Tarragona, Spanien: Römisches Erbe am Meer

Wer eine Auszeit vom Trubel Barcelonas sucht und dabei in Geschichte eintauchen möchte, ist in Tarragona, Spanien, genau richtig. Die faszinierende katalanische Stadt liegt direkt am Mittelmeer und verbindet auf einzigartige Weise antike römische Monumente mit entspannter Strandatmosphäre. Während sich in Barcelona die Massen vor der Sagrada Família stauen, kannst du in Tarragona in aller Ruhe über zweitausend Jahre alte Stadtmauern entlangspazieren oder dich in den engen Gassen der mittelalterlichen Altstadt verlieren.

Tarragona, in der Antike als Tárraco bekannt, war einst eine der bedeutendsten Städte des Römischen Reiches auf der gesamten Iberischen Halbinsel. Das gesamte archäologische Ensemble ist heute stolz auf der UNESCO-Welterbeliste eingetragen und bietet ein Schauspiel, das dich garantiert beeindrucken wird. Ich habe für dich einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt, in dem du alle wichtigen Informationen für deine Reise findest – von den schönsten Sehenswürdigkeiten bis hin zu praktischen Tipps rund um Anreise und Unterkunft.

Tarragona Spanien – Blick auf die Altstadt und das Meer
Foto: User:Vmenkov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Zusammenfassung

  • Idealer Tagesausflug: Tarragona ist per Hochgeschwindigkeitszug von Barcelona bequem erreichbar – die Fahrt dauert knapp eine Stunde, und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten lassen sich an einem intensiven Tag erkunden.
  • Römisches Erbe: Das absolute Highlight ist das antike Amphitheater, das auf einem Felsen direkt über dem Mittelmeer thront und einen atemberaubenden Ausblick bietet.
  • Aquädukt vor den Toren der Stadt: Unbedingt ansehen: der Pont del Diable (Teufelsbrücke) – du kannst sogar oben drüber laufen, denn der Aquädukt liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt in einem Naturpark.
  • Strände ohne Gedränge: Anders als in überfüllten Ferienorten gibt es hier wunderschöne Strände mit feinem Goldsand – die Bucht Cala Fonda erinnert an ein unberührtes Paradies.
  • Katalanische Kultur: Die Stadt ist berühmt für ihre Castells-Tradition, bei der menschliche Türme gebaut werden – ein faszinierendes, adrenalingeladenes Erlebnis und Teil der lokalen Identität.
  • Achtung bei Sommerhitze: Katalonien leidet in den letzten Jahren unter extremer Trockenheit. Am besten reist du im Frühling oder Herbst, wenn die Temperaturen angenehmer sind.
Wann nach Tarragona Spanien reisen und wie viel Zeit einplanen
Foto: Ignasi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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Wann nach Tarragona reisen und wie viel Zeit einplanen

Die Wahl des richtigen Reisezeitpunkts ist für Katalonien in den letzten Jahren besonders wichtig geworden. Die beste Reisezeit für Tarragona liegt zwischen April und Mitte Juni sowie im September und Oktober. In diesen Monaten herrschen angenehme Temperaturen um die zwanzig Grad, was ideal zum Besichtigen der Sehenswürdigkeiten und zum Sitzen in Straßencafés ist. Die Frühlingsmonate bringen außerdem eine wunderschön blühende Natur rund ums die Stadt.

Die Sommermonate solltest du wenn möglich lieber meiden. Katalonien kämpft mit extremen Hitzewellen und historischen Dürren, die im Sommer ihren Höhepunkt erreichen. Im Juli und August können die Temperaturen weit über dreißig Grad klettern, und die aufgeheizten Steingassen der Altstadt werden nahezu unerträglich. Wegen Wassermangels können zudem strenge Einschränkungen gelten – etwa die Sperrung von Strandduuschen oder das Verbot, öffentliche Schwimmbecken zu befüllen.

