Norwegen Roadtrip: Der perfekte Reiseplan für 10 Tage Tag für Tag

Wenn du darüber nachdenkst, in den Norden aufzubrechen und Skandinavien zu erkunden, muss ich dich gleich zu Beginn ehrlich warnen. Die norwegische Natur wird dich nämlich völlig verzaubern, dir einen riesigen Floh ins Ohr setzen – und danach willst du deinen Sommerurlaub wahrscheinlich nirgendwo anders mehr verbringen. Ein Norwegen Roadtrip durch den Süden und Westen des Landes gehört zu den allerschönsten Rundreisen Europas, denn er kombiniert moderne Städte mit absolut wilder Natur, tiefen Fjorden und spektakulären Bergpässen.

Das Land der Trolle und Wasserfälle ist riesig, und die Entfernungen täuschen hier gewaltig – eine gut geplante Route ist also die Grundlage für den Erfolg. In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam einen detaillierten Reiseplan für 10 Tage an, der dich von der ikonischen Oper in Oslo bis zu den Jugendstilgassen an der Westküste führt. Du erfährst außerdem, wie viel so eine Reise ungefähr kostet, wie die Mautzahlung funktioniert und warum es sich lohnt, die Fährbuchungen nicht auf den letzten Drücker zu lassen.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Länge der Route: Ideal ist es, für diese Rundreise genau 10 Tage einzuplanen, was dir ein entspanntes Tempo ohne täglichen Stress am Steuer ermöglicht.
  • Wichtigste Stopps: Unterwegs siehst du Oslo, fährst mit der berühmten Bahn nach Flåm, erkundest das historische Bergen und lässt auch den Geirangerfjord und die berühmte Trollstraße nicht aus.
  • Wann losfahren: Die besten Bedingungen herrschen von Ende Mai bis Anfang September, wenn auch alle Hochgebirgsstraßen sicher befahrbar sind.
  • Fortbewegung: Die größte Freiheit gibt dir eindeutig ein Mietwagen, dank dem du an jedem zweiten Wasserfall anhalten kannst (und davon gibt es jede Menge).
  • Budget: Norwegen ist kein billiges Reiseziel, rechne mit Richtkosten von etwa 2.000 bis 2.800 NOK pro Tag für zwei Personen (rund 175 bis 245 €), wenn du Mittelklasse-Unterkünfte wählst.
  • Wichtigster Tipp: Unterkünfte rund um die bekanntesten Fjorde sind in der Sommersaison oft Monate im Voraus ausgebucht – buche deine Hotels also rechtzeitig.

Wann du auf diese Reise aufbrechen und wie du die Route anpassen solltest

Das Wetter in Norwegen kann selbst mitten im Juli unberechenbar sein, aber generell gilt: Für einen Roadtrip durch Fjorde und Berge ist die Sommersaison eindeutig die beste Wahl. Von Ende Mai bis Anfang September kannst du dich darauf verlassen, dass Bergpässe wie eben die Trollstraße (Trollstigen) vom Schnee geräumt und voll befahrbar sind. Im Sommer fahren außerdem alle touristischen Fähren und Ausflugsboote im vollen Betrieb, sodass du kein einziges der ikonischen Erlebnisse verpasst.

Wenn du über eine Reise im Herbst oder Frühling nachdenkst, musst du mit häufigen Straßensperrungen rechnen und damit, dass viele kleinere Hotels außerhalb der großen Städte ihre Türen schließen. Der Winter hat in Norwegen zwar seinen unverwechselbaren Zauber, aber für diesen konkreten Reiseplan ist er überhaupt nicht geeignet, weil du den Großteil der Zeit damit verbringen würdest, unpassierbare Bergmassive zu umfahren.

Was, wenn du nur 7 Tage hast?

