Frankreich Roadtrip in 7 Tagen: Von Paris aus nach der Landung

TL;DRDer 7-tägige Roadtrip durch Frankreich führt von Paris über Versailles, die Loire-Schlösser (Chambord, Chenonceau, Amboise), den Mont Saint-Michel, die Landungsstrände der Normandie und Étretat bis zu Monets Gärten in Giverny, dann zurück nach Paris – insgesamt rund 1.100–1.400 km. Für die Strecke brauchst du ein Auto, am besten reist du im Mai, Juni oder September, wenn das Wetter angenehm ist und weniger Touristen unterwegs sind. Für zwei Personen und eine Woche (ohne Flug) liegt das Budget bei etwa 1.150–2.600 Euro, je nach Unterkunftskategorie, dazu kommen 50–80 Euro Maut und ab 200–350 Euro Autovermietung pro Woche. Zu den Highlights zählen der Sonnenaufgang am Mont Saint-Michel, die Klippen von Étretat und der Sonnenuntergang über Chambord.

Frankreich gehört zu den Ländern, in die man einfach immer wieder zurückkehren möchte. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr im Flieger nach Hause sitzt und schon plant, wann ihr wiederkommt? Genau so geht es uns jedes Mal mit einem Frankreich Roadtrip. Der Duft frischer Croissants, Weinreben, die sich bis zum Horizont erstrecken, märchenhafte Schlösser und diese Klippen… Ach, die Klippen der Normandie. 😍

Weil ich Frankreich liebe, habe ich diesen Reiseplan für einen Frankreich Roadtrip in 7 Tagen zusammengestellt – damit ihr die typischen Fehler vermeidet und Frankreich in vollen Zügen genießen könnt. Es geht von Paris über die märchenhaften Loire-Schlösser, den atemberaubenden Mont Saint-Michel, die geschichtsträchtigen D-Day-Strände der Normandie bis hin zu Monets Gärten in Giverny. Und das alles in nur einer Woche.

Im Artikel findet ihr einen kompletten Reiseplan für einen 7-tägigen Roadtrip durch Frankreich – Tag für Tag, mit konkreten Tipps zu Restaurants, Unterkünften und Orten, die ihr nicht verpassen solltet. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, was das Ganze kostet und worauf ihr achten müsst.

Vater hält seinen kleinen Sohn vor Notre-Dame an der Seine

Zusammenfassung

  • Route: Paris → Versailles → Loire-Schlösser (Chambord, Chenonceau, Amboise) → Mont Saint-Michel → Normandie (D-Day-Strände, Étretat) → Giverny → Paris
  • Gesamtkilometer: ca. 1.200–1.400 km (je nach Abstechern und Umwegen)
  • Ideale Reisezeit: Mai, Juni oder September – angenehmes Wetter, weniger Touristen, niedrigere Preise
  • Ein Auto ist ein Muss – mit öffentlichen Verkehrsmitteln schafft ihr diese Route in 7 Tagen nicht, zumindest nicht bequem
  • Budget für zwei Personen pro Woche: ca. 1.150–2.000 € (ohne Flüge) – je nach Unterkunftstyp und Essgewohnheiten
  • Die größten WOW-Momente: Mont Saint-Michel bei Sonnenaufgang, die Klippen von Étretat, Sonnenuntergang über Chambord
  • Worauf ihr achten solltet: Die Maut auf den Autobahnen kann überraschen (rechnet mit 50–80 € für den gesamten Trip), Benzin ist teuer, in Paris braucht ihr kein Auto
  • Ladet euch die Karte aller empfohlenen Orte direkt aufs Handy herunter (Link im Artikel)

Wann zum Frankreich Roadtrip aufbrechen und wie vorbereiten

Frankreich ist praktisch das ganze Jahr über wunderschön, aber für einen Roadtrip, bei dem ihr Stadt, Land und Küste abwechselt, sind einige Monate deutlich besser als andere. Schauen wir uns an, was ihr vor der Abfahrt wissen müsst.

Beste Reisezeit: Mai, Juni und September

Mai und Juni sind unserer Meinung nach absolut ideal. Das Wetter ist angenehm (18–25 °C), die Gärten stehen in voller Blüte (Monets Garten in Giverny ist im Juni eine regelrechte Farbexplosion), die Touristensaison fängt gerade erst an und die Unterkunftspreise sind noch vernünftig. September ist eine tolle Alternative – die Temperaturen sind ähnlich, aber die Weinberge im Loire-Tal beginnen sich herbstlich golden zu färben, und die Atmosphäre ist eine ganz andere.

Juli und August würde ich nicht empfehlen, wenn ihr Menschenmassen vermeiden wollt. Der Mont Saint-Michel im August ist wie das Schloss Neuschwanstein in der Hochsaison – man kommt einfach kaum durch. Außerdem haben die Franzosen im August quasi Nationalurlaub, und die beliebten Orte sind hoffnungslos überfüllt. Und die Preise? Im Sommer locker 40–60 % höher. 😅

Die Wintermonate (November–Februar) haben ihren Charme, aber viele Gärten und einige kleinere Schlösser sind geschlossen, und in der Normandie weht ein Wind, der einen glatt umhaut.

Wie kommt man nach Frankreich

Per Flug nach Paris ist die praktischste Variante. Von Berlin, München, Frankfurt oder Düsseldorf gibt es zahlreiche Direktverbindungen zum Flughafen Charles de Gaulle (CDG) – mit Lufthansa, Eurowings oder Air France. Frühzeitig gebucht bekommt ihr Flüge ab etwa 50–80 € pro Strecke. Auch Billigflieger wie easyJet fliegen von mehreren deutschen Städten nach Paris Orly oder Beauvais.

Günstige Flüge suchen wir am liebsten über Vergleichsportale – dort findet man oft Verbindungen, die man sonst übersieht.

Tipp: Wenn ihr nach Charles de Gaulle fliegt, holt den Mietwagen direkt am Flughafen ab. Dort haben praktisch alle Vermieter Filialen und ihr könnt sofort auf die Autobahn Richtung Versailles fahren, ohne euch durch das Pariser Zentrum quälen zu müssen (und das wollt ihr wirklich nicht, glaubt mir).

Alternative für Reisende aus Süddeutschland: Wer in München, Stuttgart oder Nürnberg wohnt, kann auch mit dem Auto anreisen. Bis Paris sind es je nach Startpunkt 700–900 km. Über die Schweiz oder Straßburg geht es relativ zügig – plant allerdings Vignette (Schweiz) bzw. Maut (Frankreich) mit ein.

Mietwagen und Transport

Ein Auto ist für diesen Roadtrip absolut entscheidend. Zwar kommt man zu den meisten Orten auf der Route theoretisch auch mit dem Zug (Frankreich hat ein hervorragendes TGV-Netz), aber die Flexibilität eines Autos ist unersetzlich – besonders in der Normandie und an der Loire, wo die interessanten Orte über die Landschaft verstreut sind.

Lukáš und ich haben seit Jahren gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen. Für Frankreich empfehle ich:

  • Früh genug buchen – idealerweise 2–3 Monate vorher, Last-Minute-Preise sind astronomisch
  • Ein Kleinwagen reicht – die Straßen in normandischen Dörfern sind eng, mit einem SUV würdet ihr fluchen
  • Automatikgetriebe ist in Frankreich teurer, aber wenn ihr an Automatik gewöhnt seid, lohnt sich der Aufpreis
  • Vollkasko ohne Selbstbeteiligung – immer, immer, immer. Französische Straßen sind voller Kreisverkehre und manchmal unübersichtlicher Ausfahrten

Worauf ihr beim Auto achten solltet:

  • Maut (péage) ist auf französischen Autobahnen ziemlich hoch. Für den gesamten Trip rechnet mit 50–80 €. Die Mautstellen akzeptieren Kreditkarten.
  • Benzin kostet etwa 1,70–1,90 €/Liter, Diesel ist etwas günstiger
  • Blitzer gibt es überall und die Franzosen bestrafen auch schon wenige km/h über dem Limit. Auf Autobahnen gilt 130 km/h, auf Landstraßen 80 km/h.
  • Parken in den Städtchen – sucht nach P+R oder Parkplätzen am Ortsrand, die Zentren sind oft Fußgängerzonen

Was kostet der Mietwagen: Rechnet mit 200–350 € pro Woche für einen Kleinwagen, in der Hochsaison auch mehr.

Wo übernachten auf dem Frankreich Roadtrip + was kostet es

Auf einem 7-Tage-Roadtrip empfehle ich, an 3–4 verschiedenen Orten zu übernachten – ihr wollt schließlich nicht jeden Tag umziehen, das wäre eher ein logistischer Albtraum als Urlaub. Meine empfohlene Strategie:

  • Nacht 1: Umgebung von Versailles oder südliche Pariser Vororte (nah an der Autobahn zur Loire)
  • Nächte 2–3: Loire-Gebiet (idealerweise Amboise oder Tours)
  • Nächte 4–5: Mont Saint-Michel oder Umgebung (Pontorson, Beauvoir)
  • Nächte 6–7: Normandie – Bayeux oder Honfleur (beide sind strategisch hervorragend gelegen)

Was kostet eine Woche Frankreich für zwei

Frankreich gehört nicht zu den günstigsten Reisezielen, aber es muss kein Vermögen kosten. Hier ist unser realistisches Budget für 7 Tage zu zweit (ohne Flüge):

  • Unterkunft: 400–800 € – je nachdem ob ihr Airbnb / B&B / Hotels wählt
  • Mietwagen + Benzin + Maut: 350–500 €
  • Essen und Trinken: 300–500 € – Mittagessen im Bistro 15–25 € pro Person, Abendessen 25–40 €
  • Eintritte und Aktivitäten: 100–200 € – Schlösser, Museen, Gärten
  • Gesamt: ca. 1.150–2.000 € für zwei Personen

Spartipp: Kauft im Supermarkt (Carrefour, Leclerc) Käse, Baguettes, Obst und Wein für ein Picknick – so gestaltet ihr eure Mittagessen für wenige Euro, und die Atmosphäre eines Picknicks an einem Loire-Schloss ist unschlagbar. Wir haben so das Mittagessen „gespart“ und dafür abends besser gegessen. Win-win. 😁

Hier ist eine Übersicht der gesamten Route Tag für Tag. Ihr habt mehr Zeit und wollt auch den Süden Frankreichs sehen? Schaut euch unsere 14-Tage-Version des Frankreich Roadtrips an.

TagRoute und TransferWo übernachten
1.Ankunft in Paris, VersaillesVersailles
2.Versailles → Loire-Schlösser – Chambord, ChenonceauLoire (Amboise)
3.Amboise → Mont-Saint-Michel (~3,5 Std.)bei Mont-Saint-Michel
4.Mont-Saint-Michel → Normandie (Saint-Malo, Cancale)Bayeux
5.D-Day-Strände und historische NormandieBayeux
6.Étretat, Honfleur → GivernyGiverny
7.Monets Gärten in Giverny → Rückkehr nach Paris
Die Gesamtstrecke beträgt rund 1.100 km. Die Fahrzeiten sind Richtwerte ohne Zwischenstopps.

Tag 1. Versailles und die erste Berührung mit Frankreich

Mann mit T-Shirt und Brille steht mit Kinderwagen vor dem Schloss Versailles

Ihr landet in Paris, holt den Mietwagen ab und – fahrt nicht ins Zentrum. Ich weiß, die Verlockung ist groß, aber hebt euch Paris für den Schluss auf (oder für einen eigenen Trip, denn Paris verdient mindestens 3 Tage). Steuert stattdessen direkt Versailles an, das vom Flughafen CDG etwa anderthalb Stunden entfernt ist.

Schloss Versailles

Das Schloss Versailles ist einfach eine andere Liga. Ihr könnt euch alle Fotos und Videos angeschaut haben, aber wenn ihr dann tatsächlich dort steht, haut es euch trotzdem um. Die Ausmaße, die Pracht, die Gärten, die sich scheinbar bis zum Horizont erstrecken… Ludwig XIV. hatte definitiv kein Problem mit Bescheidenheit. 😅

Praktische Tipps:

  • Tickets unbedingt vorab online kaufen – Warteschlangen ohne Reservierung können locker 2 Stunden dauern (und das ist nicht übertrieben)
  • Das Vollticket kostet 21,50 € pro Person und umfasst das Schloss und die Gärten
  • Seid zur Öffnung da (9:00) – die ersten zwei Stunden sind am ruhigsten
  • Für die Besichtigung von Schloss + Gärten plant mindestens 3–4 Stunden ein, idealerweise den ganzen Vormittag
  • Die Gärten sind riesig – wenn ihr nicht gern lauft, könnt ihr ein Golfcart oder ein Boot auf dem Grand Canal mieten

Zum Mittagessen geht in das Städtchen Versailles – die Rue de Satory ist voller kleiner Restaurants. Ich empfehle La Table du 11 (wenn euer Budget ein etwas gehobeneres Mittagessen erlaubt) oder Bistrot du Potager du Roi mit wunderschönem Garten und regionaler Küche. Hauptgericht um die 18–25 €.

Nach dem Essen schlendert durch das historische Zentrum von Versailles – das Viertel Saint-Louis mit der Kathedrale und dem Markt ist überraschend charmant und von Touristen kaum beachtet.

Falls ihr noch Energie habt, schaut beim Markt von Versailles (Marché Notre-Dame) vorbei – er ist jeden Tag außer Montag geöffnet und dort findet ihr fantastischen Käse und lokale Produkte für ein Picknick am nächsten Tag.

Wo übernachten in der ersten Nacht

Übernachtet in der Nähe von Versailles oder in Chartres (liegt auf halbem Weg zur Loire und spart euch morgens Zeit). In Versailles selbst empfehle ich das Hôtel Le Louis Versailles Château (modern, zu Fuß vom Schloss) oder das preisgünstigere Hôtel Le Cheval Rouge, das eine familiäre Atmosphäre und tolles Frühstück bietet. Für Airbnb schaut im Viertel Saint-Louis.

Tag 2. Loire-Schlösser — Chambord und Chenonceau

Schloss an der Loire

Heute erwartet euch der märchenhafteste Tag des gesamten Roadtrips. Am Morgen macht ihr euch auf den Weg zur Loire – von Versailles sind es etwa 2 Stunden Fahrt über die Autobahn A10. Die Strecke führt durch endlose Felder und ist ziemlich eintönig, aber was euch am Ende erwartet, ist jede Minute wert.

Schloss Chambord

Chambord ist die absolute Königin unter den Loire-Schlössern. Wenn ihr euch nähert und es langsam hinter den Bäumen auftaucht… einfach wow. Es ist riesig, hat über 400 Räume und seine berühmte Doppelwendeltreppe (angeblich von da Vinci entworfen) ist ein architektonisches Wunder – zwei Menschen können gleichzeitig hinauf- und hinabsteigen, ohne sich zu begegnen.

Praktische Tipps:

  • Eintritt: 16 €, unter 26 Jahren aus der EU kostenlos (!)
  • Kommt früh morgens (Öffnung um 9:00) – der Vormittag ist am ruhigsten
  • Für die Besichtigung von Schloss + Park plant 2–2,5 Stunden ein
  • Verpasst nicht die Dachterrasse – der Blick über die umliegenden Wälder ist atemberaubend
  • Im Park (5.440 Hektar!) können Fahrräder oder Elektroautos gemietet werden

Der ideale Zeitpunkt für ein Picknick ist genau hier – breitet eine Decke am Teich vor dem Schloss aus, öffnet den Käse und das Baguette vom Versailler Markt und genießt die Aussicht. Ein besseres Restaurant findet ihr nicht. ☺️

Schloss Chenonceau

Am Nachmittag fahrt weiter nach Chenonceau (ca. 1 Stunde von Chambord). Das ist das berühmte „Schloss der Damen“, gebaut über dem Fluss Cher – ihr kennt es von jeder zweiten Postkarte aus Frankreich. Und ich muss sagen: Fotos werden diesem Ort nicht gerecht.

Chenonceau ist intimer als Chambord, hat aber eine unglaubliche Atmosphäre. Ihr spaziert durch das Schloss, unter euch fließt der Fluss, ringsum blühen Gärten… Es ist, als würde man in ein Gemälde eintreten.

  • Eintritt: 17 €
  • Für die Besichtigung reichen 1,5–2 Stunden
  • Die Gärten von Diane de Poitiers und Katharina von Medici sind beide wunderschön, aber jeder auf seine Art
  • Im Sommer gibt es abendliche Besichtigungen mit Beleuchtung – wenn ihr die Möglichkeit habt, geht hin!

Zum Abendessen fahrt nach Amboise (30 Minuten von Chenonceau), ein charmantes Städtchen am Ufer der Loire. Ich empfehle das Restaurant L’Écluse direkt am Fluss – hervorragende Steaks und lokaler Loire-Wein zu vernünftigen Preisen (Hauptgericht 18–28 €). Für etwas Leichteres versucht Bigot, eine Konditorei und Chocolaterie mit phänomenalen Desserts.

Wo übernachten an der Loire

Übernachtet in Amboise – es ist eine strategisch hervorragende Basis für die Schlösser, und das Städtchen selbst ist zauberhaft. Le Clos d’Amboise ist ein wunderschönes Boutique-Hotel mit Garten und Pool. Eine günstigere Alternative ist das Hôtel Le Chaptal oder ein Airbnb direkt im historischen Zentrum. In der Umgebung findet ihr auch Troglo-Unterkünfte (in den Fels gehauene Wohnungen) – ein Erlebnis, das ihr nirgendwo anders bekommt!

Tag 3. Amboise, letztes Schloss und Fahrt zum Mont Saint-Michel

Schloss Amboise über der Loire
Foto: Martin Falbisoner, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Am Morgen gönnt euch einen entspannten Start in Amboise – schlendert am Loire-Ufer entlang, frühstückt in einem der Cafés an der Hauptstraße und besucht einen Ort, den ihr nicht auslassen solltet.

Schloss Amboise und Clos Lucé

Das Königliche Schloss Amboise thront über der Stadt und bietet einen herrlichen Blick auf den Fluss und die umliegende Landschaft. Die Besichtigung ist kürzer als bei den großen Schlössern (eine Stunde reicht), aber die Atmosphäre ist intim und angenehm.

Gleich nebenan liegt Clos Lucé – das letzte Zuhause von Leonardo da Vinci, wo er seine letzten Lebensjahre auf Einladung von Franz I. verbrachte. Die interaktive Ausstellung seiner Erfindungen ist auch für Erwachsene faszinierend (und falls ihr Kinder dabei habt, werden sie begeistert sein). Eintritt: 19 €. Plant für beides zusammen 2–3 Stunden ein.

Vormittagstipp: Falls ihr noch nicht genug von Schlössern habt, könnt ihr auf dem Weg aus Amboise beim Château de Villandry Halt machen – die Innenräume sind weniger imposant, aber die Renaissance-Gärten gehören wahrscheinlich zu den schönsten in ganz Frankreich. Wirklich atemberaubende geometrische Muster. Eintritt: 13 €.

Fahrt zum Mont Saint-Michel

Nach dem Mittagessen in Amboise (probiert L’Amboiserie – ausgezeichnete Galettes, also herzhafte bretonische Buchweizenpfannkuchen, Hauptgericht ab 12 €) steigt ins Auto und fahrt Richtung Mont Saint-Michel.

Die Fahrt dauert etwa 3,5 Stunden über Le Mans und Avranches. Es ist der längste Transfer des gesamten Roadtrips, aber die Landschaft ist wunderschön – besonders die letzte Stunde, wenn ihr durch die normannische Landschaft mit Kuhweiden und Obstgärten fahrt.

Wichtig: Zum Mont Saint-Michel kommt ihr nicht direkt mit dem Auto. Ihr parkt auf einem großen Parkplatz (ca. 2,5 km von der Insel, Parkgebühr 14,90 € für 24 Stunden) und fahrt dann mit dem kostenlosen Shuttle oder geht zu Fuß über den Steg. Ich empfehle, am Abend anzukommen – der Mont Saint-Michel im Sonnenuntergang ist eines der eindrucksvollsten Erlebnisse der ganzen Reise.

Wo übernachten am Mont Saint-Michel

Ihr habt zwei Möglichkeiten: direkt AUF der Insel übernachten (teuer, aber unvergesslich) oder in der Umgebung (praktischer und günstiger).

Auf der Insel: La Mère Poulard ist ein legendäres Hotel und Restaurant – teuer, aber ein Erlebnis. Wenn ihr euch einen Traum erfüllen wollt, lohnt es sich hier.

In der Umgebung: Die Dörfer Beauvoir oder Pontorson (10–15 Minuten) bieten ordentliche B&Bs zu vernünftigen Preisen. Le Beauvoir ist ein sympathisches Familienhotel mit Blick auf den Mont Saint-Michel, La Jacotière ist ein wunderschöner Bauernhof, der zur Chambre d’hôte (B&B) umgebaut wurde.

Tag 4. Mont Saint-Michel und Fahrt in die Normandie

Abtei Mont-Saint-Michel bei Ebbe
Foto: Lynx1211, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Heute erwartet euch der Ort, wegen dem viele Leute diese Reise überhaupt antreten. Und das völlig zu Recht.

Mont Saint-Michel

Steht früh auf. Ich weiß, es ist Urlaub, aber der Mont Saint-Michel am Morgen, noch ohne Touristenmassen, ist ein magisches Erlebnis. Wenn ihr Glück mit dem Gezeitenkoeffizienten habt (überprüft ihn vorher auf der Website der Insel), könnt ihr miterleben, wie das Meer die gesamte Insel umschließt – es ist eine der höchsten Gezeiten in Europa.

Die Abtei auf dem Gipfel ist monumental. Gotische Säulen, der Kreuzgang, der Blick von den Terrassen auf die Bucht… Es ist ein Ort mit unglaublicher Energie, ob man gläubig ist oder nicht.

Praktische Tipps:

  • Eintritt in die Abtei: 13 €, unter 26 Jahren aus der EU kostenlos
  • Seid zur Öffnung da (9:30) – ab 11:00 beginnen die Busse mit organisierten Gruppen einzutreffen
  • Für die Besichtigung der Abtei + Spaziergang durch die Gassen plant 2–3 Stunden ein
  • Die Hauptstraße (Grande Rue) ist voller Touristenfallen – Souvenirshops und überteuerte Restaurants. Aber die Atmosphäre ist trotzdem großartig.
  • La Mère Poulard ist berühmt für sein luftiges Omelett – es kostet 30–40 € und ehrlich gesagt schmeckt es wie ein recht gewöhnliches Omelett. Aber das Erlebnis? Das ist es wohl wert. Ungefähr. 😅

Geheimtipp: Wenn ihr Zeit habt und gut zu Fuß seid, bucht einen Führer für eine Wattwanderung durch die Bucht (traversée de la baie). Ihr lauft über Sand und Schlick direkt zur Insel, es dauert ca. 2–3 Stunden und ist ein Erlebnis fürs Leben. OHNE Führer solltet ihr es nicht versuchen – Treibsand und Gezeiten sind gefährlich. Preis: ca. 10–15 € pro Person.

Nachmittags: Fahrt in die Normandie — Saint-Malo oder Cancale

Nach dem Mittagessen (ich empfehle, den Mont Saint-Michel zu verlassen und in Cancale Halt zu machen, das nur 50 Minuten Fahrt entfernt liegt) fahrt entlang der Küste. Cancale ist die „Austernhauptstadt“ – am Marché aux Huîtres kauft ihr frische Austern für wenige Euro direkt von den Fischern und esst sie mit Blick aufs Meer. Ihr müsst keine Austernfans sein – hier ist es auch für Skeptiker ein Erlebnis (getestet an Lukáš, der danach zum Austern-Enthusiasten wurde 😁).

Am Nachmittag fahrt weiter nach Bayeux (ca. 1,5 Stunden von Cancale), das eure Basis für die nächsten zwei Tage in der Normandie sein wird. Unterwegs macht einen Stopp in Saint-Malo – die befestigte Stadt an der Küste wirkt wie aus einem Piratenfilm. Eine Stunde Spaziergang auf den Stadtmauern und durch die Straßen der Intra Muros (Altstadt) reicht aus.

Wo übernachten in der Normandie

Bayeux ist die ideale Basis – es ist malerisch, strategisch günstig zwischen den D-Day-Stränden und Étretat gelegen und hat ein hervorragendes Unterkunftsangebot.

Hôtel Reine Mathilde liegt im Herzen der Stadt, mit freundlichem Personal und toller Lage. Villa Lara ist die luxuriösere Variante mit Blick auf die Kathedrale. Für Airbnb sucht im Stadtzentrum – alles ist zu Fuß erreichbar und die Atmosphäre der mittelalterlichen Gassen ist bezaubernd.

Alternativ könnt ihr in Honfleur übernachten – es liegt etwas weiter von den D-Day-Stränden entfernt, ist aber eines der fotogensten Städtchen ganz Frankreichs.

Tag 5. D-Day-Strände und historische Normandie

Amerikanischer Soldatenfriedhof in der Normandie
Foto: U.S. Navy, public domain, Wikimedia Commons

Heute wird ein Tag, der sich tief in euer Gedächtnis einbrennt. Selbst wenn ihr keine Geschichtsfans seid – die D-Day-Strände und die umliegenden Gedenkstätten sind ein zutiefst emotionales Erlebnis.

lukas a lucka
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Amerikanischer Friedhof in Colleville-sur-Mer

Fangt hier an. 9.387 weiße Kreuze in perfekten Reihen mit Blick auf Omaha Beach. Es ist ein stiller, würdevoller Ort, der euch mehr berührt, als ihr erwartet. Der Eintritt ist frei.

Direkt unterhalb des Friedhofs liegt Omaha Beach – ein breiter, windiger Strand, an dem man sich kaum vorstellen kann, was hier am 6. Juni 1944 geschah. Spaziert über den Sand, schaut euch die Überreste der Befestigungen an und lasst es auf euch wirken.

Pointe du Hoc

Unweit von Omaha Beach liegt Pointe du Hoc – die Klippen, die amerikanische Rangers unter Beschuss erklommen. Bombenkrater sind noch heute sichtbar und sehen aus, als wäre der Krieg erst gestern zu Ende gegangen. Eintritt frei, für die Besichtigung reichen 30–45 Minuten.

Arromanches und der künstliche Hafen

Das Städtchen Arromanches-les-Bains ist faszinierend – am Strand sind noch heute die Überreste des künstlichen Mulberry-Hafens zu sehen, den die Alliierten während der Invasion errichteten. Das D-Day-Museum (Musée du Débarquement) direkt am Strand erklärt die gesamte Operation. Eintritt: 10,50 €.

Zum Mittagessen bleibt in Arromanches – das Restaurant L’Idéal an der Promenade hat hervorragende Muscheln (Moules-frites für ca. 16 €) und Blick direkt auf die Hafenreste. Oder gönnt euch ein Picknick am Strand – in Bayeux kauft ihr morgens in der Bäckerei Baguettes und in der Fromagerie Käse.

Nachmittags: Bayeux und sein Teppich

Nach der Rückkehr nach Bayeux gönnt euch einen Stadtspaziergang und besucht den Teppich von Bayeux – einen 70 Meter langen bestickten Wandbehang aus dem 11. Jahrhundert, der die Geschichte der normannischen Eroberung Englands erzählt. Es ist wie ein mittelalterlicher Comic und absolut faszinierend. Eintritt: 12 €. Ein Audioguide auf Deutsch ist verfügbar und ausgezeichnet.

Abendessen in Bayeux: L’Angle Saint-Laurent ist unsere Empfehlung Nummer eins – moderne französische Küche in einem wunderschönen historischen Haus, Hauptgerichte 22–35 €. Für etwas Ungezwungeneres versucht La Reine Mathilde (zum Hotel gehörig), wo es hervorragende normannische Spezialitäten gibt, darunter Camembert en croûte.

Tag 6. Étretat und Fahrt über Honfleur nach Giverny

Kreidefelsen von Étretat in der Normandie
Foto: H. Grobe, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Heute erwartet euch eine Landschaft, bei der ihr am liebsten alle fünf Minuten anhalten würdet. Die normannische Küste ist einfach der Hammer.

Étretat — Klippen wie aus einer anderen Welt

Von Bayeux sind es bis Étretat etwa 2 Stunden. Brecht früh morgens auf, denn ihr wollt auf den Klippen sein, bevor die Touristenbusse eintreffen.

Die Klippen von Étretat sind… wie soll man das beschreiben? Stellt euch riesige weiße Felsbögen vor, die aus dem türkisfarbenen Meer ragen, oben grünes Gras und darüber ein dramatischer Himmel. Monet und Manet kamen hierher zum Malen, und ich verstehe warum.

Was ihr unbedingt machen solltet:

  • Aufstieg zur Falaise d’Aval (linke Klippen mit Blick aufs Meer) – Stufen führen hinauf und die Aussicht ist absolut atemberaubend. Der Aufstieg dauert 15–20 Minuten.
  • Aufstieg zur Falaise d’Amont (rechte Klippen) – weniger Menschen, eine Kapelle und ein kleines Museum Nungesser et Coli. Ebenfalls tolle Aussicht.
  • Spaziergang am Strand – Kieselstrand, aber bei Ebbe kann man bis unter den Felsbogen gehen.
  • Jardins d’Étretat (Gärten) oben auf den Klippen – ein moderner Garten mit Installationen und 360°-Panorama. Eintritt: 12,50 €. Ehrlich? Für die Aussicht lohnt es sich, die Gärten selbst sind… recht speziell. 😅

Zum Mittagessen in Étretat empfehle ich Le Belvédère – Terrasse mit Blick auf die Klippen, Meeresfrüchte so frisch wie nur möglich. Hauptgericht um die 20–30 €. Wenn ihr etwas Günstigeres sucht, gibt es auf der Strandpromenade Stände mit Galettes und Crêpes.

Zwischenstopp in Honfleur

Von Étretat fahrt weiter nach Honfleur (ca. 45 Minuten). Dieses Hafenstädtchen mit dem kleinen Vieux Bassin ist eines der fotogensten Orte ganz Frankreichs – eine Reihe bunter Häuser, die sich im Wasser spiegeln, kleine Galerien, Cafés…

Für die Besichtigung von Honfleur reichen 1–2 Stunden:

  • Vieux Bassin (alter Hafen) – spazieren, fotografieren, Kaffee trinken
  • Kirche Sainte-Catherine – eine komplett aus Holz gebaute Kirche, einzigartig in Frankreich
  • Les Maisons Satie – interaktives Museum über den Komponisten Erik Satie, überraschend unterhaltsam

Nachmittagskaffee: La Cidrerie direkt am Hafen – bestellt einen Cidre (Apfelwein, normannischer Klassiker) und eine Galette mit Salzkaramell. Die Normandie ist Cidre-Land, und ihr solltet den normannischen Cidre überall trinken, wo es ihn gibt.

Fahrt nach Giverny

Von Honfleur nach Giverny sind es etwa 2 Stunden. Die Strecke führt über die Pont de Normandie (imposant!) und dann entlang der Seine. Übernachtet direkt in Giverny oder im nahen Vernon (5 Minuten Fahrt), damit ihr morgens gleich in Monets Gärten sein könnt.

Wo übernachten in Giverny / Vernon

La Musardière in Giverny ist ein entzückendes Hotel mitten im Dorf – zu Fuß von den Gärten, mit hübschem Garten und Preisen um 100–140 € pro Nacht. In Vernon ist das Angebot größer und günstiger – das Hôtel Normandy ist eine solide Wahl, Le Vieux Moulin (alte Mühle auf einer kleinen Insel in der Seine) wird als Airbnb vermietet und ist wohl die romantischste Unterkunft des gesamten Trips.

Tag 7. Monets Gärten in Giverny und Rückkehr nach Paris

Monets Haus und Garten in Giverny
Foto: La salonniere, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der letzte Tag des Roadtrips, aber definitiv nicht der schwächste. Giverny ist ein würdiger Abschluss der gesamten Reise.

Monets Gärten (Fondation Claude Monet)

Claude Monet lebte und arbeitete hier über 40 Jahre lang, und seine Gärten sind sein größtes Kunstwerk. Die berühmte japanische Brücke, die Seerosen auf dem Teich, die bunten Blumenbeete… Alles, was ihr von seinen Gemälden kennt, ist hier lebendig und atmend.

Praktische Tipps:

  • Geöffnet: April–Oktober (im Winter geschlossen!)
  • Eintritt: 12 €
  • KOMMT ZUR ÖFFNUNG (9:30). Das ist vielleicht der wichtigste Tipp des gesamten Artikels. Ab 10:30 beginnen Busse aus Paris einzutreffen und die Gärten füllen sich so, dass ihr am Seerosenteich in der Menge steht. Am Morgen seid ihr fast allein und es ist ein komplett anderes Erlebnis.
  • Für die Besichtigung der Gärten + des Hauses plant 1,5–2 Stunden ein
  • Am schönsten sind die Gärten im Mai und Juni (Pfingstrosen, Rosen, Seerosen beginnen zu blühen) und im September (weniger Besucher, Herbstfarben)
  • Das Haus ist im Originalzustand erhalten – Monets gelbes Esszimmer und seine blaue Küche sind überraschend modern und stilvoll

Museum des Impressionismus (Musée des Impressionnismes)

Wenn ihr noch Zeit habt, bietet dieses kleine Museum direkt in Giverny wechselnde Ausstellungen zum Impressionismus. Eintritt: 9 €. Angenehm für 30–45 Minuten.

Zum Mittagessen in Giverny empfehle ich Restaurant Baudy – ein historisches Restaurant, in dem einst impressionistische Maler speisten. Der Garten ist wunderschön und die Küche solide, auch wenn die Preise etwas touristisch sind (Hauptgericht 20–28 €). Alternativ versucht in Vernon das Les Fleurs – authentischer und günstiger.

Rückkehr nach Paris

Von Giverny ins Pariser Zentrum sind es nur etwa anderthalb Stunden, zum Flughafen CDG dann ca. 2 Stunden (rechnet mit dem Verkehr in den Vororten, der am Nachmittag zur Rush Hour zäh werden kann).

Wenn euer Flug erst abends oder am nächsten Tag geht:

Ihr habt mehrere Möglichkeiten, den Nachmittag zu verbringen:

  • Gebt den Mietwagen am Flughafen ab und fahrt mit der Metro ins Zentrum – schlendert über Montmartre, trinkt einen Kaffee auf der Place du Tertre und verabschiedet euch von Frankreich mit dem Blick über die Stadt vom Sacré-Cœur
  • Macht einen Stopp in La Roche-Guyon auf dem Weg nach Paris – ein malerisches Dorf mit einer Burg direkt im Fels, 30 Minuten von Giverny
  • Fahrt nach Auvers-sur-Oise – das Dorf, in dem van Gogh seine letzten Tage verbrachte. Ein kleines Museum und der Friedhof, auf dem er begraben liegt. Für Kunstliebhaber ein unvergesslicher Stopp.

Praktische Tipps und Tricks für den Frankreich Roadtrip

Was einpacken

Frankreich ist keine Fernreise, aber ein paar Dinge solltet ihr dabeihaben:

  • Bequeme Laufschuhe – ihr werdet viel laufen, von Schlossgärten bis zu Klippen. Falls ihr noch keine bewährten Schuhe habt, schaut in unseren Ratgeber beste Wanderschuhe.
  • Leichte Regenjacke – in der Normandie kann selbst im Sommer aus dem Nichts ein Schauer kommen
  • Reiseadapter BRAUCHT IHR NICHT – Frankreich hat die gleichen Steckdosen wie Deutschland (Typ C/E)
  • Sonnenbrille und Sonnencreme – auf den Klippen und Stränden brennt die Sonne stärker als gedacht

Für Packtipps schaut in unseren Artikel wie man ins Handgepäck packt.

Wo günstige Flüge finden

Günstige Flüge suchen wir am liebsten über Vergleichsportale. Von Berlin, München, Frankfurt oder Düsseldorf bekommt ihr Hin- und Rückflüge nach Paris oft schon ab 80–120 €, wenn ihr rechtzeitig bucht. Schaut auch nach Flügen mit Eurowings, easyJet oder Lufthansa – je nach Abflughafen variieren die Preise stark.

Versicherung und eSIM

Für kürzere Reisen innerhalb Europas reicht die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), aber eine Reiseversicherung empfehlen wir trotzdem immer. Für unsere Tipps schaut in die SafetyWing-Bewertung.

Falls ihr euch nicht mit Roaming herumschlagen wollt (obwohl es in der EU eigentlich inklusive sein sollte), schaut in unsere eSIM Holafly-Bewertung – wir nutzen es auf allen Reisen.

Maut und Tanken

  • Mautstellen akzeptieren Kreditkarten – Bargeld braucht ihr nicht
  • Die App ViaMichelin berechnet eure Route im Voraus inklusive Mautkosten – hervorragend zum Planen
  • Tankt an Supermarkt-Tankstellen (bei Carrefour, Leclerc, Auchan) – die sind deutlich günstiger als Markentankstellen an den Autobahnen

Essen und Trinken — was ihr unbedingt probieren solltet

  • Galettes (herzhafte Buchweizenpfannkuchen) – in der Bretagne und Normandie ein Grundnahrungsmittel
  • Cidre (Apfelwein) – normannische Spezialität, bestellt ihn zur Galette
  • Camembert, Livarot, Pont-l’Évêque – normannische Käsesorten, kauft sie auf lokalen Märkten
  • Crème brûlée – simpel, aber in Frankreich macht man sie einfach am besten
  • Croissant au beurre – jeden Morgen, in jeder Bäckerei. Das wird nie langweilig. 😁

Häufig gestellte Fragen zum Frankreich Roadtrip

Bevor ihr losfahrt, hier die Antworten auf Fragen, die wir von Lesern rund um den 7-tägigen Frankreich Roadtrip am häufigsten gestellt bekommen.

Reichen 7 Tage für diese Route?

Ehrlich gesagt? Es ist gerade so ausreichend, aber ihr werdet ein volles Programm haben. Wenn ihr die Möglichkeit habt, auf 9–10 Tage zu verlängern, macht das – dann könnt ihr mehr Zeit in der Normandie verbringen und vielleicht noch Saint-Malo oder Rouen hinzufügen. Aber in 7 Tagen schafft ihr alle Highlights und habt nicht das Gefühl, etwas Wesentliches verpasst zu haben.

Geht dieser Roadtrip auch ohne Auto?

Theoretisch ja – Versailles, Mont Saint-Michel und Giverny sind per Zug/Bus von Paris aus erreichbar. Aber ihr verliert die Flexibilität und verbringt viel Zeit mit Warten auf Verbindungen. Die Loire-Schlösser und D-Day-Strände sind ohne Auto sehr kompliziert. Wer nicht selbst fahren möchte, kann organisierte Ausflüge zu den einzelnen Zielen ab Paris buchen, schafft in 7 Tagen aber deutlich weniger.

Was kostet die Maut auf der gesamten Strecke?

