Shopping in Paris: Concept Stores, Kaufhäuser und Vintage (Shopping-Guide)

TL;DRBeim Shopping in Paris kommst du an großen Kaufhäusern wie Galeries Lafayette und Printemps am Boulevard Haussmann nicht vorbei – beide bieten kostenlose Aussichten auf den Eiffelturm. Dazu kommen concept stores wie Merci im 3. Arrondissement, untergebracht in einer ehemaligen Tapetenfabrik, sowie Vintage-Läden wie Kilo Shop, wo nach Gewicht der Kleidung abgerechnet wird. Zum Bummeln eignen sich am besten die Viertel Marais, Saint-Germain-des-Prés und Canal Saint-Martin. Die Champs-Élysées solltest du dagegen meiden – zu viele Touristenmassen und globale Ketten. Die großen Schlussverkäufe (Soldes) haben staatlich festgelegte Termine: 2026 laufen sie vom 8. Januar bis 4. Februar und vom 25. Juni bis 22. Juli, mit Rabatten bis zu 70 %. Reisende von außerhalb der EU können über das Detaxe-System 12 % der Mehrwertsteuer auf Einkäufe ab 100 € zurückholen – für Besucher aus Tschechien gilt dieser Anspruch allerdings nicht.

Wenn die Stadt erwacht, der Duft von Butter aus den Eckbäckereien strömt und du mit einem Becher heißem Kaffee in der Hand an den ersten öffnenden Boutiquen vorbeigehst, begreifst du eine grundlegende Sache: Paris Shopping ist kein kopfloses Füllen von Papiertüten und kein Rennen durch riesige anonyme Einkaufszentren am Stadtrand. Es ist eine eigenständige Kulturdisziplin, ein sorgfältiges Kuratieren des eigenen Geschmacks und manchmal eine regelrechte Schatzsuche. Du sitzt auf einer Bank, beobachtest Pariserinnen in perfekten Leinenhemden mit abgewetzten Stofftaschen auf dem Weg zur Arbeit – und plötzlich willst du diesen mühelosen Stil sofort aufsaugen.

Anfangs mag der allgegenwärtige Luxus und die glitzernden Schaufenster überwältigend wirken, doch das wahre Herz der Stadt schlägt woanders. Es verbirgt sich in versteckten Passagen, in ehemaligen Fabriken, die zu avantgardistischen Räumen umgebaut wurden, oder in Gässchen, wo jahrhundertealte Käsereien und moderne Ateliers unabhängiger Designer ganz selbstverständlich nebeneinander existieren. Für mich als Vegetarierin mit einem Faible für Nachhaltigkeit ist es das absolute Paradies, denn lokale und ethische Mode spielt hier die Hauptrolle.

In diesem Artikel findest du den kompletten Paris Shopping Guide. Wir zeigen dir die besten Concept Stores, nehmen die großen Kaufhäuser wie Galeries Lafayette unter die Lupe, durchstreifen die Pariser Vintage-Szene und vergessen auch praktische Tipps nicht – etwa wie die saisonalen Schlussverkäufe funktionieren, wo du die besten kleinen Läden findest und wie du dir die Tax-Free-Rückerstattung sicherst.

Zusammenfassung

Elegante überdachte Passage mit Geschäften, Glasdach und goldenem Licht
  • Die großen Winter- und Sommerschlussverkäufe (Soldes) haben staatlich strikt festgelegte Termine. 2026 finden sie vom 8. Januar bis 4. Februar und vom 25. Juni bis 22. Juli statt.
  • Wenn du einen kostenlosen Blick über die Stadt willst, geh auf die Dachterrasse des Kaufhauses Galeries Lafayette oder Printemps. Von dort siehst du ganz Paris inklusive Eiffelturm.
  • Den berühmtesten Pariser Concept Store Merci findest du im 3. Arrondissement. Er befindet sich in einer ehemaligen Tapetenfabrik und ist an dem roten Vintage-Auto im Innenhof zu erkennen.
  • Mit Kinderwagen und kleinen Kindern shoppst du am besten im nördlichen Marais (3. Arrondissement) und rund um Saint-Germain (6. Arrondissement), wo die Bürgersteige breiter und die Atmosphäre ruhiger sind.
  • Für Fans von Secondhand und Nachhaltigkeit ist der Kilo Shop ein Muss – hier bezahlst du Vintage-Kleidung nach dem Gesamtgewicht an der Kasse.
  • Die besten essbaren Souvenirs (Käse, Senf, Wein) gibt es unter einem Dach in der La Grande Épicerie de Paris neben dem Kaufhaus Le Bon Marché.
  • Die goldene Regel: Bei jedem Betreten eines kleineren Geschäfts musst du laut „Bonjour“ sagen. Ohne diesen Gruß wirst du vom Personal ignoriert.
  • Besucher aus Nicht-EU-Ländern (einschließlich Großbritannien) können das Detaxe-System nutzen und sich 12 % Mehrwertsteuer auf Einkäufe ab 100 € auf einer Quittung erstatten lassen.
  • Geh nicht auf den Champs-Élysées shoppen. Es ist teuer, überfüllt und voller globaler Ketten, die du überall auf der Welt findest.
Wunderschöne überdachte Pariser Passage mit Glasdach, eleganten Lampen und historischen Geschäften

Wann zum Shopping nach Paris und Schlussverkauf-Kalender

Das Timing deiner Reise kann den Unterschied zwischen einem leeren Geldbeutel und absolut genialen Schnäppchen zum Bruchteil des Preises ausmachen. Der Pariser Einzelhandel unterliegt nämlich sehr strengen Regeln, die direkt von der französischen Regierung vorgegeben werden. Gewöhnliche Rabattaktionen im Laufe des Jahres gibt es hier praktisch nicht – alles konzentriert sich auf zwei massive Schlussverkaufsfenster.

Legendäre Soldes: Winter- und Sommerschlussverkauf 2026

Überdachte Passage mit bunten Geschäften, Café und Glasdach

Die französischen Schlussverkäufe (Soldes) sind eine Institution. Sie dauern immer exakt vier Wochen, und die Rabatte vertiefen sich stufenweise in sogenannten Wellen (démarques). In der ersten Woche starten die Reduzierungen bei 20 bis 30 Prozent, doch in der letzten Woche purzeln die Preise um bis zu 70 Prozent. 2026 beginnt der Winterschlussverkauf am Mittwoch, dem 8. Januar, und endet am 4. Februar. Die Sommerwelle startet am Mittwoch, dem 25. Juni, und läuft bis zum 22. Juli.

💡 Insider-Tipp: Wenn du es auf ein bestimmtes Designerstück in deiner Größe abgesehen hast, geh gleich am ersten Tag morgens hin. Geht es dir aber nur um die Schatzsuche und den niedrigsten Preis, warte auf die dritte Rabattwelle (troisième démarque), die üblicherweise Mitte der dritten Woche beginnt.

Was du meiden solltest: Fashion Week und Augustferien

Elegantes Gebäude der Galeries Lafayette mit großem Banner und Besuchermenge

Wenn du nicht gerade in der Modebranche arbeitest, meide die Wochen der Paris Fashion Week (typischerweise Ende Februar/Anfang März und Ende September). Die Übernachtungspreise schießen in diesen Zeiträumen in astronomische Höhen, Restaurants im Zentrum sind hoffnungslos ausgebucht und in viele Boutiquen kommst du durch die Massen an Einkäufern und Influencern schlicht nicht hinein.

Genauso solltest du dich vor dem August in Acht nehmen. Für die Einheimischen gilt das Prinzip der sogenannten fermeture annuelle (jährliche Betriebsferien). Die Pariser flüchten massenhaft aus der aufgeheizten Stadt ans Meer. Große Kaufhäuser bleiben zwar geöffnet, aber die interessantesten kleinen unabhängigen Boutiquen, Concept Stores und beliebten Bäckereien haben die Rollläden heruntergelassen und ein Schild an der Tür: „Wir sehen uns im September.“

Wochenendeinkäufe und Sonntagsregeln

Elegantes Blumengeschäft Camelia blanc mit gelben Blumen und Palmen im Zentrum von Paris

Paris hat lange Jahre eine strikte Sonntagsruhe eingehalten, bei der alles geschlossen war. Heute gilt das dank spezieller Touristenzonen nicht mehr uneingeschränkt, aber du musst trotzdem planen. Während große Kaufhäuser wie Galeries Lafayette oder Boutiquen im Marais sonntags geöffnet haben, bleiben kleinere Geschäfte in Wohnvierteln (zum Beispiel im 11. oder 15. Arrondissement) kompromisslos geschlossen. Montagvormittags ist häufig für Reinigung und Warenauffüllung reserviert, sodass viele kleinere Läden erst nach der Mittagspause öffnen.

💡 Insider-Tipp: Der beste Tag für entspanntes Shopping ist Dienstag oder Donnerstag vormittags. Du umgehst die Wochenend-Invasion der Touristen und die Verkäufer haben deutlich mehr Zeit (und Geduld), sich persönlich um dich zu kümmern.

Glaskuppel der Galeries Lafayette mit roter Kugel und goldenen Bögen

Unterkunft in Paris für ein Shopping- und Familienwochenende

Die Wahl des Viertels beeinflusst dein gesamtes Stadterlebnis und dein Budget enorm. Paris ist in zwanzig Arrondissements aufgeteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden ist fast unmöglich, aber wenn du weißt, wo du suchen musst, lässt sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit finden.

Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen großen Bogen um die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Einmal sind wir dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet – und mit einem Zweijährigen möchte man das kein zweites Mal erleben. 😅 

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (reservieren kannst du es hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber nach den ersten Stunden hat man sich verliebt.

Große Kaufhäuser (Grands Magasins): Tempel des Luxus und des Alltags

Die Franzosen haben das Konzept des Kaufhauses im Grunde erfunden. Es sind nicht nur Orte zum Geldausgeben, sondern echte architektonische Juwelen und Schaufenster der Pariser Lebenskunst. Für Familien sind sie außerdem ein sicherer Hafen: genug Platz, funktionierende Klimaanlage, zuverlässige Aufzüge und die dringend benötigte Infrastruktur inklusive sauberer Toiletten.

Le Bon Marché und La Grande Épicerie (7. Arrondissement)

Grünes Geschäft Palais des Thés in einer Pariser Straße mit Blumen

Das ist der absolute Klassiker des linken Seineufers (Rive Gauche). Le Bon Marché an der Metrostation Sèvres-Babylone gilt als das älteste Kaufhaus der Welt. Gegründet wurde es bereits 1852 von Aristide Boucicaut und gehört heute zum LVMH-Imperium. Es strahlt leisen, unaufdringlichen Luxus aus, und du triffst hier nicht auf die hektischen Touristenmassen wie am rechten Ufer. Der Raum atmet, ist voller zeitgenössischer Kunst, und im riesigen zentralen Atrium wechseln sich regelmäßig atemberaubende Kunstinstallationen ab. Gleich nebenan an der Adresse 38 Rue de Sèvres befindet sich die angeschlossene La Grande Épicerie de Paris – wohl die luxuriöseste Lebensmittelhalle, die du je sehen wirst. Die Käseabteilung duftet schon von Weitem, und die Regale quellen über vor Premium-Olivenölen.

  • Adresse: 24 Rue de Sèvres, 7. Arrondissement (Metro Sèvres-Babylone, Linien 10 und 12)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:45, So 11:00–19:45
  • Preise: Eintritt frei, eine Premium-Pralinenschachtel in der Épicerie ab 25 €
  • 💡 Insider-Tipp: Im Erdgeschoss der Grande Épicerie gibt es fantastische frische Baguettes und eine tolle Theke mit fertigen vegetarischen Gerichten. Kauf dir dort dein Mittagessen zum Mitnehmen und iss es im nahegelegenen Park Square Boucicaut.

Galeries Lafayette Haussmann (9. Arrondissement)

Pariser Straße mit historischem grünem Geschäft und blumengeschmückten roten Türen

Ein architektonischer Augenschmaus, den du sehen musst, selbst wenn du hier keinen einzigen Euro ausgeben willst. Die Jugendstil-Glaskuppel von 1894, entworfen von Ferdinand Chanut, ist die Verkörperung der Pariser Belle Époque. Das Kaufhaus vereint absoluten High-End-Luxus im Erdgeschoss mit erschwinglicheren Mainstream-Marken in den oberen Etagen. Direkt gegenüber dem Hauptgebäude liegt zudem die riesige Food-Hall Lafayette Gourmet mit Filialen der besten Pariser Pâtissiers. Achtung aber bei der neuen Filiale der Galeries Lafayette auf den Champs-Élysées – die hat ein völlig anderes, sehr futuristisches und für meinen Geschmack etwas seltsames Konzept ohne klassische Kassen, dem die Seele des Originals fehlt.

  • Adresse: 40 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement (Metro Chaussée d’Antin – La Fayette, Linien 7 und 9)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:30, So 11:00–20:00
  • Preise: Eintritt frei, Kaffee im hauseigenen Café um die 5 €
  • 💡 Insider-Tipp: Fahr mit den Rolltreppen ganz nach oben auf die Dachterrasse. Sie ist komplett kostenlos und bietet einen fantastischen 360°-Blick auf die Stadt, darunter die Opéra Garnier und den Eiffelturm. Mit Jonáš verbringen wir hier manchmal Zeit, weil es sicher ist und genug Platz zum Herumrennen bietet.

Printemps Haussmann (9. Arrondissement)

Pariser Geschäft mit bunten Symbolen in einem Haussmann-Gebäude

Printemps ist der unmittelbare Nachbar und ewige Rivale der Galeries Lafayette. Du erkennst es sofort an der wunderschönen byzantinischen Kuppel und den goldenen Details an der Fassade. Der Komplex ist in drei riesige Gebäude aufgeteilt: Printemps de la Femme (Mode), Printemps de la Beauté (Kosmetik) und Printemps de l’Homme (Herrenabteilung). Es wirkt etwas luxuriöser und gefühlt einen Tick ruhiger als Lafayette, weil nicht so viele organisierte Touristengruppen hierher strömen.

  • Adresse: 64 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement (Metro Havre-Caumartin, Linien 3 und 9)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 11:00–20:00
  • Preise: Eintritt frei, Designer-Parfums ab 150 €
  • 💡 Insider-Tipp: Auch Printemps hat ein Dach-Ass im Ärmel. Es heißt 7e Ciel (Siebter Himmel) und befindet sich in der 7. Etage des Gebäudes Printemps de la Femme. Dort gibt es ein kleines Café, und die Aussicht ist meiner Meinung nach sogar noch einen Tick besser als beim Nachbarn.

BHV Marais (4. Arrondissement)

Historische Pariser Einkaufspassage mit goldenen Rahmen und verglastem Dach

Der Bazar de l’Hôtel de Ville, kurz BHV, liegt direkt gegenüber dem Pariser Rathaus am Rand des Marais. Während Lafayette und Printemps stark auf Mode setzen, kommen ins BHV die Pariser selbst, wenn sie etwas Praktisches brauchen. Es ist ein faszinierender Mix aus Kleidung, Design und einer riesigen Kellerabteilung für Heimwerker (DIY), in der du wirklich jede Schraube der Welt findest. Die Atmosphäre ist deutlich lokaler, und in der Abteilung für Küchenbedarf kannst du Stunden damit verbringen, professionelles französisches Geschirr zu bewundern.

  • Adresse: 52 Rue de Rivoli, 4. Arrondissement (Metro Hôtel de Ville, Linien 1 und 11)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 11:00–19:00
  • Preise: Die Preise sind hier generell etwas günstiger als im 9. Arrondissement.
  • 💡 Insider-Tipp: Wenn du die Einkäufe überlebt hast, belohn dich mit einem Drink. Auf dem Dach des BHV gibt es die Bar Le Perchoir Marais. Sie öffnet meist erst am frühen Abend und bietet einen wunderbaren Blick auf das Rathaus und die Seine.
Buntglaskuppel der Galeries Lafayette Haussmann

Concept Stores: Wo Mode auf Kunst und Kaffee trifft

Paris ist die Heimat der Concept Stores. Nach der Schließung der legendären Boutique Colette im Jahr 2017 hat die Stadt keineswegs den Atem verloren. Im Gegenteil – es sind neue Nachfolger aufgetaucht, die die Idee von „allem Schönen unter einem Dach“ zur Perfektion getrieben haben. Oft mit starkem Fokus auf Ökologie und lokale Produktion.

Merci (3. Arrondissement)

Frau in gelber Jacke in einer historischen Pariser Passage mit Glasdach

Das ist ein absolutes Muss. Merci residiert in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das einst als Tapetenfabrik diente. Schon allein der Eingang ist ikonisch: Du gehst durch eine Durchfahrt in einen gepflasterten Innenhof, wo immer ein kleines Vintage-Auto parkt – klassischerweise der legendäre rote Fiat 500. Drinnen erwartet dich ein perfekt kuratierter Mix aus unabhängiger Mode, Designermöbeln, Leinentextilien und Geschirr. Ein beträchtlicher Teil der Gewinne fließt zudem an Wohltätigkeitsprojekte in Entwicklungsländern. 2025 wurde außerdem eine kleinere Filiale Merci #2 im ersten Arrondissement eröffnet, aber die Originallocation im Marais bleibt unerreicht.

  • Adresse: 111 Boulevard Beaumarchais, 3. Arrondissement (Metro Saint-Sébastien – Froissart, Linie 8)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:30–19:30, So 11:00–19:00
  • Preise: Leinenhemd ca. 120 €, Becher 15 €
  • 💡 Insider-Tipp: Teil des Raums ist auch das Used Book Café. Die Wände bestehen aus Tausenden alten Büchern, und es gibt hier einen hervorragenden Hafer-Flat-White. Mit Kinderwagen lässt es sich außerhalb der Wochenendspitzenzeiten ganz gut manövrieren.

Centre Commercial (10. Arrondissement)

Menschen stehen in einer Schlange vor der preisgekrönten Pariser Bäckerei La Maison d'Isabelle

Unweit des malerischen Canal Saint-Martin findest du dieses Manifest der nachhaltigen Mode. Gegründet wurde der Laden vom Team hinter der Kult-Sneaker-Marke Veja. Der Raum bietet ausschließlich Marken an, die strenge Kriterien für ökologische und soziale Verantwortung erfüllen. Du findest hier Mode, Bücher, Vintage-Möbel und sogar restaurierte Fahrräder. Ein sehr luftiger, heller Raum, in dem dich niemand zu etwas drängt.

  • Adresse: 2 Rue de Marseille, 10. Arrondissement (Metro Jacques Bonsergent, Linie 5)
  • Geöffnet: Di–Sa 11:00–19:30, So 14:00–19:00, Mo geschlossen
  • Preise: Nachhaltige Veja-Sneaker um die 140 €
  • 💡 Insider-Tipp: Eine Straße weiter (in der Rue Yves Toudic) wurde das Children’s Centre Commercial eröffnet. Es konzentriert sich rein auf Kinder und bietet wunderschöne, ethisch produzierte Kleidung für die Kleinsten sowie zertifiziertes Holzspielzeug.

Bonton (3. Arrondissement)

Wo wir schon bei Kindern sind – Bonton darf auf keinen Fall fehlen. Diese Familienmarke im Herzen des Marais ist eine Institution für stilbewusste Pariser Eltern. Hier geht es nicht nur um Kleidung mit schönem Vintage-Touch und bequemen Schnitten, sondern um ein ganzes Erlebnis. Der Laden sprüht vor Farben und quillt über vor Accessoires für Kinderzimmer und originellem Spielzeug. Wir lieben es hier mit Jonáš, weil alles so konzipiert ist, dass es sowohl Eltern als auch die Kleinen begeistert.

  • Adresse: 5 Boulevard des Filles du Calvaire, 3. Arrondissement (Metro Saint-Sébastien – Froissart, Linie 8)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So geschlossen
  • Preise: Kinderpullover ca. 60 €
  • 💡 Insider-Tipp: Im Laden gibt es oft eine kleine Fotobox und sogar einen Kinderfriseur. Das ist eine tolle Möglichkeit, dem Kind einen Tag voller Einkäufe zu versüßen.

Empreintes (3. Arrondissement)

Empreintes ist ein riesiger vierstöckiger Concept Store, der sich ausschließlich französischen Kunsthandwerkern widmet. Wenn du etwas absolut Einzigartiges suchst, das nicht in einer Fabrik am anderen Ende der Welt entstanden ist, bist du hier goldrichtig. Verkauft werden mundgeblasenes Glas, handgefertigte Keramik, Holzskulpturen und originelle Schmuckstücke. Jedes Stück trägt ein Etikett mit dem Namen des Schöpfers und dem Ort in Frankreich, an dem es entstanden ist. Der Raum ist von Tageslicht durchflutet und wirkt eher wie eine Kunstgalerie.

  • Adresse: 5 Rue de Picardie, 3. Arrondissement (Metro Arts et Métiers, Linien 3 und 11)
  • Geöffnet: Di–Sa 11:00–19:00, So und Mo geschlossen
  • Preise: Handgefertigter Keramikteller ab 40 €
  • 💡 Insider-Tipp: Im ersten Stock gibt es ein kleines Café mit ausgezeichnetem Kräutertee. Ein idealer ruhiger Rückzugsort vom Trubel der umliegenden Marais-Straßen.
Belle-Époque-Fassade des Le Bon Marché an der Rue de Sèvres

Viertel, in denen man sich verlieren sollte (und die Kreditkarte atmen lassen)

Nicht jeder möchte die ganze Zeit unter einem Dach verbringen. Manchmal ist es am schönsten, einfach durch die Gassen zu schlendern, in Schaufenster zu spähen und kleine Läden zu entdecken, über die in keinem Reiseführer geschrieben wird. Der aktuelle Shopping-Stil in Paris wird vor allem von diesen Vierteln geprägt, von denen jedes seinen ganz eigenen Charakter hat.

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Le Marais (3. und 4. Arrondissement)

Das Marais schlägt als Designerherz der Stadt. Es ist ein Gewirr aus engen Gassen, die als eine der wenigen die große Haussmannsche Stadtumgestaltung im 19. Jahrhundert überlebt haben. Für Familien mit Kinderwagen ist der nördliche Teil (Haut Marais im 3. Arrondissement) ideal, denn dort sind die Bürgersteige etwas breiter und die Atmosphäre insgesamt ruhiger als im überlaufenen Süden an der Rue de Rivoli. Konzentrier dich auf die Achse der Straßen Rue de Turenne und Rue Vieille-du-Temple. Im Marais begegnest du regelmäßig Boutiquen der gehobenen Mittelklasse wie Sandro, Maje oder Claudie Pierlot, aber auch namenlosen kleinen Ateliers, in denen Designer direkt vor deinen Augen nähen.

  • Erreichbarkeit: Metro Saint-Paul (Linie 1) oder Filles du Calvaire (Linie 8)
  • Preise: Mittlere bis gehobene Preisklasse. Ein Kleid bei Sandro liegt bei rund 250 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Leg während des Shoppings im Marais eine Pause in der Rue des Rosiers ein. Dort findest du L’As du Fallafel, wo es den besten vegetarischen Falafel der ganzen Stadt gibt. Die Schlange ist oft lang, bewegt sich aber sehr schnell.

Saint-Germain-des-Prés (6. Arrondissement)

Während das Marais trendy und hip ist, verkörpert Saint-Germain am linken Seineufer die traditionelle, intellektuelle Pariser Eleganz. Die Haupteinkaufsader für Luxus- und Premiummode ist hier die Rue de Grenelle und die Umgebung der Kirche Saint-Sulpice. Hier sitzen Boutiquen ikonischer französischer Marken wie A.P.C. oder Geschäfte mit perfekten Lederaccessoires. Die Atmosphäre bleibt leise, die Schaufenster dezent, und die Straßen werden von klassischen literarischen Cafés gesäumt.

  • Erreichbarkeit: Metro Saint-Germain-des-Prés (Linie 4) oder Mabillon (Linie 10)
  • Preise: Premiumklasse. Eine Ledertasche von A.P.C. beginnt bei 350 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Für Familien mit Kindern ist dieses Viertel absolut erstklassig. Du hast es nämlich nicht weit zum Jardin du Luxembourg mit den besten Spielplätzen und den berühmten Modellbooten zum Ausleihen im zentralen Brunnen.

Rue du Faubourg Saint-Honoré und Place Vendôme (1. und 8. Arrondissement)

Das ist das Territorium des absoluten Luxus. Wenn dein Budget eine Hermès-Handtasche, Chanel-Schuhe oder Cartier-Schmuck hergibt, werden deine Schritte hierher führen. In der Rue Cambon findest du die Original-Boutique von Chanel (Hausnummer 31), wo Coco Chanel ihren berühmten verspiegelten Treppensalon hatte. Die Place Vendôme ist das Weltzentrum der exklusivsten Juweliergeschäfte. Selbst wenn du hier nicht einkaufst, ist allein der Schaufensterbummel ein Erlebnis, denn die Auslagen sind wie Kunstwerke arrangiert.

  • Erreichbarkeit: Metro Concorde (Linien 1, 8, 12) oder Tuileries (Linie 1)
  • Preise: High-End-Luxus. Einzelstücke liegen regelmäßig über 2.000 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Auf der Avenue Montaigne im 8. Arrondissement (eine weitere Hochburg des Luxus) lassen Boutiquen wie Dior oder Givenchy zufällige Passanten oft gar nicht ohne vorherige Reservierung herein. Das funktioniert eher wie ein Katalog für VIP-Klientel.

Canal Saint-Martin (10. Arrondissement)

Wenn dir Saint-Honoré zu steif ist, geh ans Wasser. Die Gegend rund um den Canal Saint-Martin ist in den letzten Jahren die Hochburg der Pariser Hipster und jungen Kreativen. Du findest hier jede Menge kleine unabhängige Boutiquen, Vinylplattenläden und Concept Stores mit nachhaltiger Mode. Die Atmosphäre ist sehr entspannt, die Leute sitzen mit Kaffee am Kanalufer, und niemand schaut dich schief an, wenn du in Jogginghose kommst.

  • Erreichbarkeit: Metro Jacques Bonsergent (Linie 5) oder République (Linien 3, 5, 8, 9, 11)
  • Preise: Sehr erschwinglich. Ein Design-T-Shirt bekommst du für 40 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Versuch die Boutique Antoine et Lili am Quai de Valmy zu finden. Du erkennst sie an der leuchtend pinken und gelben Fassade. Dort gibt es großartige, farbenfrohe und ethnisch inspirierte Kleidung, die man sonst in Paris kaum sieht.
Roter Fiat 500 im Innenhof des Concept Store Merci

Vintage und Secondhand: Schatzsuche mit Seele

Pariserinnen wissen nur zu gut, dass die beste Garderobe nicht durch den Kauf teurer Marken von Kopf bis Fuß entsteht, sondern durch das Mixen von Premiumstücken mit Secondhand-Fundstücken. Nachhaltigkeit ist hier kein leerer Trend, sondern eine Möglichkeit, sich abzuheben. Wer Geduld mitbringt, findet hier unglaubliche Stücke aus den 80er- und 90er-Jahren.

Kilo Shop (mehrere Filialen, die beste im 4. Arrondissement)

Das Konzept der Kilo Shops ist einfach und gefährlich suchterregend: Du wählst Kleidung aus, gehst zur Kasse, sie wird gewogen, und du bezahlst nach Gewicht. Der Kilopreis variiert je nach Farbe des Kunststoffschildchens, das am Kleidungsstück befestigt ist (zum Beispiel haben Seidenkleider oder Lederjacken einen anderen Tarif als schwerer Denim). Es ist ein klassisches Wühlen, bei dem du Dutzende Bügel durchgehen musst, bevor du das Richtige findest.

  • Adresse: 69-71 Rue de la Verrerie, 4. Arrondissement (Metro Hôtel de Ville, Linien 1 und 11)
  • Geöffnet: Mo–Sa 11:00–19:30, So 14:00–19:30
  • Preise: Ein Seidentuch kommt auf etwa 5 €, ein Vintage-Hut auf 20 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Mit dem Kinderwagen solltest du hier lieber nicht reinfahren – die Gänge sind extrem eng und voller Menschen. Wenn sich Lukáš mit Jonáš draußen die Beine vertritt, schaffe ich es in zwanzig Minuten, hier eine tolle Vintage-Levi’s zu ergattern.

Free’P’Star (4. Arrondissement)

Eine Kult-Kette kleiner Vintage-Läden mit gleich mehreren Filialen im Herzen des Marais und im Quartier Latin. Hier brauchst du spitze Ellbogen und heilige Geduld. Die Räume sind sehr beengt, Kleidung hängt buchstäblich vom Boden bis zur Decke, und in der Luft liegt dieser typische Geruch alter Sachen. Oft stößt du auf spezielle Kisten, in denen jedes Stück nur einen Euro kostet.

  • Adresse: z. B. 61 Rue de la Verrerie, 4. Arrondissement
  • Geöffnet: Täglich 11:00–20:00
  • Preise: Von 1 € bis etwa 30 € für gewöhnliche Stücke.
  • 💡 Insider-Tipp: Geh am besten Dienstagvormittag hin. Am Wochenende ist hier so ein Ansturm, dass du oft gar nicht an die Regale herankommst und der Einkauf nur Stress wäre.

Thanx God I’m a V.I.P. (10. Arrondissement)

Wenn dich das Wühlen in chaotischen Kisten abschreckt und du eine sorgfältige Auswahl suchst, bist du hier richtig. Dieser Laden unweit des Canal Saint-Martin hat sich auf luxuriösen und Designer-Vintage spezialisiert. Alles ist penibel gewaschen, gebügelt und akribisch nach Farben sortiert, sodass es wie ein Regenbogen aussieht. Du findest hier makellose Stücke von Marken wie Yves Saint Laurent, Chanel oder Hermès. Die Preise klettern zwar deutlich höher als in normalen Secondhand-Läden, aber du zahlst für perfekte Kuration und die Garantie der Echtheit.

  • Adresse: 12 Rue de Lancry, 10. Arrondissement (Metro Jacques Bonsergent, Linie 5)
  • Geöffnet: Di–Sa 14:00–20:00, So und Mo geschlossen
  • Preise: Marken-Blazer aus den 90ern ca. 300 €
  • 💡 Insider-Tipp: Die Inhaberin ist eine ehemalige Pariser DJane, weshalb im Laden immer absolut großartige Musik läuft und die Atmosphäre herrlich entspannt ist. Außerdem wechselt die Ware sehr schnell, sodass jeder Besuch eine Überraschung ist.

Les Puces de Saint-Ouen (18. Arrondissement / Stadtrand)

Der größte Flohmarkt der Welt erstreckt sich über gewaltige 16 Hektar und besteht aus mehreren eigenständigen Markthallen (zum Beispiel Marché Vernaison oder Marché Paul Bert). Er liegt am nördlichen Stadtrand an der Metrostation Porte de Clignancourt. Kaufen kannst du hier absolut alles – von antiken Möbeln aus dem 18. Jahrhundert über Vintage-Plakate bis hin zu Secondhand-Mode. Ein riesiges Gassenlabyrinth, in dem du dich problemlos stundenlang verlierst.

  • Adresse: Avenue de la Porte de Clignancourt, 18. Arrondissement
  • Geöffnet: Nur an Wochenenden und Montagen (Sa 9:00–18:00, So 10:00–18:00, Mo 11:00–17:00)
  • Preise: Von wenigen Euro für alte Postkarten bis zu Tausenden Euro für antike Möbel.
  • 💡 Insider-Tipp: Der Weg von der Metro zum eigentlichen Markt führt durch ziemlich wilde Stände mit Fälschungen und Billigware. Lass dich nicht abschrecken, geh mit der Menge und halte deine Taschen fest. Innerhalb der historischen Markthallen herrscht eine ruhige und sichere Atmosphäre.

Les Antiquaires du Village Saint-Paul (4. Arrondissement)

Wenn du nicht bis an den Stadtrand zum riesigen Flohmarkt fahren möchtest, haben wir eine elegantere Alternative direkt im Zentrum. Village Saint-Paul ist ein Komplex aus miteinander verbundenen historischen Innenhöfen im südlichen Marais, nur einen Katzensprung vom Fluss entfernt. Hier verstecken sich viele kleine Antiquitätengeschäfte, Händler für Vintage-Geschirr und Kunstgalerien. Ein wunderbar ruhiger Ort, zu dem der Straßenlärm kaum vordringt.

  • Adresse: Rue Saint-Paul, 4. Arrondissement (Metro Saint-Paul, Linie 1)
  • Geöffnet: Die meisten Geschäfte Do–Mo 11:00–19:00, Di und Mi oft geschlossen
  • Preise: Höhere Antiquitätenpreise.
  • 💡 Insider-Tipp: Die Innenhöfe sind komplett autofrei und meistens auch frei von Touristenmassen. Wenn du dir einen Kaffee zum Mitnehmen holst, kannst du hier mit dem Kinderwagen eine sehr angenehme und ruhige Stunde beim Stöbern in alten Dingen verbringen.
Goldene Kuppel des Printemps Haussmann im Morgenlicht

Buchhandlungen: Papiernostalgie und literarische Stille

Paris ist eine Stadt der Literatur. Buchhandlungen funktionieren hier nicht nur als gewöhnliche Geschäfte, sondern als vollwertige kulturelle Institutionen, in denen sich Menschen treffen, diskutieren und Zeit verbringen. Englischsprachige Buchhandlungen haben hier zudem eine riesige historische Tradition, die mit der Welle amerikanischer Expatriates in den 1920er-Jahren verbunden ist.

Shakespeare and Company (5. Arrondissement)

Die berühmteste englischsprachige Buchhandlung in Paris, wenn nicht sogar weltweit. Sie liegt am linken Seineufer direkt gegenüber der Kathedrale Notre-Dame. Gegründet von George Whitman, verströmt sie eine absolut magische Atmosphäre. Schiefe Holzregale brechen aus allen Nähten, du schlängelst dich über enge Treppen, vorbei an alten Klavieren und Katzen, die auf Gedichtbänden schlafen. Vom oberen Stockwerk hast du außerdem einen wunderbaren Blick auf den Fluss und die frisch renovierte Kathedrale.

  • Adresse: 37 Rue de la Bûcherie, 5. Arrondissement (Metro Saint-Michel, Linie 4)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 12:00–19:00
  • Preise: Normale Buchpreise, ein Taschenbuch um die 12 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Es gibt oft eine riesige Schlange vor dem Eingang, und mit Kinderwagen lassen sie dich nicht hinein, weil die Gänge kaum für eine Person breit genug sind. Sich in die Schlange zu stellen und sich an der Kasse den ikonischen Stempel des Ladens in das neu gekaufte Buch drücken zu lassen, ist aber einfach ein Muss.

Red Wheelbarrow (6. Arrondissement)

Wenn du den Massen bei Shakespeare aus dem Weg gehen willst, steuere diese gemütliche englische Buchhandlung direkt gegenüber dem Jardin du Luxembourg an. Ein ruhiger, ungemein freundlicher Ort mit einer großartigen Auswahl an zeitgenössischer Belletristik, Lyrik und wunderschönen Kinderbüchern. Die Inhaber beraten dich immer gerne und lassen dich in Ruhe blättern.

  • Adresse: 9 Rue de Médicis, 6. Arrondissement (RER B Haltestelle Luxembourg)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So 13:00–18:00
  • Preise: Normale Buchhandelspreise.
  • 💡 Insider-Tipp: Das ist unsere Lieblingstation nach dem Besuch des Puppentheaters im Park. Wir kaufen Jonáš ein neues Bilderbuch und lesen es dann auf einer Bank unter den Bäumen.

Librairie 7L (6. Arrondissement)

Eine Buchhandlung, die 1999 vom legendären Modedesigner Karl Lagerfeld gegründet wurde (der Name verweist auf die Adresse 7 Rue de Lille). Sie ist ausschließlich auf Fotografie, Architektur, Design und Mode spezialisiert. Der minimalistische, elegante Raum mit riesigen Regalen ist das genaue Gegenteil des chaotischen Shakespeare. Ein stiller Tempel für Liebhaber der visuellen Kunst.

  • Adresse: 7 Rue de Lille, 7. Arrondissement (Metro Rue du Bac, Linie 12)
  • Geöffnet: Di–Sa 10:30–19:00, So und Mo geschlossen
  • Preise: Große Kunstpublikationen ab 50 € aufwärts.
  • 💡 Insider-Tipp: Der Laden fungiert auch als Verlag. Du findest hier Modebücher, die anderswo in Europa hoffnungslos ausverkauft sind.

Librairie Galignani (1. Arrondissement)

Diese Buchhandlung an der Rue de Rivoli schmückt sich mit dem Titel der ältesten englischen Buchhandlung auf dem europäischen Festland – sie existiert hier seit 1856. Wunderschönes Holzinterieur, hohe Decken und eine perfekte Auswahl englischer und französischer Titel mit großem Schwerpunkt auf Geschichte und Kunst. Hier kaufen oft auch die Pariser selbst ein, weil das Angebot wirklich erstklassig ist.

  • Adresse: 224 Rue de Rivoli, 1. Arrondissement (Metro Tuileries, Linie 1)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So geschlossen
  • Preise: Normale Buchpreise.
  • 💡 Insider-Tipp: Die Buchhandlung liegt unter den berühmten Arkaden direkt neben dem Teehaus Angelina. Den Buchkauf mit einer heißen Schokolade nebenan zu verbinden, ist der perfekte Plan für einen verregneten Pariser Nachmittag.
Schmale Rue Saint-Honoré mit Modeboutiquen im Morgenlicht

Food-Souvenirs und Parfums: Das Beste zum mit nach Hause nehmen

Kühlschrankmagneten sind nett, aber die besten Erinnerungen an Paris lassen sich entweder essen oder aufs Handgelenk sprühen. Französische Gastronomie und Parfümkunst sind weltweite Institutionen, und ein Stück dieser Perfektion mit nach Hause zu bringen, ist fast schon Pflicht.

Macarons, Tee und Senf

Süßes Souvenir Nummer eins sind natürlich Macarons. Die zwei größten Namen sind Pierre Hermé und Ladurée. Ladurée hat wunderschöne historische Schachteln und klassischere Geschmacksrichtungen, während Pierre Hermé experimentiert – seine Kombination aus Rose, Litschi und Himbeere (Ispahan) ist legendär. Ein weiteres großartiges Mitbringsel ist Tee. Im 4. Arrondissement findest du das historische Geschäft Mariage Frères von 1854. Das Interieur sieht aus wie eine alte Apotheke, die Wände säumen Hunderte schwarzer Dosen, und das Personal in weißen Kitteln lässt dich an jeder Mischung schnuppern.

  • Wo suchen: Mariage Frères (30 Rue du Bourg Tibourg, 4. Arrondissement)
  • Preise: Eine Packung Tee um die 20 €, ein einzelnes Macaron ca. 2,50 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Wenn du etwas Herzhaftes möchtest, geh in den Laden Maille an der Place de la Madeleine (8. Arrondissement). Dort gibt es Senf mit Geschmacksrichtungen, die du dir nicht mal erträumen kannst – darunter Senf mit Bier oder Trüffel –, und er wird dir frisch aus dem Zapfhahn in ein Keramikgefäß gefüllt.

Nischenparfums und Kosmetik

Paris ist die Hauptstadt der Düfte. Vergiss die üblichen Duty-Free-Shops am Flughafen und entdecke die Welt der sogenannten Nischenparfums. Im 6. Arrondissement am Boulevard Saint-Germain findest du die Originalboutique der Marke Diptyque von 1961, berühmt für ihre Kerzen und Unisex-Düfte. Nur ein Stück weiter befindet sich Officine Universelle Buly 1803 – ein Laden, der aussieht wie ein Labor aus dem 19. Jahrhundert. Dort verkaufen sie Parfums auf Wasserbasis, und ein Kalligraf an der Kasse schreibt in Schönschrift deinen Namen auf die Verpackung.

  • Wo suchen: Diptyque (34 Boulevard Saint-Germain, 5. Arrondissement)
  • Preise: Diptyque-Kerze ca. 60 €, Parfum ab 140 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Wenn dich die Geschichte der Düfte interessiert, geh ins Fragonard Musée du Parfum im 9. Arrondissement in der Nähe der Oper. Eintritt und Führung sind komplett kostenlos, und am Ende kannst du im Fabrikverkauf Parfums zu sehr fairen Preisen kaufen.

Outlets außerhalb des Zentrums und das Tax-Free-System (Detaxe)

Wenn du wirklich große Designereinkäufe planst, lohnt es sich, etwas über die Stadtgrenzen hinauszufahren oder das System der Mehrwertsteuer-Rückerstattung zu nutzen.

La Vallée Village

Das bekannteste Pariser Open-Air-Outlet liegt rund 40 Minuten Fahrt mit dem RER A Richtung Disneyland entfernt. Dort findest du kleine Häuschen, in denen über hundert Boutiquen von Luxusmarken (Gucci, Prada, Celine, aber auch erschwinglichere wie Maje oder Sandro) mit ganzjährigen Rabatten von etwa 30 bis 50 Prozent beheimatet sind.

  • Anfahrt: RER A bis zur Station Val d’Europe oder der spezielle Shopping Express Bus aus dem Zentrum.
  • Geöffnet: Täglich 10:00–20:00
  • 💡 Insider-Tipp: Am Wochenende ist hier der absolute Wahnsinn, und vor beliebten Boutiquen bilden sich schon am Eingang lange Schlangen. Fahr unter der Woche vormittags hin, sonst verbringst du mehr Zeit mit Warten als mit Shoppen.

Steuerrückerstattung (Detaxe) über PABLO-Kioske

Wenn du außerhalb der Europäischen Union lebst (Achtung: Nach dem Brexit gilt das auch für Besucher aus Großbritannien; für Reisende aus Deutschland hingegen nicht), hast du Anspruch auf Rückerstattung der Mehrwertsteuer (in Frankreich 12 %). Du musst Waren im Wert von über 100 € in einem Geschäft an einem Tag kaufen. Im Laden fragst du nach dem Detaxe-Formular. Am Flughafen (CDG oder Orly) findest du dann vor der Gepäckaufgabe blaue elektronische PABLO-Kioske, scannst den Barcode vom Formular, und das Geld wird dir innerhalb weniger Tage auf die Karte zurückerstattet.

  • 💡 Insider-Tipp: Lass den Rückerstattungsprozess immer am PABLO-Kiosk bestätigen, BEVOR du deinen Koffer am Check-in aufgibst. Der Zoll kann stichprobenartig verlangen, dass du die gekaufte Ware physisch vorzeigst.

Praktische Infos: Budget, Faux Pas und Sicherheit

Shopping in Paris hat seine ungeschriebenen Regeln. Verstößt du dagegen, erwartet dich im besten Fall ein kühler Blick, im schlimmsten wirst du gleich aus dem Laden begleitet. Genauso lohnt es sich, auf die Geldbörse aufzupassen, denn in überfüllten Einkaufszonen operieren sehr geschickte Taschendiebe.

Goldene Regel Bonjour und weitere Faux Pas

Es gibt eine einzige Regel, die du dir merken musst: Immer, wirklich immer, wenn du die Schwelle eines kleineren Geschäfts, einer Boutique oder Bäckerei übertrittst, musst du das Personal anschauen und klar und deutlich „Bonjour“ (Guten Tag) sagen. In Frankreich gilt ein Geschäft als persönlicher Raum des Verkäufers, und ein Eintreten ohne Gruß wird als arrogantes Eindringen in fremdes Wohnzimmer gewertet. Ohne Gruß wird sich niemand mit dir unterhalten. Beim Verlassen vergiss nicht, „Merci, au revoir“ (Danke, auf Wiedersehen) hinzuzufügen.

Achte auch auf das Bezahlen mit Karte. Viele kleine Geschäfte, Bäckereien und Stände haben nach wie vor einen Mindestbetrag für Kartenzahlung, oft um die 5 € oder 10 €. Hab immer etwas Kleingeld dabei für das morgendliche Baguette oder den Kaffee. In teuren Luxusboutiquen wiederum solltest du Ware nicht ohne Erlaubnis anfassen, und in Concept Stores die ausgestellten Stücke nicht auf den Tischen umräumen.

Budget: Was kostet das alles

Paris bietet Einkaufsmöglichkeiten für jedes Budget. Hier ein orientierender Überblick für 2026:

  • Günstiges Shopping (Vintage und Souvenirs): Kleidung im Kilo Shop ca. 15–20 €, eine Packung Tee 20 €, Macarons 15 €. Tagesbudget: 50–80 €.
  • Mittlere Preisklasse (Concept Stores und lokale Boutiquen): Leinenhemd bei Merci 120 €, nachhaltige Sneaker 140 €, Designer-Parfum 150 €. Tagesbudget: 200–400 €.
  • Luxus (Saint-Honoré): Hier gibt es keine Grenzen. Handtaschen und Mäntel französischer Premium-Häuser beginnen bei 2.000 € und mehr.

Sicherheit und Logistik mit Kinderwagen

Die Pariser Metro ist für Eltern mit Kinderwagen ein Alptraum voller Treppen. Die einzige vollständig barrierefreie Linie mit Aufzügen an jeder Station ist die automatische Linie 14. Für Transfers zwischen den Einkaufsvierteln nutzen wir viel lieber die Oberflächenbusse (zum Beispiel Linien 69 oder 96, die das Zentrum durchqueren), in denen es Platz für Kinderwagen gibt und man nebenbei aus dem Fenster schauen kann.

Während des Einkaufens solltest du besonders auf Taschendiebe achten – vor allem in der Umgebung der großen Kaufhäuser am Boulevard Haussmann und auf dem Flohmarkt Saint-Ouen. Ignoriere Leute, die dir auf der Straße das Unterschreiben irgendeiner Petition für die Rechte Gehörloser aufdrängen (das ist immer ein Ablenkungsmanöver zum Taschendiebstahl), und lass dir niemals von Straßenverkäufern „Freundschaftsbänder“ ans Handgelenk knüpfen.

Häufig gestellte Fragen

Wann gibt es in Paris die größten Rabatte?

Die größten Rabatte (Soldes) finden in zwei strikt festgelegten Zeiträumen statt. Der Winterschlussverkauf beginnt üblicherweise am zweiten Mittwoch im Januar und dauert vier Wochen. Der Sommerschlussverkauf startet Ende Juni und endet im Juli. Während dieser Wochen fallen die Preise um bis zu 70 Prozent.

Lohnt es sich, auf den Champs-Élysées einzukaufen?

Aus unserer Sicht lohnt es sich kaum. Die Prachtstraße ist zwar berühmt, aber heute voller globaler Ketten, die du in jeder größeren Stadt der Welt findest, und die Touristenmassen sind ermüdend. Viel authentischere Pariser Einkaufserlebnisse erwarten dich in den Vierteln Marais oder Saint-Germain.

Sind in Paris Geschäfte auch sonntags geöffnet?

Heutzutage ja, aber mit Einschränkungen. Große Kaufhäuser (Galeries Lafayette, Printemps) und Geschäfte in Touristenzonen (Marais) haben sonntags geöffnet, wenn auch oft mit versetzten Öffnungszeiten (z. B. ab 11:00). Kleinere Geschäfte in Wohnvierteln bleiben sonntags jedoch strikt geschlossen.

Kann ich in Pariser Boutiquen überall mit Karte zahlen?

Ja, Kartenterminals gibt es überall, aber viele kleinere Geschäfte, Bäckereien und Vintage-Läden haben einen Mindestbetrag für Kartenzahlung (üblicherweise 5 bis 10 Euro). Es empfiehlt sich daher, immer etwas Bargeld für kleinere Einkäufe dabei zu haben.

Wie funktioniert das Tax-Free-System für deutsche Touristen?

Touristen aus Deutschland (und der gesamten EU) haben keinen Anspruch auf Rückerstattung der Mehrwertsteuer (Detaxe). Dieses System gilt nur für Personen mit Wohnsitz außerhalb der Europäischen Union. Reist jedoch zum Beispiel ein Freund mit ständigem Wohnsitz in Großbritannien oder den USA mit, kann dieser sich 12 % auf Einkäufe ab 100 Euro erstatten lassen.

Kann man in Pariser Secondhand-Läden handeln?

In klassischen stationären Vintage-Modegeschäften (wie Kilo Shop oder Free’P’Star) sind die Preise fest und es wird nicht gefeilscht. Handeln kannst (und solltest) du hingegen nur auf den großen Flohmärkten wie dem Marché aux Puces de Saint-Ouen, wo das Teil der Kultur ist.

Wo finde ich die beste kostenlose Aussicht auf Paris?

Die besten kostenlosen Aussichten bieten die Dachterrassen der großen Kaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps am Boulevard Haussmann. Du fährst einfach mit der Rolltreppe bis ganz nach oben. Von beiden Terrassen hast du einen wunderbaren Blick auf die Oper und den Eiffelturm.

Wie verhält sich das Verkaufspersonal in Paris gegenüber Kunden?

Das Pariser Personal wird oft (zu Unrecht) als arrogant bezeichnet. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in deinem eigenen Verhalten. Wenn du beim Betreten eines Geschäfts laut „Bonjour“ grüßt und bei einer Bitte um Hilfe „S’il vous plaît“ verwendest, werden die Verkäufer absolut professionell und sehr hilfsbereit sein.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Ausflüge ab Paris: Versailles, Giverny, Chantilly und Fontainebleau

TL;DRDie schönsten Tagesausflüge ab Paris führen nach Versailles, Giverny, Chantilly und Fontainebleau – jeder Ort ist mit dem Zug in maximal 45 Minuten ab Zentrum erreichbar. Nach Versailles fährst du am besten mit der Linie N ab Gare Montparnasse (Eintritt ins Schloss 21 €, Passport mit den Trianon-Schlössern 32 €). Giverny erreichst du mit dem Zug ab Gare Saint-Lazare bis Vernon und dann mit dem Bus für 5 € weiter (geöffnet vom 1.4. bis 1.11.2026, geschlossen am 19. und 20.9.). Nach Chantilly sind es 25 Minuten mit dem Zug ab Gare du Nord (Eintritt 18 €), nach Fontainebleau 40 Minuten ab Gare de Lyon (Eintritt ins Schloss 14 €, der Park ist kostenlos). Die beste Reisezeit ist Mai, Juni und der Übergang von September zu Oktober, wenn angenehme 22 Grad herrschen und die Gärten in voller Blüte stehen. Mit kleinen Kindern empfiehlt sich eine ergonomische Tragehilfe statt Kinderwagen. Meide außerdem den August sowie Dienstage, wenn die Besuchermassen vom Louvre nach Versailles weiterziehen.

Ausflüge ab Paris sind meiner Meinung nach ein absolutes Muss. Die Stadt ist zwar unglaublich fesselnd, laut und ständig in Bewegung – aber manchmal kommt einfach der Moment, in dem man den steinernen Straßen entfliehen, tief durchatmen und das Kleinkind frei über die Wiese rennen lassen möchte. Ohne die Angst, dass es von einem Roller über den Haufen gefahren wird, der gerade über die Kreuzung rast.

Das französische Bahnnetz ist ein kleines Wunder. TGV-Hochgeschwindigkeitszüge und Regionallinien bringen euch blitzschnell in andere Jahrhunderte, mitten hinein in impressionistische Gemälde oder ins Herz der Champagne. Für Eltern mit einem zweijährigen Entdecker bedeutet das vor allem eins: minimaler Stress beim Transport und maximaler Raum für Freude.

Außerdem ändert sich dieses Jahr in Paris Frankreich einiges. Nach dem olympischen Wahnsinn von letztem Jahr hat die Stadt frisch Luft geholt, die Kathedrale Notre-Dame erstrahlt endlich in neuem Glanz und im Sommer wird nach hundert Jahren wieder direkt in der Seine geschwommen. Für mich als Vegetarierin ist es außerdem eine Riesensache, dass das berühmte Restaurant Arpège komplett auf ein pflanzliches Menü umgestellt hat. All diese Veränderungen im Zentrum bedeuten auch, dass Ausflüge ins Umland eine etwas neue Strategie erfordern.

Kleines Kind in weißem T-Shirt steht an einem Betongeländer und beobachtet einen Brunnen in einem Pariser Garten

Der Schlüssel liegt darin zu wissen, zu welchem Bahnhof ihr müsst, welche Züge ihr meiden solltet und warum ihr in manche Schlösser lieber eine Trage statt einen Kinderwagen mitnehmt. Manche Orte werden euch mit ihrer Pracht schlichtweg umhauen, andere überraschen mit unerwarteter Ruhe und menschenleeren Waldwegen.

Deshalb habe ich alles zusammengeschrieben: Versailles ohne familiären Zusammenbruch, Giverny im richtigen Monat, Chantilly als Geheimtipp und Fontainebleau für alle, die neben Schlössern auch etwas Wald wollen. Dazu aktuelle Preise für 2026 und Dinge, die sich unserer Meinung nach nicht lohnen.

Zusammenfassung

  • Fahrt nicht mit der RER C nach Versailles. Deutlich bequemer ist der Zug der Linie N vom Bahnhof Gare Montparnasse zur Station Versailles Chantiers.
  • Tickets für den Palast von Versailles unbedingt online für ein bestimmtes Zeitfenster buchen. Ohne Reservierung wartet ihr stundenlang in der prallen Sonne.
  • Mit Kleinkind in Versailles zuerst in die Gärten und zum Dorf von Marie Antoinette – den Palast erst am Nachmittag besuchen, falls ihr unbedingt wollt. Meiner Meinung nach lohnt er sich mit Kind nicht.
  • Monets Gärten in Giverny haben 2026 vom 1. April bis 1. November geöffnet. ⚠️ Achtung: Am Wochenende 19. und 20. September 2026 ist Giverny komplett geschlossen.
  • Nach Giverny kommt ihr mit dem Zug vom Gare Saint-Lazare nach Vernon, von wo ein Shuttlebus für 5 € fährt.
  • Das Schloss Chantilly beherbergt die zweitgrößte Sammlung Alter Meister nach dem Louvre. Mit dem Zug vom Gare du Nord seid ihr in nur 25 Minuten dort.
  • Fontainebleau bietet nicht nur ein riesiges Schloss, in dem sich Napoleon verabschiedete, sondern vor allem einen endlosen Wald voller Sandsteinfelsen – ideal zum Toben für Kinder.
  • Kinder bis einschließlich 2 Jahre haben im Disneyland Paris komplett freien Eintritt. Mit kleineren Kindern konzentriert euch vor allem auf die Zone Fantasyland.
  • Nach Reims zur Champagner-Verkostung bringt euch der TGV vom Gare de l’Est in unglaublichen 45 Minuten.
  • Kinderwagen werden in den meisten historischen Palästen nur widerwillig geduldet. Habt immer eine ergonomische Trage im Rucksack dabei.
Runder klassizistischer Pavillon mit Kuppel und Säulen umgeben von grünen Bäumen

Wann Ausflüge ab Paris unternehmen: Wetter, Saisons und wichtige Termine 2026

Den richtigen Tag für einen Ausflug aus der Stadt zu wählen, ist absolut entscheidend. Während man sich im Zentrum von Paris immer in ein Café oder Museum flüchten kann, ist man bei Ausflügen oft Wind und Wetter ausgeliefert. Schlossgärten und Parks machen die Hälfte des Erlebnisses aus. Wir checken mit Lukáš immer sorgfältig die Wettervorhersage, denn einen Kinderwagen durch den aufgeweichten Park von Versailles zu schieben, will wirklich niemand.

Die besten Monate für einen Ausflug

Mai und Juni sind für Ausflüge ins Umland schlichtweg ideal. Die Tage sind lang, die Temperaturen pendeln um angenehme 22 Grad und alles blüht unglaublich. Gerade im Mai hängen in Giverny die violetten Glyzinientrauben von der japanischen Brücke – ein Anblick, der sich für immer ins Gedächtnis einbrennt. Hervorragend sind auch der September und die erste Oktoberhälfte. Morgens wird es zwar schon frischer, aber das weiche Nachmittagslicht verleiht den Gärten von Fontainebleau einen goldenen Schimmer.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr einen Ausflug im Mai plant, passt unbedingt auf die französischen Feiertage auf. Davon gibt es in diesem Monat gleich mehrere (1. Mai, 8. Mai, Christi Himmelfahrt) und die Pariser verbinden sie gerne zu verlängerten Wochenenden. Züge sind dann ausverkauft und Sehenswürdigkeiten platzen aus allen Nähten.

