Wenn du darüber nachdenkst, in den Süden Europas zu fahren und dich schon jetzt auf die berühmte lokale Küche freust, muss ich dich gleich zu Beginn ein wenig warnen. Als langjährige Vegetarier haben wir es dort nämlich manchmal ziemlich schwer und am Anfang haben wir uns im Angebot ganz schön verloren. Ins sonnige Spanien fahren Lukáš und ich schon seit vielen Jahren, es ist zu unserer absolut traditionellen Zwischenstation auf der jährlichen Autoreise nach Portugal geworden, und meistens verbringen wir dort begeistert ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit haben wir am eigenen Leib erfahren, dass typisch spanisches Essen historisch stark auf Schweinefleisch und Meeresfrüchten aufbaut. Für Menschen, die kein Fleisch essen, ist die Auswahl in den klassischsten Landgasthäusern nicht gerade üppig.
Anfangs war das für uns ziemlich problematisch und nach einem langen Tag hinterm Lenkrad landeten wir manchmal bei einem einfachen trockenen Baguette mit Käse aus dem Supermarkt. Mit der Zeit haben wir uns aber in den lokalen Speisekarten hervorragend zurechtgefunden und unglaubliche Schätze entdeckt. Heute traue ich mich unbescheiden zu sagen, dass wir zu kleinen Experten dafür geworden sind, was man auf der Iberischen Halbinsel bestellen sollte, um wirklich zu schlemmen und keinen Hunger zu leiden. Die spanische Gastronomie ist nämlich in Wirklichkeit unglaublich reichhaltig, voll von absolut frischem Gemüse, hochwertigem Olivenöl und ausgezeichneten lokalen Käsesorten – du musst nur genau wissen, wohin du gehst und was du auf der Karte suchst.
In diesem ausführlichen Artikel findest du genau 18 Tipps für typisch spanisches Essen, das du unbedingt probieren musst. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die ikonischsten Gerichte, die du bei einem Besuch dieses wunderschönen Landes auf keinen Fall verpassen solltest – von der weltberühmten Paella bis zu den süßen Churros. Ich verrate dir auch, wie die lokalen Essgewohnheiten funktionieren, warum die Restaurants zu für uns völlig unverständlichen Zeiten geöffnet haben und worauf du am meisten achten solltest, um nicht in die klassischen und überteuerten Touristenfallen zu tappen.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Der spanische Tagesrhythmus: Vergiss das Mittagessen pünktlich um zwölf und das Abendessen um sechs, denn in Spanien wird ausschließlich zwischen zwei und vier Uhr nachmittags zu Mittag gegessen und zum Abendessen setzt man sich nicht vor neun Uhr abends hin.
- Die Tapas-Kultur: Im heißen Andalusien (besonders im wunderschönen Granada) bekommst du zum Getränk einen kleinen Teller mit Essen völlig gratis, während man im kühleren Norden im Baskenland für die wunderschön verzierten Häppchen namens Pintxos bezahlt.
- Wasser gratis: Seit 2022 gilt in Spanien ein sehr nützliches Gesetz, nach dem dir jedes Restaurant auf Wunsch Leitungswasser (agua del grifo) völlig kostenlos bringen muss.
- Vegetarisches Überleben: Zuverlässig retten dich die Kartoffel-Tortilla, gebratene grüne Paprikaschoten aus Padrón, die erfrischenden kalten Suppen Gazpacho und Salmorejo oder ausgezeichnete gereifte Käsesorten von lokalen Höfen.
- Die Wahrheit über Paella: Die traditionelle und historisch korrekte valencianische Paella enthält niemals Meeresfrüchte, denn ursprünglich war es ein Gericht armer Bauern aus den Reisfeldern, in das ausschließlich Hühner- und Kaninchenfleisch kam.
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Suche unter der Woche immer nach dem sogenannten menú del día, dem Mittagsmenü, das meist Vorspeise, Hauptgang, Dessert und ein Getränk zu einem sehr günstigen Preis umfasst.
- Hauptstadt der Gastronomie: Wenn du gutes Essen und guten Wein liebst, fahr in die andalusische Stadt Jerez de la Frontera, die den prestigeträchtigen Titel Spanische Gastronomiehauptstadt für 2026 gewonnen hat.
Wie (und wo) du wie die Einheimischen isst
Wenn du zum allerersten Mal nach Spanien kommst, erlebst du wahrscheinlich einen leichten Kulturschock darüber, wie die Restaurants und der gesamte Tagesrhythmus hier eigentlich funktionieren. In Spanien isst man nämlich nicht nur, um schnell den Hunger zu stillen, sondern das Essen fungiert hier als strong>das allerwichtigste gesellschaftliche Ereignis, das den ganzen Tag rhythmisiert und die Stimmung der Einheimischen bestimmt. Versuch mal, unsere mitteleuropäischen Essgewohnheiten auf die spanische Realität zu übertragen, und ich garantiere dir, dass du frustriert sein wirst. Den lokalen Rhythmus musst du einfach mit allem Drum und Dran akzeptieren.
Wenn du hartnäckig um sechs Uhr abends auf einem warmen Essen bestehst, landest du zuverlässig in überteuerten Touristenfallen, die zu dieser Zeit ausschließlich für Ausländer geöffnet haben und deren Speisenqualität meist miserabel ist. Der Morgen beginnt sehr sanft mit dem sogenannten desayuno, das etwa zwischen neun und halb elf stattfindet. Die Spanier kippen sich meist nur schnell einen starken Milchkaffee hinter die Binde und beißen in ein knuspriges geröstetes Baguette mit zerdrückten Tomaten und Olivenöl. Das eigentliche gastronomische Leben beginnt erst einige Stunden später.
Die wichtigste Mahlzeit des ganzen Tages ist eindeutig das Mittagessen, comida genannt. Der Arbeitstag steht in Spanien Punkt zwei Uhr nachmittags buchstäblich still und die Restaurants füllen sich blitzschnell mit Einheimischen, die sich ein langes und äußerst üppiges Mahl gönnen. Wenn du clever essen und viel Geld sparen willst, halte vor den Lokalen Ausschau nach den mit Kreide geschriebenen Schildern mit der Aufschrift menú del día. Dieses beliebte Mittagsmenü bietet dir für einen Festpreis eine Vorspeise, ein Hauptgericht, ein Dessert und oft sogar eine Flasche Wein für den ganzen Tisch.
Nach dem üppigen Essen folgt dann die absolut heilige Zeit namens sobremesa, in der es keine Eile gibt, Kaffee getrunken und am Tisch ruhig noch eine weitere Stunde leidenschaftlich debattiert wird. Weil das Mittagessen so spät und schwer ist, verschiebt sich das Abendessen (cena genannt) logischerweise tief in die Nachtstunden. Während sich die Restaurants in Madrid gegen neun Uhr abends zu füllen beginnen, ist es im heißen Andalusien überhaupt keine Ausnahme, dass sich Familien mit kleinen Kindern erst um Viertel nach zehn nachts zum Abendessen setzen.
Ein eigenständiges und äußerst faszinierendes Kapitel ist dann die Tapas-Kultur, die in jeder Region völlig andere Regeln hat. Der Legende nach entstand das Wort tapa (was wörtlich übersetzt Deckel bedeutet) in Andalusien, wo die Barkeeper die Weingläser mit einer Scheibe Käse abdeckten, damit die allgegenwärtigen Fliegen nicht hineinfielen. Wenn du in den Süden in Städte wie Granada fährst, erlebst du die gute alte Tradition, dass du ein Bier oder einen Wein bestellst und automatisch einen kleinen Teller mit Essen völlig gratis dazubekommst. Mit jedem weiteren Getränk steigt Qualität und Größe dieser Häppchen meist an.
In der Hauptstadt Madrid wird dagegen fürs Essen üblicherweise bezahlt und die Leute bestellen eher größere Portionen zum Teilen, die man raciones nennt. Eine ganz andere Welt stellt dann das nördliche Baskenland dar, wo die kleinen und optisch perfekten Häppchen auf einem Baguette, aufgespießt mit einem Zahnstocher, pintxos genannt werden. Diese Häppchen sind buchstäblich kulinarische Kunst, für die du in Michelin-Städten wie San Sebastián gerne draufzahlst, und am Ende des Abends zählt das Personal einfach die leeren Zahnstocher auf deinem Teller.
18 Gerichte, die du probieren musst
Spanien ist ein riesiges und unglaublich vielfältiges Land, wobei jede Region ihre eigenen kulinarischen Schätze hat, die direkt aus dem lokalen Klima und der langen Geschichte hervorgehen. Ich habe für dich eine ausführliche Liste der achtzehn typischsten Gerichte vorbereitet, auf die du auf deinen Reisen garantiert stoßen wirst und die die spanische Kultur perfekt definieren.
1. Paella Valenciana und ihre vegetarische Schwester

