Gibraltar: Was man auf dem britischen Felsen zwischen zwei Meeren sehen muss

TL;DRGibraltar, britisches Überseegebiet im Süden Spaniens mit knapp sieben Quadratkilometern Fläche, lohnt sich vor allem wegen des Felsen von Gibraltar mit seiner Seilbahn auf 412 Meter Höhe, der St. Michael’s Cave, den Tunneln aus der Great Siege und den 55 Kilometer langen Tunneln aus dem Zweiten Weltkrieg sowie der verglasten Aussichtsplattform Skywalk auf 340 Metern. Dazu kommt die Begegnung mit wilden Berberaffen, den einzigen frei lebenden Primaten Europas, ein Spaziergang über die Landebahn des Flughafens direkt an der Grenze, Shopping in der zollfreien Main Street und der Blick auf die 21 Kilometer entfernte afrikanische Küste vom Europa Point. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die Höhlen und die Seilbahn reicht ein ganzer Tag. Für die Tunnel, eine Bootstour zu den Delfinen und den Abend im Ocean Village solltest du mindestens eine Nacht bleiben. Am angenehmsten ist das Wetter mit rund 25 Grad in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober, während Juli und August Hitze über 35 Grad und die längsten Warteschlangen an der Grenze bringen. Ein gültiger Reisepass ist Pflicht, das Auto lässt du am besten im spanischen La Línea de la Concepción stehen und gehst zu Fuß über die Grenze.

Eine deutlich günstigere Alternative ist es, direkt hinter der Grenze im spanischen La Línea de la Concepción zu übernachten. Die Hotelpreise sind hier etwa halb so hoch, und nach Gibraltar läuft man in knapp fünfzehn Minuten. Sehr beliebt ist das Ohtels Campo De Gibraltar mit schönem Außenpool und direktem Blick auf den berühmten Felsen von den oberen Etagen. Das ist der perfekte Kompromiss für alle, die beim Übernachten sparen wollen, aber morgens früh als Erste am Grenzübergang sein möchten.

Wann nach Gibraltar reisen

Die Wahl des richtigen Reisezeitpunkts ist für einen Besuch an der südlichsten Spitze der Iberischen Halbinsel entscheidend. Wir kommen am liebsten im Frühling oder Herbst hierher. Die idealen Monate sind Mai, Juni, September und Oktober, wenn die Temperaturen bei angenehmen 25 Grad liegen. In dieser Zeit kann man die Stadt erkunden und die Felsen erklimmen, ohne im eigenen Schweiß zu schwimmen. Das Meer ist außerdem warm genug, um den Ausflug mit einem Strandtag an den nahegelegenen spanischen Küstenabschnitten zu verbinden.

Wer in den Sommerferien plant zu reisen, sollte gewarnt sein: Im Juli und August herrschen extreme Temperaturen, die regelmäßig über 35 Grad klettern. Ganz Andalusien wurde 2025 von heftigen Hitzewellen heimgesucht, und ein Stadtbummel unter der sengenden Sonne kann schnell zur körperlichen Herausforderung werden. Zwar weht dank der Meeresnähe gelegentlich ein frischer Wind, doch die gefühlte Temperatur in der prallen Sonne ist trotzdem zermürbend. Dazu kommen im Sommer die mit Abstand längsten Schlangen am Grenzübergang.

Der Winter hingegen ist ausgesprochen mild und bei digitalen Nomaden aus Deutschland sehr beliebt. Im Januar und Februar pendeln die Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad – ideal zum Erkunden von Sehenswürdigkeiten und für Ausflüge in die Natur. Man muss nur damit rechnen, dass gelegentlich ein Regenschauer durchzieht und ein Strandurlaub zu dieser Jahreszeit ausbleibt. Der Felsen von Gibraltar (The Rock) hat sein eigenes Mikroklima: Während unten die Sonne scheint, hüllt sich der Gipfel oft in dichte Wolken, die die Einheimischen „Levanter“ nennen.

Wo in Gibraltar übernachten

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es in der Regel die besten Stornierungsbedingungen. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die meisten Touristen kommen nur für einen Tagesausflug von der Costa del Sol, doch wer die Abendatmosphäre ohne Tagestouristen erleben möchte, dem empfehlen wir unbedingt, eine Nacht zu bleiben. Unterkünfte direkt auf britischem Gebiet sind vergleichsweise teuer, bieten aber das authentischste Erlebnis. Sehr empfehlenswert ist das Viertel Ocean Village – eine moderne Marina voller Luxusyachten, erstklassiger Restaurants und Bars. Hier findet sich das legendäre Fünf-Sterne-Hotel Sunborn Gibraltar, das auf einem riesigen, dauerhaft vertäuten Schiff erbaut ist und spektakuläre Meerblicke bietet.

Wer etwas mit Geschichte sucht, sollte sich das The Rock Hotel ansehen. Diese ikonische Adresse besteht seit 1932 und hat schon Gäste wie Winston Churchill oder Sean Connery beherbergt. Das Hotel liegt etwas höher am Hang, sodass man von der Terrasse und den Zimmern den besten Blick auf die Bucht und die afrikanische Küste genießt. Wir nutzen für die Suche immer Booking, wo sich auch diese gehobenen Hotels gelegentlich zu einem attraktiven Angebotspreis finden lassen.

16 Gibraltar Sehenswürdigkeiten – das Beste auf dem Felsen

Lasst uns einen Blick auf das Beste werfen, was dieses faszinierende britische Territorium zu bieten hat. Von frechen Affen über einzigartige Höhlen bis hin zu Aussichten auf einen anderen Kontinent. Wir verraten euch, wie ihr die Massen meidet und was ihr auf keinen Fall verpassen solltet.

1. Über die Startbahn der Winston Churchill Avenue

Das erste Erlebnis wartet unmittelbar hinter der Passkontrolle – und es ist etwas, das ihr so nirgendwo sonst auf der Welt findet. Die Hauptstraße in die Stadt kreuzt die Startbahn des internationalen Flughafens. Wenn ein Flugzeug landet oder startet, heulen die Sirenen, die Schranken fallen, und der gesamte Verkehr – einschließlich der Fußgänger – kommt schlicht zum Stehen. Ganz wie an einem Bahnübergang, nur dass statt eines Zuges ein riesiger Airbus vor eurer Nase entlangrollt.

Entstanden ist dieser Kuriosum aus rein praktischen Gründen: Das Territorium ist so winzig, dass es schlicht keinen anderen Platz für den Flughafen gab. Über die Landebahn zu spazieren ist ein einzigartiges Erlebnis, bei dem alle Touristen für Fotos innehalten. Wir hatten das Glück, dass direkt vor unserer Nase eine Maschine landete – der Lärm und der Windstrom der Triebwerke waren schlicht überwältigend. In den letzten Jahren wurde zwar ein Autotunnel gebaut, doch Fußgänger dürfen nach wie vor stolz über die Runway schlendern.

💡 Lokaler Tipp: Schaut euch vorab die Ankunftszeiten auf der Website des Flughafens an. Die Schranken schließen für etwa zehn bis fünfzehn Minuten – es lohnt sich, am Zaun auf den besten Blick auf das landende Flugzeug zu warten.

2. Seilbahn auf den Felsen (Gibraltar Cable Car)

Der bequemste und schnellste Weg auf den Upper Rock ist die Fahrt mit der Seilbahn. Die Fahrt nach oben dauert nur sechs Minuten und befördert euch auf 412 Meter über dem Meeresspiegel. Unterwegs eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama auf die Stadt darunter, auf riesige Schiffe in der Bucht und natürlich auf die afrikanische Küste gegenüber. Für jeden Besucher ein absolutes Muss.

An der Talstation bilden sich in der Hauptsaison teils extreme Warteschlangen. Tickets unbedingt vorab online auf der offiziellen Website kaufen – so überspringt ihr die Kassenschlange und geht direkt zu den Drehkreuzen. Die Bahn fährt etwa alle zehn Minuten, kann aber bei starkem Wind aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt werden. Oben gibt es ein Café mit fantastischem Ausblick und die ersten Gruppen allgegenwärtiger Affen.

Eine Rückfahrkarte ist verhältnismäßig teuer, weshalb viele Besucher mit der Seilbahn hoch- und zu Fuß durch das Naturschutzgebiet wieder hinunterfahren. Wir empfehlen den kombinierten Nature Reserve Ticket, der die Seilbahnfahrt und den Eintritt zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten oben auf dem Felsen beinhaltet. Das spart sowohl Geld als auch die Mühe, einzelne Tickets kaufen zu müssen.

3. Berberaffen (Gibraltar-Affen)

Dies ist zweifellos die größte Touristenattraktion des gesamten Territoriums. Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, an dem Primaten frei in der Natur leben. Die Berberaffen stammen ursprünglich aus Nordafrika, und mit ihnen ist eine berühmte Legende verbunden: Solange Affen auf dem Felsen leben, bleibt Gibraltar unter britischer Herrschaft. Im Zweiten Weltkrieg sank die Population auf nur noch sieben Tiere – Winston Churchill persönlich ordnete daraufhin an, weitere Exemplare aus Marokko einzufliegen, um die Moral zu stärken.

Heute leben hier rund dreihundert Tiere in mehreren Gruppen. Sie sind unglaublich dreist, an Menschen gewöhnt und respektieren euren persönlichen Raum in keinster Weise. Niemals Essen vor ihnen herausholen und Rucksäcke fest verschlossen vor dem Bauch tragen – die Gibraltar-Affen können in Sekundenbruchteilen einen Reißverschluss öffnen und ein Vesper stehlen. Wir haben einen Mann beobachtet, dem ein Affe das Eis aus der Hand riss, bevor er überhaupt blinzeln konnte.

Es ist unbedingt zu beachten, dass es sich um wilde Tiere handelt. Das Füttern der Affen wird mit einem Bußgeld von bis zu 4.000 Pfund bestraft. Also: nicht füttern, nicht anfassen, ausreichend Abstand halten. Am häufigsten begegnet ihr ihnen an der Bergstation der Seilbahn und rund um die St. Michael’s Cave. Die Jungtiere beim Spielen am Geländer mit Meeresblick zu beobachten ist aber wirklich ein wunderbarer Anblick.

4. St. Michael’s Cave (Höhle des Heiligen Michael)

St. Michael's Cave – beeindruckende Stalaktitenhöhle in Gibraltar
Foto: Tajchman / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Im Inneren des Kalksteinfelsens verbirgt sich ein riesiges Höhlensystem, das einen schlicht überwältigt. Die St. Michael’s Cave ist die größte und schönste von mehr als hundertfünfzig entdeckten Höhlen in Gibraltar. Früher glaubten die Menschen, sie sei bodenlos und ein geheimer Unterwassertunnel verbinde Gibraltar mit Afrika – durch diesen sollen angeblich die Affen hierher gelangt sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Raum als geheimes Militärkrankenhaus vorbereitet, das zum Glück nie genutzt werden musste.

Heute ist die Hauptkammer zu einem einzigartigen Konzertsaal umgestaltet worden. Dank der beeindruckenden Akustik und der gewaltigen Tropfsteine finden hier Konzerte und Theateraufführungen statt, der Saal fasst bis zu vierhundert Besucher. Der gesamte Raum ist zusätzlich mit bunten Lichtinstallationen illuminiert, die sich im Rhythmus der Musik verändern. Mag das auch ein wenig kitschig klingen – in Kombination mit den majestätischen Stalaktiten wirkt es wirklich magisch.

Im Inneren herrscht konstant eine angenehme Temperatur von 14 bis 16 Grad. Wer im heißen Sommer kommt, erlebt hier die erfrischendste Abkühlung des ganzen Tages. Die Besichtigung dauert etwa dreißig bis vierzig Minuten, und der Eintritt ist im kombinierten Nature Reserve Ticket enthalten. Bequeme Betonwege sorgen dafür, dass der Besuch auch ohne große Mühe möglich ist.

5. Great Siege Tunnels (Tunnel der Großen Belagerung)

Great Siege Tunnels – historische Militärtunnel in Gibraltar
Foto: Berthold Werner / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Geschichte dieses Ortes ist voller Schlachten, und dieses Labyrinth aus Gängen ist der beste Beweis dafür. Ende des 18. Jahrhunderts versuchten Spanien und Frankreich, Gibraltar zurückzuerobern, was zu einer vierjährigen Belagerung führte. Die britischen Soldaten hatten große Schwierigkeiten, die Nordseite des Felsens zu verteidigen, weil sie dort keine Kanonen positionieren konnten. Also entschlossen sie sich, mit Hämmern, Meißeln und Schießpulver einen Tunnel direkt durch den Kalkstein zu treiben.

Das Ergebnis ist schlicht faszinierend. Es entstand ein über 1.200 Meter langes Tunnelsystem mit Schießscharten, die direkt auf die spanischen Stellungen ausgerichtet waren. Heute kann man durch diese kühlen und feuchten Gänge schlendern. Entlang der Strecke sind Soldatenfiguren in historischen Uniformen und alte Kanonen aufgestellt, die die damalige Atmosphäre eindrucksvoll vermitteln. Die Ausdauer, mit der die Soldaten den harten Fels durchbohrten, flößt uns echten Respekt ein.

💡 Lokaler Tipp: Die Tunnel führen ziemlich steil bergab, was bedeutet, dass ihr am Ende den gesamten Weg wieder hinaufgehen müsst. Bequeme Schuhe und eine Wasserflasche einpacken – drinnen ist die Luftfeuchtigkeit recht hoch.

6. Europa Point und Blick nach Afrika

Die südlichste Spitze Gibraltars ist der Ort, an dem das Mittelmeer auf den Atlantischen Ozean trifft. Europa Point bietet bei klarem Wetter einen atemberaubenden Blick auf den afrikanischen Kontinent – konkret auf das Rifgebirge in Marokko, das von hier aus nur 21 Kilometer entfernt liegt. Meist bläst ein kräftiger Wind, die Wellen brechen sich an den Felsen, und die gesamte Szenerie wirkt unglaublich wild und unbezähmt.

Wahrzeichen dieses Ortes ist der wunderschöne rot-weiße Trinity Lighthouse aus dem 19. Jahrhundert, der noch heute Schiffe durch die belebte Meerenge lotst. Gleich daneben steht die prächtig verzierte Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee, die der saudische König der muslimischen Gemeinde Gibraltars schenkte. Dieser Kontrast aus britischer Architektur, islamischem Gotteshaus und afrikanischen Bergen im Hintergrund ist einfach perfekt.

Gut erreichbar ist Europa Point mit dem Stadtbus Linie 2 vom Stadtzentrum aus. Eine Fahrkarte kostet ein paar Pfund, die Fahrt dauert etwa fünfzehn Minuten. Am Leuchtturm gibt es ein kleines Café und die riesige Harding’s Battery – ein Überbleibsel aus der Zeit der militärischen Befestigung. Wir empfehlen, den Besuch auf den späten Nachmittag zu legen, wenn das Licht für Fotos von Afrika am schönsten ist.

7. Main Street und zollfreie Einkäufe

Das Herz der Stadt schlägt auf der Main Street – einer langen Fußgängerzone voller Geschäfte, Pubs und historischer Gebäude. Die ganze Straße wirkt, als hätte jemand eine typisch englische Kleinstadt herausgeschnitten und in den sonnigen Süden versetzt. Hier finden sich britische Klassiker wie Marks & Spencer, Parfümerien, Juweliere und Elektronikläden. Die Gebäude haben verzierte Balkone, die britische Nüchternheit mit andalusischer Eleganz verbinden.

Gibraltar ist eine Duty-free-Zone, was es zum Einkaufsparadies macht. Besonders lohnend sind Parfüms, Kosmetik, Alkohol und Tabakwaren, die hier deutlich günstiger sind als in Spanien oder Deutschland. Bei Elektronik sind die Preisvorteile heute weniger ausgeprägt, aber gelegentlich gibt es gute Angebote. Achtet auf die Zollfreigrenzen bei der Rückkehr nach Spanien – spanische Zöllner kontrollieren stichprobenartig Taschen und Kofferräume.

Auch wenn das gibraltarische Pfund (mit dem gleichen Wert wie das britische) offiziell die Landeswährung ist, kann auf der gesamten Main Street problemlos in Euro bezahlt werden. Die Händler geben aber oft einen ungünstigen Wechselkurs und geben das Wechselgeld in Pfund heraus. Wir empfehlen daher, überall mit Kreditkarte zu zahlen – zum Beispiel mit Revolut –, um unnötige Währungsverluste zu vermeiden und keine Münzen nach Hause zu schleppen, die man anderswo nicht loswird.

8. Casemates Square und Gastronomie

Casemates Square – belebter Hauptplatz in Gibraltar
Foto: John Cummings / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Am nördlichen Ende der Main Street stößt man auf den größten Platz der Stadt: den Casemates Square. Historisch war er der Ort für öffentliche Hinrichtungen und Militärparaden, heute ist er das lebendigste Zentrum mit Straßencafés, Restaurants und Außenterrassen. An Wochenenden wird oft Live-Musik gespielt – ein idealer Ort, um einfach dazusitzen und das quirlige Treiben von Touristen und Einheimischen zu beobachten.

Kulinarisch dominiert britische Kultur. Die meisten Touristen bestellen das klassische Fish and Chips oder ein vollständiges englisches Frühstück. Wir haben als Vegetaristen lieber auf das ausgezeichnete indische Essen zurückgegriffen – der britische Einfluss hat nämlich auch fantastische asiatische Restaurants hierher gebracht. Ein tolles vegetarisches Curry haben wir in einem Restaurant an der Ecke des Platzes entdeckt, und auch die lokalen Tapas-Bars, die den spanischen Einfluss jenseits der Grenze widerspiegeln, sind unbedingt empfehlenswert.

Am Abend verwandelt sich der Platz in eine riesige Open-Air-Bar. Die Bierpreise sind sehr günstig, und man kann sowohl traditionelle britische Ales als auch lokale Craft-Biere probieren. Wer Kraft tanken möchte, bevor es auf den Felsen geht, oder sich nach dem Einkaufen erholen will – der Casemates Square ist eine sichere Anlaufstelle.

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9. Maurenburg (Moorish Castle)

Beim Blick auf die Nordseite des Felsens fällt sofort eine alte Festung mit wehender britischer Flagge ins Auge. Die Maurenburg stammt aus dem 11. Jahrhundert, als das Gebiet von den Arabern beherrscht wurde, und zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Region. Von dem einst riesigen Komplex, der bis ans Meer reichte, ist heute vor allem der imposante Tower of Homage erhalten.

Tritt man näher heran, sieht man tiefe Narben in den Mauern des Turms. Es sind Spuren von Kanonenkugeln aus den zahlreichen Schlachten und Belagerungen, denen diese strategische Festung über die Jahrhunderte standhalten musste. Im Inneren sind gut erhaltene maurische Bäder zu besichtigen, und vom Dach hat man einen schönen Blick auf die Flughafenstartbahn und das spanische Grenzgebiet. Interessant: Bis 2010 diente ein Teil der Burganlage als örtliches Gefängnis.

Der Eintritt zur Burg ist im kombinierten Felsen-Ticket enthalten. Der Weg dorthin führt über ziemlich steile Gassen aus dem Stadtzentrum – ihr werdet etwas ins Schwitzen kommen, aber es lohnt sich. Für alle, die zu Fuß auf den Felsen wollen und sich die Seilbahn sparen möchten, ist die Maurenburg ein perfekter erster Stopp.

10. Glasbodenplattform Skywalk

Wer keine Höhenangst hat, wird diesen Ort lieben. Der Skywalk ist eine moderne Aussichtsplattform mit Glasboden, die in 340 Metern Höhe über einem senkrechten Abgrund aus dem Felsen herausragt. Sie wurde auf den Grundmauern einer alten Flakbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg errichtet und 2018 vom Schauspieler Mark Hamill – bekannt als Luke Skywalker aus Star Wars – feierlich eröffnet.

Auf dem dicken Glas zu stehen und hunderte Meter freien Fall unter den Füßen zu sehen, ist ein ziemlich adrenalinreicher Moment. Die Plattform ist so konstruiert, dass sie Windböen von bis zu 150 Stundenkilometern standhält – um die eigene Sicherheit muss man sich also wirklich keine Sorgen machen. Der Blick auf die Ostseite des Felsens und die von Schiffen bevölkerte Bucht ist von hier aus einfach fantastisch. An klaren Tagen sieht man die spanische Küste viele Kilometer weit.

💡 Lokaler Tipp: Die Plattform liegt etwa auf halber Strecke zwischen der Bergstation der Seilbahn und der St. Michael’s Cave. Oft liegen hier Affengruppen auf dem glatten Glas und erholen sich – eine großartige Gelegenheit für ungewöhnliche Fotos.

11. Windsor Hängebrücke (Windsor Suspension Bridge)

Eine weitere tolle Attraktion für Höhenbegeisterte versteckt sich im westlichen Teil des Naturschutzgebiets. Die Windsor Suspension Bridge ist eine 71 Meter lange Hängebrücke, die in rund fünfzig Metern Höhe über eine tiefe Schlucht führt. Sie wurde erst 2016 eröffnet und hat sich schnell zu einem der beliebtesten Fotospots auf dem gesamten Felsen entwickelt.

Sobald man die Brücke betritt, beginnt sie leicht zu schwingen – das gibt dem Überqueren den richtigen Abenteuercharakter. Von der Mitte der Brücke aus hat man einen tollen Blick auf die gesamte Stadt und die Werften in der Bucht. Erst aus dieser Perspektive wird einem bewusst, wie steil sich die Stadt den Hang hinaufzieht. Wer sich vor Hängebrücken scheut: Entlang der Schlucht führt auch ein fester Pfad, auf dem man die Brücke bequem umgehen kann.

Wir empfehlen, früh morgens oder spät nachmittags herzukommen. Gegen Mittag stauen sich die Touristen, die in der Brückenmitte für Selfies anhalten, und der Übergang kann sich unangenehm in die Länge ziehen. Die Brücke liegt auf dem Royal Anglian Way, einer der eher leichten und angenehmen Wanderrouten im Naturschutzgebiet.

12. Wanderung über die Mediterranean Steps

Für alle, die eine richtige körperliche Herausforderung und unberührte Natur suchen, gibt es eine ganz besondere Route. Die Mediterranean Steps sind ein steiler, anspruchsvoller Pfad, der sich an der Ostflanke des Felsens entlangwindet – vom Jew’s Gate bis zum Gipfel an der O’Hara’s Battery. Ursprünglich bauten ihn britische Soldaten als Verbindungsweg zwischen den Verteidigungsstellungen.

Die Route bietet die wildesten und unberührtesten Ausblicke in ganz Gibraltar. Man geht buchstäblich am Rand der Steilwand entlang, über dem Kopf kreisen Möwen und unter den Füßen liegt das tiefblaue Meer. Der Weg ist gespickt mit steilen Steinstufen, die die Oberschenkel ordentlich fordern. Lukáš und ich haben kurz überlegt, diese Tour in Angriff zu nehmen, haben uns angesichts der Sommerhitze dann aber doch für die bequemere Seilbahn entschieden 😅.

Diese Wanderung ist definitiv nicht für jeden geeignet. Im Sommer nur früh morgens starten, bevor die Sonne die Ostflanke trifft – auf der Route gibt es absolut keinen Schatten. Festes Schuhwerk und reichlich Wasser mitbringen, und mit etwa eineinhalb Stunden intensivem Treppensteigen rechnen.

13. WWII Tunnels (Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg)

WWII Tunnels – unterirdisches Militärstadtwerk aus dem Zweiten Weltkrieg in Gibraltar
Foto: RedCoat / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

Nicht verwechseln mit den Great Siege Tunnels! Während Letztere im 18. Jahrhundert von Hand gegraben wurden, handelt es sich hier um eine riesige unterirdische Stadt, die während des Zweiten Weltkriegs errichtet wurde. Als die Gefahr bestand, dass das faschistische Spanien und Deutschland angreifen könnten, trieben die Briten unglaubliche 55 Kilometer Gänge in den Felsen – übrigens mehr, als alle oberirdischen Straßen des Territoriums zusammen lang sind.

Unter der Erde verbargen sich Krankenhäuser, Bäckereien, Kraftwerke und Unterkünfte für bis zu 16.000 Soldaten, die hier monatelang in völliger Isolation überleben konnten. Die geführte Tour dauert knapp eine Stunde und ist ein zutiefst beeindruckendes Erlebnis. Die Guides erzählen Geschichten darüber, wie Soldaten in der kühlen, dunklen Enge wochenlang ohne Tageslicht auskommen mussten.

Der Eintritt zu diesen Tunneln ist in der Regel nicht im Standard-Felsen-Ticket enthalten und wird separat berechnet. Drinnen ist es wirklich kalt und feucht – konstant etwa 12 Grad, selbst im heißen Sommer also unbedingt eine lange Jacke einpacken. Ein faszinierendes Zeugnis britischer Militärtechnik.

14. Botanischer Garten La Alameda

Wer eine Auszeit vom Trubel auf der Main Street oder dem Felsgipfel braucht, dem haben wir einen Geheimtipp. Der Botanische Garten La Alameda ist eine wunderschöne grüne Oase der Ruhe, die nur einen Katzensprung von der Talstation der Seilbahn entfernt liegt. Gegründet wurde er 1816 als Erholungsort für britische Soldaten.

Hier findet man eine beeindruckende Sammlung subtropischer Pflanzen, riesige Palmen, Kakteen und prächtig blühende Hibiskusbüsche. Durch den Park plätschern kleine Bäche, es gibt Seerosenteiche und Bänke im tiefen Schatten – ideal zum Innehalten mit einem Kaffee. Der Eintritt ist außerdem völlig kostenlos.

Zum Gelände gehört auch ein kleiner Tierpark (Alameda Wildlife Conservation Park), der sich um beschlagnahmte Schmuggelware und verletzte Tiere kümmert. Die Gärten sind außerdem ein beliebter Ort für Hochzeiten – an Wochenenden trifft man hier gut und gerne auf Hochzeitsgesellschaften. Wer Natur und Stille liebt, wird diesen Ort sofort ins Herz schließen.

15. Delfinbeobachtung in der Bucht (Dolphin Watching)

Die Gewässer rund um Gibraltar sind ein wahres Paradies für Meeresleben. Die Bucht zählt zu den besten Orten in Europa für die Beobachtung wilder Delfine – drei verschiedene Arten leben hier dauerhaft. Bootsausflüge starten mehrmals täglich vom Hafen Ocean Village und dauern etwa eineinhalb Stunden.

Die örtlichen Anbieter legen großen Wert auf nachhaltigen Tourismus und Tierschutz. Die Boote nähern sich den Delfinen sehr langsam und behutsam, um sie nicht zu stören – und oft kommen neugierige Delfine von sich aus an den Bug und spielen in den Bugwellen. Das Erlebnis, eine ganze Delfingruppe aus dem Wasser springen zu sehen – mit dem mächtigen Felsen im Hintergrund – ist einfach unbezahlbar.

💡 Lokaler Tipp: Tickets für diese Ausflüge mindestens einen Tag vorher reservieren – im Sommer sind die Boote sehr schnell ausgebucht. Viele Anbieter bieten außerdem eine Garantie: Sieht man keine Delfine, bekommt man eine kostenlose Alternativfahrt (wobei die Sichtungsrate hier angeblich über 95 % liegt).

16. Moderner Yachthafen Ocean Village

Ocean Village – moderner Yachthafen in Gibraltar
Foto: @lauritadas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Während die Main Street Geschichte atmet, zeigt Ocean Village das modernste Gesicht Gibraltars. Dieser luxuriöse Yachthafen ist gesäumt von modernen Apartments, Glas-Kasinos und Dutzenden erstklassigen Restaurants. Hier legen die teuersten Superjachten der Welt an – oft allein deshalb, weil sie hier steuergünstig Treibstoff bunkern können.

Am Abend erstrahlt das gesamte Viertel in festlichem Licht und wird zum Mittelpunkt des Nachtlebens. Wahrzeichen des Hafens ist das bereits erwähnte Sunborn Yacht Hotel – ein gigantisches Kreuzfahrtschiff, das dauerhaft hier vertäut ist und als Fünf-Sterne-Hotel und Kasino betrieben wird. Auch wenn man dort nicht übernachtet, lohnt sich ein Drink in der Rooftop-Bar mit Blick auf den beleuchteten Felsen.

Bei all dem Luxus findet man hier aber auch Lokale für jedes Budget. Wir haben uns mehrere asiatische Restaurants zu Lieblingsadressen gemacht, die hervorragendes vegetarisches Sushi und fleischfreie Nudelgerichte anbieten, während ein paar Meter weiter Briten ihr Bier genießen. Ein großartiger Ort, um einen langen Tag des Erkundens ausklingen zu lassen und einfach die unvergleichliche mediterran-britische Atmosphäre aufzusaugen.

Wohin weiter von Gibraltar

Wer im Süden Spaniens ein Mietauto hat, dem eröffnen sich zahlreiche weitere Ausflugsmöglichkeiten. Die gesamte Region ist wie gemacht für Entdeckungstouren.

  • Costa del Sol: Direkt hinter der Grenze beginnt die berühmte Sonnküste. Tipps zu Stränden und Kultur findet ihr in unserem Artikel Urlaub in Málaga.
  • Romantik in den Bergen: Etwa eineinhalb Autostunden ins Landesinnere liegt eine Stadt, die von einer tiefen Schlucht geteilt wird. Was es dort zu erleben gibt, haben wir in unserem Reiseführer Ronda beschrieben.
  • Adrenalin auf dem Königsweg: Wer Höhen mag (und die Hängebrücke am Felsen gefallen hat), darf den berühmten Königspfad nicht verpassen. Alles zu Tickets und Strecke gibt es im Artikel Caminito del Rey.
  • Großer Roadtrip: Wer den gesamten Süden bereisen möchte – wir haben eine komplette Route zusammengestellt: Die 20 schönsten Orte Andalusiens – Itinerar mit Karte.
  • Kulinarischer Ausblick: Wer nach der Rückkehr nach Spanien Hunger bekommt – in unserem Überblick Typisch spanisches Essen erfahrt ihr, was ihr unbedingt probieren müsst.

Häufig gestellte Fragen

Eine deutlich günstigere Alternative ist es, direkt hinter der Grenze im spanischen La Línea de la Concepción zu übernachten. Die Hotelpreise sind hier etwa halb so hoch, und nach Gibraltar läuft man in knapp fünfzehn Minuten. Sehr beliebt ist das Ohtels Campo De Gibraltar mit schönem Außenpool und direktem Blick auf den berühmten Felsen von den oberen Etagen. Das ist der perfekte Kompromiss für alle, die beim Übernachten sparen wollen, aber morgens früh als Erste am Grenzübergang sein möchten.

Als wir zum ersten Mal an der sonnigen Küste Südspaniens entlangfuhren, tauchte plötzlich am Horizont eine gewaltige Kalksteinmauer auf – wie aus dem Nichts. Gibraltar ist ein absolutes Unikat, das einen sofort in eine andere Welt versetzt. Aus dem heißen Andalusien überquert man die Grenze und wird unmittelbar von einer typisch britischen Atmosphäre empfangen: rote Telefonzellen, Doppeldeckerbusse und Pubs, in denen das Bier pintweise gezapft wird. Lukáš und mich hat diese politische wie geografische Anomalie auf kaum sieben Quadratkilometern vollkommen fasziniert. Hier treffen Europa und Afrika aufeinander, gezahlt wird mit Pfund, und auf dem Gipfel des Felsens klaut einem ein frecher Affe ganz ungeniert das Vesper. Wenn ihr euren Urlaub im Süden Spaniens verbringt, müsst ihr dieses kleine Stück Britannien einfach mit eigenen Augen gesehen haben – und die Gibraltar Sehenswürdigkeiten werden euch garantiert nicht enttäuschen.

Gibraltar – der britische Felsen zwischen Atlantik und Mittelmeer
Foto: Michael F. Mehnert / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Zusammenfassung

  • Reisepass nicht vergessen – Gibraltar gehört nicht zum Schengen-Raum, und seit dem Brexit wurden die Grenzkontrollen deutlich verschärft.
  • Auto in Spanien lassen, am besten in der Grenzstadt La Línea de la Concepción, und die Grenze zu Fuß überqueren – das spart euch unter Umständen stundenlangen Stau.
  • Direkt hinter der Grenze lauft ihr über die Startbahn des örtlichen Flughafens – ein völlig absurdes Erlebnis, das es sonst nirgendwo auf der Welt gibt.
  • Offizielle Währung ist das gibraltarische Pfund, aber überall kann problemlos mit Karte oder in Euro gezahlt werden – beim Barzahlen rechnet allerdings mit einem etwas schlechteren Kurs.
  • Auf den Gipfel fährt eine bequeme Seilbahn – Tickets am besten vorab online kaufen, um lange Warteschlangen zu vermeiden.
  • Die Berberaffen sind die einzigen wild lebenden Primaten Europas – niemals füttern oder anfassen, es drohen empfindliche Bußgelder.
  • Eine leichte Jacke oder einen Pullover einpacken – oben auf dem Felsen und in den Höhlen ist es deutlich kühler und windiger als unten in der Stadt.

Brauche ich für Gibraltar einen Reisepass?

Ja, seit dem Brexit ist für die Einreise ein gültiger Reisepass erforderlich. Der Personalausweis reicht bei der Grenzkontrolle möglicherweise nicht aus, die Regeln wurden deutlich verschärft. Ohne Reisepass lassen euch weder die spanischen noch die britischen Zollbeamten über die Grenze, also vergesst ihn auf keinen Fall im Hotel.

Kann ich dort mit Euro bezahlen?

Die offizielle Währung ist das Gibraltar-Pfund, das im Verhältnis 1:1 an das britische Pfund gebunden ist. Euro werden in Geschäften und Restaurants zwar üblicherweise akzeptiert, aber die Händler legen ihren eigenen, oft ungünstigen Wechselkurs fest. Am besten zahlt ihr überall mit Karte oder hebt Pfund am Geldautomaten ab.

Soll ich mit dem Auto nach Gibraltar fahren?

Auf keinen Fall! Die Warteschlangen an der Grenze können in der Hochsaison mehrere Stunden dauern und das Parken in der Stadt ist sehr teuer und begrenzt. Am besten parkt ihr euer Auto in den Tiefgaragen der spanischen Stadt La Línea de la Concepción und überquert die Grenze bequem zu Fuß.

Wie viel Zeit brauche ich für einen Besuch?

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die Seilbahnfahrt auf den Felsen, die Höhlen und einen Bummel durch die Main Street reicht ein ganzer Tag aus. Wenn ihr aber alle militärischen Tunnel erkunden, einen Bootsausflug zu den Delfinen machen und die abendliche Atmosphäre im Hafen genießen möchtet, empfehlen wir mindestens eine Übernachtung.

Ist Gibraltar sicher?

Es ist eines der sichersten Reiseziele in Europa. Die Kriminalität ist hier nahezu null. Die einzige Gefahr geht von den einheimischen Affen aus, die euch beißen können, wenn ihr versucht, sie zu füttern oder zu streicheln. Passt auch auf eure Rucksäcke auf, die Affen sind Meister im Klauen von Proviant.

Kann man kostenlos zu Fuß auf den Felsen steigen?

Der Zugang zum Naturschutzgebiet auf dem Gipfel des Felsens ist immer kostenpflichtig, auch wenn ihr zu Fuß geht. Ihr müsst ein Nature Reserve Ticket kaufen, das euch zum Betreten des Gebiets berechtigt und auch die Eintritte zu den Höhlen und Tunneln beinhaltet. Die Seilbahn selbst wird dann extra berechnet.

Funktioniert dort europäisches Datenroaming auf dem Handy?

Vorsicht! Nach dem Brexit fällt Gibraltar nicht mehr unter das automatische kostenlose EU-Roaming. Einige Mobilfunkanbieter berechnen hier astronomische Beträge für Daten. Schaltet lieber vor dem Grenzübertritt das Datenroaming aus oder besorgt euch eine E-SIM-Karte mit einem lokalen Datenpaket.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Alhambra in Granada: Tickets, Tipps & was du 2026 sehen musst

TL;DRTickets für die Alhambra kaufst du am besten online über das offizielle Portal tickets.alhambra-patronato.es, idealerweise gleich zusammen mit dem Flug. Die Tageskapazität ist auf 6500 bis 8500 Besucher begrenzt, und in der Hochsaison ist alles bis zu drei Monate im Voraus ausgebucht. Plan für den Besuch mindestens einen halben Tag ein, praktisch drei bis vier Stunden, um die Nasridenpaläste, die Gärten des Generalife und die Festung Alcazaba zu schaffen. Am Eingang und vor den Palästen wird streng der Original-Pass oder Personalausweis kontrolliert, und wer sein Zeitfenster für die Nasridenpaläste verpasst, kommt endgültig nicht mehr hinein. Die beste Reisezeit ist Mai bis Mitte Juni oder September und Oktober, wenn angenehme 20 bis 25 Grad herrschen, während Juli und August 35 bis 40 Grad bringen. Sind die Tickets ausverkauft, werden stornierte Slots etwa zwei Stunden vor der jeweiligen Uhrzeit wieder freigegeben.

Als Lukáš und ich zum ersten Mal durch Andalusien gereist sind, erinnere ich mich noch genau an den Moment, als Granada nach staubigen Straßen plötzlich vor uns auftauchte. Eine Stadt, die sich auf der einen Seite an die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada lehnt und auf der anderen den größten maurischen Schatz Europas birgt. Die Alhambra ist kein gewöhnlicher Palast – sie ist buchstäblich eine Stadt in der Stadt, aus der eine melancholische orientalische Atmosphäre strömt. Immer wenn ich an das allgegenwärtige Plätschern des Wassers und den Duft blühender Orangenbäume denke, bekomme ich sofort Lust, die Koffer zu packen. Deshalb habe ich diesen ausführlichen Artikel über Alhambra Granada Tickets, Tipps und Sehenswürdigkeiten 2026 zusammengestellt – denn ohne sorgfältige Planung kommt ihr hier schlichtweg nicht rein. Ich erkläre, wie das komplizierte Reservierungssystem funktioniert, gebe Tipps zur Anreise und Parkplatzsuche und zeige euch, was ihr in der Stadt unbedingt erleben solltet.

Zusammenfassung

  • Tickets kaufen, sobald ihr die Flüge bucht. Die Kapazität ist strikt auf rund 6.500 bis 8.500 Besucher pro Tag begrenzt – in der Hochsaison sind die Tickets bis zu drei Monate im Voraus ausverkauft.
  • Achtet genau auf eure Uhrzeit für die Nasridischen Paläste. Beim Ticketkauf wählt ihr einen festen Zeitslot – wer auch nur wenige Minuten zu spät kommt, wird kompromisslos abgewiesen.
  • Nur über das offizielle Portal kaufen. Kauft eure Tickets ausschließlich über tickets.alhambra-patronato.es – bei Drittanbietern zahlt ihr unnötig drauf.
  • Original-Reisepass oder Personalausweis mitbringen. Am Eingang werden die Namen auf den Tickets genau mit eurem Ausweisdokument abgeglichen.
  • Mindestens einen halben Tag einplanen. Das Gelände ist riesig – ihr erkundet eine Festung, Sommergärten und mehrere Paläste. Für eine schnelle Stunde ist hier kein Platz.
  • Granada bietet kostenlose Tapas. Es ist eine der letzten Städte, in denen ihr zu jedem bestellten Getränk automatisch einen kleinen Teller mit Essen bekommt – ohne Aufpreis.

Wann nach Granada reisen

Wenn ihr auch nur die geringste Wahl habt, meidet das Innere Andalusiens im Juli und August. Die Temperaturen in Granada und den umliegenden Tälern erreichen regelmäßig 35 bis 40 Grad, und jede Aktivität außerhalb der Klimaanlage zehrt enorm an den Kräften. Tagsüber sind die Straßen wie leergefegt – und das Jahr 2025 brachte einige der heißesten Monate in der Messgeschichte, mit Hitzewellen, die die gesamte Region in Mitleidenschaft zogen. An glühend heißen Burgmauern der Alhambra entlangzulaufen ist wirklich kein Vergnügen. Plant eure Reise lieber abseits der extremsten Sommerhitze.

Das ideale Zeitfenster für einen Besuch ist der Frühling – also Mai bis Mitte Juni – sowie der Herbst im September und Oktober. Im Frühling duftet die ganze Stadt nach blühenden Orangenbäumen, und die umliegenden Berge leuchten in sattem Grün. Der Herbst bietet sehr stabiles, sonniges Wetter mit idealen Temperaturen um 20 bis 25 Grad – perfekt, um den ganzen Tag entspannt durch die Sehenswürdigkeiten zu schlendern. Achtung: Rund um Ostern (Semana Santa) strömen Scharen von Gläubigen und Touristen in die Stadt, die Unterkunftspreise schnellen in die Höhe, und Tickets für Sehenswürdigkeiten sind im Nu weg.

Wo in Granada übernachten

💡 Unterkunft & Aktivitäten: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es meist die besten Stornobedingungen. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl des Stadtteils hängt vor allem davon ab, ob ihr mit dem Auto anreist. Das wunderschöne historische Viertel Albaicín ist unglaublich romantisch, besteht aber aus einem Labyrinth enger und sehr steiler Gässchen, in die kein Auto passt. Wir bevorzugen deshalb Hotels im modernen Zentrum oder an dessen Rand – von dort ist alles gut zu Fuß erreichbar, und ihr spart euch den Stress mit der Navigation in mittelalterlichen Einbahnstraßen. Auf Booking.com findet ihr tolle Optionen für jedes Budget.

Wer etwas wirklich Besonderes sucht: Äußerst beliebt ist das Hotel Casa 1800 Granada, das in einem historischen Gebäude residiert und ein traumhaftes Patio sowie luxuriöse Frühstücke bietet. Für Liebhaber von maximalem Komfort und Geschichte eignet sich das legendäre Parador de Granada, das direkt im Gelände der Alhambra liegt – eine Nacht dort ist ein unvergessliches Erlebnis. Eine goldene Mitte mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Áurea Washington Irving, ein herrliches Hotel mit Pool, nur wenige Schritte vom Haupteingang des Palastkomplexes entfernt.

12 Tipps: Was in der Alhambra und Granada sehen und erleben

Die Erkundung Granadas und seines berühmten Palastkomplexes erfordert ein bisschen strategische Planung. Damit wir euch – Lukáš und ich – das so einfach wie möglich machen, haben wir eine ausführliche Liste mit zwölf Dingen zusammengestellt, auf die ihr euch unbedingt konzentrieren solltet.

1. Nasridische Paläste (Palacios Nazaríes)

Das hier ist das absolute Herzstück der gesamten Alhambra – und der Hauptgrund, warum Reisende aus aller Welt hierher kommen. Die Nasridischen Paläste stellen den Höhepunkt maurischer Architektur in Europa dar und die islamische Kunst hat hier eine unglaubliche Vollkommenheit erreicht. Ihr wandelt durch Säle, deren Wände mit Stuckverzierungen so filigran wie feinste Spitze bedeckt sind, und die Decken erinnern an einen unendlichen Sternenhimmel. Jedes Detail hatte seine Bedeutung, und die Pracht der Paläste sollte jeden Botschafter, der hier eintrat, in Staunen versetzen.

Der bekannteste Teil ist zweifellos der Löwenhof mit seinem ikonischen Brunnen, der von zwölf Marmarlöwen getragen wird. Das allgegenwärtige Plätschern des Wassers symbolisierte im heißen andalusischen Klima das Paradies auf Erden – und wirkt noch heute unglaublich beruhigend. Denkt aber daran: Genau für diesen Bereich habt ihr auf eurem Ticket einen strengen Zeitslot – Zuspätkommen ist keine Option.

💡 Tipp: Stellt euch schon zwanzig Minuten vor eurem gebuchten Zeitfenster an, damit ihr sicher rechtzeitig durch die Drehkreuze kommt.

2. Gärten und Sommerpalast Generalife

Wenn die Sultane genug vom Trubel der Hauptpaläste hatten, zogen sie sich zur Erholung ins Generalife zurück. Dieser wunderschöne Sommerpalast mit atemberaubenden Gärten liegt auf dem benachbarten Hügel, nur einen kurzen Weg von der Hauptfestung entfernt, und bietet ein ganz anderes – weitaus grüneres – Erlebnis. Während die Hauptpaläste durch ihre Architektur beeindrucken, stehen hier Natur und meisterhafte Gartengestaltung im Vordergrund.

