Eine deutlich günstigere Alternative ist es, direkt hinter der Grenze im spanischen La Línea de la Concepción zu übernachten. Die Hotelpreise sind hier etwa halb so hoch, und nach Gibraltar läuft man in knapp fünfzehn Minuten. Sehr beliebt ist das Ohtels Campo De Gibraltar mit schönem Außenpool und direktem Blick auf den berühmten Felsen von den oberen Etagen. Das ist der perfekte Kompromiss für alle, die beim Übernachten sparen wollen, aber morgens früh als Erste am Grenzübergang sein möchten.
16 Gibraltar Sehenswürdigkeiten – das Beste auf dem Felsen
Lasst uns einen Blick auf das Beste werfen, was dieses faszinierende britische Territorium zu bieten hat. Von frechen Affen über einzigartige Höhlen bis hin zu Aussichten auf einen anderen Kontinent. Wir verraten euch, wie ihr die Massen meidet und was ihr auf keinen Fall verpassen solltet.
1. Über die Startbahn der Winston Churchill Avenue
Das erste Erlebnis wartet unmittelbar hinter der Passkontrolle – und es ist etwas, das ihr so nirgendwo sonst auf der Welt findet. Die Hauptstraße in die Stadt kreuzt die Startbahn des internationalen Flughafens. Wenn ein Flugzeug landet oder startet, heulen die Sirenen, die Schranken fallen, und der gesamte Verkehr – einschließlich der Fußgänger – kommt schlicht zum Stehen. Ganz wie an einem Bahnübergang, nur dass statt eines Zuges ein riesiger Airbus vor eurer Nase entlangrollt.
Entstanden ist dieser Kuriosum aus rein praktischen Gründen: Das Territorium ist so winzig, dass es schlicht keinen anderen Platz für den Flughafen gab. Über die Landebahn zu spazieren ist ein einzigartiges Erlebnis, bei dem alle Touristen für Fotos innehalten. Wir hatten das Glück, dass direkt vor unserer Nase eine Maschine landete – der Lärm und der Windstrom der Triebwerke waren schlicht überwältigend. In den letzten Jahren wurde zwar ein Autotunnel gebaut, doch Fußgänger dürfen nach wie vor stolz über die Runway schlendern.
💡 Lokaler Tipp: Schaut euch vorab die Ankunftszeiten auf der Website des Flughafens an. Die Schranken schließen für etwa zehn bis fünfzehn Minuten – es lohnt sich, am Zaun auf den besten Blick auf das landende Flugzeug zu warten.
2. Seilbahn auf den Felsen (Gibraltar Cable Car)
Der bequemste und schnellste Weg auf den Upper Rock ist die Fahrt mit der Seilbahn. Die Fahrt nach oben dauert nur sechs Minuten und befördert euch auf 412 Meter über dem Meeresspiegel. Unterwegs eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama auf die Stadt darunter, auf riesige Schiffe in der Bucht und natürlich auf die afrikanische Küste gegenüber. Für jeden Besucher ein absolutes Muss.
An der Talstation bilden sich in der Hauptsaison teils extreme Warteschlangen. Tickets unbedingt vorab online auf der offiziellen Website kaufen – so überspringt ihr die Kassenschlange und geht direkt zu den Drehkreuzen. Die Bahn fährt etwa alle zehn Minuten, kann aber bei starkem Wind aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt werden. Oben gibt es ein Café mit fantastischem Ausblick und die ersten Gruppen allgegenwärtiger Affen.
Eine Rückfahrkarte ist verhältnismäßig teuer, weshalb viele Besucher mit der Seilbahn hoch- und zu Fuß durch das Naturschutzgebiet wieder hinunterfahren. Wir empfehlen den kombinierten Nature Reserve Ticket, der die Seilbahnfahrt und den Eintritt zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten oben auf dem Felsen beinhaltet. Das spart sowohl Geld als auch die Mühe, einzelne Tickets kaufen zu müssen.