Was die Aufenthaltsdauer angeht: Tarragona lässt sich wunderbar als Tagesausflug von Barcelona aus erkunden. Die Hochgeschwindigkeitszüge bringen dich schnell dorthin, und das historische Zentrum ist sehr kompakt, sodass du es problemlos zu Fuß erkundest. Wenn du die Stadt aber in Ruhe genießen, am Abend die Tapas-Bars entdecken und etwas Zeit am Strand verbringen möchtest, lohnt es sich definitiv, mindestens eine oder zwei Nächte einzuplanen.

Wo übernachten in Tarragona Spanien
Foto: User:Vmenkov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wo übernachten in Tarragona

💡 Unterkunfts- und Aktivitätstipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Entscheidest du dich für eine Übernachtung in Tarragona, findest du die bezauberndste Atmosphäre im Viertel Part Alta – dem historischen Kern der Stadt, umgeben von alten Stadtmauern. Du wohnst dann direkt neben der gotischen Kathedrale und antiken Ruinen, und abends musst du nur ein paar Schritte zum Platz laufen, um eines der vielen gemütlichen Cafés zu finden. Eine weitere tolle Option ist die Gegend rund um den Hauptboulevard Rambla Nova, von dem aus du sowohl die Sehenswürdigkeiten als auch den Strand und den Bahnhof schnell erreichst.

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Wo man in Tarragona übernachten kann
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Für alle, die etwas mehr Luxus und atemberaubenden Meerblick suchen, ist das H10 Imperial Tarraco eine ausgezeichnete Wahl – es liegt direkt neben dem römischen Amphitheater. Das Hotel bietet einen wunderschönen Dachpool, von dem aus du die ganze Stadt und die Küste überblickst. Wer etwas Kleineres und Günstigeres direkt im Herzen der Altstadt bevorzugt, sollte auf Booking nach gemütlichen Pensionen in den Gassen der Part Alta suchen – dort verstecken sich oft wunderschön sanierte historische Häuser mit original erhaltenen Steingewölben.

14 Tipps – was man in Tarragona Spanien sehen und erleben sollte
Foto: Bernard Gagnon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

14 Tipps – was man in Tarragona sehen und erleben sollte

Lass uns gemeinsam entdecken, was diese bezaubernde Stadt zu bieten hat. Tarragona ist buchstäblich ein Freilichtmuseum, wo du an jeder Ecke über ein Stück Geschichte stolperst – und trotzdem eine lebendige, authentische Atmosphäre spürst. Ich habe vierzehn konkrete Orte und Erlebnisse zusammengestellt, die du dir nicht entgehen lassen solltest.

Römisches Amphitheater Tarragona mit Meerblick
Foto: Bernard Gagnon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

1. Römisches Amphitheater mit Meerblick

Das bekannteste und absolut ikonischste Wahrzeichen Tarragons ist das antike Amphitheater (Amfiteatre de Tarragona) aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Seine Lage ist einzigartig: Es wurde direkt in den Felsenhang über dem Mittelmeer gehauen. Einst fanden hier blutige Gladiatorenkämpfe und öffentliche Hinrichtungen statt, denen bis zu vierzehntausend Zuschauer beiwohnen konnten. Der Kontrast zwischen diesen historischen Ereignissen und dem heutigen ruhigen Meeresspiegel ist beeindruckend stark.

Beim Durchstreifen des Geländes fällt auf, dass inmitten der Arena noch die Überreste einer westgotischen Basilika und einer romanischen Kirche stehen, die in späteren Jahrhunderten errichtet wurden. Der Eintritt ins Amphitheater kostet nur wenige Euro und es lohnt sich definitiv, das Innere zu erkunden, um die historische Atmosphäre hautnah zu erleben. Wer Zeit oder Geld sparen möchte: Einen wunderschönen Blick auf das gesamte Bauwerk bekommst du auch vom Park darüber – dort entstehen die besten Fotos.

💡 Lokaler Tipp: Das schönste Licht zum Fotografieren des Amphitheaters gibt es früh morgens, wenn die Sonne direkt über dem Meer aufgeht und die alten Steine golden färbt – und du dem großen Touristenansturm noch aus dem Weg gehst.

