Katalonien hört nicht hinter den Grenzen der pulsierenden Metropole Barcelona auf, und es sind auch nicht nur endlose Sandstrände voller Sonnenschirme. Wer sich ein Stück weiter Richtung Norden zur französischen Grenze aufmacht, entdeckt eine faszinierende Region voller unerwarteter Kontraste, in der mittelalterliche Geschichte auf absoluten künstlerischen Wahnsinn trifft. Genau hier, im unscheinbaren Städtchen Figueres Spanien und an der wilden Küste der Costa Brava, entstand die surrealistische Welt des Genies Salvador Dalí – die bis heute Besucher aus aller Welt in ihren Bann zieht.
Stell dir ein Gebäude vor, dessen Dach mit riesigen Eiern bedeckt ist, dessen Fassade von Hunderten Brotlaiben geziert wird und in dessen Innerem ein Labyrinth aus optischen Täuschungen, Träumen und provokanten Installationen wartet. Ein Ausflug nach Figueres und Umgebung ist die perfekte Flucht aus der Realität – egal ob du deinen Urlaub am Meer verbringst oder einen idealen Tagesausflug von Barcelona suchst. Wenn dich Orte faszinieren, die sich jeglichem gewöhnlichen Reiseführer entziehen, wirst du diese Ecke Spaniens sofort lieben.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Größtes surrealistisches Objekt der Welt: Das Teatre-Museu Dalí in Figueres wurde vom Künstler selbst entworfen und ist ein absolut einzigartiges Erlebnis – auch für Menschen, die sonst keine Galerien besuchen.
- Tickets unbedingt im Voraus kaufen: Vor allem in der Hochsaison ist das Museum oft tagelang im Voraus ausverkauft.
- Dalís Dreieck: Für das vollständige Erlebnis lohnt sich auch ein Besuch des Künstlerhauses in der Bucht von Portlligat sowie von Schloss Púbol, das er seiner Muse Gala schenkte.
- Mehr als nur Kunst: In Figueres findest du auch das Castell de Sant Ferran – eine der größten Militärfestungen ganz Europas.
- Achtung Sommerhitze: Katalonien kämpft in den letzten Jahren mit extremer Trockenheit und hohen Temperaturen. Die beste Reisezeit ist daher Frühling oder Herbst.
- Hervorragende Erreichbarkeit: Von Barcelona kommst du bequem mit dem Hochgeschwindigkeitszug in knapp einer Stunde nach Figueres.

Figueres Spanien Wetter: Die beste Reisezeit
Nordkatalonien bietet ein angenehmes Mittelmeerklima, doch in den letzten Jahren haben sich die Bedingungen etwas verändert. Wer vor allem wegen der Sehenswürdigkeiten und Museen reist, findet die schönste Zeit rund um den Übergang Mai/Juni sowie im gesamten September und Oktober. In diesen Monaten sind die Touristenmassen überschaubar, die Temperaturen liegen bei angenehmen 25 Grad, und das Reisen selbst ist deutlich entspannter.
Der Sommer an der Costa Brava hat zwar seinen ganz eigenen Reiz, bringt aber auch Risiken mit sich. Die Region kämpft in den letzten Saisons mit extremen Hitzewellen und historischer Trockenheit, was in der Praxis bedeutet, dass strenge Wasserrestriktionen gelten können. Manchmal sind Stranduschen abgesperrt oder das Befüllen von Pools verboten – das sollte man beim Planen eines Sommerurlaubs im Hinterkopf behalten. Im August ist die gesamte Küste außerdem voller Einheimischer und Franzosen, die gerne über die nahe Grenze herüberfahren.
Der Winter ist in dieser Gegend sehr ruhig und still, was durchaus seinen Charme hat, wenn man absolute Einsamkeit sucht. Allerdings sollte man bedenken, dass viele kleinere Betriebe und Hotels an der Küste im Winter schließen und einige Museen – darunter das Haus in Portlligat – stark eingeschränkte Öffnungszeiten oder eine Wartungspause haben. Figueres selbst ist aber ganzjährig in Betrieb, sodass man das Museum auch im Januar praktisch ohne Warteschlangen genießen kann.