Was ihr meiden solltet und wichtige Termine 2026

Schloss Versailles mit Kolonnade und formalen Gärten mit Hecken und Wasserbecken

Der August ist der Monat, in dem ihr Ausflüge besser meidet. Die Schlosshöfe verwandeln sich in einen Backofen, das Gras in den Parks ist verbrannt und Schatten sucht man vergeblich. Dazu haben viele kleine Bistros in den umliegenden Dörfern wegen der jährlichen Betriebsferien geschlossen.

Eine absolut wichtige Warnung für 2026 betrifft das Wochenende vom 19. und 20. September. In ganz Frankreich finden die Tage des Europäischen Kulturerbes (Journées du Patrimoine) statt. Zwar öffnen sich normalerweise nicht zugängliche Regierungsgebäude, aber Monets Gärten in Giverny sind an diesen beiden Tagen ausnahmsweise und strikt GESCHLOSSEN. Wer an diesem Termin hinfährt, steht vor verschlossenen Toren.

💡 Insider-Tipp: Checkt auch die Montage und Dienstage. Die meisten staatlichen Museen und Schlösser haben an einem dieser Tage ihren Ruhetag. Versailles ist montags geschlossen, der Pariser Louvre dienstags. Das bedeutet: Am Dienstag strömt die riesige Touristenmasse vom Louvre geradewegs nach Versailles.

Weißer runder neoklassizistischer Tempel mit Kolonnade in einem grünen Park

Wo in Paris strategisch übernachten für einfache Ausflüge

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget maßgeblich. Paris ist in zwanzig Arrondissements unterteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Günstige Unterkünfte im Zentrum zu finden ist nahezu unmöglich, aber wenn man weiß, wo man suchen muss, findet sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.

Mit Kinderwagen und Jonáš meidet am besten großräumig die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement. Einmal haben wir uns dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts verlaufen – das möchte man mit einem Zweijährigen definitiv nicht wiederholen. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (buchbar hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber nach wenigen Stunden hat man sich bereits verliebt.

Seerosenteich in Monets Garten in Giverny

Versailles: König aller Ausflüge (und wie man ihn stressfrei übersteht)

Versailles ist nicht einfach nur ein Palast. Es ist ein absolutistisches Manifest, materialisiert in Gold, Marmor und endlosen Gärten. Ohne Vorbereitung hinzugehen ist allerdings ein sicherer Weg zum familiären Zusammenbruch. Täglich strömen Tausende an die Tore, und ohne klare Strategie geht man in den Menschenmassen unter. Wir haben den Palast selbst ausgelassen – drinnen gibt es ehrlich gesagt gar nicht so viel zu sehen, und in den Gärten kann man locker 6-7 Stunden verbringen.

Anreise: Warum ihr die RER C vergessen solltet

Junge fotografiert goldene Springbrunnen mit Wasserfontänen in Versailles

Die meisten gedruckten Reiseführer schicken euch automatisch mit der gelben Linie RER C zur Station Versailles Château Rive Gauche. Macht es schlauer. Mit Kinderwagen oder kleinen Kindern ist der Vorortszug der Linie N die deutlich bessere Wahl – er fährt vom Bahnhof Gare Montparnasse und bringt euch zur Station Versailles Chantiers.

Die Fahrt dauert kürzer und der Pariser Bahnhof Montparnasse ist für Familien wesentlich freundlicher als die verworrenen Untergrundgänge der RER. Von der Station Chantiers lauft ihr zwar etwa fünf Minuten länger zum Palast, spart euch aber enorm viel Stress beim halsbrecherischen Umsteigen im Pariser Zentrum. Die Fahrkarte für Erwachsene kostet 4,10 € pro Strecke.

💡 Insider-Tipp: Kauft keine normalen t+-Tickets (die gelten nur in Zone 1-2). Versailles liegt in Zone 4. Ihr müsst am Automaten ein Billet Île-de-France (Billet Origine-Destination) mit dem Ziel Versailles kaufen. Kontrolleure stehen fast immer am Bahnhofsausgang und die Strafen sind saftig.

Tickets und kompromisslose Zeitfenster 2026

Barocker Brunnen mit goldenen Statuen und Wasserfontänen in Versailles

Ohne Ticket zum Palast zu kommen bedeutet in der Hauptsaison locker zwei oder mehr Stunden Wartezeit in der prallen Sonne. Eine Online-Reservierung auf der offiziellen Website chateauversailles.fr für einen konkreten Zeitslot ist absolute Pflicht. Ohne Reservierung fahrt erst gar nicht hin.

Das Basisticket für den Palast (Billet Château) kostet 21 €. Wer auch die Trianons und das Dorf sehen möchte, braucht den sogenannten Passport für 32 €. Kinder bis 18 Jahre (und EU-Bürger bis 26 Jahre) haben freien Eintritt – aber ACHTUNG: Auch für sie müsst ihr im System eine kostenlose Zeitfenster-Reservierung anklicken.

💡 Insider-Tipp: Der Paris Museum Pass deckt zwar den Eintritt ins Schloss ab, beinhaltet aber in der Saison von April bis Oktober NICHT die Tage mit den Musikalischen Wasserspielen (Musical Fountain Shows). An diesen Tagen (meist an Wochenenden und Dienstagen) müsst ihr für den Garteneintritt etwa 10,50 € dazuzahlen.

Bronzestatue eines Mannes im Park vor dem Schloss Versailles mit Teich

Umgekehrte Strategie für Familien

Der klassische Besucher kommt morgens an, steht Schlange, quetscht sich durch den überfüllten Palast und ist nach zwei Stunden bereits am Ende seiner Kräfte, wenn er endlich in die Gärten kommt. Ihr macht es komplett anders. Geht zuerst direkt in die Gärten und den weitläufigen Park. Der Eintritt in den Park (nicht in die formalen Gärten direkt am Schloss) ist kostenlos und die Tore öffnen bereits um 8:00 Uhr.

Lasst das Kind sich austoben. Der Bereich rund um den Grand Canal ist riesig, luftig und wie geschaffen für ein Vormittags-Picknick auf der Wiese. Den Zeitslot für den eigentlichen Palast reserviert ihr am besten für den späten Nachmittag, idealerweise ab 15:30 Uhr. Dann fahren die großen organisierten Reisegruppen bereits zurück nach Paris, im Palast kann man endlich atmen und das Kleinkind schläft vielleicht gerade in der Trage. Oder ihr lasst den Palast einfach komplett aus. Mit Kind lohnt er sich meiner Meinung nach nicht.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr euch einen Kaffee und die berühmte heiße Schokolade in der Filiale der Konditorei Angelina im Schloss gönnen wollt, stellt euch auf eine riesige Warteschlange ein. Viel besser ist es, sich einen Kaffee zum Mitnehmen am kleinen Kiosk am Grand Canal zu holen und ihn in Ruhe auf einer Bank unter den Bäumen zu genießen.

Marmorfigurstatue auf Sockel in einem klassischen Garten mit Arkade

Trianons und das Dorf von Marie Antoinette (Hameau de la Reine)

Wenn euch der Hauptpalast mit seiner Überladung über den Kopf wächst, macht euch auf in den hinteren Teil des Anwesens. Das Grand Trianon und das Petit Trianon wirken deutlich intimer. Das absolute Highlight – besonders wenn ihr mit Kindern unterwegs seid – ist aber das Hameau de la Reine.

Königin Marie Antoinette ließ sich hier eine rustikale Farm mit Mühle, Gemüsegarten und reetgedeckten Dächern bauen, um das einfache Landleben nachzuspielen. Für ein zweijähriges Kind ist das ein absolutes Märchen. Hier laufen Schafe und Ziegen herum und die ganze Anlage wirkt wie aus einem Bilderbuch. Zu den Trianons kommt ihr zu Fuß in etwa 30 Minuten vom Hauptpalast, oder ihr nutzt den kostenpflichtigen Touristenzug (Petit Train) für 9 €.

💡 Insider-Tipp: Rund um die Trianons stehen einige der ältesten Bäume der gesamten Anlage. Ihr findet hier auch Schilder mit ihren Geschichten. Ein großartiger Ort, um der Sommerhitze zu entkommen, denn die Bäume bilden einen perfekten natürlichen Sonnenschirm.

Kinderwagen, Tragen und Logistik mit Kleinkind

Mann mit T-Shirt und Brille steht mit Kinderwagen vor dem Schloss Versailles

Die offiziellen Regeln in Versailles sind eindeutig: Kinderwagen dürfen nicht in den Palast. Die Realität sieht allerdings so aus, dass das Personal kleine zusammenklappbare Buggys oft stillschweigend durchwinkt. Es kann aber passieren, dass ihr auf einen strengen Aufseher trefft, der euch gnadenlos zur Gepäckaufbewahrung (Check-in Desk) schickt.

Die goldene Regel lautet: Nehmt eine ergonomische Trage mit, wenn ihr ins Schloss wollt. Der Palast ist voller Treppen, enger Durchgänge und die Menschenmassen schieben sich langsam vorwärts. Eine Trage gibt euch Bewegungsfreiheit und das Kleinkind sieht viel mehr als nur fremde Beine und Rucksäcke. In die Gärten und den Park könnt ihr mit dem Kinderwagen selbstverständlich problemlos hinein.

💡 Insider-Tipp: Die Toiletten im Schloss sind ständig überfüllt und die Wickeltische oft besetzt. Deutlich sauberere und ruhigere Toiletten findet ihr am Garteneingang in der Nähe des Restaurants La Flottille am Grand Canal.

Giverny: Direkt hinein in Monets Leinwand

Monets Garten in Giverny mit Seerosenteich und Trauerweiden

Wenn ihr den Impressionismus liebt, blühende Gärten und ein bisschen künstlerische Romantik, dann ist Giverny euer Wallfahrtsort. Claude Monet lebte hier, schuf hier und züchtete mit eigenen Händen sein größtes Meisterwerk – seinen eigenen Garten. Es ist einer der fotogensten Orte in ganz Frankreich, erfordert aber ein bisschen Planung.

Wann losfahren und wie hinkommen

Die Saison in Giverny dauert vom 1. April bis 1. November 2026. Geöffnet ist täglich von 9:30 bis 18:00 Uhr (letzter Einlass um 17:30 Uhr). Der Besuch selbst dauert etwa 2 Stunden, aber mit An- und Abreise solltet ihr einen halben Tag einplanen.

Giverny liegt in der Normandie, etwa 80 Kilometer von Paris entfernt. Am einfachsten ist es, einen Regionalzug vom Bahnhof Gare Saint-Lazare zur Station Vernon-Giverny zu nehmen. Die Fahrt dauert circa 50 Minuten und die Fahrkarte kostet rund 16 €. Vor dem Bahnhof in Vernon wartet bereits der offizielle Shuttlebus, der euch für 5 € einfach (oder 10 € hin und zurück) direkt ins Dorf bringt.

💡 Insider-Tipp: Der Fahrplan des Shuttlebusses ist exakt auf die Ankunftszeiten der Züge aus Paris abgestimmt. Lasst euch nicht von Taxifahrern verleiten, die am Bahnhof gerne behaupten, der Bus sei gerade weg. Bleibt entspannt – der Bus wartet auf alle Fahrgäste aus dem Zug.

Was euch erwartet (Japanische Brücke und Seerosen)

Weitläufige formale Gärten des Schlosses Versailles mit goldener Statue, Becken und Baumalleen

Die Eintrittskarte für Erwachsene kostet 13 € und Tickets bekommt ihr bequem auf den offiziellen Seiten der Stiftung. Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt.

Das Wesentliche spielt sich draußen ab. Der Garten teilt sich in zwei Bereiche. Der Clos Normand vor dem Haus bildet eine riesige, geometrisch angelegte Palette aus Blumenbeeten. Durch eine Unterführung unter der Straße gelangt ihr in den Wassergarten. Dort erwartet euch die ikonische grüne japanische Brücke, umrankt von Grün, und der Teich voller berühmter Seerosen (Nymphéas), die Monet in seinen letzten Lebensjahren malte.

💡 Insider-Tipp: Das beste Licht zum Fotografieren am Teich habt ihr gleich morgens nach der Öffnung um 9:30 Uhr oder kurz vor Schließung. Um die Mittagszeit ist die Sonne zu hart und auf der Brücke bilden sich Touristenschlangen im Kampf um das beste Selfie.

Fotografieren, Mittagessen und Museum des Impressionismus

Jeden Monat sieht der Garten anders aus. Im Mai blühen Schwertlilien und Pfingstrosen, der Juni gehört den Kletterrosen und an der Wende von September zu Oktober dominieren mächtige Hortensien, Dahlien und Sonnenblumen. Wenn ihr gerne fotografiert, nehmt einen Polfilter mit. Er entfernt hervorragend die Spiegelungen von der Wasseroberfläche des Teichs und die Seerosen kommen viel besser zur Geltung.

Nach dem Gartenbesuch lohnt sich ein Spaziergang durchs Dorf. Direkt nebenan findet ihr das hervorragende Musée des Impressionnismes Giverny. Und wenn ihr ein besonderes kulinarisches Erlebnis sucht, reserviert einen Tisch im nahegelegenen Restaurant Le Jardin des Plumes, das einen Michelin-Stern hat. Für Vegetarier wird hier nach vorheriger Absprache ein absolut fantastisches Degustationsmenü aus regionalem Gemüse zubereitet.

💡 Insider-Tipp: Die Straße durch das Dorf Giverny (Rue Claude Monet) ist zwar schmal, aber ihr findet dort viele kleine unabhängige Galerien und Bäckereien. Kauft euch ein frisches Baguette, ein Stück normannischen Käse und macht Picknick am Ufer der Epte, kurz hinter dem Dorf.

Chantilly: Pferde, Spitzen und legendäre Sahne

Barocke Grandes Écuries (Große Stallungen) in Chantilly

Ihr sehnt euch nach einem prächtigen Schloss, aber die Menschenmassen in Versailles schrecken euch ehrlich gesagt ab? Chantilly ist euer Geheimtipp. Dieser Ort hat eine unglaubliche Eleganz, liegt nördlich von Paris und Touristen trifft man hier deutlich weniger. Dazu ist es ein Paradies für Kunst-, Pferde- und Genussliebhaber.

Schloss und zweitgrößte Gemäldesammlung

Die Anreise ist überraschend einfach: Mit dem TER-Zug vom Gare du Nord seid ihr in nur 25 Minuten an der Station Chantilly-Gouvieux und die Fahrkarte kostet etwa 9 €. Vom Bahnhof führt ein schöner Waldweg zum Schloss, den ihr in circa 20 Minuten zu Fuß schafft, oder ihr nehmt den Ortsbus.

Das Schloss selbst (Palais de Condé) wirkt aus der Ferne, als schwebe es auf der Wasseroberfläche. Im Inneren verbirgt sich eine riesige Überraschung: Hier befindet sich die zweitgrößte Sammlung Alter Meister in Frankreich, gleich nach dem Pariser Louvre. Ihr seht hier Werke von Raffael, Botticelli oder Delacroix. Das Kombiticket (Schloss, Park und Stallungen) kostet 18 € und ihr kauft es auf der Website des Schlosses Chantilly.

💡 Insider-Tipp: Die Bilder in der Galerie hängen genau so, wie es sich der Herzog von Aumale im 19. Jahrhundert gewünscht hat. Dicht nebeneinander, Rahmen an Rahmen, vom Boden bis zur Decke. Ein faszinierender Anblick, den man in modernen Galerien heute nicht mehr findet.

lukas a lucka
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Grandes Écuries (Große Stallungen)

Für Familien mit Kind sind die Grandes Écuries die Hauptattraktion. Es handelt sich vermutlich um die luxuriösesten Pferdeställe der Welt. Sie sind so monumental, dass Besucher sie im 18. Jahrhundert oft mit dem Schloss selbst verwechselten.

Heute beherbergen sie ein Pferdemuseum und regelmäßig finden hier wunderschöne Reitshows statt. Die Pferde werden jeden Tag trainiert, und für kleine Kinder ist es ein gewaltiges Erlebnis, die Dressur unter der riesigen Kuppel zu beobachten. Jonáš hat hier fast eine ganze Stunde lang fasziniert zugeschaut.

💡 Insider-Tipp: Die Eintrittskarte für die Reitshow ist nicht im Basispreis enthalten. Wenn ihr die Hauptvorstellung sehen wollt (normalerweise donnerstags, an Wochenenden und Feiertagen), müsst ihr etwa 6 € dazuzahlen und die Tickets weit im Voraus online kaufen.

Das Ritual namens Crème Chantilly

Schloss Chantilly spiegelt sich im Wassergraben zur goldenen Stunde

Die Stadt hat der Welt zwei absolut wesentliche Dinge geschenkt: feine schwarze Spitze und vor allem die echte, nach Vanille duftende, handgeschlagene Sahne – die Crème Chantilly. Sie hier frisch geschlagen zu probieren, ist schlicht eine gastronomische und moralische Pflicht.

Meidet allerdings die Stände direkt am Bahnhof. Die besten Orte zum Probieren findet ihr direkt im Schlosspark: das Restaurant La Capitainerie in den ehemaligen Schlossküchen oder das kleine Bistro im englischen Garten. Eine Schale frischer Erdbeeren mit einem gewaltigen Berg dieser luftigen Pracht kostet euch etwa 8 €.

💡 Insider-Tipp: Die echte Sahne aus Chantilly wird von Hand mit großen Schneebesen geschlagen und darf keinerlei Stabilisatoren enthalten. Den Unterschied zur Sprühsahne merkt man beim ersten Bissen. Sie ist unglaublich dicht, sahnig und duftet nach echten Vanilleschoten.

Fontainebleau: Zufluchtsort der Könige und Paradies zwischen Sandsteinfelsen

Sandsteinfelsen im Wald von Fontainebleau

Während Versailles vom Sonnenkönig Ludwig XIV. praktisch auf der grünen Wiese errichtet wurde, war Fontainebleau ganze acht Jahrhunderte lang Residenz französischer Herrscher. Es ist ein riesiger Komplex, der eine viel ältere und rauere Geschichte atmet. Für Pariser ist es der beliebteste Wochenendausflug, denn er bietet die perfekte Kombination aus Kultur und wilder Natur.

Schloss Fontainebleau (Napoleons Spur)

Hufeisenförmige Freitreppe des Schlosses Fontainebleau

Mit dem Zug vom Gare de Lyon seid ihr in 40 Minuten an der Station Fontainebleau-Avon. Die Fahrkarte kostet etwa 9 € und kann auch mit dem vorausbezahlten Pass Navigo Découverte genutzt werden, wenn ihr alle Zonen gekauft habt. Von dort könnt ihr den Bus der Linie 1 nehmen, der euch direkt zum Schloss bringt, oder einen 35-minütigen Spaziergang durch den wunderschönen Wald machen.

Der Palast ist verwinkelt und riesig. Genau auf dem dortigen Haupthof, der heute Cour des Adieux (Hof des Abschieds) heißt, stand Napoleon Bonaparte im Jahr 1814, als er sich von seiner treuen Garde verabschiedete, bevor er ins Exil auf die Insel Elba aufbrach. Drinnen solltet ihr die atemberaubende Galerie Franz I. nicht verpassen, voller Fresken und geschnitztem Holz. Die Eintrittskarte kostet 14 € und ihr reserviert sie auf den offiziellen Seiten.

💡 Insider-Tipp: Die Schlossparks sind im Gegensatz zu Versailles komplett kostenlos zugänglich – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Es gibt einen wunderschönen Teich voller riesiger Karpfen. Ein Stück Brot kaufen und sie füttern gehört zu den traditionellen Ritualen, die Kinder lieben.

Forêt de Fontainebleau und Bouldern

Für viele Einheimische ist Fontainebleau nicht in erster Linie ein Schloss, sondern vor allem ein Wald. Dieser riesige Naturpark mit einer Fläche von 25.000 Hektar ist weltweit einzigartig. Er ist übersät mit gewaltigen Sandsteinblöcken in den skurrilsten Formen.

Es ist ein weltweites Mekka für Boulderer – was uns allerdings erst ein zufällig getroffener Herr mit Kletterschuhen erzählte. Wir kamen dort mit dem Kinderwagen an und Jonáš war trotzdem genauso begeistert, weil er wie wild von Felsblock zu Felsblock sprang und wir ihn nicht einmal beaufsichtigen mussten, denn der weiße Sand darunter ist irgendwie von Natur aus weich. Es sieht hier eher aus wie in einem Märchen als dreißig Kilometer von der hektischen Metropole Paris entfernt. Mit Kinderwagen haltet euch an die markierten Hauptwege (zum Beispiel den Rundweg bei den Gorges de Franchard).

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr die interessantesten Felsen sehen wollt, ladet euch eine App mit Karten der lokalen Wanderwege aufs Handy. Der Wald ist so riesig, dass man sich leicht verlaufen kann. Das beliebteste und am besten zugängliche Gebiet für Familien ist der sogenannte L’Éléphant (ein Fels in Elefantenform).

Disneyland Paris: Taktische Operation mit Zweijährigem

Dornröschenschloss im Disneyland Paris zur goldenen Stunde

Viele Eltern denken, dass ein Disneyland-Besuch mit einem Zweijährigen keinen Sinn hat – das Kind wird sich nicht erinnern und kommt sowieso auf keine Attraktion. Weit gefehlt. Das Pariser Disneyland ist für Kleinkinder überraschend gut ausgestattet. Man muss es nur eher wie eine militärische Taktikoperation angehen als wie einen sorglosen Ausflug.

Wichtige Fakten und Preise für Familien

Die Anreise ist kinderleicht. Vom Pariser Zentrum (z.B. Station Châtelet-Les Halles) nehmt ihr die rote Linie RER A und steigt nach 45 Minuten an der Endstation Marne-la-Vallée/Chessy aus, die direkt an den Parktoren liegt. Die Fahrkarte kostet 5 €.

Kinder bis einschließlich 2 Jahre haben kostenlosen Eintritt und brauchen kein Ticket – ab dem dritten Lebensjahr gilt jedoch der Kindertarif. Das Basis-Tagesticket für Erwachsene für einen Park (Disneyland Park) beginnt in der Nebensaison bei 62 € und an Wochenenden und in den Ferien klettert es locker über 100 €. Kauft also ausschließlich vorab online – an den Kassen werden keine Tickets mehr verkauft.

💡 Insider-Tipp: Nehmt auf jeden Fall euren eigenen Kinderwagen mit. Auch wenn das Kind normalerweise läuft – das Gelände ist riesig und der Buggy dient als mobile Basisstation für Jacken, Snacks und Mittagsschlaf. Falls ihr ihn vergesst, könnt ihr am Eingang einen Plastikwagen für 25 € leihen.

Fantasyland als euer Hauptziel

Mit einem kleinen Kind ignoriert die Adrenalizonen wie Discoveryland. Euer Hauptrevier wird das Fantasyland im hinteren Teil des Hauptparks hinter dem Dornröschenschloss sein. Im Park gibt es erstaunliche 47 Attraktionen ohne Mindestgröße, auf die ihr also auch mit dem Kleinkind auf dem Schoß gehen könnt.

Die besten Attraktionen für die Kleinsten sind:

  • It’s a Small World: Der absolute Klassiker. Ein langsames Boot gleitet durch Szenen mit tausenden singenden Puppen. Keine Dunkelheit, keine Gruseleffekte – pure Freude und eine eingängige Melodie.
  • Peter Pan’s Flight: Ein wunderschönes fliegendes Schiff über dem nächtlich leuchtenden London. Gehört allerdings zu den beliebtesten Attraktionen, daher gibt es hier riesige Warteschlangen.
  • Le Pays des Contes de Fées: Eine ruhige Bootsfahrt im Freien vorbei an Miniaturen berühmter Märchen. Perfekt für einen Moment der Ruhe.
  • Dumbo the Flying Elephant: Fliegende Elefanten, bei denen ihr per Hebel selbst die Flughöhe bestimmt.

💡 Insider-Tipp: Vorsicht bei der Attraktion Snow White’s Scary Adventures (Schneewittchen). Sie heißt nicht umsonst „scary“. Einen Großteil der Fahrt seid ihr im Dunkeln unterwegs und die böse Hexe, die aus der Dunkelheit hervorspringt, kann kleinere Kinder wirklich zum Weinen bringen.

Strategie Extra Magic Hour und Essen

Wenn ihr es euch leisten könnt und in einem der offiziellen Disney-Hotels übernachtet, bekommt ihr die sogenannte Extra Magic Hour. Ihr dürft den Park bereits um 8:30 Uhr betreten, während normale Besucher erst um 9:30 Uhr reinkommen. Diese Morgenstunde ist für das Fantasyland Gold wert. Ihr schafft Attraktionen, für die man später am Tag stundenlang ansteht.

Essen im Park ist teuer und die Schlangen an den Ständen endlos. Packt eigene Quetschbeutel, Knabbereien, geschnittenes Obst und Wasserflaschen ein (im Park gibt es Trinkbrunnen zum Nachfüllen). Kleinkind-Hunger wartet nicht, bis ihr eine halbstündige Schlange für ein Hot Dog abgestanden habt.

Nachmittags solltet ihr euch die Parade (Umzug der Festwagen) nicht entgehen lassen. Für Kleinkinder ist es oft ein größeres Erlebnis, Mickey in Lebensgröße zu sehen, als die Karussells selbst.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr mit Lukáš auf eine große Achterbahn wollt (z.B. Hyperspace Mountain), nutzt den Service Rider Switch. Ihr steht beide an, einer fährt, der andere passt aufs Kind auf – und dann tauscht ihr, ohne erneut anstehen zu müssen.

Reims: Champagner und Gotik in 45 Minuten mit dem Schnellzug

Gotische Kathedrale Notre-Dame in Reims in dramatischem Licht

Die Vorstellung, morgens einen Kaffee mit Croissant am Pariser Canal Saint-Martin zu trinken und vormittags schon in der Hauptstadt der Champagne zu stehen, klingt etwas nach Science-Fiction. Aber dank der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge ist es absolute Realität. Vom Gare de l’Est seid ihr in unglaublichen 45 Minuten in Reims.

Kathedrale Notre-Dame de Reims

Die Hin- und Rückfahrt mit dem TGV kostet je nach Buchungszeitpunkt zwischen 30 und 60 €. Das Stadtzentrum ist vom Bahnhof nur zehn Gehminuten entfernt.

Die Hauptattraktion ist die Kathedrale Notre-Dame de Reims (UNESCO-Welterbe). Ein überwältigender gotischer Bau, der historisch gesehen deutlich bedeutender ist als die Pariser Kathedrale. Hier wurden über Jahrhunderte hinweg 33 französische Könige gekrönt. Innen herrscht wunderbare Stille und gewaltiger Raum. Verpasst auf keinen Fall die modernen, leuchtend blauen Glasfenster im hinteren Bereich, die der berühmte Maler Marc Chagall 1974 geschaffen hat.

💡 Insider-Tipp: TGV-Tickets gehen etwa 3 bis 4 Monate vor dem Reisedatum in den Verkauf. Wenn ihr sie gleich am ersten Verkaufstag kauft, bekommt ihr den Prem’s-Tarif, der nur einen Bruchteil des Normalpreises kostet. Last-Minute-Preise sind astronomisch.

Verkostung in den Kreidekellern

Reims ist durch und durch von kilometerlangen antiken Kreidekellern durchzogen, in denen bei perfekter Kühle und Dunkelheit Millionen von Flaschen der prestigeträchtigsten Marken reifen. Hier sitzen Giganten wie Veuve Clicquot, Taittinger, Pommery oder Ruinart.

Eine Kellerführung mit Verkostung müsst ihr mindestens 1 bis 2 Wochen im Voraus über die Websites der einzelnen Häuser reservieren. Ohne Anmeldung kommt niemand rein. Eine übliche Führung mit Verkostung von ein oder zwei Gläsern kostet zwischen 25 und 50 € pro Person.

💡 Insider-Tipp: Mit Kleinkind kann es in den Kellern etwas nervenaufreibend sein. Sie sind dunkel, feucht, die Temperatur liegt konstant bei etwa 10 Grad (packt dem Kind auch im Sommer einen warmen Pullover ein!) und die Führung zieht sich. In manche Keller (z.B. bei Taittinger, wo man viele Stufen hinabsteigt) passt oft kein Kinderwagen. Die Trage ist hier die einzige Rettung.

Weitere tolle Tipps für Tagesausflüge

Wenn ihr Versailles und Disneyland schon abgehakt habt und etwas Kleineres sucht, hält die Umgebung von Paris jede Menge versteckte Schätze bereit, die ihr auch in einem halben Tag schaffen könnt.

Auvers-sur-Oise (Auf den Spuren Van Goghs)

Kirche in Auvers-sur-Oise, verewigt von Van Gogh

Ein malerisches Dorf, knapp eine Zugstunde nordwestlich von Paris. Dieser Ort hat eine leicht melancholische Atmosphäre. Genau hier verbrachte Vincent van Gogh seine letzten Tage. In nur 70 Tagen malte er hier unfassbare 80 Bilder, bevor er sich auf einem nahegelegenen Feld erschoss.

Das Dachzimmer im Gasthof Auberge Ravoux, das seit seinem Tod unbewohnt geblieben ist, hat in mir ein seltsames Gefühl der Schwere ausgelöst. Es wirkt dort ganz anders als die überladenen königlichen Paläste. Und dann der Friedhof, wo Vincent Seite an Seite mit Theo liegt, beide unter einer schlichten, efeubewachsenen Platte. Ich weiß nicht warum, aber dieser Ort hat mich tiefer getroffen als manches weltberühmte Gemälde. Rund um das Dorf führt ein Weg mit Tafeln, die seine Bilder genau an den Stellen zeigen, wo er sie vor über einem Jahrhundert gemalt hat.

💡 Insider-Tipp: In der Touristeninformation nahe des Bahnhofs bekommt ihr kostenlos einen Ortsplan. Der Spaziergang zur berühmten Kirche von Auvers und weiter zu den Weizenfeldern ist sehr einfach und problemlos auch mit Kinderwagen machbar.

Château de Vincennes (Burg an der Metro-Endstation)

Ihr sucht einen Ausflug hinter Festungsmauern, habt aber keine Lust, Zugfahrpläne zu studieren? Das Schloss Vincennes ist eure Lösung. Es ist die einzige echte mittelalterliche Burg in der Umgebung, die ihr mit der ganz normalen Pariser Metro erreicht. Einfach die gelbe Linie 1 bis zur Endstation Château de Vincennes nehmen.

Dort erwartet euch eine massive Festung mit Wassergraben und dem höchsten Bergfried (Donjon) Europas mit stolzen 50 Metern. Es wirkt hier deutlich militärischer und nüchterner – ein großartiger Kontrast zum herausgeputzten Versailles. Die Eintrittskarte kostet 9,50 €. Direkt neben der Burg beginnt der riesige Waldpark Bois de Vincennes mit einem See, auf dem man Boote mieten kann.

💡 Insider-Tipp: Der Wassergraben rund um die Burg ist heute trockengelegt und begrünt. Ein fantastischer und absolut sicherer Ort, an dem Kinder die Hänge hoch- und runterrennen können, während ihr entspannt auf einer Decke sitzt.

Provins (Mittelalter unter UNESCO-Schutz)

Mittelalterliche Stadtmauern und Türme der Stadt Provins

Wenn ihr Ritter, Fachwerkhäuser und massive Steinmauern mögt, fahrt nach Provins. Es liegt etwa 90 Kilometer südöstlich von Paris und mit dem Zug der Linie P vom Gare de l’Est seid ihr in anderthalb Stunden dort.

Die gesamte Stadt steht auf der UNESCO-Welterbeliste und sieht genau so aus, wie man sich die Kulisse eines Historienfilms vorstellt. Ihr könnt auf den Stadtmauern spazieren, unterirdische Gänge besichtigen oder eine Falknerei-Show anschauen. Die Stadt ist außerdem berühmt für den Rosenanbau – an jeder Ecke gibt es Rosenmarmelade, Rosenhonig oder Rosenbonbons.

💡 Insider-Tipp: Kauft euch den sogenannten Provins Pass (ca. 15 €). Er beinhaltet den Eintritt zu vier Hauptsehenswürdigkeiten inklusive des Turms Tour César und der unterirdischen Gänge. Das lohnt sich deutlich mehr als Einzeltickets für jede Attraktion.

Wo essen bei Ausflügen (und wie das Budget nicht sprengen)

Gastronomie ist in Frankreich heilig, aber an beliebten Touristenorten verbrennt man sich schnell die Finger. Lukáš und ich haben nach ein paar teuren und ziemlich durchschnittlichen Mittagessen schnell begriffen, dass die Grundlage eines rundum gelungenen Ausflugs mit Kleinkind eine durchdachte Essensstrategie ist.

Picknicks als absolute Rettung

Das beste Mittagessen ist schlicht und ergreifend das, was ihr selbst mitbringt. Klingt zwar völlig banal, aber in Frankreich ist ein ordentliches Picknick ein vollwertiges gastronomisches Erlebnis. In die Innenräume der Schlösser darf man zwar kein Essen mitnehmen, aber die riesigen Gärten von Versailles, Fontainebleau oder die wunderschönen Wiesen hinter dem Dorf Giverny sind zum Decke-Ausbreiten wie geschaffen.

Morgens vor der Abfahrt aus Paris gehen wir immer in unsere Lieblingsbäckerei für frische, knusprige Baguettes. Dazu ein Stück guten Käse, Kirschtomaten und Weintrauben. Jonáš ist total begeistert, dass er draußen auf der Wiese essen darf, und Lukáš und ich haben unsere Ruhe, ohne uns in überfüllten und überteuerten Restaurants stressen zu müssen 😉.

Wo man sich etwas Besonderes gönnen kann

Wenn wir uns doch für ein Mittagessen vor Ort entscheiden, wählen wir sehr sorgfältig aus. In Chantilly solltet ihr auf keinen Fall das Restaurant La Capitainerie verpassen, das sich direkt in den historischen Schlossküchen befindet, oder das kleine Café in den Gärten. Die Atmosphäre dort ist fantastisch und zum Dessert müsst ihr natürlich die legendäre echte Sahne probieren.

In Giverny lohnt es sich wiederum enorm, einen Tisch im Le Jardin des Plumes zu reservieren, wo nach vorheriger Absprache ein wundervolles vegetarisches Menü aus regionalen Zutaten zubereitet wird. Es ist ein etwas teureres Erlebnis, aber die Belohnung nach einem langen Tag in den Gärten ist es definitiv wert. Im Disneyland hingegen verlassen wir uns ausschließlich auf eigene Vorräte, weil die Schlangen an den Bistros selbst die geduldigsten Eltern an ihre Grenzen bringen.

Praktische Infos: Transport, Budget und Tipps für 2026

Ausflüge ab Paris erfordern ein bisschen Rechenarbeit. Herauszufinden, welches Ticket sich am meisten lohnt, ist manchmal komplizierter als eine Abiturprüfung. Hier sind die Grundregeln, an die wir uns halten.

Züge und Transport

Regionalzüge (RER, Transilien, TER) haben feste Preise. Wenn ihr während einer Woche in Paris herumfahren, nach Versailles und dazu noch ins Disneyland oder nach Fontainebleau wollt, lohnt sich am allermeisten der Pass Navigo Découverte.

Diese Karte deckt alle Zonen (1-5) für eine ganze Woche ab und kostet 30,75 € plus 5 € für die Ausstellung der Karte selbst. Ihr müsst ein eigenes Passfoto mitbringen! Aber Achtung, eine Tücke: Die Karte gilt IMMER nur von Montag bis Sonntag. Wenn ihr donnerstags anreist, lohnt sie sich nicht mehr.

Für TGV-Hochgeschwindigkeitszüge (Reims, Straßburg) gelten andere Regeln. Diese Tickets unterliegen dynamischer Preisgestaltung. Je früher ihr sie kauft (idealerweise auf der Website SNCF Connect), desto günstiger werden sie.

Beispielbudget für einen Tagesausflug zu zweit (Versailles)

  • Transport: Hin- und Rückfahrt Zug Linie N für zwei Erwachsene: 16,40 €
  • Eintrittskarten: 2x Passport für Palast und Trianons: 64 €
  • Mittagessen: Baguettes, Käse und Obst als Picknick, in Paris eingekauft: 15 €
  • Kaffee und Süßes: Kaffee und Macarons in den Gärten: 12 €
  • Gesamt: 107,40 € für einen sehr gelungenen Tag als Paar mit Kind (Kind kostenlos).

An Bahnhöfen wie dem Gare du Nord oder Gare de l’Est passt wirklich auf Taschendiebe auf. Das ist kein Klischee – uns hat einmal ein freundlicher Herr am Fahrkartenautomaten „Hilfe“ angeboten und ich habe ihn eine halbe Minute lang auf die Tasten drücken lassen, bis Lukáš mir leise auf die Schulter tippte. Sie bieten euch „Hilfe“ beim Kauf an, stehlen aber in Wirklichkeit eure Karte oder verkaufen euch ein entwertetes Ticket. Kauft immer selbst oder fragt ausschließlich Personal in SNCF-Uniform.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Zugfahrt von Paris nach Versailles?

Die Fahrt mit dem Zug der Linie N vom Bahnhof Gare Montparnasse zur Station Versailles Chantiers dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Vom Bahnhof müsst ihr dann noch mit weiteren 15 Minuten bequemem Fußweg direkt zu den Toren des Palastes rechnen.

Kann man Monets Gärten in Giverny im Winter besuchen?

Leider nein. Die Gärten haben eine streng festgelegte Saison und werden im Winter für Pflege- und Pflanzarbeiten komplett geschlossen. Im Jahr 2026 sind sie vom 1. April bis 1. November geöffnet (mit Ausnahme des Wochenendes vom 19. und 20. September).

Gilt der Paris Museum Pass auch für den Transport außerhalb von Paris?

Nein, der Paris Museum Pass deckt ausschließlich Eintritte in Sehenswürdigkeiten und Museen ab (einschließlich der Schlösser Versailles, Chantilly und Fontainebleau). Fahrkarten für RER- oder Regionalzüge müsst ihr immer separat kaufen.

Darf man Essen und Trinken mit nach Versailles nehmen?

In den Palast selbst dürft ihr kein Essen mitnehmen (auch keine Trinkflaschen – die müssen an der Garderobe abgegeben werden). In den riesigen Schlossgärten und im Park sind Picknicks dagegen sehr willkommen und die beste Möglichkeit, bei den überteuerten Restaurants im Gelände zu sparen.

Ab welchem Alter zahlt man Eintritt im Disneyland Paris?

Kinder bis einschließlich 2 Jahre haben in beide Parks komplett freien Eintritt und brauchen keinerlei Ticket. Ab dem 3. Lebensjahr muss ein vollwertiges Kinderticket gekauft werden.

Schafft man Reims und eine Champagnerverkostung an einem Tag?

Absolut und mit Leichtigkeit. Dank der TGV-Schnellzüge dauert die Fahrt nur 45 Minuten. Wenn ihr morgens gegen neun losfahrt, schafft ihr vormittags die Kathedrale, nach dem Mittagessen die reservierte Kellerführung und seid zum Abendessen bequem wieder in Paris.

Kann man mit einem t+-Ticket (Metro-Ticket) nach Fontainebleau fahren?

Nein, das normale t+-Ticket gilt nur für die Zonen 1 und 2 innerhalb von Paris. Fontainebleau liegt in Zone 5. Ihr müsst am Automaten ein spezielles Billet Île-de-France (Billet Origine-Destination) kaufen oder einen aufgeladenen Pass Navigo für die Zonen 1-5 haben.

Lohnt sich Chantilly mit kleinen Kindern?

Auf jeden Fall. Im Gegensatz zum überfüllten Louvre sind die hiesigen Galerien deutlich ruhiger. Für Kinder sind aber die riesigen Stallungen (Grandes Écuries) mit echten Pferden und der weitläufige Park die Hauptattraktionen, wo sie herumtollen und die echte lokale Sahne probieren können.

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Pariser Mythen und Legenden: Vom Paris-Syndrom bis zum Phantom der Oper

TL;DRPariser Mythen mischen kleine Anekdoten mit belegten Fakten: Der Eiffelturm sollte nach zwanzig Jahren abgerissen werden, gerettet haben ihn eine Militärantenne und der Ungehorsam von General von Choltitz gegenüber Hitlers Befehl. Die Mona Lisa wurde erst durch den Diebstahl von 1911 zum Star, als Vincenzo Peruggia sie zwei Jahre lang bei sich versteckte. Das Paris-Syndrom ist eine echte, 1986 beschriebene psychiatrische Diagnose, die vor allem Touristen trifft, wenn die Realität nicht zur Filmromantik passt. Die Geschichte des Phantoms der Oper beruht auf einem echten unterirdischen See unter dem Palais Garnier, wo heute die Pariser Feuerwehr trainiert. Unter Paris liegen außerdem 300 Kilometer Katakomben mit den Überresten von sechs Millionen Menschen sowie 2400 Kilometer historische Abwasserkanäle mit eigenem Museum.

Wenn ihr mit dem Morgenkaffee in der Hand durch die engen Gassen des alten Paris Frankreich schlendert, während die Stadt gerade erst träge erwacht und aus den Bäckereien frische Butter duftet, fühlt ihr euch wie in einem perfekten Film. Besonders wenn ihr dabei einen Kinderwagen vor euch herschiebt und euer Kleinkind zufrieden die Tauben auf dem kleinen Platz beobachtet. Alles drumherum wirkt so elegant, gepflegt und makellos. Doch diese romantische Fassade, die sich die französische Metropole so sorgfältig aufbaut, ist eigentlich eine einzige große – wenn auch verdammt schöne – Lüge. Das echte Paris ist nämlich viel düsterer, verworrener und faszinierender, als euch jeder polierte Reiseführer weismachen will.

Unter den breiten Boulevards, auf denen wir heute shoppen gehen, verbergen sich Millionen von Knochen und Hunderte Kilometer dunkler Abwasserkanäle. Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten, vor denen sich heute Menschenmassen mit Handys in der Hand drängen, verdanken ihren Ruhm oft dem puren Zufall, einem Diebstahl oder einem simplen bürokratischen Irrtum. Und die perfekten Pariser Wohnungen mit Ausblick? Ihre Entstehung wurde mit einem enormen sozialen Preis und dem rücksichtslosen Abriss ganzer Viertel bezahlt. Paris testet euch ständig und spielt ein raffiniertes Spiel zwischen Wahrheit und Illusion.

Das Jahr 2026 ist für die Entdeckung dieser Geschichten zudem absolut außergewöhnlich. Die Stadt hat nach dem olympischen Wahnsinn wieder Luft geholt. Die Kathedrale Notre-Dame, nach dem verheerenden Brand von neuen Legenden umrankt, ist endlich wieder in voller Pracht geöffnet. Das berühmte Centre Pompidou hat dagegen bis 2030 geschlossen, was anderen, weniger bekannten Orten Raum gibt, zu glänzen. Im Sommer wird man nach hundert Jahren erstmals wieder offiziell in der Seine schwimmen können. Und für mich persönlich ist ein kleines Wunder geschehen: Das legendäre Michelin-Restaurant Arpège hat auf ein rein pflanzliches Menü umgestellt – ein absolutes Erdbeben in der Welt der französischen Haute Cuisine.

Was erwartet euch also? Berühmte Pariser Mythen, ein Diebstahl, der die Mona Lisa zum Weltstar machte, das Paris-Syndrom, das Touristenherzen bricht, und warum die Serie Emily in Paris uns gnadenlos anlügt. Dazu ein paar Tipps, wohin ihr gehen solltet, wenn euch die dunkle Seite dieser unglaublich schönen Lüge interessiert.

Zusammenfassung

Grüne Bronzereiterstatue Ludwigs XIV. auf einem Steinsockel in Paris
  • Der Eiffelturm sollte ursprünglich nach zwanzig Jahren abgerissen werden. Gerettet hat ihn eine militärische Radioantenne – und später auch die Tatsache, dass ein deutscher General Hitlers Befehl zur Zerstörung nicht befolgte.
  • Die Mona Lisa war bis 1911 nur eines von vielen Gemälden im Louvre. Zur globalen Berühmtheit machte sie erst der dreiste Diebstahl eines italienischen Arbeiters, der sie zwei Jahre in seinem Zimmer versteckte.
  • Das Paris-Syndrom ist eine echte psychiatrische Diagnose. Touristen (häufig aus Japan) erleben einen schweren Schock, wenn sie feststellen, dass Paris nicht nur Filmromantik ist, sondern auch Lärm, Stress und barsche Kellner.
  • Die Serie Emily in Paris zeigt eine Stadt, die es nicht gibt. Echte Pariser tragen keine Pastellfarben, fahren nicht überall mit dem Taxi (weil der Verkehr die Hölle ist) und ohne ein „Bonjour“ zur Begrüßung spricht niemand mit euch.
  • Unter Paris liegen 300 Kilometer Katakomben mit den Überresten von sechs Millionen Menschen und 2400 Kilometer historischer Abwasserkanäle, die sogar ein eigenes Museum haben.
  • Die breiten Pariser Boulevards (Haussmanns Umbau) entstanden nicht der Schönheit wegen, sondern damit Revolutionäre keine Barrikaden mehr errichten konnten und die Armee Platz für Artillerie hatte.
  • Die Geschichte vom Phantom der Oper basiert auf der Realität. Unter dem Palais Garnier befindet sich bis heute ein riesiger künstlicher See, in dem Pariser Feuerwehrleute trainieren.
  • Die goldene Überlebensregel ist einfach: Ignoriert die Straßenbetrüger. Niemand hat vor euren Füßen einen goldenen Ring gefunden, niemand will euch an Sacré-Cœur gratis ein Freundschaftsarmband schenken und der Eintritt in Notre-Dame ist kostenlos.
Der Eiffelturm fotografiert durch grüne Baumzweige

Wann die Pariser Geheimnisse entdecken: Wetter und Saisons 2026

Das richtige Timing ist absolut entscheidend – besonders wenn ihr nicht stundenlang in Warteschlangen stehen oder euch auf dem Bürgersteig um Platz streiten wollt. Paris ist eine Stadt, die intensiv auf die Jahreszeiten reagiert. Jede Saison verändert nicht nur die Temperatur, sondern auch die Stimmung der Einheimischen und die Zugänglichkeit der Sehenswürdigkeiten. Wir versuchen mit Lukáš unsere Reisen so zu planen, dass wir dem größten Wahnsinn aus dem Weg gehen – denn durch dunkle, legendenumwobene Gassen mit einer Horde Fremder im Nacken zu laufen, hat einfach nicht die richtige Atmosphäre.

Beste Monate für die Entdeckung von Legenden

Prächtig verziertes goldenes Tor mit königlicher Krone und Rankenmotiven

Lukáš und ich schwören darauf, dass wir das schönste Paris immer im Frühling oder Herbst erlebt haben. Der Mai bringt blühende Bäume und angenehme Temperaturen um die 20 °C – ideal für lange Spaziergänge auf den Spuren berühmter Schriftsteller im Quartier Latin. Der Herbst, konkret Oktober und November, hat dagegen eine unglaublich melancholische Atmosphäre. Häufiger Nebel über der Seine und herabgefallenes Laub im Jardin du Luxembourg bilden die perfekte Kulisse für Geschichten über das Phantom der Oper oder verfluchte Dichter. Außerdem ebbt die touristische Hauptwelle ab, sodass ihr in kleinere Museen und unterirdische Räume deutlich leichter hineinkommt.

Vor allem dieses herbstliche Licht, wenn es sich in den Pfützen entlang der Seine spiegelt, wird mich wohl nie langweilen. Dann versteht man all die Maler und Schriftsteller, die hierher kamen, um verlorene Inspiration zu suchen – und am Ende jahrelang geblieben sind.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr ein wirklich magisches, leicht gruseliges Paris erleben wollt, besucht den Friedhof Père-Lachaise frühmorgens im November. Der Morgennebel zwischen den alten Grabsteinen ist unglaublich fotogen, und die Touristenmassen kommen erst gegen zehn Uhr.

Wann ihr lieber zu Hause bleibt

Marmorfigurenstatue auf einem Sockel in einem klassischen Garten mit Arkaden

Der August ist der Monat, in dem sich Paris in eine seltsame Geisterstadt verwandelt – kombiniert mit touristischem Freilichtmuseum. Die Einheimischen flüchten ans Meer, viele Familienbäckereien und kleine Bistros schließen, und auf den Straßen trifft man nur verwirrte Besucher mit Stadtplan. Der Asphalt strahlt zudem eine solche Hitze ab, dass eine Stadtbesichtigung eher zum Belastungstest wird. Wenn ihr mit Kindern reist, macht um den August einen großen Bogen. Aufpassen solltet ihr auch um die Wende Februar/März, wenn die Fashion Week die Stadt beherrscht. Die Übernachtungspreise machen in dieser Zeit absolut keinen Sinn, und in vielen Restaurants im Zentrum bekommt ihr ohne Reservierung einen Monat im Voraus keinen Platz.

Wir haben mit Lukáš einmal diesen Fashion-Week-Wahnsinn am eigenen Leib erlebt, und ehrlich gesagt war es ziemlich heftig. Überall, wo wir hin wollten, gab es kein Durchkommen, in unsere Lieblingscafés kamen wir nicht rein, und auf den Straßen wuselten ständig Fotografen herum, denen wir mit unserem Kinderwagen wohl nur im Bild standen. Diese Saison überlassen wir inzwischen ausdrücklich den Mode-Enthusiasten.

💡 Insider-Tipp: Die Fontänen am Trocadéro, die ihr von den perfekten Instagram-Fotos kennt, sind von November bis März wegen Wartung und Frost oft abgestellt. Plant also kein großes Winter-Fotoshooting dort – es erwartet euch der Anblick von leerem Beton.

Veranstaltungskalender und Jahrestage 2026

Der Eiffelturm von unten gegen einen bewölkten Himmel fotografiert

Das Jahr 2026 bringt einige Besonderheiten mit sich, die ihr bei der Planung berücksichtigen müsst. Von Juli bis August startet das riesige Projekt „Seine Swimming“ – offizielle Freibäder direkt im Fluss. Darüber wurde jahrzehntelang geredet, und jetzt ist es endlich Realität. Ein kritisches Datum für Kunstliebhaber ist das Wochenende vom 19. und 20. September 2026 mit den Journées du Patrimoine (Tag des offenen Denkmals). Während in Paris normalerweise unzugängliche Paläste und Regierungsgebäude kostenlos ihre Türen öffnen, sind die berühmten Gärten von Monet in Giverny an diesen beiden Tagen ausnahmsweise strikt geschlossen.

Ein weiteres großes Ereignis, über das dieses Jahr ständig gesprochen wird, ist die Wiedereröffnung mehrerer ikonischer Passagen im Zentrum, die jahrelang hinter Gerüsten versteckt waren. Es ist schön zu beobachten, wie sich die Stadt ständig wandelt und sich nach der Olympiade Zeit nimmt, diese kleineren Freuden zur Perfektion zu bringen.

💡 Insider-Tipp: Am ersten Oktoberwochenende findet die Nuit Blanche (Weiße Nacht) statt. Die ganze Stadt ist wach, die Straßen sind voller Kunstinstallationen und die öffentlichen Verkehrsmittel fahren bis zum Morgen kostenlos. Es ist die beste Nacht, um moderne Pariser Kultur aufzusaugen.

Luftiger Blick auf das Trocadéro mit Fontäne, Palästen und Paris im Hintergrund

Unterkunft in Paris: Basis für Familien und Rätselfreunde

Die Wahl des Viertels ist in Paris absolut entscheidend. Es geht nicht nur darum, wo ihr schlaft, sondern welche Atmosphäre ihr gleich nach dem Aufwachen einatmet. Die zwanzig Pariser Arrondissements winden sich vom Zentrum aus wie ein Schneckenhaus, und jedes hat einen völlig anderen Charakter. Wir haben die Phase hinter uns, in der wir im lauten Zentrum übernachtet haben – seitdem Jonáš mit uns reist, haben wir ganz andere Prioritäten. Wir brauchen Sicherheit, breitere Gehwege für den Kinderwagen, Parks in der Nähe und ruhige Nächte.

Warum wir das 6. und 3. Arrondissement wählen

Bronzebüste einer Frau mit vergoldeten Details in einer Pariser Straße unter Bäumen

Für Familien und alle, die ein authentisches, aber ruhiges Paris suchen, ist das 6. Arrondissement (Saint-Germain-des-Prés) der absolute Favorit. Historisch ist es das Viertel der Intellektuellen, voller kleiner Verlage und stiller Gassen – und der Hauptvorteil: Ihr habt den Jardin du Luxembourg direkt vor der Nase (für uns der schönste Park der Welt), mit fantastischen Kinderspielplätzen und sicheren, breiten Straßen für den Kinderwagen.

Eine tolle Alternative ist der nördliche Teil des 3. Arrondissements (Haut Marais). Anders als der überfüllte Süden des Marais-Viertels (4. Arrondissement) ist dieser Teil ruhiger. Zwar gibt es hier enge Gassen, aber ihr findet jede Menge großartiger vegetarischer Bistros, unabhängiger Boutiquen und den fantastischen überdachten Markt Enfants Rouges. Wenn ihr nah am Eiffelturm sein und abends ein Picknick machen wollt, sucht im 7. Arrondissement (Invalides). Es ist ein extrem ruhiges Wohnviertel, dem zwar das lebhafte Nachtleben fehlt, aber für Familien ist das ein riesiger Pluspunkt. Meidet dagegen die Gegend um den Bahnhof Gare du Nord (10. Arrondissement), wo es mit der Sicherheit besonders abends nicht gerade rosig aussieht.

Wo mit Kindern übernachten (konkrete Tipps 2026)

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget grundlegend. Paris ist in zwanzig Arrondissements unterteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden, ist fast unmöglich – aber wenn ihr wisst, wo ihr suchen müsst, findet ihr einen guten Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.

Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen großen Bogen machen um den nördlichen Teil des 10. Arrondissements rund um den Bahnhof Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement. Einmal haben wir uns dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts verlaufen – das will man mit einem Zweijährigen definitiv nicht nochmal erleben. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (reservieren könnt ihr hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber innerhalb der ersten paar Stunden werdet ihr es lieben.

Der Eiffelturm hinter einer steinernen Brücke über die Seine in Paris

Essen in Paris: Unsere Lieblingsbistros und Cafés

Hand aufs Herz: In der ersten Woche haben Lukáš und ich hauptsächlich Baguettes aus der Bäckerei gegessen, denn mit Kinderwagen und Jonáš abends einen freien Tisch in einem Restaurant zu finden, ist ein Sport für sich. Mit begrenztem Budget lassen sich die berühmten Michelin-Sterne nur schwer jagen, also mussten wir lernen, wie man in Paris gut isst, dabei die Familienkasse nicht sprengt und vor allem Orte findet, wo man Jonáš nicht schief anschaut.

Im Zentrum ein gutes Restaurant zu finden, das nicht bloß eine Touristenfalle mit überteuerten, müden Croissants ist, braucht etwas Übung. Nach ein paar Fehlgriffen haben wir aber einige Adressen entdeckt, zu denen wir bei jedem Besuch zurückkehren. Und keine Sorge – die veganen Tipps, die mich an der Pariser Szene gerade am meisten begeistern, kommen auch nicht zu kurz.

Frühstück und Kaffee, der euch auf die Beine bringt

Die weiße Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre mit Touristengruppen und blauem Himmel

Wenn es etwas gibt, das die Franzosen perfekt beherrschen, dann ist es süßes Gebäck. Unsere Morgenroutine beginnt meistens in der Bäckerei La Maison d’Isabelle (im 5. Arrondissement), die 2018 den Preis für das beste Croissant in ganz Paris gewonnen hat. Und glaubt mir, diese Auszeichnung ist absolut verdient. Ein Butter-Croissant kostet hier rund 1,20 € und blättert wunderbar. Wir nehmen mit Lukáš immer gleich mehrere in der Papiertüte mit und essen sie unterwegs.

