Madrid, Spanien: 22 Tipps, was man sehen und erleben kann

Madrid in Spanien überwältigt einen auf den ersten Blick vielleicht nicht so leicht wie andere spanische Städte. Während du anderswo verträumte Fassaden bewunderst und durch nach Orangenbäumen duftende Gassen schlenderst, muss dich die spanische Hauptstadt einfach mit ihrer pulsierenden Energie für sich gewinnen. Denn diese Metropole lebt voll und ganz auf der Straße, in gemütlichen Tapas-Bars, auf breiten Boulevards und in den verwinkelten Gassen des historischen Zentrums.

Der geografische wie politische Mittelpunkt des Landes liegt auf einer von Bergen umgebenen Hochebene, was ihm ein recht raues Klima beschert hat. Ich habe für dich einen ausführlichen Guide mit genau 22 Tipps zusammengestellt, was man in Madrid sehen und erleben sollte, damit du die absolut besten Eindrücke mit nach Hause nimmst. Du erfährst, wo du dich strategisch günstig einquartierst, welche Orte du auf keinen Fall verpassen darfst und worauf du beim Planen von Ausflügen in die umliegenden mittelalterlichen Städte besonders achten solltest.

Madrid in Spanien
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Goldenes Dreieck der Kunst: Nimm dir Zeit für das Museo del Prado, das Reina Sofía und das Thyssen-Bornemisza, wo die größten Schätze der europäischen Malerei schön beisammen sind.
  • Königliche Geschichte: Der Palacio Real und die angrenzende Almudena-Kathedrale bilden das prachtvolle Herz der Stadt, das dich mit seiner atemberaubenden Monumentalität beeindruckt.
  • Leben auf den Plätzen: Die Puerta del Sol und die Plaza Mayor sind pulsierende Zentren, wo bei jedem Schritt uralte Geschichte auf das moderne Treiben der Metropole trifft.
  • Grüne Lunge der Stadt: Der Retiro-Park mit dem magischen Kristallpalast bietet die perfekte Flucht vor dem Lärm der Großstadt und der Sommerhitze.
  • Kulinarische Erlebnisse: Das Viertel La Latina ist das absolute Epizentrum der Tapas, und die Markthalle Mercado de San Miguel funktioniert wie ein luxuriöses Paradies für anspruchsvolle Gourmets.
  • Schnellzüge ins Umland: Von Madrid aus erreichst du mit den bequemen AVE-Schnellzügen mühelos das historische Toledo, das märchenhafte Segovia oder den monumentalen Komplex El Escorial.
✈️ Günstige Flüge
Spanien: günstigste Flüge ab 78 €
Vergleichen Sie alle Airlines und finden Sie die günstigsten Termine. · Mehr günstige Flüge →
Flüge finden →
📶 DATEN FÜR DIE REISE · Spanien
Mobiles Internet im Urlaub — per eSIM
⚡ QR-Aktivierung in 2 Min. · 📱 keine physische SIM · 🌍 37 Länder · ab 3 €
eSIM für Europa holen →
✅ Vom Team des Reiseblogs Loudavým krokem · Unser eigenes Projekt — lk-sim.com

Wann nach Madrid reisen

Die Einheimischen bringen das Klima in Madrid sehr treffend auf den Punkt, wenn sie sagen, dass sie neun Monate Winter und drei Monate Hölle erwartet. Da die Stadt im Landesinneren auf einer Hochebene liegt, fehlt ihr der ausgleichende Einfluss des Meeres völlig, was zu extremeren Temperaturschwankungen führt. Die Winter sind hier recht frostig und werden oft von einem scharfen Wind aus den nahen Gebirgszügen begleitet – eine warme Jacke ist also definitiv keine schlechte Idee.

Die Sommermonate dagegen sind eine echte Herausforderung für jeden Reisenden und sogar für die alteingesessenen Einheimischen. Die Temperaturen überschreiten im Juli und August regelmäßig zermürbende 40 °C, die aufgeheizten Straßen werden nahezu unbewohnbar, und die meisten Bewohner flüchten lieber an die Küste. Die ideale Reisezeit ist daher eindeutig der Frühling oder der Herbst, wenn dich angenehme Temperaturen und sonnige Tage erwarten, die sich perfekt zum ganztägigen Erkunden der Sehenswürdigkeiten eignen.

Wo in Madrid übernachten

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Wenn du zum ersten Mal in die Stadt reist, ist das Viertel Sol oder die pulsierende Umgebung der Gran Vía die beste strategische Wahl. Von hier aus erreichst du die meisten Hauptsehenswürdigkeiten sehr bequem zu Fuß und hast die besten Restaurants sowie eine perfekte Anbindung an alle Metrolinien praktisch direkt vor der Nase. Eine Unterkunft im Zentrum selbst ist zwar spürbar teurer, dafür sparst du dir enorm viel Zeit, die du sonst mit ermüdenden Anfahrten aus den Randbezirken der Metropole verbringen würdest.

Für Liebhaber des Nachtlebens, von Specialty-Kaffee und unabhängigen Designerboutiquen eignet sich das böhmisch-hippe Viertel Malasaña hervorragend. Du findest hier jede Menge stilvolle Apartments und kleinere Boutique-Hotels mit einer unverwechselbaren Atmosphäre, die dich sofort in ihren Bann zieht. Egal, für welche Lage du dich entscheidest – ich empfehle dir, das Zimmer so früh wie möglich zu buchen, denn die Kapazitäten in guten Hotels sind blitzschnell vergriffen und die Preise steigen mit näher rückendem Termin steil an.

Bei der Suche nach der idealen Unterkunft lohnt sich ein Blick auf das beliebte Portal Booking, wo du Hotels mit einer Bewertung über acht Punkten herausfiltern kannst. Sehr beliebt ist zum Beispiel das ikonische Hotel Riu Plaza España, das atemberaubende Ausblicke über die Stadt von der Dachterrasse und einen tollen Luxusstandard bietet. Wenn du etwas Kleineres und Designorientiertes direkt an der Hauptader bevorzugst, ist das Room Mate Macarena eine ausgezeichnete Wahl, wo moderner Komfort auf eine absolut perfekte Lage trifft.

