Lauterbrunnen Schweiz: 12 Tipps für das Tal der 72 Wasserfälle

Die Schweiz birgt viele Schätze, aber ein einziges Tal hat sogar J. R. R. Tolkien zur Erschaffung des sagenhaften Bruchtal inspiriert. Lauterbrunnen in der Schweiz ist genau so magisch, wie du es aus Der Herr der Ringe in Erinnerung hast – und vielleicht sogar noch ein Stück mehr. Rundherum ragen steile Felswände auf und aus unglaublichen Höhen stürzen Dutzende Wasserfälle in die Tiefe.

Auf Fotos sieht es fast wie eine märchenhafte Illusion aus, aber glaub mir: Dieses Alpendorf ist absolut real. Ich habe für dich einen kompletten Reiseführer zusammengestellt, damit du weißt, was du hier auf keinen Fall verpassen darfst und wie du den größten Menschenmassen entgehst. Wir zeigen dir alles von den ikonischen Wasserfällen bis zu den adrenalingeladenen Aussichtspunkten.

Dieses Jahr wird in der Region außerdem eine neue Rekord-Seilbahn fertiggestellt, gleichzeitig musst du aber mit einer wichtigen Streckensperrung rechnen. Werfen wir einen Blick auf zwölf Orte und Erlebnisse, die du im Tal der 72 Wasserfälle nicht verpassen solltest.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
Foto: Alex Franco da Rocha / Pexels

Zusammenfassung

  • Die höchsten Wasserfälle: Beeindruckend sind der frei fallende Staubbachfall und die im Inneren des Felsens verborgenen Gletscher-Trümmelbachfälle.
  • Streckensperrung 2026: Die Seilbahn von Lauterbrunnen nach Grütschalp fährt vom 13. April bis 10. Juli 2026 nicht. Nach Mürren musst du über Stechelberg.
  • Neue Seilbahn: Im April 2026 wird das Projekt der steilsten Kabinenseilbahn der Welt fertiggestellt, die dich bis aufs Schilthorn bringt.
  • Wo übernachten: Die Kapazitäten im Tal sind sehr begrenzt, buche deine Unterkunft Monate im Voraus. Eine tolle Wahl ist das Hotel Staubbach mit Blick auf den Wasserfall.
  • Keine Eintrittsgebühren: Trotz Medienberichten über eine geplante Eintrittsgebühr fällt für den Besuch des Dorfes keine Gebühr an.
  • Autofreie Zonen: In die Dörfer Wengen und Mürren kommst du nicht mit dem Auto, du musst es im Parkhaus am Bahnhof stehen lassen.
Wann nach Lauterbrunnen reisen
Foto: Adrian Limani / Pexels

Wann du nach Lauterbrunnen in der Schweiz reisen solltest

Am kraftvollsten sind die Wasserfälle im Frühling, wenn in den Bergen der Schnee schmilzt – und das ist gleichzeitig die schönste Zeit für einen Besuch. Mai und Juni sind absolut ideale Monate, wenn du das herabstürzende Wasser in seiner majestätischsten Form erleben willst. Die Galerie hinter dem Hauptwasserfall öffnet außerdem, sobald das Wintereis geschmolzen ist, und die Kulisse ist schlichtweg atemberaubend. Gleichzeitig zeigen sich auf den Almwiesen die ersten Blumen, sodass es hier aussieht wie auf einem gemalten Bild.

Wenn du im Juli oder August anreist, kannst du sicher sein, dass die gesamte Infrastruktur und alle Seilbahnen in Betrieb sind. Sei aber darauf vorbereitet, dass das Tal mit einem riesigen Touristenansturm zu kämpfen hat. In der Sommersaison empfehle ich dir, sehr früh am Morgen aufzustehen, um die schönsten Orte in Ruhe zu genießen. Nachmittags bilden sich an den Seilbahnen oft lange Warteschlangen.

September und Oktober bringen herrliche Herbstfarben und deutlich weniger Menschen ins Tal. Du musst aber vorher die Fahrpläne prüfen, denn einige Seilbahnen werden im Herbst gewartet. Der Abschnitt Stechelberg–Mürren hat zum Beispiel in der zweiten Oktoberhälfte eine Sperrung geplant.