3. Berberaffen (Gibraltar-Affen)
Dies ist zweifellos die größte Touristenattraktion des gesamten Territoriums. Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, an dem Primaten frei in der Natur leben. Die Berberaffen stammen ursprünglich aus Nordafrika, und mit ihnen ist eine berühmte Legende verbunden: Solange Affen auf dem Felsen leben, bleibt Gibraltar unter britischer Herrschaft. Im Zweiten Weltkrieg sank die Population auf nur noch sieben Tiere – Winston Churchill persönlich ordnete daraufhin an, weitere Exemplare aus Marokko einzufliegen, um die Moral zu stärken.
Heute leben hier rund dreihundert Tiere in mehreren Gruppen. Sie sind unglaublich dreist, an Menschen gewöhnt und respektieren euren persönlichen Raum in keinster Weise. Niemals Essen vor ihnen herausholen und Rucksäcke fest verschlossen vor dem Bauch tragen – die Gibraltar-Affen können in Sekundenbruchteilen einen Reißverschluss öffnen und ein Vesper stehlen. Wir haben einen Mann beobachtet, dem ein Affe das Eis aus der Hand riss, bevor er überhaupt blinzeln konnte.
Es ist unbedingt zu beachten, dass es sich um wilde Tiere handelt. Das Füttern der Affen wird mit einem Bußgeld von bis zu 4.000 Pfund bestraft. Also: nicht füttern, nicht anfassen, ausreichend Abstand halten. Am häufigsten begegnet ihr ihnen an der Bergstation der Seilbahn und rund um die St. Michael’s Cave. Die Jungtiere beim Spielen am Geländer mit Meeresblick zu beobachten ist aber wirklich ein wunderbarer Anblick.
4. St. Michael’s Cave (Höhle des Heiligen Michael)

Im Inneren des Kalksteinfelsens verbirgt sich ein riesiges Höhlensystem, das einen schlicht überwältigt. Die St. Michael’s Cave ist die größte und schönste von mehr als hundertfünfzig entdeckten Höhlen in Gibraltar. Früher glaubten die Menschen, sie sei bodenlos und ein geheimer Unterwassertunnel verbinde Gibraltar mit Afrika – durch diesen sollen angeblich die Affen hierher gelangt sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Raum als geheimes Militärkrankenhaus vorbereitet, das zum Glück nie genutzt werden musste.
Heute ist die Hauptkammer zu einem einzigartigen Konzertsaal umgestaltet worden. Dank der beeindruckenden Akustik und der gewaltigen Tropfsteine finden hier Konzerte und Theateraufführungen statt, der Saal fasst bis zu vierhundert Besucher. Der gesamte Raum ist zusätzlich mit bunten Lichtinstallationen illuminiert, die sich im Rhythmus der Musik verändern. Mag das auch ein wenig kitschig klingen – in Kombination mit den majestätischen Stalaktiten wirkt es wirklich magisch.
Im Inneren herrscht konstant eine angenehme Temperatur von 14 bis 16 Grad. Wer im heißen Sommer kommt, erlebt hier die erfrischendste Abkühlung des ganzen Tages. Die Besichtigung dauert etwa dreißig bis vierzig Minuten, und der Eintritt ist im kombinierten Nature Reserve Ticket enthalten. Bequeme Betonwege sorgen dafür, dass der Besuch auch ohne große Mühe möglich ist.
5. Great Siege Tunnels (Tunnel der Großen Belagerung)

Die Geschichte dieses Ortes ist voller Schlachten, und dieses Labyrinth aus Gängen ist der beste Beweis dafür. Ende des 18. Jahrhunderts versuchten Spanien und Frankreich, Gibraltar zurückzuerobern, was zu einer vierjährigen Belagerung führte. Die britischen Soldaten hatten große Schwierigkeiten, die Nordseite des Felsens zu verteidigen, weil sie dort keine Kanonen positionieren konnten. Also entschlossen sie sich, mit Hämmern, Meißeln und Schießpulver einen Tunnel direkt durch den Kalkstein zu treiben.
Das Ergebnis ist schlicht faszinierend. Es entstand ein über 1.200 Meter langes Tunnelsystem mit Schießscharten, die direkt auf die spanischen Stellungen ausgerichtet waren. Heute kann man durch diese kühlen und feuchten Gänge schlendern. Entlang der Strecke sind Soldatenfiguren in historischen Uniformen und alte Kanonen aufgestellt, die die damalige Atmosphäre eindrucksvoll vermitteln. Die Ausdauer, mit der die Soldaten den harten Fels durchbohrten, flößt uns echten Respekt ein.
