Oviedo und Asturien: das grüne Spanien am Atlantik

Wenn du die imaginäre Grenze zwischen der kargen kastilischen Hochebene und der nördlichen Atlantikküste überquerst, erwartet dich ein radikaler Szenenwechsel, der wohl jeden Reisenden überrascht. Das Ockerbraun des spanischen Südens weicht plötzlich einem satten, undurchdringlichen Grün – und die Luft wird schwer vor Feuchtigkeit, die das ungezähmte Meer mit sich bringt. Oviedo Spanien und die gesamte Region Asturien erinnern in ihrer Atmosphäre eher an das wilde Irland – allerdings mit unvergleichlich besserem Essen und dramatischeren Kalksteinbergen. Asturien und seine Hauptstadt Oviedo bilden eine eigene Welt, in der uralte Geschichte, atemberaubende Natur und eine eigenständige Kultur aufeinandertreffen, die es so nirgendwo sonst auf der Iberischen Halbinsel gibt. Wer tagelang am überfüllten Strand in der Sonne liegen möchte, ist hier falsch – dieser Landstrich gehört Feinschmeckern, Bergwanderern und begeisterten Autofahrern. Sie wissen genau: Die gelegentlichen Regenwolken sind der notwendige Preis für die saftigsten Weiden und die hochwertigsten regionalen Produkte. Ich habe einen ausführlichen Reiseführer für diese faszinierende Region zusammengestellt, damit du genau weißt, was dich im grünen Norden Spaniens erwartet.

Oviedo Spanien – Blick auf die Stadt
Foto: Vixato / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zusammenfassung

  • Grüner Norden: Asturien ist eine Region voller Kontraste, in der hohe Berge nur wenige Kilometer vom wilden Atlantik entfernt aufragen.
  • Historisches Herz: Oviedo bietet einzigartige, von der UNESCO geschützte vorromanische Bauwerke und eine beeindruckende gotische Kathedrale.
  • Küstenleben: Gijón ist eine lebendige Küstenstadt mit endlosen Stränden und einem Fischerviertel, das von morgens bis nachts brummt.
  • Nationalpark: Die Picos de Europa beeindrucken mit tiefen Schluchten, Gletscherseen und dem bekannten Heiligtum von Covadonga.
  • Lokale Gastronomie: Typisches Erlebnis ist das Trinken des herben Cidre, den Kellner aus großer Höhe einschenken, sowie das Verkosten kräftiger Bergkäsesorten.
  • Wetter: Rechne damit, dass es hier deutlich öfter regnet als im Süden – das Geheimnis der wunderschönen Natur Asturiens.
  • Mobilität: Um abgelegene Strände und Bergdörfer zu erkunden, ist ein Mietwagen unbedingt empfehlenswert.
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Wann nach Asturien und Oviedo reisen

Anders als das sonnenverwöhnte Andalusien, das man im Hochsommer mit extremen Hitzewellen nur auf eigene Gefahr bereist, hat der Norden Spaniens einen völlig anderen, deutlich milderen Rhythmus. Das einzige verlässliche Zeitfenster mit relativ trockenem und sonnigem Wetter erstreckt sich von Juni bis September – dann kannst du die Natur voll auskosten. Selbst im heißen August bewegen sich die Temperaturen bei angenehmen 22 bis 26 Grad Celsius, was ideale Bedingungen fürs Wandern und Städtebummeln schafft. Der Atlantik bleibt auch im Sommer recht kühl und erfrischend – erwarte also kein Thermalbad, sondern eher eine belebende Abkühlung nach einer Bergtour.

Der Rest des Jahres steht an der Nordküste vor allem im Zeichen von häufigen Niederschlägen, kräftigem Wind und bedecktem Himmel. Genau dieses feuchte Klima vom Biskayischen Golf ist allerdings der Hauptgrund dafür, warum die Region so strahlend grün und die Weiden so unglaublich fruchtbar sind. Wer im Frühjahr oder Herbst reist, sollte unbedingt eine gute Regenjacke und festes Schuhwerk einpacken, denn das Wetter kann sich buchstäblich von einer Minute auf die nächste ändern. Die Wintermonate bringen in den höheren Lagen der Picos de Europa reichlich Schnee – das spricht eher erfahrene Bergsteiger als normale Touristen an.