Im Winter verwandelt sich das Tal in ein verschneites Märchen und wird zu einer perfekten Basis für die umliegenden Skigebiete. Rechne jedoch damit, dass der Trümmelbach-Wasserfall im Winter komplett geschlossen ist. Der Hauptwasserfall Staubbach friert oft zu einem riesigen Eisvorhang ein, was zwar wunderschön ist, aber du kommst dann nicht so nah heran. Dafür kannst du hier perfekt Ski fahren und Winterwanderungen auf präparierten Wegen unternehmen.

Wo in Lauterbrunnen übernachten
Foto: Gotta Be Worth It / Pexels

Wo du in Lauterbrunnen übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dagegen über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Bettenkapazität im Tal ist erschreckend gering und die Nachfrage aus aller Welt riesig. Eine Unterkunft musst du hier mit großem Vorlauf organisieren, idealerweise gleich, sobald du die Flüge gebucht oder die Anreise mit dem Auto geplant hast. Sei außerdem darauf gefasst, dass die Schweizer Preise gnadenlos sind – aber mit Blick auf die Alpengipfel aufzuwachen, ist es absolut wert.

Direkt am Bahnhof findest du das Hotel Silberhorn, ein toller und praktischer Klassiker. Es bietet eine schöne Terrasse und ist oft die erste Wahl für Paare, die alles in greifbarer Nähe haben wollen. Wenn du etwas Romantischeres suchst, schau dir unbedingt das Hotel Staubbach an, das fantastische Bewertungen hat und Zimmer mit direktem Blick auf den ikonischen Wasserfall bietet.

Im Zentrum des Dorfes steht das beliebte Hotel Schützen, das mit einem gemütlichen Restaurant mit Kamin und guten Preisen lockt. Wenn du mit kleinerem Budget reist, ist das Valley Hostel eine absolute Legende unter Rucksacktouristen – mit unglaublich sauberen Zimmern, von denen einige direkt auf die Wasserfälle blicken.

Für Naturliebhaber und Camper gibt es den Camping Jungfrau, für den es online nur begeisterte Bewertungen hagelt – und nach den Fotos wundert man sich kein bisschen. Du kannst auch einen Blick auf ihre Website werfen. Geboten werden nicht nur Zeltplätze, sondern auch gemütliche Bungalows. Wenn du lieber hoch über dem Tal in einer autofreien Zone schlafen möchtest, reserviere ein Zimmer im Hotel Edelweiss Superior im Dorf Mürren, wo dich absolute Ruhe und Stille erwarten.

Käsefondue, ein Schweizer Klassiker
Foto: Gonzalo Acuña / Pexels

Wo du in Lauterbrunnen essen kannst

Die Schweizer Küche ist zwar etwas deftig, aber nach einem ganzen Tag in den Bergen hast du dir die Käse-Schlemmerei zu hundert Prozent verdient. In Lauterbrunnen und den umliegenden Dörfern findest du jede Menge tolle Lokale, von gemütlichen Berghütten bis zu moderneren Cafés.

Käsefondue und Rösti an jeder Ecke
Foto: Melike B / Pexels

Käsefondue und Rösti an jeder Ecke

Wenn du die Klassiker genießen willst, empfehle ich dir, dich in eines der traditionellen Restaurants in Mürren oder Wengen zu setzen. Hervorragende traditionelle Rösti – goldbraun gebratene Kartoffelpuffer mit überbackenem Käse – gibt es zum Beispiel im Restaurant des Hotels Schützen direkt in Lauterbrunnen. Die meisten Lokale öffnen hier mittags und dann erst wieder zum Abendessen, achte also lieber auf die Uhrzeit.

Ein weiterer todsicherer Tipp für ein tolles Mittagessen mit unglaublicher Aussicht ist das Drehrestaurant Piz Gloria auf dem Schilthorn. Und wenn dich tagsüber die Lust auf etwas Kleines überkommt, gönn dir eine heiße Schokolade oder ein hausgemachtes Dessert. Die Schweizer sind Meister im Backen von Süßgebäck, da machst du definitiv nichts falsch.

