Wenn man an Portugal denkt, haben die meisten sofort das sonnige Lissabon oder das melancholische Porto vor Augen. Wer aber das wahre historische und intellektuelle Herz des Landes sucht, sollte unbedingt Coimbra besuchen – eine faszinierende Universitätsstadt in Zentralportugal mit einem reichen Angebot an Coimbra Portugal Sehenswürdigkeiten. Die Stadt thront auf einem steilen Hügel über dem Fluss Mondego, und durch ihre Gassen spazieren noch heute Studenten in traditionellen schwarzen Umhängen. Eben diese Umhänge sollen J. K. Rowling einst zu ihrer Zauberwelt von Harry Potter inspiriert haben. Im Mittelalter war Coimbra die Hauptstadt Portugals und bietet heute eine unglaubliche Mischung aus uralter Geschichte, monumentalen Klöstern und jugendlicher Energie. Ich habe einen ausführlichen Reiseführer für euch zusammengestellt, der euch die größten Schätze dieses einzigartigen Ortes zeigt – mit genau 14 Tipps, was ihr in Coimbra sehen und erleben solltet, wo ihr am besten übernachtet und wie ihr die schlimmsten Touristenfallen umgeht.

Zusammenfassung
- Die Joanina-Bibliothek ist ein Muss: Eine der schönsten Barockbibliotheken der Welt – Tickets mit genauer Eintrittszeit sollten idealerweise mehrere Tage im Voraus online gekauft werden.
- Auf steile Gassen vorbereiten: Die Oberstadt (Alta) und die Unterstadt (Baixa) sind durch sehr steile Gassen und rutschiges Kopfsteinpflaster verbunden – bequeme Schuhe sind ein absolutes Muss.
- Das Fado hier ist anders: Das hiesige Fado wird ausschließlich von Männern gesungen, und nach dem Vortrag wird nicht geklatscht – Anerkennung zeigt man durch diskretes Räuspern.
- Zwei Bahnhöfe: Schnellzüge halten am Bahnhof Coimbra-B, von wo aus man mit einem Nahverkehrszug zum zentralen Bahnhof Coimbra-A weiterfahren muss.
- Die Universität als Mittelpunkt: Das gesamte Stadtleben dreht sich um die UNESCO-gelistete Universität, die bereits seit 1290 in Betrieb ist.
- Kurtaxe beachten: Seit Kurzem wird in Hotels eine Kurtaxe von rund 3 € pro Person und Nacht erhoben, die in bar an der Rezeption gezahlt wird.
Wann sollte man nach Coimbra reisen?
Bei der Reiseplanung sollte man sich bewusst sein, dass Coimbra in erster Linie eine Studentenstadt ist – was die Atmosphäre ganz entscheidend prägt. Wer im Juli oder August anreist, findet halbleere Straßen vor, da die meisten Studenten in den Semesterferien nach Hause fahren. Die Sommermonate bringen zudem extreme Hitze ins Mondego-Tal, wo die Temperaturen regelmäßig die 40-Grad-Marke knacken. Die steilen Hügel bei solcher Hitze zu erklimmen kann wirklich zermürbend sein.
Die beste Reisezeit ist Frühling oder früher Herbst. Im April, Mai, September und Oktober liegen die Temperaturen bei angenehmen 20 bis 25 Grad. Wer etwas wirklich Einzigartiges erleben möchte, sollte die Reise auf die erste Maihälfte legen: Dann findet die Queima das Fitas (das Bändchenverbrennen) statt – eines der größten Studentenfestivals Europas. Die Stadt schläft kaum, es gibt riesige Umzüge, Konzerte und eine mitreißende Stimmung ☺️. Allerdings sollte man damit rechnen, dass Unterkünfte zu dieser Zeit teurer und lange im Voraus ausgebucht sind.
In den Wintermonaten von November bis Februar ist es in Coimbra oft feucht und regnerisch. Das Wetter ähnelt dem im nördlichen Porto, weshalb eine wasserdichte Jacke und ein guter Regenschirm unverzichtbar sind. Die Temperaturen fallen zwar selten unter 10 Grad, doch historische Gebäude sind oft schlecht beheizt, sodass es einem auch in Cafés und Museen kühl werden kann. Der Vorteil eines Winterbesuchs sind minimale Touristenmengen und deutlich günstigere Unterkunftspreise.