Der gesamte Bereich ist von einem ausgeklügelten System aus Wasserkanälen, Fontänen und kleinen Becken durchzogen. Das fließende Wasser kühlte die Luft auf natürliche Weise und schuf ein angenehmes Mikroklima selbst in der größten Sommerhitze. Lasst euch das Patio de la Acequia nicht entgehen – ein langes Innenhof, gesäumt von Wasserstrahlen, die einen perfekten Bogen über den Wasserspiegel bilden. Es ist wohl der fotogenischste Ort der gesamten Gartenanlage.

3. Festung Alcazaba

Wer sich für Militärgeschichte begeistert, wird von der Alcazaba nicht enttäuscht. Sie ist der älteste erhaltene Teil des gesamten Komplexes und diente ausschließlich als Militärfestung zum Schutz der Stadt. Heute sind zwar nur noch die massiven Mauern, Kasernenfundamente und Wachtürme übrig – doch von diesem Ort geht nach wie vor ein beeindruckendes Gefühl von Respekt und der Kraft seiner einstigen Erbauer aus.

Unbedingt empfehle ich, bis ganz oben auf den Torre de la Vela zu steigen. Belohnt werdet ihr mit dem schönsten Panoramablick über ganz Granada – bei gutem Wetter reicht der Blick bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada. Übrigens wurde genau auf diesem Turm im Jahr 1492 nach der Einnahme der Stadt die christliche Flagge gehisst – ein symbolischer Schlusspunkt der islamischen Herrschaft in Spanien.

4. Palast Karls V.

Nach den filigranen und reich verzierten maurischen Palästen dürfte euch dieses Gebäude einen kleinen architektonischen Schock versetzen. Der Palast Karls V. ist ein mächtiger Renaissancebau, den der christliche Kaiser mitten in das zarte maurische Ensemble setzen ließ. Er wollte damit unmissverständlich die Vorherrschaft der neuen Religion und die Stärke seines Reiches demonstrieren.

Von außen wirkt das Gebäude wie ein massiver quadratischer Block – doch sobald ihr eintretet, überrascht euch ein vollkommener kreisrunder Innenhof, gesäumt von zwei Reihen dorischer und ionischer Säulen. Interessant: Für diesen Palast wird kein Eintritt verlangt, und er beherbergt gleich zwei Museen über Kunst und die Geschichte der Alhambra selbst. Das Gebäude veranschaulicht wunderbar das Ineinandergreifen verschiedener Kulturen, das für ganz Andalusien so typisch ist.

5. Strategie beim Ticketkauf

Das hier ist wohl der wichtigste Abschnitt des gesamten Artikels. Keine andere Sehenswürdigkeit in Spanien erfordert so konsequente Vorplanung wie die Alhambra. Die Tageskapazität ist strikt auf 6.500 bis 8.500 Besucher begrenzt, und die Tickets gehen rund drei Monate im Voraus in den Verkauf. In internationalen Reiseforen liest man immer wieder von verzweifelten Reisenden, die zu lange gewartet haben und nicht hineinkamen. Die Regel ist simpel: Kauft die Tickets genau dann, wenn ihr auch eure Flüge bucht.

Kauft Tickets ausschließlich online über das offizielle Portal tickets.alhambra-patronato.es – dort gibt es die besten Preise ohne Aufschläge von Zwischenhändlern. Der größte Engpass sind die Nasridischen Paläste, deren Morgen- und Vormittagsslots blitzschnell vergriffen sind. Wer im Sommer oder rund um spanische Feiertage reist, sollte nicht zögern – sonst bleiben nur noch Tickets für die Gärten ohne Zugang zu den Hauptpalästen übrig.

6. Last-Minute-Chancen auf Tickets

Was tun, wenn ihr zu lange gewartet habt und die Tickets auf der Website hoffnungslos ausverkauft sind? Es gibt tatsächlich eine Rettungsleine – auch wenn sie eine ordentliche Portion Glück und starke Nerven erfordert. Die Verwaltung der Sehenswürdigkeit gibt stornierte und verfallene Eintritte wieder frei, und zwar meistens genau zwei Stunden vor dem jeweiligen Zeitslot.

Ihr müsst euch einfach mit dem Handy hinsetzen, die offizielle Website ständig neu laden und darauf hoffen, dass ein Ticket auftaucht. Das ist ziemlich aufregend – aber viele Leute gelangen auf diese Weise doch noch in die Paläste. Eine weitere Möglichkeit ist, eine teurere geführte Tour über Plattformen wie GetYourGuide zu buchen – diese Anbieter haben oft eigene vorab reservierte Kontingente, auch wenn das offizielle Portal bereits ausverkauft ist.

💡 Tipp: Wenn ihr keine Tickets für die Nasridischen Paläste ergattern könnt, kauft zumindest das Basisticket für die Gärten des Generalife und die Festung Alcazaba – es lohnt sich trotzdem.

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7. Aussichtspunkt Mirador San Nicolás

Den allerbesten Blick auf die Alhambra findet ihr paradoxerweise nicht hinter ihren Mauern, sondern auf dem gegenüberliegenden Hügel. Der Mirador San Nicolás ist ein ikonischer Ort, an dem sich abends die Menschenmassen versammeln, um den Sonnenuntergang zu erleben. Sobald die untergehende Sonne die Mauern des Palastkomplexes in tiefes Rot taucht und die scharfen Silhouetten der Berge im Hintergrund aufsteigen, versteht ihr sofort, warum sich alle diesen Anstieg antun.

Rechnet damit, dass es hier oft sehr voll ist. Die Atmosphäre wird aber wunderbar von Straßenmusikern bereichert, die leidenschaftliches Flamenco spielen, sowie von kleinen Souvenirverkäufern. Lukáš und ich setzen uns hier gerne auf eine Mauer, lauschen den spanischen Gitarren und bestaunen einfach dieses architektonische Wunder vor uns.

8. Das Labyrinth des Viertels Albaicín

Wenn ihr schon am Mirador San Nicolás seid, nehmt euch Zeit, das gesamte Viertel Albaicín zu erkunden. Dieser alte Stadtteil hat seinen ursprünglichen mittelalterlichen maurischen Grundriss bis heute bewahrt – ein echtes Labyrinth aus engen, sehr steilen und gepflasterten Gässchen. Sich hier zu verirren ist fast Pflicht und gleichzeitig die beste Art, die historische Atmosphäre aufzusaugen.

Beim Spazieren stoßt ihr auf weiß getünchte Häuser, die gelegentlich von sogenannten Cármenes unterbrochen werden – versteckten privaten Gärten mit Blick auf die Alhambra. Genau hier spürt ihr, dass Granada als letzte Bastion des islamischen Spaniens erst 1492 fiel und dass die jahrhundertelange Eigenständigkeit der Stadt ihr ein Gesicht verliehen hat, das ihr nirgendwo sonst im Land findet. Zieht unbedingt sehr bequeme Schuhe an – die Höhenunterschiede sind hier wirklich beträchtlich.

9. Das Roma-Viertel Sacromonte und Flamenco

Noch etwas höher über dem Albaicín liegt das faszinierende Viertel Sacromonte. Es ist eine traditionelle Roma-Siedlung, in der die Bewohner seit Jahrhunderten in Häusern wohnen, die direkt in den Felsen gehauen wurden. Von außen sieht man nur weiße Fassaden, doch alle Zimmer verbergen sich tief im Hügel – was früher für angenehme Kühle im Sommer und Wärme im Winter sorgte.

Genau in diesen Höhlen wurde das authentische Flamenco geboren. Heute finden hier Höhlenvorstellungen statt, die sogenannte Zambra – auch wenn sie mittlerweile hauptsächlich auf Touristen ausgerichtet sind und der Eintritt nicht gerade günstig ist. Die besondere Akustik des engen Raums tut dennoch ihr Übriges: Tanz und Gesang bekommen dadurch eine rohe, fast hypnotische Kraft, die euch eine Gänsehaut bereitet.

10. Die Tapas-Gratis-Tradition

Granada ist eine der letzten großen spanischen Städte, in der die alte und geliebte Tradition der kostenlosen Tapas noch strikt gelebt wird. Das ist kein billiger Touristentrick, sondern eine völlig normale Essgewohnheit der Einheimischen. Das Prinzip: Ihr bestellt ein kleines Bier, ein Glas Wein oder einen Tinto de Verano – und der Kellner schiebt euch automatisch und ohne Aufpreis einen kleinen Teller mit Essen hin.

Für uns als Vegetarierinnen ist das großartig: Bei der ersten Bestellung gibt es meist hervorragende Oliven mit lokalem Käse oder klassische Patatas Bravas. Mit jedem weiteren Getränk steigen Qualität und Portionsgröße – beim dritten Glas landet schon mal eine kleine vegetarische Paella oder Gemüsekroketten vor einem. Andere Gäste freuen sich über Fleischbällchen, kleine gebratene Fische oder den berühmten Jamón Ibérico. In den Gässchen rund um die Plaza Nueva reichen drei solcher Bars locker für ein vollständiges Abendessen – zum Preis von ein paar Getränken.

💡 Tipp: Wenn ihr kein Fleisch esst, sagt beim Bestellen ruhig „soy vegetariana/o“ – die meisten Kellner bereiten euch dann lächelnd eine fleischlose Tapas-Variante zu.

11. Was mitnehmen und woran denken

Für die Besichtigung des gesamten Geländes müsst ihr euch gut vorbereiten. Das absolut Wichtigste ist euer Original-Reisepass oder Personalausweis. Die Namen auf den Tickets werden an allen Drehkreuzen sehr genau mit dem Ausweisdokument abgeglichen – ein Foto auf dem Smartphone reicht leider nicht. Ohne Originaldokument kommt ihr schlicht und einfach nicht rein.

Packt außerdem eine große Wasserflasche ein, die ihr an den zahlreichen Trinkbrunnen im Gelände auffüllen könnt. Plant mindestens einen halben Tag für den Besuch ein – wir verbringen normalerweise drei bis vier Stunden auf dem Gelände. Es ist riesig, ihr lauft Kilometer über Kopfsteinpflaster und Treppen, also lasst die Absatzschuhe im Hotel und nehmt die bequemsten Sneaker mit, die ihr habt.

12. Anreise zur Alhambra und Parken

Der letzte, aber sehr wichtige Tipp betrifft die Anreise. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist: Ich rate euch dringend, auf keinen Fall durch die historische Altstadt und die Gässchen des Albaicín zu navigieren. Blind der Navi-App durch das Gewirr mittelalterlicher Einbahnstraßen zu folgen endet meist mit zerkratztem Lack und einer peinlichen Rückwärtsfahrt. Stellt das Auto lieber in einem modernen Stadtviertel ab oder nutzt den offiziellen kostenpflichtigen Parkplatz direkt oberhalb der Alhambra – der ist zwar teurer, spart euch aber jede Menge Nerven.

Vom Stadtzentrum aus gelangt ihr auch ohne Auto problemlos zum Haupteingang. Ihr könnt den schönen, aber steilen Weg Cuesta de Gomérez zu Fuß von der Plaza Nueva aus nehmen – das dauert etwa zwanzig gemütliche Gehminuten unter Bäumen. Wer nicht bergauf laufen möchte: Vom Zentrum aus pendelt regelmäßig ein kleiner roter Minibus mit der Nummer C30 oder C32, der euch für wenig Geld direkt vor das Haupttor des Palastkomplexes bringt.

Von Deutschland aus fliegt ihr Granada am bequemsten über Málaga oder direkt an – Fluggesellschaften wie Eurowings, Lufthansa oder Ryanair bieten ab deutschen Großstädten wie Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf Verbindungen in die Region an. Von Málaga aus erreicht ihr Granada bequem mit dem Bus (ca. 1,5 Stunden) oder per Mietwagen über die Autobahn.

Wohin von Granada aus weiterreisen

Andalusien ist wie geschaffen für lange Roadtrips – und sobald ihr Granada erkundet habt, eröffnen sich euch weitere fantastische Möglichkeiten. Etwa zweieinhalb Autostunden westwärts liegt Ronda, eine Stadt, die dramatisch am Rand einer tiefen Kalksteinschlucht balanciert. Von dort aus könnt ihr auf einer malerischen Rundfahrt durch die schneeweißen Bergdörfer der Region fahren.

Wer ein bisschen Adrenalin nicht scheut, darf auf dem Weg Richtung Küste den Caminito Del Rey nicht verpassen – den berühmten Steig, der hoch oben an den senkrechten Wänden einer Schlucht entlangführt. Die gesamte Region lässt sich wunderbar mit einem Urlaub in Málaga verbinden, wo ihr euch danach am Meer erholen könnt. Für weitere Inspiration, wie ihr eure Reiseroute zusammenstellen könnt, empfehle ich unseren Artikel Andalusien: 20 schönste Orte, Reiseroute & Karte. Und wer tief in die Geschichte eintauchen möchte, findet in unseren Artikeln über Sevilla – Reiseführer Andalusien und Córdoba: 15 Tipps, was zu sehen reichlich Inspiration.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Zeit brauche ich für die Besichtigung der Alhambra?

Für eine vollständige Besichtigung des gesamten Komplexes, einschließlich der Nasridenpaläste, der Generalife-Gärten und der Festung Alcazaba, solltet ihr mindestens drei bis vier Stunden einplanen. Es handelt sich um eine sehr weitläufige Anlage, und ihr werdet mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen, daher ist es ideal, einen halben Tag dafür einzuplanen.

Muss ich meinen Reisepass dabeihaben?

Ja, das ist absolut entscheidend. Am Eingang zum Gelände und vor den Palästen selbst kontrollieren die Mitarbeiter sorgfältig die Tickets zusammen mit eurem Originalausweis (Reisepass oder Personalausweis innerhalb der EU). Fotos auf dem Handy oder Kopien werden nicht akzeptiert.

Wo kaufe ich am besten die Eintrittskarten?

Kauft die Tickets so weit wie möglich im Voraus ausschließlich auf der offiziellen Website tickets.alhambra-patronato.es. So vermeidet ihr unnötige Aufschläge verschiedener Wiederverkäufer und Agenturen, die Tickets oft mit enormen Gewinnspannen weiterverkaufen.

Was passiert, wenn ich die Zeit für die Nasridenpaläste verpasse?

Die Regeln sind in dieser Hinsicht völlig kompromisslos. Wenn ihr euer genau festgelegtes Zeitfenster für den Eintritt in die Nasridenpaläste auch nur um wenige Minuten verpasst, lassen euch die Wachen nicht hinein, und ihr verpasst die Besichtigung dieses schönsten Teils endgültig.

Ist die Alhambra für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen geeignet?

Teilweise ja, aber es ist nicht ideal. Die Generalife-Gärten und die Innenhöfe des Palastes Karls V. sind relativ gut zugänglich, aber die Nasridenpaläste selbst haben viele Stufen, und die Festung Alcazaba ist für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen aufgrund des unebenen Geländes und der Treppen praktisch unzugänglich.

Kann ich eigenes Essen und Trinken mit auf das Gelände nehmen?

Eine Wasserflasche solltet ihr auf jeden Fall mitnehmen, außerdem gibt es auf dem Gelände viele Trinkbrunnen mit Trinkwasser, wo ihr sie auffüllen könnt. Snacks dürft ihr mitbringen, aber der Verzehr von Essen ist in den Palästen und historischen Gebäuden streng verboten. Gegessen werden darf nur in den ausgewiesenen Bereichen mit Bänken.

Wie weit ist es vom Zentrum Granadas?

Vom Hauptplatz Plaza Nueva sind es zum Haupttor der Alhambra etwa zwanzig Minuten zu Fuß über die Straße Cuesta de Gomérez. Rechnet aber damit, dass der Weg die ganze Zeit ziemlich steil bergauf führt. Alternativ könnt ihr die kleinen roten Minibusse nutzen, die vom Zentrum fahren.

Darf man drinnen fotografieren und filmen?

Ja, Fotografieren und Filmen für private Zwecke ist in den meisten Bereichen des Geländes erlaubt. Es ist jedoch streng verboten, Blitz, große Stative und Selfie-Sticks zu verwenden, um Schäden an den empfindlichen Stuckarbeiten zu vermeiden und andere Besucher nicht zu behindern.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Menorca, Spanien: 18 Tipps – Was sehen und erleben

TL;DRMenorca ist die ruhigere, kaum verbaute Schwester unter den Balearen-Inseln und steht als UNESCO-Biosphärenreservat unter Schutz – perfekt für Familien und Naturliebhaber. Der Beitrag liefert 18 konkrete Tipps für die Insel: die historischen Städte Ciutadella und Mahón, Traumstrände wie Cala Macarella, Cala Turqueta und Cala Mitjana sowie die prähistorische Megalithanlage Naveta des Tudons. Rund um die Insel führt der 185 Kilometer lange Küstenweg Camí de Cavalls, ideal zum Wandern und Radfahren. Die beste Reisezeit ist Mai, Juni, September und Oktober, im August erreicht das Meer bis zu 28 °C. Plan fünf bis sieben Tage für die Insel ein und rechne mit einer Tourismussteuer von 1 bis 4 Euro pro Person und Nacht.

Wenn du überlegst, diesen Sommer auf die Balearen zu fahren und einen Ort suchst, der noch echte Ruhe und Ursprünglichkeit bietet, solltest du eines wissen: Menorca, Spanien ist genau das unberührte Paradies, aus dem du nach dem Urlaub garantiert nicht abreisen willst. Während die Nachbarinseln mit endlosen Partys und riesigen Hotelkomplexen locken, bewahrt diese ruhigere Schwester ihre atemberaubende Natur mit großer Sorgfalt. Die gesamte Insel ist nämlich als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt, was in der Praxis bedeutet: keine Autobahnen, keine geschmacklosen Betonresorts, die die Küste verunstalten.

Stattdessen erwartet dich ein Geflecht romantischer Landstraßen, gesäumt von traditionellen Steinmauern. Dazu atemberaubende Buchten mit strahlend weißem Sand, die es mit der Karibik aufnehmen können – das Wasser leuchtet in unglaublichen Türkistönen. Wer das langsamere Reisen liebt, den Duft von Pinienwäldern schätzt und sich für rustikale Atmosphäre in historischen Städtchen begeistert, wird diese Insel lieben.

In diesem ausführlichen Reiseführer findest du 18 Tipps, was du auf Menorca sehen und erleben kannst, damit du das Beste aus deiner Reise herausholst. Neben berühmten Stränden wie Cala Macarella oder Cala Turqueta schauen wir uns gemeinsam auch die geheimnisvollen prähistorischen Megalithen an, die kürzlich den UNESCO-Welterbestatus erhalten haben. Außerdem gebe ich dir praktische Hinweise zur Unterkunftswahl, zur besten Reisezeit und zu den lokalen Tourismusgebühren.

Zusammenfassung

  • Natur an erster Stelle: Menorca ist ein UNESCO-Biosphärenreservat – keine Massenverbauung, ideal für Familien mit Kindern und Ruhesuchende.
  • Historische Städte: Die ehemalige Hauptstadt Ciutadella beeindruckt mit gotischer Architektur, während die heutige Metropole Mahón einen der größten natürlichen Häfen der Welt besitzt.
  • Schönste Buchten: Im Süden der Insel darf man Cala Macarella, Cala Turqueta und Cala Mitjana nicht verpassen – oft nur durch einen angenehmen Spaziergang durch den Pinienwald erreichbar.
  • Aktiver Urlaub: Der historische Küstenpfad Camí de Cavalls umrundet die gesamte Insel auf 185 Kilometern und eignet sich perfekt zum Wandern und Mountainbiken.
  • Faire Finanzierung: Plane die obligatorische Tourismussteuer (Ecotasa) ein, die zwischen 1 und 4 Euro pro Person und Nacht liegt – das Geld fließt direkt in den Schutz des fragilen Inselökosystems.
  • Lokale Gastronomie: Unbedingt probieren: das lokale Gemüsegericht Tumbet, den hervorragenden Mahón-Käse – und vergiss nicht, dass die Mayonnaise ihren Ursprung auf dieser Insel hat.

Menorca: Wetter und Meerestemperatur nach Monaten

🌡️ Wärmster Monat: Juli (tagsüber 29 °C) · 🌊 Wärmstes Meer: August (28 °C) · ☔ Wenigste Niederschläge: Juli

MonatTagNachtMeerRegentage
Januar14 °C10 °C16 °C8
Februar15 °C10 °C15 °C4
März16 °C12 °C15 °C8
April18 °C13 °C16 °C9
Mai21 °C16 °C19 °C7
Juni26 °C20 °C23 °C4
Juli29 °C23 °C26 °C1
August29 °C24 °C28 °C3
September26 °C22 °C26 °C6
Oktober23 °C19 °C24 °C6
November19 °C15 °C20 °C10
Dezember16 °C12 °C18 °C7

Quelle: Klimanormal 2019–2024 (Open-Meteo, Messdaten)

Die beste Reisezeit für Menorca

Die Wahl des richtigen Reisezeitpunkts ist für einen Besuch der Balearen entscheidend – besonders in den letzten Jahren, in denen der Süden Europas mit extremer Sommerhitze zu kämpfen hat. Das ideale Zeitfenster für Menorca ist die Zwischensaison im Mai und Juni sowie die Herbstmonate September und Oktober. In dieser Zeit umgehst du die größten Touristenmassen, und die Temperaturen sind angenehm genug für ausgedehnte Sightseingtouren und Wanderungen.

Wer das Baden im Meer als Hauptziel hat: Ende Juni ist das Wasser bereits herrlich warm. Im August erreicht die Meerestemperatur im Schnitt beeindruckende 27 Grad und hält sich oft bis weit in den Oktober hinein. Der frühe Herbst gilt bei vielen Reisenden als die allerbeste Zeit, denn das Meer fungiert wie ein riesiger beheizter Pool – aber die Luft ist nicht mehr so brennend heiß wie mitten in den Sommerferien.

Reisen im Juli und August erfordern etwas mehr taktische Planung, denn dann wird Menorca zum Fluchtpunkt für Spanier vom Festland und Familien aus ganz Europa. In dieser Zeit solltest du mit höheren Unterkunftspreisen rechnen und die bekanntesten Parkplätze an den Stränden schon früh am Morgen ansteuern – sonst findest du schlicht keinen Platz. Die Wintermonate von November bis März sind hingegen eine Oase absoluter Stille, was vor allem Radfahrer schätzen, doch die meiste touristische Infrastruktur an der Küste hat dann geschlossen.

Wo übernachten auf Menorca

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die Stornobedingungen meist am besten sind. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Menorca ist zwar eine überschaubare Insel, aber die Wahl der richtigen Basis beeinflusst den Charakter deines Urlaubs erheblich. Die meisten unabhängigen Reisenden übernachten entweder in der Nähe des historischen Ciutadella im Westen oder in Mahón im Osten. Beide Städte bieten eine tolle Gastronomieszene, wunderschöne Abendpromenaden und eine gute Anbindung an den lokalen Busverkehr – falls du kein Auto für die gesamte Aufenthaltsdauer mieten möchtest.

Wer sich nach der Romantik alter Paläste und verwinkelter Gassen sehnt, sollte eine Unterkunft direkt im Zentrum von Ciutadella suchen. Eine hervorragende Wahl ist zum Beispiel das wunderschöne Boutique-Hotel Faustino Gran, das in historischen Gemäuern residiert und eine außergewöhnlich ruhige Atmosphäre bietet. Wer lieber den Blick auf Jachten und britische Kolonialarchitektur genießt, ist in Mahón ideal aufgehoben – etwa im beliebten Hotel Artiem Capri.

Familien mit Kindern oder Strandliebhaber bevorzugen oft Resorts an der Südküste, wo ein flacher Einstieg ins Meer garantiert ist. Ein strategisch gelegener Urlaubsort ist dabei Cala Galdana, das in unmittelbarer Nähe der fotogenischsten unberührten Strände der Insel liegt. Das Meliá Cala Galdana bietet hier zum Beispiel eine sehr gute Ausstattung direkt am schönen Sandstrand. Egal für welche Gegend du dich entscheidest: Ich empfehle, die Unterkunft weit im Voraus über Booking.com zu buchen, da die Kapazitäten auf der Insel aufgrund strenger Umweltvorschriften begrenzt sind.

Wer Flug und Unterkunft nicht separat buchen möchte, fährt mit einer Pauschalreise nach Menorca oft am günstigsten. Die besten Angebote findest du auf dem Portal Invia, das Reisen von über 150 Reiseveranstaltern vergleicht – so findest du ganz einfach die beste Kombination aus Flug und Hotel an einem Ort. Es lohnt sich, die Early-Bird-Angebote im Auge zu behalten, da beliebte Termine auf den Inseln schnell ausgebucht sind.

18 Sehenswürdigkeiten und Tipps für Menorca

Lass uns gemeinsam das Beste entdecken, was diese malerische Baleareninsel zu bieten hat. Ich habe dir eine vollständige Liste mit 18 Orten und Erlebnissen zusammengestellt, die du während deines Menorca-Urlaubs auf keinen Fall verpassen solltest. Von verborgenen Buchten über lokale Köstlichkeiten bis hin zu geheimnisvollen prähistorischen Stätten, die es so in Europa nirgendwo sonst gibt.

1. Ciutadella und ihre Adelspaläste

Die ehemalige Inselhauptstadt Ciutadella ist ohne Übertreibung eine der schönsten historischen Städte ganz Spaniens. Ihre engen gepflasterten Gassen sind gesäumt von prunkvollen Adelspalästen aus Sandstein, deren verzierte Fassaden von vergangenen Reichtümern der lokalen Aristokratie erzählen. Mittelpunkt des Geschehens ist der malerische Plaça des Born, dominiert von einem schlanken Obelisken, der an die heldenhafte Verteidigung der Stadt gegen den verheerenden osmanischen Angriff im 16. Jahrhundert erinnert.

Bei deinem Spaziergang durch die Stadt solltest du die imposante Kathedrale Santa Maria de Ciutadella nicht verpassen – ein Meisterwerk der katalanischen Gotik, erbaut auf den Fundamenten einer alten Moschee. Der Innenraum ist überraschend weitläufig, und das Lichtspiel durch die Buntglasfenster erzeugt eine magische Atmosphäre. Der Eintritt kostet rund 3 Euro und eine Besichtigung dauert etwa eine halbe Stunde.

Der eigentliche Zauber von Ciutadella liegt jedoch in seinem Hafen, der sich tief ins Landesinnere schneidet und an einen kleinen Fjord erinnert. Am Abend, wenn die Sonne untergeht, verwandelt sich das Ufer in eine pulsierende Promenade voller ausgezeichneter Tapas-Bars und kleiner Cafés. Stunden können hier vergehen – mit einem Glas gekühltem Wein, dem Blick auf die schaukelnden Fischerboote und dem echten, ungehetzten Mittelmeer-Feeling.

💡 Tipp: Wenn du den Hafen ohne Touristenmassen erleben möchtest, komm früh morgens – wenn Fischer gerade ihren Nachtfang anlanden und die Stadt langsam bei einem starken Espresso aufwacht.

2. Mahón und der größte Naturhafen

Die heutige Hauptstadt Mahón (katalanisch: Maó) liegt am entgegengesetzten Ende der Insel und zeigt ein völlig anderes, kosmopolitischeres Gesicht von Menorca. Die Stadt stand über hundert Jahre unter britischer Herrschaft, was sich bis heute deutlich in ihrer einzigartigen Architektur mit typischen Erkerfenstern und georgianischen Fassaden widerspiegelt. Mahón wirkt ausgesprochen elegant, und das historische Zentrum erstreckt sich auf einem Felsplateau, von dem aus sich spektakuläre Ausblicke auf das Wasser ringsum eröffnen.

Das absolute Highlight der Stadt ist ihr Hafen – satte fünf Kilometer lang und damit der zweitgrößte natürliche Tiefwasserhafen der Welt, gleich nach Sydney. Dieser sichere Ankerplatz war historisch so strategisch bedeutsam, dass er von verschiedenen Seemächten hart umkämpft wurde. Heute ist er ein idealer Ort für lange Nachmittagspromenaden entlang von Boutiquen und Restaurants.

Den besten Eindruck von der enormen Ausdehnung und Bedeutung dieses Ortes bekommt man auf einer Bootstour. In einer einstündigen Rundfahrt siehst du alte Festungen, Quarantäneinseln und Luxusjachten, die in den Buchten vor Anker liegen. Tickets für die Hafenrundfahrt gibt es direkt am Kai, der Preis liegt bei etwa 15 Euro pro Person.

💡 Tipp: Schau dir die historische Apotheke Farmacia Llabrés aus dem späten 19. Jahrhundert an. Ihr wunderschönes Jugendstil-Interieur mit original erhaltenen Holzvitrinen und Glasmalereien ist ein Augenschmaus – und sie ist bis heute in Betrieb.

3. Camí de Cavalls: Zu Fuß um die gesamte Insel

Wer aktiven Urlaub liebt, wird im historischen Pfad Camí de Cavalls wohl das größte Erlebnis seiner Reise finden. Dieser uralte Verteidigungsweg, auch „Reiterpfad“ genannt, misst beeindruckende 185 Kilometer und umrundet buchstäblich die gesamte Küste Menorcas. Ursprünglich dienten ihn berittene Soldaten zur Bewachung der Insel vor Piraten – heute ist er ein Paradies für Wanderer, Läufer und ambitionierte Radfahrer.

Der Weg ist unglaublich abwechslungsreich und offiziell in 20 markierte Abschnitte unterteilt. So kannst du wählen, ob du gemächlich durch schattige Pinienwälder im Süden spazierst oder lieber die rauen, windgepeitschten Etappen an der Nordküste bevorzugst, wo der Pfad über rote Felsen und verlassene Weiden führt. Alle Abschnitte sind mit typischen Holzpfosten perfekt ausgeschildert – Verlaufen ist hier kaum möglich.

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10. Binibeca Vell: Labyrinth weißer Gassen

Im äußersten Süden der Insel liegt ein Ort, der wie einem Märchenbuch über Fischer entsprungen wirkt. Das Dörfchen Binibeca Vell ist eine bezaubernde Siedlung aus ausschließlich strahlend weißen Häuschen mit abgerundeten Dächern und blauen Türen. Die Gassen sind so schmal, dass oft zwei Menschen kaum nebeneinander hindurchpassen, und der gesamte Komplex bildet ein verworrenes Labyrinth, in dem man sich herrlich verlieren kann.

Obwohl das Dorf wie eine uralte maurische Siedlung wirkt, handelt es sich tatsächlich um ein geniales Architekturprojekt aus den 1970er Jahren. Der spanische Architekt Antoni Sintes Mercadal entwarf es als ideales Modell traditioneller mediterraner Architektur – und das Ergebnis ist so überzeugend, dass es fast jeden Besucher täuscht. Die Atmosphäre ist wunderbar romantisch, besonders in der Dämmerung, wenn die weißen Mauern einen goldenen Schimmer annehmen.

Bei deinem Rundgang durchs Dörfchen stößt du überall auf Schilder mit der Aufschrift „Silencio“, die Touristen um Ruhe bitten. In den Häuschen wohnen nämlich echte Einheimische und Feriengäste, und das Respektieren ihrer Privatsphäre hat hier absoluten Vorrang. Die gesamte Besichtigung dauert etwa eine Stunde und lässt sich gut mit einem Mittagessen in einer der kleinen Tavernen am Rande dieses weißen Labyrinths verbinden.

💡 Tipp: Meide den Besuch rund um die Mittagszeit in der Hauptsaison, wenn ganze Reisebusse mit organisierten Gruppen ankommen. Der späte Nachmittag bietet ein viel authentischeres und ruhigeres Erlebnis.

11. Echte Mayonnaise an ihrem Ursprungsort probieren

Wusstest du, dass eine der berühmtesten und weitverbreitetsten Saucen der Welt aus Menorca stammt? Ja, die Rede ist von der Mayonnaise, die erstmals in der Stadt Mahón hergestellt wurde und dort ihren ursprünglichen Namen „Mahonesa“ (salsa mahonesa) erhielt. Die Einheimischen sind ungemein stolz darauf, und die kulinarische Geschichte der Insel ist für immer mit dieser einfachen, aber genialen Emulsion aus Olivenöl und Eigelb verbunden.

Der Legende nach entdeckten französische Soldaten unter dem Kommando des Herzogs von Richelieu die Sauce, als sie im 18. Jahrhundert den Hafen von Mahón einnahmen. Der Koch des Herzogs hatte keine Sahne für eine traditionelle französische Sauce zur Hand und schaute sich daher das einfache Rezept der einheimischen Dorfbewohner ab – Öl, Eier und Knoblauch. Er brachte das Rezept nach Paris, wo die Sauce unter dem Namen „Mahonnaise“ in der Haute Société zum absoluten Hit wurde und sich von dort aus über die ganze Welt verbreitete.

Auf Menorca wird die traditionelle Mayonnaise von Hand zubereitet und unterscheidet sich geschmacklich deutlich von der industriellen Variante aus dem Supermarkt. Sie ist gehaltvoller, hat eine intensivere Farbe dank hausgemachter Eier und ist oft leicht mit Knoblauch verfeinert (dann heißt sie Alioli). Bestell sie unbedingt im Restaurant – sie wird zu fast allem serviert, vom frischen Brot bis hin zu den traditionellen Inselkartoffeln.

💡 Tipp: Wer ein kulinarisches Souvenir mitnehmen möchte, findet in Feinkostläden im Zentrum von Mahón handgefertigte Mayonnaise in stilvollen Gläschen mit Herkunftssiegel.

12. Magischer Sonnenuntergang am Leuchtturm Punta Nati

Sonnenuntergänge auf Menorca haben ihre ganz eigene Magie – und einer der eindrucksvollsten Orte, dieses tägliche Schauspiel zu erleben, liegt am nordwestlichen Zipfel der Insel beim Leuchtturm Punta Nati. Die Landschaft hier ist unglaublich karg, buchstäblich übersät mit Millionen loser Steine und gesäumt von endlosen Kilometern trockener Steinmauern, die so typisch für die Insel sind. Keine Bäume, nur nackter, vom Wind gepeitschter Fels.

Dieser Leuchtturm wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als direkte Reaktion auf eine Serie tragischer Schiffbrüche französischer Schiffe an den gefährlichen Riffen hier errichtet. Heute ist die gesamte Gegend ein beliebter Treffpunkt für Reisende, die sich mit Decken und Flaschen lokalem Wein hierher aufmachen und in vollkommener Stille warten, bis die Sonnenscheibe am Horizont des Mittelmeers versinkt. Die Atmosphäre ist hier wunderschön gemeinschaftlich und entspannt.

Der Weg zum Leuchtturm von Ciutadella führt über eine sehr enge, von Mauern gesäumte Straße, sodass das Fahren etwas Vorsicht erfordert – besonders beim Ausweichen für entgegenkommende Fahrzeuge. Am Ende der Strecke gibt es einen kleinen kostenlosen Parkplatz, von dem aus es noch etwa zehn Minuten zu Fuß zum Leuchtturm sind. Durch die exponierte Lage kann es hier sehr stark wehen – pack also auch bei Tageshitze einen wärmeren Pullover oder eine Windjacke ein.

💡 Tipp: Achte in der Umgebung des Leuchtturms auf die merkwürdigen Steinhütten mit kegelförmigem Dach, die sogenannten „Barracas“. Sie dienten traditionell als Schutz für das Vieh vor den heftigen Tramontana-Böen.

13. Höhlenbar Cova d’en Xoroi

Stell dir einen Club und eine Bar vor, die buchstäblich in einen steilen Kliffhang hoch über dem brandenden Meer gehauen sind. Genau das ist der legendäre Cova d’en Xoroi, der sich an der Südküste nahe dem Ferienort Cala en Porter befindet. Es handelt sich um eine Reihe natürlicher Höhlen, verbunden durch Außenterrassen, die am Rand der Klippen zig Meter über dem Wasser balancieren. Visuell ist es wohl der spektakulärste kommerzielle Ort der gesamten Insel.

Der Betrieb funktioniert in drei verschiedenen Modi. Tagsüber dient er als einzigartiges Aussichtscafé mit Chillout-Musik. Am frühen Abend verwandelt er sich in einen begehrten Spot zum Sonnenuntergang beobachten, wohin sich elegant gekleidete Besucher zu Cocktails einfinden. Nachts wird die Höhle zur pulsierenden Diskothek, wo internationale DJs auflegen und man bis in den frühen Morgen tanzt.

Der Eintrittspreis variiert je nach Tageszeit und beinhaltet immer ein Getränk. Für die abendliche „Sunset Session“ zahlst du rund 25 Euro, die Nachteintritte sind etwas teurer. Angesichts der enormen Beliebtheit dieses Ortes ist es unbedingt nötig, Tickets im Voraus online zu kaufen – sonst riskierst du, in einer langen Schlange vor dem Eingang zu stehen, während der ersehnte Sonnenuntergang verpasst wird.

💡 Tipp: Wer keine Lust auf laute Musik und Menschenmassen hat, kommt gleich nach der Öffnung (gegen 11:30 Uhr). Du kannst dann in Ruhe die gesamten Höhlen erkunden, wunderschöne Fotos machen und einen Kaffee mit unschlagbarem Ausblick genießen.

14. Cala Pregonda mit rotem Sand

Während der Süden der Insel mit weißem Sand glänzt, überraschen die Nordstrände mit einer ganz anderen, wilderen Farbpalette. Der unangefochtene König des Nordens ist die Bucht Cala Pregonda, die sofort durch ihren sattrot-goldenen Sand und die kontrastreichen Felsformationen ins Auge fällt, die aus dem Meer ragen. Diese besonderen Inselchen und Felsen schützen die Bucht vor Wellengang und schaffen so eine ideale, ruhige Lagune zum Schwimmen und zum Erkunden der Unterwasserwelt.

Der Weg nach Pregonda ist ein kleines Abenteuer für sich. Das Auto lässt man am Parkplatz beim Strand Binimel-là und geht von dort aus etwa 30 Minuten zu Fuß über die Klippen. Der Pfad führt durch eine ausgedörrte, fast mondähnliche Landschaft ohne jeden Schatten – gutes Schuhwerk, Sonnencreme und ausreichend Wasser sind ein absolutes Muss. Genau diese Abgelegenheit bewahrt den Strand vor Überfüllung und hält seinen wilden Charakter intakt.

Dank des Schutzes durch die Felsen ist das Wasser hier fantastisch ruhig, und die Gegend gehört zu einem Meeresschutzgebiet. Das macht sie zu einem der besten Schnorchelreviere auf Menorca. Du kannst Schwärme kleiner Fische beobachten, Krabben in Felsspalten entdecken und die vielfältige Unterwasserflora bewundern, die hier ungestört gedeiht.

💡 Tipp: Am Strand der Cala Pregonda wurde einst das Cover des berühmten Albums des Gitarristen Mike Oldfield fotografiert. Wer Musikgeschichte liebt, kann versuchen, genau denselben Bildausschnitt zu finden.

15. Monte Toro: Die ganze Insel auf einen Blick

Menorca ist zwar eine recht flache Insel, aber auch sie hat ihren „Gipfel“. Er heißt Monte Toro (katalanisch: El Toro) und bildet mit nur 358 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten Punkt der gesamten Baleareninsel. Der Hügel liegt genau in der Mitte Menorcas, nahe dem Städtchen Es Mercadal, und eine bequeme Serpentinenstraße führt bis ganz nach oben – die man auch problemlos mit dem Auto bis zum Gipfel hochfährt.

Die Hauptattraktion hier sind die fantastischen Panoramablicke. An einem klaren Tag siehst du von hier aus buchstäblich den gesamten Umriss der Insel – von der zerklüfteten Nordküste bis zu den Südbuchten. Bei besonders guter Sicht zeichnen sich am Horizont sogar die Berge des benachbarten Mallorca ab. Auf dem Gipfel gibt es neben Sendemasten auch ein altes Augustinerkloster aus dem 17. Jahrhundert und eine kleine Kapelle mit einer Statue der Schutzpatronin der Insel.

Die Atmosphäre oben ist sehr ruhig und beschaulich. Das Kloster wird noch heute von einer kleinen Gemeinschaft von Nonnen gepflegt, und der Innenhof mit Brunnen bietet einen angenehmen Schutz vor der Sonne. Außerdem gibt es ein kleines Café mit Außenterrasse, wo du einen guten Kaffee oder ein lokales Bier trinken und dabei den atemberaubenden Rundblick auf die Insellandschaft genießen kannst.

💡 Tipp: Sportlich Veranlagte können den Monte Toro auch zu Fuß vom Städtchen Es Mercadal aus erklimmen. Der Weg dauert etwa eineinhalb Stunden und ist ein angenehmes, wenn auch recht steiles Konditionstraining.

16. Leuchtturm Favàritx in der Mondlandschaft

An der Ostküste, im Bereich des Nationalparks s’Albufera des Grau, ragt ein weiterer ikonischer Leuchtturm empor, den du auf keinen Fall auslassen solltest. Der Leuchtturm Favàritx ist ein absolutes Unikat, denn er steht inmitten einer dunklen Schieferlandschaft, die auf den ersten Blick eher an die Oberfläche eines anderen Planeten erinnert als an eine typische Mittelmeerinsel. Schwarze und graue Schieferplatten brechen sich hier in seltsamen Winkeln und fallen direkt ins schäumende Meer.

Der Leuchtturmturm selbst, mit seinen markanten schwarz-weißen Streifen, wirkt in dieser Einöde sehr fotogen. Die Umgebung ist zudem für ein interessantes geologisches Phänomen bekannt – es gibt hier kleine Tümpel, die mit Meerwasser gefüllt sind und in den Sommermonaten oft vollständig verdunsten, sodass nur glitzernde Salzkristalle zurückbleiben. Die gesamte Gegend hat eine eigentümliche, leicht melancholische Stimmung, die Fotografen lieben.

Aufgrund des Naturschutzes ist in der Sommersaison die Anfahrt mit dem Auto bis direkt zum Leuchtturm eingeschränkt. Vom Auffangparkplatz aus wartet ein angenehmer zwei Kilometer langer Spaziergang auf der Asphaltstraße, oder du nutzt die spezielle Buslinie aus Mahón, die bis zum Turm fährt. Rund um den Leuchtturm beginnen auch mehrere interessante Abschnitte des Camí de Cavalls, die zu abgelegenen Buchten führen.

💡 Tipp: Früher bauten Menschen auf den schwarzen Felsen rund um den Leuchtturm kleine Steintürmchen als Wunsch, eines Tages wiederzukehren. Heute verbieten überall Schilder diese Tätigkeit, da sie den natürlichen Lebensraum von Insekten und Eidechsen stört.

17. Mahón-Käse und lokale Gastronomie probieren

Die Gastronomie Menorcas ist unglaublich reich und schöpft vor allem aus den Gaben des umliegenden Meeres und des fruchtbaren Inselbodens. Die Einheimischen lieben ihre traditionelle Hummersuppe (Caldereta de Langosta) und die würzige Sobrasada-Wurst, aber auch Vegetarier kommen hier voll auf ihre Kosten. Der absolute Klassiker unter den fleischlosen Gerichten ist der traditionelle balearsiche Tumbet – ein köstliches Schichtgericht aus gebratenem Auberginen, Paprika und Kartoffeln, übergossen mit einer dichten, aromatischen Tomatensauce.

Das kulinarische Juwel der Insel ist zweifellos der Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung – Queso Mahón. Dieser hervorragende Kuhmilchkäse wird nach traditionellen Methoden seit Jahrhunderten hergestellt und zeichnet sich durch seine markante quadratische Form und orangefarbene Rinde aus, in die während der Reifung Olivenöl und Paprika einmassiert werden. Der Käse reift unterschiedlich lange – von mild und cremig bis hin zu altem, krümeligem und sehr pikantem Käse, der hervorragend zu einem kräftigen Rotwein passt.

Als süßes Schlusshäppchen musst du unbedingt eine Ensaïmada probieren. Dieses luftige Süßgebäck in Spiralform, zart mit Puderzucker bestäubt, stammt zwar ursprünglich vom Nachbarостровинsel Mallorca, wird aber auf Menorca mit gleicher Liebe und Leidenschaft gebacken. Du kannst es einfach zum Morgenkaffee genießen oder gefüllt mit Engelshaar (karamellisierter Kürbismarmelade) oder Vanillecreme.

💡 Tipp: Für ein authentisches Erlebnis der Käseherstellung besuche eine der traditionellen Farmen (sogenannte Llocs) in der Umgebung von Alaior. Viele bieten Führungen mit Erklärungen und großzügige Verkostungen ihrer Produkte direkt aus dem Keller an.