12 Tipps, was man in Lauterbrunnen sehen und unternehmen kann
Foto: Gotta Be Worth It / Pexels

12 Tipps, was man in Lauterbrunnen sehen und unternehmen kann

Werfen wir einen Blick auf das Beste, was diese Alpenregion zu bieten hat. Ich verrate dir, wie du Zeit sparst, wo du die schönsten Ausblicke findest und worauf du dieses Jahr besonders achten solltest.

Staubbachfall
Foto: Gotta Be Worth It / Pexels

1. Staubbachfall

Das ist das absolute Wahrzeichen des ganzen Dorfes und womöglich der meistfotografierte Wasserfall der Schweiz. Der Staubbachfall misst stolze 297 Meter und trägt den Titel des höchsten frei fallenden Wasserfalls des Landes. Das Wasser stürzt aus einer senkrechten Felswand herab und zerschellt so heftig an den Felsen, dass in der Luft ständig ein feiner Sprühnebel hängt. Vom Bahnhof aus sind es nur ein paar Minuten bequemen Fußmarsch.

Eine Besonderheit ist, dass du direkt hinter das herabstürzende Wasser gelangen kannst. Vom Fuß des Felsens führt ein schmaler Pfad durch einen Tunnel und über Treppen bis zu einer speziellen Aussichtsgalerie. Nimm unbedingt einen Regenponcho oder eine wasserdichte Jacke mit, denn hier bleibst du garantiert nicht trocken.

Dieses Erlebnis ist komplett kostenlos, du zahlst nur einen freiwilligen Beitrag zur Instandhaltung des Weges. Du musst aber in der Hauptsaison hierherkommen, denn die Galerie ist nur von Mai bis Oktober geöffnet. Der Wasserfall hat über Jahrhunderte viele Künstler und Schriftsteller inspiriert, sogar der berühmte Goethe schrieb ein Gedicht über ihn. Das beste Licht zum Fotografieren herrscht hier vormittags, wenn die Sonne die ganze Felswand schön ausleuchtet. In den Wintermonaten wird der Zugang aus Sicherheitsgründen wegen herabfallender Eisstücke gesperrt.

Trümmelbachfälle, Wasserfälle im Inneren des Berges
Foto: JoachimKohlerBremen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

2. Trümmelbachfälle

Wenn dich der Staubbachfall von außen beeindruckt hat, dann holen dich die Trümmelbachfälle von innen völlig ab. Es handelt sich um ein System aus zehn Gletscherwasserfällen, die tief im Inneren des Berges verborgen sind. Diese Wasserfälle entwässern die mächtigen Gletscher der Riesen Eiger, Mönch und Jungfrau, und durch sie fließen unglaubliche zwanzigtausend Liter Wasser pro Sekunde.

Um zu ihnen zu gelangen, musst du nicht über Felsen klettern. Ein spezieller Tunnellift bringt dich ins Innere des Berges, von wo aus du dann über sicher gesicherte Stege und Gänge weitergehst. Es ist ein ohrenbetäubendes, dunkles und absolut faszinierendes Naturphänomen, das in Europa seinesgleichen sucht. Das von den Höhlenwänden zurückgeworfene Tosen des Wassers ist so laut, dass du dein eigenes Wort nicht hörst.

Für den Eintritt wird gezahlt, und die offizielle Website gibt einen Eintrittspreis von 18 CHF für Erwachsene (rund 19 €) und 8 CHF für Kinder an. Gerade wegen des Sprühnebels ist es drinnen ziemlich kühl und feucht, zieh dich also auch im Hochsommer warm an. Bedenke, dass Kinder unter vier Jahren und Hunde aus Sicherheitsgründen keinen Zutritt haben. Die Wasserfälle sind von April bis Anfang November zugänglich, im Winter wird der gesamte Komplex geschlossen.

Tal der 72 Wasserfälle und Wanderung nach Stechelberg
Foto: Gotta Be Worth It / Pexels

3. Tal der 72 Wasserfälle und Wanderung nach Stechelberg

Die ganze Region nennt sich stolz Tal der 72 Wasserfälle, und am besten erlebst du es zu Fuß. Vom Bahnhof führt ein wunderschöner und absolut leichter Weg über den ebenen Talboden bis ins Nachbardorf Stechelberg. Die gesamte Strecke misst knapp acht Kilometer und der Höhenunterschied ist minimal, sodass du dich sogar mit Kinderwagen auf den Weg machen kannst.