Für die gesamte Runde Paris–Loire–Mont Saint-Michel–Normandie–Paris rechnet mit 50–80 € Mautgebühren. Ihr könnt die Mautstellen umgehen, indem ihr auf „N“- und „D“-Straßen statt auf „A“-Straßen (Autoroute) fahrt, aber die Fahrt wird dann deutlich länger. Wir haben kombiniert – auf längeren Abschnitten Autobahn, auf kurzen Strecken Landstraße.

Im oder gegen den Uhrzeigersinn fahren?

Unser Reiseplan fährt gegen den Uhrzeigersinn (südlich zur Loire, dann nach Westen und Norden). Das ist praktischer, weil Giverny nahe an Paris liegt und sich als letzter Stopp vor dem Rückflug anbietet. Aber die entgegengesetzte Richtung funktioniert genauso – es hängt von eurem Flug ab.

Brauche ich in Frankreich eine Vignette?

Nein. Frankreich hat keine Vignette wie Deutschland (früher geplant) oder Österreich und die Schweiz. Die Maut bezahlt ihr fortlaufend an den Mautstellen (per Kreditkarte oder bar). Ihr braucht weder eine Plakette noch ein elektronisches Gerät.

Sind Monets Gärten in Giverny wirklich so schön oder überbewertet?

Sie sind wirklich so schön. ABER – es kommt auf das Timing an. Am Morgen, ohne Menschenmassen, im Mai oder Juni, wenn alles blüht? Magisch. Am Nachmittag im August, wenn sich Hunderte von Besuchern drängen? Frustrierend. Der Schlüssel ist, zur Öffnung da zu sein. Und wenn ihr außerhalb der Hochsaison fahrt (April oder Oktober), sind die Gärten ebenfalls wunderschön, nur eben anders.

Was wenn es regnet? Lohnt sich die Normandie bei Regen?

Auf jeden Fall. Die Normandie im Regen hat ihre ganz eigene raue Schönheit – die Klippen von Étretat im Nebel wirken mystisch und die D-Day-Strände unter grauem Himmel sind noch emotionaler. Außerdem funktionieren Museen, Schlösser und Restaurants bei jedem Wetter. Nehmt einfach die Regenjacke mit. ☺️

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Frankreich Roadtrip: Route für 14 Tage

TL;DRDiese 14-tägige Route führt dich durch Frankreich: Paris → Versailles → Loiretal → Bordeaux → Dune du Pilat → Carcassonne → Provence → Marseille → Nizza → Monaco → Annecy → Lyon, insgesamt rund 2.500 km. Unterwegs stehen die Schlösser Chambord und Chenonceau, Weingüter bei Saint-Émilion, die hundert Meter hohe Dune du Pilat, die mittelalterliche Festung Carcassonne, die Lavendelfelder bei der Abtei Sénanque und die Calanques bei Marseille auf dem Programm. Die beste Reisezeit ist Mai/Juni und September/Oktober. Das Budget pro Person liegt bei 34.000 bis 56.000 Kč (ohne Flug), dazu kommen 80–120 Euro Mautgebühren und 25–45 Euro Miete pro Tag fürs Auto. Am sinnvollsten fliegst du nach Paris und ab Lyon wieder zurück, so ergibt die Strecke einen runden Kreis.

Frankreich ist ein Land, in das man sich einfach verlieben muss – selbst wenn man es gar nicht will. Es reicht, an einer beliebigen Tankstelle anzuhalten, sich einen Espresso und ein Croissant zu bestellen, und plötzlich versteht man, warum diese Nation so großen Wert auf Lebensqualität legt. Dieser Frankreich Roadtrip ist einfach fantastisch.

Frankreich hat ein geniales Autobahnnetz (auch wenn es seinen Preis hat, dazu kommen wir noch 😅), die Entfernungen zwischen den Städten sind überschaubar und Unterkünfte in kleineren Orten sind überraschend erschwinglich. Keine irrsinnigen Marathonfahrten über acht Stunden, kein Schlafen im Auto auf dem Parkplatz – einfach ein zivilisierter Roadtrip mit Wein und Käse an jeder Ecke.

In diesem Artikel findest du den kompletten Reiseplan für einen 14-tägigen Roadtrip durch Frankreich – von Paris über die Loire-Schlösser, das Weinland Bordeaux, die sonnige Provence bis zur Côte d’Azur und dem alpinen Annecy. Ich verrate dir, wo du übernachten solltest, wo sich ein Mittagessen lohnt, was das Ganze kostet und was du getrost auslassen kannst. Los geht’s!

Zusammenfassung

  • Route: Paris → Versailles → Loire → Bordeaux → Dune du Pilat → Carcassonne → Provence → Marseille → Nizza → Monaco → Annecy → Lyon
  • Dauer: 14 Tage, insgesamt ca. 2.200 km
  • Beste Reisezeit: Mai–Juni oder September–Oktober (weniger Touristen, angenehme Temperaturen, im Juni blüht der Lavendel)
  • Auto: Mietwagen über DiscoverCars buchen, ein Kleinwagen reicht – Parken in Frankreich kann zur Herausforderung werden
  • Budget: ca. 1.300–2.200 € pro Person für 14 Tage (ohne Flüge), je nach Unterkunftsstil
  • Mautgebühren: rechne mit 80–120 € für die gesamte Strecke (Maut wird laufend an Mautstationen gezahlt)
  • Must-see: Dune du Pilat, Marseille und seine Calanques, die Dörfer der Provence, Monaco für ein paar Stunden
  • Essen: Frankreich ist ein Paradies für Genießer – erhöhe dein Essensbudget, es lohnt sich
  • Tipp: Offline-Karten herunterladen und Bargeld für die Mautstationen im Auto haben

Wann zum Frankreich Roadtrip aufbrechen und wie vorbereiten

Frankreich ist ein Ganzjahresziel, aber für einen Roadtrip gibt es zwei ideale Zeiträume. Mai und Juni sind absolut perfekt – die Tage sind lang, die Natur blüht, es gibt noch wenige Touristen und in der Provence beginnen die Lavendelfelder zu blühen (Vollblüte ist in der Regel Ende Juni). September und Anfang Oktober sind die zweite großartige Option – die Hitze hat nachgelassen, das Meer ist noch warm genug zum Baden und die Weinlese ist in vollem Gange.

Meide Juli und August, wenn möglich. Ganz Frankreich ist im Urlaub (die Franzosen selbst haben enorm lange Ferien), die Côte d’Azur platzt aus allen Nähten, die Preise schießen in die Höhe und Parken in Nizza oder Marseille wird zum Albtraum. 😅 Außerdem Achtung: Im August herrscht auf den Autobahnen rund um Lyon regelmäßig totaler Stau, wenn ganz Paris aus dem Süden zurückkehrt.

Anreise und Transport

Flüge nach Paris sind von deutschen Flughäfen relativ günstig – mit Eurowings, Lufthansa oder Billigfliegern bekommt man Hin- und Rückflüge schon ab 50–80 €, in der Hauptsaison rechne mit 100–200 €. Günstige Flüge findest du über Vergleichsportale wie Skyscanner oder Google Flights. Du landest auf Charles de Gaulle (CDG), wo du dir direkt den Mietwagen abholst.

Den Rückflug empfehle ich ab Lyon – so sparst du dir die Rückfahrt nach Paris und der gesamte Roadtrip ergibt eine logische Schleife. Flüge Lyon → Deutschland sind preislich vergleichbar mit denen ab Paris.

Miete dir ein Auto für die gesamte Dauer. Wir haben langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, das wir weltweit nutzen – es vergleicht Angebote aller Anbieter und du wählst den besten Preis. Für Frankreich reicht ein Kleinwagen (Parkplätze in historischen Zentren sind winzig) – nimm auf jeden Fall einen Automatik, in Städten mit Hügeln und Kreisverkehren spart das Nerven. Rechne mit 25–45 € pro Tag je nach Saison.

Wichtig: Frankreich hat ein Mautsystem – auf Autobahnen zahlst du laufend an Mautstationen. Für unsere gesamte Route kommt man auf ca. 80–120 €. Die meisten Stationen akzeptieren Kreditkarten, aber gelegentlich stößt du auf ältere, wo Münzen nötig sind. Hab sicherheitshalber ein paar Euro in bar dabei. Benzin kostet etwa 1,70–1,90 €/Liter.

eSIM: Für mobile Daten unterwegs empfehle ich eine eSIM von Holafly – funktioniert zuverlässig in ganz Frankreich und du musst dich nicht um eine lokale SIM-Karte kümmern. Als EU-Bürger hast du zwar Roaming, aber bei längeren Reisen oder wenn du auf schnelle Daten angewiesen bist, ist das eine gute Wahl.

Wo übernachten und was kosten 14 Tage in Frankreich

Die Unterkunft ist wahrscheinlich der größte Posten im Budget, aber es gibt einen netten Trick – außerhalb von Paris und der Côte d’Azur sind die Preise überraschend fair. Kleine Hotels und B&Bs in der Provence, an der Loire oder bei Bordeaux bieten wunderschöne Zimmer mit typisch französischem Charme für 60–100 € pro Nacht. In Paris hingegen findet man unter 120 € kaum ein ordentliches Zimmer in der Innenstadt, und in Nizza in der Hochsaison sieht es ähnlich aus.

Mein Tipp: Wechsle die Unterkunftsarten. In Paris übernachte zentral (kostet mehr, spart aber Transport und Zeit), in kleineren Orten wähle Chambres d’hôtes (französische B&Bs) oder kleine Boutique-Hotels. Auf dem Land sind sie traumhaft – und oft empfiehlt dir der Besitzer ein Restaurant, in das nur die Einheimischen gehen.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten in Frankreich
6 Unterkünfte — Hotels und weitere Unterkunftsmöglichkeiten

Ungefähres Budget für 14 Tage (für zwei Personen)

  • Unterkunft: 1.200–2.000 € (13 Nächte, Mix aus günstigeren und teureren Orten)
  • Auto + Benzin + Maut: 600–900 €
  • Essen und Trinken: 700–1.200 € (wenn ihr mittags und abends essen geht)
  • Eintritte und Aktivitäten: 150–250 €
  • Gesamt: ca. 2.650–4.350 € zu zweit, also 1.325–2.175 € pro Person

Spartipp: Frankreich hat ein geniales Picknick-System – in jeder Stadt findest du Märkte, Bäckereien und Käseläden. Kauf dir ein Baguette, Camembert, getrockneten Schinken und eine Flasche Rosé, setz dich auf eine Bank mit Blick auf ein Schloss und du hast ein Mittagessen für 10 € zu zweit, das besser ist als die Hälfte aller Restaurants. 😁

Hier ist die Übersicht der gesamten Route – wohin es geht und wo ihr jede Nacht schlaft. Wenn ihr weniger Zeit habt, schaut euch unsere 7-Tage-Version des Frankreich Roadtrips an.

TagRoute und FahrzeitWo übernachten
1.–2.Ankunft in Paris, StadtbesichtigungParis
3.–4.Paris → Versailles → Loire-Schlösser (~2,5 Std.)Loire (Amboise)
5.–6.Loire → Bordeaux (~4 Std.), Saint-ÉmilionBordeaux
7.–8.Bordeaux → Dune du Pilat → Carcassonne (~4 Std.)Carcassonne
9.Carcassonne → Provence, Avignon (~3 Std.)Avignon
10.–11.Provence — Aix-en-Provence → Marseille und CalanquesMarseille
12.Marseille → Côte d’Azur, Nizza und Monaco (~2,5 Std.)Nizza
13.Nizza → Annecy (~4,5 Std.)Annecy
14.Annecy → Lyon (~1,5 Std.), RückflugLyon
Die Gesamtstrecke beträgt ca. 2.500 km. Die Fahrzeiten sind Richtwerte ohne Zwischenstopps.

Tag 1 und 2. Paris — ein Klassiker, der nie langweilig wird

Pariser Gasse mit dem Turm von Notre-Dame im Hintergrund

Die ersten beiden Tage gehören Paris. Klar, „Paris in zwei Tagen“ klingt nach Wahnsinn – und das ist es auch – aber auf einem Roadtrip ist es der perfekte Vorgeschmack. Versuche nicht, alles zu sehen, sondern genieße lieber die Atmosphäre.

Tag 1 widme dem linken Seine-Ufer – ein Spaziergang von Notre-Dame (die Restaurierung läuft noch, aber die Umgebung ist sehenswert) durch das Quartier Latin, wo du in einem beliebigen Café mit Blick auf die Kathedrale einen Kaffee trinken solltest. Weiter geht’s durch den Jardin du Luxembourg – ein wunderschöner Ort für ein Picknick oder einfach zum Pariser-Beobachten. Nachmittags auf den Eiffelturm (Tickets unbedingt online im Voraus kaufen, sonst stehst du stundenlang an) oder ihn einfach vom Trocadéro aus bewundern – ehrlich gesagt ist der Blick AUF den Turm schöner als der Blick VOM Turm.

Zum Abendessen ab ins Viertel Le Marais – das ist wohl das lebendigste und sympathischste Pariser Viertel. Ich empfehle das Breizh Café für fantastische bretonische Galettes (herzhafte Buchweizenpfannkuchen) oder Chez Janou – ein legendäres Bistro mit herausragender Schokoladenmousse (die Portion ist so groß, dass man sie kaum schafft 😅).

Tag 2 beginne auf dem Montmartre – Sacré-Cœur, enge Gassen voller Künstler und ein Blick über ganz Paris. Dann der Louvre (selbst wenn du nur zur Mona Lisa und zur Venus von Milo gehst, sind es ein paar Stunden) oder das Musée d’Orsay (Impressionisten – Monet, Renoir, Van Gogh – deutlich kleiner und angenehmer als der Louvre). Nachmittags die Champs-Élysées entlang und am Arc de Triomphe vorbei.

Restaurant-Tipp: Für gutes Essen zu vernünftigen Preisen meide die Touristenfallen rund um die großen Sehenswürdigkeiten. Sobald du in eine Seitenstraße einbiegst, sinken die Preise um ein Drittel und die Qualität steigt um hundert Prozent.

Wo übernachten in Paris

Übernachte im Le Marais oder in der Nähe der Bastille – zentral, lebendig und alles fußläufig erreichbar. Airbnb ist hier oft günstiger als Hotels, aber auch Hotels wie das Hôtel Jeanne d’Arc Le Marais (ca. 130–180 €/Nacht) oder das Hôtel du Petit Moulin haben einen Charme, den du anderswo nicht findest.

Tag 3. Versailles und Abfahrt an die Loire

Gärten von Schloss Versailles

Morgens geht es nach Versailles – nur 40 Minuten mit dem Auto von Paris (oder mit dem RER-Zug, falls du den Mietwagen erst nachmittags abholen willst). Das Schloss Versailles ist… nun ja, es haut einen um. Anders kann man es nicht beschreiben. Die Gärten, die Spiegelsäle, der absolute Größenwahn – das muss man einfach gesehen haben.

Praktischer Tipp: Kauf die Tickets online im Voraus und komm am besten so früh wie möglich. Nachmittags ist es dort wie in der U-Bahn zur Rushhour. Die Gärten sind kostenlos (außer an Tagen mit Fontänenshow – das kostet extra, lohnt sich aber). Plane 3–4 Stunden für Schloss und Gärten ein.

Nach dem Mittagessen steig ins Auto und fahr Richtung Loire-Tal – es sind etwa 2,5 Stunden Fahrt. Hör dir unterwegs einen guten Podcast an, die Strecke ist entspannt und die Landschaft verwandelt sich allmählich von Stadtgebiet in grüne Wiesen und Weinberge.

Du erreichst die Gegend um Amboise oder Tours – beides sind hervorragende Ausgangspunkte zur Erkundung der Loire-Schlösser. Wenn du rechtzeitig ankommst, ist ein abendlicher Spaziergang durch Amboise wunderschön – ein kleines Städtchen direkt an der Loire mit einer Burg, die sich über dem Fluss erhebt.

Wo übernachten an der Loire

Übernachte in Amboise oder Umgebung. Eine traumhafte Wahl ist eines der kleinen Schlosshotels oder Chambres d’hôtes – das Le Manoir Les Minimes direkt in Amboise hat eine Terrasse mit Blick auf den Fluss und ist ein wahrgewordener Traum. Preiswerter ist das Le Clos d’Amboise mit einem wunderschönen Garten.

Tag 4. Loire-Schlösser — ein Märchen wird wahr

Schloss an der Loire

Heute erwartet dich der märchenhafteste Tag des gesamten Roadtrips. Das Loire-Tal hat über 300 Schlösser (!!), aber keine Sorge – ich habe drei ausgesucht, die dich garantiert umhauen werden.

Morgens geht es zum Château de Chambord – wohl das fotogenste Schloss der Welt. Riesig, weiß, mit 440 Zimmern und der legendären doppelläufigen Treppe, die angeblich Leonardo da Vinci entworfen hat. Erkunde die Innenräume, steig aufs Dach (der Blick auf die umliegenden Wälder ist atemberaubend) und lass es einfach auf dich wirken – dieses Schloss beeindruckt selbst Leute, die sich normalerweise null für Schlösser interessieren.

Der zweite Halt ist das Château de Chenonceau – das „Schloss der Damen“, das sich über den Fluss Cher spannt. Es ist kleiner und intimer als Chambord, die Gärten sind wunderschön und das ganze Schloss über dem Fluss wirkt einfach wie aus einem Märchen. Eintritt ca. 15 €.

Falls noch Zeit (und Energie) übrig ist, halte noch am Château de Cheverny – kleiner, aber wunderschön eingerichtet und die Vorlage für Schloss Mühlenhof in Tim und Struppi.

Zum Mittagessen empfehle ich Le Shaker in Amboise – ein modernes Bistro mit hervorragendem Menu du Jour (Tagesmenü für ca. 15–20 €) – oder mach ein Picknick direkt beim Schloss Chambord. Im Örtchen in der Nähe des Schlosses bekommst du frische Baguettes, Käse und Pasteten.

Abends: Wenn du in Amboise bist, geh zum Abendessen ins L’Écluse – großartige französische Klassiker mit regionalen Zutaten. An der Loire trinkt man vor allem Weißwein – probiere den Vouvray, der ist fantastisch.

Wo übernachten

Bleib die zweite Nacht an der Loire in derselben Unterkunft – zwei Tage für diese Region sind genau richtig.

Tag 5. Weiterfahrt nach Bordeaux

Stadtzentrum von Bordeaux

Heute ist Fahrtag – von der Loire nach Bordeaux sind es etwa 3,5–4 Stunden auf der Autobahn. Aber betrachte das nicht als verlorene Zeit – die französischen Autobahnen sind überraschend angenehm und die Landschaft ringsum ist wunderschön.

Komm gegen Mittag in Bordeaux an und mach dich nach dem Einchecken auf Erkundungstour. Bordeaux ist absolut atemberaubend – die gesamte Altstadt steht auf der UNESCO-Liste und hat in den letzten Jahren eine gewaltige Verwandlung durchgemacht. Entlang der Garonne gibt es eine neue Promenade, auf der Einheimische und Touristen flanieren, und das berühmte Miroir d’eau (Wasserspiegel) ist die größte reflektierende Wasserfläche der Welt – im Grunde eine riesige Pfütze, in der sich die umliegenden Gebäude spiegeln und Kinder (und Erwachsene 😁) fröhlich herumplanschen.

Nachmittags Spaziergang durch die Altstadt – Place de la Bourse, Kathedrale Saint-André, die Gassen rund um den Place du Parlement. Auf einen Kaffee oder ein Glas Wein ab in die Rue Sainte-Catherine – die längste Fußgängerzone Europas.

Zum Abendessen empfehle ich Le Petit Commerce (exzellente Meeresfrüchte, aber es gibt immer eine Schlange – komm vor sieben) oder das Café du Port am Ufer.

Wo übernachten in Bordeaux

Im Zentrum, idealerweise in der Gegend von Chartrons (Hipster-Viertel mit Antiquariaten und Weinbars) oder am Place des Quinconces. Ich empfehle das La Course Hotel (modernes Boutique-Hotel, ca. 100–140 €/Nacht) oder das Hôtel de Tourny mit schönem Innenhof.

Tag 6. Bordeaux — Wein und Saint-Émilion

Weinort Saint-Émilion
Foto: JLPC, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Heute steht ein Weintag an! 🍷 Morgens geht es nach Saint-Émilion – ein mittelalterliches Städtchen umgeben von Weinbergen, etwa 45 Minuten von Bordeaux entfernt. Dieser Ort ist so fotogen, dass du Schwierigkeiten haben wirst, das Handy wegzustecken. Enge Kopfsteinpflastergassen, eine in den Fels gehauene Kirche (Église Monolithe – eine unterirdische Kirche, einzigartig!) und ringsum Weinberge, so weit das Auge reicht.

Halte für eine Weinprobe bei einem der Weingüter – die meisten bieten Führungen auch ohne Reservierung, aber es ist besser, vorher etwas zu buchen. Eintritt mit Verkostung liegt bei 10–25 € pro Person. Falls du nicht weißt, wohin: Château Franc Mayne oder Clos Fourtet sind großartige Optionen mit beeindruckenden Kellergewölben.

Zum Mittagessen in Saint-Émilion empfehle ich L’Envers du Décor – eine Weinbar mit ausgezeichnetem leichtem Menü – oder Amelia Canta für kreativere Küche.

Nachmittags zurück nach Bordeaux – nutze die restliche Zeit für einen Besuch der Cité du Vin (Weinmuseum in einem modernen Gebäude, das wie ein riesiger Dekanter aussieht). Eintritt ca. 22 €, am Ende bekommst du ein Glas Wein auf der Dachterrasse mit Blick über die ganze Stadt. Absolut lohnenswert.

Wo übernachten

Bleib die zweite Nacht in Bordeaux.

Tag 7. Dune du Pilat — die größte Wanderdüne Europas

Dune du Pilat — die größte Wanderdüne Europas

Morgens pack die Koffer und fahr zur Dune du Pilat – nur eine Stunde Fahrt von Bordeaux und einer der beeindruckendsten Orte in ganz Frankreich.

Stell dir eine Sanddüne vor, 100 Meter hoch, 2,7 Kilometer lang, mit Blick auf den Atlantik auf der einen Seite und endlosen Kiefernwald auf der anderen. Es ist surreal. Steig hinauf (über Treppen oder direkt durch den Sand – beides ist ein Erlebnis) und oben öffnet sich ein Panorama, das dir den Atem raubt. Ehrlich gesagt – die Dune du Pilat ist einer dieser Orte, die kein Foto einfangen kann.

Praktische Infos: Parken kostet ca. 6–10 € je nach Saison. Der Aufstieg dauert 15–20 Minuten. Oben weht starker Wind, nimm eine Jacke mit. Und Sonnencreme – die Sonne brennt dort gnadenlos, weil sie vom Sand reflektiert wird.

Nach dem Abstieg gönn dir ein Austernessen in Gujan-Mestras oder in La Teste-de-Buch – das ist die Austernhauptstadt Frankreichs und frische Austern kosten hier einen Bruchteil des Pariser Preises. Selbst wenn du kein Austernfan bist, probiere sie hier – mit etwas Zitrone und Weißwein ist es unglaublich.

Nachmittags weiter Richtung Carcassonne – das ist eine längere Fahrt, etwa 3,5–4 Stunden, aber die Landschaft ist wunderschön – es geht durch die Gascogne, die Heimat des Armagnacs und der Entenfarmen.

Wo übernachten in Carcassonne

Ich empfehle eine Unterkunft direkt in Carcassonne oder Umgebung. Das Hotel Pont Levis hat einen fantastischen Blick auf die beleuchtete mittelalterliche Zitadelle (abends sieht es aus wie im Film) für vernünftige 80–120 €/Nacht. Preiswerter ist das Best Western Le Donjon direkt innerhalb der Festungsmauern.

Tag 8. Carcassonne — eine mittelalterliche Festung wie aus dem Märchen

Mittelalterliche Festung Cité de Carcassonne
Foto: M.Strīķis, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Morgens brauchst du nur die Augen aufzuschlagen und hast eine der besterhaltenen mittelalterlichen Festungen Europas vor dir. Die Cité de Carcassonne ist eine komplett befestigte Stadt mit doppelten Mauern, 52 Türmen und einem Labyrinth aus engen Gassen im Inneren. UNESCO-Weltkulturerbe, selbstverständlich.

Ein Spaziergang über die Festungsmauern dauert 1–2 Stunden und die Ausblicke sind grandios – auf der einen Seite die Pyrenäen, auf der anderen Weinberge und der Fluss Aude. Der Eintritt in den Festungsbereich ist kostenlos, aber für die Besichtigung des Château Comtal (die Burg in der Burg) zahlst du ca. 9,50 €. Lohnt sich – der Führer zeigt dir auch Bereiche, die sonst nicht zugänglich sind.

Hinweis: Die Hauptstraßen innerhalb der Zitadelle sind ziemlich touristisch überlaufen – voller Lavendel-Shops und Magnetläden. Aber du brauchst nur in eine Seitenstraße einzubiegen und bist allein. Mein Tipp: Umrunde die gesamte Zitadelle von außen, das dauert ca. 30 Minuten und du bekommst fantastische Fotos ohne Menschenmassen.

Zum Mittagessen geh in die Unterstadt (Ville Basse) – sie ist deutlich authentischer und preiswerter. Le Jardin de l’Évêque hat einen schönen Garten und ein hervorragendes Tagesmenü für 15–18 €. Für Cassoulet (traditioneller Bohneneintopf mit Entenconfit – die lokale Spezialität, ohne die du Carcassonne nicht verlassen darfst) geh ins Comte Roger.

Nachmittags weiter Richtung Provence – die Fahrt nach Avignon dauert etwa 3 Stunden und die Landschaft verändert sich allmählich: Olivenbäume, Zypressen, Steindörfer auf Hügeln. Willkommen im Süden!

Wo übernachten

Fahr weiter in die Provence und übernachte in Avignon oder Umgebung (siehe Tag 9).

Tag 9. Provence — Avignon und die umliegenden Dörfer

Papstpalast in Avignon

Die Provence ist wie eine Instagram-Postkarte, von der man denkt, sie könne unmöglich echt sein – und dann kommt man hin und sie ist noch schöner. Lavendelfelder, Olivenhaine, uralte Dörfer aus honigfarbenem Stein und dieses Licht… dieses Licht muss man einfach selbst erleben.

Starte den Tag in Avignon – die Stadt des Papstes und der berühmten Brücke, die nirgendwo hinführt (Pont d’Avignon, eigentlich Pont Saint-Bénézet – die Brücke wurde nie fertig gebaut und ragt daher einfach in den Fluss hinein, wo sie endet 😁). Der Papstpalast (Palais des Papes) ist riesig und beeindruckend – der größte gotische Palast der Welt. Eintritt ca. 12 €, plane 1,5–2 Stunden für die Besichtigung ein.

Nach dem Mittagessen fahr in die umliegenden Dörfer. Meine Lieblingsroute:

  • Gordes – ein weißes Dorf, das sich an einen Felsen schmiegt, einer der meistfotografierten Ausblicke der Provence. Geh zum Aussichtspunkt unterhalb des Dorfes, von wo aus du die gesamte Szenerie wie auf einer Postkarte vor dir hast.
  • Sénanque Abbey – ein Lavendelfeld direkt vor einem mittelalterlichen Kloster. Das ikonische Provence-Foto, das du aus jedem Reiseführer kennst. Der Lavendel blüht von Mitte Juni bis Ende Juli.
  • Roussillon – ein Dorf aus rotem Ocker, das aussieht, als wäre man auf dem Mars gelandet. Die Wanderung durch die Ockersteinbrüche (Sentier des Ocres) ist kurz, aber wunderbar farbenfroh.

Zum Abendessen zurück nach Avignon – L’Essentiel bietet ausgezeichnete moderne provenzalische Küche (Menü ab 35 €), oder für ein entspannteres Dinner ins La Fourchette.

Wo übernachten in der Provence

In Avignon oder in einem der Dörfer im Luberon-Tal – La Bastide de Gordes ist die luxuriösere Wahl mit fantastischem Ausblick (aber die Preise entsprechen dem, ca. 200+ €/Nacht). In Avignon ist das Hôtel d’Europe in einem historischen Gebäude direkt am Platz hervorragend (100–160 €/Nacht).

Tag 10. Provence — Aix-en-Provence und Weiterfahrt nach Marseille

Boulevard Cours Mirabeau in Aix-en-Provence
Foto: Pimlico27, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Morgens geht es nach Aix-en-Provence – etwa 1,5 Stunden von Avignon entfernt und eine der elegantesten Städte Frankreichs. Breite, von Platanen gesäumte Boulevards, Brunnen an jeder Ecke (man nennt es „die Stadt der tausend Brunnen“), Cafés mit Korbstühlen auf dem Bürgersteig – die Essenz des provenzalischen Savoir-vivre.

Schlendere über den Cours Mirabeau – die Hauptstraße voller Cafés (das legendäre Les Deux Garçons, in dem Cézanne und Hemingway verkehrten, brannte zwar ab, aber die Umgebung ist immer noch wunderschön). Besuche den lokalen Markt – auf dem Place Richelme gibt es täglich frischen Käse, Oliven, Lavendel und lokalen Honig.

Für Kunstliebhaber: Atelier Cézanne – das erhaltene Atelier des Impressionisten Paul Cézanne, wo er bis zu seinem Lebensende malte. Es ist ein kleiner, ruhiger und berührender Ort.

Zum Mittagessen versuch Le Formal (außergewöhnliche Gastronomie zu fairen Preisen für ein Michelin-nahes Restaurant) oder das Café de la Fontaine am Platz.

Nachmittags weiter nach Marseille – es sind nur 30 Minuten auf der Autobahn.

Wo übernachten in Marseille

Übernachte am Alten Hafen (Vieux-Port) – das ist das Zentrum des Geschehens und du hast alles fußläufig. Das Hôtel La Résidence du Vieux Port hat eine Terrasse mit Blick auf den Hafen und Notre-Dame de la Garde (ca. 120–180 €/Nacht). Preiswerter ist das Hôtel Hermès direkt am Hafen.

Tag 11. Marseille und Calanques

Hafen und Zentrum von Marseille

Marseille ist eine Stadt, die man entweder liebt oder nicht versteht – und ich liebe sie. Sie ist rau, authentisch, multikulturell und voller Energie. Keine polierte Touristenfalle – hier leben echte Menschen und das spürt man bei jedem Schritt.

Morgens starte am Alten Hafen – Fischer verkaufen hier ihren frischen Fang, über dem Hafen schwebt die berühmte silberne „Spiegel“-Überdachung von Norman Foster und die Luft duftet nach Bouillabaisse (Fischsuppe – die lokale Spezialität). Steig hinauf zur Notre-Dame de la Garde – der Basilika auf dem Hügel mit Blick über die ganze Stadt, den Hafen und das Meer. Das ist Pflicht.

Nachmittags ab in die Calanques – felsige Buchten mit türkisfarbenem Wasser, die aussehen wie norwegische Fjorde, nur im Mittelmeer. Sie sind absolut atemberaubend. Am leichtesten von Marseille aus erreichbar ist die Calanque de Sugiton (ca. 45 Minuten zu Fuß vom Parkplatz der Universität Luminy) oder die Calanque de Sormiou (mit dem Auto, aber im Sommer eingeschränkter Zugang).

Wichtig: Im Sommer (Juni–September) ist der Zugang zu den Calanques wegen Brandgefahr eingeschränkt. Prüfe morgens den aktuellen Status auf der Website des Parc National des Calanques. Nimm ausreichend Wasser mit, gute Wanderschuhe und Sonnencreme. Und Badesachen – du wirst schwimmen wollen!

Zum Abendessen in Marseille: Chez Etienne für Pizza (eine lokale Legende, nur Barzahlung), Le Café des Épices für kreatives provenzalisches Menü, oder traditionelle Bouillabaisse im Chez Fonfon in der Bucht Vallon des Auffes (teurer, aber authentisch – ca. 65 €/Person für Bouillabaisse).

Wo übernachten

Bleib die zweite Nacht in Marseille.

Tag 12. Côte d’Azur — Nizza und Monaco

Promenade des Anglais in Nizza
Foto: Uhooep, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Morgens fahr von Marseille Richtung Nizza – auf der Autobahn sind es etwa 2–2,5 Stunden, aber wenn du etwas mehr Zeit hast, fahr ein Stück über die legendäre Küstenstraße. Die Landschaft ist atemberaubend – türkisfarbenes Meer, felsige Klippen und Kiefernwälder.

Nizza ist die Königin der Côte d’Azur und ich finde, völlig zu Recht. Es ist nicht so überlaufen wie Cannes, nicht so teuer wie Monaco und hat eine fantastische Energie. Starte mit einem Spaziergang über die Promenade des Anglais – die berühmte Strandpromenade, auf der wirklich jeder flaniert. Dann ab in die Altstadt (Vieux Nice) – barocke Gassen, Märkte auf dem Cours Saleya (frische Blumen, Oliven, Socca), und falls du das Chez René Socca entdeckst – unbedingt anhalten für eine Socca (Kichererbsenpfannkuchen aus dem Holzofen, lokale Spezialität, kostet nur ein paar Euro und ist fantastisch).

Steig auf den Castle Hill (Colline du Château) – eine Burg gibt es dort zwar nicht mehr, aber der Blick über ganz Nizza, den Hafen und das Meer ist der beste der Stadt. Es gibt auch einen Aufzug, falls deine Beine nach 12 Tagen Roadtrip nur noch eingeschränkt funktionieren 😅.

Nachmittags mach einen Ausflug nach Monaco – es sind nur 30 Minuten mit dem Auto (oder mit dem Zug für ein paar Euro, was in der Stadt bequemer ist, weil Parken in Monaco die Hölle und absurd teuer ist). Monaco ist… nun ja, es ist Monaco. Riesige Jachten, das Casino Monte-Carlo, Luxusautos an jeder Ecke und das Gefühl, in einem James-Bond-Film gelandet zu sein. Schlendere am Casino vorbei, schau dir den Hafen voller Superjachten an, besuche den Fürstenpalast (Wachablösung um 11:55 Uhr) und das Ozeanographische Museum. Für ein paar Stunden ist es ein tolles Erlebnis – aber ehrlich gesagt, mehr als einen halben Tag braucht man dort nicht, es sei denn, du kannst dir ein Mittagessen für 200 € leisten.

Wo übernachten in Nizza

In Nizza übernachte in der Nähe der Altstadt oder an der Promenade. Das Hôtel La Pérouse (gemütliches Hotel an der Klippe mit Meerblick, ca. 150–250 €/Nacht) oder das preiswertere Hôtel Ozz (stilvolles Hostel/Hotel mit hervorragender Lage, ab 60 €/Nacht).

Tag 13. Annecy — das Venedig der Alpen

Altstadt und See von Annecy
Foto: Guilhem Vellut, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Heute steht eine längere Fahrt an, aber das Ziel ist es absolut wert. Von Nizza nach Annecy sind es etwa 5–5,5 Stunden (über Grenoble), aber die Landschaft ist schlicht atemberaubend – es geht durch die Alpen, vorbei an schneebedeckten Gipfeln und tiefen Tälern. Ich empfehle, früh morgens aufzubrechen.

Annecy ist eine Stadt, die dir buchstäblich den Atem raubt. Man nennt es das „Venedig der Alpen“ – die Altstadt ist von Kanälen durchzogen, die Häuser haben bunte Fassaden und über allem thronen die Alpengipfel. Und der See… Lac d’Annecy ist einer der saubersten Seen Europas. Die Farbe des Wassers – eine Mischung aus Türkis und Smaragd – ist schlicht unwirklich.

Nachmittags Bummel durch die Altstadt – Palais de l’Île (eine kleine Burg auf einer Insel mitten im Kanal, das ikonische Fotomotiv von Annecy), Gassen voller Käseläden und Chocolaterien, und dann direkt zum See. Bei schönem Wetter leih dir ein Stand-up-Paddleboard oder Kajak (ca. 15–20 €/Stunde) und geh aufs Wasser. Oder setz dich einfach ans Ufer, trink ein Glas Savoyer Weißwein und schau auf die Alpen.

Zum Abendessen: Le Freti (Savoyer Küche – Fondue, Raclette, Tartiflette, also alles mit Käse 🧀), oder Cozna für kreativere moderne Küche. Tipp: Das Savoyer Fondue ist hier das beste in ganz Frankreich – ohne Zögern bestellen.

Wo übernachten in Annecy

Direkt in der Altstadt oder am See. Das Hôtel du Palais de l’Isle (historisches Gebäude direkt am Kanal, ca. 100–150 €/Nacht) oder etwas günstiger das Hôtel des Alpes mit Blick auf die Berge.

Tag 14. Lyon — ein gastronomisches Finale

Historisches Viertel Vieux Lyon
Foto: 4net, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Letzter Tag des Roadtrips! Von Annecy nach Lyon sind es nur 1,5–2 Stunden und dich erwartet die gastronomische Hauptstadt Frankreichs. Lyon gilt nämlich als Wiege der französischen Gastronomie – und nach dem ersten Essen der Lyoner Küche wirst du verstehen, warum.

Vormittags erkunde Vieux Lyon (Altstadt) – ein Renaissance-Viertel mit geheimen Durchgängen, den sogenannten Traboules (enge Passagen durch Gebäude hindurch, ursprünglich von den Seidenwebern zum Transport der Seide genutzt). Sie sind frei zugänglich, aber du musst wissen, wo du suchen musst – in der Touristeninformation bekommst du eine Karte.

Fahr mit der Standseilbahn (oder zu Fuß) auf den Hügel Fourvière – römische Ruinen, die Basilika Notre-Dame de Fourvière mit einer absolut überwältigenden Ausstattung (goldene Mosaiken, Marmor – es ist wie ein Schmuckkästchen von innen) und ein Blick über ganz Lyon und bei klarem Wetter bis zum Mont Blanc.

Mittagessen in einem Bouchon ist Pflicht. Ein Bouchon ist ein traditionelles Lyoner Gasthaus und das Essen dort ist genial – Quenelle (leichte Fischknödel in Sauce), Salade Lyonnaise (Salat mit Speck und pochiertem Ei), Saucisson Lyonnais. Meine Empfehlungen: Daniel & Denise (Michelin Bib Gourmand, Menü um 35 €) oder Le Bouchon des Filles (kleiner, gemütlicher, ausgezeichnete Küche).

Nachmittags Spaziergang an den Ufern der Rhône und der Saône – Lyon liegt am Zusammenfluss zweier Flüsse und die Promenaden entlang beider sind fantastisch für einen entspannten Bummel. Halt am Place Bellecour (einer der größten Plätze Europas) und im Viertel Croix-Rousse (das ehemalige Weberviertel, heute voller Ateliers und Cafés).

