Malmö in Schweden ist die jüngste und mit Abstand multikulturellste Stadt des Landes, in der aus ehemaligen abgeblätterten Werften ein hypermodernes Viertel mit einem ikonischen Wolkenkratzer geworden ist. Direkt im Zentrum kannst du bedenkenlos im Meer baden, mit Blick auf eine gigantische Brücke – und dorthin gelangst du vom Flughafen Kopenhagen in nur zwanzig Minuten mit einem bequemen Zug. Diese Stadt ist ein absolut ideales und preiswertes Tor nach Schweden, das du problemlos an einem verlängerten Wochenende erkunden kannst.
Während Stockholm manchmal etwas steif und teuer wirkt, ist Malmö kantig, entspannt und unvergleichlich günstiger. Du erkundest es in Ruhe zu Fuß oder auf einem geliehenen Fahrrad, denn die flache Landschaft erinnert eher an das benachbarte Dänemark. An jeder Ecke stößt du außerdem auf fantastisches Streetfood, allen voran der legendäre Falafel, der dein Reisebudget zuverlässig rettet.
Wir haben 18 konkrete Tipps für dich vorbereitet, was du in Malmö sehen und erleben kannst – von der historischen Burg über den besten Falafel bis zur Sauna über dem Meer. Damit dir nichts Wichtiges entgeht. Ich verrate dir, in welche Viertel du für Geschichte gehst und wo dagegen moderne Architektur pulsiert, empfehle strategische Orte für die Unterkunft und liefere dir sogar ein detailliertes Budget, damit du genau weißt, wie viel dich dieser nordische Stopp wirklich kosten wird.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit für den ganzen Artikel haben
- Größter Architektur-Magnet: Der Wolkenkratzer Turning Torso, der über dem nachhaltigen Viertel Västra hamnen voller Badestege thront.
- Historisches Herz: Der kleine Platz Lilla Torg mit seinen Fachwerkhäusern ist ein absolutes Muss für ein traditionelles schwedisches Fika (die Kaffeepause).
- Wo du günstig isst: Das Viertel Möllevångstorget (Möllan) bietet den konkurrenzlos besten und günstigsten Falafel in ganz Skandinavien.
- Stadtstrand: Ribersborgsstranden bietet kilometerlangen Sand und das historische Kallbadhus mit Saunen über dem Meeresspiegel.
- Anreise: Vom Flughafen Kopenhagen-Kastrup bist du in 20 Minuten mit dem Zug im Zentrum von Malmö, in der Stadt selbst kommst du am besten mit dem Fahrrad voran.
- Budget: Malmö ist deutlich günstiger als Stockholm, ein Mittagsgericht (dagens lunch) bekommst du für rund 120 bis 150 SEK (11 bis 14 €).
- Ausflüge in die Umgebung: Die Fahrt über die Öresundbrücke nach Kopenhagen oder ein kurzer Zugtrip in die historische Universitätsstadt Lund.

Wann du nach Malmö reisen solltest – Wetter in Malmö, Schweden
Wenn du die Stadt in ihrer besten Form erleben willst, komm zwischen Mai und Ende August hierher. Der Süden Schwedens hat ein recht mildes Klima, und im Sommer herrschen angenehme Temperaturen um die 20 bis 25 Grad. Die Tage sind unglaublich lang, die Sonne geht erst spät am Abend unter und das ganze Viertel Västra hamnen sowie der Strand Ribersborg erwachen mit Picknicks und Badegästen zum Leben. Der Mai ist außerdem magisch, weil die gesamte umliegende Provinz Skåne dann in Millionen gelber Rapsblüten erblüht.
Im August findet in der Stadt das riesige Festival Malmöfestivalen statt, das eine ganze Woche dauert und das Zentrum in eine große Party verwandelt. Die Straßen füllen sich mit Konzerten, Foodständen aus aller Welt und Kunstinstallationen, wobei der Großteil des Programms für Besucher völlig kostenlos ist. Du musst nur damit rechnen, dass Unterkünfte in diesem Zeitraum blitzschnell weg sind und die Hotelpreise steil nach oben klettern. Eine kleinere Tücke lauert Ende Juni während der Feiern zur Sommersonnenwende (Midsommar), wenn die Schweden massenhaft aufs Land ziehen und viele Stadtbetriebe übers Wochenende unerwartet geschlossen haben können.
Die Wintermonate haben dagegen eine ganz eigene, leicht melancholische Atmosphäre. Der Dezember lockt mit traditionellen Adventsmärkten auf dem Platz Gustav Adolfs Torg und wunderschöner Lichtdekoration, doch die Tage sind extrem kurz und die Dunkelheit senkt sich schon gegen drei Uhr nachmittags. Die Temperaturen bleiben um den Gefrierpunkt und vom Meer weht oft ein scharfer Wind, sodass du dich in den Schal kuschelst und die meiste Zeit vermutlich damit verbringst, zwischen beheizten Cafés, Museen und Saunen hin und her zu flitzen.

Wo du in Malmö übernachtest – Hotels in Malmö, Schweden
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Wahl des richtigen Viertels spart dir viel Zeit und Geld für den öffentlichen Verkehr, denn Malmö ist recht kompakt. Die strategischste Wahl ist die Umgebung des Hauptbahnhofs (Malmö Centralstation), von wo aus du nur ein paar Schritte ins historische Zentrum hast und jederzeit in den Zug Richtung Kopenhagen oder Flughafen steigen kannst. Eine weitere tolle Alternative ist das moderne Viertel Västra hamnen, das wunderschöne Meerblicke und eine ruhigere Atmosphäre bietet, auch wenn du in die Altstadt rund zwanzig Minuten läufst.
Wenn du absoluten Komfort und fantastische Ausblicke suchst, ist das Clarion Hotel Malmö Live wohl die beste Wahl in der ganzen Stadt. Es ist ein unübersehbares modernes Gebäude direkt am Bahnhof, von dem aus du den Hafen und das historische Zentrum wie auf dem Präsentierteller siehst. Ein Doppelzimmer bekommst du hier ab etwa 1.400 SEK (ca. 130 €) pro Nacht, und im Preis inbegriffen ist ein absolut luxuriöses Frühstück, das dich dank der riesigen Auswahl locker für den halben Tag sättigt.
Wenn du Industriedesign und stilvolle Interieurs magst, solltest du unbedingt das Story Hotel Studio Malmö gleich an den Wasserkanälen in Betracht ziehen. Die Zimmer haben unverputzte Betondecken und riesige Fenster mit Meerblick, außerdem gibt es im obersten Stockwerk ein tolles Restaurant mit Terrasse. Die Preise liegen hier sehr ähnlich, meist ab 1.300 SEK (ca. 120 €) pro Nacht.
Wenn du nachhaltige Architektur und absolute Ruhe bevorzugst, wird dich das Ohboy Hotell direkt im Ökoviertel Västra hamnen begeistern. Es bietet einzigartige Zimmer mit eigenem Eingang von der Straße, vor denen automatisch ein Stadtfahrrad für die gesamte Aufenthaltsdauer kostenlos parkt. Pro Nacht zahlst du hier rund 1.200 SEK (ca. 110 €), und dank der kleinen Küche kannst du dir bequem dein eigenes Frühstück aus lokalen Zutaten zubereiten. Wer dagegen mit sehr begrenztem Budget reist, kann das saubere und praktische STF Malmö City Hostel im Zentrum wählen, wo ein Bett rund 300 SEK (ca. 28 €) kostet.