Wenn man spanisches Essen sagt, fällt wohl fast jedem sofort die riesige Metallpfanne voll leuchtend gelbem Reis ein. Doch um die Paella ranken sich unglaublich viele Mythen und die Bewohner Valencias sind bei ihrer traditionellen Form äußerst empfindlich. Die authentische Paella valenciana entstand nämlich ursprünglich als ein sehr einfaches Gericht armer Bauern, die hart auf den Reisfeldern rund um die weitläufige Lagune Albufera arbeiteten.
Korrekt wird dieses ikonische Gericht auf offenem Feuer aus duftendem Orangenbaumholz gekocht und enthält ausschließlich lokalen Reis der Sorte Bomba, Hühnerfleisch, Kaninchen, flache grüne Bohnen, große weiße Garrofón-Bohnen und kostbaren Safran. Meeresfrüchte gehören einfach nicht in die echte historische Paella und die Einheimischen empören sich über die touristischen Versionen mit Garnelen manchmal ziemlich lautstark. Das wahre Meisterwerk beim Kochen ist das Erreichen des sogenannten socarrat, jener dunkelbraunen und leicht angebrannten Reisschicht am Boden der Pfanne.
Lukáš und ich nehmen als Vegetarier natürlich die paella de verduras, also die rein vegetarische Variante voll zarter Artischocken, frischer Erbsen und süßer Paprika. Diese Version ist zum Glück in fast jedem guten Restaurant erhältlich und schmeckt dank einer ehrlichen Gemüsebrühe und einer großzügigen Portion Safran absolut göttlich. Wenn man sie uns in dieser riesigen Pfanne in die Mitte des Tisches stellt, stürzen wir uns immer mit riesiger Begeisterung darauf.
2. Tortilla española (Kartoffelomelett)