Während des etwa zweistündigen Spaziergangs passierst du einen Wasserfall nach dem anderen. Der Weg führt dich vorbei an verschneiten Gipfeln, grünen Weiden und traditionellen Holzhütten. Unterwegs stößt du auf mehrere Rastplätze und Bänke, an denen du einen Snack essen kannst. Auf der rechten Seite siehst du Felswände aufragen, die bis zu vierhundert Meter hoch sind.

Etwa auf halber Strecke kannst du einen Abstecher zu den Höhlenwasserfällen Trümmelbach machen, und mit etwas Glück siehst du auch Kühe mit den traditionellen Glocken, die untrennbar zu den Alpen gehören. Sobald du dein Ziel in Stechelberg erreicht hast, musst du nicht denselben Weg zurücklaufen. Von hier fährt regelmäßig der gelbe PostBus, der dich bequem zurück ins Zentrum von Lauterbrunnen bringt.

Wengen und Aussichtspunkt Männlichen
Foto: Stephan Leuzinger / Pexels

4. Wengen und der Aussichtspunkt Männlichen

Direkt über dem Tal liegt auf einer sonnigen Terrasse das malerische Dörfchen Wengen. Eine wichtige Information: Der gesamte Ort ist komplett autofrei. Von Lauterbrunnen kommst du hierher nur mit der Zahnradbahn Wengernalpbahn, deren Fahrt etwa vierzehn Minuten dauert und wunderbare Ausblicke in den Abgrund unter dir bietet.

Wengen ist das echte Postkarten-Schweizerdorf (Holzfassaden, Geranien in den Fenstern), aber der größte Magnet ist die Seilbahn auf den Gipfel Männlichen. Einige ihrer Kabinen haben sogar einen offenen Aussichtsbalkon auf dem Dach, was ein Erlebnis für sich ist. Oben erwartet dich ein weites Alpenpanorama und klare Bergluft.

Von der Bergstation aus solltest du unbedingt den sogenannten Royal Walk machen. Es handelt sich um einen leichten, dreißigminütigen Aufstieg zum eigentlichen Gipfel, wo eine Aussichtsplattform in Form einer Krone gebaut wurde. Von ihr aus hast du das ikonische Bergtrio Eiger, Mönch und Jungfrau wunderbar vor dir liegen.

Mürren und alpine Ausblicke
Foto: Ilia Bronskiy / Pexels

5. Mürren und alpine Ausblicke

Auf der gegenüberliegenden Talseite liegt auf 1.638 Metern Höhe ein weiteres autofreies Dorf, das berühmte Mürren. Es fungiert als natürlicher Balkon über dem tiefen Tal, und die Ausblicke von hier sind vielleicht sogar dramatischer als von Wengen. Normalerweise fährt hierher die Seilbahn von Lauterbrunnen nach Grütschalp und anschließend eine Schmalspurbahn.

💡 Tipp: Dieses Jahr musst du allerdings bei der Anreise sehr aufpassen. Vom 13. April bis 10. Juli 2026 findet eine riesige Sperrung statt, und die Seilbahn nach Grütschalp ist wegen kompletten Umbaus komplett außer Betrieb. In diesem Zeitraum erreichst du Mürren ausschließlich über die Ersatzroute von der Talstation Stechelberg.

Mürren selbst ist wunderbar fotogen. Du findest hier klassische, mit Geranien geschmückte Schweizer Chalets und jede Menge tolle Restaurants. Die Unterkunft gehört hier zwar zu den teureren, aber hoch über den Wolken mit Blick auf das Jungfrau-Massiv aufzuwachen, ist einfach unbezahlbar. Wenn du einen Ort zum Mittagessen suchst, machen die lokalen Lokale hervorragendes alpines Käsefondue oder traditionelle Rösti.