Falls dich die Zeit drängt und du dir nur einen einwöchigen Urlaub leisten kannst, musst du die Route etwas kürzen und das Tempo erhöhen. In dem Fall empfehle ich, den nördlicheren Teil mit der Atlantikstraße und der Stadt Ålesund auszulassen. Konzentriere dich rein auf das goldene Dreieck aus Oslo, der Region um Flåm mit Bergen und anschließend dem Hardangerfjord mit Geiranger. Von Geiranger kannst du dann direkt zurück nach Oslo fahren und sparst dir so etwa zwei bis drei Tage, auch wenn du dabei auf die berühmte Trollstraße verzichten musst.

Die 14-Tage-Variante für Feinschmecker

Hast du im Gegenteil ganze zwei Wochen zur Verfügung? Dann eröffnen sich dir absolut fantastische Möglichkeiten, den Reiseplan zu erweitern. Zu Beginn der Reise kannst du den südlichen Zipfel mit der Stadt Stavanger ergänzen, von wo aus du zum berühmten Felsplateau Preikestolen aufbrechen kannst, das majestätisch über dem Lysefjord thront. Die zweite, vielleicht noch verlockendere Variante ist es, zum Abschluss der Reise von Ålesund oder Oslo nach Norden zu den Lofoten oder nach Tromsø zu fliegen, wo du im Sommer die nie untergehende Mitternachtssonne genießen kannst.

Praktische Infos: Auto, Verkehr und Budget

Die grundlegende Regel fürs Autofahren in Norwegen lautet: Finde dich damit ab, dass die Entfernungen hier unglaublich täuschen. Wenn dir das Navi anzeigt, dass das Ziel zweihundert Kilometer entfernt ist, rechne keinesfalls damit, in zwei Stunden dort zu sein. Die Straßen winden sich ununterbrochen an Buchten entlang, klettern steile Hänge hinauf, und sehr oft wartet eine Fähre auf dich – die einzige Möglichkeit, die tiefen Gewässer der Fjorde zu überwinden.

Beim Mieten eines Autos am Flughafen musst du dich wegen der Mautzahlung nicht groß stressen, denn die meisten Fahrzeuge sind automatisch mit dem AutoPASS-Chip ausgestattet. Dieser erfasst die Durchfahrten an Mautstationen, die Citymaut sowie die Zahlungen für die meisten Fähren – und die Mietwagenfirma zieht dir am Ende der Reise einfach alles von der Kreditkarte ab. Die Benzinpreise liegen 2026 ungefähr bei 21 bis 24 NOK pro Liter (rund 1,85 bis 2,10 €), ein sparsames Auto lohnt sich also auf jeden Fall.

Was das Gesamtbudget angeht: Norwegen gehört zu den teureren europäischen Reisezielen, aber mit etwas Planung lässt es sich gut meistern. Wenn du in netten Mittelklasse-Hotels übernachtest und ab und zu essen gehst, rechne mit Tageskosten von etwa 2.000 bis 2.800 NOK für zwei Personen (rund 175 bis 245 €). Deutlich sparen kannst du mit Einkäufen in Supermärkten wie REMA 1000 oder Kiwi, wo du tolle Zutaten für Picknicks bekommst, die du dann mit Blick auf die majestätischen Berge genießt.

Reiseplan Tag für Tag

Schauen wir uns nun den eigentlichen Reiseplan an, der so gestaltet ist, dass du das Beste siehst, aber gleichzeitig nicht den ganzen Urlaub nur im Auto sitzt. Diese Aufteilung geht davon aus, dass du das Auto direkt nach der Ankunft in Oslo mietest – oder es im Gegenteil erst am nächsten Morgen vor der Abfahrt aus der Stadt abholst.

Tag 1: Moderne Architektur und Parks in Oslo

Dein norwegisches Abenteuer beginnt in der Hauptstadt, die in den letzten Jahren eine unglaubliche architektonische Verwandlung durchgemacht hat. Gleich nach der Ankunft und dem Check-in solltest du zum Hafen aufbrechen, wo das berühmte Opernhaus die Szenerie dominiert – über sein schräges Dach kannst du frei bis ganz nach oben spazieren. Direkt daneben findest du das moderne Viertel Bjørvika mit dem neuen Munch-Museum, dessen Form an ein geknicktes Buch erinnert.