Wo du in Malmö essen gehst
Die lokale Gastroszene ist dank des riesigen Kulturmix unglaublich vielfältig, und glaub mir, Hunger leiden wirst du hier garantiert nicht. Malmö bietet außerdem ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders wenn du weißt, wohin du gehen und was du probieren solltest. Egal ob du Lust auf ein kulinarisches Erlebnis hast oder etwas Warmes für unterwegs suchst – hier findest du immer eine super Option.
Wenn du etwas Schnelles suchst und deinen Geldbeutel nicht strapazieren willst, geh direkt ins Viertel Möllevången (Möllan). Hier wird der legendäre Malmö-Falafel zubereitet, der es hier zur absoluten Perfektion gebracht hat und den du für ein paar Euro bekommst. Probier zum Beispiel bekannte Läden wie Jalla Jalla oder Falafel N.1. Für Liebhaber einer ruhigeren Sitzgelegenheit und etwas gepflegterer Atmosphäre empfehle ich die moderne Markthalle Malmö Saluhall, wo du das Beste aus lokaler und internationaler Küche schön unter einem Industriedach findest. ☺️

18 Tipps: Sehenswürdigkeiten in Malmö, Schweden
Jetzt beginnt der spaßige Teil: das, womit dich Malmö packt und was dir in Erinnerung bleibt. Historische Sehenswürdigkeiten verweben sich hier fließend mit hypermoderner Architektur und erzählen die Geschichte einer Stadt, die sich vom Industriehafen in eine grüne Metropole der Zukunft verwandelt hat. Die meisten Orte erreichst du bequem zu Fuß, für weiter entfernte Ziele empfehle ich aber das großartige Netz der Stadtfahrräder.

1. Turning Torso: Der gedrehte Wolkenkratzer
Das Symbol des neuen Malmö ist zweifellos der unübersehbare Wolkenkratzer Turning Torso, der sich auf stolze 190 Meter erhebt und als perfekter Orientierungspunkt für die gesamte Küste dient. Entworfen hat ihn der berühmte spanische Architekt Santiago Calatrava, und seine einzigartige Form erinnert an einen menschlichen Körper, der sich um die eigene Achse dreht. Bis vor Kurzem war er das absolut höchste Gebäude Skandinaviens, bevor ihn das neue Projekt Karlatornet im benachbarten Göteborg um ein paar Meter überholte.
Das Gebäude hat insgesamt 54 Stockwerke, und sein Bau war technologisch unglaublich anspruchsvoll, weil die Gegend von starken Meereswinden gepeitscht wird. Die Fassade dreht sich vom Fundament bis zur Spitze um ganze 90 Grad, was in Wirklichkeit wirklich beeindruckend aussieht (das Gebäude windet sich vor dir wie ein versteinerter Tänzer). Für die besten Fotos empfehle ich, mit etwas Abstand aus dem benachbarten Park Scaniaparken zu fotografieren, wo die gesamte gedrehte Silhouette vor dem nordischen Himmel zur Geltung kommt und du den richtigen Winkel ohne störende Elemente bekommst.
Es gibt allerdings einen kleinen Haken, auf den viele enttäuschte Touristen direkt am Eingang stoßen. Der Wolkenkratzer dient ausschließlich als luxuriöses Wohn- und Bürogebäude, daher gibt es für die Öffentlichkeit absolut keine Aussichtsplattform und keine Möglichkeit, ins Innere zu schauen. Du siehst ihn also nur von außen, aber es ist trotzdem ein architektonisches Erlebnis, zu dem du leicht zu Fuß oder mit dem Stadtbus Nummer 2 gelangst.
💡 Tipp: Den schönsten Blick auf den Turning Torso hast du bei Sonnenuntergang, wenn sich die schneeweiße Fassade orange färbt und die umliegenden Wasserkanäle das letzte Tageslicht reflektieren.

2. Västra hamnen: Nachhaltiges Viertel aus alten Werften
Direkt unter dem Wolkenkratzer erstreckt sich Västra hamnen (der Westhafen), wahrscheinlich das interessanteste Stadtentwicklungsprojekt in ganz Schweden. Noch in den 1980er-Jahren standen hier schwere Industriehallen und die riesige Kockums-Werft war in Betrieb, doch nach deren Pleite entschied sich die Stadt für einen radikalen Schnitt. Das gesamte Gebiet wurde dem Erdboden gleichgemacht und ein Viertel gebaut, das zu hundert Prozent mit lokalen erneuerbaren Energiequellen funktioniert.
Ein Spaziergang durch das Gewirr moderner Häuser, schmaler Gassen und Wasserkanäle zieht dich völlig in seinen Bann, außerdem stößt du hier auf fast keine Autos. Die Bewohner sammeln hier Regenwasser, bauen Gemüse auf den Dächern an, und das gesamte kommunale Abfallsystem wird clever über innovative Unterdruckröhren tief unter der Erde gelöst. Die Architektur ist unglaublich vielfältig, denn jeder Häuserblock wurde von einem anderen Atelier entworfen, sodass du hier keine zwei gleichen Gebäude nebeneinander findest.
Der größte Anziehungspunkt des Viertels ist jedoch die lange Uferpromenade Sundspromenaden mit wunderschönen Holzstegen. In den Sommermonaten verbringen die Einheimischen hier ganze Tage, sonnen sich auf den Planken und springen direkt ins Meer, das hier überraschend sauber ist. Hol dir einen Kaffee in einem der Ufercafés, lümmel dich auf einen Holzsteg und lass die Augen über die Silhouette der Öresundbrücke in der Ferne schweifen.
💡 Tipp: Nachmittags weht hier vom Meer ein recht starker Wind, pack also selbst im Sommer lieber eine leichte Windjacke oder einen Pullover in den Rucksack, damit du am Wasser nicht unnötig auskühlst.