Wenn du von Lyon aus zurückfliegst, ist der Flughafen Saint-Exupéry nur 30 Minuten vom Zentrum entfernt. Gib den Mietwagen am Flughafen ab und das war’s – der Frankreich Roadtrip ist komplett! 🎉

Wo übernachten in Lyon

Falls du noch eine Nacht bleibst: Das Hôtel Le Royal (klassischer Lyoner Luxus, ca. 150–200 €/Nacht) oder das Mama Shelter Lyon (Design-Hotel mit cooler Rooftop-Bar, ca. 80–120 €/Nacht).

Praktische Tipps zum Schluss

Was einpacken

Schau dir unseren Artikel Wie man ins Handgepäck packt an – auch für einen 14-tägigen Roadtrip kann man leicht packen, besonders im Sommer. Ich empfehle ein Paar bequeme Wanderschuhe (Calanques, Castle Hill, Hügel in der Provence) und dazu leichte Sneaker für die Städte.

Wo günstige Flüge finden

Günstige Flüge findest du über Vergleichsportale wie Skyscanner oder Google Flights. Suche nach einer Kombination wie Berlin/München/Frankfurt → Paris + Lyon → Berlin/München/Frankfurt. Eurowings, Lufthansa und diverse Billigfluglinien bieten regelmäßig gute Verbindungen an.

Mietwagen

Wir haben langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, das wir weltweit nutzen. Für Frankreich nimm einen Kleinwagen mit Automatik.

Reiseversicherung nicht vergessen

Auch in Europa kann immer etwas passieren – schau dir unsere SafetyWing-Bewertung an, die auch Roadtrips durch Europa abdeckt.

Internet und mobile Daten

Eine eSIM von Holafly funktioniert in ganz Frankreich problemlos. Zwar hast du EU-Roaming, aber wenn du länger unterwegs bist oder dir schnelle Daten wichtig sind, ist es eine hervorragende Option.

Häufig gestellte Fragen zum Frankreich Roadtrip

Bevor du losfährst, hier die Antworten auf die Fragen, die uns Leser rund um den 14-tägigen Frankreich Roadtrip am häufigsten stellen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Roadtrip durch Österreich: Reiseroute für 7 Tage auf eigene Faust

TL;DREin siebentägiger Roadtrip durch Österreich führt von Wien über die Wachau nach Salzburg, weiter nach Hallstatt und ins Salzkammergut, dann über Innsbruck bis zur Großglockner Hochalpenstraße – insgesamt rund 800–850 km. Die beste Reisezeit ist Mai bis Oktober, wobei sich September wegen stabilem Wetter und weniger Touristen besonders lohnt. Für zwei Personen und 7 Tage solltest du 37.000–66.000 Kč einplanen, Flüge nicht eingerechnet. Der Mietwagen kostet ab 1.500 Kč pro Tag, für die Fahrt über den Großglockner kommt eine Mautgebühr von 41,50 Euro (ca. 1.040 Kč) dazu. Zu den wichtigsten Stopps gehören Hallstatt am Hallstätter See, die Aussichtsplattform Fünf Finger, das Stift Melk in der Wachau und die Festung Hohensalzburg. Nicht vergessen: die österreichische Autobahnvignette für 8,60 Euro pro Tag (ca. 215 Kč).

Österreich ist ein Land, in das wir so oft zurückkehren, dass ich unsere Besuche wahrscheinlich gar nicht mehr zählen könnte. Und trotzdem — jedes Mal, wenn wir das Auto an einem Bergpass anhalten, wo sich vor uns der Blick auf schneebedeckte Gipfel und türkisfarbene Seen öffnet, stehe ich da mit offenem Mund wie beim allerersten Mal. 😅

Lukáš und ich sind kreuz und quer durch Österreich gefahren — von den Wiener Kaffeehäusern über die Felswände des Großglockners bis zu den Gassen Salzburgs, wo man sich fühlt wie in einem Film (buchstäblich, hier wurde „The Sound of Music“ gedreht). Genau deshalb haben wir diesen Roadtrip Österreich 7 Tage-Reiseplan zusammengestellt, der euch durch das Beste führt, was Österreich zu bieten hat. Von der Großstadtkultur über romantische Weinberge im Wachau-Tal bis hin zu Alpenpanoramen, bei denen euch der Atem stockt.

In diesem Artikel findet ihr eine komplette Reiseroute für einen Roadtrip durch Österreich in 7 Tagen — Tag für Tag, mit konkreten Tipps zu den besten Cafés, Unterkünften, den schönsten Straßen und was ihr getrost auslassen könnt. Dazu gibt’s praktische Infos zum Autofahren, zur Vignette, zum Budget und zur besten Reisezeit. Los geht’s! ☺️

Sehenswürdigkeiten in Hallstatt
Was gibt es in Hallstatt zu sehen? Lest weiter und erfahrt es

Zusammenfassung

  • Route: Wien → Wachau → Salzburg → Hallstatt → Salzkammergut → Innsbruck → Großglockner (ca. 850 km insgesamt)
  • Ideale Reisezeit: Mai bis Oktober, am schönsten ist der September — weniger Touristen, stabiles Wetter, buntes Herbstlaub
  • Budget für 7 Tage zu zweit: Ca. 1.400–2.600 € (ohne Flüge), je nach Unterkunftsart
  • Mietwagen: Ab ca. 60 €/Tag, vergesst nicht die Vignette (Tagesvignette 8,60 €)
  • Großglockner: Die schönste Alpenstraße Europas — Maut 41,50 € pro Auto, aber jeden Cent wert
  • Hallstatt: Wunderschön, aber extrem überlaufen — fahrt früh morgens hin oder außerhalb der Saison
  • Unterkünfte: Am teuersten sind Hallstatt und Innsbruck, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten Wachau und Salzkammergut
  • Autofahren: Achtung: strenge Strafen bei Geschwindigkeitsübertretungen, Umweltzonen und Überholverbot auf Alpenstraßen

Wann zum Roadtrip nach Österreich und wie sich vorbereiten

Österreich ist das ganze Jahr über wunderschön, aber für einen Roadtrip mit dem Auto ist eindeutig Mai bis Oktober die beste Zeit. Und wenn ihr wählen könnt, nehmt den September — das Wetter ist meistens stabil, die Temperaturen liegen bei angenehmen 15–22 °C, die Touristenmassen lichten sich und die Landschaft beginnt in Herbstfarben zu leuchten. Wir sind diese Route zum ersten Mal im September gefahren und es war absolut perfekt.

Juli und August funktionieren auch, aber rechnet mit Touristenmassen (vor allem in Hallstatt und Salzburg) und höheren Unterkunftspreisen. Mai und Juni sind großartig für Natur — alles blüht, die Wasserfälle sind nach der Schneeschmelze gut gefüllt, aber einige Bergstraßen (einschließlich des Großglockners) öffnen erst Ende Mai oder Anfang Juni, je nach Schneelage.

Was ihr meiden solltet: November bis März für diese konkrete Route. Der Großglockner ist gesperrt, viele Ausflugslokale und Berghütten ebenfalls, und im Salzkammergut ist es ohne Sonne ziemlich trist.

Anreise nach Österreich und Transport

Mit dem Auto aus Deutschland: Die bequemste Variante. München → Wien sind ca. 4 Stunden über die A8 und A1. Ihr braucht eine österreichische Vignette — die Tagesvignette kostet 8,60 €, die 10-Tages-Vignette 11,50 €. Kauft sie euch elektronisch auf asfinag.at noch vor der Reise — eine Klebevignette für die Windschutzscheibe wird nicht mehr verkauft.

Per Flug + Mietwagen: Wenn ihr fliegt, gibt es die günstigsten Flüge meist nach Wien. Eurowings und Lufthansa fliegen von mehreren deutschen Städten günstig nach Wien. Vom Flughafen Wien sind es 20 Minuten ins Zentrum, und Mietwagenstationen befinden sich direkt im Terminal.

Mietwagen: Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen. Für Österreich empfehle ich ein kleineres Auto — Parken in alpinen Städtchen ist knifflig, und auf engen Bergstraßen seid ihr mit einem Kompaktwagen besser dran. Rechnet mit einem Preis ab ca. 60 €/Tag für einen Kleinwagen.

Worauf beim Autofahren in Österreich achten

Das ist wichtig, denn die Österreicher nehmen ihre Verkehrsregeln ernst und die Strafen sind saftig:

  • Tempolimits: 130 km/h auf der Autobahn, 100 km/h außerorts, 50 km/h innerorts. Auf einigen Autobahnabschnitten gilt ein Nachtlimit von 110 km/h (22:00–5:00 Uhr) wegen Lärmschutz — das ist beschildert und wird geblitzt.
  • Bußgelder bei Geschwindigkeitsübertretung: Ab 20 € für kleinere Verstöße, aber bei 30 km/h über dem Limit schnell 150+ €. Bei extremer Geschwindigkeit kann das Auto beschlagnahmt werden — ja, wirklich.
  • Lichtpflicht: In Österreich müsst ihr tagsüber NICHT mit Licht fahren (anders als in vielen anderen Ländern), aber es wird empfohlen.
  • Überholverbot in Tunneln: Wird strikt durchgesetzt, und Tunnel gibt es in den Alpen jede Menge.
  • Alkohol: Grenze liegt bei 0,5 Promille, aber für Führerscheinneulinge (unter 2 Jahren Fahrpraxis) gilt 0,1 Promille.
  • Winterausrüstung: Wenn ihr im Frühling oder Herbst fahrt, nehmt Schneeketten mit — auf Bergpässen können sie selbst im Oktober Pflicht sein.
  • Maut auf dem Großglockner: 41,50 € pro Pkw. Einige weitere Alpenstraßen und Tunnel haben eigene Mautgebühren zusätzlich zur Vignette.

Wo übernachten + was kostet ein Roadtrip durch Österreich

Die Unterkunft ist eindeutig der größte Budgetposten. Österreich ist kein günstiges Land, aber es lässt sich vernünftig machen, solange ihr keine Luxushotels im Zentrum von Hallstatt erwartet. 😅

Richtwerte pro Nacht für zwei Personen (Doppelzimmer):

  • Wien: 80–160 € (je nach Lage, außerhalb des Zentrums günstiger)
  • Wachau: 60–120 € (Pensionen und Weingüter — tolles Preis-Leistungs-Verhältnis)
  • Salzburg: 100–200 € (im Zentrum teuer, sucht am Stadtrand)
  • Hallstatt: 120–280 € (einer der teuersten Orte, weit im Voraus buchen)
  • Salzkammergut: 60–120 € (kleinere Orte an den Seen sind preislich vernünftiger)
  • Innsbruck: 80–180 € (Zentrum teuer, alternativ in Hall in Tirol übernachten)
  • Großglockner/Heiligenblut: 70–140 € (Bergpensionen)

Budget für 7-Tage-Roadtrip zu zweit

PostenBudget
Unterkunft (7 Nächte)560–1.120 €
Mietwagen (7 Tage)420–560 €
Benzin (ca. 850 km)100–140 €
Vignette (10 Tage)11,50 €
Maut Großglockner41,50 €
Essen und Cafés280–560 €
Eintritte und Aktivitäten80–200 €
Gesamtca. 1.500–2.630 €

Wir haben auf der Reise nicht besonders gespart — wir haben in Restaurants gegessen, jeden Morgen ein ordentliches Frühstück genommen und uns nirgends den Kaffee mit Kuchen verkniffen (das ist in Österreich praktisch Pflicht). Wer sparen will, kauft in Supermärkten wie Billa oder Spar ein und übernachtet in Pensionen außerhalb der Zentren.

lukas a lucka
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6 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Tag für Tag: 7-Tage-Roadtrip durch Österreich

Hier ist die komplette Route Tag für Tag. Wollt ihr mehr Zeit und auch den Großglockner, Graz und den Wörthersee sehen? Dann schaut euch unsere 14-Tage-Version des Roadtrips an.

TagRoute und FahrtWo übernachten
1.Ankunft in Wien, Zentrum und KaffeehäuserWien
2.Wien → Wachau-Tal (~1,5 Std.)Wachau
3.Wachau → Salzburg (~2,5 Std.)Salzburg
4.Salzburg → Hallstatt (~1,5 Std.)Hallstatt
5.Hallstatt → Salzkammergut — AlpenseenSalzkammergut
6.Salzkammergut → Innsbruck (~2,5 Std.)Innsbruck
7.Innsbruck → Großglockner Hochalpenstraße → RückfahrtGroßglockner
Die Gesamtstrecke beträgt rund 800 km. Die Fahrzeiten sind Richtwerte ohne Zwischenstopps.

Tag 1. Wien — kaiserliche Eleganz und Kaffeehäuser, in denen die Zeit stehen blieb

Votivkirche in Wien

Der erste Tag gehört Wien, und es wird ein Tag voller Spaziergänge, Kaffee und diesem besonderen Wiener Gefühl, als wäre man ein bisschen im 19. Jahrhundert gelandet. Die Stadt ist erstaunlich kompakt für eine Hauptstadt — die meisten Sehenswürdigkeiten könnt ihr zu Fuß rund um den Ring ablaufen.

Startet morgens im Café Central — ja, das ist ein touristischer Klassiker, aber aus gutem Grund. Gewölbedecken, Marmortische, Wiener Strudel und Melange (Wiener Cappuccino). Am Wochenende müsst ihr mit Schlangen rechnen, unter der Woche morgens ist es entspannt. Wenn ihr eine lokalere Atmosphäre ohne Touristen wollt, geht stattdessen ins Café Sperl — das ist wohl unser liebstes Wiener Kaffeehaus. Dunkles Holz, Zeitungen an Stöcken, niemand hat es eilig.

Nach dem Kaffee geht’s zum Stephansdom — der Eintritt ins Hauptschiff ist kostenlos, aber steigt unbedingt auf den Südturm (343 Stufen, Eintritt ca. 6 €). Der Blick über die Wiener Dächer ist jede Wadenkrampf-Sekunde wert. 😁 Von dort sind es nur wenige Minuten zur Hofburg — dem riesigen kaiserlichen Palastkomplex, in dem man Stunden verbringen kann. Wenn ihr nicht genug Zeit für den ganzen Palast habt, besucht zumindest die Kaiserliche Schatzkammer — Krönungsinsignien und Schätze der Habsburger.

Zum Mittagessen empfehle ich den Figlmüller für ein Schnitzel (angeblich das beste Österreichs, und ehrlich gesagt ist es tatsächlich fantastisch — es ragt über den Tellerrand hinaus und ist herrlich knusprig) oder Zum Schwarzen Kameel für Wiener Tapas und ausgezeichneten Wein. Wer etwas Günstigeres und Authentischeres sucht, geht zum Bitzinger Würstelstand an der Albertina — Würstchen und Bier im Stehen neben Leuten im Anzug, die gerade aus der Oper kommen. Das ist Wien in einer Nussschale.

Den Nachmittag widmet ihr dem Schloss Schönbrunn — der Sommerresidenz der Habsburger mit wunderschönen Gärten (Gärten kostenlos, Schloss ab 22 €). Die Gärten sind riesig, steigt hinauf zur Gloriette auf dem Hügel — zur Belohnung gibt’s ein Panorama über das gesamte Areal und die Stadt dahinter. Zum Sonnenuntergang geht zurück zum Donaukanal, wo Street Art, Bars und eine entspannte Atmosphäre auf euch warten.

Wo in Wien übernachten

Für eine Nacht empfehle ich die Bezirke Neubau (7. Bezirk) oder Josefstadt (8. Bezirk) — zentrumsnah, aber preislich vernünftiger und voller Cafés und Restaurants. Hervorragende Erfahrungen haben wir mit dem Ruby Marie Hotel (stylisches Design, tolle Lage) gemacht, oder mit dem Hotel & Palais Strudlhof (wunderschönes Jugendstilgebäude mit Garten und Pool).

Tag 2. Wachau — Weinberge, Klöster und der schönste Abschnitt der Donau

Wachau-Tal mit der Donau bei Melk
Foto: Jakub Hałun, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Morgens fahrt ihr Richtung Westen aus Wien heraus — es erwartet euch gut eine Stunde Fahrt ins Wachau-Tal, das zum UNESCO-Welterbe gehört und einer der romantischsten Flecken Österreichs ist. Stellt euch vor: Weinberge, die zur Donau hinabfallen, mittelalterliche Städtchen mit pastellfarbenen Häusern, Klöster auf Hügeln und Marillenbäume, so weit das Auge reicht. Wenn ihr Wein liebt, werdet ihr diesen Tag lieben. ☺️

Erster Stopp: Melk und das imposante Stift Melk — ein barockes Juwel auf einem Felsen über der Donau. Die Bibliothek mit ihren Fresken ist atemberaubend (Eintritt 15,50 €). Die Führung dauert ca. 1,5 Stunden. Der Stiftsgarten mit Blick ins Tal ist fotogen wie aus einem Märchen.

Von Melk geht es weiter auf der B33 entlang der Donau — das ist eine der schönsten Straßen Österreichs. Ihr fahrt durch Weinberge, vorbei an Burgruinen und malerischen Dörfern. Haltet in Spitz an der Donau — einem kleinen Städtchen mit Blick auf die Donau, wo ich eine Weinverkostung bei der Domäne Wachau oder dem Weingut Prager empfehle. Die lokale Spezialität ist der Grüner Veltliner — ein frischer Weißwein, der genau so schmeckt, wie die Landschaft ringsum aussieht.

Zum Mittagessen geht’s weiter nach Dürnstein — wohl das meistfotografierte Städtchen des ganzen Tals. Der blaue Kirchturm, die engen Gassen gesäumt von Weinbergen und über der Stadt die Burgruine, in der angeblich Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde. Steigt hinauf zu den Ruinen (20 Minuten, einfacher Aufstieg) — der Blick auf die Donau und die Weinberge ist fantastisch. Zum Mittagessen empfehle ich das Restaurant Loibnerhof (hervorragende lokale Küche, der Marillenknödel zum Abschluss ist Pflicht) oder den Alten Klosterkeller direkt im Zentrum.

Wenn ihr noch Zeit habt, haltet in Krems — eine Universitätsstadt mit wunderschöner Altstadt, wo ihr ausgezeichnetes Eis und die Kunsthalle Krems für Liebhaber moderner Kunst findet.

💡 TIPP: Statt mit dem Auto zu fahren, könnt ihr den Abschnitt Melk–Krems auch per Schiff auf der Donau zurücklegen (DDSG Blue Danube, ca. 1,5 Stunden, ab 29 € pro Richtung). Es ist langsamer, aber der Ausblick vom Deck ist es absolut wert. Lasst das Auto in Melk und fahrt mit dem Zug zurück.

Wo in der Wachau übernachten

Bleibt direkt im Tal — Unterkünfte in Pensionen und Weingütern sind hier überraschend erschwinglich und die Atmosphäre unvergesslich. Ich empfehle das Hotel & Restaurant Bacher in Spitz an der Donau (hervorragendes Restaurant mit Michelin-Empfehlung) oder das Gartenhotel & Weingut Pfeffel in Dürnstein (mitten in den Weinbergen, mit Pool und Terrasse über der Donau).

Tag 3. Salzburg — Mozart, Sound of Music und die besten Knödel der Alpen

Altstadt von Salzburg
Altstadt von Salzburg

Von der Wachau nach Salzburg sind es ca. 2,5 Stunden über die Autobahn. Ich empfehle, früh morgens loszufahren, damit ihr den ganzen Tag für Salzburg habt — und den ganzen Tag werdet ihr brauchen.

Salzburg ist eines dieser Städte, wo man einfach spürt, dass hier Großes passiert ist. Barocke Kirchen, eine Festung auf dem Hügel, die Alpen als Kulisse und Mozart an jeder Ecke (manchmal buchstäblich — Straßenmusiker spielen hier nonstop seine Stücke). Es ist eine kompakte Stadt, die man gut zu Fuß erkunden kann, und sie hat diese besondere Atmosphäre, die halb italienisch, halb alpin ist.

Startet in der Getreidegasse — der Haupteinkaufsstraße der Altstadt mit schmiedeeisernen Zunftschildern. Ja, hier ist auch Mozarts Geburtshaus (Eintritt 14 €), aber ehrlich gesagt — wenn ihr keine Mozart-Fans seid, lohnt sich das Innere nicht unbedingt. Spannender sind die Seitengassen — die Durchgänge und Innenhöfe, die von der Getreidegasse abgehen, sind voller kleiner Läden und Galerien.

Steigt hinauf (oder fahrt mit der Standseilbahn, 14 € hin und zurück) zur Festung Hohensalzburg — einer der größten mittelalterlichen Festungen Europas. Der Blick auf die Stadt und die Alpen ist von hier absolut überwältigend, besonders an klaren Tagen. Drinnen gibt es ein Museum, aber die Hauptattraktion ist die Aussicht.

Zum Mittagessen geht’s wieder runter zur Stiftsbäckerei St. Peter — der ältesten Bäckerei Salzburgs (seit 1160!), wo es fantastisches Brot und Gebäck gibt. Für eine richtige Mahlzeit empfehle ich das Triangel (tolles Schnitzel und Knödel, lokale Atmosphäre, faire Preise) oder Zwettler’s am Kajetanerplatz (etwas gehobener, ausgezeichnetes Tafelspitz).

Nachmittags überquert ihr die Salzach zum Schloss Mirabell — der Mirabellgarten ist kostenlos und „Sound of Music“-Fans wird er bekannt vorkommen (hier wurde „Do-Re-Mi“ gedreht). Weiter geht’s ins Viertel Linzergasse — die weniger touristische Seite Salzburgs mit Cafés und Kunstläden. Steigt auf den Kapuzinerberg (Hügel mit Kloster) — der Blick auf die Altstadt und die Festung ist von hier wohl der schönste in ganz Salzburg, und Touristen verirren sich kaum hierher.

Für Kaffee und die berühmte Salzburger Nockerl (süßes Soufflé in Form von drei Alpengipfeln) geht ins Café Tomaselli am Alten Markt — das älteste Kaffeehaus Österreichs. Die Portion ist riesig, teilt sie ruhig zu zweit.

Wer moderne Kunst mag, dem sei das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg empfohlen — das Gebäude selbst ist architektonisch beeindruckend und die Aussicht von der Terrasse gibt’s als Bonus dazu.

Mehr Tipps zu Salzburg findet ihr in unserem Artikel Salzburg, Österreich: Sehenswürdigkeiten und Tipps.

Wo in Salzburg übernachten

Das Zentrum von Salzburg ist teuer, aber es lohnt sich, in Gehweite der Altstadt zu sein. Eine gute Lage ist die Neustadt (rechtes Ufer) — preislich vernünftiger und nur wenige Gehminuten von den Hauptsehenswürdigkeiten. Ich empfehle das Hotel am Mirabellplatz (ausgezeichnete Lage bei den Mirabellgärten) oder das Arthotel Blaue Gans in der Altstadt (Designhotel in historischem Gebäude, etwas teurer aber wunderschön). Wer sparen will, sucht Unterkünfte in Kasern oder Aigen — ruhigere Viertel mit ÖPNV-Anbindung ins Zentrum.

Tag 4. Hallstatt und der Hallstätter See — fotogenes Juwel (und wie man die Massen überlebt)

Mit dem Fahrrad nach Hallstatt
Lukáš und ich sind auch mit dem Rad nach Hallstatt gefahren

Von Salzburg nach Hallstatt sind es ca. 1,5 Stunden, und die Fahrt ist wunderschön — es geht vorbei an Seen und Almwiesen. Und dann biegt ihr um eine Kurve, unten taucht der Hallstätter See auf und an seinem Ufer das berühmte Städtchen, und… na ja, ihr versteht, warum das einer der meistfotografierten Orte der Welt ist.

ABER. Ich muss ehrlich sein: Hallstatt ist ein Opfer seiner eigenen Schönheit. In der Hauptsaison strömen täglich Tausende Menschen hierher (vor allem im Sommer, wenn ganze Reisebusse anrollen), das Städtchen ist winzig und die Gassen so eng, dass man sich stellenweise kaum ausweichen kann. Seit 2020 wird die Zahl der Reisebusse begrenzt, aber es ist nach wie vor herausfordernd.

So genießt ihr Hallstatt am besten:

  • Fahrt früh morgens hin — seid vor 8:00 Uhr da, wenn das Städtchen fast leer ist und der Morgennebel über dem See eine magische Atmosphäre schafft
  • Oder am späten Nachmittag — die Reisebusse fahren gegen 16:00–17:00 Uhr ab und der Ort leert sich schlagartig
  • Außerhalb der Saison (September–Oktober) ist es unvergleichlich besser

Schlendert die Hauptgasse am See entlang, haltet am berühmten „Postkarten-Blick“ bei der evangelischen Kirche (die mit dem roten Dach, die ihr von Instagram kennt) und geht weiter zum Beinhaus in der Pfarrkirche — hier gibt es eine Sammlung bemalter Schädel, etwas morbide aber faszinierend (Eintritt 2 €).

Die Hauptattraktion (neben dem Ort selbst) ist Salzwelten Hallstatt — das älteste Salzbergwerk der Welt, in dem seit über 7.000 Jahren Salz abgebaut wird. Seilbahnfahrt zum Bergwerk + Führung dauern ca. 2 Stunden (Eintritt 40 €, inkl. Seilbahn). Drinnen gibt es eine Holzrutsche und einen unterirdischen See — klingt touristisch, ist aber wirklich gut, auch für Erwachsene.

Zum Mittagessen empfehle ich das Restaurant zum Salzbaron (lokale Küche, die Seeforelle ist ausgezeichnet) oder holt euch einfach einen Leberkäse an einem der Straßenstände. Für ein gehobeneres Erlebnis hat das Seehotel Grüner Baum ein Restaurant direkt am See.

Nachmittags umfahrt ihr den See mit dem Auto (oder einen Teil davon) und haltet an der Aussichtsplattform 5 Fingers an der Seilbahn auf den Krippenstein (Seilbahn ca. 38 € hin und zurück) — fünf Stahlfinger, die über dem Abgrund schweben, mit Blick auf den Hallstätter See und den Dachstein. Dieser Anblick ist atemberaubend, wirklich. 😅

💡 TIPP: Parken in Hallstatt ist begrenzt und teuer. Parkt im Parkhaus P1 am Ortseingang (ca. 10 €/Tag) und geht zu Fuß ins Zentrum (5 Minuten).

Wo in Hallstatt und Umgebung übernachten

Unterkünfte direkt in Hallstatt sind teuer und rar — bucht mindestens 2–3 Monate im Voraus. Wenn ihr die magische Atmosphäre des morgendlichen Hallstatt ohne Massen erleben wollt, lohnt es sich, hier zu übernachten — ich empfehle das Heritage Hotel Hallstatt (historisches Gebäude direkt am See) oder das Brauhaus Hallstatt (stilvoll, mit eigenem Restaurant). Eine günstigere Alternative ist Obertraun (5 Minuten mit dem Auto), wo es nette Pensionen zum halben Preis gibt.

Tag 5. Salzkammergut — Seenparadies, über das zu wenig gesprochen wird

Alpensee in Österreich

Das Salzkammergut ist wohl unsere Lieblingsregion in ganz Österreich, und ehrlich gesagt — es hätte mehr als einen Tag verdient. Aber auch an einem Tag könnt ihr die Magie kosten. Es ist eine Gegend mit Dutzenden Seen, grünen Bergen, familiären Pensionen mit Geranien auf den Balkonen und absoluter Ruhe. Hier verbringen die Österreicher selbst ihren Urlaub, und das sagt einiges.

Morgens fahrt ihr von Hallstatt zum Wolfgangsee (40 Minuten). Das Städtchen St. Wolfgang sieht aus wie eine Postkarte — eine Kirche am See, Cafés an der Promenade und die Schafbergbahn — eine Zahnradbahn, die euch auf den Gipfel des Schafbergs (1.783 m) bringt. Die Fahrt dauert 40 Minuten und der Blick vom Gipfel auf sieben Seen des Salzkammerguts ist schlichtweg fantastisch (Hin- und Rückfahrt 48 €, fährt Mai–Oktober). Nehmt am besten den ersten Morgenzug, um Warteschlangen zu vermeiden.

Von St. Wolfgang geht es weiter zum Mondsee (30 Minuten) — hier wurde die Hochzeitsszene aus „Sound of Music“ in der Basilika gedreht. Der See ist etwas wärmer als die umliegenden Seen und hat wunderschöne Badebuchten. Zum Mittagessen empfehle ich das Restaurant Seecafé Mondsee (direkt am See, ausgezeichneter Fisch) oder den Gasthof Drachenwand (traditionelle österreichische Küche, hausgemachte Knödel).

Nachmittags haltet am Attersee — dem größten See im Salzkammergut mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser. Hier malte Gustav Klimt, und wenn ihr die Wasserfarbe seht, versteht ihr warum. Stoppt in Unterach am Attersee oder Nussdorf — Baden, Spaziergang am Ufer, Kaffee mit Aussicht.

Wer gerne wandert, dem empfehle ich den Rundweg um den Fuschlsee (9 km, ca. 2,5 Stunden) — ein kleinerer, weniger bekannter See mit glasklarem Wasser und wunderschönen Wäldern. Oder eine kürzere Tour auf das Zwölferhorn über St. Gilgen (mit der Seilbahn hinauf, zu Fuß hinunter, ca. 2 Stunden).

Für mehr Infos über Österreichs Seen schaut in unseren Artikel Österreichs Seen: Reiseführer zu den schönsten.

Wo im Salzkammergut übernachten

Das Salzkammergut bietet tolle Unterkünfte zu fairen Preisen, vor allem in den kleineren Ortschaften. Ich empfehle das Landhotel Lackner in St. Wolfgang (Familienhotel mit Pool und Seeblick) oder das Seehotel Billroth am Wolfgangsee (direkt am Wasser, eigener Strand). Für die Budget-Variante sucht nach Gasthöfen in der Umgebung von Mondsee oder Attersee — Doppelzimmer ab 70 € pro Nacht.

Tag 6. Innsbruck — Hauptstadt der Alpen (und der beste Strudel in Tirol)

Innsbruck und die umliegenden Alpen

Vom Salzkammergut nach Innsbruck sind es ca. 2,5 Stunden über die Autobahn, aber die Fahrt geht über Bergpässe und durch Alpentäler — Langeweile kommt also definitiv nicht auf.

Innsbruck hat uns bei unserem ersten Besuch mehr überrascht, als wir erwartet hatten. Es ist eine moderne, lebendige Universitätsstadt, aber gleichzeitig hat man das Gefühl, direkt unter den Alpen zu stehen — weil man es tatsächlich tut. Die Berge sind so nah, dass sie förmlich in die Straßen hineinzufallen scheinen.

Startet in der historischen Altstadt in der Herzog-Friedrich-Straße — einer schmalen mittelalterlichen Gasse mit Laubengängen und dem berühmten Goldenen Dachl. Das ist ein kleiner Erker, bedeckt mit 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln — das Wahrzeichen Innsbrucks. Ehrlich gesagt ist es kleiner als erwartet, aber hübsch. 😅 Das Museum darunter (5,50 €) lohnt sich eher nicht.

Das absolute „Must-do“ in Innsbruck ist die Nordkette — der Gebirgszug direkt über der Stadt, den ihr mit der Seilbahn direkt aus dem Zentrum erreicht. Drei Seilbahnabschnitte bringen euch in 20 Minuten von 600 m auf 2.300 m Höhe (Hin- und Rückfahrt 41 €, oder 53 € mit Innsbruck Card). Oben an der Station Hafelekar blickt ihr auf der einen Seite auf die Stadt und auf der anderen ins wilde Karwendelgebirge — Berge, soweit das Auge reicht. Wir standen dort oben und konnten uns nicht vom Fleck bewegen. So fühlt sich ein „Wow-Moment“ an.

Zum Mittagessen geht’s zurück in die Stadt. Ich empfehle das Gasthaus Goldenes Dachl (traditionelles Tiroler Gröstl — eine Pfanne mit Kartoffeln, Fleisch und Ei) oder den Stiftskeller (Klosterrestaurant mit schönem Gastgarten und ausgezeichnetem Wein). Für Kaffee und den besten Strudel der Stadt geht ins Strudel Café Kröll — er wird vor euren Augen zubereitet und ist knusprig, warm, mit Eis… 🤤

Nachmittags flaniert am Inn-Ufer entlang — die bunten Häuser am Fluss (Mariahilf) sind das meistfotografierte Motiv Innsbrucks. Wenn ihr Zeit habt, lohnt sich ein Besuch von Schloss Ambras (4 km vom Zentrum, Eintritt 16 €) — ein Renaissanceschloss mit einer Kuriositätensammlung und wunderschönen Gärten.

Wo in Innsbruck übernachten

Die Innsbrucker Innenstadt ist kompakt und die Unterkünfte teuer. Eine tolle Alternative ist das Städtchen Hall in Tirol (10 Minuten mit dem Auto) — wunderschöne mittelalterliche Altstadt, deutlich günstigere Unterkünfte und eigentlich eine schönere Atmosphäre als das Zentrum von Innsbruck. Im Zentrum empfehle ich das Nala Individuell Hotel (Design, tolle Lage) oder das Hotel Weisses Kreuz (historisches Hotel direkt im Zentrum, wo angeblich sogar Mozart geschlafen hat — aber wer in Österreich hat das nicht 😁). In Hall ist das Parkhotel Hall ausgezeichnet.

Tag 7. Großglockner — die schönste Straße der Alpen (und ein würdiges Finale)

Großglockner Hochalpenstraße
Foto: Karsten Würth, CC0, Wikimedia Commons

Den letzten Tag haben wir uns das absolute Highlight aufgehoben. Die Großglockner Hochalpenstraße ist wohl die schönste Straße, die wir je gefahren sind. Und wir sind schon viele gefahren. Es sind 48 km Alpenstraße, die auf 2.504 Meter Höhe ansteigt, sich zwischen Gletschern und schneebedeckten Gipfeln hindurchschlängelt und Ausblicke bietet, bei denen einem buchstäblich die Augen wehtun vor Schönheit. Keine Übertreibung.

Von Innsbruck nach Heiligenblut (südlicher Zugang zum Großglockner) sind es ca. 2,5 Stunden. Fahrt so früh wie möglich los — in der Saison bilden sich auf der Straße Staus und die Aussichtspunkte an der Edelweißspitze und der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe sind oft überfüllt.

Maut: 41,50 € pro Pkw. Zahlung am Eingang, Kartenzahlung möglich.

Die Straße ist geöffnet üblicherweise von Anfang/Mitte Mai bis Ende Oktober, abhängig von den Schneeverhältnissen. Aktuellen Stand findet ihr auf grossglockner.at.

Die wichtigsten Stopps auf der Route (von Süden):

Heiligenblut — ein entzückendes Bergdorf mit der ikonischen Kirche, deren Turm sich vor den schneebedeckten Gipfeln erhebt. Hier solltet ihr frühstücken — das Café-Restaurant National Park Lodge hat eine Aussicht, bei der euch der Kaffee kalt wird, weil ihr nicht aufhören könnt zu schauen.

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369 m) — der Hauptaussichtspunkt mit Blick auf die Pasterze, den größten Gletscher Österreichs, und auf den Großglockner (3.798 m) selbst — den höchsten Berg Österreichs. Hier gibt es ein Museum, ein Restaurant und mehrere kurze Wanderwege. Der Gletscher schrumpft leider von Jahr zu Jahr — noch vor wenigen Jahren reichte er Hunderte Meter weiter. Es ist traurig, aber umso wichtiger, es zu sehen.

Edelweißspitze (2.571 m) — ein kurzer Abstecher von der Hauptstraße zum höchsten Punkt, den man mit dem Auto erreichen kann. 360°-Panorama — bei klarem Wetter seht ihr über 30 Dreitausender. Das ist der Ort, an dem Lukáš und ich standen und unseren Augen nicht trauten. Der Wind bläst euch ins Gesicht, ringsum Schnee und Fels, und ihr habt das Gefühl, auf dem Dach der Welt zu stehen.

Hochtor (2.504 m) — Tunneldurchfahrt am höchsten Punkt der Hauptstraße. Haltet auf dem Parkplatz vor dem Tunnel — hier gibt es einen kurzen Weg mit Informationstafeln zur Geschichte der Straße und zur Geologie.

Fuscher Törl — Aussichtspunkt mit Kapelle und wunderschönem Blick ins Tal. Ein guter Punkt für einen kurzen Stopp und Fotos.

Die gesamte Straße von Süd nach Nord (oder umgekehrt) lässt sich bequem in 3–4 Stunden befahren (inklusive Stopps für Aussichten und Fotos), aber ich empfehle, den ganzen Vor- und Nachmittag einzuplanen — ihr werdet an jeder Kurve anhalten wollen. Wer gerne wandert: Ab der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe beginnt der Gamsgrubenweg — ein einfacher Weg durch Felstunnel mit Gletscherblick (1 Stunde hin und zurück).

Nachmittags fahrt ihr die Nordseite hinunter nach Zell am See (ca. 45 Minuten ab Ferleiten), wo ihr den Roadtrip mit einem Bad im See oder einem Kaffee an der Promenade ausklingen lassen könnt. Alternativ geht’s weiter zurück nach Salzburg (1,5 Stunden ab Zell am See), von wo aus ihr die Heimreise antretet oder zum Flughafen fahrt.

💡 TIPP: Bei bewölktem Wetter oder Regen lohnt sich der Großglockner nicht — der ganze Sinn sind die Ausblicke. Tauscht lieber den Tag oder wartet ab. Die Vorhersage für Hochgebirgslagen findet ihr auf zamg.ac.at.

Wo übernachten (wenn noch eine Nacht nötig)

Wenn ihr Tag 7 in zwei Teile aufteilen wollt (oder erst am nächsten Tag fliegt), übernachtet in Heiligenblut — das Chalet Hotel Senger ist ein wunderschönes Alpenhotel mit Blick auf den Großglockner, ausgezeichnetem Restaurant und Wellnessbereich. Oder in Zell am See — das Hotel Neue Post direkt im Stadtzentrum am See.

Praktische Tipps zum Schluss

Was einpacken

Für einen Roadtrip durch Österreich im Sommer packt Schichten ein — im Tal können es 28 °C sein und auf dem Großglockner in 2.500 Metern Höhe 5 °C mit Wind. Packt auf jeden Fall eine Fleecejacke, eine Windjacke, bequeme Wanderschuhe (Tipps zu bewährten Schuhen findet ihr in unserem Artikel Wanderschuhe) und eine Regenjacke ein. Für die Bergseen sind Badesachen sinnvoll — auch im Sommer ist das Wasser frisch, aber erfrischend. 😅 Und wenn ihr nur mit Handgepäck reisen wollt, schaut in unseren Guide Nur mit Handgepäck reisen.

Wo Flüge finden

Günstige Flüge sucht ihr am besten über Kiwi — das ist unser liebstes Flugportal. Von Deutschland fliegen Eurowings und Lufthansa ab verschiedenen Städten nach Wien, aber oft ist es am schnellsten und bequemsten, einfach mit dem Auto zu fahren — von München oder Stuttgart aus seid ihr in wenigen Stunden da.