Dieses Gericht ist unser absoluter und unerschütterlicher Retter bei jedem langen Roadtrip quer über die Iberische Halbinsel. Es klingt fast unglaublich einfach, aber das klassische spanische Omelett, nur aus Kartoffeln, Eiern, hochwertigem Olivenöl und Salz, ist ein absolutes kulinarisches Wunder. Du findest es überall, von Luxusrestaurants bis zu den gewöhnlichsten Tankstellen an der Autobahn, wo du es kalt und praktisch in ein helles Baguette eingewickelt kaufen kannst.
Interessant ist, dass dieses scheinbar banale Gericht das ganze Land in zwei völlig unversöhnliche Lager spaltet, die sich ständig darüber streiten, ob in die echte Tortilla Zwiebeln gehören. Die Leute bezeichnen sich völlig ernsthaft und stolz entweder als concebollistas (Zwiebel-Befürworter) oder sincebollistas (Puristen, die jegliche Zwiebel strikt ablehnen). Diese Debatten können so manches Familientreffen beleben und jeder Spanier hat dazu eine klare Meinung.
Lukáš und ich gehören entschieden und stolz zum Zwiebel-Team, denn die langsam karamellisierte Zwiebel verleiht dem Omelett einen wunderbar süßlichen Geschmack. Eine perfekt zubereitete Tortilla sollte an der Oberfläche schön fest und goldgelb sein, aber innen immer noch äußerst saftig und leicht flüssig, was die Spanier liebevoll jugosa nennen. Wenn du zum ersten Mal mit der Gabel hineinschneidest und das Innere leicht verläuft, weißt du, dass du in einem guten Lokal bist.
3. Patatas bravas

Wenn es ein einziges Tapas gibt, das Lukáš und ich fast jedes Mal bestellen, wenn wir uns abends auf ein Glas Wein setzen, dann sind das garantiert die patatas bravas. Es handelt sich im Grunde um unregelmäßige und ziemlich große Kartoffelwürfel, die zuerst langsam gekocht und anschließend scharf in Olivenöl frittiert werden. Durch dieses Verfahren bekommen sie die richtige und unwiderstehliche knusprige Kruste, während sie innen schön luftig und weich bleiben.
Das Geheimnis dieses beliebten Gerichts liegt aber nicht in den Kartoffeln selbst, sondern in den reichhaltigen Soßen, mit denen sie auf dem Teller großzügig übergossen werden. Die traditionelle salsa brava ist eine pikante rote Soße aus zerdrückten Tomaten, kräftigem geräuchertem Paprikapulver pimentón und manchmal auch mit einem Spritzer Chili, die den Kartoffeln einen wunderbaren und leicht feurigen Pep verleiht. Meide Lokale, in denen man dir auf die Kartoffeln bloß Ketchup gemischt mit Mayonnaise klatscht – das ist eine riesige Sünde.
Meist kommt noch ein ehrlicher Löffel dickflüssiger hausgemachter Knoblauchmayonnaise aioli dazu. Den scharfen Tomatengeschmack mit dem zarten cremigen Knoblauch zu kombinieren, ist einfach die pure Perfektion. Ich muss zugeben, dass es zu einem eiskalten gezapften Bier oder einem lokalen Wein wohl keine bessere und universellere Begleitung gibt. 😅
4. Pimientos de Padrón

Diese kleinen und leuchtend grünen Paprikaschoten aus dem kleinen galicischen Städtchen Padrón sind eine absolut geniale Sache und für uns Vegetarier bilden sie die absolute Grundlage jedes abendlichen Beisammenseins. Ihre Zubereitung ist geradezu lächerlich einfach: Die Schoten werden nur scharf in sehr hochwertigem Olivenöl angebraten, bis ihre dünne Haut Blasen zu werfen und leicht zu schwärzen beginnt, und werden schließlich noch heiß großzügig mit grobem Meersalz bestreut.
Der Verzehr dieser Schoten ist eigentlich ein kleines und unterhaltsames kulinarisches russisches Roulette. Die Spanier haben dazu sogar ein eigenes altes Sprichwort, das besagt, dass manche scharf sind und manche nicht. Etwa neunzig Prozent der gesamten Ernte sind völlig süß und mild, aber manchmal stößt du unerwartet auf ein Stück, das dich mit seiner intensiven Schärfe buchstäblich vom Stuhl haut.
Wir essen sie ganz einfach mit den Fingern direkt am Stiel wie Popcorn und amüsieren uns am Tisch immer köstlich darüber, wer von uns als Erster auf die eine feurige Schote in der ganzen Schüssel stößt. Es ist ein unglaublich süchtig machendes Gericht und selten bleiben wir bei nur einer bestellten Portion.
5. Pan con tomate (Pa amb tomàquet)

