Stell dir eine Frühlingsstadt vor, die sich von einem Tag auf den anderen in eine riesige Open-Air-Galerie verwandelt – nur damit all diese Kunstwerke in einer einzigen Nacht von den Flammen verschluckt werden. Genau das ist Las Fallas in Valencia, Spanien, eines der lautesten und faszinierendsten Festivals ganz Europas. Die Spanier feiern nun mal nicht leise, und die Kultur der unvergesslichen Erlebnisse kennt hier keine halben Sachen – erst recht nicht bei diesem Fest aus Feuer und Frühling. Wer nach einem Event sucht, das einen vollständig mitreißt und nicht schlafen lässt, sollte im März unbedingt nach Valencia, Spanien reisen.
Schon ab den ersten Märztagen liegt Schießpulver in der Luft und die Stadt beginnt mit unglaublicher Energie zu pulsieren. Der Hauptteil des Festivals findet jedoch zwischen dem 15. und 19. März statt, wenn hunderte riesige Skulpturen aus Pappmaché und Holz die Straßen füllen, dazu Musikkapellen und Frauen in wunderschönen traditionellen Trachten. Nur Zuschauer zu sein ist hier eigentlich gar nicht möglich – die Atmosphäre reißt einen blitzschnell mit. Sei darauf vorbereitet, von der Größe der Kunstwerke überwältigt zu werden, beim täglichen Feuerwerk zu erblinden und am Ende vielleicht sogar eine Träne zu vergießen, wenn all diese Pracht zu einem Haufen Asche wird.

Zusammenfassung
- Haupttermin des Festivals: Das Festival erreicht seinen Höhepunkt vom 15. bis 19. März, kleinere Veranstaltungen und Feuerwerke beginnen jedoch bereits am 1. März.
- Was steckt dahinter: Eine Feier des Frühlingsbeginns und des Festes des Heiligen Josef, Schutzpatron der Zimmerleute, verbunden mit der Verbrennung riesiger satirischer Skulpturen.
- La Mascletà: Täglich um 14:00 Uhr auf dem Rathausplatz – ein akustisches Feuerwerk, das buchstäblich den Boden zum Beben bringt.
- Unterkunft frühzeitig buchen: Hotels in Valencia sind oft monatelang im Voraus ausgebucht und die Preise steigen rasant – daher unbedingt weit im Voraus reservieren.
- La Cremà: In der Abschlussnacht am 19. März werden alle Skulpturen der Stadt unter Musik und großen Emotionen angezündet.
- Gehörschutz: Wer mit Kindern reist oder geräuschempfindlich ist, sollte unbedingt Ohrstöpsel mitnehmen.

Wann nach Valencia reisen
Wer Las Fallas in vollem Glanz erleben möchte, muss Mitte März nach Valencia. Das offizielle Programm beginnt zwar schon am ersten März mit täglichen akustischen Feuerwerken, die eigentlichen visuellen Highlights starten jedoch erst in der Nacht vom 14. auf den 15. März. Ab diesem Zeitpunkt werden alle riesigen Skulpturen in den Straßen aufgestellt und die Stadt schaltet in den Non-Stop-Partymodus – bis in die Nacht des 19. März.
Das Wetter in Valencia ist im März bereits sehr angenehm, die Temperaturen liegen typischerweise zwischen 18 und 20 Grad. Tagsüber reicht ein leichtes Sweatshirt oder eine Jeansjacke, für die abendlichen Feuerwerke und nächtlichen Spaziergänge zwischen den Skulpturen empfiehlt sich aber wärmere Kleidung. Ein weiterer Vorteil dieses frühen Frühlingstermins: die Sonne hat bereits Kraft, sodass man sich tagsüber auch am Strand erholen und Energie für das intensive Nachtprogramm tanken kann.
Wer keine Menschenmassen mag und die Skulpturen in relativer Ruhe bewundern möchte, sollte bereits um den 14. März anreisen. Dann sieht man die Künstler beim letzten Feinschliff an ihren Werken und die Straßen sind noch nicht so überfüllt mit Touristen aus aller Welt. Der Endspurt des Festivals ist nämlich eine Geduldsprobe beim Kampf durch die Menschenmassen – aber das Erlebnis ist das kleine Unbehagen allemal wert.

