Als Lukáš und ich zum ersten Mal hinter dem tosenden Wasservorhang des isländischen Wasserfalls Seljalandsfoss standen, war ich schlicht überwältigt. Die Luft war komplett gesättigt mit eiskaltem Sprühnebel, über dem unglaublichen Getöse konnten wir uns nicht mehr verständigen und innerhalb weniger Sekunden waren wir bis auf die Knochen durchnässt. Doch dieses Gefühl absoluter Verbundenheit mit der unbändigen Natur war jeden Tropfen im Nacken wert. Es gibt eben Momente, in denen die schönsten Wasserfälle der Welt einen einfach sprachlos machen.
Wasserfälle haben ganz einfach eine enorme Kraft, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und riesigen Respekt einzuflößen. Kein Wunder also, dass sich zu den höchsten, mächtigsten und fotogensten Kaskaden der Welt jedes Jahr Millionen Reisende aus aller Welt aufmachen.
Ich habe für dich die ultimative Liste der schönsten Wasserfälle unseres Planeten zusammengestellt, die du meiner Meinung nach einfach gesehen haben musst. Zu einigen sind wir persönlich gereist und sie haben tiefe Spuren bei uns hinterlassen, um andere ranken sich unter Reisenden echte Legenden. Ich verrate dir daher ganz genau, wann du sie besuchen solltest und worauf du besonders achten musst.
Kurze Antwort
Zu den schönsten Wasserfällen der Welt zählen die majestätischen Iguazú-Fälle an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien, die ohrenbetäubenden Victoriafälle in Afrika, der höchste Wasserfall der Welt Angel Falls in Venezuela oder europäische Ikonen wie der isländische Seljalandsfoss und die Kaskaden der Plitvicer Seen. Mit seiner faszinierenden türkisen Farbe lockt der Kuang Si in Laos, während in Nordamerika die berühmten Niagarafälle König in Sachen Volumen und Durchfluss bleiben.

Zusammenfassung
- Der höchste der Welt: Salto Ángel (Angel Falls) in Venezuela mit einer Gesamthöhe von unglaublichen 979 Metern.
- Der breiteste Wasservorhang: Die Victoriafälle an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe, wo das Wasser über eine zusammenhängende Breite von 1.708 Metern stürzt.
- Das umfangreichste System: Die südamerikanischen Iguazú-Fälle bilden bis zu 275 einzelne Kaskaden, verteilt über 2,7 Kilometer.
- Europäischer Rekordhalter: Der norwegische Vinnufossen hält mit einer Gesamthöhe von 860 Metern den Spitzenplatz auf unserem Kontinent.
- Am besten zum Baden: Die türkisen unteren Becken des laotischen Wasserfalls Kuang Si bieten die perfekte Erfrischung.
- Das kurioseste Erlebnis: Hinter dem Wasservorhang des isländischen Seljalandsfoss kann man auf einem schmalen Pfad direkt hindurchgehen.
- Die größte Sommerenttäuschung: Der kalifornische Yosemite Falls trocknet im August oft völlig aus und übrig bleibt nur nackter Fels.
Die 16 schönsten Wasserfälle der Welt
Schauen wir uns gemeinsam 16 wahre Naturschätze an, die entweder Weltrekorde brechen oder mit einer absolut einzigartigen Atmosphäre punkten. Ich verrate dir, wann die beste Zeit für einen Besuch ist, damit du nicht nur auf ausgetrockneten Fels blickst, und wie du überhaupt dorthin kommst – denn zu manchen führt nicht einmal eine Straße.
1. Angel Falls (Salto Ángel), Venezuela

Tief im undurchdringlichen venezolanischen Dschungel verbirgt sich der absolute König aller Wasserfälle, der den Titel des höchsten Wasserfalls der Welt mit einer Gesamthöhe von 979 Metern hält. Er stürzt vom Tafelberg Auyán-tepui im Nationalpark Canaima herab und sein ununterbrochener freier Fall misst unglaubliche 807 Meter. Das Wasser fällt aus einer so gewaltigen Höhe, dass ein großer Teil des Stroms zu feinem Nebel verdampft und zerstäubt, noch bevor er überhaupt den Boden erreicht.
Hierher zu gelangen ist ein echtes Abenteuer, denn zum Wasserfall führt keine einzige Straße. Reisende müssen angeblich zuerst mit einem kleinen Flugzeug ins Dorf Canaima fliegen, von wo aus eine mehrstündige Fahrt in einem traditionellen Einbaum namens Curiara wartet. Nach dem Anlegen folgt noch ein etwa anderthalbstündiger steiler Aufstieg durch den Dschungel direkt zum Fuß, wo du dich in einem eiskalten Becken abkühlen kannst.
Wenn du dorthin willst, ist das richtige Timing absolut entscheidend. In der Trockenzeit von Dezember bis April kann der gewaltige Wasserfall auf ein dünnes Rinnsal schrumpfen, und die Flüsse sind zudem nicht ausreichend für Kanus befahrbar. Reisende empfehlen daher, ausschließlich in der Regenzeit von Juni bis November aufzubrechen.
💡 Tipp: Die Aussicht auf den Wasserfall ist oft von dichten Wolken verhüllt. Du brauchst eine große Portion Glück oder Geduld, um einen klaren Blick auf die gesamte majestätische Wand zu erleben.
2. Iguazú, Argentinien und Brasilien