Dieses scheinbar primitive Gericht hat seine tiefen Wurzeln im stolzen Katalonien und wurde im Laufe der Zeit zum absoluten Symbol des traditionellen spanischen Frühstücks. Es handelt sich um eine schön knusprige Scheibe scharf gerösteten Landbrots, in die mit Kraft eine aufgeschnittene rohe Knoblauchzehe eingerieben wird, anschließend wird das Fruchtfleisch perfekt reifer Tomaten darauf ausgedrückt, alles mit nativem Olivenöl extra beträufelt und mit grobem Salz bestreut.
Als wir zum allerersten Mal in Spanien waren und beim morgendlichen Hotelfrühstück riesige Schüsseln voll seltsamem Tomatenbrei sahen, verstanden wir überhaupt nicht, wozu das eigentlich dienen soll. Heute wissen wir aber sehr gut, dass für die meisten Einheimischen ohne ein ordentliches pan con tomate der neue Tag wohl gar nicht erst beginnen würde.
Es ist ein riesiger und erfrischender Leckerbissen, der allerdings strikt mit der absoluten Qualität der Zutaten steht und fällt. Mit wässrigen und geschmacklosen Supermarkt-Tomaten und billigem Öl zauberst du dieses Morgenwunder einfach nicht hin – du brauchst Tomaten, die nach Sonne duften.
6. Gazpacho

Die langen Sommer im Süden Spaniens können absolut gnadenlos sein, und wenn die Temperaturen im aufgeheizten Andalusien über vierzig Grad klettern, hast du an kein warmes Essen auch nur einen Gedanken. Genau für diese extremen Tage wurde Gazpacho geschaffen, jene legendäre kalte Suppe, die als der beste und erfrischendste flüssige Salat der Welt funktioniert.
Es wird aus perfekt gereiften Tomaten, frischen Gurken, grüner Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, hochwertigem Weinessig und einer ordentlichen Portion mildem Olivenöl zubereitet. Alles wird gründlich zu einer absolut glatten Creme püriert und eiskalt serviert. Eine Besonderheit ist, dass Gazpacho in vielen traditionellen Bars überhaupt nicht in einem tiefen Teller mit Löffel serviert wird, sondern direkt in einem hohen Glas, aus dem du es trinkst wie ein erfrischendes Getränk.
Für uns ist es während der langen sommerlichen Autofahrten die absolute Rettung. Manchmal kaufen wir auch hervorragendes frisches Gazpacho in Plastikflaschen in den lokalen Mercadona-Supermärkten und trinken es direkt während der Fahrt im klimatisierten Auto.
7. Salmorejo

Während das klassische Gazpacho wohl fast alle Touristen kennen, entgeht sein viel dickerer und gehaltvollerer Cousin aus dem andalusischen Córdoba namens Salmorejo oft der Aufmerksamkeit, was ein riesiger Jammer ist. Salmorejo unterscheidet sich vom Gazpacho grundlegend darin, dass es überhaupt keine Gurke oder Paprika enthält, sondern nur aus reifen Tomaten, einer riesigen Menge Brotkrume von älterem Brot, Knoblauch und Olivenöl besteht.
Dank des zugesetzten dichten Gebäcks und Öls entsteht beim Mixen eine wunderbar cremige, fast schon mayonnaiseartige Emulsion, die unglaublich sättigend und auf der Zunge äußerst zart ist. Von dieser Suppe wirst du im Gegensatz zum Gazpacho zuverlässig für einen halben Tag satt.
Traditionell wird diese dicke kalte Suppe mit einer reichlichen Garnierung aus hart gekochtem Ei und Stückchen von getrocknetem Schinken serviert, sodass wir in Restaurants immer sehr aufpassen und das Personal bitten müssen, uns das Salmorejo nur pur ohne diese Fleischgarnitur zu bringen. Trotzdem ist es für uns eine riesige und geliebte Delikatesse.
8. Manchego und weitere Käse-Juwelen

Lukáš ist ein riesiger und lebenslanger Käseliebhaber, sodass die Erkundung der lokalen Käseproduktion unser sehr beliebter Zeitvertreib ist. Der absolut bekannteste Vertreter ist natürlich der Hartkäse Manchego, der aus der ausgedörrten und sonnenverbrannten Region La Mancha stammt. Er wird ausschließlich aus der Vollmilch einer speziellen lokalen Schafrasse hergestellt und seine Qualität ist streng geschützt.
Er hat eine sehr feste Textur und je nach Reifedauer verändert sich sein Geschmack dramatisch von zart nussig bis äußerst intensiv und pikant, was mir persönlich manchmal ein wenig zu stark ist, aber Lukáš kann gar nicht genug davon bekommen. Wenn du aber auch andere Regionen besuchst, entdeckst du weitere unglaubliche Käsewunder.
Im rauen und grünen Asturien im Norden reift in tiefen Kalksteinhöhlen der berühmte Blauschimmelkäse Cabrales, der Liebhaber der kräftigsten Schimmelaromen erfreut. Im stolzen Katalonien wiederum schwören wir auf den halbharten Ziegenkäse Garrotxa mit der typischen grauen aschigen Rinde und dem unglaublich zarten cremigen Geschmack, den wir uns oft auf den Morgenmärkten für den Abendwein kaufen.
9. Croquetas (Kroketten)