Unterkunft in Valencia
💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die Stornobedingungen meist am besten sind. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Während Las Fallas verdreifacht sich die Einwohnerzahl Valencias gefühlt, und eine gute Unterkunft auf den letzten Drücker zu finden ist quasi unmöglich. Wer direkt im Geschehen wohnen möchte, sollte sich auf das historische Viertel Ciutat Vella oder das trendige Ruzafa konzentrieren. Hier hat man alle wichtigen Skulpturen und Feuerwerke buchstäblich vor dem Fenster – muss aber damit rechnen, dass der Lärm von Böllern und Musik erst gegen Morgen verstummt.
Wer nachts wenigstens ein bisschen schlafen möchte, sucht sich besser ein Hotel in Strandnähe, etwa im Viertel El Cabanyal. Vom Strand kommt man mit Metro oder Bus problemlos ins Zentrum und kehrt abends in eine deutlich ruhigere Umgebung zurück. Egal für welches Viertel man sich entscheidet – eine Buchung über Booking am besten ein halbes Jahr im Voraus ist ratsam, denn die Preise steigen mit nahendem März astronomisch an.
Zu den bewährten und schönen Hotels zählt beispielsweise das luxuriöse Hospes Palau de la Mar, das in einem historischen Palais unweit des Zentrums residiert. Wer etwas Moderneres mit atemberaubendem Stadtblick sucht, sollte einen Blick auf das Meliá Valencia werfen – eines der höchsten Gebäude der Stadt mit hervorragender U-Bahn-Anbindung. Ein besonderes Erlebnis bietet auch das Caro Hotel, wo historische Elemente aus Jahrhunderten auf modernes Design treffen.

12 Tipps: Was man bei Las Fallas sehen und erleben sollte
Schauen wir uns gemeinsam an, was man bei diesem feurigen Spektakel auf keinen Fall verpassen darf. Zieht euch bequeme Schuhe an, denn ihr werdet täglich dutzende Kilometer laufen – und wappnet euch gegen den allgegenwärtigen Lärm der Böller, die Kinder an jeder Ecke zünden.

1. Die Fallas-Skulpturen und Ninots entdecken
Das Herzstück des gesamten Festivals sind die sogenannten Fallas – riesige Monumente aus Pappmaché, Holz und Styropor, die an Kreuzungen und Plätzen überall in der Stadt aufgestellt werden. Insgesamt entstehen in Valencia rund achthundert dieser Kunstwerke, und jedes besteht aus kleineren Figuren, die man Ninots nennt. Diese Figuren sind oft sehr satirisch und nehmen gezielt Politiker, Prominente oder aktuelle gesellschaftliche Themen auf die Schippe.
Jedes Stadtviertel hat seinen eigenen Verein, der das ganze Jahr über Geld sammelt, um einen Künstler für die schönste Skulptur zu bezahlen. Die Kosten für die größten Monumente gehen in die Hunderttausende von Euro, und ihre Details sind schlicht atemberaubend. Am besten schnappt man sich einen Stadtplan und streift einfach durch die Straßen, denn hinter jeder Ecke lugt ein neues, farbenfrohes und oft sehr witziges Kunstwerk hervor.
💡 Lokaler Tipp: Nicht nur auf das Zentrum rund um das Rathaus beschränken! Die interessantesten und mutigsten Skulpturen findet man oft im Viertel Ruzafa oder in der Umgebung der Markthalle Mercado Central, wo die Künstler mehr künstlerische Freiheit haben.

2. La Mascletà – das akustische Erdbeben erleben
Wer bei Feuerwerk an bunte Lichter am Nachthimmel denkt, wird von La Mascletà schnell eines Besseren belehrt. Es handelt sich um eine pyrotechnische Tagesshow, die sich ausschließlich auf Klang und Rhythmus konzentriert. Sie findet täglich vom 1. bis zum 19. März um exakt 14:00 Uhr auf dem Plaza del Ayuntamiento statt und ist ein Erlebnis, das buchstäblich durch Mark und Bein geht.