Am Nachmittag wechselst du in einen ruhigeren Teil der Stadt und schlenderst durch den weitläufigen Vigeland-Park, der voller faszinierender Skulpturen steckt, die den Kreislauf des menschlichen Lebens darstellen. Wenn dich Geschichte interessiert, fahr mit dem Boot zur Halbinsel Bygdøy, wo sich gleich mehrere ausgezeichnete Museen befinden, darunter jenes über die Polarexpeditionen mit dem Schiff Fram. Den Abend lässt du am besten in einem der gemütlichen Cafés im Viertel Grünerløkka ausklingen.

💡 Tipp: Ins Zentrum von Oslo kommst du vom Flughafen Gardermoen am schnellsten mit dem Schnellzug Flytoget, der alle zehn Minuten fährt – der normale Regionalzug ist aber deutlich günstiger und braucht nur ein paar Minuten länger.

Tag 2: Von Oslo zu den tiefen Gewässern von Flåm

Am zweiten Tag steht die erste große Fahrt nach Westen an, und du hast die Wahl zwischen zwei völlig unterschiedlichen, aber gleichermaßen faszinierenden Möglichkeiten. Du kannst mit dem Auto über die Hochebene Hardangervidda und den berühmten Lærdal-Tunnel fahren, der mit über 24 Kilometern der längste Straßentunnel der Welt ist. Die reine Fahrtzeit beträgt etwa fünf Stunden, aber mit den unvermeidlichen Fotostopps solltest du eher einen ganzen Tag einplanen.

Die zweite, ungemein beliebte Variante: Lass das Fahren für eine Weile beiseite und nutze die Bahn. Von Oslo steigst du in den berühmten Zug Bergensbanen, fährst bis zur Bergstation Myrdal und steigst dort auf die ikonische historische Flåmsbahn (Flåmsbana) um. Diese fällt steil ins Tal hinab und bietet einige der besten Ausblicke ganz Norwegens, während sie dicht an tosenden Wasserfällen vorbeifährt. Den Abend verbringst du im malerischen Örtchen Flåm, direkt am Ufer des Fjords.

💡 Tipp: Tickets für die Flåmsbahn sind in den Sommermonaten oft lange im Voraus ausverkauft. Genau wie Ausflugsfahrten kannst du sie ganz einfach und sicher rechtzeitig über das Portal GetYourGuide reservieren.

Tag 3: Nærøyfjord und Ausblicke in den Abgrund

Am dritten Tag bleibst du in der Region und konzentrierst dich auf das, was Norwegen zu Norwegen macht. Brich am Morgen zu einer unvergesslichen Bootsfahrt über den Nærøyfjord auf, der zum UNESCO-Welterbe gehört und an manchen Stellen so schmal ist, dass du das Gefühl hast, die Felsen an beiden Ufern berühren zu können. Die Boote fahren direkt von Flåm ab und bringen dich ins Dorf Gudvangen, von wo aus du bequem mit dem Shuttlebus zurückkehren kannst.

Nach der Rückkehr von der Bootsfahrt steigst du ins Auto und fährst über eine schmale Straße hinauf zum Aussichtspunkt Stegastein. Diese elegante Holzplattform ragt ganze dreißig Meter ins Leere über dem Aurlandsfjord hinaus und endet nur in durchsichtigem Glas, was schwächeren Naturen zuverlässig den Puls in die Höhe treibt. Am Nachmittag kannst du noch eine kurze Wanderung zu den nahegelegenen Wasserfällen machen und dich abends im Hotel ausruhen.

💡 Tipp: Wenn du den größten Menschenmassen am Aussichtspunkt Stegastein entgehen willst, fahr entweder früh am Morgen vor dem Frühstück hin oder erst am frühen Abend, wenn die meisten Touristen von den Ausflugsschiffen schon weg sind.

Tag 4: Über die Berge ins regnerische Bergen

Nach dem Frühstück verlässt du Flåm und machst dich auf den Weg zur Westküste, ins historische Bergen. Die Fahrt dauert etwa drei reine Stunden und führt überwiegend durch die malerische Region Voss, die als Zentrum der norwegischen Adrenalinsportarten bekannt ist. Unterwegs passierst du Dutzende kleinere Seen und tiefe Wälder, die geradezu zu kurzen Stopps und Picknicks in der Natur einladen.