Guter Specialty-Kaffee war in Paris lange eine echte Herausforderung, denn die Einheimischen lassen nichts auf ihren klassischen, dunkel gerösteten Espresso am Tresen kommen. Zum Glück ändert sich das. Unser Favorit ist das Café Loustic im 3. Arrondissement (Haut Marais). Es gibt hier genug Platz, einen großartigen Flat White für etwa 5 € und die Bedienung lächelt uns an, selbst wenn wir gerade mit verschüttetem Wasser am Tisch kämpfen 😅.

Abendessen mit Familienatmosphäre ohne Sterne

Rosa Eckrestaurant mit grünen Fensterläden und Kletterpflanzen in Montmartre

Wenn wir abends gut und günstig essen und dabei das echte Pariser Getümmel erleben wollen, steuern wir das Bouillon Chartier an. Diese traditionellen Volksgaststätten (Bouillons) entstanden an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ursprünglich für Arbeiter. Wir mögen die Filiale an den Grands Boulevards besonders. Es ist riesig, laut, die Kellner in schwarzen Westen schreiben die Bestellungen direkt auf die Papiertischdecke, und klassisches französisches Essen bekommt ihr hier für einen Spottpreis. Ein Hauptgericht wie Bœuf Bourguignon kostet rund 12 €. Seid nur darauf gefasst, dass ihr vielleicht mit Fremden an einem Tisch sitzt – was aber seinen ganz eigenen Charme hat.

Und damit ich meine pflanzlichen Herzensfavoriten nicht vergesse: Ich muss das Le Potager de Charlotte erwähnen (mit Filialen im 9. und 17. Arrondissement). Es ist ein Familienunternehmen zweier Brüder, die fantastische, rein vegane französische Küche machen. Ihre gebackene Aubergine oder die Kichererbsenpfannkuchen sind ein absoluter Traum. Ein Abendessen kommt hier auf etwa 25 € pro Person. Hierhin gehen wir meistens, wenn Jonáš schon im Kinderwagen schläft und Lukáš und ich mit einer Flasche Wein mal einen Moment für uns haben ☺️.

Pariser Straße mit historischem grünem Laden und roten Türen, geschmückt mit Blumen

Die Eiserne Dame, die jung sterben sollte

Wenn ihr die Augen schließt und euch Paris vorstellt, seht ihr garantiert ihn: den Eiffelturm. Er bildet den absolut unverrückbaren Anker des Stadtpanoramas. Es wirkt, als hätte er schon immer hier gestanden und als wäre er vom ersten Tag an geliebt worden. Dabei stand seine Existenz gleich mehrfach auf Messers Schneide – eine Geschichte voller Hass, politischer Intrigen und ordentlich viel Glück, über die man Romane schreiben könnte. Um das berühmteste Bauwerk der Welt ranken sich so viele Legenden, dass es manchmal schwer fällt, historische Fakten von Stadtmärchen zu unterscheiden.

Der Mythos von der zwanzigjährigen Lebensdauer und die Rettung durch das Radio

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Oft hört man, dass der Turm nach zwanzig Jahren hätte abgerissen werden sollen. Das ist überraschenderweise kein Mythos, sondern die reine Wahrheit. Gustave Eiffel baute ihn als temporäre, wenn auch monumentale Attraktion für die Weltausstellung von 1889. In der Tasche hatte er eine Pachtlizenz für gerade einmal zwei Jahrzehnte. Im Jahr 1909 sollte er einfach demontiert und als Schrott verkauft werden. Die Pariser Kulturelite freute sich regelrecht darauf. Schriftsteller wie Guy de Maupassant oder Alexandre Dumas der Jüngere verfassten wütende Petitionen gegen diese „tragische Straßenlaterne“ und den „schwarzen Fabrikschornstein“, der ihrer Meinung nach die Stadt verschandelte.

Eiffel war aber nicht nur ein genialer Ingenieur – er hatte auch einen enormen Spürsinn für Business und Politik. Er wusste: Wenn er dem Bauwerk keinen verdammt guten praktischen Nutzen verschaffte, würde es in der Versenkung verschwinden. Die Rettung kam aus der damals unsichtbaren neuen Welt der Radiowellen. Eiffel verwandelte den Turm in eine riesige Antenne. Im Jahr 1909, als die Konzession auslaufen sollte, funktionierte er bereits als zentraler militärischer Telegrafenknotenpunkt. Während des Ersten Weltkriegs fing die französische Armee von hier aus deutsche Depeschen ab und koordinierte die Verteidigung. Das Stahlmonster rettete sich den Hals, indem es sich schlicht für den Staat unverzichtbar machte.

💡 Insider-Tipp: Der Eintritt auf den Eiffelturm ist teuer (Aufzug bis ganz nach oben: 29,40 € – Tickets nur über die offizielle Website des Eiffelturms kaufen!) und die Schlangen sind zermürbend. Einen viel besseren Ausblick, bei dem ihr den Eiffelturm selbst im Bild habt, bietet die Dachterrasse des Hochhauses Tour Montparnasse (geöffnet bis 23:30, Eintritt 21 €).

Hitlers Zerstörungsbefehl und General Choltitz

Springen wir in der Zeit zum August 1944. Die Alliierten rücken unaufhaltsam auf Paris vor, und Adolf Hitler gibt aus Berlin einen klaren und wahnsinnigen Befehl an General Dietrich von Choltitz, den militärischen Kommandanten der Stadt: Paris muss in Schutt und Asche gelegt werden. Denkmäler, Seine-Brücken, der Louvre, Notre-Dame und der Eiffelturm selbst sollten für immer von der Landkarte verschwinden.

Die romantische Geschichte, die oft erzählt (und sogar verfilmt) wird, handelt davon, wie von Choltitz den Befehl aus tiefer Liebe zur Pariser Kultur und Schönheit verweigerte. Klingt wunderbar – doch die Realität war weit prosaischer und pragmatischer. Der General rechnete sich schlicht aus, dass der Krieg verloren war. Er wollte nicht als absoluter Barbar in die Geschichte eingehen oder gleich an einem alliierten Galgen für Kriegsverbrechen enden. Ob ihn nun Pragmatismus oder eine plötzliche Erleuchtung leitete – er ließ die Stadt stehen, und der Turm überlebte seinen zweiten klinischen Tod.

💡 Insider-Tipp: Für das absolut beste Foto mit dem Eiffelturm geht nicht zum überfüllten Trocadéro-Platz. Steuert stattdessen ein Stück weiter die Brücke Pont de Bir-Hakeim an. Dort findet ihr eine wunderbare Stahlkolonnade (ihr kennt sie aus dem Film Inception), die den Turm perfekt einrahmt – bei einem Bruchteil der Menschenmassen.

Durchgeschnittene Aufzugkabel (Sabotage oder Teilemangel?)

Eine weitere populäre Legende rankt sich um dieselbe Zeit der Nazi-Besatzung. Es heißt, stolze französische Widerstandskämpfer hätten unter dem Schutz der Dunkelheit absichtlich die Aufzugkabel am Eiffelturm zerstört. Das Ziel war klar und symbolisch: Wenn Hitler auf die eroberte Stadt herabblicken wollte, hätte er die mehr als tausend Stufen zu Fuß erklimmen müssen.

Es handelt sich um eine klassische Halbwahrheit. Die Aufzüge funktionierten während des Krieges tatsächlich nicht – allerdings lag der Grund eher im fatalen Mangel an Ersatzteilen und dem allgemeinen Zusammenbruch der Wartung in Kriegszeiten. Das klingt zwar deutlich weniger heldenhaft als eine geheime Sabotageaktion mit Zange in der Hand, aber das Ergebnis zählt. Als deutsche Soldaten auf den Gipfel wollten, um eine Hakenkreuzfahne aufzuhängen, mussten sie tatsächlich brav zu Fuß gehen.

💡 Insider-Tipp: Macht niemals ein Picknick direkt unter dem Turm auf den Rasenflächen des Champ de Mars, schon gar nicht nach Einbruch der Dunkelheit. Es ist leider das berüchtigtste Revier der dreistesten Taschendiebe und Betrüger mit falschen Wohltätigkeitsorganisationen in ganz Paris.

Neoklassizistisches Interieur des Panthéon mit Kuppel

Stadt unter der Stadt: Katakomben, Kanalisation und Rohrpost

Wenn ihr mit dem Kinderwagen über die Gehwege manövriert, erinnert euch an eine wesentliche Sache: Was ihr unter den Füßen habt, ist nur eine dünne Kalksteinschale. Das echte Paris ähnelt einem Schweizer Käse. Sein Untergrund ist genauso verschlungen und vielleicht noch faszinierender als die sonnenbeschienenen Straßen. Unter den Füßen der Pariser verbergen sich Tote, Abwasser und vergessene Ingenieurswunder.

Das Reich der Toten in den Pariser Katakomben

Unter dem belebten Platz Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement liegt ein unscheinbarer Eingang in eine wahre Unterwelt. Die Katakomben (Les Catacombes) beherbergen die Überreste von unglaublichen sechs Millionen Parisern. Wie kamen sie dorthin? Ende des 18. Jahrhunderts platzten die Friedhöfe im Zentrum aus allen Nähten. Die Situation eskalierte so weit, dass unter dem Druck der verwesenden Leichen und dem Erdreich Kellerwände benachbarter Häuser einstürzten und ein unerträglicher Gestank durch die Stadt zog.

Die Lösung fand sich unter der Erde. Über viele Monate wurden die Knochen nachts heimlich auf Karren aus dem Zentrum in die alten Kalksteinbrüche vor den damaligen Stadtgrenzen transportiert. Heute bilden sie dort makabre, geometrisch präzise Wände aus Schädeln und Oberschenkelknochen. Es ist faszinierend und zugleich ziemlich schaurig – in den Gängen ist es feucht, kalt, und tropfendes Wasser verstärkt die düstere Atmosphäre so sehr, dass mir jedes Mal die Lust auf Konversation vergeht. Aus nachvollziehbaren Gründen gehen wir mit Jonáš nicht hierher – Dunkelheit und enge Räume sind für Kleinkinder wirklich nicht das Richtige.

💡 Insider-Tipp: Eintrittskarten für die Katakomben (29 €) werden genau 7 Tage im Voraus auf der offiziellen Website der Pariser Katakomben freigeschaltet und sind blitzschnell vergriffen. Ohne Reservierung für eine bestimmte Uhrzeit habt ihr keine Chance hineinzukommen – am Eingang werden schon lange keine Tickets mehr verkauft.

Von Knochen gesäumter Tunnel der Pariser Katakomben

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2400 Kilometer Kanalisation unter den Boulevards

Während oben im 19. Jahrhundert die breiten, lichtdurchfluteten Boulevards entstanden, erschuf der geniale Ingenieur Eugène Belgrand darunter ein Spiegelnetz. Die Pariser Kanalisation misst kaum vorstellbare 2400 Kilometer. Es ist im Grunde eine verborgene Stadt unter der Stadt. Jede Straße oben hat ihr genaues Gegenstück unten – inklusive blauer Straßenschilder, damit sich die Wartungsarbeiter in diesem dunklen Labyrinth nicht verirren.

Das System ist so massiv und historisch bedeutend, dass es sogar sein eigenes Museum hat. Das Musée des Égouts findet ihr im 7. Arrondissement unweit der Brücke Pont de l’Alma. Ihr lauft hier über Gitterroste direkt über den aktiven Abwasserkanälen. Es riecht ein bisschen (logischerweise), aber die Ausstellung ist hervorragend gemacht und ihr erfahrt eine Menge darüber, wie Paris gegen mangelnde Hygiene kämpfte. Der Schriftsteller Victor Hugo verlegte sogar Schlüsselszenen seiner „Elenden“ (Les Misérables) hierher.

💡 Insider-Tipp: Das Kanalisationsmuseum (Eintritt 9 €, Details auf der Museums-Website) ist ein überraschend guter Plan B, wenn es in Paris unerwartet heftig regnet. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag, und anders als im Louvre gibt es hier nie Warteschlangen.

Rohrpost und Rohre unter den Füßen

Überdachte Passage Galerie Vivienne mit Mosaikboden

Und jetzt aufgepasst, denn das ist meine absolute Lieblings-Pariser-Kuriosität. Unter den Straßen funktionierte von 1866 bis 1984 ein gigantisches Netz aus Messingrohren – die Rohrpost (poste pneumatique). Sie maß insgesamt 467 Kilometer und verband wichtige Ämter, Banken und gewöhnliche Postämter.

Kapseln mit Briefen sausten darin mithilfe von Druckluft in Windeseile durch die Rohre. Wenn ihr eine Nachricht schneller als per normaler Post durch die ganze Stadt schicken musstet, warft ihr sie ins Rohr, und zwei Stunden später war sie am anderen Ende von Paris. Das System überstand den Deutsch-Französischen Krieg und beide Weltkriege. Den Todesstoß versetzte ihm erst das Fax, moderne Telekommunikation und schließlich die E-Mail. Bis heute liegen aber Reste dieser Rohre vergessen unter den Gehwegen.

💡 Insider-Tipp: Schaut beim Spazierengehen ab und zu mal nach unten. Ihr stoßt auf verschiedene gusseiserne Kanaldeckel und Gitter mit historischen Inschriften, die verraten, wo genau einst die Gasleitung oder eben die alte Post verlief.

Kunst, Diebe und Phantome: Geschichten aus Palästen

Pariser Paläste und Museen wirken wie uneinnehmbare Festungen der Hochkultur. Doch gerade hinter ihren Mauern spielten sich die absurdesten kriminellen und literarischen Geschichten ab. Das berühmteste Gemälde der Welt wäre es nicht, wenn es nicht jemand gestohlen hätte – und die berühmteste Pariser Oper hätte ihre Aura nicht, wenn sie nicht auf Wasser stünde.

Mona Lisa und der Diebstahl, der eine Berühmtheit erschuf

Ehrlich gesagt: Jedes Mal, wenn ich in dieser Menschenmenge stehe und versuche, das kleine Ding über ein Meer von Handys hinweg überhaupt zu erblicken, frage ich mich, wie sie eigentlich zu so einer Berühmtheit wurde. Und dann fällt es mir wieder ein: Ohne eine bestimmte Augustnacht im Jahr 1911 wäre sie vielleicht nur ein weiteres respektiertes Renaissancegemälde, an dem man achtlos vorbeiginge.

Vor 1911 kannten sie nur Kunsthistoriker und Kenner. Alles änderte der 21. August 1911. Vincenzo Peruggia, ein italienischer Glaser und ehemaliger Museumsangestellter, ließ sich über Nacht in einer kleinen Kammer einschließen. Am Morgen nahm er einfach das Gemälde von der Wand, befreite es vom Rahmen, versteckte es unter seinem Arbeitskittel und verschwand durch einen Seiteneingang. Frankreich erlebte einen absoluten Schock. Die Medien entfachten eine Hysterie, Zeitungen druckten das Gesicht des Gemäldes auf ihren Titelseiten. Plötzlich standen Menschen im Louvre stundenlang Schlange – nur um auf die leere Stelle an der Wand zu starren.

Peruggia verbarg das Werk ganze zwei Jahre in seinem bescheidenen Zimmer in Florenz. Er glaubte, das Bild gehöre Italien und Napoleon habe es unrechtmäßig gestohlen (was ein Irrtum war – Leonardo da Vinci hatte es selbst nach Frankreich gebracht). Die Falle schnappte erst zu, als der Dieb versuchte, das Gemälde an eine Florentiner Galerie zu verkaufen. Der Verlust und die triumphale Rückkehr katapultierten die Mona Lisa ins Zentrum der globalen Popkultur.

💡 Insider-Tipp: Lasst euch im Louvre nicht von der Menge bei der Mona Lisa entmutigen. Das Museum ist riesig. Steuert lieber den Richelieu-Flügel an, zu den Apartments Napoleons III. Sie sind unglaublich opulent, geschmückt mit Gold und Kristall – und oft seid ihr dort völlig allein. Der Eintritt in den Louvre kostet 22 € und muss vorab online über die offizielle Website des Louvre reserviert werden.

Phantom der Oper und der echte unterirdische See

Große Freitreppe im Inneren des Palais Garnier

Den Roman „Das Phantom der Oper“ von Gaston Leroux aus dem Jahr 1910 kennt dank der Musicals fast jeder. Die Geschichte eines entstellten Musikgenies, das sich im Untergrund der Pariser Oper versteckt und deren Belegschaft terrorisiert, klingt wie reine Fiktion. Doch Leroux ließ sich von wahren Begebenheiten und der realen Architektur des atemberaubenden Palais Garnier inspirieren.

Als der Architekt Charles Garnier 1861 die Fundamente für das neue Opernhaus aushob, stieß er auf ein unerwartetes Problem: Grundwasser drohte das gesamte Bauwerk zu unterspülen. Statt gegen das Wasser zu kämpfen, entschied er sich, es zu nutzen. Er baute eine riesige doppelte Fundamentplatte und schuf dazwischen ein gewaltiges künstliches Becken, das den Wasserdruck stabilisiert. Dieses dunkle, wassergeflutete Kellergewölbe existiert bis heute. Ein Phantom gondelt zwar nicht darin herum, aber der Raum wird regelmäßig von Pariser Feuerwehrleuten zum Tauchertraining in der Dunkelheit genutzt. Noch ein schauriges Detail: Loge Nummer 5, die sich im Roman das Phantom reserviert, wird in der Oper bis heute aus Respekt vor der Legende nicht an reguläre Zuschauer verkauft.

💡 Insider-Tipp: Das Palais Garnier könnt ihr auch ohne Eintrittskarte für eine Vorstellung besichtigen. Eine Selbstführung durch das Innere (inklusive der berühmten Treppe und Chagalls Deckengemälde) kostet 15 € und Tickets bekommt ihr auf der Website der Pariser Oper. Vergesst danach nicht, euch ins Café de la Paix direkt gegenüber zu setzen und das Treiben zu beobachten.

Sternwarte und das Geheimnis Katharinas von Medici

Gotischer Turm Tour Saint-Jacques in dramatischem Licht

Unweit des Louvre, direkt neben der ehemaligen Markthalle Les Halles, steht das Gebäude der Bourse de Commerce (heute die großartige Galerie für moderne Kunst Pinault Collection). An die Wand dieses runden Baus klebt sich ein eigenartiger, 31 Meter hoher Säulenturm. Er heißt Colonne Médicis und ist das einzige Überbleibsel eines Palastes, der hier einst stand.

Errichten ließ ihn Königin Katharina von Medici im 16. Jahrhundert für ihren persönlichen Astrologen. Die Königin war abergläubisch, glaubte an Prophezeiungen und dunkle Zeichen. In diesem Turm soll sie gemeinsam mit dem Hofastronomen den Himmel beobachtet und das Schicksal aus den Sternen gelesen haben. Manche Legenden behaupten sogar, dass die Königin von diesem Turm aus ihre politischen Intrigen und möglicherweise sogar Giftanschläge plante. Es ist eine faszinierende Erinnerung an eine Zeit, in der Staatspolitik auf Grundlage von Horoskopen betrieben wurde.

💡 Insider-Tipp: Der Eintritt in die Galerie Bourse de Commerce kostet 14 €, aber zur Säule selbst könnt ihr von außen völlig kostenlos gelangen. Drumherum ist heute ein angenehmer Platz, wo ihr in Ruhe euer Mittagessen aus einer nahegelegenen Bäckerei in der Rue Montorgueil essen könnt.

Wenn Paris wehtut: Illusionsverlust im Liveticker

Paris verkauft einen Traum. Der Duft frischer Baguettes, die Chansons eines Akkordeons auf dem Montmartre, elegante Frauen, die im Café de Flore an ihrem Kaffee nippen. Dieses Bild hat sich so tief ins globale Bewusstsein eingebrannt, dass die Konfrontation mit der Realität manchmal wirklich schmerzt. Und zwar mitunter so sehr, dass es dafür eine offizielle medizinische Diagnose gibt.

Paris-Syndrom und gebrochene Touristenherzen

Es heißt Paris-Syndrom (Paris Syndrome). Erstmals beschrieben wurde es 1986 vom japanischen Psychiater Hiroaki Ota, der in einem örtlichen Krankenhaus arbeitete. Es betrifft vor allem japanische Touristen (häufig über dreißig), die mit einer extrem idealisierten, geradezu filmreifen Vorstellung von der Stadt der Liebe und Poesie nach Frankreich reisen.

Statt eines romantischen Empfangs steigen sie mit ihren Koffern am überfüllten Bahnhof Gare du Nord aus (einem notorischen Hotspot für Taschendiebe), quetschen sich in die überfüllte Metro, die im Sommer wirklich nicht nach Veilchen duftet, und werden auf der Straße von Hupen und Stress empfangen. Die Krönung ist dann der erschöpfte Pariser Kellner, der keine Lust auf ihr gebrochenes Französisch hat und ihnen mit null Lächeln die Rechnung auf den Tisch wirft. Das Ergebnis? Ein akuter psychiatrischer Schock. Die Diskrepanz zwischen dem erträumten und dem realen Paris ist für manche Menschen so gewaltig, dass sie Desorientierung, Halluzinationen, Herzrasen, Schwindelgefühle und schwere Paranoia auslöst. Die japanische Botschaft unterhält hier bis heute eine Krisenhotline und behandelt jährlich rund zwanzig schwere Fälle.

💡 Insider-Tipp: Die goldene Kommunikationsregel lautet: Jeden Besuch in einem Geschäft, einer Bäckerei oder jeden Kontakt mit einem Kellner müsst ihr mit einem klaren und deutlichen „Bonjour“ beginnen. Wenn ihr das nicht tut, empfinden es die Einheimischen als grobe Beleidigung – und behandeln euch entsprechend.

TV-Illusion Emily in Paris versus harte Realität

Wenn das Paris-Syndrom den unerwarteten Zusammenstoß mit der Realität verkörpert, ist die Serie „Emily in Paris“ die reine Destillation jener gefährlichen Illusion, die es verursacht. Seit ihrer Premiere polarisiert sie Zuschauer und treibt gebürtige Pariser (und ehrlich gesagt auch uns, die wir die Stadt kennen) in den absoluten Wahnsinn.

Wo wurde diese hochpolierte Version der Stadt gedreht? Das Epizentrum ist die Umgebung der Place de l’Estrapade im 5. Arrondissement, wo ihr ihre Wohnung und die Bäckerei La Boulangerie Moderne findet. Das Problem der Serie ist, dass sie eine Stadt zeigt, die physisch nicht funktionieren kann. Emily rennt in Stilettos über Kopfsteinpflaster (jeder normale Mensch würde sich nach fünf Metern den Knöchel brechen) und bewegt sich überall mit dem Taxi fort. Jeder, der mehr als einen Tag in Paris verbracht hat, weiß, dass der Oberflächenverkehr aufgrund massiver Staus und Fahrradspuren die reinste Hölle ist. Pariser fahren in erster Linie Metro, Fahrrad oder gehen zu Fuß. Die Serie ignoriert die reale Stadt komplett und zeigt Franzosen nur als faule, flirtende Karikaturen – was die Einheimischen verständlicherweise hassen.

💡 Insider-Tipp: Fahrt nicht in die Restaurants und Bäckereien, in denen die Serie gedreht wurde. Sie stehen gerade unter einem enormen Ansturm von Fans und die Preise sind absurd in die Höhe geschossen. Geht stattdessen ein paar Straßen weiter zur Place de la Contrescarpe – dort findet ihr die echte, authentische Café-Atmosphäre des Quartier Latin.

Der dunkle Preis der Schönheit: Haussmanns Umbau

Wenn ihr über die Champs-Élysées oder den Boulevard Saint-Germain spaziert, bewundert ihr diese perfekten, einheitlichen Hausfassaden mit den verzierten Balkonen. Man nennt sie Haussmann-Gebäude, benannt nach Baron Georges-Eugène Haussmann, der von Kaiser Napoleon III. Mitte des 19. Jahrhunderts den Auftrag erhielt, Paris komplett umzubauen.

Heute lieben wir diese Architektur, doch ihre Entstehung war brutal. Haussmann ließ keine neuen Viertel auf der grünen Wiese errichten. Er nahm schlicht ein Lineal und zerschnitt die alte mittelalterliche Stadt kompromisslos. Er ließ unglaubliche 20 % aller damaligen Gebäude in Paris abreißen. Die breiten Boulevards entstanden nicht nur, damit die Stadt atmen konnte. Sie entstanden in erster Linie deshalb, damit dort keine Barrikaden mehr gebaut werden konnten (was die Pariser bei jeder Revolution taten) und die Armee mit Artillerie leicht und schnell durchfahren konnte. Der Umbau brachte zwar Kanalisation und saubere Luft, vertrieb aber Tausende armer Arbeiter aus dem Zentrum an die Peripherie, weil sie sich die neuen Mieten nicht leisten konnten.

💡 Insider-Tipp: Achtet auf die Hierarchie dieser Häuser: Unten waren die Geschäfte, die reichsten Leute wohnten im zweiten Stock (deshalb hat er den schönsten und breitesten Balkon) – weil es damals keine Aufzüge gab und niemand Treppen steigen wollte. In den obersten, kleinen Mansardenzimmern unter dem Dach lebte die Dienerschaft.

Wunder, Narben und berühmte Geister

Die Geschichte von Paris wird nicht nur in Büchern geschrieben, sondern ist direkt in seine Mauern eingeprägt. Manche Narben sind auf den ersten Blick sichtbar, andere muss man suchen. Und dann gibt es Orte, an denen Literatur- und Kunstgeschichte geschrieben wurde – denn Paris war schon immer ein Magnet für Genies und Verrückte gleichermaßen.

Drei Kreuze, die das Inferno in Notre-Dame überlebten

Als im April 2019 die Kathedrale Notre-Dame von Flammen verschlungen wurde, das Bleidach einstürzte und die 850 Jahre alten Eichengebälke verbrannten (wegen der 1200 Bäume, die für sie gefällt wurden, „Le Forêt“ genannt), verfolgte die Welt die Zerstörung live. Am nächsten Morgen, als die Feuerwehrleute endlich das glimmende, von Asche und Schutt bedeckte Innere betraten, bot sich ihnen ein Anblick, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ. Inmitten der totalen Zerstörung leuchtete das unbeschadete goldene Altarkreuz. Und nicht nur dieses eine: Insgesamt überstanden drei Kreuze das Feuer ohne jede Spur. Für Gläubige war es ein klares Wunder, für die Feuerwehr enormes Glück mit den physikalischen Gesetzen und der Heißluftströmung.

Die Kathedrale ist endlich zurück, und ich habe sie letztes Jahr gesehen – es läuft mir immer noch ein Schauer über den Rücken. Denn das Feuer zerstörte zwar das Dach, legte aber gleichzeitig altes Mauerwerk frei, und unter dem Boden wurden dann Bleisarkophage entdeckt, von deren Existenz niemand eine Ahnung hatte.

💡 Insider-Tipp: Der Eintritt ins Kirchenschiff von Notre-Dame ist und bleibt immer kostenlos. Kauft niemals Tickets von Schwarzhändlern vor der Kathedrale. Kostenpflichtig wird nur der Aufstieg zu den restaurierten Türmen (ca. 16 €), der aber erst im Herbst 2025 eröffnet wird.

Wo die Berühmten wirklich lebten (Hemingway, Picasso, Mucha)

Paris prägte die größten Künstler des 20. Jahrhunderts. Ernest Hemingway schrieb hier in Cafés sein „Paris – ein Fest fürs Leben“. Seine Lieblingslokale waren Les Deux Magots und das Café de Flore im 6. Arrondissement. Heute sind es zwar etwas touristisch angehauchte Orte, wo ein Kaffee schon mal 8 € kostet, aber die literarische Aura ist immer noch spürbar.

Pablo Picasso erlebte seine härtesten und kreativsten Jahre (die sogenannte Blaue Periode) in einem halbverfallenen Holzhaus namens Bateau-Lavoir auf dem Hügel Montmartre. Es gab dort kaum fließendes Wasser und keine Heizung, aber hier traf sich die damalige Avantgarde.

Und hier muss ich kurz innehalten, denn die tschechische Spur berührt mich jedes Mal mehr als erwartet: Alfons Mucha teilte sich zu Beginn seiner Karriere ein Atelier mit Paul Gauguin unweit des Jardin du Luxembourg und schuf genau hier in Paris seine ikonischen Plakate für die Schauspielerin Sarah Bernhardt.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr authentische Literaturgeschichte ohne überteuerte Cafés erleben wollt, besucht die englische Buchhandlung Shakespeare and Company gegenüber von Notre-Dame. Genau hier wurde erstmals der berühmte und damals verbotene Roman „Ulysses“ von James Joyce veröffentlicht.

Letzte Tage und Ruhestätte von Legenden (Chopin, Mata Hari, Marie Antoinette)

Baumallee und Grabsteine des Friedhofs Père-Lachaise

Paris kann auch grausam sein. Ihre letzten Tage verbrachte hier Königin Marie Antoinette, die in einer Zelle des Gefängnisses Conciergerie (heute ein beeindruckendes Museum mit gotischen Sälen) auf ihre Hinrichtung wartete. Ihre Zelle ist rekonstruiert und wirkt unglaublich beengend. Die berühmte Spionin Mata Hari wurde im Ersten Weltkrieg an der Mauer der Festung Château de Vincennes am östlichen Stadtrand erschossen.

Und dann gibt es die Orte der letzten Ruhe. Der Friedhof Père-Lachaise ist ein riesiger Park voller berühmter Namen. Hier findet ihr das Grab von Frédéric Chopin (der aus Polen nach Paris geflohen war und hier eine stürmische Romanze mit der Schriftstellerin George Sand erlebte), Jim Morrison, Édith Piaf oder Oscar Wilde.

💡 Insider-Tipp: Der Eintritt zum Friedhof Père-Lachaise ist kostenlos, aber es ist ein riesiges Labyrinth. Fotografiert gleich am Haupteingang die große Orientierungskarte mit den eingezeichneten Gräbern berühmter Persönlichkeiten – sonst irrt ihr dort stundenlang umher.

Doppelte Freiheitsstatue und weitere Kuriositäten

Replik der Freiheitsstatue auf der Île aux Cygnes

Und zum Abschluss ein paar Sachen, die euch etwas den Kopf verdrehen werden. Wusstet ihr, dass New York zwar seine riesige Freiheitsstatue als Geschenk Frankreichs hat, Paris sich aber die Gelegenheit nicht entgehen ließ und sich eigene kleinere Repliken besorgte? Die bekannteste findet ihr auf der schmalen Insel Île aux Cygnes unweit des Eiffelturms. Sie blickt Richtung Amerika, als würde sie ihre große Schwester auf der anderen Seite des Ozeans grüßen. Eine zweite, noch kleinere Version versteckt sich im Jardin du Luxembourg.

Eine weitere Kuriosität ist die Soldatenstatue (Zouave) auf der Brücke Pont de l’Alma. Als 1910 die Seine katastrophal über die Ufer trat, reichte ihr das Wasser bis ans Kinn. Seitdem messen die Pariser den Wasserstand bei Hochwasser bis heute nicht nach offiziellen Pegeln im Internet, sondern danach, wie hoch das Wasser an diesem steinernen Soldaten steht.

💡 Insider-Tipp: Die Insel Île aux Cygnes mit der Freiheitsstatue ist ein wunderbarer Ort für einen ruhigen Spaziergang. Es ist im Grunde eine lange, schmale Baumallee mitten im Fluss, auf der keine Autos fahren und von der aus ihr einen ungewöhnlichen Blick auf den westlichen Teil der Stadt habt.

Praktische Infos: Paris überleben, ohne den Verstand zu verlieren

Paris lässt euch auch logistisch nicht durchatmen. Wenn ihr keine Zeit mit Stress verschwenden und kein unnötiges Geld verlieren wollt, müsst ihr ein paar Grundregeln des Spiels kennen.

Verkehr: Warum Taxis ignorieren und wie die Metro funktioniert

Wie ich schon bei Emily in Paris erwähnt habe: Der Oberflächenverkehr ist tagsüber eine Katastrophe. Mit Lukáš (und dem Kinderwagen zwischen den Zähnen) haben wir gelernt, dass die Metro schlicht die einzige vernünftige Wahl ist – auch wenn sie ihre Tücken hat. Sie ist zwar schnell, fährt alle zwei Minuten und bringt euch überall hin, aber die meisten Stationen stammen von vor hundert Jahren und sind voller Treppen. Rolltreppen funktionieren oft nicht, und Aufzüge gibt es in den alten Stationen schlicht nicht. Wenn ihr mit Kinderwagen reist oder in der Mobilität eingeschränkt seid, ist einzig die vollautomatische Linie 14 komplett barrierefrei (die euch übrigens seit 2024 auch direkt zum Flughafen Orly bringt). Ansonsten verlasst euch lieber auf das dichte Netz der Oberflächenbusse.

Für die Fortbewegung in der Stadt ladet euch unbedingt die offizielle App Bonjour RATP herunter. Wenn ihr von Montag bis Sonntag in Paris seid, lohnt sich der Wochenpass Navigo Découverte (kostet ca. 30 € plus 5 € für die Karte selbst, für die ihr ein kleines Passfoto benötigt). Er gilt für absolut alles, einschließlich der Fahrt vom Flughafen CDG. Für die Anreise ab Deutschland bieten sich übrigens günstige Flüge von Berlin, München oder Frankfurt mit Eurowings oder Lufthansa an – oder ihr nutzt den bequemen TGV ab Frankfurt oder Stuttgart direkt zum Gare de l’Est.

Sicherheit und Pariser Betrugsmaschen 2026

Paris ist grundsätzlich eine sichere Stadt zum Leben, aber die Touristenzonen sind ein Paradies für organisierte Gruppen von Taschendieben und Betrügern. Lasst euer Handy niemals auf dem Tisch einer Café-Terrasse liegen (häufig kommt jemand mit einer Karte auf euch zu, legt sie über das Handy und schnappt es sich unauffällig).

Die hiesigen Gauner haben ihre bewährten Tricks, die sie tagtäglich mit eiserner Regelmäßigkeit an jedem Neuankömmling ausprobieren. Es gibt aber keinen Grund zur Angst – man muss einfach nur ein bisschen wachsam sein.

Die häufigsten Betrugsmaschen, denen ihr aus dem Weg gehen müsst:

  • Der goldene Ring: Jemand hebt vor euch auf der Straße (häufig am Louvre) plötzlich einen „goldenen“ Ring vom Boden auf und fragt, ob er euch gehört. Wenn ihr verneint, bietet er ihn euch gegen eine kleine Belohnung an. Es ist ein wertloses Stück Messing. Ignoriert sie und geht weiter.
  • Armbänder am Montmartre: Auf den Treppen unter der Basilika Sacré-Cœur stehen Gruppen von Männern, die versuchen, euch eine Schnur oder ein Freundschaftsband ums Handgelenk zu binden. Sobald sie das geschafft haben, fordern sie aggressiv Geld. Hände in die Taschen und zügig weitergehen löst das Problem.
  • Falsche Petitionen: Taubstumme (oft nur vorgetäuschte) mit Klemmbrettern und Petitionen bei Sehenswürdigkeiten. Während ihr unterschreibt und einen „Beitrag“ gebt, durchsucht ein anderes Gangmitglied euren Rucksack.
  • Schwarzhändler für Eintrittskarten: Ich wiederhole: Der Eintritt in Notre-Dame ist kostenlos. Jeder Verkäufer von Skip-the-Line-Tickets vor der Kathedrale ist ein Betrüger.

Weiterlesen

Wenn Paris euch gepackt hat und ihr euren eigenen Reiseplan zusammenstellen wollt, haben wir weitere ausführliche Guides für euch vorbereitet. Hier findet ihr weiterführende Lektüre:

Häufig gestellte Fragen

Wie erkennt man das echte Paris-Syndrom?

Aus medizinischer Sicht handelt es sich um einen akuten Kulturschock. Er äußert sich durch Schwindelgefühle, Herzrasen, Angstgefühle und tiefe Enttäuschung darüber, dass die Stadt nicht den romantischen Vorstellungen aus Filmen entspricht. Am häufigsten betroffen sind Touristen aus Asien, die den europäischen Großstadttrubel und die direkte Kommunikation nicht gewohnt sind.

Wo genau wurde die Serie Emily in Paris gedreht?

Die meisten Außenaufnahmen findet ihr im 5. Arrondissement an der Place de l’Estrapade. Dort befindet sich das Haus, in dem Emily wohnt, sowie ihre Lieblingsbäckerei La Boulangerie Moderne. Das Restaurant von Gabriel liegt gleich daneben und heißt in Wirklichkeit Terra Nera (in der Serie Les Deux Compères).

Ist das Pariser Untergrund sicher für Touristen?

Der offizielle Teil der Katakomben im 14. Arrondissement und das Kanalisationsmuseum im 7. Arrondissement sind absolut sicher und für Besucher hergerichtet. Versucht aber niemals, in die inoffiziellen, nicht gekennzeichneten Bereiche des Untergrunds einzudringen. Dort gibt es Abgründe, es besteht Verirrungsgefahr, und der Zutritt ist streng illegal.

Wann wurde die Kathedrale Notre-Dame wieder eröffnet?

Das Kirchenschiff der Kathedrale wurde am 8. Dezember 2024 feierlich wiedereröffnet. Der Eintritt ist für alle Besucher kostenlos, es wird aber eine Online-Zeitreservierung empfohlen. Der Aufstieg zu den Türmen wird erst im Laufe des Herbstes 2025 eröffnet.

Lohnt sich der Aufstieg auf den Eiffelturm?

Das hängt von euren Prioritäten ab. Der Ausblick von oben ist zwar schön, aber logischerweise fehlt darin der Eiffelturm selbst. Ein viel besseres und günstigeres Panorama mit dem Turm im Bild bietet die Dachterrasse des Hochhauses Tour Montparnasse oder die Terrasse des Kaufhauses Galeries Lafayette (die übrigens komplett kostenlos ist).

Warum sind die Boulevards in Paris so breit?

Für das heutige Erscheinungsbild des Zentrums ist Baron Haussmann verantwortlich, der im 19. Jahrhundert einen radikalen Stadtumbau durchführte. Die engen mittelalterlichen Gassen ließ er primär deshalb abreißen, damit dort keine Aufstandsbarrikaden mehr errichtet werden konnten und die Armee eventuelle Revolutionen leicht niederschlagen konnte.

Kann man in Paris Leitungswasser trinken?

Ja, das Leitungswasser ist in ganz Paris von sehr guter Qualität und sicher zum Trinken. In Restaurants könnt ihr zum Essen immer kostenlos eine Karaffe Wasser bestellen – sagt einfach die Zauberformel „une carafe d’eau“ (ün karaf do).

Welches ist das älteste Café in Paris, in dem Schriftsteller verkehrten?

Das älteste noch existierende Café ist Le Procope im 6. Arrondissement, das bereits 1686 gegründet wurde. Aus literarischer Sicht sind aber Les Deux Magots und das Café de Flore am berühmtesten – dort verbrachten Ernest Hemingway, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir ihre Zeit.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Die besten Pariser Museen 2026: Vom Louvre bis zu versteckten Perlen (Kunstszene-Guide)

TL;DRZu den besten Museen von Paris 2026 zählt vor allem das Musée d’Orsay, das sein 40-jähriges Bestehen mit Ausstellungen zu Renoir und Mary Cassatt feiert. Dazu kommen das Musée de l’Orangerie mit Monets Seerosen (Eintritt 12,50 €) und der Louvre (Eintritt 22 €) – hier lohnt sich der Eingang Porte des Lions statt der Haupt-Pyramide. Wichtig zu wissen: Das Centre Pompidou bleibt wegen einer Asbestsanierung bis 2030 geschlossen. Für Familien mit Kindern eignen sich die Gärten des Musée Rodin (Eintritt in den Garten 4 €) sowie versteckte Perlen wie das Musée Carnavalet mit seiner kostenlosen Dauerausstellung. Am besten reist du im Mai, September oder Oktober – den August solltest du eher meiden.

Wenn die Stadt am Morgen erwacht und ihr plant, die besten Paris Museen zu besuchen, habt ihr das Gefühl, dass euch die ganze Welt zu Füßen liegt. Die Straßen füllen sich langsam mit dem Klang hochgezogener Metallrollläden und aus der nächsten Eckbäckerei duftet es nach frisch gebackenen Buttercroissants. Ihr sitzt mit einem Becher heißem Kaffee auf einer Parkbank, neben euch schlummert zufrieden ein Kleinkind im Kinderwagen und ihr wisst, dass ein Tag voller Kunst auf euch wartet. Genau diese Momente lieben Lukáš und ich. Die Stadt an der Seine hat einfach die unglaubliche Gabe, einen so natürlich in ihre Geschichte hineinzuziehen, dass man sich wie Teil eines alten französischen Films fühlt. Doch dann erreicht man den riesigen Platz vor der gläsernen Pyramide, sieht die endlose, sich windende Schlange von Menschen aus aller Welt – und die ganze Morgenpoesie ist schlagartig dahin.

Die Kunstszene hier funktioniert wie ein riesiger, permanent pulsierender Organismus. Man könnte einen ganzen Monat damit verbringen, von einem berühmten Gemälde zum nächsten zu wandern, und würde am Ende feststellen, dass man nicht mal die Hälfte gesehen hat. Früher konnten wir stundenlang in Galerien verbringen, jede Beschriftung lesen und Pinselstriche analysieren. Heute ist unsere wichtigste Währung die Aufmerksamkeitsspanne eines Kleinkinds. Und wisst ihr was? Das ist eigentlich unglaublich befreiend. Es zwingt einen, sorgfältig auszuwählen, langsamer zu werden und den Urlaub nicht mit kopflosem Abhaken einer Liste zu verbringen. Ihr werdet feststellen, dass kleine, stille Häuser mit knarrenden Holzböden euch oft viel mehr geben als die größten und berühmtesten Institutionen.

Dieses Jahr ist aus kultureller Sicht geradezu bahnbrechend und viele altbekannte Regeln gelten nicht mehr. Die Stadt hat nach der gewaltigen olympischen Anstrengung neu Luft geholt. Große Impressionisten-Jubiläen werden gefeiert, die legendäre Kathedrale Notre-Dame empfängt endlich wieder Besucher und im Sommer kann man nach hundert Jahren erstmals wieder direkt im Fluss schwimmen. Andererseits haben einige berühmte Gebäude für viele Jahre geschlossen, und für mich als Vegetarierin kam die riesige Nachricht in Form eines rein pflanzlichen Menüs im legendären Restaurant Arpège. Es ist ein Jahr voller Veränderungen, auf die man vorbereitet sein muss.

Zusammenfassung

Klassische Fassade des Louvre mit ionischen Säulen und französischer Flagge
  • Riesige Enttäuschung 2026: Das berühmte Centre Pompidou ist wegen Asbestentfernung komplett geschlossen – bis 2030. Geht auf keinen Fall hin, dort findet ihr nur eine Baustelle.
  • Geht nie über den Haupteingang durch die Pyramide in den Louvre. Nutzt den Geheimeingang Porte des Lions, wo die Schlangen minimal sind, und kauft Tickets mit Zeitfenster vorab online – am einfachsten über GetYourGuide.
  • Dieses Jahr müsst ihr das Musée d’Orsay sehen. Der ehemalige Bahnhof feiert 40 Jahre seit der Eröffnung und zeigt fantastische Ausstellungen von Renoir und Mary Cassatt.
  • Monets Seerosen im Musée de l’Orangerie erfordern eine strikte Online-Reservierung für ein genaues Zeitfenster – auch wenn ihr freien Eintritt habt oder einen Touristenpass besitzt. Am einfachsten bucht ihr vorab über GetYourGuide.
  • Mit Kinderwagen und Kleinkindern ist der Garten des Musée Rodin die absolute Rettung. Der Eintritt kostet nur wenige Euro, ihr seht den berühmten Denker und das Kind kann sich auf den breiten Wegen sicher austoben.
  • Vorsicht vor Betrug vor den Sehenswürdigkeiten. Ignoriert jeden, der euch ein Freundschaftsarmband andrehen will, euch einen „verlorenen“ Goldring zeigt oder euch bittet, eine gefälschte Wohltätigkeitspetition zu unterschreiben.
  • Cité des Enfants im Park La Villette hat die Kindersektion für 2 bis 7 Jahre wegen Renovierung bis zum 9. Juni 2026 geschlossen.
  • Sagt immer und überall Bonjour. Ohne dieses Zauberwort werden Kassierer und Aufseher in Galerien schlicht nicht mit euch kommunizieren.
Majestätische Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre umgeben von grünen Bäumen

Wann Pariser Museen besuchen: Saisons und Kalender 2026

Den richtigen Monat für eine Kulturreise zu wählen, ist absolut entscheidend. Paris ist im Februar eine völlig andere Stadt als im Juli, und wir haben das auf die harte Tour gelernt. Einmal kamen wir im August an und stellten fest, dass die Hälfte unserer Lieblingsbistros ein Schild mit fermeture annuelle an der Tür hatte. Lukáš und ich lieben am meisten die Momente, wenn man im leichten Pullover zwischen Ausstellungen hin und her wechseln und nach der Besichtigung draußen auf einer Terrasse mit Straßenblick sitzen kann.

Frühling und Herbst als sichere Wahl

Gebäude eines Pariser Museums mit Bronzeskulptur vor der Fassade

Wenn ihr könnt, plant die Reise im Frühling oder Herbst. Der Mai ist wohl der allerschönste Monat im Jahr. Die Kastanien blühen, die Tage werden angenehm länger und das Licht in den verglasten Palästen ist schlichtweg perfekt. Ebenso zauberhaft sind September und Oktober. Die Zeit der sogenannten la rentrée (Rückkehr aus den Ferien) bringt frische Energie in die Straßen, die größten und am sehnlichsten erwarteten Ausstellungen des Jahres eröffnen und die Bäume in den Parks färben sich in unglaubliche Nuancen. Eine Windjacke und einen Regenschirm müsst ihr im Oktober zwar immer einpacken, aber die Atmosphäre ist es absolut wert.

💡 Tipp von vor Ort: Am ersten Sonntag im Monat von November bis März bieten viele staatliche Institutionen, darunter das berühmte Panthéon, freien Eintritt. Eine großartige Gelegenheit zum Sparen, aber rechnet damit, nicht allein zu sein.

Tote Winkel und wann man lieber zu Hause bleibt

Cremefarbenes klassizistisches Gebäude mit einer Reihe von Säulen und einer Skulptur mit grüner Patina

Macht einen großen Bogen um den August. Die Einheimischen nehmen in diesem Monat Reißaus und flüchten massenhaft ans Meer oder aufs Land. Die Stadt leert sich zwar von Alteingesessenen, wird aber durch Touristenmassen ersetzt. An vielen der besten unabhängigen Bistros und kleinen Galerien hängt das Schild fermeture annuelle (jährliche Betriebsferien). Zudem schmilzt der Asphalt unter der Hitze und die Klimaanlage in alten historischen Gebäuden kommt oft nicht hinterher. Vorsicht auch in den Wochen um den Februar/März-Wechsel, wenn die berühmte Fashion Week stattfindet und die Hotelpreise in absurde Höhen schießen.

💡 Tipp von vor Ort: Ein kritisches Datum für Herbstausflüge ist das Wochenende vom 19. und 20. September 2026. Dann finden die Tage des Europäischen Kulturerbes (Journées du Patrimoine) statt. Es öffnen sich zwar sonst unzugängliche Regierungspaläste, doch wenn ihr einen Ausflug zu Monets Gärten in Giverny plant, müsst ihr wissen, dass diese an diesen beiden Tagen ausnahmsweise und strikt geschlossen sind.

Schloss Versailles mit dem Kanal, der die Gebäudefassade spiegelt

Unterkunft in Paris

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget grundlegend. Paris ist in zwanzig Bezirke (Arrondissements) unterteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden, ist fast unmöglich – aber wenn man weiß, wo man suchen muss, findet sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.

Mit Kinderwagen und Jonáš macht einen großen Bogen um die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Bahnhof Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement. Wir sind dort mal mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet, und das will man mit einem Zweijährigen definitiv kein zweites Mal erleben. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutiquehotel in Boulogne-Billancourt (reservieren könnt ihr hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber nach den ersten paar Stunden hat man sich restlos verliebt.

Konkrete Hotels, die Sinn machen

Modern eingerichtetes Restaurant mit grauen Stühlen und gedecktem Tisch

Die visuellen Eindrücke aus den großen Galerien zu verarbeiten, braucht etwas Zeit und vor allem eine Umgebung ohne weitere Reizüberflutung. Uns hat besonders gefallen, dass das familiäre Hotel Hôbou relativ nah an der Fondation Louis Vuitton liegt und nach der Rückkehr aus dem Museum die dringend nötige Ruhe bot. Den ganzen Bericht zur Unterkunft findet ihr in einer separaten Rezension, Preise könnt ihr direkt hier vergleichen.

Barockbrunnen mit goldenen Skulpturen in einem Spiegelteich

Schwergewichte und Meister des Impressionismus

Lukáš und ich haben uns vor unserem ersten Ausflug mit Jonáš die gleiche Frage gestellt: Drei Giganten, ein Kleinkind – wie viel schafft man davon realistisch? Die Antwort hat uns überrascht. Sie mit einem kleinen Kind zu bewältigen, erfordert einen ziemlich guten taktischen Plan, aber das Ergebnis ist absolut überwältigend.

Musée d’Orsay: Das Jahr, in dem ihr einfach kommen müsst

Wenn ihr euch 2026 nur ein einziges großes Museum aussuchen dürft, geht ins Musée d’Orsay. Der ehemalige Bahnhof mit den ikonischen riesigen Glasuhren pulsiert dieses Jahr vor unglaublicher Energie. Er feiert nämlich genau das 40. Jubiläum seit seiner großartigen Eröffnung, und gleichzeitig jährt sich der Tod des Malers Claude Monet zum hundertsten Mal. Die Atmosphäre unter dem gewaltigen Stahlgewölbe ist unvergleichlich luftiger und heller als in anderen historischen Palästen. Der Raum ist kompakter, logischer geordnet und für die Navigation mit Kleinkind viel angenehmer. Die Sammlung von über viertausend Werken deckt das absolute Beste vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ab.

Glanzstück der Dauerausstellung ist Monets Serie der Kathedrale von Rouen. Die Gemälde hängen wunderbar nebeneinander, sodass man mit eigenen Augen verfolgen kann, wie der Meister ein und dieselbe Steinfassade in unterschiedlichem Tageslicht und bei unterschiedlichem Wetter festgehalten hat. Ich stand so lange vor diesen Bildern, bis mir Lukáš leise einen Kaffee aus dem Thermobecher in die Hand drückte, ohne ein Wort zu sagen. So schaut man Kunst an, wenn man sie wirklich sieht. Und dann ist da natürlich Vincent van Gogh. Zwei Gemälde, bei denen einem der Atem stockt: Die Sternennacht über der Rhône und sein berühmtes, eindringliches Selbstporträt. Was ihr dieses Jahr auf keinen Fall verpassen dürft, sind die Sonderausstellungen. Für das Frühjahr ist eine großartige Renoir-Schau geplant, und der Herbst gehört der faszinierenden amerikanischen Impressionistin Mary Cassatt.

Die Standardeintrittskarte kostet 16 €, und auch hier lohnt es sich, ein Ticket mit Zeitfenster vorab zu kaufen – am einfachsten über GetYourGuide. Geöffnet ist täglich außer montags von 9:30 bis 18:00 Uhr. Das Gebäude befindet sich an der Adresse 1 Rue de la Légion d’Honneur, die nächste Metrostation ist Solférino (Linie 12) oder RER C direkt unter dem Museum.

💡 Tipp von vor Ort: Wenn euer Kleinkind gut in der Trage sitzt, lasst den Kinderwagen gleich nach der Ankunft an der Garderobe. Die Holzböden in den Galerien vertragen Räder problemlos, aber donnerstags, wenn erst um 21:45 Uhr geschlossen wird, kann es vor den Van Goghs ziemlich eng werden – mit Kind auf der Brust seid ihr in der Menge deutlich wendiger.

Musée de l’Orangerie: Intime Meditation zwischen Seerosen

Fondation Louis Vuitton mit den charakteristischen gläsernen asymmetrischen Segeln

Am äußersten Rand des weitläufigen Jardin des Tuileries im 1. Arrondissement steht ein unscheinbares, niedriges Gebäude einer alten Orangerie, das eines der stärksten und reinsten Kunsterlebnisse der gesamten Stadt birgt. Die Orangerie ist Heimat von acht riesigen, panoramatischen Gemälden von Monets Seerosen (Nymphéas). Sie sind in zwei miteinander verbundenen ovalen Sälen installiert, die genau nach den strikten Anweisungen des Künstlers mit natürlichem Tageslicht durchflutet werden. Sobald man eintritt, verschwindet der Großstadtlärm wie durch Zauberhand.

Die Gemälde umgeben einen von allen Seiten. Für Kleinkinder ist es ein visuell unglaublich faszinierender Raum – die sanften Farbübergänge, Wasserreflexe und Blütenformen ziehen sie magisch an. Man muss nur aufmerksam darauf achten, dass neugierige kleine Finger beim Versuch, einen gemalten Frosch zu fangen, nicht die kostbare Leinwand berühren. Das Untergeschoss beherbergt die Sammlung von Jean Walter und Paul Guillaume. Dort findet man Werke von Cézanne, Renoir, Picasso, Matisse und Modigliani. Es ist eine intime, sehr dichte Sammlung, die man in maximal zwei Stunden in Ruhe durchgehen kann – ein idealer Zeitrahmen. Für 2026 gibt es zudem ein großes Highlight: Vom 25. März bis 20. Juli läuft die Ausstellung Henri Rousseau (Le Douanier), die das Gesamtwerk dieses faszinierenden Zöllner-Malers und seinen maßgeblichen Einfluss auf den Surrealismus zeigt.

Die Eintrittskarte kostet 12,50 €. Geöffnet ist täglich außer dienstags von 9:00 bis 18:00 Uhr. Die Adresse ist Place de la Concorde, die nächste Metrostation Concorde (Linien 1, 8, 12).

💡 Tipp von vor Ort: Die wichtigste Regel für diese Institution lautet: Der Eintritt erfordert eine verbindliche Online-Reservierung mit Zeitfenster (Timed-Ticket). Das gilt auch, wenn ihr freien Eintritt habt oder einen Touristenpass besitzt. Ohne Reservierung kommt ihr schlicht nicht durch die Tür – bucht das Zeitfenster-Ticket am einfachsten vorab über GetYourGuide. Mein Geheimtipp: Reserviert einen Slot kurz nach einem Regenschauer, wenn die Touristen in die Cafés geflüchtet sind und ihr die Seerosensäle viel leerer vorfindet.

Louvre: Überlebensstrategie im größten Palast der Welt

Detailansicht der gotischen Kathedrale Notre-Dame mit zwei Türmen und Rosette

Einen Guide zu schreiben und den riesigen Komplex am Seineufer auszulassen, wäre eine Sünde – aber mit einem Kleinkind ist es eine Herausforderung an der Grenze zum Extremsport. Es ist schlicht die größte Institution ihrer Art auf der Welt. Vergesst den Gedanken, alles sehen zu können. Minimum für einen schnellen Durchlauf der größten Hits – die kleine Mona Lisa, die Venus von Milo oder die majestätische Nike von Samothrake – sind drei Stunden im Eilschritt. Ein ernsthafter Besuch im Louvre dauert sechs bis acht Stunden, und das ist mit einem Zweijährigen schlicht nicht ohne Tränen auf beiden Seiten zu schaffen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist sorgfältige Auswahl und richtiges Timing. Der schlechteste Tag für einen Besuch ist eindeutig der Samstag, wenn sich Massen ausländischer Touristen mit einheimischen Familien mischen. Macht einen großen Bogen darum. Die besten Tage sind dagegen Mittwoch- und Freitagabend, wenn bis 21:45 Uhr geöffnet ist. Nach 18 Uhr sinkt die Besucherzahl um mehr als sechzig Prozent und die Säle bekommen eine unglaublich geheimnisvolle Atmosphäre. Wenn ihr das berühmte Lächeln der Mona Lisa ohne irrsinniges Gedränge sehen wollt, müsst ihr entweder punkt 9:00 Uhr direkt nach der Öffnung dort sein oder eben am Mittwoch- bzw. Freitagabend spät kommen. Den Rest der Zeit ist es nur ein Meer hochgehaltener Handys.