Wo in Coimbra übernachten?
💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.
Die Wahl des richtigen Stadtteils für die Unterkunft ist in Coimbra entscheidend, denn die Stadt gliedert sich in eine Unterstadt (Baixa) und eine Oberstadt (Alta). Die Oberstadt ist zwar unglaublich romantisch und voller historischer Gassen, aber wer mit schwerem Gepäck anreist, wird jeden Treppenabsatz verfluchen. Die Baixa hingegen ist flach, voller toller Geschäfte und liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs Coimbra-A. Zu beachten ist außerdem, dass seit 2026 strengere EU-Regelungen für Kurzzeitvermietungen gelten. Das Angebot an privaten Apartments in der Innenstadt ist dünner geworden, sodass es sich oft lohnt, auf klassische Hotels zu setzen.
Beim Check-in sollte man etwas Bargeld bereithalten, da die Stadt eine Kurtaxe von rund 3 € pro Person und Nacht erhebt. Wer Komfort ohne mühsame Aufstiege bevorzugt, wählt die Unterstadt. Eine hervorragende Wahl ist das traditionelle Hotel Oslo, das einen fantastischen Blick auf die Stadt von der Dachterrasse und kostenloses Parken bietet – in den engen Gassen der Stadt geradezu ein Wunder. Die Zimmer lassen sich bequem über Booking.com reservieren.
Wer historisches Flair bevorzugt und keine Scheu vor ein paar Höhenmetern hat, wählt eine Unterkunft in der Oberstadt Alta. Ein besonderes Erlebnis bietet das Solar Antigo Luxury Coimbra, wo man in wunderschön renovierten historischen Räumen mit originalen Steinmauern schläft. Die Zimmerpreise für ein ordentliches Doppelzimmer liegen in der Hochsaison bei rund 100 bis 150 €, außerhalb der Saison sind deutlich günstigere Angebote zu finden. Immer vorab prüfen, ob die Unterkunft eine Klimaanlage hat – die Sommernächte können wirklich schwül sein.
14 Tipps, was man in Coimbra sehen und erleben sollte
Die gesamte Stadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden, aber man sollte sich auf ordentlich strapazierte Wadenmuskeln gefasst machen. Hier sind die schönsten Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse, die man keinesfalls verpassen sollte.
1. Universität Coimbra und Paço das Escolas

Das Herzstück der Stadt ist der majestätische Universitätskomplex, der bereits im Jahr 1290 gegründet wurde und zu den ältesten ununterbrochen betriebenen Universitäten der Welt zählt. Der historische Hauptcampus heißt Paço das Escolas und diente ursprünglich als Königspalast. Heute ist dieses Ensemble als UNESCO-Welterbe eingetragen und bietet atemberaubende Ausblicke auf den Fluss Mondego und die roten Dächer der Unterstadt.
Wenn man das Haupttor – die verzierte Porta Férrea (Eisernes Tor) – durchschreitet, taucht man in eine völlig andere Welt ein. In der Mitte des Platzes steht die Statue von König Johann III., der die Universität endgültig nach Coimbra verlegte. Zu beiden Seiten befinden sich historische Fakultätsgebäude, die noch heute ihrem ursprünglichen Zweck dienen. Der Eintritt auf den Innenhof ist kostenlos und für alle Besucher frei zugänglich.
💡 Tipp: Das beste Licht für Fotos des gesamten Komplexes gibt es früh morgens oder am späten Nachmittag. Zur Mittagszeit reflektieren die weißen Gebäude das Sonnenlicht so grell, dass man ohne Sonnenbrille kaum die Augen offenhalten kann.
2. Die Barock-Bibliothek Joanina

Das ist ohne Übertreibung das größte Juwel ganz Portugals und der Hauptgrund, warum die meisten Touristen überhaupt nach Coimbra kommen. Die Biblioteca Joanina aus dem 18. Jahrhundert wirkt wie einem Märchen entsprungen: Ihre Wände sind mit Blattgold verziertem Holzwerk verkleidet, und die Regale bergen mehr als 60.000 wertvolle Bände. Ein Besuch dieses magischen Raums verschlägt einem buchstäblich den Atem.