In Bergen kommst du wahrscheinlich kurz nach Mittag an, was dir genügend Zeit für ein erstes Kennenlernen der Stadt lässt. Park das Auto, lass deine Sachen im Hotel und brich zu einem abendlichen Spaziergang am Hafen auf, wo sich der Duft des Meeres mit historischer Atmosphäre vermischt. Bergen ist berüchtigt für sein regnerisches Wetter, also halte unbedingt einen Regenschirm oder eine gute Regenjacke griffbereit, selbst wenn am Himmel gerade keine einzige Wolke zu sehen ist.

💡 Tipp: Für die Einfahrt ins Zentrum von Bergen wird eine Umweltmaut fällig, die sich je nach Tageszeit und Hauptverkehrszeit ändert. Das AutoPASS-System erfasst sie automatisch – du musst nirgends anhalten oder bar bezahlen.

Tag 5: Bryggen und die Gassen von Bergen

Den fünften Tag widmest du ganz der Erkundung von Bergen, das als Tor zu den Fjorden gilt. Deine ersten Schritte sollten ins Viertel Bryggen führen, eine Reihe bunter hölzerner Hansehäuser entlang der Hafenpromenade, in deren schmalen und leicht schiefen Gassen sich Handwerksstuben, Galerien und gemütliche Cafés verbergen. Direkt gegenüber findest du den berühmten Fischmarkt. Die lokale Spezialität sind natürlich Fisch und Meeresfrüchte, aber wenn du nicht so auf Fisch stehst, findest du hier auch tolle Stände mit frischem handwerklichem Gebäck und ausgezeichnetem regionalem Käse.

Am Nachmittag solltest du auf keinen Fall die Fahrt mit der Standseilbahn Fløibanen auf den Berg Fløyen verpassen, der sich direkt über der Stadt erhebt. Vom Gipfel bietet sich dir ein atemberaubender Panoramablick auf ganz Bergen und die umliegenden Inseln, und wenn du Lust auf etwas Bewegung hast, kannst du auf gut markierten Waldwegen zu Fuß zurück ins Zentrum laufen.

💡 Tipp: Wenn es richtig stark regnet (was in Bergen häufig passiert), flüchte dich in die KODE-Museen, die einen weitläufigen Komplex aus Kunstgalerien entlang eines malerischen kleinen Sees im Stadtzentrum bilden.

Tag 6: Apfelgärten im Hardanger

Du verlässt Bergen und kehrst zurück ins Landesinnere, diesmal in die Region des Hardangerfjords, die für ihre Obstgärten berühmt ist. Unterwegs solltest du unbedingt am Wasserfall Steindalsfossen halten, der die Besonderheit hat, dass man auf einem sicheren Pfad direkt hinter seine herabfallende Wasserwand laufen kann, ohne nass zu werden. Das ist ein überwältigendes Erlebnis und ein toller Ort für Fotos.

Sobald du am eigentlichen Fjord ankommst, verändert sich die Landschaft leicht und wird rauer. Dein Hauptziel für heute ist der gewaltige Wasserfall Vøringsfossen unweit des Städtchens Eidfjord. Das Wasser stürzt hier aus über 180 Metern Höhe in eine tiefe und schmale Schlucht, und vor Kurzem wurde hier ein neuer, sehr gewagt gestalteter Steg gebaut, der dich direkt über den Abgrund führt. Übernachten wirst du in einem der Dörfer entlang des Fjords, idealerweise in Eidfjord oder im malerischen Lofthus.

💡 Tipp: In der Region Hardanger werden die besten Äpfel ganz Norwegens angebaut. Halte unbedingt an einem der kleinen Bauernstände am Straßenrand und kauf dir den lokalen handwerklichen Apfelmost (eplemost).