Gimmelwald und die Honesty Shops
Foto: urtimud.89 / Pexels
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6. Gimmelwald und die Honesty Shops

Wenn du von Mürren zu Fuß bergab gehst, stößt du auf das Dörfchen Gimmelwald. Hier ist die Zeit angeblich schon vor vielen Jahrzehnten stehen geblieben. Es leben hier rund hundert ständige Einwohner, und du findest weder große Hotels noch klassische Supermärkte. Der ganze Ort hat sich eine unglaublich authentische bäuerliche Atmosphäre bewahrt.

Das Interessanteste in Gimmelwald sind die sogenannten Honesty Shops, also Lädchen, die auf absolutem Vertrauen basieren. Die örtlichen Bauern haben hier draußen Kühlschränke aufgestellt, in denen sie hausgemachten Alpkäse, frische Eier oder Marmeladen anbieten. Niemand passt auf – du nimmst dir einfach die Ware und wirfst das Geld in eine bereitgestellte Holzkasse.

Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass irgendwo auf der Welt Anstand noch funktioniert. Halte zum Beispiel am Selbstbedienungskühlschrank bei Esther’s Guesthouse und kauf dir ein Stück Käse als Snack. Außerdem weißt du, dass jeder Franken direkt an die Einheimischen geht – und die brauchen es wirklich.

Drehrestaurant Piz Gloria auf dem Gipfel des Schilthorns
Foto: BKP / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

7. Schilthorn und Piz Gloria

Das ist der absolute Höhepunkt jedes Ausflugs in diese Region. Der Gipfel des Schilthorns ragt fast dreitausend Meter in die Höhe und wurde durch den legendären James-Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ berühmt. Bis heute gibt es hier das Drehrestaurant Piz Gloria, das sich innerhalb von fünfundvierzig Minuten einmal um die eigene Achse dreht, sodass du über zweihundert Berggipfel siehst.

Das Jahr 2026 ist für diesen Berg ein Jahr riesiger Veränderungen. Im April dieses Jahres wird nämlich der letzte Abschnitt des neuen Schilthornbahn-Projekts feierlich fertiggestellt, dessen Gesamtbau 130 Millionen Franken kostet. Der Abschnitt zwischen Stechelberg und Mürren trägt sogar den Titel der steilsten Kabinenseilbahn der Welt mit einer Steigung von über 159 Prozent.

Der Preis für eine Hin- und Rückfahrt ab Stechelberg liegt laut offizieller Preisliste bei rund 115 CHF (etwa 120 €). Im Preis enthalten ist aber nicht nur die Fahrt selbst, sondern auch der Eintritt ins interaktive James-Bond-Museum und der Zugang zum adrenalingeladenen Thrill Walk (an der senkrechten Felswand der Zwischenstation Birg aufgehängt). Der ganze Ausflug ist von der ersten bis zur letzten Minute vollgepackt mit großartigen Erlebnissen.

Allmendhubel und der Flower Park
Foto: Alec Doualetas / Pexels

8. Allmendhubel und der Flower Park

Wenn du mit Kindern reist, darfst du den Berg Allmendhubel nicht auslassen. Von Mürren fährt hierher eine altehrwürdige Standseilbahn, die dich auf knapp zweitausend Meter Höhe bringt. Die Fahrt dauert nur ein paar Minuten und die Hin- und Rückfahrt kostet akzeptable vierzehn Franken (den Preis überprüfst du am besten vor Ort, außerhalb der Saison kann er sich ändern).

Oben erwartet dich der Flower Park, ein Kinderspielplatz, der aussieht, als hätte ihn die Natur selbst entworfen. Kinder können hier durch riesige Holzblumen klettern, schaukeln und rutschen, während du dich auf die Terrasse des Panoramarestaurants setzen und deinen Kaffee mit unglaublichem Blick auf das Eiger-Massiv genießen kannst.

Vom Spielplatz aus beginnen außerdem schöne Themenwege wie der Flower Trail. Auf ihnen erfährst du jede Menge Wissenswertes über die lokale Alpenflora und siehst Blumen, die nur in diesen extremen Höhen wachsen. Es ist ein idealer Ort für einen entspannten Nachmittag, wenn du genug von anstrengenden Aufstiegen hast.