Wo in Asturien übernachten

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es meist die besten Stornobedingungen. Ausflüge, Tickets und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl des richtigen Standorts hängt vor allem davon ab, ob du lieber Stadtkultur, Meeresrauschen oder die Stille der Berge magst. Wer elegante Atmosphäre und Geschichte sucht, ist in Oviedo selbst bestens aufgehoben – von hier aus erreichst du alle Ecken Asturiens problemlos. In Oviedo kannst du zum Beispiel im luxuriösen Eurostars Hotel de la Reconquista übernachten, einem historischen Palast mit prachtvollen Innenhöfen, der dich sofort in vergangene Epochen versetzt. Wer hingegen das Meer und Nachtleben bevorzugt, ist in der Küstenstadt Gijón besser aufgehoben, wo es zahlreiche moderne Hotels direkt an der Strandpromenade gibt.

Dort empfiehlt sich das beliebte NH Gijón, das nur wenige Schritte vom berühmten Strand San Lorenzo entfernt liegt und fantastischen Meerblick bietet. Wer dagegen hauptsächlich im Nationalpark wandern möchte, wählt am strategisch günstigsten das Bergstädtchen Cangas de Onís als Basis. Das dortige Parador de Cangas de Onís, ein ehemaliges Kloster inmitten atemberaubender Natur, ist ein unvergessliches Erlebnis voller Ruhe und mystischer Atmosphäre. Unterkünfte in ganz Asturien lassen sich einfach und sicher über Booking.com buchen – dort findest du auch malerische Landhäuser, sogenannte Casas Rurales, die das authentischste Erlebnis bieten.

14 Tipps: Was in Oviedo und Asturien sehen und erleben

Oviedo und die gesamte Region bieten so viele Natur- und Kulturschätze, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Hier sind die Highlights, die in keinem Asturien-Reiseplan fehlen dürfen.

1. Oviedo: Kathedrale San Salvador und die Heilige Kammer

Kathedrale San Salvador in Oviedo Spanien
Foto: Jl FilpoC / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Herz und spirituelles Zentrum der Stadt ist die majestätische Kathedrale San Salvador, deren Turm das Panorama von Oviedo dominiert. Dieses beeindruckende gotische Bauwerk entstand schrittweise vom 13. bis zum 16. Jahrhundert – seine asymmetrische Fassade mit einem einzigen vollendeten Turm ist ein einzigartiges architektonisches Merkmal. Die Kathedrale war stets eine wichtige Station für Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela, die hier anhielten, um den heiligen Reliquien ihre Ehrerbietung zu erweisen. Der Eintritt ins Hauptschiff kostet rund 7 Euro und beinhaltet einen hilfreichen Audioguide, der dich durch die reiche Geschichte des Ortes führt.

Das größte Juwel des gesamten Komplexes ist jedoch die Cámara Santa – die Heilige Kammer – aus dem 9. Jahrhundert, die zum UNESCO-Welterbe gehört. In diesem dunklen, geheimnisvollen Raum wird das legendäre Schweißtuch von Oviedo aufbewahrt, von dem Gläubige behaupten, es sei nach der Kreuzigung um das Haupt Jesu Christi gewickelt gewesen. Darüber hinaus kannst du prächtige edelsteinbesetzte Kreuze bewundern, darunter das Kreuz des Sieges (Cruz de la Victoria), das heute das stolze Symbol Asturiens ist und auf der Flagge der Region prangt.

💡 Tipp: Wer die Kathedrale ohne Touristengruppen erleben möchte, kommt gleich morgens zur Öffnungszeit – dann fallen die Sonnenstrahlen wunderschön durch die bunten Glasfenster und schaffen eine magische Atmosphäre.

2. Oviedo: Spaziergang durch die Altstadt (Casco Antiguo)

Die historische Altstadt von Oviedo, das Casco Antiguo, ist unglaublich gut erhalten, elegant und vollständig für den Autoverkehr gesperrt. Verwinkelte Gässchen säumen bunte Bürgerhäuser, steinerne Palazzi mit Familienwappen und unzählige gemütliche Cafés, die geradezu zum Nachmittagsbummel einladen. Die Stadt ist berühmt für ihre außergewöhnliche Sauberkeit und gepflegte Öffentlichkeit – sie gewinnt regelmäßig Auszeichnungen als sauberste Stadt Spaniens. Halte unbedingt auf der Plaza de la Constitución inne, wo das historische Rathaus und die schöne Kirche San Isidoro zu finden sind.