Die Standardeintrittskarte kostet rund 22 € und wird ausschließlich als Online-Timed-Entry-Ticket gekauft – am einfachsten vorab über GetYourGuide. Die Schlange für Besucher ohne Ticket bedeutet oft stundenlange Frustration. Geöffnet ist täglich außer dienstags. Die nächste Metrostation ist Palais-Royal Musée du Louvre (Linien 1 und 7).

💡 Tipp von vor Ort: Dieser Trick spart euch jede Menge Nerven. Benutzt nicht den Haupteingang über die große gläserne Pyramide im Innenhof. Geht stattdessen zum unscheinbaren Eingang Porte des Lions im südlichen Denon-Flügel nahe dem Fluss. Er liegt am nächsten zum Saal mit der Mona Lisa und die Schlangen an der Sicherheitskontrolle sind hier verschwindend gering.

Innenhof des Louvre mit der ikonischen Glaspyramide und dem klassizistischen Palast

Oasen der Ruhe: Institutionen für müde Eltern

Wenn ihr Schönheit und Geschichte sucht, aber gleichzeitig verzweifelt Platz braucht, wo das Kind ein wenig durchatmen und herumtollen kann, ohne dass ihr euch Magengeschwüre vor Stress zuzieht – die folgenden drei Adressen sind absolute Volltreffer.

Musée Rodin: Bronzeskulpturen und Rosensträucher

Die Skulptur Der Denker im Garten des Musée Rodin

Das wunderschöne Hôtel Biron, ein altes Adelssitz aus dem 18. Jahrhundert, umgeben von weitläufigen, gepflegten Gärten im ruhigen 7. Arrondissement, ist mein absoluter Favorit für Familienausflüge. Die Sammlung des Musée Rodin umfasst über sechstausend Skulpturen und Tausende von Zeichnungen. Im Inneren des historischen Gebäudes findet ihr den ikonischen marmorne Kuss (Le Baiser) und einen zutiefst berührenden Saal, der Camille Claudel gewidmet ist – der genialen Bildhauerin mit einem zutiefst tragischen Schicksal, die Rodins Muse war. Die Innenräume sind wunderschön, mit alten Holzböden und großen französischen Fenstern.

Das Eigentliche spielt sich für uns aber draußen hinter dem Haus ab. Der Garten beherbergt den berühmten bronzenen Denker und das düstere Höllentor, doch während man anderswo im Museum zittert, was das Kleinkind als nächstes umwirft, lässt man es hier einfach auf den sandigen Wegen zwischen den Rosen los und schaut zu, wie es begeistert weiße Steinchen sammelt, während man in Ruhe Rodin bewundert. Das ist der Moment, für den es sich lohnt, mit Kind nach Paris zu fahren.

Der Eintritt zum gesamten Gelände kostet 14 €, aber wer nur nach draußen möchte, zahlt für den reinen Garteneintritt nur 4 €. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:30 Uhr. Die nächste Metrostation ist Varenne (Linie 13).

💡 Tipp von vor Ort: Das Gartenticket für vier Euro allein ist einer der besten und günstigsten Ausbrüche aus dem Großstadttrubel in ganz Paris. Nehmt euch einen Kaffee aus einem nahegelegenen Café mit, setzt euch auf eine Bank unter den Bäumen und lasst die Zeit einfach verstreichen.

Musée Marmottan Monet: Geheime Sammlung am Rand eines Wäldchens

Elegante Villa des Musée Marmottan Monet

Während sich die Touristenmassen in den großen Institutionen im Zentrum drängen, könnt ihr ins äußerst ruhige und vornehme 16. Arrondissement in der Nähe des weitläufigen Bois de Boulogne aufbrechen. In einem stillen Stadtpalais (Hôtel particulier), das einst einem wohlhabenden Sammler gehörte, befindet sich die weltweit größte Sammlung von Werken Claude Monets im Musée Marmottan Monet. Sein Sohn Michel hat sie hierher vermacht. Ihr findet über hundert Gemälde und die Atmosphäre ist völlig anders als im Zentrum.

Genau an den Wänden dieses unscheinbaren Hauses hängt das legendäre Gemälde Impression, soleil levant (Impression, Sonnenaufgang). Es ist genau das Bild, das der gesamten impressionistischen Bewegung ihren Namen gab. Neben Monet begegnet man hier den feinen Werken von Berthe Morisot, die eine wunderbare weibliche Perspektive in der damals rein männlichen Kunstwelt bietet, sowie Gemälden von Degas, Sisley und Pissarro. Teppiche dämpfen die Schritte, die Räume wirken eher wie eine reich eingerichtete Wohnung als eine sterile Galerie und es platzt hier nie aus allen Nähten.

Die Eintrittskarte kostet 14 €. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr, donnerstags verlängert bis 21:00 Uhr. Die nächste Metrostation ist La Muette (Linie 9).

💡 Tipp von vor Ort: Wenn ihr den Wochenfahrschein Navigo Découverte habt, ist die Fahrt mit der Metrolinie 9 hierher sehr bequem. Für Familien mit Kinderwagen empfehle ich aber eher die Buslinie 32, die in der Nähe hält und euch das Schleppen über Treppen im Untergrund erspart.

Musée Picasso Paris: Kubismus und bester Falafel

Innenhof des Hôtel Salé mit dem Musée Picasso im Marais

Habt ihr euer vorübergehendes Basislager im Viertel Le Marais? Dann ist es bis zum Picasso nur ein kurzer Fußweg. Die gesamte Ausstellung residiert im wunderschön restaurierten Hôtel Salé aus dem 17. Jahrhundert, einem der schönsten historischen Gebäude der Umgebung. Es beherbergt über fünftausend Werke und bildet eine der umfassendsten Picasso-Sammlungen der Welt. Die Ausstellung rotiert recht häufig und ändert ihre Anordnung, sodass das Interieur immer neue Blicke auf Picassos blaue, rosa, kubistische und späte surrealistische Periode bietet.

Faszinierend ist auch Picassos persönliche Privatsammlung, die hier ausgestellt ist. Man sieht großartige Werke von Cézanne, Matisse und Rousseau, die der spanische Meister bei sich zu Hause hängen hatte und von denen er sich inspirieren ließ. Die Räume haben eine schöne alte Treppe mit schmiedeeisernem Geländer und insgesamt herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre.

Die Eintrittskarte kostet 14 €. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag ab 10:30 Uhr (am Wochenende ab 9:30 Uhr) bis 18:00 Uhr. Die nächste Metrostation ist Saint-Paul (Linie 1) oder Saint-Sébastien – Froissart (Linie 8).

💡 Tipp von vor Ort: Die perfekte Kombination für Vegetarier. Nach der Besichtigung der kubistischen Gemälde genügen ein paar schmale Gassen bis zur Rue des Rosiers. Dort stellt man sich in die schnelle Schlange für den legendären Straßenfalafel bei L’As du Fallafel oder steuert den nahegelegenen ältesten überdachten Markt Marché des Enfants Rouges an, wo es großartige Gemüse-Tajines gibt. Das Kind isst draußen auf einer Bank und ihr genießt erstklassiges Street Food.

Haupthalle des Musée d'Orsay mit großer Bahnhofsuhr
lukas a lucka
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Moderne Kunst, immersive Erlebnisse und eine große Enttäuschung

Moderne Kunst hat in Paris eine enorme Präsenz, aber gerade hier kamen dieses Jahr die größten und schmerzhaftesten Veränderungen. Ihr wollt ins Pompidou? Dann lest aufmerksam weiter.

⚠️ Centre Pompidou: Kritischer Status für 2026

Bunte Rohre und Rolltreppen des Centre Pompidou

Das ist eine absolut entscheidende Information, die euch eine riesige Enttäuschung und jede Menge überflüssige Wege erspart. Das ikonische, auf links gedrehte Gebäude mit den riesigen bunten Röhren an der Fassade und den Außenrolltreppen, unter Einheimischen als Beaubourg bekannt, ist wegen einer gewaltigen Sanierung komplett geschlossen – von Ende 2025 bis voraussichtlich zum ersten Quartal 2030. Grund für die fünfjährige Schließung mit gigantischem Budget ist die nötige Asbestentfernung, neue Brandschutzmaßnahmen und eine umfassende Technologie-Modernisierung. Geht dieses Jahr auf gar keinen Fall hin – ihr findet dort nur einen hohen Bauzaun und eine riesige Baustelle.

💡 Tipp von vor Ort: Die Institution schläft allerdings nicht ganz. Ihr riesiges Archiv wurde in andere Räumlichkeiten verlagert. Falls ihr nach der fantastischen öffentlichen Bibliothek (Bpi) sucht, die früher im Gebäude war – sie ist vorübergehend ins Gebäude Lumière im 12. Arrondissement in der Nähe von Bercy umgezogen.

Fondation Louis Vuitton: Gläsernes Segelschiff im Wald

Gläsernes Segelschiff der Fondation Louis Vuitton von Frank Gehry

Wenn das Pompidou geschlossen ist, fahrt direkt an den westlichen Stadtrand in den Bois de Boulogne. Das Gebäude der Stiftung vom berühmten kanadisch-amerikanischen Architekten Frank Gehry erinnert an ein riesiges futuristisches Segelschiff aus Glas, Holz und Stahl. Allein die Architektur ist ein atemberaubendes Erlebnis. Die gewaltigen gläsernen Segel verändern ihre Farbe je nachdem, wie die Sonne darauf trifft, und spiegeln den umliegenden Himmel wider. Im Inneren erwarten euch großzügige, helle Galerien für moderne Kunst.

Das Programm für 2026 ist hier besonders vollgepackt. Von April bis Mitte August 2026 läuft die große Ausstellung Calder. Rêver en équilibre, die an hundert Jahre seit der Ankunft dieses Bildhauers in Frankreich erinnert. Ihr seht dort eine riesige Anzahl seiner berühmten beweglichen Drahtmobiles, die sanft in der Luft schwingen – was übrigens auch kleine Kinder visuell begeistert.

Die Eintrittskarte kostet 16 €. Geöffnet ist von Mittwoch bis Montag, dienstags geschlossen. Die nächste Metrostation ist Les Sablons (Linie 1), von wo es etwa fünfzehn Minuten angenehmer Spaziergang ist.

💡 Tipp von vor Ort: Das Gebäude liegt direkt neben dem Jardin d’Acclimatation, dem besten historischen Vergnügungspark für kleine Kinder der Stadt. Ihr könnt also elegant hohe Kunst mit einer Fahrt auf alten Holzbooten verbinden. Zur Stiftung fährt zudem ein bequemer elektrischer Shuttlebus direkt vom Arc de Triomphe (Étoile) für ein paar Euro – das spart Schritte.

Atelier des Lumières: Digitale Magie in einer alten Gießerei

Eine alte, verlassene Industriegießerei im 11. Arrondissement hat sich vor einigen Jahren in eine riesige digitale Projektionsfläche verwandelt. Immersive Ausstellungen gibt es mittlerweile zwar weltweit, aber die Pariser machen es mit einer unglaublichen musikalischen und visuellen Eleganz. Klassische Gemälde erwachen hier regelrecht zum Leben, fließen über raue Backsteinwände und breiten sich auf Betonböden aus, begleitet von perfekt gewählter, fesselnder Musik.

Für ein zweijähriges Kleinkind ist es reine visuelle Magie. Im Halbdunkel, wo Farben über Wände und Boden tanzen und die Musik einen völlig einhüllt, fangen Kinder instinktiv an, Lichtfiguren zu jagen – und ihr könnt endlich Kunst genießen, ohne gleichzeitig als Notbremse zu fungieren. Dieses Jahr laufen ab Frühjahr die atemberaubenden Renaissancemeister Da Vinci, Raphael und Michelangelo, und ab April startet der Familienhit mit Dinosauriern. Wenn euer Kind gerade in der Dinosaurier-Phase steckt, zaubert ihm das garantiert ein Grinsen von einem Ohr zum anderen.

Der Eintritt für Erwachsene beträgt 14,50 €. Geöffnet ist täglich, in der Regel von 10:00 bis 18:00 Uhr. Die nächsten Metrostationen sind Voltaire (Linie 9) oder Père Lachaise (Linien 2 und 3).

💡 Tipp von vor Ort: Versucht immer, den allerersten Morgenslot direkt nach der Öffnung zu buchen. Die Luft ist noch frisch und auf dem Boden gibt es reichlich freien Platz zum Sitzen, sodass ihr das Erlebnis in Ruhe genießen könnt, bevor die großen Nachmittagsgruppen eintreffen.

Palais de Tokyo: Roher Beton und lange Nächte

Wenn ihr zeitgenössische, unabhängige Kunst in einem absolut kompromisslosen industriellen Umfeld sucht, seid ihr hier richtig. Das riesige Gebäude unweit des Trocadéro bietet nackte Betonwände, hohe Decken und Kunst, die oft provoziert und Grenzen sprengt. Es ist keine klassische polierte Galerie, sondern eher ein riesiges experimentelles Labor.

Das Beste an dieser Institution sind die Öffnungszeiten. Es ist einer der wenigen Orte, die bis tief in die Nacht leben – ideal, wenn es euch gelingt, das Kind bei einem Babysitter unterzubringen und ihr zu zweit einen Abend mit Kultur verbringen wollt. Der Raum ist riesig, sodass sich die Besucher natürlich verteilen.

Die Eintrittskarte kostet 12 €. Geöffnet ist täglich außer dienstags von mittags bis Mitternacht. Die nächste Metrostation ist Iéna oder Alma-Marceau (Linie 9).

💡 Tipp von vor Ort: Im Inneren des Gebäudes findet ihr eine alte analoge Fotokabine (Photomaton). Sie macht absolut fantastische, rohe Schwarz-Weiß-Fotostreifen. Das ist das beste und authentischste kleine Souvenir, das Lukáš und ich jedes Mal mit nach Hause nehmen.

Ovaler Saal mit Monets Seerosen im Musée de l'Orangerie

Versteckte Perlen und kleine Galerien mit lokaler Seele

Ganz ehrlich? In diese Orte bin ich beim ersten Mal eigentlich aus purer Verzweiflung gegangen, weil Jonáš im Louvre am Rand eines Nervenzusammenbruchs war. Und es endete damit, dass sie jetzt meine Lieblingsadressen in der ganzen Stadt sind.

Musée Carnavalet: Komplette Stadtgeschichte

Dieser großartige Ort im Herzen des Viertels Marais ist ausschließlich der Geschichte der Stadt selbst gewidmet. Ihr durchlauft ein riesiges Labyrinth verbundener alter Palais und seht alles – von römischen Ausgrabungen über originale bemalte Ladenschilder alter Bäckereien und Wirtshäuser bis hin zu persönlichen Gegenständen aus der Zeit der Französischen Revolution. Es gibt sogar einen komplett rekonstruierten Innenraum eines berühmten Juweliergeschäfts von Alfons Mucha. Die Innenhofgärten sind wunderschön angelegt und voller sorgfältig geschnittener Hecken.

Die Dauerausstellung ist für alle komplett kostenlos. Bezahlt wird nur für spezielle Wechselausstellungen. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Die nächste Metrostation ist Saint-Paul (Linie 1).

💡 Tipp von vor Ort: In den warmen Frühlings- und Sommermonaten öffnet auf einem der Innenhöfe ein wunderschönes Pop-up-Café. Kaffee und Gebäck sind hier zwar nicht gerade günstig, aber unter alten Bäumen auf einem historischen Innenhof zu sitzen, ist ein Erlebnis, das die paar Euro extra wert ist.

Musée des Arts Forains: Magie alter Karussells

Das ist kein klassischer Ausstellungsraum, sondern eher ein Traum, der Wirklichkeit geworden ist. Im ruhigen 12. Arrondissement, in alten Weinlagerhäusern, verbirgt sich eine private Sammlung historischer Rummelplatz-Attraktionen, alter hölzerner Karussells, Spiegellabyrinthe und mechanischer Figuren aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Es ist dunkel, magisch und ungemein poetisch. Bei vielen der alten Attraktionen kann man während der Führung sogar selbst mitfahren – für Kinder der absolute Höhepunkt des gesamten Ausflugs.

Der Eintritt kostet rund 18 € und die Besichtigungen finden als kommentierte Gruppenführungen statt. Die nächste Metrostation ist Cour Saint-Émilion (Linie 14).

💡 Tipp von vor Ort: Dieser Ort ist für die breite Öffentlichkeit nur selten geöffnet. Ihr müsst den Besuch weit im Voraus über die Webseite reservieren. Die besten Chancen habt ihr während der Weihnachtsfeiertage und bei den Tagen des Europäischen Kulturerbes im September, wenn die Tore weit geöffnet werden.

Musée de la Vie Romantique: Teestube unter Bäumen

Am Fuße des Montmartre-Hügels im 9. Arrondissement duckt sich am Ende einer kleinen, gepflasterten Zufahrt, gesäumt von Bäumen, ein altes Haus mit rosa Fassade und grünen Fensterläden. Hier lebte einst der Maler Ary Scheffer und die damalige Kunstelite traf sich hier, darunter George Sand und Chopin. Heute beherbergt das Haus eine kleine Sammlung, die der Epoche der Romantik gewidmet ist. Knarrende Treppen, altes Mobiliar und Vitrinen mit Schmuck versetzen einen in eine ganz andere Zeit.

Der Eintritt in die Dauerausstellung ist kostenlos. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Die nächste Metrostation ist Saint-Georges (Linie 12) oder Blanche (Linie 2).

💡 Tipp von vor Ort: Die eigentliche Attraktion verbirgt sich im kleinen Innenhof. Dort gibt es ein bezauberndes Café, betrieben von der berühmten Bäckerei Rose Bakery. Man sitzt an Eisentischchen direkt unter großen Bäumen, trinkt Tee und isst ausgezeichneten Zitronenkuchen. Die perfekte Rast nach dem anstrengenden Aufstieg durch die Straßen.

Musée Jacquemart-André: Luxus und Privatsphäre

Wenn ihr sehen wollt, wie die höchste Pariser Gesellschaft im 19. Jahrhundert gelebt hat, steuert die Gegend nahe dem Boulevard Haussmann an. Diesen opulenten Privatpalast ließen Eheleute errichten, die ihr Leben dem Sammeln von Kunst aus aller Welt widmeten. Ihr findet herrliche Fresken, einen Wintergarten voller Marmor und seltene italienische Renaissance-Gemälde. Alles ist genau so eingerichtet geblieben, als könnten die Besitzer jeden Moment zum Abendessen eintreffen.

Die Eintrittskarte kostet 17 €. Geöffnet ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, montags bis 20:30 Uhr. Die nächste Metrostation ist Miromesnil (Linien 9 und 13).

💡 Tipp von vor Ort: Nehmt am Eingang den Audioguide mit, der kostenlos ist. Die Geschichte des Ehepaares und wie sie heimlich wertvolle Fresken aus Italien herbeigeschafft haben, ist spannender als mancher Kriminalroman und verleiht dem ganzen Marmorpalast ein menschliches Gesicht.

Wo essen: Unsere liebsten Bistros und Cafés

Kunst kann einen so erschöpfen, dass man plötzlich mitten auf der Straße steht und an nichts anderes denkt als an eine riesige Portion gutes Essen. Lukáš und ich haben über die Jahre gelernt, dass die Suche nach einem Restaurant mit leerem Magen und einem müden Kind im Kinderwagen der direkte Weg in eine Ehekrise ist. Deshalb haben wir längst unsere bewährten Adressen, wo man weiß, was Gastfreundschaft bedeutet.

Die Pariser Gastronomie ist ein Kapitel für sich. Als Vegetarierin habe ich hier früher ganz schön gelitten, aber inzwischen ist das zum Glück eine völlig andere Geschichte. Hier sind zwei Adressen, zu denen wir bei jedem Besuch zurückkehren.

L’As du Fallafel und Verschnaufpause im Marais

Ich habe es beim Picasso-Museum schon kurz angeschnitten, aber dieser Ort verdient einfach sein eigenes Kapitel. Im Herzen des jüdischen Viertels in der Rue des Rosiers findet ihr eine grüne Ladenfront, vor der sich immer eine lange Schlange bildet. Lasst euch davon nicht abschrecken – die Bedienung draußen ist unglaublich schnell und ehe man sich versieht, hält man den besten Falafel der ganzen Stadt in den Händen.

Das ist Street Food in seiner reinsten Form. Ein Pitabrot, prall gefüllt mit knusprigen Bällchen, Aubergine und einer genialen Tahini-Soße, mit der Lukáš und ich uns jedes Mal zuverlässig bis hinter die Ohren vollschmieren. Für Jonáš nehmen wir immer nur Hummus pur mit Brot und setzen uns zum Essen auf eine Bank im nächsten kleinen Park. So schmeckt das echte Paris.

Le Potager de Charlotte: Pflanzliches Paradies

Wenn wir echte abendliche Romantik ohne Kinder wollen und es uns gelingt, Jonáš bei einem Babysitter unterzubringen, steuern wir direkt hierhin. Dieses Bistro im renovierten 9. Arrondissement wurde von zwei Brüdern gegründet, die ausschließlich mit lokalen pflanzlichen Zutaten kochen. Keine künstlichen Ersatzprodukte, sondern ehrliche und kreative Arbeit mit Gemüse, die einen umhaut.

Ihre gebackene Aubergine oder Kichererbsen-Galette sind so gut, dass selbst Lukáš, ein eingefleischter Fleischliebhaber, sie mit Genuss verschlingt. Die Preise sind hier zudem für Pariser Verhältnisse noch recht akzeptabel, und die Atmosphäre ist wunderbar intim und herzlich. Vergesst aber nicht, rechtzeitig zu reservieren – denn die Einheimischen lieben diesen Ort genauso wie wir und es ist immer voll.

Was in Pariser Galerien NICHT tun: Warnungen und Betrug

Diese Stadt kann einen verzaubern, aber sie kann auch ziemlich hart und gnadenlos zu unvorbereiteten Besuchern sein. Damit eure Erinnerungen nur positiv bleiben, müsst ihr ein paar grundlegende Überlebensregeln befolgen.

Gefälschte Tickets und Straßenbetrug

Die Umgebung berühmter Institutionen, besonders am Louvre, am Eiffelturm und auf dem Montmartre, zieht neben Kunstliebhabern auch sehr gut organisierte Betrügergruppen an. Dieses Jahr solltet ihr ganz besonders auf Weiterverkäufer sogenannter Skip-the-Line-Tickets achten. Sie halten euch auf der Straße an und wollen euch ein Ticket verkaufen, mit dem ihr angeblich die Warteschlange überspringt. Das ist Betrug. Die Tickets sind entweder abgelaufen oder gleich komplett gefälscht, und ihr verliert nur Dutzende Euro. Dasselbe gilt für die berühmte Kathedrale Notre-Dame. Der Eintritt ist für alle immer komplett kostenlos – wenn euch also jemand ein Vorzugsticket anbietet, geht sofort weiter.

💡 Tipp von vor Ort: Wenn euch vor einer Sehenswürdigkeit jemand in perfektem Englisch mit der Frage „Do you speak English?“ anspricht, ignoriert ihn einfach und geht weiter. Ein echter Pariser würde einen auf der Straße nie so ansprechen. Meist ist es der Auftakt eines Betrugs mit einer gefälschten Wohltätigkeitspetition.

Die goldene Bonjour-Regel

Das ist die wichtigste Sache im ganzen Artikel. In Frankreich gibt es eine sehr strenge soziale Etikette. Immer wenn ihr eine kleinere Galerie, einen Souvenirladen oder einen Kassenbereich betretet, müsst ihr dem Angestellten in die Augen schauen und deutlich „Bonjour“ sagen (oder „Bonsoir“ am Abend). Wenn ihr einfach zum Tresen geht und auf Englisch (oder Deutsch) herausplatzt, dass ihr zwei Tickets möchtet, empfinden die Einheimischen das als grobe Beleidigung und werden sich entsprechend verhalten. Probiert es aus und ihr werdet sehen, wie sich die finsteren Mienen der Aufseher plötzlich in ein Lächeln verwandeln.

Wir haben uns an diese Regel ziemlich lange gewöhnen müssen. In Tschechien ist man manchmal gewohnt, an die Kasse zu gehen und direkt loszulegen, aber hier funktioniert das einfach nicht. Lukáš hat es einmal am Eingang zum Picasso versucht und die Kassiererin tat so, als würden wir gar nicht existieren. Sobald man lernt, erst schön zu grüßen, öffnen sich hier Türen und die Menschen werden überraschend zuvorkommend. Auch als deutschsprachiger Besucher kommt ein herzliches „Bonjour“ immer besser an als ein direktes „Zwei Tickets bitte“ auf Englisch.

Überladet euren Tagesplan nicht

Der größte Fehler, den man machen kann, ist drei große Museen an einem Tag einzuplanen. Glaubt mir, das geht nicht. Physisch schafft man es vielleicht, aber der Kopf kann die Menge an Eindrücken schlicht nicht verarbeiten. Es entsteht eine sogenannte Museumserschöpfung. Das ideale Tempo für Erwachsene ist eine große und eine kleine Institution pro Tag. Mit Kleinkind im Kinderwagen plant strikt nur eine Ausstellung am Vormittag, und lasst den Nachmittag frei für Parks oder Faulenzen im Café.

Wir sind selbst in diese Falle getappt, als wir vor Jahren alles schaffen wollten und uns nachmittags nicht mehr erinnern konnten, ob wir Monet oder Manet gesehen hatten. Seitdem Jonáš dabei ist, sind wir viel langsamer unterwegs. Wir besuchen eine Galerie, gehen dann ausgiebig spazieren, kaufen ein frisches Baguette und atmen einfach nur die Atmosphäre der Stadt ein.

Praktische Infos: Transport, Kinderwagen und smarte Pässe

Die Logistik ist in dieser Stadt die halbe Miete. Je besser ihr euch auf Transfers und Ticketkauf vorbereitet, desto mehr Energie bleibt für die eigentliche Kunst und ein gutes Abendessen. Tickets für die großen Museen kauft immer vorab online – wir besorgen sie am liebsten über GetYourGuide, wo man das Zeitfenster-Ticket inklusive flexibler Stornobedingungen direkt auf dem Handy hat.

Wann lohnt sich der Paris Museum Pass (Rechner 2026)

Dieser offizielle Touristenpass gewährt Eintritt zu mehr als fünfzig Institutionen und Sehenswürdigkeiten in der gesamten Region. Für 2026 kostet die Zwei-Tage-Variante 60 €, die Vier-Tage-Variante 90 € und die Sechs-Tage-Variante 120 €. Die Frage ist, ob sich das wirklich rechnet.

Wenn ihr mit Kindern reist und wisst, dass ihr maximal eine Attraktion pro Tag schafft, amortisiert sich der Pass finanziell nicht (Louvre kostet 22 €, Orsay 16 € – für zwei Tage gebt ihr 38 € aus, der Pass kostet 60 €). Wenn ihr aber ohne Kinder unterwegs seid und den Louvre, das Orsay, den Aufstieg auf den Arc de Triomphe, die Sainte-Chapelle und einen Ausflug nach Versailles plant, spart euch der Vier-Tage-Pass für 90 € eine ordentliche Summe und vor allem den Aufwand, einzelne Tickets zu kaufen.

💡 Tipp von vor Ort: Auch wenn ihr einen Museum Pass habt, verlangen viele Orte (wie der Louvre oder die Orangerie) weiterhin, dass ihr auf deren Website kostenlos einen genauen Zeitslot reserviert. Der Pass bedeutet längst nicht mehr, dass man einfach hingeht und direkt reinspaziert. Ich empfehle, die physische Papierversion des Passes zu kaufen, nicht die digitale – an den Drehkreuzen lässt sie sich leichter scannen.

Transport und der Kampf mit dem Kinderwagen

Die Pariser Metro ist alt, tief und voller endloser Treppen. Für Eltern mit Kinderwagen ein Albtraum. Die einzige Linie, die komplett modern, automatisch und vollständig barrierefrei mit geräumigen Aufzügen ist, ist die Linie 14. Bei allen anderen Linien verlasst euch keinesfalls auf Aufzüge – selbst wenn sie in der Karte eingezeichnet sind, funktionieren sie oft nicht.

Wir haben die Metro mit Jonáš nach der ersten Fahrt aufgegeben, als ich den Kinderwagen die Treppen schleppte und dabei leise geweint habe. Die Busse sind die Rettung: Der Fahrer klappt ohne ein Wort die Rampe runter, Jonáš hat Ausblick auf die Straße und ich sehe endlich, wohin wir eigentlich fahren. Das Ticket T+ gilt sowohl für Metro als auch für Busse. Von Deutschland aus erreicht ihr Paris übrigens bequem mit dem Thalys oder ICE ab Köln, dem TGV ab Stuttgart/München oder mit Direktflügen von Eurowings, Lufthansa oder easyJet von vielen deutschen Flughäfen.

⚠️ Wichtige Warnung für Eltern: Cité des Enfants

Wenn ihr plant, eure Kleinen in das beliebte Wissenschafts- und Erlebniszentrum im Park La Villette im Nordosten der Stadt mitzunehmen, horcht dieses Jahr auf. Der großartige Bereich für die jüngsten Kinder von zwei bis sieben Jahren ist wegen umfangreicher Renovierung komplett geschlossen bis zum 9. Juni 2026. Die ältere Sektion funktioniert zwar, aber mit Kleinkind fahrt jetzt lieber gar nicht erst hin.

💡 Tipp von vor Ort: Statt des geschlossenen Zentrums nehmt das kleine Kind lieber zum traditionellen Puppentheater (Théâtre des Marionnettes) in den Jardin du Luxembourg mit. Für knapp drei Euro seht ihr den klassischen Guignol. Aufführungen gibt es an Wochenenden und Feiertagen. Es ist zwar auf Französisch, aber die visuelle Groteske funktioniert universal und die Kinder lachen aus vollem Hals.

Häufig gestellte Fragen

Welche Museen in Paris haben freien Eintritt?

Komplett kostenlos sind die Dauerausstellungen der städtischen Museen (Musées de la Ville de Paris). Dazu gehören das großartige Musée Carnavalet (Stadtgeschichte), das Musée de la Vie Romantique, der Petit Palais oder das Haus von Victor Hugo. Nationale Institutionen (Louvre, Orsay) bieten freien Eintritt immer am ersten Sonntag im Monat, aber nur von November bis März. Der Louvre bietet zudem freien Eintritt am ersten Samstag im Monat von 18:00 bis 21:45 Uhr.

Muss ich Tickets immer vorab online kaufen?

Für die größten (Louvre, Orsay, Orangerie) ist das heute eine absolute Notwendigkeit. Ohne Online-Ticket mit Zeitfenster (Timed-Entry) riskiert ihr, entweder gar nicht eingelassen zu werden oder stundenlang in der Schlange ohne Reservierung zu stehen. Am einfachsten kauft man Eintrittskarten vorab über GetYourGuide. Bei kleineren Galerien (Marmottan, Picasso) ist es nicht strikt verpflichtend, spart euch aber jede Menge Zeit.

Welcher Tag ist Ruhetag in Pariser Museen?

Die meisten teilen sich in zwei Lager. Der Louvre, die Orangerie und das Centre Pompidou (das allerdings bis 2030 komplett geschlossen ist) haben Dienstag als Ruhetag. Dagegen schließen das Musée d’Orsay, das Musée Rodin oder Schloss Versailles immer montags. Deshalb empfiehlt es sich, den Louvre-Besuch auf Montag und Orsay auf Dienstag zu legen.

Welches Museum ist am besten für kleine Kinder und Kleinkinder?

Von den Kunstmuseen eindeutig das Musée Rodin dank seines riesigen und sicheren Gartens voller breiter Sandwege, auf denen Kinder frei herumtoben können. Ein großer Hit ist auch das immersive Atelier des Lumières, wo bewegte Bilder und Musik im abgedunkelten Raum auf die Kinder wirken.

Kann man mit Kinderwagen in den Louvre?

Ja, das geht. Im Inneren gibt es Aufzüge, auch wenn deren Suche im riesigen Gebäude-Labyrinth manchmal etwas frustrierend sein kann. Das Personal lässt euch mit Kinderwagen meist bevorzugt in den Aufzug an der berühmten Pyramide. Trotzdem ist – wenn möglich – eine Trage in den Menschenmassen vor der Mona Lisa die deutlich praktischere und wendigere Lösung.

Funktioniert der Museum Pass noch zum Überspringen der Schlange?

Der Pass spart euch Geld beim Eintrittspreis selbst, funktioniert aber längst nicht mehr als absoluter VIP-Freifahrtschein. Bei den meistbesuchten Orten müsst ihr auch mit gültigem Pass vorab kostenlos einen Zeitslot auf deren Website reservieren. Durch die reguläre Sicherheitskontrolle müsst ihr trotzdem – die bleibt niemandem erspart.

Darf man in Galerien fotografieren?

In den meisten Dauerausstellungen (einschließlich Louvre und Orsay) ist Fotografieren für den persönlichen Gebrauch erlaubt, allerdings sind Blitz und Stativ strikt verboten. Bei temporären Sonderausstellungen ist das Fotografieren wegen Urheberrechten der Leihgaben oft komplett untersagt. Achtet immer auf das Piktogramm der durchgestrichenen Kamera am Saaleingang.

Ist es sicher, sich abends in der Nähe der Sehenswürdigkeiten zu bewegen?

Ja, die Umgebung der großen Institutionen im Zentrum (1., 6., 7. Arrondissement) ist auch nach Einbruch der Dunkelheit sehr sicher – die Straßen sind schön beleuchtet und voller Menschen. Vor Taschendieben muss man vor allem in der überfüllten Metro und abends in der Gegend des nördlichen Montmartre oder bei den großen Bahnhöfen im Norden der Stadt aufpassen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

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Paris mit Kindern: Der komplette Familienguide (worauf ihr euch mit Kinderwagen einstellen müsst)

TL;DRFamilienurlaub in Paris mit Kinderwagen klappt am besten im Frühling oder Herbst, wenn die Temperaturen bei 15 bis 20 Grad liegen und sich die Bäume im Jardin du Luxembourg golden färben. Vom August und den Wintermonaten Januar bis März solltest du dagegen lieber die Finger lassen. Die größte Hürde ist die Pariser Metro, denn wirklich barrierefrei ist nur die Linie 14 – verlass dich lieber auf Busse mit Niederflurtechnik. Unverzichtbar sind eine Tragehilfe und eine faltbare Wickelunterlage, denn Wickeltische in Bistros sucht man meist vergebens. Rettung bieten nur Kaufhäuser wie die Galeries Lafayette. Der beste Ort für Kinder ist der Jardin du Luxembourg mit dem Spielplatz Poussin Vert und dem Marionettentheater für 2,70 €. Im Louvre reichen zwei Stunden völlig, und im Disneyland Paris haben Kinder bis 2 Jahre freien Eintritt.

Wenn die Stadt langsam erwacht, aus den Eckbäckereien der Duft von zerlassener Butter in die kühle Morgenluft strömt und die Straßen noch nicht den hupenden Rollern gehören, ist es womöglich die schönste Stadt der Welt. Auf einem Korbstuhl an einem kleinen runden Tisch sitzen, starken Kaffee schlürfen und beobachten, wie die Stadt aufwacht – das ist pure Poesie. Doch dann beschließt euer Kleinkind, dass es jetzt unbedingt losrennen muss, ihr versucht den breiten Kinderwagen durch den Gang zwischen den Tischen zu quetschen, der ungefähr so breit ist wie ein Schuhkarton, und der Kellner durchbohrt euch mit seinem Blick. Die Romantik aus den Filmen prallt plötzlich auf die harte Realität. Denn das Paris der Postkarten kennt kein Kindergeschrei und kümmert sich nicht um fehlende Aufzüge in der Metro. Paris mit Kindern ist ein Abenteuer, das Planung erfordert – aber es lohnt sich.

Wir haben festgestellt, dass das echte, alltägliche Paris zu Eltern mit kleinen Kindern ganz schön rau und unnachgiebig sein kann. Enge Kopfsteinpflaster-Gehwege in den historischen Vierteln machen euch zu schaffen, endlose Treppen im Untergrund testen eure Fitness, und die Suche nach einem Wickeltisch gleicht manchmal der Suche nach dem Heiligen Gral.

Gleichzeitig ist es aber eine Stadt, die Kindern absolut unglaubliche Dinge bietet. Es ist ein Ort, an dem ein Zweijähriges mit offenem Mund ein fast hundert Jahre altes Puppentheater bestaunen, Enten an riesigen Fontänen in perfekten Parks füttern und sein erstes wirklich gutes Butter-Madeleine probieren kann. Ich habe festgestellt, dass ich als Vegetarierin mit Kleinkind hier überraschend gute Möglichkeiten habe, wenn ich weiß, wohin ich gehen muss. Es braucht nur militärische Logistik, keinerlei Erwartungen an flexibles Essen und eine Trage als absoluten Backup-Plan.

In diesem Artikel findet ihr unseren kompletten, mit Blut und Schweiß erkauften Leitfaden für den Familienurlaub in Paris. Parks, Restaurants, Wickel-Missionen, Kinderwagen-Hölle und die wirklich märchenhaften Orte – alles, was wir mit Lukáš und Jonáš am eigenen Leib erlebt haben. Kurz gesagt: Alles dafür, damit euer Paris mit Kleinkind mehr Märchen als Fegefeuer wird.

Zusammenfassung

Blonde Frau im beigen Blazer sitzt an einem lila Tisch in einem grünen Garten
  • Die Metro ist mit Kinderwagen eine Strafe. Vollständig barrierefrei ist nur die Linie 14. Setzt auf Busse mit Niederflureinstiegen und meidet das Umsteige-Chaos an der Station Châtelet-Les-Halles.
  • Wickeltische in Bistros gibt es praktisch nicht. Nehmt eine faltbare, abwischbare Unterlage mit und verlasst euch auf große Kaufhäuser (Galeries Lafayette) oder Parks.
  • Die grüne Oase Nummer eins für Kinder sind die Gärten des Jardin du Luxembourg. Hier findet ihr den riesigen eingezäunten Spielplatz Poussin Vert, Segelboote am Brunnen und das Puppentheater Guignol.
  • Essenszeiten sind heilig. Das Mittagessen wird strikt zwischen 12:00 und 14:30 serviert. Wenn euer Kind um fünf Uhr nachmittags Hunger hat, sucht nach Bäckereien oder Brasseries mit dem Schild „service continu“.
  • Bonjour ist das Zauberwort. In jeden Laden oder jedes Restaurant müsst ihr mit einem lauten Gruß eintreten – sonst werdet ihr ignoriert, selbst wenn ihr ein weinendes Kind auf dem Arm habt.
  • Meidet die Massen. Fahrt nicht auf den Eiffelturm hoch, geht lieber auf die Dachterrasse eines Kaufhauses. Im Louvre haltet mit Kindern maximal zwei Stunden durch. Und in Versailles steuert direkt die Gärten an, wo ihr locker 6–7 Stunden verbringt.
  • Achtung 2026: Die Kinderabteilung der Cité des Enfants La Villette (für Kinder von 2 bis 7 Jahren) ist bis zum 9. Juni 2026 geschlossen. Die Gärten in Giverny haben am 19. und 20. September 2026 geschlossen.
  • Disneyland Paris ist für Kleinkinder großartig. Kinder bis 2 Jahre haben freien Eintritt, und im Fantasyland gibt es eine riesige Auswahl an ruhigen Attraktionen ohne Mindestgröße.
  • Ignoriert die Straßenbetrüger. Leute mit Petitionen an Sehenswürdigkeiten, Armband-Verkäufer auf dem Montmartre und jeden, der vor euch einen goldenen Ring „findet“, einfach umgehen.

Wann mit Kindern nach Paris reisen: Jahreszeiten und Wetter

Den richtigen Monat für die Familienreise zu wählen, ist die halbe Miete. Paris wechselt mit jeder Jahreszeit komplett sein Gesicht, und was für ein kinderloses Paar ein romantischer Spaziergang im Regen ist, wird mit Kinderwagen zum logistischen Albtraum. Wir mit Lukáš lieben für Familienreisen die Momente, in denen man im leichten Pullover auf der Terrasse sitzen kann und die Kinder frei in den Parks herumtoben – ohne Hitzschlag-Gefahr.

Frühling und Herbst sind eine sichere Wahl

Ecke mit blühenden Rosen und klassischen Pariser Gebäuden

Wenn ihr könnt, legt eure Reise auf Mai, Juni, September oder Oktober. Der Mai ist der absolut schönste Monat des Jahres. Die Kastanien blühen, die Tage werden angenehm länger und ihr könnt problemlos in den Parks picknicken.

Genauso zauberhaft ist die Zeit von Mitte September bis Ende Oktober. Die Periode, die als la rentrée (Rückkehr nach den Ferien) bekannt ist, bringt neue Energie in die Straßen. Die Bäume im Jardin du Luxembourg färben sich in unglaubliche Goldtöne und der Morgennebel über der Seine hat seinen ganz eigenen Charme. Das Wetter ist stabil, die Temperaturen halten sich um 15 bis 20 Grad – ideal für umherrennende Kleinkinder. Windjacke und Regenschutz für den Kinderwagen gehören trotzdem immer ins Gepäck.

💡 Tipp von uns: Wenn ihr im Herbst fahrt, nutzt die frühe Dämmerung. So könnt ihr mit den Kindern den blinkenden Eiffelturm sehen (er blinkt immer fünf Minuten zur vollen Stunde nach Einbruch der Dunkelheit), ohne die Schlafenszeit drastisch nach hinten zu verschieben.

Monate, die ihr lieber meiden solltet

Mann mit kleinem Kind spielt im Innenhof des Palais Royal in Paris

Mit Familie solltet ihr den August meiden. Die Pariser ergreifen in diesem Monat die Flucht und strömen ans Meer. Die Stadt leert sich zwar von den Einheimischen, aber an vielen der besten unabhängigen Bistros und familienfreundlichen Cafés hängt ein Schild fermeture annuelle (Jahresurlaub). Dazu schmilzt der Asphalt unter der Hitze, und in der historischen Metro ohne Klimaanlage ist es zum Umfallen.

Der Winter von Januar bis März ist wiederum feucht-kalt und regnerisch. Mit einem Kleinkind, das Zeit draußen auf Spielplätzen braucht, bedeutet das viel Zeit mit Kleidung-Trocknen im Hotel. Achtet auch auf den 12. April 2026 – da findet der Paris-Marathon statt und der Verkehr in der Stadt bricht quasi zusammen.

💡 Tipp von uns: Falls ihr doch im Sommer 2026 fahrt, packt den Kindern Badesachen ein. Nach hundert Jahren öffnen im Juli und August bewachte Schwimmbecken direkt in der Seine. Die Wasserqualität wird nach den Olympischen Spielen streng überwacht.

Innenhof des Louvre mit der charakteristischen Glaspyramide und historischen Gebäuden

Unterkunft in Paris mit Familie: Viertel und Hotels

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget ganz entscheidend. Paris ist in zwanzig Bezirke (Arrondissements) aufgeteilt, die sich vom historischen Zentrum beim Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden, ist fast unmöglich – aber wenn ihr wisst, wo ihr suchen müsst, lässt sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit finden.

Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen großen Bogen um den nördlichen Teil des 10. Arrondissements rund um den Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Einmal sind wir dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet, und das möchte man mit einem Zweijährigen auf keinen Fall wiederholen. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutiquehotel in Boulogne-Billancourt (buchen könnt ihr es hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber innerhalb der ersten paar Stunden gewinnt man es richtig lieb.

Die besten Familienviertel

Kleines Kind in weißem T-Shirt steht am Geländer und beobachtet einen Brunnen in einem Pariser Garten

Transport und Logistik: Pariser Straßen mit Kinderwagen überleben

Vergesst die Vorstellung, dass ihr mit Kinderwagen wie ein Messer durch Butter durch die Stadt kommt. Das öffentliche Verkehrssystem gehört zu den ältesten der Welt und seine Architektur aus dem späten 19. Jahrhundert hat mit Rädern schlicht nicht gerechnet. Die Fortbewegung erfordert etwas Planung und eine große Portion Geduld.

Die Metro ist mit Kinderwagen eine Feuertaufe

Mann mit Brille und T-Shirt steht mit Kinderwagen vor dem Schloss Versailles

Die Pariser Metro (offizielle RATP-Website) ist schnell, aber voller endloser Treppen und enger Drehkreuze. Vom gesamten riesigen System sind gerade mal 62 Stationen vollständig barrierefrei. Die einzige Linie, auf die ihr euch hundertprozentig verlassen könnt, ist die Linie 14. Sie ist vollautomatisch, modern und an jeder Station gibt es einen funktionierenden, geräumigen Aufzug. Die neu verlängerten Abschnitte der Linien 4 und 11 verfügen glücklicherweise ebenfalls über Aufzüge, aber im historischen Zentrum trefft ihr auf die harte Realität.

Ein berüchtigtes Nadelöhr ist Châtelet-Les-Halles – ein riesiges Labyrinth aus unterirdischen Gängen und Rolltreppen, die obendrein die wunderbare Eigenschaft haben, genau am Tag eures Besuchs kaputtzugehen. Meidet diesen Umsteigeknotenpunkt mit Kinderwagen lieber komplett.

💡 Tipp von uns: Ladet euch die offizielle RATP-App aufs Handy und aktiviert den Barrierefreiheitsmodus (Accessibility Mode). Er zeigt in Echtzeit den Status der Aufzüge an und wird alle 90 Sekunden aktualisiert. Das spart euch jede Menge Tränen vor defekten Rolltreppen.

Vater mit kleinem Kind auf einem Holzspielplatz umgeben von Bäumen

Busse sind eure Rettung

Während die Metro euch stresst, sind die oberirdischen Busse deutlich familienfreundlicher. Sie haben meist Niederflureinstieg, einen reservierten Bereich für Kinderwagen in der Mitte und obendrein können die Kinder die ganze Fahrt über aus dem Fenster schauen.

Für gelegentliche Fahrten ist die Navigo Easy Karte sinnvoll (die Plastikkarte selbst kostet 2 €). Darauf könnt ihr ein 10er-Paket (das sogenannte Carnet) für 17,35 € laden. Wenn ihr plant, von Montag bis Sonntag zu fahren, nehmt den Wochenpass Navigo Découverte für 32,40 € plus 5 € für die Karte (ihr braucht dafür ein kleines Passfoto).

💡 Tipp von uns: Steigt mit dem Kinderwagen immer durch die mittleren Türen ein, wo der reservierte Bereich ist – nicht vorne beim Fahrer. Einfach von außen dem Fahrer zuwinken, und er öffnet euch die Türen.

Babytrage als absolutes Muss

Selbst wenn ihr den besten Geländekinderwagen habt – das absolute Paris-Must-have ist eine ergonomische Trage. Sobald ihr das Viertel Montmartre mit seinen Hunderten von Stufen besuchen wollt, den überfüllten Louvre oder einen Ausflug ins Innere von Schloss Versailles plant (nicht empfehlenswert – lieber in die Gärten, wo ihr den Kinderwagen dabeihaben könnt), lasst den Kinderwagen guten Gewissens im Hotel. Jonáš ist in der Trage außerdem immer wunderbar eingeschlafen, während wir entspannt die Sehenswürdigkeiten bewundern konnten.

Wickeltische und Toiletten-Akrobatik

Hier stoßen wir auf den harten Pariser Standard. Falls ihr von deutschen Cafés mit geräumigen Toiletten und Wickelauflage verwöhnt seid, macht euch auf einen Kulturschock gefasst.

Die Realität der Pariser Bistros

Junge fotografiert goldene Fontänen mit Wasserstrahlen in Versailles

Einen Wickeltisch in einem normalen unabhängigen Bistro oder Restaurant gibt es praktisch nicht. Die Toiletten sind oft ungefähr so groß wie eine Telefonzelle – Kind, sich selbst und die Wickeltasche dort hineinzuquetschen, erfordert akrobatisches Talent.

Nehmt immer eine weiche, faltbare, abwischbare Unterlage mit. Ihr werdet auf Parkbänken wickeln, auf dem eigenen Schoß oder auf dem Boden in einer abgelegenen Ecke des Cafés. Die Einheimischen haben damit kein Problem – das gehört einfach zum Großstadt-Leben dazu.

💡 Tipp von uns: Eines der wenigen Restaurants, das tatsächlich einen Wickeltisch hat und viel Platz bietet, ist Les Belles Plantes im 5. Arrondissement. Dort gibt es auch bequeme Sitzbänke in Nischen und ein tolles Kindermenü.

Sichere Häfen in den Kaufhäusern

Vater mit Kind an einem schönen Brunnen im Garten von Versailles

Euer wichtigstes Rettungsnetz werden die großen Kaufhäuser (Grands Magasins). Galeries Lafayette Haussmann im 9. Arrondissement, Le Bon Marché im 7. und BHV Marais im 4. verfügen über luxuriöse, saubere Toiletten, geräumige Wickeltische und oft auch ruhige Stillräume (sogenannte salles d’allaitement).

Belebte Pariser Straße mit Blumen und Geschäften voller Touristen

Grüne Oasen: Die besten Pariser Parks für Kinder

Die Pariser Parks sind perfekt, geometrisch präzise und sorgfältig gepflegt. Sie haben aber eine Besonderheit: Der Rasen ist oft heilig. Wenn ihr ein Schild Pelouse interdite (Rasen betreten verboten) seht, wird wirklich nicht auf den Rasen getreten. Die Pariser nehmen das todernst, und Parkwächter mit Trillerpfeifen vertreiben euch schnell. Wo können Kinder also Dampf ablassen?

Jardin du Luxembourg (6. Arrondissement)

Vater mit kleinem Kind in einem historischen Arkadenhof bei einer klassischen Statue

Das ist der absolute Favorit für Familien mit Kindern und unser liebster Park. Die Gärten bieten so viel Programm, dass ihr hier locker einen halben Tag verbringt. Die Kinder toben sich auf dem Poussin Vert aus, einem riesigen eingezäunten Spielplatz, der in Bereiche nach Alter unterteilt ist. Über 30 verschiedene Spielgeräte, Sand und Rutschen warten hier. Der Eintritt zum Spielplatz kostet symbolische paar Euro. Vergesst auch nicht die Segelboote am zentralen Brunnen – ihr leiht euch ein wunderschönes hölzernes Segelboot mit Stab aus und euer Kind schiebt es über die Wasseroberfläche des Brunnens.

Der größte Schatz hier ist aber das Théâtre des Marionnettes (Guignol), das größte Puppentheater Frankreichs, gegründet 1933. Vorstellungen gibt es mittwochs, an Wochenenden und Feiertagen. Eintrittspreis: 2,70 €.

💡 Tipp von uns: Die Vorstellungen des Puppentheaters sind zwar auf Französisch, aber habt keine Angst davor. Der Slapstick-Humor, die Verfolgungsjagden und die ausdrucksstarke Gestik der Puppen sind eine absolut universelle Sprache, die jedes Zweijährige versteht.

Jardin d’Acclimatation (16. Arrondissement)

Marmorfigur auf einem Sockel in einem klassischen Garten mit Arkade

Wollt ihr eurem Kind einen unvergesslichen Tag schenken? Dann fahrt in den Westen der Stadt zum Bois de Boulogne. Der Jardin d’Acclimatation ist ein historischer Freizeitpark auf 18 Hektar, wie geschaffen für die Altersgruppe 2 bis 12 Jahre.

Ihr findet hier kleine Achterbahnen, Boote, ein riesiges Planschbecken im Sommer, einen Bauernhof mit Tieren und eine historische Bimmelbahn. Die Atmosphäre ist deutlich ruhiger und lokaler als im riesigen Disneyland. Eintritt 2026: Der Grundeintritt in den Park kostet 7 €, das Unlimited-Armband für alle Attraktionen liegt bei 46 €.

💡 Tipp von uns: Wenn ihr nicht das Unlimited-Armband kaufen wollt, könnt ihr nur den Grundeintritt nehmen und einzelne Fahrten mit Jetons bezahlen (ein Jeton kostet ca. 3 €). Für kleinere Kinder, die nur ein paar Attraktionen durchhalten, ist das günstiger.

Ménagerie im Jardin des Plantes (5. Arrondissement)

Freizeitboote auf dem Teich beim Schloss Versailles mit Fontänen im Hintergrund

Neben den wunderschönen botanischen Gärten und Gewächshäusern befindet sich hier die Ménagerie – ein kleiner, historischer Zoo. Er steht seit 1794 hier, blickt also auf eine beachtliche Geschichte zurück, und hat für ein zweijähriges Kind die absolut ideale Größe.

Ihr lauft euch hier nicht die Füße ab – erwartet keine Elefanten oder Giraffen. Der Zoo spezialisiert sich auf kleinere bedrohte Arten, und so hat Jonáš hier zum ersten Mal in seinem Leben Rote Pandas gesehen und war vor Begeisterung kaum zu halten. Auch Flamingos und Affen könnt ihr beobachten. Eintritt: Erwachsene 13 €, Kinder unter 3 Jahren kostenlos.

💡 Tipp von uns: Direkt neben dem Zoo findet ihr die großartige Grande Galerie de l’Évolution (Große Galerie der Evolution) im Naturkundemuseum. Durch den riesigen Saal schreitet ein Zug ausgestopfter Tiere der afrikanischen Savanne. Das ist visuell absolut überwältigend – auch für die Allerkleinsten.

lukas a lucka
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Parc Monceau (8. Arrondissement)

Wenn ihr eine ruhigere Oase sucht, die vor allem von lokalen Kindermädchen und Müttern aus dem eleganten 8. Arrondissement besucht wird, seid ihr hier richtig. Der Park ist von wunderschönen bürgerlichen Häusern umgeben, hat breite Asphalt-Wege – ideal für Kinderwagen – und einen großen Rasen, der hier (Wunder über Wunder) ausnahmsweise betreten werden darf.

Wir kommen immer wieder gern hierher, wenn wir eine Pause vom Lärm der großen Boulevards brauchen. Außerdem gibt es hier ein wunderschönes altmodisches Karussell, das Jonáš eine gute halbe Stunde beschäftigt hat.

💡 Tipp von uns: Kauft euch vor dem Parkbesuch frisches Gebäck und Käse in der nahen Rue de Lévis – eine der besten lokalen Marktstraßen in Paris – und macht auf dem Rasen im Parc Monceau ein Picknick.

In Paris mit Kindern essen gehen (ohne wahnsinnig zu werden)

Franzosen lieben Kinder, aber sie lieben auch ihre klar definierten Regeln. In Paris sind die Kleinen am Tisch willkommen, niemand wird euch hinausweisen – aber ihr müsst nach ihren Regeln spielen. Der größte Stolperstein für deutsche Eltern sind die Essenszeiten. Das Mittagessen wird strikt zwischen 12:00 und 14:30 serviert.

Punkt halb drei schließen die Küchen in klassischen Bistros kompromisslos. Das Abendessen beginnt frühestens um 19:30, oft aber erst nach acht. Was tun, wenn das Kleinkind um fünf Uhr nachmittags Hunger hat? Da retten euch Lokale mit durchgehendem Service (achtet auf das Schild service continu), traditionelle Brasseries oder Bäckereien (Boulangeries), wo ihr jederzeit eine Quiche oder ein frisches Baguette-Sandwich kaufen könnt.