18. Traditionelle Märkte in Ciutadella und Mahón

Um die lokale Atmosphäre vollständig aufzusaugen, darf ein Besuch der traditionellen Inselmärkte nicht fehlen. Die Märkte hier sind nicht nur ein Ort zum Einkaufen, sondern wichtige soziale Zentren, wo sich Einwohner treffen, über Politik diskutieren und den Morgenkaffee trinken. Das schönste Erlebnis bietet die alte Fischhalle Mercat des Peix in Mahón, die in einem prachtvollen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit gläsernem Dach untergebracht ist.

Während eine Hälfte des Marktes dem klassischen Verkauf von frischem Fisch und Meeresfrüchten gewidmet ist, fungiert die andere als lebendiges gastronomisches Zentrum. Um die Mittagszeit füllen sich hier kleine Tapas-Bars, wo fantastische lokale Käsesorten, Oliven, eingelegtes Gemüse und frisches Brot serviert werden. Dazu kann man ein Glas des günstigen, aber vorzüglichen Inselweins oder des lokalen Gins Xoriguer trinken, der mit Limonade gemischt wird (das nennt sich Pomada).

Genauso zauberhaft ist der Markt in Ciutadella (Mercat Municipal), der von grün-weißen Kacheln gesäumt ist und sich direkt im historischen Herzen der Stadt befindet. Hier kaufst du das frischeste Gemüse von lokalen Bauern, süße Feigen, Honig aus Inselblüten und viele weitere regionale Produkte, die du als schmackhaftes Urlaubsandenken mit nach Hause nehmen kannst.

💡 Tipp: Die Märkte sind in der Regel nur vormittags geöffnet und am Wochenende sehr belebt. Wer Tapas und ein Gläschen Wein in Ruhe genießen möchte, kommt lieber an einem Werktag gegen elf Uhr.

Wohin weiter von Menorca

Wer länger durch Spanien reisen möchte und Menorca nur als eine von mehreren Stationen plant, dem bietet sich natürlich der Wechsel zu einer der Nachbarinseln an. Vom Hafen in Ciutadella fahren regelmäßig Fähren nach Mallorca (die Überfahrt dauert nur etwa eineinhalb Stunden). Wer etwas mehr Trubel sucht, ist auf Ibiza gut aufgehoben – mit einem Direktflug erreichbar und bekannt für seinen einzigartigen Mix aus ruhigem Norden und pulsierendem Süden.

Vom Flughafen in Mahón bekommst du auch sehr günstige Flüge aufs Festland. In knapp einer Stunde landest du in Barcelona, wo Gaudís Meisterwerke und belebte Boulevards warten. Eine tolle Alternative ist auch das sonnige Valencia, bekannt für seine moderne Architektur und die perfekte Paella. Falls du nach dem Inselbesuch mehr über die spanische Küche erfahren möchtest, lies unseren ausführlichen Artikel darüber, was typisches spanisches Essen ist – damit du auf dem Festland weißt, was du bestellen sollst.

Häufig gestellte Fragen

Zahlt man auf Menorca eine Touristensteuer?

Ja, ebenso wie auf allen Balearen wird auch auf Menorca die sogenannte Ecotasa erhoben. Diese Gebühr wird direkt in der Unterkunft bezahlt und von allen Personen über 16 Jahren eingezogen. In der Hauptsaison (Mai–Oktober) beträgt die Steuer 1 bis 4 Euro pro Person und Nacht, je nach Kategorie des Hotels oder Apartments. Ab dem neunten Aufenthaltstag verringert sich der Satz automatisch um 50 %. Das Geld aus der Steuer fließt in den Naturschutz und nachhaltigen Tourismus.

Ist Menorca für einen Urlaub mit Kindern geeignet?

Absolut! In allen Reiseforen herrscht klarer Konsens, dass Menorca von allen Balearen für Familien die beste und sicherste Wahl ist. Ihr findet hier flache Strände mit sanftem Einstieg ins Meer, eine ruhige Atmosphäre ohne laute Nachtclubs und sehr kurze Fahrtwege zwischen den einzelnen Attraktionen, was ihr vor allem beim Reisen mit kleineren Kindern zu schätzen wisst.

Muss ich auf der Insel ein Auto mieten?

Die Anmietung eines Autos auf Menorca empfehle ich sehr, auch wenn sie nicht zwingend notwendig ist. Die Insel verfügt zwar über ein funktionierendes Busnetz, das die Hauptstädte mit den Badeorten verbindet, aber zu den schönsten und abgelegensten Buchten kommt ihr mit dem Bus schlichtweg nicht. Ein Auto verleiht euch enorme Flexibilität, reserviert es in der Sommersaison nur mit ausreichendem Vorlauf, die Kapazitäten der Verleihfirmen sind oft ausverkauft.

Kann man auf Menorca Leitungswasser trinken?

Obwohl das Leitungswasser auf der Insel hygienisch einwandfrei ist und ihr euch damit problemlos die Zähne putzen oder darin Nudeln kochen könnt, empfehlen die Einheimischen es zum direkten Trinken nicht besonders. Das Wasser hat oft einen sehr starken Chlorbeigeschmack und ist extrem hart. Die meisten Touristen wie auch Bewohner bevorzugen daher den Kauf von Quellwasser in Flaschen im Supermarkt.

Wie viele Tage brauche ich für die Erkundung der Insel?

Damit es euch gelingt, die echte, entspannte Atmosphäre der Insel aufzusaugen, empfehle ich, für Menorca idealerweise fünf bis sieben Tage einzuplanen. In dieser Zeit schafft ihr es, in Ruhe beide historischen Hauptstädte zu besuchen, die schönsten Strände im Süden sowie den rauen Norden zu erkunden und es bleibt euch sogar noch Zeit für die eine oder andere Wanderung auf dem beliebten Pferdepfad (Camí de Cavalls).

Stimmt es, dass an den Stränden viele Algen liegen?

Im Biosphärenreservat stößt man an den Stränden oft auf Haufen von getrocknetem Seegras (Posidonia oceanica). Auch wenn das für manche optisch störend wirken mag, handelt es sich nicht um Verschmutzung, sondern um eine geschützte Unterwasserpflanze, die für das hiesige Ökosystem absolut entscheidend ist. Dieses Seegras reinigt das Wasser, schützt die Sandstrände vor Erosion und darf aufgrund einer Regierungsverordnung nicht aus den naturbelassenen Buchten entfernt werden.

Gibt es auf der Insel Mücken?

Leider ja. Da es auf der Insel viel unberührte Natur, alte Steinmauern und Feuchtgebiete im Nationalpark s’Albufera des Grau gibt, musst du vor allem nach Sonnenuntergang und in den Herbstmonaten mit Mücken rechnen. Pack auf jeden Fall ein gutes Insektenschutzmittel ein und such dir am besten eine Unterkunft mit Insektenschutzgittern an den Fenstern aus.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Gran Canaria, Spanien: 20 Tipps, was man sehen und erleben sollte

TL;DRGran Canaria vereint auf kleinem Raum zwanzig Top-Ziele: die Dünen von Maspalomas, die historische Altstadt von Las Palmas de Gran Canaria mit dem Strand Las Canteras, das Bergdorf Tejeda und die heiligen Felsen Roque Nublo und Roque Bentayga im zentralen Gebirge. Mit dem Mietwagen umrundest du die Insel in sieben bis zehn Tagen. Die Lufttemperatur liegt das ganze Jahr über zwischen 20 und 28 °C, das Meer hat selbst im Januar 18 bis 24 °C – ein Ziel für jede Jahreszeit. Für Europäer, die dem Winter entfliehen wollen, sind Januar und Februar die beliebteste Reisezeit, dann steigen aber auch die Preise für Flüge und Unterkünfte. Weitere Tipps sind der Hafen Puerto de Mogán, der Krater Caldera de Bandama, das Dorf Fataga sowie Delfin- und Walbeobachtungstouren ab Puerto Rico oder Puerto de Mogán.

Die Kanarischen Inseln sind ein absolut faszinierendes geografisches Paradoxon, das dich schon bei der Ankunft in seinen Bann zieht. Obwohl Gran Canaria Spanien politisch und kulturell fest zugehört, entspringen die Inseln geologisch dem afrikanischen Kontinentalschelf – und bieten ein Klima, das sich anfühlt wie eine unerreichbare Utopie. Wer auf kleinstem Raum absolute Vielfalt sucht, findet in Gran Canaria die perfekte Urlaubsdestination. Nicht umsonst trägt diese wunderschöne Insel den Spitznamen „Miniaturkontinent“, denn innerhalb einer einzigen Fahrstunde tauschst du hier Sanddünen gegen kühle Kiefernwälder.

Während das europäische Festland im Winter oft unter einer grauen Wolkendecke friert, lebt dieses Archipel in seinem eigenen entspannten Rhythmus des ewigen Frühlings. Die Lufttemperaturen halten sich hier ganzjährig in einem angenehmen Bereich von 20 bis 28 °C, was die Insel zum idealen Refugium für alle Sonnenliebhaber macht. Ich habe für euch einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt, der euch die größten Schätze dieser Insel zeigt – von den schönsten Stränden über atemberaubende Aussichten bis hin zur einzigartigen lokalen Atmosphäre.

Zusammenfassung

  • Miniaturkontinent: Gran Canaria bietet eine unglaubliche Landschaftsvielfalt – von Sanddünen im Süden bis zu grünen Wäldern und tiefen Tälern im Norden.
  • Ideales Ganzjahresziel: Die Temperaturen liegen konstant um die angenehmen 25 Grad, und der Ozean ist selbst im Januar noch zum Baden geeignet.
  • Paradies für digitale Nomaden: Die Hauptstadt Las Palmas hat sich zu einem der beliebtesten europäischen Hubs für Remote-Work mit hervorragender Infrastruktur entwickelt.
  • Dünen von Maspalomas: Im Süden der Insel findest du ein geschütztes Naturreservat, dessen Sandberge dich sofort an die afrikanische Sahara erinnern.
  • Bergdorf Tejeda: Im zentralen Gebirge versteckt sich eines der schönsten Dörfer ganz Spaniens, von dem aus sich der Blick auf heilige Felsen öffnet.
  • Lokale Gastronomie: Unbedingt probieren: die traditionellen runzligen Kartoffeln mit der scharfen Mojo-Sauce sowie hervorragende Käsesorten von Bergfarmen.
  • Einfache Erreichbarkeit: Der Flug ab Frankfurt oder München dauert rund vier Stunden, und auf der Insel kommst du am besten mit einem Mietwagen herum.

Wann ist die beste Reisezeit für Gran Canaria

Die Kanarischen Inseln kennen zum Glück keine tote Saison, sodass du hier problemlos das ganze Jahr über Urlaub machen kannst. Die Wintermonate Januar und Februar sind der absolute Höhepunkt für Besucher aus Nord- und Mitteleuropa, die scharenweise vor dem frostigen Wetter fliehen. In diesen Monaten ist die Insel das einzig verlässliche Winterbadeziel in Reichweite Europas. Selbst in den kältesten Wochen hält der Ozean angenehme 18 bis 24 °C – für hartgesottene Schwimmer geradezu ideal. Allerdings steigen Unterkunfts- und Flugpreise im Winter entsprechend stark an.

Die Sommermonate sind auf den Inseln überraschend erträglich und angenehm. Dank kühler Meeresströmungen und der konstanten Passatwinde erlebst du hier selten die extremen 40-Grad-Hitze, die im August das spanische Festland regelmäßig lähmt. Frühling und Herbst bieten wiederum den perfekten Kompromiss aus angenehmen Temperaturen und etwas weniger Touristenandrang. Wer die Insel von oben bis unten erkunden und auch Bergwanderungen unternehmen möchte, sollte idealerweise sieben bis zehn Tage einplanen. Die goldene Regel für die Kanaren lautet: Gib einer Insel genug Zeit, und versuche nicht, mehrere davon in einer Woche abzuhaken.

Wo übernachten auf Gran Canaria

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornierungsbedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Welche Gegend für die Unterkunft am besten passt, hängt vor allem davon ab, welche Art von Urlaub du bevorzugst. Der Süden der Insel, repräsentiert durch Ferienorte wie Maspalomas oder Playa del Inglés, ist trocken, sonnig und ganz auf Massentourismus ausgerichtet. Hier findest du weitläufige Resorts mit riesigen Pools und absolute Sonnensicherheit selbst Mitte Januar. Der Norden mit der Hauptstadt Las Palmas zeichnet dagegen ein völlig anderes Bild: authentische Atmosphäre und deutlich mehr Grün. Las Palmas hat sich in den letzten Jahren als wichtigster europäischer Winter-Hub für digitale Nomaden etabliert, mit einer hervorragenden Infrastruktur aus modernen Cafés und Co-Working-Spaces.

Für Luxus- und Geschichtsliebhaber in der Hauptstadt empfehle ich das ikonische Santa Catalina, a Royal Hideaway Hotel, das wunderschöne Architektur und tropische Gärten mitten im Geschehen bietet. Wer die Südstrände bevorzugt und erstklassige Ausstattung mit einem riesigen Poolkomplex sucht, ist im Lopesan Costa Meloneras Resort gleich neben den berühmten Dünen bestens aufgehoben. Wer hingegen absolute Ruhe in den Bergen sucht und jeden Morgen mit Blick auf majestätische Felsen aufwachen möchte, sollte einen Blick auf das Parador de Cruz de Tejeda im zentralen Gebirge werfen. Die passende Unterkunft lässt sich bequem über Booking.com reservieren, wo du die breiteste Auswahl von Luxushotels bis hin zu gemütlichen Apartments findest.

Wer Flug und Unterkunft nicht separat buchen möchte, fährt mit einem Pauschalreiseangebot für Gran Canaria oft deutlich günstiger. Die besten Deals findet man auf dem Portal Invia, das Angebote von mehr als 150 Reiseveranstaltern vergleicht – so findest du ganz einfach die beste Kombination aus Flug und Hotel auf einen Blick. Es lohnt sich, Early-Bird-Angebote im Auge zu behalten, da beliebte Termine auf den Inseln schnell ausgebucht sind.

20 Tipps: Gran Canaria Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse

Lasst uns gemeinsam einen Blick auf die größten Attraktionen und versteckten Orte werfen, die diese Insel zu bieten hat. Die folgende Liste vereint natürliche Schönheiten, historische Sehenswürdigkeiten und unvergessliche Erlebnisse.

1. Dünen von Maspalomas – ein Stück Sahara im Süden

Das Wahrzeichen der gesamten Insel sind die beeindruckenden Dünen von Maspalomas im äußersten Süden, die auf den ersten Blick wie eine Reise nach Afrika wirken. Dieses geschützte Naturreservat bietet Kilometer um Kilometer feinen Wellensandes, der direkt in die wilden Atlantikwellen übergeht. Ein Spaziergang barfuß über die aufgewärmten Sandhügel bei Sonnenuntergang gehört zu den fotogenischsten Erlebnissen, die du von hier mit nach Hause nehmen kannst.

Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass es sich um ein sehr empfindliches Ökosystem handelt – das Verlassen der ausgeschilderten Wege ist streng verboten. Die Behörden bemühen sich, dieses einzigartige Naturphänomen vor fortschreitender Erosion und den Auswirkungen des Massentourismus zu schützen. Den besten Zugang zu den Dünen findest du beim Leuchtturm Faro de Maspalomas oder vom Aussichtspunkt am Ende der Avenida de Tirajana, von dem sich der schönste Blick auf das gesamte Gebiet eröffnet.

💡 Tipp: Brich früh morgens kurz nach Sonnenaufgang in die Dünen auf, wenn der Sand noch kühl ist und der Himmel wunderschöne Farben zeigt. So vermeidest du nicht nur die größte Hitze, sondern auch die Touristenmassen, die tagsüber hierher strömen.

2. Spaß und Trubel in Playa del Inglés

Direkt neben den ruhigen Dünen erstreckt sich das pulsierende Ferienresort Playa del Inglés, das niemals schläft und Liebhaber aktiver Urlaube anlockt. Die Gegend ist geprägt von belebten Promenaden, Einkaufszentren und unzähligen Restaurants mit Meerblick. Der Strand selbst ist unglaublich lang und breit, was ihn zum idealen Ort für Morgenläufe oder ausgedehnte Spaziergänge im feinen Sand macht.

Auch wenn dies der touristisch intensivste Teil der Insel ist, hat er seinen ganz eigenen Charme. Man findet hier eine perfekte Infrastruktur, bestens ausgestattete Liegestuhlverleihstationen und viele Möglichkeiten für Strandsportarten. Abends verwandelt sich die gesamte Area in ein großes Unterhaltungszentrum, zu dem Menschen aus der ganzen Umgebung für Musik und Tanzen anreisen.

💡 Tipp: Wenn du einen ruhigeren Badeort suchst, spaziere von Playa del Inglés in Richtung San Agustín. Die Strände dort sind meist deutlich leerer, und das Meer ist in der Regel ruhiger – ideal für entspanntes Schwimmen.

3. Las Palmas de Gran Canaria

Die lebendige spanische Großstadt Las Palmas beherrscht den nördlichen Teil der Insel und bietet eine völlig andere Atmosphäre als die südlichen Ferienorte. Die Stadt rühmt sich einer stark kosmopolitischen Stimmung, wunderschöner Kolonialarchitektur und einem reichen Kulturleben, das das ganze Jahr über pulsiert. Hierher zieht es Menschen aus aller Welt, die die Vorzüge einer modernen europäischen Stadt mit Meerblick genießen wollen.

In den letzten Jahren hat sich Las Palmas als wichtigster europäischer Winterhafen für ortsunabhängig Arbeitende etabliert. Dazu passt die hervorragende Infrastruktur mit schnellem Internet, ein riesiges Angebot an gemütlichen Cafés und Co-Working-Centern. Viele kommen mit dem spanischen Digital-Nomad-Visum und bleiben oft mehrere Monate.

💡 Tipp: Erkundige das Viertel Triana, das voller Boutiquen, historischer Gebäude und Straßenkünstler ist. Es ist der perfekte Ort für einen abendlichen Bummel und eine ausgezeichnete Tasse Kaffee in einem der lokalen Cafés.

4. Stadtstrand Las Canteras

Direkt im Herzen von Las Palmas befindet sich der Strand Las Canteras, der häufig als einer der besten Stadtstrände der Welt bezeichnet wird. Der drei Kilometer lange Streifen goldenen Sandes wird durch ein natürliches Riff namens La Barra geschützt, das die Meereswellen bricht und eine ruhige Lagune für sicheres Baden schafft. Es ist ein absolut einzigartiger Ort, an dem das Treiben der Großstadt auf entspanntes Strandleben trifft.

Das südliche Ende des Strandes, La Cícer genannt, ist hingegen nicht durch das Riff geschützt, was es zum Paradies für Surfer macht. Entlang des gesamten Strandes erstreckt sich eine wunderschöne lange Promenade, gesäumt von Hunderten hervorragender Restaurants mit frischen lokalen Zutaten. Abends versammeln sich Einheimische und Touristen, um gemeinsam den Sonnenuntergang über dem Ozean zu genießen.

💡 Tipp: Schnapp dir bei Ebbe Schnorchel und Taucherbrille und geh zum natürlichen Riff La Barra. Das Wasser ist dort kristallklar, und du kannst eine unglaubliche Vielfalt an bunten Fischen und Unterwasserleben beobachten.

5. Historisches Viertel Vegueta

Den ältesten Teil der Hauptstadt bildet das Viertel Vegueta, das von einer über fünfhundert Jahre alten Geschichte durchdrungen ist. Die verwinkelten gepflasterten Gassen werden von wunderschönen Kolonialhäusern mit Holzbalkonen gesäumt, die noch aus der Zeit der ersten Seefahrtsentdeckungen stammen. Das gesamte Viertel wirkt unglaublich majestätisch und bietet eine willkommene Abwechslung zur Strandsonne.

Das Wahrzeichen von Vegueta ist die beeindruckende Kathedrale Santa Ana (Catedral de Santa Ana), deren Bau mehrere Jahrhunderte dauerte und in der sich verschiedene Baustile vermischen. Unbedingt sehenswert ist auch das berühmte Kolumbushaus (Casa de Colón), in dem der berühmte Seefahrer angeblich auf seiner Reise nach Amerika Halt machte. Heute beherbergt es ein faszinierendes Museum über die Geschichte der Weltentdeckung.

💡 Tipp: Besuche Vegueta am Donnerstagabend, wenn die beliebte Ruta de los Pinchos stattfindet. Die lokalen Tapas-Bars bieten für wenige Euro ein Glas Wein und köstliche kleine Häppchen – so erlebst du echtes spanisches Flair.

6. Wanderung zum majestätischen Roque Nublo

Im bergigen Herzen der Insel darf ein Besuch des ikonischen Monolithen Roque Nublo nicht fehlen, der sich fast achtzig Meter hoch in den Himmel reckt. Dieses imposante Vulkangebilde gilt als spirituelles Symbol der Insel und hatte für die Ureinwohner der Kanaren eine tiefe heilige Bedeutung. Es befindet sich auf über 1800 Metern Höhe, und schon der Weg dorthin bietet atemberaubende Ausblicke in tiefe Schluchten.

Zum Felsen selbst führt ein recht einfacher und gut markierter Wanderweg, der am nahe gelegenen Parkplatz La Goleta beginnt. Der Aufstieg dauert in gemütlichem Tempo etwa fünfundvierzig Minuten und ist auch für durchschnittlich fitte Wanderer gut zu bewältigen. Als Belohnung wartet ein atemberaubendes Panorama über die riesige Caldera – bei klarem Wetter siehst du in der Ferne sogar den schneebedeckten Gipfel des Teide auf dem benachbarten Teneriffa.

💡 Tipp: Der Parkplatz La Goleta hat eine sehr begrenzte Kapazität und ist tagsüber schnell voll. Komm entweder früh morgens oder erst am späten Nachmittag – dann hast du das beste Licht zum Fotografieren und vermeidest die größten Menschenmassen.

7. Der heilige Felsen Roque Bentayga

Nicht weit von Roque Nublo erhebt sich ein weiteres faszinierendes Gesteinsgebilde: der dramatische Felsen Roque Bentayga. Dieser Ort diente den Ureinwohnern, den Guanchen, als wichtiges Heiligtum und Festung, an dem sie ihre religiösen Rituale vollzogen. Die Atmosphäre ist bis heute sehr mystisch, und die umliegende Landschaft aus steilen Abhängen und tiefen Tälern verschlägt einem buchstäblich den Atem.

Direkt unterhalb des Felsens befindet sich ein modernes Besucherzentrum, wo du viele interessante Informationen über die prähistorische Kultur der Insel erfährst. Vom Zentrum aus führt ein kurzer, aber recht steiler Weg direkt zum Fußpunkt des Felsens, wo du uralte Höhlen und Opferstätten erkunden kannst. Die Ausblicke von hier auf das gesamte Bergbecken von Tejeda sind unvergesslich und gehören zu den besten auf der ganzen Insel.

💡 Tipp: Kombiniere den Besuch beider heiliger Felsen zu einem ganztägigen Ausflug. Starte mit dem Morgendaufstieg zum Roque Nublo und lass dir den Nachmittag für die Geschichte rund um Roque Bentayga, wo deutlich weniger Touristen unterwegs sind.

8. Das Bergdorf Tejeda

Das Dorf Tejeda taucht regelmäßig in den Listen der schönsten Orte ganz Spaniens auf – und sobald man es betritt, versteht man sofort warum. Seine weißen Häuschen mit grünen und braunen Details kaskadieren terrassenartig den steilen Hang hinab und fügen sich perfekt in die dramatische Umgebung ein. Die allgegenwärtige Stille und die klare Bergluft machen es zum perfekten Rückzugsort vom Trubel der Küstenorte.

Die gesamte Region rund um das Dorf ist berühmt für den Mandelanbau, der gewöhnlich an der Wende von Januar zu Februar in wunderschönen rosa und weißen Blüten erblüht. Die örtlichen Konditoreien bieten eine unglaubliche Vielfalt an Mandelspezialitäten, darunter traditioneller Marzipan und die köstliche Süßigkeit namens Bienmesabe. Halte hier auf jeden Fall für einen Kaffee an und genieße den Blick von einer der Terrassen, die über dem Abgrund zu schweben scheinen.

💡 Tipp: Wer die Insel in den Wintermonaten bereist, sollte die Daten des Mandelblutenfestvievals (Fiesta del Almendro en Flor) im Blick behalten. Das gesamte Dorf erwacht zu traditioneller Musik, Tänzen und Märkten mit wunderbaren lokalen Produkten.

9. Puerto de Mogán – das kleine Venedig der Kanaren

An der Südwestküste der Insel findest du das malerische Hafenstädtchen Puerto de Mogán, das gerne als das kleine Venedig der Kanaren bezeichnet wird. Die Architektur ist hier absolut zauberhaft: strahlend weiße Häuser mit bunten Details, deren Fassaden regelrecht unter violetten und roten Bougainvilleen versinken. Das gesamte Zentrum ist von einem Netz kleiner Meereskanäle und Brücken durchzogen, die dem Ort eine romantische Atmosphäre verleihen.

Anders als andere südliche Ferienorte hat Puerto de Mogán strenge Bauvorschriften eingehalten – hässliche Hochhaushotels sucht man hier vergebens. Der kleine Sandstrand des Ortes ist perfekt vor Wellen geschützt und damit ideal zum ruhigen Baden und Entspannen. Im Hafen liegen Luxusjachten neben traditionellen Fischerbooten, von denen frische Zutaten morgens direkt in die ausgezeichneten Restaurants des Ortes wandern.

💡 Tipp: Jeden Freitagvormittag findet in den Gassen des Städtchens ein großer Markt statt, zu dem Menschen aus der ganzen Umgebung anreisen. Wenn du die ruhige Atmosphäre und leere Gassen für Fotos genießen möchtest, meide den Freitag und komm lieber früh morgens an einem anderen Tag.

10. Das Tal und das malerische Dorf Fataga

Auf dem Weg von der Südküste ins zentrale Gebirge durchfährst du eine atemberaubende Schlucht, die oft als „Tal der tausend Palmen“ bezeichnet wird. Aus der kargen Landschaft taucht plötzlich eine wunderschöne grüne Oase voller Dattelpalmen, Obstgärten und kleinen Feldern auf, die wirkungsvoll mit den steilen Felswänden kontrastieren. Die kurvenreiche Straße bietet fantastische Ausblicke und mehrere Aussichtspunkte, an denen man einfach anhalten und staunen muss.

Im Herzen dieses Tals liegt das Dorf Fataga, das seinen traditionellen kanarischen Charakter mit engen gepflasterten Gassen und historischen Stein-und-Holz-Häusern bewahrt hat. Es ist ein idealer Ort für ein ruhiges Mittagessen, bei dem man typische Papas Arrugadas mit zwei Sorten Mojo-Sauce probieren kann. Die lokalen Restaurants bieten oft auch ausgezeichnete vegetarische Varianten traditioneller Gerichte mit frischen regionalen Zutaten an.

💡 Tipp: Etwas oberhalb des Dorfes Fataga befindet sich der großartige Aussichtspunkt Mirador de Fataga. Halte hier am späten Nachmittag an, wenn die untergehende Sonne die Felsen rundum in tiefes Orange und Rot taucht.

11. Pico de las Nieves – der höchste Punkt der Insel

Für die allerbesten Aussichten musst du zum höchsten Punkt der Insel, dem Aussichtspunkt Pico de las Nieves auf 1956 Metern Höhe. Von dieser imposanten Höhe aus liegt die gesamte Insel wie auf dem Präsentierteller, und bei guter Sicht erblickst du einen beeindruckenden Teil des zentralen Gebirges einschließlich beider heiliger Felsen. Es ist ein Ort, an dem man die gewaltige geologische Kraft spürt, die die Kanarischen Inseln vor Millionen von Jahren geformt hat.

Den Aussichtspunkt erreichst du sehr bequem mit dem Auto, der Parkplatz liegt nur wenige Meter vom Aussichtspunkt entfernt. Bereite dich aber darauf vor, dass die Temperatur hier locker fünfzehn Grad kühler sein kann als an der sonnigen Südküste – eine warme Jacke oder ein Pullover ist also Pflicht. Häufig befindest du dich hier buchstäblich über den Wolken, was eine absolut magische und unwirkliche Atmosphäre schafft.

💡 Tipp: Der Aussichtspunkt ist unbestreitbar der beste Ort auf der Insel für Sonnenuntergänge. Komm etwa eine Stunde vorher, such dir einen ruhigen Platz auf den Felsen und genieße das Schauspiel, wenn die Sonne neben dem majestätischen Teide am Horizont versinkt.

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12. Botanischer Garten Viera y Clavijo

Wer die Natur und Pflanzenwelt liebt, wird beim Besuch des größten botanischen Gartens Spaniens, dem Jardín Botánico Viera y Clavijo, begeistert sein. Diese weitläufige Ruheoase liegt in einem tiefen Tal unweit der Hauptstadt und beherbergt einen unglaublichen Reichtum an endemischen Pflanzen der gesamten Kanarischen Inseln und anderer Regionen Makaronesiens. Es ist eine faszinierende Demonstration der enormen Biodiversität, die die Insel dank ihres Mikroklimas besitzt.

Der Garten ist geschickt in mehrere thematische Zonen unterteilt, in denen man alles von seltenen Kakteen und Sukkulenten bis hin zu bedrohten Baumarten aus den lokalen Lorbeerwäldern bewundern kann. Der Eintritt ist völlig kostenlos, und für die Erkundung aller Wege, Wasserfälle und Terrassen solltest du mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Das gesamte Gelände wirkt unglaublich wild und natürlich – ganz anders als ein streng angelegter Stadtpark.

💡 Tipp: Der Garten hat zwei Eingänge, einen oben und einen unten im Tal. Ich empfehle, beim oberen Eingang zu parken, von dem aus sich ein schöner Überblick über das gesamte Gelände bietet, und dann zwischen den blühenden Terrassen nach unten zu schlendern.

13. Vulkankrater Caldera de Bandama

Unweit von Las Palmas befindet sich eine der markantesten geologischen Formationen des nördlichen Inselteils: der gewaltige Vulkankrater Caldera de Bandama. Dieses Naturwunder hat einen Durchmesser von über tausend Metern, und seine Wände fallen rund zweihundert Meter in die Tiefe. Auf dem Kraterboden kann man eine verlassene Farm und Reste terrassenförmiger Felder erkennen – ein Beweis für die Fruchtbarkeit des vulkanischen Bodens.

Man kann entweder einen leichten Spaziergang entlang der Aussichtspunkte am Kraterrand wählen oder den abenteuerlicheren Abstieg direkt auf den Boden wagen. Der Weg hinunter ist recht steil und mit vulkanischem Schotter übersät, belohnt aber mit einer unglaublichen Stille und dem Gefühl, in eine völlig andere Welt eingetaucht zu sein. Die Umgebung des Kraters ist zudem ein bekanntes Weinanbaugebiet, wo Weinreben auf schwarzem Vulkanboden wachsen.

💡 Tipp: Nach der Erkundung des Kraters lohnt ein Halt in einer der nahegelegenen Bodegas zur Weinprobe. Das vulkanische Untergestein verleiht den lokalen Weinen ein unverwechselbares mineralisches Profil, das man so schnell nirgendwo sonst findet.

14. Arucas und die majestätische Kirche San Juan Bautista

Die Stadt Arucas im Norden der Insel erkennt man schon von weitem an ihrem unübersehbaren Wahrzeichen, der riesigen Kirche San Juan Bautista. Obwohl sie oft fälschlicherweise als Kathedrale bezeichnet wird, handelt es sich um eine Pfarrkirche, die aus dunklem Vulkangestein erbaut wurde – ihre aufwendige neugotische Architektur raubt einem den Atem. Die Details an der Fassade und das riesige Buntglasfenster machen sie zu einem der meistfotografierten Orte der Insel.

Neben der beeindruckenden Architektur ist Arucas auch für die Herstellung des besten kanarischen Rums bekannt. Hier befindet sich die historische Rum-Fabrik Arehucas, die sehr interessante Führungen durch ihre weitläufigen Keller voller Eichenfässer anbietet. Die Stadt hat ein sehr angenehmes historisches Zentrum mit bunten Häusern und schattigen Parks, wo man bei einem Kaffee entspannen und die ruhige Atmosphäre genießen kann.

💡 Tipp: Bei der Fabrikführung erwartet dich am Ende eine großzügige Verkostung verschiedener Rum-Sorten und Liköre. Unbedingt den legendären Honigrum (Ron Miel) probieren – er ist die süße Spezialität des Hauses und schmeckt gekühlt besonders gut.

15. Teror und die Basilika der Inselpatronin

In den grünen Hügeln des nördlichen Hinterlandes liegt das Wallfahrtsstädtchen Teror, das als spirituelles Herz von Gran Canaria gilt. Die hiesige Architektur zeigt das schönste Beispiel des traditionellen kanarischen Stils – die Straßen werden von wunderschönen alten Häusern gesäumt, deren Fassaden mit massiven, aufwendig geschnitzten Holzbalkonen verziert sind. Ein Spaziergang durch das Zentrum versetzt einen zuverlässig mehrere Jahrhunderte zurück.

Der Hauptmagnet des Städtchens ist die Basilika Unserer Lieben Frau (Basílica de Nuestra Señora del Pino), in der die Statue der Patronin der gesamten Insel aufbewahrt wird. Das Innere des Tempels ist prachtvoll, und der Ort hat für die Einheimischen eine enorm große religiöse Bedeutung. Der Platz vor der Basilika ist von den schönsten historischen Gebäuden und mächtigen alten Bäumen umgeben, die an heißen Tagen angenehmen Schatten spenden.

💡 Tipp: Plane deinen Besuch in Teror für einen Sonntagvormittag. Dann findet hier ein traditioneller Markt statt, auf dem du ausgezeichnete lokale Käsesorten und Kunsthandwerk kaufen und die lebhafte Atmosphäre unter den Einheimischen aus der ganzen Umgebung genießen kannst.

16. Höhlenwohnungen im Barranco de Guayadeque

Eines der tiefsten und schönsten Täler der Insel, der Barranco de Guayadeque, birgt ein faszinierendes Geheimnis: prähistorische Höhlenwohnungen. Diese Schlucht war einst die am dichtesten besiedelte Region der Ureinwohner, und noch heute findet man hier direkt in die steilen Felswände gehauene Behausungen. Faszinierend ist, dass viele dieser Höhlen noch bewohnt und modern ausgestattet sind, da der Stein eine perfekte Isolierung gegen Hitze und Kälte bietet.

Auf dem Weg durch das Tal stößt man auf einige absolut einzigartige Höhlenrestaurants, in denen man traditionelle Inselküche in einem unvergesslichen Ambiente genießen kann. Dazu gibt es noch eine kleine Höhlenkapelle und ein interessantes Informationszentrum, das das harte Leben der ersten Bewohner der Kanaren näherbringt. Das gesamte Tal ist von üppiger Vegetation umgeben, und im Frühling blühen hier unzählige Wildblumen.

💡 Tipp: Ganz am Ende der Straße im Tal liegt das Restaurant Tagoror, das komplett in einen riesigen Felsen gehauen ist. Ein perfekter Ort zum Mittagessen, wo man ausgezeichnete Papas Arrugadas und gegrilltes Gemüse in kühler Höhlenatmosphäre genießen kann.

17. Klippen und natürliche Felsenbecken in Agaete

An der Nordwestspitze der Insel stößt man auf das Fischerstädtchen Puerto de las Nieves, das zur Gemeinde Agaete gehört. Der Ort strahlt eine entspannte, fast bohemische Atmosphäre aus, mit hübschen weiß-blauen Häuschen, die wirkungsvoll mit den schwarzen Kiesstranden kontrastieren. Die umliegenden Klippen fallen steil ins Meer und bieten eine dramatische Kulisse, die sich deutlich vom flachen Süden abhebt.

Der absolute Geheimtipp dieser Gegend sind die natürlichen Meeresbecken Las Salinas de Agaete. Diese vulkanischen Tümpel sind durch Betonsteige verbunden und bieten sicheres Baden in kristallklarem Meerwasser, auch an Tagen, an denen auf dem offenen Meer riesige Wellen toben. Die Restaurants entlang der Promenade sind für ihre regionalen Spezialitäten und hervorragenden Gemüsegerichte mit frischen Kräutern bekannt.

💡 Tipp: Das Tal hinter dem Städtchen Agaete ist der einzige Ort in ganz Europa, wo kommerziell Kaffee angebaut wird. Besuche eine der kleinen Familienfarmen (Fincas) im Tal und koste ihre exklusive Arabica direkt aus lokaler Produktion.

18. Archäologischer Park Cueva Pintada in Gáldar

Wer sich für Vorgeschichte und die rätselhaften Ureinwohner der Kanarischen Inseln interessiert, sollte das Museum und den Archäologischen Park Cueva Pintada in der nördlichen Stadt Gáldar keinesfalls verpassen. Die Hauptattraktion ist eine weitläufige Höhle, deren Wände mit originalen geometrischen Malereien aus der Zeit vor der spanischen Eroberung verziert sind. Es handelt sich um ein absolutes Unikat und eine der bedeutendsten archäologischen Stätten des gesamten Archipels.

Rund um die bemalte Höhle wurde ein modernes Museum errichtet, das die wertvollen Ausgrabungen eines gesamten vorkolumbianischen Dorfes schützt. Man läuft auf erhöhten Stegen direkt über den Überresten uralter Steinhäuser, und dank hervorragender 3D-Projektionen kann man sich leicht vorstellen, wie die Guanchen hier vor Jahrhunderten lebten. Der gesamte Komplex ist hervorragend aufbereitet und bietet faszinierende Einblicke in eine verlorene Inselkultur.

💡 Tipp: Die Stadt Gáldar war einst der Hauptsitz der Ureinwohner-Herrscher. Nach dem Museumsbesuch lohnt ein Spaziergang zur nahegelegenen Kirche und zum Hauptplatz, wo eine sehr ruhige und authentische Atmosphäre ohne Massen an ausländischen Touristen herrscht.

19. Wassersport und wilder Nordatlantik

Die Nord- und Ostküste Gran Canarias ist das absolute Paradies für alle Adrenalin-Wassersportler. Dank starker Winde und perfekter Wellen findet man hier einige der besten Bedingungen für Windsurfen und Kitesurfen weltweit. Das Dorf Pozo Izquierdo an der Ostküste ist unter Surfern legendär und richtet regelmäßig Weltcup-Wettbewerbe aus – hier kann man unglaubliche Kunstwerke von Profis bewundern.

Wer klassisches Surfen bevorzugt, sollte zu den nördlichen Klippen unweit von Las Palmas oder zu den Stränden rund um das Städtchen Moya aufbrechen. Die Wellen dort können richtig wild und ungezähmt sein, eine echte Herausforderung auch für erfahrene Boarder. Für Anfänger ist hingegen das bereits erwähnte Ende des Stadtstrandes Las Canteras (La Cícer) ideal, wo es dutzende Surfschulen mit komplettem Verleih gibt.

💡 Tipp: Die Nordküste bietet auch viele unbekannte natürliche Felstümpel (Charcos), die sich bei Flut mit Meerwasser füllen. Frag einheimische Surfer – sie zeigen dir gerne den Weg zu den unbekanntesten und schönsten davon.

20. Delfin- und Walbeobachtung auf dem offenen Ozean

Die Gewässer rund um die Kanarischen Inseln sind weltweit für ihre große Dichte an Walen und Delfinen bekannt – und ein Ausflug zur Beobachtung dieser Tiere gehört zu den absoluten Highlights auf der Insel. Von den südlichen Häfen, vor allem Puerto Rico und Puerto de Mogán, laufen täglich Katamarane und kleinere Boote auf den offenen Atlantik aus. Die Chancen, frei lebende Delfine zu sehen, die um den Bug des Schiffes springen, sind ausgezeichnet – und mit etwas Glück begegnet man auch majestätischen Walen.

Achte bei der Wahl des Veranstalters darauf, dass er die Regeln für ökologische Beobachtung respektiert und sich den Tieren mit größtmöglichem Respekt nähert. Das Erlebnis, diese wunderbaren Geschöpfe in ihrer völlig natürlichen Umgebung zu sehen, lässt sich mit nichts vergleichen. Viele Ausflüge beinhalten außerdem einen Stopp zum Baden in abgelegenen Buchten mit kristallklarem Wasser.

💡 Tipp: Wenn du zu Seekrankheit neigst, wähle für den Ausflug den größtmöglichen Katamaran – er ist auf den Wellen deutlich stabiler als ein kleines Boot. Und vergiss nicht, eine leichte Windjacke einzupacken: Auf dem offenen Ozean kann es selbst im Sommer recht frisch sein.

Weiter reisen in Spanien

Wer nach dem Inselbesuch die weiteren Schätze des spanischen Königreichs auf dem Festland erkunden möchte, hat eine riesige Auswahl an wunderbaren Möglichkeiten. Die Flugverbindungen sind schnell und günstig, sodass man sich leicht zu neuen Abenteuern aufmachen kann. Architektur- und Kunstliebhaber sollten auf keinen Fall das pulsierende Barcelona oder das königliche Madrid verpassen.

Wer die ungestüme Atmosphäre des Südens und maurische Sehenswürdigkeiten anzieht, dem empfehle ich unseren Reiseroute durch Andalusien. Stöbere in unseren Reiseführern für das wunderschöne Sevilla, das malerische Córdoba oder das faszinierende Granada. Für Naturbegeisterte, die atemberaubende Schluchten lieben, ist ein Besuch des berühmten Wanderwegs Caminito del Rey absolut unverzichtbar.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf der Insel unbedingt einen Mietwagen?

Wenn ihr die Insel wirklich kennenlernen und den Miniaturkontinent in seiner ganzen Schönheit erleben möchtet, kann ich euch einen Mietwagen wärmstens empfehlen. Die öffentlichen Busverbindungen verbinden zwar recht zuverlässig die Hauptstadt mit den Ferienorten im Süden, aber in die Bergdörfer und zu den Naturschutzgebieten fahren die Busse nur sehr selten. Mit dem Auto habt ihr die absolute Freiheit, an jedem beliebigen Aussichtspunkt anzuhalten.

Ist das Meer im Winter warm genug zum Baden?

Ja, die Kanarischen Inseln sind das einzige zuverlässige Winter-Badeziel in Europa. Dank der Meeresströmungen hält der Ozean das ganze Jahr über eine Temperatur zwischen 18 und 24 °C. Für abgehärtete Gemüter ist das absolut in Ordnung, und an den sonnenverwöhnten Stränden im Süden könnt ihr euch problemlos aufwärmen. Viele Hotels bieten zudem im Winter beheizte Pools an.

Wie ist das mit der Genehmigung für die Besteigung des Vulkans Teide auf der Nachbarinsel?

Falls ihr einen Abstecher per Fähre zum benachbarten Tenerife plant, denkt daran, dass seit Januar strenge Regeln für die Besteigung des Teide-Gipfels gelten. Ihr benötigt neuerdings eine spezielle Genehmigung und müsst eine Gebühr zum Schutz des Ökosystems entrichten. Die Slots sind blitzschnell lange im Voraus ausgebucht, daher müsst ihr euer Permit Monate im Voraus reservieren, sonst kommt ihr einfach nicht zum Krater.

Kann ich auf der Insel Leitungswasser trinken?

Das Leitungswasser auf der Insel ist technisch gesehen trinkbar und gesundheitlich unbedenklich, da es meist aus Entsalzungsanlagen stammt. Allerdings ist der Geschmack sehr speziell, oft enthält es mehr Chlor und Mineralien, weshalb die meisten Touristen und auch Einheimische lieber abgefülltes Wasser in großen Kanistern zum Trinken und Kaffeekochen kaufen.

Wie funktioniert die Fährverbindung zwischen den Inseln?

Zwischen den einzelnen Inseln gibt es ein sehr zuverlässiges und schnelles Fährennetz. Der Markt wird von den Gesellschaften Fred Olsen mit ihrer Flotte schneller Katamarane und Naviera Armas dominiert. Zum Beispiel dauert die längere Strecke zwischen Gran Canaria und Tenerife etwa anderthalb Stunden, und Tickets bekommt ihr ab 49 Euro. Es ist eine großartige Möglichkeit, euren Aufenthalt abwechslungsreicher zu gestalten.

Welche Seite der Insel hat das bessere Wetter?