Versicherung

Für einen einwöchigen Roadtrip durch Österreich reicht eine klassische Reiseversicherung. Für kürzere Reisen in Europa nutzen wir die ADAC-Reiseversicherung oder ähnliche Anbieter, für längere Reisen dann True Traveller — eine ausführliche Bewertung findet ihr in unserem Artikel SafetyWing Erfahrungsbericht. Als EU-Bürger habt ihr zudem mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) Grundversorgung in Österreich abgedeckt.

eSIM und Internet

In Österreich funktioniert EU-Roaming, das heißt mit eurem deutschen Tarif mit Datenvolumen seid ihr versorgt. Wenn ihr mehr Daten braucht oder auch außerhalb der EU unterwegs seid, schaut in unseren Holafly Erfahrungsbericht.

Offline-Karte aufs Handy laden

💡 TIPP: Ladet euch Offline-Karten in Google Maps für die gesamte Route herunter — in den Bergen und in Tunneln gibt es oft keinen Empfang. Vor der Abreise die Bereiche Wien, Oberösterreich, Salzburger Land und Tirol herunterladen.

Häufig gestellte Fragen zum Roadtrip durch Österreich

Bevor ihr losfahrt, hier die Antworten auf Fragen, die wir von unseren Lesern zum 7-Tage-Roadtrip durch Österreich am häufigsten bekommen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Roadtrip durch Österreich: Reiseroute für 14 Tage

TL;DRDiese zweiwöchige Roadtrip-Route durch Österreich führt von Wien und dem Wachautal über Salzburg, Hallstatt und die Seen des Salzkammerguts, weiter über Innsbruck und das Stubaital zur Grossglockner Hochalpenstrasse und nach Zell am See, bis in den Süden nach Graz und an den Wörthersee. Die Gesamtstrecke liegt bei rund 1.500 km. Die besten Reisemonate sind Juni und September – dann sind die Bergstraßen geöffnet, die Seen angenehm warm und weniger Touristen unterwegs. Für zwei Personen liegt das Budget bei etwa 60.000–100.000 Kč ohne Flüge. Ein Auto ist ein Muss, schon wegen der Autobahnvignette (11,50 € für 10 Tage) und der Mautgebühr auf der Grossglockner Hochalpenstrasse (41,50 €). Zu den Highlights zählen die Aussichtsplattform Skywalk über Hallstatt, die Fahrt über den Grossglockner und ein Bad im Wörthersee, wo das Wasser bis zu 27 °C erreicht.

Österreich ist ein Land, in dem dir alle zwanzig Minuten Fahrt die Kinnlade runterklappt. Du fährst auf der Autobahn, schaust nach rechts – und plötzlich ragt ein schneebedeckter Alpengipfel empor, darunter ein smaragdgrüner See und am Ufer angelt seelenruhig ein älterer Herr Forellen. Und du fragst dich: „Wie konnte ich nur so lange warten, hierher zu kommen?“ 😅

Lukáš und ich sind schon mehrfach durch Österreich gereist – auf verlängerten Wochenenden nach Salzburg, für ein paar Tage zu den Tiroler Bergen und auf einen romantischen Trip zu den österreichischen Seen. Aber erst als wir uns einen richtigen zweiwöchigen Roadtrip durch Österreich gegönnt haben, wurde uns klar, wie unglaublich vielfältig dieses kleine Land ist. In 14 Tagen könnt ihr Wiener Kaffeehäuser genießen, eine Bootsfahrt auf der Donau machen, Hallstatt von der Aussichtsplattform bestaunen, den Grossglockner überqueren, in Alpenseen baden und das Ganze mit steirischem Wein im Süden abrunden.

In diesem Artikel findest du eine komplette Reiseroute für einen 14-tägigen Roadtrip durch Österreich – Tag für Tag, mit konkreten Orten, Restaurants, Unterkunftstipps und Budget. Egal ob du einen Sommerurlaub zu zweit, einen Familienausflug oder ein Solo-Abenteuer planst – dieser Guide spart dir Stunden an Planung. Versprochen. ☺️

Zusammenfassung

  • Ideale Dauer des Roadtrips: 14 Tage sind das perfekte Tempo – ihr schafft Wien, die Alpen und den Süden, ohne ständig im Auto zu sitzen.
  • Beste Reisezeit: Juni und September – schönes Wetter, offene Bergstraßen, weniger Touristen als im Hochsommer.
  • Budget: Rechnet mit ca. 2.400–3.800 € für zwei Personen für 14 Tage (ohne Flüge), je nach Unterkunftstyp.
  • Ein Auto ist ein Muss – mit dem Zug kommt ihr nach Wien und Salzburg, aber zu den Seen, auf den Grossglockner und in kleinere Orte gelangt ihr ohne Auto nicht.
  • Vignette für Österreich kostet 11,50 € für 10 Tage – ohne droht eine Strafe von bis zu 240 €.
  • Top 3 Erlebnisse: Grossglockner Hochalpenstraße (schönste Bergstraße Europas), Hallstatt vom Skywalk, Baden im Wörthersee.
  • Worauf ihr achten solltet: Maut auf Bergpässen (wird zusätzlich zur Vignette bezahlt), Parken in der Wiener Innenstadt ist die Hölle, in Hallstatt herrscht Massenandrang – fahrt früh morgens hin.
  • Unterkünfte mindestens 2 Monate im Voraus buchen, besonders Hallstatt und das Salzkammergut im Sommer.
Sehenswürdigkeiten in Hallstatt, Urlaub in Österreich
Aussicht auf Hallstatt

Wann fahren und wie den Roadtrip durch Österreich vorbereiten

Österreich ist zu jeder Jahreszeit wunderschön, aber für einen Roadtrip mit dem Auto gibt es einen klaren Gewinner: Juni und September. Im Juni ist es bereits warm genug zum Baden in den Seen (das Wasser der Alpenseen erreicht angenehme 20–24 °C), die Bergstraßen sind offen (der Grossglockner öffnet meist im Mai) und die Touristenmassen sind noch nicht in voller Stärke da. Der September begeistert mit Altweibersommer, weniger Touristen und günstigeren Unterkunftspreisen.

Juli und August sind natürlich auch schön, aber rechnet damit, dass Hallstatt vor Touristen überquillt, die Unterkunftspreise in die Höhe schießen und es an den Seen voll wird. Wer in der Hauptsaison fährt, sollte die Unterkünfte so früh wie möglich buchen.

Frühling (April–Mai) eignet sich für Städte, aber Bergpässe können noch geschlossen sein und zum Baden an den Seen ist es zu kühl.

Anreise nach Österreich und Fortbewegung

Mit dem Auto aus Deutschland ist es am bequemsten – von München nach Wien sind es etwa 4 Stunden, von Nürnberg knapp 5 Stunden. Wir starten den Roadtrip meistens in Wien.

Per Flugzeug – wenn ihr fliegt, fliegt nach Wien. Von deutschen Flughäfen gibt es günstige Verbindungen mit Eurowings, Lufthansa oder Austrian Airlines. Vom Flughafen holt ihr euch ein Mietauto und los geht’s.

Mietwagen: Lukáš und ich haben seit langem gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen. Es vergleicht die Preise aller Vermieter und zeigt euch die Versicherungen übersichtlich auf einen Blick. Für Österreich empfehle ich:

  • Ein Auto mit ausreichend Leistung – ihr fahrt viel bergauf, und einen schwachen Motor dankt euch am Grossglockner niemand.
  • Automatik – in den Bergen kommt ihr mit Schaltgetriebe ordentlich ins Schwitzen (buchstäblich und mental 😅).
  • Vollkasko ohne Selbstbeteiligung – auf Bergstraßen kann mal ein Steinchen fliegen, da wollt ihr keinen Ärger mit der Selbstbeteiligung.

Worauf beim Fahren in Österreich achten

  • Vignette für Österreich: Pflicht auf Autobahnen und Schnellstraßen. Die digitale Vignette für 10 Tage kostet 11,50 €, für 2 Monate 28,90 €. Kauft sie online auf asfinag.at – sie gilt sofort. Ohne Vignette droht eine Strafe von bis zu 240 €!
  • Maut auf Bergpässen: Die Grossglockner Hochalpenstraße kostet 41,50 € pro Auto (2025), die Gerlos Alpenstraße 13,50 €. Diese Gebühren fallen ZUSÄTZLICH zur Vignette an.
  • Geschwindigkeitslimits: Autobahn 130 km/h, Landstraße 100 km/h, innerorts 50 km/h (mancherorts 30 km/h). Die Bußgelder sind deutlich höher als in Deutschland – 150 € für 30 km/h zu viel innerorts sind Standard.
  • Winterausrüstung: Wer im Frühjahr oder Herbst fährt, sollte Schneeketten im Auto haben – auf manchen Bergstraßen sind sie auch außerhalb des Winters Pflicht.
  • Parken in Wien: Die gesamte Innenstadt ist eine gebührenpflichtige Parkzone. Sucht euch ein Hotel mit Parkplatz oder stellt das Auto auf einem Park-and-Ride-Parkplatz ab und nutzt die Öffis.

Kosten 14-tägiger Roadtrip Österreich + Unterkünfte

Österreich ist kein günstiges Land, aber es ist auch nicht die Schweiz. Mit vernünftiger Planung lässt sich der Roadtrip in einem akzeptablen Budget bewältigen. Hier eine Orientierung der Kosten für zwei Personen für 14 Tage:

PositionBudget (für zwei)
Unterkunft (13 Nächte)1.000–1.800 €
Mietwagen (14 Tage)320–600 €
Benzin160–240 €
Vignette + Maut100–140 €
Essen und Trinken600–880 €
Eintritte und Aktivitäten200–320 €
Gesamtca. 2.400–3.800 €

Spartipp: Der größte Posten ist die Unterkunft. Wechselt zwischen Hotels und Apartments (im Apartment könnt ihr euch Frühstück selbst machen und spart 15–20 € pro Tag). In den Alpenregionen sucht nach Gasthöfen und Pensionen – sie sind günstiger als Hotels und haben oft fantastische Frühstücke mit lokalen Produkten.

Wo übernachten — allgemeine Tipps

Die Unterkünfte in Österreich haben eine besondere Qualität – selbst die kleinsten Pensionen sind sauber, gemütlich und versprühen diese typische alpine Atmosphäre mit Holzmöbeln und Bergblick. Preislich solltet ihr rechnen mit:

  • Wien: 70–130 €/Nacht für ein Doppelzimmer im Zentrum
  • Salzburg: 80–140 €/Nacht (im Zentrum teurer)
  • Hallstatt und Salzkammergut: 90–160 €/Nacht (in der Saison steigen die Preise)
  • Innsbruck und Tirol: 70–120 €/Nacht
  • Kleinere Städte (Graz, Wachau, Semmering): 60–100 €/Nacht

Konkrete Unterkunftstipps gebe ich bei jedem Tag separat an.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in Österreich übernachten kann
6 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Tag für Tag: 14-tägige Reiseroute durch Österreich

Und jetzt kommen wir zum Hauptteil – die komplette Route Tag für Tag. Die Reiseroute ist so aufgebaut, dass ihr eine Mischung aus Großstädten, Bergnatur, Seen und kulturellen Erlebnissen bekommt. Die Fahrten dauern meistens unter 2 Stunden, sodass ihr nicht die Hälfte des Urlaubs im Auto verbringt. ☺️

Hier ist die Übersicht der gesamten Route – wohin es geht und wo ihr jede Nacht schlaft. Wenn ihr weniger Zeit habt, schaut euch unsere 7-Tage-Version des Roadtrips an.

TagRoute und TransferWo übernachten
1.–2.Wien – Schönbrunn, Belvedere und ZentrumWien
3.Wien → Wachau-Tal (~1,5 Std.)Wachau
4.–5.Wachau → Salzburg (~2,5 Std.), Berchtesgaden und KönigsseeSalzburg
6.Salzburg → Hallstatt (~1,5 Std.)Hallstatt
7.Hallstatt → Salzkammergut – AlpenseenSalzkammergut
8.Salzkammergut → Innsbruck über Kitzbühel (~2,5 Std.)Innsbruck
9.Innsbruck → StubaitalStubaital
10.–11.Stubaital → Grossglockner Hochalpenstraße → Zell am See, Krimmler WasserfälleZell am See
12.Zell am See → Graz (~3 Std.)Graz
13.Graz → Wörthersee (~1,5 Std.)Wörthersee
14.Wörthersee → Semmering → Rückreise
Die Gesamtstrecke beträgt etwa 1.500 km. Die Fahrzeiten sind Richtwerte ohne Zwischenstopps.

Tag 1. Wien — Ankunft und erste Kostprobe

Votivkirche in Wien

Der erste Tag ist Anreisetag, also plant nichts Verrücktes. Kommt in Wien an, checkt ein und macht einen Erkundungsspaziergang. Wenn ihr vormittags ankommt, habt ihr Zeit für mehr – bei Ankunft am Nachmittag reicht es, durch das Zentrum zu schlendern und die Atmosphäre aufzusaugen.

Was ihr schaffen könnt: Spaziert vom Stephansdom (Eintritt frei, Turm 6 €) über den Graben und den Kohlmarkt bis zur Hofburg. Diese Runde dauert etwa eine Stunde zu Fuß und ihr kommt durch die schönsten Ecken der Innenstadt.

Auf einen Kaffee geht ins Café Central (Herrengasse 14) – ja, es ist touristisch, aber die Atmosphäre unter den hohen Gewölben ist es wert. Ein Wiener Melange (ähnlich wie Cappuccino) kostet hier rund 7 €. Wer etwas Authentischeres ohne Touristen sucht, probiert das Café Sperl (Gumpendorfer Str. 11) – das ist unser Lieblings-Wiener-Kaffeehaus. Ältere Kellner, Zeitungen auf Holzständern, Apfelstrudel wie bei Oma.

Zum Abendessen geht zum Figlmüller für das berühmte Wiener Schnitzel – es ist riesig, hängt über den Tellerrand und kostet rund 17–19 €. Reserviert vorher, die Schlangen sind wahnsinnig. Alternativ das Plachutta für Tafelspitz (gekochtes Rindfleisch) – teurer, aber ein kulinarisches Erlebnis.

Wo übernachten in Wien

In Wien empfehle ich eine Unterkunft in der Nähe der Mariahilfer Straße (6. oder 7. Bezirk) – zentrumsnah, viele Restaurants ringsum und Öffis direkt vor der Tür. Das Motel One Wien-Staatsoper hat ein super Preis-Leistungs-Verhältnis, oder probiert das Boutique-Hotel Hotel Motto im 5. Bezirk.

Wer mit dem Auto anreist, sollte ein Hotel mit Parkplatz wählen – Straßenparken in Wien ist ein Albtraum und kostet 2,40 €/Stunde (max. 2 Stunden).

Tag 2. Wien — Schönbrunn, Belvedere und Wein

Schloss Schönbrunn in Wien
Foto: Thomas Wolf, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Heute habt ihr den ganzen Tag für Wien – nutzt ihn voll aus. Startet morgens in Schönbrunn – das Schloss öffnet um 8:30 Uhr und morgens ist es noch ruhig (gegen 10 Uhr rollen die Touristenbusse an). Der Eintritt liegt bei 22–29 € je nach Umfang der Führung. Die Gärten sind kostenlos und wunderschön – geht bis zur Gloriette auf dem Hügel, der Blick über Wien ist fantastisch.

Nachmittags geht weiter zum Belvedere – der Obere Palast beherbergt eine der besten Kunstsammlungen Europas, darunter Klimts „Der Kuss“. Eintritt 16,50 €. Die Gärten sind wieder kostenlos und herrlich zum Spazieren.

Falls noch Zeit (und Energie) bleibt, macht einen Abstecher zum Naschmarkt – das ist Wiens kulinarisches Paradies mit Essen aus aller Welt. Hier könnt ihr günstig zu Mittag essen – probiert das Neni am Naschmarkt für nahöstliche Küche.

Abends macht etwas, das die meisten Touristen auslassen: Fahrt auf ein Glas Wein nach Grinzing oder Nussdorf am Stadtrand. Die Heurigen (Weinschenken) sind typisch wienerisch – ihr sitzt im Garten unter Weinreben, trinkt jungen Wein und esst eine kalte Platte mit lokalen Käsesorten und Schinken. Die Atmosphäre ist unvergesslich. Probiert den Heuriger Mayer am Pfarrplatz – hier soll sogar Beethoven getrunken haben (na gut, vielleicht nicht genau diesen Wein 😅).

Tag 3. Wachau — Donau, Marillen und Weinberge

Wachau-Tal mit der Donau bei Melk
Foto: Jakub Hałun, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Morgens packt die Koffer ins Auto und fahrt Richtung Westen – Ziel ist das Wachau-Tal, eines der schönsten Flusstäler Europas (UNESCO). Von Wien aus sind es etwa eineinviertel Stunden.

Haltet in Melk an – das Benediktinerstift Stift Melk thront auf einem Felsen über der Donau und ist ein absolut beeindruckendes Bauwerk. Eintritt 14,50 €, die Besichtigung dauert etwa 1,5 Stunden. Die barocke Bibliothek und der Marmorsaal rauben einem den Atem.

Von Melk fahrt entlang der Donau durch malerische Dörfer wie Spitz an der Donau und Weißenkirchen nach Dürnstein – das ist das blau-weiße Städtchen mit der Burgruine, in der angeblich Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde. Schlendert durch die Gassen, probiert Marillen-Produkte (Marillenlikör, Marillenknödel, Marillenmarmelade – Marillen einfach überall 😁) und haltet in einem der Weinkeller für einen Grüner Veltliner – das ist der typisch österreichische Weißwein, und hier in der Wachau ist er am besten.

Zum Mittagessen empfehle ich das Restaurant Loibnerhof in Unterloiben – ausgezeichnete regionale Küche mit Blick auf die Weinberge. Oder das Landhaus Bacher in Mautern, wenn ihr Fine Dining wollt.

Wer Lust hat, macht eine Schifffahrt auf der Donau von Melk nach Krems (oder umgekehrt) – sie dauert etwa 1,5 Stunden und führt durch den schönsten Abschnitt des Tals. Die DDSG Blue Danube betreibt regelmäßige Verbindungen, der Preis liegt bei ca. 29 € pro Richtung.

Wo übernachten in der Wachau

Übernachtet direkt im Tal – das Gartenhotel & Weingut Pfeffel in Dürnstein hat einen herrlichen Blick auf die Donau und ein eigenes Weingut. Oder probiert das Hotel Richard Löwenherz – ein romantisches Hotel direkt unter der Burgruine.

Tag 4. Salzburg — Mozarts Stadt

Altstadt von Salzburg
Altstadt von Salzburg

Von der Wachau geht es weiter Richtung Westen nach Salzburg – die Fahrt dauert etwa 2,5 Stunden auf der Autobahn. Den Nachmittag widmet ihr der Altstadt.

Salzburg ist kompakt und lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Startet in der Getreidegasse – der berühmten Einkaufsstraße mit den schmiedeeisernen Zunftschildern, wo sich auch Mozarts Geburtshaus befindet (Eintritt 12 €). Schlendert über den Residenzplatz und den Domplatz, gönnt euch einen Kaffee mit Blick auf den Brunnen.

Wer noch Energie hat, fährt mit der Standseilbahn zur Festung Hohensalzburg (Eintritt inkl. Bahn 16,30 €) – eine der größten mittelalterlichen Festungen Europas, und der Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge ist atemberaubend. Wir haben dort fast zwei Stunden verbracht und wollten gar nicht mehr runter.

Zum Abendessen geht ins Stiftskeller St. Peter – angeblich das älteste Restaurant Europas (ununterbrochen in Betrieb seit dem Jahr 803!). Das Essen ist ausgezeichnet, Preise um die 18–28 € pro Hauptgericht. Oder probiert das Triangel in der Wiener-Philharmoniker-Gasse – kleiner, günstiger, lokaler.

Wer noch mehr Tipps für Salzburg möchte, findet bei uns einen ausführlichen separaten Artikel mit detailliertem Guide.

Wo übernachten in Salzburg

Quartiert euch im Zentrum oder am rechten Salzachufer ein – das Hotel am Dom liegt mitten im Herzen der Altstadt, das IMLAUER HOTEL PITTER bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis nahe dem Hauptbahnhof. Für die günstigere Variante probiert das MEININGER Hotel Salzburg City Center.

Tag 5. Salzburg und Umgebung — Berchtesgaden und Königssee

Königssee bei Berchtesgaden
Foto: Diego Delso, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Den zweiten Tag in der Region Salzburg nutzt ihr für einen Ausflug über die Grenze – zum deutschen Berchtesgaden sind es von Salzburg nur 30 Minuten, und es lohnt sich.

Der Königssee ist einer der saubersten Seen Europas – das Wasser ist so klar, dass man den Grund noch in mehreren Metern Tiefe sieht. Nehmt das Elektroboot zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä (Hin- und Rückfahrt 19,50 €, dauert ca. 1,5 Stunden inkl. Halt). Die rot-weiße Kirche vor der Kulisse steiler Felswände wirkt wie aus einem Märchen.

Wer Lust auf eine Wanderung hat, fährt mit dem Boot weiter bis ans Ende des Sees nach Salet und wandert zum Obersee (ca. 15 Minuten zu Fuß) – ein kleinerer See in wilderer Umgebung, wunderbar für ein Picknick.

Mittagessen direkt am See – der Stand bei St. Bartholomä verkauft hervorragenden Räucherfisch. Oder haltet auf dem Rückweg in Berchtesgaden im Bräustübl für bayerische Küche an.

Nachmittags könnt ihr noch einen Abstecher zum Kehlsteinhaus (Adlerhorst) machen – Hitlers Teehaus auf dem Berggipfel. Interessant eher aus historischer als architektonischer Sicht, aber die Aussicht ist phänomenal. Achtung – man kommt nur mit einem speziellen Bus hinauf (Preis inkl. Bus ca. 22 €), mit dem Auto gelangt man nicht hin.

Vergesst eure Wanderschuhe nicht – ihr werdet sie praktisch jeden Tag dieses Roadtrips brauchen.

Wo übernachten

Bleibt noch eine Nacht in Salzburg (gleiche Unterkunft wie Tag 4).

Tag 6. Hallstatt — meistfotografierter Ort Österreichs

Sehenswürdigkeiten in Hallstatt, Urlaub in Österreich
Aussicht auf Hallstatt

Von Salzburg nach Hallstatt sind es etwa anderthalb Stunden. Brecht so früh wie möglich auf – das ist der entscheidende Tipp. Hallstatt ist wunderschön, aber in der Saison strömen täglich Tausende von Touristen hin, und ab 10 Uhr vormittags ist es dort irrsinnig voll. Um 8 Uhr morgens habt ihr das Städtchen fast für euch allein.

Hallstatt ist genau so fotogen, wie es auf Instagram aussieht – kleine bunte Häuser, eingezwängt zwischen See und steilem Fels. Spaziert die Hauptgasse entlang, haltet am Aussichtspunkt bei der evangelischen Kirche (DAS ist das ikonische Bild) und wenn ihr euch traut, besucht das Beinhaus in der Michaelskapelle – mit Blumen bemalte und mit Namen beschriftete Schädel sind faszinierend und ein wenig gruselig zugleich.

Die Skywalk-Aussichtsplattform beim Salzbergwerk ist fantastisch – ihr fahrt mit der Standseilbahn hinauf (Eintritt inkl. Salzbergwerk 40 €, nur Bahn und Skywalk 22 €) und von der über dem Abgrund schwebenden Plattform seht ihr Hallstatt, den See und das gesamte Tal. Jeden Cent wert.

Mittagessen: Die Restaurants direkt in Hallstatt sind überteuert und mittelmäßig – klassische Touristenfalle. Besser in Obertraun oder auf dem Weg nach Gosau essen. Wenn ihr doch in Hallstatt essen wollt, ist der Gasthof Zauner wohl die verlässlichste Wahl.

Wichtige praktische Info: In Hallstatt ist Parken schwierig. Der Parkplatz P1 beim Tunnel kostet 12 €/Tag (2025) und ist in der Saison oft schon um 9 Uhr voll. Alternativ parkt in Obertraun oder bei der Standseilbahn und nehmt das Boot nach Hallstatt oder geht zu Fuß.

Wo übernachten bei Hallstatt

Ich empfehle nicht, direkt in Hallstatt zu übernachten – es ist teuer und abends ist dort sowieso nichts los. Besser in Obertraun (10 Min. mit dem Auto) oder Bad Goisern (15 Min.). Das Heritage Hotel Hallstatt ist traumhaft, wenn ihr Luxus wollt. Für ein vernünftiges Budget probiert den Gasthof Pension Hirlatz in Hallstatt oder das Haus Salzkammergut in Obertraun.

Tag 7. Salzkammergut — Seen wie aus dem Märchen

Alpensee in Österreich

Heute erwartet euch das Schönste, was Österreich zu bieten hat – die Region Salzkammergut mit Dutzenden von Seen, einer schöner als der andere. Falls ihr unseren Artikel über die österreichischen Seen noch nicht gelesen habt, ist jetzt der richtige Zeitpunkt.

Startet am Wolfgangsee – haltet im Ort St. Wolfgang, spaziert am Ufer entlang, und wenn ihr Lust auf ein Retro-Erlebnis habt, nehmt die historische Dampfzahnradbahn Schafbergbahn auf den Gipfel des Schafbergs (ca. 47 € hin und zurück). Der Blick auf sieben Seen vom Gipfel ist wohl das beste Panorama, das ich in Österreich erlebt habe.

Weiter zum Mondsee – der See, der aus dem Film „The Sound of Music“ bekannt ist (die Hochzeitsszene wurde in der Basilika im Ort Mondsee gedreht). Das Wasser ist hier wärmer als in den anderen Seen, und im Sommer schwimmt es sich herrlich.

Der Traunsee ist der größte und tiefste See der Region – das Städtchen Gmunden am Ufer ist zauberhaft, mit dem Seeschloss Ort auf einer kleinen Insel. Gönnt euch hier ein Mittagessen im Seerestaurant am Traunsee direkt am Wasser.

Nachmittags könnt ihr noch am Attersee vorbeifahren – dem größten See im Salzkammergut und im Sommer ein beliebter Badeort. Gustav Klimt hat hier gemalt, und es gibt einen nach ihm benannten Themenweg.

Wo übernachten im Salzkammergut

Ich empfehle eine Unterkunft bei St. Wolfgang oder am Mondsee – beide Orte sind wunderschön zum Übernachten und ihr seid nah an allen Seen. Das Im Weissen Rössl in St. Wolfgang ist ein legendäres Hotel direkt am See (aber hochpreisig). Das Seehotel Lackner am Mondsee bietet ein Zimmer mit Seeblick zu fairem Preis.

Tag 8. Weiterfahrt nach Innsbruck über Kitzbühel

Innsbruck und die umliegenden Alpen

Heute steht eine längere Fahrt nach Westen in Richtung Tirol an – etwa 2,5–3 Stunden, aber unterwegs lässt sich wunderbar anhalten.

Kitzbühel ist ein luxuriöser Skiort, der auch im Sommer bezaubernd ist. Das mittelalterliche Zentrum mit bunten Häusern sieht aus wie aus dem Bilderbuch. Schlendert durch die Hauptstraße, trinkt einen Kaffee in einem der Cafés am Platz und wenn ihr Zeit habt, fahrt mit der Gondel auf den Hahnenkamm (10 € hin und zurück) – im Winter findet hier das legendäre Ski-Abfahrtsrennen statt, im Sommer gibt es schöne Wanderwege.

In Innsbruck kommt ihr nachmittags an. Falls ihr noch nicht dort wart, wird euch Innsbruck mit seiner Kompaktheit und Schönheit überraschen. Spaziert durch die Altstadt – die Maria-Theresien-Straße mit Blick auf schneebedeckte Gipfel ist ikonisch, das Goldene Dachl ist kleiner als erwartet (aber hübsch), und die bunten Häuser entlang des Inn sind aus jedem Winkel fotogen.

Zum Abendessen empfehle ich den Stiftskeller Innsbruck für traditionelle Tiroler Küche (Tiroler Gröstl – eine Pfanne mit Kartoffeln und Fleisch, ca. 16 €) oder Die Wilderin für moderne alpine Gastronomie.

Wo übernachten in Innsbruck

Nala Individuell Hotel – tolles Boutique-Hotel im Zentrum mit modernem Design. Hotel Weisses Kreuz – historisches Hotel mitten in der Altstadt, in dem angeblich sogar Mozart übernachtet hat. Für eine günstigere Variante das Stage 12 in der Nähe des Zentrums.

Tag 9. Stubaital — Alpental wie aus dem Kalender

Alpental Stubaital in Tirol
Foto: Jörg Braukmann, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Heute geht’s ins Stubaital – nur 20 Minuten Fahrt von Innsbruck, und es fühlt sich an, als wärt ihr in eine andere Welt versetzt worden. Steile grüne Hänge, Wasserfälle, Berghütten und eine Luft so klar, dass einem fast schwindelig wird.

Die Hauptattraktion ist der Stubaier Gletscher – mit der Seilbahn geht es auf 3.210 m Höhe, und oben erwartet euch die Aussichtsplattform Top of Tyrol, von der ihr Dutzende Alpengipfel im 360°-Panorama seht. Der Preis für die Seilbahn liegt bei ca. 52 € hin und zurück (2025). Selbst im Sommer liegt hier Schnee und die Temperatur bewegt sich um 0–5 °C, also nehmt eine Jacke mit!

Auf dem Rückweg haltet am Grawa-Wasserfall – dem größten Wasserfall Tirols, der kostenlos vom Parkplatz aus erreichbar ist (5 Min. Fußweg). Ihr steht so nah dran, dass euch der Sprühnebel erfrischt.

Mittagessen auf der Berghütte – in der Dresdner Hütte beim Gletscher oder im Gasthof Grawa unten beim Wasserfall. Die Tiroler Speckknödel sind hier fantastisch.

Nachmittags könnt ihr eine der vielen markierten Wanderwege im Tal gehen oder euch einfach auf eine Terrasse setzen, ein Bier bestellen und die Berge anschauen. Manchmal ist das der beste Plan. ☺️

Wo übernachten

Bleibt noch eine Nacht in Innsbruck (gleiche Unterkunft wie Tag 8) oder fahrt ins Stubaital – das Hotel Stubaierhof in Schönberg ist ein angenehmes Familienhotel.

Tag 10. Grossglockner Hochalpenstraße — schönste Straße Europas

Hochalpenstraße Grossglockner
Foto: Karsten Würth, CC0, Wikimedia Commons

Das ist der Tag, an den ihr euch noch Jahre später erinnern werdet. Die Grossglockner Hochalpenstraße ist eine 48 km lange Bergstraße, die euch auf 2.504 m Höhe bringt und Ausblicke bietet, die einem den Atem rauben. Und zwar wörtlich. Lukáš saß am Steuer und ich habe mich abwechselnd am Sitz festgehalten und wie verrückt fotografiert. 😅

Maut: 41,50 € pro PKW (2025). Bezahlt wird am Einfahrtspunkt. Die Straße ist in der Regel von Mai bis Oktober geöffnet (abhängig von den Schneeverhältnissen – checkt grossglockner.at).

Route: Am schönsten ist es, von Norden über Bruck an der Großglocknerstraße Richtung Süden zu fahren. Haltet an den Aussichtspunkten – es gibt Dutzende, und jeder bietet einen anderen Blickwinkel. Verpasst nicht:

  • Edelweißspitze (2.571 m) – höchster mit dem Auto erreichbarer Punkt, 360°-Panorama
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – Aussicht auf die Pasterze, den größten Gletscher Österreichs, und auf den Großglockner selbst (3.798 m). Hier gibt es auch ein Infozentrum und ein Restaurant.
  • Fuscher Törl – Passhöhe mit Denkmal und herrlichem Talblick

Die gesamte Fahrt dauert 2–4 Stunden, je nachdem wie oft ihr anhaltet (und ihr werdet oft anhalten, glaubt mir). Für die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe plant mindestens eine Stunde ein.

Zum Mittagessen esst oben im Restaurant bei der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe oder nehmt ein Picknick mit – an den Aussichtspunkten stehen Bänke mit einem Ausblick, von dem Restaurants im Tal nur träumen können.

Wo übernachten — Zell am See

Nach der Abfahrt vom Grossglockner weiter nach Zell am See (ca. 30 Min.) – ein wunderschöner Ort am See, wo ihr nach dem anstrengenden Tag an der Alpenstraße herrlich entspannen könnt.

Das Hotel Mavida Wellnesshotel & Spa hat Pool und Wellness – genau das, was ihr nach einem Tag am Grossglockner braucht. Das Boutique Hotel steinerwirt1493 liegt direkt im Zentrum von Zell am See mit alpinem Charme.

Tag 11. Zell am See und Krimmler Wasserfälle

Zell am See und Kaprun in den österreichischen Alpen

Morgens genießt Zell am See – spaziert am Seeufer entlang, fahrt mit der Seilbahn auf die Schmittenhöhe (37 € hin und zurück) mit 360°-Blick auf den See und die umliegenden Dreitausender, oder badet einfach im See (im Sommer erreicht das Wasser angenehme 20–23 °C).

Nachmittags macht einen Ausflug zu den Krimmler Wasserfällen – den höchsten Wasserfällen Österreichs (und unter den höchsten in ganz Europa) mit einer Gesamthöhe von 380 Metern in drei Stufen. Eintritt 6 € (2025), vom Parkplatz zur unteren Stufe sind es 10 Minuten, bis zum oberen Ende dauert der Weg etwa eine Stunde und ist ziemlich steil, aber schön ausgeschildert.

Lohnt es sich? Absolut. Der Moment, wenn ihr vor der mittleren Stufe steht und eine gewaltige Wassermasse nur wenige Meter von euch entfernt in die Tiefe stürzt, ist unbeschreiblich. Nehmt eine Regenjacke oder zumindest eine Kapuze mit – der Sprühnebel des Wasserfalls durchnässt euch bis auf die Haut.

Auf dem Rückweg haltet im Ort Mittersill zum Abendessen – der Gasthof Bräurup hat ausgezeichnete Küche und lokales Bier.

Wo übernachten

Bleibt eine zweite Nacht in Zell am See (gleiche Unterkunft wie Tag 10).

Tag 12. Weiter in den Süden — Graz und steirische Weinberge

Altstadt von Graz
Foto: Scotch Mist, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Heute steht eine längere Fahrt in den Südosten nach Graz an – etwa 3 Stunden. Aber keine Sorge, Graz ist es wert. Es ist die zweitgrößte Stadt Österreichs, wird aber von Touristen im Vergleich zu Wien und Salzburg völlig übersehen – und das ist schade, denn die Stadt ist wunderschön, hat hervorragendes Essen und eine ganz andere Atmosphäre.

Graz hat ein UNESCO-Zentrum mit Renaissance- und Barockhäusern, eine moderne Kunstszene und die beste kulinarische Tradition Österreichs. Spaziert über den Hauptplatz, steigt auf den Schlossberg (Hügel mitten in der Stadt mit dem Uhrturm – dem Wahrzeichen von Graz, kostenlos) und schlendert am Fluss Mur entlang am futuristischen Kunsthaus Graz vorbei (die Blase sieht aus wie ein Alien, aber irgendwie passt es zur Stadt 😁).

Beim Essen ist Graz absolute Spitzenklasse. Geht auf den Kaiser-Josef-Platz Markt (Bauernmarkt, vormittags) für lokale Käsesorten, Schinken und steirische Kürbis-Spezialitäten. Zum Abendessen empfehle ich Der Steirer – authentische steirische Küche mit Fokus auf lokale Produkte. Ihr Backhendl (Brathähnchen) ist legendär, Preis um die 16 €.

Steirisches Kürbiskernöl – das MÜSST ihr probieren. Dunkelgrün, nussig, völlig anders als Olivenöl. Kauft euch eine Flasche als Mitbringsel (gibt’s auf dem Markt oder in Delikatessenläden überall in der Stadt).

Wo übernachten in Graz

Das Hotel Daniel Graz – modern, designbetont, direkt am Hauptbahnhof. Das Hotel Wiesler – Boutique-Hotel am Murufer mit schönem Ausblick. Für ein kleineres Budget das A&O Hostel Graz oder das Meininger Hotel Graz.

Tag 13. Wörthersee — die alpine Riviera

Wörthersee in Kärnten
Foto: Johann Jaritz, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Von Graz geht es weiter südwestlich zum Wörthersee – dem bekanntesten und wärmsten österreichischen See (ca. 2 Stunden Fahrt). Das Wasser erreicht im Sommer bis zu 27 °C – hier kann man tatsächlich schwimmen, statt nur den großen Zeh reinzuhalten und wegzulaufen.

Der Hauptort am See ist Velden am Wörthersee – ein eleganter Kurort, an dem im Sommer ein Porsche neben dem anderen parkt und die Atmosphäre eher an die italienische Riviera als an Österreich erinnert. Spaziert über die Promenade, gönnt euch ein Mittagessen in einem der Seerestaurants und genießt nachmittags das Baden.

Wer Ruhe sucht, fährt ans Südufer – die Strände sind dort weniger überfüllt. Ein wunderschönes Strandbad ist das Strandbad Maiernigg (Eintritt ca. 7 €).

Klagenfurt (Landeshauptstadt Kärntens, 20 Min. vom Wörthersee) lohnt einen kurzen Abstecher – die Altstadt ist angenehm zum Flanieren, der Lindwurm (Drache) am Hauptplatz ist das Stadtsymbol und im Sommer herrscht lebhafte Atmosphäre.

Zum Abendessen: Das Landhaus Bacher (ja, der gleiche Name wie in der Wachau, aber ein anderes Restaurant 😅) in Velden oder das Restaurant Maria Loretto in Klagenfurt – Terrasse direkt über dem See, romantisches Abendessen mit Blick auf den Sonnenuntergang.

Wo übernachten am Wörthersee

Das Falkensteiner Schlosshotel Velden ist die Luxuswahl mitten in Velden. Das Seepark Hotel hat einen eigenen Badestrand am See. Für ein vernünftiges Budget probiert das Hotel Barry Memle Lakeside Resort oder Apartments am Südufer.

Tag 14. Semmering und Rückreise — letztes Alpenerlebnis

Bergort Semmering
Foto: D-Kuru, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Letzter Tag des Roadtrips – vom Wörthersee fahrt ihr zurück Richtung Nordosten. Die Fahrt nach Wien (oder zur deutschen Grenze) dauert etwa 3,5 Stunden, aber unterwegs legt einen Stopp am Semmering ein.

Der Semmering ist ein historischer Bergkurort, der um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert der Lieblingsrückzugsort der Wiener High Society war. Die Semmeringbahn (UNESCO) ist die erste Bergeisenbahnstrecke der Welt – auch wenn ihr nicht damit fahrt, könnt ihr mit dem Auto entlangfahren und die Viadukte und Tunnel in den grünen Hügeln bewundern.