Hotel in Figueres Spanien: Wo übernachten?
💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es die besten Stornierungsbedingungen. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Bei der Unterkunftswahl kommt es vor allem darauf an, ob man Figueres als Hauptquartier nutzen oder lieber das romantische Küstenflair genießen möchte. Direkt in Figueres findet man eher städtische Unterkünfte, die sich ideal für einen kurzen Aufenthalt von ein bis zwei Tagen eignen, besonders wenn man mit dem Zug anreist. Eine ausgezeichnete Wahl ist das traditionsreiche Hotel Duran, das seit Jahrzehnten in Betrieb ist und in dessen Restaurant Salvador Dalí selbst regelmäßig speiste. Wer einen moderneren Stil bevorzugt, sollte sich das Sercotel Hotel President ansehen, das ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis unweit des historischen Zentrums bietet.
Wer ein Mietauto zur Verfügung hat und die echte Atmosphäre der wilden Küste erleben möchte, sollte eine Unterkunft im nahen Cadaqués in Betracht ziehen. Das malerische weiße Fischerdörfchen ist absolut bezaubernd und bietet herrliche Ausblicke auf die Buchten. Ein traumhaftes Erlebnis verspricht das Boutique Hotel Villa Gala mit ruhiger Lage, stilvollen Zimmern und einem Pool mit Meerblick. Es lohnt sich, den Aufenthalt über Booking.com zu buchen, wo man aktuelle Preise leicht vergleichen und oft flexible Stornierungsbedingungen findet.
Viele Reisende wählen das historische Girona als Basis, das ungefähr auf halbem Weg zwischen Barcelona und Figueres liegt. Girona punktet mit einer ungemein eindrucksvollen mittelalterlichen Altstadt, einer fantastischen Gastronomieszene und einem viel größeren Unterkunftsangebot. Die Zugfahrt nach Figueres dauert von hier aus nur knapp eine halbe Stunde – damit ist Girona ein strategisch idealer Ausgangspunkt für die Erkundung ganz Nordkataloniens.

12 Tipps: Figueres Sehenswürdigkeiten und Umgebung
Lass uns gemeinsam einen Blick auf das Spannendste werfen, was dieser eigenwillige Winkel Spaniens zu bieten hat – von bizarren Kunstinstallationen über majestätische Festungen bis hin zu atemberaubenden Küstenlandschaften. Diese Tipps helfen dir, einen unvergesslichen Reiseplan voller Erlebnisse zu gestalten.

1. Teatre-Museu Dalí: Das größte surrealistische Objekt der Welt

An der Stelle des ehemaligen Stadttheaters, das im Spanischen Bürgerkrieg durch einen Brand zerstört wurde, erhebt sich heute ein Gebäude, das es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Salvador Dalí selbst beschloss, hier sein Museum zu errichten, und hat jedes noch so kleine Detail genau nach seinen Vorstellungen entworfen. Schon die karmesinrote Fassade, übersät mit goldenen Brotlaiben und gekrönt von riesigen Eiern, macht unmissverständlich klar, dass einen im Inneren keine gewöhnliche Ausstellung stiller Bildersäle erwartet.
Kaum betritt man den zentralen Innenhof, springt einem die Installation des Regentaxis ins Auge – ein Fahrzeug, in dem es tatsächlich regnet, sobald man eine Münze einwirft. Darüber thront eine Säule aus Reifen, gekrönt von dem Boot, das Dalís Muse Gala gehörte. Das Museum funktioniert wie ein riesiges Labyrinth, aus dessen Ecken einem optische Täuschungen, mechanische Spielereien und dreidimensionale Installationen berühmter Gemälde entgegenblicken. Es gibt keine empfohlene Route – der Künstler wollte, dass die Besucher umherstreifen und Details ganz instinktiv entdecken.
💡 Insider-Tipp: Auf keinen Fall den Mae-West-Saal verpassen! Dort muss man eine Treppe hinaufsteigen und durch eine spezielle Linse schauen, damit sich einzelne Möbelstücke im Raum zu dem berühmten Gesicht der Hollywood-Ikone zusammensetzen.