Aquädukt Pont del Diable (Teufelsbrücke) bei Tarragona Spanien
Foto: Auledas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

2. Aquädukt Pont del Diable (Teufelsbrücke)

Aquädukt Pont del Diable – römisches Baudenkmal bei Tarragona
Foto: Auledas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Rund vier Kilometer außerhalb der Stadt verbirgt sich eines der besterhaltenen römischen Bauwerke in ganz Spanien – der monumentale Aquädukt Les Ferreres, den die Einheimischen nur Pont del Diable (Teufelsbrücke) nennen. Dieses imposante Bauwerk versorgte die antike Stadt mit Wasser aus einem nahe gelegenen Fluss; seine zwei Bogenreihen erheben sich fast dreißig Meter hoch über ein bewaldetes Tal. Es ist faszinierend zu sehen, wie präzise die Römer dieses Ingenieursmeisterwerk ohne Mörtel gebaut haben – allein durch das exakte Zusammenfügen von Steinblöcken.

Ein großer Vorteil dieses Ausflugziels: Der Eintritt ist kostenlos, und du kannst den Aquädukt nicht nur fotografieren, sondern sogar oben entlanglaufen. Der Spaziergang entlang des schmalen Kanals auf dem Scheitel des Bauwerks mit Blick auf die umliegenden Pinienwälder ist ein unvergessliches Erlebnis – auch wenn Höhenängstliche dabei vielleicht kurz den Atem anhalten. Den Aquädukt erreichst du bequem mit dem Stadtbus Linie 5 oder 85 direkt vom Stadtzentrum – die Fahrt dauert nur etwa fünfzehn Minuten.

💡 Lokaler Tipp: Zieh dir feste Schuhe an und nimm einen kleinen Snack mit – rund um den Aquädukt erstreckt sich ein schöner Ökopark mit zahlreichen Wanderwegen, die geradezu zu einem gemütlichen Picknick in der Natur einladen.

Spaziergang auf den römischen Stadtmauern – Passeig Arqueològic Tarragona
Foto: Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

3. Spaziergang auf den römischen Stadtmauern (Passeig Arqueològic)

Wer die ursprüngliche Größe der Stadt verstehen möchte, sollte unbedingt die archäologische Promenade Passeig Arqueològic entlanggehen. Dieser Weg führt entlang der erhaltenen römischen Stadtmauern, die das älteste erhaltene römische Bauwerk auf der Iberischen Halbinsel außerhalb Italiens sind. Die im dritten Jahrhundert vor Christus errichteten Mauern mit ihren massiven Steinquadern – in die die Steinmetzzeichen der damaligen Handwerker gemeißelt sind – flößen noch heute großen Respekt ein.

Die Promenade ist wunderschön gestaltet, gesäumt von Zypressen, duftenden Blumen und historischen Kanonen aus späteren Epochen. Unterwegs begegnest du auch einer Statue von Kaiser Augustus, der sich einige Zeit in Tárraco aufhielt und von hier aus das gesamte Reich regierte. Es wird ein kleines Eintrittsgeld erhoben, aber die Ausblicke auf die Stadt und die ruhige Gartenatmosphäre sind ihr Geld allemal wert – besonders an heißen Tagen, wenn du hier angenehmen Schatten findest.

💡 Lokaler Tipp: Verbinde den Besuch der Stadtmauern mit einem Rundgang durch die gesamte Altstadt Part Alta – der Eingang zur Promenade liegt direkt am Rand des historischen Zentrums, sodass du nahtlos zu weiteren Sehenswürdigkeiten weitergehen kannst.

Balkon des Mittelmeers – Balcó del Mediterrani Tarragona Spanien
Foto: GattoCeliaco / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

4. Balkon des Mittelmeers (Balcó del Mediterrani)

Am Ende des Hauptboulevards Rambla Nova öffnet sich einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt – der Balcó del Mediterrani. Diese Aussichtsterrasse liegt auf einem Felsen rund vierzig Meter über dem Meer und bietet ein atemberaubendes Panorama auf den Hafen, den Strand El Miracle und die endlose blaue Weite. Es ist ein beliebter Treffpunkt für die Einheimischen, die hier sonntagnachmittags spazieren gehen oder den Sonnenuntergang genießen.