Spanische Kroketten haben mit den bei uns bekannten Kroketten als Beilage überhaupt nichts, aber auch gar nichts gemeinsam. Es handelt sich um kleine ovale Röllchen, deren Basis keine Kartoffeln bilden, sondern eine unglaublich dicke und reichhaltige Béchamelsoße, die mit verschiedenen lokalen Zutaten gewürzt, im Kühlschrank perfekt fest werden gelassen und anschließend in Semmelbröseln paniert und scharf goldgelb frittiert wird.
Wenn du in eine wirklich gute spanische Krokette beißt, knackt die knusprige Kruste laut und im Mund breitet sich sofort das heiße, samtig-cremige und duftende Innere aus. Es ist ein Meisterwerk der Texturen, das vom Koch viel Geschick verlangt.
Traditionell kommen am häufigsten kleine Reste von getrocknetem Schinken oder Stücke von gebratenem Huhn hinein, aber wir als Vegetarier suchen immer gezielt nach den fleischlosen. Wir suchen Varianten gefüllt mit Waldpilzen, frischem Spinat und Pinienkernen oder kräftigem Blauschimmelkäse. Manchmal ist es ein bisschen mühsame Detektivarbeit, eine Tapas-Bar zu finden, die auch eine vegetarische Variante hat, aber wenn es klappt, lohnt es sich. 😁
10. Jamón ibérico

Für alle Bewohner der Iberischen Halbinsel ist dieser berühmte luftgetrocknete Schinken ein absoluter Götze und wird ehrfürchtig als Kaviar unter den Wurstwaren bezeichnet. Die Einheimischen gönnen sich mit Vorliebe die hochwertigsten hauchdünnen Scheiben zu einem guten Rotwein und in jeder größeren Stadt gibt es Spezialgeschäfte, in denen Hunderte gesalzener Schweinekeulen von der Decke hängen, aus denen Fett tropft.
Am meisten geschätzt und bei Weitem am teuersten ist der sogenannte Jamón ibérico de bellota, der ausschließlich von einer bestimmten Rasse schwarzer iberischer Schweine stammt. Diese Schweine streifen den Großteil ihres Lebens frei durch die weitläufigen Eichenhaine (dehesas) im Südwesten des Landes und ernähren sich im Herbst überwiegend von heruntergefallenen Eicheln (bellotas).
Genau diese Eicheln verleihen dem Fleisch seinen so spezifischen nussigen Geschmack und das gesunde, an Ölsäure reiche Fett, dank dessen die Scheiben buchstäblich auf der Zunge zergehen. Der Beruf des Schinkenschneiders, cortador genannt, ist in Spanien ein hoch angesehenes und gut bezahltes Handwerk, denn die Scheiben müssen im richtigen Winkel geschnitten und bei Zimmertemperatur serviert werden.
11. Pulpo a la gallega

Die galicische Spezialität Nummer eins ist eindeutig der Oktopus, aus dem von Weitem die wilde und ungezähmte Atlantikküste duftet. Dieses ikonische Gericht, das du wohl auf der Karte fast jedes traditionellen Restaurants im Nordwesten des Landes findest, besticht durch seine absolute optische Schlichtheit und die riesige Betonung auf absoluter Frische der Zutat.
Traditionell werden die dicken Tentakel lange in großen Kupfertöpfen gekocht, bis sie die perfekte Zartheit erreichen, aber gleichzeitig müssen sie unbedingt ihre feine Elastizität behalten. Die lokalen Köche haben für die richtige Kochzeit ihre geheimen Tricks, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Anschließend wird der gekochte Oktopus in dünne Scheiben geschnitten, auf einem typischen runden Holzbrettchen serviert und nur mit drei Grundzutaten abgeschmeckt. Er wird mit einer ordentlichen Portion nativem Olivenöl extra beträufelt, mit grobem Meersalz bestreut und mit geräuchertem Paprika bestäubt, der süß oder pikant sein kann. Es ist die pure Essenz der galicischen Seefahrerkultur, die die Einheimischen lieben.
12. Pescaíto frito

Wenn du im heißen Sommer über irgendeine andalusische Küste schlenderst, riechst du höchstwahrscheinlich sofort den schweren Duft von gebratenem Fisch in der Luft. Pescaíto frito ist der Sammelbegriff für eine bunte Mischung aus kleinen Fischchen und kleineren Meeresfrüchten, die einen absolut grundlegenden Pfeiler der südspanischen Straßen- und Bargastronomie bilden.
Das Geheimnis dieser auf den ersten Blick gewöhnlichen Zubereitung liegt in der extrem leichten und knusprigen Kruste. Die kleinen Fische werden nur ganz leicht mit speziellem Kichererbsen- oder Weizenmehl bestäubt und anschließend blitzschnell in einer riesigen Menge erhitztem Olivenöl frittiert, damit sie sich nicht unnötig mit schwerem Fett vollsaugen.
Am häufigsten werden sie in einfachen Papiertüten eingewickelt serviert, nur mit einem Stück Zitrone zum leichten Beträufeln. Es ist ein äußerst beliebter Nachmittagssnack der Einheimischen, die ihn mit eiskaltem Bier direkt am sonnigen Strand oder an hohen Tischchen in lärmenden Hafentavernen hinunterspülen.
13. Calamares a la romana