3. Ribersborgsstranden: Stadtstrand und Kallbadhus
Nur fünfzehn Minuten zu Fuß vom historischen Zentrum stößt du auf Ribersborgsstranden, den die Einheimischen liebevoll Copacabana von Malmö nennen. Es ist ein unglaubliche drei Kilometer langer Streifen feinen hellen Sandes, den ein gepflegter Grünpark voller alter Bäume säumt. Im Sommer findest du hier Hunderte Menschen beim Beachvolleyball, Familien mit Kindern beim Picknick und begeisterte Schwimmer, die das erfrischende Wasser des Öresunds genießen.
Ganz am Ende des Strandes ragt ein langer Holzsteg ins Meer, an dessen Ende stolz das historische Badehaus Ribersborgs Kallbadhus steht. Dieser wunderschöne Holzbau aus dem Jahr 1898 sieht aus wie aus einem alten Film und bietet ein absolut authentisches nordisches Erlebnis. Die Einheimischen kommen hierher, um das traditionelle schwedische Winterbaderitual (vinterbad) zu praktizieren, das im Wechsel zwischen glühender Sauna und anschließendem Sprung ins eiskalte Meerwasser besteht.
Das Badehaus ist strikt in einen Männer- und einen Frauenbereich getrennt, denn in den Saunen und im Meer wird hier ausschließlich ohne Badekleidung gebadet. Der Eintritt liegt bei rund 85 SEK (ca. 8 €), und du hast unbegrenzt Zeit zum Entspannen. Ob du es glaubst oder nicht, nach einer Stunde Sauna und Eiswasser schleppst du dich aus dem Badehaus mit dem Gefühl, gerade einen kompletten Körper-Reset überlebt zu haben – und es wird dir Spaß machen. Auch wenn der anfängliche Schock des eiskalten Wassers etwas Mut erfordert.
💡 Tipp: Vergiss nicht, dich nach dem Saunieren ins gemütliche Café zu setzen, das in Kleidung für alle zugänglich ist und einen fantastischen heißen Tee mit Blick auf die Wellen bietet.

4. Lilla Torg: Das Herz der Altstadt und die Fika-Kultur
Sobald du dich an der modernen Architektur am Meer satt gesehen hast, mach dich auf in die Gamla staden (Altstadt), deren pulsierendes Herz der malerische kleine Platz Lilla Torg (Kleiner Platz) ist. Er wurde bereits 1592 gegründet und hat bis heute seine absolut einzigartige historische Atmosphäre bewahrt – dank der ursprünglichen Kopfsteinpflastergassen und der wunderschön restaurierten Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert, die den Raum von allen Seiten umschließen.
Tagsüber ist der Platz ein ideales und sehr fotogenes Refugium. Fika ist ein schwedisches Nationalritual (die Nachmittagspause mit Kaffee und Zimtschnecke, ohne die man hier einfach nicht überlebt), für die du hier im Schnitt rund 65 bis 100 SEK (6 bis 9 €) zahlst. Das ikonischste Gebäude ist hier der sogenannte Hedmanska gården, ein alter Kaufmannshof, in dem heute das großartige Designzentrum Form/Design Center mit freiem Eintritt residiert.
Mit Einbruch des Abends ändert sich die ganze Stimmung radikal, und das Kopfsteinpflaster des Platzes verwandelt sich in eine einzige pulsierende Open-Air-Bar. Die Restaurants und Kneipen füllen ihre beheizten Terrassen bis auf den letzten Platz, und die Einheimischen kommen hierher auf ein Feierabendgläschen. Die Preise für alkoholische Drinks gehören hier zwar zu den höheren der Stadt (ein Bier kostet locker 80 SEK, ca. 7 €), aber für dieses großartige historische Flair lohnt es sich auf jeden Fall.
💡 Tipp: Wenn du auf volle Terrassen am Hauptplatz stößt, probier den versteckten Innenhof hinter dem Café Pronto, wo du oft einen freien Tisch und viel mehr Ruhe abseits des Trubels findest.

5. Stortorget und das historische Rathaus
Gleich neben dem intimen Lilla Torg öffnet sich die riesige Fläche des Hauptplatzes Stortorget, der zu den allergrößten in Skandinavien gehört. Er entstand im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft des mächtigen dänischen Bürgermeisters Jörgen Kock, der der Stadt gebührende Pracht und Raum für große Märkte verleihen wollte. In der Mitte des Platzes dominiert die mächtige Reiterstatue des schwedischen Königs Karl X. Gustav, der die Stadt in blutigen Kriegen endgültig von den Dänen zurückeroberte.
Das markanteste Wahrzeichen des gesamten Raumes ist jedoch das wunderschöne historische Rathaus (Rådhuset) aus dem Jahr 1546. Ursprünglich wurde es in einem recht schlichten gotischen Stil erbaut, im 19. Jahrhundert aber umfassend in die heutige, stark von der niederländischen Renaissance geprägte Form umgebaut. Seine reich verzierte Fassade mit Ziegeldetails und Statuen historischer Figuren ist einer der beliebtesten Fotomotive im Stadtzentrum.
Bei einem Spaziergang über den Platz solltest du auf keinen Fall die historische Apotheke Apoteket Lejonet (Löwen-Apotheke) auslassen, die gleich an der Ecke steht. Es ist eine der ältesten noch funktionierenden Apotheken Schwedens, und ihr großartiges Holzinterieur aus dem 19. Jahrhundert voller geschnitzter Schränke, alter Apothekengefäße und Messingwaagen erinnert eher an ein Museum aus der Zauberwelt von Harry Potter als an ein gewöhnliches Geschäft für verschreibungspflichtige Medikamente.
💡 Tipp: Nimm dir Zeit für einen Spaziergang rund um das Rathaus auch nach Einbruch der Dunkelheit, wenn das ganze Gebäude wunderschön beleuchtet ist und der Platz eine sehr ruhige, fast geheimnisvolle Atmosphäre bekommt.

6. Burg Malmöhus: Renaissance-Festung im Zentrum
Ein kurzes Stück vom Hauptplatz entfernt, umgeben von einem tiefen Wassergraben und hohen Bäumen, liegt Malmöhus, die älteste erhaltene Renaissance-Burg in ganz Skandinavien. Die ursprüngliche Festung stand hier schon im 14. Jahrhundert, doch ihre heutige Gestalt aus massiven roten Ziegeln verlieh ihr der dänische König Christian III. Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Burg spielte eine absolut zentrale Rolle in den ständigen blutigen Kriegen zwischen Dänemark und Schweden um die Vorherrschaft über den lukrativen Öresund.
Die Geschichte dieses Baus ist recht düster und ungemein faszinierend. Im 19. Jahrhundert diente die Burg als gefürchtetes Staatsgefängnis, in dem die schwersten Verbrecher des ganzen Landes ihre Strafen absaßen, und sogar der schottische Earl of Bothwell, der dritte Ehemann der schottischen Königin Maria Stuart, wurde hier fünf Jahre lang eingekerkert. Heute ist von der düsteren Atmosphäre glücklicherweise überhaupt nichts mehr übrig, und aus dem gesamten Burgareal ist ein riesiges und einladendes Kulturzentrum geworden.
Ein Spaziergang über die mächtigen Verteidigungsmauern und rund um den Wassergraben ist außerdem kostenlos, und im umliegenden Park mit Windmühle sicherst du dir leicht einen ruhigen Nachmittag abseits des hektischen Zentrums.
💡 Tipp: Plane für den Besuch der Burgumgebung mindestens zwei Stunden ein, der Park ist wirklich riesig und bietet jede Menge versteckter Bänke, ideal für ein Nachmittagspicknick.