22 Tipps, was man in Madrid sehen und erleben kann

Schauen wir uns gemeinsam die konkreten Orte und Erlebnisse an, die diese Metropole zu einem so faszinierenden Reiseziel machen. Hier findest du eine perfekte Mischung aus Weltkunst, königlicher Pracht und entspanntem südländischem Lebensstil.

1. Museo del Prado und das Goldene Dreieck der Kunst

Die Achse des sogenannten Goldenen Dreiecks der Kunst bildet der Paseo del Prado, ein breiter, angenehm von hohen Bäumen beschatteter Boulevard. Auf einer Fläche von weniger als einem Quadratkilometer befinden sich hier drei überwältigende Institutionen, die eine der größten Konzentrationen von Meisterwerken weltweit bergen. Das Museo del Prado ist ein echter Nationalschatz, und sein Besuch sollte ganz oben auf deiner Liste stehen.

Dieses Museum entstand nicht als gewöhnliche enzyklopädische Sammlung, sondern als direkter Ausdruck des erlesenen Geschmacks der spanischen Herrscher aus den Häusern Habsburg und Bourbon. Statt eines nüchternen Querschnitts durch die gesamte Kunstgeschichte hängt hier daher die weltweit beste Sammlung von Werken Diego Velázquez‘, Francisco Goyas und des faszinierenden Hieronymus Bosch. Vor Velázquez‘ berühmtem Gemälde Las Meninas bilden sich verständlicherweise ständig Trauben von Bewunderern – steig aber unbedingt auch ins Erdgeschoss hinab zu den dunklen, beunruhigenden Schwarzen Bildern aus Goyas später Schaffensperiode.

Es hängt allein von deiner Leidenschaft für die Klassik ab, ob du dieser riesigen Galerie einen ganzen Tag widmest oder dir ein Schnelldurchlauf der größten Highlights reicht. Für den durchschnittlichen Besucher sind drei bis vier Stunden das absolute Maximum, bevor zuverlässig die unvermeidliche visuelle Erschöpfung durch die schiere Masse an Eindrücken einsetzt. Der Eintritt kostet rund 15 Euro, und es lohnt sich definitiv, ihn rechtzeitig online zu kaufen, um keine kostbare Zeit in Warteschlangen zu verschwenden.

💡 Tipp: Wenn du etwas sparen möchtest, bietet das Museum jeden Tag in den frühen Abendstunden völlig kostenlosen Eintritt, meist in den letzten zwei Stunden vor Schließung. Stell dich aber darauf ein, dass du vor dem Eingang eine ziemlich lange Schlange aussitzen musst.

2. Centro de Arte Reina Sofía

Centro de Arte Reina Sofía
Foto: Concepcion AMAT ORTA… / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Während dich der Prado durch die Werke alter Meister führt, wirft dich das Centro de Arte Reina Sofía kompromisslos in den Strudel des 20. Jahrhunderts. Dieses gewaltige Gebäude, das früher als weitläufiges staatliches Krankenhaus diente, fungiert heute als Heimat moderner Kunst. Seine industriellen Flure und gläsernen Aufzüge bilden einen perfekten Kontrast zu den historischen Sammlungen, die du am anderen Ende des Boulevards gesehen hast.

Der unbestrittene Hauptmagnet der ganzen Galerie ist Picassos monumentales Gemälde Guernica, vor dem die Menschen oft in völliger Stille stehen. Dieses Schwarz-Weiß-Bild, das die Schrecken der Bombardierung der baskischen Kleinstadt während des Spanischen Bürgerkriegs festhält, hat bis heute eine erdrückende emotionale Wirkung und gehört zu den wichtigsten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte. Neben Picasso findest du hier auch umfangreiche Sammlungen von Salvador Dalí und Joan Miró, die den weltweiten Surrealismus geprägt haben.

Die Orientierung im Museum kann aufgrund seiner Größe und Verschachtelung etwas schwierig sein, daher empfehle ich dir, dir gleich am Eingang einen gedruckten Plan zu nehmen oder die mobile App herunterzuladen. Plane für eine ausführliche Besichtigung mindestens drei Stunden ein, damit du genügend Zeit hast, all die komplexen Ideen und avantgardistischen Formen der modernen Kunst aufzunehmen.

💡 Tipp: Ein schönes verstecktes Juwel dieser Institution ist der Innenhof mit gepflegtem Garten, wo du dich mit einem Kaffee hinsetzen und mitten in der hektischen Stadt in aller Ruhe entspannen kannst.

3. Museo Thyssen-Bornemisza

Museo Thyssen-Bornemisza
Foto: Didier Descouens / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Das berühmte Trio der Madrider Galerien schließt stolz das Museo Thyssen-Bornemisza ab, das als absolut perfekte Brücke zwischen dem klassischen Prado und dem modernen Reina Sofía funktioniert. Ursprünglich handelte es sich um die private Sammlung einer mächtigen Familie von Stahlmagnaten, die der spanische Staat in den 1990er-Jahren günstig für die Öffentlichkeit aufkaufte.

Die Ausstellung ist hier streng chronologisch angeordnet, was den Besuchern die Orientierung und das Verständnis der Entwicklung der Malstile ungemein erleichtert. Du findest hier alles von der frühen italienischen Renaissance über die französischen Impressionisten bis hin zur amerikanischen Pop-Art, sodass wirklich jedes Mitglied deiner Reisegruppe auf seine Kosten kommt. Ein großer Anziehungspunkt sind vor allem Werke von Van Gogh, Monet, Degas und Roy Lichtenstein, die in anderen spanischen Sammlungen fehlen.

Im Vergleich zu den beiden anderen Institutionen ist dieses Museum deutlich ruhiger und weniger von Touristen überlaufen, was zu einem viel intimeren Kunsterlebnis beiträgt. Der Eintritt liegt bei etwa 13 Euro, und die gesamte Sammlung durchläufst du in angenehmem Tempo in rund zwei Stunden.