Der Süden der Insel rund um die Ferienorte Maspalomas und Playa del Inglés bietet praktisch hundertprozentige Garantie für sonniges Wetter ohne Regen. Der nördliche Teil mit der Hauptstadt Las Palmas ist oft bewölkt und deutlich grüner, was durch die Passatwinde beeinflusst wird. In den Bergen müsst ihr mit kühlerer Luft und schnellen Wetterumschwüngen rechnen.

Wie sind die Bedingungen für digitale Nomaden?

Las Palmas ist ein absolutes Paradies für Remote Work und vereint eine riesige Community digitaler Nomaden aus ganz Europa. Ihr findet hier hervorragende Highspeed-Internetverbindungen und jede Menge moderne Cafés. Für längere Aufenthalte könnt ihr das neue spanische Digitalnomaden-Visum (Spain DNV 2026) nutzen, das an ein nachweisbares Mindesteinkommen aus dem Ausland gebunden ist.

Ist die Insel für Vegetarier geeignet?

Auf jeden Fall. In allen Ferienorten und größeren Städten findet ihr ein tolles Angebot an modernen Restaurants mit großer Auswahl an fleischlosen Gerichten. Von der traditionellen Inselküche solltet ihr unbedingt die Runzelkartoffeln papas arrugadas mit pikanter mojo-Sauce probieren, die hervorragenden lokalen Schafs- und Ziegenkäse von den Bergbauernhöfen oder die gebratenen grünen Paprikaschoten pimientos de Padrón.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Fuerteventura, Spanien: 18 Tipps, was du sehen und erleben solltest

TL;DRFuerteventura auf den Kanarischen Inseln wartet mit 18 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten auf: von den Sanddünen im Naturpark Corralejo und dem wilden Strand Cofete bis zum legendären Strand Sotavento, einem Paradies für Windsurfer und Kiteboarder, einem Bootsausflug zur unbewohnten Insel Lobos und dem historischen Dorf Betancuria. Die Insel liegt der afrikanischen Küste am nächsten – Marokko ist Luftlinie nur 95 km entfernt. Die Temperaturen bewegen sich das ganze Jahr über zwischen 20 und 28 °C. Ideal sind 7 bis 10 Tage Aufenthalt. Die beste Reisezeit sind die Wintermonate Dezember bis März wegen des Klimas, September und Oktober bieten sich als ruhigere Alternative an. Ein Mietwagen ist ein Muss, denn öffentliche Verkehrsmittel erreichen abgelegene Strände und Dörfer wie Ajuy oder El Cotillo nicht.

Wer dem mitteleuropäischen Winter entfliehen und dort Urlaub machen möchte, wo ewiger Frühling herrscht und der Ozean endlose Strände umspült, sollte unbedingt einen ganz besonderen Ort kennenlernen. Die Kanarischen Inseln sind ein geografisches Paradoxon: Politisch gehören sie zwar zu Spanien, geologisch und klimatisch stehen sie dem afrikanischen Kontinent jedoch viel näher. Fuerteventura, Spanien – diese Insel liegt von allen Kanaren dem afrikanischen Festland am nächsten, und aus der Sahara strömt hier ununterbrochen warme Luft heran. Die Insel wirkt nicht so dramatisch und gebirgig wie das benachbarte Teneriffa, dafür punktet sie mit den schönsten Sandstränden des gesamten Archipels.

Während in Deutschland Frost und graue Wolken den Alltag bestimmen, liegen die Temperaturen hier ganzjährig zwischen 20 und 28 °C. Fuerteventura ist schlicht das perfekte Ziel für alle, die Erholung suchen, Wassersport lieben oder einfach durch endlose Sanddünen streifen möchten. Die Insel ist ein Königreich des Windes, der Freiheit und des entspannten Lebenstempos, wo niemand es eilig hat. Ich habe für euch einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt, damit ihr diese Insel in vollen Zügen genießen und auch die verstecktesten Winkel entdecken könnt.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Schönste Natur: Unbedingt ansehen: die Sanddünen im Naturpark Corralejo und der wilde Strand Cofete im abgelegenen Süden der Insel.
  • Paradies für Wassersport: Der Strand Sotavento ist weltweit bekannt für seine idealen Bedingungen für Windsurfen und Kiteboarding.
  • Geschichte und Kultur: Ein Abstecher nach Betancuria lohnt sich – die historische Hauptstadt liegt versteckt in einem grünen Tal inmitten karger Berge.
  • Bootsausflüge: Reserviert eine halbtägige Tour zur unbewohnten Insel Lobos mit kristallklarem Wasser, ideal zum Schnorcheln.
  • Lokale Gastronomie: Die Insel ist berühmt für den Käse Majorero, der aus der Milch einheimischer Ziegen hergestellt wird und hervorragend zu traditionellen kanarischen Kartoffeln schmeckt.
  • Praktischer Tipp zur Mobilität: Wer alle versteckten Strände erkunden möchte, braucht unbedingt ein Mietauto, da der öffentliche Nahverkehr nicht überall hinfährt.

Wann ist die beste Reisezeit für Fuerteventura?

Fuerteventura kennt keine wirkliche Nebensaison. Ihr könnt die Insel zwölf Monate im Jahr besuchen und werdet immer ein angenehmes Klima vorfinden. Die Wintermonate von Dezember bis März sind der absolute Höhepunkt der Tourismussaison, denn dann strömen Reisende aus ganz Europa hierher, die dem Frost entfliehen wollen. In dieser Zeit dürft ihr mit angenehmen Temperaturen um die 22 °C rechnen – ideal zum Erkunden der Insel, Wandern und Sonnenbaden im Windschatten. Allerdings steigen Flug- und Unterkunftspreise im Winter entsprechend an.

Die Sommermonate sind auf Fuerteventura überraschend gut erträglich. Dank kühler Meeresströmungen und beständiger Passatwinde erlebt man hier selten die extremen Hitzewellen, die im August regelmäßig das spanische Festland lähmen. Im Sommer liegen die Temperaturen bei angenehmen 28 °C, das Meerwasser wärmt sich auf erfrischende 22 bis 24 °C auf. Die Sommermonate sind außerdem die windreichste Zeit des Jahres – zur großen Freude der Surf- und Kite-Community.

Wer den größten Menschenmassen ausweichen und den idealen Kompromiss zwischen warmem Meer und entspannter Atmosphäre genießen möchte, dem empfehle ich eine Reise im Herbst. September und Oktober sind Monate, in denen das Meer noch herrlich warm vom Sommer ist, der Wind etwas nachlässt und die Familien mit Kindern längst wieder zuhause sind. Plant für die Insel idealerweise mindestens sieben bis zehn Tage ein, damit ihr das echte kanarische Lebensgefühl in vollen Zügen genießen könnt.

Wo übernachten auf Fuerteventura?

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meistens die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl des richtigen Standorts ist auf Fuerteventura entscheidend, denn die Insel ist recht lang gestreckt und jeder Teil bietet eine ganz andere Atmosphäre. Der Norden rund um Corralejo ist ideal für alle, die ein lebhafteres Umfeld mit vielen Restaurants, Cafés und kurzen Wegen zu den Sanddünen suchen. Der ruhigere Süden rund um die Halbinsel Jandía und das Städtchen Morro Jable zieht hingegen Liebhaber endloser Strände und großer Hotelresorts mit Vollservice an.

Das Zentrum der Insel rund um den Ferienort Caleta de Fuste ist ein strategischer Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Richtungen und wird dank seiner geschützten Bucht häufig von Familien mit kleinen Kindern gewählt. Nutzt bei der Reiseplanung unbedingt Booking.com, wo ihr das breiteste Angebot von luxuriösen Resorts bis hin zu kleinen, authentischen Apartments findet. Die Preise schwanken je nach Saison erheblich, also bucht frühzeitig.

Hier sind drei konkrete Empfehlungen für tolle Hotels in verschiedenen Teilen der Insel:

  • Barceló Corralejo Sands: Modernes Hotel mitten im nördlichen Corralejo, von dem ihr sowohl das Stadtzentrum mit seinen Cafés als auch die wunderschönen Strände bequem zu Fuß erreicht.
  • Hotel Riu Palace Jandia: Luxuriöse Unterkunft im Süden der Insel mit atemberaubendem Blick auf den endlosen Strand – für alle, die absoluten Komfort und erstklassigen Service suchen.
  • Eurostars Las Salinas: Bestens bewertetes Hotel in der Nähe von Caleta de Fuste im mittleren Teil der Insel, mit schönen Pools und idealer Lage zum Erkunden der ganzen Insel.

18 Tipps, was du auf Fuerteventura sehen und erleben solltest

Fuerteventura wirkt auf den ersten Blick vielleicht trocken und karg, doch wer die Insel wirklich erkundet, wird faszinierende Geheimnisse entdecken. Hier ist euer vollständiger Reiseführer zu den interessantesten Orten, die ihr bei eurem Besuch keinesfalls verpassen solltet. Viele davon lassen sich bequem über GetYourGuide im Voraus buchen, wo ihr jede Menge lokale Ausflüge und Aktivitäten findet.

1. Dünen von Corralejo (Parque Natural de Corralejo)

Gleich im Norden der Insel erwartet euch ein Naturwunder, bei dem ihr das Gefühl bekommt, mitten in der afrikanischen Sahara gelandet zu sein. Der Naturpark Corralejo schützt riesige Sanddünen, die sich über mehrere Kilometer entlang des leuchtend türkisfarbenen Ozeans erstrecken. Der Wind hat über Jahrtausende Sand vom afrikanischen Kontinent herübergetragen und so eine Landschaft geschaffen, die einem buchstäblich den Atem verschlägt.

Mitten durch die Dünen führt eine malerische Straße, über die der feine Sand ständig hinüberweht. Ich empfehle euch unbedingt, an einem der ausgeschilderten Parkplätze anzuhalten, die Schuhe auszuziehen und barfuß hinauf auf die Dünenkämme zu laufen. Von dort genießt ihr einen unglaublichen Kontrast aus goldenem Sand und tiefblauem Wasser – und in der Ferne könnt ihr sogar die Silhouette der Nachbarinsel Lanzarote erkennen.

💡 Lokaler Tipp: Die schönsten Fotos gelingen euch hier entweder früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht den Sand in satten Orangetönen leuchten lässt und die Schatten die wellige Landschaft betonen.

2. Der wilde Strand Cofete

Im äußersten Südwesten der Insel verbirgt sich ein Ort, der zu den abgelegensten und magischsten in ganz Europa gehört. Der Strand Cofete bietet zwölf Kilometer völlig unberührten Sand, über dem die dunklen Berge des Jandía-Gebirges steil aufragen. Die Atmosphäre ist rau, wild und melancholisch, die Atlantikwellen donnern mit gewaltiger Kraft gegen die Küste.

Der Weg zum Strand ist bereits ein Erlebnis für sich, denn es führt nur eine staubige und holprige Piste vom Städtchen Morro Jable dorthin. Die meisten normalen Mietwagenverträge verbieten das Befahren dieser Strecke, daher müsst ihr entweder einen speziellen Geländewagen mieten oder den Offroad-Bus nutzen, der von Morro Jable mehrmals täglich dorthin fährt. Baden ist wegen gefährlicher Unterströmungen hier sehr riskant – die meisten Besucher kommen vor allem wegen des überwältigenden Anblicks.

💡 Lokaler Tipp: Schaut euch etwas oberhalb des Strandes die geheimnisvolle Villa Winter an, um die wilde Legenden von geheimen U-Boot-Stützpunkten aus dem Zweiten Weltkrieg kursieren.

3. Playa de Sotavento und Wassersport

Wer sich für Windsurfen oder Kiteboarding interessiert, kennt den Namen Sotavento mit Sicherheit bereits. Dieser riesige Strand im Südosten der Insel ist buchstäblich das Mekka des Wassersports weltweit. Jedes Jahr findet hier sogar die Weltmeisterschaft in diesen Disziplinen statt, denn die Windbedingungen lassen sich allenfalls mit Hawaii vergleichen.

Die Besonderheit dieses Ortes liegt in einer enormen natürlichen Lagune, die sich je nach Gezeiten bildet. Die flache und ruhige Lagune eignet sich ideal für Einsteiger, die hier unter Anleitung von Instruktoren sicher ihre ersten Schritte auf dem Board machen können. Selbst wenn ihr keinen Sport plant, ist der Anblick von Hunderten bunter Drachen und Segel über dem Wasser ein absolutes Spektakel.

💡 Lokaler Tipp: Schaut vorab in die Gezeitentabellen, denn die Lagune füllt sich nur zu bestimmten Tageszeiten mit Wasser – bei Ebbe verwandelt sie sich in eine riesige Sandebene.

4. Bootsausflug zur Insel Lobos

Nur einen Steinwurf von der Nordküste Fuerteventuras entfernt liegt das kleine Vulkaninselchen Isla de Lobos, ein Naturschutzgebiet und eine Oase vollkommener Ruhe. Vom Hafen in Corralejo fahren kleine Fähren und Wassertaxis herüber, die Überfahrt dauert nur etwa fünfzehn Minuten. Die Insel ist völlig unbewohnt und bietet eine perfekte Auszeit von der Zivilisation.

Ich empfehle euch, bequeme Schuhe anzuziehen und die gesamte Insel auf dem markierten Weg zu umrunden, was etwa zwei bis drei Stunden dauert. Vergesst die Schnorchel-Ausrüstung nicht, denn die kleine Bucht Puertito mit ihrem kristallklaren türkisfarbenen Wasser ist voller Fische und zählt zu den schönsten Badestellen der gesamten Region.

💡 Lokaler Tipp: Die Besucherzahl ist strikt auf 400 Personen pro Tag begrenzt, daher müsst ihr vorab kostenlos eine offizielle Besuchsgenehmigung auf der Website der lokalen Verwaltung beantragen.

5. Das historische Betancuria

Fuerteventura ist nicht nur Strände – im Landesinneren verbergen sich echte historische Schätze. Betancuria war die erste Hauptstadt der Insel und wurde bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts in einem tiefen Tal gegründet. Der Ort wurde bewusst weit von der Küste entfernt angelegt, um ihn vor ständigen Piratenüberfällen zu schützen.

Heute ist Betancuria das malerischste Dorf der Insel, geprägt von sorgfältig restaurierten weißen Häusern mit Holzbalkonen und Palmen. Unbedingt ansehen solltet ihr die Hauptkirche Iglesia de Santa María, die mit ihrem wunderschönen Innenraum und dem geschnitzten Altar überrascht. Das grüne Tal rund um Betancuria kontrastiert scharf mit der sonst trockenen Landschaft der Insel und wirkt fast wie eine Erscheinung.

💡 Lokaler Tipp: Kehrt in einer der kleinen Tavernen am Marktplatz ein und probiert lokale Tapas – die Atmosphäre ist unglaublich entspannt und authentisch.

6. Majorero-Käse und die lokalen Ziegen

Wer die Insel bereist, bemerkt schnell: Auf Fuerteventura leben mehr Ziegen als Menschen. Die einheimischen Ziegen der Rasse Majorera streifen frei über die kargen Hügel und sind an die rauen Bedingungen bestens angepasst. Aus ihrer fettreichen Milch wird der legendäre Queso Majorero hergestellt, der eine international anerkannte Ursprungsbezeichnung trägt.

Dieser Käse ist das absolute Herzstück der lokalen Gastronomie und lässt sich in verschiedenen Reifestufen kosten. Besonders beliebt ist er gegrillt mit einem Tropfen Palmhonig oder als Beilage zu den traditionellen kanrarischen Runzelkartoffeln (Papas Arrugadas) mit der würzigen Mojo-Rojo-Sauce. Ein Laib Käse mit der charakteristischen roten Rinde aus süßem Paprika ist übrigens auch ein hervorragendes Mitbringsel.

💡 Lokaler Tipp: Kauft einen Käselaib mit roter Rinde – sie ist mit süßem Paprika eingerieben und gibt dem Käse sein unverwechselbar würziges Aroma. Perfekt als Souvenir für zuhause!

7. Strände auf der Halbinsel Jandía

Ganz im Süden Fuerteventuras erstreckt sich die Halbinsel Jandía, berühmt für ihre endlosen Strände mit strahlend weißem Sand. Rund um den Ferienort Morro Jable ziehen sich kilometerweise makellose Küstenabschnitte, an denen jeder sein eigenes Stück Privatsphäre finden kann. Das Wasser ist unglaublich klar und leuchtet in den strahlendsten Blautönen, die man sich vorstellen kann.

Direkt am Strand ragt der ikonische Leuchtturm Faro de Morro Jable auf, der als weithin sichtbarer Orientierungspunkt dient. In seiner Umgebung befinden sich geschützte Salzwasserwetlands, die als Rastplatz für viele Zugvogelarten fungieren. Ein Spaziergang auf den Holzstegen über diese Feuchtgebiete ist ein sehr erholsames Erlebnis.

💡 Lokaler Tipp: Wer weit genug entlang des Strandes vom Hotelkomplex wegläuft, findet Abschnitte, an denen man den Ozean nahezu für sich allein hat.

8. El Cotillo und seine Lagunen

An der Nordwestküste liegt das kleine Fischerdorf El Cotillo, das im Gegensatz zum lebhaften Corralejo einen viel ruhigeren, fast schon bohèmehaften Charme bewahrt hat. Das Dorf ist ein Treffpunkt für unabhängige Surfer und digitale Nomaden, mit jeder Menge Hipster-Cafés, veganen Bistros und kleinen Galerien. Das Leben hier fließt im typisch kanarischen Langsamtakt.

Südlich des Dorfes locken wilde Strände mit großen Wellen für erfahrene Surfer, doch nördlich von El Cotillo erwartet euch etwas ganz anderes. Hier befindet sich ein System flacher Naturlagunen (Los Lagos), die durch schwarze Lavafelsen vom wilden Ozean abgeschirmt werden. Das Wasser der Lagunen ist ruhig, sehr flach und dank der Sonne herrlich warm – ideal zum Entspannen.

💡 Lokaler Tipp: Fahrt zum nahegelegenen Leuchtturm Faro del Tostón und wartet dort auf den Sonnenuntergang – an dieser Küste sind sie absolut episch und unvergesslich.

9. Höhlen von Ajuy und schwarze Strände

Das Dörfchen Ajuy an der Westküste zeigt euch Fuerteventura von einer ganz anderen, viel dunkleren und dramatischeren Seite. Der hiesige Strand ist mit feinem schwarzen Vulkansand bedeckt, der in starkem Kontrast zum weißen Schaum der tosenden Brandung steht. Baden ist hier zwar wegen starker Strömungen nicht ratsam, aber der Ort hat einen ganz eigenen, unwiderstehlichen Zauber.

Die eigentliche Attraktion sind die riesigen Naturhöhlen (Cuevas de Ajuy), zu denen ein sicherer und gut gepflegter Pfad direkt vom Strand führt. Diese Höhlen hat der Ozean über Millionen von Jahren in die Küstenklippen gegraben, und der Legende nach sollen sich dort früher Piraten mit ihrer Beute versteckt haben. Die umliegenden Klippen gehören zu den ältesten geologischen Formationen der gesamten Kanaren.

💡 Lokaler Tipp: Der Weg zu den Höhlen kann an manchen Stellen durch Meerwasser rutschig sein – geht auf keinen Fall in Flipflops, sondern zieht festes Schuhwerk an.

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10. Wanderung zum Vulkankrater Calderón Hondo

Auch wenn Fuerteventura die älteste Insel des Archipels ist und ihre Vulkane längst ihre jugendliche Schärfe verloren haben, gibt es hier noch faszinierende Krater zu entdecken. Der besterhaltene Vulkan ist der Calderón Hondo im Norden, unweit des Dorfes Lajares. Der Aufstieg zum Kraterrand ist recht unkompliziert und auch für gelegentliche Wanderer gut machbar.

Der markierte Wanderweg führt euch bis an den Rand des imposanten Trichters, der beachtliche siebzig Meter in die Tiefe reicht. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein wunderbarer Panoramablick – nicht nur in das Innere des Vulkans, sondern auch über die gesamte Nordspitze der Insel und hinüber nach Lanzarote.

💡 Lokaler Tipp: Rund um den Krater treiben sich zahlreiche freche Erdhörnchen herum, die Touristen um Futter anbetteln. Bitte füttert sie unter keinen Umständen – es handelt sich um invasive Schädlinge.

11. Die ikonischen Windmühlen

Den starken Wind der Insel haben die Einheimischen schon vor Jahrhunderten für sich genutzt. Verteilt über die ganze Landschaft findet man wunderschöne alte Windmühlen, die früher zum Mahlen von geröstetem Getreide – dem sogenannten Gofio – dienten. Gofio ist bis heute ein Grundnahrungsmittel der kanarischen Küche und wird Suppen, Milch und Desserts beigegeben.

Interessant ist, dass es auf der Insel zwei verschiedene Mühlentypen gibt, die im Volksmund als „männliche“ und „weibliche“ Mühlen bezeichnet werden. Die männliche Mühle (el molino) ist ein traditioneller Steinturm, während die weibliche Mühle (la molina) lediglich eine Holzkonstruktion auf einem eingeschossigen Steinsockel hat – das ermöglichte dem Müller, im Erdgeschoss zu arbeiten, ohne ständig die Treppen hinauf- und hinunterlaufen zu müssen. Die schönsten erhaltenen Mühlen findet ihr rund um die Dörfer Antigua und Tefía.

💡 Lokaler Tipp: Wer eine Mühle sehen möchte, in der noch die originale Mahlanlage erhalten ist, sollte das Centro de Interpretación de los Molinos nahe Tiscamanity besuchen.

12. Natürliche Felspools Aguas Verdes

Die Westküste Fuerteventuras ist ungestüm, wild und von starken Wellen gepeitscht – und dennoch hat die Natur hier wunderschöne Badestellen geschaffen. Aguas Verdes ist ein System natürlicher Felsenbecken, die sich mit frischem Meerwasser füllen. Sie befinden sich im Bereich Playa del Valle nahe Betancuria.

Diese kleinen Seen bieten sicheres und ruhiges Baden mit klarem Wasser, auch wenn wenige Meter weiter der gefährliche Ozean tost. Die Becken liegen eingebettet in zerrissene schwarze Felsen und beherbergen oft kleine Krabben und Seesterne. Ein fantastischer Ort für alle, die den überfüllten Sandstränden entfliehen und ungezähmte Natur erleben möchten.

💡 Lokaler Tipp: Besucht die Felspools ausschließlich bei Ebbe – bei Flut wird das gesamte Gebiet vom Ozean verschluckt, und die riesigen Wellen können dann lebensgefährlich sein.

13. Leuchtturm Faro de la Entallada

An der Ostküste der Insel steht ein Leuchtturm, der architektonisch absolut einzigartig ist und sich von allem unterscheidet, was man sonst auf den Inseln zu sehen bekommt. Der Faro de la Entallada wurde im maurischen Stil erbaut, seine Fassade ist mit roten Ziegeln in geometrischen Mustern verziert. Er thront auf einer steilen Klippe rund zweihundert Meter über dem Meeresspiegel.

Von der Aussichtsplattform beim Leuchtturm öffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Atlantik. Dieser Ort ist geografisch der nächste Punkt zum afrikanischen Kontinent – die Küste Marokkos liegt Luftlinie gerade mal 95 Kilometer entfernt. Die Fahrt zum Leuchtturm auf der engen Bergstraße ist ein kleines Adrenalin-Erlebnis für sich, aber die Aussicht ist jeden Meter wert.

💡 Lokaler Tipp: In den umliegenden Bergen leben wilde Esel und Ziegen – fahrt auf der schmalen Straße zum Leuchtturm äußerst vorsichtig, die Tiere stehen oft mitten auf der Fahrbahn.

14. Aussichtspunkt Mirador Morro Velosa

Wer Fuerteventura aus der Vogelperspektive erleben möchte, muss in die Zentralberge fahren. Der Mirador Morro Velosa ist ein architektonisches Meisterwerk des berühmten César Manrique, des Künstlers, der auch das Erscheinungsbild der Nachbarinsel Lanzarote geprägt hat. Der Aussichtspunkt fügt sich harmonisch in die karge Umgebungslandschaft ein.

Das verglaste Gebäude bietet einen Panoramablick auf die sonnenverbrannten Hügel des Inselinneren und das grüne Tal von Betancuria. Von hier oben versteht man die raue, fast außerirdische Schönheit der ganzen Insel, die in Ocker-, Rot- und Brauntönen leuchtet. Im Gebäude gibt es auch ein kleines Café, in dem ihr einen Kaffee mit dem wohl besten Ausblick weit und breit genießen könnt.

💡 Lokaler Tipp: Etwas unterhalb dieses Gebäudes findet ihr einen weiteren Aussichtspunkt mit riesigen Bronzeskulpturen der alten kanarischen Könige namens Guise und Ayose.

15. Botanischer Garten und Tierrettungsstation Oasis Wildlife

Im Süden der Insel, in der Ortschaft La Lajita, findet ihr einen riesigen Komplex, der einen weitläufigen botanischen Garten mit einem einzigartigen Tierpark vereint. Das Oasis Wildlife Fuerteventura fungiert in erster Linie als Rettungsstation für Tiere, die Schmugglern abgenommen oder aus unwürdigen Haltungsbedingungen gerettet wurden. Es ist kein klassischer Zoo – der Fokus liegt auf Bildung und dem Schutz bedrohter Arten.

Der Park ist unglaublich weitläufig und bildet eine riesige grüne Oase mit Tausenden von Kakteen, Palmen und tropischen Pflanzen aus aller Welt. Hier könnt ihr Elefanten, Giraffen, Flusspferde und Hunderte frei fliegende Vögel bewundern – zudem beherbergt der Park die größte Kamelreservation Europas. Ihr könnt hier problemlos einen ganzen Tag verbringen, besonders schön als Erholung vor der Mittagssonne.

💡 Lokaler Tipp: Vermeidet die Hauptrestaurants im Park und geht lieber zum Mittagessen zu den kleinen Marktständen nahe dem Eingang, wo lokale Bauern frische Käse und Gemüse anbieten.

16. Salzgewinnungsanlage Salinas del Carmen

Die Salzgewinnung aus dem Meer gehört seit jeher zur Geschichte Fuerteventuras, und noch heute lebt diese uralte Tradition fort. Salinas del Carmen ist gleichzeitig Museum und aktive Saline, wo ihr hautnah miterleben könnt, wie das „weiße Gold“ aus dem Meerwasser gewonnen wird. Sie liegt an der Küste unweit des Ferienorts Caleta de Fuste.

Ein Spaziergang zwischen den Dutzenden flacher Verdunstungsbecken, die in verschiedensten Farben von Weiß über Rosa bis hin zu Rostbraun schimmern, ist faszinierend. Das Meerwasser wird hereingepumpt, und dank der starken Sonne und des Windes verdunstet es nach und nach, bis nur noch große Kristalle reinen Salzes übrig bleiben. Geerntet wird das Salz noch heute ausschließlich von Hand mit traditionellen Holzwerkzeugen.

💡 Lokaler Tipp: Unweit der Saline liegt am Ufer das riesige, zwanzig Meter lange Skelett eines Wals, den der Ozean dort angespült hat – ein beeindruckendes Mahnmal für die Kraft der Natur.

17. Surfen an der Nordküste

Während im Süden Drachen und Segel die Herrschaft übernehmen, gehört die Nordküste Fuerteventuras dem klassischen Wellenreiten. Nicht umsonst wird diese Gegend oft als das Hawaii Europas bezeichnet, denn der Ozean bricht hier an den Vulkanfelsen auf absolut perfekte Wellen. Rund um die Dörfer Lajares und Corralejo herrscht eine entspannte Surferkultur.

Selbst wenn ihr noch nie auf einem Brett gestanden habt, sind die hiesigen Bedingungen bestens zum Lernen geeignet. Es gibt Dutzende Surfschulen, die euch zu sichereren Sandstränden (Beach Breaks) mitnehmen, wo ihr die Grundlagen ohne das Risiko von Verletzungen an scharfen Felsen erlernen könnt. Erfahrene Surfer finden hier erstklassige Riff-Wellen, die wochenlang beschäftigen.

💡 Lokaler Tipp: Der Ozean ist enorm kräftig und die lokalen Unterströmungen können unberechenbar sein – als Anfänger solltet ihr immer eine Stunde bei einer zertifizierten Schule buchen und nicht alleine lospaddeln.

18. Sternenbeobachtung auf Fuerteventura

Fuerteventura verfügt über eine sehr geringe Lichtverschmutzung, was ihr den renommierten Status eines Starlight-Reservats eingebracht hat. Die Insel gehört zu den besten Orten in Europa für die Beobachtung des Nachthimmels. Sobald es dunkel wird und ihr ein Stück von den Ferienorten wegfahrt, öffnet sich über euch ein unglaubliches Schauspiel aus Tausenden heller Sterne und Nebel.

Der beste Ort für astronomische Erlebnisse ist der speziell ausgestattete Aussichtspunkt Sicasumbre. Der Mirador Astronómico de Sicasumbre bietet Infotafeln und Halterungen für professionelle Teleskope, aber auch mit bloßem Auge kann man dort problemlos die Milchstraße und zahlreiche Sternbilder erkennen. Es ist ein unglaublich beruhigendes und magisches Erlebnis – damit solltet ihr eure Reise idealerweise ausklingen lassen.

💡 Lokaler Tipp: Zieht für die nächtliche Sternenbeobachtung unbedingt eine richtig warme Jacke an – der Wind in den Bergen ist nach Einbruch der Dunkelheit sehr kalt, selbst in den sonst warmen Sommermonaten.

Wohin weiter von Fuerteventura?

Fuerteventura ist ein idealer Ausgangspunkt für weitere Abenteuer in Spanien. Wer mehr Zeit hat und Strandentspannung mit dem Flair einer Großstadt verbinden möchte, dem empfehle ich günstige Inlandsflüge auf das spanische Festland. In knapp drei Flugstunden landet ihr in der katalanischen Metropole, wo das architektonische Wunderwerk Barcelona auf euch wartet, oder ihr fliegt ins Herz des Landes und erkundet die königliche Madrid.

Für alle, die Temperament, Geschichte und großartige Tapas lieben, führt kein Weg an Südspanien vorbei. Fliegt nach Andalusien, mietet euch ein Auto und plant einen Roadtrip zu den schönsten Orten der Region. Unbedingt auf der Liste: Sevilla mit seinem einzigartigen Charme, die maurischen Paläste von Granada und die blumengeschmückten Gassen von Córdoba. Wer lieber am Meer bleibt, findet in Málaga oder dem modernen Valencia hervorragende Gastronomie und Strandatmosphäre.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf der Insel unbedingt einen Mietwagen?

Obwohl zwischen den Hauptstädten und Ferienorten öffentliche Busse (sogenannte Guaguas) verkehren, empfehle ich dir einen Mietwagen sehr nachdrücklich. Ohne ihn kommst du schlicht nicht zu den wilden Stränden, in die Bergdörfer oder zu den meisten Naturschönheiten, die die wahre Seele der Insel ausmachen. Die Preise der Autovermietungen sind zudem auf den Kanarischen Inseln recht günstig und die Straßen sind in sehr gutem Zustand.

Ist es auf Fuerteventura wirklich so windig, wie man sagt?

Ja, der Wind (die Passatwinde) gehört untrennbar zur Insel und weht hier praktisch ständig, am stärksten dann während der Sommermonate. Die meiste Zeit ist es eine sehr angenehme, erfrischende Brise, dank der du in der Sonne nicht verbrennst. Wenn du aber in Ruhe ein Buch am Strand lesen möchtest, empfehle ich dir, einen geschützten Platz hinter kleinen Steinmäuerchen zu suchen, die die Einheimischen hier an den Stränden üblicherweise genau zu diesem Zweck bauen.

Wie warm ist der Ozean, kann man darin ganzjährig baden?

Der Atlantik rund um die Kanarischen Inseln ist erfrischend und die Wassertemperatur bewegt sich von 18 °C im Februar bis 24 °C im September und Oktober. Für einen gewöhnlichen Mitteleuropäer bedeutet das, dass er im Ozean problemlos auch mitten im Winter baden kann, auch wenn es für stundenlanges Schwimmen ohne Neoprenanzug nicht ganz reicht. Die seichten Lagunen (zum Beispiel in El Cotillo) erwärmen sich in der Sonne viel stärker als der offene Ozean.

Wie viele Tage soll ich für die Erkundung Fuerteventuras einplanen?

Für eine entspannte Erkundung der gesamten Insel empfehle ich dir, sieben bis zehn Tage einzuplanen. Innerhalb einer Woche schaffst du es, die Sanddünen im Norden, den wilden Süden, das historische Landesinnere zu besuchen und auch einen Ausflug zur Insel Lobos zu unternehmen, und das alles ohne Stress und ständige Hetze. Wenn du nur über ein verlängertes Wochenende kommst, musst du riesige Kompromisse eingehen.

Kann ich von Fuerteventura mit der Fähre auch zu einer anderen Insel?

Auf jeden Fall! Am einfachsten und häufigsten ist ein Tagesausflug zur Nachbarinsel Lanzarote. Die Fähren der Gesellschaften Fred Olsen und Naviera Armas fahren vom nördlichen Hafen Corralejo zur Stadt Playa Blanca auf Lanzarote mehrmals täglich ab und die schnelle Überfahrt dauert nur knapp eine halbe Stunde. Tickets kann man problemlos vor Ort oder im Voraus online kaufen.

Ist das Leitungswasser auf der Insel trinkbar?

Auf Fuerteventura gibt es praktisch kein natürliches Süßwasser und das gesamte Leitungswasser stammt aus riesigen Entsalzungsanlagen. Obwohl es hygienisch einwandfrei ist und du dir damit bedenkenlos die Zähne putzen oder damit kochen kannst, ist es zum direkten Trinken überhaupt nicht geeignet, da es einen eigenartigen Geschmack hat. Alle Einheimischen und Touristen kaufen sich zum Trinken abgefülltes Quellwasser in den Geschäften in Fünf-Liter-Kanistern.

Wie ist das an den Stränden mit der Nacktheit?

Fuerteventura ist ein völlig offenes und tolerantes Reiseziel, wo Nacktheit eine ganz normale Angelegenheit ist. An den meisten großen Stränden außerhalb der wichtigsten Hotelzentren (wie den Dünen in Corralejo oder den Stränden im Süden in Jandía) mischen sich Naturisten ganz natürlich mit Menschen in Badekleidung und niemand macht sich darum Gedanken. Es ist Teil der hiesigen freigeistigen und entspannten Kultur.

Ist die Insel für digitale Nomaden geeignet?

In den letzten Jahren ist die Insel (besonders der Norden rund um Corralejo und El Cotillo) zu einem sehr beliebten Zufluchtsort für Menschen geworden, die aus der Ferne arbeiten. Die Cafés bieten hier eine ordentliche Verbindung, es entstehen hier moderne Coworking-Zentren und die Gemeinschaft der Expats ist riesig. Spanien hat zudem attraktive Nomadenvisa eingeführt, dank derer Menschen außerhalb der EU hierher legal umsiedeln können.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Teneriffa, Spanien: 22 Tipps – Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten & beste Strände

TL;DRWir haben 22 Tipps für Teneriffa zusammengestellt: von der Besteigung des Teide (3718 m, höchster Berg Spaniens) über die Lorbeerwälder im Gebirge Anaga und das Bergdorf Masca bis zu den Klippen von Los Gigantes und schwarzen Stränden wie Playa de Benijo oder Playa Jardín. Die Insel ist ein Ganzjahresziel mit Temperaturen von 20–28 °C. Am besten entfliehst du dem Winter zwischen Dezember und März, weniger touristisch sind April oder November. Plan für den Besuch 10–14 Tage ein, mindestens solltest du eine Woche einplanen. Ab 2026 brauchst du für den Aufstieg zum Teide zudem eine vorab gebuchte, kostenpflichtige Genehmigung. Der Süden rund um Costa Adeje eignet sich für Strände und Resorts, der Norden mit Städten wie Puerto de la Cruz oder San Cristóbal de La Laguna für Natur und Geschichte. Um die Insel zu erkunden, brauchst du fast zwingend ein Auto.

Du überlegst, wohin du vor dem grauen und eisigen mitteleuropäischen Winter fliehen kannst? Die Kanarischen Inseln sind ein geografisches Paradoxon, das man einfach lieben muss. Obwohl sie politisch und kulturell zu Spanien gehören, wachsen sie geologisch aus dem afrikanischen Kontinentalschelf und bieten ein Klima, das einer unerreichbaren Utopie gleicht. Während der Rest Europas friert, lebt Teneriffa, Spanien, seinen eigenen entspannten Rhythmus des ewigen Frühlings – die Temperaturen bleiben das ganze Jahr über angenehm zwischen zwanzig und achtundzwanzig Grad.

Die größte und meistbesuchte Insel des Archipels verlangt bereits beim Landeanflug Respekt ab. An einem einzigen Tag kannst du dich durch dichten Nebelwald kämpfen, am Rand eines rauchenden Vulkankraters stehen und am Nachmittag an einem aufgeheizten Strand bräunen. Teneriffa ist eine Insel der enormen Kontraste, wo der sonnige, trockene Süden scharf mit dem grünen, feuchten Norden voller historischer Kolonialstädtchen kontrastiert. In diesem Reiseführer schauen wir uns gemeinsam die schönsten Orte an, die du bei der Planung deines Itinerars auf keinen Fall verpassen solltest.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Genehmigung für den Teide: Ab 2026 gilt ein striktes System mit Gebühren für den Aufstieg zum eigentlichen Gipfel (Weg PNT 10). Buche die Genehmigung Monate im Voraus.
  • Zwei völlig verschiedene Welten: Der Süden der Insel ist ideal für Sonnen- und Strandliebhaber sowie große Resorts, während der Norden Naturfreunde, Geschichtsbegeisterte und Wanderer begeistert.
  • Mietwagen ist Pflicht: Wer die Insel wirklich kennenlernen und in die Berge oder versteckte Dörfer fahren möchte, kommt ohne Auto nicht aus.
  • Grüner Norden: Das Anaga-Gebirge mit seinen Lorbeerwäldern gehört zum Schönsten, was du auf den Kanaren sehen kannst.
  • Wann reisen: Teneriffa ist ein Ganzjahresziel. Im Winter fliehst du vor der Kälte, im Sommer sorgen Meeresströmungen dafür, dass extreme Hitze ausbleibt.
  • Zwei Flughäfen: Aufgepasst beim Buchen – die Insel hat einen Südflughafen (TFS) für die meisten internationalen Flüge und einen Nordflughafen (TFN) eher für Inselverbindungen und Flüge von der spanischen Festlandsküste.

Teneriffa Wetter – Wann ist die beste Reisezeit?

Die Kanarischen Inseln kennen absolut keine Nebensaison – du kannst das ganze Jahr über unbesorgt hierher fliegen. Die Wintermonate von Dezember bis März sind der absolute Höhepunkt für alle, die dem Frost entfliehen wollen. In dieser Zeit steigen sowohl Unterkunfts- als auch Flugpreise steil an, doch als Belohnung winkt dir das einzige verlässliche Winterbadeziel in der Nähe Europas. Der Ozean hält nämlich selbst in den kältesten Monaten angenehme achtzehn bis vierundzwanzig Grad.

Die Sommerferien sind auf den Inseln dagegen überraschend erträglich und angenehm. Dank kühler Meeresströmungen und der konstanten Passatwinde erlebt man hier kaum die extremen Vierzig-Grad-Hitze, die im August regelmäßig das andalusische Festland lähmt. Wer leere Wanderwege und die besten Preise genießen möchte, sollte im Frühling – im April – oder im Herbst – im November – anreisen.

Beim Packen musst du bedenken, dass die Insel wie mehrere verschiedene Mikrowelten gleichzeitig funktioniert. Während du im Süden rund um Costa Adeje hauptsächlich Bikini und Sommerkleid brauchst, kommst du im Norden und in den Bergen ohne Regenjacke und wärmere Schichten nicht aus. Das Wetter kann sich hier buchstäblich hinter jeder Kurve ändern – Kleidung in Lagen zu tragen ist das absolute Grundprinzip für einen gelungenen Urlaub.

Wo auf Teneriffa übernachten?

💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl deiner Unterkunftsbasis ist für den Urlaub absolut entscheidend und hängt davon ab, was du vom Aufenthalt erwartest. Die goldene Regel lautet: Der sonnige Süden ist für Strandliebhaber geschaffen, während der grüne Norden aktive Reisende und alle, die authentische Atmosphäre suchen, begeistert. Wenn du länger als eine Woche bleibst, empfehle ich dir wärmstens, die Unterkunft aufzuteilen, damit du nicht stundenlang auf der Autobahn pendeln musst.

Die Südküste bietet eine riesige Auswahl an Resorts und Hotelkomplexen mit jeder erdenklichen Infrastruktur. Hier findest du die schönsten sonnenbeschienenen Strände und endlose Promenaden voller Restaurants. Eine ausgezeichnete Wahl ist die Gegend rund um Costa Adeje, die etwas ruhiger und luxuriöser wirkt als das benachbarte, lebhafte Playa de las Américas. Viele Reisende machen gute Erfahrungen mit der Buchung von Apartments über Booking, wo du alles von schlichten Studios bis hin zu Luxusvillen mit eigenem Pool findest.

Wenn dich eher Natur und kanarische Geschichte reizen, such dir eine Unterkunft im Norden. Puerto de la Cruz bietet einen guten Kompromiss zwischen touristischer Infrastruktur und authentischer spanischer Atmosphäre. Eine großartige historische Basis ist auch die Universitätsstadt San Cristóbal de La Laguna. Beachte aber, dass die Nordküste oft in Wolken gehüllt ist und die Temperaturen einige Grad niedriger sind als im trockenen Süden.

22 Tipps: Was in Teneriffa sehen und unternehmen

Lass uns gemeinsam einen Blick auf die interessantesten Orte werfen, die du bei einem Besuch der Insel nicht verpassen solltest. Wir haben alles aufgenommen – von dramatischen Vulkangipfeln über historische Städtchen bis hin zu den schönsten Stränden.

1. Nationalpark Teide und Gipfelbesteigung

Der Nationalpark Teide ist das absolute Herzstück der Insel, und seine Hauptdominante ragt auf beeindruckende 3.718 Meter über dem Meeresspiegel. Es handelt sich um den höchsten Berg ganz Spaniens, und ein Besuch ist für jeden Teneriffa-Reisenden ein Muss. Auf dem Weg hinauf beobachtest du eine faszinierende Veränderung der Landschaft: Bananenplantagen weichen Kiefernwäldern, und schließlich findest du dich in einer surrealen Mondlandschaft wieder. Erstarrte Lava und scharfer Obsidian erschaffen Szenerien, die einem wirklich den Atem verschlagen.

Wer bis zum eigentlichen Kraterrand aufsteigen möchte, muss sich auf ein bürokratisches Hindernis einstellen. Ab Januar 2026 gilt ein striktes System für den Aufstieg zum Gipfel, konkret für den letzten Wegabschnitt PNT 10. Du benötigst nun eine spezielle Genehmigung und musst eine Gebühr entrichten – damit versucht die Parkverwaltung, das empfindliche Ökosystem zu schützen. Die verfügbaren Slots sind Monate im Voraus vergriffen, daher ist Last-Minute-Planung hier fehl am Platz.

Ohne vorab gebuchten Permit lassen dich die Parkwächter nicht zum Krater vor – du musst dich dann mit den Aussichten von der oberen Seilbahnstation begnügen. Ich empfehle dir, die Genehmigung sofort nach dem Kauf deiner Flugtickets zu besorgen, denn die Frage nach dem Teide-Permit ist derzeit das meistdiskutierte Thema in Reiseforen. 💡 Tipp: Falls du keinen Permit für eine Tagesbesteigung bekommst, schau dich nach geführten Touren um oder erwäge eine legale Nachtbesteigung mit Sonnenaufgangsbeobachtung.

2. Seilbahn auf den Teide (Teleférico)

Für alle, die den enormen Höhenunterschied nicht zu Fuß bewältigen wollen oder können, gibt es im Nationalpark eine sehr effiziente Seilbahn. Sie bringt dich in nur acht Minuten von der Talstation auf 2.356 Metern hinauf auf beachtliche 3.555 Meter über dem Meeresspiegel. Von dort aus bieten sich fantastische Aussichten auf den gesamten Nationalpark, und bei guter Sicht siehst du die benachbarten Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro.