Haltet am Semmering-Pass an – hier gibt es ein paar Hotels, Cafés und wunderschöne Aussichten nach beiden Seiten. Das Hotel Panhans ist ein Grandhotel der Belle Époque, in dem ihr auf der Terrasse einen stilvollen Kaffee mit Kuchen genießen könnt (der Apfelstrudel hier ist hervorragend).

Wer Zeit für eine kurze Wanderung hat (1–2 Stunden), steigt auf den Sonnwendstein (1.523 m) – vom Parkplatz am Pass ist es etwa eine Stunde hinauf, und der Blick auf die Alpen und das Wiener Becken ist ein wunderbarer Schlusspunkt des Roadtrips.

Nachmittags weiter nach Wien (1 Stunde) oder direkt auf die Heimreise nach Deutschland (von Wien nach München sind es etwa 4 Stunden).

Wo übernachten

Wer noch eine letzte Nacht in Österreich genießen möchte, für den ist das Grand Hotel Panhans am Semmering ein Erlebnis für sich – ein historisches Hotel mit riesigen Zimmern und nostalgischer Atmosphäre. Ansonsten weiter nach Hause oder in Wien übernachten.

Praktische Tipps zum Schluss

Ein paar Dinge, die ich aus eigener Erfahrung gelernt habe und die euch Nerven sparen:

  • Ladet euch Offline-Karten herunter – in den Bergen bricht das Mobilfunknetz oft ab. Google Maps oder Komoot können offline navigieren.
  • Tragt Schichten – morgens im Tal 25 °C, auf dem Gletscher 0 °C. Eine gute Windjacke und ein Fleece sind auch im Sommer sinnvoll.
  • Leitungswasser ist in Österreich hervorragend – ihr müsst kein Wasser in Flaschen kaufen.
  • Supermärkte: Hofer (der österreichische Aldi) und Lidl sind am günstigsten für Einkäufe. Spar und Billa sind teurer, haben aber bessere lokale Produkte.
  • Deutsch wird überall gesprochen, und in touristischen Gebieten ist Englisch problemlos möglich. Für deutschsprachige Reisende ist die Verständigung natürlich überhaupt kein Thema – ihr seid quasi zuhause, nur mit schönerer Aussicht. 😉

Was einpacken

Wir haben eine ausführliche Anleitung, wie man nur mit Handgepäck reist – das funktioniert sogar für 14 Tage. Für Österreich besonders wichtig: bequeme Wanderschuhe, eine wasserdichte Jacke, Badesachen (Seen!) und ein leichtes Fleece oder Pullover für die Abende in den Bergen.

Reiseversicherung und eSIM

Für Reisen durch Europa empfehle ich eine Reisekrankenversicherung – obwohl ihr als EU-Bürger mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) abgesichert seid, deckt diese nicht alles ab (ein Helikoptertransport vom Berg kann Tausende Euro kosten). Schaut euch unsere SafetyWing-Bewertung an.

Wenn ihr unterwegs mobile Daten ohne Sorgen (und ohne Roaming-Limits) haben wollt, lest unsere Bewertung von Holafly eSIM.

Häufig gestellte Fragen zum Roadtrip durch Österreich

Bevor ihr losfahrt, hier die Antworten auf die Fragen, die unsere Leser rund um den 14-tägigen Roadtrip durch Österreich am häufigsten stellen.

Wann ist die beste Zeit für einen Roadtrip durch Österreich?

Die ideale Zeit ist Juni und September. Im Juni herrscht schönes Wetter, die Bergstraßen sind offen, die Wiesen blühen und die Sommermassen sind noch nicht da. September bietet Altweibersommer, weniger Touristen und günstigere Unterkunftspreise. Juli und August sind auch schön, aber an den Seen und in Hallstatt wird es voll.

Was kostet ein 14-tägiger Roadtrip durch Österreich für zwei?

Orientierungsweise 2.400–3.800 € für zwei Personen ohne Flüge, je nach Unterkunftstyp. Mit Apartments und Selbstversorgung seid ihr am unteren Rand, mit Hotels und Restaurants am oberen. Die größten Posten sind Unterkunft (1.000–1.800 €) und Essen (600–880 €).

Worauf bei der Anreise mit dem Auto nach Österreich achten?

Vor allem auf die Vignette für Österreich – ohne sie droht eine Strafe von bis zu 240 €. Kauft sie online auf asfinag.at. Außerdem aufpassen bei mautpflichtigen Bergpässen (Grossglockner 41,50 €), Geschwindigkeitslimits (Bußgelder sind deutlich höher als in Deutschland) und Parken in Wien (gebührenpflichtige Zone in der gesamten Innenstadt). In den Bergen lieber volltanken – Tankstellen gibt es weniger.

Braucht man für den Grossglockner eine Reservierung?

Nein, für die Grossglockner Hochalpenstraße braucht ihr keine Reservierung – ihr fahrt einfach zur Einfahrt, bezahlt die Maut und los geht’s. Die Straße ist in der Regel von Mai bis Oktober geöffnet. Ich empfehle, morgens zu starten (gegen 8–9 Uhr) – nachmittags ziehen oft Wolken auf und die Sicht wird schlechter.

Wohin in Österreich im Sommer mit Kindern?

Die Region Salzkammergut ist für Familien ideal – warme Seen zum Baden, Seilbahnen, einfache Wanderungen, Picknicks. Zell am See hat eine tolle Infrastruktur für Familien. Der Grossglockner und der Stubaier Gletscher sind dagegen eher etwas für ältere Kinder und Erwachsene.

Reicht eine Woche für Österreich oder braucht man zwei?

Eine Woche reicht für die Kurzversion (Wien–Salzburg–Hallstatt–Innsbruck). Aber in zwei Wochen seht ihr deutlich mehr und sitzt nicht ständig im Auto. Der zweiwöchige Reiseplan ermöglicht es euch, den Süden Österreichs (Graz, Wörthersee), den Grossglockner und weniger bekannte Orte einzubauen, die ihr sonst nicht schaffen würdet.

Braucht man in Österreich ein Auto oder reichen Züge?

Züge in Österreich funktionieren hervorragend zwischen den größeren Städten (Wien–Salzburg–Innsbruck–Graz). Aber für Seen, Bergstraßen, kleinere Dörfer und Natur braucht ihr ein Auto. Für einen Roadtrip dieser Art ist das Auto ein Muss – ohne es würdet ihr den Grossglockner, die Wachau, das Stubaital und die Hälfte der Seen im Salzkammergut verpassen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

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Halifax, Kanada: 8 Tipps, was man sehen und unternehmen kann + die schönsten Ausflüge in Nova Scotia

TL;DRHalifax in Kanada lässt sich mit 8 zentralen Tipps erkunden: die sternförmige Halifax Citadel, der vier Kilometer lange Waterfront Boardwalk, das Maritime Museum of the Atlantic mit seiner Titanic-Ausstellung, die viktorianischen Public Gardens, das Museum am Pier 21, der Point Pleasant Park, die Brauerei Alexander Keith’s und die Alderney Ferry nach Dartmouth. Fürs Stadtzentrum reichen 2–3 Tage, für Ausflüge ins Umland plan lieber 4–5 Tage bis eine Woche ein. Die beste Reisezeit ist Juni bis Oktober, ideal ist September dank weniger Touristen und den Farben des Indian Summer. Von den schönsten Ausflügen durch Nova Scotia solltest du dir Peggy’s Cove (50 Minuten mit dem Auto), das UNESCO-Städtchen Lunenburg und die Mahone Bay mit ihren drei Kirchen am Wasser nicht entgehen lassen. Das Budget liegt bei 3.500–5.500 Kč pro Person und Tag, inklusive Unterkunft, Essen und Eintritten.

Als meine Mama und ich unsere Reise durch Ostkanada planten (nachdem wir uns auf einem Roadtrip in Westkanada verliebt hatten), war Halifax Kanada für mich ehrlich gesagt eher ein „Zwischenstopp“. Eine Stadt zum Landen, Übernachten und Weiterfahren. Aber wie überall in Kanada hätte ich auch hier locker eine Woche bleiben können, einfach wegen der Atmosphäre.😅

Halifax ist nämlich eine dieser Städte, die einen nicht mit monumentalen Sehenswürdigkeiten oder Instagram-Kulissen an jeder Ecke erschlägt. Stattdessen zieht sie einen langsam in ihren Rhythmus hinein — über den Duft von frisch gekochtem Hummer an der Waterfront, über die Gitarre eines Straßenmusikers auf dem Boardwalk, über den ersten Schluck eines lokalen IPA in einer über zweihundert Jahre alten Brauerei. Und plötzlich sitzt man in einem Pub an der Küste, schaut dem Sonnenuntergang über dem Hafen zu und möchte einfach nirgendwo anders hin.

In diesem Artikel findest du 8 Tipps, was man in Halifax sehen und unternehmen kann — von der sternförmigen Festung Citadel über ein Museum mit Titanic-Artefakten bis zur ältesten Salzwasserfähre Nordamerikas. Außerdem verrate ich dir, welche Ausflüge ab Halifax sich lohnen (Peggy’s Cove und Lunenburg sind Pflicht!), wo man übernachten kann, was man essen sollte und wie viel das Ganze kostet. Los geht’s! ☺️

Historische Gebäude an der Hafenpromenade von Halifax

Zusammenfassung

  • Halifax ist ideal für 3–4 Tage, aber wenn du auch Ausflüge in die Umgebung planst (Peggy’s Cove, Lunenburg, Cabot Trail), rechne mit einer Woche.
  • Die beste Reisezeit ist Juni bis Oktober — der Sommer ist ideal, September und Oktober bieten wunderschöne Indian-Summer-Farben und weniger Touristen.
  • Miete dir ein Auto. Für die Stadt selbst brauchst du keins, aber für Ausflüge durch Nova Scotia ist es unverzichtbar. Peggy’s Cove liegt 50 Autominuten entfernt und ohne Auto kommt man nur mit einem teuren Taxi hin ($150 CAD / ca. 100 € pro Strecke).
  • Donair ist das offizielle Gericht von Halifax — klingt verrückt, ist aber so, und du musst es probieren.
  • Das Maritime Museum of the Atlantic hat eine faszinierende Titanic-Ausstellung — Halifax war die Stadt, von der aus die Rettungsschiffe ausliefen und wo die meisten Opfer begraben sind.
  • Peggy’s Cove ist der meistfotografierte Leuchtturm Kanadas und einen Ausflug wert, aber ACHTUNG vor den rutschigen Felsen am Meer — die Schilder „Lebensgefahr“ stehen dort nicht ohne Grund.
  • Lunenburg ist ein malerisches UNESCO-Städtchen mit bunten Häusern aus dem 18. Jahrhundert — perfekt für einen Halbtagesausflug.
  • Rechne mit einem Budget von 130–200 € pro Person/Tag (Unterkunft, Essen, Eintritte) — Essen in Restaurants ist in Halifax für kanadische Verhältnisse überraschend günstig.

Wann nach Halifax reisen und wie hinkommen

Halifax liegt an der Ostküste Kanadas in der Provinz Nova Scotia — also wörtlich „Neuschottland“, was schon einiges über das Wetter verrät. Es ist kein tropisches Ferienparadies, aber die Sommer sind überraschend angenehm und die Atmosphäre dieser Hafenstadt einfach unwiderstehlich. Hier ein Überblick, was dich erwartet und wie du hinkommst.

Die beste Reisezeit ist eindeutig Juni bis Oktober. Im Sommer (Juli–August) liegen die Temperaturen bei 20–25 °C, die Tage sind lang und die Terrassen an der Waterfront voll. Wer es lieber ruhiger mag, für den sind September und Oktober perfekt — weniger Touristen, niedrigere Preise, und Nova Scotia hüllt sich in die Farben des Indian Summer, dass man sich wünscht, eine bessere Kamera dabei zu haben. 😁

Wir waren Mitte September dort und haben den perfekten Zeitpunkt erwischt — tagsüber angenehme 18–22 °C, abends Pullover und leichte Jacke, und an Peggy’s Cove genau so viele Touristen, dass man nicht um den besten Fotospot kämpfen musste.

Der Winter (November–März) ist kalt, windig und in Nova Scotia fällt ordentlich Schnee. Halifax funktioniert zwar auch im Winter, aber viele Attraktionen sind geschlossen oder eingeschränkt geöffnet, und Ausflüge in die Umgebung werden kompliziert. Davon würde ich abraten.

Wie kommt man nach Halifax

Aus Deutschland gibt es keinen Direktflug nach Halifax — du musst umsteigen. Die gängigsten Routen führen über Toronto, Montreal oder London. Wir sind über Toronto geflogen (wenn du dort umsteigst, wirf einen Blick auf unsere Tipps zu den Niagarafällen) mit Air Canada und die gesamte Reisezeit betrug etwa 12–14 Stunden inklusive Umstieg.

Günstige Flüge findest du auf Kiwi — das ist unser Lieblingsportal für Flugsuche. Hin- und Rückflüge von Frankfurt oder München nach Halifax gibt es ab etwa 500–700 € pro Person (im September, mit einem Umstieg). In der Hauptsaison im Sommer rechne eher mit 700–1.000 €.

Vom Flughafen Halifax Stanfield (YHZ) bist du in 30–40 Minuten im Zentrum. Ein Taxi kostet pauschal $63 CAD (ca. 43 €), was für zwei Personen ganz vernünftig ist. Es gibt auch einen Bus (Route 320), der fährt allerdings unregelmäßig und die Fahrt dauert über eine Stunde.

Miete dir am besten direkt am Flughafen ein Auto. Wenn du Ausflüge außerhalb von Halifax planst (und das solltest du unbedingt), kommst du ohne Auto nicht weit. Wir haben gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, wo du die Preise aller Anbieter auf einen Blick vergleichen kannst. Der Mietwagen in Halifax hat uns etwa $55–70 CAD/Tag (37–47 €) gekostet, was für Kanada ein guter Preis ist. Ich empfehle, so früh wie möglich zu buchen — im Sommer sind die Mietwagen am Flughafen schnell weg.

💡 TIPP für mobile Daten: Damit dich in Kanada keine böse Roaming-Rechnung überrascht, besorg dir eine eSIM von Holafly — funktioniert einwandfrei, du aktivierst sie noch vor dem Abflug und hast in Kanada sofort Daten. Kein lästiges Suchen nach lokalen SIM-Karten am Flughafen.

Wo in Halifax übernachten und was es kostet

Die gute Nachricht: Halifax ist für kanadische Verhältnisse preislich recht erschwinglich. Unterkünfte im Zentrum bekommt man zu vernünftigen Preisen, und außerhalb der Hauptsaison spart man noch mehr. Die meisten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich im Zentrum und an der Waterfront, daher ist eine Unterkunft in Laufweite zum Hafen ideal — du sparst Fahrtkosten und kannst abends gemütlich auf einen Drink zum Boardwalk spazieren.

Booking.com ist unsere liebste Hotelsuchmaschine und auch in Halifax haben wir darüber gebucht. Im Sommer bewegen sich die Preise ungefähr so:

  • Budget (Hostel/Airbnb): $80–120 CAD/Nacht (55–80 €)
  • Mittelklasse (3★ Hotel): $150–220 CAD/Nacht (100–150 €)
  • Luxus (4–5★ Hotel): $250–400+ CAD/Nacht (170–270+ €)

Unsere Unterkunfts-Empfehlungen für Halifax

The Hollis Halifax — a DoubleTree Suites by Hilton — das war unsere Wahl, und wir haben es nicht bereut. Top-Lage mitten im Zentrum, wenige Gehminuten zur Waterfront, saubere und geräumige Zimmer mit Küchenzeile. Wir haben rund $180 CAD (ca. 120 €) pro Nacht bezahlt, und für die Lage und Qualität war das eine ausgezeichnete Wahl.

Muir, Autograph Collection — wenn du dir etwas Besonderes gönnen möchtest, ist das Muir ein wunderschönes Boutique-Hotel direkt am Queen’s Marque an der Waterfront. Edles Design, Blick auf den Hafen, hervorragendes Restaurant. Die Preise starten bei rund $350 CAD/Nacht (235 €), aber das Erlebnis ist es wert.

Halifax Backpackers Hostel — für alle mit kleinerem Budget. Ein Bett im Schlafsaal ab $45 CAD (30 €), Privatzimmer ab rund $110 CAD (75 €). Liegt in der Nähe der Citadel, sauber, freundliches Personal.

💡 TIPP: In Halifax musst du dir keine Sorgen machen, „zu weit weg“ zu wohnen — das Zentrum ist kompakt und alles Wichtige erreichst du in 20–30 Minuten zu Fuß. Buche irgendwo zwischen Citadel und Waterfront und du bist bestens aufgestellt.

Halifax: 8 Sehenswürdigkeiten, die du besuchen musst

Wenn du Aktivitäten in Halifax vorab buchen möchtest (Stadtführungen, Ausflüge nach Peggy’s Cove, Hafenrundfahrten), schau dir das Angebot auf GetYourGuide an — einfach zu buchen und die meisten Aktivitäten sind kostenlos stornierbar.

Werfen wir einen Blick auf die 8 besten Tipps, was man in Halifax sehen und unternehmen kann. Die Stadt ist zwar kompakt, steckt aber voller Überraschungen — von historischen Festungen und einer Titanic-Ausstellung über wunderschöne viktorianische Gärten bis hin zu Bierverkostungen in einer über zweihundert Jahre alten Brauerei. Das meiste kannst du zu Fuß erreichen, was Halifax ausmacht — lass dich einfach durch die Stadt treiben und entdecke.

1. Halifax Citadel National Historic Site — Festung, die die Stadt bis heute bewacht

Schottischer Dudelsackspieler in Zeremonialtracht auf der Halifax Citadel

Wenn man Halifax sagt, denken die meisten sofort an die Citadel — die riesige sternförmige Festung, die auf einem Hügel über der Stadt thront und praktisch von überall sichtbar ist. Und ich muss sagen: Sie hat uns mehr beeindruckt, als wir erwartet hatten.

Die Festung, die man heute sieht, ist bereits die vierte an dieser Stelle (die erste stand hier schon 1749) und wurde 1856 fertiggestellt. Drinnen trifft man auf Soldaten in historischen Uniformen, die einem mit stoischer Gelassenheit und britischem Humor erklären, wie das Leben hier während der Kriege aussah. Und jeden Tag wird punkt 12:00 Uhr eine Kanone abgefeuert — eine Tradition, die seit 1857 besteht. Wir wussten nichts davon, standen gerade auf den Bastionen und sind fast aus den Schuhen gesprungen. Lukáš tat so, als hätte er es gewusst, aber sein Gesicht sagte etwas anderes. 😅

Der Eintritt kostet $11,70 CAD (ca. 8 €) für Erwachsene, Kinder unter 17 Jahren haben freien Eintritt. Aktuelle Infos findest du auf den offiziellen Seiten von Parks Canada. Plane etwa 1,5–2 Stunden für den Besuch ein. Die Aussicht von den Bastionen auf die Stadt, den Hafen und Dartmouth auf der anderen Seite der Bucht ist wunderschön — es ist wohl der beste Ort in Halifax, um sich zu orientieren, denn von hier aus sieht man praktisch alles.

💡 TIPP: Geh am besten vormittags hin, idealerweise gegen 11:30 Uhr, um den Mittagskanonenschuss mitzuerleben. Und vergiss nicht bequeme Schuhe — es gibt jede Menge Treppen und Hügel.

2. Halifax Waterfront Boardwalk — das Herz der Stadt am Meer

Hafenpromenade von Halifax mit kanadischer Flagge

Die Waterfront Boardwalk ist wahrscheinlich das Erste, was dir jeder in Halifax empfehlen wird — und das zu Recht. Es ist eine fast 4 Kilometer lange Promenade am Hafen entlang, die so etwas wie das Wohnzimmer der ganzen Stadt ist. Einheimische joggen hier morgens, essen mittags auf den Bänken und trinken abends ein Bier in einer der vielen Terrassen mit Hafenblick.

Auf dem Boardwalk findest du Läden, Galerien, Restaurants, Museen, und im Sommer gibt es verschiedene Märkte und Festivals. Wir haben hier locker zwei Stunden verbracht, einfach mit Spazierengehen, Streetfood probieren und Schiffe beobachten. Die Atmosphäre ist unglaublich entspannt — kein Stress, keine Menschenmassen (es sei denn, du bist gerade in Halifax, wenn die Cruise Ships anlegen und die Stadt sich für ein paar Stunden in einen Ameisenhaufen verwandelt).

Erwähnenswert ist das neue Viertel Queen’s Marque am südlichen Ende des Boardwalks — ein moderner Komplex mit Hotels, Restaurants und öffentlichem Raum direkt am Wasser. Es bildet einen spannenden Kontrast zum historischen Fischerhafen, funktioniert aber überraschend gut.

Der Boardwalk ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich. Am schönsten ist es hier bei Sonnenuntergang — schnapp dir ein Bier, setz dich auf den Steg und schau einfach. Mehr braucht man nicht zum Glücklichsein. ☺️

3. Maritime Museum of the Atlantic — Titanic, Explosion und Seefahrtsgeschichte

Das Maritime Museum of the Atlantic an der Hafenpromenade von Halifax
Foto: No machine-readable author provided. Phobophile~commonswiki assumed (based on co / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Dieses Museum hat mich ehrlich überrascht. Ich hatte ein typisches Regionalmuseum erwartet — ein paar Schiffsmodelle, verstaubte Exponate und einen gelangweilten Guide. Stattdessen verbrachten wir fast drei Stunden bei fesselnden Ausstellungen, die uns Geschichten erzählten.

Am meisten hat uns die Titanic-Ausstellung in den Bann gezogen. Was die meisten nicht wissen: Als die Titanic im April 1912 sank, waren es Schiffe aus Halifax, die ausfuhren, um die Leichen der Opfer aus dem Meer zu bergen. Die meisten Opfer sind auf drei Friedhöfen in Halifax begraben — und im Museum siehst du echte Gegenstände, die aus dem Meer geborgen wurden, darunter eine Holzliege, die angeblich die Inspiration für die berühmte Filmszene war (ja, die, in der Rose und Jack nicht auf ein Brett passen — und nein, das Museum bestätigt diese Theorie weder noch widerlegt es sie 😁).

Die zweite packende Ausstellung widmet sich der Halifax-Explosion von 1917 — der größten von Menschen verursachten Explosion vor Hiroshima. Ein französisches Munitionsschiff kollidierte mit einem belgischen Schiff im Hafen und die Detonation machte ein ganzes Stadtviertel dem Erdboden gleich. Fast 2.000 Menschen starben und 9.000 wurden verletzt. Es ist eine Geschichte, von der ich vorher nichts wusste, und das Museum erzählt sie unglaublich einfühlsam und eindringlich.

Der Eintritt kostet $11 CAD (ca. 7 €) für Erwachsene. Aktuelle Öffnungszeiten findest du auf der Website des Maritime Museum of the Atlantic. Im Sommer (Juni–Oktober) ist täglich geöffnet, im Winter nur Dienstag bis Samstag. Das Museum liegt direkt am Waterfront Boardwalk, lässt sich also perfekt mit einem Spaziergang verbinden.

4. Halifax Public Gardens — viktorianische Oase der Ruhe

Viktorianischer Pavillon in den Halifax Public Gardens
Foto: Hayden Soloviev / CC BY 4.0 / Wikimedia Commons

Mitten in der geschäftigen Stadt erstrecken sich 16 Acres (etwa 6,5 Hektar) wunderschöner viktorianischer Gärten, die seit 1867 der Öffentlichkeit zugänglich sind. Und es ist genauso zauberhaft, wie es klingt.

Die Halifax Public Gardens gelten als eine der schönsten viktorianischen Gartenanlagen Nordamerikas — und ich glaube das sofort. Schmiedeeiserne Tore, steinerne Brunnen, Pavillons, alte Bäume und im Sommer ein Blumenmeer, bei dem man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Sonntags spielt Live-Musik im Bandstand (Pavillon) und die Einheimischen kommen zum Picknicken, Lesen oder einfach zum Dasitzen und Genießen.

Wir wollten nur kurz reinschauen und blieben eine Stunde. Lukáš legte sich ins Gras und weigerte sich aufzustehen, weil „endlich mal ein Ort, wo man keinen Eintritt zahlt und nirgendwo hinmuss“. Er hatte recht — die Gärten sind komplett kostenlos und von Frühling bis Herbst geöffnet (im Winter geschlossen, ungefähr November–April).

💡 TIPP: Die Gärten sind zu jeder Tageszeit wunderschön, aber morgens ist am wenigsten los und das Licht für Fotos am besten.

5. Canadian Museum of Immigration at Pier 21 — Geschichten, die unter die Haut gehen

Das Backsteingebäude von Pier 21 in Halifax
Foto: Janayna Velozo / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Pier 21 ist der Ort, an dem zwischen 1928 und 1971 fast eine Million Einwanderer nach Kanada kamen. Es ist das kanadische Ellis Island — und das Museum, das heute hier steht, gehört zu den emotionalsten, die wir je besucht haben.

Die Ausstellungen erzählen die Geschichten von Menschen, die mit einem Koffer und Hoffnung hier ankamen — Kriegsflüchtlinge, britische Kinder, die vor dem Blitz evakuiert wurden, Familien auf der Suche nach einem Neuanfang. Interaktive Installationen ermöglichen es, in Datenbanken nach konkreten Namen zu suchen und Originaldokumente einzusehen. Viele Kanadier kommen hierher, um die Geschichte ihrer Großeltern zu erforschen.

Der Eintritt kostet $12,50 CAD (ca. 8 €) für Erwachsene. Weitere Infos auf der offiziellen Website von Pier 21. Das Museum liegt am südlichen Ende der Waterfront, in der Nähe des Kreuzfahrtterminals. Plane 1–2 Stunden für den Besuch ein.

6. Point Pleasant Park — wo die Stadt endet und der Ozean beginnt

Pavillon und Weg zum Meer im Point Pleasant Park in Halifax
Foto: KMW2700 from Edmonton, Canada / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

An der Südspitze der Halbinsel von Halifax liegt der Point Pleasant Park — über 75 Hektar Waldwege, Strände, alte Militärbefestigungen und Ausblicke auf den offenen Ozean. Es ist der Ort, an dem die Einwohner von Halifax ihre Hunde ausführen, joggen und einfach durchatmen.

Wir haben hier einen ganzen Nachmittag verbracht, und es war genau das, was wir nach zwei Tagen voller Museen und Restaurants brauchten. Die Wege führen durch dichten Wald, und plötzlich kommt man an die Küste und vor einem liegt der Atlantik, so weit das Auge reicht. Es gibt auch einige interessante historische Ruinen — Überreste von Befestigungsanlagen aus den Napoleonischen Kriegen und dem Zweiten Weltkrieg.

Der Eintritt ist frei. Der Park ist ganzjährig zugänglich und bei Einheimischen beliebt, sodass man hier mehr Haligonianer als Touristen trifft. Vom Stadtzentrum erreichst du ihn in 20–25 Minuten zu Fuß oder mit dem Bus.

💡 TIPP: Nimm dir einen Regenmantel oder eine winddichte Jacke mit — am südlichen Ende des Parks am Meer pfeift es ordentlich, selbst wenn es in der Stadt windstill ist.

7. Alexander Keith’s Nova Scotia Brewery — Brauerei mit über 200 Jahren Geschichte

Maskottchen mit Bier in der Brauerei in Halifax

Wenn du Bier magst (und wer tut das nicht 😉), ist Alexander Keith’s ein Pflichtbesuch. Die Brauerei existiert seit 1820 und ist eine der ältesten in ganz Nordamerika. Und die Führung ist… sagen wir mal, man nimmt sich hier nicht allzu ernst.

Die Tour führt dich durch die Geschichte der Brauerei, begleitet von Schauspielern in historischen Kostümen, die Figuren aus dem 19. Jahrhundert verkörpern. Es ist ein bisschen theatralisch, ein bisschen kitschig, aber überraschend unterhaltsam — und am Ende erwartet dich eine Verkostung von drei Bieren, darunter saisonale Spezialitäten, die es nirgendwo anders gibt. Lukáš war im siebten Himmel, ich habe mich in ihr India Pale Ale verliebt, das leichter und frischer ist als die meisten IPAs, die ich kenne.

Die Führung kostet $24 CAD (ca. 16 €) pro Person und dauert etwa eine Stunde. Reserviere vorher, besonders in der Sommersaison — es ist oft ausgebucht. Die Brauerei liegt am unteren Ende der Stadt, unweit der Waterfront.

8. Alderney Ferry und Dartmouth — älteste Salzwasserfähre Nordamerikas

Fähren zwischen Halifax und Dartmouth in der Bucht von Halifax
Foto: Nicole Bratt from San Francisco, CA, USA / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Dieser Tipp steht in kaum einem Reiseführer, aber wir haben ihn geliebt. Die Alderney Ferry ist eine öffentliche Fähre, die Halifax mit der Stadt Dartmouth auf der anderen Seite der Bucht verbindet — und sie ist die älteste durchgehend betriebene Salzwasserfähre Nordamerikas (seit 1752!).

Die Überfahrt dauert etwa 12 Minuten und kostet gerade mal $2,75 CAD (ca. 2 €) — für diesen Preis bekommst du eine Mini-Hafenrundfahrt mit traumhafter Aussicht auf die Halifax Waterfront, die Citadel und den Hafen. Ehrlich gesagt, ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis haben wir in Halifax nicht gefunden.

Auf der Dartmouth-Seite erwartet dich ein gemütliches Städtchen mit Cafés, Parks und dem wunderschönen Dartmouth Waterfront Trail. Schau beim Two If By Sea Cafe vorbei für die legendären Croissants (die Einheimischen sprechen davon mit fast religiöser Begeisterung) und spaziere die Promenade entlang mit Blick zurück auf Halifax. Der gesamte Ausflug nach Dartmouth und zurück dauert 2–3 Stunden und lohnt sich absolut.

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Ausflüge ab Halifax: Peggy’s Cove, Lunenburg und weitere Highlights in Nova Scotia

Halifax ist für sich genommen großartig, aber die wahre Magie von Nova Scotia beginnt außerhalb der Stadt. Felsige Küsten, malerische Fischerdörfer, bunte Häuser und Leuchttürme wie von einer Postkarte — das alles findest du innerhalb von ein bis zwei Autostunden von Halifax entfernt. Hier sind die Ausflüge, die du auf keinen Fall verpassen solltest. Und ich wiederhole es — miete dir ein Auto, ohne kommst du zu diesen Orten praktisch nicht hin (es sei denn mit einer organisierten Tour für $150–200 CAD, also 100–135 € pro Person).

Peggy’s Cove — der meistfotografierte Leuchtturm Kanadas

Peggy’s Cove ist genau das, was man sich unter „Atlantikküste“ vorstellt — ein rot-weißer Leuchtturm auf riesigen Granitfelsen, ringsum der wilde Ozean und Wind, der einem direkt in die Seele bläst. Es ist der meistfotografierte Ort in Kanada und ich verstehe absolut, warum.

Das Dorf Peggy’s Cove liegt etwa 50 Fahrminuten vom Zentrum von Halifax entfernt und ist winzig — ein paar Dutzend Häuser, Fischerhütten, ein Souvenirladen und der berühmte Leuchtturm. Das Ganze kann man in 20 Minuten abgehen, aber man wird viel länger bleiben wollen, weil die Atmosphäre einfach magisch ist. Die Granitfelsen rund um den Leuchtturm sehen aus, als hätte sie ein Riese geformt — glatt, wellig, grau. Und der Ozean schlägt unablässig seine Wellen dagegen.

ABER — und das meine ich absolut ernst — pass auf die Felsen auf. Sie sehen harmlos aus, aber wenn eine Welle kommt, sind sie tödlich rutschig. Jedes Jahr kommt es hier zu tragischen Unfällen, bei denen Touristen von den Wellen von den Felsen gerissen werden. Die Schilder „Lebensgefahr“ stehen dort nicht zur Dekoration. Bitte bleib oberhalb der auf den Felsen markierten Linie.

Komm entweder früh morgens (vor 9:00 Uhr) oder am späten Nachmittag — tagsüber, besonders im Sommer, kommen hier Menschenmassen von den Kreuzfahrtschiffen an. Wir waren gegen 8 Uhr morgens da und hatten den Ort fast für uns allein. Der Eintritt ist frei, Parken ebenfalls.

Lunenburg — UNESCO-Städtchen wie aus dem Bilderbuch

Wenn du in Nova Scotia nur Zeit für einen einzigen Ausflug außerhalb von Halifax hast, fahr nach Lunenburg. Dieses malerische Städtchen liegt etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten Fahrt von Halifax entfernt, steht auf der UNESCO-Welterbeliste und ist eines der besterhaltenen Beispiele britischer Kolonialstadtplanung in Nordamerika.

Was heißt das konkret? Bunte Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, aufgereiht an hügeligen Gässchen, ein wunderschöner Hafen voller Segelboote und Fischerboote, und eine Atmosphäre, als wäre man in der Zeit zurückgereist. Lunenburg wurde 1753 gegründet und bis heute spürt man diese besondere Mischung aus britischer Kolonialeleganz und rauem Küstenleben.

Schlendere über die Hauptstraße mit Galerien, Cafés und kleinen Läden. Besuche das Fisheries Museum of the Atlantic ($15 CAD / 10 €), wo du etwas über die Geschichte der Fischerei erfährst und eine Nachbildung des berühmten Schoners Bluenose siehst (den kennst du von der kanadischen Zehn-Cent-Münze, auch wenn du es vielleicht nicht weißt). Und vor allem — bestell dir Hummer. Lunenburg ist eine Fischerstadt und die Meeresfrüchte sind hier unglaublich frisch.

Wir haben hier einen halben Tag verbracht und es war eines der Highlights unserer gesamten Nova-Scotia-Reise. Das Städtchen ist aus jedem Winkel fotogen und im September waren angenehm wenige Touristen dort.

Mahone Bay — drei Kirchen am Wasser

Auf dem Weg nach Lunenburg oder zurück solltest du in Mahone Bay anhalten — ein Städtchen, das für seinen ikonischen Blick auf drei Kirchen nebeneinander am Wasser bekannt ist. Dieses Motiv ziert Millionen Postkarten und ich muss sagen: In echt ist es noch schöner.

Mahone Bay selbst ist klein und eine Stunde reicht zum Erkunden — spaziere die Hauptstraße entlang, stöbere in den lokalen Läden mit handgemachten Kerzen und Keramik und gönn dir einen Kaffee mit Hafenblick. Es ist ein netter Zwischenstopp, kein eigenständiges Ausflugsziel.

Cabot Trail — für Abenteuerlustige (und alle mit genug Zeit)

Wenn du in Nova Scotia mehr Zeit hast (idealerweise 2–3 Tage extra), ist der Cabot Trail auf der Insel Cape Breton eine der schönsten Panoramastraßen ganz Nordamerikas. 298 Kilometer Straße, die sich entlang der dramatischen Küste windet, über die Berge des Cape Breton Highlands National Park führt und durch malerische Fischerdörfer schlängelt.

Von Halifax fährt man etwa 4 Stunden bis Cape Breton, es ist also kein Tagesausflug — plane idealerweise 2–3 Übernachtungen direkt auf der Strecke ein. Aber wenn du die Zeit hast, ist es ein absolut unvergessliches Erlebnis. Wir haben es leider nicht geschafft und bedauern es bis heute — es wird der Grund sein, warum wir nach Nova Scotia zurückkehren. ☺️

Essen und Trinken in Halifax: Genuss-Guide für Feinschmecker

Restaurant Dave's Lobster an der Hafenpromenade von Halifax

Halifax ist eine Stadt, in der man überraschend gut isst — und das zu fairen Preisen (zumindest für kanadische Verhältnisse). Die Meeresfrüchte sind unglaublich frisch, die lokale Craft-Beer-Szene blüht und ein Gericht hat es sogar zum offiziellen Stadtgericht geschafft. Hier ein Überblick, was du unbedingt probieren solltest und wo du es am besten bekommst.

Was du in Halifax probieren musst

Lobster (Hummer) — Wenig überraschend ist Hummer in Nova Scotia der König. Frisch, gekocht, serviert im Brötchen als Lobster Roll oder einfach als ganzer Hummer auf dem Teller mit zerlassener Butter. Einen Lobster Roll bekommst du in Halifax ab $20 CAD (13 €) an den Ständen auf der Waterfront, in Restaurants rechne mit $25–35 CAD (17–23 €). Ein ganzer Hummer im Restaurant kostet $35–55 CAD (23–37 €) je nach Saison und Größe.

Donair — Und jetzt kommt das Wichtigste: Donair ist das offizielle Gericht der Stadt Halifax. Ja, wirklich. Seit 2015. Es ähnelt einem Döner Kebab, hat aber eine einzigartige süße Soße aus Kondensmilch, Zucker und Knoblauch. Klingt merkwürdig? Macht absolut süchtig. 😅 Den besten Donair in Halifax gibt es angeblich bei King of Donair (ja, so heißt der Laden) oder bei Tony’s Pizza. Ein Donair kostet etwa $10–15 CAD (7–10 €).

Seafood Chowder — Cremige Fischsuppe mit Hummer-, Garnelen- und Muschelstückchen. Jedes Restaurant hat sein eigenes Rezept und die Einheimischen streiten sich, wer die beste macht. Wir hatten eine ausgezeichnete im Salty’s an der Waterfront — dickflüssig, voller Meeresfrüchte, mit knusprigen Speckkrümeln obendrauf. Eine Portion kostet rund $15–18 CAD (10–12 €).

Fish & Chips — Der Klassiker, der in einer Hafenstadt nicht fehlen darf. Frischer Kabeljau oder Scholle im Bierteig, Pommes und Coleslaw. Einfach und perfekt.

Lokale Biere — Halifax hat eine großartige Craft-Beer-Szene. Neben Alexander Keith’s solltest du unbedingt Garrison Brewing (direkt an der Waterfront, mit Taproom und Hafenblick) oder Good Robot Brewing (ein bisschen hipstermäßig, ein bisschen schräg, aber die Biere sind hervorragend) probieren.

Wo essen — unsere Lieblingsrestaurants

The Bicycle Thief — Italienisches Restaurant an der Waterfront, wohl das bekannteste Lokal in Halifax. Ausgezeichnete Pasta, Meeresfrüchte und tolle Atmosphäre. Hauptgerichte $25–45 CAD (17–30 €). Reserviere vorher, es ist immer voll.

Bar Kismet — Ein Familienbetrieb etwas außerhalb des Zentrums, der uns komplett verzaubert hat. Meeresfrüchte und Pasta mit Liebe und Kreativität zubereitet. Die Karte wechselt je nach Saison und Verfügbarkeit der Zutaten. Rechne mit $30–50 CAD (20–34 €) pro Person für Essen ohne Getränke. Auch hier — reservieren, das Lokal ist klein und immer ausgebucht.