An der Grenze zweier südamerikanischer Giganten tost ein Naturwunder, das viele für das allerschönste der Welt halten. Iguazú ist nicht nur ein einzelner Wasserfall, sondern ein unglaubliches System aus rund 275 Kaskaden, die sich über 2,7 Kilometer erstrecken. Die einzelnen Fälle sind zwischen 64 und 82 Meter hoch, und der mit Abstand imposanteste Punkt ist der sogenannte Teufelsschlund (Garganta del Diablo), in den sich der überwiegende Teil des Wassers stürzt.
Den Park kannst du von zwei Seiten aus erkunden, und jede bietet ein völlig anderes Erlebnis. Die argentinische Seite nimmt rund 80 Prozent der Fläche ein und bringt dich dank eines Gewirrs aus Stegen und Brücken mitten hinein in dieses ohrenbetäubende Schauspiel. Du kannst sogar mit dem Boot direkt unter die Fälle fahren. Die brasilianische Seite ist zwar kleiner, bietet aber den besten Panoramablick auf den gesamten Komplex, wie vom Zuschauerraum eines riesigen Theaters.
Der durchschnittliche Durchfluss liegt bei etwa 1.756 Kubikmetern pro Sekunde, doch bei den gewaltigen Überschwemmungen im Jahr 2014 waren es unglaubliche 45.700 Kubikmeter. Wasser fließt hier das ganze Jahr über, aber in den Regenmonaten von November bis März ist der Durchfluss am stärksten. Ein Nachteil ist die gelegentliche Sperrung einiger Stege aus Sicherheitsgründen.
💡 Tipp: Wenn du hierher reist, plane mindestens zwei Tage für den Besuch ein und erkunde beide Seiten. Es wäre riesig schade, dieses gigantische System nur aus einem Blickwinkel zu sehen.
3. Victoriafälle, Sambia und Simbabwe

Die einheimischen Stämme nennen dieses afrikanische Wunder Mosi-oa-Tunya, was übersetzt „donnernder Rauch“ bedeutet. Sobald du dich näherst, wirst du sofort verstehen, warum. Die Victoriafälle bilden den größten zusammenhängenden Wasservorhang der Welt: Der Fluss Sambesi stürzt hier über eine beeindruckende Breite von 1.708 Metern und aus einer Höhe von bis zu 108 Metern in eine tiefe Kluft.
Die simbabwische Seite bietet dir einen Blick auf rund 75 Prozent des gesamten Panoramas, während du von der sambischen Seite aus dem fallenden Wasser deutlich näher kommst. Genau in Sambia, auf der Insel Livingstone Island, befindet sich der berühmte Devil’s Pool, ein natürliches Becken direkt an der Abbruchkante, wo Waghalsige buchstäblich Zentimeter vom tödlichen Abgrund entfernt baden.
Wann sollte man hierher reisen? Das ist die schwierigste Frage. Von Februar bis Mai steht der Fluss auf Höchststand und der Wasserfall ist unglaublich mächtig, aber der Sprühnebel verdeckt oft die gesamte Aussicht, und du wirst selbst an den entferntesten Aussichtspunkten bis auf die Knochen nass. Von September bis Januar sinkt der Wasserstand hingegen deutlich, dramatische schwarze Felsen treten hervor und erst dann öffnet sich der Zugang zum erwähnten Devil’s Pool.
💡 Tipp: Baden im Devil’s Pool ist etwa von Mitte August bis Mitte Januar möglich, wobei die besten Bedingungen im Oktober und November herrschen. Die einheimischen Guides achten hier sehr streng auf die Sicherheit.
4. Niagarafälle, USA und Kanada

Wohl kein Wasserfall der Welt ist so berühmt und populär wie die Niagarafälle. Überraschenderweise sind sie aber überhaupt nicht hoch – der kanadische Teil namens Horseshoe Falls (Hufeisenfälle) misst gerade einmal etwa 51 bis 57 Meter. Ihr enormer Ruhm und ihre Kraft liegen in etwas ganz anderem: im unglaublichen Volumen und der Breite des fallenden Wassers.
Das System besteht aus drei einzelnen Wasserfällen, wobei die kanadischen Hufeisenfälle die mächtigsten sind – über sie ergießen sich bis zu 90 Prozent des gesamten Wassers. Der durchschnittliche Durchfluss erreicht hier 2.400 Kubikmeter pro Sekunde, was Niagara zum Wasserfall mit dem höchsten Durchfluss in ganz Nordamerika macht. Das gesamte ohrenbetäubende Getöse genießt du am besten direkt vom Deck eines Ausflugsschiffs, das dich ganz nah an die stürzenden Wassermassen heranbringt.
Den ikonischeren und geschlosseneren Blick auf die gesamten Hufeisenfälle bekommst du von der kanadischen Seite. Auch die Wanderattraktionen loben die Besucher sehr, etwa Journey Behind the Falls in Kanada oder Cave of the Winds auf der amerikanischen Seite, wo du auf Holzstegen direkt unter die tosenden Fälle gelangst.
💡 Tipp: Ein Besuch von Niagara ohne Bootsfahrt ist angeblich nur das halbe Erlebnis. Sei aber darauf vorbereitet, dass du auf dem oberen Deck trotz der ausgehändigten Regenponchos nass wirst – der Sprühnebel ist wirklich allgegenwärtig.
5. Seljalandsfoss, Island