💡 Lokaler Tipp: Die Tunnel führen ziemlich steil bergab, was bedeutet, dass ihr am Ende den gesamten Weg wieder hinaufgehen müsst. Bequeme Schuhe und eine Wasserflasche einpacken – drinnen ist die Luftfeuchtigkeit recht hoch.
6. Europa Point und Blick nach Afrika
Die südlichste Spitze Gibraltars ist der Ort, an dem das Mittelmeer auf den Atlantischen Ozean trifft. Europa Point bietet bei klarem Wetter einen atemberaubenden Blick auf den afrikanischen Kontinent – konkret auf das Rifgebirge in Marokko, das von hier aus nur 21 Kilometer entfernt liegt. Meist bläst ein kräftiger Wind, die Wellen brechen sich an den Felsen, und die gesamte Szenerie wirkt unglaublich wild und unbezähmt.
Wahrzeichen dieses Ortes ist der wunderschöne rot-weiße Trinity Lighthouse aus dem 19. Jahrhundert, der noch heute Schiffe durch die belebte Meerenge lotst. Gleich daneben steht die prächtig verzierte Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee, die der saudische König der muslimischen Gemeinde Gibraltars schenkte. Dieser Kontrast aus britischer Architektur, islamischem Gotteshaus und afrikanischen Bergen im Hintergrund ist einfach perfekt.
Gut erreichbar ist Europa Point mit dem Stadtbus Linie 2 vom Stadtzentrum aus. Eine Fahrkarte kostet ein paar Pfund, die Fahrt dauert etwa fünfzehn Minuten. Am Leuchtturm gibt es ein kleines Café und die riesige Harding’s Battery – ein Überbleibsel aus der Zeit der militärischen Befestigung. Wir empfehlen, den Besuch auf den späten Nachmittag zu legen, wenn das Licht für Fotos von Afrika am schönsten ist.
7. Main Street und zollfreie Einkäufe
Das Herz der Stadt schlägt auf der Main Street – einer langen Fußgängerzone voller Geschäfte, Pubs und historischer Gebäude. Die ganze Straße wirkt, als hätte jemand eine typisch englische Kleinstadt herausgeschnitten und in den sonnigen Süden versetzt. Hier finden sich britische Klassiker wie Marks & Spencer, Parfümerien, Juweliere und Elektronikläden. Die Gebäude haben verzierte Balkone, die britische Nüchternheit mit andalusischer Eleganz verbinden.
Gibraltar ist eine Duty-free-Zone, was es zum Einkaufsparadies macht. Besonders lohnend sind Parfüms, Kosmetik, Alkohol und Tabakwaren, die hier deutlich günstiger sind als in Spanien oder Deutschland. Bei Elektronik sind die Preisvorteile heute weniger ausgeprägt, aber gelegentlich gibt es gute Angebote. Achtet auf die Zollfreigrenzen bei der Rückkehr nach Spanien – spanische Zöllner kontrollieren stichprobenartig Taschen und Kofferräume.
Auch wenn das gibraltarische Pfund (mit dem gleichen Wert wie das britische) offiziell die Landeswährung ist, kann auf der gesamten Main Street problemlos in Euro bezahlt werden. Die Händler geben aber oft einen ungünstigen Wechselkurs und geben das Wechselgeld in Pfund heraus. Wir empfehlen daher, überall mit Kreditkarte zu zahlen – zum Beispiel mit Revolut –, um unnötige Währungsverluste zu vermeiden und keine Münzen nach Hause zu schleppen, die man anderswo nicht loswird.
8. Casemates Square und Gastronomie

Am nördlichen Ende der Main Street stößt man auf den größten Platz der Stadt: den Casemates Square. Historisch war er der Ort für öffentliche Hinrichtungen und Militärparaden, heute ist er das lebendigste Zentrum mit Straßencafés, Restaurants und Außenterrassen. An Wochenenden wird oft Live-Musik gespielt – ein idealer Ort, um einfach dazusitzen und das quirlige Treiben von Touristen und Einheimischen zu beobachten.