Salty’s on the Waterfront — Klassisches Halifax-Restaurant direkt am Boardwalk mit Hafenblick. Hier hatten wir die großartige Chowder und Lukáš bestellte einen ganzen Hummer und strahlte dabei wie ein Kind an Weihnachten. Preislich Mittelklasse, Hauptgerichte $22–40 CAD (15–27 €).

The Old Triangle Irish Alehouse — Wenn du eine lockere Atmosphäre, Live-Musik und solide Fish & Chips zu fairen Preisen möchtest ($16–20 CAD / 11–13 €), bist du hier richtig. Irish Pub mit kanadischem Herz.

💡 TIPP: Wenn du am Samstagvormittag in Halifax bist, geh zum Halifax Seaport Farmers‘ Market — es ist der älteste Bauernmarkt Nordamerikas (seit 1750!) und du findest dort lokale Käsesorten, Backwaren, Marmeladen und Streetfood.

Praktische Tipps und Hinweise zum Schluss

Bevor du nach Halifax aufbrichst, hier noch ein paar praktische Infos, die dir nützlich sein werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gerade diese „langweiligen“ Details einem viel Geld und Nerven sparen können.

Wie packen

Eine ausführliche Anleitung findest du in unserem Artikel wie man nur mit Handgepäck reist. Halifax ist eine Küstenstadt und das Wetter wechselt schnell — morgens scheint die Sonne, nachmittags bläst der Wind und abends kann es nieseln. Schichten sind das A und O. Vergiss nicht:

  • Eine leichte, wasserdichte Jacke oder Regenjacke (absolut unverzichtbar für Peggy’s Cove!)
  • Bequeme Wanderschuhe — in Halifax wirst du viel laufen und das Gelände im Point Pleasant Park und auf den Felsen von Peggy’s Cove ist uneben
  • Pullover oder Fleecejacke für den Abend — selbst im Sommer wird es nach Einbruch der Dunkelheit frisch
  • Sonnenbrille und Sonnencreme — die Reflexion vom Wasser und Wind ist tückisch

Flüge

Günstige Flüge findest du auf Kiwi — das ist unser Lieblingsportal und wir finden dort regelmäßig Flüge nach Kanada deutlich günstiger als anderswo. Von Deutschland nach Halifax musst du einmal umsteigen (meistens Toronto, Montreal oder London). Hin- und Rückflüge in der Hauptsaison kosten etwa 500–1.000 € pro Person.

Mietwagen

Ich sage es zum dritten Mal, weil es so wichtig ist: Für Ausflüge außerhalb von Halifax brauchst du ein Auto. Wir haben langjährig gute Erfahrungen mit DiscoverCars, wo du die Preise Dutzender Anbieter an einem Ort vergleichen kannst. In Halifax haben wir den Mietwagen direkt am Flughafen für $55–70 CAD/Tag (37–47 €) gebucht. Tanken ist in Kanada günstiger als in Deutschland — ein Liter Benzin kostet rund $1,50–1,70 CAD (1,00–1,15 €).

Unterkunft

Booking.com ist unsere liebste Hotelsuchmaschine — übersichtlich, zuverlässig und in Halifax haben wir darüber immer tolle Unterkünfte zu guten Preisen gefunden. Ich empfehle, mindestens 2–3 Monate vorher zu buchen, wenn du im Sommer reist.

Reiseversicherung

Nach Kanada solltest du auf keinen Fall ohne Reiseversicherung fahren — die Gesundheitsversorgung ist für Touristen extrem teuer. Ein Besuch in der Notaufnahme kann dich Tausende Dollar kosten. Für längere Reisen empfehlen wir SafetyWing — eine Reiseversicherung speziell für Nomaden und Reisende, mit vernünftigen Preisen und ausgezeichneter Deckung. Du kannst dich sogar rückwirkend versichern, also erst nachdem du bereits unterwegs bist.

Mobile Daten

Wie oben bereits erwähnt, besorg dir eine eSIM von Holafly — in Kanada brauchst du Daten für Navigation (besonders bei Fahrten außerhalb der Stadt), Google Maps und den Übersetzer. Die Aktivierung ist einfach, du machst sie noch von zu Hause aus und hast vor Ort sofort Verbindung.

Was kostet eine Woche Halifax (für zwei Personen)

Orientierungsbudget für 7 Nächte für zwei Personen (Mittelklasse):

  • Unterkunft: 7 × $180 CAD = $1.260 CAD (850 €)
  • Essen (Restaurants + ab und zu Einkauf): $70–100 CAD/Tag = $490–700 CAD (330–470 €)
  • Mietwagen (4 Tage für Ausflüge): 4 × $60 CAD = $240 CAD (160 €)
  • Benzin: $80 CAD (54 €)
  • Eintritte und Aktivitäten: $150 CAD (100 €)
  • Gesamt: ca. $2.220–2.430 CAD, also ungefähr 1.500–1.640 € für zwei (750–820 € pro Person)

Ohne Flug. Das ist Mittelklasse — sparen lässt sich bei der Unterkunft (Airbnb, Hostel) und beim Essen (selbst kochen), oder man gibt mehr aus für luxuriösere Hotels und Restaurants.

Häufig gestellte Fragen zu Halifax

Hier sind Antworten auf die häufigsten Fragen, die uns von Lesern zum Thema Reisen nach Halifax und Nova Scotia gestellt werden.

Halifax hat uns überrascht, verzaubert und mit der Sehnsucht zurückgelassen, wiederzukommen — diesmal für länger und mit dem Cabot Trail auf dem Programm. Wenn du ein Stück Kanada suchst, das nicht von Touristen überlaufen ist, wo man hervorragend isst, wo Geschichte an jeder Ecke lebendig wird und wo der Ozean nach Freiheit duftet, dann ist Nova Scotia dein Ort. Genieß es! ☺️

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

St. John’s, Newfoundland, Kanada: 12 Tipps, was man sehen und erleben kann

TL;DRSt. John’s, die Hauptstadt der kanadischen Provinz Neufundland, hält 12 Tipps für dich bereit, was du dort sehen und erleben kannst. Dazu zählen der Ausblick vom Signal Hill mit dem Cabot Tower, die bunten Häuserzeilen von Jellybean Row und The Battery, der östlichste Punkt Nordamerikas Cape Spear, das Museum The Rooms, die Barmeile George Street, das Fischerdorf Quidi Vidi, Eisberge und Wale bei der Iceberg Alley sowie Papageientaucher vor Witless Bay, Wanderungen auf dem East Coast Trail, der Bowring Park und ein Ausflug in den Nationalpark Gros Morne. Die beste Reisezeit ist Juni bis August mit Temperaturen von 15 bis 22 °C. Die 10.000 bis 12.000 Jahre alten Eisberge siehst du im Mai und Juni, Wale und Papageientaucher im Juli und August. Für die Stadt reichen 3 bis 4 Tage, für Gros Morne solltest du mindestens 6 bis 7 Tage einplanen. Das Wochenbudget für zwei Personen ohne Flug liegt bei 48.600 bis 66.600 Kč.

Wisst ihr, wie es sich anfühlt, auf einer Klippe zu stehen, unter euch der eisige Atlantik, und ihr habt das Gefühl, dass hinter dem Horizont wirklich nichts mehr kommt? Dass ihr am Ende der Welt steht — und es gleichzeitig unglaublich schön ist? Genau so ging es uns, als wir zum ersten Mal in St. John’s auf Newfoundland ankamen. Es war später Nachmittag, die Sonne kämpfte sich durch den typischen Nebel Neufundlands, und wir fuhren den Hügel hinunter zum Hafen. Und dann sahen wir sie — diese bunten Häuschen. Reihen von gelben, rosa, türkisen und orangefarbenen Fassaden, als hätte jemand eine riesige Packung Gummibärchen entlang der engen Gassen ausgeschüttet. In diesem Moment wusste ich, dass ich diese Stadt lieben würde. ☺️ Wer nach St. John’s Kanada Sehenswürdigkeiten sucht, wird hier garantiert fündig.

St. John’s ist die Hauptstadt der Provinz Newfoundland und Labrador und eine der ältesten Städte Nordamerikas. Sie ist rau, windig, oft in Nebel gehüllt — und absolut bezaubernd. Es ist ein Ort, an dem wilde Natur auf eine überraschend lebendige Kulturszene trifft, wo man im Juni 12.000 Jahre alte Eisberge aus Grönland von der Küste aus beobachten kann und im Juli Buckelwale zum Greifen nah sieht. Und abends? Abends geht es auf die George Street, die angeblich die höchste Bardichte pro Quadratmeter in ganz Nordamerika hat. Wie gesagt — Ende der Welt, aber definitiv nicht langweilig. 😁

Die Neufundländer (hier nennt man sie „Newfies“ und sie tragen den Namen mit Stolz) gehören zu den freundlichsten Menschen, die wir auf Reisen je getroffen haben. Jeder Zweite hält einen an, fragt, woher man kommt, und beginnt eine Geschichte über seinen Großvater zu erzählen, der Kabeljau gefischt hat. Und man steht da, versteht vielleicht die Hälfte, weil der neufundländische Akzent ein Kapitel für sich ist, aber irgendwie fühlt es sich einfach gut an. 😅

In diesem Artikel findet ihr 12 Tipps, was man in St. John’s sehen und erleben kann — vom Signal Hill mit dem legendären Cabot Tower über das farbenfroheste Viertel Jellybean Row bis hin zur Eisberg- und Walbeobachtung. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, wo man übernachten und was man probieren sollte und wie viel das Ganze kostet. Wenn ihr über St. John’s auf Newfoundland nachdenkt und nach Sehenswürdigkeiten und Tipps sucht, seid ihr hier genau richtig.

Reisende mit Ausblick auf die dramatische Küste bei St. John's
Hafen von St. John's gesäumt von bunten Häusern

Zusammenfassung

  • St. John’s ist die Hauptstadt Neufundlands, eine der ältesten und farbenfrohesten Städte Nordamerikas, gelegen am äußersten östlichen Rand des Kontinents.
  • Beste Reisezeit ist Juni–August — im Mai und Juni sieht man Eisberge, im Juli und August Wale und Papageientaucher.
  • Das Wetter ist unberechenbar — auch im Sommer solltet ihr mit Temperaturen um 15–22 °C, Wind und Nebel rechnen. Eine wasserdichte Jacke ist Pflichtausstattung.
  • Signal Hill und der Cabot Tower bieten den besten Blick über Stadt und Ozean, Cape Spear ist der östlichste Punkt ganz Nordamerikas.
  • Jellybean Row und das Viertel The Battery sind ein fotogenes Paradies — bunte Häuschen wie aus einem Märchen.
  • Iceberg Alley: Im Mai und Juni treiben riesige, 10.000–12.000 Jahre alte Eisberge entlang der Küste — direkt in Sichtweite der Stadt.
  • Wale und Papageientaucher: Bootsausflüge nach Witless Bay, wo die größte Papageientaucher-Kolonie Nordamerikas lebt und Dutzende Buckelwale zu sehen sind.
  • George Street hat angeblich die höchste Bardichte pro Quadratmeter in Nordamerika — und die Screech-In-Zeremonie mit dem Küssen eines Kabeljaus ist ein Erlebnis, das man nicht vergisst. 😁
  • Unbedingt probieren: Toutons (frittierter Teig mit Melasse), Cod Tongues (Kabeljau-Zungen) und Fish and Chips bei Ches’s oder Duke of Duckworth.
  • Die Stadt ist gut zu Fuß erkundbar, aber für Ausflüge in die Umgebung (Cape Spear, Witless Bay, Gros Morne NP) braucht ihr ein Auto.
  • Von Deutschland aus kommt ihr über Toronto oder Montreal hierher — rechnet mit einem ganzen Reisetag, aber es lohnt sich.
  • Budget für eine Woche zu zweit: ca. 1.800–2.700 € (ohne Flüge), je nach Unterkunftsstil und Anzahl der Ausflüge.

Wann nach St. John’s reisen und wie man hinkommt

St. John’s ist einer dieser Orte, wo das Timing wirklich entscheidend dafür ist, was man alles erlebt. Eisberge, Wale, Papageientaucher — jedes dieser Erlebnisse hat seine Saison, und wenn ihr den Jackpot knacken wollt, lohnt sich vorausschauende Planung. Und was die Anreise betrifft — ich mache euch nichts vor, Neufundland liegt nicht gerade um die Ecke. Aber glaubt mir, die Reise ist jede Umsteigestunde am Flughafen Toronto wert.

Beste Reisezeit für St. John’s

Juni bis August ist eindeutig die beste Zeit für einen Besuch. Die Tage sind lang (im Juni ist es bis 21:30 Uhr hell), die Temperaturen liegen bei 15–22 °C und die Stadt lebt mit Kulturveranstaltungen und Festivals.

Wenn euch Eisberge faszinieren, kommt am besten im Mai oder Juni. Genau dann treiben riesige Eisstücke aus Grönland, 10.000–12.000 Jahre alt, entlang der Küste Neufundlands. Das Ganze nennt sich Iceberg Alley (Eisberg-Allee) und ist eines der beeindruckendsten Naturphänomene, die man in Nordamerika erleben kann. Manche Jahre kommen Dutzende Eisberge, manchmal nur wenige — die Natur lässt sich eben nicht vorschreiben.

Wale und Papageientaucher haben ihre Hochsaison im Juli und August. Rund um Neufundland leben 22 Walarten, und es gibt hier eine der größten Buckelwal-Populationen der Welt. Wer es schafft, Anfang Juli zu kommen, kann mit etwas Glück Eisberge und Wale gleichzeitig erleben — das ist wirklich der absolute Jackpot.

⚠️ Hinweis zum Wetter: St. John’s ist berüchtigt für sein absolut unberechenbares Wetter. Die Einheimischen sagen: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten.“ Nebel, Wind und Regenschauer sind auch im Sommer keine Seltenheit. Kleidet euch in Schichten und nehmt eine wasserdichte Jacke als Pflichtausstattung mit — dazu mehr im Abschnitt mit den praktischen Tipps.

Anreise nach St. John’s von Deutschland

Direktflüge von Deutschland nach Neufundland gibt es leider nicht, aber die Anreise ist weniger kompliziert als es klingt. Der Flughafen St. John’s (YYT) liegt nur 6 km vom Stadtzentrum entfernt und wird regelmäßig von Inlandsflügen bedient.

Die gängigste Route von Deutschland:

  1. Flug von Frankfurt, München oder Düsseldorf → Toronto oder Montreal (Direktflüge mit Lufthansa, Condor oder Air Canada, ca. 8–9 Stunden)
  2. Umsteigen und Weiterflug nach St. John’s (ca. 3–3,5 Stunden)

Insgesamt solltet ihr mit einem ganzen Reisetag rechnen, aber mit einem vernünftigen Umstieg in Toronto klappt das problemlos. Wenn ihr in Toronto einen längeren Layover habt, lohnt sich ein Abstecher zu den Niagarafällen — absolut sehenswert! Günstige Flüge findet ihr auf Kiwi.com — wir fliegen regelmäßig darüber und finden immer gute Verbindungen.

In der Sommersaison fliegt WestJet saisonale Strecken ab Dublin, London und Paris — wenn ihr Neufundland mit Europa kombiniert, kann das eine interessante Alternative sein.

💡 TIPP: Mietet euch nach der Landung unbedingt ein Auto. St. John’s selbst ist gut zu Fuß erkundbar, aber für Ausflüge in die Umgebung (Cape Spear, Witless Bay, Gros Morne) braucht ihr einen Wagen. Wir nutzen seit langem den Vergleichsrechner DiscoverCars, wo ihr die Preise aller Vermieter auf einen Blick vergleichen könnt. Mietwagenpreise auf Neufundland liegen im Sommer bei etwa 60–90 CAD / ca. 40–60 € pro Tag für einen Kompaktwagen.

Unterkunft in St. John’s + was es kostet

Unterkünfte in St. John’s sind etwas günstiger als in Toronto oder Vancouver, aber in der Sommersaison (Juni–August) steigen die Preise natürlich. Generell solltet ihr mit 150–250 CAD (ca. 100–170 €) pro Nacht für ein Doppelzimmer in einem Mittelklasse- bis gehobenen Hotel rechnen. Wir suchen unsere Unterkünfte regelmäßig über Booking.com — dort haben wir Punkte gesammelt und vergleichen gerne Bewertungen mit echten Gästefotos.

Am besten übernachtet ihr direkt im Stadtzentrum (Downtown), von wo aus ihr den Hafen, die George Street, Jellybean Row und die meisten Restaurants zu Fuß erreicht. Wer etwas mehr Ruhe sucht, findet in der Gegend um Quidi Vidi eine wunderschöne und trotzdem zentrumsnahe Alternative.

Hier sind drei Unterkünfte, die wir empfehlen:

  • Alt Hotel St. John’s — modern, klares Design mit Blick auf den Hafen. Tolle Lage nahe der Water Street. Preise ab ca. 180 CAD / 120 € pro Nacht. Wer minimalistischen skandinavischen Stil mag, ist hier richtig.
  • Hilton Garden Inn St. John’s — eine solide Wahl direkt im Zentrum, mit Pool und Fitnesscenter. Die Zimmer sind geräumig und das Frühstück ordentlich. Preise ab ca. 200 CAD / 135 € pro Nacht.
  • Murray Premises Hotel — für alle, die etwas mit Seele suchen. Boutique-Hotel in einem historischen Lagerhaus aus dem 19. Jahrhundert, direkt am Waterfront. Wunderschöne Details, perfekte Lage. Preise ab ca. 220 CAD / 150 € pro Nacht.

Ungefähres Budget für eine Woche zu zweit (ohne Flüge):

  • Unterkunft (7 Nächte): 1.260–1.540 CAD / ca. 850–1.050 €
  • Essen (2× täglich Restaurant): 700–1.050 CAD / ca. 470–710 €
  • Mietwagen + Benzin: 500–750 CAD / ca. 340–510 €
  • Ausflüge und Aktivitäten (Wale, Museen): 200–400 CAD / ca. 135–270 €
  • Gesamt: ca. 2.700–3.700 CAD / 1.800–2.500 € für zwei Personen pro Woche

Die Preise sind natürlich Richtwerte und hängen stark davon ab, ob ihr euch Fine Dining im Mallard Cottage gönnt oder Fish and Chips bei Ches’s holt (ganz ehrlich, beides ist großartig 😁).

St. John’s, Newfoundland: 12 Sehenswürdigkeiten und Tipps

Schauen wir uns endlich an, warum man eigentlich hierher reisen sollte. St. John’s ist eine Stadt, die einen an jeder Ecke überrascht — von dramatischen Klippen und historischen Leuchttürmen über bunte Gassen voller Kunst bis hin zu Craft-Brauereien und einer Barstraße, wo sich Samstagsabends Fischer und Hipster treffen. Hier sind 12 Orte und Erlebnisse, die ihr in St. John’s auf keinen Fall verpassen solltet.

1. Signal Hill und Cabot Tower — der beste Ausblick auf Stadt und Ozean

Steinerner Cabot Tower auf Signal Hill über St. John's

Wenn ihr in St. John’s nur eine einzige Sache unternehmt, dann soll es der Aufstieg auf den Signal Hill sein. Dieser Hügel, der sich über der Hafeneinfahrt (den sogenannten „The Narrows“) erhebt, ist das ikonische Wahrzeichen der Stadt, und der Blick von oben ist schlichtweg atemberaubend — auf der einen Seite die bunten Dächer der Stadt, auf der anderen der endlose Atlantik.

Auf dem Gipfel steht der Cabot Tower, ein steinerner Turm, der 1897 zum 400. Jahrestag der Ankunft von John Cabot auf Neufundland erbaut wurde. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum dieser Ort berühmt ist — genau von hier empfing Guglielmo Marconi im Jahr 1901 das erste transatlantische Funksignal. Wenn man dort steht und auf den endlosen Ozean blickt, wird einem so langsam klar, wie revolutionär das gewesen sein muss.

Vom Cabot Tower aus geht es auf den North Head Trail — einen kurzen, aber wunderschönen Weg (ca. 1,7 km), der entlang der Klippenkante mit Blick auf das offene Meer verläuft. Bei gutem Wetter könnt ihr von hier aus Wale entdecken, und wenn ihr im Mai oder Juni kommt, vielleicht sogar Eisberge. Wir haben hier gut zwei Stunden verbracht und sind mit einem vollen Handy voller Fotos und dem Gefühl gegangen, dass wir in ganz Kanada noch keinen besseren Ausblick hatten.

💡 TIPP: Geht entweder früh morgens auf den Signal Hill (weniger Touristen) oder zum Sonnenuntergang — die Farben sind unglaublich. Der Eintritt ist kostenlos, Parken am Cabot Tower ebenfalls. Bei Nebel hat es auch seinen Reiz, aber den Ausblick genießt ihr dann eben nicht — schaut vorher auf die Wettervorhersage.

2. Jellybean Row — bunte Häuschen wie aus dem Märchen

Kunterbuntes Reihenhaus-Ensemble Jellybean Row in St. John's

Jellybean Row. Allein der Name klingt wie aus einem Kinderbuch, und genauso sieht der Ort auch aus. Es sind Reihen viktorianischer Reihenhäuser im Zentrum von St. John’s, gestrichen in den fröhlichsten Farben, die man sich vorstellen kann — Fuchsia, Zitronengelb, Türkis, Lavendel, feuriges Orange.

Warum wurden die Häuser so bunt angestrichen? Es gibt mehrere Theorien. Eine besagt, dass Fischer ihre Häuser in leuchtenden Farben strichen, um sie vom Meer aus im Nebel wiederzuerkennen, wenn sie nach Hause kamen. Eine andere Theorie spricht davon, dass die Menschen nach dem großen Brand von 1892, der den Großteil der Stadt zerstörte, beim Wiederaufbau bunte Farben als Symbol für einen Neuanfang und Hoffnung wählten. Was auch immer stimmt — das Ergebnis ist absolut fotogen.

Die schönste Jellybean Row findet ihr in der Gower Street, Prescott Street und den umliegenden Gässchen. Es kostet keinen Eintritt, es ist keine abgegrenzte Attraktion — ihr schlendert einfach durch die Stadt und genießt die Farbpalette. Wir waren morgens dort, als die Straßen noch leer waren und das Licht wunderschön auf die Fassaden fiel. Ganz ehrlich, die Fotos von Jellybean Row sind wohl das Meistgeteilte, was ich je auf Instagram gepostet habe. ☺️

3. Cape Spear — am östlichsten Rand des Kontinents

Leuchtturm an der felsigen Küste bei St. John's

Cape Spear ist der Ort, an dem Nordamerika schlicht aufhört. Man steht auf einer Klippe und vor einem liegt nur noch der Ozean — das nächste Festland Richtung Osten ist Irland, rund 3.500 km entfernt. Es ist der östlichste Punkt ganz Nordamerikas, und das Gefühl, buchstäblich am Rand des Kontinents zu stehen, ist unbeschreiblich.

Auf dem Kap steht der älteste erhaltene Leuchtturm Neufundlands, erbaut im Jahr 1836. Er ist wunderschön restauriert und man kann das Innere besichtigen, wo man über das Leben der Leuchtturmwärter im 19. Jahrhundert erfährt. Daneben steht ein neuerer Leuchtturm von 1955, der noch immer in Betrieb ist. Neben den Leuchttürmen findet ihr auch Überreste von Befestigungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg — Betonbunker und Artilleriestellungen, die einst die Hafeneinfahrt von St. John’s bewachten.

Cape Spear liegt nur etwa 15 Autominuten vom Zentrum von St. John’s entfernt — Ausreden gelten also nicht. Im Mai und Juni könnt ihr von hier aus Eisberge beobachten, die entlang der Küste treiben, und im Sommer sieht man hier oft Wale. Wir waren an einem wunderschönen Nachmittag dort, und der Sonnenuntergang über den Klippen (beziehungsweise über der Stadt hinter uns, denn nach Osten gibt es nur Meer 😅) war magisch.

⚠️ Hinweis: Am Cape Spear bläst der Wind wirklich heftig, selbst wenn es in der Stadt relativ ruhig ist. Nehmt warme Kleidung und eine Windjacke mit, auch im Sommer.

4. The Rooms — Kultur, Geschichte und der beste Stadtblick (von drinnen)

Gebäude des Museums The Rooms in St. John's

Von außen sieht The Rooms aus wie ein futuristisches Gebäude auf dem Hügel über der Stadt, aber innen verbirgt sich ein wunderbares Museum, eine Galerie und ein Archiv, die die Geschichte Neufundlands so erzählen, wie es kein Reiseführer schafft.

Die Sammlungen decken alles ab — von der Kultur der Ureinwohner (Beothuk und Inuit) über die Fischereigeschichte bis hin zur zeitgenössischen Kunst Neufundlands. Uns hat besonders die Abteilung über Schiffswracks fasziniert (Neufundland hat Hunderte davon erlebt) und über den Kabeljaufang, der jahrhundertelang das Leben auf der Insel bestimmte. Wenn ihr Museen mögt, verbringt ihr hier leicht 2–3 Stunden.

Und dann ist da noch der Ausblick. Von den oberen Stockwerken des The Rooms bietet sich ein Panoramablick auf die gesamte Stadt, den Hafen und Signal Hill — und anders als auf dem Signal Hill seid ihr hier im Warmen und Trockenen, was auf Neufundland nicht zu verachten ist. 😉

Der Eintritt kostet ca. 10 CAD / ca. 7 €, mittwochabends ist der Eintritt frei. Montags geschlossen (außerhalb der Sommersaison).

5. George Street — wo es mehr Bars als Häuser gibt

Bunte Häuser in den Straßen von St. John's

George Street ist eine kurze Gasse im Zentrum von St. John’s, die angeblich die höchste Konzentration an Bars und Pubs pro Quadratmeter in ganz Nordamerika hat. Auf einer Straße von gerade mal 200 Metern Länge reihen sich über 30 Lokale aneinander — von Irish Pubs über Cocktailbars bis hin zu Rock-Clubs. Samstagabends ist hier die ganze Stadt unterwegs.

Aber der wahre Grund, warum George Street legendär ist, ist die Screech-In-Zeremonie. Das ist ein Ritual, bei dem „Nicht-Neufundländer“ (also alle Besucher) offiziell zu Ehren-Neufundländern werden. Wie das abläuft? Ihr trinkt einen Schluck Screech Rum (ein lokaler dunkler Rum mit wirklich kräftigem Geschmack), sagt einen Eid im neufundländischen Dialekt auf (von dem ihr vielleicht die Hälfte versteht) und dann… küsst ihr einen Kabeljau. Ja, einen echten Fisch. 😅 Ihr bekommt ein Zertifikat und die ganze Bar applaudiert.

Wir haben die Screech-In-Zeremonie im Christian’s Pub mitgemacht, und es war einer der lustigsten Abende der gesamten Reise. Lukáš tat so, als würde er jeden Tag Kabeljau küssen, und ich versuchte, nicht vor Lachen zu platzen. Wir empfehlen es zu 100 % — es ist absurd, witzig und absolut authentisch.

Wer lieber eine ruhigere Atmosphäre mag, dem empfehle ich Celtic Hearth oder The Ship Pub, wo Live-Musik gespielt wird und die Stimmung angenehm gemütlich ist.

6. Quidi Vidi Village und Brauerei — ein Fischerdorf mitten in der Stadt

Willkommensschild des Fischerdorfs Quidi Vidi

Quidi Vidi (ausgesprochen „Kiddy Widdy“ — und ja, wir brauchten eine Weile, um das herauszufinden 😅) ist ein malerisches Fischerdorf, das sich in eine Bucht schmiegt, nur wenige Minuten vom Zentrum von St. John’s entfernt. Es ist einer dieser Orte, an denen man das Gefühl hat, hundert Jahre in der Zeit zurückgereist zu sein — bunte Fischerhütten, die ruhige Wasseroberfläche der Bucht, Boote, die an den Anlegepfählen schaukeln.

Der Hauptanziehungspunkt ist die Quidi Vidi Brewery, eine lokale Craft-Brauerei, die ihr Bier mit neufundländischem Wasser und Eisberg-Eis braut (ja, wirklich aus einem Eisberg!). Ihr Iceberg Beer ist legendär und unbedingt einen Versuch wert. Die Brauerei bietet Führungen und Verkostungen an, und selbst wenn ihr keine Bierfans seid, lohnt sich allein die Atmosphäre des Taprooms mit Blick auf den Hafen.

Rund um die Bucht gibt es schöne Spazierwege, und hier findet ihr auch das Mallard Cottage — eines der besten Restaurants in ganz St. John’s (mehr dazu im Abschnitt über Essen). Quidi Vidi ist ideal für einen gemütlichen Vormittag oder Nachmittag, wenn ihr dem Trubel des Zentrums entkommen wollt — obwohl es in St. John’s ehrlich gesagt nie so überlaufen ist wie in Barcelona. ☺️

7. Eisbergbeobachtung (Iceberg Alley) — treibende Kolosse aus der Eiszeit

Dieses Erlebnis ist der Grund, warum viele Leute nach Neufundland kommen. Im Mai und Juni treiben entlang der Ostküste der Insel riesige Eisberge, die sich von den Gletschern Grönlands gelöst haben und mit dem Labradorstrom Richtung Süden wandern. Das Ganze nennt sich Iceberg Alley, und manche dieser Kolosse sind 10.000–12.000 Jahre alt. Stellt euch das mal vor — Eis, das sich gebildet hat, als unsere Vorfahren noch Mammuts gejagt haben.

Die Eisberge haben die unterschiedlichsten Formen und Größen — von kleineren Stücken („Bergy Bits“) bis hin zu gewaltigen Tafeleisberg-Formationen, groß wie ein Fußballfeld. Ihre Farbe wechselt von strahlendem Weiß über unglaubliches Türkis bis hin zu Saphirblau, je nachdem, wie das Sonnenlicht durch das komprimierte Eis dringt.

Von wo aus beobachten?

  • Cape Spear und Signal Hill — direkt von der Küste aus, kostenlos, mit Fernglas ein Genuss
  • Fort Amherst — auf der gegenüberliegenden Seite der Narrows vom Signal Hill
  • Bootsausflüge — wenn ihr den Eisbergen näher kommen wollt (und glaubt mir, das wollt ihr), gibt es Bootstouren, die euch bis auf wenige Dutzend Meter heranfahren. Es ist überwältigend. Rechnet mit ca. 60–80 CAD / 40–55 € pro Person.

💡 TIPP: Schaut regelmäßig auf die Webseite IcebergFinder.com — eine interaktive Karte, die zeigt, wo sich die Eisberge aktuell befinden. In manchen Jahren gibt es viele, in manchen wenige — das hängt von Strömungen und Temperatur ab. Wenn ihr primär wegen der Eisberge kommt, plant euren Reiseplan flexibel.

lukas a lucka
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8. Walbeobachtung und Papageientaucher — Witless Bay ist ein absolutes Muss

Wenn ihr denkt, Walbeobachtung vom Boot aus sei „so ein typischer Touristenausflug“, wird euch Witless Bay eines Besseren belehren. Das ist eines der besten Wildtiererlebnisse, die wir je hatten.

Das Witless Bay Ecological Reserve liegt etwa 30 Autominuten südlich von St. John’s und ist Heimat der größten Papageientaucher-Kolonie (Puffins) in Nordamerika — mehr als 260.000 Brutpaare nisten auf den felsigen Inseln. Und daneben? Buckelwale. Dutzende Buckelwale, die im Sommer zum Fressen hierherkommen. Rund um Neufundland leben 22 Walarten, und die Gewässer beherbergen eine der größten Buckelwal-Populationen der Welt.

Wir sind mit O’Brien’s Whale and Bird Tours gefahren, dem bekanntesten Anbieter in der Region. Der zweistündige Ausflug kostet ca. 75 CAD / 50 € pro Person und ist eine Investition, die sich hundertfach auszahlt. Während unserer Fahrt haben wir drei Buckelwale gesehen, von denen einer komplett aus dem Wasser gesprungen ist (Breaching) — ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Und Papageientaucher? Tausende. Überall um uns herum. Sie fliegen, sitzen auf dem Wasser, tauchen nach Fischen. Sie sind so absurd niedlich, dass man sich vorkommt, als würde man einen Animationsfilm schauen.

Ein weiterer guter Anbieter ist Gatherall’s Puffin & Whale Watch. Die Hochsaison ist Juli–August, aber die ersten Wale erscheinen schon im Juni.

⚠️ Hinweis: Auf dem Boot ist es kalt, auch wenn es an Land warm ist. Nehmt warme Schichten mit, und wenn ihr zu Seekrankheit neigt, denkt an Tabletten — die Wellen können ziemlich wild sein.

9. North Head Trail und East Coast Trail — Paradies für Wanderfans

Dramatische Küstenklippen am East Coast Trail bei St. John's

St. John’s und seine Umgebung sind von Hunderten Kilometern wunderschöner Küstenwanderwege durchzogen, die zu den besten Wanderungen in ganz Kanada gehören. Dieser Teil Neufundlands ist rau, ursprünglich und unglaublich schön — Klippen, die steil ins Meer abfallen, Heideflächen voller Wildblumen und Ausblicke, bei denen euch die Luft wegbleibt.

Der North Head Trail (ca. 1,7 km) auf dem Signal Hill ist ideal zum Aufwärmen — ein kurzer, aber dramatischer Weg entlang der Klippenkante mit Blick auf den offenen Atlantik. Schafft jeder, und die Belohnung ist fantastisch.

Wer etwas Längeres und Wilderes sucht, für den ist der East Coast Trail genau das Richtige. Es handelt sich um ein Netz von Küstenwanderwegen, das sich über 336 km in 26 Abschnitten entlang der Ostküste Neufundlands erstreckt. Ihr müsst nicht den ganzen Trail gehen — wählt einfach einen Abschnitt und los geht’s. Beliebt sind:

  • Sugarloaf Path (10 km) — die dramatischsten Klippen, nahe St. John’s
  • Cobbler Path (17 km) — durch Moorlandschaften und Küstenwiesen
  • Cape Spear Path (16 km) — vom Cape Spear nach Maddox Cove, atemberaubend

Wir sind den Sugarloaf Path gewandert, und es war eine der schönsten Wanderungen in Nordamerika. Das Gelände ist stellenweise anspruchsvoll (nasse Felsen, steile Anstiege), aber die Ausblicke auf den Ozean und die Klippen sind schlicht unglaublich. Streckenweise waren wir auf dem Weg komplett allein — keine Massen, keine Schlangen, nur wir und der Atlantik.

💡 TIPP: Prüft den Zustand der Wege auf eastcoasttrail.com — manche Abschnitte werden nach dem Winter repariert. Und vergesst eure Wanderschuhe mit gutem Profil nicht — nasse neufundländische Felsen sind tückisch. Falls ihr noch keine ordentlichen Trekkingschuhe habt, schaut euch unseren Artikel an, wie man die richtigen Wanderschuhe findet.

10. The Battery — buntes Viertel in den Felsen

Historische Häuschen des Viertels The Battery in den Felsen von St. John's

The Battery ist einer der fotogensten Stadtteile von St. John’s und gleichzeitig einer jener Orte, die man leicht übersieht, wenn man nicht davon weiß. Dieses winzige Viertel duckt sich an die Felsen direkt an der Hafeneinfahrt, unterhalb des Signal Hill, und seine bunten Häuschen sehen aus, als wären sie an die Klippe geklebt. Manche von ihnen sind es buchstäblich.

Historisch lebten hier Fischer und ihre Familien — die Häuser wurden gebaut, wo gerade Platz war, ohne Rücksicht auf Logik, Gelände oder Zufahrtswege. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Gewirr aus schmalen Pfaden, steilen Treppen und Häuschen in allen möglichen Farben, die in unregelmäßigen Schichten übereinander kleben. Es ist wie Jellybean Row, nur wilder und authentischer.

Den besten Blick auf The Battery habt ihr vom Signal Hill oder vom gegenüberliegenden Hafenufer — von dort seht ihr das gesamte Viertel im Kontext, mit Klippen und Ozean im Hintergrund. Ein Spaziergang direkt durch das Viertel hat ebenfalls seinen Charme, aber seid auf steile Hügel und enge Gässchen gefasst. Und bitte respektiert, dass hier Menschen wohnen — fotografiert ihnen nicht in die Fenster. 😉

11. Bowring Park — 80 Hektar Ruhe mitten in der Stadt

Grüne Bäume im Bowring Park in St. John's
Foto: Sivaprasad.ucc / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Wenn ihr eine Pause von Klippen, Wind und Salzwasser braucht (auch das kommt vor), ist der Bowring Park euer Zufluchtsort. Dieser Park erstreckt sich über 80 Hektar und ist über 100 Jahre alt — und ehrlich gesagt hat es uns überrascht, wie wunderschön er ist und wie wenige Touristen wir dort getroffen haben.

Hier findet ihr herrliche Gärten, Wasserfälle, Teiche mit Enten, Brücken und kilometerlange Spazierwege. Es gibt sogar eine Nachbildung der berühmten Peter-Pan-Statue aus den Londoner Kensington Gardens — Kopien davon existieren weltweit nur an wenigen Orten, und St. John’s ist einer davon.

Der Bowring Park ist ideal für ein Picknick, einen Spaziergang mit Kaffee in der Hand oder einfach dafür, kurz innezuhalten und durchzuatmen. Wir haben hier einen angenehmen Nachmittag verbracht, und Lukáš behauptet, das Beste war die Bank am Bach, auf der er eingeschlafen ist. 😅 Eintritt frei, ganzjährig geöffnet.

12. Ausflug zum Gros Morne NP — UNESCO-Schatz im Westen der Insel

Fjord im Nationalpark Gros Morne auf Neufundland
Foto: Michel Rathwell from Cornwall, Canada / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Wenn ihr mehr als 3–4 Tage auf Neufundland habt, ist ein Ausflug zum Gros Morne National Park ein absolutes Muss. Dieser Nationalpark, der auf der UNESCO-Welterbeliste steht, liegt an der Westküste der Insel, etwa 5 Autostunden von St. John’s entfernt — und glaubt mir, die Fahrt lohnt sich.

Gros Morne ist ein Ort, an dem tektonische Platten buchstäblich an der Oberfläche freiliegen — hier findet ihr die Tablelands, ein flaches Hochplateau aus rotbraunem Peridotit, einem Gestein, das normalerweise tief unter der Erdkruste liegt. Es sieht aus wie die Marsoberfläche mitten im grünen Kanada. Ein geologisches Wunder und der Grund für den UNESCO-Status des Parks.

Neben den Tablelands gibt es hier Fjorde (Western Brook Pond — eigentlich ein Süßwasserfjord mit 700 m hohen Wänden), Wasserfälle, Berge und einige der schönsten Wanderwege Kanadas. Die Bootsfahrt auf dem Western Brook Pond war eines der besten Erlebnisse, die wir in Kanada hatten — und wir haben auch die Rocky Mountains gesehen.