7. Malmö Museer: Aquarien und nordische Kunst
Direkt in der Burg Malmöhus und in mehreren angrenzenden historischen Gebäuden residiert ein Museumskomplex unter dem gemeinsamen Namen Malmö Museer. Es ist mit Abstand die größte Museumsinstitution in ganz Südschweden, und für eine gründliche Besichtigung solltest du dir lieber mindestens einen halben Tag einplanen. Der Eintritt ist nach schwedischen Maßstäben sehr angenehm, für einen Erwachsenen liegt er bei 40 SEK (ca. 4 €), und mit diesem einen Ticket erhältst du Zugang zu allen Ausstellungen im riesigen Areal.
Der größte Hit, vor allem wenn du mit Familie und kleineren Kindern reist, ist das umfangreiche Aquarium und Terrarium im Erdgeschoss der Burg. Du siehst hier absolut alles, von lokalen Fischen aus dem nahen Öresund über bunte Korallenriffe bis zu giftigen Schlangen und Fröschen. Gleich im nächsten Stockwerk kannst du dann die fesselnde historische Ausstellung über die harten schwedisch-dänischen Kriege erkunden und die sorgfältig restaurierten königlichen Gemächer mit Originalmobiliar durchschreiten.
Gleich gegenüber der Burg, in einem separaten Gebäude namens Teknikens och Sjöfartens hus, befindet sich das Technik- und Schifffahrtsmuseum, dessen größter Magnet ein echtes U-Boot U3 ist. In das Innere dieses ausgemusterten Militär-U-Boots aus dem Zweiten Weltkrieg kannst du tatsächlich hineinklettern und am eigenen Leib ausprobieren, in welch unglaublich beengten Verhältnissen die Matrosen hier wochenlang leben und funktionieren mussten.
💡 Tipp: Das Museum ist am Wochenende recht voll mit Familien mit Kindern, plane deinen Besuch also, wenn möglich, lieber unter der Woche am Vormittag, wenn du hier absolute Ruhe hast.

8. Moderna Museet Malmö: Zeitgenössische Kunst im Kraftwerk
Liebhaber moderner Kunst dürfen bei einem Besuch der Stadt das Moderna Museet Malmö nicht auslassen, eine unabhängige Filiale des berühmten Stockholmer Museums. Schon das Gebäude selbst ist ein faszinierender architektonischer Kontrast, denn das Museum residiert in den Räumen eines ehemaligen historischen Kraftwerks aus dem Jahr 1901, an das die Architekten behutsam einen modernen Anbau mit einer unübersehbaren leuchtend orangenen Fassade aus perforiertem Blech angeschlossen haben.
Die Ausstellungen im Museum wechseln regelmäßig, und die Galerie konzentriert sich auf hochkarätige internationale und schwedische moderne und zeitgenössische Kunst. Du triffst hier auf Installationen, Videoprojektionen und riesige Gemälde, und dank des Raums der alten Turbinenhalle haben selbst die bizarrsten Werke Platz zum Atmen. Gewöhnliche beengte Galerien würden für solche Stücke schlicht nicht ausreichen.
Eine großartige Nachricht für alle Reisenden mit begrenztem Budget ist die Tatsache, dass der Eintritt in die ständigen Sammlungen des Museums oft völlig kostenlos ist, gezahlt wird nur für einige spezielle Wechselausstellungen. Nach der Besichtigung geh unbedingt ins gemütliche Café, das einen ausgezeichneten Specialty Coffee und eine ruhige Sitzgelegenheit in wunderschönem Designambiente voller Kunstpublikationen bietet.
💡 Tipp: Das Museum hat üblicherweise montags geschlossen, prüf daher vor dem Besuch immer die aktuellen Öffnungszeiten auf der offiziellen Website, damit du nicht vor verschlossenen Türen stehst.

9. Kirche Sankt Petri und der gotische Kern
Wenn du dich durch die engen Kopfsteinpflastergassen hinter dem Rathaus schlängelst, stößt du auf die Kirche Sankt Petri (Sankt Petri kyrka), das absolut älteste erhaltene Gebäude in ganz Malmö. Dieser majestätische Sakralbau aus dem frühen 14. Jahrhundert ist im typischen Stil der sogenannten baltischen Backsteingotik errichtet, sodass dich statt des traditionellen grauen Steins riesige Flächen roter Ziegel und ein raffiniertes System von Strebebögen an der Außenseite beeindrucken.
Das Innere der Kirche überrascht dich vielleicht auf den ersten Blick, denn die hohen Gewölbe und Wände sind leuchtend sauber und schneeweiß getüncht. Während der harten Reformationszeit wurde nämlich fast der gesamte ursprüngliche katholische Schmuck übertüncht. Gerettet werden konnten nur der großartige geschnitzte Holzaltar aus dem Jahr 1611 und einige Fragmente faszinierender mittelalterlicher Fresken in einer Seitenkapelle, die kürzlich sehr sorgfältig restauriert wurden.
Der Eintritt in die Kirche ist für alle völlig kostenlos und bietet einen perfekten Rückzug vor dem ständigen Lärm der umliegenden Stadt. Die riesigen hohen Fenster lassen wunderschönes weiches nordisches Licht herein, und oft triffst du hier auf Proben des lokalen Kirchenchors oder Orgelkonzerte, die dank der riesigen Gewölbe eine absolut fantastische Akustik bekommen.
💡 Tipp: In den Sommermonaten bietet die Kirche gelegentlich kommentierte Turmführungen an, von denen sich ein toller Blick auf das gesamte historische Zentrum eröffnet – frag einfach am Eingang.

10. Möllevångstorget: Das multikulturelle Herz von Möllan
Wenn du die echte und unverfälschte Seele des heutigen Malmö erleben willst, musst du ins Viertel Möllevången aufbrechen, das die Einheimischen nur Möllan nennen. Genau hier spürst du voll und ganz die Tatsache, dass in der Stadt Menschen aus 180 verschiedenen Ländern der Welt leben. Das Viertel wirkt leicht punkig, die Ziegelwände schmückt bunte Street-Art und die gesamte Atmosphäre unterscheidet sich radikal vom gepflegten und stillen historischen Zentrum.
Der Mittelpunkt des ganzen Viertels ist der Platz Möllevångstorget, wo von Montag bis Samstag riesige Märkte mit frischen Zutaten stattfinden. Die Standbetreiber rufen hier laut ihre Preise aus, und in der Luft liegt der Duft von exotischen Gewürzen, Bergen von frischem Koriander und Kisten mit günstigem Obst aus aller Welt. Es ist ein fantastischer Ort für Vorräte, wenn du selbst kochen willst, denn die Preise sind hier ein Bruchteil dessen der üblichen schwedischen Supermärkte wie ICA oder Coop.
Die Straßen, die vom Platz abgehen, säumen Dutzende asiatische Lebensmittelläden, nahöstliche Bäckereien und günstige Bistros. Abends verwandelt sich Möllan in das Zentrum alternativer Unterhaltung, die Kneipen mit Craft-Bier platzen aus allen Nähten und du hörst hier ein Sprachengewirr aus aller Welt. Es ist ein lebhafter, lauter und absolut authentischer Ort, den du bei einem Besuch auf keinen Fall verpassen solltest.
💡 Tipp: Auf den Märkten kann es schwierig sein, mit einer normalen Kreditkarte zu zahlen, denn die Standbetreiber verlangen oft eine Zahlung über die lokale App Swish, die du als Tourist nicht bekommst – nimm daher sicherheitshalber etwas Bargeld mit.