Tickets für die Seilbahn sind äußerst begehrt und in der Hochsaison vor Ort kaum zu bekommen. Buche sie immer mehrere Tage im Voraus online, am besten über die offizielle Website oder bequem über Plattformen wie GetYourGuide. Bedenke, dass es oben deutlich kälter ist und ein kräftiger Wind weht – eine warme Jacke und festes Schuhwerk sind auch mitten im heißen Sommer absolut unverzichtbar.

Der Betrieb der Seilbahn ist stark wetterabhängig, und starker Wind kann sie jederzeit zum Stillstand bringen. Prüfe immer morgens vor der Abfahrt die offizielle Website, damit du nicht umsonst in die Berge fährst. 💡 Tipp: Die Morgenstunden sind die beste Zeit – nicht nur wegen weniger Besuchern, sondern auch wegen klarerer Luft. Am Nachmittag ziehen sich rund um den Gipfel oft dichte Wolken zusammen.

3. Sternbeobachtung im Nationalpark

Teneriffa rühmt sich mit einigen der besten Bedingungen für die Beobachtung des Nachthimmels auf unserem gesamten Planeten. Der Nationalpark Teide ist offiziell als Starlight-Reservat zertifiziert, was bedeutet: minimale Lichtverschmutzung und extrem saubere Luft. Sobald die Sonne untergeht und die meisten Touristen zurück in ihre Küstenhotels gefahren sind, verwandelt sich der Park in ein perfektes natürliches Observatorium voller Stille.

Für das beste Erlebnis empfehle ich, mit einer der lokalen Agenturen auf eine spezialisierte Nachttour zu gehen. Professionelle Guides mit leistungsstarken Teleskopen zeigen dir Mondkrater, die Ringe des Saturn und bringen dir die Orientierung an den Sternbildern bei. Das ist ein absolut magisches Erlebnis, das nicht nur begeisterte Astronomen genießen, sondern auch absolute Laien, die sich nach Romantik unter der Milchstraße sehnen.

Wer auf eigene Faust losziehen möchte, nimmt einfach eine Decke, eine Thermoskanne mit heißem Tee und fährt mit dem Auto zu einer der vielen Aussichtspunkte entlang der Hauptstraße. Zieh dich aber unbedingt sehr warm an – die Temperaturen fallen hier nachts auch in den Sommermonaten regelmäßig nahe den Gefrierpunkt. 💡 Tipp: Der Aussichtspunkt Mirador de los Roques de García bietet eine ikonische Kulisse aus Felsnadeln vor dem Sternenhimmel – ein absolutes Paradies für alle Fotografen mit Stativ.

4. Anaga-Gebirge und Lorbeerwald

An der nordöstlichsten Spitze der Insel erstreckt sich das Anaga-Gebirge, das wie aus einer völlig anderen Welt wirkt. Dieses uralte Massiv ist bedeckt von einem tertiären Lorbeerwald, der sogenannten Laurisilva, die in Europa sonst nirgends erhalten geblieben ist. Mit Moos und Farnen bewachsene Bäume versinken hier ständig in mystischem Nebel und schaffen eine Atmosphäre wie aus einem Fantasyfilm.

Das gesamte Gebiet ist regelrecht durchzogen von hunderten Kilometern bestens ausgeschilderter Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsgrade. Einer der schönsten Pfade ist der Sendero de los Sentidos (Weg der Sinne), der beim Besucherzentrum Cruz del Carmen beginnt. Er ist anspruchslos, auch mit kleineren Kindern machbar und führt dich wunderbar in das feuchte und geheimnisvolle Ökosystem dieses Naturwunders ein.

Bei der Fahrt ins Anaga-Gebirge musst du mit einem völlig anderen Mikroklima rechnen als im Süden der Insel. Hier regnet es häufig, es weht der Wind, und es ist deutlich kühler – Regenjacke und gutes Schuhwerk gehören unbedingt in den Rucksack. 💡 Tipp: Die Straßen durch das Anaga-Gebirge sind unglaublich schmal und voller enger Serpentinen. Plan genug Zeit ein und bringe Geduld mit, wenn du Bussen entgegenkommst.

5. Bergdorf Masca und der Schluchten-Trek

Tief im Teno-Gebirge im Westen der Insel verbirgt sich das malerische Dörfchen Masca, das oft als das kanarische Machu Picchu bezeichnet wird. Bis in die 1970er Jahre führte keine Straße hierher, und der Ort war nur zu Fuß oder per Esel erreichbar. Heute kommt man zwar mit dem Auto hin, aber die Fahrt über extreme Serpentinen mit riesigen Höhenunterschieden stellt deine Fahrkünste und Nerven auf eine ernsthafte Probe.

Das Dorf selbst besteht aus nur wenigen Dutzend traditioneller Häuser, die sich buchstäblich an steile Felswände klammern. Die Hauptattraktion ist jedoch der grandiose Trek durch die Schlucht Barranco de Masca, der vom Dorf bis hinunter zur wilden Atlantikküste führt. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang zur Schlucht derzeit streng reglementiert – du musst vorab eine Genehmigung über die offizielle Website einholen.

Bedenke, dass es im Dorf so gut wie keine Parkplätze gibt, die in der Saison schon früh morgens belegt sind. Am besten lässt du das Auto in der nahen Stadt Santiago del Teide und fährst mit dem Linienbus oder einem Sammeltaxi nach Masca. 💡 Tipp: Für den Trek brauchst du unbedingt feste Knöchelschuhe und ausreichend Wasser. Der Weg hinunter und wieder hinauf ist körperlich sehr anspruchsvoll, und die Sonne kann gnadenlos sein.

6. Klippen Los Gigantes (Acantilados de Los Gigantes)

An der Westküste der Insel findest du eines der beeindruckendsten Naturphänomene ganz Spaniens. Die riesigen Felswände von Los Gigantes fallen nahezu senkrecht aus über sechshundert Metern Höhe in die Tiefen des Atlantischen Ozeans. Die Ureinwohner der Kanaren, die Guanchen, nannten diesen Ort treffend „Höllenmauer“, denn für sie stellte er das Ende der bekannten Welt dar.

Den schönsten Blick auf die Klippen bekommst du von Bord eines der vielen Ausflugsboote, die vom lokalen Hafen ablegen. Erst vom Meeresspiegel aus begreifst du ihre überwältigende Monumentalität und das enorme Ausmaß. Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, findet gute Aussichtspunkte im gleichnamigen Städtchen nahe dem Hafen oder vom schwarzsandigen Strand Playa de los Guíos.

Das Städtchen Los Gigantes ist vergleichsweise ruhig und bietet eine angenehme Alternative zu den lebhafteren Resorts im Süden. Es ist ein wunderbarer Ort für einen nachmittäglichen Kaffee beim Sonnenuntergang, der die Felsen in unglaubliche Orange- und Rottöne taucht. 💡 Tipp: Bei einem Spaziergang durch die Stadt stößt du auf natürliche Lavabecken, in denen du auch an Tagen sicher schwimmen kannst, wenn der Ozean zu rauhe Wellen hat.

7. Wal- und Delfinbeobachtung

Die Kanarischen Inseln – und konkret die Südwestküste Teneriffas – gehören zu den absolut besten Orten der Welt für die Beobachtung von Walen und Delfinen in freier Wildbahn. In den hiesigen Gewässern lebt dauerhaft eine große Kolonie von Grindwalen (Pilot Whales) sowie mehrerer Delfinarten. Der Meeresboden fällt hier sehr steil in große Tiefen ab, was perfekte Bedingungen für ihre Jagd und ihr ganzjähriges Leben schafft.

Walbeobachtungstouren legen am häufigsten von den Häfen in Los Cristianos, Puerto Colón oder Los Gigantes ab. Wähle immer Anbieter mit der Zertifizierung „Barco Azul“ (Blaues Schiff), die einen ethischen Umgang mit den Tieren garantiert. Diese Boote halten strenge Regeln ein, nähern sich den Walen nicht zu nah und schalten die Motoren nicht abrupt ab, um die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung nicht zu stören.

Während einer zwei- bis dreistündigen Fahrt hast du eine nahezu hundertprozentige Chance, tatsächlich Tiere zu sehen. Das Erlebnis, wenn ein riesiger Wal nur wenige Meter neben deinem Boot auftaucht, gehört zu den unvergesslichsten Urlaubsmomenten. 💡 Tipp: Wenn du zu Seekrankheit neigst, buche Plätze auf größeren Katamaranen – sie sind auf dem offenen Ozean deutlich stabiler als kleine Motorboote. Nimm Tabletten gegen Seekrankheit etwa eine Stunde vor dem Ablegen ein.

8. San Cristóbal de La Laguna (UNESCO)

Wer die echte Geschichte und Kultur der Insel kennenlernen möchte, muss in den Norden nach San Cristóbal de La Laguna fahren. Diese ehemalige Hauptstadt steht zu Recht auf der UNESCO-Welterbeliste dank ihres perfekt erhaltenen historischen Zentrums aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Das einzigartige Schachbrettmuster der Straßen wurde später zum Vorbild für viele Kolonialstädte in Lateinamerika.

Beim Schlendern begegnet dir eine wunderbare Kulisse aus bunten Häusern mit typischen Holzbalkonen und stillen Innenhöfen voller Palmen. Die Stadt hat eine lange Universitätstradition, die ihr eine unglaublich lebhafte und jugendliche Atmosphäre verleiht. In den engen Gassen findest du zahllose alternative Cafés, unabhängige Buchläden und ausgezeichnete Tapas-Bars, die hauptsächlich von Einheimischen besucht werden.

Beachte, dass La Laguna auf über fünfhundert Metern Höhe liegt und das lokale Klima völlig anders ist als im sonnigen Süden. Hier regiert oft Nebel, Kühle und gelegentliche Schauer – Pullover und Regenschirm sind Pflichtausrüstung. 💡 Tipp: Komm abends hierher, wenn die historischen Gebäude wunderschön beleuchtet sind und die Stadt mit dem lebhaften Nachtleben der Studenten pulsiert, die bis in die späten Stunden auf den Plätzen sitzen.

9. Santa Cruz de Tenerife

Die heutige Hauptstadt der Insel, Santa Cruz de Tenerife, ist eine moderne, pulsierende Metropole, die eine großartige Mischung aus Kultur, Shopping und Entspannung bietet. Ihr bekanntestes Wahrzeichen ist das futuristische Gebäude des Auditorio de Tenerife, entworfen vom berühmten Architekten Santiago Calatrava, dessen Form verblüffend an das Opernhaus in Sydney erinnert. Rund um es herum verläuft eine schöne Promenade, ideal für einen Nachmittagsspaziergang.

Die Stadt ist reich an Grünflächen und wunderschönen Parks, von denen der bekannteste der Parque García Sanabria mit exotischen Pflanzen und Kunstinstallationen ist. Shopping-Fans sollten die Calle Castillo nicht verpassen, wo Boutiquen aller Weltmarken zu finden sind. Für ein authentisches Erlebnis lohnt sich ein Besuch des Marktes Mercado de Nuestra Señora de África, wo du die frischesten lokalen Zutaten kaufen kannst.

Wer ans Meer möchte, findet etwas außerhalb der Stadt den traumhaften Strand Playa de las Teresitas. Er ist mit feinem, goldenen Sand bedeckt, der direkt aus der Sahara hierher gebracht wurde, und dank künstlicher Wellenbrecher bietet er ruhiges Wasser ohne gefährliche Strömungen. 💡 Tipp: Jeden Februar oder März beherbergt Santa Cruz einen der größten Karnevals der Welt, der mit dem in Rio de Janeiro mithalten kann. Wer im Frühjahr reist, sollte dieses farbenfrohe Spektakel unbedingt erleben.

10. Garachico und Lavabecken

An der Nordküste liegt eine der malerischsten und zugleich tragischsten Städte der Insel. Garachico war einst der reichste Hafen ganz Teneriffas, bis ihn im Jahr 1706 ein massiver Ausbruch des nahen Vulkans Trevejo fast vollständig vernichtete. Die glühende Lava zerstörte damals den gesamten Hafen und veränderte das Schicksal dieses wohlhabenden Handelszentrums für immer.

Doch die Natur hat dem Ort etwas Besonderes zurückgegeben. Die erstarrte Lava, die ins Meer geflossen war, schuf an der Küste ein faszinierendes System natürlicher Becken namens El Caletón. In diesen Felsenlagunen kannst du heute sicher schwimmen und das kristallklare Wasser genießen, geschützt vor den wilden Wellen des Atlantiks. Rund um die Becken wurden bequeme Wege und Treppen für einen einfachen Zugang angelegt.

Das Städtchen selbst hat eine wunderbare kanarische Atmosphäre aus gepflasterten Gässchen, alten Kirchen und stillen Plätzen bewahrt. Es ist der ideale Ort für ein gemütliches Mittagessen auf der Terrasse mit Meerblick, weit entfernt vom Trubel der südlichen Ferienorte. 💡 Tipp: Der Zugang zu den Lavabecken ist in den Wintermonaten wegen gefährlich hoher Wellen oft gesperrt. Respektiere stets die ausgehängten roten Flaggen und riskiere deine Gesundheit nicht leichtfertig.

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11. Icod de los Vinos und der tausendjährige Drachenbaum

Nicht weit von Garachico versteckt sich in den Hügeln das Städtchen Icod de los Vinos, das zwei Dinge berühmt gemacht haben: hervorragender Lokalwein und ein riesiger Baum. Das Hauptattraktion ist der Drago Milenario, ein gewaltiger Drachenbaum, der als der älteste seiner Art auf der Welt gilt. Obwohl sein Alter eher auf „nur“ achthundert Jahre geschätzt wird, flößt seine mächtige Krone aus hunderten verschlungener Äste enormen Respekt ein.

Der Baum befindet sich in einem kostenpflichtigen Botanischen Park, der einen angenehmen Spaziergang durch exotische Flora ermöglicht. Wer keinen Eintritt zahlen möchte, bekommt den besten Blick auf den Drachenbaum völlig kostenlos vom nahegelegenen Platz Plaza de San Marcos. Von dort lässt sich der Baum obendrein wunderbar mit der historischen Kirche und dem Gipfel des Teide im Hintergrund fotografieren.

Wie der Name der Stadt schon andeutet, ist Icod das Zentrum des nördlichen Weinbaugebiets. In den engen Gassen stößt du auf Dutzende kleiner Bodegas, wo du hervorragende lokale Weine probieren kannst, darunter den süßen Malvasier. 💡 Tipp: Besuche unbedingt das kleine Schmetterlingsmuseum (Mariposario del Drago) direkt neben dem Park, wo du durch eine tropische Halle spazierst, in der hunderte frei flatternde exotische Schmetterlinge um dich herumschwirren.

12. Loro Parque in Puerto de la Cruz

Im Norden der Insel findest du eine Institution, die regelmäßig als bester Zoo der Welt ausgezeichnet wird. Loro Parque begann ursprünglich als Rettungsstation für Papageien, von denen er heute die größte Sammlung des Planeten beherbergt. Inzwischen hat er sich zu einem riesigen Komplex entwickelt, der mit großem Nachdruck auf Naturschutz und die Rettung bedrohter Arten setzt.

Der Park ist außerordentlich sauber, voller üppiger tropischer Vegetation, und die Tiere leben in riesigen Gehegen, die ihrer natürlichen Umgebung nachempfunden sind. Das größte Highlight ist das gigantische Pinguin-Pavillon Planet Penguin, das antarktische Bedingungen simuliert und in dem täglich tonnenweise frischer Schnee fällt. Hier siehst du auch Gorillas, Faultiere, Tiger und ein beeindruckendes Aquarium mit einem verglasten Tunnel voller Haie.

Der Besuch des Parks füllt problemlos einen ganzen Tag und ist ein fantastisches Erlebnis nicht nur für Familien mit Kindern. Am besten kommst du gleich zur Öffnungszeit, um den größten Menschenmassen zu entgehen, die mit Bussen aus den südlichen Ferienorten ankommen. 💡 Tipp: Kauf die Tickets vorab online und überlege dir ein sogenanntes Twin Ticket, das dir einen preislich günstigeren kombinierten Eintritt für den Wasserpark Siam Park im Süden der Insel ermöglicht.

13. Siam Park an der Costa Adeje

Während Loro Parque den Norden dominiert, rühmt sich der Süden der Insel mit dem besten Wasserpark der Welt. Siam Park ist ein riesiger Komplex, erbaut im atemberaubenden thailändischen Stil, der jeden Adrenalinjunkie und jeden Erholungssuchenden begeistert. Dutzende Spitzenrutschen sind in einem perfekt gepflegten tropischen Dschungel eingebettet, sodass man sich überhaupt nicht wie in einem gewöhnlichen Betonaquapark fühlt.

Die ikonischste Attraktion ist der Tower of Power, eine neunundzwanzig Meter hohe Rutsche mit nahezu senkrechtem Fall, die in einem verglasten Tunnel direkt durch ein Becken voller Haie und Rochen endet. Wer Ruhe bevorzugt, kann sich einen Ring ausleihen und sich vom sanften Strom des Mai Thai River treiben lassen oder sich an den Kunststand legen, dessen riesiges Becken regelmäßig bis zu drei Meter hohe Wellen für Surfer erzeugt.

In der Saison ist der Park extrem überfüllt, und die Warteschlangen an den beliebtesten Attraktionen können über eine Stunde dauern. Es lohnt sich definitiv, in einen Fast-Track-Pass zu investieren, mit dem du beliebte Rutschen überspringen und dir eine Menge Nerven sparen kannst. 💡 Tipp: Auf allen Attraktionen sind lose Gegenstände wie Brillen oder Flip-Flops verboten. Leg dir am besten Neopren-Wasserschuhe zu, damit du dir die Fußsohlen auf den glühend heißen Gehwegen nicht verbrennst.

14. Puerto de la Cruz und Lago Martiánez

Puerto de la Cruz ist das wichtigste Touristenzentrum des Nordens, das sich – anders als die Südresorts – seinen starken spanischen Charakter bewahrt hat. Das größte Juwel ist der Komplex Lago Martiánez, entworfen vom legendären Künstler César Manrique vom benachbarten Lanzarote. Es handelt sich um ein riesiges System mit Meerwasser gefüllter Becken, die meisterhaft in die schwarzen Vulkanfelsen eingebettet sind.

Der Komplex ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man moderne Architektur mit der rauen kanarischen Natur verbinden kann. Hier findest du einen riesigen Kunstsee, Kaskadenfontänen und zahlreiche Ruhezonen voller Palmen und exotischer Blumen. Es ist der ideale Ort zum Entspannen an Tagen, wenn der Ozean an der Nordküste zu wild und gefährlich zum Schwimmen ist.

Die Stadt selbst bietet ein wunderschönes historisches Zentrum mit traditionellen Fischerhaus-Fassaden und ausgezeichneten Restaurants. Spaziere entlang der Küstenpromenade bis zum Platz Plaza del Charco, der das gesellschaftliche Herz der Stadt bildet und von früh morgens bis spät nachts lebendig ist. 💡 Tipp: Nicht weit vom Zentrum findest du den wunderbaren Botanischen Garten Jardín Botánico, der bereits im achtzehnten Jahrhundert zur Akklimatisierung exotischer Pflanzen aus Amerika angelegt wurde.

15. Strand Playa de las Américas

Playa de las Américas ist das Synonym für lebhaften Urlaub, Partys und endlose Unterhaltung. Dieser Ferienort im Süden der Insel schläft nie und bietet die beste Infrastruktur für alle, die den Trubel großer Touristenzentren lieben. Hier findest du kilometerlange Küstenpromenaden, gesäumt von hunderten Restaurants, Bars, Nachtclubs und Souvenirläden.

Der eigentliche Strand ist durch Wellenbrecher geschützt, sodass er sehr ruhiges und sicheres Baden auch für Familien mit kleinen Kindern bietet. Der Sand hat eine angenehm goldene Farbe, und überall kannst du bequeme Liegestühle mit Sonnenschirmen mieten. Die Gegend ist auch bei der Surfer-Community beliebt, denn direkt neben den Hauptstränden gibt es Riffe, die hervorragende Wellen für Anfänger und Fortgeschrittene erzeugen.

Man muss sagen, dass du hier kaum authentische spanische Kultur findest – alles ist hauptsächlich auf britische und deutsche Touristen ausgerichtet. Wenn du aber sonniges Wetter, gute Cocktails und ein lebhaftes Nachtleben suchst, bist du hier goldrichtig. 💡 Tipp: Um den größten Massen zu entfliehen, spaziere entlang der Küste in Richtung Norden zur exklusiveren Costa Adeje, wo du ruhigere Buchten und Premium-Beach-Clubs mit ausgezeichnetem Service findest.

16. Los Cristianos und Hafenambiente

Direkt neben Playa de las Américas liegt das Städtchen Los Cristianos, das zwar inzwischen zu einer großen Agglomeration zusammengewachsen ist, sich aber einen etwas ruhigeren Charakter bewahrt hat. Ursprünglich war es ein kleines Fischerdorf, dessen historisches Zentrum mit einem Geflecht enger Gassen und kleiner Plätze rund um den Hafen noch immer zu bewundern ist – hier spürt man noch ein wenig die alte kanarische Atmosphäre.

Der Strand Playa de los Cristianos ist breit, mit feinem gelbem Sand bedeckt und dank des flachen Eingangs ins Wasser ideal für Familien mit Kindern und Nichtschwimmer. Der lokale Hafen dient als wichtiger Knotenpunkt für Fähren, die von hier mehrmals täglich zu den benachbarten Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro ablegen. Es ist ein reges Treiben von Schiffen, dem man wunderbar von einer Bank mit einem Kaffee in der Hand zuschauen kann.

Entlang des Strandes verläuft eine belebte Promenade voller Cafés und Restaurants, die zum Glück den lautesten Nachtclubs aus dem Weg gegangen sind. Ein wunderbarer Ort für einen Abendspaziergang, der mit einem guten Abendessen endet und den Blick auf ankernde Segelboote freigibt. 💡 Tipp: Mach dich auf den Weg hinter den Hafen zur nahen Montaña Chayofita – ein kurzer, leichter Pfad führt auf den Gipfel, von dem du einen fantastischen Panoramablick auf die gesamte Südküste genießt.

17. El Médano – Paradies für Surfer

Wer Massentourismus meiden und eine eher bohèmeartige Atmosphäre sucht, sollte nach El Médano fahren. Dieser Ort wurde als Hauptstandort für Windsurfen und Kitesurfen auf der Insel bekannt, dank des ständigen Windes, der hier praktisch das ganze Jahr über weht. Der Himmel über den lokalen Stränden ist ständig voller bunter Drachen und Segel, was eine absolut fantastische, dynamische Kulisse schafft.

Im Städtchen selbst herrscht eine ungemein entspannte und freundliche Atmosphäre, die junge Menschen, digitale Nomaden und Sportler aus ganz Europa anzieht. Statt Luxusboutiquen findest du hier eher Surfboard-Verleihe, vegane Cafés und unabhängige Läden mit handgemachtem Schmuck. Auf dem zentralen Platz finden regelmäßig kleine Märkte und Straßenkonzerte statt, die dem Ort eine besondere Magie verleihen.

Das Wahrzeichen der gesamten Bucht ist der Vulkankegel Montaña Roja (Roter Berg), der direkt aus dem Ozean ragt und die Küste in zwei Hauptstrände teilt. Der Aufstieg auf seinen Gipfel dauert knapp eine Stunde und ist eine großartige Aktivität für einen windigen Nachmittag. 💡 Tipp: Der Strand Playa de la Tejita hinter dem Roten Berg ist einer der größten Naturstrände der Insel, völlig unberührt von Bebauung – ein Teil davon ist als FKK-Strand ausgewiesen.

18. Schwarze Vulkanstrände (Playa Jardín und Benijo)

Teneriffa ist eine Vulkaninsel, und ihre schönsten Strände sind weder weiß noch golden, sondern tief schwarz. Der aus gemahlenem Vulkangestein bestehende Sand hat seinen ganz eigenen Zauber und erhitzt sich in der Sonne extrem schnell. Einer der zugänglichsten schwarzen Strände ist der schöne Playa Jardín in Puerto de la Cruz, den César Manrique entworfen und mit wunderbaren subtropischen Gärten und Kunstwasserfällen umgeben hat.

Wer echte Wildnis sucht, muss in den Norden der Insel ins Anaga-Gebirge. Playa de Benijo gehört zu den meistfotografierten Orten der Insel dank seiner dramatischen Klippen und zerklüfteten Felstürme, die direkt aus der brandenden Gischt ragen. Viele Stufen führen hinunter, und es gibt keinerlei Infrastruktur in Form von Liegestühlen oder Sonnenschirmen – nur die pure, rohe Kraft des Atlantiks.

Das Baden an den wilden Nordstränden erfordert enormen Respekt vor der Natur. Hier gibt es oft riesige Wellen und sehr heimtückische Unterströmungen, also geh nur ins Wasser, wenn die Bedingungen absolut ruhig sind. 💡 Tipp: Behandle den schwarzen Sand mit Respekt – in der Mittagssonne kann er sich so stark aufheizen, dass du dir ohne feste Schuhe oder Flip-Flops sofort die Fußsohlen verbrennst.

19. La Orotava und historisches Zentrum

Direkt oberhalb von Puerto de la Cruz breitet sich La Orotava auf den Berghängen aus, das von vielen als die schönste Stadt auf der gesamten Insel gilt. Ihr historisches Zentrum ist eine beeindruckende Schau kanarischer Architektur aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert, als die Stadt durch den Export von Wein und Zuckerrohr reich wurde. Alle Straßen sind unglaublich steil, sodass du beim Erkunden ordentlich auf Trab kommst.

Das bekannteste Wahrzeichen ist die Casa de los Balcones (Haus der Balkone), das die meisterhafte Handwerkskunst der lokalen Schreiner zeigt. Der Innenhof mit riesigen geschnitzten Balkonen und üppiger Vegetation ist ein typisches Beispiel dafür, wie die damalige Oberschicht lebte. Nicht weit davon entfernt liegen die wunderschönen Terrassengärten Jardines del Marquesado de la Quinta Roja mit einem atemberaubenden Blick bis zum Ozean.

La Orotava ist weltweit bekannt für seine Fronleichnamsfeiern (Corpus Christi), die üblicherweise Ende Mai oder Anfang Juni stattfinden. Die Einheimischen bedecken Straßen und Plätze mit riesigen Teppichen aus Blüten und buntem Vulkansand aus dem Nationalpark Teide. 💡 Tipp: Wenn du die einzigartige alte Wassermühle Gofio La Máquina besuchen möchtest, wo traditionelles kanarisches Gofio-Mehl noch heute wasserbetrieben gemahlen wird, musst du in die steilen Gässchen oberhalb des Zentrums.

20. Pyramiden in Güímar

An der Ostküste der Insel findest du eines der größten archäologischen Rätsel der Kanarischen Inseln. Im Städtchen Güímar stehen sechs Stufenpyramiden, die in ihrer Form verblüffend an Bauten in Mexiko oder Peru erinnern. Lange Zeit glaubte man, es handele sich nur um zufällig aufgehäufte Steine, die Bauern beim Feldräumen zurückgelassen hatten.

Der berühmte norwegische Forscher und Seefahrer Thor Heyerdahl präsentierte jedoch eine faszinierende Theorie, nach der diese Bauwerke eine klare astronomische Ausrichtung haben und eine uralte Verbindung zwischen dem alten Ägypten und den Zivilisationen Mittelamerikas belegen. Obwohl moderne Archäologen seine gewagten Theorien eher widerlegen und die Bauten ins neunzehnte Jahrhundert datieren, ist der Besuch des Geländes außerordentlich fesselnd.

Um die Pyramiden herum wurde ein ausgezeichneter ethnografischer Park mit einem hervorragenden Museum errichtet, das sich Heyerdahls Expeditionen und der antiken Seefahrt widmet. Hier findest du auch Nachbauten seiner berühmten Schilfboote Ra II und Kon-Tiki. 💡 Tipp: Ein Teil des Parks ist ein einzigartiger Garten giftiger Pflanzen, in dem du unter Aufsicht von Guides sicher die gefährlichsten Pflanzen der Welt kennenlernen kannst – ein großartiger Stopp auch für ältere Kinder.

21. Punta de Teno und westlicher Leuchtturm

An der nordwestlichsten Spitze der Insel findest du einen Ort, der sich eine unglaublich wilde und abgelegene Atmosphäre bewahrt hat. Punta de Teno ist eine felsige Halbinsel mit einem ikonischen rot-weißen Leuchtturm, von dem aus du die besten Ausblicke auf die riesigen Klippen von Los Gigantes hast. Es ist der ideale Ort für Sonnenuntergangsbeobachtungen, wenn Himmel und Felsen in dramatischen Farbtönen leuchten.

Der Weg zum Leuchtturm führt über eine schmale, in steile Felsen gehauene Straße über dem Kliff. Aus Naturschutz- und Sicherheitsgründen ist die Zufahrt für Privatfahrzeuge tagsüber streng verboten (üblicherweise von zehn Uhr morgens bis sieben Uhr abends). Wenn du tagsüber hierher möchtest, musst du einen speziellen Linienbus nutzen, der vom nahen Städtchen Buenavista del Norte abfährt, oder eine Bootstour buchen.

Außer dem Leuchtturm und den Aussichten gibt es hier nur ein paar kleine Buchten mit klarem Wasser, die sich hervorragend zum vorsichtigen Schnorcheln in den Vulkanriffen eignen. Erwarte hier keinerlei Restaurants oder Imbissstände – du musst sämtliche Verpflegung mitbringen. 💡 Tipp: Die Winde auf dem Kap können extrem stark sein, nimm also auch im heißen Sommer eine Windjacke mit – die gefühlte Temperatur sinkt hier sehr schnell.

22. Kanarische Küche probieren

Die kanarische Küche ist außerordentlich vielfältig und bietet dank der Einflüsse aus Spanien, Afrika und Lateinamerika großartige Erlebnisse – auch für überzeugte Vegetarier. Das absolute Grundgericht sind die Papas Arrugadas, traditionelle Runzelkartoffeln, die mit viel Salz in ihrer Schale gekocht werden, bis sich eine feine Salzkruste bildet. Sie werden als Beilage zu fast allem gereicht oder einfach pur als köstliche Tapas.

Diese Kartoffeln wären ohne die zwei ikonischen Saucen – rote Mojo Rojo und grüne Mojo Verde – nicht vollständig. Die rote Version wird aus scharfen Paprikas, Knoblauch und Olivenöl zubereitet, während die grüne milder ist und auf frischem Koriander oder Petersilie basiert. Ein riesiges kulinarisches Phänomen ist auch Gofio, geröstetes Mehl aus Mais und Weizen, das Suppen, Süßspeisen und sogar der morgendlichen Milch beigegeben wird.

Wer Käse mag, sollte unbedingt Queso Asado probieren – eine dicke Scheibe lokalen Ziegen- oder Schafskäse, goldbraun gegrillt und mit Honig sowie grüner Mojo übergossen. Das ist eine unglaublich sättigende und geschmacklich perfekte Kombination. 💡 Tipp: Vermeide überteuerte Restaurants auf den Strandpromenaden und suche stattdessen die sogenannten Guachinches auf – traditionelle Familienwirtschaften in den Bergen im Norden, wo du zu einfachem Essen den besten Hauswein direkt aus dem Fass bekommst.

Weiter reisen von Teneriffa (und Spanien)

Wer einen längeren Aufenthalt plant und Teneriffa mit einer weiteren Insel verbinden möchte, für den ist die kurze Fährüberfahrt zum grünen La Gomera die naheliegendste Wahl. Viele Reisende nutzen die Kanarischen Inseln auch als großartigen Ausgangspunkt für eine breitere Erkundung des spanischen Festlands, zu dem mehrmals täglich günstige Direktverbindungen fliegen.

Wenn dich das Festland und seine atemberaubende Architektur reizen, lies unseren Reiseführer über Barcelona oder entdecke den Charme der Hauptstadt in unserem Artikel über Madrid. Für Liebhaber südländischer Atmosphäre haben wir einen großartigen Andalusien-Reiseführer mit den 20 schönsten Orten vorbereitet, zu dem ein detaillierter Sevilla-Guide, das maurische Granada und das historische Córdoba nicht fehlen dürfen. Faszinierende Erlebnisse warten auch in der Stadt Ronda oder auf dem legendären Weg Caminito del Rey. Wer die baskische Kultur entdecken möchte, fährt nach San Sebastián oder Bilbao. Einen Strandurlaub kannst du mit einem Stadtbesuch in Valencia verbinden, entspannt ist auch Málaga, und wer die berühmte Partykultur sucht, steuert Ibiza an. Vergiss auch nicht, unsere Übersicht der typischen spanischen Gerichte zu lesen, bevor du ins Restaurant gehst.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf der Insel ein Auto?

Ja, wenn ihr die Insel wirklich kennenlernen wollt und nicht nur am Hotelpool liegen möchtet, kann ich euch einen Mietwagen nur wärmstens empfehlen. Öffentliche Verkehrsmittel verkehren zwar zwischen den größeren Küstenstädten, aber zu den Bergdörfern, Nationalparks und einsamen Stränden kommt ihr ohne Auto nur sehr schwer und verliert dabei viel wertvolle Zeit.

Welchen Flughafen soll ich für die Anreise wählen?

Tenerife hat zwei Flughäfen. Für die meisten internationalen Flüge aus Europa dient der südliche Flughafen Tenerife Sur (TFS), der in unmittelbarer Nähe zu den größten Strandresorts liegt. Den nördlichen Flughafen Tenerife Norte (TFN) nutzt ihr eher, wenn ihr vom spanischen Festland umsteigt (zum Beispiel in Madrid) oder zu den umliegenden kleineren Inseln weiterfliegen möchtet.

Ist der Ozean im Winter warm genug zum Baden?

Das Wasser im Atlantik erreicht zwar nie die Temperaturen des Mittelmeers im August, aber baden kann man hier das ganze Jahr über. In den kältesten Monaten von Januar bis März liegt die Wassertemperatur bei etwa neunzehn Grad, was für eine Erfrischung an der sonnengefluteten Südküste völlig ausreichend ist.

Wo ist es wärmer, im Norden oder im Süden?

Der Unterschied ist enorm. Der trockene Süden rund um Costa Adeje wird durch die hohen Berge in der Inselmitte geschützt, hier hält sich die Sonne, es gibt kaum Niederschläge und die Temperaturen sind stabil hoch. Der Norden um Puerto de la Cruz ist deutlich grüner, feuchter, oft ziehen Wolken auf und gefühlt kann es hier locker fünf Grad kühler sein.

Wie viele Tage brauche ich, um die Insel zu erkunden?

Das absolute Minimum für einen Besuch ist eine ganze Woche, aber selbst dann müsst ihr viele interessante Orte auslassen. Wenn ihr in Ruhe Ausflüge in die Berge (Teide, Anaga, Masca) mit Entspannung an den Stränden und dem Besuch historischer Städte kombinieren möchtet, sind zehn bis vierzehn Tage die ideale Dauer.

Sollte ich die Genehmigung für den Teide schon von zuhause regeln?

Auf jeden Fall. Besonders seit 2026 sind die Regeln für den Aufstieg sehr streng, die Kapazität der Wege ist begrenzt und die Slots für den Gipfel selbst sind Monate im Voraus ausgebucht. Wenn ihr die Genehmigung nicht schon von zuhause aus reserviert habt, bekommt ihr vor Ort nur noch durch puren Zufall einen Platz aus stornierten Reservierungen anderer Touristen.

Sind die Kanarischen Inseln teuer?

Das Preisniveau ist hier sehr angenehm, im Durchschnitt etwas niedriger als auf dem spanischen Festland oder in Westeuropa, und das dank eines speziellen ermäßigten Steuersystems. Benzin, Lebensmittel in Supermärkten und Essen in lokalen Restaurants abseits der touristischen Hauptpromenaden werden euch mit sehr vernünftigen Preisen positiv überraschen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Mallorca, Spanien: 25 Tipps, was man sehen und tun kann

TL;DRMallorca liefert 25 konkrete Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten: von der gotischen Kathedrale La Seu und dem Castell de Bellver in Palma über die Bergdörfer Valldemossa, Deià und Sóller im Gebirge Serra de Tramuntana (UNESCO-Weltnaturerbe) bis hin zu Stränden wie Es Trenc, Cala Mondragó oder Caló des Moro. Die beste Reisezeit sind die Übergangsmonate Mai, Juni, September und Oktober, wenn das Meer rund 26 °C hat und es weder zu heiß noch zu überfüllt ist. Besucher zahlen eine Öko-Steuer von 2 bis 4 Euro pro Nacht, je nach Art der Unterkunft. Zu den Highlights zählen die historische Zugfahrt nach Sóller für 25 Euro, die Tropfsteinhöhlen Coves del Drach mit einem Eintritt von rund 17 Euro und der spektakuläre Aussichtspunkt Cap de Formentor, den man im Sommer nur mit dem Shuttlebus erreicht.

Kennst du das Gefühl, wenn du von einem Ort so oft gehört hast, dass du das Gefühl bekommst, ihn schon in- und auswendig zu kennen? Mallorca Spanien ist genau so eine Destination – sie leidet und lebt zugleich von ihrem Ruf. Ich war zwar einmal als Kind mit meiner Mutter und meinem Bruder hier, aber ehrlich gesagt erinnere ich mich nur noch an Sandburgenbauen und eine riesige Portion Eis. 😅 Wenn man diese größte Baleareninsel jedoch mit erwachsenen, praktischen Augen betrachtet, stellt man fest, dass sie eigentlich ein faszinierender Mikrokontinent ist. Sie bietet nämlich absolut alles, was man von einem perfekten Urlaub erwartet, und begeistert sowohl ambitionierte Radfahrer als auch Kunst- und Geschichtsliebhaber.

In diesem Artikel findest du 25 Tipps, was du auf Mallorca sehen und tun kannst, damit du die Insel in vollen Zügen genießt und die schlimmsten Touristenfallen vermeidest. Wir schauen uns die majestätischen Sehenswürdigkeiten in Palma an, erkunden die dramatischen Berge der Serra de Tramuntana und lassen die schönsten Buchten mit türkisblauem Wasser nicht aus. Ich erkläre dir außerdem, wo du am besten übernachtest, wie der lokale Nahverkehr funktioniert und worauf du achten solltest, um keine saftigen Bußgelder für Falschparken in Schutzgebieten zu kassieren.

Zusammenfassung

  • Hauptstadt Palma: Das Wahrzeichen ist die beeindruckende gotische Kathedrale La Seu – Tickets unbedingt vorab online kaufen – sowie die historische Altstadt voller Tapas-Bars.
  • Berge und Dörfer: Das Gebirge Serra de Tramuntana (UNESCO) birgt Juwelen wie Valldemossa, das Künstlerdorf Deià und das Städtchen Sóller, zu dem ein legendärer historischer Zug fährt.
  • Dramatischer Norden: Cap de Formentor bietet die schönsten Aussichten, aber im Sommer gilt dort ein striktes Fahrverbot für Autos – du musst den Pendelbus nutzen.
  • Beste Strände: Im Süden und Osten findest du den karibischen Strand Es Trenc sowie die fotogenen Buchten Cala Mondragó und Cala Llombards.
  • Touristensteuer: Auf allen Baleareninseln wird die sogenannte Ecotasa erhoben, die je nach Unterkunftsart variiert und vor Ort bezahlt wird.
  • Anreise: Von deutschen Flughäfen fliegen Eurowings, Ryanair und Condor direkt nach Mallorca; auf der Insel kommt man am besten mit einem Mietwagen voran, in die Berge reichen aber oft auch die gut funktionierenden Busse.

Wann nach Mallorca reisen

Wenn du überlegst, wann du dein Ticket buchen sollst, ist die Nebensaison das ideale Zeitfenster für einen Besuch – also die Monate Mai, Juni sowie September und Oktober. In diesen Monaten ist das Meer bereits oder noch angenehm warm (im September hält das Wasser wohltuende 26 °C), und du vermeidest zuverlässig die schlimmsten Hitzewellen sowie die extremen Touristenmassen. Mallorca ist zwar theoretisch eine ganzjährige Destination, aber bedenke, dass in den Wintermonaten die meisten Hotels und Restaurants an der Küste geschlossen sind. Der Winter ist dafür ideal zum Radfahren und Wandern, da die Temperaturen bei etwa 15 Grad bleiben.

Vergiss bei der Budgetplanung nicht, dass die balearische Regierung eine Nachhaltigkeitstourismussteuer, die sogenannte Ecotasa, erhebt. Sie wird von jedem Besucher ab 16 Jahren direkt in der Unterkunft bezahlt. In der Hauptsaison von Mai bis Oktober kostet eine Nacht im Vier-Sterne-Hotel 3 bis 4 Euro extra pro Person, in normalen Apartments sind es etwa 2 Euro. Ab dem neunten Aufenthaltstag halbiert sich dieser Satz, was ein nettes Bonbon für alle ist, die einen längeren Urlaub planen. Außerhalb der Saison sind diese Gebühren nur ein Bruchteil davon.

Wo auf Mallorca übernachten

💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornierungsbedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl der Unterkunftslage ist absolut entscheidend und hängt vor allem davon ab, was du auf der Insel machen möchtest. Wer Geschichte erkunden, Gastronomie genießen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln Ausflüge unternehmen möchte, ist in der Hauptstadt Palma de Mallorca bestens aufgehoben. Für Bergliebhaber, Radfahrer und alle, die ruhige Abende bevorzugen, ist die nordwestliche Küste rund um das Städtchen Sóller ideal. Familien mit Kindern wählen oft die nördliche Bucht bei der historischen Alcúdia, wo breite Sandstrände mit sehr flachem Einstieg ins Meer locken. Buchungen solltest du immer frühzeitig vornehmen, denn die besten Kapazitäten sind schon im Frühjahr vergriffen. Booking.com eignet sich hervorragend zur Reservierung – von Luxusvillen bis hin zu gemütlichen Apartments findest du dort alles.

In der Hauptstadt Palma kannst du zum Beispiel im wunderschönen Hotel Saratoga übernachten, das einen Dachpool mit atemberaubendem Blick direkt auf die Kathedrale bietet und in der Nähe der Altstadt liegt. Wer etwas Intimeres in der Tramuntana-Region sucht, findet im charmanten Ecocirer Healthy Stay in Sóller wunderschön gestaltete Zimmer und fantastische vegetarische Frühstücke aus lokalen Zutaten. In Alcúdia im Norden der Insel kannst du das Boutique-Hotel Hotel Can Mostatxins ausprobieren, das in einem renovierten historischen Gebäude untergebracht ist und eine einzigartige Atmosphäre ausstrahlt.

25 Tipps, was man auf Mallorca sehen und tun kann

Mallorca ist unglaublich vielseitig und bietet so viele interessante Orte, dass ein einziger Urlaub definitiv nicht ausreicht. Lass uns einen Blick auf das Beste werfen, was die Insel zu bieten hat – von majestätischen historischen Sehenswürdigkeiten über Bergdörfer bis hin zu versteckten Buchten, die du nicht verpassen solltest.

1. Kathedrale La Seu in Palma

Das Wahrzeichen Palmas ist die beeindruckende Kathedrale La Seu, die stolz direkt über der Promenade thront und alle Schiffe begrüßt, die in den Hafen einlaufen. Dieses Meisterwerk der levantinischen Gotik wurde über mehrere Jahrhunderte errichtet, und seine Sandsteinwände leuchten beim Sonnenuntergang in unglaublichen Farben. Ein Eintritt ins Innere lohnt sich in jedem Fall, denn das Interieur ist wenn möglich noch beeindruckender als das Äußere.

Im Inneren verschlägt dir eines der größten Rosettenfenster der Welt den Atem – es wird liebevoll „Auge der Gotik“ genannt. Morgens scheint die Sonne hindurch und zaubert ein magisches Farbenspiel an die gegenüberliegende Wand. Am Interieur wirkte zudem Anfang des 20. Jahrhunderts der berühmte katalanische Architekt Antoni Gaudí mit, dessen Handschrift am riesigen Kronleuchter über dem Altar zu erkennen ist.

💡 Lokaler Tipp: Kaufe die Tickets unbedingt vorab auf der offiziellen Website, um endlose Warteschlangen zu vermeiden. Wenn möglich, zahle den Aufpreis für den Zugang zu den Dachterrassen (meist von Frühjahr bis Herbst zugänglich) – der Panoramablick auf die ganze Stadt ist phänomenal.