Tausende Menschen versammeln sich rund ums Rathaus, um eine fünfminütige, ohrenbetäubende Symphonie aus Schießpulver zu erleben. Der Klang steigert sich graduell bis zum finalen Erdbeben, bei dem die Fensterscheiben im weiten Umkreis zittern und die Menge in begeisterten Jubel ausbricht. Das ist ein unglaublich intensives Erlebnis, das man wirklich selbst erlebt haben muss, um es zu verstehen.
Am besten mindestens eine Stunde vor Beginn auf dem Platz erscheinen, um einen guten Platz zu ergattern, und wer empfindliche Ohren hat, sollte unbedingt Ohrstöpsel mitbringen. Die Pyrotechniker werden hier wie Rockstars gefeiert und nach einer erfolgreichen Show mit donnerndem Applaus belohnt.

3. La Plantà – die Nacht, in der alles beginnt
Die Nacht vom 14. auf den 15. März ist für alle Skulpturenbauer die stressigste Zeit des Jahres. In dieser Nacht, die La Plantà heißt, müssen alle Monumente vollständig aufgebaut und fertiggestellt sein, denn am frühen Morgen wird alles von einer strengen Jury begutachtet. Ist eine Skulptur nicht bis acht Uhr morgens fertig, wird sie gnadenlos aus dem Wettbewerb um das beste Werk ausgeschlossen.
Die Straßen sind voll mit Kränen, Künstlern die mit Pinseln herumrennen und Anwohnern, die ihnen gespannt zuschauen und anfeuern. Es ist faszinierend zu beobachten, wie riesige Köpfe und Körper der Figuren in die Höhe gehoben werden und millimetergenau in die vorbereiteten Konstruktionen einrasten. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, und eine wunderbare Atmosphäre der Vorfreude und Kreativität liegt in der Luft.
Einfach abends auf die Straße gehen, sich etwas zu trinken kaufen und diesem unglaublichen logistischen und künstlerischen Wunder live beiwohnen. Man spürt das enorme Engagement und den Stolz der Einheimischen, für die der Erfolg ihres Viertels eine Frage der persönlichen Ehre ist.

4. Durch die Lichttunnel in Ruzafa spazieren
Das Viertel Ruzafa ist nicht nur für seine Skulpturen bekannt, sondern vor allem für seine atemberaubende Lichtdekoration. Einige der hiesigen Vereine kämpfen hier regelmäßig um den Titel der am schönsten beleuchteten Straße, und das Ergebnis sind riesige Lichttunnel und Lichtportale, die eher an den Eingang in eine andere Dimension erinnern als an eine gewöhnliche Stadtstraße.
Jeden Abend finden hier besondere Lichtshows statt, bei denen Millionen LED-Lichter im exakten Rhythmus populärer Musik blinken und die Farben wechseln. Menschenmassen drängen sich unter diesen leuchtenden Konstruktionen und genießen die magische Atmosphäre, die ein bisschen an den Advent in seiner schönsten Form erinnert.
Die Lichtinstallationen findet man vor allem in der Calle Sueca und der Calle Cuba. Unbedingt nach Einbruch der Dunkelheit hinfahren – aber damit rechnen, dass man sich eher im Schneckentempo fortbewegt. Das Erlebnis dieser erleuchteten Straßen ist das kleine Gedränge absolut wert.

5. Die wunderschönen traditionellen Trachten bewundern
Las Fallas ist nicht nur ein Fest der Skulpturen und des Feuers, sondern auch der Menschen und ihrer Traditionen. Das schönste visuelle Element sind ohne Zweifel die Frauen und Mädchen in traditionellen Trachten, die man Falleras nennt. Man begegnet ihnen überall in der Stadt, wie sie stolz in reich bestickten Seidenkleidern schreiten, die oft mehrere tausend Euro kosten.
Die Anfertigung eines solchen Gewands ist ein wahres Schneidermeisterwerk, und die Stoffe werden oft handgewebt nach historischen Mustern. Genauso faszinierend ist die Frisur, die aus kunstvollen Hochsteckfrisuren mit goldenen oder silbernen Kämmen besteht. Die Vorbereitung dieser Frisur dauert Stunden, und viele Frauen schlafen während des Festivals sogar darin.
💡 Lokaler Tipp: Einmal stehenbleiben und die Details der Stickereien auf den Kleidern genau betrachten. Jede Tracht ist ein echtes Unikat und für die einheimischen Familien ein großer Stolz, der oft von Generation zu Generation weitergegeben wird.