Interessant ist, dass die Bibliothek ihre ganz eigenen lebendigen Wächter hat: Fledermäuse. Sie verstecken sich tagsüber hinter den Regalen und fliegen nachts aus, um Insekten zu fangen, die die wertvollen Bücher schädigen könnten. Jeden Abend werden die Tische daher mit Ledertüchern abgedeckt, damit der Fledermauskot nichts beschädigt. Im Inneren der Bibliothek gilt absolutes Fotografierverbot, das von den Aufsehern streng kontrolliert wird.
Tickets müssen weit im Voraus online gekauft werden, da die Kapazität streng begrenzt ist und Karten vor Ort oft mehrere Tage im Voraus ausverkauft sind. Das Ticket für den gesamten Universitätskomplex kostet rund 13 €, und die auf dem Ticket angegebene Uhrzeit gilt speziell für den Eintritt in die Bibliothek. Wer auch nur fünf Minuten zu spät kommt, wird von den Aufsehern nicht mehr eingelassen. Für eine entspannte Planung empfiehlt sich GetYourGuide, wo man oft auch Varianten mit lokalem Reiseführer findet.
3. Der Uhrturm und der Festsaal
Direkt neben der Bibliothek ragt das Wahrzeichen des gesamten Platzes in die Höhe: der Universitätsturm Torre da Universidade. Studenten nennen ihn liebevoll „Cabra“ (die Ziege) – wegen des Klangs seiner ältesten Glocke, die jahrhundertelang die Studenten zu den Vorlesungen rief und den Rhythmus des akademischen Lebens bestimmte. Wer genug Energie hat, kann das enge Wendelstreppenhaus erklimmen und den Ausblick von der Spitze genießen.
Im Rahmen des Besichtigungsrundgangs sollte man auch den Festsaal Sala dos Capelos nicht auslassen. Es handelt sich um den ehemaligen königlichen Thronsaal, der heute für die wichtigsten akademischen Zeremonien genutzt wird, etwa Doktorverteidigungen. Die Wände schmücken Porträts aller portugiesischen Könige, und die Decke ist mit prächtigen bunten Fresken bemalt.
Beim Durchstreifen dieser Räume fällt die besondere, von Traditionen durchdrungene Atmosphäre auf. Mit etwas Glück begegnet man hier Studenten in schwarzen Uniformen mit langen Umhängen – diese sind keine Touristenattraktion, sondern alltägliche Kleidungsstücke, die Studenten während der Prüfungszeit und bei festlichen Anlässen tragen.
4. Die alte Kathedrale Sé Velha

Beim Abstieg vom Universitätshügel stößt man auf ein Bauwerk, das auf den ersten Blick eher an eine uneinnehmbare Festung erinnert als an ein Gotteshaus. Die alte Kathedrale Sé Velha ist eines der bedeutendsten romanischen Denkmäler des Landes und wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Ihre massiven Steinmauern mit Zinnen und schmalen Fenstern sollten die christliche Stadt in Zeiten schützen, als die Grenze zum maurischen Gebiet gefährlich nahe war.
Für einen Eintrittspreis von rund 2,50 € kann man nicht nur das dunkle und geheimnisvolle Innere des Hauptschiffs erkunden, sondern vor allem den wunderschönen gotischen Kreuzgang. Er ist eine Oase der Ruhe mitten in der geschäftigen Stadt: Steinerne Bögen umrahmen einen kleinen grünen Innenhof, und überall finden sich fein gemeißelte Kapitelle mit Pflanzen- und Tiermotiven.
💡 Tipp: Die Kathedrale hat eine hervorragende Akustik. Jeden Mai findet auf der Treppe vor dem Haupteingang ein monumentales Konzert mit studentischem Fado statt, zu dem Tausende Menschen aus ganz Portugal anreisen. Ein absolut magisches Erlebnis.