11. Der beste Falafel in Skandinavien
Bleiben wir noch einen Moment auf Möllan, denn genau hier befindet sich der größte kulinarische Schatz der Stadt: der legendäre Malmö-Falafel. Dank der starken und etablierten Einwandererkommunity aus dem Nahen Osten wurde die Zubereitung dieser frittierten Kichererbsenbällchen hier zur absoluten Perfektion gebracht, und selbst Schweden aus anderen Städten fahren gezielt und gern hierher.
Es ist eine echte lokale Institution und zugleich das absolut günstigste warme Gericht, das du in ganz Schweden bekommst. Einen riesigen Falafel-Roll (Falafel eingewickelt in frisch gebackenes arabisches Brot mit einem Berg Gemüse und Saucen) bekommst du hier für unglaubliche 50 bis 70 SEK (ca. 5 bis 6 €), was rund ein Drittel des Preises eines gewöhnlichen Mittagessens im Restaurant ist. Du kannst aus vielen Saucensorten wählen, von milder Knoblauch- bis zur scharfen feurigen, und die riesige Portion sättigt dich zuverlässig für den halben Tag.
Vegetarier und Veganer finden sich hier in einem absoluten Paradies wieder, denn die Möglichkeiten für fleischlose Ernährung sind hier endlos. Reisende empfehlen am häufigsten, Läden wie Jalla Jalla oder Falafel N.1 direkt am Platz auszuprobieren, wo sich noch spät in der Nacht Schlangen bilden. Die Bällchen werden direkt vor dir frittiert, sind außen perfekt knusprig und innen schön grün von den frischen Kräutern.
💡 Tipp: Lass dir bei der Bestellung immer eingelegtes Gemüse und etwas scharfe Sauce dazugeben, das verleiht dem ganzen Gericht den richtigen Pfiff, an den die Einheimischen gewöhnt sind und der den lokalen Falafel so berühmt macht.

12. Malmö Saluhall: Industrie-Markthalle voller Geschmack
Wenn du ein etwas gepflegteres Gastro-Erlebnis bevorzugst und es dir nichts ausmacht, ein wenig mehr zu zahlen, sollten deine Schritte in die Malmö Saluhall führen. Es ist eine moderne überdachte Markthalle, eingebaut in die verfallenen Ruinen eines ehemaligen Güterbahnhofs, und dieser Kontrast von Alt und Neu funktioniert überraschend gut. Die freigelegten alten Ziegelwände ergänzen hier schwarzer Stahl und eine riesige Glasfassade, sodass der ganze Raum luftig und industriell-stylisch wirkt.
Drinnen findest du rund zwanzig sorgfältig ausgewählte Stände und Bistros, die das Beste aus der zeitgenössischen schwedischen und internationalen Gastronomie unter einem Dach präsentieren. Du kannst hier frisches Sauerteigbrot von lokalen Handwerksbäckern kaufen, großartige Käse, oder dich gleich an die Theke setzen und ein Mittagessen genießen. Die Preise sind hier zwar merklich höher als auf der Straße in Möllan, entsprechen aber absolut der Spitzenqualität der verwendeten Zutaten.
Für fleischlose Ernährung ist die Markthalle die absolut ideale Wahl, besonders wenn du in einer Gruppe reist, in der jeder Lust auf etwas anderes hat. Du findest hier fantastische Stände mit handgezogenen Nudeln, reichhaltige Salatbars und moderne vegetarische Tapas. Kauf dir Essen, schnapp dir ein Tablett und setz dich an die großen gemeinschaftlichen Tische mitten in der Halle, wo du die lebhafte und freundliche Atmosphäre dieses kulinarischen Zentrums bestens aufsaugst.
💡 Tipp: Die Markthalle ist ein großartiger Ort für essbare Souvenirs von der Reise, du bekommst hier Premium-Marmeladen aus Schweden, lokalen Senf oder luxuriöse Schokolade in wunderschöner Verpackung.

13. Slottsträdgården: Gärten und urbane Landwirtschaft
Gleich hinter der historischen Burg Malmöhus erstreckt sich Slottsträdgården (der Schlossgarten), ein absolut zauberhaftes Stück ruhiger Natur mitten in der Stadt. Es ist kein klassischer langweiliger Schlosspark mit streng geschnittenen Büschen, sondern ein faszinierendes Gemeinschaftsprojekt, das sich auf nachhaltige und biologische urbane Landwirtschaft konzentriert. Der Garten ist clever in mehrere thematische Bereiche unterteilt, vom beruhigenden japanischen über den romantischen Rosengarten bis zur wilden Wiese voller summender Insekten.
Die begeisterten lokalen Gärtner bauen hier auf ordentlichen Beeten saisonales Gemüse, frische Kräuter und Hunderte Blumensorten an, die du an bestimmten Tagen sogar legal pflücken und gegen einen kleinen Betrag mit nach Hause nehmen kannst. Den ganzen grünen Raum dominiert optisch eine schöne historische Windmühle (Slottsmöllan), die auf einem sanften Hügel thront und eine perfekte romantische Kulisse für deine Fotos vom Nachmittagsspaziergang bildet.
Mitten in den Gärten verbirgt sich das großartige gläserne Café Slottsträdgårdens Kafé, das du bei einem Besuch auf keinen Fall verpassen solltest. Es hat ganzjährig geöffnet, im Winter wärmst du dich im beheizten Gewächshaus voller Pflanzen, und im Sommer kannst du draußen zwischen den blühenden Beeten sitzen. Es gibt hier fantastische vegetarische Sandwiches, wärmende cremige Suppen und natürlich darf ausgezeichneter Kaffee und frischer hausgemachter Kuchen für ein perfektes Fika nicht fehlen.
💡 Tipp: An Sommerwochenenden finden hier gelegentlich kleinere Bauernmärkte statt, auf denen du frisches Gemüse direkt von den Leuten kaufen kannst, die es im Park angebaut haben.