Dieser 60 Meter hohe isländische Schönling bricht vielleicht keine Rekorde in Sachen Volumen oder Höhe, aber er bietet etwas absolut Einzigartiges. Lukáš und ich haben ihn als eines der intensivsten Erlebnisse in Erinnerung, denn hier kann man direkt hinter den Wasservorhang gehen. Ein Pfad führt dich in eine kleine Felshöhle hinter dem herabstürzenden Fluss Seljalandsá.
Er liegt strategisch günstig direkt an der Ringstraße Nr. 1 an der Südküste Islands, sodass du ihn kaum verpassen kannst. Das Parken kostet hier etwa 1.000 isländische Kronen (rund 7 €), und du kannst das Auto ruhig den ganzen Tag stehen lassen. Vom Parkplatz sind es nur ein paar Dutzend Meter zum Wasserfall, es ist also ein sehr leicht erreichbarer Stopp.
Wenn du dich entscheidest, hinter den Wasserfall zu gehen, muss ich dich eindringlich warnen. Die Luft ist hier so voll umherfliegender Tropfen, dass dich der Sprühnebel zuverlässig in wenigen Sekunden durchnässt. In den Wintermonaten ist der Pfad hinter dem Wasser zudem oft aus Sicherheitsgründen gesperrt, weil sich die umliegenden Felsen mit gefährlich glattem Eis überziehen.
💡 Tipp: Die zauberhafteste Atmosphäre hat der Seljalandsfoss im Sommer bei Sonnenuntergang, wenn die goldenen Strahlen direkt durch den fallenden Wasservorhang scheinen. Vergiss aber auf keinen Fall eine gute Regenjacke und Regenhose.
6. Skógafoss, Island

Nur ein Stück weiter entlang der Südküste triffst du auf eine weitere isländische Legende. Skógafoss ist eine gewaltige, rechteckige Wasserwand, die aus 60 Metern Höhe herabstürzt und beeindruckende 25 Meter breit ist. Als wir ankamen, begrüßte uns ein wunderschöner doppelter Regenbogen, der sich hier bei sonnigem Wetter dank der enormen Sprühnebelmenge fast ständig bildet.
Du kannst über ebenes Gelände bis direkt an den Fuß des Wasserfalls gehen, aber sei darauf gefasst, dass dich Wind und fallendes Wasser ordentlich durchduschen. Wenn du genug Energie hast, empfehle ich, die 527 Stufen zur Aussichtsplattform direkt über der Kante des Wasserfalls hinaufzusteigen. Der Blick von oben in die Landschaft ist unglaublich, auch wenn der Blick von unten nach unserem Empfinden doch etwas eindrucksvoller ist.
Einer alten Wikingerlegende zufolge versteckte der erste Siedler dieser Gegend eine Truhe voller Goldschätze in einer Höhle direkt hinter dem Wasserfall. Das Parken ist hier sehr einfach und wird bequem über die Handy-App Parka bezahlt.
💡 Tipp: Wenn du den riesigen Touristenmassen entgehen möchtest, komm früh am Morgen. Gegen Mittag ist es hier wirklich rappelvoll, was die mystische Atmosphäre des Ortes etwas zerstört.
7. Gullfoss, Island

Der Goldene Wasserfall, auf Isländisch Gullfoss, ist der absolute Star der beliebten Route Golden Circle, und wir standen mit offenem Mund davor. Der mächtige Gletscherfluss Hvítá stürzt hier in zwei Stufen in eine 32 Meter tiefe und unglaublich schmale Schlucht. Das Ganze wirkt, als würde sich das Wasser direkt ins Innere der Erde stürzen.
Dieser Naturschatz hat zudem eine ungemein starke Geschichte. Anfang des 20. Jahrhunderts wollten Investoren ihn in ein riesiges Wasserkraftwerk verwandeln. Die einheimische Bäuerin Sigríður Tómasdóttir kämpfte jedoch so verbissen für seine Rettung, dass sie sogar mit dem eigenen Sprung in die tosenden Wassermassen drohte. Ihr Einsatz zahlte sich aus, und heute ist der Wasserfall streng geschützt.
In puncto Praktikabilität ist es ein sehr angenehmer Stopp. Das Parken ist hier oben wie unten völlig kostenlos, was auf Island eine Seltenheit ist. Im Sommer erreicht der Durchfluss hier bis zu 141 Kubikmeter pro Sekunde, im Winter gefriert das Wasser teilweise und bildet faszinierende Eisskulpturen.
💡 Tipp: In den Wintermonaten ist der untere Pfad, der direkt zur Kante des Wasserfalls hinabführt, oft wegen starker und gefährlicher Vereisung gesperrt. Vergiss auf den oberen Aussichtspunkten aber nicht deine Schuhkrallen, hier ist es unglaublich rutschig.
8. Veliki slap (Plitvicer Seen), Kroatien