5. Die neue Kathedrale Sé Nova

Auch wenn sie „Neue“ heißt – gegründet wurde diese Kathedrale bereits 1598, ursprünglich als Kirche des Jesuitenordens. Sie liegt nur wenige Schritte vom Hauptuniversitätsplatz entfernt, und ihre monumentale Barockfassade bildet einen starken Kontrast zum strengen romanischen Stil der Alten Kathedrale. Als die Jesuiten im 18. Jahrhundert aus Portugal vertrieben wurden, übernahm das Bistum das Gebäude.
Das Innere ist unglaublich reich verziert und beherbergt massive vergoldete Altäre aus dem 17. Jahrhundert – herausragende Beispiele portugiesischer Schnitzkunst. Der Raum ist groß und hell, was das Gefühl von Großartigkeit noch verstärkt. Der Eintritt ist symbolisch, und es tummeln sich hier kaum Touristen, da die meisten direkt zur Joanina-Bibliothek eilen.
Vor der Kathedrale befindet sich ein kleiner Platz mit einem schönen Blick auf die umliegenden Fakultätsgebäude. Wer Architekturgeschichte liebt, sollte beachten, wie das untere Stockwerk der Fassade dem strengen Renaissancestil folgt, während das obere Stockwerk bereits ausgelassenen barocken Ornamenten huldigt.
6. Traditionelles Fado de Coimbra

Ein Besuch in Coimbra wäre ohne das hiesige Fado unvollständig. Anders als die Lissabonner Variante, die von Männern und Frauen in Tavernen gesungen wird, ist das Fado de Coimbra eine reine Männerdomäne. Die Sänger tragen schwarze Studentenumhänge, und die Lieder sind deutlich melancholischer. Die Texte drehen sich oft um den Abschied vom Studentenleben, unerwiderte Liebe und die Sehnsucht nach der Jugend.
Die größte Besonderheit: Nach dem Ende eines Liedes wird in Coimbra grundsätzlich nicht geklatscht. Statt Applaus drücken die Zuhörer ihre Anerkennung durch leises Räuspern aus. Wer begeistert zu klatschen anfinge, würde von den Einheimischen höchst missbilligend angesehen. Diese Tradition entstand in Zeiten, als Fado heimlich nachts unter den Fenstern von Mädchen gesungen wurde.
Für ein authentisches Erlebnis empfiehlt sich das Kulturzentrum Fado ao Centro oder der Club À Capella, der in einer entweiheitigten Kapelle aus dem 14. Jahrhundert untergebracht ist. Konzerte finden meist am Nachmittag und Abend statt, dauern knapp eine Stunde und kosten etwa 12 €. Eine Reservierung im Voraus ist ratsam, da die Kapazität dieser intimen Räumlichkeiten sehr begrenzt ist.
7. Das Machado de Castro Museum und das römische Untergeschoss

Dieses Nationalmuseum gehört zu den besten in ganz Portugal – und das nicht nur wegen seiner Kunstsammlungen. Es ist im ehemaligen Bischofspalast untergebracht, der selbst schon ein architektonisches Meisterwerk ist. Der eigentliche Schatz verbirgt sich jedoch unter der Straßenebene: ein vollständig erhaltener römischer Kryptoportikus, ein zweigeschossiges unterirdisches Bauwerk aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.
Das Umherwandern in den dunklen, feuchten römischen Gängen ist ein faszinierendes Erlebnis. Ursprünglich dienten diese Gänge als riesiges Fundament für das über ihnen stehende römische Forum. Heute fühlt man sich wie in einem geheimnisvollen Labyrinth. In den oberen Stockwerken des Museums gibt es anschließend beeindruckende Sammlungen mittelalterlicher Skulpturen und religiöser Kunst zu bewundern.
💡 Tipp: Das Museumscafé hat eine herrliche Außenterrasse mit Panoramablick auf die gesamte Altstadt. Auch ohne Museumseintritt kann man hier entspannt einen Kaffee und ein traditionelles Gebäck genießen.