Eine weitere Regel ist das Zauberwort Bonjour. Jeder Eintritt in ein Restaurant oder Geschäft muss mit diesem Gruß beginnen. Auch wenn ihr ein schreiendes Kleinkind auf dem Arm habt – bleibt in der Tür stehen, stellt Blickkontakt mit dem Kellner her und grüßt. Ohne das wird nicht mit euch kommuniziert. Als Vegetarierin muss ich außerdem sagen, dass sich die Situation in der Stadt enorm verbessert hat. Sogar das legendäre Drei-Sterne-Restaurant Arpège ist 2026 komplett auf ein pflanzliches Menü umgestiegen – ein Erdbeben für die Gastroszene. Hier sind unsere bewährten Orte, wo ihr mit Kinderwagen reinpasst und gut essen könnt:

Treize au Jardin (6. Arrondissement)

Direkt gegenüber dem Jardin du Luxembourg findet ihr dieses fantastische Lokal. Es hat eine riesige Terrasse und serviert südamerikanischen Brunch mit französischem Flair.

Das Lokal ist großzügig geschnitten, das Personal ist an Kinder gewöhnt und für euch gibt es tolle vegetarische Varianten voller Gemüse und Käse. Preis pro Gericht: Um die 20–25 € für einen Hauptgang.

💡 Tipp von uns: Bestellt die hauseigenen herzhaften Pfannkuchen oder den Karottenkuchen, der so riesig ist, dass ihn zwei Erwachsene mit Kindern kaum aufessen können.

Traditionelle Bouillons (Chartier, Pigalle, République)

Diese riesigen, historischen und günstigen Speisehallen aus dem späten 19. Jahrhundert sind die Rettung für alle Eltern. Warum hierher mit Kleinkind? Genau wegen des Lärms.

Der Geräuschpegel von Hunderten von Gästen und das Klirren von Besteck schluckt jedes Kindergeschrei zuverlässig. Das Essen kommt blitzschnell, ist klassisch französisch (es gibt immer irgendein Omelett oder einen Lauchsalat für Vegetarier) und die Preise sind für Pariser Verhältnisse unschlagbar. Preis pro Gericht: Einen Hauptgang bekommt ihr schon ab ca. 12 €.

💡 Tipp von uns: Nehmt keinen großen Kinderwagen mit – die Gänge zwischen den Tischen sind eng und Kinderwagen müssen zusammengeklappt am Eingang gelassen werden. Trage oder Kind auf dem Schoß ist hier die ideale Wahl.

Frau in grauem Kleid betrachtet einen barocken Brunnen in Versailles

Marché des Enfants Rouges (3. Arrondissement)

Der älteste überdachte Markt in Paris im Herzen des Marais-Viertels ist ein idealer Stopp zum Mittagessen. Ihr könnt euch ein vegetarisches marokkanisches Tajine, libanesische Salate oder ein japanisches Bento holen, während euer Partner etwas Fleischhaltiges vom Nachbarstand nimmt.

Man sitzt draußen auf gemeinsamen Holzbänken, die Atmosphäre ist ungezwungen, laut und für Kleinkinder eine großartige visuelle Show voller Düfte. Preis pro Gericht: Portionen an den Ständen kosten 15–18 €.

💡 Tipp von uns: Der Markt hat montags geschlossen. Am Wochenende zur Mittagszeit herrscht hier riesiger Andrang – kommt lieber an einem Wochentag oder am Wochenende schon um 11:45, bevor sich die Schlangen bilden.

La REcyclerie (18. Arrondissement)

Dieser tolle Ort an der ehemaligen Bahnstrecke Petite Ceinture im Norden der Stadt hat die Atmosphäre einer großen Gemeinschaftskantine. Familiäre Gemütlichkeit, selbstgemachtes nachhaltiges Essen, viele vegetarische und vegane Optionen zu sehr erschwinglichen Preisen.

Kinder haben hier jede Menge Platz und niemand stört sich daran, wenn sie um die upcycelten Möbel herumrennen. Für uns war es eine wunderbare Oase mitten im sonst so trubeligen 18. Arrondissement. Preis pro Gericht: Tagesmenü um die 16 €.

💡 Tipp von uns: Nach dem Essen könnt ihr mit den Kindern direkt entlang der alten Eisenbahnschienen spazieren, die von Grün überwuchert sind und als Stadtfarm mit Community-Hühnern fungieren.

Kleiner Junge in weißem T-Shirt mit Autos hält französisches Gebäck auf einer Pariser Straße

Breizh Café (mehrere Standorte, z. B. im 3. Arrondissement)

Bretonische Crêperien sind für Familien die absolute Rettung. Ihre herzhaften Galettes werden aus echtem Buchweizenmehl gemacht und sind damit von Natur aus glutenfrei und leicht verdaulich.

Es gibt viele fleischlose Varianten und Kinder lieben die süßen Crêpes mit hausgemachtem Karamell. Das hat uns gleich am ersten Tag gerettet, als Jonáš müde von der Anreise war und schnell etwas Gutes in den Magen brauchte. Preis pro Gericht: Eine herzhafte Galette kostet ungefähr 12–15 €.

💡 Tipp von uns: Wenn ihr zu den Crêpes einen traditionellen bretonischen Apfel-Cidre bestellt, bekommt ihr ihn stilecht in breiten Keramikschalen (Bolées) serviert – ganz wie es die Tradition verlangt.

Museen und Sehenswürdigkeiten: Was kleine Füße schaffen

Mit einem Kleinkind einen Marathon durch die Sehenswürdigkeiten zu planen, ist der direkte Weg in die Hölle. Jonáš hat uns das gleich im Louvre unmissverständlich klargemacht, als er nach fünfzig Metern auf den Boden gesetzt hat und sich weigerte weiterzugehen, weil er eine interessante Fuge im Pflaster entdeckt hatte. Euer Kind wird Impressionisten nicht zu schätzen wissen und gotische Architektur ist ihm herzlich egal – also wählt klug und habt immer einen Rettungsplan in Form des nächsten Parks parat.

Eiffelturm und warum ihr nicht hochfahren solltet

Den Eiffelturm zu sehen ist Pflicht. Aber stundenlang in der Schlange an den Sicherheitskontrollen stehen, sich mit Kinderwagen in den beengten Aufzug quetschen und oben mit den Massen um ein Stück Aussicht kämpfen – das ist mit Kindern die reinste Qual. Wir mit Lukáš haben eine klare Regel: Den Eiffelturm betrachten wir von unten oder aus der Ferne. Macht ein Picknick auf dem Rasen des Champ de Mars oder spaziert zum Fluss.

Wollt ihr die Stadt von oben sehen, ohne das Kinderwagen-Martyrium? Fahrt auf die Dachterrasse der Galeries Lafayette im 9. Arrondissement, wo ihr per Aufzug auf die riesige Dachterrasse mit Blick über ganz Paris und den Eiffelturm in der Ferne gelangt (und der Eintritt ist komplett kostenlos).

💡 Tipp von uns: Wenn ihr das beste Familienfoto mit dem Eiffelturm im Hintergrund sucht, geht nicht auf das überfüllte Trocadéro. Steuert stattdessen die Brücke Pont de Bir-Hakeim an. Von der unteren Ebene unter dem Metro-Viadukt gelingen euch ikonische Fotos ohne Menschenmassen im Hintergrund.

Louvre im Familienmodus

In den Louvre mit Kind? Geht, aber ihr braucht einen klaren Plan – sonst endet es wie bei uns beim ersten Mal: irgendwo in der mittelalterlichen Kunst verloren, mit einem in der Trage tobenden Jonáš. Vergesst die Vorstellung, alles zu sehen. Wählt nur einen Flügel aus (zum Beispiel die ägyptische Sammlung, die Kinder dank Mumien und großen Statuen fasziniert).

Einen Kinderwagen könnt ihr mitnehmen, das Museum (offizielle Louvre-Website) ist überraschend gut mit Aufzügen ausgestattet – auch wenn deren Suche an einen Orientierungslauf erinnert. Für uns war es eine Herausforderung, aber wenn ihr euch ein striktes Limit von maximal zwei Stunden setzt, ist es gut machbar. Eintritt: Erwachsene 22 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kostenlos.

💡 Tipp von uns: Geht niemals durch den Haupteingang über die Glaspyramide, wo die längsten Schlangen sind. Nutzt den Seiteneingang Porte des Lions oder den Zugang über die unterirdische Einkaufsgalerie Carrousel du Louvre. Und kauft Tickets im Voraus online für eine bestimmte Uhrzeit.

L‘Atelier des Lumières (11. Arrondissement)

Das ist für Kinder der absolute Knaller. Es handelt sich um eine ehemalige Gießerei, die zum Zentrum für digitale Kunst umgebaut wurde. Gemälde berühmter Maler werden hier direkt auf riesige Wände und Böden projiziert, begleitet von umhüllender Musik.

Kinder dürfen frei herumlaufen, den projizierten Farben auf dem Boden nachjagen und niemand zwingt sie zur Ruhe. Jonáš hat dort fasziniert auf die schwebenden Lichter gestarrt und wir konnten uns einen Moment setzen und einfach nur die Atmosphäre genießen. Eintritt: Erwachsene 17 €, Kinder 5–25 Jahre 12 €, unter 5 Jahren kostenlos.

💡 Tipp von uns: Ab dem 19. April 2026 startet hier eine brandneue immersive Ausstellung zum Thema Dinosaurier. Für kleine Urzeit-Fans wird das ein visuelles und akustisches Erlebnis, das in Paris seinesgleichen sucht.

Was ihr 2026 auslassen solltet (Wichtige Warnungen)

Früher hätte ich euch ohne Zögern das Wissenschafts- und Entdeckermuseum Cité des Enfants im Park La Villette empfohlen. ⚠️ Achtung aber: Die Abteilung für kleinere Kinder (2 bis 7 Jahre) wird gerade komplett umgebaut und ist bis zum 9. Juni 2026 GESCHLOSSEN! Plant keinen Besuch dorthin, ihr wärt enttäuscht.

Vergesst ebenfalls das ikonische Museum für moderne Kunst Centre Pompidou. Das Gebäude mit den bunten Röhren an der Fassade wurde Ende 2025 komplett geschlossen und wird fünf Jahre lang renoviert. Wiedereröffnung erst 2030. Von außen könnt ihr es fotografieren, aber hinein kommt ihr nicht.

Die gute Nachricht hingegen: Die Kathedrale Notre-Dame ist nach dem verheerenden Brand endlich wieder geöffnet. Von außen strahlt sie vor Neuheit und der Eintritt ist kostenlos (kauft niemals Tickets von Schwarzhändlern vor der Kirche – das ist Betrug).

Ausflüge außerhalb der Stadt: Zu Parks und Märchen

Paris ist vereinnahmend und laut, und manchmal braucht ihr einfach eine Flucht aus den steinernen Straßen, um durchzuatmen und das Kleinkind frei laufen zu lassen. Die Umgebung von Paris hat uns mehrfach vor dem kollektiven Zusammenbruch bewahrt.

Disneyland Paris: Taktische Operation mit einem Zweijährigen

Viele Leute denken, dass ein Disneyland-Besuch mit Kleinkind keinen Sinn hat – und ich selbst dachte das auch, bis wir mit Jonáš dort waren und ich sein Gesicht sah, als er zum ersten Mal Mickey Mouse erblickte. Das Pariser Disneyland (offizielle Website) ist für kleine Kinder überraschend gut ausgestattet – man muss nur wie bei einer militärischen Operation herangehen. Kinder bis 2 Jahre (einschließlich) haben FREIEN Eintritt. Nehmt auf jeden Fall euren eigenen Kinderwagen mit (er dient als rollende Basis für Snacks und Nachmittagsschläfchen) und eigenes Essen. Eintritt für Erwachsene: Die Preise sind dynamisch und beginnen bei etwa 65 € pro Tag/Park, wenn ihr weit im Voraus bucht.

Euer Revier wird das Fantasyland sein. Hier befinden sich die Attraktionen ohne Mindestgröße. Kinder lieben die Bootsfahrt It’s a Small World (Tausende singende Puppen), die fliegenden Dumbo-Elefanten oder das klassische Pferde-Karussell.

💡 Tipp von uns: Schaut in der App nach der genauen Uhrzeit der nachmittäglichen Parade der Festwagen. Für ein Zweijähriges ist es oft ein viel größeres Erlebnis, Mickey Mouse und Prinzessinnen in Lebensgröße zu sehen, als die Karussells selbst. Sichert euch mindestens 30 Minuten vorher einen Platz am Straßenrand.

Schloss Versailles: Die umgekehrte Strategie

Versailles mit Kinderwagen ist eine Herausforderung. Tausende Menschen strömen zu den Toren. Die meisten Reiseführer schicken euch auf die RER-Linie C. Macht es aber anders. Mit Kinderwagen ist der Zug der Linie N vom Gare Montparnasse bis zur Station Versailles Chantiers deutlich bequemer.

Der Bahnhof ist viel angenehmer und ihr spart euch die Nerven bei Umstiegen im Untergrund. Tickets für das Schloss Versailles kauft online für eine bestimmte Uhrzeit. Eintritt: Das Schloss kostet 21 €, die Gärten sind an den meisten Tagen kostenlos (außer an Tagen mit den musikalischen Fontänen).

💡 Tipp von uns: Während alle direkt ins Schloss rennen, geht ihr zuerst in die Gärten. Lasst euer Kind am Grand Canal herumtoben und steuert das Dorf von Marie Antoinette an (Hameau de la Reine). Es ist so etwas wie ein Freilichtmuseum im Miniaturformat mit echten Hühnern, und Jonáš hat dort mehr Zeit verbracht als im gesamten Schloss zusammen. Geht erst am Nachmittag ins Schloss, wenn das Kleinkind idealerweise in der Trage eingeschlafen ist.

Giverny und Monets Gärten

Wenn ihr den Impressionismus liebt, fahrt mit dem Zug in die Normandie ins Dörfchen Giverny. Claude Monet hat hier sein größtes Meisterwerk angelegt – den Garten mit der ikonischen japanischen Brücke und dem Seerosenteich.

Die Fahrt vom Gare Saint-Lazare nach Vernon und der anschließende Bus-Shuttle sind sehr bequem. Für Kinder ist es ein wunderschöner Spaziergang voller Farben, und ihr genießt das echte französische Landleben. Eintritt: Erwachsene 13 €, Kinder unter 7 Jahren kostenlos.

💡 Tipp von uns: ⚠️ Wichtige Warnung für 2026: Giverny ist am Wochenende des 19. und 20. September 2026 anlässlich der Europäischen Tage des Kulturerbes komplett geschlossen. Plant euren Reiseplan mit Rücksicht auf dieses Datum, damit ihr nicht umsonst fahrt!

Praktische Infos: Sicherheit, Gesundheit und Packliste

Paris ist wunderschön, aber naive Touristen kommen hier teuer davon – und mit Kinderwagen und einer Tasche voller Babysachen seid ihr für Taschendiebe ein willkommenes Ziel. Ein paar Tricks und ihr seid auf der sicheren Seite.

Taschendiebe und Straßenbetrug

Touristenmassen ziehen organisierte Betrügergruppen an. Lasst euer Handy niemals auf dem Tisch einer Café-Terrasse liegen und haltet die Handtasche nah am Körper – besonders auf dem Montmartre und beim Louvre. Auf welche konkreten Tricks solltet ihr achten?

Der goldene Ring: Jemand „findet“ vor euch auf der Straße einen massiven goldenen Ring und bietet ihn euch gegen eine kleine Belohnung an. Es ist ein wertloser Messingring. Einfach ignorieren. Freundschaftsarmbänder: Auf den Treppen unter der Basilika Sacré-Cœur operieren Männer, die versuchen, euch schnell eine Schnur ums Handgelenk zu binden und dann aggressiv Geld fordern. Lasst sie nicht in euren persönlichen Raum eindringen, Hände in die Taschen und schnell weitergehen. Falsche Petitionen: Junge Mädchen (die oft Taubstummheit vortäuschen) reichen euch Klembretter mit einer Petition zum Unterschreiben. Während ihr lest, räumt ein Komplize euren Rucksack aus.

Gesundheitsversorgung (wenn es ernst wird)

Wenn euer Kind nachts plötzlich Fieber bekommt – keine Panik. Paris hat ein hervorragendes Netz an Apotheken (achtet auf das leuchtende grüne Kreuz) und für alltägliche Beschwerden berät euch der Apotheker gut. Braucht ihr aber einen echten Arzt direkt im Hotel, gibt es den Dienst SOS Médecins (Telefon 3624).

Die sind an Touristen gewöhnt, arbeiten rund um die Uhr und der Arzt kommt direkt zu euch. Ihr zahlt zwar eine Gebühr in bar oder mit Karte (um die 70 bis 100 Euro), aber mit der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) und eurer Reisekrankenversicherung bekommt ihr das zu Hause erstattet.

💡 Tipp von uns: Sucht Kindermedikamente nicht im Supermarkt. In Frankreich werden selbst gewöhnliche Fiebersäfte (z. B. Doliprane) ausschließlich in Apotheken verkauft.

Was ihr extra einpacken solltet

Neben den üblichen Sachen für ein Kleinkind lohnt es sich in Paris, Spezialausrüstung dabeizuhaben. Wir haben nach und nach gelernt, dass es sich wirklich nicht auszahlt, Unnötiges mitzuschleppen – aber auf der anderen Seite retten euch ein paar Dinge zuverlässig den Tag (und die Nerven).

Hier ist unsere bewährte Liste mit dem Wichtigsten:

  • Leichter Falt-Kinderwagen mit Federung (große Dreirad-Jogger passen schlicht nicht in die Metro und enge Geschäfte).
  • Babytrage (ja, ich habe es schon erwähnt, aber es ist wirklich das Wichtigste auf der gesamten Reise).
  • Reise-Wickelunterlage.
  • Trinkflasche (in Paris gibt es jede Menge Trinkbrunnen mit kostenlosem Trinkwasser, die sogenannten Fontaines Wallace).

Weiterlesen

Wenn ihr das Gefühl habt, Paris mit Kindern im Griff zu haben und weiterplanen wollt, schaut euch unsere weiteren Artikel an:

Häufig gestellte Fragen

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Paris bei Nacht: Jazz, Speakeasy, Rooftop-Bars und Oper (kompletter Guide zum Nachtleben)

TL;DRParis bei Nacht bietet Jazzclubs an der Rue des Lombards (Le Duc des Lombards, Sunset/Sunside), geheime Speakeasy-Bars wie Little Red Door, Lavomatic und Candelaria sowie Dachterrassen mit Blick auf den Eiffelturm (Tour Montparnasse, Créatures auf dem Dach der Galeries Lafayette). Dazu kommt Oper im Palais Garnier oder der modernen Opéra Bastille. Für Nachtleben sind Juni und Juli die besten Monate – dank langer Tage und Paris Plages. Im August dagegen schließen viele Lokale wegen der fermeture annuelle. Die Metro fährt bis 1:15 Uhr (am Wochenende bis 2:15 Uhr), danach bleiben nur noch die Nachtbusse Noctilien oder ein Taxi. Meiden solltest du die Gegend um die Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l’Est sowie die abgelegeneren Teile von Pigalle und Barbès. Das 6. und 3. Arrondissement gelten dagegen als sehr sicher. Die Preise reichen von 10 € für den Eintritt in einen Jazzclub bis 230 € für eine Dinnershow im Moulin Rouge.

Das Paris Nachtleben ist schlichtweg magisch – vor allem, wenn über der Seine die Dämmerung hereinbricht und die gusseisernen Straßenlaternen erste goldene Reflexe auf das nasse Kopfsteinpflaster werfen. Die Stadt wechselt radikal ihr Tempo: Der hektische Touristen-Trubel des Tages weicht etwas deutlich Eleganterem. Kleine runde Tischchen vor den Cafés füllen sich mit Weingläsern, während aus den halbgeöffneten Türen alter Kellerbars ein gedämpfter Bass zu pulsieren beginnt – und Paris sich auf seine zweite, weitaus verführerischere Schicht vorbereitet.

Paris nach Einbruch der Dunkelheit bietet zudem im Jahr 2026 eine unglaubliche Dynamik. Während manche berühmte Institutionen ruhen, haben andere völlig neues Leben eingehaucht bekommen. Die Kathedrale Notre-Dame erstrahlt endlich wieder in nächtlichem Glanz, und im Sommer wird nach über hundert Jahren das abendliche Baden direkt in der Seine wieder möglich. Aus Sicht einer Vegetarierin ist es ein riesiges Fest, dass das legendäre Restaurant Arpège auf ein rein pflanzliches Menü umgestellt hat, was die gesamte lokale Fine-Dining-Szene verändert hat. Egal ob ihr stille Romantik oder eine wilde Swing-Party sucht – diese Stadt lässt euch nicht schlafen.

All das serviere ich euch schön der Reihe nach: von Jazz-Kellern über geheime Speakeasy-Bars mit Eingängen durch Waschmaschinen-Türen bis hin zu Rooftop-Bars, auf denen euch der Eiffelturm über die Schulter schaut.

Eiffelturm in Bernsteinlicht zur blauen Stunde vom Trocadéro aus

Zusammenfassung

  • Den besten Blick auf die nächtliche Stadt findet ihr nicht auf dem Eiffelturm. Geht auf das Dach des Wolkenkratzers Tour Montparnasse (geöffnet bis 23:30) oder in die Bar auf dem Dach der Galeries Lafayette – von dort liegt euch Paris zu Füßen.
  • Geheime Speakeasy-Bars sind ein riesiger Trend. Besucht das Little Red Door im Marais, den Lavomatic versteckt in einem Waschsalon oder die Candelaria, getarnt als gewöhnliche mexikanische Taqueria.
  • Das Jazz-Herz schlägt in der Rue des Lombards. Hier findet ihr die Clubs Le Duc des Lombards und Sunset/Sunside. Zum Tanzen und Swingen geht es in den mittelalterlichen Keller Caveau de la Huchette.
  • Kabaretts sind nicht nur das Moulin Rouge. Wer ein authentischeres und weniger massentouristisches Erlebnis in einem wunderschönen Gebäude von Gustave Eiffel sucht, sollte sich Tickets für das Paradis Latin reservieren.
  • Vorsicht vor beliebten Betrugsmaschen: Ignoriert nachts Leute, die euch einen „gefundenen“ Goldring anbieten, Armbandverkäufer unter Sacré-Cœur und falsche Taubstumme mit Petitionen.
  • Eltern mit Kindern, keine Sorge: Nutzt die Kultur des abendlichen Apéro (zwischen 17:00 und 20:00 Uhr), wenn man auf Terrassen bei Wein und Käse sitzt. Kinder stören hier niemanden.
  • Die Nachtverkehrslage ist speziell: Die Metro fährt am Wochenende bis 2:15 Uhr morgens. Danach müsst ihr auf die Nachtbusse Noctilien oder offizielle Taxi-Dienste (Uber, G7) zurückgreifen.
  • Meidet nächtliche Spaziergänge in der Umgebung der Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l’Est (10. Arrondissement) und in den abgelegeneren Teilen von Pigalle und Barbès. Das 6. und 3. Arrondissement hingegen sind sehr sicher.
Rote Neonschrift des Moulin Rouge am abendlichen Place Blanche

Paris Nachtleben nach Saisons: Wann losziehen und Kalender der Nacht-Events

Das abendliche Gesicht der Stadt verändert sich dramatisch, je nachdem in welchem Monat ihr ankommt. Mal könnt ihr bis Mitternacht im leichten Pullover am Fluss entlangschlendern, mal treibt euch ein nasskalter Wind schon um fünf Uhr nachmittags in die nächste geheizte Weinbar. Jede Jahreszeit hat aber ihren ganz eigenen Zauber – es kommt also darauf an, worauf ihr gerade Lust habt.

Sommerabende und Paris Plages

Vater hält seinen kleinen Sohn vor Notre-Dame mit der Seine

Juni und Juli sind für das Nachtleben die absolut besten Monate. Die Tage sind unglaublich lang, die Sonne geht erst gegen zehn Uhr abends unter und die Goldene Stunde scheint ewig zu dauern. Genau in dieser Zeit öffnen die berühmten Paris Plages, bei denen sich die Seine-Ufer in Sandstrände mit Liegestühlen und Bars verwandeln. Für 2026 gibt es zudem die große Neuigkeit, dass nach über hundert Jahren offiziell wieder das Baden direkt in der Seine an ausgewiesenen Stellen erlaubt ist – auch in den Abendstunden.

Rechnet aber damit, dass die Stadt im August die sogenannte fermeture annuelle erlebt. Die Einheimischen fahren massenweise in den Urlaub, viele unabhängige Bistros und kleinere Bars schließen für den ganzen Monat und in den Straßen bleiben überwiegend Touristen zurück.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr im Sommer die echte lokale Atmosphäre erleben wollt, geht am Canal Saint-Martin entlang spazieren. Die Einheimischen setzen sich direkt an die Ufer, öffnen Weinflaschen und bestellen sich Pizza aus den umliegenden Lokalen. Es ist günstig, ungezwungen und unglaublich entspannt.

Herbst- und Winterromantik

Lächelnder Junge steht auf dem Platz vor dem Palais Royal in Paris

Sobald der Oktober kommt, zieht sich das Abendleben von den Straßen unter die Dächer zurück. Das ist die perfekte Zeit, um dunkle Jazz-Keller und gemütliche Speakeasy-Bars zu entdecken. Die Pariser kehren aus dem Urlaub zurück (eine Phase, die man la rentrée nennt), und die Kulturszene läuft auf vollen Touren. Neue Theatersaisons starten und Operntickets sind im Handumdrehen ausverkauft.

Der Winter hat seinen eigenen gewaltigen Charme dank der Weihnachtsbeleuchtung, die traditionell ab Ende November erstrahlt. Rechnet allerdings damit, dass es nach den Feiertagen im Januar und Februar draußen wirklich ungemütlich kalt ist und manche Rooftop-Bars ihre Außenterrassen gar nicht öffnen.

💡 Insider-Tipp: In den Wintermonaten ist es absolut notwendig, in Restaurants einen Tisch im Voraus zu reservieren. Während sich die Leute im Sommer auf riesige Außenterrassen verteilen, quetschen sich im Winter alle in die kleinen Innenräume – und ohne Reservierung habt ihr keine Chance.

Kalender der Nacht-Events für 2026

Kleiner blonder Junge im weißen T-Shirt hält Käse auf einer Pariser Straße

Wenn ihr etwas absolut Außergewöhnliches erleben wollt, plant eure Reise auf bestimmte Termine. Ein ganz entscheidendes Ereignis ist die Nuit Blanche (Weiße Nacht), die dieses Jahr auf Samstag, den 6. Juni 2026 fällt. Die ganze Stadt bleibt wach, Museen sind kostenlos geöffnet und in den Straßen finden gigantische Kunstinstallationen statt.

Nur wenige Wochen später, am 21. Juni, findet die Fête de la Musique statt. An jeder Ecke, auf jedem Platz und vor jeder Bäckerei spielen Live-Bands. Es ist ohrenbetäubend, wild und ungemein fröhlich. Im Mai gibt es zudem die Europäische Nacht der Museen (Nuit des Musées), bei der ihr nach Einbruch der Dunkelheit in berühmte Galerien kommt, oft mit Begleitprogramm.

💡 Insider-Tipp: Während der Nuit Blanche fahren ausgewählte Metro-Linien die ganze Nacht komplett kostenlos. Nutzt das, denn Taxis sind an diesem Tag hoffnungslos ausgebucht. Details zum Programm findet ihr immer rechtzeitig auf der offiziellen Website paris.fr.

Notre-Dame in der abendlichen blauen Stunde nach der Renovierung

Übernachten in Paris: Sichere und strategische Viertel für den Abend

Die Wahl der Unterkunft ist entscheidend, besonders wenn ihr abendliche Streifzüge plant oder mit kleinen Kindern reist. Man will sich ja nicht um Mitternacht durch dubiose dunkle Gassen am Stadtrand zurückkämpfen. Wir – Lukáš und ich – haben die Erfahrung gemacht, dass es sich absolut lohnt, für ein Hotel in einem sicheren und zentralen Viertel etwas mehr zu bezahlen. Das zahlt sich doppelt aus: in Seelenruhe und gespartem Geld für Nacht-Taxis. Paris hat zwanzig Arrondissements und für das Nachtleben empfehle ich diejenigen, die lebendig sind und zugleich ein hohes Maß an Sicherheit bieten.

6. Arrondissement (Saint-Germain-des-Prés): Eleganz und absolute Sicherheit

Das ist unser absolutes Lieblingsviertel. Der goldene Gral des linken Seine-Ufers. Selbst um zwei Uhr nachts ist es hier völlig sicher, die Straßen sind wunderschön beleuchtet und voller eleganter Restaurants. Ihr findet hier berühmte literarische Cafés und zahlreiche ruhige Gassen. Mit Kinderwagen ist es die ideale Wahl, denn tagsüber habt ihr gleich um die Ecke den Jardin du Luxembourg und abends könnt ihr in aller Ruhe am Fluss entlangspazieren.

Für uns ist es immer so eine Art kleiner Hafen der Ruhe. Manchmal setzen wir uns abends einfach auf eine Bank mit einem frischen Crêpe in der Hand und genießen diese unvergleichliche Atmosphäre des alten Paris, die hier nahezu unberührt erhalten geblieben ist.

  • Hôtel Rive Gauche: Ein hübsches, kleineres Hotel mit sehr freundlichem Personal, das problemlos ein Kinderbett organisiert. Die Zimmer sind für Pariser Verhältnisse recht geräumig und es gibt einen funktionierenden Aufzug (was hier keine Selbstverständlichkeit ist). Der Preis liegt 2026 bei etwa 180 € pro Nacht für zwei Personen.
  • Hotel des Marronniers: Ein verstecktes Juwel in einem Innenhof, in den kein Straßenlärm dringt. Es gibt einen wunderschönen Innengarten, in dem ihr euch abends ein Glas Wein gönnen könnt, während das Kind mit dem Babyfon auf dem Zimmer schläft. Eine Nacht kostet rund 220 €.

3. Arrondissement (Nördliches Marais): Mittendrin im Geschehen

Wenn euer Hauptziel ist, geheime Speakeasy-Bars und hervorragende Restaurants zu entdecken, dann übernachtet im nördlichen Teil des Viertels Marais (Haut-Marais). Es ist hier deutlich ruhiger als im wilderen südlichen Teil und ihr seid nur wenige Schritte von einigen der besten Cocktail-Bars Europas entfernt.

Zudem mischen sich hier alte Steingassen mit modernsten Boutiquen und unabhängigen Cafés. Es ist genau das Viertel, in dem man sich ohne Karte verlaufen kann und trotzdem immer auf ein fantastisches kleines Lokal stößt, über das in normalen Reiseführern kein Wort steht.

  • Hôtel Les Tournelles: Modern, sehr sauber, mit ausgezeichnetem Frühstück und bequemen Betten. Barrierefreier Eingang, was mit Kinderwagen Gold wert ist. Ein Doppelzimmer gibt es ab 160 € pro Nacht.
  • Hôtel Emile: Ein Design-Schmuckstück mit toller Atmosphäre und sehr familienfreundlichem Service. Liegt nur einen Katzensprung von der Metrostation Saint-Paul entfernt. Preis pro Nacht ca. 190 €.

15. Arrondissement (Vaugirard): Ruhige Familienwahl

Wenn ihr einen Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und guter Anbindung sucht, ist das 15. Arrondissement eine hervorragende Wahl. Es ist ein Wohnviertel, sehr ruhig, wo überwiegend Pariser Familien leben. Abends findet ihr hier zwar keine wilden Clubs, aber jede Menge großartiger Bistros, und von vielen Stellen aus seid ihr zu Fuß am Eiffelturm.

Gleichzeitig ist es ein großer Vorteil, wenn ihr den schlimmsten Touristenmassen aus dem Weg gehen wollt. Die Cafés hier bedienen die Nachbarn aus der Umgebung, die Preise sind spürbar angenehmer und morgens weckt euch nur der Duft frischer Baguettes aus der Bäckerei nebenan.

  • Novotel Paris Centre Tour Eiffel: Eine riesige Sicherheit für Familien mit Kindern. Die Zimmer sind groß, das Hotel hat einen eigenen Pool und Flussblick. Kinder bis 16 Jahre übernachten häufig kostenlos im Zimmer der Eltern. Der Preis beginnt bei 150 € pro Nacht.
  • Hôtel Eiffel Blomet: Ein wunderschönes Art-Déco-Hotel mit Innenpool und sehr ruhiger Atmosphäre. Perfekt für alle, die tagsüber erkunden und abends entspannen wollen. Eine Nacht kostet rund 170 €.

Für Familien mit Kindern endet der Abend deutlich früher, weshalb wir die ruhige Umgebung in unserem Hotel sehr geschätzt haben. Rechnet allerdings damit, dass die Metro-Linie 10 gegen halb eins nachts den Betrieb einstellt, sodass ihr bei einer sehr späten Rückkehr aus dem Zentrum einen Uber rufen müsst. Zur Logistik schreibe ich ausführlich in einer separaten Rezension und die Unterkunft könnt ihr euch hier ansehen.

Beleuchtete Opéra Garnier mit goldenen Statuen in der blauen Stunde

Essen gehen: Abends in Paris – Bistros und Spitzenrestaurants

Abends in die Pariser Straßen zum Essen zu gehen ist ein Ritual, das ihr auf keinen Fall auslassen dürft. Die Franzosen essen recht spät zu Abend – die besten Restaurants füllen sich erst gegen acht oder neun Uhr abends. Es ist die Zeit, in der die Stadt etwas leiser wird, die Leute ihre Handys beiseitelegen und die Gesellschaft ihrer Liebsten bei einem Teller exzellenten Essens und einem Glas Wein genießen. Wir lieben das, auch wenn wir mit unserem Sohn Jonáš mittlerweile etwas kreativer sein müssen, um seinen Schlafrhythmus nicht durcheinanderzubringen.

Die Grundregel für Pariser Restaurants lautet ziemlich kompromisslos: Reserviert euren Tisch im Voraus. Besonders bei beliebten und bekannten Lokalen passiert es sonst schnell, dass ihr hungrig auf der Straße steht. Ich habe für euch ein paar Lokale zusammengestellt, in die wir mit Lukáš immer wieder zurückkehren – nicht aus Mangel an Fantasie, sondern weil sie einfach außergewöhnlich sind und euer Budget nicht sprengen.

Bouillon Julien (10. Arrondissement)

Ein absoluter Klassiker, wenn ihr traditionelle französische Küche zu sehr erschwinglichen Preisen und in atemberaubender Umgebung probieren wollt. Das Konzept der Bouillons besteht darin, schnelles, gutes und günstiges Arbeiteressen zu servieren – allerdings in großen Jugendstilsälen. Das Gebäude des Bouillon Julien von 1906 versetzt euch sofort in eine andere Zeit: überall Spiegel, bemaltes Glas und geschmiedete Details. Wir bringen oft Besuch hierher, weil der erste Eindruck einfach unbezahlbar ist.

Es gibt eine riesige Auswahl an Vorspeisen wie Schnecken oder hervorragende Lauchsuppe und Hauptgerichte wie Bœuf Bourguignon. Als Vegetarierin habe ich hier zwar manchmal eine etwas schwierigere Wahl, aber die Käse- und Gemüsevariationen sind ausgezeichnet. Hauptgerichte beginnen hier bei 10 €, was im Zentrum von Paris ein kleines Wunder ist. Erwartet allerdings etwas Lärm und eine sehr schnelle, manchmal etwas ruppige Bedienung, denn die Tische werden hier im Akkord besetzt.

Pink Mamma (9. Arrondissement)

Wenn ihr eher italienische Küche in einer unglaublich fotogenen Umgebung sucht, müsst ihr ins Viertel Pigalle. Das Restaurant Pink Mamma befindet sich in einem mehrstöckigen Eckhaus und der ganz obere Bereich mit Glasdach und einer wahren Pflanzenflut wirkt tatsächlich wie aus einem italienischen Traum. Das Essen ist authentisch, die Pasta wird direkt vor Ort gemacht und der Trüffelduft haut euch schon an der Tür um.

Die berühmten Trüffel-Pasta kosten rund 19 € und eine ehrliche neapolitanische Pizza gibt es für 15 €. Vergesst nicht, Platz für das Tiramisu zu lassen, das euch direkt am Tisch aus einer riesigen Schüssel serviert wird. Aber Achtung: Ohne Reservierung lohnt es sich wirklich nicht herzukommen. Das Buchungssystem öffnet normalerweise einige Wochen vorher und die besten Zeiten sind im Nu weg.

Le Train Bleu (12. Arrondissement)

Wenn ihr etwas wirklich Luxuriöses erleben wollt und gerade in festlicher Stimmung seid, ist dieses Lokal im Bahnhof Gare de Lyon ein wahres Juwel. Es wurde anlässlich der Weltausstellung eröffnet und sein Interieur schmücken riesige Kronleuchter und goldene Fresken. Le Train Bleu hat die Aura vergangener Zeiten – früher kamen berühmte Reisende hierher zum Essen, bevor sie den Zug an die Côte d’Azur bestiegen.

Die Preise sind hier verständlicherweise deutlich höher – für ein Hauptgericht zahlt ihr rund 45 €, aber einen großen Teil davon zahlt ihr für das märchenhafte Erlebnis. Ich liebe es, wenn wir hier auf einen Nachmittagskaffee oder ein abendliches Dessert einkehren können, auch wenn wir kein großes Abendessen planen. Die Kellner in langen Schürzen gleiten leise zwischen den Tischen hindurch und die ganze Stimmung finde ich einfach unglaublich fesselnd.

Pont Alexandre III mit beleuchteten Laternen in der blauen Stunde

Klassik und Drama: Oper, Ballett und Theater

Die Pariser Theater- und Opernszene ist eine Institution für sich. Man geht hier nicht nur wegen der Aufführung selbst, sondern wegen des Gesamterlebnisses in den Räumlichkeiten. Die Architektur der besten Säle spielt mindestens eine Nebenrolle direkt nach den Hauptsolisten, und allein das Betreten dieser Gebäude versetzt euch sofort in eine andere Epoche.

Zwei Gesichter der Oper: Palais Garnier vs. Opéra Bastille

Wenn ihr in Paris erklärt, dass ihr in die Oper geht, müsst ihr sofort dazusagen wohin. Die Stadt hat nämlich zwei Hauptbühnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Sie werden zwar von einer Organisation – der Opéra national de Paris – geleitet, aber jede bietet eine völlig andere Welt.

Die Entscheidung zwischen beiden ist gewissermaßen eine Wahl zwischen klassischer Romantik und modernem Minimalismus. Während euch das eine Gebäude sofort ins neunzehnte Jahrhundert versetzt, bietet euch das andere das modernste akustische Erlebnis auf höchstem Niveau.

Palais Garnier (9. Arrondissement) Das ist die klassische Oper. Die Essenz des 19. Jahrhunderts: Marmor, Gold, schwerer roter Samt und ein gewaltiger Kristallleuchter. Genau hierhin verlegte Gaston Leroux die Handlung seines berühmten „Phantom der Oper“. Der Mythos vom unterirdischen See hat übrigens einen realen Hintergrund – ein gewaltiges Wasserreservoir, das hier bis heute der Feuerwehr dient. Wenn ihr euch im Zuschauerraum niederlasst und nach oben blickt, verschlägt euch die riesige Decke von Marc Chagall den Atem. Seine traumhaften, farbenprächtigen Bilder kontrastieren scharf mit der klassischen Architektur von Charles Garnier, aber zusammen funktioniert es absolut perfekt. Heute wird hier vor allem Ballett aufgeführt.

  • Tickets: Abendvorstellungen kosten von 25 € bis 200 €. Die 200 € für die besten Plätze haben wir mit Lukáš nicht getestet 😅, aber ein Ticket für 25 € in der letzten Reihe lohnt sich absolut. Falls ihr keine Vorstellung schafft: Eine Tagesbesichtigung des Gebäudes kostet 14 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 3, 7 und 8 (Station Opéra).
  • 💡 Insider-Tipp: Für Sparfüchse: Sucht nach Tickets der Kategorie 5. Sie sind am günstigsten und haben zwar oft eingeschränkte Sicht, aber die pompöse Atmosphäre saugt ihr zu hundert Prozent auf. Der Dresscode ist heute überraschend locker – elegantes Smart Casual reicht, aber Turnschuhe lasst besser im Hotel.

Opéra Bastille (12. Arrondissement) Sie wurde 1989 zum zweihundertsten Jahrestag der Französischen Revolution eröffnet. Ein verglaster, massiver, hypermoderner Koloss. Während Garnier Geschichte atmet, beherbergt die Bastille mit ihrer riesigen Kapazität von über 2.700 Plätzen und erstklassiger moderner Akustik die größten und anspruchsvollsten Opernproduktionen.

  • Tickets: Preise von 15 € bis 180 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 1, 5 und 8 (Station Bastille).
  • 💡 Insider-Tipp: Die Bastille bietet sogenannte „Last Minute“-Tickets (places de dernière minute) für Personen unter 28 Jahren und Senioren für nur 10 €. Sie werden an der Kasse etwa eine Stunde vor Beginn verkauft.

Schauspiel-Legenden und Klassik

Neben Oper und Ballett ist die Pariser Szene auch für ihr fantastisches Schauspielrepertoire berühmt. Auch wenn Französisch für manche eine Barriere darstellt – klassische Stücke in ihrer Heimat zu sehen ist ein Erlebnis für sich.

Comédie-Française (1. Arrondissement) Dieses Theater ist geradezu ein Synonym für Molière. Es wurde 1680 gegründet und ist als einziges staatliches Theater Frankreichs mit einem festen Ensemble ausgestattet. Es residiert im wunderschönen Salle Richelieu direkt am Palais-Royal. Wer Französisch beherrscht und hier ein klassisches Drama sieht, erlebt den absoluten kulturellen Höhepunkt seines Aufenthalts.

  • Tickets: Preise bewegen sich von 12 € bis 45 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 1 und 7 (Station Palais Royal – Musée du Louvre).
  • 💡 Insider-Tipp: Jeden Tag etwa eine Stunde vor Vorstellungsbeginn verkauft das Theater eine begrenzte Anzahl an Steh- oder Sichteingeschränkten-Plätzen für symbolische 5 €. Dafür müsst ihr allerdings Schlange stehen.
Pont de Bir-Hakeim mit Metro-Hochbahn in der blauen Stunde

Kabaretts: Federn, Pailletten und Cancan

Das Pariser Kabarett ist teuer, stellenweise kitschig und touristisch – das will ich nicht beschönigen. Aber es hat sein unbestreitbares historisches Gewicht und gehört zum Nachtleben in Paris einfach dazu.

Moulin Rouge und die anderen

Das richtige Kabarett auszuwählen kann für Uneingeweihte eine echte Herausforderung sein, denn jedes bietet eine etwas andere Art von Show. Während manche auf traditionellen Folklore und riesige Ausstattung setzen, versuchen andere, das Genre in modernere und künstlerischere Bahnen zu lenken.

Moulin Rouge (18. Arrondissement) Die rote Mühle am Fuß des Montmartre am Boulevard de Clichy kennt schlichtweg jeder. Es ist eine Legende, die von ihrem enormen Ruhm lebt. Es ist massentouristisch und die Preise sind astronomisch. Warum also überhaupt hingehen? Weil ihr nirgendwo sonst auf der Welt den originalen französischen Cancan mit solcher Präzision und in solchen Kostümen tanzen seht. Tickets sind Monate im Voraus ausverkauft, also müsst ihr weit vorausplanen.

  • Tickets: Die Show allein mit einem Glas Champagner kostet rund 135 €, die Variante mit Abendessen klettert auf 230 €.
  • Anfahrt: Metro Linie 2 (Station Blanche).
  • 💡 Insider-Tipp: Kauft euch Tickets für die Spätvorstellung ab 23:00 Uhr. Sie sind etwas günstiger und im Saal herrscht eine lockerere Atmosphäre als bei der früheren Show mit Abendessen.

Paradis Latin (5. Arrondissement) Das ist das versteckte Juwel des Quartier Latin und meine persönliche Empfehlung für alle, die etwas Authentischeres suchen. Es ist das älteste Kabarett in Paris – seine Wurzeln reichen bis 1803 zurück (es ist also älter als das Moulin Rouge). Die heutige Gestalt des Saals entwarf Gustave Eiffel persönlich. Im Vergleich zur Roten Mühle herrscht hier eine deutlich intimere, wärmere und insgesamt „lokalere“ Atmosphäre. Die aktuelle Show wurde vom berühmten Kamel Ouali choreografiert und ist visuell atemberaubend.

  • Tickets: Show mit Champagner kostet ca. 85 €, mit Abendessen rund 160 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 7 und 10 (Station Jussieu).
  • 💡 Insider-Tipp: Paradis Latin ist eines der wenigen Kabaretts, in denen das Essen wirklich auf hohem Niveau ist. Wenn ihr Show mit Abendessen verbinden wollt, lohnt es sich hier, mehr als bei der Konkurrenz auszugeben.

Crazy Horse (8. Arrondissement) Das hier ist eine völlig andere Liga als der traditionelle Cancan. Erwartet keine riesigen Röcke und fliegende Federn. Das Crazy Horse befindet sich unweit der Champs-Élysées und konzentriert sich auf den weiblichen Körper, Licht-Schatten-Spiele und perfekte Synchronisation. Es ist hochstilisierte, visuell fesselnde erotische Kunst – sehr modern und schick.

  • Tickets: Ab 115 € für die Show mit Champagner.
  • Anfahrt: Metro Linie 9 (Station Alma-Marceau).
  • 💡 Insider-Tipp: Das Lokal ist sehr klein und intim. Es gibt keinen einzigen schlechten Platz, ihr müsst also nicht für VIP-Zonen nahe der Bühne aufzahlen.

(Anmerkung zu 2026: Wer das berühmte Lido auf den Champs-Élysées im Blick hatte, muss seine Pläne ändern. Das Haus durchläuft derzeit eine grundlegende Transformation und bietet die klassischen Abendshows mit Dinner in der ursprünglichen Form nicht mehr an.)

Weiße Kuppel von Sacré-Cœur in der blauen Stunde über Montmartre

Jazz in Paris: Keller, in denen Geschichte geschrieben wurde

Ich gebe zu, dass ich ursprünglich nicht wegen des Jazz nach Paris gefahren bin. Dann hat uns Lukáš in einen Keller in der Rue des Lombards geschleppt und alles war anders. Denn dieses Genre und diese Stadt führen seit dem Ersten Weltkrieg eine Liebesbeziehung, als afroamerikanische Soldaten den Rhythmus hierher brachten. Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen amerikanische Jazzmusiker vor der Rassentrennung in ihrer Heimat hierher (wie etwa Sidney Bechet oder Miles Davis) und Paris empfing sie mit offenen Armen. Heute ist die Stadt eine der wichtigsten Jazz-Metropolen Europas und die hiesigen Clubs haben eine unverwechselbare Atmosphäre.

Das goldene Dreieck in der Rue des Lombards (1. Arrondissement)

Wenn ihr abends nicht lange auf der Karte herumsuchen wollt, geht auf Nummer sicher. Die unscheinbare Rue des Lombards, nur einen Katzensprung vom Verkehrsknoten Châtelet entfernt, ist das Epizentrum des zeitgenössischen Pariser Jazz. Hier findet ihr drei berühmte Clubs quasi Wand an Wand.

Le Duc des Lombards (42 Rue des Lombards) Hierher geht man, um seriösen Jazz zu hören. Es ist die absolute Spitze. Der Club wurde vor einigen Jahren komplett renoviert, das Interieur ist dunkel und elegant, mit einer runden Bühne in der Mitte und einer kleinen Empore. Die Akustik ist erstklassig, es gibt einen Yamaha-Konzertflügel und in den Sommermonaten die absolute Rettung in Form einer funktionierenden Klimaanlage. Jährlich werden hier rund 300 Konzerte gespielt, mit den größten Namen der Welt.

  • Tickets: Eintritt für Konzerte liegt üblicherweise zwischen 30 und 40 €. Drinks drinnen rund 12 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 1, 4, 7, 11, 14 (Station Châtelet).
  • 💡 Insider-Tipp: Freitag- und Samstagabend finden hier ab 23:30 Uhr sogenannte „Late Night Jams“ statt. Der Eintritt zu diesen Jam Sessions ist komplett kostenlos – ihr zahlt nur für eure Getränke. Eine fantastische Gelegenheit, großartige Musik zum kleinen Preis zu erleben.

Sunset / Sunside (60 Rue des Lombards) Das sind eigentlich zwei Clubs hinter einer einzigen Tür. Der Laden wurde 1983 gegründet. Das Sunside befindet sich im Erdgeschoss, hat warme Backsteinwände, eine intime Atmosphäre und ist ganz auf akustischen Jazz ausgerichtet. Ins Sunset dagegen steigt ihr die Treppe hinunter in den Keller. Mit seinen Kacheln erinnert es an eine Metrostation, und hier wird elektrischer Jazz, Fusion und Experimentelleres gespielt.

  • Tickets: Rund 25 bis 35 € je nach Interpret.
  • Anfahrt: Wie beim Duc: Station Châtelet.
  • 💡 Insider-Tipp: Wenn ihr euch nicht entscheiden könnt, empfehle ich den Keller-Club Sunset. Die Atmosphäre des unterirdischen Kachelsaals mit hervorragender Akustik ist für Paris deutlich typischer.

Le Baiser Salé (58 Rue des Lombards) Der Dritte im Bunde dieser Straße. Während der Duc für Klassik steht und der Sunset experimentiert, hat sich der „Salzige Kuss“ auf World Music, afro-kubanische Rhythmen und wilden Jazz-Fusion spezialisiert. Hier spielt Rhythmik die absolute Hauptrolle und die Atmosphäre ist von allen drei Clubs bei Weitem die lockerste.

  • Tickets: Häufig zwischen 20 und 28 €.
  • Anfahrt: Station Châtelet.
  • 💡 Insider-Tipp: Setzt euch direkt an die Bar im ersten Stock. Es gibt hier eine riesige Auswahl an Rums aus aller Welt, die zu den afro-kubanischen Rhythmen viel besser passen als klassischer Wein.
lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in Paris übernachten kann
6 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP WAHL 🏨 Hotel
Hôtel Rive Gauche
Schönes kleineres Hotel im 6. Arrondissement (Saint-Germain-des-Prés) mit sehr freundlichem Personal, das problemlos ein Kinderbett bereitstellt. Die Zimmer sind für Pariser Verhältnisse recht geräumig und verfügen über einen funktionierenden Aufzug.
★★★★ ab 180 €/Nacht
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🏨 Hotel
Hotel des Marronniers
Verstecktes Juwel in einem Innenhof im 6. Arrondissement, wo kein Straßenlärm durchdringt. Es gibt einen wunderschönen Innengarten, wo Sie abends ein Glas Wein genießen können, während Ihr Kind im Zimmer mit dem Babysitter schläft.
★★★★ ab 220 €/Nacht
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🏨 Hotel
Hôtel Les Tournelles
Modernes, sehr sauberes Hotel im 3. Arrondissement (Nördliches Marais) mit ausgezeichnetem Frühstück und bequemen Betten. Es verfügt über einen barrierefreien Eingang, was Sie mit dem Kinderwagen zu schätzen wissen.
★★★★ ab 160 €/Nacht
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🏨 Hotel
Hôtel Emile
Designhotel im 3. Arrondissement mit fantastischer Atmosphäre und sehr familienfreundlichem Service. Es befindet sich nur wenige Schritte von der Metro-Station Saint-Paul entfernt.
★★★★ ab 190 €/Nacht
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🏨 Hotel
Novotel Paris Centre Tour Eiffel
Eine absolut sichere Wahl für Familien mit Kindern im 15. Arrondissement. Die Zimmer sind groß, das Hotel verfügt über einen eigenen Pool und Blick auf den Fluss. Kinder bis 16 Jahre übernachten oft kostenlos im Zimmer der Eltern.
★★★★ ab 150 €/Nacht
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🏨 Hotel
Hôtel Eiffel Blomet
Wunderschönes Hotel im Art-Déco-Stil mit Innenpool und sehr ruhiger Atmosphäre im 15. Arrondissement. Eine ausgezeichnete Wahl für alle, die tagsüber die Stadt erkunden und abends entspannen möchten.
★★★★ ab 170 €/Nacht
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Keller und Legenden außerhalb des Zentrums

Wenn ihr ein Stück weiter vom bekannten Jazz-Zentrum streift, stoßt ihr auf Lokale, die auf den ersten Blick vielleicht nicht so herausgeputzt sind, dafür aber eine umso spannendere Geschichte in sich bergen. Es sind Orte mit echter Seele.

Caveau de la Huchette (5. Arrondissement) Stellt euch einen echten mittelalterlichen Keller im Quartier Latin vor. Steingewölbe, gedämpftes Licht und allgegenwärtiger Schweiß. Seit den 1940er Jahren wird hier reiner Swing und Bebop gespielt. Dieser Ort hat einen ganz speziellen, etwas altmodischen Charme. Es spielen traditionelle Orchester und die Leute tanzen hier wirklich. Kein steifes Sitzen an Tischchen mit leisem Kopfwippen – hier schwitzt man auf dem Tanzparkett. Der Raum dürfte euch übrigens bekannt vorkommen: Hier wurden die Pariser Szenen für den Oscar-Film La La Land gedreht.

  • Tickets: Eintritt kostet volksnahe 15 €, für Studenten unter 25 Jahren nur 10 €.
  • Anfahrt: Metro Linie 4 (Station Saint-Michel).
  • 💡 Insider-Tipp: Kommt nicht in Stöckelschuhen. Die Treppe in den Keller ist alt, steil und rutschig. Und wenn euch jemand zum Tanzen auffordert, lehnt nicht ab, auch wenn ihr die Schritte nicht kennt. Hier geht es vor allem um die Freude an der Bewegung.

New Morning (10. Arrondissement) Ein Club mit größerem Saal und enormer Geschichte. Erwartet keinen polierten Salon oder Samtsofas – es ist ein ziemlich roher Raum in einer ehemaligen Druckerei, wo allerdings Musikgeschichte geschrieben wurde. Hier spielte Miles Davis, Chet Baker oder Prince. Bis heute kommt Weltklasse hierher, nur das Programm ist heute breiter und umfasst auch Funk, Soul und Blues.

  • Tickets: Normalerweise 25 bis 40 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 4, 8, 9 (Station Strasbourg – Saint-Denis).
  • 💡 Insider-Tipp: Konzerte beginnen hier oft mit leichter Verspätung und der Saal ist bis zum Bersten voll. Kommt mindestens 45 Minuten vorher, um euch einen guten Stehplatz nahe der Bühne zu sichern.
Bateau Mouche auf der abendlichen Seine mit beleuchteten Palästen

Speakeasy und Spitzen-Mixologie: Geheime Türen und versteckte Bars

Ich muss zugeben, dass ich außergewöhnliche Bars im Speakeasy-Stil anfangs für einen etwas überbewerteten Trend hielt. Dann habe ich aber versehentlich zwei Stunden damit verbracht, die richtige Waschmaschinen-Tür im Lavomatic zu finden, und meine Meinung geändert. Paris hat dieses Konzept auf die Spitze getrieben. Hier geht es längst nicht mehr nur darum, versteckte Türen zu finden – es geht vor allem darum, was euch dahinter eingeschenkt wird. Die Pariser Mixologie bewegt sich heute auf absolutem Weltklasse-Niveau und die lokalen Barkeeper sind eher Alchemisten und Köche in einem.

Absolutes Muss: Little Red Door

Wenn ihr Zeit und Budget nur für einen einzigen Cocktail während eures Aufenthalts habt, geht hierhin. Dieses unscheinbare Lokal im Herzen des Viertels Marais hat sich seit 2012 unglaubliche neun Mal in der prestigeträchtigen Rangliste World’s 50 Best Bars platziert.

Ihre Karte ist nicht einfach eine Getränkeliste, sondern ein durchdachtes konzeptionelles Werk. Sie wird auf Basis von Kunstströmungen und Sozialwissenschaften erstellt, mit enormem Fokus auf Nachhaltigkeit und französische regionale Zutaten. Es ist die perfekte Mischung aus New-Yorker Vibe und Pariser Eleganz.

  • Preise: Cocktails kosten einheitlich rund 17 €.
  • Anfahrt: Metro Linie 8 (Station Filles du Calvaire).
  • 💡 Insider-Tipp: Geöffnet täglich von 18:00 bis 02:00 Uhr, aber es werden keinerlei Reservierungen angenommen. Es gilt Walk-in only – kommt also pünktlich um sechs Uhr abends zur Öffnung, sonst steht ihr lange auf der Straße Schlange.