14. Kungsparken: Picknick unter jahrhundertealten Bäumen
An Slottsträdgården schließt völlig fließend der Kungsparken (Königspark) an, der stolz den Titel des ältesten öffentlichen Parks der ganzen Stadt trägt. Er wurde bereits 1872 auf dem Gelände ehemaliger militärischer Verteidigungswälle angelegt, und sein Design lehnt sich stark an klassische englische Landschaftsgärten mit geschwungenen Sandwegen und weitläufigen grünen Rasenflächen an.
Der Park ist von einem dichten Netz von Wasserkanälen durchzogen, auf denen du im Sommer mit gemieteten Tretbooten fahren oder ein kleines Ruderboot leihen und die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive erkunden kannst. Hier wachsen riesige jahrhundertealte Bäume aus aller Welt, darunter mächtige Eichen und exotische Platanen, die an heißen Sommertagen perfekten Schatten für die Nachmittagsruhe spenden. Mitten im Park stößt du auf einen schönen gusseisernen Brunnen, der nach Einbruch der Dunkelheit effektvoll leuchtet.
Für die Einheimischen ist der Kungsparken der mit Abstand beliebteste Ort für Wochenendpicknicks und ungezwungene Treffen mit Freunden. Pack frisches Gebäck aus der nahen Saluhall in den Rucksack, hol dir einen Kaffee to go, breite eine Decke auf dem weichen Gras aus und genieße die entspannte schwedische Gemütlichkeit (lagom) mitten im Herzen der sonst sehr lebhaften und pulsierenden Stadt.
💡 Tipp: In den Park kannst du bedenkenlos deinen eigenen Grill mitbringen, an mehreren ausgewiesenen Stellen findest du spezielle Betonunterlagen, wo die Einheimischen ganz normal ein warmes Abendessen zubereiten.

15. Folkets Park: Volkspark voller Unterhaltung
Ein weiterer absolut einzigartiger Grünraum ist der Folkets Park (Volkspark), der unweit des Viertels Möllan liegt und der überhaupt älteste Park seiner Art in ganz Schweden ist. Er entstand Ende des 19. Jahrhunderts als erschwinglicher Erholungsort für die arbeitende Arbeiterklasse und hat bis heute glücklicherweise seine sehr ungezwungene, leicht jahrmarktartige und ungemein entspannte Atmosphäre bewahrt, die alle Generationen begeistert.
Der Eintritt ist kostenlos, und drinnen wartet ein bemerkenswertes Sammelsurium: Ein maurischer Pavillon aus dem 19. Jahrhundert steht neben Kinderklettergerüsten und einem Reptilienterrarium, niemand weiß genau, warum, aber es funktioniert. Im warmen Sommer finden hier regelmäßige kostenlose Konzerte lokaler Bands statt, beliebtes Sommerkino, es gibt ein riesiges Kinderplanschbecken und du kannst mit Freunden auch eine kniffelige Runde Minigolf spielen.
Den Park säumen angenehme unscheinbare Cafés und Imbissstände, sodass du hier leicht einen ganzen faulen Nachmittag mit dem Beobachten der einheimischen Familien und jungen Leute verbringst. In der Winterzeit verwandelt sich das Planschbecken zauberhaft in eine beliebte öffentliche Eisbahn, auf der du dir Schlittschuhe leihen und unter den in den Bäumen aufgehängten Lichterketten echte nordische Atmosphäre genießen kannst.
💡 Tipp: Wenn du mit Kindern reist, plane für den Folkets Park ruhig einen halben Tag ein, sie finden hier so viele kostenlose Klettergerüste und Aktivitäten, dass du sie nur schwer wieder wegbekommst.

16. Malmö mit dem Fahrrad: Stadt der Räder
Wenn du Malmö wie ein echter Local kennenlernen und erleben willst, musst du dich unbedingt aufs Fahrrad schwingen und dich in den lokalen Verkehr einreihen. Die Stadt landet regelmäßig in den renommierten Ranglisten der fahrradfreundlichsten Städte der Welt und macht mit ihren über 500 Kilometern perfekt abgetrennter Radwege sogar dem nahen berühmten Kopenhagen Konkurrenz. Das Terrain ist hier zudem absolut flach, sodass du selbst bei längeren Strecken zwischen den Vierteln nicht ins Schwitzen kommst.
Ein Fahrrad zu leihen ist hier dank des großartig funktionierenden und günstigen Leihradsystems Malmö by bike eine absolute Kleinigkeit. In der ganzen Stadt findest du Dutzende Stationen, du musst nur die App aufs Handy laden, die Zahlungskarte verknüpfen und für rund 80 SEK (ca. 7 €) bekommst du unbegrenzten Zugang zu den Rädern für ganze 24 Stunden. Die Räder sind robust, schwer, sehr stabil und haben einen praktischen vorderen Korb für Einkäufe oder den Rucksack.
Mit dem Fahrrad kommst du am bequemsten vom Zentrum an den weiter entfernten Strand Ribersborg, durchquerst das ganze moderne Viertel Västra hamnen und erreichst problemlos auch die Märkte in Möllan. Radfahrer haben hier an Kreuzungen absoluten Vorrang und eigene spezielle Ampeln, sodass du dich hier auch im dichten Morgenverkehr absolut sicher fühlst.
💡 Tipp: Wenn du Rad fährst, zeig immer mit der Hand die Abbiegerichtung an und heb beim Anhalten die Hand, die einheimischen Radfahrer fahren sehr schnell, und ein unerwartetes Anhalten mitten auf dem Radweg kann einen unangenehmen Unfall verursachen.

17. Shopping in Emporia: Architektur und Konsum
Auch wenn du nicht gerade ein begeisterter Shopping-Fan bist, lohnt sich ein Besuch des Einkaufszentrums Emporia im Viertel Hyllie allein wegen seiner atemberaubenden modernen Architektur. Dieser gigantische Bau liegt ein kurzes Stück von der ersten Zugausfahrt der Öresundbrücke entfernt, und seine Hauptfassade bildet ein gewaltiger, in die Tiefe gewölbter Glasriss in Goldfarbe, der von außen wirkt, als hätte jemand das Haus in der Mitte mit großer Kraft eingedrückt.
Drinnen findest du Hunderte Geschäfte, darunter alle bekannten skandinavischen Modemarken und luxuriöse Designerboutiquen. Das Interieur ist logisch in farblich unterschiedliche Zonen mit riesigen Wendeltreppen unterteilt und futuristisch beleuchtet, sodass du manchmal nicht weißt, ob du in einem klassischen Einkaufszentrum oder in einem Museum für moderne Kunst bist. Es ist eine ideale und warme Rettung für den Fall, dass dir während des Ausflugs das Wetter nicht mitspielt und es anhaltend zu regnen beginnt.
Das größte verborgene Geheimnis von Emporia ist jedoch der riesige öffentliche Dachgarten, zu dem du völlig kostenlos mit Rolltreppen hinauffährst. Das grüne Dach voller robuster Gräser und Bänke bietet einen fantastischen Panoramablick auf die ganze wachsende Stadt, die majestätische Öresundbrücke, und bei guter Sicht reicht dein Blick bis zur Küste des benachbarten Dänemark.
💡 Tipp: Am schnellsten kommst du nach Emporia mit dem Zug vom Hauptbahnhof (Haltestelle Hyllie), die Fahrt dauert knapp ein paar Minuten und der Bahnhof liegt direkt vor dem ikonischen Haupteingang des Zentrums.