💡 Tipp: Mach Halt im Museumscafé, das eine schöne Außenterrasse mit Blick auf den von Bäumen umgebenen Boulevard bietet, wo du einen ausgezeichneten Nachmittagscappuccino genießen kannst.

4. Palacio Real (Königspalast)

Palacio Real (Königspalast)
Foto: Selbymay / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 es

Obwohl die spanische Königsfamilie heute in einem kleineren Palast am Stadtrand wohnt, bleibt der Palacio Real der offizielle Sitz des Monarchen und wird für Staatszeremonien genutzt. Mit seinen unglaublichen 3418 Räumen ist er der größte funktionierende Königspalast in ganz Westeuropa, der mit seiner enormen Fläche sogar das französische Versailles übertrifft.

Während des Rundgangs besichtigst du nur einen Bruchteil der Gesamtzahl der Räume, doch selbst dieser wird dich mit seiner prunkvollen Pracht völlig überwältigen. Du siehst den monumentalen, mit rotem Samt ausgekleideten Thronsaal, die reich verzierte königliche Waffenkammer und eine wunderschöne Apotheke voller alter Keramikgefäße. Jeder Raum ist mit Fresken, Kristalllüstern und Möbeln mit Edelmetalleinlagen geschmückt, was den einstigen Reichtum des spanischen Imperiums perfekt veranschaulicht.

Da der Palast zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört, ist der Online-Kauf der Tickets hier absolut notwendig, wenn du nicht eine Stunde in der prallen Sonne warten möchtest. Der Grundeintritt kostet 12 Euro, und die Besichtigung dauert etwa anderthalb Stunden.

💡 Tipp: Wenn du am Mittwoch oder Samstagvormittag herkommst, kannst du kostenlos die feierliche Wachablösung der Königsgarde verfolgen, die im Innenhof vor dem Haupteingang des Palasts stattfindet.

5. Almudena-Kathedrale

Almudena-Kathedrale
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Direkt gegenüber dem prachtvollen Königspalast steht die Almudena-Kathedrale, die eine ungewöhnlich bewegte und langwierige Geschichte hinter sich hat. Obwohl der Bau der Hauptkathedrale schon im 16. Jahrhundert erwogen wurde, wurde der erste Stein erst Ende des 19. Jahrhunderts gelegt, und der gesamte Bau wurde erst 1993 vollständig fertiggestellt.

Dank dieser langen Baupause kann die Kathedrale mit einem sehr einzigartigen und überraschend modernen Erscheinungsbild aufwarten. Während sich das Gebäude von außen mit seinen neoklassizistischen Linien nahtlos an den benachbarten Palast anzuschmiegen versucht, überrascht dich das Innere mit leuchtenden Farben und Pop-Art-Glasfenstern, die mit allen traditionellen Vorstellungen von katholischen Kirchen brechen. Die Decke des Hauptschiffs ist mit auffälligen geometrischen Mustern bemalt, die dem ganzen Raum eine sehr helle und optimistische Atmosphäre verleihen.

Der Eintritt ins Hauptschiff der Kathedrale ist kostenlos, an der Tür wird jedoch ein freiwilliger Beitrag zur Instandhaltung in Höhe von einem Euro erwartet. Wenn du die Stadt aus der Vogelperspektive sehen möchtest, lohnt es sich, den Eintritt zur Dachkuppel zu bezahlen, von der aus du einen fantastischen Blick auf das gesamte historische Zentrum und die umliegenden grünen Hügel hast.

💡 Tipp: Vergiss bei deinem Besuch nicht, in die neoromanische Krypta hinabzusteigen, die von Hunderten Säulen mit wunderschön gemeißelten Kapitellen getragen wird und eine ruhigere Atmosphäre als das Hauptschiff bietet.

6. Puerta del Sol und der Kilometer Null

Puerta del Sol und der Kilometer Null
Foto: Jose María Ligero Loarte / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der geografische Mittelpunkt nicht nur der ganzen Stadt, sondern eigentlich ganz Spaniens, ist der Platz Puerta del Sol. Auf diesem belebten und ständig pulsierenden halbmondförmigen Platz laufen die Haupteinkaufsadern zusammen, und hier findest du den berühmten Kilometer Null, von dem aus alle spanischen Fernstraßen gemessen werden. Eine kleine, in den Gehweg eingelassene Steinplatte vor dem Postgebäude ist ein beliebter Ort für ein schnelles Schuh-Foto.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht die bronzene Statue eines Bären, der sich an einen Erdbeerbaum lehnt – das uralte Wahrzeichen Madrids, das auch im offiziellen Stadtwappen auftaucht. Dieses Denkmal dient als beliebtester Treffpunkt der Einheimischen, daher stehen hier ständig Grüppchen von Menschen herum, die vor der abendlichen Bartour auf ihre Freunde warten.

Die Neujahrsfeiern drehen sich in Spanien genau um diesen Platz und seine große Turmuhr. Die Tradition will nämlich, dass du mit jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Weintraube isst, was dir zwölf Monate Glück bringen soll. An diesem Tag drängen sich hier Zehntausende von Menschen, und die Atmosphäre ist absolut elektrisierend.

💡 Tipp: Der Platz ist oft voller Taschendiebe, die geschickt das ständige Gedränge und die dichte Menge ausnutzen – achte daher mit größter Sorgfalt auf deine Wertsachen und Rucksäcke.

7. Plaza Mayor

Plaza Mayor
Foto: Carlos Delgado / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Von der Puerta del Sol sind es nur ein paar Gehminuten bis zur Plaza Mayor, einem grandiosen rechteckigen Platz, umrahmt von wunderschönen roten Fassaden mit kunstvoll geschmiedeten Balkonen. Früher diente dieser Ort als Hauptbühne des öffentlichen Lebens – hier fanden Stierkämpfe, Hinrichtungen der gefürchteten Inquisition und prunkvolle Königshochzeiten statt. Heute hat dieser Platz eine viel ruhigere Atmosphäre und lädt eher zum langen Verweilen und Entspannen ein.