Geheime Eingänge und Illusionen

Manche Bars haben die Tarnung auf ein völlig neues Level gehoben und aus der Suche nach dem Eingang selbst ein unterhaltsames Spiel gemacht. Ob versteckt hinter einer Waschmaschine, in einer Pizzeria oder einem unscheinbaren Restaurant – der Moment der Überraschung beim Entdecken der geheimen Tür ist einfach unbezahlbar.

Lavomatic (10. Arrondissement) Eines der witzigsten und beliebtesten Konzepte der Stadt. Von der Straße aus seht ihr einen völlig normal aussehenden Waschsalon. Leute waschen hier tatsächlich ihre Wäsche. Ihr aber müsst die richtige Waschmaschinen-Tür finden, die euch zu einer geheimen Treppe aus alten Waschmaschinen führt. Oben erwartet euch eine pulsierende, bunte Bar mit hervorragenden Drinks und toller junger Atmosphäre.

  • Preise: Drinks bewegen sich um 12 bis 15 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 3, 5, 8, 9, 11 (Station République).
  • 💡 Insider-Tipp: Die Bar ist winzig und ein Hit in den sozialen Medien. An Wochenenden ist es oft schon ab acht Uhr abends brechend voll. Geht lieber Mittwoch oder Donnerstag hin.

Candelaria (3. Arrondissement) Von der Straße aus seht ihr nur eine kleine, ziemlich gewöhnliche und leicht schmuddelige Taqueria. Ihr geht am Tresen mit dem Essen vorbei, drückt gegen die unscheinbare weiße Hintertür und findet euch in einer dunklen, kerzenbeleuchteten Bar wieder, die wie eine Höhle wirkt. Spezialisiert auf Mezcal und Tequila, gilt die Candelaria als langjährige Größe der Pariser Barszene.

  • Preise: Cocktails für 14 bis 16 €, Tacos für 4 €.
  • Anfahrt: Metro Linie 8 (Station Saint-Sébastien – Froissart).
  • 💡 Insider-Tipp: Kombiniert beides. Bestellt euch ausgezeichnete Tacos im vorderen Teil, macht euch die Finger ordentlich fettig und geht dann nach hinten für einen raffinierten Mezcal-Drink.

Moonshiner (11. Arrondissement) Ähnliches Prinzip wie die Candelaria, nur mit italienischem Twist. Ihr betretet die Pizzeria Da Vito, geht direkt durch das Fleisch-Kühlhaus und schon seid ihr in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Grammophone, gedämpftes Licht und der Duft von Prohibitions-Drinks umgeben euch. Das Interieur ist schlichtweg umwerfend.

  • Preise: Cocktails ab 13 €.
  • Anfahrt: Metro Linie 5 (Station Bréguet – Sabin).
  • 💡 Insider-Tipp: Bestellt ihre Variante des Old Fashioned. Die Barkeeper öffnen hier außerdem alte Tresore, in denen sie ihre besten Flaschen verstecken.
Modern eingerichtetes Restaurant mit grauen Stühlen und gedecktem Tisch

Hohes Spiel und Weltklasse

Für diejenigen, die den reinsten Luxus suchen und bereit sind, tiefer in die Tasche zu greifen, hat Paris Lokale von Weltformat parat. Hier geht es nicht mehr um Versteckspielen, sondern um erstklassiges Design und die anerkanntesten Barkeeper.

Danico (1. Arrondissement) Diese Bar verbirgt sich in der wunderschönen historischen Passage Galerie Vivienne, gleich hinter dem viralen italienischen Restaurant Daroco. Danico taucht regelmäßig in der Top 50 der besten Bars weltweit auf. Das Interieur mit gestreiften Tapeten und Samtsesseln haut euch um und die Drinks sind unglaublich kreativ.

  • Preise: Drinks rund 16 €.
  • Anfahrt: Metro Linie 3 (Station Bourse).
  • 💡 Insider-Tipp: Ihr Signature Moscow Mule ist legendär, aber scheut euch nicht, dem Barkeeper zu sagen, welche Geschmacksrichtungen ihr bevorzugt, und euch etwas Maßgeschneidertes abseits der Karte mixen zu lassen.

Bar Hemingway (1. Arrondissement) Zu finden im ikonischen Hotel Ritz am Place Vendôme. Hier sucht ihr keine geheimen Türen – bereitet vielmehr euer Portemonnaie vor. Ernest Hemingway kam hier zum Trinken und soll die Bar persönlich am Ende des Zweiten Weltkriegs befreit haben. Es ist konservativ, sehr teuer, voller Leder und Holz, aber ein Stück reiner literarischer Geschichte.

  • Preise: Rechnet damit, dass Cocktails hier bei 35 € beginnen.
  • Anfahrt: Metro Linien 3, 7, 8 (Station Opéra).
  • 💡 Insider-Tipp: Ins Ritz kommt ihr in zerrissenen Jeans und Turnschuhen nicht rein. Hier ist formellere Kleidung Pflicht. Wenn ihr euch einen Luxus-Drink fürs Leben gönnen wollt, bestellt ihr berühmtes Martini.

Paris von oben: Rooftop-Bars und Terrassen

Warum auf dem Boden trinken, wenn ihr auf Augenhöhe mit Sacré-Cœur oder dem Eiffelturm sein könnt? Rooftop-Bars erleben in Paris seit fünf Jahren einen enormen Boom. Die goldene Regel ist einfach: Schaut im Handy nach, wann an diesem Tag die Sonne untergeht, und kommt mindestens anderthalb Stunden vorher. Die Goldene Stunde über den grauen Zinkdächern von Paris brennt sich euch tiefer ein als jeder Museumsbesuch.

Klassiker und beste Aussichten gratis

Für den perfektesten Blick auf das beleuchtete Paris müsst ihr eigentlich keinen einzigen Euro ausgeben – wenn ihr wisst, wohin. Meidet einfach die überteuerten touristischen Aussichtspunkte und geht dorthin, wo die Pariser selbst nach der Arbeit hingehen.

Créatures auf dem Dach der Galeries Lafayette (9. Arrondissement) Die Terrasse im 7. Stock des berühmten Kaufhauses Galeries Lafayette bietet volle 360 Grad Aussicht. Von hier habt ihr die prachtvolle Rückseite der Opéra Garnier wie auf dem Präsentierteller und in der Ferne ragt majestätisch der Eiffelturm empor. In den Sommermonaten gibt es hier eine Bar und das vegetarische Restaurant Créatures unter der Leitung des hervorragenden Kochs Julien Sebbag.

  • Preise: Der Zugang zur Terrasse ist tagsüber komplett kostenlos. Abends in der Bar zahlt ihr für einen Drink rund 15 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 7, 9 (Station Chaussée d’Antin – La Fayette).
  • 💡 Insider-Tipp: Das ist der absolut beste Ort für einen Sonnenuntergang mit Eiffelturm im Hintergrund, ohne teures Eintrittsgeld auf den Turm selbst bezahlen zu müssen. Kommt aber rechtzeitig – die Schlange an den Aufzügen kann lang sein.

Tour Montparnasse und Ciel de Paris (15. Arrondissement) Viele Reiseführer sagen euch, dass der schwarze Wolkenkratzer Tour Montparnasse das hässlichste Gebäude in Paris ist. Vielleicht stimmt das, aber er hat einen riesigen Vorteil: Wenn ihr oben steht, seht ihr ihn nicht. Dafür seht ihr ganz Paris inklusive der perfekten Silhouette des Eiffelturms. In 210 Metern Höhe gibt es die Bar und das Restaurant Ciel de Paris. Ich selbst habe mich anfangs nicht besonders darauf gefreut – der Wolkenkratzer ist wirklich kein architektonisches Schmuckstück und sticht von jedem zweiten Pariser Hügel ins Auge. Aber als uns der superschnelle Aufzug nach oben befördert hatte, musste ich zugeben: Es lohnt sich. Plötzlich breitet sich vor euch dieser überwältigende Raum aus, all die endlosen Boulevards glitzern in der Nacht und ihr habt alles wie auf dem Silbertablett.

  • Preise: Drinks in der Bar kosten rund 20 €. Der Aufstieg auf die eigentliche Aussichtsterrasse des Turms kostet 20 €.
  • Anfahrt: Metro Linien 4, 6, 12, 13 (Station Montparnasse – Bienvenüe).
  • 💡 Insider-Tipp: Den Aufstieg auf den Eiffelturm könnt ihr getrost auslassen. Von dort aus seht ihr nämlich das schönste Element des Pariser Panoramas nicht – den Eiffelturm selbst. Die Tour Montparnasse ist bis 23:30 Uhr geöffnet und damit der ideale Ort für den nächtlichen Ausblick.

Atmosphäre und Design

Wenn sich zum großartigen Ausblick auch noch ein durchdachtes Interieur und tolle Atmosphäre gesellen, ist der perfekte Abend garantiert. Diese Rooftops legen Wert darauf, euch neben dem Blick auf die Stadt auch stylisches Ambiente und fantastische Drinks zu bieten.

Die Le-Perchoir-Familie Das Wort perchoir bedeutet auf Französisch Sitzstange, und die Betreiber dieser Kette wissen genau, wie man die besten Plätze auswählt. Le Perchoir Ménilmontant (11. Arrondissement) ist der ursprüngliche Rooftop, der den ganzen Trend gestartet hat, und bietet eine sehr entspannte, bohemische Atmosphäre voller Kissen und Lichterketten. Der zweite Ableger, Le Perchoir Marais (4. Arrondissement), befindet sich direkt auf dem Dach des Kaufhauses BHV Marais und bietet einen absolut atemberaubenden Blick auf das beleuchtete Rathaus Hôtel de Ville, die Seine und die Türme von Notre-Dame.

  • Preise: Drinks bewegen sich um 14 €.
  • Anfahrt: Für Marais: Metro Linien 1, 11 (Station Hôtel de Ville).
  • 💡 Insider-Tipp: Den Eingang zum Le Perchoir Marais findet ihr erst nach Ladenschluss des Kaufhauses hinten in der Rue de la Verrerie. Haltet Ausschau nach einer unscheinbaren Tür mit Türsteher.

Terrass“ Hotel (18. Arrondissement) Versteckt am Fuße des Montmartre. Es bietet eine deutlich ruhigere, romantischere Atmosphäre als die quirligen Bars im Stadtzentrum. Der Blick erstreckt sich von hier über die ganze Stadt tief hinunter zur Seine und zum Friedhof Montmartre. Es gibt bequeme Sessel, viel Grün und im Winter sogar beheizte Decken für die Gäste.

  • Preise: Cocktails für 16 €.
  • Anfahrt: Metro Linie 2 (Station Blanche).
  • 💡 Insider-Tipp: Es ist einer der wenigen Orte, die wirklich großartige alkoholfreie Mocktails anbieten – keine übersüßten Fruchtsäfte, sondern vollwertige Geschmackserlebnisse.

Hôtel Raphaël (16. Arrondissement) Das ist ein Stück exklusives französisches Terrain, das die meisten gewöhnlichen Reiseführer links liegen lassen. Dieses Luxushotel unweit des Arc de Triomphe hat einen wunderschönen Dachgarten mit Aussicht. Normalerweise ist er nur für Hotelgäste und die gehobene Gesellschaft zugänglich.

  • Preise: Drinks beginnen hier bei 25 €.
  • Anfahrt: Metro Linie 6 (Station Kléber).
  • 💡 Insider-Tipp: Der Trick der Einheimischen: Wenn ihr vorab online einen Tisch für einen Drink reserviert, kommt ihr kostenlos nach oben und könnt diesen Fünf-Sterne-Luxus zum Preis eines einzigen Cocktails genießen.

Alternative Abende: Nachtfahrten, Spaziergänge und historische Spuren

Wenn euch laute Musik und überfüllte Bars nicht reizen, bietet Paris jede Menge ruhigere Möglichkeiten, den Abend zu genießen. Die Stadt ist nach Einbruch der Dunkelheit wunderschön beleuchtet und ein bloßer Spaziergang am Fluss entlang ist ein vollwertiges Kulturerlebnis.

Magie auf der Seine

Die klassischste und zugleich immer noch funktionierende Abendaktivität ist eine Fahrt auf der Seine. Die Boote (Bateaux Mouches oder Bateaux Parisiens) legen meist in der Nähe des Eiffelturms oder der Pont Neuf ab und die Fahrt dauert rund eine Stunde. Abends, wenn alle Sehenswürdigkeiten entlang des Flusses angestrahlt sind und sich das Licht auf der Wasseroberfläche spiegelt, ist es unglaublich romantisch.

Wir – Lukáš und ich – bevorzugen die kleineren Boote, wo nicht Kopf an Kopf gedrängt wird und man sich in Ruhe unterhalten kann. Manchmal spielt sogar Live-Musik, was der abendlichen Romantik nochmals eine ganz andere Dimension verleiht. Wenn ihr auch mit Kindern unterwegs seid, nehmt auf jeden Fall einen wärmeren Pullover mit, denn auf dem offenen Fluss kann es ziemlich frisch werden – aber vor dem Anblick des erleuchteten Paris werden ihnen die Augen übergehen. 😉

Persönlich empfehle ich, die Fahrt genau auf den Sonnenuntergang zu legen oder kurz danach. In dem Moment erwacht nämlich auch der berühmte Eiffelturm zum Leben, der in den Abendstunden zu jeder vollen Stunde fünf Minuten lang wunderschön funkelt.

  • Preise: Eine einfache Abendfahrt kostet rund 16 €, eine Fahrt mit Luxus-Dinner an Bord ab 90 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Zieht euch wärmer an, als ihr denkt. Auf dem oberen offenen Deck weht vom Fluss immer ein recht kräftiger Wind, selbst in den Sommermonaten.

Historische Spuren in Paris

Paris war historisch ein Zufluchtsort für zahlreiche Künstler aus ganz Europa, und ein abendlicher Spaziergang auf ihren Spuren hat einen ganz besonderen Zauber. Ihr könnt ins 6. Arrondissement gehen und an der Rue de Cherche-Midi entlangschlendern, unweit der Stelle, wo der Schriftsteller Milan Kundera lange Jahre lebte. Oder ihr spaziert am Jardin du Luxembourg vorbei und erinnert euch ein Stück weiter in der Rue du Val-de-Grâce an den Ort, wo Alfons Mucha wirkte, bevor er zum Star des Jugendstils wurde. Auch für Liebhaber der Klassik ist Paris ein Sehnsuchtsort – Richard Wagner, Heinrich Heine und viele weitere deutschsprachige Größen lebten und arbeiteten hier.

Mich persönlich fasziniert immer wieder, wie viele dieser Orte noch dieselbe Stimmung ausstrahlen wie in der Zeit, als diese großen Persönlichkeiten dort wirkten. Es ist ein wunderbares Gefühl, vor einem alten Haus zu stehen und sich vorzustellen, wie hier die Pariser Bohème mit Künstlern aus aller Welt zusammentraf.

  • 💡 Insider-Tipp: Im Viertel Puteaux am Stadtrand (erreichbar mit Metro Linie 1) findet ihr die berühmten Ateliers des Malers František Kupka. Ein abendlicher Spaziergang durch diesen ruhigeren Stadtteil ist eine tolle Flucht aus dem Zentrum.

Pont de Bir-Hakeim

Diese doppelstöckige Stahlbrücke verbindet das 15. und 16. Arrondissement und ist bekannt aus dem Film Inception. Während sie tagsüber voller Touristen und Hochzeitsfotografen ist, verwandelt sie sich abends in den perfekten Ort für stille Stadtbetrachtung. Oben fährt die Metro-Linie 6, unten laufen die Fußgänger.

Wir gehen hier gerne nach dem Abendessen zu Fuß hin. Die massive industrielle Konstruktion, golden angestrahlt, wirkt wie aus einer anderen Welt, und wenn über euch die Metro vorbeidonnert, fühlt es sich an wie mitten in einer Filmszene. Manchmal trifft man hier Straßenmusiker mit Akkordeon, was für mich die allerschönste Pariser Kulisse überhaupt ist.

Wenn ihr euch an das kühle Geländer lehnt und über den Fluss blickt, merkt ihr, dass dieses Stückchen Stadt eigentlich herrlich ruhig ist. Und weil ihr ein Stück weiter von den hektischsten Touristenzentren entfernt seid, drängelt ihr euch an der Aussicht nicht mit tausend anderen Leuten.

  • 💡 Insider-Tipp: Das ist objektiv der beste Ort für ein Foto des beleuchteten Eiffelturms in ganz Paris. Ihr seid weit genug entfernt, um ihn komplett im Bild zu haben, die Brücke bildet einen wunderschönen architektonischen Rahmen und ihr umgeht die irren Menschenmassen am Trocadéro.

Praktische Infos: Nahverkehr und Sicherheit nach Einbruch der Dunkelheit

Paris funktioniert nachts etwas anders als tagsüber. Es ist wichtig, die Spielregeln zu kennen, um unnötigen Stress oder sogar unangenehme Situationen zu vermeiden. Die Stadt ist generell sehr sicher, hat aber wie jede Metropole ihre Besonderheiten.

Nachtverkehr und Noctilien

Die Pariser Metro fährt nicht rund um die Uhr: Von Sonntag bis Donnerstag endet der Betrieb gegen 1:15 Uhr nachts, am Wochenende verlängert sich das bis 2:15 Uhr. Bleibt ihr länger, müsst ihr auf die Nachtbusse namens Noctilien ausweichen. Die durchqueren die Stadt die ganze Nacht und treffen sich an großen Knotenpunkten wie Châtelet oder den Bahnhöfen.

Ich gebe zu, dass die Orientierung im Nachtnetz manchmal eine echte Geduldsprobe ist, besonders wenn man schon Dutzende Kilometer in den Beinen hat. Daher empfehle ich, immer die App des Pariser Verkehrsverbunds heruntergeladen zu haben, die euch genau zeigt, von wo und wann es weitergeht.

  • 💡 Insider-Tipp: Die Nachtbusse gelten für die gleichen Tickets wie der reguläre Nahverkehr, sind aber am Wochenende voller angetrunkener Leute und die Fahrt dauert lang. Wenn ihr müde seid, ruft lieber einen Uber oder den offiziellen Taxi-Dienst G7 (die haben eine ausgezeichnete App auch auf Deutsch/Englisch). Steigt niemals in ein Taxi ohne offizielle Kennzeichnung und Taxameter ein!

Sicherheit und welche Viertel ihr meiden solltet

Die meisten zentralen Arrondissements (1. bis 8.) sind nachts absolut sicher, voller Menschen und gut beleuchtet. Trotzdem gibt es Orte, denen ihr nach 22 Uhr aus dem Weg gehen solltet, besonders wenn ihr allein oder mit Kindern unterwegs seid.

Im Grunde funktioniert es ähnlich wie in jeder größeren europäischen Stadt – hört einfach auf euer Bauchgefühl. Wenn eine Straße plötzlich verdächtig ruhig wird, die Straßenlaternen weniger werden und ihr euch dort einfach nicht wohlfühlt, dreht am besten um und geht zurück zum nächsten belebteren Boulevard.

  • Bahnhofsumgebung: Meidet den nördlichen Teil des 10. Arrondissements, konkret die unmittelbare Umgebung der Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l’Est. Nachts sammeln sich hier dubiose Gestalten und Taschendiebe.
  • Pigalle und Barbès: Während der Boulevard de Clichy mit dem Moulin Rouge voller Touristen ist, können die abgelegeneren Gassen Richtung Barbès-Rochechouart (18. Arrondissement) nachts ziemlich unwirtlich und unsicher wirken.
  • 💡 Insider-Tipp: Wenn ihr euch nachts auf der Straße unwohl fühlt, geht einfach in irgendein geöffnetes Bistro oder eine Hotelrezeption und bittet darum, ein Taxi zu rufen. Die Pariser helfen euch in dieser Hinsicht immer gern.

Betrugsmaschen und Abzocke im nächtlichen Paris

Touristenfallen schlafen auch nachts nicht. Im Gegenteil: Betrüger setzen oft darauf, dass man nach ein paar Gläsern Wein weniger aufmerksam ist.

Ich selbst wollte es lange nicht glauben, aber ein Moment der Unachtsamkeit reicht, und das Handy oder die Geldbörse sind weg. Es lohnt sich, die häufigsten Tricks vorher zu kennen, um sie rechtzeitig zu durchschauen.

  • Der goldene Ring: Der Ring ist natürlich aus wertlosem Messing. Wir haben diese Szene mit Lukáš mit eigenen Augen in der Nähe des Louvre erlebt: Ein Kerl bückte sich plötzlich, hob einen massiven Ring auf und fing an, ihn einer ahnungslosen britischen Touristin aufzudrängen, während er erklärte, er habe kein Geld für Essen und bräuchte ein paar Münzen. Sie war völlig überrumpelt, also haben wir lieber eingegriffen und den Mann verscheucht. Daher: immer die Augen offenhalten.
  • Falsche Petitionen: Besonders am abendlich beleuchteten Eiffelturm oder Louvre kommen (oft junge Mädchen) auf euch zu, die sich als taubstumm ausgeben, mit Klemmbrettern und der Bitte, eine Petition für wohltätige Zwecke zu unterschreiben. Es geht nur darum, eure Aufmerksamkeit abzulenken, während ein Komplize euch ausraubt. Das ist vermutlich der allerhäufigste Trick. Die Mädchen tragen meist feste Klemmbretter, die sie euch vors Gesicht halten und gestikulieren, dass sie nichts hören. Das Brett dient als Sichtschutz, unter dem sie blitzschnell eure Taschen durchsuchen, und ehe ihr merkt was passiert, ist das Handy weg. Denkt daran: Echte Hilfsorganisationen sammeln niemals so aggressiv Unterschriften auf der Straße.
  • Freundschaftsarmbänder: Auf den Treppen unter Sacré-Cœur operieren Gruppen von Männern, die versuchen, euch gewaltsam ein geflochtenes Armband ums Handgelenk zu binden und dann Geld dafür zu verlangen. Hände in die Taschen und zügig mit einem klaren französischen „non“ vorbeigehen. Diese Gruppen stehen fast das ganze Jahr über auf den Treppen zur Basilika. Sie sind ziemlich hartnäckig, und sobald der Faden ums Handgelenk gewickelt ist, fordern sie recht dreiste Summen. Am sichersten ist es, sich gar nicht auf ein Gespräch einzulassen, keinen Blickkontakt herzustellen und zügig weiterzugehen. Vor körperlicher Gewalt müsst ihr keine Angst haben – wenn ihr entschlossen genug auftretet, lassen sie sofort von euch ab.
  • 💡 Insider-Tipp: Die wichtigste Regel in allen Restaurants und Bars: Lasst niemals euer Handy auf dem Tisch liegen, besonders wenn ihr auf einer Außenterrasse sitzt. Diebe kommen oft vorbei, legen eine Karte oder Zeitung auf den Tisch, fragen nach dem Weg und greifen unter der Karte blitzschnell euer Telefon.

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Wenn eure Abendpläne stehen und ihr den Rest eurer Reise feinschleifen müsst, schaut euch unsere weiteren Artikel an:

Häufig gestellte Fragen

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Was kann man in Prag unternehmen: 50+ Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

TL;DRTento Reiseführer bringt 108 konkrete Tipps für Prag im Jahr 2026. Zum Pflichtprogramm zählen die Prager Burg, die Karlsbrücke, der Altstädter Ring mit der Astronomischen Uhr, das Josefov-Viertel und Vyšehrad, während Viertel wie Vinohrady, Vršovice oder Karlín die echte Atmosphäre der Stadt zeigen. Für Prag solltest du mindestens 4 Tage einplanen, am besten im Mai oder September – so entgehst du den Sommermassen und der Winterkälte. Als Unterkunft empfiehlt sich das Hotel The Julius am Senovážné náměstí, ausgezeichnet mit dem Michelin Key 2025 und auch für Familien mit Kindern ideal. Zu den praktischen Tipps gehören ein Besuch der Karlsbrücke zwischen 5 und 7 Uhr morgens ohne Menschenmassen, das Goldene Gässchen ab 17 Uhr kostenlos und der Eintritt zur Prager Burg für 450 Kronen. Der Beitrag verrät außerdem, wo du guten Kaffee findest (Café Savoy, EMA Espresso Bar), wo du vegetarisch gut isst (Lehká Hlava, Maitrea, Moment Bistro) und wie du dich mit dem Kinderwagen kostenlos mit den Prager Verkehrsmitteln fortbewegst.

Lucka und ich haben mit Unterbrechungen zehn Jahre in Prag gelebt und die Stadt kreuz und quer erkundet. Eines Tages planen wir, nach Prag zurückzukehren, aber vorerst muss uns diese Anleitung genügen, wie man Prag genießen kann. 😊

Prag, bekannt als „Goldene Stadt „und „Herz Europas“, ist eine der schönsten und meistbesuchten Städte der Welt. Mit seiner reichen Geschichte, wunderschönen Architektur und einem vielfältigen Kulturleben zieht die Stadt jährlich Millionen von Touristen an.

Die Stadt bietet viele interessante Sehenswürdigkeiten, wie die Prager Burg, den Altstädter Ring mit der Prager Rathausuhr oder die Karlsbrücke. Darüber hinaus gibt es in Prag zahlreiche kulturelle Einrichtungen, Museen und Galerien, die ein vielfältiges Kulturprogramm bieten.

Beim Besuch Prags sollte man seine Vielfalt berücksichtigen und Ausflüge so planen, dass genügend Zeit für die Besichtigung der einzelnen Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte bleibt. Sobald Sie jedoch eine Vorstellung davon haben, was Sie sehen und erleben möchten, wird Prag für immer tief in Ihren Erinnerungen verankert bleiben. 🙃 Also, was gibt es in Prag zu sehen?

Wo man in Prag übernachten kann: Die besten Hotels

Die Auswahl an Unterkünften in Prag ist riesig, von Luxushotels über Apartments bis hin zu günstigen Hostels im Zentrum und am Stadtrand von Prag.

Sie achten nicht auf Geld und möchten im Stadtzentrum wohnen? Dann greifen Sie zum Hotel BoHo, das einen halben Kilometer vom Altstädter Ring entfernt liegt und über ein Restaurant und ein luxuriöses Wellnesscenter verfügt. Auf Booking.com hat es eine Bewertung von 9,5 von 10 und ist ein wahres Juwel.

Etwas günstiger, aber ebenfalls mit Wellness und Infrarotsauna, ist das Hotel Miss Sophie’s New Town & Wellness, das etwas weiter vom Zentrum entfernt liegt.

Für Alleinreisende, Reisende mit kleinem Budget oder Liebhaber können wir zu 100 % das Hostel The RoadHouse Prague empfehlen, das zum besten Hostel Europas gewählt wurde.

Karte der Ausflüge in Prag

Da wir wirklich viele Tipps für Sie haben, haben wir auch eine übersichtliche Karte für Sie vorbereitet, die Sie mit einem Klick in der Google Maps App speichern und sich bequem durch Prag navigieren lassen können. 😊

Was man in Prag sehen sollte: Historische Sehenswürdigkeiten

Prag ist voller wichtiger historischer Sehenswürdigkeiten, und die Auswahl der interessantesten für Ihre Reise kann eine Herausforderung sein. Deshalb präsentieren wir Ihnen eine Liste unserer Favoriten. Was gibt es in Prag an historischen Sehenswürdigkeiten zu sehen?

Prager Burg

Die Prager Burg ist die bedeutendste historische Sehenswürdigkeit in Prag und der größte Burgkomplex der Welt. Seit dem 9. Jahrhundert diente sie als Sitz böhmischer Fürsten, Könige und später Präsidenten. Das Burggelände umfasst historische Paläste, Kirchengebäude, Gärten und malerische Ecken. Es lohnt sich, die Wenzelskapelle, den Alten Königspalast, die St.-Georgs-Basilika und das Goldene Gässchen zu besuchen.

Karlsbrücke

Die Karlsbrücke ist die bekannteste Brücke in Prag, die die Altstadt mit der Kleinseite verbindet. Die Brücke ist bekannt für die Statuen, die von bedeutenden tschechischen Künstlern und Bildhauern geschaffen wurden. Ein Spaziergang über die Karlsbrücke bietet einen wunderschönen Blick auf die Prager Burg und die Moldau.

Altstädter Ring

Der Altstädter Ring ist das Herz Prags und bildet das kulturelle Zentrum der historischen Stadt. Der Platz beherbergt mehrere wichtige Sehenswürdigkeiten, wie die Prager Rathausuhr, die Teynkirche und das Altstädter Rathaus. Der Platz ist oft Schauplatz verschiedener Kultur- und Musikveranstaltungen, wie dem Weihnachtsmarkt und dem Prager Jahrmarkt.

Wir empfehlen, den Altstädter Ring früh morgens zu besuchen, da er am Nachmittag bereits voller Touristen ist.

Prager Rathausuhr

Die Prager Rathausuhr ist eine alte astronomische Uhr, die sich am Altstädter Rathaus in Prag befindet. Sie ist eine der ältesten und am besten erhaltenen astronomischen Uhren der Welt, die immer noch in Betrieb ist.

Die Uhr besteht aus drei Hauptteilen:

  • dem astronomischen Zifferblatt, das die Position von Sonne und Mond am Himmel und weitere astronomische Daten anzeigt,
  • dem Apostelgang, einem Uhrwerk, bei dem jede Stunde die Figuren der zwölf Apostel erscheinen,
  • und dem Kalenderzifferblatt mit Medaillons mit Tierkreiszeichen.

Die Rathausuhr ist eine beliebte Touristenattraktion und jede Stunde versammeln sich Hunderte von Menschen, um den Apostelgang zu beobachten. Kommen Sie rechtzeitig, damit Sie gut sehen können 😊

Pulverturm

Der Pulverturm ist eines der bedeutendsten gotischen Monumente in Prag. Er ist das einzige erhaltene Stadttor der ursprünglich dreizehn, die Teil der Befestigungsanlagen der Prager Altstadt waren.

Das Tor wurde im 15. Jahrhundert erbaut und erhielt seinen Namen, weil der Weg nach Kuttenberg durch es führte, von wo aus Schießpulver nach Prag transportiert wurde.

Der Pulverturm ist auch deshalb bedeutsam, weil hier traditionell der Königsweg beginnt, der durch die Altstadt, über die Karlsbrücke bis zur Prager Burg führt.

Heute ist es möglich, auf die Spitze des Turms zu steigen und von dort einen wunderschönen Blick auf die Altstadt und andere Teile Prags zu genießen.

Kleinseitner Ring

Der Kleinseitner Ring ist einer der größten und schönsten Plätze in Prag, gelegen auf der Kleinseite.

Der Platz ist von einer Reihe bedeutender Gebäude umgeben, darunter die barocke St.-Nikolaus-Kirche, die eine der bekanntesten und wichtigsten Kirchen in Prag ist, und das Kleinseitner Rathaus.

Auf dem Platz befinden sich auch zahlreiche Restaurants, Cafés und Geschäfte, was ihn zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Touristen macht.

Der Kleinseitner Ring ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, von dem aus man leicht zur Prager Burg, zur Karlsbrücke und zu anderen Touristenattraktionen gelangt.

Repräsentationshaus

Das Repräsentationshaus ist ein wunderschönes Jugendstilgebäude in Prag am Platz der Republik neben dem Pulverturm. Es wurde an der Wende 19. zum 20. Jahrhundert erbaut und gilt als einer der Höhepunkte des tschechischen Jugendstils.

Das Gebäude ist bekannt für seine reiche Ausstattung, darunter Glasmalereien, Skulpturen, Mosaike und malerische Dekorationen von führenden Künstlern der damaligen Zeit, wie Alfons Mucha, Max Švabinský und Jan Preisler.

Im Repräsentationshaus befinden sich mehrere bedeutende Räumlichkeiten, darunter der Smetana-Saal, der Hauptkonzertsaal und die Heimat des Symphonieorchesters der Hauptstadt Prag FOK. Darüber hinaus finden Sie hier auch mehrere Restaurants, Cafés, Bars und Clubs.

Das Repräsentationshaus ist auch historisch bedeutsam als der Ort, an dem 1918 die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei ausgerufen wurde.

Vyšehrad

Die Vyšehrad ist eine historische befestigte Anlage am rechten Ufer der Moldau. Diese Festung ist ein Symbol verschiedener Legenden und der Geschichte Prags. Auf dem Vyšehrad befinden sich die Basilika St. Peter und Paul, die romanische St.-Martins-Rotunde und der Vyšehrader Friedhof, auf dem viele bedeutende tschechische Künstler und Persönlichkeiten begraben sind. Der Vyšehrad bietet auch einen wunderschönen Blick auf Prag und ruhige Ecken zum Entspannen.

Viertel Nový Svět

Nový Svět ist ein malerisches und historisches Viertel in der Nähe der Prager Burg. Es ist einer der ältesten Teile Prags und bekannt für seine engen Gassen und kleinen Häuser, die inmitten der Großstadt fast einen dörflichen Eindruck vermitteln.

Dieses Viertel war früher die Heimat ärmerer Stadtbewohner, darunter Handwerker und Bedienstete der Burg. Heute ist es ein ruhiger und attraktiver Ort, an dem hauptsächlich tschechische Künstler leben und der bei Touristen wegen seiner einzigartigen Atmosphäre und Architektur beliebt ist. Obwohl es sich im Herzen Prags befindet, bewahrt Nový Svět ein Gefühl der Abgeschiedenheit und Ruhe.

Zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten von Nový Svět gehören beispielsweise die Kapelle der Heiligen Jungfrau Maria Angelika, die Sie auf einem kleinen Platz mit einem historischen Brunnen finden, oder Hlásek, ein malerisches Haus am Eingang des Viertels.

Strahov-Kloster

Das Strahov-Kloster ist ein historischer Komplex im Prager Stadtteil Hradschin. Es ist ein Prämonstratenserkloster, das 1140 gegründet wurde. Es ist eine der ältesten und wichtigsten kulturellen Institutionen in der Tschechischen Republik.

Eines der bedeutendsten Merkmale des Klosters ist seine prächtige Strahov-Bibliothek, die Tausende alter Drucke, Manuskripte und Frühdrucke enthält. Die Bibliothek besteht aus zwei Hauptsälen – dem Theologischen und dem Philosophischen – jeder mit seinen eigenen einzigartigen künstlerischen und architektonischen Elementen.

Der Klosterkomplex umfasst auch die Strahov-Brauerei mit einem Restaurant, das traditionelle tschechische Küche und vor Ort gebrautes Bier anbietet.

Das Strahov-Kloster liegt auf einem Hügel unweit der Prager Burg und bietet einen wunderschönen Blick auf Prag.

Wallfahrtsort Loreto

Der Wallfahrtsort Loreto ist ein bedeutendes historisches und religiöses Zentrum im Stadtteil Hradschin. Es ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte in der Tschechischen Republik.

Im Zentrum des Komplexes steht die Santa Casa, eine Kopie des Hauses der Jungfrau Maria, wie es in der Stadt Loreto in Italien zu finden ist. Dieses „Haus der Jungfrau Maria“ ist von einem Klosterkomplex umgeben, der die barocke Kirche Mariä Geburt und das Beinhaus umfasst.

Eines der bemerkenswertesten Merkmale von Loreto ist sein Glockenturm mit 27 Glocken, die jede Stunde ein melodisches Glockenspiel erklingen lassen.

Des Weiteren beherbergt der Komplex die Loreto-Schätze, eine Sammlung liturgischer Gegenstände, darunter die berühmte Prager Sonne – eine Monstranz, die mit Tausenden von Diamanten verziert ist.

Loreto ist nicht nur bei religiösen Pilgern beliebt, sondern auch bei Besuchern, die ihren architektonischen und künstlerischen Wert schätzen.

Kirche Maria vom Siege und Prager Jesulein

Die Kirche befindet sich auf der Kleinseite und ist hauptsächlich durch die Statue des Prager Jesuleins bekannt.

Das Prager Jesulein ist eine Wachsstatue des Jesuskindes, etwa 47 cm hoch. Sie stammt aus Spanien und gelangte im 16. Jahrhundert nach Prag. Die Statue ist bekannt für ihre wundersamen Kräfte und gilt als einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte in Prag. Ihre Kleider werden regelmäßig in verschiedenen liturgischen Farben gewechselt.

Die Kirche Maria vom Siege ist auch historisch bedeutsam als Ort der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1620, als die katholischen Habsburger die protestantischen Stände besiegten, was langfristige Auswirkungen auf die Geschichte der böhmischen Länder hatte.

Lennon-Mauer

Die Lennon-Mauer ist eine Mauer in Prag auf der Kleinseite, die seit den 1980er Jahren zu einem Ort geworden ist, an dem Menschen – vor allem junge Leute – ihre Meinungen und Wünsche durch Graffiti ausdrücken. Die Mauer ist nach John Lennon benannt, einem Mitglied der Musikgruppe The Beatles, der für seinen Pazifismus und seine Proteste gegen militärische Konflikte bekannt war.

Nach Lennons Tod im Jahr 1980 begannen die Menschen, Liedtexte von ihm und verschiedene regimekritische Parolen auf diese Mauer zu schreiben, als Ausdruck ihres Protests gegen das damalige kommunistische Regime in der Tschechoslowakei.

Heute ist die Lennon-Mauer ein Symbol für Freiheit und Frieden und ist immer noch mit verschiedenen Inschriften und Gemälden bedeckt. Obwohl die Mauer mehrmals weiß übermalt wurde, füllte sie sich immer schnell wieder.

Jüdisches Viertel

Die Jüdische Stadt, auch bekannt als Josefov, ist ein historisches Viertel in Prag, das sich zwischen der Altstadt und der Moldau befindet. Es ist ein Gebiet mit einer bedeutenden jüdischen Geschichte und Kultur, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht.

Josefov beherbergt mehrere bedeutende jüdische Sehenswürdigkeiten, darunter die Spanische Synagoge, die Altneu-Synagoge, die Pinkas-Synagoge und den Alten Jüdischen Friedhof, der einer der ältesten jüdischen Friedhöfe Europas ist.

Was man in Prag besuchen sollte: Museen und Galerien

Prag hat eine Reihe von Museen und Galerien, die Besuchern einen faszinierenden Einblick in Geschichte, Kultur und Kunst bieten.

Nationalmuseum

Das Nationalmuseum ist das älteste tschechische Museum, das mehrere Gebäude umfasst, darunter das Hauptgebäude am Wenzelsplatz. Dieses Museum konzentriert sich auf die Geschichte, Kunst, Natur und Kultur der Tschechischen Republik. Besucher können hier Dauer- und Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen erkunden, wie zum Beispiel:

  • Archäologie und Geschichte der böhmischen Länder
  • Mineralogie und Paläontologie
  • Ethnografie
  • tschechische Musik und Theater

Weitere interessante Objekte des Nationalmuseums sind das Tschechische Museum für Musik und das Náprstek-Museum für asiatische, afrikanische und amerikanische Kulturen.

Messepalast

Der Messepalast ist Teil der Nationalgalerie Prag und befindet sich in Prag 7. Diese Galerie konzentriert sich hauptsächlich auf moderne und zeitgenössische Kunst. Besucher können hier Werke bedeutender Künstler finden, wie zum Beispiel:

  • Pablo Picasso
  • Auguste Rodin
  • Egon Schiele
  • František Kupka

Neben Kunstwerken bietet der Messepalast auch öffentliche Programme wie Vorträge, Workshops, Filmvorführungen und Konzerte an.

Museum des Kommunismus

Das Museum des Kommunismus ist ein privates Museum in Prag, das sich auf die kommunistische Ära in der Tschechischen Republik zwischen 1948 und 1989 konzentriert. Besucher können hier verschiedene Aspekte des kommunistischen Regimes erkunden, darunter:

  • politische Repressionen
  • Alltag unter dem Kommunismus
  • Bildung und Kultur
  • Sport und Unterhaltung

Das Museum des Kommunismus bietet auch eine Filmvorführung, die historische Ereignisse und wichtige Momente aus der kommunistischen Ära präsentiert.

Was man in Prag unternehmen kann: Parks und Aussichtspunkte in Prag

Prag ist voller Parks, Aussichtspunkte und verschiedener Naturparadiese.

Petřín-Aussichtsturm

Der Petřín-Aussichtsturm ist einer der bekanntesten Orte in Prag. Diese 63,5 Meter hohe Stahlkonstruktion, inspiriert vom Eiffelturm, wurde 1891 erbaut. Sie bietet einen atemberaubenden Blick auf Prag und seine Umgebung. 299 Stufen führen zum Gipfel, aber es kann auch ein Aufzug genutzt werden.

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Aussicht auf Prag vom Metronom auf der Letná

Der Blick auf Prag vom Metronom auf der Letná ist beeindruckend und bietet eine weite Aussicht auf den historischen Teil der Stadt. Das Metronom, das die Stalin-Statue ersetzte, befindet sich auf dem Gipfel der Letná-Gärten, einem beliebten Park bei Einheimischen und Touristen.

Vom Metronom-Aussichtspunkt eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die Moldau, die sich durch die Stadt schlängelt, und auf bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Prager Burg, die Karlsbrücke und den Altstädter Ring. Man kann den gesamten Panoramablick auf den historischen Teil Prags bewundern, der sich wunderschön vor einem ausbreitet.

Dieser Aussichtspunkt ist bei Fotografen beliebt, die hierher kommen, um den Zauber Prags aus der Höhe einzufangen. Er ist auch ein idealer Ort zum Entspannen und Erholen, wo Sie den herrlichen Blick auf die Stadt und die angenehme Atmosphäre der Letná-Gärten genießen können.

Divoká Šárka

Divoká Šárka, im Nordwesten Prags gelegen, ist ein Naturschutzgebiet, das sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen beliebt ist, die eine Zuflucht vor der Hektik des Stadtzentrums suchen. Dieses Gebiet ist reich an Landschaften, die vielfältige Täler, eine historische Mühle, einen lebhaften Bach und beeindruckende Felsformationen umfassen. Es ist ein idealer Ort für Aktivitäten wie Wandern, Radfahren oder Picknicken in der Natur.

Letná-Gärten

Die Letná-Gärten sind ein weitläufiger Stadtpark, der sich auf einem steilen Hügel oberhalb von Prag erstreckt. Dieser Park ist ein beliebter Ort zum Entspannen, Sporttreiben und Treffen mit Freunden. Vom Letná-Park aus bietet sich den Besuchern ein atemberaubender Blick auf die Prager Burg, die Karlsbrücke und die Kleinseite. Im Park finden Sie zahlreiche Statuen, Brunnen und architektonische Elemente.

Kampa-Insel

Kampa ist eine Insel in Prag am linken Ufer der Moldau, unterhalb der Kleinseite und der Karlsbrücke. Es ist einer der schönsten und ruhigsten Orte im Stadtzentrum.

Die Insel ist bekannt für ihre malerischen engen Gassen, barocken Häuser und Parks, in denen sich Einheimische und Touristen gerne entspannen. Im Kampa-Park finden Sie auch mehrere Skulpturen, darunter die berühmten Babys von David Černý.

Auf der Kampa befindet sich auch das Museum Kampa, ein bedeutendes Zentrum für moderne Kunst in Mitteleuropa. Das Museum bietet eine umfangreiche Sammlung von Werken des 20. Jahrhunderts von tschechischen, polnischen und ungarischen Künstlern.

Kampa beherbergt auch mehrere Cafés und Restaurants mit Blick auf die Moldau und die Karlsbrücke, was es zu einem idealen Ort zum Entspannen nach einem Stadtbummel macht.

Čertovka-Kanal

Die Čertovka ist ein kleiner Kanal in Prag, der die Kleinseite von der Kampa-Insel trennt. Manchmal wird sie auch „Prager Venedig“ genannt, dank ihrer malerischen Umgebung mit historischen Gebäuden und kleinen Brücken.

Der Kanal ist nach einer Frau benannt, die der Legende nach in einem der Häuser am Kanal lebte und für ihr böses Wesen bekannt war, weshalb die Einheimischen sie „Čertovka“ nannten.

Eines der charakteristischen Merkmale der Čertovka ist die alte Wassermühle – die Großprioratsmühle –, die diesem Ort einen einzigartigen historischen Charme verleiht. Es ist ein sehr beliebtes Gebiet unter Touristen zum Spazierengehen, Fotografieren und Genießen der ruhigen Atmosphäre inmitten der geschäftigen Stadt.

Vrtba-Gärten

Der Vrtba-Garten ist einer der schönsten und bedeutendsten Barockgärten in Prag. Er befindet sich auf der Kleinseite und ist Teil des Vrtba-Palais.

Der Garten ist bekannt für seine einzigartige Terrassenanordnung, die Besuchern einen wunderschönen Blick auf Prag, einschließlich der Prager Burg und der St.-Nikolaus-Kirche, ermöglicht. Der Vrtba-Garten ist auch reich an verschiedenen Blumenarten, Pflanzen und Skulpturen.

Trotz seiner Nähe zum geschäftigen Stadtzentrum bietet der Garten eine ruhige und entspannende Umgebung, die ideal zum Ausruhen und Entspannen ist.

Wallenstein-Garten

Der Wallenstein-Garten befindet sich in Prag auf der Kleinseite und ist Teil des Wallenstein-Palais, das heute der Sitz des Senats der Tschechischen Republik ist. Es ist ein Barockgarten, der im 17. Jahrhundert zusammen mit dem Palais angelegt wurde.

Der Garten ist bekannt für seine reich verzierten Skulpturengruppen, einen Teich mit Insel, eine Voliere mit Pfauen und eine einzigartige Wand mit künstlichen Grotten, der sogenannten Grotte.

Im Garten befindet sich auch die Sala terrena, ein ebenerdiger Saal, der mit dem Palais und dem Garten verbunden ist und oft für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.

Der Garten ist öffentlich zugänglich und bietet einen ruhigen Ort zur Entspannung im Herzen der geschäftigen Stadt.

Franziskanergarten

Der Franziskanergarten ist ein Stadtpark in Prag, der Teil des Franziskanerklosters ist. Dieser Garten, im Stadtzentrum zwischen den Straßen Jungmannova und Vodičkova gelegen, ist ein beliebter Ort zur Entspannung für Einheimische und Touristen. Er ist bekannt für seine schönen Blumenbeete, romantischen Wege, Brunnen und Statuen. Außerdem gibt es hier einen Kinderspielplatz und einen kleinen Pavillon. Diese Oase der Ruhe und Stille ist ein großartiger Rückzugsort vor dem geschäftigen Stadtleben.

Klementinum

Das Klementinum ist ein weitläufiger Komplex barocker Gebäude unweit der Karlsbrücke in der Prager Altstadt. Es ist ein ehemaliges Jesuitenkolleg, das nach der Prager Burg der zweitgrößte Gebäudekomplex in Prag ist. Heute ist es der Sitz der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik.

Moderne Architektur in Prag

Drehkopf von Franz Kafka

Der Drehkopf von Franz Kafka ist eine Skulptur in Prag auf dem Franz-Kafka-Platz in der Nähe des Gemeindehauses. Diese vom Künstler David Černý geschaffene Skulptur stellt den Kopf des Schriftstellers Franz Kafka dar, der in 42 bewegliche Schichten unterteilt ist.

Die Skulptur ist auf einer Drehvorrichtung montiert, die sich dreht und den Eindruck eines sich bewegenden Gesichts erweckt. Es ist eine von vielen unkonventionellen und kontroversen Skulpturen, die David Černý in Prag geschaffen hat.

Tanzendes Haus

Das Tanzende Haus ist ein modernes architektonisches Gebäude in Prag, das sich am Rašínovo nábřeží am rechten Ufer der Moldau befindet. Es ist auch bekannt als Fred und Ginger, nach dem berühmten Tanzpaar Fred Astaire und Ginger Rogers, da sein Design ihre Tanzbewegungen evoziert.

Das Haus wurde 1996 erbaut und sein Design stammt von den Architekten Vlado Milunić und Frank Gehry. Das Gebäude zeichnet sich durch seine ungewöhnliche organische Form aus, die sich von der umgebenden historischen Umgebung Prags abhebt. Das Tanzende Haus ist eine Kombination aus Wohn-, Büro- und Geschäftsräumen, einschließlich eines Restaurants und eines Cafés.

Žižkov-Turm

Der Žižkov-Turm ist ein bedeutendes Prager Wahrzeichen, das sich auf dem Žižkov-Hügel im gleichnamigen Stadtteil in Prag befindet. Es ist ein 216 Meter hoher Betonfernsehturm, der das höchste Bauwerk in Prag und einer der höchsten Türme in Europa ist.

Der Turm wurde zwischen 1985 und 1992 erbaut, und sein Architekt ist Václav Aulický. Er dient als Sender für Fernseh- und Radiosignale, bietet aber auch eine Aussichtsplattform in 93 Metern Höhe, von der aus man einen wunderschönen Panoramablick auf Prag hat.

Theater und kulturelle Veranstaltungen in Prag

Nationaltheater

Das Nationaltheater in Prag ist eines der renommiertesten Theater in der Tschechischen Republik. Dieses kulturelle Juwel bietet eine breite Palette an Theateraufführungen: Oper, Ballett und Schauspiel.

Staatsoper

Die Staatsoper in Prag, Teil des Nationaltheaters, ist eines der bedeutendsten Opernhäuser in der Tschechischen Republik. Diese Institution rühmt sich einer langjährigen Tradition und eines hohen Niveaus künstlerischen Ausdrucks. In ihrem Repertoire finden Sie sowohl klassische Operntitel als auch moderne Werke der internationalen Opernszene. Die Staatsoper ist bekannt für ihre hervorragende Akustik und ihre prächtigen Innenräume.

Konzerte und Festivals

Prag ist eine Stadt, die niemals schläft, und Kultur spielt hier eine Schlüsselrolle. Die Musikszene bietet das ganze Jahr über ein breites Spektrum an Konzerten und Festivals. Liebhaber verschiedener Musikgenres kommen hier auf ihre Kosten. Von Jazz über klassische Musik bis hin zu Rockkonzerten und Techno-Partys.

Zu den beliebten Musikveranstaltungen gehört zum Beispiel der Prager Frühling. Darüber hinaus beherbergt Prag viele Konzertsäle und Veranstaltungsorte, die regelmäßig weltbekannte Künstler und junge talentierte Musiker empfangen.

Gastronomie und Nachtleben in Prag

Prag ist bekannt für sein reiches gastronomisches und Nachtleben, das eine Vielzahl interessanter Orte zum Besuchen bietet.

Restaurants und Cafés

In Prag finden Sie viele ausgezeichnete Restaurants und Cafés, die eine große Auswahl an tschechischen und internationalen Gerichten anbieten. Wenn Sie die traditionelle tschechische Küche probieren möchten, können Sie einige der lokalen Gasthäuser besuchen, wie zum Beispiel die Kneipe U Fleků. Darüber hinaus bietet Prag viele elegante Cafés, in denen Sie hochwertigen Kaffee und frisches Gebäck genießen können.

Die besten Restaurants in Prag

Suchen Sie ein echtes Gourmet-Erlebnis in Prag und möchten nicht einfach blindlings ins nächste Restaurant stolpern? Dann wählen Sie aus unserer persönlichen Auswahl der besten Gastronomie in Prag.

  1. La Degustation Bohême Bourgeoise: Ein mit Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant mit einer modernen Interpretation der tschechischen Küche.
  2. Field: Ein weiteres mit Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant mit Schwerpunkt auf saisonalen und lokalen Zutaten.
  3. Alcron: Ein elegantes Restaurant, das sich auf moderne europäische Küche spezialisiert hat.
  4. Lokál: Eine beliebte Restaurantkette, die traditionelle tschechische Küche und ausgezeichnetes Fassbier anbietet.
  5. CottoCrudo: Ein raffiniertes Restaurant im Four Seasons Hotel, das sich auf italienische Küche und Sushi spezialisiert hat.
  6. Sansho: Ein einzigartiges Restaurant mit einer Fusion aus asiatischer und europäischer Küche, das eine ungezwungene Atmosphäre bietet.
  7. Mlýnec: Ein luxuriöses Restaurant mit moderner europäischer Küche und einem atemberaubenden Blick auf die Karlsbrücke.
  8. Cafe Imperial: Ein historisches Restaurant mit wunderschönem Jugendstil-Interieur und einer Auswahl an traditioneller tschechischer Küche.
  9. Eska: Ein modernes Restaurant mit Fokus auf Bauernhofzutaten und Brotbacken.
  10. Lehká hlava: Ein veganes Restaurant, das kreative und gesunde Gerichte in angenehmer Atmosphäre anbietet.

Bars und Clubs

Wenn Sie Rockmusik mögen, sind Rockclubs das richtige Erlebnis für Sie. Eine der beliebtesten und bekanntesten Bars in Prag ist die Hemingway Bar, die eine große Auswahl an Cocktails und alkoholischen Getränken anbietet. Wenn Sie eher ein Fan von Tanzclubs sind, vergessen Sie nicht, einige der bekanntesten Clubs zu besuchen, wie zum Beispiel Roxy.

Ob Sie traditionelle Kneipen, Cafés, Bars oder Tanzclubs bevorzugen, Prag ist eine Stadt, die Ihnen unvergessliche gastronomische Erlebnisse und Unterhaltungsmöglichkeiten bietet.

Welche Sehenswürdigkeiten können Sie in Prag kostenlos besuchen?

Was kann man in Prag kostenlos besuchen? Es gibt viel, aber diese Liste reicht Ihnen mindestens für einen Tag:

  1. Karlsbrücke: Diese berühmte Brücke, im 14. Jahrhundert erbaut, ist Tag und Nacht für die Öffentlichkeit zugänglich.
  2. Altstädter Ring: Dies ist das Herz des historischen Zentrums von Prag und beherbergt viele bedeutende Sehenswürdigkeiten, darunter das Altstädter Rathaus mit der astronomischen Uhr. Obwohl der Eintritt zu einigen Gebäuden am Platz kostenpflichtig ist, sind der Platz selbst und der Blick auf die Uhr kostenlos.
  3. Wenzelsplatz: Dieser große Stadtplatz beherbergt ebenfalls viele historische Gebäude und Denkmäler.
  4. Petřín: Dies ist ein großer Park und Hügel, der eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt bietet. Während der Eintritt zum Aussichtsturm auf dem Hügel kostenpflichtig ist, ist ein Spaziergang durch den Park und auf den Hügel kostenlos.
  5. Letná-Gärten: Ein weiterer Park mit wunderschönem Blick auf die Stadt und die Moldau.
  6. Vyšehrad: Eine historische Festungsstadt auf einem Hügel. Hier können Sie die Parks kostenlos besuchen und die äußeren Strukturen der Festung sowie die Basilika St. Peter und Paul besichtigen. Der Eintritt zu einigen Teilen, wie dem Friedhof, ist jedoch kostenpflichtig.
  7. Prager Burg: Obwohl der Eintritt zu einigen Teilen der Prager Burg, wie dem Veitsdom, kostenpflichtig ist, ist ein Spaziergang durch das Burggelände im Allgemeinen kostenlos.