Die kroatischen Plitvicer Seen sind ein europäisches Unikat, und ihr größter Stolz ist der Veliki slap, der Große Wasserfall. Mit einer Höhe von 78 Metern ist er der höchste Wasserfall in ganz Kroatien. Wir haben hier stundenlang beobachtet, wie das Wasser über die steile Kante des Canyons in unglaublich klare, türkisfarbene Becken stürzt.
Interessant ist, dass der Veliki slap nicht von den Seen selbst gespeist wird, sondern von einem eigenen Bach namens Plitvica. Daher fließt er auch dann kräftig, wenn die Seen einen niedrigen Wasserstand haben. Der gesamte Nationalpark funktioniert nach dem Prinzip der Travertinbarrieren: Aus dem Wasser fällt Calciumcarbonat aus und bildet Dämme, die etwa einen Zentimeter pro Jahr wachsen.
Zum Großen Wasserfall gelangst du sehr einfach in 10 bis 15 Minuten zu Fuß vom Eingang Nr. 1. Du kannst zwischen mehreren Rundwegen wählen, wobei im Ticketpreis auch eine Fahrt mit dem lautlosen Elektroboot und dem Panoramabähnchen enthalten ist. Sei aber darauf gefasst, dass hier im Sommer Kopf an Kopf gedrängt wird.
💡 Tipp: Wenn du dir leere Holzstege wünschst, musst du gleich zur Öffnungszeit da sein, was im Sommer bereits um sieben Uhr morgens ist. Gegen Mittag wird aus den schmalen Pfaden buchstäblich eine endlose Menschenschlange.
9. Vinnufossen, Norwegen

Wenn vom höchsten Wasserfall Europas die Rede ist, nennen viele Leute fälschlicherweise die österreichischen Krimmler Wasserfälle. Der wahre europäische Rekordhalter ist jedoch der norwegische Vinnufossen. Dieser beeindruckende, stufenförmige Gigant erreicht eine Gesamthöhe von unglaublichen 860 Metern, wobei sein längster ununterbrochener Fall etwa 575 Meter misst.
Der Wasserfall wird vom hochgelegenen Gletscher Vinnufonna in der Provinz Møre og Romsdal gespeist. Während das Wasser über die steile Felswand stürzt, teilt es sich in mehrere Schleier auf und erzeugt einen Effekt, der auf Englisch „Horsetail“ (Pferdeschweif) genannt wird. Er zählt zu den sechst- bis achthöchsten Wasserfällen der ganzen Welt.
Reisende loben, dass dieses europäische Unikat sehr leicht direkt von der Hauptstraße aus in der Nähe des Städtchens Sunndalsøra zu sehen ist. Wenn du aber einen näheren Kontakt suchst, erwartet dich ein recht anspruchsvoller, steiler Aufstieg durch dichten Wald direkt zu seinem Fuß.
💡 Tipp: Da der Wasserfall von der Gletscher- und Schneeschmelze abhängt, ist er zu Sommerbeginn am imposantesten. Später im Herbst kann sein Durchfluss deutlich zurückgehen.
10. Kuang Si, Laos

Wenn du einen Wasserfall wie aus dem Märchen suchst, wird dich der laotische Kuang Si in der Nähe der Stadt Luang Prabang völlig verzaubern. Die Hauptkaskade stürzt aus etwa 60 Metern Höhe herab, aber was diesen Ort so bezaubernd macht, sind die wunderschönen, kaskadenförmigen Becken mit neontürkiser Farbe, die sich darunter bilden.
Die Färbung entsteht durch gelöstes Calciumcarbonat, das im Wasser ausfällt und das Sonnenlicht perfekt streut. Und das Beste? In den unteren Becken ist Baden erlaubt. Das ist eine absolut erfrischende Erfahrung in der schwülen asiatischen Hitze. Auf dem Weg zu den oberen Aussichtspunkten kommst du außerdem an einer Rettungsstation für Kragenbären vorbei, was ein toller Bonus für den Ausflug ist.
Ganz entscheidend ist aber das richtige Timing des Besuchs. Den wunderschönen türkisen Farbton siehst du nur in der Trockenzeit von November bis April. Während der sommerlichen Monsune verwandelt sich das Wasser in eine braune, schlammige Masse, und das Baden wird wegen der starken Strömung sehr gefährlich.
💡 Tipp: Pass auf, wo du in die Badesachen schlüpfst. Die Becken, die ganz nah am Hauptwasserfall liegen, gelten als heilig, und Baden ist dort streng verboten. Richte dich immer nach den örtlichen Schildern.
11. Detian / Ban Gioc, China und Vietnam

Am Fluss Quây Sơn, der die natürliche Grenze zwischen China und Vietnam bildet, findest du den größten Grenzwasserfall in ganz Asien. Auf der chinesischen Seite heißt er Detian, auf der vietnamesischen Ban Gioc. Das Wasser fällt hier zwar nur aus etwa 30 Metern Höhe, aber das System erstreckt sich über eine beeindruckende Breite von zwei- bis dreihundert Metern.
Das Erlebnis liegt weniger in der Höhe selbst als vielmehr in der Kulisse mit Karstkegeln im Hintergrund und sattgrünen Reisfeldern. Eine sehr beliebte Attraktion sind hier die traditionellen Bambusflöße, die dich gegen eine kleine Gebühr fast bis unter die tosende Stirn des Wasserfalls bringen, wo du zuverlässig eine erfrischende Dusche bekommst. Baden ist hier wegen der starken Strömung und der Grenzzone allerdings verboten.
Wenn du den Wasserfall in seiner größten Kraft sehen möchtest, empfehlen Reisende angeblich das Ende der Regenzeit im September oder Oktober. Etwa zwei bis vier Tage nach einem starken Regen bekommt das Wasser die schönste türkise Farbe, während es unmittelbar nach einem Guss oft trüb ist.
💡 Tipp: In der Zeit starker Regenfälle können sich die getrennten chinesischen und vietnamesischen Kaskaden zu einer riesigen, massiven Wasserwand vereinigen. In der Trockenzeit wirkt das System hingegen viel sanfter und ruhiger.
12. Sutherland Falls, Neuseeland