2. Verlier dich in den Gassen der Altstadt von Palma

Direkt hinter der Kathedrale beginnt ein verschachteltes Labyrinth der Altstadt, das seinen mittelalterlichen und arabischen Charakter bewahrt hat. Der beste Weg, es zu erkunden, ist einfach die Karte wegzupacken und sich von den engen Gassen treiben zu lassen. Du stößt auf schattige Innenhöfe alter Stadtpalais, kleine Kunsthandwerksläden und gemütliche Cafés, die zum Verweilen einladen.

Die Hauptachse dieses Viertels ist die breite Promenade Passeig del Born, gesäumt von Platanen und Luxusboutiquen. Rundherum gibt es Dutzende hervorragende Tapas-Bars, die qualitativ dem spanischen Festland in nichts nachstehen. Abends pulsiert das Leben hier auf eine unwiderstehliche Weise.

💡 Lokaler Tipp: Schau im historischen Markt Mercat de l’Olivar vorbei, wo du die frischesten lokalen Zutaten findest – eine riesige Auswahl an Käse, Oliven und frischem Obst. Ein großartiger Ort für ein authentisches und günstiges Mittagessen.

3. Die runde Burg Castell de Bellver

Etwa drei Kilometer vom Zentrum Palmas entfernt thront auf einem bewaldeten Hügel das Castell de Bellver, eine einzigartige gotische Burg aus dem 14. Jahrhundert. Was sie so besonders macht, ist ihr völlig einzigartiger runder Grundriss mit einem wunderschönen Innenhof, der von zweigeschossigen Arkaden umgeben ist. Vergleichbare Bauwerke gibt es in Europa kaum.

Ursprünglich diente sie als königliche Residenz, später als Militärgefängnis – heute beherbergt sie ein interessantes Stadthistorisches Museum. Der Eintritt kostet etwa 4 Euro und belohnt dich mit dem besten Panoramablick auf ganz Palma, die Bucht und das Tramuntana-Gebirge im Hintergrund.

💡 Lokaler Tipp: Sonntags ist der Eintritt in die Burg für alle kostenlos. Man kann mit dem Auto hinauffahren, aber viel schöner ist ein Spaziergang durch den Kiefernwald direkt aus der Stadt.

4. Das Gebirge Serra de Tramuntana (UNESCO)

Das Rückgrat der Westseite der Insel bildet das monumentale Kalksteingebirge Serra de Tramuntana, das wegen seiner einzigartigen Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe zählt. Das ist ein völlig anderes Mallorca, als du es aus Reisekatalogen kennst. Steile Gipfel fallen hier direkt ins Meer, terrassenförmige Felder sind mit uralten Olivenbäumen bepflanzt, und die Luft duftet nach Rosmarin und Kiefern.

Durch das gesamte Gebirge schlängelt sich die fantastische, wenn auch anspruchsvolle Straße Ma-10, die ein absolutes Paradies für Autofahrer und Radfahrer ist. Diese kurvenreichen Serpentinen erfordern etwas Konzentration, aber die Aussichten, die sich hinter jeder Kurve auftun, sind schlicht unbezahlbar.

💡 Lokaler Tipp: Wenn du ein Auto mietest, wähle lieber ein kleineres Modell. Die Bergstraßen sind eng, das Ausweichen mit entgegenkommenden Bussen ist oft adrenalinreich, und mit einem kleinen Auto findest du viel leichter einen Parkplatz.

5. Das romantische Valldemossa

Valldemossa ist wohl das berühmteste Bergdorf der ganzen Insel – und das zu Recht. Die steinernen Häuschen mit dunkelgrünen Fensterläden schmiegen sich in ein von Bergen umrahmtes Tal, und jede Gasse ist mit Hunderten von Blumentöpfen geschmückt. Weltberühmt wurde der Ort vor allem durch den polnischen Komponisten Frédéric Chopin und die französische Schriftstellerin George Sand, die hier im Winter 1838/1839 einen berühmten, wenn auch etwas unglücklichen Aufenthalt verbrachten.

Man kann das alte Kartäuserkloster besuchen, in dem Chopin seine Préludes komponierte, aber der größte Zauber liegt im einfachen Schlendern durch die Gassen. Das Dorf ist unglaublich fotogen, voller kleiner Galerien und Cafés, in denen man den Nachmittagskaffee in Ruhe genießen kann.

💡 Lokaler Tipp: Valldemossa ist tagsüber voll von Kreuzfahrttouristen. Komm entweder früh morgens oder erst am späten Nachmittag, wenn die Massen verschwunden sind und das Dorf seine magische Atmosphäre zurückgewinnt.

6. Die Künstlerenklave Deià

Nur ein paar Kilometer weiter auf der Küstenstraße stößt du auf Deià, ein Dörfchen, das sich den Ruf als inoffizielle Künstler- und Bohème-Hauptstadt Mallorcas erworben hat. Der englische Schriftsteller Robert Graves verbrachte den Großteil seines Lebens hier, und nach ihm strömten Maler, Musiker und Hollywood-Prominenz herbei, die Ruhe und Inspiration suchten.

Deià thront hoch auf einem Hügel, und die ockerfarbenen Häuser kaskadieren hangabwärts. Vom Dorf führt ein steiler, aber wunderschöner Wanderweg hinunter ans Meer zur Bucht Cala Deià, wo ein kleiner Kieselstrand und zwei rustikale Restaurants direkt am Wasser auf dich warten.

💡 Lokaler Tipp: Parken in Deià ist der reinste Alptraum, da Stellplätze absolute Mangelware sind. Am besten lässt du das Auto am Parkplatz am Ortsrand stehen oder nimmst den lokalen Bus von Palma, der sehr zuverlässig fährt.

7. Der historische Holzzug nach Sóller

Die Fahrt von Palma nach Sóller gilt als eines der schönsten Erlebnisse auf ganz Mallorca. Seit 1912 fährt hier nämlich ein historischer Holzzug, der sich langsam durch die Berglandschaft schlängelt. In knapp einer Stunde Fahrtzeit passierst du 13 Tunnel, überquerst mehrere Viadukte und genießt die Aussicht auf Mandel- und Olivenhaine.

Der Innenraum des Zuges mit Holzbänken und Messingdetails versetzt dich sofort hundert Jahre zurück. Die Hin- und Rückfahrkarte kostet etwa 25 Euro – absolut jeden Cent wert. Ein Erlebnis, das nicht nur Kinder, sondern auch romantikbegeisterte Erwachsene lieben werden.

💡 Lokaler Tipp: In der Saison sind Zugtickets schnell ausverkauft, also sei mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt am Bahnhof in Palma. Die besten Ausblicke sollen auf der linken Seite des Waggons in Fahrtrichtung sein.

8. Das Städtchen Sóller und seine Zitrusfrüchte

Sóller selbst, gelegen in einem fruchtbaren Tal umgeben von den höchsten Gipfeln der Tramuntana, ist absolut bezaubernd. Die Stadt wird „Orangental“ genannt, denn dank ihres einzigartigen Mikroklimas gedeihen hier Zitrusfrüchte außerordentlich gut. Diese bildeten im 19. Jahrhundert die Haupteinnahmequelle der Stadt, was sich auch in der wunderschönen modernistischen Architektur der hiesigen Stadtpalais widerspiegelt.

Das Herz der Stadt ist der lebhafte Plaza de la Constitución, über dem die majestätische Kirche Sant Bartomeu thront. In einem der Cafés zu sitzen, frisch gepressten Orangensaft zu trinken und das bunte Treiben zu beobachten – das ist einfach die Definition mallorquinischer Gelassenheit.

💡 Lokaler Tipp: Versäume nicht den Besuch des lokalen Botanischen Gartens (Jardí Botànic), der sich auf die Erhaltung seltener balearischer Pflanzen spezialisiert hat – eine wunderschöne Oase der Ruhe, nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt.

9. Die historische Straßenbahn nach Port de Sóller

Von Sóller musst du nicht zu Fuß ans Meer laufen – einfach in die historische Straßenbahn einsteigen, die seit 1913 in Betrieb ist. Die fünf Kilometer lange Strecke führt dich direkt durch Gärten voller Zitronen- und Orangenbäume, manchmal so nah an Häuserwänden vorbei, dass du sie fast berühren könntest, und setzt dich direkt an der Uferpromenade von Port de Sóller ab.

Port de Sóller ist ein wunderschöner hufeisenförmiger Hafen, den zwei Leuchttürme bewachen. Entlang der Bucht führt eine breite Promenade mit Restaurants, und es gibt einen angenehmen Sandstrand, wo du dich nach einem anstrengenden Tag in den Bergen erfrischen kannst.

💡 Lokaler Tipp: Das Straßenbahnticket wird direkt beim Schaffner im Wagen gekauft (kostet ca. 8 Euro pro Strecke). Ein kombiniertes Ticket für Zug aus Palma und Straßenbahn ist deutlich günstiger als der Kauf der einzelnen Abschnitte.

10. Fornalutx: Das schönste Dorf Spaniens

Oberhalb von Sóller liegt das Dörfchen Fornalutx, das regelmäßig auf den vorderen Plätzen der Listen der schönsten Dörfer ganz Spaniens landet – und das aus gutem Grund. Die goldenen Steinhäuser mit roten Dächern verschmelzen hier perfekt mit den umliegenden Bergen und den Terrassen voller Orangenbäume.

Es ist ein Ort, an dem es sich lohnt, einfach durch die engen Gassen zu schlendern, die traditionellen bemalten Dachziegel zu bewundern und die unglaubliche Stille zu genießen. Vom Dorf aus führen mehrere herrliche Wanderwege in die umliegenden Hügel mit tollen Ausblicken auf das gesamte Sóller-Tal.

💡 Lokaler Tipp: Unternimm eine Wanderrunde von Sóller durch das Dörfchen Biniaraix bis nach Fornalutx. Das dauert etwa zwei Stunden gemütlicher Wanderung durch herrliche Natur und ist viel entspannter als die Parkplatzsuche mit dem Auto.

11. Die wilde Straße zur Sa Calobra

Wenn du gerne fährst und keine Höhenangst hast, wird die Fahrt zur Bucht Sa Calobra ein unvergessliches Erlebnis für dich sein. Der italienische Ingenieur Antonio Parietti entwarf diese zwölf Kilometer lange Straße in den 1930er-Jahren so, dass sie die Natur so wenig wie möglich beeinträchtigt. Das Ergebnis ist ein unglaubliches Ingenieursbauwerk voller Haarnadelkurven, die 800 Höhenmeter bis ans Meer hinabsteigen.

Die berühmteste Stelle der Route ist die Haltestelle Nus de Sa Corbata (Krawatten-Knoten), wo die Straße sich in einer 270-Grad-Schlaufe selbst unterquert. Es ist eines der meistfotografierten Motive auf Mallorca, und obwohl das Fahren starke Nerven erfordert, sind die Ausblicke spektakulär.

💡 Lokaler Tipp: Fahre hier entweder sehr früh morgens oder erst am späten Nachmittag hin. Tagsüber fahren Dutzende großer Touristenbusse auf der Straße, denen man in den engen Kurven nur sehr schwer ausweichen kann, und es bilden sich oft lange Staus.

12. Die dramatische Schlucht Torrent de Pareis

Am Ende der verrückten Straße zur Sa Calobra wartet als Belohnung eine der eindrucksvollsten Naturkulissen der gesamten Insel. Nach einem kurzen Spaziergang durch beleuchtete Felsentunnel erreichst du einen kleinen Kieselstrand an der Mündung der gigantischen Kalksteinschlucht Torrent de Pareis.

Die Felswände ragen hier über 200 Meter empor und bilden ein gewaltiges natürliches Amphitheater. Wer gut in Form ist und festes Schuhwerk trägt, kann sich auf einen Trek tiefer in die Schlucht wagen. Das Gelände ist allerdings recht anspruchsvoll – voller riesiger Felsblöcke – also bitte die eigenen Kräfte nicht überschätzen.

💡 Lokaler Tipp: Dank der hohen Schluchtenwände herrscht hier eine großartige Akustik, und im Sommer werden gelegentlich beeindruckende A-cappella-Konzerte veranstaltet. Das Wasser am Strand ist wegen der Tiefe selbst im August recht kalt – ideal also zum Abkühlen.

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13. Der Leuchtturm auf den Klippen von Cap de Formentor

Die nördliche Spitze der Insel, die Halbinsel Formentor, bietet die absolut dramatischsten Ausblicke auf den gesamten Balearen. Die schmale Straße schlängelt sich hier auf den Klippen hoch über dem Meeresspiegel entlang, passiert mehrere wunderschöne Aussichtspunkte (unbedingt am Mirador es Colomer anhalten) und endet an einem einsamen Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert, wo man das Gefühl hat, am Ende der Welt zu stehen.

⚠️ Achtung: strenge Verkehrsbeschränkungen! Wegen des enormen Verkehrsdrucks und zum Schutz der empfindlichen Natur ist die Straße zum Leuchtturm vom 1. Juni bis 30. September für Privatfahrzeuge täglich von 10:00 bis 22:00 Uhr vollständig gesperrt. In diesem Zeitfenster erreichst du das Kap ausschließlich mit dem speziellen Pendelbus (Linie 334), der von Alcúdia oder Port de Pollença abfährt. Das Ignorieren dieses Verbots zieht automatisch ein saftiges Bußgeld durch ein Kamerasystem nach sich.

💡 Lokaler Tipp: Wer Formentor mit dem Auto und ohne Menschenmassen erleben möchte, sollte früh aufstehen und zum Sonnenaufgang herfahren. Ein absolut magisches Erlebnis, die Beschränkungen treffen zu dieser Zeit noch nicht zu, und die Kulisse im Morgenlicht ist unvergesslich.

14. Das historische Alcúdia und seine alten Stadtmauern

Im Nordosten der Insel liegt Alcúdia, eine wunderschön erhaltene mittelalterliche Stadt, die vollständig restauriert wurde. Das historische Zentrum ist von mächtigen Steinmauern aus dem 14. Jahrhundert umgeben, auf denen man zum Großteil sogar spazieren und die Stadt von oben bewundern kann.

Innerhalb der Mauern findest du ein Netz malerischer Fußgängergassen mit Renaissancepalästen, kleinen Boutiquen und hervorragenden Restaurants. Gleich hinter der Stadt befinden sich zudem die Ruinen der antiken römischen Stadt Pollentia, die belegen, dass diese Gegend schon vor mehr als zweitausend Jahren besiedelt war.

💡 Lokaler Tipp: Jeden Dienstag und Sonntag vormittags finden in Alcúdia riesige traditionelle Märkte statt. Die Stadt füllt sich mit Ständen voller lokaler Produkte, Kleidung und Kunsthandwerk. Eine tolle Gelegenheit für Souvenirs – aber rechne mit echtem Trubel.

15. Pollença und die 365 Stufen zur Kalvarienbergkapelle

Nur ein kurzes Stück von Alcúdia ins Landesinnere liegt das Städtchen Pollença, das sich eine sehr authentische und ruhige Atmosphäre bewahrt hat. Seine größte Herausforderung und zugleich schönste Sehenswürdigkeit ist der Kalvarienberg (El Calvari), zu dessen Gipfel genau 365 Steinstufen führen – eine für jeden Tag des Jahres.

Der Aufstieg, gesäumt von alten Zypressen, kostet in der Sommerhitze zwar etwas Kraft, aber der Ausblick von der kleinen Kapelle auf dem Gipfel über die ganze Stadt und die Nordküste ist die Mühe allemal wert. Unten auf der Plaça Major kannst du dich dann mit einem hervorragenden Kaffee belohnen und das lokale Treiben beobachten.

💡 Lokaler Tipp: Etwas außerhalb von Pollença befindet sich die alte Römerbrücke (Pont Romà), die noch immer in Betrieb ist – ein schöner, ruhiger Ort für eine kurze Rast und ein Foto.

16. Die Unterwelt der Coves del Drach

Mallorca ist buchstäblich von Höhlensystemen durchzogen, aber die Drachenhöhlen (Coves del Drach) beim Städtchen Porto Cristo an der Ostküste sind ein absolutes Unikat. Dieser riesige unterirdische Komplex verbirgt eine faszinierende Tropfsteinwelt, die wunderschön und stimmungsvoll beleuchtet ist.

Das eigentliche Highlight ist aber einer der größten unterirdischen Seen der Welt – der Martel-See. Die Höhlentour gipfelt in einem riesigen Saal, wo du im Dunkeln sitzt und beleuchtete Boote mit Musikern auf dich zufahren, die ein Live-Konzert mit klassischer Musik spielen. Das ist zwar ziemlich touristisch, visuell aber sehr beeindruckend.

💡 Lokaler Tipp: Der Eintritt kostet etwa 17 Euro, und eine Online-Reservierung für einen bestimmten Zeitslot ist absolut notwendig, da die Kapazität begrenzt ist und es vor Ort oft hoffnungslos ausverkauft ist.

17. Die mittelalterliche Burg in Capdepera

An der östlichsten Spitze der Insel überragt das Städtchen Capdepera eine imposante mittelalterliche Festung aus dem 14. Jahrhundert. Sie wurde zum Schutz der Einheimischen vor ständigen Piratenüberfällen erbaut, und bis heute sind ihre mächtigen Mauern mit Wehrtürmen erhalten.

Das Burggelände ist überraschend weitläufig und bietet fantastische Aussichten auf die Ostküste. Bei klarem Wetter kann man von hier über das Meer sogar die Nachbarinsel Menorca sehen. Besonders im Frühling, wenn die Umgebung der Burg in wilden Blumen erblüht, ist es ein romantischer Anblick.

💡 Lokaler Tipp: Der Aufstieg zur Burg führt durch recht steile Gässchen aus dem Ortszentrum. Fahr nicht mit dem Auto bis nach oben – die Straßen sind dort unglaublich eng, und das Parken an der Burg ist praktisch unmöglich. Lass das Auto unten auf dem Hauptparkplatz stehen.

18. Der karibische Strand Es Trenc

Wer einen langen Streifen strahlend weißen Sandes und türkisblaues Wasser sucht, sollte in den Süden der Insel zum Strand Es Trenc fahren. Es ist wahrscheinlich der berühmteste Naturstrand auf Mallorca und wird oft als das europäische Karibik bezeichnet. Er misst stattliche drei Kilometer, und in seiner unmittelbaren Umgebung stehen keine großen Hotelkomplexe.

Den Strand säumt ein Schutzgebiet aus Sanddünen und Kiefernhainen, hinter denen sich traditionelle Salzfelder (Salinas) befinden, auf denen das berühmte mallorquinische Meersalz bis heute gewonnen wird. Das Wasser ist unglaublich flach und klar – ideal für Familien mit Kindern.

💡 Lokaler Tipp: Das Parken bei Es Trenc ist kostenpflichtig (ca. 7 Euro pro Tag) und in der Saison schnell voll. Die Zufahrtsstraße führt durch eine enge Straße zwischen den Salzfeldern, sodass es nachmittags, wenn die Leute abfahren, zu unangenehmen Staus kommen kann.

19. Die dramatische Bucht Caló des Moro

Caló des Moro ist optisch eine der atemberaubendsten Buchten, die du je in deinem Leben sehen wirst. Die tief in hohe Klippen eingeschnittene Bucht bietet ein Wasser, das so blau ist, dass es retuschiert wirkt. Leider ist genau diese Fotogenität ihr zum Verhängnis geworden, und in den letzten Jahren ist sie extrem überlaufen.

⚠️ Wichtige Warnung: Hier gibt es keine Rettungsschwimmer, Toiletten oder Imbissständer, und der eigentliche Sandstrand ist winzig. Wenn du hierher möchtest, musst du sehr früh morgens ankommen (idealerweise vor acht Uhr) und Wochenenden unbedingt meiden. Tagsüber drängen sich die Menschen buchstäblich auf den Felsen, und man muss oft lange Schlange stehen, nur um hinunterzusteigen.

💡 Lokaler Tipp: Das Auto muss auf dem kostenlosen Parkplatz im Dorf Cala Llombards stehen bleiben, und man geht etwa 20 Minuten zu Fuß. Überprüfe die Navigation, da die umliegenden Straßen für Nicht-Anwohner streng gesperrt sind und die Polizei hier Bußgelder am laufenden Band verteilt.

20. Naturpark und Bucht Cala Mondragó

Wer von den Massen am Caló des Moro abgeschreckt wird, findet in Cala Mondragó im Südosten eine hervorragende und deutlich ruhigere Alternative. Sie liegt inmitten eines geschützten Naturparks, sodass es hier keine massive Bebauung gibt – nur eine wunderschöne Bucht, gesäumt von dichten Pinienwäldern, die angenehmen natürlichen Schatten spenden.

Die Bucht bietet unglaublich feinen Sand und einen sehr flachen Meereseinstieg. Außerdem führt von hier ein schöner in den Fels gehauener Küstenweg, über den man in fünf Minuten den benachbarten, etwas größeren und ebenso schönen Strand S’Amarador erreicht.

💡 Lokaler Tipp: Im Naturpark Mondragó gibt es mehrere kurze Wanderrouten (1 bis 3 Kilometer). Geh sie am späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr so brennt, und genieße den Duft der Kiefern und die Aussichten von den Klippen.

21. Die fotogene Cala Llombards

Ganz in der Nähe von Caló des Moro liegt ein weiteres Juwel der südöstlichen Küste – Cala Llombards. Es handelt sich um eine klassische schmale „Cala“ (Bucht), die tief in die Kalksteinfelsen eingeschnitten ist. Das Wasser ist hier absolut ruhig, wind- und wellengeschützt und unglaublich klar – perfekt zum Schnorcheln entlang der Felswände.

Auf einer Seite des Felsens findest du malerische alte Garagen für Fischerboote, die dem Ort einen authentischen Charakter verleihen und einen wunderbaren Hintergrund für Fotos bieten. Am Strand ist in der Saison außerdem eine kleine Strandbar (Chiringuito) geöffnet, die hervorragende Cocktails mixt.

💡 Lokaler Tipp: Der Parkplatz ist direkt am Strand und kostenlos, aber die Kapazität ist begrenzt. Erkunde die rechte Seite des Felsens, wo in den Stein gehauene Stufen zu kleinen Betonplattformen führen, von denen man ins Wasser springen kann – und wo deutlich mehr Ruhe herrscht.

22. Die romantische Bucht Cala Pi

An der Südküste, von steilen kiefernbewachsenen Klippen umgeben, verbirgt sich Cala Pi. Dieser Strand ist vor allem wegen des ikonischen Ausblicks vom Klippenrand bekannt, wo sich eine kleine Aussichtsplattform befindet, von der man die besten Fotos des gesamten türkisfarbenen Fjords schießt.

Um an den Strand zu gelangen, muss man eine ziemlich steile steinerne Treppe hinuntersteigen (ca. 150 Stufen) – das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man mit kleinen Kindern oder viel Gepäck unterwegs ist. Die Bucht ist recht schmal und tief ins Festland eingeschnitten, sodass sie perfekt vor Wellen geschützt ist.

💡 Lokaler Tipp: In der Nähe der Bucht befindet sich der historische Wehrturm Torre de Cala Pi, zu dem ein kurzer Spaziergang führt. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf das offene Meer und die nahe gelegene Insel Cabrera.

23. Windmühlen und Mandelbäume im Landesinneren

Während die meisten Touristen automatisch an die Küste strömen, hat das flache Landesinnere Mallorcas (die Region Es Pla) seinen ganz eigenen, sehr ruhigen Charme. Das typische Bild dieser Gegend sind historische Windmühlen mit Leinwandflügeln, die früher zum Abpumpen von Wasser für die Bewässerung der Felder dienten. Viele davon siehst du bereits auf dem Weg vom Flughafen.

Wer die Insel an der Wende von Januar zu Februar besucht, erlebt ein absolutes Naturschauspiel: Ganz Mallorca erblüht in Millionen von Mandelbäumen. Die blühenden Bäume hüllen die Insel in einen weißen und zart rosafarbenen Schleier, und die gesamte Landschaft duftet unglaublich.

💡 Lokaler Tipp: Mache einen Zwischenstopp im Landwirtschaftsstädtchen Sineu direkt im Herzen der Insel. Jeden Mittwoch findet hier der älteste und traditionsreichste Markt Mallorcas statt, der bereits seit dem Mittelalter abgehalten wird und eine wunderbar authentische, fast dörfliche Atmosphäre hat.

24. Der Ballermann und die Playa de Palma

Wenn man von Massentourismus auf Mallorca spricht, denken die meisten an die endlosen Ferienanlagen östlich von Palma – konkret das Gebiet Playa de Palma und S’Arenal. Diese Gegend ist vor allem als Hochburg deutscher Urlauber bekannt, die hierher zur Unterhaltung kommen. Es ist kein Ort, an dem man stille Authentizität sucht, aber es ist gut zu wissen, wie dieses Phänomen funktioniert.

Entlang des langen Sandstrandes verläuft eine belebte Promenade, die in fünfzehn Abschnitte namens „Balnearios“ unterteilt ist. Der bekannteste davon ist Balneario 6 (als Ballermann 6 bekannt), wo sich die größten Biergärten und Clubs befinden, die deutsche Hits spielen. Eine Welt voller Neonlichter und Sangria-Eimern.

💡 Lokaler Tipp: Wer die Partyszene nicht interessiert, aber trotzdem am langen Strand entlangschlendern möchte, leiht sich in Palma ein Fahrrad und fährt auf dem tollen Radweg am Meer entlang hierher. Abseits des Unterhaltungszentrums ist der Strand eigentlich sehr schön und gepflegt.

25. Probiere vegetarischen Tumbet und die süße Ensaïmada

Die balearische Küche ist sehr bodenständig und basiert auf dem, was der trockene Boden und die lokale Sonne hergeben. Für Vegetarier (und alle Gemüseliebhaber) ist es ein absolutes Muss, den traditionellen Tumbet zu probieren. Das ist Mallorcas Antwort auf das französische Ratatouille – köstliche Schichten aus gebratenem Auberginen, Kartoffeln und roten Paprika, die mit einer dichten und reichhaltigen Tomatensauce überbacken werden. Sättigend, geschmacksintensiv und absolut fantastisch.

Zum Kaffee solltest du unbedingt eine Ensaïmada bestellen. Dieses ikonische süße Gebäck in Spiralform, bestäubt mit Puderzucker, findest du in jeder Bäckerei. Traditionell wird dem Teig Schweineschmalz (Saïm) beigegeben, was ihm seine charakteristische Zartheit verleiht – strenge Veganer sollten daher aufpassen, aber geschmacklich ist es eine Offenbarung. Die Insel ist außerdem für ihre Wurst Sobrasada bekannt, die auf rustikalem Brot als Aufstrich gereicht wird und ein typisches lokales Souvenir ist.

💡 Lokaler Tipp: Die Ensaïmada gibt es in zwei Grundversionen: entweder pur (lisa) oder gefüllt (rellena) – meistens mit Vanillecreme oder „Engelshaar“ (karamellisiertem Kürbis). Am besten schmeckt sie gefüllt und frisch aus dem Ofen.

Wohin weiter von Mallorca

Wenn dich die spanische Atmosphäre begeistert hat und du weitere Reisen auf die Iberische Halbinsel planst, schau dir unbedingt unsere anderen Reiseführer an. Eine tolle Kombination zur Inselruhe ist das pulsierende Barcelona, das von Mallorca bequem per Fähre in wenigen Stunden erreichbar ist. Für Kunst- und Geschichtsliebhaber empfehle ich, Madrid zu erkunden. Wer der Faszination Südspaniens mit arabischer Architektur und Flamenco erliegt, sollte unseren umfangreichen Andalusien-Reiseführer lesen oder direkt in die Tipps zu Sevilla und Granada eintauchen. Und wer auf den Inseln bleiben möchte, aber mehr Partyatmosphäre sucht, liest unseren Artikel über das wilde Ibiza.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man vom Flughafen in Palma ins Zentrum?

Vom internationalen Flughafen (PMI) fährt die regelmäßige Buslinie A1 ins Zentrum von Palma. Die Haltestelle befindet sich direkt vor der Ankunftshalle, die Busse verkehren etwa alle 15 Minuten und ein Ticket kostet 5 Euro (Zahlung beim Fahrer). Die Fahrt zum Hauptplatz Plaça d’Espanya dauert ungefähr 20 Minuten.

Lohnt es sich, auf Mallorca ein Auto zu mieten?

Wenn ihr das Tramuntana-Gebirge und die versteckten Buchten im Osten der Insel erkunden möchtet, ist ein Auto absolut unverzichtbar. Es liegt ganz bei euch, ob ihr es für den gesamten Aufenthalt oder nur für ein paar Ausflugstage mietet. Das öffentliche Busnetz (TIB) ist zwar hervorragend und modern, aber zu den schönsten abgelegenen Stränden bringt es euch nicht.

Ist das Leitungswasser auf Mallorca trinkbar?

Das Leitungswasser auf Mallorca ist zwar theoretisch unbedenklich und hygienisch kontrolliert, schmeckt aber wegen des hohen Kalk- und Chlorgehalts überhaupt nicht gut. Die Einheimischen trinken es normalerweise nicht und kaufen sich Flaschenwasser zum direkten Verzehr. Zum Kochen, Zähneputzen und für Kaffee ist es aber völlig problemlos.

Gibt es auf Mallorca Mücken?

Leider ja, besonders in den Sommermonaten und in Gegenden nahe stehender Gewässer (zum Beispiel beim Nationalpark s’Albufera in der Nähe von Alcúdia). Packt auf jeden Fall ein zuverlässiges Mückenspray ein und für die Steckdosen in der Unterkunft empfiehlt sich ein elektrischer Insektenstecker, damit ihr nachts ruhig schlafen könnt.

Wie sieht es mit dem Bezahlen auf der Insel aus, brauche ich Bargeld?

Mallorca ist ein sehr modernes Reiseziel und ihr könnt fast überall mit Karte zahlen – in Restaurants, Supermärkten und an Tankstellen. Sogar Bustickets bei TIB werden mit Karte bezahlt. Etwas Bargeld (in Euro) solltet ihr euch aber für ländliche Märkte, Trinkgeld in Cafés und den Kauf von Souvenirs bei kleinen Händlern aufheben.

Wie teuer ist Mallorca im Vergleich zum Rest Spaniens?

Mallorca gehört zu den teureren spanischen Reisezielen. Die Preise in Restaurants und Cafés in Palma oder Sóller sind mit Prag vergleichbar oder etwas höher. Deutlich sparen könnt ihr, wenn ihr die großen Touristenpfade meidet und dort esst, wo die Einheimischen essen (sucht nach dem sogenannten menu del día, also dem vergünstigten Mittagsmenü).

Ist Mallorca ein sicheres Reiseziel?

Generell ist Mallorca sehr sicher und die Kriminalität ist niedrig. Das einzige reale Problem sind Taschendiebe, die vor allem in der Hochsaison an überfüllten Orten wie der Kathedrale in Palma, auf lokalen Märkten oder in vollen Bussen operieren. Es reicht, grundsätzlich auf Wertsachen aufzupassen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Lanzarote, Spanien: 20 Tipps, was man sehen und erleben sollte

TL;DRWir haben 20 wichtige Tipps für Lanzarote zusammengestellt: von der Vulkanlandschaft im Nationalpark Timanfaya über die unterirdischen Lavatunnel Jameos del Agua bis zum Weinanbaugebiet La Geria und dem Aussichtspunkt Mirador del Río. Die beste Reisezeit für Aktivurlaub ist März, April, Oktober und November, ganzjährig liegen die Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad. Zum ruhigen Baden eignen sich die südlichen Strände von Papagayo bei Playa Blanca, während der Strand Famara im Nordwesten bei Surfern beliebt ist. Für die Erkundung der Insel plan eine Woche ein, also 7 Tage, plus zwei bis drei zusätzliche Tage für einen Ausflug nach La Graciosa oder Fuerteventura. Dank des Künstlers César Manrique hat sich die Insel ihr authentisches Gesicht bewahrt, hohe Hotelbauten sucht man hier vergeblich.

Stell dir eine Landschaft vor, die aussieht, als wärst du gerade auf dem Mars gelandet – und dabei bist du von Deutschland aus in weniger als vier Stunden mit dem Flieger dort. Lanzarote, Spanien, ist eine faszinierende Insel voller dramatischer Kontraste, wo tiefschwarzem Vulkanlava der tiefblaue Ozean und strahlend weiße Häuser gegenüberstehen. Obwohl die Kanarischen Inseln politisch zu Spanien gehören, wachsen sie geologisch aus dem afrikanischen Festlandsockel hervor – das verleiht ihnen ein unglaublich stabiles und angenehmes Klima das ganze Jahr über. Dank des lokalen Visionärs und Künstlers César Manrique gibt es hier keine hässlichen Hochhaushotels und keinen visuellen Smog; die Insel hat sich ihr authentisches, ästhetisch klares Gesicht bewahrt. Wer nach einem Reiseziel sucht, das weit mehr bietet als endloses Strandliegen, kann sich auf Vulkankrater, einzigartige Weinberge im Ascheboden und unterirdische Lavatunnel freuen. Hier sind die 20 besten Lanzarote Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, damit du deinen Urlaub bis ins kleinste Detail planen kannst.

Zusammenfassung

  • Vulkanlandschaft: Der Nationalpark Timanfaya ist ein absolutes Muss – hier erlebst du geothermische Phänomene und eine Landschaft, die durch gewaltige Eruptionen im 18. Jahrhundert entstanden ist.
  • César-Manrique-Erbe: Die gesamte Insel ist gewissermaßen eine Galerie dieses Künstlers. Unbedingt besuchen: Jameos del Agua, den Aussichtspunkt Mirador del Río und den unglaublichen Kaktusgarten.
  • Einzigartiger Wein: Das Weinanbaugebiet La Geria beeindruckt durch seine Rebstöcke in tiefen Gruben aus Vulkanasche – den lokalen Vulkanwein Malvasia musst du probiert haben.
  • Baden und Surfen: Zum ruhigen Baden geht es zu den Papagayo-Stränden im Süden, während der wilde Strand Famara im Nordwesten das Mekka aller Surfer ist.
  • Wetter und Saison: Lanzarote ist ein Ganzjahresziel mit Temperaturen zwischen 20 und 28 °C – ideal als Flucht vor dem deutschen Winter oder der sommerlichen Hitze auf dem spanischen Festland.
  • Mobilität: Um alle versteckten Ecken zu erkunden, solltest du dir unbedingt ein Auto mieten. Die Straßen sind in ausgezeichnetem Zustand und der Verkehr abseits der großen Urlaubsorte minimal.

Wann nach Lanzarote reisen

Die Kanarischen Inseln werden nicht umsonst als „Inseln des ewigen Frühlings“ bezeichnet – es gibt hier kaum eine echte Nebensaison. Während Deutschland im Januar und Februar in grauen Wolken und Frost versinkt, genießt du auf Lanzarote komfortable Temperaturen, die das ganze Jahr zwischen 20 und 28 °C bleiben. Die Wintermonate sind damit der absolute Höhepunkt der Saison für Besucher aus dem Norden – was sich natürlich auch in etwas höheren Unterkunftspreisen niederschlägt.

Wer in den Sommerferien reist, wird angenehm überrascht sein: Es ist hier deutlich angenehmer als auf dem spanischen Festland oder in Andalusien. Dank kühler Meeresströmungen und konstanter Passatwinde erlebt man selten extreme Hitze, die Luft zirkuliert ständig und am Meer weht es angenehm frisch. Der Ozean hält selbst in den kältesten Wintermonaten eine verträgliche Temperatur von 18 bis 22 °C – wer abgehärtet ist, kann also buchstäblich über Silvester schwimmen gehen.

Für Aktivurlauber, Radfahrer und Wanderer sind März, April, Oktober und November ideal. In diesen Monaten vermeidest du die größten Massen aus Winter- und Sommersaison, die Sonne scheint genau richtig und Flugpreise sind oft am günstigsten. Eine leichte Windjacke solltest du trotzdem einpacken – starker Wind kann die gefühlte Temperatur, besonders abends, spürbar senken.

Wo auf Lanzarote übernachten

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es in der Regel die besten Stornobedingungen. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl der richtigen Unterkunft auf Lanzarote prägt den gesamten Charakter deines Urlaubs. Die meisten Besucher entscheiden sich für einen der drei großen Touristenorte an der Ost- und Südküste, die komplette touristische Infrastruktur und geschützte Strände bieten. Das südlichste Playa Blanca eignet sich ideal für Familien und Erholungssuchende, mit einer schönen langen Promenade und einfachem Zugang zu den berühmten Papagayo-Stränden. Puerto del Carmen ist lebhafter, voller Restaurants und Läden, während Costa Teguise eher sportlich orientierte Reisende und Familien mit älteren Kindern anzieht.

Wer ein ruhigeres, authentischeres Erlebnis abseits des Massentourismus sucht, dem empfehle ich, eine Unterkunft im Landesinneren in Betracht zu ziehen. Dörfer wie Haría, Yaiza oder Teguise bieten wunderschöne traditionelle weiße Häuser und sogenannte „Fincas“, die oft private Pools und herrliche Gärten verbergen. Für Surfer und freiheitsliebende Geister ist das Dorf Caleta de Famara an der raueren Nordwestküste die klare Wahl – hier herrscht entspannte Atmosphäre und die Straßen sind manchmal von Sand verweht.

Am bequemsten buchst du deine Unterkunft über Booking.com, wo du alles von günstigen Apartments bis hin zu luxuriösen Fünf-Sterne-Resorts findest. Wer echten Luxus direkt am Strand sucht, sollte sich das wunderschöne Princesa Yaiza Suite Hotel Resort in Playa Blanca ansehen – ein Haus mit erstklassigem Service. Eine goldene Mitte mit schönem Design und ausgezeichneter Lage bietet das beliebte Hotel Lava Beach in Puerto del Carmen, von dem aus alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Insel gut erreichbar sind.

20 Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Lanzarote

Die Insel bietet eine faszinierende Mischung aus rauer Vulkannatur, einzigartiger Architektur und wunderschöner Küste. Hier sind 20 Orte und Aktivitäten, die bei einer Reise nach Lanzarote, Spanien, keinesfalls fehlen sollten – für alle, die die Insel wirklich in ihrer ganzen Tiefe kennenlernen möchten.

1. Nationalpark Timanfaya und die Feuerberge

Das absolute Herzstück der Insel ist der Nationalpark Timanfaya, ein weitläufiges Gebiet, das durch katastrophale Vulkanausbrüche zwischen 1730 und 1736 geformt wurde. Die Landschaft wirkt so außerirdisch, dass hier angeblich Fahrzeuge für Mond- und Marsmissionen getestet wurden. Am Besucherzentrum Islote de Hilario erwarten dich beeindruckende geothermische Vorführungen, bei denen Wasser in Bohrungen im Boden gegossen wird und sofort als mächtiger Dampfstrahl herausschießt.

Den Park selbst kannst du nicht mit dem eigenen Auto durchfahren – du musst in einen Spezialbus umsteigen, der dich auf der sogenannten Ruta de los Volcanes mitnimmt. Diese rund vierzigminütige Fahrt durch enge Wege zwischen Lavafeldern und Kratern, begleitet von dramatischer Musik und Kommentaren, ist absolut atemberaubend. Direkt am Besucherzentrum befindet sich außerdem das einzigartige Restaurant El Diablo, das César Manrique entworfen hat und in dem Speisen ausschließlich auf einem riesigen Grill über der Erdwärme des Vulkans zubereitet werden.

💡 Tipp: In der Hochsaison können die Warteschlangen am Eingang des Nationalparks extrem lang sein – bis zu einer Stunde Wartezeit ist möglich. Fahre direkt zur Öffnungszeit gegen neun Uhr morgens oder alternativ erst am späten Nachmittag, wenn die Reisegruppen zurück in die Hotels gefahren sind.

2. Jameos del Agua

Eines der Hauptwerke des genialen César Manrique zeigt, wie man rohe Natur und moderne Architektur zur absoluten Perfektion miteinander verbinden kann. Jameos del Agua ist Teil eines riesigen unterirdischen Lavatunnels, der vor Tausenden von Jahren durch den Ausbruch des Vulkans Monte Corona entstand. Manrique verwandelte einen eingestürzten Abschnitt des Tunnels in einen einzigartigen Kultur- und Gesellschaftsraum, der eine Ästhetik aus einem James-Bond-Film der Siebzigerjahre verströmt.

Im Inneren der dunklen Höhle findest du eine unterirdische Lagune mit kristallklarem Wasser, in der seltene blinde weiße Krebse der Art Munidopsis polymorpha leben – sie kommen weltweit nur an diesem einen Ort vor. Von dort steigt man über geschwungene Treppen in ein gleißend weißes Außenatrium hinauf, das von einem türkisfarbenen Pool inmitten üppiger Tropikvegetation dominiert wird – schwimmen ist allerdings verboten.

Zum Komplex gehört auch ein phänomenales unterirdisches Auditorium mit hervorragender Akustik, in dem regelmäßig Konzerte und Kulturveranstaltungen stattfinden. Am schönsten ist der Besuch am Nachmittag, wenn die Sonnenstrahlen durch die Öffnungen der Höhle fallen und ein wunderschönes Lichtspiel auf der Oberfläche des unterirdischen Sees erzeugen.

3. Die Höhle Cueva de los Verdes

Nur einen Steinwurf von Jameos del Agua entfernt kannst du in einen weiteren Abschnitt desselben gewaltigen Lavatunnels eintreten, der zu den längsten weltweit zählt. Die Cueva de los Verdes führt dich auf einem rund einen Kilometer langen, faszinierenden Spaziergang durch das Untergeschoss der Insel, wo die Wände in unglaublichen Schattierungen von Ocker, Rot und Schwarz leuchten. Diese Farben entstehen nicht durch künstliche Beleuchtung, sondern durch die natürliche Oxidation von Eisen und anderen Mineralien in der erstarrten Lava.

Die Führung findet nur in kleinen Gruppen mit Guide statt und dauert knapp eine Stunde. Dabei erfährst du viel über Vulkanologie und die Geschichte der Insel. In der Vergangenheit diente die Höhle der Bevölkerung als sicheres Versteck vor Überfällen afrikanischer Piraten, die die Insel regelmäßig heimsuchten.

Am Ende der Führung wartet eine große visuelle Überraschung, die die Guides strikt unter Verschluss halten. So viel sei verraten: Diese optische Täuschung ist so perfekt, dass sie deine Sinne vollständig in die Irre führt – und zu einem der stärksten Erlebnisse des gesamten Besuchs im Untergrund wird.

4. Das Weinanbaugebiet La Geria

Wer glaubt, dass Wein grüne Hänge und fruchtbaren Boden braucht, wird durch La Geria ein für alle Mal eines Besseren belehrt. Dieses geschützte Landschaftsgebiet wirkt eher wie eine Kunstinstallation in einer Mondlandschaft als wie landwirtschaftliche Nutzfläche. Tausende kleiner Trichter sind in die tiefe schwarze Vulkanasche gegraben, und in jedem von ihnen kauert ein einziger grüner Rebstock.

Jede Pflanze wird zusätzlich von einer halbkreisförmigen Steinmauer aus Lavagestein, dem sogenannten Zoco, geschützt, die sie vor den vernichtenden Saharawinden abschirmt. Das Wunder dieses Anbaus liegt in der Vulkanasche, die nachts Feuchtigkeit aus der Meeresluft aufnimmt und sie tagsüber langsam an die Wurzeln abgibt – sodass die Reben ohne jegliche Bewässerung überleben.

Bei einer Fahrt durch diese Region solltest du unbedingt an einer der lokalen Bodegas (Weingüter) anhalten und eine Verkostung machen. Der lokale Vulkanwein, insbesondere die weiße Sorte Malvasia Volcánica, hat ein absolut unverwechselbares mineralisches und leicht salziges Profil, das hervorragend zur kanarischen Küche passt.

5. Der atemberaubende Mirador del Río

Ganz im Norden der Insel, hoch oben auf den Klippen des Risco de Famara, verbirgt sich ein weiteres Meisterwerk von César Manrique. Der Mirador del Río ist eine Aussichtsplattform, die so perfekt in den umgebenden Fels integriert ist, dass man sie aus der Ferne kaum erkennen kann. Manrique bewies hier einmal mehr seine Genialität und schuf einen Raum, der die Natur nicht stört, sondern ihr volle Geltung lässt.

Aus fast 400 Metern Höhe bietet sich dir der schönste Ausblick der gesamten Insel. Direkt zu deinen Füßen erstreckt sich die schmale Meerenge namens El Río (der Fluss), und dahinter liegt die kleine, unberührte Insel La Graciosa, umgeben von türkisfarbenem Ozean. Bei guter Sicht siehst du auch die weiteren kleinen unbewohnten Inselchen des Chinijo-Archipels.