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Tag 7: Lange Bergüberquerung nach Geiranger

Mach dich darauf gefasst, dass der siebte Tag fahrtechnisch der anstrengendste des gesamten Reiseplans wird. Es steht nämlich die Überquerung vom Hardanger nach Norden zum legendären Geirangerfjord an. Diese Strecke nimmt mindestens fünf bis sechs Stunden reine Fahrt in Anspruch und beinhaltet auch das Überwinden von Fjorden per Fähre, sodass sich die Gesamtreisezeit leicht auf einen ganzen Tag ausdehnt. Lass dich davon aber nicht abschrecken, denn hier ist die Straße selbst das Ziel und die Szenerie ändert sich hinter jeder Kurve.

Du fährst über weitläufige Hochebenen, wo sich selbst mitten im Sommer oft Schneereste halten, passierst Seen mit türkisfarbenem Wasser, in die Gletscher hinabfließen, und durchquerst unzählige kürzere und längere Tunnel. Wenn sich dann am frühen Abend zum ersten Mal der Blick ins tiefe Tal von Geiranger vor dir öffnet, verstehst du, warum die ganze Welt diesen Ort bewundert. Quartiere dich direkt im Städtchen ein und gönn dir die verdiente Erholung.

💡 Tipp: Für die langen Überquerungen kauf am Vorabend immer genügend Essen und Trinken fürs Auto ein. Die Verpflegungsmöglichkeiten in abgelegenen Bergregionen sind oft begrenzt und Tankstellen tauchen nur selten auf.

Tag 8: Geiranger, Adlerstraße und der magische Trollstigen

Am Morgen in Geiranger fängst du so früh wie möglich an, bevor sich das Städtchen mit Touristen von den großen Ausflugsschiffen füllt. Steig ins Auto und fahr über die Serpentinen hinauf zum Aussichtspunkt Dalsnibba, der auf 1500 Metern Höhe liegt und einen atemberaubenden Blick hinunter auf den Fjord bietet, der von hier oben nur wie ein kleines blaues Band aussieht. Nach der Rückkehr nach unten solltest du dir die Bootsfahrt über den Geirangerfjord selbst nicht entgehen lassen, bei der du die berühmten Wasserfälle Sieben Schwestern aus der Nähe siehst.

Am Nachmittag erwartet dich ein weiteres Fahrerlebnis. Du fährst über die steile Adlerstraße (Ørnevegen) und gelangst über die Berge zu einer der berühmtesten Straßen Europas. Die Trollstraße (Trollstigen) schneidet sich in elf scharfen Spitzkehren in die senkrechte Felswand, und die Fahrt darüber ist echtes Adrenalin pur, besonders wenn dir im Gegenverkehr ein Bus begegnet. Nach der erfolgreichen Abfahrt ins Tal erreichst du das Städtchen Åndalsnes, das als Hauptzentrum des norwegischen Bergsteigens bekannt ist und wo du auch übernachtest.

💡 Tipp: Oben über der Trollstraße gibt es ein modernes Besucherzentrum mit mehreren Aussichtsplattformen, die in der Luft über dem Tal schweben. Nimm dir hier genug Zeit für Fotos.

Tag 9: Sprünge über die Wellen auf der Atlantikstraße

Nach den Bergmassiven von gestern verändert sich die Landschaft am neunten Tag dramatisch, denn du fährst direkt an die Meeresküste. Von Åndalsnes nimmst du Kurs auf die Stadt Molde, von wo aus dich eine Fähre näher an die berühmte Atlantikstraße (Atlanterhavsveien) bringt. Dieses architektonische Wunderwerk verbindet kleine Inseln und Felsen mit acht Brücken, und die Fahrt darüber gleicht eher einem Flug knapp über dem Wasser.

Der bekannteste und meistfotografierte Punkt ist die Storseisundet-Brücke, die durch ihre asymmetrische Form aus bestimmten Blickwinkeln so aussieht, als würde sie im Nichts enden und die Autos direkt ins Meer stürzen. Wenn du Glück mit wilderem Wetter hast, siehst du, wie die Wellen des Ozeans direkt gegen die Pfeiler schlagen und die Gischt ab und zu auch vorbeifahrende Autos benetzt. Am Abend quartierst du dich entweder in der modernen Stadt Molde oder im geschichtsträchtigeren Kristiansund am nördlichen Ende der Straße ein.