💡 TIPP: Plant für Gros Morne idealerweise 2–3 Tage ein. Für einen Tagesausflug ab St. John’s ist es zu weit (10 Stunden Fahrt hin und zurück). Wenn ihr mit dem Auto über die Insel fahrt, baut Gros Morne als eigenständigen Stopp in eure Reiseroute ein. Falls ihr einen größeren Roadtrip durch Kanada plant, schaut euch unseren Artikel über den Roadtrip durch Westkanada an — es ist zwar eine andere Ecke des Landes, aber die Planungstipps sind überall nützlich.

Essen in St. John’s: Ein Guide für Genießer

Die neufundländische Küche ist ehrlich, bodenständig und überraschend lecker. Keine gekünstelten Portionen und übertriebene Präsentationen — hier bekommt ihr ordentliches Essen, das eine Geschichte hat und nach Ozean schmeckt. St. John’s hat aber auch eine überraschend anspruchsvolle Restaurantszene, die in jeder großen kanadischen Stadt bestehen könnte. Hier ein Überblick über das, was ihr unbedingt probieren müsst, und wo ihr es findet.

Toutons — frittierter Teig mit Melasse

Toutons sind ein typisch neufundländisches Frühstück und absolut suchterzeugend. Stellt euch Stücke aus Hefeteig vor, goldbraun in der Pfanne gebraten, serviert mit Melasse (dunkler Zuckersirup) oder Butter. Es ist einfach, gehaltvoll, süß und einfach großartig — besonders an Morgen, wenn ihr durchgefroren von der Frühwanderung auf den Signal Hill zurückkommt. Die besten Toutons hatten wir im Mallard Cottage.

Fish and Chips + Cod Tongues

Fish and Chips sind hier kein Fast Food — sie sind eine Institution. Frischer Kabeljau in knusprigem Teigmantel, hausgemachte Pommes und Coleslaw. Punkt. Die besten Fish and Chips in der Stadt findet ihr im Duke of Duckworth (gemütlicher Pub im Zentrum) oder bei Ches’s — einer legendären lokalen Kette, wo die Einheimischen hingehen. Die Portionen bei Ches’s sind riesig und spottbillig.

Und dann gibt es Cod Tongues — frittierte Kabeljau-Zungen. Klingt verrückt, sieht verdächtig aus, schmeckt aber hervorragend. Sie sind weich, zart, ein bisschen wie Pilze im Teigmantel. Wer keine Angst vor kulinarischen Experimenten hat, sollte das unbedingt probieren.

Jiggs Dinner — Sonntagsessen auf Neufundländisch

Jiggs Dinner ist ein traditionelles Sonntagsessen, das hier seit Generationen gekocht wird. In einem Topf werden gemeinsam gepökeltes Rindfleisch, Kohl, Steckrübe, Karotten, Kartoffeln und Erbsen gegart. Klingt einfach, aber die Geschmackskombination nach stundenlangem langsamem Kochen ist überraschend komplex und wärmend. Wenn ihr an einem Sonntag in St. John’s seid, fragt im Restaurant, ob sie Jiggs Dinner anbieten — das ist ein authentisch neufundländisches Erlebnis.

Wo essen — konkrete Restaurants

  • Mallard Cottage (Quidi Vidi) — wahrscheinlich das beste Restaurant der Stadt. Es residiert in einem der ältesten Holzhäuser Nordamerikas und serviert fantastische Gerichte aus regionalen Zutaten. Reserviert im Voraus, besonders im Sommer!
  • Merchant Tavern — elegant, aber ungezwungenes Bistro mit offener Küche. Hervorragende Steaks und Fisch.
  • Duke of Duckworth — klassischer Pub, beste Fish and Chips der Stadt, gemütliche Atmosphäre.
  • Ches’s Fish and Chips — legendäre lokale Kette, riesige Portionen für wenig Geld. Hier gehen die Einheimischen hin, und das ist immer ein gutes Zeichen.
  • Celtic Hearth — irischer Pub mit Live-Musik und solidem Essen. Toller Ort für einen Abend mit gutem Bier und Atmosphäre.

Rechnet mit Preisen um 15–25 CAD / ca. 10–17 € für ein Hauptgericht in einem normalen Restaurant und 35–55 CAD / ca. 24–37 € im Mallard Cottage oder Merchant Tavern. St. John’s ist definitiv keine teure Stadt zum Essen, vor allem im Vergleich mit Toronto oder Vancouver.

Praktische Tipps und Reisehinweise

Zum Schluss ein paar praktische Informationen, die euch bei der Reiseplanung helfen werden. St. John’s ist eine touristenfreundliche, sichere und relativ kompakte Stadt — aber ein paar Dinge solltet ihr vorher wissen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden (vor allem beim Wetter 😅).

Was einpacken

Das ist wohl der wichtigste Tipp dieses gesamten Artikels: Kleidet euch in Schichten und nehmt eine wasserdichte Jacke mit. Das Wetter in St. John’s ist legendär unberechenbar — morgens kann die Sonne scheinen, mittags kommt Nebel, nachmittags Regen und abends ist es wieder schön. Und Wind weht hier praktisch ständig.

  • Wasserdichte Jacke mit Kapuze — absolute Pflicht, auch im Sommer
  • Fleecejacke oder warmer Pullover — auch im Juli kann es an den Klippen um die 12 °C sein
  • Wanderschuhe — wenn ihr den East Coast Trail oder andere Wanderungen plant, sind nasse Felsen tückisch. Schaut euch unseren Überblick zu den besten Wanderschuhen an.
  • Mütze und leichter Schal — am Cape Spear und Signal Hill werdet ihr sie zu schätzen wissen
  • Sonnenbrille und Sonnencreme — wenn die Sonne scheint, dann richtig

Falls ihr unsicher seid, was ihr mitnehmen sollt, schaut euch unseren ausführlichen Ratgeber an, wie man nur mit Handgepäck reist. Auch für Neufundland machbar!

Währung und Preise

Bezahlt wird in Kanadischen Dollar (CAD). Der aktuelle Kurs liegt bei etwa 1 CAD = ca. 0,67 €. Kartenzahlung funktioniert überall — wir brauchten während des gesamten Aufenthalts nur einmal Bargeld, und zwar auf einem Bauernmarkt.

Achtung beim Trinkgeld (Tip) — in Kanada ist es üblich, in Restaurants 15–20 % zu geben. Es ist nicht verpflichtend, aber erwartet, und das Servicepersonal ist darauf angewiesen. Beim Kartenzahlen bietet euch das Terminal automatisch prozentuale Trinkgeldoptionen an.

Insgesamt ist St. John’s preislich angenehmer als Toronto, Vancouver oder Banff. Essen, Unterkünfte und Aktivitäten sind hier 10–20 % günstiger als in diesen Städten.

Sicherheit

St. John’s ist eine sehr sichere Stadt. Die Kriminalitätsrate ist niedrig, die Menschen sind freundlich, und selbst spätabends auf der George Street haben wir uns vollkommen wohl gefühlt. Natürlich solltet ihr den gesunden Menschenverstand walten lassen wie überall, aber besondere Bedenken braucht ihr nicht zu haben.

Die größte „Gefahr“ ist das Wetter — wenn ihr wandern geht, schaut auf die Wettervorhersage, tragt die richtige Ausrüstung und haltet euch auf den Klippen vom Rand fern. Nasse neufundländische Felsen sind rutschig, und der Wind kann euch überraschen.

Fortbewegung in der Stadt

Das Zentrum von St. John’s ist gut zu Fuß erkundbar — vom Hafen zum Signal Hill, von Jellybean Row zur George Street, alles ist zu Fuß machbar. Die Stadt ist hügelig (stellt euch auf steile Gässchen ein), aber kompakt.

Für Ausflüge außerhalb der Stadt (Cape Spear, Witless Bay, Gros Morne) braucht ihr ein Auto. Der ÖPNV (Metrobus) existiert, aber die Verbindungen sind spärlich und decken die touristischen Ziele in der Umgebung nicht ab. Einen Mietwagen bekommt ihr problemlos am Flughafen. Wie oben erwähnt, nutzen wir seit langem den Vergleichsrechner DiscoverCars.com, wo ihr die Angebote aller Vermieter auf einen Blick vergleichen könnt.

Internet und eSIM

Mobilfunkempfang im Zentrum von St. John’s ist problemlos, aber an abgelegeneren Orten (East Coast Trail, Fahrt nach Gros Morne) kann das Signal schwach oder gar nicht vorhanden sein. Wenn ihr keine lokale SIM-Karte besorgen wollt, empfehlen wir eine eSIM — Reise-eSIM-Karten lassen sich in wenigen Minuten aktivieren und funktionieren hervorragend. Unsere Erfahrungen mit eSIM-Karten haben wir in einem eigenen Artikel über Holafly eSIM zusammengefasst.

Nützliche Links — was ihr noch braucht

  • ✈️ Flüge: Günstige Flüge findet ihr auf Kiwi.com — unser Lieblingsportal, auf dem es auch kreative Umsteigeverbindungen gibt.
  • 🚗 Mietwagen: Wir nutzen regelmäßig den Vergleichsrechner DiscoverCars.com, wo ihr die Preise aller lokalen Vermieter vergleichen könnt.
  • 🏨 Unterkünfte: Hotels und Apartments suchen wir über Booking.com — wir sammeln gerne Genius-Punkte und lesen Bewertungen von echten Gästen.
  • 🛡️ Reiseversicherung: Vergesst vor der Kanadareise auf keinen Fall die Krankenversicherung — medizinische Versorgung in Kanada ist für Ausländer teuer. Unsere Tipps zur Reiseversicherung findet ihr in einem eigenen Artikel.
  • 📱 eSIM: Reise-eSIM-Karte für Kanada — lest unsere Holafly-Bewertung.
  • 🎒 Packen: Wie man nur mit Handgepäck reist — klappt auch für Neufundland!
  • 🥾 Schuhe: Wie man die richtigen Wanderschuhe findet — auf den nassen neufundländischen Felsen werdet ihr jeden Euro zu schätzen wissen.

Häufig gestellte Fragen zu St. John’s, Newfoundland (FAQ)

Wie viele Tage braucht man für St. John’s?

Für die Stadt St. John’s selbst und die nähere Umgebung (Signal Hill, Cape Spear, Quidi Vidi, Witless Bay) reichen 3–4 Tage. Wenn ihr noch einen Ausflug zum Gros Morne National Park (5 Stunden Fahrt) einplant, solltet ihr mindestens 6–7 Tage für ganz Neufundland einrechnen. Wir haben 4 Tage in St. John’s verbracht und nicht alles geschafft — einen weiteren Tag für Wanderungen auf dem East Coast Trail hätten wir gerne noch draufgelegt.

Wann ist die beste Reisezeit für St. John’s?

Die beste Reisezeit ist Juni bis August. Im Mai und Juni könnt ihr Eisberge sehen (Iceberg Alley), im Juli und August Wale und Papageientaucher. Das Wetter ist auch im Sommer unberechenbar — Temperaturen um 15–22 °C, häufiger Nebel und Wind. Der Winter (November–März) ist rau und die meisten touristischen Aktivitäten sind eingestellt, daher empfehlen wir ihn nicht.

Wie kommt man von Deutschland nach St. John’s?

Direktflüge von Deutschland gibt es nicht. Die gängigste Route führt über Toronto oder Montreal — der Flug von Frankfurt oder München nach Toronto dauert ca. 9 Stunden, dann umsteigen und weiter nach St. John’s in ca. 3 Stunden. Insgesamt solltet ihr mit einem ganzen Reisetag rechnen. In der Sommersaison gibt es auch saisonale WestJet-Flüge ab Dublin, London und Paris. Flüge empfehlen wir über Kiwi.com zu suchen.

Ist St. John’s eine sichere Stadt?

Ja, St. John’s ist eine sehr sichere Stadt mit niedriger Kriminalitätsrate. Die Einheimischen sind freundlich und hilfsbereit. Das größte Risiko stellt das unberechenbare Wetter dar, besonders beim Wandern an den Klippen — haltet euch an markierte Wege, tragt geeignete Kleidung und checkt die Wettervorhersage.

Wo kann man Eisberge in St. John’s sehen?

Eisberge treiben hauptsächlich im Mai und Juni entlang der Küste Neufundlands (die sogenannte Iceberg Alley). Von St. John’s aus könnt ihr sie vom Cape Spear, Signal Hill oder Fort Amherst beobachten. Für ein näheres Erlebnis empfehlen wir Bootsausflüge, die euch bis auf wenige Dutzend Meter an die Eisberge heranfahren. Die aktuelle Position der Eisberge könnt ihr auf IcebergFinder.com verfolgen.

Wie viel kostet ein Urlaub in St. John’s?

Ungefähres Budget für eine Woche zu zweit (ohne Flüge): Unterkunft ca. 850–1.050 €, Essen ca. 470–710 €, Mietwagen und Benzin ca. 340–510 €, Aktivitäten ca. 135–270 €. Gesamt ca. 1.800–2.500 € für zwei Personen. St. John’s ist preislich angenehmer als Toronto oder Vancouver. Flüge ab Deutschland liegen bei etwa 500–900 € pro Person (Hin- und Rückflug, mit Umsteigen).

Lohnt sich ein Ausflug von St. John’s nach Gros Morne?

Auf jeden Fall, wenn ihr die Zeit habt. Der Gros Morne National Park (UNESCO) ist einer der schönsten Orte Kanadas — Fjorde, geologische Wunder und fantastische Wanderwege. Er liegt allerdings 5 Autostunden von St. John’s entfernt, daher ist ein Tagesausflug nicht empfehlenswert. Ideal plant ihr 2–3 Tage direkt in Gros Morne ein. Wenn ihr nur 3–4 Tage auf Neufundland habt, bleibt in St. John’s und Umgebung — auch hier gibt es mehr als genug zu entdecken.

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Roadtrip USA Westküste: Reiseroute für 14–21 Tage (LA → San Francisco)

TL;DRDieser Roadtrip durch den Westen der USA führt von Los Angeles über Joshua Tree, Las Vegas, Zion, Bryce Canyon, Page (Antelope Canyon, Horseshoe Bend), Grand Canyon, Monument Valley, Arches, Canyonlands, Death Valley, Sequoia und Yosemite bis nach San Francisco. Die Strecke misst rund 4.500 km, geplant werden sollten 14–21 Tage, idealerweise 18 oder mehr. Die beste Reisezeit ist April–Mai und September–Oktober, wenn die Temperaturen angenehm sind und weniger Touristen unterwegs sind. Das Budget für zwei Personen liegt bei insgesamt 100.000–255.000 Kč (50.000–127.500 Kč pro Person), inklusive Flügen, SUV-Mietwagen, Unterkunft und Essen. Lohnenswert ist der America the Beautiful Pass für 80 Dollar, der den Eintritt in alle Nationalparks auf der Route abdeckt. Zu den stärksten Erlebnissen zählen der Angels Landing in Zion, der Sonnenaufgang über dem Grand Canyon, der Sonnenuntergang in Arches und das Yosemite Valley.

Diesen Roadtrip an der USA Westküste habe ich schon dreimal gemacht — und würde sofort wieder losfahren. Der Westen der USA ist der eine Ort, an dem die Realität noch besser aussieht als die überbearbeiteten Fotos. Wenn es irgendwie geht, nehmt euch mindestens 3 Wochen Zeit, besonders wenn ihr aus Europa anreist. Es wird ein Erlebnis fürs ganze Leben. Durch die roten Canyons von Utah fahren, Nächte unter dem Sternenhimmel im Death Valley verbringen, riesige Mammutbäume bestaunen, neben denen man sich wie eine Ameise fühlt, und zum Abschluss den Nebel über die Golden Gate Bridge wehen sehen. Ein echtes Road Movie — nur dass ihr diesmal die Hauptrolle spielt.

In diesem Artikel findet ihr eine komplette Reiseroute für einen 14–21-tägigen USA Westküste Roadtrip — Tag für Tag, mit konkreten Orten, Restaurants, Unterkunftstipps und Preisen. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, welches Auto ihr mieten solltet, was das Ganze kostet und worauf ihr achten müsst. Ob ihr zwei oder drei Wochen habt — passt die Route einfach an eure Wünsche an.

Paar auf dem Gipfel des Vulkans Haleakala über den Wolken

Zusammenfassung

  • Route: Los Angeles → Joshua Tree → Las Vegas → ZionBryce Canyon → Page (Antelope Canyon, Horseshoe Bend) → Grand Canyon → Monument Valley → ArchesCanyonlandsDeath ValleySequoiaYosemite → San Francisco
  • Gesamtlänge: ca. 4.500 km (2.800 Meilen) — plant 14–21 Tage ein, idealerweise 18+
  • Beste Reisezeit: April–Mai und September–Oktober (angenehme Temperaturen, weniger Touristen)
  • Budget für zwei: ca. 5.000–8.000 € pro Person inklusive Flüge, je nach Reisestil
  • Auto: SUV oder Crossover mit hoher Bodenfreiheit (Monument Valley, Death Valley) — wir nutzen DiscoverCars
  • Unterkünfte: Mix aus Camping, Motels und Airbnb — in den Nationalparks 3–6 Monate vorher buchen
  • Nationalparks: Holt euch den America the Beautiful Pass für $80 (gilt ein ganzes Jahr, Eintritt in alle Parks)
  • Must-see: Zion (Angels Landing oder Observation Point), Grand Canyon bei Sonnenaufgang, Arches bei Sonnenuntergang, Yosemite Valley
  • Überraschung der Reise: Monument Valley und Bryce Canyon haben uns mehr beeindruckt, als wir erwartet hatten

Wann losfahren und wie an die USA Westküste kommen

Die Westküste der USA ist riesig und das Wetter unterscheidet sich dramatisch je nach Höhenlage und Standort. Im Sommer werden im Death Valley locker 50 °C gemessen, während es im Yosemite angenehme 25 °C hat. Im Winter hingegen können die Pässe in der Sierra Nevada wegen Schnee gesperrt sein. Das richtige Timing ist also entscheidend.

Beste Reisezeit für den Roadtrip

April–Mai und September–Oktober sind eindeutig die besten Monate. Die Temperaturen in der Wüste sind erträglich (um die 25–35 °C), in den Bergen ist es wunderschön und es sind deutlich weniger Touristen unterwegs als im Sommer. Wir waren Ende September/Anfang Oktober dort und es war perfekt — goldenes Licht, leere Trails und in Utah Temperaturen um 28 °C.

Sommer (Juni–August) ist zwar die beliebteste Reisezeit, aber in der Wüste wirklich unerträglich. Im Death Valley, Joshua Tree und Grand Canyon fühlt es sich an, als stünde man im Backofen. Außerdem sind die Nationalparks so voll, dass man für manche Trails eine Reservierung braucht (Zion, Yosemite). Wenn ihr keine andere Möglichkeit habt, steht zumindest früh auf — morgens gegen 6:00 Uhr ist die beste Zeit für alles.

Winter (November–März) ist problematisch wegen Schnee in den Bergen. Der Tioga Pass ins Yosemite ist von November bis Mai meist gesperrt, der Bryce Canyon kann unter Schnee liegen (sieht aber wunderschön aus!). Dafür sind Las Vegas und Süd-Arizona im Winter absolut angenehm.

Wie nach Los Angeles kommen

Von Deutschland aus gibt es Direktflüge nach LA ab Frankfurt und München mit Lufthansa sowie ab verschiedenen Flughäfen mit Condor. Alternativ findet ihr günstige Umsteigeverbindungen über London, Amsterdam oder Paris. Günstige Flüge kosten in der Regel 450–700 € pro Strecke, je nach Saison und Buchungszeitpunkt.

💡 TIPP: Wenn ihr einfach (One-Way) nach LA fliegt und von San Francisco zurück (oder umgekehrt), ist das oft günstiger als ein Hin- und Rückflug in dieselbe Stadt. Vergleicht beide Varianten.

Für mobile Daten in den USA empfehlen wir eine eSIM von Holafly — lest unseren Testbericht. In den Nationalparks ist der Empfang oft schwach oder gar nicht vorhanden, aber in Städten und auf Hauptstraßen funktioniert es hervorragend.

Vernal Fall mit Regenbogen auf dem berühmten Mist Trail
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Auto und Mietwagen

Ohne Auto geht an der Westküste der USA nichts. Und nicht irgendein Auto — wir empfehlen einen SUV oder Crossover mit hoher Bodenfreiheit. Monument Valley hat unbefestigte Straßen, im Death Valley gibt es Stellen, an die ihr mit einem Kleinwagen nicht herankommt, und insgesamt fühlt ihr euch bei diesen Entfernungen deutlich wohler.

Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen. Für diese Route rechnet mit $40–80/Tag (ca. 37–75 €) für einen SUV, je nach Saison. Die Miete für 21 Tage kommt also auf rund $1.000–1.500 (ca. 930–1.400 €).

Wichtig:

  • Wenn ihr euch über DiscoverCars versichert, müsst ihr keine teure Versicherung vor Ort kaufen
  • Tankt immer, wenn ihr eine Tankstelle seht — in der Wüste können Dutzende Meilen ohne Tankstelle sein
  • Benzin kostet aktuell etwa $4–5,50/Gallone (ca. 1,00–1,35 €/Liter), in Kalifornien am teuersten
  • Wenn ihr das Auto woanders zurückgebt, als ihr es abgeholt habt (One-Way), rechnet mit einem Aufpreis von $100–300

Was kostet eine USA Westküste Rundreise + wo übernachten

Das Budget für den Roadtrip hängt hauptsächlich davon ab, ob ihr campt oder in Hotels schlaft und wie oft ihr in Restaurants essen geht. Die Westküste der USA ist nicht billig, aber man kann vernünftig reisen.

Orientierungsbudget für 21 Tage zu zweit

PostenBudget-VarianteMittlere VarianteKomfort-Variante
Flüge (Hin- und Rückflug/Pers.)550 €700 €1.000 €
Auto (21 Tage)950 €1.200 €1.600 €
Benzin480 €480 €600 €
Unterkunft (21 Nächte, für beide)1.000 €2.200 €4.000 €
Essen (für beide)800 €1.400 €2.200 €
Parks + Aktivitäten200 €400 €800 €
GESAMT für beide3.980 €6.380 €10.200 €
Pro Person1.990 €3.190 €5.100 €

Wir lagen irgendwo zwischen der mittleren und der Komfort-Variante — abwechselnd Campingplätze, Motels und Airbnb, beim Essen haben wir uns etwas gegönnt, aber ab und zu auch im Camp gekocht. Es kam bei uns auf ca. 3.800 € pro Person inklusive Flüge.

America the Beautiful Pass

Das ist ein absolutes Must-have. Für $80 (ca. 75 €) bekommt ihr ein Jahresticket für alle Nationalparks in den USA. Auf unserer Route sind das: Joshua Tree, Zion, Bryce Canyon, Grand Canyon, Arches, Canyonlands, Death Valley, Sequoia, Yosemite — der Eintritt pro Park liegt bei $30–35, der Pass lohnt sich also schon beim dritten Park. Kauft ihn online im Voraus oder an der ersten Station in einem Nationalpark.

Wo übernachten — eine Übersicht

In den Nationalparks habt ihr drei Möglichkeiten: 1. Campingplätze in den Parks — am günstigsten ($15–35/Nacht), aber Monate vorher über recreation.gov reservieren 2. Lodges in den Parks — wunderschön, aber teuer ($150–400/Nacht) und ein Jahr im Voraus ausgebucht 3. Motels/Hotels in nahen Orten — die flexibelste Variante, $60–150/Nacht

💡 TIPP: Manche Campingplätze funktionieren nach dem Prinzip first-come-first-served (wer zuerst kommt, mahlt zuerst). Wenn ihr früh morgens ankommt (vor 10:00 Uhr), stehen die Chancen gut, auch ohne Reservierung einen Platz zu ergattern.

Bevor wir zu den einzelnen Tagen kommen, hier eine Übersicht der gesamten Route — wo es langgeht und wo ihr jede Nacht schlaft:

TagRoute und FahrtWo übernachten
1.–2.Ankunft in Los Angeles, Santa Monica, Griffith ObservatoryLos Angeles
3.Los Angeles → Joshua Tree NP (~2,5 h)Joshua Tree
4.Joshua Tree → Las Vegas (~3 h)Las Vegas
5.–6.Las Vegas → Zion NP (~2,5 h)Springdale bei Zion
7.Zion → Bryce Canyon NP (~1,5 h)Bryce Canyon
8.Bryce Canyon → Page — Antelope Canyon, Horseshoe Bend (~2,5 h)Page
9.–10.Page → Grand Canyon NP (~2,5 h)Grand Canyon (Tusayan)
11.Grand Canyon → Monument Valley (~3 h)Monument Valley
12.–13.Monument Valley → Arches und Canyonlands NP (~2,5 h)Moab
14.–15.Moab → Death Valley NP (~9 h, mit Zwischenübernachtung)Death Valley
16.–17.Death Valley → Sequoia und Kings Canyon NP (~5 h)Sequoia NP
18.–19.Sequoia → Yosemite NP (~3,5 h)Yosemite
20.–21.Yosemite → San Francisco (~3,5 h), RückflugSan Francisco
Die Gesamtroute misst rund 4.500 km. Fahrzeiten sind Richtwerte, ohne Stopps unterwegs.

Tag 1–2. Los Angeles

Panorama der Innenstadt von Los Angeles
Foto: dconvertini, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Wir sind am späten Nachmittag in LA gelandet, total verjetlagt, und das Erste, was uns erschlagen hat, war die Sonne. Gleißend, kalifornisch, gnadenlos. LA ist eine Stadt, die man entweder liebt oder hasst — wir haben sie ungefähr die ersten sechs Stunden gehasst, bis wir endlich einen Parkplatz gefunden hatten. 😅 Aber dann hat sie uns doch noch gepackt.

Tag 1 widmet dem Ankommen und Erholen. Fahrt nach Santa Monica, spaziert über den Pier (ja, das ist touristisch, aber dieser Sonnenuntergang!) und geht dann auf einen abendlichen Spaziergang über den Boardwalk am Venice Beach. Es ist schräg, bunt, laut — und einfach großartig.

Tag 2 geht es zum Griffith Observatory — der beste Aussichtspunkt über ganz LA und das Hollywood Sign. Der Eintritt ist kostenlos und morgens ist kaum jemand da. Von hier könnt ihr zu Fuß durch den Griffith Park hinuntergehen. Nachmittags spaziert über den Hollywood Boulevard (eine halbe Stunde reicht, ist hauptsächlich for fun), und wenn ihr Zeit habt, fahrt zum Getty Center — eine fantastische Galerie mit beeindruckender Architektur, Eintritt frei.

Essen gehen: Der Grand Central Market in Downtown LA ist ein Foodie-Paradies — mexikanische Tacos bei Tacos Tumbras a Tumbar, Thai-Nudeln bei Sticky Rice, und wenn ihr Frühstück liebt, hat Eggslut kultige Egg-Sandwiches (die Warteschlange lohnt sich). Zum Abendessen probiert In-N-Out Burger — klassisches kalifornisches Fast Food, das uns wirklich mit seiner Qualität überrascht hat. Bestellt „Animal Style“.

Wo übernachten in Los Angeles

In LA übernachtet am besten in der Gegend von Santa Monica oder Venice Beach — ihr seid nah am Meer und habt gleichzeitig einen guten Ausgangspunkt für die Weiterfahrt. Das Freehand Los Angeles im Zentrum ist eine tolle Wahl für alle, die mitten im Geschehen sein wollen, zu einem vernünftigen Preis ($80–130/Nacht).

Tag 3. Joshua Tree National Park

Joshua Trees entlang der Straße im Nationalpark

Von LA nach Joshua Tree sind es etwa 2,5 Stunden und ihr betretet eine völlig andere Welt. Bizarre Bäumchen (eigentlich sind es Yuccas, keine Bäume, aber das interessiert niemanden 😁), riesige Granitfelsen und eine Stille, die man in Kalifornien nicht erwartet hätte.

Kommt idealerweise morgens an und macht euch auf zum Arch Rock Trail (kurz, einfach, fotogen), dann Skull Rock (genau das, was ihr denkt — ein Fels in Schädelform) und Keys View mit Blick auf das Coachella Valley und die San Andreas Fault. Wenn ihr noch Kraft habt, bietet der Ryan Mountain Trail (4,8 km hin und zurück) den besten Panoramablick im gesamten Park.

Der Sonnenuntergang in Joshua Tree ist unvergesslich — die bizarren Silhouetten der Bäume vor dem orangefarbenen Himmel wirken wie von einem anderen Planeten.

Essen gehen: Das Städtchen Joshua Tree Village (direkt am Park) hat eine überraschend gute Food-Szene. Das Crossroads Café bietet tolles Frühstück und Kaffee, der Joshua Tree Saloon ist ein klassischer amerikanischer Saloon mit Burgern.

💡 TIPP: Nehmt ausreichend Wasser mit — in Joshua Tree gibt es keine Trinkwasserquelle. Rechnet mit mindestens 3 Litern pro Person pro Tag.

Wo übernachten bei Joshua Tree

In Joshua Tree Village gibt es eine Reihe einzigartiger Airbnb-Unterkünfte — von Retro-Airstream-Wohnwagen bis hin zu Dome Houses. Wenn ihr campen wollt, ist der Jumbo Rocks Campground der stimmungsvollste Campingplatz direkt im Park ($15/Nacht, first-come-first-served, kommt früh).

Tag 4. Las Vegas

Der Strip-Boulevard in Las Vegas
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Von Joshua Tree nach Vegas sind es rund 3 Stunden. Und plötzlich — mitten im Nichts — taucht am Horizont eine blinkende Stadt auf. Surreal.

Vegas ist entweder euer Traum oder euer Albtraum. Wir haben es als amüsanten Zwischenstopp für eine Nacht genutzt — und genau so empfehlen wir es euch. Spaziert abends über den Strip (die Bellagio Fountains sind kostenlos und wirklich wunderschön), schaut in die Casinos rein (auch wenn ihr nicht spielt, die Innenräume sind der Wahnsinn), und wenn ihr eine Aussicht wollt, ist das High Roller (Riesenrad, $25–37) die bessere Wahl als der überteuerte Stratosphere Tower.

Essen gehen: Vegas hat einige der besten Restaurants der USA, aber auch einige der teuersten. Für ein vernünftiges Budget: Tacos El Gordo am Strip (authentische mexikanische Tacos für $3–5), In-N-Out Burger (falls ihr ihn noch nicht probiert habt), oder das Bacchanal Buffet im Caesars Palace, wenn ihr euch einmal All-you-can-eat für $75 pro Person gönnen wollt — ehrlich gesagt, es lohnt sich.

💡 TIPP: Die Hotelgebühren (Resort Fees) in Las Vegas sind berüchtigt — $30–50/Nacht zusätzlich zum Zimmerpreis. Rechnet immer mit diesem versteckten Aufschlag.

Wo übernachten in Las Vegas

Paradoxerweise kann Unterkunft am Strip überraschend günstig sein — große Hotels bieten Zimmer ab $40–80/Nacht (aber Achtung, Resort Fees!). Das The LINQ Hotel & Experience bietet ein gutes Preis-Lage-Verhältnis, das The Venetian ist die luxuriösere Wahl mit schönen Suiten.

Tag 5–6. Zion National Park

Aussicht von Angels Landing im Zion Nationalpark

Von Vegas nach Zion sind es nur 2,5 Stunden und es ist einer der schönsten Übergänge, die ihr auf dem Roadtrip erleben werdet — aus der Wüste fahrt ihr plötzlich in rote Canyons und grüne Täler ein. Zion hat uns komplett umgehauen. Es ist wahrscheinlich unser Lieblingspark in den USA. ☺️

Tag 5: Kommt früh morgens an und macht euch auf zum Angels Landing — einer der ikonischsten Trails in den USA. Es sind 8,7 km hin und zurück mit 450 Höhenmetern, und der letzte Abschnitt führt über einen schmalen Grat mit Ketten über dem Canyon. Nichts für Leute mit Höhenangst, aber wenn ihr es schafft, ist die Aussicht vom Gipfel atemberaubend. Seit 2022 braucht ihr für Angels Landing eine Genehmigung (Permit) — Lotterie auf recreation.gov, meldet euch Monate vorher an!

Falls ihr keine Genehmigung habt (oder keine Höhen mögt), ist der Observation Point über den East Mesa Trail genauso schön und weniger furchteinflößend — 10,5 km, aber ohne exponierte Abschnitte.

Tag 6: The Narrows — eine Wanderung im Flussbett des Virgin River. Ihr watet durch den Fluss zwischen Felswänden, die Hunderte Meter in die Höhe ragen. Es ist magisch. Leiht euch Neoprensocken und Stöcke in einem der Läden in Springdale ($25–30) — ihr werdet sie brauchen. Nachmittags lauft den Canyon Overlook Trail (1,6 km, einfach, fantastische Aussicht) und fahrt durch den Tunnel auf dem Zion-Mt. Carmel Highway.

Essen gehen: Springdale (das Städtchen am Parkeingang) hat überraschend gute Restaurants. Oscar’s Café — große Portionen, mexikanische Küche, tolles Frühstück. Bit & Spur — kreative Southwestern-Küche, auch abends mit einem Bier super.

Wo übernachten beim Zion National Park

Übernachtet in Springdale — das liegt direkt am Parkeingang, von dort fahrt ihr mit dem Shuttle-Bus (Autos dürfen nicht in den Canyon). Die Cable Mountain Lodge hat einen tollen Ausblick und Pool, oder probiert das La Quinta Inn. Campingplatz im Park: Watchman Campground ($20/Nacht, Reservierung erforderlich).

Tag 7. Bryce Canyon National Park

Amphitheater aus Felstürmen im Bryce Canyon

Von Zion zum Bryce Canyon sind es etwa 1,5 Stunden und mal ganz ehrlich — Bryce hat uns mehr überrascht als alles andere. Diese Tausenden orangefarbenen Hoodoos (Felssäulen) sehen aus wie eine Armee erstarrter Wächter. Bei Sonnenaufgang, wenn das ganze Amphitheater in Orange und Rosa aufleuchtet, standen wir beide mit offenem Mund da.

Kommt zum Sunrise Point noch bei Dunkelheit (ja, das heißt um 5 Uhr aufstehen, aber es LOHNT sich). Danach steigt ihr den Navajo Loop + Queen’s Garden Trail hinab (4,6 km, mäßig anspruchsvoll, aber für jeden machbar). Ihr wandert direkt zwischen den Hoodoos hindurch und es ist ein völlig anderes Erlebnis als von oben.

Nachmittags fahrt den Scenic Drive mit Stopps an den Aussichtspunkten ab — Inspiration Point, Bryce Point und Natural Bridge sind ein Muss.

Essen gehen: Im Bryce Canyon gibt es nicht viele Möglichkeiten. Bryce Canyon Pines (auf dem Weg von Tropic) hat überraschend gute hausgemachte Kuchen, ansonsten macht euch lieber ein Picknick — im Park gibt es wunderschöne Plätze zum Sitzen.

💡 TIPP: Der Bryce Canyon liegt auf 2.400 m Höhe — selbst im Sommer kann es morgens um die 5 °C sein. Nehmt eine warme Schicht mit! Für die Auswahl guter Wanderschuhe schaut in unseren Guide.

Wo übernachten beim Bryce Canyon

Das Städtchen Tropic (15 Min. vom Park) ist preislich günstiger als Unterkünfte direkt am Park. Das Bryce Canyon Grand Hotel ist eine solide Wahl. Wenn ihr campen wollt, ist der North Campground direkt im Park fantastisch ($20/Nacht).

Tag 8. Page — Antelope Canyon und Horseshoe Bend

Flussschleife Horseshoe Bend bei der Stadt Page
Foto: Charles Wang, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Von Bryce nach Page sind es rund 2,5 Stunden durch wunderschöne Landschaft. Page ist ein kleines Städtchen, aber die Konzentration atemberaubender Szenerie pro Quadratmeter ist hier unübertroffen.

Morgens geht es zum Upper Antelope Canyon — die berühmte Slot-Canyon-Schlucht, in der Lichtstrahlen von oben eindringen und unglaubliche Farben auf den Sandsteinwänden erzeugen. Zutritt nur mit Guide, und ihr MÜSST vorher reservieren (Tour kostet $50–90/Pers., ca. 47–84 €). Alternativ ist der Lower Antelope Canyon weniger überlaufen und unserer Meinung nach genauso schön.

Nachmittags (idealerweise eine Stunde vor Sonnenuntergang) fahrt zum Horseshoe Bend — die ikonische Flussschleife des Colorado, 300 Meter unter euch. Vom Parkplatz sind es 1,2 km zu Fuß. Eintritt $10.

Wenn ihr Zeit habt, fahrt zum Lake Powell — ein riesiger türkisfarbener See mitten in der Wüste. Ihr könnt ein Kajak mieten oder einfach schwimmen gehen.

Essen gehen: El Tapatio — überraschend authentisches mexikanisches Restaurant. Big John’s Texas BBQ — wenn ihr amerikanisches BBQ liebt, seid ihr hier richtig.

Wo übernachten in Page

Page hat eine Reihe von Motels und Hotels in der Preisklasse $70–150/Nacht. Das Hyatt Place Page/Lake Powell ist neuer und komfortabel. Für die Budget-Variante das Rodeway Inn.

Tag 9–10. Grand Canyon National Park

Panorama des Grand Canyon

Von Page zum Grand Canyon (South Rim) sind es etwa 2,5 Stunden und das ist die Station, wegen der viele Leute den Roadtrip an der Westküste der USA überhaupt erst machen. Und ich verstehe das. Der Grand Canyon ist einfach… grand. 😅 Kein Foto, kein Video bereitet euch darauf vor, wie es sich anfühlt, am Rand zu stehen und in eine 1,6 km tiefe Schlucht zu blicken, die der Colorado River über Millionen Jahre gegraben hat.

Tag 9: Kommt idealerweise zum Sonnenaufgang am South Rim an — Mather Point oder Yavapai Point bieten die besten Aussichten. Vormittags lauft den Rim Trail (flach am Rand entlang, ihr könnt einen beliebigen Abschnitt wählen). Nachmittags geht es auf den Bright Angel Trail — ihr müsst nicht bis zum Fluss hinunter (das ist eine Ganztagesangelegenheit), aber schon 3–5 km bergab und zurück geben euch eine Vorstellung von den Dimensionen des Canyons. Achtung — bergab ist leicht, bergauf deutlich anstrengender!

Tag 10: Desert View Drive — 40 km Fahrt entlang des Canyonrands mit zahlreichen Aussichtspunkten. Haltet am Grandview Point, Moran Point und Desert View Watchtower (historischer Steinturm mit 360°-Aussicht). Nachmittags habt ihr Zeit, Richtung Monument Valley aufzubrechen.

Essen gehen: Im Park sind die Möglichkeiten begrenzt. Das El Tovar Dining Room im historischen El Tovar Hotel ist das beste Restaurant im Park — reserviert im Voraus! Für die Budget-Variante die Bright Angel Lodge oder macht euch ein Picknick.