Klettersteig von Mürren nach Gimmelwald
Foto: Igor Meghega / Pexels

9. Klettersteig von Mürren nach Gimmelwald

Gleitschirmflieger über dem Tal von Lauterbrunnen
Foto: Marek Piwnicki / Pexels

Für Adrenalinjunkies gibt es hier einen gesicherten Klettersteig (Via Ferrata), der definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst ist. Der Klettersteig beginnt in Mürren und führt untypischerweise bergab nach Gimmelwald. Die gesamte Strecke misst über zwei Kilometer, und die ganze Zeit hast du unter den Füßen einen tiefen, dreihundert Meter tiefen Abgrund.

Das größte Highlight der ganzen Strecke ist die sogenannte Nepalbrücke. Es handelt sich um eine achtzig Meter lange Seilbrücke, die leicht schwankt und unter der absolute Leere klafft. Sie zu überqueren erfordert wirklich starke Nerven, aber die Fotos von diesem Ort sind absolut konkurrenzlos.

Der Zugang ist kostenlos (es wird nur ein freiwilliger Beitrag zur Instandhaltung der Seile gezahlt), aber die Pflichtausrüstung wie Klettergurt, Klettersteigset und Helm musst du dabeihaben. Du hast keine eigene? In Mürren verleiht sie problemlos jedes Sportgeschäft. Das Personal in den Verleihstationen erklärt dir bereitwillig alle Sicherheitsregeln.

10. BASE-Jumping

Lauterbrunnen ist weltweit bekannt als Mekka des BASE-Jumpings, also jenes Extremsports, bei dem Menschen mit dem Fallschirm von festen Punkten springen. Jährlich finden hier fünfzehn- bis zwanzigtausend Sprünge von den umliegenden senkrechten Klippen statt. Es ist ein faszinierendes Schauspiel, aber wir müssen ihm mit großem Respekt begegnen, denn dieser Sport ist extrem gefährlich.

Versuche niemals, Absprungstellen an den Klippenkanten zu suchen, das ist ein enormes Risiko. Der beste und völlig sichere Ort zum Beobachten ist direkt vom Talweg in Richtung Stechelberg. Etwa zwanzig Minuten Fußmarsch vom Dorf entfernt brauchst du nur über deinen Kopf zu blicken und siehst fast sicher bunte Fallschirme zu Boden schweben.

Direkt im Dorfzentrum gibt es das Airtime Café, ein legendäres Lokal, das eng mit der Community der Flieger und Gleitschirmpiloten verbunden ist. Hier gibt es absolut köstliche Zimtschnecken und großartigen Kaffee – ein idealer Halt, bevor du dich auf die nächste Tour machst. Außerdem finden hier oft begeisterte Gespräche von Fliegern aus aller Welt statt.

Kirchlein mit Friedhof
Foto: Khye Loh / Pexels

11. Kirchlein mit Friedhof

Jedes Bergstädtchen hat seine fotogene Kirche, aber die hiesige spielt in einer ganz anderen Liga. Das gotische Kirchlein stammt aus dem vierzehnten Jahrhundert, und von seinem gepflegten Friedhof aus hat man einen herrlichen Ausblick. Du siehst von hier nicht nur das Dorf selbst, sondern vor allem den Staubbachfall und die massiven Felswände im Hintergrund.

Wenn du den besten Winkel für das perfekte Foto für die sozialen Netzwerke suchst, geh die Hauptstraße entlang zum Chalet Pironnet. Ein kleines Stück davon entfernt findest du einen schmalen Pfad bei zwei Steinkugeln. Genau von diesem Ort bekommst du in einem Bild links den Kirchturm und rechts den herabstürzenden Wasserfall.

Es ist ein beliebter Ort bei Fotografen, besonders am Abend, wenn die Sonne den Sprühnebel beleuchtet. Bedenke nur, dass der Friedhof noch aktiv ist und Ruhe hier zum Ort gehört. Setz dich einfach still auf eine Bank und genieße die magische Bergatmosphäre.