8. Der Botanische Garten der Universität
Wer eine Pause von den steilen Kopfsteinpflastergassen braucht, sollte den weitläufigen Botanischen Garten aufsuchen, der sich an den Hängen unterhalb der Universität erstreckt. Er wurde 1772 gegründet und diente Medizinstudenten zum Studium von Heilpflanzen. Heute ist er die größte grüne Oase im Stadtzentrum, und der Eintritt ist für alle Besucher völlig kostenlos.
Der Garten ist in mehrere Terrassen gegliedert: Es gibt einen majestätischen Bambuswald, alte Gewächshäuser mit exotischen Pflanzen sowie mächtige Bäume, die aus den ehemaligen portugiesischen Kolonien in Brasilien und Afrika stammen. Es ist ein idealer Ort für einen gemächlichen Spaziergang oder eine Ruhepause auf einer Bank im Schatten riesiger Feigenbäume.
Durch das Gelände verläuft auch der historische Aquädukt São Sebastião, der noch heute eine wunderschöne Kulisse für Fotos bietet. In den heißen Sommermonaten spendet der Garten dringend benötigten Schatten, und die gefühlte Temperatur ist hier einige Grad niedriger als auf den aufgeheizten Plätzen der Stadt.
9. Die Klöster Santa Clara-a-Velha und Santa Clara-a-Nova
Wer über die Brücke ans andere Ufer des Mondego wechselt, entdeckt eine weitere Schicht der reichen Stadtgeschichte. Hier stehen gleich zwei Klöster, die der Heiligen Klara geweiht sind. Das erste, Santa Clara-a-Velha, wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Leider stand es zu nah am Fluss und wurde über Jahrhunderte regelmäßig überschwemmt, bis die Nonnen es im 17. Jahrhundert endgültig verlassen mussten. Heute kann man die romantischen Ruinen besichtigen, die erst kürzlich mühsam aus den Schlammablagerungen freigelegt wurden.
Die Nonnen zogen weiter hangaufwärts und bauten einen neuen Komplex: Santa Clara-a-Nova. Dort befindet sich eine wunderschöne Kirche mit reicher Barockausstattung. Der Hauptgrund für einen Besuch ist jedoch der silberne Reliquienschrein, in dem die Gebeine der Königin Isabella von Portugal, der Stadtpatronin, ruhen.
Vom neuen Kloster aus bietet sich einer der besten Ausblicke auf das historische Zentrum Coimbras am gegenüberliegenden Ufer. Der Eintritt zum Gelände kostet rund 4 €, und die Mühe des Aufstiegs lohnt sich allemal.
10. Der Park Portugal dos Pequenitos

Wer mit Kindern reist, darf diesen Ort keinesfalls auslassen. Portugal dos Pequenitos (Portugal für die Kleinen) ist ein einzigartiger Freizeitpark mit Miniaturmodellen der bedeutendsten portugiesischen Sehenswürdigkeiten. Er entstand bereits in den 1940er Jahren und hat bis heute seinen Charme mit einem leichten Retro-Touch bewahrt.
Es gibt Miniaturhäuser im Stil traditioneller Dörfer aus allen Regionen Portugals, in die Kinder hineinschlüpfen können. Außerdem sind Nachbildungen ikonischer Bauwerke zu sehen, etwa des Belémturms in Lissabon oder des Klosters von Batalha, sowie ein Pavillon über die ehemaligen Überseekolonien.
Der Eintritt liegt bei rund 15 € für Erwachsene und 10 € für Kinder. An Wochenenden ist es hier erfahrungsgemäß sehr voll – am besten gleich nach der Öffnung aufsuchen. Der Park befindet sich am linken Flussufer, nahe den Ruinen des alten Klosters Santa Clara.
11. Das romantische Penedo da Saudade
Dieser Ort verströmt die schönste melancholische Atmosphäre ganz Coimbras. Penedo da Saudade ist ein Park auf einem felsigen Hügel mit Blick ins Tal. Der Legende nach kam König Pedro I. hierher, um um seine geliebte, ermordete Inês de Castro zu trauern. Heute ist es ein Ort, an dem Studenten an ihre Universitätsjahre erinnern.