Tief im neuseeländischen Fiordland-Nationalpark verbirgt sich einer der am schwersten zugänglichen, aber zugleich schönsten Wasserfälle des Planeten. Sutherland Falls stürzt vom hochgelegenen Gletschersee Lake Quill herab und ist mit einer Gesamthöhe von 580 Metern der höchste Wasserfall Neuseelands. Das Wasser stürzt in drei gewaltigen Kaskadenstufen hinab.
Dorthin zu gelangen erfordert eine wirklich ordentliche körperliche Verfassung. Es führt keine Straße hin, und der einzige Weg zum Fuß des Wasserfalls führt über den berühmten mehrtägigen Trek Milford Track. Von der Wanderhütte Quintin Shelter ist es ein etwa anderthalbstündiger Abstecher hin und zurück über Dutzende Stufen, aber alle Wanderer sind sich einig, dass das ohrenbetäubende Erlebnis die Mühe zu hundert Prozent wert ist.
Wenn du nicht zu den begeisterten Fernwanderern gehörst, gibt es noch eine deutlich teurere Variante. Du kannst dir einen Rundflug mit dem Hubschrauber vom nahegelegenen Milford Sound gönnen, der dich direkt über den oberen See bringt und dir eine wahre Vogelperspektive auf das fallende Wasser bietet.
💡 Tipp: Die Saison für Wanderungen auf dem Milford Track dauert etwa von Ende Oktober bis April, was der Sommersaison auf der Südhalbkugel entspricht. Nach starken Regenfällen ist der Wasserfall absolut ohrenbetäubend und massiv.
13. Yosemite Falls, USA

Der dreistufige kalifornische Gigant ist mit einer Gesamthöhe von 739 Metern der höchste Wasserfall in ganz Nordamerika und eine absolute Ikone des Yosemite-Nationalparks. Er besteht aus drei Teilen, und schon zum unteren Wasserfall führt ein sehr einfacher, anderthalb Kilometer langer Spaziergang, den wirklich jeder schafft. Zum oberen Rand führt hingegen eine regelrechte Ganztages-Bergwanderung mit riesigem Höhenunterschied.
Dieser Wasserfall birgt aber ein großes Geheimnis, das vielen Touristen zum Verhängnis wird. Er wird ausschließlich von der Schneeschmelze in den hohen Bergen gespeist. Während er im Mai und Juni ein tosendes Monster voller Kraft ist, trocknet er im August und September oft völlig aus, und am Fels bleibt nur ein trauriger feuchter Fleck oder gar völlige Trockenheit.
Wenn du also einen Roadtrip durch den Westen der USA planst, musst du dir das Timing gut überlegen. Wer Yosemite Falls in voller Kraft sehen will, wenn das Getöse durch das ganze Tal hallt, muss idealerweise im späten Frühjahr anreisen.
💡 Tipp: Wenn du dich im Frühling zum Wasserfall aufmachst, sei darauf gefasst, dass dich auf dem Pfad zur unteren Stufe (Lower Fall) der fallende Sprühnebel garantiert erfrischt und vielleicht auch ein bisschen durchnässt.
14. Gocta (Catarata Gocta), Peru

In den rauen peruanischen Bergen verbirgt sich ein Wasserfall, von dem die Außenwelt jahrzehntelang keine Ahnung hatte, obwohl die Einheimischen ihn gut kannten. Der Welt stellte ihn erst 2002 der deutsche Forscher Stefan Ziemendorff vor. Heute weiß man, dass der Gocta in zwei atemberaubenden Stufen herabstürzt und seine Gesamthöhe 771 Meter erreicht.
Oft liest man von ihm als dritthöchstem Wasserfall der Welt, aber das ist eine Behauptung, die viel Streit auslöst – in verschiedenen Ranglisten landet er eher zwischen dem fünften und achtzehnten Platz. Ungeachtet der Tabellen ist er aber einer der höchsten und beeindruckendsten Wasserfälle in Peru und weltweit.
Zum Wasserfall musst du dich zu Fuß von den Dörfern Cocachimba oder San Pablo aus aufmachen. Die Wanderung ist mittelschwer, dauert fünf bis sechs Stunden hin und zurück, und es erwarten dich viel Auf und Ab in beide Richtungen. Das wahre Ausmaß der fünfhundert Meter hohen unteren Stufe würdigt man angeblich erst, wenn man winzig klein direkt an ihrem Fuß steht.
💡 Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch ist von April bis Juni, wenn die Regenzeit langsam endet. Der Strom ist am stärksten und der Himmel oft klarer, obwohl die Wolken das Tal hier recht häufig verhüllen.
15. Krimmler Wasserfälle, Österreich