Mit diesem Ort verbindet sich eine besondere lokale Tradition namens tocar ferro (das Eisen berühren). Die gesamte Aussichtsplattform ist von einem wunderschönen schmiedeeisernen Geländer aus dem neunzehnten Jahrhundert umgeben, und der Überlieferung nach bringt es Glück, dieses Eisen zu berühren – und sorgt dafür, dass man eines Tages nach Tarragona zurückehrt. Vergiss nicht, hier ein Foto mit dem Amphitheater im Hintergrund zu machen – von hier oben hast du es direkt im Blick.

💡 Lokaler Tipp: Die Cafés in unmittelbarer Nähe des Aussichtspunkts sind oft überteuert – geh lieber ein Stück zurück auf die Rambla Nova, wo du viel authentischere und günstigere Lokale mit hervorragendem Kaffee findest.

Kathedrale Santa Tecla – Catedral de Tarragona Spanien
Foto: ermell / Wikimedia Commons, CC0

5. Kathedrale Santa Tecla (Catedral de Tarragona)

Kathedrale Santa Tecla in Tarragona Spanien – gotische Architektur
Foto: Bernard Gagnon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Am höchsten Punkt des historischen Zentrums thront die imposante gotische Kathedrale, geweiht der Heiligen Tekla, der Schutzpatronin der Stadt. Ihr Bau begann im zwölften Jahrhundert auf dem Fundament einer romanischen Basilika, die wiederum auf den Ruinen eines antiken Jupitertempels stand. Diese stetige Überlagerung von Geschichte ist typisch für Tarragona – an den Außenmauern der Kathedrale kannst du zahlreiche römische Steine und Inschriften entdecken, die die mittelalterlichen Baumeister einfach wiederverwendet haben.

Das größte Schmuckstück des Gesamtkomplexes ist der wunderschöne Kreuzgang mit seinen verzierten Arkaden, der eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. In der Mitte plätschert ein Brunnen, Orangenbäume wachsen im Innenhof, und man könnte stundenlang die detaillierten biblischen Szenen auf den Säulen bewundern. Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenpflichtig, aber das Ticket schließt auch den Besuch des Diözesanmuseums ein, wo wertvolle Gobelins und kirchliche Artefakte ausgestellt sind.

💡 Lokaler Tipp: Suche im Kreuzgang nach dem Säulenrelief mit Ratten, die eine Katze tragen – es ist ein witziger mittelalterlicher Verweis auf eine Fabel, über die Guides gerne mehr erzählen.

Plaça del Fòrum und Provinzforum in Tarragona Spanien
Foto: ermell / Wikimedia Commons, CC0

6. Plaça del Fòrum und das Provinzforum

Beim Schlendern durch die engen Gassen des Viertels Part Alta stößt du früher oder später auf den charmanten Plaça del Fòrum. Wie der Name schon vermuten lässt, war dieser Platz einst das Herz des römischen Provinzforums, wo sich die politische und administrative Macht der gesamten Provinz konzentrierte. Heute verschmelzen antike Ruinen mit mittelalterlichen und modernen Gebäuden zu einem absolut einzigartigen und fotogenen Ensemble, das du so anderswo auf der Welt kaum finden wirst.

Heute ist der Platz ein lebendiges Zentrum mit kleinen Cafés und Tapas-Bars mit Außenterrassen, die sich abends mit Einheimischen füllen. Es ist der ideale Ort, um nach einem langen Besichtigungstag zu verschnaufen, ein Glas kühlen Cava zu bestellen und das bunte Treiben zu beobachten. Probiere unbedingt Pa amb tomàquet – knuspriges Brot, eingerieben mit reifen Tomaten und großzügig mit Olivenöl beträufelt: ein herrlicher leichter Snack, der typisch katalanisch und von Natur aus vegetarisch ist.

💡 Lokaler Tipp: Meide die Haupt-Mittags- und Abendessenszeiten, wenn es hier besonders voll wird – die schönste Atmosphäre erlebst du am späten Nachmittag, wenn das Sonnenlicht die Steinmauern golden färbt und eine wohltuende Ruhe einkehrt.

