlang des Ufers.
Kann man im Brienzersee baden?
Ja, aber das ist eher etwas für Abgehärtete. Der See ist glazialen Ursprungs, sodass das Wasser selbst im wärmsten August meist nur 18 bis 22 °C hat. Wenn dir kaltes Wasser zu kalt ist, bietet das örtliche Strandbad The Beach glücklicherweise ein schönes beheiztes Schwimmbad.
Wie viele Tage reichen für einen Besuch?
Das Dorf selbst kannst du an einem Nachmittag erkunden, aber als Ausgangspunkt für Ausflüge ist es ideal für 3 bis 5 Tage. Du schaffst es, zum Harder Kulm hinaufzufahren, den Drei-Wasserfälle-Weg zum Giessbach zu gehen, ein Kajak zu mieten und mit der Zahnradbahn auf die Schynige Platte zu fahren.
Was kann man bei Regen unternehmen?
An Regentagen (von denen es auch im Sommer etwa 10 pro Monat gibt) lohnt es sich, im Dorfmuseum „alte Pinte“ vorbeizuschauen, oder mit dem Bus nach Interlaken zu fahren, wo es viele überdachte Attraktionen, Geschäfte, Cafés gibt und du dort auch einen großen Schwimmbadkomplex oder ein Casino findest.
Ist es für Kinder geeignet?
Bönigen ist für Familien absolut fantastisch. Es gibt hier tolle Spielplätze am Strand, familienfreundliche Campingplätze mit Pool, ebene barrierefreie Wege für Kinderwagen entlang des Flusses und Kinder lieben die Fahrt mit dem historischen Dampfschiff. Die interaktive Schatzsuche beschäftigt sie einen ganzen Nachmittag lang.
Wie viel kostet ein Ausflug zum Harder Kulm?
In der Saison 2026 kostet die Hin- und Rückfahrt mit der Seilbahn für einen Erwachsenen 44 CHF. Wenn du Kinder zwischen 6 und 15 Jahren hast, zahlen sie nur die Hälfte (bis 6 Jahre kostenlos). Mit Karten wie dem Swiss Travel Pass oder dem Bernese Oberland Pass erhältst du eine sehr angenehme Ermäßigung von 50 %.
Ist der Steg in Iseltwald kostenpflichtig?
Ja, aufgrund des enormen Ansturms asiatischer Touristen nach dem Erfolg der Serie Crash Landing on You hat die Gemeinde vor dem Steg ein Drehkreuz installiert. Für das berühmte „Selfie“ auf dem Holzsteg wird nun eine Gebühr von 5 CHF erhoben, die für die Instandhaltung des Dorfes verwendet wird.
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