2. Letzte Ruhestätte: Dalís Grab im Inneren des Museums
Eine Tatsache, die viele Besucher im Voraus gar nicht wissen: Der berühmte Künstler wird im Museum nicht nur ausgestellt – er ruht hier auch physisch. Direkt unter der zentralen geodätischen Kuppel, in einer abgedunkelten Krypta, befindet sich Dalís Grabstätte. Die Entscheidung, ihn im Herzen seines größten Werkes zu bestatten, fiel kurz vor seinem Tod und verleiht dem gesamten Rundgang eine leicht magische, fast schaurige Note.
Die Krypta ist im Rahmen des normalen Besuchs zugänglich – man muss lediglich eine Treppe in das Untergeschoss hinabsteigen. Es gibt kein übermäßig verziertes Monument, die Stätte ist nur durch eine schlichte Marmorplatte mit seinem Namen gekennzeichnet. Der Raum wirkt sehr gedämpft und bildet einen starken Kontrast zum farbenfrohen Wahnsinn und Trubel eine Etage höher in den Hauptausstellungen.

3. Dalí-Joies: Faszinierende Sammlung surrealistischer Schmuckstücke
Im direkt angrenzenden Gebäude des Museums, das man über einen separaten Eingang betritt, befindet sich die Dauerausstellung Dalí-Joies. Sie wird oft zu Unrecht übersehen, dabei ist sie einer der eindrucksvollsten Teile des gesamten Komplexes. Dalí war nicht nur Maler – ihn faszinierte das Entwerfen von Schmuck aus Edelmetallen und -steinen, denen er typisch surrealistisch anmutende Formen und Bedeutungen verlieh.
In den abgedunkelten Sälen kann man rund vierzig einzigartige Juwelen bewundern, die so beleuchtet sind, dass jede Facette der Edelsteine zur Geltung kommt. Das bekannteste Stück ist zweifellos das Königliche Herz, das mechanisch so konstruiert wurde, dass sein rubinroter Mittelpunkt tatsächlich pulsiert und schlägt wie ein lebendiges Organ. Zu den weiteren Glanzstücken zählen eine Brosche in Form eines Auges mit einer Uhr in der Pupille sowie eine Halskette, die an ineinandergreifende Lippen erinnert – alles Belege für Dalís unglaubliche Fantasie und seinen Sinn für Details.

4. Castell de Sant Ferran: Größte Festung Europas

Obwohl Figueres vor allem als Synonym für Surrealismus gilt, verbirgt es an seinem Rand einen architektonischen Koloss aus einer ganz anderen Welt. Das Castell de Sant Ferran aus dem 18. Jahrhundert ist das weitläufigste militärische Denkmal ganz Spaniens und eine der größten Festungen in ganz Europa. Die äußeren Mauern messen beachtliche drei Kilometer, und auf dem Höhepunkt seiner Blütezeit bot der Komplex sechstausend Soldaten Platz.
Eine Besichtigung dieses massiven Bauwerks kann leicht einen ganzen Vormittag in Anspruch nehmen. Man kann frei über die gewaltigen Festungsmauern spazieren und genießt dabei schöne Ausblicke auf die nahen Pyrenäen und die flache Landschaft rund ums die Stadt. Ein absolutes Highlight sind die gigantischen unterirdischen Wasserzisternen, durch die man in den Sommermonaten mit kleinen Schlauchbooten fahren kann. Das ist der perfekte Kontrast zum überfüllten Dalí-Museum – hier erlebt man Weite, Stille und majestätische Militärgeschichte.

5. Dalís Dreieck: Die Bucht von Portlligat und Cadaqués
Wer Salvador Dalís Genie und sein Leben in einem größeren Zusammenhang verstehen möchte, muss ans Meer fahren. Etwa eine Stunde von Figueres entfernt, über kurvenreiche Straßen, liegt das weiße Städtchen Cadaqués und die benachbarte Bucht von Portlligat. Genau hier baute der Künstler aus alten Fischerhütten sein ikonisches Wohnhaus, das heute als faszinierendes Museum mit seinen persönlichen Gegenständen, merkwürdigen Sammlungen und ausgestopften Tieren dient.
Das Haus selbst ist ein Labyrinth aus engen Gängen, Treppen und unerwarteten Winkeln, auf dessen Dach wieder die charakteristischen riesigen Eier thronen. Der Garten bietet einen wunderschönen Meerblick und beherbergt auch den berühmten Swimmingpool in Phallus-Form. Cadaqués selbst bezaubert mit seinen engen Gassen, weißen Fassaden und der beschaulichen Küstenatmosphäre, die seit Jahrzehnten Künstler aus aller Welt anzieht.
💡 Insider-Tipp: Die Besichtigung des Hauses in Portlligat findet strikt in kleinen Gruppen statt, und die Tickets müssen wochenlang im Voraus online gekauft werden. Vor Ort hat man praktisch keine Chance mehr, spontan einzukommen.