Talmuseum Lauterbrunnen
Foto: Melike B / Pexels

12. Talmuseum Lauterbrunnen

Kirchlein in Lauterbrunnen, ein Stück vom Talmuseum entfernt
Foto: Chensiyuan, crop of photo: User:LudwigSebastianMicheler / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wenn dich in den Alpen schlechtes Wetter überrascht, ist es gut, einen Plan unter Dach in der Hinterhand zu haben. Das Talmuseum ist in einer ehemaligen Mühle aus dem sechzehnten Jahrhundert verborgen und zeigt das harte Leben der Einheimischen in der Vergangenheit. Es ist eine kleine, aber sehr fesselnde Ausstellung, die dich in die Zeit vor dem Massentourismus versetzt.

Du findest hier historische Ski, alte Bergsteigerausrüstung und Beispiele für traditionelles Klöppeln. In den oberen Stockwerken erfährst du Wissenswertes über die Geschichte des Bergbaus in der Region und über die ersten Pioniere des Alpinismus, die mit primitiver Ausrüstung die umliegenden Dreitausender bezwangen. Es sind Geschichten von unglaublichem Mut und Ausdauer der damaligen Bergbewohner.

Der Eintritt kostet sechs Franken, aber wenn du eine Gästekarte von deiner Unterkunft hast, ist der Eintritt oft komplett kostenlos. Die Öffnungszeiten überprüfst du lieber vorher: meist nur nachmittags von Juni bis Oktober, und montags und mittwochs ist normalerweise geschlossen. Nichts ist schlimmer als ein verregneter Tag und ein geschlossenes Museum 😅

Wohin von Lauterbrunnen aus weiter

Von Lauterbrunnen aus lässt sich wunderbar zu einem Tagesausflug aufbrechen. Die umliegenden Täler sind eins schöner als das andere. Wenn du dich nicht mit Zugverbindungen herumschlagen willst, sparen dir organisierte Touren jede Menge Planung. Es gibt zahlreiche Angebote, die sich einfach online buchen lassen, zum Beispiel über GetYourGuide, von wo aus du auch zu den Gletschern aufbrechen kannst.

Wenn du die Umgebung auf eigene Faust erkunden möchtest, fahr unbedingt ins benachbarte Tal und lies den Artikel Grindelwald: was man sehen und unternehmen kann. Die hiesige Atmosphäre ist etwas lebhafter, und die Seilbahnen bringen dich zu unglaublichen Aussichtspunkten.

Wenn du einen längeren Roadtrip planst, sollte dir der schönste Berg Europas nicht entgehen, über den wir im Reiseführer Zermatt und Matterhorn: was man sehen und unternehmen kann schreiben. Du kannst auch in der Hauptstadt halten, wo dir unser Artikel Bern: was man in der Schweizer Metropole sehen kann hilft. Für einen Gesamtüberblick über das Land empfehle ich dir den großen Reiseführer Urlaub in der Schweiz: wohin reisen, was sehen und wann.

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Häufig gestellte Fragen

Wenn du zum ersten Mal in die Region reist, schwirren dir bestimmt jede Menge praktische Fragen zu Anreise oder Eintritt durch den Kopf. Hier sind die Antworten auf die häufigsten Fragen, die dir bei der Planung helfen.

Wie viel kostet der Eintritt zu den Trümmelbachfällen?

Der Eintritt in den Gletscherwasserfallkomplex kostet laut aktuellen Angaben für Erwachsene 18 CHF und für Kinder von sechs bis fünfzehn Jahren 8 CHF. Kinder unter vier Jahren haben aus Sicherheitsgründen keinen Zutritt. In den Wintermonaten ist die gesamte Anlage geschlossen. Die Tickets können direkt am Eingang zum Areal gekauft werden. Ich empfehle, Bargeld bereitzuhalten, da einige kleinere Stände und Kassen im Tal immer noch lieber Münzen und Scheine als Zahlungskarten akzeptieren.

Kann man mit dem Auto nach Lauterbrunnen fahren?

Ja, ins Dorf selbst kommt man mit dem Auto über eine gute Straße von Interlaken aus. Weiter in Richtung Wengen und Mürren gilt allerdings ein strenger Autoverbot. Dein Wagen muss im riesigen Parkhaus am Bahnhof abgestellt werden, wo das Tagesparken etwa 18 CHF kostet. Die Fahrt über die Bergstraßen ist aber ein echtes Erlebnis und das Parkhaus ist perfekt direkt mit dem Bahnhof verbunden. Vergiss nicht, vorher zu prüfen, ob dein Hotel vergünstigtes Parken oder einen Gepäcktransfer anbietet.