Der gesamte Park ist regelrecht übersät mit Steinplatten, in die Gedichte eingraviert sind. Diese Platten wurden von einzelnen Absolventenjahrgängen angebracht, um für kommende Generationen eine Spur zu hinterlassen. Durch die Bäume zu spazieren und diese Botschaften zu lesen (wer etwas Portugiesisch kann oder den Handyübersetzer nutzt) ist ungemein berührend.
Der Park liegt etwas abseits der Haupttouristenrouten im östlichen Stadtteil. Er ist ein perfekter Ort für ein Picknick und Entspannung mit Aussicht, besonders kurz vor Sonnenuntergang. Kein Eintritt, kaum Menschenmassen.
12. Der Fluss Mondego und der Parque Verde

Der Fluss Mondego verleiht Coimbra seinen unverwechselbaren Charme. Die Ufer wurden in den vergangenen Jahren wunderschön revitalisiert, sodass ein weitläufiger Parque Verde do Mondego entstanden ist. Es gibt kilometerlange, flache Radwege, grüne Rasenflächen zum Entspannen und viele moderne Pavillons mit Restaurants und Cafés.
Wer aktive Erholung schätzt, kann direkt im Park ein Tretboot oder Paddleboard mieten und die Stadt vom Wasser aus erleben. Der Fluss ist an dieser Stelle sehr ruhig und sicher. Außerdem werden Rundfahrten auf kleinen Booten angeboten, die rund eine Stunde dauern und für günstige 10 € zu haben sind.
💡 Tipp: Die Cafés am Flussufer sind der perfekte Ort für einen Abenddrink. Die Küche ist hervorragend, und das lokale Bier schmeckt frisch gezapft besonders gut. Wer Vegetarier ist, findet hier leicht Lokale mit tollen Käseplatten, Oliven und gegrilltem Gemüse nach Tapas-Art.
13. Die Praça da República und das Café Santa Cruz
Wer den echten studentischen Puls der Stadt erleben möchte, muss den Praça da República aufsuchen. Dieser Platz ist das Zentrum des Nachtlebens und von Dutzenden Bars und Cafés gesäumt. Abends summt er vor Energie – Studenten sitzen auf Mäuerchen und genießen ihre Freizeit.
Tagsüber sollte man unbedingt das historische Café Santa Cruz besuchen, das in der Unterstadt direkt neben dem Rathaus liegt. Das Café wurde in den Räumlichkeiten einer Kirche aus dem 16. Jahrhundert eingerichtet und besitzt ein wunderschönes Gewölbe und Buntglasfenster.
Unbedingt einen guten portugiesischen Kaffee bestellen und das süße Gebäck namens Crúzios probieren, das nach einem Geheimrezept hergestellt wird. Die Atmosphäre ist sehr elegant, und abends finden hier oft kostenlose Fado-Aufführungen für die Gäste statt.
14. Ausflug: Die römischen Ruinen von Conímbriga
Wer mehr als einen Tag in Coimbra verbringt, sollte einen Ausflug ins nahe gelegene Conímbriga machen, rund 16 Kilometer südlich der Stadt. Es handelt sich um die größten und am besten erhaltenen römischen Ausgrabungen in ganz Portugal. Die Stadt wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. gegründet, und für ihre Erkundung sollte man mindestens zwei Stunden einplanen.
Das größte Highlight sind die wunderschönen Bodenmosaike, die auch nach tausend Jahren ihre leuchtenden Farben bewahrt haben. Man kann Überreste von Thermen, ein ausgeklügeltes Heizsystem und riesige Villen reicher Patrizier bewundern. Besonders das Haus der Brunnen (Casa dos Repuxos) mit funktionierenden Wasserdüsen ist absolut faszinierend. Die Eintrittskarte für das gesamte Gelände einschließlich des Museumsgebäudes kostet 4,50 €.
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kann den Regionalbus des Unternehmens Transdev vom Busbahnhof in Coimbra nehmen. Die Fahrt dauert knappe dreißig Minuten, und Tickets kauft man direkt beim Fahrer. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, sollte beachten, dass portugiesische Autobahnen ein elektronisches Mautsystem nutzen – entweder das Fahrzeug verfügt bereits über eine Via-Verde-Box, oder man bucht vorab ein Mautpaket beim Mietwagenunternehmen.
Wohin weiter von Coimbra?