Du kannst dich hier auf einen Kaffee setzen und stundenlang das Treiben rundherum sowie die bunte Mischung aus Straßenkünstlern beobachten. Rechne aber damit, dass die Preise in den Cafés am Platz die exklusive Lage knallhart widerspiegeln, sodass du für einen einfachen Espresso ein Vielfaches dessen zahlst, was du in einer versteckten Gasse ein paar Blocks weiter bezahlen würdest.

In der Umgebung des Platzes stößt du auf viele traditionelle Kneipen, die eine sehr spezifische lokale Spezialität zubereiten: das Bocadillo de Calamares. Es handelt sich um ein knuspriges Baguette, gefüllt mit goldgelb frittierten Tintenfischringen, das ein unverzichtbarer Teil der Madrider Fast-Food-Kultur ist und am besten zu einem kühlen Bier passt.

💡 Tipp: Am Platz findest du das wichtigste Touristeninformationszentrum, wo du dir detaillierte Karten besorgen und aktuelle Tipps zu laufenden Kulturveranstaltungen und Festivals bekommen kannst, die oft völlig kostenlos sind.

8. Mercado de San Miguel

Mercado de San Miguel
Foto: RL0919 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Eine elegantere und deutlich touristischere Variante zu den traditionellen Tapas-Bars ist der Mercado de San Miguel. Es handelt sich um eine wunderschöne gusseiserne Markthalle aus dem frühen 20. Jahrhundert, die du nur ein Stückchen von der Plaza Mayor entfernt findest. Das Gebäude selbst ist ein herrliches Beispiel historischer Industriearchitektur, und seine Glaswände tauchen das Innere in natürliches Licht.

Heute funktioniert dieser Raum nicht als gewöhnlicher Gemüsemarkt, sondern eher als sehr luxuriöser Food-Court für anspruchsvolle Gourmets. Unter einem großen Dach kannst du hier die besten Käsesorten aus ganz Spanien, frische Oliven aus Andalusien, gefeierte Weine und eine unerschöpfliche Menge innovativer Häppchen am Spieß probieren, die man Pintxos nennt.

Obwohl dieser Ort optisch und geschmacklich absolut atemberaubend ist, stell dich darauf ein, dass die Preise hier wirklich hoch angesetzt sind und in erster Linie auf ausländische Touristen abzielen. Es ist ein idealer Stopp für ein Gläschen Wermut und eine kleine Kostprobe, aber für ein ordentliches, sättigendes Mittagessen lohnt es sich definitiv, ein paar Straßen weiter in die normalen Viertel zu gehen.

💡 Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Markthalle ist der frühe Nachmittag an Werktagen, denn an Wochenendabenden herrscht drinnen ein solcher Andrang, dass du wegen der Menschenmassen gar nicht an die Theken herankommst.

9. Retiro-Park

Retiro-Park
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Sobald dir die Stadt zu laut wird und die Betonstraßen ihren Zauber verlieren, suche sofort Zuflucht im Park El Retiro. Diese ehemaligen königlichen Gärten funktionieren als riesige grüne Lunge Madrids und beliebteste Erholungszone für Einheimische und Touristen gleichermaßen. An Wochenenden füllen sich die breiten Alleen mit spazierenden Familien, Straßenmusikern, Jongleuren und Lesern auf der Suche nach Ruhe.

Das Herz des ganzen Parks ist ein großer künstlicher See, über dem sich majestätisch das Säulendenkmal für König Alfons XII. erhebt. Die beliebteste Aktivität ist hier das Mieten eines kleinen blauen Ruderbootes, mit dem du selbst über die Wasseroberfläche fahren und die romantischen Ausblicke auf das umliegende Grün genießen kannst. Das Mieten eines Bootes kostet nur ein paar Euro und ist ein tolles Vergnügen für Paare und Familien mit Kindern.

Der Park bietet auch viele wunderschön angelegte kleinere Gärten, wie zum Beispiel den Rosengarten Rosaleda, der am schönsten an der Wende von Mai zu Juni blüht. Im gesamten Areal findest du viele Bänke im Schatten jahrhundertealter Pinien, wo du ein Picknick aus den Leckereien machen kannst, die du in der nächsten Bäckerei gekauft hast.

💡 Tipp: In den Park führen mehrere Eingangstore, aber das allerschönste ist die Puerta de Alcalá, ein monumentaler Triumphbogen, der auf einem Kreisverkehr direkt neben dem Haupteingang steht.

10. Palacio de Cristal (Kristallpalast)

Bei einem Spaziergang durch den Retiro-Park darfst du auf keinen Fall den Palacio de Cristal verpassen, eines der fotogensten Bauwerke der ganzen Stadt. Dieser wunderschöne Glaspavillon mit gusseiserner Konstruktion wurde 1887 nach dem Vorbild des Londoner Crystal Palace errichtet und diente ursprünglich als riesiges Gewächshaus für exotische Pflanzen, die von den Philippinen importiert wurden.

Das Gebäude erhebt sich am Ufer eines kleinen, von Zypressen gesäumten Teiches, und wenn die Herbstsonne in die Glasscheiben scheint, erstrahlt die ganze Konstruktion und wirkt wie aus einem Märchen. Im Inneren des Palasts findest du heute keine tropische Flora mehr, sondern der Raum wird vom nahegelegenen Museum Reina Sofía verwaltet, das ihn für Ausstellungen moderner Installationen nutzt.

Der größte Vorteil ist, dass der Eintritt in den Kristallpalast ganzjährig völlig kostenlos ist, sodass du ihn zu verschiedenen Tageszeiten wiederholt besuchen kannst. Die Ausstellungen wechseln etwa alle drei Monate, und die Künstler arbeiten oft direkt mit dem natürlichen Licht und den Reflexionen auf den Glaswänden.

💡 Tipp: In den Sommermonaten ist es im Inneren des Palasts enorm heiß, da das Gewächshaus wie eine perfekte Wärmefalle funktioniert – plane deinen Besuch daher lieber am frühen Vormittag ein, wenn die Luft noch frisch ist.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo in Madrid übernachten
3 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Unterkunftsmöglichkeiten

11. Boulevard Gran Vía

Die wichtigste und belebteste Stadtader ist die Gran Vía, die so etwas wie Madrids Antwort auf den New Yorker Broadway oder die Pariser Champs-Élysées ist. Dieser breite Boulevard, gesäumt von monumentalen Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert, riesigen leuchtenden Neonreklamen und großen Kinos, lebt in einem unglaublichen Tempo bei Tag und bei Nacht.