18. Ausflug nach Kopenhagen über die Öresundbrücke
Der letzte Tipp führt nicht ins eigentliche Malmö, sondern zu seinem absolut größten strategischen Vorteil: dank der Öresundbrücke hast du die dänische Metropole Kopenhagen zum Greifen nah. Dieses einzigartige Ingenieurbauwerk misst unglaubliche 16 Kilometer, von denen ein Teil eine hoch über den Wellen hängende Brücke und ein Teil ein Unterwassertunnel ist, in den du auf der künstlich angelegten Insel Peberholm fließend hinabgleitest.
Der einfachste und mit Abstand günstigste Weg, auf die andere Seite zu gelangen, ist die häufige Zugverbindung (Öresundståg) direkt vom Hauptbahnhof in Malmö zu nutzen. Die Züge fahren alle 20 Minuten, ein einfaches Ticket kostet rund 135 SEK (ca. 12 €), und in knapp einer halben Stunde steigst du schon im Zentrum von Kopenhagen aus. So bekommst du die einzigartige und sehr einfache Chance, den Besuch zweier großartiger nordischer Länder in ein Wochenende zu packen.
Wenn du mit dem eigenen Auto reist, kommt dich die Fahrt über die Brücke recht teuer, die einfache Maut liegt bei rund 470 DKK (ca. 63 €). Deshalb wählen die meisten Leute den bequemen Zug, der sorgenfrei ist und dir den Nerv mit der Suche nach überteuerten Parkplätzen in der dänischen Metropole erspart. Vergiss aber nicht, einen gültigen Personalausweis oder Reisepass in den Rucksack zu packen, denn die Schweden führen auf dem Rückweg strenge Stichprobenkontrollen an der Grenze durch.
💡 Tipp: Wenn du die Brücke mit dem Auto hin und zurück überqueren willst, lohnt sich die Online-Registrierung im Programm ØresundGO, die dir dank einer Jahresgebühr den Preis der einzelnen Überfahrt auf einen Bruchteil des ursprünglichen Preises drückt.

Wie du nach Malmö kommst und dich fortbewegst
Der schnellste Flugweg nach Malmö führt überraschend über das Nachbarland. Am besten kaufst du ein Flugticket direkt ins dänische Kopenhagen zum Flughafen Kastrup, der gleich an der Schwelle der Öresundbrücke liegt. Von Berlin, München oder Frankfurt fliegst du bequem mit Lufthansa, Eurowings oder anderen Airlines. Sobald du dein Gepäck abgeholt hast, fährst du mit der Rolltreppe direkt in die unterirdische Zugstation hinab. Du steigst in den Öresundståg und in unglaublichen 20 Minuten steigst du schon im Zentrum von Malmö aus. Das ist oft schneller und bequemer als die Fahrt vom Flughafen ins Zentrum in vielen anderen europäischen Metropolen.
Wenn du dich in Schweden bewegst, fahren aus der Metropole Stockholm superschnelle Züge X2000 der schwedischen Bahn SJ hierher, die die Strecke in knapp viereinhalb Stunden überwinden. Kauf die Tickets aber mit großem Vorlauf, sie funktionieren nämlich wie Flugtickets und ihr Preis steigt kurz vor Abfahrt steil an. Für Reisende mit Auto oder Wohnmobil aus Deutschland bietet sich die Nutzung der Nachtfähren aus Deutschland oder Polen an, die im nahen Trelleborg oder Ystad anlegen, von wo aus es nach Malmö nur noch ein kurzes Stück über die hervorragenden Autobahnen ist (die in Schweden übrigens für Pkw völlig kostenlos sind – anders als etwa die Vignette in Österreich oder der Schweiz).
Die Fortbewegung in der Stadt selbst ist dann ein absolutes Kinderspiel. Das historische Zentrum ist sehr kompakt und größtenteils den Fußgängern vorbehalten, sodass du die meisten Sehenswürdigkeiten problemlos zu Fuß abklapperst. Für längere Strecken, etwa zum Strand Ribersborg oder ins moderne Viertel Västra hamnen, empfehle ich wärmstens das bereits erwähnte System der grünen Leihräder Malmö by bike, denn die Radinfrastruktur ist hier bis zur absoluten Perfektion durchdacht.
Wenn es zu regnen beginnt, retten dich die großartig funktionierenden grünen Busse des Unternehmens Skånetrafiken. An Bord des Busses zahlst du beim Fahrer nicht in bar, du musst dir vorab die offizielle Skånetrafiken-App herunterladen und das Ticket darüber kaufen, oder einfach beim Einsteigen deine Zahlungskarte am Terminal auflegen. Bonusnachricht: Wenn du in der zweiten Jahreshälfte 2026 anreist, hat die schwedische Regierung die Preise für Monatstickets im öffentlichen Verkehr drastisch gesenkt, sodass der Bus noch günstiger ist als zuvor.