Besonders auffällig in der Altstadt: überall begegnet man lebensgroßen Bronzeskulpturen. Du kannst dich mit Woody Allen in Bronze fotografieren lassen – er erklärte Oviedo öffentlich zu einem märchenhaften Ort jenseits der Realität –, oder neben der charmanten Comicfigur Mafalda posieren. Für Marktliebhaber ist der Mercado del Fontán ein absolutes Muss, wo unter schmiedeeisernen Bögen die frischesten Käsesorten, Gemüse und knuspriges Brot von lokalen Bauern angeboten werden.

💡 Tipp: An der Plaza del Fontán treffen sich an Wochenenden oft lokale Musiker und spielen auf dem traditionellen asturischen Dudelsack (Gaita) – das verleiht dem Ort eine unvergessliche, leicht keltische Atmosphäre.

3. Oviedo: Vorromanische Kirchen auf dem Monte Naranco (UNESCO)

Nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt, an den Hängen des grünen Monte Naranco, verbergen sich architektonische Schätze von unschätzbarem Wert. Es handelt sich um einzigartige vorromanische Bauten aus dem 9. Jahrhundert, die asturische Könige errichten ließen, als der Rest der Halbinsel noch von den Mauren beherrscht wurde. Die bekannteste ist Santa María del Naranco, ursprünglich ein königliches Sommerpalais von König Ramiro I., das durch seine eleganten Proportionen und dekorierten Balkone besticht. Dieses Bauwerk ist so außergewöhnlich, dass es einem ganzen Architekturstil seinen Namen gab – dem sogenannten Ramiresischen Stil.

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9. Heiligtum Covadonga und der Beginn der spanischen Reconquista

Heiligtum Covadonga – Beginn der Reconquista in Asturien
Foto: Adolfobrigido / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wer sich für europäische Geschichte interessiert, wird das Tal von Covadonga als absolut magischen Ort empfinden – denn hier begann die Geschichte des modernen Spaniens. In dieser wilden Bergschlucht besiegte der westgotische Adlige Pelayo im Jahr 722 das maurische Heer und leitete damit die legendäre Reconquista ein – die Rückeroberung der christlichen Gebiete auf der Halbinsel. Das Heiligtum Santa Cueva ist dramatisch direkt in den senkrechten Kalkfelsen gehauen, unter dem ein mächtiger Wasserfall donnert und darunter ein klares Teichlein bildet.

Zur Höhlenkapelle, in der das hölzerne Bildnis der Muttergottes von Covadonga und das Grab von König Pelayo aufbewahrt werden, führt eine lange Treppe, die Gläubige oft auf Knien ersteigen. Gleich gegenüber dem Felsen erhebt sich die monumentale neuromanische Basilika aus rosafarbenem Kalkstein, deren zwei schlanke Türme mit dem umliegenden Urwald kontrastieren. Der Ort hat eine enorme nationale und spirituelle Bedeutung – Covadonga ist für Spanier ein Symbol des Widerstands, des Stolzes und der nationalen Identität.

💡 Tipp: Das Parken direkt beim Heiligtum ist sehr begrenzt und in der Saison nahezu unmöglich. Lass das Auto unten in Cangas de Onís stehen und nimm die regelmäßigen Pendelbusse – das spart jede Menge Stress beim Navigieren durch die engen Bergkurven.

10. Gletscherseen Lagos de Covadonga

Vom Heiligtum Covadonga führt eine unglaublich enge, steile und kurvenreiche Bergstraße noch tiefer in den Nationalpark hinein – bis zu einem magischen Gletschersee-Duo. Die Seen Enol und Ercina liegen auf rund 1.100 Metern Höhe und zählen zu den ikonischsten Landschaften ganz Spaniens – sie sind regelmäßig in TV-Übertragungen der berühmten Radrundfahrt Vuelta zu sehen. Das kristallklare Wasser spiegelt die umliegenden Bergzinnen, und an den sattsatten grünen Ufern weiden völlig frei braune asturische Kühe mit klingelnden Glocken um den Hals.