Beim Spaziergang solltest du unbedingt den Blick von den Schaufenstern heben, denn die Hausfassaden schmücken wunderschöne Statuen und verzierte Kuppeln, die an die goldene Ära der spanischen Architektur erinnern. Ein ikonisches Bauwerk ist vor allem das Metropolis-Gebäude ganz am Anfang des Boulevards, dessen dunkles Schieferdach von einer Statue der geflügelten Siegesgöttin gekrönt wird.

Die Gran Vía ist auch ein absolutes Paradies für Shopping-Liebhaber, denn hier befinden sich die Flagship-Stores so ziemlich aller großen internationalen Modeketten. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich die Straße in ein Vergnügungszentrum, die Reklamen der Musicaltheater leuchten auf und Menschenmassen ziehen in Bars und Clubs, die erst im Morgengrauen schließen.

💡 Tipp: Für den besten Blick auf den belebten Boulevard fahre ins oberste Stockwerk des Kaufhauses El Corte Inglés am Platz Callao, wo sich ein Café mit Panoramafenster befindet und der Eintritt kostenlos ist.

12. Templo de Debod und der Sonnenuntergang

Es klingt wie ein unglaubliches Paradox, aber mitten im Herzen der spanischen Metropole stößt du auf einen echten altägyptischen Tempel. Der Templo de Debod ist ein authentisches Steinbauwerk aus dem 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, das Spanien als Geschenk von der ägyptischen Regierung erhielt. Dies geschah als großzügiger Dank für die Hilfe bei der Rettung historischer Denkmäler vor der Überflutung beim Bau des riesigen Assuan-Staudamms.

Der Tempel wurde sorgfältig in einzelne Blöcke zerlegt, über das Mittelmeer transportiert und anschließend im hübschen Madrider Park Parque del Oeste wieder zusammengesetzt. Um das Denkmal herum befindet sich ein flacher Wassergraben, in dem sich die steinernen Tore wunderschön spiegeln, was eine absolut magische und sehr fotogene Atmosphäre schafft.

Dieser Ort ist mit Abstand der beliebteste Punkt, um den Sonnenuntergang in der ganzen Stadt zu beobachten. Wenn sich der Himmel über dem Horizont in Orange- und Violetttöne zu färben beginnt, versammeln sich hier Dutzende von Einheimischen und Touristen, die im Gras sitzen und den ruhigen Tagesausklang mit einem herrlichen Blick auf den Königspalast und das Guadarrama-Gebirge genießen.

💡 Tipp: Der Eintritt in die inneren Kammern des Tempels ist völlig kostenlos, doch aus Kapazitätsgründen werden nur sehr begrenzt Menschen gleichzeitig hineingelassen – steh daher lieber etwas früher auf, wenn du nicht in der Schlange warten möchtest.

13. Stadion Santiago Bernabéu

Für Millionen begeisterter Fans auf der ganzen Welt bedeutet die spanische Hauptstadt nur eines: den berühmten Fußballklub Real Madrid. Das Stadion Santiago Bernabéu hat vor Kurzem eine massive und sehr kostspielige Renovierung durchlaufen, die es zu einer der modernsten Sportstätten des ganzen Planeten gemacht hat. Ein neues einziehbares Dach, eine beeindruckende Stahlfassade und ein einzigartiges unterirdisches System zur Versenkung des Rasens ermöglichen die ganzjährige Nutzung der Arena für Konzerte und andere Events.

Eine Besichtigung dieses gigantischen Stadions ist ein riesiges Erlebnis für absolut jeden, selbst für diejenigen, die normalerweise keinen Fußball verfolgen und die Regeln nur am Rande kennen. Während des interaktiven Rundgangs blickst du direkt in die Spielerkabinen, gehst durch den langen Tunnel, der aufs Spielfeld führt, und besichtigst die unglaubliche Trophäensammlung, die der Klub im Laufe seiner langen Geschichte angehäuft hat.

Wenn du echtes Fußballfieber erleben möchtest, versuche, Tickets für das legendäre El Clásico zu ergattern. Das Aufeinandertreffen zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona ist ein weltweites Phänomen, was die Preise verständlicherweise in astronomische Höhen treibt. Die einfachen Tickets beginnen bei Beträgen über 300 Euro und sind binnen Minuten vergriffen, während luxuriöse VIP-Pakete locker die Tausender-Grenze überschreiten.

💡 Tipp: Plane die Stadionbesichtigung lieber an einem Tag, an dem kein Spiel stattfindet, denn am Spieltag sind einige interessante Teile der Route aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt.

14. Das Viertel La Latina und die Welt der Tapas

Das Viertel La Latina gilt als absolutes Epizentrum der Madrider Tapas und der unbeschwerten Wochenendlust. Wenn du die echte lokale Atmosphäre aufsaugen möchtest, musst du am Sonntagnachmittag hierherkommen. Das hiesige gesellschaftliche Ritual schreibt ganz klar vor, niemals den ganzen Abend an einem Tisch in einem einzigen Lokal zu bleiben. Die Einheimischen pendeln ständig zwischen den einzelnen Bars und gönnen sich überall nur ein kleines Stück Essen.

Bestell dir ein Gläschen Wermut vom Fass, der auf Spanisch Vermut de Grifo heißt, dazu eine kleine Portion traditionellen Käse oder die pikanten Kartoffeln Patatas Bravas und zieh nach einer Weile einfach ein Haus weiter. Du wirst sehen, dass dich diese dynamische und lautstarke Art zu essen völlig in den Bann zieht und du dadurch eine riesige Menge lokaler Spezialitäten probierst.

Das Leitungswasser ist in Madrid übrigens hervorragend, und spanische Restaurants sind seit 2022 zudem gesetzlich verpflichtet, es ihren Gästen völlig kostenlos anzubieten. Scheu dich also nicht, bei der Bestellung um eine einfache Karaffe Eiswasser zu bitten, was deine Reisekasse sehr angenehm entlastet.