6. Dalís Dreieck: Das romantische Schloss Púbol
Der dritte und letzte Eckpunkt von Dalís gedanklichem Dreieck ist das Castell de Púbol, versteckt in dem gleichnamigen malerischen Dörfchen etwas weiter südlich. Dieses mittelalterliche Schloss kaufte Dalí in den Siebzigerjahren und schenkte es seiner großen Liebe und Muse Gala als ihr privates Refugium. Eine Besonderheit: Der Künstler selbst durfte seine Frau im Schloss nur dann besuchen, wenn er zuvor eine formelle schriftliche Einladung von ihr erhalten hatte.
Die Innenräume des Schlosses hat Dalí mit unglaublicher Sorgfalt eingerichtet – man findet Deckengemälde, einen wundersamen Thron für Gala und einen Garten voller Skulpturen von Elefanten auf langen Spinnenbeinen, die man aus seinen berühmten Gemälden kennt. In der Schlossgruft ist auch Gala begraben. Die Atmosphäre in Púbol ist deutlich intimer und melancholischer als im wilden Museum in Figueres und gibt einen tiefen Einblick in die komplexe Beziehung dieses ikonischen Paares.

7. Spaziergang über La Rambla und durch die Figueres Altstadt
Nach dem Verlassen der verrückten Museumswelt lohnt es sich, etwas Zeit für die Stadt selbst zu nehmen. Das Herz von Figueres ist der breite Boulevard La Rambla, gesäumt von mächtigen Platanen und eleganten Bürgerhäusern aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es ist der ideale Ort, um sich in einem der vielen Cafés niederzulassen, einen starken Espresso zu bestellen und einfach zu beobachten, wie die Einheimischen flanieren.
Die Figueres Altstadt ist recht kompakt und lässt sich bequem in einer Stunde zu Fuß erkunden. Man findet enge Gassen voller kleiner Boutiquen, Handwerksläden und Bäckereien. Die Stadt hat eine sehr angenehme, entspannte Atmosphäre, und obwohl die meisten Menschen nur wegen einer einzigen Sehenswürdigkeit hierherkommen, lohnt es sich, in den Gassen rund um den Plaça de l’Ajuntament zu flanieren und das typisch katalanische Lebensgefühl aufzusaugen.

8. Zurück in die Kindheit: Museu del Joguet de Catalunya
Wer mit Kindern reist oder einfach eine Pause von der anspruchsvollen Kunst braucht, findet unweit des La Rambla einen echten Schatz. Das Spielzeugmuseum Kataloniens bietet eine unglaubliche Sammlung von mehr als viertausend historischen Stücken, die zeigen, womit Generationen von Kindern vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute gespielt haben. Das ist keine reine Kinderattraktion – Erwachsene sind oft gerührt, wenn sie Spielsachen aus ihrer eigenen Kindheit wiedererkennen.
Die Ausstellung umfasst alles von mechanischen Zügen, Holzpuppen und alten Brettspielen bis hin zu ersten Zauberkästen. Und weil wir uns in Figueres befinden, gibt es natürlich auch einen Bezug zum berühmten Sohn der Stadt. Im Museum sind auch Spielsachen ausgestellt, die dem kleinen Salvador Dalí und seiner Schwester Anna Maria gehörten – sowie Stücke aus der Kindheit des Dichters Federico García Lorca. Ein wunderschön gestalteter Ort voller Nostalgie.