Rund um beide Seen führt eine sehr angenehme und einfache Rundwanderung, die etwa zwei bis drei Stunden dauert und zu mehreren fantastischen Aussichtspunkten führt. In der Hochsaison – üblicherweise von Juni bis September – und an Feiertagen ist die Straße hinauf tagsüber für Privatfahrzeuge gesperrt, um Verkehrschaos zu vermeiden. In dieser Zeit gelangt man nur mit speziellen Pendelbussen von den Parkplätzen im Tal hinauf; eine Hin- und Rückfahrkarte kostet rund 9 Euro.

💡 Tipp: Die Kühe an den Seen sind zwar fotogen und an Menschen gewöhnt, aber trotzdem Halbwildtiere. Nicht zu nah herangehen, nicht streicheln und auf keinen Fall menschliches Essen anbieten – das beugt unnötigen Zwischenfällen vor.

11. Seilbahn Fuente Dé und himmlische Aussichten

Seilbahn Fuente Dé in den Picos de Europa
Foto: Sitomon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

Auch wenn dieses technische Wunderwerk knapp hinter der Grenze in der Nachbarregion Kantabrien liegt, ist es ein unverzichtbarer Teil des Picos-de-Europa-Erlebnisses und von der asturischen Seite gut erreichbar. Die Seilbahn Fuente Dé ist nämlich die längste Einseilbahn ganz Europas – die Fahrt in ihr ist ein Adrenalin-Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Die verglaste Kabine befördert dich in knapp vier Minuten aus dem tiefen Tal auf 1.070 Metern hinauf zur Bergstation El Cable auf unglaublichen 1.823 Metern.

Das Faszinierendste an der gesamten Anlage: Der Höhenunterschied von über 750 Metern wird ohne einen einzigen Stützpfeiler überbrückt – die Kabine hängt schlicht im freien Raum direkt vor der gewaltigen senkrechten Felswand. Von der Bergstation bieten sich Aussichten, die buchstäblich den Atem verschlagen, und von dort aus starten mehrere unterschiedlich anspruchsvolle Wanderrouten ins Herz des Zentralmassivs. Die Rückfahrkarte kostet rund 17 Euro; in den Sommermonaten lohnt es sich, Tickets online im Voraus zu kaufen, sonst wartet man lange in der Schlange.

💡 Tipp: Fahre mit der ersten Seilbahn am Morgen hinauf. Nachmittags zieht oft dichter Nebel vom Meer ins Tal – und von der Aussichtsplattform sieht man dann rein gar nichts außer undurchdringlichem Weiß.

12. Dramatische Klippen und Strände (Playa del Silencio)

Die asturische Küste – bekannt als Costa Verde – ist wild, unbezähmbar und von Hunderten kleiner Buchten durchbrochen, die sich zwischen steilen Kalksteinklippen verstecken. Das absolute Juwel darunter ist die Playa del Silencio, der „Strand der Stille“, der regelmäßig unter den faszinierendsten Stränden ganz Spaniens gelistet wird. Zur sichelförmigen Bucht führt keine breite Straße – du musst das Auto oben auf der Klippe stehen lassen und einen recht steilen Schotterweg hinabsteigen, was die breite Touristenmasse zuverlässig abhält.

Erwarte hier keinen feinen Sand – der Strand besteht aus glatten Kieselsteinen, gegen die die wilden Atlantikwellen mit ohrenbetäubendem Getöse brechen. Es gibt keinerlei Infrastruktur, keine Kioske, keine Toiletten – nur die pure, rohe Kraft der Natur, eingebettet in silberne Felswände, die die Bucht vor starkem Wind schützen. Es ist ein idealer Ort zum Meditieren, Lesen oder Beobachten des Sonnenuntergangs, wenn die Felsen in herrlichen Violett- und Goldtönen leuchten.

💡 Tipp: Wegen der Kiesel und der scharfen Steine im Wasser empfehle ich Badeschuhe einzupacken. Auch wer nicht schwimmen möchte – barfuß über den Strand zu laufen ist eine ziemlich schmerzhafte Akupunkturtherapie.

13. Das malerische Fischerstädtchen Cudillero

Bei einer Fahrt entlang der asturischen Küste sollte man Cudillero keinesfalls verpassen – viele halten es für das schönste Städtchen im gesamten Norden Spaniens. Die Bebauung ist buchstäblich in eine enge Schlucht gequetscht, die steil zum Meer hin abfällt, und die bunten Häuschen mit Holzbalkonen stehen so dicht gedrängt übereinander, dass das Ensemble an ein riesiges natürliches Amphitheater erinnert. Der Legende nach wurde das Städtchen von Wikingern gegründet – bis heute bewahrt es seine ganz eigene, leicht isolierte Seemannsatmosphäre.