💡 Tipp: Die wichtigsten gastronomischen Adern dieses Viertels sind die berühmten Straßen Cava Baja und Cava Alta, wo du die größte Konzentration angesehener Lokale buchstäblich Tür an Tür findest.

15. Flohmarkt El Rastro

Jeden Sonntagvormittag verwandeln sich die Straßen am Rand des Viertels La Latina in ein einziges riesiges Gewimmel, denn hier findet der berühmte Flohmarkt El Rastro statt. Es handelt sich um den größten und ältesten Freiluftmarkt in ganz Spanien, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Hunderte von Verkäufern bauen hier ihre Stände auf und bieten absolut alles an, von antiken Möbeln über Vinylplatten bis hin zu günstiger Kleidung und Lederwaren.

Die Atmosphäre auf dem Markt ist unglaublich lebendig, die Verkäufer preisen lautstark ihre Waren an und durch die Menge schlängeln sich Musiker mit Gitarren. Wenn du gerne nach versteckten Schätzen suchst, konzentriere dich auf die Seitengassen abseits der Hauptader Ribera de Curtidores, wo sich die interessantesten Antiquitätenhändler und Kuriositätensammler verbergen.

Die Menschenmassen sind hier wirklich gewaltig, daher gilt dieselbe Warnung wie auf den Plätzen: Du musst gut auf deine persönlichen Sachen und Taschendiebe achten. Der Markt endet offiziell gegen drei Uhr nachmittags, woraufhin sich die ganze riesige Menschenmasse nahtlos in die umliegenden Bars zu den wohlverdienten sonntäglichen Tapas verzieht.

💡 Tipp: Die besten Stücke und die meiste Ruhe zum Stöbern hast du, wenn du gleich nach neun Uhr morgens auf dem Markt eintriffst, bevor sich die Straßen mit verschlafenen Einheimischen und Touristenscharen füllen.

16. Das Hipster-Viertel Malasaña

Nördlich des Boulevards Gran Vía erstreckt sich Malasaña, das als das böhmischste, hipste und kreativste Viertel der ganzen Stadt gilt. Genau hier entstand in den 1980er-Jahren nach dem Sturz der Diktatur die berühmte Kulturbewegung Movida Madrileña, die eine Explosion von Freiheit, Punk, unabhängiger Kunst und wildem Nachtleben nach Spanien brachte.

Heute ist dieses Viertel voller toller Specialty-Cafés, Vintage-Läden mit Secondhand-Kleidung und kleiner unabhängiger Buchhandlungen. Die Hausfassaden dienen hier oft als Leinwand für sehr hochwertige und legale Street-Art, sodass selbst ein gewöhnlicher Spaziergang durch die Gassen an den Besuch einer Freiluftgalerie für moderne Kunst erinnert.

Abends verwandelt sich Malasaña in ein Zentrum alternativer Unterhaltung. Du findest hier zahlreiche Musikclubs mit Live-Programm, in denen bis heute der freigeistige und leicht freche Geist der 1980er weiterlebt. Es ist der ideale Ort für alle, die entspannte Unterhaltung abseits der glitzernden und überteuerten Diskotheken im Zentrum suchen.

💡 Tipp: Mach Halt auf einen Kaffee oder Drink an der Plaza del Dos de Mayo, dem historischen Platz, der das gedachte Herz des ganzen Viertels bildet und an dem sich unter freiem Himmel Studenten, Künstler und Alteingesessene in einer völlig entspannten Atmosphäre mischen.

17. Das Viertel Chueca und die Markthalle San Antón

Direkt neben dem böhmischen Malasaña liegt das Viertel Chueca, das als Hauptzentrum der Madrider LGBTQ+-Community und eines der lebendigsten Orte der ganzen Metropole berühmt ist. Die Straßen sind hier voller Designerboutiquen, moderner Cafés und fantastischer Restaurants, die zum langen Verweilen und Beobachten des bunten Treibens ringsum einladen.

Während der Mercado de San Miguel im Zentrum unter dem Touristenansturm aus allen Nähten platzt, steuern die Einheimischen viel lieber die moderne Markthalle Mercado de San Antón an, die sich direkt im Herzen dieses Viertels befindet. In den unteren Etagen kannst du frische Delikatessen kaufen, und im ersten Stock werden dir die ausgewählten Zutaten gleich auf dem Grill genau nach deinen Wünschen zubereitet.

Das ganze Gebäude verbirgt noch einen weiteren riesigen Anziehungspunkt: eine offene Dachterrasse mit einer prima Bar, wo du einen Drink am frühen Abend mit einem schönen Blick auf die roten Dächer der umliegenden Häuser genießen kannst. Die Atmosphäre ist hier sehr freundlich und offen, und die Partys ziehen sich hier oft bis in die frühen Morgenstunden.

💡 Tipp: Besuche dieses Viertel an der Wende von Juni zu Juli, wenn hier die großartigen Feierlichkeiten des Madrid Pride stattfinden, die die ganze Stadt in ein einziges riesiges, buntes und unglaublich positives Straßenfest verwandeln.

18. Barrio de las Letras (Das Literatenviertel)

Wenn du Literatur und romantische Spaziergänge durch historische Gassen liebst, musst du unbedingt das Barrio de las Letras besuchen, was übersetzt Literatenviertel bedeutet. Genau hier lebten und wirkten die berühmtesten spanischen Schriftsteller des Goldenen Zeitalters, unter ihnen der berühmte Miguel de Cervantes oder der erfolgreiche Dramatiker Lope de Vega.

Bei einem Spaziergang durch dieses ruhige Viertel solltest du unbedingt auf den Boden schauen, denn in das Pflaster der Fußgängerzonen sind in goldenen Lettern berühmte Zitate aus klassischen spanischen Literaturwerken eingemeißelt. Das ganze Gebiet hat sich einen wunderbar intimen Charakter mit engen Gassen, historischen Laternen und kleinen Plätzen bewahrt, an denen die Zeit stehengeblieben ist.