Interessante Orte in Prag

Wenn wir interessante Orte in Prag hervorheben sollten, dann wären es diese:

  • Prager Burg: Das Wahrzeichen Prags und der größte Burgkomplex der Welt. Besichtigen Sie den Veitsdom, das Goldene Gässchen oder den Königlichen Garten. Der Blick auf die Stadt von der Burg ist einzigartig, besonders bei Sonnenuntergang.
  • Karlsbrücke: Die historische Brücke aus dem 14. Jahrhundert ist eines der bekanntesten Symbole Prags. Spazieren Sie früh morgens oder abends, wenn es weniger belebt ist, darüber und genießen Sie die wunderschöne Aussicht auf die Moldau und das Stadtpanorama.
  • Altstädter Ring und Astronomische Uhr: Das Herz der Altstadt mit der ikonischen Astronomischen Uhr, die jede Stunde Touristenmassen anzieht. Verpassen Sie nicht die Teynkirche, das Prager Haus oder den Blick auf den Platz vom Turm des Altstädter Rathauses.
  • Kleinseite und Petřín: Ein romantisches Viertel mit engen Gassen, malerischen Häusern und wunderschönen Gärten. Begeben Sie sich auf den Petřín, wo Sie den Aussichtsturm erklimmen, das Spiegellabyrinth besuchen oder in den Gärten entspannen können.
  • Wenzelsplatz: Das Zentrum des modernen Prags, das Geschichte, Kultur und Handel vereint. Am oberen Ende des Platzes befinden sich das Nationalmuseum und die Statue des Heiligen Wenzel, ein Symbol der tschechischen Staatlichkeit.
  • Jüdisches Viertel – Josefov: Entdecken Sie die faszinierende Geschichte der Prager jüdischen Gemeinde. Besuchen Sie den Alten Jüdischen Friedhof, die Altneu-Synagoge oder das Jüdische Museum.
  • Vyšehrad: Ein sagenumwobener Ort mit herrlichem Blick auf die Moldau. Spazieren Sie um die Rotunde des Heiligen Martin, den Friedhof Slavín oder die Vyšehrad-Basilika.
  • Tanzendes Haus: Ein modernes architektonisches Meisterwerk von Frank Gehry, das sich von der traditionellen Prager Architektur abhebt. Im Inneren befinden sich eine Galerie und ein Restaurant mit Blick auf die Stadt.
  • Náplavka: Ein Ort, an dem das Leben pulsiert. Genießen Sie einen Spaziergang entlang der Moldau, Märkte, kulturelle Veranstaltungen oder setzen Sie sich auf einen Drink in einem der Schiffscafés.
  • Letná-Gärten: Ein idealer Ort zum Entspannen mit Blick auf Prag. Besuchen Sie das ikonische Metronom und genießen Sie die Atmosphäre des Parks, der bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt ist.

Was man in Prag an einem Tag sehen kann

Die Planung eines idealen Tagesausflugs nach Prag hängt von Ihren Interessen ab, aber hier ist ein Routenvorschlag, der einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt abdeckt:

Morgen: Prager Burg und Nerudova-Straße

  • Beginnen Sie den Tag mit einem Besuch der Prager Burg, wo Sie den Veitsdom, den Alten Königspalast und das Goldene Gässchen bewundern können. Nach der Besichtigung der Burg und ihrer Umgebung können Sie den Blick auf Prag von der Burg aus genießen.
  • Gehen Sie die schöne Nerudova-Straße hinunter, die voller Renaissance- und Barockhäuser ist, bis zum Kleinseitner Ring. Hier besichtigen Sie die St.-Nikolaus-Kirche .

Mittag: Karlsbrücke und Altstädter Ring

  • Überqueren Sie die berühmte Karlsbrücke voller Statuen und mit wunderschönem Blick auf die Moldau.
  • Fahren Sie weiter zum Altstädter Ring, wo Sie das Altstädter Rathaus mit der astronomischen Uhr, die Teynkirche und andere historische Gebäude bewundern können.

Nachmittag: Josefov und Wenzelsplatz

  • Nach dem Mittagessen im alten Stadtteil begeben Sie sich nach Josefov, der historischen jüdischen Stadt, wo Sie den alten jüdischen Friedhof, die Altneu-Synagoge und andere Sehenswürdigkeiten besuchen können.
  • Danach spazieren Sie über den Wenzelsplatz, wo Sie das Nationalmuseum und die Statue des Heiligen Wenzel sehen können.

Abend: Střelecký-Insel

  • Beenden Sie den Tag mit einem Spaziergang entlang des Moldauufers oder entspannen Sie auf einer der Prager Inseln, wie zum Beispiel der Schützeninsel.
  • Wenn Sie noch Energie haben, besuchen Sie eines der vielen Prager Cafés oder Restaurants zum Abendessen und probieren Sie die traditionelle tschechische Küche.

Denken Sie daran, dass Prag eine sehr belebte Stadt ist und es schwierig sein kann, all diese Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu besuchen. Vorausplanung und frühes Aufstehen helfen Ihnen, Ihre Zeit optimal zu nutzen.

Was man in Prag in drei Tagen sehen kann

Sie fragen sich, was man in Prag in 3 Tagen sehen kann? Wenn Sie drei Tage in Prag zur Verfügung haben, haben Sie genug Zeit, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besuchen und auch einige weniger bekannte Teile der Stadt zu genießen. Hier ist ein Vorschlag, wie Sie drei Tage in Prag verbringen können:

Erster Tag: Prager Burg und Kleinseite

  • Beginnen Sie den Tag mit einem Besuch der Prager Burg. Besuchen Sie den Veitsdom, den Alten Königspalast und machen Sie einen Spaziergang durch das Goldene Gässchen. Genießen Sie auch den Blick auf die Stadt von der Burg aus.
  • Gehen Sie die Nerudagasse hinunter zur Kleinseite und besuchen Sie die Nikolauskirche am Kleinseitner Ring.
  • Gehen Sie weiter zur Karlsbrücke und besichtigen Sie ihre Statuen und die Ausblicke auf die Moldau.

Zweiter Tag: Altstadt und Josefov

  • Beginnen Sie den Tag am Altstädter Ring, wo Sie das Altstädter Rathaus mit der Astronomischen Uhr und die Teynkirche sehen können.
  • Begeben Sie sich danach in die historische jüdische Stadt Josefov. Hier können Sie den Alten Jüdischen Friedhof, die Altneu-Synagoge und weitere Sehenswürdigkeiten besuchen.
  • Fahren Sie weiter zum Wenzelsplatz, wo sich das Nationalmuseum und die Statue des Heiligen Wenzel befinden.

Dritter Tag: Vyšehrad und alternative Stadtteile

  • Besuchen Sie den Vyšehrad, eine historische Festung auf einem Hügel mit schönen Parks, der Basilika St. Peter und Paul und dem Friedhof Slavín, wo viele bedeutende Persönlichkeiten der tschechischen Geschichte und Kultur begraben sind.
  • Nach dem Besuch des Vyšehrad begeben Sie sich in einige der weniger touristischen Stadtteile. Zum Beispiel ist das Viertel Vinohrady bekannt für seine schönen Jugendstilgebäude, viele Cafés und Restaurants.
  • Eine weitere Möglichkeit ist der Besuch der Letná, wo Sie die Letná-Gärten mit einem schönen Blick auf die Stadt und viele Hipster-Cafés und -Bars finden können.

Vergessen Sie nicht, auch Zeit der Erkundung der tschechischen Küche, dem Besuch lokaler Kneipen oder der Verkostung tschechischen Bieres zu widmen. Prag ist auch bekannt für seine reiche Musikszene, ziehen Sie daher den Besuch eines Konzerts oder einer Aufführung in einem der städtischen Theater oder Musikclubs in Betracht.

Häufig gestellte Fragen

Ungewöhnliche Orte in Prag

Für ein Erlebnis abseits der ausgetretenen Touristenpfade besuchen Sie ungewöhnliche Orte wie den Žižkov-Fernsehturm, Divoká Šárka oder das Nationaldenkmal am Vítkov. Diese Orte bieten einzigartige Ausblicke auf die Stadt und weniger Touristen, als Sie im Zentrum Prags finden werden.

Die schönsten Orte in Prag

Zu diesen Orten in Prag gehören die Letná-Gärten, Vyšehrad, die Kleinseite und Kampa. Um die Schönheit dieser Orte zu erleben, können Sie einen Spaziergang durch die Prager Gärten planen, wie den Wallenstein-Garten, den Vrtba-Garten oder die Gärten der Prager Burg.

Was man in Prag mit Kindern sehen kann?

Prag bietet viele kinderfreundliche Aktivitäten, wie den Zoo, das Planetarium, die Meereswelt Sea World oder den DinoPark. Sie können auch den Petřín mit einem Kinderspielplatz, einem Labyrinth und einer Seilbahn besuchen.

Was man in Prag im Winter besuchen kann?

Im Winter können Sie in Prag Weihnachtsmärkte, Wintergärten (z.B. den Botanischen Garten) besuchen oder Schlittschuhlaufen auf einer der Prager Eisbahnen genießen. Zum Aufwärmen empfehlen wir den Besuch eines der Prager Cafés, Teestuben oder traditionellen Bierstuben.

Unterhaltsame Orte in Prag

Für Unterhaltung in Prag besuchen Sie einige der lokalen Kulturveranstaltungen, Theateraufführungen oder Konzerte. Probieren Sie auch ungewöhnliche Erlebnisse aus, wie zum Beispiel ein Escape Room, Virtual Reality oder eine beliebte Brauereiführung.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Paris kostenlos: 30 Dinge, die in Paris nichts kosten

TL;DRParis hat jede Menge Gratis-Erlebnisse zu bieten. Der Eintritt in die Kathedrale Notre-Dame ist kostenlos, du brauchst nur ein Zeitfenster zu reservieren – genauso bei der Basilika Sacré-Cœur, 20 städtischen Museen (etwa dem Musée Carnavalet oder dem Petit Palais) sowie nationalen Häusern wie dem Louvre oder dem Musée d’Orsay, dort allerdings nur für EU-Bürger unter 26 Jahren. Tolle Aussichten gibt’s umsonst von den Dachterrassen der Kaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps oder vom Dach des Institut du Monde Arabe. Ab Sommer 2026 kannst du zudem erstmals seit hundert Jahren kostenlos in der Seine baden, und zwar in drei Zonen – Bras Marie, Grenelle und Bercy. In Restaurants steht dir gesetzlich eine kostenlose carafe d’eau (Leitungswasser) zu. Die beste Reisezeit ist Frühling, vor allem Mai, oder früher Herbst, wenn Events wie die Nuit Blanche und die Fête de la Musique stattfinden.

Wenn man an die französische Hauptstadt denkt, kommt kaum jemand auf die Idee, dass man Paris kostenlos erleben kann. Die meisten denken sofort an Shopping auf teuren Boulevards, Luxus-Dinner und Rechnungen, bei denen einem schwindelig wird. Paris kann gnadenlos sein und euer Portemonnaie mit unglaublicher Eleganz leersaugen. Ich bin seit meiner Kindheit immer wieder hierhergefahren und erinnere mich noch gut, als wir als Studenten herkamen. Wir schliefen in den einfachsten Hostels, zählten jeden Euro – und entdeckten etwas absolut Faszinierendes: Diese Stadt hat paradoxerweise viel mehr großartige Orte mit kostenlosem Eintritt als die meisten anderen europäischen Metropolen.

Heute schieben wir den Kinderwagen mit dem zweijährigen Jonáš durch die Stadt, und unsere Prioritäten haben sich ein wenig verschoben. Wir müssen nicht mehr fünf Sehenswürdigkeiten am Tag abhaken. Wir haben festgestellt, dass die allerschönsten Momente überhaupt nichts kosten. Es sind die Augenblicke, wenn Paris langsam erwacht, aus den Eckbäckereien der Duft von heißer Butter strömt und ihr euch einfach auf eine Parkbank setzt. Ihr beobachtet ältere Herren beim Pétanque, lauscht dem Plätschern des Flusses und spürt, dass ihr genau dort seid, wo ihr sein sollt. Paris schenkt euch nichts, was seine Regeln betrifft – aber wenn es um Erlebnisse geht, kann es überraschend großzügig sein.

Das Jahr 2026 ist aus gleich mehreren Gründen der ideale Zeitpunkt für einen Besuch: Die Stadt hat sich nach dem olympischen Trubel beruhigt, Notre-Dame erstrahlt nach langen Jahren in neuem Glanz, und im Sommer kann man nach hundert Jahren wieder direkt in der Seine schwimmen. Als Bonus für mich als Vegetarierin verändert sich auch die Gastronomie zum Besseren. Das legendäre Drei-Sterne-Restaurant Arpège ist komplett auf ein pflanzliches Menü umgestiegen. Die Stadt ist grüner denn je und bietet jede Menge Möglichkeiten, sie zu genießen, ohne unsinnig viel Geld auszugeben.

Diese Liste haben wir über Jahre zusammengestellt – sie spart euch jede Menge Googeln und ein paar hundert Euro. Los geht’s!

Notre-Dame in Paris – kostenlose Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Paris
Notre-Dame in Paris – kostenlose Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Zusammenfassung

  • Alle EU-Bürger unter 26 Jahren haben das ganze Jahr über kostenlosen Eintritt in die nationalen Museen (Louvre, Musée d’Orsay, Orangerie, Triumphbogen).
  • Die wiedereröffnete Kathedrale Notre-Dame erhebt keinen Eintritt – ihr müsst lediglich ein kostenloses Zeitfenster über die offizielle App reservieren.
  • Paris betreibt 20 städtische Museen (z. B. Musée Carnavalet oder Petit Palais), in denen der Eintritt zu den Dauerausstellungen dauerhaft kostenlos ist.
  • Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten frei. In der Wintersaison (November bis März) gilt das auch für das Panthéon oder den Triumphbogen.
  • Die besten Aussichten auf die Stadt kosten nichts. Besucht die Dachterrassen der Kaufhäuser Galeries Lafayette, Printemps oder das Dach des Institut du Monde Arabe.
  • Ab Sommer 2026 könnt ihr kostenlos direkt in der Seine schwimmen – in drei ausgewiesenen Zonen (Bras Marie, Grenelle, Bercy).
  • In Pariser Restaurants habt ihr per Gesetz Anspruch auf kostenloses Leitungswasser. Bestellt einfach selbstbewusst „une carafe d’eau“.
  • Spart euch die Metro und geht zu Fuß. Spaziergänge durch Montmartre, entlang des Canal Saint-Martin oder auf der Promenade Plantée sind kostenlos.
  • Achtet auf Straßenbetrügereien. Ignoriert die Leute mit Petitionen an Sehenswürdigkeiten und die Armbandverkäufer unter der Basilika Sacré-Cœur.
  • Das legendäre Museum Centre Pompidou ist seit Ende 2025 bis voraussichtlich 2030 wegen Renovierung komplett geschlossen.
Vater mit kleinem Kind auf einem Holzspielplatz umgeben von Bäumen

Wann nach Paris reisen: Kalender kostenloser Events und Saisons

Den richtigen Monat für die Reise zu wählen, ist die halbe Miete – besonders wenn ihr das Budget im Griff behalten wollt. Paris wechselt nämlich mit jeder Jahreszeit komplett sein Gesicht und bietet jeweils andere kostenlose Freuden. Lukáš und ich lieben den Frühling oder den frühen Herbst am meisten, wenn man im leichten Pullover auf einer Terrasse sitzen kann und die Stadt ihrem normalen Rhythmus folgt.

Frühling und Herbst als sichere Wahl

Frühling und Herbst sind absolut ideal. Der Mai ist wohl der schönste Monat des Jahres. Die Bäume blühen, die Tage werden angenehm länger und ihr könnt problemlos in den Parks picknicken. Mitte Mai findet zudem die Europäische Museumsnacht (Nuit des Musées) statt, bei der ihr abends in die meisten Galerien kostenlos hineinkommt.

Genauso zauberhaft sind September und Oktober. Die Zeit der sogenannten la rentrée (Rückkehr der Pariser nach den Ferien) bringt neue Energie in die Straßen, und die Bäume im Jardin du Luxembourg färben sich golden. Das Highlight im Herbst sind die Tage des Europäischen Kulturerbes (Journées du Patrimoine), die dieses Jahr auf das Wochenende 19. und 20. September 2026 fallen. An diesem Wochenende öffnen normalerweise unzugängliche Paläste und Regierungsgebäude kostenlos ihre Türen. Aufgepasst aber: Monets Gärten in Giverny haben ausgerechnet an diesen beiden Tagen geschlossen. Wie bestellt. 😅

Sommerfestivals und Winterschlussverkauf

Wenn möglich, macht einen großen Bogen um den August. Die Pariser fliehen in diesem Monat scharenweise ans Meer. Die Stadt leert sich zwar, aber an vielen der besten unabhängigen Bistros und Cafés hängt ein Schild mit dem jährlichen Betriebsurlaub. Außerdem schmilzt der Asphalt in der Hitze. Dafür bieten Juni und Juli fantastische Gratis-Events. Schon am 6. Juni 2026 findet die große Nuit Blanche statt – eine Nacht voller Straßenkunst bis zum Morgengrauen. Darauf folgt die Fête de la Musique (21. Juni), bei der an jeder Ecke Bands kostenlos spielen.

Der Januar gehört traditionell dem großen Winterschlussverkauf (Soldes), bei dem die Preise in den Boutiquen auf ein Minimum fallen. Außerdem gilt in den Wintermonaten (November bis März) die Regel des freien Eintritts am ersten Sonntag im Monat auch für die größten Nationaldenkmäler.

Notre-Dame in Paris – kostenlose Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Notre-Dame in Paris – kostenlose Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Unterkunft in Paris: Günstig, aber sicher

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget enorm. Paris ist in zwanzig Bezirke (Arrondissements) unterteilt, die sich vom historischen Zentrum beim Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn ausbreiten. Günstige Unterkünfte im Zentrum zu finden ist nahezu unmöglich, aber wer weiß, wo man suchen muss, findet einen tollen Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.

Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen Bogen um den nördlichen Teil des 10. Arrondissements rund um den Bahnhof Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Einmal sind wir dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet – das möchte man mit einem Zweijährigen definitiv nicht wiederholen. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (buchbar hier), das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber schon nach wenigen Stunden ins Herz schließt.

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Paris Sehenswürdigkeiten kostenlos: Die großen Klassiker

Paris birgt tausende stille Innenhöfe und vergessene Passagen, und manchmal sagen euch Freunde: Überspring die großen Namen, das ist nur für Touristen. Lukáš und ich haben diesen Fehler einmal gemacht – und nie wieder. Ikonische Orte haben ihren Status zu Recht. Die gute Nachricht: Zu vielen davon kommt ihr komplett kostenlos, wenn ihr die richtigen Regeln und Zeiten kennt.

Kathedrale Notre-Dame: Der Phönix ist wieder auferstanden

Im April 2019 die brennende Turmspitze der Kathedrale fallen zu sehen, brach der ganzen Welt das Herz. Umso stärker ist das Erlebnis ihrer Wiedergeburt. Die Kathedrale wurde am 8. Dezember 2024 feierlich wiedereröffnet. Was euch im Inneren erwartet, ist ein regelrechter Schock: Der Stein ist unglaublich hell, befreit von jahrhundertealten Ruß- und Schmutzschichten. Wie durch ein Wunder blieben drei Kreuze im Inneren der Kathedrale vom Feuer völlig unversehrt.

Frankreich verfolgt eine strikte Politik des kostenlosen Eintritts in alle Gotteshäuser. Der Zugang zum Hauptschiff der Kathedrale ist daher für alle Besucher komplett kostenlos. Für 2026 gilt nur eine einzige Regel: Ihr müsst ein Zeitfenster über die offizielle App „Notre-Dame de Paris“ oder deren Website reservieren. Die Öffnungszeiten sind großzügig: werktags von 7:50 bis 19:00 Uhr (donnerstags bis 22:00 Uhr), am Wochenende von 8:15 bis 19:30 Uhr. Bezahlen müsst ihr nur für den Aufstieg auf die Türme (16 €), den ihr mit Kinderwagen ohnehin nicht schafft.

💡 Insider-Tipp: Das Internet ist voll von Fake-Websites, die sogenannte Skip-the-Line-Tickets für Notre-Dame verkaufen. Das ist reiner Betrug. Zahlt niemandem für den Eintritt ins Hauptschiff – er ist immer kostenlos.

Kathedrale Notre-Dame in Paris
Kathedrale Notre-Dame in Paris

Basilika Sacré-Cœur: Die weiße Kuppel über der Stadt

Die Basilika des Heiligsten Herzens Jesu im 18. Arrondissement ist von fast überall aus sichtbar. Der strahlend weiße Travertin, aus dem sie gebaut ist, hat eine einzigartige Eigenschaft: Bei Regen sondert er Kalzit ab, sodass sich das Bauwerk mit jedem Schauer selbst reinigt und aufhellt. Der Eintritt in die Basilika selbst ist ganzjährig kostenlos, geöffnet täglich von 6:00 bis 22:30 Uhr.

Mit Kinderwagen solltet ihr die dreihundert Stufen zum Hügel meiden und direkt die Standseilbahn (Funiculaire) nehmen. Dafür gilt ein ganz normaler Metrofahrschein (2,15 €). Die Fahrt dauert nur einen Moment, spart euch aber jede Menge Schweiß und Jonáš‘ Wutanfälle auf den Treppen. Die Umgebung der Basilika atmet Bohème-Geschichte – hier lebten Picasso, Renoir und Van Gogh.

💡 Insider-Tipp: Die meisten schauen sich nur das Hauptschiff an und gehen weiter. Sucht stattdessen den Eingang auf der linken Seite und geht hinunter in die Krypta. Sie ist ein architektonisches Unikum, denn dank des breiten Grabens rund um die Basilika hat sie echte Buntglasfenster, die Tageslicht hereinlassen. Wenn ihr die Aussicht ohne Menschenmassen genießen wollt, geht einfach um die Sacré-Cœur herum in den kleinen Park dahinter – dort gibt es auch einen Spielplatz.

Basilika Sacré-Cœur in Paris
Basilika Sacré-Cœur

Triumphbogen und Panthéon: Der Zauber des ersten Sonntags

Wenn ihr über 26 seid, kostet der reguläre Eintritt zum Triumphbogen (Arc de Triomphe) oder zum Panthéon rund 13 €. Es gibt aber einen fantastischen Trick: Französische Nationaldenkmäler gewähren jeden ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Während bei den großen Museen diese Regel oft ganzjährig gilt, greift sie bei Denkmälern wie dem Panthéon oder der Conciergerie (wo Marie Antoinette gefangen war) nur in der Nebensaison, also vom 1. November bis 31. März.

Das Panthéon im Quartier Latin dient als säkulares Mausoleum. Unter seiner gewaltigen Kuppel ruhen die Größten der Großen: Voltaire, Victor Hugo, Marie Curie und Émile Zola. Der Raum ist riesig, und mit Kinderwagen kommt ihr problemlos durch. Der Triumphbogen bietet von seinem Dach einen der besten Ausblicke auf die zwölf breiten Boulevards, die sternförmig in alle Richtungen führen.

💡 Insider-Tipp: Lauft niemals über den irren Kreisverkehr zum Triumphbogen. Nutzt die sichere Unterführung namens Passage du Souvenir, die auf der Nordseite der Champs-Élysées beginnt.

Triumphbogen in Paris
Triumphbogen in Paris

Arènes de Lutèce: Das versteckte römische Amphitheater

Die meisten Besucher ahnen nicht, dass Paris eigene römische Ruinen hat – mitten im Zentrum des 5. Arrondissements. Die Arènes de Lutèce stammen aus dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung und fassten einst bis zu 15.000 Zuschauer, die Gladiatorenkämpfe verfolgten. Heute ist es ein unglaublich ruhiger öffentlicher Park, versteckt hinter einem unscheinbaren Eingang in der Rue Monge.

Der Eintritt ist komplett kostenlos, und die Anlage ist täglich von morgens bis abends geöffnet. Für Familien mit Kindern ist es ein perfekter Ort: Die Kinder können sicher auf der sandigen Arena herumrennen, während ihr auf den antiken Steintribünen sitzt und frisches Baguette esst. Häufig trefft ihr hier Einheimische, die Fußball oder Pétanque spielen.

💡 Insider-Tipp: Der Zugang zur Arena führt von der Rue Monge durch den Hausdurchgang bei Nummer 49. Es sieht aus, als würdet ihr jemandem in die Wohnung laufen – aber lasst euch nicht abschrecken, geht einfach durch, und vor euch öffnet sich ein riesiger Raum.

Kirche Saint-Eustache: Konzertakustik gratis

Unweit der ehemaligen Markthallen Les Halles steht eine Kirche, die es in ihrer Pracht durchaus mit Notre-Dame aufnehmen kann – nur spricht kaum jemand über sie. Saint-Eustache (1. Arrondissement) ist ein prächtiger spätgotischer Bau. Geöffnet ist täglich, und Eintritt wird selbstverständlich nicht erhoben.

Der Clou: Diese Kirche beherbergt eine der größten Orgeln Frankreichs mit unglaublichen 8.000 Pfeifen. Mit etwas Glück trefft ihr auf die Organisten, die hier nachmittags oft üben. In diesem riesigen, stillen Kirchenschiff zu sitzen und zuzuhören, wie die Töne sich im Gewölbe brechen, gehört zu meinen allerschönsten Pariser Erinnerungen.

Kirche Saint-Eustache in Paris
Kirche Saint-Eustache

Museen und Galerien: Weltklasse-Kunst für null Euro

Paris ist ein wahres Museumsmonster. Ich habe hier schon mehrere Wochen verbracht und trotzdem längst nicht alle gesehen. Falls ihr allerdings EU-Bürger seid und unter 26, habt ihr es leicht: Der Eintritt in alle Nationalmuseen (Louvre, Musée d’Orsay, Orangerie, Picasso) ist das ganze Jahr über kostenlos. Es reicht, am Eingang den Personalausweis oder Reisepass vorzuzeigen. Für alle anderen gibt es andere großartige Wege.

Louvre in Paris
Louvre in Paris

Städtische Museen: Zwanzig Schätze kostenlos

Während die Nationalmuseen Eintritt verlangen, betreibt die Stadt Paris (Ville de Paris) ein Netz von 20 kleineren, aber absolut erstklassigen Museen. Der Eintritt zu ihren Dauerausstellungen ist für alle Besucher unabhängig vom Alter dauerhaft kostenlos. Nur für Sonderausstellungen wird Eintritt erhoben – die könnt ihr aber getrost auslassen.

Mein absoluter Favorit ist das Musée Carnavalet im 3. Arrondissement (Marais). Es ist das Museum der Pariser Stadtgeschichte, untergebracht in zwei wunderschönen Renaissance-Palästen. Hier wandert ihr durch die Geschichte von der Vorzeit bis zur Französischen Revolution. Es gibt rekonstruierte historische Zimmer, alte Ladenschilder und persönliche Gegenstände von Marie Antoinette. Eintritt frei, geöffnet Dienstag bis Sonntag (10:00–18:00 Uhr).

Ein weiteres Juwel ist das Petit Palais im 8. Arrondissement. Allein das Gebäude mit seinem monumentalen Eingang ist schon den Besuch wert. Drinnen findet ihr eine fantastische Kunstsammlung von der Antike bis zum frühen 20. Jahrhundert. Mit Kinderwagen durchzuschlendern ist ein Vergnügen, weil die Gänge breit sind und das Museum selten überfüllt ist.

💡 Insider-Tipp: Der Innenhof des Petit Palais verbirgt einen wunderschönen Garten mit Kolonnaden und einem kleinen Café. Selbst wenn ihr nicht wegen der Kunst hineingeht – stoppt hier für einen Kaffee. Es ist eine unglaublich ruhige Oase direkt neben den belebten Champs-Élysées.

Häuser berühmter Schriftsteller

Wenn ihr Literatur liebt, gönnt euch einen Besuch in den Häusern berühmter französischer Autoren. Das Maison de Victor Hugo befindet sich am wunderschönen Place des Vosges (4. Arrondissement). Ihr könnt kostenlos die Wohnung im zweiten Stock besichtigen, in der Hugo vor seinem Exil lebte und einen Teil der „Elenden“ schrieb. Geöffnet Dienstag bis Sonntag (10:00–18:00 Uhr).

Im 16. Arrondissement versteckt sich das Maison de Balzac – die einzige erhaltene Pariser Wohnung dieses genialen Schriftstellers. Es befindet sich in einem unscheinbaren Häuschen mit Garten und bietet einen überraschend schönen Blick auf den Eiffelturm. Die Dauerausstellung ist wieder für alle kostenlos.

💡 Insider-Tipp: Im 9. Arrondissement findet ihr das Musée de la Vie Romantique (Museum des romantischen Lebens). Es residiert in einem kleinen Haus mit grünen Fensterläden am Ende einer gepflasterten Gasse. Die Dauerausstellung ist kostenlos, und im Frühling blühen im Garten unter den Bäumen Rosen.

Museum Victor Hugo in Paris
Maison de Victor Hugo

Musée Curie: Im Labor einer genialen Frau

Wenn euch Wissenschaft auch nur ein bisschen interessiert, solltet ihr dieses kleine Museum im Quartier Latin (5. Arrondissement) auf keinen Fall verpassen. Es befindet sich nämlich direkt im Originallabor, in dem Marie Curie arbeitete und in dem sie schließlich auch starb. Der Eintritt ist völlig kostenlos, und die Räume haben ihre authentische Atmosphäre der Dreißigerjahre bewahrt.

Neben alten Ampullen, Messgeräten und Notizen seht ihr auch einen kleinen Garten, den Marie selbst anlegte, um sich während der Forschung zu erholen. Mit Jonáš gehen wir hier noch nicht hin, weil er zum Betrachten von Vitrinen noch zu klein ist – aber für Erwachsene ist es ein ungemein faszinierender Einblick in das Leben einer der größten Persönlichkeiten der Geschichte.

Labor von Marie Curie
Labor von Marie Curie

Louvre und d’Orsay: Strategie für freie Tage

Kostenlos in den Louvre oder ins Musée d’Orsay zu kommen, erfordert Planung. Das reguläre Ticket für den Louvre kostet rund 22 €, allerdings bietet das Museum jeden ersten Samstag im Monat abends freien Eintritt – von 18:00 bis 21:45 Uhr. Das gilt für alle Besucher.

Das Musée d’Orsay, das dieses Jahr sein 40. Jubiläum feiert und die weltweit beste Sammlung von Impressionisten zeigt (darunter Monets Seerosen und Van Goghs Selbstporträt), hält an der Tradition des freien Eintritts am ersten Sonntag im Monat fest. Der reguläre Eintritt liegt sonst bei 16 €.

💡 Insider-Tipp: Auch wenn der Eintritt an diesen Tagen kostenlos ist, müsst ihr für beide Museen unbedingt vorab ein Online-Zeitfenster (Timed-Entry-Ticket) auf den jeweiligen offiziellen Websites reservieren. Ohne kommt ihr einfach nicht rein – auch wenn der Eintritt frei ist.

59 Rivoli – kostenlose Aktivitäten in Paris, Sehenswürdigkeiten und Museen mit freiem Eintritt
59 Rivoli

59 Rivoli: Legaler Künstler-Squat

Das hier ist ein Erlebnis einer ganz anderen Art. Mitten im Herzen der Stadt, an der belebten Einkaufsstraße Rue de Rivoli (1. Arrondissement), findet ihr das Haus mit der Nummer 59. Von außen sieht es verrückt aus – die Fassade zieren oft riesige Installationen. Es handelt sich um einen ehemaligen illegalen Squat, den die Stadt schließlich aufkaufte und legalisierte.

Heute arbeiten hier in dreißig Ateliers Künstler aus aller Welt. Der Eintritt ist komplett kostenlos (ein freiwilliger Beitrag in die Spendenbox ist willkommen), geöffnet Dienstag bis Sonntag (13:00–20:00 Uhr). Ihr könnt frei durch die Stockwerke wandern, mit den Künstlern direkt bei der Arbeit plaudern und die wilde, kreative Atmosphäre aufsaugen. Mit Kinderwagen versucht es hier aber lieber nicht – das Treppenhaus ist eng und gewunden.

💡 Insider-Tipp: An Wochenenden wird es hier ziemlich voll. Die beste Besuchszeit ist an einem Wochentag am frühen Nachmittag, wenn die Künstler Zeit und Lust haben, über ihre Werke zu erzählen.

Aussichtspunkte und Panoramen: Die Stadt von oben

Der Blick auf Paris von oben macht süchtig. Ihr müsst aber nicht gleich Dutzende Euro für den Aufzug auf den Eiffelturm zahlen (mit Kinderwagen kommt man dort ohnehin schwer hin). Die Stadt bietet fantastische Dachterrassen und Parks – komplett kostenlos. Und ihr bekommt einen weiteren entscheidenden Vorteil: Wenn ihr auf dem Eiffelturm steht, habt ihr ihn nicht auf dem Foto. Von diesen Orten seht ihr die Stadt in ihrer ganzen Pracht.

Galeries Lafayette in Paris
Galeries Lafayette

Dächer der Kaufhäuser

Die berühmtesten Terrassen findet ihr auf den Dächern der historischen Kaufhäuser unweit der Opéra Garnier. Galeries Lafayette Haussmann (9. Arrondissement) bietet eine riesige Fläche mit 360°-Blick über die Stadt. Geöffnet Montag bis Samstag (10:00–20:00 Uhr) und Sonntag (11:00–20:00 Uhr). Die Aufzüge funktionieren einwandfrei, sodass ihr auch mit Kind problemlos hinaufkommt.

Das direkt benachbarte Printemps Haussmann beherbergt im 7. Stock die Terrasse „7e Ciel“ (Siebter Himmel). Von dort öffnet sich ein Panorama von der Oper bis zum Eiffelturm. Einen neu zugänglichen Aussichtspunkt gibt es auch auf dem Kaufhaus BHV Marais (4. Arrondissement), von dem aus ihr einen herrlichen Blick auf das Rathaus Hôtel de Ville und die umliegenden historischen Dächer habt.

💡 Insider-Tipp: Geht etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang auf die Terrasse der Galeries Lafayette. Dann erwischt ihr das schönste goldene Licht, das sich in den Pariser Zinkdächern spiegelt.

Institut du Monde Arabe in Paris
Institut du Monde Arabe

Institut du Monde Arabe

Wenn ihr gerade im Quartier Latin unterwegs seid, fahrt mit dem gläsernen Aufzug in den 9. Stock des Institut du Monde Arabe (5. Arrondissement). Die Terrasse ist kostenlos zugänglich, Dienstag bis Sonntag (10:00–18:00 Uhr), und serviert einen der allerbesten Blicke auf die Seine und die Rückseite von Notre-Dame. Auf dem Weg nach unten vergesst nicht, die berühmte Fassade des Gebäudes zu bewundern: Sie besteht aus mechanischen Blenden, die sich exakt nach dem Sonnenverlauf öffnen und schließen.

Wenn ihr nach der Aussicht noch einen Moment Zeit habt, schaut in die dortige öffentliche Bibliothek. Die Architektur des gesamten Raums ist wunderschön, es duftet nach altem Papier und bietet perfekte Ruhe, wenn ihr eine Verschnaufpause von den lauten Straßen braucht.

💡 Insider-Tipp: Die meisten Touristen wissen nichts von dieser Terrasse, sodass es hier nie so voll wird wie auf den Galeries Lafayette. Ein perfekter Ort für eine ruhige Fotopause.

Kaufhaus La Samaritaine in Paris
Kaufhaus La Samaritaine

Dach La Samaritaine: Luxus aus der Vogelperspektive

Das Kaufhaus La Samaritaine an der Brücke Pont Neuf hat vor Kurzem nach einer unglaublich langen und teuren Renovierung wiedereröffnet. Es ist ein Tempel des Luxus, wo das Günstigste wohl der Kaffee im Erdgeschoss ist – aber es lohnt sich trotzdem. Der Aufstieg nach oben kostet euch keinen Cent.

Wenn ihr in die obersten Stockwerke fahrt, eröffnet sich unter der Glaskonstruktion ein herrlicher Blick auf die Seine und die umliegenden historischen Gebäude. Lukáš und ich kommen gerne einfach zum Schauen her – die Pariser Haute Volée beobachten und die perfekten Ausblicke genießen. Es gibt breite Aufzüge, sodass ihr den Kinderwagen ganz entspannt hinaufbringt.

Parc de Belleville in Paris
Parc de Belleville

Parc de Belleville und Buttes-Chaumont

Für Aussichten mit einer Prise Natur steuert den Osten von Paris an. Der Parc de Belleville (20. Arrondissement) ist der höchstgelegene Park der Stadt (108 Meter über dem Meeresspiegel). Die Aussichtsplattform oben an der Rue Piat kostet nichts und zeigt euch die ganze Stadt wie auf einer Handfläche – von Sacré-Cœur bis zum Eiffelturm. Hierher kommen hauptsächlich Einheimische, und es herrscht eine sehr entspannte, nachbarschaftliche Atmosphäre.

Atemberaubendes Panorama bietet auch der nahegelegene Parc des Buttes-Chaumont (19. Arrondissement). Von seiner Hängebrücke und dem zentralen Felsen, auf dem der kleine Temple de la Sibylle steht, reicht der Blick bis zum Montmartre. Dieser Park mit künstlichen Grotten und Wasserfällen ist für ein Familienpicknick unschlagbar.

💡 Insider-Tipp: Im Parc de Belleville solltet ihr in den Abendstunden aufpassen. Das Viertel ist sehr lebendig und etwas rauer – besucht den Park lieber an einem sonnigen Nachmittag.

Montmartre in Paris
Montmartre
lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten in Paris
2 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Parks, Gärten und Baden in der Seine

Wenn Jonáš von Sehenswürdigkeiten die Nase voll hat und wir dringend Ruhe brauchen, retten uns immer die Parks. Das Pariser Grün ist akribisch gepflegt, geometrisch perfekt – und der Eintritt natürlich kostenlos. Dieses Jahr bringt zudem eine riesige Revolution, die das sommerliche Paris grundlegend verändert.

Baden in der Seine: Realität im Sommer 2026

Jahrelang klang es wie eine Utopie, aber jetzt ist es so weit. Nach enormen Investitionen in die Flussreinigung vor den Olympischen Spielen öffnen ab Sommer 2026 drei ausgewiesene Bereiche zum öffentlichen Schwimmen direkt in der Seine. Und das Beste: Es ist völlig kostenlos.

Schwimmen könnt ihr an drei Orten: Bras Marie (4. Arrondissement, nahe der Île Saint-Louis), Bras de Grenelle (15. Arrondissement, unweit des Eiffelturms) und im Bereich Bercy (12. Arrondissement). Die Badestellen sind im Juli und August in Betrieb, täglich von morgens bis abends. Es gibt schwimmende Pontons, Duschen und Rettungsschwimmer. Für die Pariser ist es eine Rückkehr zu einer hundertjährigen Tradition.

💡 Insider-Tipp: Das Flusswasser wird regelmäßig getestet. Falls die Wasserqualität nach starken Regenfällen abfällt, werden die Badestellen vorübergehend geschlossen. Verfolgt daher die aktuellen Informationen auf den Websites der Stadt oder schaut einfach, ob die grüne Flagge hängt.

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Jardin du Luxembourg

Klassiker mit Kindern: Jardin du Luxembourg und Tuileries

Der Jardin du Luxembourg (6. Arrondissement) ist mein Lieblingsort. Dieser Park hat alles: breite Sandwege, Dutzende grüne Metallstühle, die ihr frei verschieben könnt, und vor allem ein riesiges Wasserbecken in der Mitte. Kinder lassen hier traditionell kleine Holzsegelboote fahren – eine Freude, die nie alt wird. Im Park gibt es außerdem ein klassisches Marionettentheater (Théâtre des Marionnettes). Für einen kleinen Betrag (rund 3 €) können die Kinder den traditionellen Guignol erleben.

Der Jardin des Tuileries (1. Arrondissement) liegt direkt zwischen dem Louvre und dem Place de la Concorde und ist die perfekte Verbindung bei Spaziergängen durch das Zentrum. Im Herbst färben sich die Bäume in wunderbare Töne, und mittendrin gibt es große Spielplätze und Trampoline (für die allerdings ein kleiner Betrag fällig wird).

💡 Insider-Tipp: Im Jardin du Luxembourg sucht nach den Bienenstöcken (Rucher du Luxembourg). Sie stehen hier seit dem 19. Jahrhundert, und bis heute finden hier Imkerkurse statt. Ein faszinierendes Stück Land mitten in der Großstadt.

Parc Monceau in Paris
Parc Monceau

Parc Monceau: Antike Ruinen und Stille

Wenn uns der manchmal überfüllte Jardin du Luxembourg zu viel wird, fahren wir ins 8. Arrondissement. Der Parc Monceau ist sehr elegant, umgeben von wohlhabenden Bürgerhäusern mit schmiedeeisernen Balkonen, und er strahlt diese gemächliche Sonntagsruhe aus. Jonáš liebt es, auf den breiten Wegen herumzuflitzen, und Lukáš und ich bewundern die künstlich errichteten antiken Ruinen, die über den Rasen verstreut sind.

Das Beste an diesem Park ist das lokale Gefühl. Touristen verirren sich kaum hierher. Stattdessen trefft ihr Pariser Familien beim Picknicken, und an jeder Ecke spielt jemand auf einer Bank Schach. Für Architekturliebhaber: Direkt an einem der Eingänge steht eine wunderschöne Rotunde aus dem 18. Jahrhundert.

Promenade Plantée und Square du Vert-Galant

Wenn ihr die New Yorker High Line mögt, müsst ihr ihren älteren Pariser Vorgänger sehen. Die Coulée Verte René-Dumont (auch Promenade Plantée genannt) ist ein 4,7 Kilometer langer, erhöhter Park im 12. Arrondissement, entstanden auf einem stillgelegten Eisenbahnviadukt. Ihr spaziert auf Höhe des dritten Stockwerks, um euch herum blühen Rosen, und ihr schaut in Pariser Wohnungsfenster hinein. Starten könnt ihr direkt hinter der Opéra Bastille.

Für ein romantisches Picknick zu zweit kenne ich keinen besseren Ort als den Square du Vert-Galant (1. Arrondissement). Er liegt an der westlichen Spitze der Île de la Cité. Die meisten Touristen bleiben oben an der Brücke Pont Neuf stehen – ihr aber geht die Treppe hinunter zum Wasser. Dort entdeckt ihr einen kleinen, baumbestandenen Park, wo die Seine direkt zu euren Füßen plätschert.

💡 Insider-Tipp: Auf die Promenade Plantée kommt ihr mit Kinderwagen problemlos – an mehreren Stellen entlang der Strecke gibt es öffentliche Aufzüge. Die Route ist zudem komplett autofrei, was mit einem Kleinkind eine riesige Erleichterung ist.

Geheimes Paris: Passagen, Gassen und die Stadt der Toten

Wenn ihr den Massen entfliehen und euch wie echte Entdecker fühlen wollt, hat Paris ein ganzes Netz versteckter Orte parat. Oft reicht es, in einen unscheinbaren Durchgang einzubiegen, und schon befindet ihr euch in einem völlig anderen Jahrhundert.

Überdachte Passagen: Eleganz des 19. Jahrhunderts

Lange bevor es gesichtslose Einkaufszentren gab, baute sich die Pariser Oberschicht überdachte Passagen (passages couverts) – als eleganten Schutz vor dem Straßendreck. Heute sind nur noch eine Handvoll übrig, und der Durchgang ist selbstverständlich kostenlos. Glasdächer, Mosaikböden und stille Cafés – plötzlich seid ihr nicht mehr im Paris des Jahres 2026, sondern irgendwo im 19. Jahrhundert, nur dass euer Smartphone aus der Tasche ragt. Mit Kinderwagen fahrt es sich hier wie im Traum: überall eben und windstill.

Beginnt in der Galerie Vivienne (2. Arrondissement). Sie ist die luxuriöseste und schönste Passage mit originalem Mosaikboden aus den 1820er-Jahren. Ein Stückchen weiter findet ihr die Passage des Panoramas – die älteste überhaupt (von 1799) und ein Paradies für Briefmarkensammler. Direkt gegenüber liegt die Passage Jouffroy, die nach altem Holz duftet und das berühmte Hôtel Chopin beherbergt.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr hohe Decken und viel Licht mögt, sucht die Passage du Grand-Cerf (2. Arrondissement). Sie hat das höchste Glasdach aller Passagen und beherbergt kleine Boutiquen unabhängiger Schmuckdesigner und Kunsthandwerker.

Überdachte Passagen in Paris
Überdachte Passagen

Friedhof Père-Lachaise und Montparnasse

Es mag morbide klingen, aber die Pariser Friedhöfe funktionieren wie wunderschöne, stille Parks voller großer Bäume und streunender Katzen. Père-Lachaise (20. Arrondissement) soll der größte und meistbesuchte Friedhof der Welt sein – eine ziemlich bizarre Statistik, die man aber nach dem ersten Besuch sofort versteht. Der Eintritt ist kostenlos (täglich 8:00–18:00 Uhr). Hier ruhen Jim Morrison, Oscar Wilde, Édith Piaf und Molière. Mit Kinderwagen haltet euch an die befestigten Hauptwege – die Seitengassen sind oft mit groben Steinen gepflastert.

Eine ruhigere Alternative ist der Friedhof Montparnasse (14. Arrondissement). Er liegt in einem Wohnviertel und bietet einen ziemlich surrealen Blick auf den schwarzen Wolkenkratzer Tour Montparnasse, der sich direkt über den historischen Grabsteinen erhebt.

💡 Insider-Tipp: Fotografiert unbedingt am Eingang von Père-Lachaise den Plan von der Infotafel mit dem Handy ab. Ohne ihn verirrt ihr euch in dieser Stadt der Toten garantiert, und die Suche nach bestimmten Gräbern wird zum verzweifelten Herumirren.

Friedhof Père-Lachaise in Paris
Père-Lachaise

Canal Saint-Martin: Die Pariser Antwort auf Amsterdam

Dieser Ort liegt uns schon seit unseren Studententagen am Herzen. Der Canal Saint-Martin (10. Arrondissement) ist ein Netz von Wasserkanälen, verbunden durch hübsche grüne Brücken und eiserne Stege. Auf beiden Seiten säumen riesige Bäume das Ufer, und abends sitzen viele Einheimische einfach mit den Beinen zur Wasseroberfläche baumelnd da, trinken Wein aus Plastikbechern und unterhalten sich.

Ein Spaziergang entlang des Kanals ist natürlich kostenlos und für Kinder ein absolutes Highlight, weil ständig irgendein Bötchen vorbeifährt und durch die Schleusen geschleust wird. Wir halten immer irgendwo auf halber Strecke an, kaufen ein frisches Baguette und saugen einfach diese entspannte Atmosphäre auf. Hier wirkt Paris überhaupt nicht wie eine hektische Großstadt.

Canal Saint-Martin in Paris
Canal Saint-Martin

Bunte Gassen: Crémieux und Montmartre

Für starke visuelle Eindrücke geht auf Entdeckungstour durch die Pariser Mikrowelten. Die Rue Crémieux im 12. Arrondissement ist eine Gasse mit pastellfarbenen Häuschen, die zwar zum Instagram-Hit wurde, aber trotzdem einen kurzen Spaziergang wert ist. Noch zauberhafter ist La Campagne à Paris im 20. Arrondissement: Eine ehemalige Arbeitersiedlung auf einem kleinen Hügel, die wie ein Dörfchen wirkt, das mitten in die Metropole versetzt wurde.

Auf dem Montmartre entkommt ihr den Massen an der Basilika, indem ihr die Villa Léandre sucht. Diese Sackgasse im Mini-Art-déco-Stil erinnert eher an die englische Countryside. Etwas weiter schlängelt sich die Rue de l’Abreuvoir. Mit ihren Pastellfassaden und dem Blick auf die Kuppel von Sacré-Cœur in der Ferne ist sie wohl die schönste Straße auf dem ganzen Hügel.

💡 Insider-Tipp: Verpasst auf dem Montmartre nicht den kleinen Place des Abbesses. Dort findet ihr die berühmte Mauer der Liebe (Le Mur des je t’aime), auf der „Ich liebe dich“ in mehr als 300 Sprachen geschrieben steht. Ein tolles Motiv für ein romantisches Foto – und es kostet keinen Cent.

Montmartre in Paris
Montmartre

Essen und Trinken: Überleben ohne Budgetsprengung

Die Gastronomie in Paris kann unfassbar teuer sein. Wer sich in ein Restaurant direkt auf den Champs-Élysées setzt, zahlt für einen Kaffee locker 8 €. Es gibt aber seit Jahrhunderten bewährte Tricks, wie man hervorragend, lokal und günstig essen kann.

Wasser gratis: Das Zauberwort „Carafe d’eau“

Das ist der absolut wichtigste Satz, den ihr euch merken müsst. In jedem französischen Restaurant, Bistro oder Café habt ihr per Gesetz Anspruch auf kostenloses Leitungswasser. Die Bedienung wird euch oft automatisch teures Flaschenwasser anbieten (Evian, Badoit), das die Rechnung um 6 bis 10 Euro in die Höhe treiben kann.

Eure einzige Antwort muss ein selbstbewusstes „Une carafe d’eau, s’il vous plaît“ (Eine Karaffe Wasser, bitte) sein. Der Kellner bringt ohne mit der Wimper zu zucken eine Glasflasche mit sauberem, gekühltem Leitungswasser. Wasser könnt ihr auch auf der Straße nachfüllen: Paris ist voller gusseiserner grüner Brunnen, der sogenannten Wallace-Fontänen, aus denen das ganze Jahr über Trinkwasser fließt (außer an frostigen Wintertagen).

💡 Insider-Tipp: Das Leitungswasser in Paris ist nicht nur trinkbar, sondern von ausgezeichneter Qualität. Die Stadt bezieht es aus unterirdischen Quellen und Flüssen und filtert es sehr streng. Es gibt keinen Grund, Geld für Wasser in Plastikflaschen auszugeben.

Angeblich das beste Croissant in Paris
Angeblich das beste Croissant in Paris

Frühstück vom Bäcker und Mittagessen auf dem Markt

Wenn das Frühstück im Hotel nicht inbegriffen ist, steuert eine Bäckerei an. Für 1,50 € bekommt ihr ein noch warmes, buttriges Wunder, setzt euch damit auf die nächste Parkbank – und plötzlich ist alles gut.

Zum Mittagessen geht auf den Markt. Der Marché des Enfants Rouges (3. Arrondissement) ist der älteste überdachte Markt der Stadt und funktioniert wie ein fantastischer Food Court unter freiem Himmel. Ihr kauft euch Essen an einem Stand und esst es an Holztischen. Während ein normales Restaurantmittagessen 25 € kostet, esst ihr hier fantastisch für 10 bis 12 €. Ich liebe die marokkanischen Gemüse-Tajines, die perfekt für Vegetarier sind.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr in einem klassischen Restaurant sitzen wollt, sucht nach sogenannten „Bouillons“. Das sind historische Großküchen-Restaurants (z. B. Bouillon Chartier oder Bouillon Pigalle), die im 19. Jahrhundert für Arbeiter entstanden. Die Atmosphäre ist wild, ihr teilt euch Tische mit Fremden – aber ein Hauptgericht gibt es hier für unter 15 €.

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Falafel-Krieg im Marais

Für ein günstiges Abendessen zum Mitnehmen steuert die Rue des Rosiers im 4. Arrondissement an. Ihr befindet euch im historischen jüdischen Viertel, und hier tobt der Kampf um die beste Falafel Europas. Unbestrittener König ist L’As du Fallafel. Die Schlange reicht oft eine halbe Straße weit, geht aber schnell voran. Für rund 8 € bekommt ihr eine riesige Pita, vollgestopft mit knuspriger Falafel, Aubergine, Hummus und Rotkraut.

Und wohin mit dieser heißen, duftenden Pracht? Nehmt die Pita in die Hand und lauft die paar Blocks zum nahen Place des Vosges. Lukáš und ich setzen uns dort immer ins Gras, Jonáš bekommt ein Stück Fladenbrot, und wir schauen einfach auf die perfekt symmetrischen Backsteinpaläste ringsum.

💡 Insider-Tipp: L’As du Fallafel ist ein strikt koscherer Betrieb. Das heißt, von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen ist wegen des Schabbat komplett geschlossen. Wenn ihr am Samstag aufkreuzt, müsst ihr auf die Konkurrenz gegenüber ausweichen (die übrigens auch ausgezeichnet ist).

Praktische Infos: Anreise, Regeln und worauf ihr achten solltet

Damit Paris nicht teurer wird als nötig, müsst ihr die Spielregeln kennen. Die Stadt hat ihre Gepflogenheiten, und wer dagegen verstößt, wird es schnell merken – egal ob beim Ticketkauf oder im Umgang mit Geschäften.

Die goldene Bonjour-Regel

Das ist die absolute Grundregel des Pariser Überlebens. Immer wenn ihr einen kleinen Laden, eine Bäckerei oder ein Bistro betretet, müsst ihr laut „Bonjour“ sagen (oder abends „Bonsoir“). Blickkontakt ist Pflicht. Wenn ihr einfach reinkommt und anfangt, in den Waren zu wühlen, werdet ihr sofort in die Schublade „arroganter Tourist“ gesteckt – und entsprechend behandelt. Franzosen meinen das ernst: Ohne Bonjour seid ihr für sie schlicht Luft. Und glaubt mir, ein kühler Pariser Kellner ist ein Erlebnis, das ihr so schnell nicht vergesst. 😉

Genauso magisch wirkt die Verabschiedung. Wenn ihr geht, vergesst nie ein einfaches „Merci, au revoir“ (Danke, auf Wiedersehen). Wenn ihr sehen könntet, wie das selbst die grimmigsten Pariser Bäckerinnen auftaut, würdet ihr sofort verstehen, dass diese kleinen Wörtchen eigentlich die beste kostenlose Eintrittskarte zu den Einheimischen sind.

Anreise und Fortbewegung: Zu Fuß oder per Bus

Von Deutschland aus erreicht ihr Paris hervorragend mit dem Zug. Von Frankfurt am Main braucht der TGV knapp vier Stunden, von München etwa sechs mit dem ICE/TGV über Straßburg. Alternativ fliegen Eurowings, Lufthansa und diverse Low-Cost-Airlines von vielen deutschen Städten nach Paris – Flüge ab Berlin, München, Düsseldorf oder Köln gibt es oft schon günstig.

Vor Ort spart ihr am meisten zu Fuß – und Paris macht es euch zum Glück leicht: Das Zentrum ist überraschend kompakt, sodass die Strecken zwischen Louvre, Notre-Dame und dem Marais locker zu Fuß machbar sind. Mit Kinderwagen merkt ihr außerdem schnell, dass die historische Metro voller Treppen und Drehkreuze steckt, durch die ein Kinderwagen einfach nicht passt. Die einzige verlässliche Wahl ist die neue, vollständig barrierefreie Linie 14.

Statt der Metro nutzt lieber die Oberflächenbusse. Ein Ticket kostet 2,15 € und gilt für die gesamte Fahrt. Die Busse haben Rampen für Kinderwagen, und ihr könnt unterwegs die Stadt bewundern. Wenn ihr eine ganze Woche in Paris seid (von Montag bis Sonntag), kauft euch die Navigo-Découverte-Karte. Für rund 30 € habt ihr unbegrenzte Fahrten mit allem, inklusive der Züge zum Flughafen CDG.

Vorsicht vor Straßenbetrügereien (Scams)

Paris ist voll von Leuten, die Touristen mit Jahrzehnte alten Tricks Geld aus der Tasche ziehen wollen. Seid wachsam:

  • Der goldene Ring: Jemand „findet“ vor euch auf der Straße (oft beim Louvre) einen goldenen Ring und fragt, ob er euch gehört. Wenn ihr verneint, bietet er ihn euch gegen eine kleine Belohnung an. Der Ring ist natürlich aus wertlosem Messing.
  • Freundschaftsbänder: Auf den Stufen unter Sacré-Cœur operieren Gruppen von Männern, die auf euch zukommen und blitzschnell eine Schnur um euer Handgelenk knoten. Sobald der Knoten sitzt, fordern sie aggressiv Geld. Haltet die Hände in den Taschen und sagt bestimmt „Non“.
  • Falsche Petitionen: Besonders am Eiffelturm und bei Notre-Dame trefft ihr junge Mädchen (die oft Taubstummheit vortäuschen) mit Klemmbrettern und einer Petition für einen guten Zweck. Während ihr lest und unterschreibt, durchsucht ein Komplize euren Rucksack.
  • Taschendiebe in der Metro: Passt besonders auf Linie 1 (fährt zum Louvre) und Linie 4 auf. Haltet die Hand am Reißverschluss eurer Tasche und tragt den Rucksack auf dem Bauch.

Das alles klingt vielleicht etwas beängstigend, aber wenn ihr euren gesunden Menschenverstand benutzt und mit einem Lächeln, aber bestimmt Nein sagt, passiert euch nichts. Paris ist ansonsten eine absolut sichere und wunderbare Stadt – lasst euch den Spaß von diesen Kleinigkeiten nicht verderben.