Frittierte Tintenfischringe sind ein ikonisches Tapas, auf das du ganz sicher stößt – von den Strandbars an der sonnigen Costa del Sol bis zu versteckten und verrauchten Kneipen in den engen Gassen Madrids. Es ist ein Gericht, das das ganze Land ungeachtet regionaler Unterschiede verbindet.
Die Einheimischen bestellen sie gerne als schnelle Vorspeise zum Teilen für den ganzen Tisch und in der Hauptstadt machen sie daraus sogar die legendären Sandwiches namens bocadillo de calamares. Diese vollgestopften Baguettes voll frittierter Ringe werden an jeder Ecke rund um den berühmten Plaza Mayor verkauft und bilden die Grundnahrung der Nachtschwärmer.
Die Grundlage des Erfolgs ist die hundertprozentige Frische der Meeresfrüchte und die richtige Zubereitung des Teigs. Der muss nach dem Frittieren perfekt knusprig und luftig sein, während das Tintenfischfleisch selbst innen unglaublich zart bleibt und auf keinen Fall an zähen Gummi erinnert. Üblicherweise wird nur ein Zitronenschnitz oder eine großzügige Portion Knoblauchmayonnaise aioli dazu serviert.
14. Fabada Asturiana

Dieses unglaublich sättigende, schwere und robuste Gericht stammt aus der bergigen nördlichen Region Asturien und ist ein absolut ideales Essen für nasskaltes und regnerisches Winterwetter. Die Grundlage dieses langsam geschmorten Eintopfs bilden spezielle große weiße Bohnen namens fabes, die sich durch eine wunderbar buttrige Textur und die Fähigkeit auszeichnen, alle Aromen der umliegenden Zutaten aufzusaugen.
Während der langen Stunden des langsamen Köchelns auf mildem Feuer kommt zu den Bohnen das sogenannte compango. Das ist eine traditionelle und sehr fette Mischung lokaler Wurstwaren, bestehend aus der geräucherten Paprikawurst Chorizo, der Blutwurst Morcilla und massiven Stücken durchwachsenen Schweinefleischs oder Speck.
Das Ergebnis dieses langwierigen Prozesses ist eine dichte, dunkelrote und glänzende Soße voll kräftiger Rauchnoten, die zuverlässig den Hunger jedes Bergbewohners für den Rest des ganzen Tages vertreibt. Es ist ein Gericht, nach dem sich die Einheimischen am liebsten eine lange Nachmittags-Siesta verordnen.
15. Arroz negro

Diese optisch sehr ungewöhnliche und leicht dramatische Variante eines Reisgerichts stammt von der Ostküste Spaniens und fällt auf den ersten Blick jedem durch ihre tiefschwarze Farbe auf. Sie wird in einer breiten Pfanne auf sehr ähnliche Weise wie die klassische Paella zubereitet, aber ihr charakteristisches Aussehen und der spezifische Geschmack stammen von der natürlichen Tinte von Sepia oder Tintenfisch, die während des Kochens des Reises der Brühe zugesetzt wird.
Diese Tinte verleiht dem Gericht nicht nur seine gotische Farbe, sondern vor allem einen sehr tiefen, erdigen und leicht salzigen Meeresgeschmack, der jedes einzelne Reiskorn perfekt durchdringt. Neben der in Stücke geschnittenen Sepia selbst kommen oft auch Garnelen oder andere kleine Meeresfrüchte ins Gericht.
Traditionell wird Arroz negro mit einem großen Klecks kräftiger Knoblauchsoße aioli serviert. Ihre leuchtend weiße Farbe bildet auf dem schwarzen Reisbett einen wunderbaren visuellen Kontrast und die Cremigkeit der Mayonnaise ergänzt hervorragend den erdigen Geschmack der Tinte.
16. Churros con chocolate

Endlich kommen wir fließend zu den Desserts und hier sind Lukáš und ich absolut in unserem Element. Churros sind eigentlich längliche Stangen oder Tränen aus einem speziellen Brandteig, die scharf in einer hohen Ölschicht bis zur absoluten Knusprigkeit frittiert und anschließend noch warm reichlich in einer Mischung aus Kristallzucker und Zimt gewälzt werden.
Sie sind schon für sich allein ausgezeichnet und süchtig machend, aber der wahre gastronomische Zauber entsteht in dem Moment, in dem du dir dazu eine Tasse heiße Schokolade bestellst. Die spanische Schokolade hat nämlich mit unserer dünnen mitteleuropäischen recht wenig gemein, sie erinnert eher an einen sehr dicken heißen Pudding, in den die knusprigen Stücke des frittierten Teigs mit Genuss getunkt werden.
In Madrid gibt es berühmte und von Geschichte umrankte Chocolaterías wie das legendäre Lokal San Ginés, die rund um die Uhr geöffnet haben. Die Einheimischen kehren dort im Morgengrauen für Churros als traditionelles Katerfrühstück ein nach einer langen in Tapas-Bars verbrachten Nacht, und wir gönnen sie uns wiederum gerne als süßen Abschluss nach einem Nachmittagsspaziergang. ☺️
17. Crema Catalana

Dieses traditionelle und seidig zarte Dessert aus dem Nordosten Spaniens wird oft mit der berühmten französischen Crème brûlée verglichen. Die stolzen Katalanen erklären dir aber sehr gerne und lautstark, dass ihre altehrwürdige Version viel älter und natürlich um einiges besser ist. Die Grundlage ist eine reichhaltige Eigelbcreme, die im Gegensatz zum französischen Verwandten nicht im Wasserbad im Ofen gebacken, sondern ganz normal im Topf auf dem Herd gekocht und mit Maisstärke angedickt wird.
Den typischen und unverwechselbaren Geschmack verleiht ihr eine langsame Infusion aus Zimtrinde und frischer Zitronen- oder Orangenschale, sodass die fertige Creme nicht so schwer vanillig wirkt, sondern einen leichten Zitrusschwung in sich hat.
Kurz vor dem Servieren wird die Oberfläche der Creme in einer Tonschale großzügig mit Zucker bestreut, der mit einem speziellen Eisen oder einem Flambierbrenner zu einer harten Karamellkruste gebrannt wird. Diese glasartige Schicht mit dem Löffel zu zerbrechen und die kalte duftende Creme darunter herauszuschöpfen, ist für mich immer die pure kindliche Freude.
18. Arroz con leche