Abends verwandelt sich das Barrio de las Letras in einen beliebten Ort für ruhigere Abendessen und gemütliches Beisammensein bei einem guten Wein, denn hier findest du keine riesigen lauten Diskotheken, sondern eher traditionelle Kneipen mit Live-Gitarrenmusik. Es ist der perfekte Gegenpol zum wilden Malasaña, ideal für alle, die kultiviertere und romantischere Abendunterhaltung bevorzugen.

💡 Tipp: Mach Halt an der Plaza de Santa Ana, die vom schönen Gebäude des Spanischen Theaters dominiert wird und an der du viele ausgezeichnete Cafés mit Außenplätzen unter hohen Bäumen findest.

19. Churros con Chocolate in der Chocolatería San Ginés

Wenn dich nach einem langen Tag voller Sehenswürdigkeiten oder einer durchzechten Nacht in den Bars die Müdigkeit überkommt, steuere zielsicher die Chocolatería San Ginés an. Dieses legendäre Lokal, versteckt in einer unauffälligen Gasse unweit der Puerta del Sol, serviert die absolut besten Churros con Chocolate der Stadt, und das ununterbrochen schon seit 1894.

Ihr Rezept ist zur absoluten Perfektion getrieben, sodass du eine dicke und unglaublich sättigende heiße Schokolade bekommst, in die du frisch frittierte, knusprige Stücke des länglichen Teigs tunkst. Es ist eine Kalorienbombe, die aber einen so perfekten Schlusspunkt unter einen Madrider Tag setzt, dass es buchstäblich eine Sünde wäre, sich diese vegetarische Köstlichkeit nicht wenigstens einmal zu gönnen.

Das Lokal hat bis spät in die Nacht geöffnet, und oft siehst du hier in den frühen Morgenstunden, wie sich Leute, die von Partys zurückkehren, mit denen treffen, die schon zur Arbeit aufstehen. Das Interieur hat sich seinen historischen Charakter bewahrt mit Marmortischchen und spiegelverkleideten Wänden, was dem ganzen Erlebnis einen wunderbaren Hauch alter Zeiten verleiht.

💡 Tipp: An Wochenenden bilden sich hier wirklich lange Schlangen, aber die Bedienung arbeitet unglaublich schnell und effizient, lass dich also nicht abschrecken und warte ruhig diese zehn Minuten – es lohnt sich wirklich.

20. Toledo: Die Stadt der drei Kulturen

Madrid verfügt über einen riesigen logistischen Vorteil: das dichte Netz von AVE-Hochgeschwindigkeitszügen, das die Hauptstadt mit den umliegenden historischen Perlen verbindet. Von der modernen Metropole aus versetzt du dich so in weniger als einer halben Stunde ins tiefe spanische Mittelalter, was Toledo zu einem absolut idealen Ziel für einen Tagesausflug macht.

Toledo, das sich auf einem dramatischen Felssporn erhebt, der vom Fluss Tajo umflossen wird, regierte als Hauptstadt Spaniens lange bevor Madrid diese Rolle übernahm. Oft wird es als Stadt der drei Kulturen bezeichnet, denn hier koexistierten über Jahrhunderte hinweg in relativem Frieden Christen, Muslime und Juden, was bis heute auf faszinierende Weise direkt in die Architektur des gesamten historischen Zentrums eingeschrieben ist.

Während eines einzigen Spaziergangs passierst du eine alte Moschee aus dem 10. Jahrhundert, eine Synagoge mit wunderschönen maurischen Bögen und eine überwältigende gotische Kathedrale, die zu den reichsten des ganzen Landes gehört. Nimm dir unbedingt Zeit für einen Besuch der Kirche Santo Tomé, in der ein Meisterwerk des Malers El Greco hängt, der mit dieser Stadt untrennbar verbunden ist.

💡 Tipp: Miete dir für die Reise nach Toledo niemals direkt in Madrid ein Auto, denn die Stadt hat strenge Umweltzonen (ZBE) eingeführt, und bei unberechtigter Einfahrt droht dir ein Bußgeld von rund 200 Euro, während der Zug schnell und absolut sorgenfrei ist.

21. Segovia: Römisches Aquädukt und der märchenhafte Alcázar

Wenn dich Toledo mit seiner verwobenen Geschichte beeindruckt, setzt Segovia auf einen absolut überwältigenden ersten Eindruck, der dich an den Boden fesselt. Die Zugfahrt hierher dauert nur etwas mehr als eine halbe Stunde, und gleich am Eingang des historischen Zentrums empfängt dich ein majestätisches und unglaublich gut erhaltenes römisches Aquädukt.

Dieses atemberaubende technische Denkmal aus dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung spannt sich über den Hauptplatz in einer Länge von fast 800 Metern und ist aus über zwanzigtausend Granitblöcken ohne einen einzigen Tropfen Mörtel erbaut. Am anderen Ende der Stadt erhebt sich dann auf einer Felsklippe über dem Zusammenfluss zweier Flüsse die Burg Alcázar mit ihren schiefergedeckten Türmchen, die angeblich als eine der Hauptinspirationen für das ikonische Schloss von Walt Disney diente.

Segovia funktioniert auch als traditioneller Wallfahrtsort für Fleischliebhaber, denn die große hiesige Spezialität ist das sogenannte Cochinillo Asado, also Spanferkel. Das Fleisch ist hier oft so zart, dass es traditionelle Gastronomen vor den Augen der Gäste demonstrativ mit der Kante eines gewöhnlichen Keramiktellers zerteilen, den sie anschließend mit großem Tamtam am Boden zerschmettern.

💡 Tipp: In Reiseforen wird oft das Dilemma diskutiert, ob man Toledo und Segovia an einem Tag verbinden soll, aber ich empfehle dir nachdrücklich, dich für nur eine Stadt zu entscheiden, um einen erschöpfenden Laufwettbewerb zwischen den Sehenswürdigkeiten zu vermeiden.