💡 Tipp: Im Inneren der Aussichtsplattform befindet sich ein wunderschönes Panorama-Café mit riesigen abgerundeten Fenstern. Bestell dir einen Kaffee, setz dich hin und genieße in aller Stille das unglaubliche Farbenspiel, wenn der blaue Himmel mit dem Ozean und dem Ockerton der umliegenden Inseln verschmilzt.

6. Der Kaktusgarten Jardín de Cactus

Das letzte große Werk von César Manrique auf der Insel ist eine vollendete Hommage an die Widerstandskraft der Natur. Der Jardín de Cactus entstand auf dem Gelände eines ehemaligen, hässlichen Steinbruchs für Vulkanasche im Ort Guatiza. Heute beherbergt dieses tiefe Amphitheater über 4.500 Kakteenarten aus aller Welt, die eine absolut faszinierende botanische Schau bilden.

Der Garten ist in Terrassen unterteilt, die durch gewundene Wege aus schwarzem Lavagestein verbunden sind – das schafft einen perfekten Kontrast zu den vielen Grüntönen der Kakteen. Hier findest du Vertreter aus Amerika, Madagaskar und den Kanarischen Inseln selbst, von kleinen blühenden Kugeln bis hin zu riesigen säulenförmigen Kakteen, die mehrere Meter in die Höhe ragen.

Die gesamte Anlage wird von einer wunderschön restaurierten traditionellen Windmühle gekrönt, von der aus man einen herrlichen Überblick über den gesamten Garten hat. Wer am Vormittag kommt, vermeidet die größte Hitze und kann den Spaziergang zwischen diesen stacheligen Riesen in viel angenehmerer Atmosphäre genießen.

7. Das Haus von César Manrique in Tahíche

Um die Seele Lanzarotes wirklich zu begreifen, muss man den Mann verstehen, der sie mitgeprägt hat. Die Fundación César Manrique hat ihren Sitz in dem Haus, das der Künstler direkt auf einem Lavafeld aus den Eruptionen des 18. Jahrhunderts erbaut hat. Schon die Einfahrt zum Haus, aus dem Bäume in die Luft ragen, deutet darauf hin, dass dies kein gewöhnliches Museum werden wird.

Das Obergeschoss ist von traditioneller kanarischer Architektur inspiriert, doch das eigentliche Wunder verbirgt sich im Untergeschoss. Manrique entdeckte fünf natürliche Vulkanblasen, verband sie durch in die Lava gehauene enge Gänge miteinander und verwandelte sie in atemberaubende Wohnräume. Jede Blase hat ihre eigene Farbe und Stimmung, und durch Öffnungen im Deckengewölbe fällt natürliches Tageslicht herein.

Inmitten des Komplexes gibt es einen türkisfarbenen Pool, eine Tanzfläche und sogar einen riesigen Feigenbaum, der direkt aus dem Boden eines der Lavazimmer wächst. Der Besuch dieser Stiftung erfüllt einen mit tiefer Bewunderung für die Vision eines einzigen Menschen, der dafür gesorgt hat, dass die Insel vom Schicksal massiver Betonbebauung verschont geblieben ist.

8. Die Papagayo-Strände im Süden der Insel

Wer den perfekten Ort zum Baden und Sonnenbaden sucht, wird von den Buchten ganz im Süden der Insel nahe dem Ferienort Playa Blanca garantiert nicht enttäuscht. Das Gebiet, bekannt als Playas de Papagayo, umfasst eine Reihe wunderschöner Strände mit goldenem Sand, die vor starkem Wind und den wilden Atlantikwellen geschützt sind.

Das Wasser ist unglaublich klar und hat eine wunderschöne smaragdgrüne Farbe – ideal zum Schnorcheln und Schwimmen. Der bekannteste Strand hat die Form eines perfekten Hufeisens mit einem kleinen Restaurant auf der Klippe, aber wer ein Stück weiter über die Felsen geht, findet ruhigere Buchten wie Playa Mujeres oder Playa del Pozo.

💡 Tipp: Zu den Stränden gelangt man entweder zu Fuß vom Ferienort Playa Blanca (etwas längerer Weg) oder mit dem Auto über eine Schotterpiste durch das Naturschutzgebiet Los Ajaches. Die Einfahrt mit dem Auto kostet eine symbolische Gebühr von etwa drei Euro, erspart einem aber viel Kraft in der prallen Sonne.

9. Der wilde Surfstrand Famara

Während der Süden der Insel ruhige Buchten bietet, zeigt die Nordwestküste den Atlantik in seiner vollen, ungezähmten Kraft. Der Playa de Famara ist ein fast sechs Kilometer langer Streifen aus dunklem Sand, über dem die mehrere hundert Meter hohen Klippen des Risco de Famara dramatisch aufragen. Dieser Ort hat eine unglaublich raue und zugleich magnetische Atmosphäre.

Dank konstantem Wind und starken Strömungen eignet sich dieser Strand nicht für normales Baden, ist aber ein absolutes Paradies für Surfer und Kitesurfer aus aller Welt. Im benachbarten Dörfchen Caleta de Famara findest du Dutzende Surfschulen, Verleihstationen und entspannte Bistros, in denen sich Einheimische und internationale Gäste treffen.

Auch wenn du kein Surfbrett besteigen willst, ist ein Spaziergang am Strand von Famara beim Sonnenuntergang ein unvergessliches Erlebnis. Bei Ebbe entsteht auf dem breiten nassen Sandstreifen ein perfekter Spiegel, in dem sich die majestätischen Klippen spiegeln – ein Traum für jeden Fotografen.

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10. Die historische Stadt Teguise und der Sonntagsmarkt

Villa de Teguise war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Hauptstadt der gesamten Insel und hat sich bis heute ihren wunderschönen Kolonialcharakter mit gepflasterten Gassen und historischen Palästen bewahrt. Es ist wohl das malerischste und bestgepflegte Städtchen im Landesinneren, in dem man für kurze Zeit in längst vergangene Jahrhunderte eintaucht.

Den größten Trubel erlebt man hier jeden Sonntagvormittag, wenn sich die gesamte Stadt in einen riesigen Markt verwandelt. Der Mercadillo de Teguise lockt Tausende von Besuchern an und bietet buchstäblich alles: lokale Käsesorten, Lederwaren, Aloe vera, traditionelle Keramik und handgefertigte Souvenirs.

Wer keine großen Menschenmassen mag, sollte Teguise lieber an einem Wochentagnachmittag besuchen. Die Gassen sind dann fast leer, man kann die Kirche Nuestra Señora de Guadalupe in Ruhe besichtigen und sich in eines der gemütlichen Cafés auf dem Platz setzen, wo die Zeit im typisch kanarischen Tempo fließt.

11. Das grüne Lagünchen Charco de los Clicos

Das Dorf El Golfo an der Westküste beherbergt eine der bizarrsten Naturerscheinungen ganz Spaniens. Direkt am Strand mit schwarzem Vulkansand, eingerahmt von einer steilen Felswand aus erodiertem Vulkangestein, liegt ein Lagünchen in einem unglaublich satten, giftigen Grün.

Diese Farbe des Charco de los Clicos (auch Lago Verde genannt) entsteht durch eine hohe Konzentration mikroskopischer Algen und Schwefelverbindungen im Wasser. Der See ist durch unterirdische Spalten mit dem Ozean verbunden, sodass das Wasser ständig zirkuliert und nicht verdunstet. Der Kontrast aus schwarzem Strand, grünem Wasser, rotem Fels und blauem Ozean wirkt geradezu unwirklich fotogen.

Ein kurzer und sicherer Aussichtspfad führt vom Parkplatz vor dem Dorf direkt zum See. Der Zugang zum Wasser selbst ist aus Naturschutzgründen verboten, aber die Aussichtsplattform bietet einen absolut perfekten Blick auf die gesamte farbenfrohe Szenerie.

12. Die siedende Küste Los Hervideros

Nur wenige Kilometer südlich des grünen Sees trifft man auf einen Ort, an dem der Ozean einen ständigen und lauten Kampf gegen das Festland führt. Los Hervideros (auf Deutsch „siedende Wasser“) ist ein Komplex aus Klippen und Unterwasserhöhlen aus schwarzer Lava, in die die Atlantikwellen mit gewaltiger Kraft hineinbrechen.

Wenn die Wellen kräftig genug sind, wird das Wasser unter enormem Druck durch enge Lavaschlitze gepresst und schießt als dichter weißer Schaum hoch in die Luft. In diesem Moment sieht es tatsächlich so aus, als würde der gesamte Ozean kochen und brodeln. Es gibt gut angelegte Steinpfade und kleine Balkone, von denen aus man dieses wilde Naturschauspiel sicher beobachten kann.

💡 Tipp: Das Erlebnis bei Los Hervideros ist am intensivsten bei Hochwasser und windigem Wetter. Bei ruhiger See verliert der Ort einen Großteil seiner Dramatik – es lohnt sich also, die Wellenvorhersage zu checken, bevor man aufbricht.

13. Die Salzgärten Salinas de Janubio

Wenn du die Westküste noch ein Stück weiter südlich folgst, taucht vor dir ein riesiges Schachbrettmuster in den verschiedensten Rosé-, Weiß- und Brauntönen auf. Die Salinas de Janubio sind die größten aktiven Salzgärten der Kanarischen Inseln, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sind und noch heute auf traditionelle Weise hochwertiges Meersalz produzieren.

Meerwasser wird mithilfe alter Windmühlen hereingepumpt und verdunstet dann langsam in flachen Becken unter der heißen kanarischen Sonne. Die unterschiedliche Färbung der einzelnen Becken entsteht durch halophile Mikroorganismen und Algen, die ihre Farbe je nach steigendem Salzgehalt im Wasser ändern.

Man kann eine kommentierte Führung buchen, bei der man alles über die Gewinnung dieses „weißen Goldes“ erfährt, oder im kleinen Hofladen hervorragendes Flockensalz namens Flor de Sal kaufen – ein absolut fantastisches und praktisches Mitbringsel für die heimische Küche.

14. Die autofreie Insel La Graciosa

Wenn dir Lanzarote zu voll wird, gibt es eine Flucht an einen Ort, an dem die Zeit vor einigen Jahrzehnten stehen geblieben zu sein scheint. La Graciosa ist eine kleine bewohnte Insel nördlich von Lanzarote, auf der es keinerlei asphaltierte Straßen gibt und der Betrieb normaler Kraftfahrzeuge strikt verboten ist.

Man erreicht sie mit der regulären Fähre vom Hafen Órzola im Norden von Lanzarote – die Überfahrt durch die Meerenge dauert etwa 25 Minuten. Direkt nach dem Anlegen im malerischen Dörfchen Caleta de Sebo empfehle ich, sich ein Mountainbike zu leihen, denn das ist bei weitem der beste Weg, die Insel zu erkunden.

Auf Sandpisten kann man bis zu den wunderschönen einsamen Stränden wie dem Playa de las Conchas im Nordwesten der Insel radeln. Nur eines sollte man beachten: Das Schwimmen kann hier wegen starker Strömungen gefährlich sein. Das Gefühl absoluter Abgeschiedenheit und die Verbindung mit der rauen Natur machen den Ausflug aber trotzdem mehr als lohnenswert.

15. Das Tal der tausend Palmen in Haría

Der Norden Lanzarotes überrascht mit einem Grün, das in scharfem Kontrast zum ausgedörrten vulkanischen Süden steht. Das gilt besonders für das Städtchen Haría, das in einem Tal liegt, das als Valle de las Mil Palmeras (Tal der tausend Palmen) bekannt ist. Diesem poetischen Namen liegt eine alte Tradition zugrunde: Bei der Geburt eines Mädchens wurde im Tal eine Palme gepflanzt, bei einem Jungen sogar zwei.

Haría selbst ist ein wunderschönes, ruhiges und gepflegtes Städtchen mit traditioneller Architektur, das sich César Manrique für seine letzten Lebensjahre als Heimat auserwählt hatte. Hier kann man sein zweites Haus besuchen (Casa Museo César Manrique), das im Gegensatz zur Stiftung in Tahíche exakt so erhalten ist, wie der Künstler es vor seinem tragischen Unfall verlassen hat.

Jeden Samstagvormittag findet auf dem kleinen schattigen Marktplatz in Haría ein sehr schöner Handwerkermarkt statt, der viel persönlicher und authentischer ist als der Massenmarkt in Teguise. Es ist ein wunderbarer Ort, um handgefertigten Schmuck oder lokalen Palmsirup zu kaufen.

16. Kamelreiten am Echadero de los Camellos

Auch wenn es wie eine klassische Touristenfalle klingen mag, gehört ein Ritt auf Kamelen am Rand des Nationalparks Timanfaya zu den ikonischsten Erlebnissen der Insel – besonders wenn man mit Kindern reist. Kamele (genauer gesagt Dromedare) wurden auf den Kanarischen Inseln über Jahrhunderte als unverzichtbare Nutztiere eingesetzt und dienen heute zu einem einzigartigen Ausflug durch die Vulkanlandschaft.

Die Station Echadero de los Camellos liegt direkt an der Straße zum Timanfaya. Die Tiere sind mit speziellen Doppelsitzen ausgestattet, und der Ritt dauert etwa zwanzig Minuten, während man im Schaukelschritt auf einen kleineren Vulkankamm geführt wird, von dem aus man einen schönen Ausblick auf die schwarzen Lavafelder hat.

Tierschützer können beruhigt sein: Für die Kamele wird sehr gut und streng gesorgt, es gibt festgelegte Arbeitszeiten und die Tiere dürfen keine übermäßige Last tragen. Das Erlebnis ist nicht besonders lang, aber der Anblick einer Karawane, die durch die Mondlandschaft zieht, erzeugt die perfekte Illusion einer Reise durch die afrikanische Sahara.

17. Casa Museo del Campesino

Im Zentrum der Insel, nahe dem geografischen Mittelpunkt Lanzarotes, steht ein weiteres bedeutendes Monument, das der lokalen Bevölkerung gewidmet ist. Das Casa Museo del Campesino (Bauernmuseum) ist eine Hommage an die unermüdliche Arbeitsamkeit und Ausdauer der kanarischen Landwirte, die über Jahrhunderte in der absolut unwirtlichen Vulkanerde Feldfrüchte angebaut haben.

Der von César Manrique gestaltete Komplex besteht aus wunderschön stilisierten traditionellen weißen Gebäuden und wird von einer fünfzehn Meter hohen weißen Skulptur namens Fecundidad (Fruchtbarkeit) dominiert, die aus alten Schiffswassertanks zusammengesetzt ist. In den einzelnen kleinen Häusern finden sich Handwerksstuben, in denen lokale Künstler Weben, Töpfern oder Korbflechten vorführen.

💡 Tipp: Zum Museum gehört ein bekanntes unterirdisches Restaurant in einer Lavahöhle. Die Tapas und Gerichte aus lokalen Zutaten sind ausgezeichnet – ideal als authentische Mittagspause während einer Erkundungstour durchs Landesinnere.

18. Die Hauptstadt Arrecife und das Castillo de San José

Auch wenn Arrecife nicht so malerisch ist wie das altehrwürdige Teguise, lohnt sich als aktuelle Hauptstadt der Insel ein kurzer Abstecher hierher. Man findet eine schöne Uferpromenade, lebhafte Einkaufsstraßen und den kleinen Binnenhafen Charco de San Ginés, der mit seinen vertäuten blauen Fischerbooten manchmal als „Venedig des Atlantiks“ bezeichnet wird.

Einen Besuch wert ist auf jeden Fall das historische Fort Castillo de San José aus dem 18. Jahrhundert, das ursprünglich zum Schutz vor Piraten errichtet wurde. In den Siebzigerjahren wurde es von César Manrique in das Museum für internationale zeitgenössische Kunst (MIAC) umgewandelt.

Beim Spaziergang auf den Wällen genießt man den Blick auf den Industriehafen, im Inneren des Forts gibt es moderne Skulpturen und Gemälde zu entdecken. Auch hier fehlt nicht ein fantastisches Restaurant mit einer riesigen Glasfront direkt über dem Ozean, das sehr moderne Küche in stilvollem Ambiente serviert.

19. Spaziergang entlang der Küste in Playa Blanca

An der südlichsten Spitze der Insel liegt der beliebte Ferienort Playa Blanca, ideal für entspannte Abendpromenaden. Das Herzstück ist eine über sieben Kilometer lange befestigte Küstenpromenade, die den Ozean vom Leuchtturm Pechiguera im Westen bis zum Yachthafen Marina Rubicón im Osten begleitet.

Während dieser Promenade hat man stets die Nachbarinsel Fuerteventura im Blick sowie die kleinen Inselchen Isla de Lobos. Besonders beim Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel orange färbt und die Lichter der gegenüberliegenden Küste aufleuchten, ist die Atmosphäre absolut magisch.

Unbedingt im modernen Yachthafen Marina Rubicón halt machen, der an ein luxuriöses Dorf voller Boutiquen und Cafés erinnert. Zweimal pro Woche finden hier Märkte statt, und herrliche Segelboote und Katamarane liegen vor Anker, die sich gerade für eine Atlantiküberquerung bereit machen. Ein perfekter Ort für einen Kaffee und etwas entspanntes Menschenbeobachten.

20. Traditionelle kanarische Küche – auch vegetarisch ein Genuss

Die kanarische Küche ist zwar für ihre Meeresfrüchte und langsam gegarten Fleischgerichte bekannt, aber auch ohne Fleisch erlebt man hier fantastische kulinarische Highlights. Das Grundelement jeder Mahlzeit, das man in buchstäblich jedem Restaurant findet, sind die sogenannten Papas arrugadas – kleine kanarische Kartoffeln, in der Schale in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis sich eine Salzkruste auf ihrer Oberfläche bildet.

Diese Kartoffeln werden untrennbar mit zwei Arten von Mojo-Soßen serviert. Die rote Soße (Mojo rojo) ist würzig-scharf und enthält Chilischoten und Knoblauch, während die grüne Soße (Mojo verde) aus frischem Koriander, Petersilie und Olivenöl zubereitet wird. Zusammen ergeben sie eine unwiderstehlich leckere Kombination, von der man kaum genug bekommt.

Als weitere vegetarische Köstlichkeiten solltest du unbedingt gegrillten Käse mit Palmenhonig (Queso asado con miel de palma) probieren, dazu gebratene grüne Paprikaschoten Pimientos de Padrón mit grobem Salz oder die traditionelle Kichererbsensuppe Potaje de Garbanzos. Und wenn du auf der Speisekarte gegrilltes Gemüse direkt vom Vulkan siehst, nicht eine Sekunde zögern.

Wohin nach Lanzarote reisen

Wer von der spanischen Kultur begeistert ist und über eine weitere Reise nachdenkt, findet auf der Iberischen Halbinsel unendliche Möglichkeiten. Die Kanarischen Inseln liegen zwar geografisch in Afrika, aber wer die echte kontinentale spanische Leidenschaft kennenlernen möchte, dem empfehle ich den Süden Spaniens. Schau dir unseren Reiseführer zu Sevilla an, einer Stadt voller Flamenco und beeindruckender maurischer Architektur, oder entdecke, was das wunderschöne Granada mit dem ikonischen Alhambra-Palast zu bieten hat.

Wer von Geschichte und islamischem Einfluss fasziniert ist, darf 15 Tipps für Córdoba mit der berühmten Mezquita nicht verpassen. Für ein umfassenderes Erlebnis des sonnigen Südens kann man einen ganzen Roadtrip planen – dabei hilft unser Itinerar für die 20 schönsten Orte Andalusiens.

Interessieren dich eher kosmopolitische Großstädte und moderne Architektur? Dann lies unsere Tipps zu Barcelona mit Gaudís Meisterwerken, entdecke die majestätische Hauptstadt Madrid oder reise für hervorragendes Essen und zeitgenössische Kunst in das baskische Bilbao. Und wenn dich das Lesen über Lanzarote hungrig gemacht hat, lies nach, welche typischen spanischen Gerichte du auf deinen nächsten Reisen unbedingt probieren solltest.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf Lanzarote einen Mietwagen?

Obwohl zwischen den großen Städten und Ferienorten zuverlässige Busse (sogenannte Guaguas) verkehren, empfehle ich dir einen Mietwagen nachdrücklich. Nur mit dem Auto kommst du bequem zu den abgelegeneren Stränden, zu morgendlichen Besuchen der Nationalparks ohne Menschenmassen und in die kleinen Dörfer im Landesinneren. Die Straßen sind hier in ausgezeichnetem Zustand und der Verkehr ist abseits der Hauptverkehrswege sehr ruhig.

Ist es auf der Insel wirklich so windig?

Ja, die Kanarischen Inseln sind ständigen Passatwinden ausgesetzt. Auf Lanzarote spürst du das besonders an der Nord- und Westküste (wie am Strand Famara). Der Wind ist aber oft sehr erfrischend, besonders in den Sommermonaten. Wenn du einen geschützten Ort für ruhiges Baden suchst, wähle die Ferienorte im Süden der Insel, wie Playa Blanca.

Kann man auf der Insel das Leitungswasser trinken?

Das Leitungswasser ist auf der gesamten Insel gesundheitlich unbedenklich, aber die meisten Einheimischen und Touristen trinken es nicht. Das liegt daran, dass die Insel keine natürlichen Süßwasserquellen hat und das Wasser durch Entsalzung von Meerwasser gewonnen wird. Es hat daher einen sehr eigentümlichen, manchmal leicht chemischen Beigeschmack. Ich empfehle, große Kanister mit abgefülltem Wasser in den Supermärkten zu kaufen.

Wie viele Tage soll ich für Lanzarote einplanen?

Für eine entspannte Erkundung der wichtigsten Punkte der Insel und ausreichend Zeit zum Ausruhen ist eine Woche (7 Tage) die ideale Zeit. Wenn du auch einen Fährenausflug zur Nachbarinsel Fuerteventura oder zur Insel La Graciosa schaffen möchtest, lohnt es sich, noch weitere zwei bis drei Tage hinzuzufügen.

Ist Lanzarote für digitale Nomaden geeignet?

Auch wenn das Hauptzentrum für Nomaden auf den Kanaren Las Palmas auf Gran Canaria ist, wird Lanzarote zu einem immer beliebteren Zufluchtsort für die Arbeit aus der Ferne. Du findest hier eine ausgezeichnete Internetverbindung und eine ruhigere Umgebung. Spanien hat zudem kürzlich spezielle Nomadenvisa eingeführt. Die beste Basis für die Arbeit mit einer Gemeinschaft Gleichgesinnter ist das Städtchen Famara oder die Umgebung von Teguise.

Wie ist das auf der Insel mit den Stränden, sind sie nur schwarz?

Auf keinen Fall! Obwohl Lanzarote vulkanischen Ursprungs ist, findest du hier wunderschöne Strände mit hellem, goldenem Sand. Die schönsten befinden sich im Süden im Gebiet Papagayo oder rund um den Ferienort Playa Blanca. Schwarze vulkanische Strände findest du eher an der Westküste (z. B. bei El Golfo) und sie haben ihren unbestreitbaren dramatischen Zauber.

Lohnt es sich, für die Eintritte zu zahlen, sind sie nicht teuer?

Dadurch, dass die meisten künstlerischen und natürlichen Sehenswürdigkeiten (Jameos del Agua, Mirador del Río, Cueva de los Verdes, Timanfaya) von einer einzigen Organisation, CACT Lanzarote, verwaltet werden, kannst du vergünstigte Kombi-Tickets (sogenannte Bonos) kaufen. Diese ermöglichen dir den Eintritt in 3, 4 oder 6 Zentren zu einem deutlich niedrigeren Preis, als wenn du jeden Eintritt einzeln zahlen würdest. Das für diese einzigartigen Orte ausgegebene Geld lohnt sich auf jeden Fall.

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Madrid, Spanien: 22 Tipps, was man sehen und erleben kann

TL;DRMadrid liegt uns mit 22 konkreten Tipps vor: das Museumsdreieck aus Museo del Prado, Reina Sofía und Thyssen-Bornemisza, königliche Highlights wie der Palacio Real mit seinen 3418 Räumen und die Kathedrale Almudena, die belebten Plätze Puerta del Sol und Plaza Mayor, der Retiro-Park mit dem Kristallpalast sowie das Feinschmecker-Viertel La Latina mit dem Mercado de San Miguel. Für Ausflüge ab Madrid bieten sich die AVE-Schnellzüge nach Toledo an (Fahrzeit knapp eine halbe Stunde), nach Segovia mit seinem römischen Aquädukt oder zur Klosteranlage El Escorial. Für die Stadt selbst plan zwei bis drei volle Tage ein, mit den Ausflügen ins Umland eher fünf Tage. Die beste Reisezeit ist Frühling oder Herbst, denn im Sommer klettern die Temperaturen oft über 40 °C.

Madrid in Spanien überwältigt einen auf den ersten Blick vielleicht nicht so leicht wie andere spanische Städte. Während du anderswo verträumte Fassaden bewunderst und durch nach Orangenbäumen duftende Gassen schlenderst, muss dich die spanische Hauptstadt einfach mit ihrer pulsierenden Energie für sich gewinnen. Denn diese Metropole lebt voll und ganz auf der Straße, in gemütlichen Tapas-Bars, auf breiten Boulevards und in den verwinkelten Gassen des historischen Zentrums.

Der geografische wie politische Mittelpunkt des Landes liegt auf einer von Bergen umgebenen Hochebene, was ihm ein recht raues Klima beschert hat. Ich habe für dich einen ausführlichen Guide mit genau 22 Tipps zusammengestellt, was man in Madrid sehen und erleben sollte, damit du die absolut besten Eindrücke mit nach Hause nimmst. Du erfährst, wo du dich strategisch günstig einquartierst, welche Orte du auf keinen Fall verpassen darfst und worauf du beim Planen von Ausflügen in die umliegenden mittelalterlichen Städte besonders achten solltest.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Goldenes Dreieck der Kunst: Nimm dir Zeit für das Museo del Prado, das Reina Sofía und das Thyssen-Bornemisza, wo die größten Schätze der europäischen Malerei schön beisammen sind.
  • Königliche Geschichte: Der Palacio Real und die angrenzende Almudena-Kathedrale bilden das prachtvolle Herz der Stadt, das dich mit seiner atemberaubenden Monumentalität beeindruckt.
  • Leben auf den Plätzen: Die Puerta del Sol und die Plaza Mayor sind pulsierende Zentren, wo bei jedem Schritt uralte Geschichte auf das moderne Treiben der Metropole trifft.
  • Grüne Lunge der Stadt: Der Retiro-Park mit dem magischen Kristallpalast bietet die perfekte Flucht vor dem Lärm der Großstadt und der Sommerhitze.
  • Kulinarische Erlebnisse: Das Viertel La Latina ist das absolute Epizentrum der Tapas, und die Markthalle Mercado de San Miguel funktioniert wie ein luxuriöses Paradies für anspruchsvolle Gourmets.
  • Schnellzüge ins Umland: Von Madrid aus erreichst du mit den bequemen AVE-Schnellzügen mühelos das historische Toledo, das märchenhafte Segovia oder den monumentalen Komplex El Escorial.

Wann nach Madrid reisen

Die Einheimischen bringen das Klima in Madrid sehr treffend auf den Punkt, wenn sie sagen, dass sie neun Monate Winter und drei Monate Hölle erwartet. Da die Stadt im Landesinneren auf einer Hochebene liegt, fehlt ihr der ausgleichende Einfluss des Meeres völlig, was zu extremeren Temperaturschwankungen führt. Die Winter sind hier recht frostig und werden oft von einem scharfen Wind aus den nahen Gebirgszügen begleitet – eine warme Jacke ist also definitiv keine schlechte Idee.

Die Sommermonate dagegen sind eine echte Herausforderung für jeden Reisenden und sogar für die alteingesessenen Einheimischen. Die Temperaturen überschreiten im Juli und August regelmäßig zermürbende 40 °C, die aufgeheizten Straßen werden nahezu unbewohnbar, und die meisten Bewohner flüchten lieber an die Küste. Die ideale Reisezeit ist daher eindeutig der Frühling oder der Herbst, wenn dich angenehme Temperaturen und sonnige Tage erwarten, die sich perfekt zum ganztägigen Erkunden der Sehenswürdigkeiten eignen.

Wo in Madrid übernachten

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Wenn du zum ersten Mal in die Stadt reist, ist das Viertel Sol oder die pulsierende Umgebung der Gran Vía die beste strategische Wahl. Von hier aus erreichst du die meisten Hauptsehenswürdigkeiten sehr bequem zu Fuß und hast die besten Restaurants sowie eine perfekte Anbindung an alle Metrolinien praktisch direkt vor der Nase. Eine Unterkunft im Zentrum selbst ist zwar spürbar teurer, dafür sparst du dir enorm viel Zeit, die du sonst mit ermüdenden Anfahrten aus den Randbezirken der Metropole verbringen würdest.

Für Liebhaber des Nachtlebens, von Specialty-Kaffee und unabhängigen Designerboutiquen eignet sich das böhmisch-hippe Viertel Malasaña hervorragend. Du findest hier jede Menge stilvolle Apartments und kleinere Boutique-Hotels mit einer unverwechselbaren Atmosphäre, die dich sofort in ihren Bann zieht. Egal, für welche Lage du dich entscheidest – ich empfehle dir, das Zimmer so früh wie möglich zu buchen, denn die Kapazitäten in guten Hotels sind blitzschnell vergriffen und die Preise steigen mit näher rückendem Termin steil an.

Bei der Suche nach der idealen Unterkunft lohnt sich ein Blick auf das beliebte Portal Booking, wo du Hotels mit einer Bewertung über acht Punkten herausfiltern kannst. Sehr beliebt ist zum Beispiel das ikonische Hotel Riu Plaza España, das atemberaubende Ausblicke über die Stadt von der Dachterrasse und einen tollen Luxusstandard bietet. Wenn du etwas Kleineres und Designorientiertes direkt an der Hauptader bevorzugst, ist das Room Mate Macarena eine ausgezeichnete Wahl, wo moderner Komfort auf eine absolut perfekte Lage trifft.

22 Tipps, was man in Madrid sehen und erleben kann

Schauen wir uns gemeinsam die konkreten Orte und Erlebnisse an, die diese Metropole zu einem so faszinierenden Reiseziel machen. Hier findest du eine perfekte Mischung aus Weltkunst, königlicher Pracht und entspanntem südländischem Lebensstil.

1. Museo del Prado und das Goldene Dreieck der Kunst

Die Achse des sogenannten Goldenen Dreiecks der Kunst bildet der Paseo del Prado, ein breiter, angenehm von hohen Bäumen beschatteter Boulevard. Auf einer Fläche von weniger als einem Quadratkilometer befinden sich hier drei überwältigende Institutionen, die eine der größten Konzentrationen von Meisterwerken weltweit bergen. Das Museo del Prado ist ein echter Nationalschatz, und sein Besuch sollte ganz oben auf deiner Liste stehen.

Dieses Museum entstand nicht als gewöhnliche enzyklopädische Sammlung, sondern als direkter Ausdruck des erlesenen Geschmacks der spanischen Herrscher aus den Häusern Habsburg und Bourbon. Statt eines nüchternen Querschnitts durch die gesamte Kunstgeschichte hängt hier daher die weltweit beste Sammlung von Werken Diego Velázquez‘, Francisco Goyas und des faszinierenden Hieronymus Bosch. Vor Velázquez‘ berühmtem Gemälde Las Meninas bilden sich verständlicherweise ständig Trauben von Bewunderern – steig aber unbedingt auch ins Erdgeschoss hinab zu den dunklen, beunruhigenden Schwarzen Bildern aus Goyas später Schaffensperiode.

Es hängt allein von deiner Leidenschaft für die Klassik ab, ob du dieser riesigen Galerie einen ganzen Tag widmest oder dir ein Schnelldurchlauf der größten Highlights reicht. Für den durchschnittlichen Besucher sind drei bis vier Stunden das absolute Maximum, bevor zuverlässig die unvermeidliche visuelle Erschöpfung durch die schiere Masse an Eindrücken einsetzt. Der Eintritt kostet rund 15 Euro, und es lohnt sich definitiv, ihn rechtzeitig online zu kaufen, um keine kostbare Zeit in Warteschlangen zu verschwenden.

💡 Tipp: Wenn du etwas sparen möchtest, bietet das Museum jeden Tag in den frühen Abendstunden völlig kostenlosen Eintritt, meist in den letzten zwei Stunden vor Schließung. Stell dich aber darauf ein, dass du vor dem Eingang eine ziemlich lange Schlange aussitzen musst.

2. Centro de Arte Reina Sofía

Während dich der Prado durch die Werke alter Meister führt, wirft dich das Centro de Arte Reina Sofía kompromisslos in den Strudel des 20. Jahrhunderts. Dieses gewaltige Gebäude, das früher als weitläufiges staatliches Krankenhaus diente, fungiert heute als Heimat moderner Kunst. Seine industriellen Flure und gläsernen Aufzüge bilden einen perfekten Kontrast zu den historischen Sammlungen, die du am anderen Ende des Boulevards gesehen hast.

Der unbestrittene Hauptmagnet der ganzen Galerie ist Picassos monumentales Gemälde Guernica, vor dem die Menschen oft in völliger Stille stehen. Dieses Schwarz-Weiß-Bild, das die Schrecken der Bombardierung der baskischen Kleinstadt während des Spanischen Bürgerkriegs festhält, hat bis heute eine erdrückende emotionale Wirkung und gehört zu den wichtigsten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte. Neben Picasso findest du hier auch umfangreiche Sammlungen von Salvador Dalí und Joan Miró, die den weltweiten Surrealismus geprägt haben.

Die Orientierung im Museum kann aufgrund seiner Größe und Verschachtelung etwas schwierig sein, daher empfehle ich dir, dir gleich am Eingang einen gedruckten Plan zu nehmen oder die mobile App herunterzuladen. Plane für eine ausführliche Besichtigung mindestens drei Stunden ein, damit du genügend Zeit hast, all die komplexen Ideen und avantgardistischen Formen der modernen Kunst aufzunehmen.

💡 Tipp: Ein schönes verstecktes Juwel dieser Institution ist der Innenhof mit gepflegtem Garten, wo du dich mit einem Kaffee hinsetzen und mitten in der hektischen Stadt in aller Ruhe entspannen kannst.

3. Museo Thyssen-Bornemisza

Das berühmte Trio der Madrider Galerien schließt stolz das Museo Thyssen-Bornemisza ab, das als absolut perfekte Brücke zwischen dem klassischen Prado und dem modernen Reina Sofía funktioniert. Ursprünglich handelte es sich um die private Sammlung einer mächtigen Familie von Stahlmagnaten, die der spanische Staat in den 1990er-Jahren günstig für die Öffentlichkeit aufkaufte.

Die Ausstellung ist hier streng chronologisch angeordnet, was den Besuchern die Orientierung und das Verständnis der Entwicklung der Malstile ungemein erleichtert. Du findest hier alles von der frühen italienischen Renaissance über die französischen Impressionisten bis hin zur amerikanischen Pop-Art, sodass wirklich jedes Mitglied deiner Reisegruppe auf seine Kosten kommt. Ein großer Anziehungspunkt sind vor allem Werke von Van Gogh, Monet, Degas und Roy Lichtenstein, die in anderen spanischen Sammlungen fehlen.

Im Vergleich zu den beiden anderen Institutionen ist dieses Museum deutlich ruhiger und weniger von Touristen überlaufen, was zu einem viel intimeren Kunsterlebnis beiträgt. Der Eintritt liegt bei etwa 13 Euro, und die gesamte Sammlung durchläufst du in angenehmem Tempo in rund zwei Stunden.

💡 Tipp: Mach Halt im Museumscafé, das eine schöne Außenterrasse mit Blick auf den von Bäumen umgebenen Boulevard bietet, wo du einen ausgezeichneten Nachmittagscappuccino genießen kannst.

4. Palacio Real (Königspalast)

Obwohl die spanische Königsfamilie heute in einem kleineren Palast am Stadtrand wohnt, bleibt der Palacio Real der offizielle Sitz des Monarchen und wird für Staatszeremonien genutzt. Mit seinen unglaublichen 3418 Räumen ist er der größte funktionierende Königspalast in ganz Westeuropa, der mit seiner enormen Fläche sogar das französische Versailles übertrifft.

Während des Rundgangs besichtigst du nur einen Bruchteil der Gesamtzahl der Räume, doch selbst dieser wird dich mit seiner prunkvollen Pracht völlig überwältigen. Du siehst den monumentalen, mit rotem Samt ausgekleideten Thronsaal, die reich verzierte königliche Waffenkammer und eine wunderschöne Apotheke voller alter Keramikgefäße. Jeder Raum ist mit Fresken, Kristalllüstern und Möbeln mit Edelmetalleinlagen geschmückt, was den einstigen Reichtum des spanischen Imperiums perfekt veranschaulicht.

Da der Palast zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört, ist der Online-Kauf der Tickets hier absolut notwendig, wenn du nicht eine Stunde in der prallen Sonne warten möchtest. Der Grundeintritt kostet 12 Euro, und die Besichtigung dauert etwa anderthalb Stunden.

💡 Tipp: Wenn du am Mittwoch oder Samstagvormittag herkommst, kannst du kostenlos die feierliche Wachablösung der Königsgarde verfolgen, die im Innenhof vor dem Haupteingang des Palasts stattfindet.

5. Almudena-Kathedrale

Direkt gegenüber dem prachtvollen Königspalast steht die Almudena-Kathedrale, die eine ungewöhnlich bewegte und langwierige Geschichte hinter sich hat. Obwohl der Bau der Hauptkathedrale schon im 16. Jahrhundert erwogen wurde, wurde der erste Stein erst Ende des 19. Jahrhunderts gelegt, und der gesamte Bau wurde erst 1993 vollständig fertiggestellt.

Dank dieser langen Baupause kann die Kathedrale mit einem sehr einzigartigen und überraschend modernen Erscheinungsbild aufwarten. Während sich das Gebäude von außen mit seinen neoklassizistischen Linien nahtlos an den benachbarten Palast anzuschmiegen versucht, überrascht dich das Innere mit leuchtenden Farben und Pop-Art-Glasfenstern, die mit allen traditionellen Vorstellungen von katholischen Kirchen brechen. Die Decke des Hauptschiffs ist mit auffälligen geometrischen Mustern bemalt, die dem ganzen Raum eine sehr helle und optimistische Atmosphäre verleihen.

Der Eintritt ins Hauptschiff der Kathedrale ist kostenlos, an der Tür wird jedoch ein freiwilliger Beitrag zur Instandhaltung in Höhe von einem Euro erwartet. Wenn du die Stadt aus der Vogelperspektive sehen möchtest, lohnt es sich, den Eintritt zur Dachkuppel zu bezahlen, von der aus du einen fantastischen Blick auf das gesamte historische Zentrum und die umliegenden grünen Hügel hast.

💡 Tipp: Vergiss bei deinem Besuch nicht, in die neoromanische Krypta hinabzusteigen, die von Hunderten Säulen mit wunderschön gemeißelten Kapitellen getragen wird und eine ruhigere Atmosphäre als das Hauptschiff bietet.

6. Puerta del Sol und der Kilometer Null

Der geografische Mittelpunkt nicht nur der ganzen Stadt, sondern eigentlich ganz Spaniens, ist der Platz Puerta del Sol. Auf diesem belebten und ständig pulsierenden halbmondförmigen Platz laufen die Haupteinkaufsadern zusammen, und hier findest du den berühmten Kilometer Null, von dem aus alle spanischen Fernstraßen gemessen werden. Eine kleine, in den Gehweg eingelassene Steinplatte vor dem Postgebäude ist ein beliebter Ort für ein schnelles Schuh-Foto.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht die bronzene Statue eines Bären, der sich an einen Erdbeerbaum lehnt – das uralte Wahrzeichen Madrids, das auch im offiziellen Stadtwappen auftaucht. Dieses Denkmal dient als beliebtester Treffpunkt der Einheimischen, daher stehen hier ständig Grüppchen von Menschen herum, die vor der abendlichen Bartour auf ihre Freunde warten.

Die Neujahrsfeiern drehen sich in Spanien genau um diesen Platz und seine große Turmuhr. Die Tradition will nämlich, dass du mit jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Weintraube isst, was dir zwölf Monate Glück bringen soll. An diesem Tag drängen sich hier Zehntausende von Menschen, und die Atmosphäre ist absolut elektrisierend.

💡 Tipp: Der Platz ist oft voller Taschendiebe, die geschickt das ständige Gedränge und die dichte Menge ausnutzen – achte daher mit größter Sorgfalt auf deine Wertsachen und Rucksäcke.

7. Plaza Mayor

Von der Puerta del Sol sind es nur ein paar Gehminuten bis zur Plaza Mayor, einem grandiosen rechteckigen Platz, umrahmt von wunderschönen roten Fassaden mit kunstvoll geschmiedeten Balkonen. Früher diente dieser Ort als Hauptbühne des öffentlichen Lebens – hier fanden Stierkämpfe, Hinrichtungen der gefürchteten Inquisition und prunkvolle Königshochzeiten statt. Heute hat dieser Platz eine viel ruhigere Atmosphäre und lädt eher zum langen Verweilen und Entspannen ein.

Du kannst dich hier auf einen Kaffee setzen und stundenlang das Treiben rundherum sowie die bunte Mischung aus Straßenkünstlern beobachten. Rechne aber damit, dass die Preise in den Cafés am Platz die exklusive Lage knallhart widerspiegeln, sodass du für einen einfachen Espresso ein Vielfaches dessen zahlst, was du in einer versteckten Gasse ein paar Blocks weiter bezahlen würdest.

In der Umgebung des Platzes stößt du auf viele traditionelle Kneipen, die eine sehr spezifische lokale Spezialität zubereiten: das Bocadillo de Calamares. Es handelt sich um ein knuspriges Baguette, gefüllt mit goldgelb frittierten Tintenfischringen, das ein unverzichtbarer Teil der Madrider Fast-Food-Kultur ist und am besten zu einem kühlen Bier passt.

💡 Tipp: Am Platz findest du das wichtigste Touristeninformationszentrum, wo du dir detaillierte Karten besorgen und aktuelle Tipps zu laufenden Kulturveranstaltungen und Festivals bekommen kannst, die oft völlig kostenlos sind.

8. Mercado de San Miguel

Eine elegantere und deutlich touristischere Variante zu den traditionellen Tapas-Bars ist der Mercado de San Miguel. Es handelt sich um eine wunderschöne gusseiserne Markthalle aus dem frühen 20. Jahrhundert, die du nur ein Stückchen von der Plaza Mayor entfernt findest. Das Gebäude selbst ist ein herrliches Beispiel historischer Industriearchitektur, und seine Glaswände tauchen das Innere in natürliches Licht.

Heute funktioniert dieser Raum nicht als gewöhnlicher Gemüsemarkt, sondern eher als sehr luxuriöser Food-Court für anspruchsvolle Gourmets. Unter einem großen Dach kannst du hier die besten Käsesorten aus ganz Spanien, frische Oliven aus Andalusien, gefeierte Weine und eine unerschöpfliche Menge innovativer Häppchen am Spieß probieren, die man Pintxos nennt.

Obwohl dieser Ort optisch und geschmacklich absolut atemberaubend ist, stell dich darauf ein, dass die Preise hier wirklich hoch angesetzt sind und in erster Linie auf ausländische Touristen abzielen. Es ist ein idealer Stopp für ein Gläschen Wermut und eine kleine Kostprobe, aber für ein ordentliches, sättigendes Mittagessen lohnt es sich definitiv, ein paar Straßen weiter in die normalen Viertel zu gehen.

💡 Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Markthalle ist der frühe Nachmittag an Werktagen, denn an Wochenendabenden herrscht drinnen ein solcher Andrang, dass du wegen der Menschenmassen gar nicht an die Theken herankommst.

9. Retiro-Park

Sobald dir die Stadt zu laut wird und die Betonstraßen ihren Zauber verlieren, suche sofort Zuflucht im Park El Retiro. Diese ehemaligen königlichen Gärten funktionieren als riesige grüne Lunge Madrids und beliebteste Erholungszone für Einheimische und Touristen gleichermaßen. An Wochenenden füllen sich die breiten Alleen mit spazierenden Familien, Straßenmusikern, Jongleuren und Lesern auf der Suche nach Ruhe.