Ein gewöhnlicher Milchreis mag auf den ersten Blick wie ein langweiliges Gericht aus der Schulkantine wirken, aber die spanische Version namens arroz con leche ist ein unglaublich luxuriöses und cremiges Dessert, das wir uns gerne als beruhigenden süßen Abschluss nach einem schweren Mittagsmenü gönnen.
Das Geheimnis liegt im extrem langsamen Kochen des Rundkornreises in einer großen Menge fetter Vollmilch, der für den Duft eine ganze Zimtstange und lange Zitronenschalenstreifen zugesetzt werden. Der Reis wird unter ständigem Rühren so lange gekocht, bis er seine ganze natürliche Stärke freisetzt, wodurch von Natur aus eine dicke und samtige Konsistenz ohne Zusatz irgendwelcher künstlicher Verdickungsmittel entsteht.
Das Dessert wird gekühlt in kleinen Tonschälchen serviert und seine weiße Oberfläche wird immer großzügig mit gemahlenem Zimt bestäubt. Es ist ein wunderbar beruhigendes und heimeliges Gericht, das dich mit einem Bissen sofort in die alte Küche einer spanischen Großmutter versetzt.
Was du trinken solltest
Spanien rühmt sich stolz mit der größten bepflanzten Weinbergfläche der ganzen Welt, sodass du hier an jeder Ecke auf außergewöhnlich hochwertige Getränke triffst. Wenn du einfach einen Wein zum Abendessen bestellen willst, genügt es, una copa de vino tinto (Rotwein) oder blanco (Weißwein) zu sagen, und meistens bekommst du eine hervorragende lokale Produktion. Wenn du schwerere Rotweine magst, halte unbedingt Ausschau nach denen aus den Regionen La Rioja oder Ribera del Duero, wo die berühmte Rebsorte Tempranillo uneingeschränkt herrscht.
Die Weine aus diesen prestigeträchtigen Gebieten reifen viele Jahre in Eichenfässern und haben wunderbare, tiefe Noten von Leder, Brombeere und Vanille. Für Liebhaber erfrischender Bläschen gibt es hier den katalanischen Cava, der mit derselben traditionellen Methode der Flaschengärung wie echter französischer Champagner hergestellt wird, aber es werden lokale spanische Rebsorten verwendet und er wird zu viel günstigeren Preisen verkauft.
Ein ganz eigenes Kapitel ist dann der südspanische Sherry, der aus dem andalusischen Dreieck rund um die Stadt Jerez de la Frontera stammt. Übrigens hat diese historische Stadt den prestigeträchtigen Titel Spanische Gastronomiehauptstadt für 2026 gewonnen, sodass dort riesige Festivals und Verkostungen geplant sind, die du dir nicht entgehen lassen darfst. Vergiss die süßen Supermarkt-Kleister – echter trockener Sherry vom Typ Fino reift unter einer Schicht spezieller Hefen, duftet nach Meersalz und Mandeln und wird eiskalt zu Oliven und Käse getrunken.
Es überrascht dich vielleicht ein wenig, dass die berühmte und übersüßte Sangría in Spanien vor allem uninformierte Touristen trinken. Die Einheimischen bestellen sich in den Sommermonaten viel lieber tinto de verano, einen äußerst erfrischenden Mix aus Rotwein und Zitronenlimonade mit einem riesigen Berg Eis. In Madrid ist am Wochenende dann der klassische Wermut angesagt, der direkt aus alten Fässern auf den lärmenden Märkten gezapft und mit einer Orangenscheibe und einer Olive serviert wird. Und noch ein rein praktischer Tipp – seit 2022 sind alle spanischen Restaurants gesetzlich verpflichtet, dir auf Wunsch Leitungswasser (agua del grifo) völlig kostenlos zu bringen, also trau dich ruhig, immer danach zu fragen.
Wohin als Nächstes
Wenn dich das Lesen über spanische Köstlichkeiten Appetit gemacht hat und du eine Sommerreise in den Süden Europas planst, wirf unbedingt einen Blick auf unsere weiteren ausführlichen Guides. Wir haben vor allem den sonnigen Süden des Landes ins Herz geschlossen, also wenn du in diese Richtung fährst, darf dir unser Guide zu Sevilla nicht entgehen, das unserer Meinung nach wohl die romantischste Stadt ganz Spaniens ist, voll duftender Orangenbäume und wunderbarer historischer Sehenswürdigkeiten. Ein kurzes Stück davon entfernt liegt Córdoba, wo du neben der berühmten Moschee genau das allerbeste Salmorejo des Landes findest.
Für Liebhaber von abendlichen Tapas und maurischer Architektur ist dann Granada mit der atemberaubenden Alhambra ein absolutes Muss, wo bis heute die wunderbare Tradition der großzügigen Gratis-Tapas zu jedem Getränk funktioniert. Wenn du an der Küste ankommst, haben wir für dich Tipps zusammengestellt, was du in Málaga sehen kannst, das schon längst keine langweilige Umsteigestation vom Flughafen mehr ist. Von Málaga ist es dann nur ein kurzes Stück ins bergige Hinterland, wo sich das dramatische Ronda erhebt, geteilt von einer tiefen Schlucht. Adrenalinliebhaber werden dann unseren Artikel über den legendären Pfad Caminito del Rey zu schätzen wissen. Damit du das alles schaffst, haben wir für dich einen kompletten Reiseplan für die 20 schönsten Orte Andalusiens vorbereitet.