Kulinarisch dominiert britische Kultur. Die meisten Touristen bestellen das klassische Fish and Chips oder ein vollständiges englisches Frühstück. Wir haben als Vegetaristen lieber auf das ausgezeichnete indische Essen zurückgegriffen – der britische Einfluss hat nämlich auch fantastische asiatische Restaurants hierher gebracht. Ein tolles vegetarisches Curry haben wir in einem Restaurant an der Ecke des Platzes entdeckt, und auch die lokalen Tapas-Bars, die den spanischen Einfluss jenseits der Grenze widerspiegeln, sind unbedingt empfehlenswert.
Am Abend verwandelt sich der Platz in eine riesige Open-Air-Bar. Die Bierpreise sind sehr günstig, und man kann sowohl traditionelle britische Ales als auch lokale Craft-Biere probieren. Wer Kraft tanken möchte, bevor es auf den Felsen geht, oder sich nach dem Einkaufen erholen will – der Casemates Square ist eine sichere Anlaufstelle.
9. Maurenburg (Moorish Castle)
Beim Blick auf die Nordseite des Felsens fällt sofort eine alte Festung mit wehender britischer Flagge ins Auge. Die Maurenburg stammt aus dem 11. Jahrhundert, als das Gebiet von den Arabern beherrscht wurde, und zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Region. Von dem einst riesigen Komplex, der bis ans Meer reichte, ist heute vor allem der imposante Tower of Homage erhalten.
Tritt man näher heran, sieht man tiefe Narben in den Mauern des Turms. Es sind Spuren von Kanonenkugeln aus den zahlreichen Schlachten und Belagerungen, denen diese strategische Festung über die Jahrhunderte standhalten musste. Im Inneren sind gut erhaltene maurische Bäder zu besichtigen, und vom Dach hat man einen schönen Blick auf die Flughafenstartbahn und das spanische Grenzgebiet. Interessant: Bis 2010 diente ein Teil der Burganlage als örtliches Gefängnis.
Der Eintritt zur Burg ist im kombinierten Felsen-Ticket enthalten. Der Weg dorthin führt über ziemlich steile Gassen aus dem Stadtzentrum – ihr werdet etwas ins Schwitzen kommen, aber es lohnt sich. Für alle, die zu Fuß auf den Felsen wollen und sich die Seilbahn sparen möchten, ist die Maurenburg ein perfekter erster Stopp.
10. Glasbodenplattform Skywalk
Wer keine Höhenangst hat, wird diesen Ort lieben. Der Skywalk ist eine moderne Aussichtsplattform mit Glasboden, die in 340 Metern Höhe über einem senkrechten Abgrund aus dem Felsen herausragt. Sie wurde auf den Grundmauern einer alten Flakbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg errichtet und 2018 vom Schauspieler Mark Hamill – bekannt als Luke Skywalker aus Star Wars – feierlich eröffnet.
Auf dem dicken Glas zu stehen und hunderte Meter freien Fall unter den Füßen zu sehen, ist ein ziemlich adrenalinreicher Moment. Die Plattform ist so konstruiert, dass sie Windböen von bis zu 150 Stundenkilometern standhält – um die eigene Sicherheit muss man sich also wirklich keine Sorgen machen. Der Blick auf die Ostseite des Felsens und die von Schiffen bevölkerte Bucht ist von hier aus einfach fantastisch. An klaren Tagen sieht man die spanische Küste viele Kilometer weit.
💡 Lokaler Tipp: Die Plattform liegt etwa auf halber Strecke zwischen der Bergstation der Seilbahn und der St. Michael’s Cave. Oft liegen hier Affengruppen auf dem glatten Glas und erholen sich – eine großartige Gelegenheit für ungewöhnliche Fotos.
11. Windsor Hängebrücke (Windsor Suspension Bridge)
Eine weitere tolle Attraktion für Höhenbegeisterte versteckt sich im westlichen Teil des Naturschutzgebiets. Die Windsor Suspension Bridge ist eine 71 Meter lange Hängebrücke, die in rund fünfzig Metern Höhe über eine tiefe Schlucht führt. Sie wurde erst 2016 eröffnet und hat sich schnell zu einem der beliebtesten Fotospots auf dem gesamten Felsen entwickelt.