Das Herz des ganzen Parks ist ein großer künstlicher See, über dem sich majestätisch das Säulendenkmal für König Alfons XII. erhebt. Die beliebteste Aktivität ist hier das Mieten eines kleinen blauen Ruderbootes, mit dem du selbst über die Wasseroberfläche fahren und die romantischen Ausblicke auf das umliegende Grün genießen kannst. Das Mieten eines Bootes kostet nur ein paar Euro und ist ein tolles Vergnügen für Paare und Familien mit Kindern.

Der Park bietet auch viele wunderschön angelegte kleinere Gärten, wie zum Beispiel den Rosengarten Rosaleda, der am schönsten an der Wende von Mai zu Juni blüht. Im gesamten Areal findest du viele Bänke im Schatten jahrhundertealter Pinien, wo du ein Picknick aus den Leckereien machen kannst, die du in der nächsten Bäckerei gekauft hast.

💡 Tipp: In den Park führen mehrere Eingangstore, aber das allerschönste ist die Puerta de Alcalá, ein monumentaler Triumphbogen, der auf einem Kreisverkehr direkt neben dem Haupteingang steht.

10. Palacio de Cristal (Kristallpalast)

Bei einem Spaziergang durch den Retiro-Park darfst du auf keinen Fall den Palacio de Cristal verpassen, eines der fotogensten Bauwerke der ganzen Stadt. Dieser wunderschöne Glaspavillon mit gusseiserner Konstruktion wurde 1887 nach dem Vorbild des Londoner Crystal Palace errichtet und diente ursprünglich als riesiges Gewächshaus für exotische Pflanzen, die von den Philippinen importiert wurden.

Das Gebäude erhebt sich am Ufer eines kleinen, von Zypressen gesäumten Teiches, und wenn die Herbstsonne in die Glasscheiben scheint, erstrahlt die ganze Konstruktion und wirkt wie aus einem Märchen. Im Inneren des Palasts findest du heute keine tropische Flora mehr, sondern der Raum wird vom nahegelegenen Museum Reina Sofía verwaltet, das ihn für Ausstellungen moderner Installationen nutzt.

Der größte Vorteil ist, dass der Eintritt in den Kristallpalast ganzjährig völlig kostenlos ist, sodass du ihn zu verschiedenen Tageszeiten wiederholt besuchen kannst. Die Ausstellungen wechseln etwa alle drei Monate, und die Künstler arbeiten oft direkt mit dem natürlichen Licht und den Reflexionen auf den Glaswänden.

💡 Tipp: In den Sommermonaten ist es im Inneren des Palasts enorm heiß, da das Gewächshaus wie eine perfekte Wärmefalle funktioniert – plane deinen Besuch daher lieber am frühen Vormittag ein, wenn die Luft noch frisch ist.

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11. Boulevard Gran Vía

Die wichtigste und belebteste Stadtader ist die Gran Vía, die so etwas wie Madrids Antwort auf den New Yorker Broadway oder die Pariser Champs-Élysées ist. Dieser breite Boulevard, gesäumt von monumentalen Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert, riesigen leuchtenden Neonreklamen und großen Kinos, lebt in einem unglaublichen Tempo bei Tag und bei Nacht.

Beim Spaziergang solltest du unbedingt den Blick von den Schaufenstern heben, denn die Hausfassaden schmücken wunderschöne Statuen und verzierte Kuppeln, die an die goldene Ära der spanischen Architektur erinnern. Ein ikonisches Bauwerk ist vor allem das Metropolis-Gebäude ganz am Anfang des Boulevards, dessen dunkles Schieferdach von einer Statue der geflügelten Siegesgöttin gekrönt wird.

Die Gran Vía ist auch ein absolutes Paradies für Shopping-Liebhaber, denn hier befinden sich die Flagship-Stores so ziemlich aller großen internationalen Modeketten. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich die Straße in ein Vergnügungszentrum, die Reklamen der Musicaltheater leuchten auf und Menschenmassen ziehen in Bars und Clubs, die erst im Morgengrauen schließen.

💡 Tipp: Für den besten Blick auf den belebten Boulevard fahre ins oberste Stockwerk des Kaufhauses El Corte Inglés am Platz Callao, wo sich ein Café mit Panoramafenster befindet und der Eintritt kostenlos ist.

12. Templo de Debod und der Sonnenuntergang

Es klingt wie ein unglaubliches Paradox, aber mitten im Herzen der spanischen Metropole stößt du auf einen echten altägyptischen Tempel. Der Templo de Debod ist ein authentisches Steinbauwerk aus dem 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, das Spanien als Geschenk von der ägyptischen Regierung erhielt. Dies geschah als großzügiger Dank für die Hilfe bei der Rettung historischer Denkmäler vor der Überflutung beim Bau des riesigen Assuan-Staudamms.

Der Tempel wurde sorgfältig in einzelne Blöcke zerlegt, über das Mittelmeer transportiert und anschließend im hübschen Madrider Park Parque del Oeste wieder zusammengesetzt. Um das Denkmal herum befindet sich ein flacher Wassergraben, in dem sich die steinernen Tore wunderschön spiegeln, was eine absolut magische und sehr fotogene Atmosphäre schafft.

Dieser Ort ist mit Abstand der beliebteste Punkt, um den Sonnenuntergang in der ganzen Stadt zu beobachten. Wenn sich der Himmel über dem Horizont in Orange- und Violetttöne zu färben beginnt, versammeln sich hier Dutzende von Einheimischen und Touristen, die im Gras sitzen und den ruhigen Tagesausklang mit einem herrlichen Blick auf den Königspalast und das Guadarrama-Gebirge genießen.

💡 Tipp: Der Eintritt in die inneren Kammern des Tempels ist völlig kostenlos, doch aus Kapazitätsgründen werden nur sehr begrenzt Menschen gleichzeitig hineingelassen – steh daher lieber etwas früher auf, wenn du nicht in der Schlange warten möchtest.

13. Stadion Santiago Bernabéu

Für Millionen begeisterter Fans auf der ganzen Welt bedeutet die spanische Hauptstadt nur eines: den berühmten Fußballklub Real Madrid. Das Stadion Santiago Bernabéu hat vor Kurzem eine massive und sehr kostspielige Renovierung durchlaufen, die es zu einer der modernsten Sportstätten des ganzen Planeten gemacht hat. Ein neues einziehbares Dach, eine beeindruckende Stahlfassade und ein einzigartiges unterirdisches System zur Versenkung des Rasens ermöglichen die ganzjährige Nutzung der Arena für Konzerte und andere Events.

Eine Besichtigung dieses gigantischen Stadions ist ein riesiges Erlebnis für absolut jeden, selbst für diejenigen, die normalerweise keinen Fußball verfolgen und die Regeln nur am Rande kennen. Während des interaktiven Rundgangs blickst du direkt in die Spielerkabinen, gehst durch den langen Tunnel, der aufs Spielfeld führt, und besichtigst die unglaubliche Trophäensammlung, die der Klub im Laufe seiner langen Geschichte angehäuft hat.

Wenn du echtes Fußballfieber erleben möchtest, versuche, Tickets für das legendäre El Clásico zu ergattern. Das Aufeinandertreffen zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona ist ein weltweites Phänomen, was die Preise verständlicherweise in astronomische Höhen treibt. Die einfachen Tickets beginnen bei Beträgen über 300 Euro und sind binnen Minuten vergriffen, während luxuriöse VIP-Pakete locker die Tausender-Grenze überschreiten.

💡 Tipp: Plane die Stadionbesichtigung lieber an einem Tag, an dem kein Spiel stattfindet, denn am Spieltag sind einige interessante Teile der Route aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt.

14. Das Viertel La Latina und die Welt der Tapas

Das Viertel La Latina gilt als absolutes Epizentrum der Madrider Tapas und der unbeschwerten Wochenendlust. Wenn du die echte lokale Atmosphäre aufsaugen möchtest, musst du am Sonntagnachmittag hierherkommen. Das hiesige gesellschaftliche Ritual schreibt ganz klar vor, niemals den ganzen Abend an einem Tisch in einem einzigen Lokal zu bleiben. Die Einheimischen pendeln ständig zwischen den einzelnen Bars und gönnen sich überall nur ein kleines Stück Essen.

Bestell dir ein Gläschen Wermut vom Fass, der auf Spanisch Vermut de Grifo heißt, dazu eine kleine Portion traditionellen Käse oder die pikanten Kartoffeln Patatas Bravas und zieh nach einer Weile einfach ein Haus weiter. Du wirst sehen, dass dich diese dynamische und lautstarke Art zu essen völlig in den Bann zieht und du dadurch eine riesige Menge lokaler Spezialitäten probierst.

Das Leitungswasser ist in Madrid übrigens hervorragend, und spanische Restaurants sind seit 2022 zudem gesetzlich verpflichtet, es ihren Gästen völlig kostenlos anzubieten. Scheu dich also nicht, bei der Bestellung um eine einfache Karaffe Eiswasser zu bitten, was deine Reisekasse sehr angenehm entlastet.

💡 Tipp: Die wichtigsten gastronomischen Adern dieses Viertels sind die berühmten Straßen Cava Baja und Cava Alta, wo du die größte Konzentration angesehener Lokale buchstäblich Tür an Tür findest.

15. Flohmarkt El Rastro

Jeden Sonntagvormittag verwandeln sich die Straßen am Rand des Viertels La Latina in ein einziges riesiges Gewimmel, denn hier findet der berühmte Flohmarkt El Rastro statt. Es handelt sich um den größten und ältesten Freiluftmarkt in ganz Spanien, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Hunderte von Verkäufern bauen hier ihre Stände auf und bieten absolut alles an, von antiken Möbeln über Vinylplatten bis hin zu günstiger Kleidung und Lederwaren.

Die Atmosphäre auf dem Markt ist unglaublich lebendig, die Verkäufer preisen lautstark ihre Waren an und durch die Menge schlängeln sich Musiker mit Gitarren. Wenn du gerne nach versteckten Schätzen suchst, konzentriere dich auf die Seitengassen abseits der Hauptader Ribera de Curtidores, wo sich die interessantesten Antiquitätenhändler und Kuriositätensammler verbergen.

Die Menschenmassen sind hier wirklich gewaltig, daher gilt dieselbe Warnung wie auf den Plätzen: Du musst gut auf deine persönlichen Sachen und Taschendiebe achten. Der Markt endet offiziell gegen drei Uhr nachmittags, woraufhin sich die ganze riesige Menschenmasse nahtlos in die umliegenden Bars zu den wohlverdienten sonntäglichen Tapas verzieht.

💡 Tipp: Die besten Stücke und die meiste Ruhe zum Stöbern hast du, wenn du gleich nach neun Uhr morgens auf dem Markt eintriffst, bevor sich die Straßen mit verschlafenen Einheimischen und Touristenscharen füllen.

16. Das Hipster-Viertel Malasaña

Nördlich des Boulevards Gran Vía erstreckt sich Malasaña, das als das böhmischste, hipste und kreativste Viertel der ganzen Stadt gilt. Genau hier entstand in den 1980er-Jahren nach dem Sturz der Diktatur die berühmte Kulturbewegung Movida Madrileña, die eine Explosion von Freiheit, Punk, unabhängiger Kunst und wildem Nachtleben nach Spanien brachte.

Heute ist dieses Viertel voller toller Specialty-Cafés, Vintage-Läden mit Secondhand-Kleidung und kleiner unabhängiger Buchhandlungen. Die Hausfassaden dienen hier oft als Leinwand für sehr hochwertige und legale Street-Art, sodass selbst ein gewöhnlicher Spaziergang durch die Gassen an den Besuch einer Freiluftgalerie für moderne Kunst erinnert.

Abends verwandelt sich Malasaña in ein Zentrum alternativer Unterhaltung. Du findest hier zahlreiche Musikclubs mit Live-Programm, in denen bis heute der freigeistige und leicht freche Geist der 1980er weiterlebt. Es ist der ideale Ort für alle, die entspannte Unterhaltung abseits der glitzernden und überteuerten Diskotheken im Zentrum suchen.

💡 Tipp: Mach Halt auf einen Kaffee oder Drink an der Plaza del Dos de Mayo, dem historischen Platz, der das gedachte Herz des ganzen Viertels bildet und an dem sich unter freiem Himmel Studenten, Künstler und Alteingesessene in einer völlig entspannten Atmosphäre mischen.

17. Das Viertel Chueca und die Markthalle San Antón

Direkt neben dem böhmischen Malasaña liegt das Viertel Chueca, das als Hauptzentrum der Madrider LGBTQ+-Community und eines der lebendigsten Orte der ganzen Metropole berühmt ist. Die Straßen sind hier voller Designerboutiquen, moderner Cafés und fantastischer Restaurants, die zum langen Verweilen und Beobachten des bunten Treibens ringsum einladen.

Während der Mercado de San Miguel im Zentrum unter dem Touristenansturm aus allen Nähten platzt, steuern die Einheimischen viel lieber die moderne Markthalle Mercado de San Antón an, die sich direkt im Herzen dieses Viertels befindet. In den unteren Etagen kannst du frische Delikatessen kaufen, und im ersten Stock werden dir die ausgewählten Zutaten gleich auf dem Grill genau nach deinen Wünschen zubereitet.

Das ganze Gebäude verbirgt noch einen weiteren riesigen Anziehungspunkt: eine offene Dachterrasse mit einer prima Bar, wo du einen Drink am frühen Abend mit einem schönen Blick auf die roten Dächer der umliegenden Häuser genießen kannst. Die Atmosphäre ist hier sehr freundlich und offen, und die Partys ziehen sich hier oft bis in die frühen Morgenstunden.

💡 Tipp: Besuche dieses Viertel an der Wende von Juni zu Juli, wenn hier die großartigen Feierlichkeiten des Madrid Pride stattfinden, die die ganze Stadt in ein einziges riesiges, buntes und unglaublich positives Straßenfest verwandeln.

18. Barrio de las Letras (Das Literatenviertel)

Wenn du Literatur und romantische Spaziergänge durch historische Gassen liebst, musst du unbedingt das Barrio de las Letras besuchen, was übersetzt Literatenviertel bedeutet. Genau hier lebten und wirkten die berühmtesten spanischen Schriftsteller des Goldenen Zeitalters, unter ihnen der berühmte Miguel de Cervantes oder der erfolgreiche Dramatiker Lope de Vega.

Bei einem Spaziergang durch dieses ruhige Viertel solltest du unbedingt auf den Boden schauen, denn in das Pflaster der Fußgängerzonen sind in goldenen Lettern berühmte Zitate aus klassischen spanischen Literaturwerken eingemeißelt. Das ganze Gebiet hat sich einen wunderbar intimen Charakter mit engen Gassen, historischen Laternen und kleinen Plätzen bewahrt, an denen die Zeit stehengeblieben ist.

Abends verwandelt sich das Barrio de las Letras in einen beliebten Ort für ruhigere Abendessen und gemütliches Beisammensein bei einem guten Wein, denn hier findest du keine riesigen lauten Diskotheken, sondern eher traditionelle Kneipen mit Live-Gitarrenmusik. Es ist der perfekte Gegenpol zum wilden Malasaña, ideal für alle, die kultiviertere und romantischere Abendunterhaltung bevorzugen.

💡 Tipp: Mach Halt an der Plaza de Santa Ana, die vom schönen Gebäude des Spanischen Theaters dominiert wird und an der du viele ausgezeichnete Cafés mit Außenplätzen unter hohen Bäumen findest.

19. Churros con Chocolate in der Chocolatería San Ginés

Wenn dich nach einem langen Tag voller Sehenswürdigkeiten oder einer durchzechten Nacht in den Bars die Müdigkeit überkommt, steuere zielsicher die Chocolatería San Ginés an. Dieses legendäre Lokal, versteckt in einer unauffälligen Gasse unweit der Puerta del Sol, serviert die absolut besten Churros con Chocolate der Stadt, und das ununterbrochen schon seit 1894.

Ihr Rezept ist zur absoluten Perfektion getrieben, sodass du eine dicke und unglaublich sättigende heiße Schokolade bekommst, in die du frisch frittierte, knusprige Stücke des länglichen Teigs tunkst. Es ist eine Kalorienbombe, die aber einen so perfekten Schlusspunkt unter einen Madrider Tag setzt, dass es buchstäblich eine Sünde wäre, sich diese vegetarische Köstlichkeit nicht wenigstens einmal zu gönnen.

Das Lokal hat bis spät in die Nacht geöffnet, und oft siehst du hier in den frühen Morgenstunden, wie sich Leute, die von Partys zurückkehren, mit denen treffen, die schon zur Arbeit aufstehen. Das Interieur hat sich seinen historischen Charakter bewahrt mit Marmortischchen und spiegelverkleideten Wänden, was dem ganzen Erlebnis einen wunderbaren Hauch alter Zeiten verleiht.

💡 Tipp: An Wochenenden bilden sich hier wirklich lange Schlangen, aber die Bedienung arbeitet unglaublich schnell und effizient, lass dich also nicht abschrecken und warte ruhig diese zehn Minuten – es lohnt sich wirklich.

20. Toledo: Die Stadt der drei Kulturen

Madrid verfügt über einen riesigen logistischen Vorteil: das dichte Netz von AVE-Hochgeschwindigkeitszügen, das die Hauptstadt mit den umliegenden historischen Perlen verbindet. Von der modernen Metropole aus versetzt du dich so in weniger als einer halben Stunde ins tiefe spanische Mittelalter, was Toledo zu einem absolut idealen Ziel für einen Tagesausflug macht.

Toledo, das sich auf einem dramatischen Felssporn erhebt, der vom Fluss Tajo umflossen wird, regierte als Hauptstadt Spaniens lange bevor Madrid diese Rolle übernahm. Oft wird es als Stadt der drei Kulturen bezeichnet, denn hier koexistierten über Jahrhunderte hinweg in relativem Frieden Christen, Muslime und Juden, was bis heute auf faszinierende Weise direkt in die Architektur des gesamten historischen Zentrums eingeschrieben ist.

Während eines einzigen Spaziergangs passierst du eine alte Moschee aus dem 10. Jahrhundert, eine Synagoge mit wunderschönen maurischen Bögen und eine überwältigende gotische Kathedrale, die zu den reichsten des ganzen Landes gehört. Nimm dir unbedingt Zeit für einen Besuch der Kirche Santo Tomé, in der ein Meisterwerk des Malers El Greco hängt, der mit dieser Stadt untrennbar verbunden ist.

💡 Tipp: Miete dir für die Reise nach Toledo niemals direkt in Madrid ein Auto, denn die Stadt hat strenge Umweltzonen (ZBE) eingeführt, und bei unberechtigter Einfahrt droht dir ein Bußgeld von rund 200 Euro, während der Zug schnell und absolut sorgenfrei ist.

21. Segovia: Römisches Aquädukt und der märchenhafte Alcázar

Wenn dich Toledo mit seiner verwobenen Geschichte beeindruckt, setzt Segovia auf einen absolut überwältigenden ersten Eindruck, der dich an den Boden fesselt. Die Zugfahrt hierher dauert nur etwas mehr als eine halbe Stunde, und gleich am Eingang des historischen Zentrums empfängt dich ein majestätisches und unglaublich gut erhaltenes römisches Aquädukt.

Dieses atemberaubende technische Denkmal aus dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung spannt sich über den Hauptplatz in einer Länge von fast 800 Metern und ist aus über zwanzigtausend Granitblöcken ohne einen einzigen Tropfen Mörtel erbaut. Am anderen Ende der Stadt erhebt sich dann auf einer Felsklippe über dem Zusammenfluss zweier Flüsse die Burg Alcázar mit ihren schiefergedeckten Türmchen, die angeblich als eine der Hauptinspirationen für das ikonische Schloss von Walt Disney diente.

Segovia funktioniert auch als traditioneller Wallfahrtsort für Fleischliebhaber, denn die große hiesige Spezialität ist das sogenannte Cochinillo Asado, also Spanferkel. Das Fleisch ist hier oft so zart, dass es traditionelle Gastronomen vor den Augen der Gäste demonstrativ mit der Kante eines gewöhnlichen Keramiktellers zerteilen, den sie anschließend mit großem Tamtam am Boden zerschmettern.

💡 Tipp: In Reiseforen wird oft das Dilemma diskutiert, ob man Toledo und Segovia an einem Tag verbinden soll, aber ich empfehle dir nachdrücklich, dich für nur eine Stadt zu entscheiden, um einen erschöpfenden Laufwettbewerb zwischen den Sehenswürdigkeiten zu vermeiden.

22. Der monumentale Komplex El Escorial

Etwa eine Stunde Fahrt mit der Vorortbahn nordwestlich von Madrid liegt San Lorenzo de El Escorial, das ein perfektes Beispiel königlicher Macht darstellt. Diesen riesigen Komplex aus Kloster, Königspalast und Basilika ließ im 16. Jahrhundert König Philipp II. erbauen, um die Stärke des spanischen Imperiums in der Zeit seiner größten Blüte zu demonstrieren.

Die Architektur des gesamten Areals ist unglaublich nüchtern, monumental und geradezu frostig symmetrisch, was genau den Charakter des Herrschers widerspiegelt, der von hier aus über ein Reich regierte, in dem bildlich gesprochen niemals die Sonne unterging. Du wandelst durch endlose Korridore, geschmückt mit kostbaren Wandteppichen, und durch riesige Bibliotheken voller alter Bände, die von schwerer Geschichte durchdrungen sind.

Der absolute Höhepunkt der Besichtigung ist der Abstieg in das unterirdische Pantheon, wo die sterblichen Überreste fast aller spanischen Könige und Königinnen seit der Zeit Karls V. in prächtigen Marmorgrabstätten ruhen. Der Ort wirkt sehr majestätisch und düster, was bei dir einen wirklich tiefen Eindruck hinterlässt und dein Bild der spanischen Geschichte hervorragend abrundet.

💡 Tipp: Der Komplex liegt in höherer Höhenlage als Madrid selbst, daher ist es hier oft einige Grad kühler und es weht häufig ein starker Wind – pack dir deshalb lieber auch in den Frühlingsmonaten einen leichten Pullover ein.

Wohin von Madrid aus weiter

Wenn du mehr Zeit hast und weitere Ecken dieses wunderschönen Landes erkunden möchtest, funktioniert Madrid als absolut perfekter Verkehrsknotenpunkt für weitere Reisen. Die Hochgeschwindigkeitszüge bringen dich leicht und sehr bequem in alle Ecken Spaniens.

Mach dich mit dem Schnellzug auf den Weg zur Küste und entdecke Gaudís verträumte Architektur, die wir ausführlich im Artikel über Barcelona beschreiben. Wenn du eher moderne Architektur in Verbindung mit ausgezeichneter Gastronomie und der berühmten Paella bevorzugst, wird dich das sonnige Valencia bezaubern.

Wenn dich eher die arabische Geschichte und der temperamentvolle Flamenco reizen, fahre in den Süden und erkunde die schönsten Orte Andalusiens. Du kannst das leidenschaftliche und nach Orangenbäumen duftende Sevilla besuchen, den atemberaubenden Palastkomplex Alhambra erkunden, den Granada birgt, oder dich in den Gassen rund um die berühmte Moschee verlieren, mit der das historische Córdoba prunkt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage sollte man für einen Besuch in Madrid einplanen?

Für die Erkundung der Hauptstadt selbst sollten Sie idealerweise zwei bis drei volle Tage einplanen, um die wichtigsten Museen zu besuchen und die Atmosphäre aufzusaugen. Wenn Sie jedoch planen, die Stadt als strategischen Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Toledo, Segovia oder El Escorial zu nutzen, sollten Sie Ihren Aufenthalt unbedingt auf mindestens fünf Tage ausdehnen.

Wie kommt man am besten vom Flughafen Barajas ins Zentrum?

Die Anbindung vom Flughafen ist unglaublich einfach und günstig, denn Sie können bequem die Metro oder die S-Bahn Cercanías nutzen. Die Fahrt ins Zentrum dauert etwa eine halbe Stunde und das Ticket kostet nur ein paar Euro, sodass es sich überhaupt nicht lohnt, viel Geld für überteuerte Taxis auszugeben.

Ist es sicher, in Madrid Leitungswasser zu trinken?

Ja, das Leitungswasser ist von sehr hoher Qualität, schmeckt hervorragend und sein Genuss ist in der ganzen Stadt absolut unbedenklich. Spanische Restaurants sind zudem seit 2022 gesetzlich verpflichtet, ihren Gästen kostenlos Leitungswasser anzubieten, also zögern Sie nicht, selbstbewusst danach zu fragen.

Lohnt es sich, ein Auto für die Fortbewegung in der Stadt zu mieten?

Auf keinen Fall, denn die Stadt hat strenge Umweltzonen (ZBE) eingeführt und Kameras erfassen automatisch die Kennzeichen. Ausländische Fahrzeuge müssen sich vorab kompliziert registrieren und bei unbefugter Einfahrt droht ein Bußgeld von rund 200 Euro, sodass es viel bequemer ist, sich auf die hervorragend funktionierende Metro und das Schnellzugnetz zu verlassen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der spanischen Metropole?

Das lokale Klima ist sehr rau, daher stellt eindeutig der Frühling oder Herbst die beste Reisezeit dar, wenn angenehme Temperaturen herrschen. Im Sommer verwandeln sich die Straßen in eine glühende Hölle mit Temperaturen, die regelmäßig 40 °C überschreiten, während die Winter hier unerwartet frostig und windig sein können.

Was genau bedeutet das Goldene Dreieck der Kunst?

Es handelt sich um das Gebiet rund um den Boulevard Paseo del Prado, wo drei beeindruckende Institutionen mit der weltweit größten Konzentration an Meisterwerken ansässig sind. Dazu gehören das klassische Museo del Prado, das moderne Centro de Arte Reina Sofía mit Picassos Guernica und das verbindende Museo Thyssen-Bornemisza.

Welches typische Gericht sollten wir probieren?

Ein typischer Madrider Klassiker ist das deftige Cocido madrileño, ein kräftiger Wintereintopf mit Kichererbsen und Gemüse, sowie Bocadillo de calamares, ein knuspriges Baguette mit frittierten Tintenfischringen. Als Vegetarier sollten Sie auf keinen Fall die legendären süßen Churros con chocolate verpassen oder die pikanten Kartoffeln Patatas bravas, begleitet von einem Glas Wermut vom Fass.

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Pompeji: Basisinformationen über den Eintritt, Sehenswürdigkeiten + Eintrittspreis

TL;DRPompeji sind eine antike Stadt bei Neapel, die im Jahr 79 n. Chr. die Asche des Vesuvs unter sich begrub und dadurch perfekt konserviert hat. Heute spazierst du über die originalen Pflastersteine, wirfst einen Blick in Häuser mit gut erhaltenen Fresken und siehst auch die Abgüsse der Körper der Bewohner. Das Gelände ist riesig, plan lieber einen halben bis ganzen Tag ein. Kauf die Tickets am besten vorab online, um Warteschlangen zu vermeiden – mit der Circumvesuviana kommst du bequem von Neapel oder Sorrent hierher. Am besten kommst du morgens, noch vor der größten Hitze. Im Reiseführer findest du Eintrittspreise, Anfahrt und Tipps, was du dir zuerst ansehen solltest.

Wenn Sie vor haben, Neapel oder Amalfiküstezu besuchen, sollten Sie das berühmte Pompeji nicht verpassen. Diese Stadt wurde vom Ausbruch des Vesuvs betroffen. Bei dieser Tragödie kamen etwa 10.000 Einwohner ums Leben und die Vulkanasche hat das Aussehen der Stadt perfekt erhalten.

Und jetzt können Sie die Stadt ansehen und ihre ganze Geschichte und Geheimnisse aufsaugen. In diesem Artikel erfahren Sie alle interessanten Fakten über Pompeji sowie die Eintrittspreise.

Pompeji: Geschichte, Vulkan und Eintrittspreise

Pompeji ist eine der am besten erhaltenen antiken Städte der Welt und eine der wichtigsten archäologischen Lokalitäten und Touristenattraktionen.

Pompeji befindet sich in Süditalien in der Nähe von Neapel und ist vor allem wegen des bereits erwähnten tragischen Ereignisses bekannt, als es im Jahr 79 n. Chr. nach dem Ausbruch des Vulkans Vesuv mit vulkanischem Staub und Steinen bedeckt wurde. Die Eruption dauerte drei Tage und die Schutt- und Staubschicht reichte bis zu 6 Meter hoch.

Das Interessanteste an der ganzen Sache ist, dass diese Naturkatastrophe die Stadt paradoxerweise ziemlich in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten hat.

Pompeji wurde um das 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Es wurde durch die Siedler aus Etrurien und Griechenland gegründet. Ursprünglich handelte sich um eine kleine landwirtschaftliche Stadt. Mit der Zeit gewann sie an Bedeutung aufgrund ihrer strategischen Lage an der Küste und ihres erfolgreichen Handels.

Pompeji war nach einem Vulkanausbruch viele Jahrhunderte lang vergessen, bis es im 16. Jahrhundert zufällig wiederentdeckt wurde. Systematische archäologische Ausgrabungen begannen im 18. Jahrhundert und werden bis heute fortgesetzt. (es kann also immer etwas Neues ausgegraben werden). Während Ihres Besuchs können Sie die progressive Arbeit der Archäologen beobachten (die einzigen dürfen nicht fotografiert werden).

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Wie man nach Pompeji kommt

Wenn Sie, wie ich, aus Neapel kommen, können Sie vom Hauptbahnhof mit dem Zug (EAV) nach Pompeji fahren. Die Fahrkarte kostet 2,80 Euro und die Fahrt dauert etwa 40 Minuten. Sie können die Fahrkarten am EAV-Schalter am Bahnhof kaufen (am Bahnhof gehen Sie die Treppe hinunter ins Erdgeschoss)..

Es ist auch leicht, mit dem Auto dorthin zu fahren, wenn Sie eines zur Verfügung haben.

Pompeji: Wo Sie Tickets kaufen können

Tickets für Pompeji können Sie entweder auf der der offiziellen Website online oder vor Ort. In Italien bevorzugen wir das Portal GetYourGuide, da Sie die Tickets jederzeit zurückgeben können und wir oft keine Tickets über die offiziellen Websites kaufen können und es oft eine Warteschlange am Veranstaltungsort gibt.

Sie können Pompeji jeden Tag von 8:30 bis 19:00 Uhr besuchen. Ein einfaches Erwachsenenticket kostet 18 Euro, Jugendliche (18-24 Jahre) 2 Euro und Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt (ermäßigte Tickets können nicht online gekauft werden, Sie müssen sie vor Ort kaufen und einen Identitätsnachweis vorlegen).

Wenn Sie Pompeji auch mit den Vorstadtvillen (Mysterienvilla, Villa Regina und Villa des Diomedes) sehen möchten, dann kostet der Eintritt für einen Erwachsenen 22 Euro.

Das Ticket ist zeitlich nicht begrenzt, Sie können jederzeit während der Öffnungszeiten kommen (der letzte Eintritt ist jedoch um 17:30 Uhr) und so viel Zeit in der Stadt verbringen, wie Sie möchten.

Wie lange dauert die Besichtigung von Pompeji?

Ich würde Ihnen empfehlen, für die Besichtigung von Pompeji einen ganzen Tag einzuplanen, um nicht eilen zu müssen. Eine Tour durch Pompeji selbst dauert in der Regel zwischen 3 und 5 Stunden, je nachdem, wie detailliert Sie jeden Teil der Stadt ansehen möchten und was Sie sehen wollen.

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Die Hauptattraktionen von Pompeji

Heute ist Pompeji eine der meistbesuchten touristischen Stätten in Italien und seit 1997 stehen die Ruinen der antiken Stadt auf der Liste der UNESCO. Die folgenden Sehenswürdigkeiten sind in Pompeji sehenswert:

Porta Marina

Die Porta Marina ist das am besten erhaltene Tor von der ursprünglichen Stadttore von Pompeji.

Nach dem Erdbeben im Jahr 62 n. Chr. (ja, es gab ein Erdbeben in Pompeji, als ob der Vulkanausbruch nicht schon genug wäre. ) wurden die meisten Stadttore nicht repariert, denn aufgrund der damaligen politischen Lage und der zerfallenden Grenzen des Römischen Reiches bestand keine Notwendigkeit mehr, starke Mauern zu erhalten.

Forum

Das Forum ist der Hauptplatz und das Herz des früheren kommerziellen, sozialen und religiösen Lebens von Pompeji. An seiner nördlichen Seite steht der Jupitertempel, der ursprünglich im 2. Jahrhundert erbaut wurde. 2. Jahrhundert v. Chr. während der samnitischen Ära.

Hier können Sie den Jupitertempel, zwei monumentale Bogen und die Überreste der wichtigen öffentlichen Gebäude wie der Schatzkammer, der Getreidespeicher und des Apollo-Tempels sehen.

Basilika

Die Basilika, die sich am südwestlichen Rand des Forums befand, war ein Zentrum für kommerzielle Aktivitäten und ein Ort für Gerichtsverhandlungen. Nach dem Erdbeben im Jahr 62 wurde das Gebäude jedoch verlassen und nie vollständig restauriert.

Pompejische Körper

Das wahrscheinlich Interessanteste und zugleich Unheimlichste, was es in Pompeji zu sehen gibt, sind die erhaltenen Überreste der Leichen der ursprünglichen Bewohner. Glauben Sie aber nicht, dass Sie anhand dieser Überreste nicht erkennen können, was ein Bein und was eine Hand ist.

Der Tod der Menschen, die vor dem vulkanischen Staub flüchteten, sorgte dafür, dass sich die Opfer des Vesuvs in Statuen verwandelt haben,die in ihren letzten und schmerzhaften Momenten des Lebens festgehalten wurden.

Pompejische Graffiti

Wenn Sie bei Ihrer Stadtbesichtigung durch die Stadt wirklich aufmerksam sind, werden Sie alle möglichen Inschriften, Zeichnungen und Liebeserklärungen an den Wänden entdecken. Heute würden wir es wahrscheinlich Graffiti nennen.

Einige dieser Zeichen sind laut Historikern politische Slogans, Werbung, Speisekarten, liebevolle Nachrichten, Verhaltensregeln in Kneipen oder sogar vulgäre Bemerkungen und Zeichnungen.

Eine solche obszöne Kuriosität ist, dass es in den Straßen von Pompeji Unzahl von Gemälde, Statuen und Formen von Penis gibt. Man geht davon aus, dass diese Symbole auf den Straßen immer auf das nächste Bordell zeigten, um Seeleiten, die möglicherweise betrunken waren und die Landessprache nicht sprachen, den Weg zu weisen. Das nenne ich Marketing.

Dreieckiges Forum

Auf dem dreieckigen Forum befinden sich wichtigen Gebäude wie zwei Theater und eine Sporthalle. In der Mitte des Platzes können Sie die Überreste eines dorischen Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. sehen. Der Tempel wurde im 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr. renoviert, aber während der römischen Zeit wurde er nicht mehr genutzt und wurde in eine Kapelle umgewandelt.

Großes und kleines Theater

Im südlichen Teil von Pompeji finden Sie ein großes und ein kleines Theater. Das große Theater, das bis zu 5.000 Zuschauer fassen konnte, hatte eine spezielle Tribüne für wichtige Besucher. Das kleine Theater, das eine geringere Kapazität hatte, wurde für kleinere Aufführungen genutzt und bot Platz für etwa tausend Zuschauer.

Amphitheater

Gladiatorenkämpfe waren ein fester Bestandteil der römischen Kultur und das Amphitheater wurde für diesen Zweck genutzt. Das pompejische Amphitheater, das bis zu 20.000 Zuschauer fassen konnte, ist das älteste bekannte römische Amphitheater.

Es wurde durch die Großzügigkeit von Gaius Quinctius Valgus und Marcus Porcius aufgebaut. Daneben befand sich ein großer Trainingsplatz (Palästra), auf dem Gladiatoren trainierten.

Haus der Vettier

Das Vetti-Haus gehörte den Brüdern Vetti, zwei ehemaligen Sklaven, die frei und sehr reich wurden. Das Haus ist wirklich riesig und besonders berühmt für seine prächtigen Wandfresken und Dekorationen, einschließlich einiger erotischer Motive.

Das Haus des Fauns

Das Haus des Fauns, benannt nach der Faun-Statue, stammt aus der samnitischen Periode (2. Jahrhundert v. Chr.) und ähnelt in seinem Grundriss dem griechischen Architekturstil. Der bekannteste Teil des Hauses ist das berühmte Mosaik der Schlacht zwischen Alexander dem Großen und dem persischen König Darius, das heute im Archäologischen Museum von Neapel zu sehen ist.

Lupanar

Das Lupanar alias das pompejische Bordell ist das Haus, das vielleicht die meisten Besucher anlockt. Na ja, warum?

Es verfügt über 10 fensterlose Räume mit Steinbetten (die ziemlich unbequem aussehen, aber das war der Zweck, weil die Prostituierte konnten sich nicht leisten, dass die Männer einschlafen und sie von der weiteren Arbeit abhalten) und an den Wänden im so genannten „Warteraum“ sind Fresken mit erotischen Szenen zu sehen, die angeblich die Funktion hatten, Dienstleistungen anzubieten oder sogar Anweisungen zu geben, was man in einem solchen Bordell zu tun hat.

Das Haus des tragischen Dichters

Das Haus des Tragischen Dichters gehörte vermutlich einem wohlhabenden Kaufmann und ist berühmt für das Mosaik eines Hundes im Vestibül mit der Inschrift „Cave Canem“ (Vorsicht, Hund!).

Haus der Venus mit einer Muschel

Das Haus der Venus mit der Muschel hat einen wunderschönen Garten, in dessen Innenhof ein Gemälde der Göttin Venus zu sehen ist, die auf einer Muschel badet. Dieses Haus ist eine der jüngsten Ausgrabungen, da es erst zwischen 1930 und 1950 entdeckt wurde, und es ist wahrscheinlich das schönste Haus, das Sie in Pompeji sehen werden.

Thermalbäder

Offenbar liebten die Römer drei Dinge, und zwar Gladiatorenkämpfe, Bordelle und vor allem die Entspannung in den Bädern.

Es gibt mehrere Bäder in Pompeji. Die Bäder in der Stadt waren in einen Männer- und einen Frauenteil verteilt. Jeder Teil enthielte Umkleideräume, kalte Bäder und ein warmes Becken. Das Caldarium, ein Raum mit zirkulierender warmer Luft, ist ebenfalls erhalten geblieben.

Mysterienvilla

Die Mysterienvilla ist wahrscheinlich die berühmteste Villa in Pompeji und befindet sich nicht weit von der Stadt. Sie finden hier spektakuläre Gemälde und Fresken, die religiöse Szenen darstellen, einschließlich der Figuren von Dionysos, Ariadne und Satyr.

Haus des Chirurgen

Das Haus des Chirurgen ist eines der wichtigsten und ältesten Häuser in Pompeji. Es befindet sich in der Nähe des nördlichen Stadttors und erhielt seinen Namen durch die Entdeckung von chirurgischen Instrumenten, die hier bei Ausgrabungen gefunden wurden.

Diese Instrumente weisen darauf hin, dass das Haus einem Arzt gehörte, wahrscheinlich einem Chirurgen, der hier praktizierte. Werkzeuge wie Skalpelle, Pinzetten, Sonden und andere medizinische Instrumente wurden dort gefunden.

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Pompeji: größte Merkwürdigkeiten

Pompeji ist ein absolut faszinierender Ort für mich und sicher auch für andere von Ihnen. Ich habe einige interessante Fakten für Sie zusammengeschrieben:

  • Abgüsse von Leichen – Der italienische Architekt Giuseppe Fiorelli entdeckte bei den Ausgrabungen von Pompeji Hohlräume in der Ascheschicht, die sich nach sorgfältiger Untersuchung als die Überreste der Leichen der Einwohner herausstellten. Fiorelli füllte diese Hohlräume mit Gips und schuf so Abgüsse der Körper der Pompejaner im Moment ihres Todes. Diese Abgüsse sind noch heute in Pompeji zu sehen.
  • Häuser in Pompeji – Die meisten Häuser in Pompeji waren überraschend geräumig und gut ausgerüstet. Viele von ihnen hatten zum Beispiel Bäder, fließendes Wasser und schön verzierte Treppen aus hochwertigem Stein. Die Stadt war wohlhabend und viele Familien konnten sich luxuriöse Einrichtungsgegenstände und Dekorationen leisten.
  • Vesuv heute – Der Vulkan Vesuv ist immer noch einer der aktiven Vulkane. Die letzte Eruption fand im Jahr 1944 statt und 26 Menschen starben dabei. Heute wird der Vesuv jedoch streng überwacht, um weitere Katastrophen zu verhindern.
  • Unwissenheit der Einwohner – Interessanterweise wussten die Einwohner von Pompeji einigen Historikern zufolge wahrscheinlich nicht, dass der Vesuv ein aktiver Vulkan war. Sie verfügten damals nicht über das nötige Wissen über vulkanische Aktivitäten und hielten den Vesuv vielleicht nur für einen weiteren Berg in der Landschaft.
  • Pompeji als Urlaubsziel – In einem bestimmten Zeitraum wurde Pompeji zu einem beliebten Urlaubsziel für die römische Elite. Die Stadt verfügte über wunderschöne Gärten, öffentliche Bäder und Amphitheater, die sie zu einem attraktiven Reiseziel machten. Es wird sogar spekuliert, dass Kaiser Nero hier ein Haus hatte, in dem er sich erholte.
  • Schatzfund – Bei den Ausgrabungen wurde in einem der Häuser ein Schatz entdeckt, der 298 Silber- und mehrere Goldmünzen enthielt. Dieser Fund ist ein Beweis dafür, wie wohlhabend die Haushalte in Pompeji waren und wie wohlhabend viele der Einwohner waren.
  • Straßen und Gehwege – Die Straßen in Pompeji waren sehr praktisch gestaltet. Sie waren mit großen Steinen bedeckt und zwischen Steinen waren Rillen für die Räder der Karren. Die Fußgängerwege waren erhöht, um den Menschen zu helfen, Schmutz und Regenwasser zu vermeiden, das auf die Straßen lief. An mehreren Stellen in der Stadt gab es auch „Fußgängerüberwege“ in Form von großen Steinen, zwischen denen Wagenräder durchfahren konnten.
  • Wassersystem – Die Stadt verfügte über ein gut ausgebautes Wassersystem, das Häuser, Bäder und Brunnen mit frischem Wasser versorgte. In den Straßen von Pompeji gab es viele öffentliche Brunnen, an denen die Einwohner ihre Trinkwasserbehälter füllen konnten.
  • Fastfood – Pompeji hatte seine eigene Version der heutigen Fastfood-Restaurants, genannt Thermopolia. Dies waren kleine Stände, an denen Passanten warme Speisen und Getränke kaufen konnten. Diese Stände waren in der Regel mit großen Lebensmittelbehältern ausgestattet, die in Steintheken eingelassen waren.
  • Herculaneum – Wenn Sie keine Menschenmassen mögen, dann liegt etwa 12 km von Pompeji entfernt die Stadt Herculaneum, die ein ähnliches Schicksal wie Pompeji erlitten hat, aber im Gegensatz zu Pompeji war Herculaneum von vulkanischen Trümmern und Lava bedeckt, was zu einer anderen Konzervierung der Stadt führte. Die Stadt ist auch für Touristen zur Besichtigung geöffnet.
lukas a lucka
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Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch von Pompeji?

Die beste Zeit für einen Besuch ist der Frühling oder der Herbst, wenn die Temperaturen angenehmer sind und es weniger Touristen gibt. Wenn Sie Pompeji jedoch im Sommer besuchen, sollten Sie die Zeit zwischen 11:00 und 15:00 Uhr meiden, wenn die Sonne am heißesten ist, weil es in Pompeji nicht viel Schatten gibt.

Wie viel Zeit braucht man für einen Besuch von Pompeji?

Wir empfehlen Ihnen, mindestens 4-5 Stunden in Pompeji zu verbringen, um alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gründlich zu besichtigen.

Ist es möglich, in Pompeji zu fotografieren?

Ja, das Fotografieren ist in Pompeji erlaubt.

Ist es möglich, den Vesuv von Pompeji aus zu sehen?

Ja, der Vesuv ist von Pompeji aus zu sehen und alle Besucher können auch einen Ausflug zu seinem Gipfel unternehmen.

Welche Artefakte wurden in Pompeji gefunden?

In Pompeji wurden verschiedene Arten der Artefakte gefunden, wie Statuen, Schmuck, Vasen, Spiegel, Gemälde und sogar die sterblichen Überreste der Einwohner.

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