Nur ein paar Autostunden von Deutschland entfernt, im Nationalpark Hohe Tauern, liegt eine Kaskade, von der oft fälschlicherweise behauptet wird, sie sei die höchste Europas. Die Krimmler Wasserfälle sind mit einer Höhe von 380 Metern der höchste Wasserfall Österreichs und der gesamten Alpen, halten aber nicht den europäischen Rekord. Das schmälert ihre Schönheit jedoch keineswegs, es ist ein faszinierendes Schauspiel.
Der Fluss Krimmler Ache stürzt hier in drei mächtigen Stufen ins Tal. Um sie herum windet sich der vier Kilometer lange Aussichtsweg Wasserfallweg, der dich vom untersten Punkt bis ganz nach oben führt. Während du vom Parkplatz in fünfzehn Minuten über ebenes Gelände zum unteren Wasserfall gelangst, dauert der Aufstieg zur höchsten Stufe etwa eine Stunde und Viertel steilen Anstiegs.
Der Wasserfall wird von einem Gletscher gespeist, daher schwankt sein Durchfluss im Jahresverlauf enorm. Während im Februar nur ein Bruchteil des Wassers durchfließt, ist es im Juni und Juli eine ohrenbetäubende Masse. Der Zugang zum Weg ist kostenpflichtig und wird offiziell ab Mitte April geöffnet.
💡 Tipp: Reisende raten, möglichst früh am Morgen am Parkplatz einzutreffen, idealerweise gleich nach acht Uhr, bevor die riesigen Reisebusse aus dem nahen Zell am See anrollen.
16. Khone Phapheng, Laos