Hat Lauterbrunnen Tolkiens Bruchtal inspiriert?

Auf jeden Fall ja. Der junge J. R. R. Tolkien durchquerte dieses Tal im Jahr 1911 während seiner Wanderung. Seine späteren Zeichnungen des sagenhaften Bruchtal (Rivendell) kopieren auffallend die hiesigen steilen Wände und Wasserfälle. Der Autor selbst bestätigte diese Inspiration in seinen Briefen. Bei einem Spaziergang entlang der massiven Felswände und herabstürzenden Wasserfälle wird euch sofort klar, warum ihn diese epische Szenerie so sehr faszinierte. Unter den Einheimischen heißt es sogar, dass der Name Rivendell selbst frei auf dieses tiefe, beidseitig begrenzte Tal verweist.

Muss man in Lauterbrunnen Eintritt für das Dorf bezahlen?

Stimmt nicht. Im Jahr 2024 gab es zwar Berichte in den Weltmedien, dass das Dorf eine Eintrittsgebühr von fünf bis zehn Franken erwägt, aber der Vorschlag scheiterte an den Schweizer Gesetzen. Eine Kantonalstraße gebührenpflichtig zu machen, ist rechtlich nicht möglich, daher zahlt man nur die übliche Kurtaxe in der Unterkunft. Die übliche Kurtaxe wird direkt an der Rezeption in Ihrem Hotel oder auf dem Campingplatz entrichtet, und oft erhalten Sie dafür im Gegenzug eine sogenannte Gästekarte. Diese verschafft Ihnen verschiedene Vorteile und kleinere Ermäßigungen auf einige Seilbahnen oder lokale Museen im Tal.

Wie viele Wasserfälle gibt es eigentlich in diesem Tal?

Offizielle Unterlagen sprechen von 72 Wasserfällen, die von den umliegenden Wänden herabstürzen. Der bekannteste ist zweifellos der Staubbachfall, aber der höchste ist tatsächlich der Mürrenbachfall mit einer Höhe von 417 Metern, den man von der Seilbahn nach Mürren aus sehen kann. Wenn man jedoch Ende Sommer oder im Herbst kommt, sieht man deutlich weniger davon. Die Gesamtzahl und die Gewalt des herabstürzenden Wassers hängen nämlich stark davon ab, wie viel Wasser gerade von den Gletschern abfließt und wie schnell der Schnee oben in den Bergen schmilzt.

Wann sind die Wasserfälle am stärksten?

Die größte Wassermenge führen die Wasserfälle im Mai und Juni, wenn in den umliegenden Bergen riesige Schneemengen schmelzen. Im Winter hingegen frieren viele Wasserfälle zu oder führen nur einen Bruchteil ihres Frühlingswasservolumens, und einige von ihnen trocknen sogar vollständig aus. Während heißer Frühlings- und Sommertage kühlt zudem die Gischt der größten Wasserfälle angenehm das gesamte Tal. Es ist eine absolut perfekte natürliche Erfrischung, die man nach einer langen Reise oder einer anstrengenden Wanderung hundertprozentig zu schätzen weiß.

Lohnt sich ein Ausflug mit der Seilbahn aufs Schilthorn?

Auf jeden Fall, besonders weil 2026 die komplett neue und steilste Seilbahn der Welt fertiggestellt wird. Ein Rückfahrticket von Stechelberg kostet 115 CHF und im Preis inbegriffen sind nicht nur fantastische Aussichten, sondern auch der Eintritt zum adrenalingeladenen Thrill Walk an der Mittelstation. Oben angekommen könnt ihr dann ein ikonisches Mittagessen oder einen Kaffee im berühmten Drehrestaurant Piz Gloria mit Blick auf die gesamten Alpen genießen. Dieser gesamte Ausflug nimmt in gemütlichem Tempo mindestens einen halben Tag in Anspruch, also startet am besten gleich früh morgens vom Tal aus.

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