Römischer Zirkus und Prätoriumsturm in Tarragona Spanien
Foto: Bernard Gagnon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

7. Römischer Zirkus (Circ Romà) und der Prätoriumsturm

Während das Amphitheater für Gladiatorenkämpfe genutzt wurde, war der römische Zirkus eigens für Wagenrennen gebaut. Der Zirkus von Tarragona zählt zu den am besten erhaltenen seiner Art in ganz Europa – paradoxerweise deshalb, weil im Mittelalter die Stadt auf seinen Ruinen aufgebaut wurde. Ein Großteil der ursprünglichen Gänge und Gewölbe blieb als Fundament späterer Gebäude erhalten und ist heute begehbar.

Im Eintrittspreis inbegriffen ist auch der Besuch des mächtigen Prätoriumsturms (Torre del Pretori), der ursprünglich den Zirkus mit dem oberen Forum verband und später als Königspalast und sogar als Gefängnis diente. Von seiner Dachterrasse bietet sich ein fantastischer Rundblick über ganz Tarragona, die Altstadt und die Küste. Die dunklen unterirdischen Gänge sind übrigens ein herrlicher Rückzugsort vor der Sommerhitze – es ist dort das ganze Jahr über angenehm kühl.

💡 Lokaler Tipp: Kauf ein Kombticket für die römischen Sehenswürdigkeiten, das für Zirkus, Amphitheater und Stadtmauern gilt – so sparst du eine Menge Geld, und da das Ticket ein Jahr lang gültig ist, musst du dir keine Hetze machen.

Strände von Tarragona Spanien und Bucht Cala Fonda
Foto: Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

8. Strände von Tarragona und die Bucht Cala Fonda

Wenn dir die Geschichte einmal zu viel wird, reichen ein paar Treppenstufen hinunter und du stehst auf wunderschönen Sandstränden, dem Stolz der Region Costa Dorada (Goldene Küste). Direkt unter der Stadt liegt der breite Strand Playa del Milagro (Platja del Miracle), der gut erreichbar ist und alle nötigen Einrichtungen bietet – von Duschen bis hin zu Strandcafés. Der Sand ist fein, der Einstieg ins Meer sehr flach, was besonders für alle geeignet ist, die ein entspanntes Strandvergnügen suchen.

Wer es lieber etwas wilder und ursprünglicher mag: Unbedingt einen Abstecher nach Norden zur Bucht Cala Fonda lohnt sich, die oft als „Waikiki“ bezeichnet wird. Es ist ein wunderschöner, unberührter Strand, umgeben von steilen Felsen und Pinienwäldern, zu dem kein Auto hingelangt. Man muss etwa zwanzig Minuten zu Fuß auf einem Waldpfad von der Platja Llarga aus laufen – belohnt wird man mit kristallklarem Wasser und wohltuender Stille weit ab von kommerziellen Strandorten. Beachte: Die Bucht ist ein beliebter FKK-Strand.

💡 Lokaler Tipp: Bring zum Waikiki-Strand genug eigenes Essen und Trinken mit – es gibt absolut keine Kioske, Toiletten oder Liegestühle. Hier ist reine Natur, also alles Nötige im Rucksack mitnehmen.

9. Die faszinierende Tradition der Menschentürme (Castells)

Eines der beeindruckendsten Erlebnisse, die Katalonien zu bieten hat, ist das Zuschauen beim Bau traditioneller Menschentürme, der sogenannten Castells. Diese auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes stehende Tradition hat in Tarragona besonders tiefe Wurzeln, und die hiesigen Teams (colles) gehören zu den besten weltweit. Es ist ein atemberaubendes Schauspiel: Dutzende von Menschen klettern buchstäblich übereinander und bilden Türme, die bis zu zehn Stockwerke hoch reichen.

Besuchst du die Stadt Ende Sommer oder im Herbst, hast du gute Chancen, diese Aufführungen live bei lokalen Festen zu erleben – besonders bei den Festlichkeiten zu Santa Tecla im September. Die Atmosphäre auf dem Platz, wenn Hunderte von Menschen den Atem anhalten, während ein kleines Kind (enxaneta) auf den allerobersten Abschluss klettert, ist elektrisierend. Findet gerade keine Aufführung statt, lohnt sich ein Besuch des Denkmals Monument als Castellers auf der Rambla Nova, das dieser gefährlichen und zugleich wunderschönen Tradition huldigt.