6. Die bewegende Ofrenda de Flores
Am 17. und 18. März verwandeln sich die Straßen Valencias in einen einzigen großen Blumenfluss. Beim Ereignis namens Ofrenda de Flores ziehen tausende Falleras und Falleros aus der gesamten Region in Richtung Plaza de la Virgen. Jede Frau trägt einen Strauß Nelken, den sie auf dem Platz als Opfergabe für die Stadtpatronin, die Jungfrau der Verlassenen, abgibt.
Auf dem Platz steht eine riesige Holzkonstruktion der Jungfrau Maria, sagenhafte fünfzehn Meter hoch. Aus den mitgebrachten Blumen entsteht nach und nach ein wunderschöner, farbenprächtiger Mantel, dessen Muster sich jedes Jahr ändert. Der Duft von tausenden Blumen erfüllt den ganzen Platz, und viele Frauen können beim Abgeben ihres Straußes die Tränen nicht zurückhalten.
Empfehlenswert ist, sich einen Platz entlang der Prozessionsroute zu suchen und den Stolz und die Emotionen in den Gesichtern der Einheimischen zu beobachten. Das ist der spirituellste und bewegendste Moment des gesamten, sonst so lauten und wilden Festivals.
7. Der Nachthimmel in Flammen: Castillos de Fuegos Artificiales
Die Spanier sind Meister der Pyrotechnik – und Valencia ist ihre Hauptstadt. Jede Nacht vom 15. bis zum 18. März erleuchtet über dem ehemaligen Flussbett des Turia der Himmel mit fantastischen Feuerwerken, den sogenannten Castillos. Diese Shows sind riesig, farbenprächtig und begleitet von gewaltigen Explosionen, die von den umliegenden Gebäuden widerhallen.
Das größte und grandioseste Feuerwerk findet in der Nacht des 18. März statt und trägt den Namen Nit del Foc – die Nacht des Feuers. Diese Show dauert oft über zwanzig Minuten und gilt als eines der besten Feuerwerke der Welt. Menschen versammeln sich schon stundenlang vorher auf den Brücken und im Park entlang des Flusses, um sich den besten Blickplatz zu sichern.
Für das beste Erlebnis einfach auf die Promenade Paseo de la Alameda gehen. Eine Decke mitnehmen, einen kleinen Snack einpacken und das unglaubliche Lichtspektakel genießen – das wird garantiert für offene Münder sorgen.
8. Süße Buñuelos und valencianische Paella kosten
Das Festivalgetümmel erfordert ordentlich Energie – und die Straßen Valencias kommen einem dabei bestens entgegen. An jeder Ecke findet man Stände, die Buñuelos de Calabaza verkaufen, traditionelle Kürbiskrapfen, die direkt vor den Augen frittiert werden. Sie haben eine herrlich unregelmäßige Form und schmecken am besten, wenn man sie in einen Becher heißer, dicker Schokolade taucht.
Valencia ist zudem die Wiege der Paella. Während das traditionelle Rezept Kaninchen- und Hühnerfleisch enthält, findet man überall problemlos eine ausgezeichnete Paella de Verduras. Diese vegetarische Variante ist voll mit frischen lokalen Bohnen, Artischocken und Safran, der dem Reis die richtige Farbe und den unverwechselbaren Geschmack verleiht.
💡 Lokaler Tipp: Wer echte Gemeinschaftsatmosphäre erleben möchte, sucht sich Straßen, in denen lokale Vereine riesige Paellas auf offenem Feuer kochen. Der Duft von Holzrauch und frischen Zutaten ist schlicht unwiderstehlich.

9. Ins Museo Fallero eintauchen
Wer eine Pause von den Massen braucht oder tiefer in die Geschichte des Festivals eintauchen möchte, sollte das Museo Fallero besuchen. Jedes Jahr stimmen die Valencianer ab, welche einzige Figur aus den hunderten von Skulpturen den Flammen entkommt. Dieser gerettete Ninot wird anschließend in diesem Museum untergebracht, das bereits seit 1934 existiert.