💡 Tipp: Rund um die Atlantikstraße verläuft ein ausgezeichneter Aussichtspfad mit Stegen direkt am Meer. Park auf einem der Rastplätze und geh ein Stück zu Fuß – vielleicht erspähst du sogar Robben, die in den Wellen spielen.

Tag 10: Das Jugendstil-Ålesund und Rückflug nach Hause

Der letzte Tag deines Norwegen Roadtrips gehört der Stadt Ålesund, die auf mehreren kleinen Inseln liegt und sich durch eine völlig einzigartige Architektur auszeichnet. Nach einem verheerenden Brand zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das gesamte Zentrum nämlich komplett im eleganten Jugendstil wiederaufgebaut, weshalb du hier Häuser mit Türmchen, Wasserspeiern und bunten Ornamenten findest, die einen perfekten Kontrast zu den umliegenden kalten Gewässern des Ozeans bilden.

Bevor du zum nahegelegenen Flughafen Vigra aufbrichst (oder dich auf die lange Autofahrt zurück nach Süden machst), solltest du unbedingt zum Aussichtspunkt Aksla hinaufgehen. Nach oben führen 418 Stufen direkt vom Stadtpark, und der Blick auf die Bucht, die Inseln und die Berge im Hintergrund ist der absolut perfekte Schlusspunkt für deine ganze Reise.

💡 Tipp: Ålesund ist auch ein toller Ort, um die letzten Souvenirs zu kaufen. In den lokalen Galerien bekommst du wunderschöne Erzeugnisse aus Glas und Keramik, die dich noch lange an deine Nordlandreise erinnern werden.

Wo du entlang der Route übernachten solltest

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Da es sich um die beliebteste Touristenroute des Landes handelt, empfehle ich, nichts dem Zufall zu überlassen und die Unterkunft ruhig schon ein halbes Jahr im Voraus zu organisieren. Wenn du im Juli ohne Reservierung an einen Fjord kommst, kann es leicht passieren, dass du im Auto schlafen musst, weil alle Hotels im Umkreis von fünfzig Kilometern hoffnungslos ausgebucht sind. Für Reservierungen eignet sich der gute alte Booking ausgezeichnet, wo du alles vom kleinen Pensionszimmer bis zum großen Luxusresort findest.

Hier ist eine Übersicht der besten Stützpunkte und konkrete Hoteltipps, die einen Versuch wert sind:

  • In Oslo: Eine tolle Wahl ist das Thon Hotel Rosenkrantz, das sich direkt im Zentrum unweit des Parlaments befindet und dafür bekannt ist, eines der besten und reichhaltigsten Frühstücke der ganzen Stadt zu servieren.
  • In Flåm: Wenn du etwas Geschichte erleben willst, übernachte im wunderschönen Fretheim Hotel, einem prächtigen historischen Gebäude mit schönen Gärten, das die Anfänge des norwegischen Tourismus Ende des 19. Jahrhunderts miterlebt hat.
  • In Bergen: Wähle eine strategische Lage nahe dem Hafen, ausgezeichnet ist zum Beispiel das Thon Hotel Orion, von dem aus du nur ein paar Gehminuten zu den berühmten Hansehäusern von Bryggen und zur Seilbahn hast.
  • In Geiranger: Für maximalen Komfort und Erholung mitten in den Bergen eignet sich das ikonische Hotel Union Geiranger, das auf einem Hügel über dem Dorf liegt und mit einem fantastischen Wellnessbereich mit Bergblick glänzt.
  • In Åndalsnes: Eine tolle familiäre Atmosphäre und modernes skandinavisches Design bietet das Hotel Aak, das sich auf aktive Reisende ausrichtet – nach einem ganzen Tag am Steuer findest du hier vollkommene Ruhe.
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Wie es weitergeht