9. Gotische Kirche Església de Sant Pere
Direkt neben dem Dalí-Museum erhebt sich ein majestätischer Steinbau, der einen perfekten visuellen Kontrast zur roten, mit Brotlaiben dekorierten Fassade bildet. Die Kirche Sant Pere ist ein schönes Beispiel für die schlichte katalanische Gotik. Obwohl sie von außen recht massiv und unscheinbar wirkt, ist sie eng mit Dalís Lebensgeschichte verknüpft: In diesem Gotteshaus wurde der berühmte Künstler getauft, und Jahrzehnte später fand hier auch sein Begräbnis statt.
Das Innere beeindruckt durch seine Schlichtheit und das hohe Gewölbe. Im Bürgerkrieg stark beschädigt, wurde die Kirche durch spätere Restaurierungen wieder in ihre Würde zurückversetzt. Der Eintritt ist frei und bietet eine kühle Zuflucht vor der Sommerhitze. Es ist faszinierend, auf dem kleinen Platz zwischen Kirche und Museum zu stehen und zu beobachten, wie auf wenigen Quadratmetern tiefe religiöse Tradition auf absolute künstlerische Revolte trifft.
10. Echte katalanische Küche und Tapas probieren
Nordkatalonien ist ein Paradies für Genussmenschen, und die regionale Küche unterscheidet sich stark von dem, was man etwa aus Südspanien kennt. Wer die typischen Aromen wirklich erleben möchte, sollte unbedingt Pa amb tomàquet probieren – geröstetes Brot, mit reifen Tomaten eingerieben und mit hochwertigem Olivenöl beträufelt. Die Einheimischen essen es praktisch zu allem. Wer im Frühling reist, erlebt außerdem ein besonderes Highlight: die Calçots, gegrillte süße Frühlingszwiebeln, die in die nussig-knoblauchige Romesco-Sauce getaucht werden.
Während ich persönlich immer gerne zu hervorragenden Käsesorten und Oliven greife, ist für Meeresfrüchte-Liebhaber der Suquet de peix ein Muss. Das ist ein reichhaltiger, safranduftender Fischeintopf mit Kartoffeln und verschiedenen Fischsorten. Als süßer Abschluss gehört die Crema catalana dazu – ein köstliches Eigelb-Dessert mit knuspriger Karamellkruste, das hierzulande als eigenständige und nach katalanischer Überzeugung noch bessere Variante des Crème brûlée gilt. Mehr über die lokalen Spezialitäten erfährst du im Artikel Typische spanische Gerichte.
11. Zwischenstopp in Girona auf dem Rückweg
Egal ob mit dem Auto oder dem Zug – es wäre wirklich schade, das nahe gelegene Girona zu verpassen. Diese Stadt wirkt wie aus einem Historienfilm herausgeschnitten. Ihre engen Steingassen und die majestätische Treppe wurden sogar in der populären Serie Game of Thrones als Kulisse für die Straßen von Braavos und Königsmund verewigt. Das Wahrzeichen ist eine gewaltige gotische Kathedrale mit der breitesten Wölbung aller gotischen Bauwerke der Welt.
Abseits der Filmkulissen bietet Girona eines der am besten erhaltenen jüdischen Viertel Europas, El Call genannt. Sich in seinem steilen Gassengewirr zu verlieren ist ein Erlebnis für sich. Den schönsten Blick auf die Stadt genießt man von den Brücken über den Fluss Onyar, von wo aus man die ikonischen bunten Häuser direkt über dem Wasser sieht. Girona hat eine fantastische Atmosphäre, die vor allem in den Abendstunden auflebt, wenn sich die Einheimischen in den Tapas-Bars treffen.
12. Praktische Planung: Tickets im Voraus und organisierte Ausflüge
Damit der Ausflug nach Figueres reibungslos und stressfrei verläuft, ist gründliche Vorbereitung das A und O. Das Teatre-Museu Dalí zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten ganz Spaniens, und Tickets für ein bestimmtes Zeitfenster müssen unbedingt online gebucht werden – am besten mehrere Tage oder Wochen im Voraus. Wer spontan auftaucht, besonders zwischen Frühjahr und Herbst, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr eingelassen.
Wer sich nicht mit der Logistik von Zügen und Bussen herumschlagen möchte, dem seien organisierte Tagesausflüge empfohlen – von Barcelona aus, aber auch von vielen Ferienorten an der Costa Brava. Für einen komfortablen Kombi-Ausflug mit Reiseführer empfiehlt sich ein Blick auf GetYourGuide, wo man Pakete findet, die Transport, Museumseintritt und einen Besuch im nahen Girona an einem einzigen Tag kombinieren. Das spart jede Menge Mühe bei Umsteigeverbindungen und Parkplatzsuche, die in Figueres ohnehin recht anspruchsvoll ist.