Ein Rundgang durchs Museum ist wie eine Zeitreise. Man kann verfolgen, wie sich Materialien, Techniken und Themen der Skulpturen über die Jahrzehnte entwickelt haben. Von alten Figuren, gefüllt mit Stroh und Wachs, gelangt man zu modernen Werken aus zeitgenössischen Materialien, die auf aktuelle Popkultur und Politik reagieren.
Ein Museumsbesuch ist auch für diejenigen eine tolle Option, die Valencia außerhalb des Haupttermins im März besuchen, aber dennoch ein Stück Festivalatmosphäre aufsaugen und das Können der einheimischen Künstler bewundern möchten.
10. La Cabalgata del Fuego – der höllische Feuerumzug
Am Abend des 19. März, nur wenige Stunden bevor die Stadt in Asche versinkt, findet im Zentrum ein grandioses Feuerumzug statt: La Cabalgata del Fuego. Dieser Umzug bringt symbolisch das Feuer in die Stadt, mit dem später alle Skulpturen angezündet werden, und bildet ein fantastisches Vorspiel zum großen Finale.
Durch die Straßen ziehen riesige mechanische Drachen, die Feuer speien, Trommler, und vor allem als Teufel verkleidete Menschen, die mit rotierenden Pyrotechnik-Gabeln Funken in alle Richtungen schleudern. Ein wildes und energiegeladenes Spektakel, bei dem überall Funken fliegen – daher am besten Kleidung tragen, bei der ein kleines verbranntes Loch kein Drama wäre.
Der Umzug führt durch die Calle Colón und endet am Stadttor Puerta del Mar. Einen Platz in der ersten Reihe sichern und sich vom Rhythmus der Trommeln und der Glut des höllischen Feuers mitreißen lassen, das das nahende Ende des Festivals ankündigt.
11. Das Finale in Flammen: La Cremà
Und dann ist es so weit. Um Mitternacht des 19. März erlischt die Straßenbeleuchtung und La Cremà beginnt – der Moment, auf den alle gewartet haben. Hunderte meisterhafter Kunstwerke, an denen das ganze Jahr gearbeitet wurde, werden innerhalb weniger Minuten vom Feuer vernichtet. Es ist ein reinigendes Ritual, das das Ende des Winters, das Verbrennen alles Alten und Schlechten und die Begrüßung des neuen Frühlings symbolisiert.
Rund um die Skulpturen sind Böller platziert, die unter großem Jubel gezündet werden und die Flammen rasch die gesamte Konstruktion verschlingen lassen. Die Hitze der brennenden Monumente ist so enorm, dass die Feuerwehr umliegende Gebäude und Bäume ununterbrochen mit Wasser besprühen muss, um einen Stadtbrand zu verhindern. Asche fliegt durch die Luft, und die Falleras stehen oft abseits und weinen gerührt über das Ende ihres Königsjahres.
Als letzte wird stets die größte Skulptur auf dem Rathausplatz verbrannt. Das ist ein unglaublich starkes und emotionales Erlebnis, das einen tiefen Eindruck hinterlässt und echte Bewunderung für eine Stadt weckt, die so viel Schönheit erschafft – nur um sie im nächsten Moment den Flammen zu überlassen.
12. Praktische Tipps fürs Überleben in der Menge
Las Fallas zieht Millionen Besucher an, und die Fortbewegung in der Stadt erfordert eine gewisse Strategie. Zuallererst: Auto oder Taxi im Zentrum komplett vergessen – die meisten Straßen sind gesperrt oder vollgestellt mit Skulpturen und Ständen. Auf eigene Beine und die U-Bahn verlassen, die in den Hauptfestivalstagen oft rund um die Uhr fährt.
Bequem kleiden und in Lagen, denn Frühlingsabende können tückisch kühl sein. Festes, geschlossenes Schuhwerk tragen – auf dem Boden liegen überall Böller-Reste und in der riesigen Menge tritt früher oder später jemand auf die Füße. Wertsachen und Portemonnaie sicher verstauen, denn Menschenmassen sind leider das Paradies für Taschendiebe.
💡 Lokaler Tipp: Wer von einer Seite des Zentrums zur anderen muss, sollte nicht die Hauptstraßen nehmen, sondern das ehemalige Flussbett des Turia nutzen. Dieser riesige Park ist eine wunderbare grüne Oase, wo man den größten Staus ausweicht und sich herrlich vom Lärm erholen kann.