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Wenn ihr die Budgetplanung abgehakt habt und euch in konkrete Pariser Abenteuer stürzen wollt, schaut euch unsere weiteren Guides an:

Häufig gestellte Fragen

Ist der Eintritt in den Louvre für Studenten kostenlos?

Ja. Wenn ihr unter 26 Jahre alt seid und Bürger des Europäischen Wirtschaftsraums (dazu gehört auch Deutschland, Österreich und die Schweiz als Sonderfall), habt ihr kostenlosen Eintritt in den Louvre und dessen Dauerausstellungen. Reserviert einfach online ein kostenloses Zeitfenster und zeigt am Eingang euren Personalausweis.

Wann ist der Eintritt in die Pariser Museen für alle kostenlos?

Die meisten nationalen Denkmäler und Museen (z. B. Musée d’Orsay, Orangerie, Panthéon) bieten jeden ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Der Louvre bietet jeden ersten Samstag im Monat von 18:00 bis 21:45 Uhr freien Eintritt. Eine Online-Reservierung ist aber immer erforderlich.

Kostet der Eintritt auf den Eiffelturm?

Ja, der Aufstieg auf den Eiffelturm ist immer kostenpflichtig, und die Preise liegen je nach Etage und Aufzugnutzung zwischen 14 und 36 Euro. Komplett kostenlos könnt ihr den Turm aber vom Place du Trocadéro oder vom Champ de Mars bewundern. Wir empfehlen, Tickets vorab über GetYourGuide zu reservieren, da ihr sonst möglicherweise gar nicht hinaufkommt.

Wo finde ich in Paris kostenloses Trinkwasser?

Auf den Straßen und in den Parks findet ihr grüne gusseiserne Brunnen, die sogenannten Wallace-Fontänen, aus denen Trinkwasser fließt. In jedem Restaurant könnt ihr außerdem „une carafe d’eau“ (eine Karaffe Leitungswasser) bestellen, die euch per Gesetz kostenlos gebracht werden muss.

Ist die Kathedrale Notre-Dame geöffnet und was kostet der Eintritt?

Die Kathedrale wurde nach dem Brand am 8. Dezember 2024 feierlich wiedereröffnet. Der Eintritt in das Hauptschiff ist für alle Besucher komplett kostenlos. Ihr müsst lediglich vorab ein Zeitfenster über die offizielle App reservieren.

Welche Aussichtspunkte in Paris sind kostenlos?

Die besten kostenlosen Panoramen bieten die Dachterrassen der Kaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps im 9. Arrondissement. Einen hervorragenden Ausblick gibt es auch vom Dach des Institut du Monde Arabe (5. Arrondissement) oder vom Parc de Belleville.

Kann man in Paris in der Seine schwimmen?

Ja, ab Sommer 2026 öffnen drei ausgewiesene kostenlose Badezonen direkt in der Seine (Bras Marie, Grenelle, Bercy). Die Badestellen sind im Juli und August in Betrieb, sofern die aktuelle Wasserqualität es erlaubt.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Hôbou Paris Erfahrungsbericht: Authentisches französisches Boutiquehotel ideal für einen Ausflug nach Versailles

TL;DRDas Hôbou Paris ist ein charmantes Vier-Sterne-Boutiquehotel in Boulogne-Billancourt, entstanden aus dem Rebranding des ehemaligen Hotel Acanthe. Es punktet mit familiärer Atmosphäre, einem authentischen französischen Frühstück und dem täglichen Hôbou Time-Ritual mit hausgemachten Küchlein von Linette und Liudmyla. Der größte Vorteil ist die Lage direkt an der Endstation der Metrolinie 10: Von dort erreichst du das Pariser Zentrum (Sèvres-Babylone, Notre-Dame, Louvre) in 15 bis 30 Minuten. Nach Versailles kommst du mit dem Bus 171 in etwa 30 bis 35 Minuten, ab Hotel insgesamt also 40 bis 50 Minuten. Zur Auswahl stehen sechs Zimmertypen zwischen 13 und 36 m², darunter die verbundenen Tribu-Zimmer für Familien mit bis zu vier Personen. Außerdem bietet das Hotel 24-Stunden-Zimmerservice, ein Fitnessstudio und liegt nah am Bois de Boulogne, am Parc de Saint-Cloud und an Roland-Garros. Unser Fazit: Das Hôbou Paris eignet sich hervorragend für Familien mit kleinen Kindern sowie für Paare, die Paris mit einem Ausflug nach Versailles verbinden möchten.

Wenn ihr eine Reise nach Paris Frankreich mit einem kleinen Kind plant und über das Hotel Hôbou Paris nachdenkt, wird die Unterkunftswahl plötzlich zu einer ganz anderen Aufgabe, als wenn man allein oder zu zweit unterwegs ist. Auf einmal geht es nicht nur um Design, Booking-Bewertungen und guten Kaffee – sondern auch darum, wie lange man jeden Morgen mit einem 25-Kilo-Knirps und all seinem Gepäck von A nach B braucht. ☺️

Wir – Lukáš und ich – sind Ende April/Anfang Mai nach Paris geflogen (von Berlin aus mit günstigen Flügen kein Problem), und von Anfang an war klar, dass wir einen Tagesausflug nach Versailles ins Programm aufnehmen wollen. Und genau hier zeigte sich, wie wichtig die Wahl des richtigen Paris Frankreich Hotels ist. Wer sein Hotel am falschen Ende von Paris bucht, schleppt sich locker über eine Stunde pro Strecke nach Versailles. Und das will man mit einem kleinen Kind wirklich, aber wirklich nicht.

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutiquehotel in Boulogne-Billancourt (buchbar hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt – aber in das man sich innerhalb der ersten Stunden verliebt. Und das meine ich ernst, nicht als Floskel, wie sie in Hotelbewertungen gern benutzt wird.

Ausflug nach Versailles
Ausflug nach Versailles

Zusammenfassung

  • Hôbou ist ein 4-Sterne-Boutiquehotel in Boulogne-Billancourt, direkt an der Grenze von Paris, entstanden aus einem Rebranding des früheren Hôtel Acanthe.
  • Strategische Lage war der Hauptgrund für unsere Wahl – die Metrolinie 10 endet quasi direkt vor der Tür, und nach Versailles kommt man mit dem Bus 171 in etwa 35–45 Minuten.
  • Atmosphäre ist familiär und authentisch französisch – kein steriler Kettenhotel-Charme, sondern ein Boutiquehotel, das von den Eigentümern selbst geführt wird.
  • Hôbou Time ist die tägliche Portion hausgemachter Kuchen und Gebäck von Linette und Liudmyla, dazu Kaffee oder Tee. Das dürft ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen.
  • Frühstück ist klassisch französisch und hochwertig – Butter, Käse, Backwaren, frisches Obst. Bestellt es euch mindestens einmal aufs Zimmer.
  • Ideal für: Familien mit kleinen Kindern, Paare, die Paris + Versailles + Bois de Boulogne kombinieren wollen, Liebhaber authentischer französischer Boutiquehotels statt Kettenhotels.
Ausflug ins Zentrum von Paris
Ausflug ins Zentrum

Warum wir Boulogne-Billancourt statt dem Zentrum von Paris gewählt haben

Ich weiß, ich weiß – die meisten Reiseblogs empfehlen, in Paris so zentral wie möglich zu übernachten, am besten im Marais oder Saint-Germain, damit man alles zu Fuß erreicht. Und normalerweise würde ich dem sofort zustimmen – wenn wir allein gereist wären. Doch wenn man mit einem kleinen Kind unterwegs ist und weiß, dass Versailles (und vielleicht auch Disneyland oder der Bois de Boulogne) auf dem Programm stehen, ist das Zentrum plötzlich nicht mehr die beste Wahl.

Versailles liegt nämlich ziemlich weit vom Pariser Zentrum entfernt – eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist völlig normal. Ganz zu schweigen davon, dass man umsteigen, den Kinderwagen im Auge behalten, das Kind im Auge behalten und den Rucksack im Auge behalten muss. Metrofahren mit Kind ist eine echte Geduldsprobe. Boulogne-Billancourt liegt aber ungefähr auf halber Strecke zwischen Zentrum und Versailles und löst damit beide Probleme auf einmal.

Vom Hotel erreicht man das Pariser Zentrum mit der Metrolinie 10, deren Endstation Boulogne-Pont de Saint-Cloud buchstäblich nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt ist. Die Fahrt bis Sèvres-Babylone oder Odéon dauert etwa 20 Minuten, bis Notre-Dame oder zum Louvre rund 25–30 Minuten. Das ist absolut vergleichbar mit dem, was man von manchen „zentralen“ Hotels im Quartier Latin oder in der Nähe des Eiffelturms braucht. Und in die andere Richtung, nach Versailles, sind es mit dem Bus nur etwa 40 Minuten.

Außerdem ist Boulogne-Billancourt an sich ein sehr angenehmer Ort. Kein klassisches Pariser Zentrum mit Haussmann-Fassaden, sondern eher ein elegantes, ruhiges Wohnviertel, in dem Franzosen leben – keine Touristen. Gegenüber liegt der Eingang zum Parc de Saint-Cloud, der Bois de Boulogne ist zehn Minuten zu Fuß entfernt, und in der Nähe findet ihr auch die Tennisanlage Roland-Garros. Wenn man abends müde aus dem Zentrum zurückkommt und einfach nur Ruhe will, weiß man das zu schätzen. Und wenn ihr außerdem einen der Tagesausflüge ab Paris plant (Versailles, Saint-Germain-en-Laye, Giverny), ist diese Lage noch einmal dankbarer.

Hobou Paris
Hobou Paris

Erster Eindruck: Ein unscheinbarer Eingang, der täuscht

Als wir zum ersten Mal vor dem Hotel standen, muss ich zugeben, dass ich leicht skeptisch war. Der Eingang des Hôbou ist wirklich bescheiden – keine große Show, keine bombastische Lobby mit Marmor und riesigem Kronleuchter, wie man es von einem 4-Sterne-Boutiquehotel vielleicht erwarten würde. Das Gebäude hat einen eleganten Bogendurchgang, vier Stockwerke und wirkt eher wie eine diskrete Pariser Residenz, an der man vorbeilaufen könnte, ohne sie zu bemerken.

Sobald man aber durch die Tür tritt, wird sofort klar, dass der erste Eindruck getäuscht hat. Die Rezeption ist warm, einladend, und man wird sofort mit einem Lächeln begrüßt. Und dann kommt das Beste – nämlich der Kuchen. Direkt an der Rezeption findet man jeden Tag frisch gebackenen Gugelhupf, Kuchen oder ein anderes Gebäck, das im Hotel selbst hergestellt wird. Das ist das Markenzeichen des Hôbou, es heißt „Hôbou Time“, und ich komme weiter unten noch ausführlicher darauf zurück, weil es wirklich ein eigenes Level ist.

Unser Sohn Jonáš gab keine Ruhe. Er konnte wahrscheinlich gar nicht genau benennen, was er dort sah, aber sobald er es erblickte, wusste er, dass er es wollte. Und weil die französischen Gastgeber dort wirklich so herzlich sind, hat Jonáš am ersten Tag die halbe Karottentorte aufgegessen, die man uns bei der Ankunft angeboten hatte. Und wir alle wissen: sattes Kind = zufriedenes Kind 😅

Im Design stecken viele liebevolle Details und augenzwinkernde Anspielungen, die einem nach und nach auffallen. Boulogne-Billancourt hat eine reiche Geschichte – hier waren legendäre Filmstudios ansässig, hier stand die Renault-Fabrik, und im Hotel wird auf vieles davon Bezug genommen. Man stößt auf ein kleines Auto, alte Filmkameras, hier und da ein Wappen von Boulogne-Billancourt oder ein Pariser Wahrzeichen, versteckt in einem Interieur-Detail – ein stilles Suchspiel, das umso mehr Spaß macht, je länger man dort ist.

Hobou Paris Interieur
Hobou Paris

Zimmer im Hôbou: Sauber, ruhig und clever ausgestattet

Die Zimmer im Hôbou sind nicht riesig – aber das ist die Pariser Realität. Wer schon einmal in einem Pariser Boutiquehotel übernachtet hat, weiß, dass französische Zimmer nicht nach denselben Maßstäben gemessen werden wie amerikanische Hotelkomplexe. Hôbou bietet insgesamt sechs Zimmerkategorien, sodass man je nach Bedarf wählen kann:

  • Cocoon (ab 13 m²) ist die kleinste Kategorie, ideal für Alleinreisende oder einen anspruchslosen Wochenendtrip zu zweit.
  • Nomade (ab 16 m²) ist das klassische Zimmer mit Doppelbett oder zwei Einzelbetten.
  • Rêverie (ab 19 m²) gehört zur Superior-Kategorie mit etwas mehr Platz.
  • Horizon (ab 18 m²) ist ebenfalls Superior, aber mit Terrasse oder Balkon – für uns eine wunderbare Wahl im Frühling.
  • Grand Angle (ab 23 m²) ist das Deluxe-Zimmer, in dem bis zu drei Personen Platz finden, falls man ein Kind auf einem Zustellbett unterbringen möchte.
  • Tribu (ab 36 m²) besteht aus zwei verbundenen Zimmern für Familien mit bis zu vier Personen – also perfekt für Eltern mit zwei Kindern.

Die Zimmer sind sauber, lichtdurchflutet und ruhig. Das Bett ist bequem – keine Tücken wie eine steinharte Matratze oder Daunendecken, in die man so versinkt, dass sie sofort feucht werden. Wir haben gut geschlafen, was man nach einem Tag zu Fuß durch Paris wirklich zu schätzen weiß. Im Zimmer steht eine Kaffeemaschine, sodass man sich den Morgen-Espresso gönnen kann, bevor man überhaupt zum Frühstück hinuntergeht. Für mich als jemand, der ohne Kaffee nicht in den Tag startet, war das ein kleines, aber wichtiges Detail.

Neben der Kaffeemaschine findet man im Zimmer alles, was man von einem 4-Sterne-Boutiquehotel erwartet: gutes WLAN, einen Kleiderschrank, angenehmes Licht, einen Sitz- oder Arbeitsbereich. Nichts ist mit modischen Tech-Spielereien vollgestopft – einfach stille französische Eleganz. Und wenn ihr mit einem kleinen Kind reist wie wir, werdet ihr die Ruhe zu schätzen wissen. Kein Straßenlärm, kein Dröhnen aus der Lobby – einfach Stille, in der man nachts tatsächlich schläft.

Hobou Paris Zimmer
Hobou Paris

Hôbou Time: Hausgemachte Kuchen, für die man sich einen zweiten Kaffee gönnt

Und jetzt kommt das Beste. Hôbou Time ist das tägliche Ritual des Hotels und für uns einer der Gründe, warum wir von selbst wiederkommen würden. Jeden Tag erscheinen an der Rezeption und in der Lounge hausgemachte Backwerke von Linette und Liudmyla, zwei Bäckerinnen bzw. Konditorinnen, die für das Hotel von Hand backen. Dazu zapft man sich einfach Kaffee, Tee oder Limonade an der Bar und macht es sich in der wunderschönen, heimeligen Lounge bequem.

Es ist kein Buffet und keine teure Pâtisserie – eher eine familiäre Aufmerksamkeit, wie man sie sich bei Oma auf dem Land vorstellen würde. Karottenkuchen, Zitronenkuchen, klassische französische Madeleines, Brownies, saisonale Gebäckstücke, je nach Tag. Der Geschmack ist wunderbar, ehrlich und zutatenbasiert – kein Zuckerschock, keine Plastik-Sahne. Man spürt, dass hier ein Mensch backt, nicht die Lebensmittelindustrie.

Wie ich oben schon geschrieben habe, hat Jonáš am ersten Tag die Hälfte eines Karottenkuchens verputzt. Und das war keine Kuchenportion – das war die halbe Torte, die an dem Tag dort stand. Zum Glück hat man an der Rezeption nur gelacht, und am nächsten Tag wurde ihm gleich eine eigene Portion abgeschnitten, etwas abseits aufbewahrt. Es sind genau solche Kleinigkeiten, an denen man erkennt, dass das Hotel wirklich familiär ist – und nicht nur „familiär“ in der Marketingbroschüre. ☺️

Außerhalb der Hôbou Time funktioniert das Hotel auch als klassische Bar und Lounge, wo man sich einen Aperitif vor dem Abendessen gönnen oder nach einem Tag in Paris ein Glas Wein trinken kann. Die Bar ist gemütlich-intim, kein Club-Lärm, man sitzt dort wie zu Hause. Und falls ihr euch bewegen wollt: Im Hotel gibt es auch einen Fitnessraum, der rund um die Uhr geöffnet ist. Wir haben ihn nicht genutzt, aber es ist ein netter Bonus, falls einen der Ehrgeiz packt, nach dem Urlaub in besserer Form zu sein als vorher.

Frühstück, das ihr unbedingt einmal aufs Zimmer bestellen solltet

Das Frühstück im Hôbou ist genau so, wie man es sich vorstellt, wenn man „klassisches französisches Frühstück“ sagt. Man findet dort nur hochwertige Premium-Produkte – keine industrielle Marmelade in Plastikbecherchen, keine aufgebackenen Brötchen aus der Tiefkühlung. Es gibt:

  • Frische Backwaren direkt aus der örtlichen Bäckerei – klassische Baguettes, Croissants, Pain au chocolat, Brioche.
  • Butter und Käse französischer Herkunft, oft mit Herkunftsbezeichnung – und das meine ich ernst, keine Plastikbecher, wie man sie aus anderen Hotels kennt.
  • Schinken und Aufschnitt aus hochwertigen Quellen – Prosciutto, Jambon de Paris.
  • Hausgemachte Marmeladen in kleinen Gläsern, oft mit regionaler Herkunft.
  • Eier in verschiedenen Zubereitungen – man kann sie sich frisch zubereiten lassen.
  • Frisches Obst, Joghurt, Müsli – eben ein vollwertiger, gesunder Start in den Tag.
  • Kaffee wird vom Barista zubereitet – Cappuccino oder Flat White auf dem Niveau eines guten Cafés.
Frühstück im Hobou Paris
Hobou Paris

Man könnte das natürlich gemütlich im Hotelrestaurant genießen, aber wir haben einen Tipp, den wir euch wirklich ans Herz legen: Bestellt euch mindestens einmal das Frühstück aufs Zimmer. Probiert es aus! Hôbou bietet Room Service rund um die Uhr, sodass man das Frühstück genau auf die gewünschte Uhrzeit bestellen kann – und es wird wunderschön auf einem Tablett mit Tischdecke, Serviette und allem Drum und Dran serviert.

Wir haben das am vorletzten Tag gemacht, und es war ein großartiges Gefühl: im Pyjama frühstücken, aus dem Fenster auf Boulogne-Billancourt schauen und wissen, dass dieser Tag ein langsamer wird. Jonáš spielte dabei mit seinen Kuscheltieren, wir gönnten uns noch einen Cappuccino, und hatten das Gefühl, an einem Ort angekommen zu sein, den man in einem Hotel normalerweise nicht findet. Es ist den kleinen Aufpreis absolut wert.

Frühstück aufs Zimmer im Hobou Paris
Hobou Paris
lukas a lucka
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Wo man in Paris übernachten kann
2 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Wie man vom Hôbou ins Zentrum von Paris und nach Versailles kommt

Der Hauptgrund, warum wir uns für das Hôbou entschieden haben, war die Verkehrsanbindung. Die strategische Lage macht sich mit einem kleinen Kind wirklich bezahlt, und das Hôbou funktioniert in dieser Hinsicht in beide Richtungen gut. Überprüft am besten immer vorab die aktuellen Verbindungen auf der offiziellen RATP-Website.

Ins Pariser Zentrum fährt man direkt mit der Metrolinie 10, deren Endstation Boulogne-Pont de Saint-Cloud quasi direkt gegenüber vom Hotel liegt. Die Linie 10 bringt euch zu:

  • Sèvres-Babylone (Umstieg auf Linie 12 und nach Saint-Germain-des-Prés) in etwa 15 Minuten.
  • Odéon (Quartier Latin) in etwa 20 Minuten – man steigt direkt in den Cafés des Quartier Latin aus.
  • Cluny, La Sorbonne (Notre-Dame, Sainte-Chapelle) in etwa 22 Minuten.
  • Gare d’Austerlitz in etwa 30 Minuten.

Am liebsten sind wir über Odéon gefahren, weil das Viertel dort so richtig typisch pariserisch ist. Wer zum Eiffelturm möchte, steigt an Sèvres-Babylone auf die Linie 6 um und ist in etwa 30 Minuten am Trocadéro. Für den Louvre steigt man an der Station Champs-Élysées-Clemenceau auf die Linie 1 um. Es ist nicht gerade „raus aus dem Hotel und direkt an der Pyramide“, aber 25 Minuten mit der Metro sind wirklich okay.

Nach Versailles ist es ein kleines Abenteuer, aber immer noch recht einfach. Von der Metro-Endstation Pont de Saint-Cloud geht man ein paar Minuten zu Fuß zur Pont de Sèvres, von wo der direkte RATP-Bus 171 zum Schloss Versailles fährt. Die Fahrt dauert etwa 30–35 Minuten, der Bus fährt alle 10–15 Minuten, sodass man nicht auf die Minute genau planen muss. Vom Hotel zum Schloss solltet ihr insgesamt 40–50 Minuten einrechnen.

Die zweite Variante ist die RER C, bei der man im Pariser Zentrum umsteigt – aber das dauert länger (und bedeutet mit Kind mehr Umstiege, also nichts für uns).

Versailles mit kleinem Kind
Versailles mit kleinem Kind

Was es in der Umgebung des Hotels zu entdecken gibt

Was uns außerdem sehr gefallen hat, war das Viertel selbst. Viele unterschätzen Boulogne-Billancourt, weil es „schon“ hinter der Pariser Grenze liegt (offiziell Hauts-de-Seine, nicht Paris) – aber wir haben dort richtig schöne Abende verbracht. Ein paar Tipps, die sich lohnen:

  • Bois de Boulogne ist gleich um die Ecke – ein riesiger Park, in dem man mit Kindern wunderbar einen Nachmittag verbringen kann. Es gibt Bootsfahrten, Radwege und die Fondation Louis Vuitton (ein architektonisches Meisterwerk von Frank Gehry).
  • Parc de Saint-Cloud liegt auf der anderen Seite der Seine, mit Panoramablick über ganz Paris – ein wunderschöner Park im englischen Stil.
  • Roland-Garros ist 10 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt – wer also zur Turnierzeit kommt (Ende Mai/Anfang Juni), hat hier quasi die ideale Basis.
  • Restaurants in der Umgebung: Wir haben das Bistro 22 und die Gegend um die Avenue Jean-Baptiste Clément ausprobiert. Boulogne hat eine eigene Gastronomie-Szene – man muss also fürs Abendessen nicht ins Zentrum fahren.
  • Markt von Boulogne-Billancourt findet jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag statt – eine wunderbare Möglichkeit, den echten französischen Alltag zu schmecken.
Louis Vuitton Foundation
Louis Vuitton Foundation

Wo man essen gehen kann (nicht nur rund ums Hôbou)

Essen ist in Paris ein Kapitel für sich. Lukáš und ich haben uns geschworen, nicht in den typischen Touristenfallen zu essen, die ihre Karte in acht Sprachen haben und deren Kellner einen schon auf der Straße anrufen.

Stattdessen haben wir kleine Bistros und Bäckereien gesucht, in die die Einheimischen gehen. Und dabei haben wir festgestellt, dass man gerade in Boulogne viel authentischer und entspannter essen kann als in den Touristenzonen. Boulogne hat seine eigene Gastronomie-Szene – die Avenue Jean-Baptiste Clément und die Gegend ums Rathaus sind voller Bistros und Bäckereien, in denen Franzosen sitzen, keine Touristen. Einfach durchschlendern und dort anhalten, wo es einen anspricht.

Wo man ein schnelles Mittagessen im Zentrum bekommt

Wenn wir zwischen den Sehenswürdigkeiten unterwegs waren und uns in der Nähe des Louvre oder Notre-Dame der Hunger packte, haben wir uns nicht gleich ins nächstbeste Restaurant gesetzt. Viel besser ist es, sich in einer Seitengasse etwas auf die Hand zu holen.

Bewährt haben sich bei uns klassische Galettes oder ein Baguette mit Schinken aus der nächsten Bäckerei – damit haben wir uns dann einfach in einen Park gesetzt. Jonáš sah das als Picknick, und wir konnten uns ausruhen, ohne befürchten zu müssen, dass der Kleine uns das Restaurant auseinandernimmt.

Für wen das Hôbou das ideale Hotel ist

Nach vier Nächten kann ich sagen: Das ist ein Hotel, das für mehrere Reisetypen funktioniert. Es ist nicht für jeden das Richtige, aber wer dazu passt, wird es lieben.

  • Familien mit kleinen Kindern. Die Zimmer sind ruhig, Hôbou Time ist der perfekte Moment, auf den sich die ganze Familie freut, die verbundenen Tribu-Zimmer lösen die Platzfrage, und die strategische Lage spart jeden Tag wertvolle Minuten. Für uns mit Jonáš war es ein Volltreffer – auch wenn Jonáš ehrlich gesagt überall glücklich gewesen wäre, wo man ihn mit Kuchen füttert.
  • Paare, die Paris mit Versailles und Umgebung kombinieren wollen. Wer nicht nur ins Zentrum möchte (Versailles, Saint-Germain-en-Laye, Disneyland, Giverny), für den ist Boulogne die ideale Basis, die beide Richtungen abdeckt.
  • Liebhaber authentischer Boutiquehotels. Wer die Nase voll hat von Kettenhotels und ein französisches Hotel mit Charakter sucht, das von den Eigentümern geführt wird und wo man als Gast wirklich wahrgenommen wird, ist im Hôbou genau richtig.
  • Paare auf längeren Aufenthalten. Wer eine Woche oder länger in Paris verbringt, findet in Boulogne ein wunderbar ruhiges Viertel, in dem man sich nach den Tagen im Zentrum wirklich erholen kann.

Für wen das Hôbou wahrscheinlich nicht ideal ist:

  • Wer mitten im Herzen des Zentrums schlafen und alles zu Fuß ohne Metro erreichen will – dafür sind Hotels im Marais oder Saint-Germain besser geeignet.
  • Wer vor allem das Nachtleben in Pigalle oder Bastille genießen möchte – die Rückfahrt nach Boulogne mit der letzten Metro kann da etwas umständlich werden.

Fazit: Kommen wir wieder?

Ja! Am Ende hat sich das Hôbou als eines der liebsten Hotels herausgestellt, in dem wir in Paris je übernachtet haben. Und ich war schon mehrmals in Paris.

Andere Hotels in Paris haben entweder die Lage, oder den Charakter, oder den familiären Umgang. Das Hôbou hat irgendwie alles gleichzeitig – und das ganz still, ohne damit zu prahlen. Dazu die hausgemachten Kuchen von Linette und Liudmyla, das Frühstück im Bett, die Stille im Zimmer abends, wenn Jonáš schläft. All das zusammen ergibt ein Hotel, aus dem man nicht mit der Erinnerung an „Luxus“ abreist, sondern mit dem Gefühl, für eine Weile bei einer französischen Familie zu Gast gewesen zu sein, die einen gern hatte.

Und genau das wünsche ich mir von einem Urlaub in Paris – dass man danach nicht zwei Wochen braucht, um sich zu erholen, wie es bei manchen Reisen der Fall ist, sondern ausgeruht nach Hause kommt mit dem Gefühl, eine wirklich schöne Zeit gehabt zu haben. ☺️

Wenn ihr eine Reise nach Paris Frankreich mit Kindern oder einem Ausflug nach Versailles plant, empfehle ich das Hôbou ohne Zögern. Das Hôbou könnt ihr hier buchen, und denkt an den Tipp mit dem Frühstück aufs Zimmer – macht es wirklich! 😉

FAQ: Häufige Fragen zum Hotel Hôbou Paris

Noch ein paar Dinge, die mich oft gefragt werden:

Wo liegt das Hôbou Paris genau?

Wenn man es auf der Karte sucht, ist die erste Reaktion wahrscheinlich ‚das ist doch gar nicht Paris‘ – aber keine Sorge. Das Hôbou befindet sich an der Adresse 9, Rond-Point Rhin et Danube, 92100 Boulogne-Billancourt. Das ist der westliche Vorort von Paris, offiziell bereits außerhalb der Pariser Arrondissements, aber nur einen Katzensprung von der Endstation der Metrolinie 10 Boulogne-Pont de Saint-Cloud entfernt. Uns hat diese Lage letztendlich viel besser gefallen als das hektische Zentrum. Es ist dort wunderbar ruhig – genau das, was man mit Kind nach einem ganzen Tag auf den Beinen braucht.

Wie lange dauert die Fahrt vom Hôbou ins Zentrum von Paris?

Mit der Metrolinie 10 ist man in etwa 15 Minuten in Sèvres-Babylone (Saint-Germain), bei Notre-Dame oder dem Louvre in 25–30 Minuten. Zum Eiffelturm sollte man circa 30 Minuten mit einem Umstieg einplanen. Als wir das erste Mal fuhren, konnte Lukáš kaum glauben, dass es so schnell geht. Die Pariser Metro ist einfach effizient – auch wenn sie manchmal etwas müffelt, aber das gehört zum Abenteuer eben dazu. 😅

Wie komme ich vom Hôbou nach Versailles?

Von der Metro-Endstation Pont de Saint-Cloud geht man ein paar Minuten zu Fuß zur Pont de Sèvres, von wo der direkte RATP-Bus 171 zum Schloss Versailles fährt. Die Fahrt dauert etwa 30–35 Minuten, der Bus fährt alle 10–15 Minuten. Insgesamt vom Hotel aus etwa 40–50 Minuten. Der Bus 171 ist wirklich eine tolle Option. Er gilt für ein normales Pariser Ticket, und man umgeht damit das Chaos, das auf den Bahnhöfen im Zentrum herrscht.

Ist das Hôbou für Familien mit kleinen Kindern geeignet?

Ja, das Hotel ist familienfreundlich, das Personal sehr herzlich, und es gibt verbundene Tribu-Zimmer für Familien mit bis zu vier Personen. Hôbou Time mit den hausgemachten Kuchen ist außerdem für Kinder ein großes Erlebnis. Jonáš hat es dort geliebt. Das Personal hat die ganze Zeit mit ihm gesprochen, obwohl er kein Wort verstand – und genau diese familiäre Atmosphäre macht ein völlig anderes Erlebnis als sterile Kettenhotels.

Was ist Hôbou Time?

Das ist das tägliche Ritual des Hotels, bei dem an der Rezeption und in der Lounge frisch gebackene hausgemachte Kuchen, Gebäck und andere Süßigkeiten von Linette und Liudmyla, den zwei Bäckerinnen des Hotels, bereitstehen. Dazu gibt es Kaffee, Tee oder Limonade an der Bar, und man macht es sich gemütlich in der Lounge. Wir haben uns jeden Tag darauf gefreut. Meistens haben wir es so geplant, dass wir nachmittags kurz zurückkamen, bei Kaffee und Kuchen Kraft tankten und erst dann wieder zum Abendessen aufbrachen.

Kann man sich im Hôbou das Frühstück aufs Zimmer bestellen?

Ja, das Hotel bietet einen 24/7 Room Service, sodass man das Frühstück direkt aufs Zimmer bestellen kann. Wir empfehlen es mindestens einmal auszuprobieren – es ist einer der schönsten Momente des Aufenthalts. Das Gefühl, im Bett zu frühstücken mit Blick auf die erwachende Straße, ist einfach unbezahlbar. Den aktuellen Room-Service-Preiskatalog könnt ihr euch beim Check-in geben lassen.

Hat das Hotel Parkplätze?

Ja, das Hotel verfügt über eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen, die aber im Voraus reserviert werden müssen. Wer mit dem Auto anreist (etwa von München oder Frankfurt aus), sollte sich vorab nach der Verfügbarkeit erkundigen. Falls alles belegt ist, gibt es öffentliche Parkhäuser in der Nähe von Boulogne-Billancourt – aber schaut euch die Preise lieber vorher an, damit euch der Pariser Standard nicht überrascht.

Sind Haustiere im Hotel erlaubt?

Ja, das Hôbou ist ein haustierfreundliches Hotel – Hunde und Katzen sind willkommen. Details und die aktuelle Gebühr könnt ihr direkt beim Hotel erfragen. Beim Frühstück haben wir ein älteres französisches Ehepaar mit einem wunderschönen Pudel getroffen, und man konnte sehen, dass der Hund den Aufenthalt womöglich noch mehr genoss als seine Besitzer.

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Vyšehrad Prag: Kompletter Guide zur zweiten Burg (Basilika, Friedhof, Festungsmauern)

TL;DRVyšehrad ist die Festungsanlage über der Moldau in Prag – Park, Wehrmauern und Wege sind jederzeit kostenlos zugänglich. Der Eintritt in die Basilika St. Peter und Paul kostet umgerechnet etwa 5 Euro, die unterirdischen Kasematten mit dem Gorlice-Saal rund 5,50 Euro. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Jugendstil-Basilika, der Vyšehrader Friedhof mit dem Ehrenfriedhof Slavín (Dvořák, Smetana, Čapek, Mucha), die romanische Rotunde St. Martin aus dem 11. Jahrhundert – die älteste ihrer Art in Prag – sowie der zweieinhalb Kilometer lange Rundweg entlang der Barockmauern mit Blick auf die Prager Burg und Podolí. Für einen zügigen Spaziergang mit Ausblick reichen 2 Stunden, mit Innenbesichtigung und Mittagessen plan einen halben Tag ein. Die beste Reisezeit ist April, Mai, September und Oktober. Am einfachsten kommst du mit der U-Bahnlinie C bis zur Station Vyšehrad – von dort sind es nur 10 Minuten ebenerdig zu Fuß bis zur Basilika.

Jedes Jahr zu Weihnachten bin ich zum Vyšehrad gegangen, um am Grab von Mácha (einem berühmten tschechischen Dichter) sein Gedicht zu lesen. Es war eine Tradition, die ich mir aus der Schulzeit bewahrt hatte. Ich liebe den Vyšehrad – im Winter, im Sommer, im Herbst und im Frühling. Als Lukáš und ich unser erstes gemeinsames Weihnachten feierten, war es genau der Vyšehrad, wohin ich ihn am Heiligabend schleppte.

Der Vyšehrad in Prag ist für die Einheimischen so etwas wie ein Wohnzimmer unter freiem Himmel. Während man sich auf dem Hradschin durch die Menschenmassen quetscht und um jeden Quadratzentimeter kämpft, trifft man hier Prager mit Picknickdecken, Hundebesitzer und Jogger, die zwischen den massiven barocken Festungsmauern ihre Runden drehen. Mittlerweile kommen wir auch mit unserem zweijährigen Sohn Jonáš hierher. Die langen asphaltierten Wege entlang der Mauern sind nämlich absolut perfekt für Kinderwagen, und die weitläufigen Parks unter großen Bäumen bieten herrlichen Schatten im heißen Sommer. Und was ich als Vegetarierin besonders schätze: Wenn man hinunter nach Podolí oder zur Výtoň geht, findet man jede Menge toller Bistros, die weit mehr als nur typische Kneipenkost bieten.

Dieses ganze Areal hoch über der Moldau hat zudem den riesigen Vorteil, dass es trotz seiner historischen Bedeutung – umrankt von Sagen um die Fürstin Libuše – eine unglaublich entspannte, fast parkartige Atmosphäre bewahrt hat. Man kann hier stundenlang umherstreifen, auf den Mauern sitzen, die Beine baumeln lassen und Boote auf dem Fluss beobachten. Es ist eben kein steifes Freilichtmuseum mit Drehkreuzen, sondern ein lebendiges Stadtviertel, in das sich ein Ausflug aus den überhitzten Pflasterstraßen der Altstadt absolut lohnt.

In diesem Artikel findest du einen kompletten Guide für den Vyšehrad Prag – einschließlich Öffnungszeiten der Basilika St. Peter und Paul, wo genau der Vyšehrad-Friedhof und das berühmte Mausoleum Slavín liegen, und warum du die älteste Rotunde St. Martin auf keinen Fall verpassen solltest.

Aussicht vom Vyšehrad in Prag
Aussicht vom Vyšehrad

Zusammenfassung

  • Der Eintritt zum gesamten Vyšehrad-Areal (Parks, Mauern, Wege) ist völlig kostenlos und rund um die Uhr geöffnet.
  • Die Hauptattraktion ist die Basilika St. Peter und Paul mit atemberaubendem Jugendstil-Dekor – der Eintritt kostet etwa 5 €.
  • Der Vyšehrad-Friedhof und das Mausoleum Slavín sind die letzte Ruhestätte berühmter tschechischer Künstler (Antonín Dvořák, Bedřich Smetana, Karel Čapek).
  • Von den barocken Festungsmauern eröffnen sich die besten Aussichten auf die Prager Burg, das Moldautal und Podolí.
  • Die unterirdischen Kasematten beherbergen den Saal Gorlice, in dem Originale barocker Statuen von der Karlsbrücke aufbewahrt werden.
  • Die Rotunde St. Martin ist die älteste erhaltene Rotunde in Prag, erbaut bereits im 11. Jahrhundert.
  • Am einfachsten erreichst du den Vyšehrad mit der roten Metrolinie C bis zur Station Vyšehrad – von dort geht es ebenerdig weiter.
  • Für Familien mit Kindern gibt es einen tollen Themenspielplatz, inspiriert von alten tschechischen Sagen.
Vyšehrad mit Kleinkind
Frühling auf dem Vyšehrad

Wann den Vyšehrad besuchen und wie planen

Die Planung eines Besuchs auf dem Vyšehrad ist deutlich unkomplizierter als die Logistik rund um den Altstädter Ring. Da ein großer Teil des Erlebnisses aus Spaziergängen über die Mauern und durch die Parks besteht, spielt das Wetter hier eine ziemlich wichtige Rolle. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich selten mittags im Hochsommer hierherkomme, wenn die Sonne auf die Steinmauern brennt. Lieber wähle ich die Tagesrandzeiten oder kühlere Monate, wenn dieser Ort eine viel intimere Stimmung hat und man sich nicht durch Dutzende picknickenende Gruppen schlängeln muss.

Frühling und Herbst als absolute Favoriten

April, Mai und dann September und Oktober sind objektiv die besten Monate für den Vyšehrad. Das goldene Herbstlicht, das ich während meines Fotokurses so liebte, wirkt an den Backsteinmauern und den dunklen Türmen der Basilika wahre Wunder. Im Herbst, etwa zur Zeit des Signal Festivals (2026 findet es vom 15.–18.10. statt), färben sich die Bäume im Park gelb, und die Ausblicke auf den Nebel, der von der Moldau aufsteigt, haben eine unglaubliche Tiefe. Die Frühlingsmonate bringen blühende Bäume entlang der Mauern in Richtung Podolí. In diesen Monaten sind die Temperaturen zudem perfekt für ausgedehnte Spaziergänge, ohne dass man sich nach zehn Minuten in den Schatten flüchten muss.

Sommerabende und Winter-Melancholie

Im Sommer ist der Vyšehrad richtig belebt. Die Biergärten und Freilichtbühnen platzen aus allen Nähten, in den Parks spielen Leute Gitarre und insgesamt fühlt sich alles wie ein großes Festival an. Wenn du im Juli oder August kommst, empfehle ich, entweder früh morgens zu gehen oder erst zum Sonnenuntergang. Der Blick auf die untergehende Sonne hinter der Prager Burg von der Ziegelsteinaussicht ist so bekannt, dass du abends Dutzende Fotografen mit aufgestellten Stativen triffst. Der Winter (Januar, Februar) ist ein ganz anderes Kapitel. Bei Schnee ist der Vyšehrad wunderbar still. Der verschneite Friedhof wirkt ungemein majestätisch, und man fühlt sich wie mitten im 19. Jahrhundert. Allerdings solltest du dich darauf einstellen, dass der Wind vom Fluss auf den Mauern ziemlich schneidend sein kann.

Wie viel Zeit einplanen

Wenn du das Gelände nur schnell durchlaufen, die Aussicht fotografieren und einen Blick auf den Friedhof werfen möchtest, reichen zwei Stunden. Willst du aber die Basilika von innen besichtigen, eine Führung durch die unterirdischen Kasematten machen und die Kinder auf dem Spielplatz toben lassen, plane lieber einen halben Tag ein. Lukáš, Jonáš und ich verbringen hier regelmäßig einen ganzen Vormittag, schließen mit einem Kaffee ab und steigen dann gemütlich hinunter zum Fluss zum Mittagessen. Der Vyšehrad ist kein Ort zum Hetzen – sein Genius Loci liegt gerade im langsamen Tempo.

Ausflug in Prag
Ausflug in Prag

Wo übernachten

Als wir das letzte Mal eine Unterkunft in Prag für unseren jährlichen Besuch suchten, wollten wir etwas, das strategisch günstig an den Hauptverkehrsadern liegt und gleichzeitig absoluten Komfort bietet – denn Reisen mit einem zweijährigen Kind hat seine Eigenheiten. Wir entschieden uns für das The Julius Hotel am Senovážné náměstí, und rückblickend war es eine unserer besten Entscheidungen. Wir wohnten in ihrer One Bedroom Suite, was uns genug Platz für den Abend gab, wenn Jonáš bereits schlief. Das Design ist klar, durchdacht, mit dezenten Farbverweisen auf Alfons Mucha. Vom Hotel aus erreicht man den Hauptbahnhof (von dort sind es mit der Metro C nur drei Stationen zum Vyšehrad) in knappen fünf Minuten. Die Zimmer haben eine voll ausgestattete Küchenzeile, was man mit Kind besonders schätzt – auch wenn man einfach gerne selbst frühstückt. Preise und Verfügbarkeit für euren Termin könnt ihr über Booking.com prüfen und buchen.

Aussicht vom Vyšehrad
Aussicht vom Vyšehrad

Sehenswürdigkeiten auf dem Vyšehrad

Das Areal selbst birgt eine Fülle an historischen Denkmälern, Aussichtspunkten und versteckten Ecken. Schauen wir uns die spannendsten Orte an, die du bei deinem Spaziergang nicht verpassen solltest.

Basilika St. Peter und Paul

Die zwei dunklen neugotischen Türme der Basilika St. Peter und Paul bilden eine unübersehbare Dominante des Prager Panoramas, die man von überall erkennt. Obwohl die heutige Gestalt aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stammt, reichen die Fundamente der Kirche ins 11. Jahrhundert zurück, in die Regierungszeit von König Vratislav II. Das Innere ist ein wahrer visueller Schock – während die Basilika von außen streng und schlicht wirkt, trifft man drinnen auf eine unglaublich farbenfrohe, üppige Jugendstil-Dekoration. Die Wände sind mit Ornamenten und Fresken des Ehepaars Urban bedeckt, die sich vom Stil Alfons Muchas inspirieren ließen. Ich persönlich gehe selten in Kirchen, aber diese Farbexplosion, die mit klassischer kühler Gotik absolut nichts zu tun hat, fasziniert mich jedes Mal aufs Neue.

Geöffnet ist täglich, allerdings finden sonntags vormittags Gottesdienste statt, sodass für Touristen erst ab 12:00 Uhr geöffnet ist. Der reguläre Eintritt liegt 2026 bei etwa 5 € für Erwachsene – Tickets kauft man direkt am Eingang. Von der Metro C Station Vyšehrad erreicht man die Basilika in einem gemütlichen zehnminütigen Spaziergang durch den Park. 💡 Insider-Tipp: Achte auf die Details der Fresken in den Seitenschiffen – einige Gesichter der Heiligen tragen die Züge damaliger Prager Bürger, die die Ausschmückung der Kirche finanziell unterstützt haben.

Vyšehrad-Friedhof
Vyšehrad-Friedhof
Lukáš und Lucie
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Vyšehrad-Friedhof und Mausoleum Slavín

Direkt neben der Basilika befindet sich der Vyšehrad-Friedhof – ein Ort, den man als Pantheon der tschechischen Kultur bezeichnen könnte. Während der nationalen Wiedergeburt im 19. Jahrhundert verwandelte sich der gewöhnliche Pfarrfriedhof in eine prestigeträchtige Begräbnisstätte. Architektonisch am eindrucksvollsten ist der Slavín, ein gewaltiges Gemeinschaftsmausoleum, das man an der geflügelten Geniusfigur auf der Spitze erkennt. Hier ruhen Alfons Mucha, die berühmte Opernsängerin Ema Destinnová und der Bildhauer Josef Václav Myslbek. Beim Schlendern durch die schmalen Gänge zwischen den Grabsteinen suchen Lukáš und ich oft nach bekannten Namen – man findet hier das Grab von Antonín Dvořák mit einer schönen Büste, das Grab von Bedřich Smetana oder die letzte Ruhestätte von Karel Čapek.

Der Friedhof ist das ganze Jahr über täglich kostenlos zugänglich. Im Sommer schließen die Tore um 18:00 Uhr, in den Wintermonaten bereits um 16:00 Uhr – darauf solltest du bei der Planung deines Nachmittagsspaziergangs achten. Es herrscht hier immer absolute Stille und Respekt, weshalb wir gerne vor dem Stadtlärm hierher flüchten. 💡 Insider-Tipp: Das Grab von Karel Čapek findest du nicht auf dem zentralen Slavín, sondern im hinteren Teil des Friedhofs (Abteilung 12) – es ist oft mit kleinen Steinen und Bleistiften bedeckt, die Leser dort hinterlassen.

Vyšehrad-Friedhof in Prag
Vyšehrad-Friedhof

Rotunde St. Martin

Wenn du vom Tábortor aus durch das Gelände spazierst, stößt du auf ein kleines rundes Bauwerk, das wirkt, als hätte es schon immer hier gestanden. Die Rotunde St. Martin ist die älteste erhaltene Rotunde Prags und stammt aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Sie hat eine unglaubliche Anzahl von Katastrophen überlebt – von Plünderungen während der Hussitenkriege bis hin zu Zeiten, in denen sie als Pulvermagazin oder Lagerhaus diente. Es ist faszinierend, ein so altes romanisches Bauwerk in einem relativ unversehrten Zustand zu sehen, besonders wenn man bedenkt, dass nur wenige Meter entfernt moderne Autos fahren.

Die Rotunde ist normalerweise nicht von innen zugänglich – sie öffnet nur bei besonderen Anlässen oder während Gottesdiensten. Da der Hauptweg aber direkt an ihr vorbeiführt, kann man sie unmöglich übersehen. Sie steht genau an der Wegkreuzung in Richtung Kasematten. 💡 Insider-Tipp: Geh ganz nah an die Fassade auf der rechten Seite heran – über einem der Fenster ist noch immer eine Kanonenkugel von 1757 in die Mauer eingemauert, als preußische Truppen Prag belagerten.

Rotunde St. Martin auf dem Vyšehrad
Rotunde St. Martin auf dem Vyšehrad

Kasematten und der Saal Gorlice

Unter den barocken Backsteinmauern, die den gesamten Vyšehrad umgeben, verbirgt sich ein System geheimer Militärgänge aus dem 17. Jahrhundert. Diese Kasematten dienten dem schnellen und unauffälligen Truppentransport. Die Führung durch die dunklen, engen und leicht feuchten Backsteinkorridore endet in einem riesigen unterirdischen Saal namens Gorlice. Er diente ursprünglich als Truppensammelplatz und Lebensmittellager, hat heute aber eine weitaus interessantere Funktion – er beherbergt mehrere originale Barockstatuen von der Karlsbrücke, die wegen Witterungsschäden durch Kopien ersetzt werden mussten. Die gewaltigen Sandsteinfiguren in dem beleuchteten unterirdischen Raum zu sehen, ist ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis.

Den Eingang zu den Kasematten findest du am Ziegeltor (Cihelná brána). Führungen finden stündlich zur vollen Stunde statt, der volle Eintrittspreis beträgt etwa 5,50 €. Geöffnet ist täglich von 9:30 bis 17:00 Uhr (im Sommer bis 18:00 Uhr). Drinnen herrscht eine konstante Temperatur von etwa 15 °C. 💡 Insider-Tipp: Nimm im Sommer einen leichten Pullover mit nach unten – auch wenn es draußen dreißig Grad sind, wird dir nach zwanzig Minuten in der unterirdischen Feuchtigkeit kalt.

Festungsmauern auf dem Vyšehrad
Festungsmauern auf dem Vyšehrad

Mauern, Aussichten und die Sage von Libuše

Was den Vyšehrad zu einem so beliebten Ort macht, sind seine mächtigen barocken Festungsmauern. Sie bilden einen zweieinhalb Kilometer langen Rundweg, auf dem man bequem spazieren kann, und bieten Ausblicke in alle Himmelsrichtungen. Der schönste Blick eröffnet sich von der südwestlichen Bastion in Richtung Fluss, Podolí und das gegenüberliegende Zlíchov. Von der Aussicht bei der Galerie wiederum zeigt sich der ikonischste Blick auf die Prager Burg über die Dächer der Neustadt. Mit dem Vyšehrad sind Legenden um die Fürstin Libuše verbunden, die von hier aus den Ruhm Prags prophezeit haben soll. Beim Spaziergang über dem Fluss fällt die Ruine eines gotischen Turms auf, der aus dem Felsen ragt – er wird Libušes Bad genannt, obwohl er historisch mit der sagenhaften Fürstin nichts zu tun hat.

Auf der Wiese im Park liegen zudem die sogenannten Teufelssäulen – drei Stücke einer zerbrochenen Granitsäule, die laut Sage der Teufel hier hingeschleudert haben soll, als er eine Wette mit dem örtlichen Priester verlor. Das Gelände der Mauern und Parks ist rund um die Uhr frei zugänglich. 💡 Insider-Tipp: Wenn du in Ruhe Fotos mit Moldau-Blick ohne fremde Köpfe im Bild machen willst, komm am Sonntagmorgen gegen acht Uhr – dann hast du die Mauern praktisch für dich allein, abgesehen von ein paar Hundebesitzern.

Aussicht vom Vyšehrad auf die Moldau
Aussicht vom Vyšehrad

Mit Kindern auf den Vyšehrad: Spielplatz der alten Sagen

Wenn wir mit Jonáš in Prag sind, gehören Spielplätze zu unseren festen Stationen zwischen den Sehenswürdigkeiten. Den Vyšehrad-Spielplatz „Aus den alten tschechischen Sagen“ findest du im ruhigen Teil des Parks nahe der Rotunde St. Martin. Er ist komplett aus massivem Robinienholz gebaut. Es gibt Holzfiguren von Bivoj mit dem Keiler, verschiedene Klettergerüste, kleine Häuschen und Schaukeln – alles einfühlsam in die Umgebung unter alten Bäumen eingefügt.

Der Spielplatz ist eingezäunt, was ich als Elternteil mit einem Kleinkind, das am liebsten in alle Richtungen gleichzeitig losrennt, ungemein zu schätzen weiß. Auf dem Boden liegt weicher Sand und Kies, und es gibt genügend Bänke zum Ausruhen. Der Eintritt ist selbstverständlich kostenlos.

Spielplatz auf dem Vyšehrad
Spielplatz auf dem Vyšehrad

Praktische Infos für deinen Besuch

Bevor du dich auf den Weg zum Vyšehrad machst, habe ich hier die wichtigsten praktischen Informationen zu Anreise, Essen und Eintrittspreisen zusammengestellt.

Anreise und wie du hinkommst: Der einfachste Zugang zum Vyšehrad ist mit der roten Metrolinie C bis zur Station Vyšehrad. Von dort sind es etwa 10 Minuten zu Fuß auf absolut ebenem Terrain vorbei am Kongresszentrum bis zum Tábortor. Diese Route ist ideal für Kinderwagen oder Besucher mit eingeschränkter Mobilität. Eine zweite, etwas romantischere Möglichkeit ist die Straßenbahn (Linien 2, 3, 17, 21) bis zur Haltestelle Výtoň, von wo aus man den Hügel entlang der Festungsmauern hinaufsteigt. Es geht zwar ordentlich bergauf, aber dafür eröffnen sich nach und nach tolle Ausblicke auf den Fluss. Eine 30-Minuten-Fahrkarte für den ÖPNV kostet 1,20 €, die Tageskarte etwa 6 €. Wer von Deutschland aus anreist, erreicht Prag bequem mit dem Zug – von München oder Berlin gibt es Direktverbindungen, und vom Prager Hauptbahnhof sind es mit der Metro C nur drei Stationen zum Vyšehrad.

Essen und Trinken: Direkt auf dem Vyšehrad-Gelände gibt es mehrere Cafés und Restaurants, in die man einkehren kann. Wir waren neulich auf einen Kuchen und einen Kaffee dort, als unser Sohn 30 Minuten nach dem Frühstück unbedingt einen Snack brauchte.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten: Wie bereits erwähnt, ist das gesamte Außengelände – Parks, Wege, Mauern – rund um die Uhr geöffnet und kostenlos. Eintritt wird nur für einzelne Gebäude erhoben:

  • Basilika St. Peter und Paul: ca. 5 € (täglich, sonntags erst ab 12:00 Uhr)
  • Kasematten und Gorlice: ca. 5,50 € (täglich 9:30–17:00/18:00 Uhr)
  • Vyšehrad-Friedhof: kostenlos (täglich geöffnet, schließt um 16:00 oder 18:00 Uhr je nach Saison)
Café Bystro auf dem Vyšehrad
Café Bystro auf dem Vyšehrad

Weiterlesen

  • Stellst du gerade ein Gesamtprogramm zusammen? Dann lies unseren großen Guide Was man in Prag sehen sollte – dort findest du Dutzende weiterer Tipps abseits der üblichen Touristenpfade.
  • Wenn du den ruhigen Vyšehrad mit seinem berühmteren Geschwisterchen vergleichen möchtest, schau dir den Artikel über die Prager Burg an.
  • Reist du mit kleinen Kindern? Dann hilft dir unser Spezial-Überblick Unternehmungen mit Kleinkind in Prag, in dem wir unsere Lieblingsspielplätze und baby-freundlichen Cafés teilen.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Eintritt zum Vyšehrad kostenpflichtig?

Nein, der Zutritt zum gesamten Außengelände, zu den Mauern und Parks ist völlig kostenlos. Eintritt zahlt man nur, wenn man die Basilika von innen besichtigen, die unterirdischen Kasematten besuchen oder in die Galerie gehen möchte.

Darf ich meinen Hund auf den Vyšehrad mitnehmen?

Ja, der Vyšehrad ist bei Hundebesitzern sehr beliebt. Hunde müssen im Bereich des Nationalen Kulturdenkmals allerdings an der Leine geführt werden und dürfen weder auf den Spielplatz noch auf den Friedhof.

Ist der Vyšehrad für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet?

Auf jeden Fall. Wenn du mit der Metro C zur Station Vyšehrad fährst, führt der gesamte Weg bis zur Basilika und der Hauptrundgang über die Mauern über asphaltierte, ebene Wege ohne Treppen. Nur einige Seitengassen haben Kopfsteinpflaster.

Wie lange dauert eine Besichtigung des Vyšehrad?

Für einen entspannten Spaziergang mit Aussicht von den Mauern und einem Besuch des Friedhofs empfehle ich 2 bis 3 Stunden einzuplanen. Mit Innenbesichtigungen und Mittagessen verbringt man hier leicht einen halben Tag.

Wo kann man am Vyšehrad parken?

Am besten lässt man das Auto in den gebührenpflichtigen Parkzonen in der Nähe der Metrostation Vyšehrad oder unten in Podolí und geht den Rest zu Fuß.

Ist die Rotunde St. Martin regulär zugänglich?

Nein, die Rotunde ist aus Sicherheits- und Denkmalschutzgründen die meiste Zeit des Jahres geschlossen – von außen kann man sie nur über einen kleinen Zaun hinweg betrachten. Geöffnet wird sie nur ausnahmsweise, etwa während der Langen Nacht der Kirchen oder den Tagen des Europäischen Kulturerbes.

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