Coimbra liegt strategisch günstig genau in der Mitte Portugals, sodass man von hier aus leicht in alle Richtungen weiterreisen kann. Wer mit dem Zug fährt, sollte beachten, dass die Stadt zwei Bahnhöfe hat. Internationale Schnellzüge (Alfa Pendular und Intercidades) halten nur am Stadtrand im Bahnhof Coimbra-B. Von dort muss man in einen kleinen Nahverkehrszug umsteigen, der einen kostenlos (mit derselben Fahrkarte) ins Stadtzentrum zum Bahnhof Coimbra-A bringt.
- Wer Ozean und Fischeratmosphäre mit riesigen Wellen liebt, sollte das nur eine Stunde entfernte Nazaré Portugal ansteuern.
- Für Romantiker und Märchenschloss-Fans ist das mystische Sintra die klare Wahl – mit dem Zug über Lissabon erreichbar.
- Wer in den Norden reist, sollte das wunderschöne Porto mit seinem berühmten Wein und der Brücke eines Eiffel-Schülers nicht auslassen.
- In nur einer halben Stunde mit dem Zug erreicht man Aveiro Portugal, das wegen seiner Kanäle und bunten Boote als das portugiesische Venedig gilt.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage brauche ich für die Besichtigung von Coimbra?
Für das Wichtigste reicht ein voller Tag und eine Nacht. Vormittags schafft ihr die Universität und die Bibliothek, nachmittags schlendert ihr durch die Unterstadt und abends geht ihr zum Fado. Wenn ihr aber auch die Ruinen von Conímbriga oder den Miniaturpark besuchen möchtet, plant besser zwei Übernachtungen ein.
Ist die Biblioteca Joanina wirklich so streng mit den Eintrittszeiten?
Ja, absolut. Das System lässt alle 20 Minuten eine genau festgelegte Anzahl von Personen hinein. Wenn ihr zu spät kommt, verfällt euer Ticket und die Wächter lassen euch nicht rein. Seid lieber eine Viertelstunde früher im Hof des Paço das Escolas.
Komme ich mit Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität zurecht?
Das wird sehr schwierig. Die historischen Gassen im Viertel Alta sind extrem steil, eng und das Pflaster ist holprig und rutschig. Ich empfehle die gelben Minibusse der Linie Linha Botânico zu nutzen, die zwischen Unter- und Oberstadt pendeln und euch eine Menge Kraft sparen.
Was ist der Unterschied zwischen Fado in Lissabon und in Coimbra?
Lissabonner Fado kann von Männern und Frauen gesungen werden, oft wird das Publikum einbezogen und es wird applaudiert. Fado aus Coimbra wird ausschließlich von Männern gesungen – Studenten oder Absolventen der Universität in schwarzen Umhängen. Es ist akademischer, melancholischer und nach dem Gesang wird als Zeichen des Respekts nur leise geräuspert, nicht geklatscht.
Wo kann ich in der Stadt am besten parken?
Parken im historischen Zentrum ist ein Albtraum. Wenn ihr mit dem Auto anreist, lasst es auf dem großen kostenlosen Parkplatz am Parque Verde do Mondego am linken Flussufer stehen oder nutzt die Tiefgarage am Praça da República. Von dort kommt ihr zu Fuß ins Zentrum.
Gibt es im historischen Zentrum gute Restaurants für Vegetarier?
Auf jeden Fall. Obwohl die traditionelle portugiesische Küche stark auf Fisch und Fleisch basiert, ist Coimbra eine Studentenstadt, sodass ihr hier viele moderne Lokale findet. Fast jedes Restaurant bietet hervorragende Gemüsesuppen, Käseplatten und Oliven an, und die modernen Bistros in der Unterstadt kochen regelmäßig vegetarische Gerichte.
Funktionieren hier Uber oder Bolt?
Ja, beide Apps funktionieren in der Stadt problemlos und sind oft günstiger als klassische Taxis. Eine Fahrt vom Bahnhof Coimbra-B ins Zentrum zum Hotel kostet etwa 4 bis 6 €, was sich nach der Reise mit schwerem Gepäck definitiv lohnt.
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