Wenn du deinen Reiseplan schon grob im Kopf hast und dich weitere Details zu konkreten Orten interessieren oder du vor der Reise noch mehr praktische Tipps brauchst, schau in diese weiterführenden Artikel:

  • Norwegen: 50 Tipps, was man sehen sollte — Eine riesige Übersicht der interessantesten Orte im ganzen Land, falls du überlegst, deine Route noch zu verlängern.
  • Norwegen mit dem Auto: Roadtrip und praktische Tipps — Ein Artikel, der sich rein dem Autofahren widmet und in dem ich Maut, Geschwindigkeitsbegrenzungen und das Funktionieren der Fähren im Detail erkläre.
  • Norwegische Fjorde — der Guide — Ein detaillierter Blick auf die schönsten Buchten der Westküste und Tipps, wie du sie vom Bootsdeck und von den Bergaussichten aus genießt.
  • Geirangerfjord — Ein eigener Guide, der dem König aller Fjorde gewidmet ist, denn dieser Ort verdient einfach seinen eigenen Artikel.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage braucht man für Norwegen?

Wenn Sie das Wichtigste der westlichen Fjorde sehen möchten, sind 7 Tage das absolute Minimum. Ideal und am meisten empfohlen ist eine Dauer von 10 Tagen, damit Sie die Route in Ruhe abfahren können. Wenn Sie den Preikestolen im Süden hinzufügen oder in den Norden fliegen möchten, planen Sie mindestens 14 oder mehr Tage ein.

Kann man die Route auch ohne Auto bewältigen?

Teilweise ja, aber du verzichtest dabei auf eine große Portion Freiheit. Du kannst das beliebte Paket „Norway in a Nutshell“ nutzen, das Züge und Schiffe zwischen Oslo, Flåm und Bergen kombiniert, allerdings wird es mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr kompliziert, zu abgelegeneren Orten und zu Bergaussichtspunkten wie dem Trollstigen zu gelangen.

Ist es besser, für 7, 10 oder 14 Tage zu fahren?

Złoty środek to 10 dni, ponieważ pokryjecie wszystkie ikony południa i zachodu bez szalonego tempa. Tygodniowa wersja jest bardzo skondensowana i musicie skreślać ciekawe miejsca, podczas gdy 14 dni już daje wam przestrzeń do odkrywania mniej znanych zakątków lub połączenia południa z arktyczną północą.

Wann sollte man diese Reise antreten?

Die sicherste und schönste Zeit ist ungefähr von Ende Mai bis Anfang September. In dieser Zeit ist der Schnee auf den Bergstraßen bereits geschmolzen, die Natur ist wunderschön grün und alle touristischen Attraktionen inklusive der Fähren sind in vollem Betrieb.

Wie viel kostet das Ganze ungefähr?

Rechnet damit, dass sich euer Tagesbudget bei einer Reise zu zweit im Mietwagen und Übernachtungen in Mittelklasse-Hotels etwa zwischen 180 bis 250 EUR bewegen wird. Im Preis enthalten sind Auto, Benzin, Maut, Unterkunft und gelegentliche Restaurantbesuche, die restlichen Mahlzeiten besorgt ihr euch im Supermarkt.

Wo ist der beste Ort, um die Reise zu beginnen und zu beenden?

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Diese klassische Rundreise beginnt man am besten in Oslo, da es dorthin die meisten Flugverbindungen gibt und man sich problemlos ein Auto mieten kann. Enden könnt ihr entweder in Bergen oder in Ålesund, von wo aus ihr mit Umstieg nach Hause fliegt, oder ihr kehrt mit einer letzten langen Fahrt zum Flughafen nach Oslo zurück.
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Schaffe ich diesen Roadtrip auch mit kleinen Kindern?

Auf jeden Fall ja, die Norweger sind ein unglaublich familienfreundliches Volk. Ich empfehle aber, die Reiseroute etwas lockerer zu gestalten, achtstündige Autofahrten zu vermeiden und lieber an einem Ort immer mindestens zwei Nächte zu verbringen, damit ihr den Kindern Zeit zum Ausruhen und Spielen in der Natur gönnen könnt.

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