Sobald man die Brücke betritt, beginnt sie leicht zu schwingen – das gibt dem Überqueren den richtigen Abenteuercharakter. Von der Mitte der Brücke aus hat man einen tollen Blick auf die gesamte Stadt und die Werften in der Bucht. Erst aus dieser Perspektive wird einem bewusst, wie steil sich die Stadt den Hang hinaufzieht. Wer sich vor Hängebrücken scheut: Entlang der Schlucht führt auch ein fester Pfad, auf dem man die Brücke bequem umgehen kann.
Wir empfehlen, früh morgens oder spät nachmittags herzukommen. Gegen Mittag stauen sich die Touristen, die in der Brückenmitte für Selfies anhalten, und der Übergang kann sich unangenehm in die Länge ziehen. Die Brücke liegt auf dem Royal Anglian Way, einer der eher leichten und angenehmen Wanderrouten im Naturschutzgebiet.
12. Wanderung über die Mediterranean Steps
Für alle, die eine richtige körperliche Herausforderung und unberührte Natur suchen, gibt es eine ganz besondere Route. Die Mediterranean Steps sind ein steiler, anspruchsvoller Pfad, der sich an der Ostflanke des Felsens entlangwindet – vom Jew’s Gate bis zum Gipfel an der O’Hara’s Battery. Ursprünglich bauten ihn britische Soldaten als Verbindungsweg zwischen den Verteidigungsstellungen.
Die Route bietet die wildesten und unberührtesten Ausblicke in ganz Gibraltar. Man geht buchstäblich am Rand der Steilwand entlang, über dem Kopf kreisen Möwen und unter den Füßen liegt das tiefblaue Meer. Der Weg ist gespickt mit steilen Steinstufen, die die Oberschenkel ordentlich fordern. Lukáš und ich haben kurz überlegt, diese Tour in Angriff zu nehmen, haben uns angesichts der Sommerhitze dann aber doch für die bequemere Seilbahn entschieden 😅.
Diese Wanderung ist definitiv nicht für jeden geeignet. Im Sommer nur früh morgens starten, bevor die Sonne die Ostflanke trifft – auf der Route gibt es absolut keinen Schatten. Festes Schuhwerk und reichlich Wasser mitbringen, und mit etwa eineinhalb Stunden intensivem Treppensteigen rechnen.
13. WWII Tunnels (Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg)

Nicht verwechseln mit den Great Siege Tunnels! Während Letztere im 18. Jahrhundert von Hand gegraben wurden, handelt es sich hier um eine riesige unterirdische Stadt, die während des Zweiten Weltkriegs errichtet wurde. Als die Gefahr bestand, dass das faschistische Spanien und Deutschland angreifen könnten, trieben die Briten unglaubliche 55 Kilometer Gänge in den Felsen – übrigens mehr, als alle oberirdischen Straßen des Territoriums zusammen lang sind.
Unter der Erde verbargen sich Krankenhäuser, Bäckereien, Kraftwerke und Unterkünfte für bis zu 16.000 Soldaten, die hier monatelang in völliger Isolation überleben konnten. Die geführte Tour dauert knapp eine Stunde und ist ein zutiefst beeindruckendes Erlebnis. Die Guides erzählen Geschichten darüber, wie Soldaten in der kühlen, dunklen Enge wochenlang ohne Tageslicht auskommen mussten.
Der Eintritt zu diesen Tunneln ist in der Regel nicht im Standard-Felsen-Ticket enthalten und wird separat berechnet. Drinnen ist es wirklich kalt und feucht – konstant etwa 12 Grad, selbst im heißen Sommer also unbedingt eine lange Jacke einpacken. Ein faszinierendes Zeugnis britischer Militärtechnik.
14. Botanischer Garten La Alameda
Wer eine Auszeit vom Trubel auf der Main Street oder dem Felsgipfel braucht, dem haben wir einen Geheimtipp. Der Botanische Garten La Alameda ist eine wunderschöne grüne Oase der Ruhe, die nur einen Katzensprung von der Talstation der Seilbahn entfernt liegt. Gegründet wurde er 1816 als Erholungsort für britische Soldaten.