Wir haben aber auch den Rest Spaniens nicht vergessen. Wer die ikonische Gaudí-Architektur und die kosmopolitische Atmosphäre bevorzugt, wird unsere Tipps für Barcelona zu schätzen wissen. Und wenn dich die Heimat der echten Reis-Paella lockt, wirf einen Blick auf unseren Guide zur Stadt Valencia. Und weil wir durch Spanien oft nur weiter Richtung Westen durchfahren, kommt dir vielleicht auch die Inspiration für die schönsten Strände der Algarve gelegen, wohin du von Andalusien aus in ein paar Stunden mit dem Auto kommst und wo wunderbare Klippen und der wilde Ozean auf dich warten.
Häufig gestellte Fragen
Gibt man in Spanien Trinkgeld in Restaurants?
Trinkgeld ist in Spanien bei weitem nicht so strikt erforderlich wie bei uns in Deutschland oder in Übersee, denn das dortige Personal erhält ein normales Gehalt. Normalerweise reicht es völlig aus, die Endrechnung einfach auf volle Euro aufzurunden oder ein paar Münzen im Wert von fünf bis zehn Prozent auf dem Tisch zu lassen, wenn ihr mit dem Service wirklich außergewöhnlich zufrieden wart.
Wann haben Restaurants in Spanien geöffnet?
Für uns Mitteleuropäer ist es manchmal ein Schock, aber die meisten guten Restaurants öffnen zum Mittagessen erst zwischen vierzehn und sechzehn Uhr und schließen dann für einige Stunden wieder. Zum Abendservice öffnen sie dann frühestens um zwanzig Uhr, eher aber erst um halb neun. Wenn ihr außerhalb dieser Zeiten Hunger habt, retten euch zuverlässig Cafés oder Bars mit ausgestellten Tapas.
Ist die spanische Küche für Vegetarier geeignet?
Obwohl Spanien historisch ein Land des getrockneten Schweineschinkens und der Meeresfrüchte ist, finden auch Vegetarier hier großartige und leckere Möglichkeiten. Zuverlässig satt werdet ihr mit Kartoffel-Tortilla, gebratenen grünen Paprikaschoten aus Padrón, fantastischen lokalen Käsesorten mit Tomatenbrot Pan con Tomate oder kalten andalusischen Suppen Gazpacho und Salmorejo.
Was genau sind Tapas?
Tapas sind kein konkretes Rezept, sondern eher eine Art der Speisenservierung in Form kleiner Portionen, die traditionell zu alkoholischen Getränken serviert werden. Es kann sich um eine einfache Schale eingelegter Oliven, ein Stück Käse, eine gebratene Krokette, aber auch um eine kleine Portion eines komplexeren Schmortopfes handeln. Sie sind ein unverzichtbarer Teil des abendlichen gesellschaftlichen Lebens.
Was ist der Unterschied zwischen Tapas und Pintxos?
Während klassische Tapas in ganz Spanien zu finden sind und oft mehrere zum Teilen am Tisch bestellt werden, sind Pintxos eine Spezialität des nördlichen Baskenlandes. Es handelt sich um sehr raffinierte und optisch wunderschöne Happen, die kunstvoll auf einer Brotscheibe arrangiert und mit einem Zahnstocher durchstochen sind. Man wählt sie selbst an der Bartheke aus und bezahlt am Ende nach der Anzahl der gesammelten Hölzchen.
Welchen regionalen Wein sollte ich probieren?
Ihr dürft auf keinen Fall die vollmundigen Rotweine aus der prestigeträchtigen Region La Rioja oder Ribera del Duero verpassen, die in Eichenfässern reifen und durch schwerere Töne hervorstechen. Im Süden in Andalusien müsst ihr dann den echten trockenen Sherry probieren, der unter einer Schicht spezieller Hefen reift, und in Katalonien den erfrischenden Schaumwein namens Cava.
Was trinkt man statt der touristischen Sangría?
Obwohl ausländische Touristen die süße Sangría lieben, bevorzugen die Einheimischen an heißen Sommertagen das Getränk namens Tinto de Verano. Es handelt sich um eine sehr einfache und erfrischende Mischung aus gewöhnlichem Rotwein und Zitronenlimonade oder Sodawasser, die in einem großen Glas mit viel Eis und einer Zitronenscheibe serviert wird.
Muss ich im Restaurant Flaschenwasser kaufen?
Nein, denn seit 2022 gilt in Spanien ein Gesetz, wonach euch jedes Restaurant auf Anfrage kostenlos Leitungswasser bringen muss. Es reicht, beim Personal höflich „agua del grifo“ zu bestellen, und ihr spart so unnötige Ausgaben für teure Plastikflaschen.
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