Wohin weiter in Nordspanien
Wenn Figueres und Umgebung erkundet sind, hat Spanien noch unzählig viele weitere großartige Ziele zu bieten. Dank der hervorragenden Zugverbindungen bietet es sich an, mit dem Hochgeschwindigkeitszug in eine der Metropolen weiterzufahren.
- Der Rückweg führt natürlich durch die katalanische Metropole – den vollständigen Reiseguide findest du hier: Barcelona.
- Wer noch mehr atemberaubende Architektur und großartige Küche möchte, fährt mit dem Schnellzug direkt in die Hauptstadt: Madrid.
- Von Barcelona aus lässt sich auch wunderbar entlang der Küste nach Süden weiterreisen – die nächste Station ist die sonnenverwöhnte Valencia.
- Lieber Nordküste mit Atlantik und baskischer Kultur? Dann sind die Tipps zu San Sebastián und dem faszinierenden Bilbao genau das Richtige.
- Auf der Suche nach Inselfeeling? Fähren und Kurzflüge bringen dich entspannt zur Baleareninsel, über die wir im Reiseguide zu Ibiza alles Wissenswerte zusammengestellt haben.
- Wer einen großen Roadtrip plant und in den Süden fliegt, sollte sich unser Andalusien-Reiseguide mit den 20 schönsten Orten nicht entgehen lassen – mit Tipps zu architektonischen Highlights in Städten wie Córdoba, Granada oder der Felsenstadt Ronda. Andalusien bietet außerdem perfekte Ausgangspunkte wie Málaga und Sevilla sowie für Adrenalinjunkies den berühmten Klettersteig Caminito del Rey.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Besichtigung des Dalí-Museums?
Für die Besichtigung des Teatre-Museu Dalí solltet ihr etwa zwei bis drei Stunden einplanen. Das Museum ist weitläufig und steckt voller kleiner Details und optischer Täuschungen, bei denen es sich lohnt, innezuhalten. Falls ihr auch die Schmuckausstellung Dalí-Joies im Nebengebäude besuchen möchtet, rechnet mit weiteren 45 Minuten.
Wo kann man in Figueres parken?
Die Altstadt ist ziemlich eng und das Parken auf der Straße ist schwierig und streng gebührenpflichtig. Am besten nutzt ihr eine der großen kostenpflichtigen Tiefgaragen, zum Beispiel das Parking Saba El Garrigal, das nur einen Katzensprung vom Museum entfernt liegt. Im Sommer sind diese allerdings oft voll, daher solltet ihr früh am Morgen anreisen.
Ist das Museum auch für Kinder geeignet?
Ja, überraschenderweise sogar sehr gut! Im Gegensatz zu klassischen, ernsten Galerien ist das Dalí-Museum voller Farben, mechanischer Spielereien, optischer Illusionen und riesiger Skulpturen. Kinder haben oft großen Spaß daran, versteckte Gesichter in den Bildern zu entdecken oder Münzen in das regnerische Taxi zu werfen – Langeweile kommt hier garantiert nicht auf.
Wie kommt man von Barcelona nach Figueres?
Die schnellste und bequemste Variante ist der Hochgeschwindigkeitszug AVE vom Bahnhof Barcelona Sants. Die Fahrt dauert nur 55 Minuten. Beachtet aber, dass die Schnellzüge am Bahnhof Figueres-Vilafant halten, der etwa 20 Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. Alternativ könnt ihr eine kurze Strecke mit dem Bus fahren.
Kann man das gesamte Dalí-Dreieck an einem Tag schaffen?
Theoretisch ist das möglich, aber extrem anstrengend, und ihr verbringt viel Zeit mit Autofahrten. Deutlich sinnvoller ist es, den Ausflug auf zwei Tage aufzuteilen. Einen Tag für das Museum in Figueres und das Schloss Púbol, und den zweiten Tag für die Küste, Cadaqués und das Haus in Portlligat.
Was kann man in Figueres außer dem Dalí-Museum noch unternehmen?
Auf keinen Fall solltet ihr die riesige Festungsanlage Castell de Sant Ferran verpassen, die tolle Ausblicke und viel Ruhe bietet. Sehenswert sind auch das nostalgische Spielzeugmuseum, die gotische Kirche Sant Pere und ein gemütlicher Spaziergang über den Hauptboulevard La Rambla, wo ihr einen Kaffee genießen könnt.
Wie sieht es mit der Wasserknappheit an der Costa Brava aus?
Katalonien kämpft mit anhaltender Dürre, und die Regierung ruft häufig den Notstand aus. In der Praxis kann das für Touristen bedeuten, dass an den Stränden die Duschen zum Abspülen von Sand nicht funktionieren und einige Hotels das Befüllen der Pools einschränken müssen. Respektiert bitte stets die örtlichen Hinweise und geht sparsam mit Wasser um.
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