Unsere Liste schließen wir mit einem laotischen Riesen ab, der alle Vorstellungen davon, wie ein Wasserfall aussehen sollte, über den Haufen wirft. Khone Phapheng am Fluss Mekong im Süden von Laos ist überhaupt nicht hoch, er misst nur etwa 21 Meter. Seine absolute Ausnahmestellung liegt in seiner Breite und seinem Volumen, denn er bildet ein unglaublich massives System aus Kanälen, die sich zwischen Inseln hindurchschlängeln.
Wenn man dieses gesamte System misst, erreicht es eine Breite von fast 10,8 Kilometern, was ihn theoretisch zum breitesten Wasserfall der Welt macht. Der durchschnittliche Durchfluss erreicht hier 11.000 Kubikmeter pro Sekunde, was volumenmäßig etwa dem Doppelten des berühmten Niagara entspricht. Es ist der größte Wasserfall Südostasiens und der Ort, an dem historisch jegliche Schifffahrt auf dem Mekong nach Norden endete.
Im Gegensatz zum türkisen Wasserfall Kuang Si darfst du hier auf keinen Fall baden. Die extremen Wasserströmungen und die gewaltigen Massen des braunen Mekong-Wassers sind lebensgefährlich. Der Ort ist aber sehr leicht zugänglich, du kommst bequem mit dem Auto hierher.
💡 Tipp: Das Erlebnis bei Khone Phapheng geht vor allem um das enorme Getöse und das überwältigende Wasservolumen, nicht um ästhetische Höhe. Am mächtigsten ist er am Ende der Regenzeit von August bis November.
Vergleich in einer übersichtlichen Tabelle
Damit du dich in all den Superlativen und Rekorden besser zurechtfindest, habe ich für dich eine zusammenfassende Tabelle aller genannten Wasserfälle vorbereitet. So erfährst du schnell, wodurch genau sie sich auszeichnen und wann du deine Reise planen solltest, um das beste Erlebnis zu haben.
| Name des Wasserfalls | Land | Wodurch er sich auszeichnet | Beste Zeit |
|---|---|---|---|
| Angel Falls | Venezuela | Höchster Wasserfall der Welt (979 m) | Juni–November (Regenzeit) |
| Iguazú | Argentinien / Brasilien | Umfangreichstes System (275 Kaskaden) | November–März (höchster Durchfluss) |
| Victoriafälle | Sambia / Simbabwe | Breitester Wasservorhang (Breite 1.708 m) | Februar–Mai (max.), Oktober (Devil’s Pool) |
| Niagarafälle | USA / Kanada | Enormes Volumen und leichte Erreichbarkeit | Ganzjährig (Sommer = max., Winter = Eis) |
| Seljalandsfoss | Island | Schmaler Pfad führt direkt hinter den Wasservorhang | Sommermonate (Sonnenuntergang) |
| Skógafoss | Island | Fast ständiger doppelter Regenbogen und 527 Stufen | Sommer (idealerweise bei voller Sonne) |
| Gullfoss | Island | Goldener Wasserfall mit Rettungsgeschichte | Ganzjährig (im Winter mit Schuhkrallen) |
| Veliki slap | Kroatien | Höchster in Kroatien im UNESCO-Park | Mai, Anfang Juni, Herbst |
| Vinnufossen | Norwegen | Höchster Wasserfall Europas (860 m) | Sommeranfang (Gletscherschmelze) |
| Kuang Si | Laos | Baden in türkisen Becken | November–April (Trockenheit und klares Wasser) |
| Detian / Ban Gioc | China / Vietnam | Größte Grenzkaskade Asiens | September–Oktober (Ende der Regenzeit) |
| Sutherland Falls | Neuseeland | Höchster in Neuseeland, entlang Milford Track | Ende Oktober–April (Sommersaison NZ) |
| Yosemite Falls | USA | Höchster in Nordamerika, trocknet im Sommer aus! | Mai–Juni (Höhepunkt der Schmelze) |
| Gocta | Peru | Versteckter Gigant (771 m) mitten in den Bergen | April–Juni (Ende der Regenzeit) |
| Krimmler Wasserfälle | Österreich | Höchster in Österreich und den gesamten Alpen | Juni–Juli (Gletscherschmelze) |
| Khone Phapheng | Laos | Breitestes System (10,8 km) und riesiger Durchfluss | August–November (maximale Wucht) |
Wie Wasserfälle entstehen
Vielleicht überrascht es dich, aber aus geologischer Sicht sind Wasserfälle keine dauerhaften Gebilde. Die Natur verändert, formt und verschiebt sie ständig, sodass das, was wir heute sehen, nur ein winziger Augenblick in der Geschichte unseres Planeten ist. Sie entstehen durch mehrere völlig unterschiedliche Mechanismen.
1. Unterschiedlich harte Gesteine und Unterspülung
Das ist die mit Abstand häufigste Art. Ein Fluss fließt einfach von einer Schicht aus sehr hartem, widerstandsfähigem Gestein auf eine viel weichere Schicht, die schneller abgetragen wird. Die harte Gesteinsplatte oben wirkt wie ein Schutzschild, während darunter der weiche Untergrund abgetragen wird und ein Überhang entsteht. Wenn der Überhang zu groß wird, stürzt der harte Fels unter seinem eigenen Gewicht ein, und der Wasserfall wandert so langsam flussaufwärts zurück. Genau so funktioniert der berühmte Niagara.
2. Hängende Gletschertäler
Wenn du dir die norwegischen Fjorde oder den Yosemite-Nationalpark ansiehst, wirst du Wasserfälle sehen, die aus gewaltigen senkrechten Wänden herabstürzen. Sie sind durch riesige Gletscher entstanden. Der massive Hauptgletscher konnte das Tal nämlich viel tiefer ausschürfen als die kleineren Seitengletscher. Als das Eis dann schmolz, blieben die Seitentäler hoch über dem Boden des Haupttals hängen, und dem Wasser blieb nichts anderes übrig, als Hunderte Meter senkrecht hinabzustürzen.
3. Tektonische Verwerfungen und Spalten
Manchmal stellt sich dem Fluss ein gewaltiger Höhensprung in den Weg, der durch ein Erdbeben oder tektonische Bewegung verursacht wurde. Ein Spezialfall sind riesige Kluftzonen in erstarrter Lava. Ein schönes Beispiel sind die afrikanischen Victoriafälle, wo der Fluss Sambesi in einen tiefen Abgrund stürzt, der entlang eines Kluftsystems quer durch seinen gesamten Lauf ausgehöhlt wurde.
Wasserfall-Rekorde
Um die verschiedenen Wasserfall-„Superlative“ ranken sich viele Mythen und Marketingtricks. Reiseveranstalter schmücken die Realität gern aus, um Touristen anzulocken. Lass uns also Klarheit darüber schaffen, wer wirklich die Weltrekorde hält.
Der höchste Wasserfall
Der offizielle König bleibt der venezolanische Angel Falls mit einer Höhe von 979 Metern. Dieser Titel hat allerdings einen kleinen Haken, denn nach einigen Methoden könnte der Spitzenplatz dem südafrikanischen Wasserfall Tugela Falls gehören. Das Guinness-Buch der Rekorde erkennt Angel Falls jedoch als Wasserfall mit dem längsten ununterbrochenen Fall an.