Weiter reisen ab Valencia
Wer nach dem feurigen Spektakel den Kopf frei bekommen und weitere Ecken Spaniens entdecken möchte, hat von Valencia aus viele großartige Möglichkeiten. Von Deutschen Flughäfen wie Frankfurt, München oder Berlin gibt es regelmäßige Direktflüge nach Valencia – Eurowings, Lufthansa und Ryanair fliegen die Strecke. Vom Hauptbahnhof Valencias kommt man mit dem Hochgeschwindigkeitszug in knapp zwei Stunden direkt in die Hauptstadt und kann Madrid mit seinen großartigen Kunstmuseen erkunden.
Lockt eher katalanische Kultur und Gaudís Architektur? Einfach in den Zug nach Norden steigen und entdecken, was das pulsierende Barcelona alles zu bieten hat. Wer sich nach Entspannung an schönen Stränden sehnt, kann vom Hafen Valencia aus die Fähre nehmen – zur nahen Inselperle Ibiza.
Und wer weiter dem spanischen Temperament auf der Spur bleiben möchte, sollte sich in den Süden aufmachen – zu Flamenco und Sonne. Einen Blick auf unseren großen Andalusien-Reiseführer mit den 20 schönsten Orten werfen lohnt sich, und auch unser Artikel über Sevilla – eine Stadt, die einen einfach in ihren Bann zieht – bietet jede Menge Inspiration.
Häufig gestellte Fragen
Wann genau werden die Figuren verbrannt?
Alle Figuren werden in der Nacht des 19. März während eines Ereignisses namens La Cremà verbrannt. Die Kinderfiguren werden gegen 20:00 Uhr angezündet, die großen beginnen um Mitternacht zu brennen und die Hauptfigur auf dem Rathausplatz geht als allerletzte in Flammen auf.
Brauche ich für das Festival irgendwelche Tickets?
Nein, Las Fallas ist ein Festival, das direkt in den Straßen der Stadt stattfindet, und alle Hauptveranstaltungen sind völlig kostenlos. Bezahlt wird nur für den Zutritt zu speziellen abgesperrten Tribünen bei einigen Feuerwerken, doch diese sind oft den örtlichen Vereinen vorbehalten.
Ist das Festival für kleine Kinder sicher?
Das Festival ist sehr familienfreundlich, aber du musst mit extremem Lärm rechnen. Wenn du mit Kindern reist, besorg ihnen unbedingt einen guten Gehörschutz. Meide außerdem die größten Menschenmassen bei den abendlichen Feuerwerken, wo die Situation für kleine Kinder unangenehm werden kann.
Was passiert mit der einen geretteten Figur?
Jedes Jahr stimmt die Öffentlichkeit ab und wählt einen sogenannten ninot indultat aus, der vor den Flammen bewahrt wird. Diese Figur wird anschließend ins Museo Fallero gebracht, wo ihr sie zusammen mit den Gewinnern aus den vergangenen Jahrzehnten besichtigen könnt.
Wie ist die Verkehrslage in Valencia während Las Fallas?
Das Stadtzentrum ist für Autos praktisch unpassierbar. Die beste Fortbewegungsart ist zu Fuß zu gehen und die Metro zu nutzen, die an den Haupttagen des Festivals ihre Verbindungen oft verstärkt und die ganze Nacht fährt. Die Busse haben meist umgeleitete Routen.
Welches typische Gericht sollte ich probieren?
Lass dir auf keinen Fall die buñuelos de calabaza entgehen, das sind frittierte Kürbiskrapfen, die an jeder Ecke verkauft und in dicke heiße Schokolade getunkt werden. Zum Mittagessen gönn dir dann eine ausgezeichnete Paella, idealerweise ihre vegetarische Variante voller frischem lokalem Gemüse.
Schaffe ich das Festival, auch wenn ich kein Spanisch spreche?
Auf jeden Fall. Die Atmosphäre des Festivals ist sehr visuell und laut, sodass du zum Verständnis kein Wörterbuch brauchst. Die meisten Menschen in den Hotels und Restaurants im Zentrum sprechen zumindest grundlegendes Englisch, sodass du dich problemlos verständigen kannst.
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