Das schönste Erlebnis ist das Schlendern durch das Labyrinth winziger Treppen und enger Gassen, die zu mehreren herrlichen Aussichtsterrassen führen, von denen man den gesamten Hafenplatz wie auf dem Präsentierteller sieht. Unten am Wasser reihen sich ausgezeichnete Restaurants aneinander, von deren Außenterrassen man die schaukelnden Fischerboote beobachten kann. Auch wenn Cudillero im Sommer gut besucht ist, reicht es, ein paar Gassen höher zu steigen – und schon ist man allein unter Wäscheleinen der Einheimischen.

💡 Tipp: Spaziere zum Leuchtturm Faro de Cudillero auf dem nahen Kliff. Ein schöner, leichter Küstenpfad führt dorthin – und von dort schießt man die besten Fotos des aufgewühlten Atlantiks.

14. Das Küstenstädtchen Ribadesella und die Höhle Tito Bustillo

An der Ostküste Asturiens liegt das elegante Ferienort Ribadesella, das auf einzigartige Weise durch die breite Mündung des Flusses Sella geteilt wird – genau dort, wo er ins Meer fließt. Auf einer Seite liegt das historische Zentrum mit Bars und Geschäften, während das andere Ufer von dem langen Strand Santa Marina gesäumt wird, an dem sich reiche Rückkehrer aus Amerika – die sogenannten Indianos – zu Beginn des 20. Jahrhunderts prächtige Villen errichten ließen. Das Städtchen erwacht besonders im August zum Leben, wenn hier ein internationaler Kanurennsport-Wettbewerb auf dem Fluss Sella stattfindet, begleitet von einem ausgelassenen einwöchigen Festival.

Das eigentliche Highlight, das man hier gesehen haben muss, ist der beeindruckende Höhlenkomplex Tito Bustillo, der zum UNESCO-Welterbe gehört. In diesen weitläufigen Kalksteinhöhlen verbergen sich einige der bedeutendsten prähistorischen Gemälde der Welt, die stolze 15.000 bis 25.000 Jahre alt sind. Zum Schutz des empfindlichen Mikroklimas ist die tägliche Besucherzahl streng begrenzt – Tickets müssen auf der offiziellen Website bis zu einem Monat im Voraus reserviert werden, sonst hat man keine Chance hineinzukommen.

💡 Tipp: Direkt neben der Höhle befindet sich ein hervorragendes modernes Museum mit interaktiven Ausstellungen, die das Leben der steinzeitlichen Jäger anschaulich erklären. Ein Besuch im Museum ist eine prima Alternative, falls die Höhlentickets bereits ausverkauft sind.

Wohin weiter vom Norden Spaniens

Wer mit dem Auto unterwegs ist und mehr Zeit hat, findet im Norden Spaniens viele großartige Ausflugsziele. Wer die Kultur des Baskenlands weiter erkunden möchte, fährt ins moderne Bilbao mit dem berühmten Guggenheim-Museum oder ins nahe gelegene San Sebastián, die absolute Hochburg der spanischen Gastronomie. Wer hingegen Sonne und eine völlig andere, maurisch geprägte Atmosphäre des Südens sucht, kann nach Andalusien fliegen – dort empfehle ich den Überblick über die 20 schönsten Orte Andalusiens. Dort warten Highlights wie Sevilla, das historische Córdoba oder das atemberaubende Granada mit dem Alhambra-Palast.

Eine lohnenswerte Etappe im Süden ist auch das auf einem Felsvorsprung thronende Ronda oder das sonnige Málaga am Meer. Adrenalinliebhaber kommen am berühmten Klettersteig Caminito del Rey auf ihre Kosten. Wer Metropolen vorzieht, erreicht mit dem Schnellzug bequem Madrid oder erkundet Gaudís Architektur in Barcelona. Moderne Architektur und gutes Essen bietet die sonnige Valencia, und wer Strandurlaub mit Partyatmosphäre sucht, ist auf den Balearen – etwa auf Ibiza – bestens aufgehoben. Und wer die spanische Küche generell lieben lernen möchte, findet alles Wissenswerte in unserem Überblick über typische spanische Gerichte.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man am besten nach Oviedo und Asturien?