💡 Lokaler Tipp: Schau nach, ob gerade ein offenes Training eines der lokalen Teams stattfindet – häufig wird abends auf Plätzen oder in Trainingshallen geübt, und Zuschauer sind herzlich willkommen.

10. Das Fischerviertel El Serrallo

Wer echtes Küstenflair erleben möchte, sollte das traditionelle Fischerviertel El Serrallo erkunden, das unweit des Haupthafens liegt. Das Viertel bewahrt noch immer die authentische Atmosphäre eines arbeitenden Hafens: Jeden Nachmittag finden Fischauktionen statt, und Netze trocknen direkt auf dem Kai. Die bunten Hausfassaden und die vertäuten Fischerboote bilden ein malerisches Kulissenbild für einen Abendspaziergang abseits der touristischen Hauptrouten.

Das Viertel ist berühmt für seine Restaurants, zu denen Einheimische für die frischesten Meeresfrüchte pilgern. Das typische lokale Gericht ist der herzhafte Fischereintopf Suquet de peix, der nach Safran und Mandeln duftet. Wer lieber fleischlos isst, findet hier hervorragende vegetarische Tapas – etwa gebratene Pimientos de Padrón, Käsekroketten – oder genießt einfach ein Glas Wein mit Blick auf die schaukelnden Boote und die untergehende Sonne.

💡 Lokaler Tipp: Spaziere entlang des Hafens bis zum modernen Leuchtturm Far de la Banya – von dort hat man einen schönen Blick auf das gesamte Hafentreiben und findet oft ruhigere Ecken als direkt an der Restaurantpromenade.

11. Freizeitpark PortAventura World

Wer mit Freunden reist und Adrenalin liebt: Nur zehn Minuten mit dem Zug von Tarragona entfernt liegt einer der größten Freizeitparks Europas – PortAventura World. Dieser riesige Komplex ist in mehrere Themenbereiche unterteilt, vom Wilden Westen über Polynesien bis nach China, und bietet Attraktionen auf Weltniveau. Es ist die perfekte Abwechslung im Urlaub, wenn du mal von der Geschichte pausieren und einen Tag voller ausgelassenen Spaßes genießen möchtest.

Das größte Highlight des Parks sind extreme Achterbahnen wie die legendäre Shambhala oder Dragon Khan, die selbst die anspruchsvollsten Adrenalinjunkies zufriedenstellen. Zum Resort gehören außerdem der Wasserpark Caribe Aquatic Park und der separate Ferrari Land-Park mit der schnellsten Achterbahn Europas. Tickets für den Park empfehle ich, weit im Voraus online zu kaufen – so sparst du dir lange Warteschlangen an den Kassen, die in der Hauptsaison wirklich zermürbend sein können.

💡 Lokaler Tipp: Plane für PortAventura einen ganzen Tag ein und komm gleich zur Eröffnung – der Park ist riesig, und wer die Hauptattraktionen ohne stundenlange Wartezeit erleben möchte, für den sind die frühen Morgenstunden entscheidend.

12. Nationales Archäologisches Museum (MNAT)

Für alle, die tiefer eintauchen und den Alltag im antiken Tárraco verstehen möchten, ist ein Besuch des Nationalen Archäologischen Museums von Tarragona ein Muss. Das Museum beherbergt eine unglaubliche Sammlung von Artefakten, die bei Ausgrabungen in der Stadt und ihrer unmittelbaren Umgebung gefunden wurden. Von kleinen Schmuckstücken und Münzen über Alltagsgegenstände bis hin zu großen Statuen und verzierten Sarkophagen ist alles vertreten.

Der eigentliche Stolz der Ausstellung sind wunderschön erhaltene römische Mosaike, darunter das berühmte Medusenhaupt-Mosaik, das durch seine lebendigen Farben und detaillierte Ausführung beeindruckt. Das Museum ist sehr modern gestaltet, und die Exponate werden durch Visualisierungen ergänzt, die dir helfen, dir vorzustellen, wie die Stadt in ihrer Glanzzeit aussah. Kombiniere den Museumsbesuch mit einem Rundgang durch das nahegelegene Römische Forum – so bekommst du ein rundes, vollständiges Bild vom Leben in der römischen Provinz.