22. Der monumentale Komplex El Escorial

Etwa eine Stunde Fahrt mit der Vorortbahn nordwestlich von Madrid liegt San Lorenzo de El Escorial, das ein perfektes Beispiel königlicher Macht darstellt. Diesen riesigen Komplex aus Kloster, Königspalast und Basilika ließ im 16. Jahrhundert König Philipp II. erbauen, um die Stärke des spanischen Imperiums in der Zeit seiner größten Blüte zu demonstrieren.

Die Architektur des gesamten Areals ist unglaublich nüchtern, monumental und geradezu frostig symmetrisch, was genau den Charakter des Herrschers widerspiegelt, der von hier aus über ein Reich regierte, in dem bildlich gesprochen niemals die Sonne unterging. Du wandelst durch endlose Korridore, geschmückt mit kostbaren Wandteppichen, und durch riesige Bibliotheken voller alter Bände, die von schwerer Geschichte durchdrungen sind.

Der absolute Höhepunkt der Besichtigung ist der Abstieg in das unterirdische Pantheon, wo die sterblichen Überreste fast aller spanischen Könige und Königinnen seit der Zeit Karls V. in prächtigen Marmorgrabstätten ruhen. Der Ort wirkt sehr majestätisch und düster, was bei dir einen wirklich tiefen Eindruck hinterlässt und dein Bild der spanischen Geschichte hervorragend abrundet.

💡 Tipp: Der Komplex liegt in höherer Höhenlage als Madrid selbst, daher ist es hier oft einige Grad kühler und es weht häufig ein starker Wind – pack dir deshalb lieber auch in den Frühlingsmonaten einen leichten Pullover ein.

Wohin von Madrid aus weiter

Wenn du mehr Zeit hast und weitere Ecken dieses wunderschönen Landes erkunden möchtest, funktioniert Madrid als absolut perfekter Verkehrsknotenpunkt für weitere Reisen. Die Hochgeschwindigkeitszüge bringen dich leicht und sehr bequem in alle Ecken Spaniens.

Mach dich mit dem Schnellzug auf den Weg zur Küste und entdecke Gaudís verträumte Architektur, die wir ausführlich im Artikel über Barcelona beschreiben. Wenn du eher moderne Architektur in Verbindung mit ausgezeichneter Gastronomie und der berühmten Paella bevorzugst, wird dich das sonnige Valencia bezaubern.

Wenn dich eher die arabische Geschichte und der temperamentvolle Flamenco reizen, fahre in den Süden und erkunde die schönsten Orte Andalusiens. Du kannst das leidenschaftliche und nach Orangenbäumen duftende Sevilla besuchen, den atemberaubenden Palastkomplex Alhambra erkunden, den Granada birgt, oder dich in den Gassen rund um die berühmte Moschee verlieren, mit der das historische Córdoba prunkt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage sollte man für einen Besuch in Madrid einplanen?

Für die Erkundung der Hauptstadt selbst sollten Sie idealerweise zwei bis drei volle Tage einplanen, um die wichtigsten Museen zu besuchen und die Atmosphäre aufzusaugen. Wenn Sie jedoch planen, die Stadt als strategischen Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Toledo, Segovia oder El Escorial zu nutzen, sollten Sie Ihren Aufenthalt unbedingt auf mindestens fünf Tage ausdehnen.

Wie kommt man am besten vom Flughafen Barajas ins Zentrum?

Die Anbindung vom Flughafen ist unglaublich einfach und günstig, denn Sie können bequem die Metro oder die S-Bahn Cercanías nutzen. Die Fahrt ins Zentrum dauert etwa eine halbe Stunde und das Ticket kostet nur ein paar Euro, sodass es sich überhaupt nicht lohnt, viel Geld für überteuerte Taxis auszugeben.

Ist es sicher, in Madrid Leitungswasser zu trinken?

Ja, das Leitungswasser ist von sehr hoher Qualität, schmeckt hervorragend und sein Genuss ist in der ganzen Stadt absolut unbedenklich. Spanische Restaurants sind zudem seit 2022 gesetzlich verpflichtet, ihren Gästen kostenlos Leitungswasser anzubieten, also zögern Sie nicht, selbstbewusst danach zu fragen.

Lohnt es sich, ein Auto für die Fortbewegung in der Stadt zu mieten?

Auf keinen Fall, denn die Stadt hat strenge Umweltzonen (ZBE) eingeführt und Kameras erfassen automatisch die Kennzeichen. Ausländische Fahrzeuge müssen sich vorab kompliziert registrieren und bei unbefugter Einfahrt droht ein Bußgeld von rund 200 Euro, sodass es viel bequemer ist, sich auf die hervorragend funktionierende Metro und das Schnellzugnetz zu verlassen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der spanischen Metropole?

Das lokale Klima ist sehr rau, daher stellt eindeutig der Frühling oder Herbst die beste Reisezeit dar, wenn angenehme Temperaturen herrschen. Im Sommer verwandeln sich die Straßen in eine glühende Hölle mit Temperaturen, die regelmäßig 40 °C überschreiten, während die Winter hier unerwartet frostig und windig sein können.

Was genau bedeutet das Goldene Dreieck der Kunst?

Es handelt sich um das Gebiet rund um den Boulevard Paseo del Prado, wo drei beeindruckende Institutionen mit der weltweit größten Konzentration an Meisterwerken ansässig sind. Dazu gehören das klassische Museo del Prado, das moderne Centro de Arte Reina Sofía mit Picassos Guernica und das verbindende Museo Thyssen-Bornemisza.

Welches typische Gericht sollten wir probieren?

Ein typischer Madrider Klassiker ist das deftige Cocido madrileño, ein kräftiger Wintereintopf mit Kichererbsen und Gemüse, sowie Bocadillo de calamares, ein knuspriges Baguette mit frittierten Tintenfischringen. Als Vegetarier sollten Sie auf keinen Fall die legendären süßen Churros con chocolate verpassen oder die pikanten Kartoffeln Patatas bravas, begleitet von einem Glas Wermut vom Fass.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Verwandte Artikel

ANTWORT SCHREIBEN

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Sie sind hier:

ReisenEuropaMadrid, Spanien: 22 Tipps, was man sehen und erleben kann

Aktuelle Blogbeiträge