Der schnellste Weg ist ein Flug in die Hafenstadt Santander im benachbarten Kantabrien oder ins Urlaubsziel Bilbao im Baskenland und von dort mit einem Mietwagen weiter. Direktflüge von Prag nach Asturien gibt es zwar nicht, aber mit einem Umstieg gelangt man problemlos zum regionalen Flughafen Asturias Airport (OVD), der nur wenige Kilometer von Oviedo entfernt liegt.

Brauche ich für eine Reise durch Asturien unbedingt ein Auto?

Obwohl zwischen Oviedo, Gijón und anderen größeren Städten ein recht zuverlässiger Bus- und Bahnverkehr funktioniert, ist ein Auto für das echte Entdecken der Region absolut unverzichtbar. Ohne Auto gelangen Sie nicht zu den abgelegenen Stränden, zu den Bergaussichten in den Picos de Europa oder in die malerischen Fischerdörfer an der Küste, wohin öffentliche Verkehrsmittel kaum fahren.

Ist der Ozean in Gijón warm genug zum Baden im Sommer?

Das Baden im Golf von Biskaya ist eher ein Erlebnis für Abgehärtete, denn das Wasser überschreitet hier selbst im wärmsten August nur selten 20 Grad Celsius. Außerdem ist der Ozean oft rau und voller starker Unterströmungen, sodass er eher bei Surfern in Neoprenanzügen beliebt ist als bei Familien mit kleinen Kindern, die warme Thermalbäder suchen.

Wie viel zahle ich für eine Fahrt mit der Bergseilbahn Fuente Dé?

Ein Rückfahrticket für diese atemberaubende Seilbahn kostet Sie etwa 17 Euro für einen Erwachsenen, wobei Kinder selbstverständlich Ermäßigung bekommen. Angesichts der enormen Beliebtheit dieser Attraktion empfehle ich Ihnen dringend, die Tickets vorab online für eine bestimmte Uhrzeit zu kaufen, um eine teils mehrstündige Wartezeit in der Schlange vor der Kasse zu vermeiden.

Was ist eigentlich diese berühmte Fabada Asturiana?

Die Fabada ist ein absolut ikonisches Symbol der asturischen Küche, dem man auf Schritt und Tritt begegnet. Es handelt sich um einen sehr kräftigen und kalorienreichen Eintopf aus großen weißen Bohnen, dem Blutwurst, Chorizo-Würste und verschiedene Sorten von geräuchertem Schweinefleisch zugefügt werden, sodass dieses Gericht für Vegetarier leider definitiv nicht geeignet ist.

Komme ich in kleineren asturischen Dörfern mit Englisch zurecht?

In Hotels und besseren Restaurants in Oviedo oder Gijón werden Sie mit Englisch kein Problem haben, aber auf dem Land und in den Bergen wird nur sehr selten Englisch gesprochen. Es lohnt sich auf jeden Fall, zumindest grundlegende Redewendungen auf Spanisch zu lernen und sich einen Offline-Übersetzer aufs Handy zu laden, denn die Einheimischen schätzen Ihre Bemühungen ungemein und werden Ihnen gegenüber viel herzlicher sein.

Wie funktioniert im Sommer der Verkehr zu den Covadonga-Seen?

Während der sommerlichen Hauptsaison und an Feiertagen gilt tagsüber ein striktes Fahrverbot für private Autos direkt zu den Seen. Sie müssen unten im Tal parken und die speziellen Pendelbusse nutzen, die auf der Bergstraße verkehren, wobei das Rückfahrticket 9 Euro kostet und Sie oben bleiben können, so lange Sie möchten.

Ist der asturische Sidra süß wie ein klassischer britischer Cider?

Überhaupt nicht, der traditionelle asturische Sidra ist völlig ungefiltert, natürlich vergoren und sein Geschmack ist sehr erdig und ausgesprochen herb, sodass er nicht an die süßen kommerziellen Cider erinnert, die wir aus unseren Bars gewohnt sind. Außerdem wird er auf eine besondere Weise getrunken, indem man ihn aus großer Höhe in breite Gläser gießt, damit er für eine Sekunde belüftet wird.

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