Der breiteste Wasserfall
Hier kommt es enorm darauf an, wie man Breite definiert. Wenn du das gesamte verzweigte System aus durch Inseln getrennten Flusskanälen zählst, dann gewinnt der laotische Khone Phapheng mit einer Breite von fast 10,8 Kilometern. Wenn du aber die breiteste zusammenhängende Wasserkaskade suchst, dann gebührt der Spitzenplatz dem südamerikanischen Iguazú mit seinen 2,7 Kilometern. Die afrikanischen Victoriafälle (1.708 m) halten wiederum den Titel für den größten zusammenhängenden Wasservorhang.
Der größte europäische Mythos
Wenn du nach Österreich fährst, siehst du bestimmt Werbetafeln, die die Krimmler Wasserfälle als die höchsten Europas anpreisen. Das ist aber nur ein Marketingtrick. Mit einer Höhe von 380 Metern sind sie zwar die höchsten der Alpen, doch den europäischen Rekord hält mit Abstand Norwegen, konkret der stufenförmige Vinnufossen mit stolzen 860 Metern.
Wohin als Nächstes
Wenn dich die Kraft wilden Wassers und die nordische Natur faszinieren, solltest du auf keinen Fall unsere ausführlichen Reiseführer zu den schönsten Ländern Europas verpassen. Darin haben wir uns auf praktische Tipps, Reiserouten und Orte konzentriert, die uns buchstäblich den Atem geraubt haben.
- Island: der komplette Reiseführer – alles, was du vor der Reise auf die Insel aus Feuer und Eis wissen musst.
- Südküste Islands – ausführlicher Reiseführer zu den Orten, an denen du den berühmten Seljalandsfoss und Skógafoss findest.
- 20 schönste Orte auf Island – eine Auswahl des Besten, was wir hier erlebt haben.
- Plitvicer Seen, Kroatien – wie du einen Besuch am Großen Wasserfall ohne Touristenmassen planst.
- Was man in Norwegen sehen sollte – Reiseführer durch das Land mit der größten Konzentration riesiger Wasserfälle in Europa.
- Niagarafälle – praktische Tipps für einen Besuch der bekanntesten nordamerikanischen Ikone.
Häufig gestellte Fragen
Bei der Planung von Reisen zu diesen gewaltigen Wassermassen suchen Menschen immer wieder Antworten auf dieselben Dinge. Wir haben deshalb Antworten auf die allerhäufigsten Fragen zusammengestellt, die dir helfen, den Überblick zu behalten.
Welcher ist der höchste Wasserfall der Welt?
Der höchste Wasserfall der Welt ist der Salto Ángel (Angel Falls) in Venezuela mit einer Gesamthöhe von etwa 979 Metern, wovon der ununterbrochene freie Fall 807 Meter misst. Er stürzt vom massiven Tafelberg Auyán-tepui im Canaima-Nationalpark hinab und ist so hoch, dass ein großer Teil des Wassers verdunstet, bevor es überhaupt unten aufkommt.
Sind die Niagarafälle die höchsten?
Überhaupt nicht, das ist ein sehr häufiger Irrtum. Der kanadische Teil der Niagarafälle ist nur 51 bis 57 Meter hoch. Ihr enormer weltweiter Ruhm beruht nicht auf der Höhe, sondern auf dem absolut gigantischen Wasservolumen. Im Durchschnitt fließen hier etwa 2.400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch, was ein ohrenbetäubendes Tosen erzeugt.
Welcher ist der breiteste Wasserfall der Welt?
Laut Definition gilt der laotische Khone Phapheng am Mekong-Fluss als das breiteste Wasserfallsystem, das sich über Inseln verteilt auf fast 10,8 Kilometer erstreckt. Wenn ihr aber die breiteste Wasserfallkaskade sucht, die über eine einzige Kante fällt, dann gewinnt in der Regel das südamerikanische Iguazú mit einer beeindruckenden Breite von 2,7 Kilometern.
Kann man hinter dem Wasserfall Seljalandsfoss entlanggehen?
Ja, der isländische Seljalandsfoss ist einer der wenigen großen Wasserfälle weltweit, wo ein offizieller Pfad direkt in die Höhle hinter den Wasservorhang führt. Rechnet aber damit, dass euch die allgegenwärtige Gischt ordentlich durchnässt. Im Winter wird der Pfad hinter den Wasserfall aus Sicherheitsgründen oft wegen starker Vereisung gesperrt.
Wo sind die schönsten und höchsten Wasserfälle in Europa?
Die höchsten Wasserfälle findet man in Norwegen dank der riesigen Gletschertäler und Fjorde. Dazu gehört auch der insgesamt höchste Vinnufossen mit 860 Metern. Zu den schönsten und fotogensten zählen eindeutig die kroatischen Kaskaden an den Plitvicer Seen oder die isländischen Ikonen Seljalandsfoss und Skógafoss.
Welcher Wasserfall hat die größte Durchflussmenge?
Technisch gesehen haben die sogenannten Inga-Fälle am afrikanischen Fluss Kongo mit einem Median von etwa 42.000 Kubikmetern pro Sekunde die größte Durchflussmenge, aber es handelt sich dabei eher um riesige Stromschnellen als um einen klassischen senkrechten Wasserfall. Von den touristisch bekannten klassischen Wasserfällen dominiert das südamerikanische Iguazú, wo in der Regenzeit bis zu 13.000 Kubikmeter pro Sekunde durchfließen.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Wasserfälle?
Das hängt stark vom jeweiligen Ort ab. Bei den afrikanischen Victoriafällen oder dem Yosemite in den USA solltest du im Frühling oder nach der Regenzeit aufbrechen, um maximale Wasserkraft zu erleben. Hingegen musst du für türkisfarbene Karst-Wasserfälle wie den laotischen Kuang Si ausschließlich in der Trockenzeit reisen, sonst wird das Wasser braun und gefährlich.
Kann man direkt unter den Wasserfällen baden?
Abhängig von den Regeln des Parks. In den türkisfarbenen Becken unterhalb des laotischen Kuang Si ist das Baden erlaubt und es ist ein fantastisches Erlebnis. An den afrikanischen Victoriafällen wiederum gibt es den adrenalingeladenen Devil’s Pool direkt am Rand des Abgrunds. Bei den meisten Giganten wie Niagara oder Iguazú ist es jedoch lebensgefährlich und streng verboten.
Warum haben manche Wasserfälle eine türkisfarbene Farbe?
Dieses strahlende Türkis, das ihr vielleicht von den Plitvicer Seen oder dem laotischen Kuang Si kennt, entsteht durch den Kalksteinuntergrund. Das Wasser trägt winzige Partikel von gelöstem Kalziumkarbonat mit sich, die das Sonnenlicht auf ganz spezielle Weise streuen und dem Wasser diesen herrlichen milchig-blaugrünen Schimmer verleihen.
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