Hier findet man eine beeindruckende Sammlung subtropischer Pflanzen, riesige Palmen, Kakteen und prächtig blühende Hibiskusbüsche. Durch den Park plätschern kleine Bäche, es gibt Seerosenteiche und Bänke im tiefen Schatten – ideal zum Innehalten mit einem Kaffee. Der Eintritt ist außerdem völlig kostenlos.
Zum Gelände gehört auch ein kleiner Tierpark (Alameda Wildlife Conservation Park), der sich um beschlagnahmte Schmuggelware und verletzte Tiere kümmert. Die Gärten sind außerdem ein beliebter Ort für Hochzeiten – an Wochenenden trifft man hier gut und gerne auf Hochzeitsgesellschaften. Wer Natur und Stille liebt, wird diesen Ort sofort ins Herz schließen.
15. Delfinbeobachtung in der Bucht (Dolphin Watching)
Die Gewässer rund um Gibraltar sind ein wahres Paradies für Meeresleben. Die Bucht zählt zu den besten Orten in Europa für die Beobachtung wilder Delfine – drei verschiedene Arten leben hier dauerhaft. Bootsausflüge starten mehrmals täglich vom Hafen Ocean Village und dauern etwa eineinhalb Stunden.
Die örtlichen Anbieter legen großen Wert auf nachhaltigen Tourismus und Tierschutz. Die Boote nähern sich den Delfinen sehr langsam und behutsam, um sie nicht zu stören – und oft kommen neugierige Delfine von sich aus an den Bug und spielen in den Bugwellen. Das Erlebnis, eine ganze Delfingruppe aus dem Wasser springen zu sehen – mit dem mächtigen Felsen im Hintergrund – ist einfach unbezahlbar.
💡 Lokaler Tipp: Tickets für diese Ausflüge mindestens einen Tag vorher reservieren – im Sommer sind die Boote sehr schnell ausgebucht. Viele Anbieter bieten außerdem eine Garantie: Sieht man keine Delfine, bekommt man eine kostenlose Alternativfahrt (wobei die Sichtungsrate hier angeblich über 95 % liegt).
16. Moderner Yachthafen Ocean Village

Während die Main Street Geschichte atmet, zeigt Ocean Village das modernste Gesicht Gibraltars. Dieser luxuriöse Yachthafen ist gesäumt von modernen Apartments, Glas-Kasinos und Dutzenden erstklassigen Restaurants. Hier legen die teuersten Superjachten der Welt an – oft allein deshalb, weil sie hier steuergünstig Treibstoff bunkern können.
Am Abend erstrahlt das gesamte Viertel in festlichem Licht und wird zum Mittelpunkt des Nachtlebens. Wahrzeichen des Hafens ist das bereits erwähnte Sunborn Yacht Hotel – ein gigantisches Kreuzfahrtschiff, das dauerhaft hier vertäut ist und als Fünf-Sterne-Hotel und Kasino betrieben wird. Auch wenn man dort nicht übernachtet, lohnt sich ein Drink in der Rooftop-Bar mit Blick auf den beleuchteten Felsen.
Bei all dem Luxus findet man hier aber auch Lokale für jedes Budget. Wir haben uns mehrere asiatische Restaurants zu Lieblingsadressen gemacht, die hervorragendes vegetarisches Sushi und fleischfreie Nudelgerichte anbieten, während ein paar Meter weiter Briten ihr Bier genießen. Ein großartiger Ort, um einen langen Tag des Erkundens ausklingen zu lassen und einfach die unvergleichliche mediterran-britische Atmosphäre aufzusaugen.
Wohin weiter von Gibraltar
Wer im Süden Spaniens ein Mietauto hat, dem eröffnen sich zahlreiche weitere Ausflugsmöglichkeiten. Die gesamte Region ist wie gemacht für Entdeckungstouren.
- Costa del Sol: Direkt hinter der Grenze beginnt die berühmte Sonnküste. Tipps zu Stränden und Kultur findet ihr in unserem Artikel Urlaub in Málaga.
- Romantik in den Bergen: Etwa eineinhalb Autostunden ins Landesinnere liegt eine Stadt, die von einer tiefen Schlucht geteilt wird. Was es dort zu erleben gibt, haben wir in unserem Reiseführer Ronda beschrieben.