Wochenende in Malmö Tag für Tag
Wenn du nur zwei Tage für die Stadt hast, empfehle ich dir, das Programm in einen historischen und einen modernen Teil zu unterteilen, damit du alle Kontraste aufsaugst, die Malmö bietet. Widme den ersten Tag dem Erkunden des Zentrums zu Fuß. Beginne mit einem morgendlichen Spaziergang über den Stortorget und schau in die älteste Kirche Sankt Petri hinein. Gegen elf Uhr wechsle zum malerischen Lilla Torg für ein traditionelles Fika mit Kaffee und Zimtschnecke.
Zum Mittagessen geh in die großartige Markthalle Malmö Saluhall, wo du tolle vegetarische Tapas oder asiatische Nudeln findest, und erkunde am Nachmittag in Ruhe die Burg Malmöhus mit dem angrenzenden Park Slottsträdgården. Abends mach dich dann unbedingt auf ins pulsierende Viertel Möllan, wo du den besten Falafel der Stadt probierst (70 SEK, ca. 6 €, reichen dir dafür locker) und ihn mit einem lokalen Craft-Bier in einer der lebhaften Bars hinunterspülst.
Am zweiten Tag leih dir morgens per App ein Stadtfahrrad und mach dich auf, das moderne Gesicht der Stadt am Meer zu entdecken. Fahr ins nachhaltige Viertel Västra hamnen, schau dir den Wolkenkratzer Turning Torso aus der Nähe an und rolle über die Holzpromenade. Von dort geht es weiter entlang der Küste bis zum Strand Ribersborgsstranden, wo du in einem der Strandcafés ein Mittagsmenü (dagens lunch) mit reichhaltigem Salatbuffet nehmen kannst. Den Nachmittag kannst du dann mit Entspannung im historischen Badehaus Kallbadhus verbringen oder in den Zug steigen und einen schnellen Shopping-Ausflug ins architektonisch überwältigende Emporia machen.
Wohin weiter von Malmö
Wenn du mehr Zeit in Schweden hast, bietet Skåne großartige Möglichkeiten für weitere Entdeckungen. Nur 20 Minuten mit dem Zug von Malmö liegt die historische Universitätsstadt Lund, die dich mit ihren Kopfsteinpflastergassen, efeuberankten Häusern und der majestätischen romanischen Kathedrale mit ihrer faszinierenden astronomischen Uhr verzaubert.
Liebhaber von Krimis sollten nach Osten in das Küstenstädtchen Ystad aufbrechen, wo die Geschichten des grüblerischen Kommissars Wallander gedreht wurden und spielen. Ein kurzes Stück davon entfernt findest du dann die magischen Megalithsteine Ales stenar, die auf einer Klippe über dem Meer thronen. Im Südwesten lockt dagegen die Halbinsel Falsterbo mit ihren weißen Sandstränden, die an die Karibik erinnern, und den malerischen pastellfarbenen Strandhäuschen. Für die detaillierte Planung der Autofahrt schau in unseren Artikel Öresundbrücke: Maut, Zug und wie du sie überquerst.
Interessiert dich mehr aus diesem wunderschönen nordischen Land? Wirf einen Blick auf unsere große Übersicht Schweden: 30 Tipps, was du sehen und erleben solltest oder plane einen Stopp an der Westküste nach dem Guide Göteborg: 20 Tipps, was du in Schwedens zweitgrößter Stadt sehen kannst. Und wenn du dich anschickst, die Brücke zu überqueren, wird dir sicher der Artikel Kopenhagen: 25+ Tipps, was du sehen und erleben solltest nützlich sein. Vergiss auch nicht, die lokalen Geschmäcker über unseren Artikel Schwedische Küche: 18 Gerichte, die du probieren musst zu erkunden.
Häufig gestellte Fragen
Bevor du dich ans Kofferpacken machst, habe ich für dich die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengefasst, die mich zu Malmö erreichen. Egal ob du Budget, Sicherheit oder Anreise klären willst, hier findest du alles schön beisammen 😉.
Wie viele Tage brauche ich für Malmö?
Für die Stadt selbst u003cstrongu003ereicht ein vollgepackter Tag oder ein entspanntes verlängertes Wochenende völlig ausu003c/strongu003e. In zwei Tagen schaffst du es in Ruhe, das historische Zentrum zu erkunden, mit dem Fahrrad die Küste in Västra hamnen entlangzufahren, die Museen im Schloss zu besuchen und abends das lebendige Treiben in Möllan zu genießen – ganz ohne unnötige Hektik. Falls du auch einen Abstecher über die Brücke ins dänische Kopenhagen oder einen Ausflug ins Universitätsstädtchen Lund planst, solltest du besser drei Tage einplanen.
Ist Malmö sicher?
Ja, aus Sicht eines normalen Touristen u003cstrongu003eist Malmö eine völlig sichere Stadtu003c/strongu003e, auch wenn die Medien die Situation manchmal dramatisieren. Probleme mit Gangs konzentrieren sich auf Randsiedlungen wie Rosengård, wohin du absolut keinen Grund hast zu fahren. Im Zentrum, am Strand und im lebhaften Möllan gelten dieselben gesunden Menschenverstandsregeln wie in jeder anderen europäischen Stadt – pass also nur vorsorglich auf deine Taschen im Gedränge oder am Bahnhof auf.
Wie komme ich von Kopenhagen nach Malmö?
Der schnellste und bequemste Weg ist der u003cstrongu003eDirektzug (Öresundståg), der vom Kopenhagener Flughafen Kastrup und vom Hauptbahnhof abfährtu003c/strongu003e. Die Züge fahren alle 20 Minuten, die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde und Tickets kaufst du ganz einfach an den Automaten am Bahnhof oder über die mobile App Skånetrafiken. Eine einfache Fahrt kostet etwa 135 SEK (ca. 12 €). Vergiss nicht, einen gültigen Personalausweis mitzunehmen, die Schweden führen stichprobenartige Grenzkontrollen durch.
Ist Malmö günstiger als Stockholm?
Auf jeden Fall, u003cstrongu003eden Preisunterschied merkst du vor allem bei Unterkunft und Essenu003c/strongu003e. Während du in Stockholm für ein normales Mittagessen ein Vermögen hinblätterst, rettet dich in Malmö der allgegenwärtige Falafel für ein paar Euro oder die günstigen Mittagsmenüs (dagens lunch) mit unbegrenztem Salatbuffet, Kaffee und Brot, die du für etwa 120 bis 150 SEK (11 bis 14 €) bekommst. Auch Hotels im Zentrum sind hier deutlich günstiger als in der Hauptstadt.
Kann man im Zentrum von Malmö baden?
Ja, u003cstrongu003eBaden ist hier ein riesiger Hit und die Einheimischen lieben esu003c/strongu003e. Du kannst zum drei Kilometer langen städtischen Sandstrand Ribersborgsstranden fahren, der nur einen Katzensprung vom Zentrum entfernt liegt. Eine weitere tolle Möglichkeit ist es, von den langen Holzstegen im modernen Ökostadtteil Västra hamnen ins Wasser zu springen, wo das Wasser des Öresunds überraschend sauber ist und in den Sommermonaten eine sehr angenehme Erfrischung nach einem ganzen Tag Sightseeing bietet.
Wo gibt es den besten Falafel?
Für den besten Falafel u003cstrongu003emusst du ins Viertel Möllevången (Möllan)u003c/strongu003e, wo eine starke nahöstliche Community lebt und die Zubereitung dieses Gerichts zur Perfektion gebracht wurde. Zu den absoluten Legenden gehören die Lokale Jalla Jalla und Falafel N.1 direkt am Platz Möllevångstorget. Du bekommst hier frisch frittierte knusprige Bällchen im warmen arabischen Brot mit jeder Menge Gemüse und Saucen für knapp 70 SEK, was dein Budget zuverlässig rettet.
Brauche ich in der Stadt ein Leihfahrrad?
Es ist keine absolute Notwendigkeit, weil du das historische Zentrum bequem zu Fuß erkunden kannst, aber u003cstrongu003eein Fahrrad spart dir enorm viel Zeit und bietet dir ein echtes lokales Erlebnisu003c/strongu003e. Malmö ist perfekt flach, hat über 500 Kilometer separate Radwege und es gibt das Bike-Sharing-System Malmö by bike, das günstig ist und sich sehr einfach über die mobile App bedienen lässt. Mit dem Rad kommst du auch leicht zu weiter entfernten Stränden.
Was kann man an einem Wochenende schaffen?
An einem Wochenende u003cstrongu003eschaffst du das Beste, ohne dich unnötig abzuhetzenu003c/strongu003e. Am Samstagvormittag erkundest du das historische Zentrum und den Platz Lilla Torg, nachmittags das Schloss mit den Museen und abends lässt du den Tag in den lebhaften Bars in Möllan ausklingen. Den Sonntag kannst du dann einer Radtour zum Wolkenkratzer Turning Torso im modernen Viertel Västra hamnen widmen, am Strand Ribersborg baden und dich in den Schlossgärten entspannen, bevor du nach Hause fährst.
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