💡 Lokaler Tipp: Sonntagnachmittags ist das Museum oft kostenlos zugänglich – schau auf der Website nach den aktuellen Öffnungszeiten und spare das Geld lieber für einen ausgezeichneten spanischen Kaffee.

13. Die Markthalle (Mercat Central)

Wer die echte, unverfälschte Atmosphäre einer katalanischen Stadt erleben möchte, sollte auf keinen Fall die Markthalle Mercat Central am Plaça Corsini auslassen. Das wunderschöne Jugendstilgebäude aus dem Jahr 1915 wurde kürzlich aufwändig renoviert und ist heute das pulsierende Herz der Stadt. Schon die Architektur allein mit ihren typischen modernistischen Elementen, gusseisernen Säulen und dem verglasten Dach ist einen Besuch wert und ergänzt die antiken Sehenswürdigkeiten aufs Schönste.

Im Inneren erwartet dich eine Symphonie aus Farben und Düften an Dutzenden von Ständen mit frischem Obst, Gemüse, Käse und lokalen Spezialitäten. Hier kann man hervorragend einkaufen, wenn man sich ein Picknick am Strand oder am Aquädukt zusammenstellen möchte. Halt unbedingt bei den Oliven- und Nussständen – probiere dich durch die verschiedenen Sorten und vergiss nicht, etwas Süßes mitzunehmen, etwa traditionelle katalanische Süßigkeiten, die hier nach Gewicht verkauft werden.

💡 Lokaler Tipp: Vor dem Marktgebäude treffen sich jeden Morgen ältere Einheimische, um die neuesten Geschichten auszutauschen, und auf dem Platz selbst finden oft kleine Kleidungs- und Antiquitätenmärkte statt – das macht die unvergleichliche lokale Atmosphäre aus.

14. Spaziergang entlang der Rambla Nova und durch den Parc del Miracle

Deine Stadterkundung wäre unvollständig ohne einen gemächlichen Bummel entlang der Rambla Nova, der breiten Hauptpromenade der Stadt. Diese Straße teilt die Stadt in zwei Hälften und ist gesäumt von Geschäften, Cafés, Bänken unter alten Bäumen und interessanten Skulpturen. Sie beginnt beim großen Castellers-Denkmal und erstreckt sich über mehr als einen Kilometer bis zum bereits erwähnten Balkon des Mittelmeers.

Wenn du den Blick von der Aussichtsplattform genossen hast, kannst du die Treppe hinuntersteigen oder mit dem Aufzug zum Meer in den Parc del Miracle fahren. Dieser Park verbindet auf clevere Weise die Stadt mit dem Strand und bietet schattige Ruheplätze direkt neben dem antiken Amphitheater. Es ist der perfekte Ort, um einen erlebnisreichen Tag voller Geschichte ausklingen zu lassen – setz dich auf eine Bank, lausche dem Rauschen des Meeres und lass all die Eindrücke, die diese bezaubernde Stadt hinterlassen hat, in Ruhe auf dich wirken.

💡 Lokaler Tipp: Kauf dir auf dem Boulevard eine Kugel Eis, schlender gemütlich in den Park hinunter und warte dort auf den Sonnenuntergang – die Farben über dem Mittelmeer sind schlicht unbeschreiblich.

Wohin nach Tarragona Spanien – weitere Reiseziele
Foto: Fondo Antiguo de la Biblioteca de la Universidad de Sevilla from Sevilla, España / Wikimedia Commons, CC BY 2.0
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Wohin nach Tarragona

Dank seiner Lage und der ausgezeichneten Zugverbindungen ist Tarragona ein idealer Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen in Spanien. Hier sind einige Ideen, wo du danach hinreisen könntest:

  • Zurück in die Metropole: Der naheliegendste nächste Schritt ist ein Besuch der katalanischen Metropole – schau dir unseren Artikel an, was man in Barcelona sehen kann.
  • Südwärts an der Küste entlang: Mit dem Hochgeschwindigkeitszug Richtung Süden bist du nach wenigen Stunden in einer weiteren wunderschönen Stadt – lass dich von unserem Reiseführer inspirieren, was man in Valencia sehen kann.
  • In die Hauptstadt: Mit den spanischen Hochgeschwindigkeitszügen AVE gelangst du bequem und schnell ins Herz des Landes – lies unsere Tipps für Madrid.
  • Ab auf die Insel: Vom nahe gelegenen Flughafen Reus oder von Barcelona aus gibt es günstige Verbindungen auf die Balearen – entdecke mit uns, was Ibiza zu bieten hat.
  • Andalusisches Abenteuer: Planst du einen längeren Roadtrip durch Spanien, schau unbedingt in unseren ausführlichen Andalusien-Reiseführer.

Häufig gestellte Fragen

Wie komme ich von Barcelona nach Tarragona?

Der schnellste und bequemste Weg ist, die regionalen Schnellzüge zu nutzen, die vom Bahnhof Barcelona Sants abfahren. Die Fahrt dauert knapp eine Stunde und die Züge fahren wirklich sehr häufig. Die Tickets musst du nicht lange im Voraus kaufen, du bekommst sie direkt am Bahnhof an den Automaten, und der Preis für eine einfache Fahrt liegt bei etwa zehn Euro.

Reicht ein Tag für Tarragona?

Ja, wenn du wenig Zeit hast, schaffst du alle wichtigen römischen Sehenswürdigkeiten und einen Spaziergang durch das Zentrum an einem ganzen Tag. Das historische Zentrum ist sehr kompakt und die Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Wenn du aber auch die Strände besuchen, zum Aquädukt fahren oder ins PortAventura schauen möchtest, empfehle ich, mindestens zwei bis drei Tage einzuplanen.

Sind die Strände in Tarragona sandig?

Auf jeden Fall, die Stadt liegt an der sogenannten Goldküste (Costa Dorada), sodass alle hiesigen Strände von schönem, feinem goldenem Sand bedeckt sind. Der Zugang ins Meer ist meist sehr flach und das Wasser sauber, sodass es ein ideales Ziel auch für Familien mit kleineren Kindern ist, die sich vom Besichtigen der Sehenswürdigkeiten erholen möchten.

Kann man in Katalonien Leitungswasser trinken?

Das Leitungswasser ist zwar offiziell trinkbar und gesundheitlich unbedenklich, aber wegen der starken Chlorung schmeckt es oft nicht ganz gut, weshalb die Einheimischen abgefülltes Wasser bevorzugen. Behalte außerdem die aktuellen Probleme mit der Dürre im Hinterkopf, also verschwende auf keinen Fall Wasser und versuche, wo immer möglich, damit zu sparen.

Wo parke ich, wenn ich mit dem Auto komme?

Das Parken direkt im historischen Zentrum Part Alta ist sehr schwierig und für Nicht-Anwohner oft unmöglich. Am besten nutzt du die großen kostenpflichtigen Tiefgaragen entlang der Allee Rambla Nova oder beim Krankenhaus, oder du versuchst, kostenlose Plätze weiter vom Zentrum entfernt am Strand El Miracle zu finden und gehst den Rest zu Fuß.

Was sind diese Castells und wann kann ich sie sehen?

Castells sind traditionelle katalanische Menschentürme, deren Bau ein erstaunliches adrenalingeladenes und zugleich kulturelles Erlebnis ist. Die größte Chance, sie live zu sehen, hast du an den Wochenenden von Juni bis November, wobei der Höhepunkt der Saison die September-Feierlichkeiten der Santa Tecla sind, wenn sich auf den Plätzen Tausende begeisterter Zuschauer versammeln.

Lohnt sich ein Besuch im Park PortAventura?

Wenn du Achterbahnen und Freizeitparks magst, dann auf jeden Fall, es ist einer der besten Parks Europas. Du musst aber mit einem höheren Eintrittspreis und in den Sommermonaten mit großen Menschenmengen rechnen, daher ist es ideal, einen ganzen Tag dafür einzuplanen und die Tickets im Voraus über das Internet zu kaufen.

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