- Adrenalin auf dem Königsweg: Wer Höhen mag (und die Hängebrücke am Felsen gefallen hat), darf den berühmten Königspfad nicht verpassen. Alles zu Tickets und Strecke gibt es im Artikel Caminito del Rey.
- Großer Roadtrip: Wer den gesamten Süden bereisen möchte – wir haben eine komplette Route zusammengestellt: Die 20 schönsten Orte Andalusiens – Itinerar mit Karte.
- Kulinarischer Ausblick: Wer nach der Rückkehr nach Spanien Hunger bekommt – in unserem Überblick Typisch spanisches Essen erfahrt ihr, was ihr unbedingt probieren müsst.
Häufig gestellte Fragen
Eine deutlich günstigere Alternative ist es, direkt hinter der Grenze im spanischen La Línea de la Concepción zu übernachten. Die Hotelpreise sind hier etwa halb so hoch, und nach Gibraltar läuft man in knapp fünfzehn Minuten. Sehr beliebt ist das Ohtels Campo De Gibraltar mit schönem Außenpool und direktem Blick auf den berühmten Felsen von den oberen Etagen. Das ist der perfekte Kompromiss für alle, die beim Übernachten sparen wollen, aber morgens früh als Erste am Grenzübergang sein möchten.
Als wir zum ersten Mal an der sonnigen Küste Südspaniens entlangfuhren, tauchte plötzlich am Horizont eine gewaltige Kalksteinmauer auf – wie aus dem Nichts. Gibraltar ist ein absolutes Unikat, das einen sofort in eine andere Welt versetzt. Aus dem heißen Andalusien überquert man die Grenze und wird unmittelbar von einer typisch britischen Atmosphäre empfangen: rote Telefonzellen, Doppeldeckerbusse und Pubs, in denen das Bier pintweise gezapft wird. Lukáš und mich hat diese politische wie geografische Anomalie auf kaum sieben Quadratkilometern vollkommen fasziniert. Hier treffen Europa und Afrika aufeinander, gezahlt wird mit Pfund, und auf dem Gipfel des Felsens klaut einem ein frecher Affe ganz ungeniert das Vesper. Wenn ihr euren Urlaub im Süden Spaniens verbringt, müsst ihr dieses kleine Stück Britannien einfach mit eigenen Augen gesehen haben – und die Gibraltar Sehenswürdigkeiten werden euch garantiert nicht enttäuschen.

Zusammenfassung
- Reisepass nicht vergessen – Gibraltar gehört nicht zum Schengen-Raum, und seit dem Brexit wurden die Grenzkontrollen deutlich verschärft.
- Auto in Spanien lassen, am besten in der Grenzstadt La Línea de la Concepción, und die Grenze zu Fuß überqueren – das spart euch unter Umständen stundenlangen Stau.
- Direkt hinter der Grenze lauft ihr über die Startbahn des örtlichen Flughafens – ein völlig absurdes Erlebnis, das es sonst nirgendwo auf der Welt gibt.
- Offizielle Währung ist das gibraltarische Pfund, aber überall kann problemlos mit Karte oder in Euro gezahlt werden – beim Barzahlen rechnet allerdings mit einem etwas schlechteren Kurs.
- Auf den Gipfel fährt eine bequeme Seilbahn – Tickets am besten vorab online kaufen, um lange Warteschlangen zu vermeiden.
- Die Berberaffen sind die einzigen wild lebenden Primaten Europas – niemals füttern oder anfassen, es drohen empfindliche Bußgelder.
- Eine leichte Jacke oder einen Pullover einpacken – oben auf dem Felsen und in den Höhlen ist es deutlich kühler und windiger als unten in der Stadt.
Brauche ich für Gibraltar einen Reisepass?
Kann ich dort mit Euro bezahlen?
Soll ich mit dem Auto nach Gibraltar fahren?
Wie viel Zeit brauche ich für einen Besuch?
Ist Gibraltar sicher?
Kann man kostenlos zu Fuß auf den Felsen steigen?
Funktioniert dort europäisches Datenroaming auf dem Handy?
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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