💡 TIPP: Zum Grand Canyon schaut auch in unseren Artikel über amerikanische Nationalparks — dort findet ihr Tipps, die für alle Parks gelten.

Wo übernachten beim Grand Canyon

Unterkünfte direkt im Park (El Tovar, Bright Angel Lodge, Maswik Lodge) sind am bequemsten, aber teuer ($150–400/Nacht) und Monate im Voraus ausverkauft. Das Städtchen Tusayan (10 Min. vom Eingang) hat Motels für $80–150/Nacht. Das Best Western Premier Grand Canyon Squire Inn ist eine ordentliche Wahl.

Tag 11. Monument Valley

Felstürme im Monument Valley
Foto: King of Hearts, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Vom Grand Canyon nach Monument Valley sind es rund 3 Stunden und wenn ihr diese roten Buttes aus der flachen Wüste aufragen seht, fühlt ihr euch wie in einem Western. Denn genau hier wurden sie gedreht.

Monument Valley liegt auf dem Gebiet der Navajo Nation und der Eintritt kostet $8/Pers. (nein, der America the Beautiful Pass gilt hier nicht). Ihr könnt den Valley Drive befahren — eine 27 km lange, unbefestigte Schleife zwischen den Monumenten. Die Straße ist holprig, aber mit einem SUV machbar (mit einem Kleinwagen würde ich es nicht empfehlen).

Für ein tieferes Erlebnis empfehlen wir eine Tour mit einem Navajo-Guide — ihr kommt an Orte, die ihr alleine nicht betreten dürft, und hört Geschichten über diesen heiligen Ort. Die Tour kostet $50–80/Pers.

Der Sonnenuntergang von der Terrasse des The View Hotel ist wohl der fotogenste Moment des gesamten Roadtrips. Die roten Buttes vor dem orangefarbenen Himmel — ein Klassiker, aber es funktioniert einfach.

Essen gehen: Das The View Restaurant direkt am Hotel bietet Navajo-Küche mit Aussicht. Probiert den Navajo Taco (Frybread mit Bohnen, Fleisch und Käse) — eine lokale Spezialität, die uns total begeistert hat.

Wo übernachten im Monument Valley

The View Hotel ist die einzige Unterkunft mit direktem Blick auf die Buttes und jeden Cent wert ($150–250/Nacht). Budget-Variante: Goulding’s Lodge gegenüber ($100–160/Nacht) oder Camping direkt im Monument Valley ($20/Nacht).

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6 Unterkünfte — Campingplätze, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Tag 12–13. Arches und Canyonlands National Park

Felsbogen im Arches Nationalpark

Vom Monument Valley nach Moab (dem Tor zu beiden Parks) sind es rund 2,5 Stunden. Moab ist ein Paradies für Outdoor-Fans — zwei Nationalparks, rote Felsen und ein lebhaftes Städtchen voller Cafés und Outfitter.

Tag 12 — Arches National Park: Seit 2022 braucht ihr eine Timed Entry Reservation (recreation.gov, $2). Kommt morgens an und macht euch auf zum: Delicate Arch Trail (4,8 km hin und zurück, mäßig anspruchsvoll) — der ikonische Felsbogen, den ihr vom Utah-Nummernschild kennt. Bei Sonnenuntergang ist es pure Magie. Außerdem: Windows Section (einfach, fotogen), Double Arch und Landscape Arch (der längste natürliche Felsbogen der Welt).

Tag 13 — Canyonlands National Park: Der weniger besuchte Bruder von Arches, aber unserer Meinung nach noch imposanter. Fahrt zur Island in the Sky-Sektion — Grand View Point bietet eine Aussicht, die mit dem Grand Canyon vergleichbar ist (aber ohne die Menschenmassen!). Mesa Arch bei Sonnenaufgang ist ein Fotografentraum — die Sonne scheint durch den Bogen und taucht den Canyon darunter in Orange.

Nachmittags könnt ihr die White Rim Road in Angriff nehmen (Allradantrieb und Genehmigung nötig) oder einfach die Aussichtspunkte am Upheaval Dome und Shafer Canyon genießen.

Essen gehen: Moab hat eine klasse Food-Szene. Milt’s Stop & Eat — legendäre Burger und Milkshakes (nur Barzahlung!). Antica Forma — die beste Pizza in Utah, ohne Übertreibung. Love Muffin Cafe — fantastisches Frühstück.

Wo übernachten in Moab

Moab bietet alles von Campingplätzen bis Boutique-Hotels. Under Canvas Moab ist luxuriöses Glamping vor der Stadt ($200+/Nacht), Hoodoo Moab ist ein stilvolles Hotel ($120–180/Nacht). Für Budget: Lazy Lizard Hostel oder kostenlose bzw. günstige Campingplätze im BLM-Gebiet vor der Stadt ($0–10).

Tag 14–15. Fahrt und Death Valley National Park

Sanddünen im Death Valley bei Sonnenuntergang

Von Moab ins Death Valley ist es eine lange Strecke — rund 8–9 Stunden. Wir empfehlen, die Fahrt auf zwei Tage zu verteilen und in Las Vegas (nochmal, diesmal nur eine Nacht) oder im Örtchen Beatty am Rand des Death Valley zu übernachten.

Tag 14: Fahrt von Moab. Wenn ihr über Vegas fahrt, übernachtet dort einfach und fahrt am frühen Morgen weiter. Wenn ihr über Beatty fahrt, kommt ihr nachmittags an und könnt direkt zum Sonnenuntergang ins Death Valley.

Tag 15 — Death Valley: Das ist der extremste Ort auf unserer Route. Der tiefste Punkt Nordamerikas (Badwater Basin, -86 m unter dem Meeresspiegel), der heißeste Ort der Erde und überraschenderweise einer der schönsten. Morgens geht es zum Zabriskie Point (der Sonnenaufgang hier ist unglaublich), dann Badwater Basin (Spaziergang über die Salzebene), Artist’s Drive (bunte Felsen), Mesquite Flat Sand Dunes und Dante’s View (Blick über das gesamte Tal).

WICHTIG: Im Sommer werden hier über 50 °C erreicht — nehmt das nicht auf die leichte Schulter. Habt einen vollen Tank, 8+ Liter Wasser pro Person und kontrolliert den Zustand des Autos. In den kühleren Monaten (Oktober–April) ist es hier absolut perfekt.

Essen gehen: Im Death Valley sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. The Inn at Death Valley hat das einzige ordentliche Restaurant im Park. Wir empfehlen, Vorräte aus Vegas mitzunehmen.

Wo übernachten im Death Valley

The Ranch at Death Valley ($150–250/Nacht) ist die preiswertere Variante direkt im Park. Stovepipe Wells Village ist einfacher, aber funktioniert ($120–180/Nacht). Camping: Furnace Creek Campground ($22/Nacht, Oktober–April), im Sommer den höher gelegenen Mesquite Spring wählen ($14/Nacht).

Tag 16–17. Sequoia und Kings Canyon National Park

Riesige Mammutbäume im Giant Forest im Sequoia Nationalpark

Vom Death Valley nach Sequoia sind es etwa 4–5 Stunden und es fühlt sich an, als würde man vom Mars nach Mittelerde fahren. Aus der ausgedörrten Wüste taucht ihr plötzlich in dichte Wälder voller Riesenbäume ein, die hier seit Jahrtausenden wachsen.

Tag 16: Kommt nachmittags an und erkundet den Giant Forest — das Gebiet mit der größten Konzentration an Riesenmammutbäumen weltweit. Der General Sherman Tree ist der größte Baum der Erde (nach Volumen) und wenn man davor steht, fühlt man sich unglaublich klein. Der Congress Trail (3,2 km, einfach) führt euch an weiteren gigantischen Bäumen vorbei.

Tag 17: Morgens geht es auf den Moro Rock — ein kurzer, aber steiler Aufstieg über in den Fels gehauene Stufen mit Blick auf die Great Western Divide. Danach fahrt in den Kings Canyon (Nachbarpark, gleiche Eintrittskarte) — der Kings Canyon Scenic Byway ist eine der schönsten Bergstraßen Kaliforniens. Haltet am Grizzly Falls und lauft den Zumwalt Meadow Trail (2,6 km, flach, wunderschön).

Essen gehen: In den Parks gibt es nur einfache Imbisse. Im Städtchen Three Rivers (am Eingang von Sequoia) probiert Ol‘ Buckaroo oder Antoinette’s Coffee & Goodies zum Frühstück.

💡 TIPP: Der Generals Highway (die Straße durch den Park) ist eng und kurvenreich — mit großen Fahrzeugen (über 6,7 m) kommt ihr hier nicht durch. Mit einem normalen SUV ist es aber kein Problem.

Wo übernachten bei Sequoia

Die Wuksachi Lodge ist das einzige Hotel direkt im Park ($150–250/Nacht). In Three Rivers findet ihr Motels für $80–130/Nacht — die Buckeye Tree Lodge ist beliebt. Camping: Lodgepole Campground ($22/Nacht, Reservierung auf recreation.gov).

Tag 18–19. Yosemite National Park

Nevada Fall und Half Dome im Yosemite

Von Sequoia nach Yosemite sind es etwa 3–4 Stunden (über Fresno) und es ist ein würdiger Höhepunkt des gesamten Roadtrips. Das Yosemite Valley ist einfach ikonisch — riesige Granitwände, Wasserfälle, die Hunderte Meter in die Tiefe stürzen, und Wiesen, auf denen Hirsche grasen. Wie ein Desktop-Hintergrundbild, nur in echt.

Tag 18: Kommt im Yosemite Valley an und seht euch die Highlights an — Yosemite Falls (der höchste Wasserfall Nordamerikas), El Capitan (die monströse Granitwand — mit einem Fernglas könnt ihr Kletterer sehen!), und Bridalveil Fall. Nachmittags geht es auf den Mirror Lake Trail (8 km, flach) oder den einfacheren Valley View Loop. Der Sonnenuntergang vom Tunnel View ist Pflicht — Blick auf das gesamte Tal mit El Capitan und Half Dome.

Tag 19: Wenn ihr fit seid, ist der Mist Trail zu Vernal Fall und Nevada Fall (8,8 km, anspruchsvoller, viele Stufen) die wohl beste Wanderung im Yosemite. Ihr geht direkt durch den Sprühnebel des Wasserfalls — nass, aber glücklich. Nachmittags fahrt über die Tioga Road (geöffnet ca. Juni–Oktober) — die Stopps am Olmsted Point und Tenaya Lake sind wunderschön.

Für Ambitionierte: Der Half Dome ist ein legendärer Ganztagesaufstieg (22 km, 1.500 Höhenmeter, Kabelabschnitt) — ihr braucht ein Permit und ausgezeichnete Kondition.

Essen gehen: The Ahwahnee Dining Room (jetzt Majestic Yosemite Hotel) — ein historischer Speisesaal mit hohen Decken und Blick auf die Wasserfälle. Teuer, aber unvergesslich. Degnan’s Kitchen im Yosemite Village hat solide Sandwiches und Salat zu vernünftigen Preisen. In Mariposa (Städtchen am Park): 1850 Brewing Company — Craft-Bier und gute Burger.

Wo übernachten im Yosemite

Unterkünfte im Yosemite Valley müssen 6–12 Monate im Voraus reserviert werden. Die Yosemite Valley Lodge ($200–350/Nacht) und Curry Village (Zeltkabinen, $100–150/Nacht) sind am beliebtesten. Außerhalb des Parks: Mariposa oder El Portal haben Motels für $100–180/Nacht. Camping: Upper Pines ($26/Nacht, recreation.gov, Lotterie).

Tag 20–21. San Francisco

Golden Gate Bridge in San Francisco
Foto: Frank Schulenburg, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Von Yosemite nach San Francisco sind es rund 3,5–4 Stunden und es ist ein wunderbarer Abschluss des Roadtrips. Ihr kommt aus der Wildnis in eine der schönsten Städte der USA — und werdet euch wundern, wie sehr euch die Zivilisation gefehlt hat (und wie sehr ihr euch gleichzeitig darauf freut). 😄

Tag 20: Spaziert über die Golden Gate Bridge — idealerweise morgens, bevor der Nebel aufzieht (oder gerade dann, wenn sich der Nebel über die Brücke wälzt, das ist noch schöner). Von dort fahrt nach Sausalito — ein charmantes Städtchen auf der anderen Seite der Bucht mit Blick zurück auf SF. Nachmittags Fisherman’s Wharf (touristisch, aber einmal muss man es gesehen haben) und Pier 39 (Seelöwen!). Für chinesisches Essen geht nach Chinatown — die älteste Chinatown Nordamerikas.

Tag 21: Morgens die berühmte kurvenreiche Lombard Street besichtigen (die Zickzack-Straße), die Painted Ladies am Alamo Square anschauen (die bunten Häuser aus Full House), und nachmittags ins Viertel Mission District — die beste Street Art, mexikanisches Essen und Hipster-Cafés der ganzen Stadt.

Wenn ihr noch Zeit habt, ist Alcatraz Island ein fantastischer Ausflug — die Audio-Tour durch das ehemalige Gefängnis ist absolut fesselnd. Aber ihr MÜSST die Tickets vorher kaufen, es ist Wochen im Voraus ausverkauft ($41/Pers., ca. 38 €).

Essen gehen: SF ist die Foodie-Stadt Nummer eins. Tartine Bakery in Mission (die beste Bäckerei, die Schlangen bestätigen das), Swan Oyster Depot — legendäre Austernbar (kommt vor der Öffnung, Schlange!), La Taqueria — das beste Burrito in San Francisco (viele sagen, in ganz Amerika). Zum Abendessen: Foreign Cinema in Mission — Essen und Filme, die auf eine Wand im Hof projiziert werden.

Wo übernachten in San Francisco

San Francisco ist eine teure Stadt — rechnet mit $120–250/Nacht für ein Standardhotel. Das HI San Francisco Fisherman’s Wharf ist ein tolles Hostel zu vernünftigem Preis. Das Hotel Bohème in North Beach ist ein Boutique-Klassiker. Für ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis probiert Unterkünfte in Oakland auf der anderen Seite der Bucht — 15 Minuten mit dem BART und deutlich günstiger.

San Francisco
San Francisco

Praktische Tipps zum Schluss

Was einpacken

Die USA Westküste bedeutet extreme Temperaturunterschiede — tagsüber in der Wüste 40 °C, nachts in den Bergen 5 °C. Das Zwiebelprinzip ist der Schlüssel. Schaut euch unseren ausführlichen Guide zum Packen mit Handgepäck an — ja, auch für 3 Wochen geht das.

Flüge

Günstige Flüge ab Deutschland findet ihr bei Lufthansa, Condor oder über Vergleichsportale wie Skyscanner und Google Flights. Einwegflüge LA → SF (oder umgekehrt) sind oft günstiger als ein Hin- und Rückflug in dieselbe Stadt. Ab Frankfurt und München gibt es die meisten Direktverbindungen an die Westküste.

Mietwagen

Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen. Für die USA Westküste empfehlen wir einen SUV und eine Vollkaskoversicherung (Full Coverage).

Versicherung

Für eine dreiwöchige Reise in die USA solltet ihr die Versicherung auf keinen Fall unterschätzen — die Gesundheitsversorgung in Amerika ist astronomisch teuer. Für längere Reisen wählen wir SafetyWinglest unseren Testbericht. Deutsche Staatsbürger sollten zusätzlich prüfen, ob ihre Kreditkarte eine Auslandsreise-Krankenversicherung beinhaltet.

Mobile Daten

Eine eSIM von Holafly funktioniert in den USA hervorragend — unser Testbericht. In den Nationalparks ist der Empfang eingeschränkt, aber für die Navigation reichen Offline-Karten (ladet euch vorher Google Maps Offline herunter!).

Weiterlesen: mehr Artikel zur USA Westküste

Wollt ihr einzelne Parks auf der Route genauer erkunden? Hier sind unsere detaillierten Guides zu den einzelnen Nationalparks:

Häufig gestellte Fragen zum USA Westküste Roadtrip

Bevor ihr losfahrt, hier die Antworten auf die Fragen, die uns Leser am häufigsten zum Roadtrip an der Westküste der USA stellen.

Was kostet ein Roadtrip an der USA Westküste?

Das hängt vom Reisestil ab. Für zwei Personen auf 21 Tage rechnet mit 3.980–10.200 € insgesamt (1.990–5.100 € pro Person) inklusive Flüge, Auto, Unterkunft, Essen und Aktivitäten. Die mittlere Variante mit einem Mix aus Camping und Motels kommt auf ca. 3.190 € pro Person.

Wie viele Tage braucht man für einen Roadtrip an der USA Westküste?

Das absolute Minimum sind 14 Tage, aber dann wird es sehr stressig. Ideal sind 18–21 Tage — so habt ihr Zeit für Wanderungen, Erholung und spontane Stopps. Bei 14 Tagen empfehlen wir, 1–2 Parks auszulassen (z.B. Sequoia oder Canyonlands).

Welches Auto sollte man mieten?

Einen SUV oder Crossover mit hoher Bodenfreiheit. Einige Strecken (Monument Valley, Death Valley) sind unbefestigt oder sandig. Mit einem Kompaktwagen geht es zwar, aber ihr werdet nervös sein und kommt nicht überall hin.

Brauche ich ESTA oder ein Visum für die USA?

Deutsche Staatsbürger benötigen ein ESTA (Electronic System for Travel Authorization) — füllt das Online-Formular mindestens 72 Stunden vor Abflug aus. Es kostet $21 (ca. 19 €) und gilt zwei Jahre. Füllt es AUSSCHLIESSLICH auf der offiziellen Website esta.cbp.dhs.gov aus — es gibt viele betrügerische Seiten, die deutlich mehr verlangen.

Ist die USA Westküste sicher?

Ja, die Westküste der USA ist für Touristen sehr sicher. Die größte „Gefahr“ ist die Natur — Dehydrierung in der Wüste, Gewitter in den Canyons, Wildtiere. Habt immer genug Wasser dabei, verfolgt die Wettervorhersage und haltet euch an die Parkregeln. In den Städten (LA, SF, Vegas) gilt die übliche Vorsicht — lasst keine Wertsachen im Auto.

Wann Unterkünfte und Aktivitäten buchen?

Je früher, desto besser. Unterkünfte in den Nationalparks (besonders Yosemite und Grand Canyon) sind 6–12 Monate im Voraus ausverkauft. Das Angels Landing Permit und die Antelope Canyon Tour 3–4 Monate vorher reservieren. Motels außerhalb der Parks bekommt ihr auch kurzfristig, aber in der Hauptsaison (Juni–August) lieber auch rechtzeitig buchen.

Kann man den Roadtrip an der USA Westküste auch im Winter machen?

Teilweise ja, aber mit Einschränkungen. Die Tioga Road im Yosemite ist von November bis Mai meist gesperrt, der Bryce Canyon kann unter Schnee liegen (sieht aber wunderschön aus!), und einige Campingplätze sind geschlossen. Dafür sind die Wüstenparks (Joshua Tree, Death Valley, Grand Canyon) im Winter temperaturmäßig angenehm und ohne Menschenmassen. Wenn ihr im Winter fahrt, lasst Sequoia und Yosemite aus (oder fahrt nur ins Yosemite Valley, das ist ganzjährig zugänglich).

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Québec City, Kanada: 15 Tipps, was man sehen und erleben sollte

TL;DRQuebec City in Kanada bietet 15 Ausflugstipps – vom Spaziergang auf den Wehrmauern der einzigen befestigten Stadt Nordamerikas nördlich von Mexiko (kostenlos, 4,6 km lang) über Château Frontenac und das Viertel Petit-Champlain bis zu den Montmorency-Fällen, die mit 83 Metern rund 30 Meter höher sind als die Niagarafälle und nur 15 Minuten vom Zentrum entfernt liegen. Dazu kommen Ausflüge auf die Île d’Orléans mit ihren Bauernhöfen und Schokoladenmanufakturen. Für den Besuch reichen 3–4 Tage, am besten reist du im September/Oktober oder im Februar zum größten Winterkarneval der Welt. Eine Unterkunft im Zentrum kostet ab 130 CAD (etwa 2 200 Kč) pro Nacht, das Budget für zwei Personen für 4–5 Tage (ohne Flug) liegt bei etwa 35 000–45 000 Kč. Von Montreal aus erreichst du die Stadt in 2,5 Stunden mit dem Auto oder in 3,5 Stunden mit dem Zug.

Es gibt Städte, in die man kommt und denkt „ganz nett“. Und dann gibt es Städte, bei denen einem die Kinnlade runterfällt und man sich nicht sicher ist, ob man noch in Nordamerika ist oder heimlich nach Frankreich teleportiert wurde. Quebec Kanada — genauer gesagt Québec City — ist genau so ein Fall. Als wir mit Lukáš zum ersten Mal um die Kurve bogen und sich die Silhouette des Château Frontenac über dem Sankt-Lorenz-Strom erhob, blieben wir beide sprachlos. Und das passiert bei uns nicht oft, wie ihr euch vorstellen könnt. 😁

Québec City ist so etwas wie ein europäischer Hochstapler, versteckt in Kanada. Kopfsteingepflasterte Gassen, Steinhäuser mit Schieferdächern, Französisch an jeder Ecke, Croissants zum Frühstück und Poutine zum Abendessen. Man könnte schwören, irgendwo in der Bretagne zu sein — und dann erspäht man plötzlich die Flagge mit dem Ahornblatt und wird daran erinnert, dass man immer noch auf dem nordamerikanischen Kontinent ist. Und wisst ihr, was das Beste daran ist? National Geographic hat Quebec unter die „Best of the World 2026″ gewählt — jetzt ist also der perfekte Zeitpunkt für einen Besuch, bevor es wirklich alle entdecken.

In diesem Artikel findet ihr 15 Tipps, was man in Québec City sehen und erleben sollte — vom Spaziergang auf den Stadtmauern der einzigen befestigten Stadt Nordamerikas über das ikonische Château Frontenac bis hin zu Wasserfällen, die höher als die Niagarafälle sind. Ich verrate euch, wo man übernachten sollte, was man essen muss (Spoiler: Poutine kommt häufig vor), wann die beste Reisezeit ist und was das Ganze kostet. Ein kompletter Reiseführer für Québec City, damit ihr nichts weiter googeln müsst. ☺️

Panorama des historischen Québec mit dem Château Frontenac als Wahrzeichen

Zusammenfassung

  • Die Altstadt (Vieux-Québec) gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die einzige befestigte Stadt Nordamerikas nördlich von Mexiko. Ein Spaziergang auf den Stadtmauern ist kostenlos und absolut zauberhaft.
  • Château Frontenac ist das meistfotografierte Hotel der Welt. Selbst wenn man nicht darin übernachtet (und wir haben es nicht 😅), bietet die Terrasse Dufferin direkt darunter einen der besten Ausblicke in ganz Kanada.
  • Quartier Petit-Champlain ist das älteste Geschäftsviertel Nordamerikas und sieht aus wie eine Szene aus einem französischen Film. Hier müsst ihr unbedingt vorbeischauen.
  • Montmorency Falls sind 30 Meter höher als die Niagarafälle und nur 15 Minuten vom Zentrum entfernt. Seilbahn, Hängebrücke, Zipline — hier gibt es einiges zu erleben.
  • Île d’Orléans ist eine kleine Insel voller Bauernhöfe, Weingüter und Schokoladenmanufakturen. Man nennt sie den „Garten von Québec“ — und wir haben hier so viel Ahornsirup gekauft, dass unser Koffer am Flughafen fast nicht mehr durchging.
  • Beste Reisezeit ist September–Oktober (Indian Summer, fantastische Farben, weniger Touristen) oder Februar, wenn ihr den größten Winterkarneval der Welt erleben wollt.
  • Zum Essen geht in La Bûche (ganzjährige Sugar Shack), Aux Anciens Canadiens (traditionelle québecische Küche) und Le Chic Shack (beste Poutine).
  • Unterkünfte im Zentrum gibt es ab etwa 90 € pro Nacht, ein ordentliches Zimmer in der Altstadt bekommt ihr für 100–135 €.
  • Für 4–5 Tage rechnet mit ca. 900–1.200 € zu zweit (ohne Flüge), inklusive Unterkunft, Essen in Restaurants und Eintritten.
  • Von Montréal erreicht ihr Québec mit dem Auto in 2,5 Stunden oder mit dem Zug in 3,5 Stunden. Ohne Auto lässt sich die Stadt wunderbar zu Fuß erkunden, aber für Ausflüge (Île d’Orléans, Montmorency Falls) ist ein Mietwagen ein großer Vorteil.

Wann nach Quebec reisen und wie hinkommen

Québec City ist das ganze Jahr über wunderschön, aber jede Jahreszeit bietet eine völlig andere Atmosphäre — und auch ganz andere Preise. Schauen wir uns an, wann sich die Reise am meisten lohnt, wie man nach Kanada kommt und wie man direkt nach Québec gelangt. Eines vorweg: Egal wann ihr hinfahrt, ihr werdet es nicht bereuen. Wir waren im Herbst dort und planen schon jetzt einen Winterbesuch. ☺️

Beste Reisezeit

September und Oktober sind unserer Meinung nach der absolute Hammer. Es ist die Zeit des sogenannten Indian Summer, wenn sich die Laubbäume in unglaubliche Rot-, Orange- und Goldtöne verwandeln. Die Temperaturen liegen bei 10–18 °C, ideal für ganztägige Stadtspaziergänge. Es gibt deutlich weniger Touristen als im Sommer und die Unterkunftspreise sinken. Als wir Anfang Oktober in Québec waren, hatten wir Petit-Champlain fast für uns allein — und das passiert im Sommer einfach nicht.

Sommer (Juli–August) ist die Hauptsaison. Temperaturen um 20–28 °C, überall ist etwas los — Festivals, Straßenkünstler, Restaurants mit Terrasse. Aber rechnet mit Menschenmassen und höheren Übernachtungspreisen. Wer im Sommer kommt, sollte das Hotel mindestens 2–3 Monate im Voraus buchen.

Winter (Dezember–Februar) ist etwas für Hartgesottene und Romantiker. Québec unter Schnee sieht aus wie ein Wintermärchen. Die Temperaturen fallen bis auf -20 °C (ja, minus zwanzig 😅), aber wenn man sich richtig anzieht, ist es absolut magisch. Und wer im Februar kommt, erlebt den Carnaval de Québec — den größten Winterkarneval der Welt.

Frühling (April–Juni) ist etwas unberechenbarer — das Wetter ist launisch, an einem Tag scheint die Sonne und am nächsten schneit es. Mai und Juni sind aber angenehm, die Stadt erwacht und die Preise sind noch günstig.

Wie man nach Quebec kommt

Direktflüge von Deutschland nach Québec City gibt es nicht, aber das sollte euch nicht abschrecken. Der einfachste Weg ist, nach Montréal zu fliegen (Direktflüge ab Frankfurt oder München mit Lufthansa und Air Canada, saisonal auch mit Condor, oder mit Zwischenstopp über Paris, London oder Zürich) und von dort weiter nach Québec zu reisen. Flüge nach Montréal sind ab etwa 400 € hin und zurück zu bekommen, wenn ihr ein Schnäppchen erwischt. Wir suchen gerne über Kiwi.com, wo man flexible Daten einstellen und die besten Kombinationen finden kann.

Von Montréal nach Québec City habt ihr mehrere Möglichkeiten:

  • Mit dem Auto — 250 km über die Autobahn 20 oder 40, die Fahrt dauert etwa 2,5 Stunden. Eindeutig die bequemste Variante, und unterwegs könnt ihr Stopps einlegen. Wir haben mit Lukáš seit Langem gute Erfahrungen mit DiscoverCars.com, wo man die Preise aller Mietwagenanbieter an einem Ort vergleichen kann. Wenn ihr eine größere Rundreise plant, schaut euch unseren Roadtrip durch Kanada an. Mit einem Auto könnt ihr auch Ausflüge außerhalb der Stadt unternehmen (Île d’Orléans, Montmorency Falls, Charlevoix).
  • Mit dem Zug (VIA Rail) — die Fahrt dauert etwa 3,5 Stunden, die Züge sind komfortabel und die Landschaft wunderschön (besonders entlang des Sankt-Lorenz-Stroms). Tickets ab ca. 25 € (35 CAD), wenn man im Voraus bucht.
  • Mit dem Bus (Orléans Express) — die günstigste Variante, die Fahrt dauert etwa 3 Stunden. Tickets ab 17 € (25 CAD).

Wer direkt nach Québec City fliegt (mit Umstieg in Toronto oder Montréal), der landet am Flughafen Jean Lesage (YQB), nur 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Ein Taxi ins Zentrum kostet etwa 25 € (35 CAD). Denkt daran, euch vorab eine eSIM für mobile Daten in Kanada zu besorgen, damit ihr gleich nach der Landung online seid.

Wo übernachten in Quebec und was es kostet

Die Wahl der Unterkunft in Québec ist entscheidend, denn die Stadt ist recht kompakt — wer im richtigen Viertel wohnt, schafft die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß. Preislich liegt Québec etwas über dem Durchschnitt, aber im Vergleich zu Toronto oder Vancouver ist es deutlich erschwinglicher. Für ein solides Doppelzimmer im Zentrum zahlt man 90 bis 170 € pro Nacht (130–250 CAD), was für Kanada eigentlich recht fair ist.

Old Quebec (Vieux-Québec) — am besten für den ersten Besuch

Wer zum ersten Mal nach Québec kommt, sollte in der Altstadt übernachten. Ihr seid fußläufig zu allem Wichtigen und genießt die Atmosphäre auch abends, wenn die Tagestouristen verschwunden sind. Die Altstadt nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Laternen leuchten und der Duft aus den Restaurants durch die Gassen zieht — das ist einfach unbezahlbar.

Le Manoir d’Auteuil — unser Top-Tipp für die Unterkunft. Ein historisches Boutique-Hotel mit einer Bewertung von 9.6 auf Booking, Frühstück inklusive und wunderschönen Innenräumen. Preise ab etwa 90 € (130 CAD) pro Nacht — für die Altstadt ein ausgezeichneter Preis. Die Lage ist perfekt — nur ein paar Minuten von den Stadtmauern und Petit-Champlain entfernt.

Hôtel du Vieux-Québec — eine weitere hervorragende Wahl mit einer Bewertung von 9.8 (!) auf Booking. Moderne Zimmer in einem historischen Gebäude, ausgezeichnete Lage mitten im Herzen der Altstadt. Preise ab 100 € (150 CAD) pro Nacht. Wer auf Nummer sicher gehen will, ist hier richtig.

Fairmont Le Château Frontenac — das ikonische Hotel, das selbst eine Sehenswürdigkeit ist. Zimmer ab 240 € (350 CAD) pro Nacht. Wir haben nicht dort übernachtet (Budget ist Budget 😅), aber wenn ihr einen Jahrestag feiert oder euch einen Traum erfüllen wollt, ist es ein unvergessliches Erlebnis.

Saint-Roch — für lokale Atmosphäre

Das Viertel Saint-Roch ist Québecs Hipster-Paradies — voller Cafés, unabhängiger Läden und Restaurants. Es liegt etwa 15 Gehminuten von der Altstadt entfernt (bergab, aber bergauf wird’s dann zum Wadentraining 😁). Die Unterkünfte sind hier 20–30 % günstiger als in Old Quebec. Wer also sparen möchte und ein bisschen mehr laufen kann, für den ist das eine ausgezeichnete Wahl.

Sainte-Foy — Budget-Variante mit Auto

Wer ein Auto hat und sparen möchte, für den ist Sainte-Foy eine Wohngegend etwa 15 Autominuten vom Zentrum entfernt. Hotels beginnen hier schon ab 55 € (80 CAD) pro Nacht. Es ist kein besonders charmantes Viertel, aber als Basis zum Erkunden der Stadt und der Umgebung taugt es allemal.

Für Buchungen nutzen wir standardmäßig Booking.com — dort gibt es in Québec eine große Auswahl und oft kostenlose Stornierung, was praktisch ist, wenn man weit im Voraus plant und die Reisepläne sich noch ändern könnten.

Québec City: 15 Tipps, was man sehen und erleben sollte

Und jetzt zum Hauptteil — schauen wir uns gemeinsam die 15 Tipps an, was man in Québec City sehen und erleben sollte. Von historischen Stadtmauern über ikonische Hotels bis hin zu Wasserfällen und Inseln voller Bauernhöfe. Quebec ist eine Stadt, die an jeder Ecke überrascht, und ich versuche, euch die Atmosphäre so authentisch wie möglich zu vermitteln. Bereit? Los geht’s! ☺️

1. Altstadt (Vieux-Québec) — UNESCO-Welterbe, das den Atem raubt

Reisender in einer gepflasterten Gasse der Altstadt von Québec (Vieux-Québec)

Das muss einfach Platz eins sein. Die Altstadt von Québec gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die einzige befestigte Stadt in Nordamerika nördlich von Mexiko. Die Stadtmauern stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, sind fast 4,6 Kilometer lang und können frei begangen werden — kostenlos! Wir haben gut anderthalb Stunden auf den Mauern verbracht, weil wir an jeder Ecke wegen der Aussicht und der Fotos stehen geblieben sind.

Die Altstadt gliedert sich in zwei Teile — Haute-Ville (Oberstadt) und Basse-Ville (Unterstadt), verbunden durch steile Gassen und die Standseilbahn Funiculaire du Vieux-Québec. In der Oberstadt findet ihr das Château Frontenac, die Zitadelle, die Kathedrale und die meisten historischen Gebäude. Die Unterstadt beherbergt das Viertel Petit-Champlain und den alten Hafen.

Was mich an der Altstadt völlig fasziniert hat, ist die Authentizität. Das hier sind keine Kulissen für Touristen — hier wohnen tatsächlich Menschen, in den historischen Häusern gibt es Wohnungen, an den Ecken kleine Läden mit frischem Gebäck und in den Fenstern trocknet Wäsche. Abends, wenn die Straßenlaternen angehen und Französisch und der Duft aus den Bistros durch die Gassen wehen, fühlt man sich in ein anderes Jahrhundert versetzt. Und dabei ist man in Kanada. Ein absolut surreales Gefühl.

2. Château Frontenac — das meistfotografierte Hotel der Welt

Schlosshotel Château Frontenac in Quebec City mit den charakteristischen Türmen
Foto: Bernard Gagnon / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Das Château Frontenac ist das Wahrzeichen der ganzen Stadt — und ehrlich gesagt, es zum ersten Mal in echt zu sehen, ist einer dieser „Wow“-Momente, die man nicht vergisst. Dieser Hotel-Koloss im neogotischen Stil wurde 1893 eröffnet und gehört heute zur Kette Fairmont Le Château Frontenac. Seitdem hat er sich zum wahrscheinlich meistfotografierten Hotel der Welt entwickelt. Er thront auf einer Klippe über dem Sankt-Lorenz-Strom und ist praktisch von überall in der Stadt sichtbar.

Wir haben nicht dort übernachtet (wie gesagt, Budget ist Budget), aber ich empfehle auf jeden Fall, zumindest einen Blick hinein zu werfen. Die Lobby ist öffentlich zugänglich und wunderschön — dunkles Holz, Kronleuchter, Teppiche, das volle Programm. Wer Lust auf etwas Luxus hat, kann sich einen Drink in der Hotelbar 1608 gönnen oder einen Brunch im Restaurant Champlain, wo hervorragende Eggs Benedict mit Blick auf den Fluss serviert werden.

Interessant für Geschichtsfans: Während des Zweiten Weltkriegs fanden hier zwei geheime Konferenzen zwischen Roosevelt und Churchill statt (Québec-Konferenzen 1943 und 1944). Ihr steht also an einem Ort, an dem über das Schicksal der Welt entschieden wurde. Nicht schlecht, oder? 😉

3. Terrasse Dufferin — Promenade mit unvergesslichem Ausblick

Frau mit Sonnenschirm auf der Promenade Terrasse Dufferin vor dem Château Frontenac

Die Terrasse Dufferin ist eine hölzerne Promenade, die sich direkt unterhalb des Château Frontenac erstreckt — mit Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom, die Unterstadt und in der Ferne das gegenüberliegende Ufer in Lévis. Es ist einer dieser Orte, an denen man einfach stehen bleiben, sich ans Geländer lehnen und nur schauen muss.

Wir waren hier bei Sonnenuntergang und der Fluss färbte sich in Rosa und Gold — Lukáš machte ungefähr fünfzig Fotos und ich stand wie angewurzelt da, so schön war es. Auf der Terrasse findet ihr auch Straßenkünstler, Imbissstände und im Winter eine riesige Eisrutsche (ja, da kann man wirklich runterrutschen!). Der Zugang zur Promenade ist natürlich kostenlos und sie ist 24 Stunden am Tag zugänglich. Kommt morgens und abends — es sind zwei völlig verschiedene Erlebnisse.

Direkt unter der Terrasse Dufferin könnt ihr auch eine archäologische Ausgrabungsstätte besuchen — die Überreste von Champlains Fort aus dem Jahr 1620 und des Château Saint-Louis. Der Eintritt beträgt 3 € (4 CAD) und ist ein interessanter kurzer Stopp für Geschichtsinteressierte.

4. Quartier Petit-Champlain — die zauberhafteste Straße Kanadas

Malerische historische Straße Quartier Petit-Champlain in der Unterstadt von Québec
Foto: Wilfredor / Wikimedia Commons (CC0)

Wenn es eine Straße gibt, die aussieht, als hätte sie ein Kinderbuchillustrator gezeichnet, dann ist es die Rue du Petit-Champlain. Dieses älteste Geschäftsviertel Nordamerikas (es existiert seit 1608!) ist voller kleiner Boutiquen, Galerien, Cafés und Restaurants, untergebracht in historischen Steinhäusern, geschmückt mit Blumen, Laternen und im Winter Tausenden von Lichtern.

Von der Oberstadt kommt ihr entweder zu Fuß über die steile Treppe Escalier Casse-Cou (wörtlich „Brich-dir-den-Hals-Treppe“ — romantischer Name, oder? 😅) oder mit der Standseilbahn Funiculaire hinunter, die seit 1879 fährt und 3 € (4 CAD) pro Richtung kostet. Wir sind die Treppe hinuntergegangen und mit der Standseilbahn wieder hochgefahren — die ideale Kombination, denn runter geht’s gut, aber nach oben hätten wir es nach dem Mittagessen wohl nicht mehr geschafft.

In Petit-Champlain solltet ihr mindestens eine Stunde für einen Bummel einplanen. Schaut in der Galerie Rodin vorbei (dort gibt es wunderschöne lokale Kunst), probiert ein Eis bei Tutto Gelato und vor allem — fotografiert. Jeder Winkel dieses Viertels ist fotogen. Im Winter ist Petit-Champlain dank der Weihnachtsdekoration noch zauberhafter und zieht Tausende von Besuchern an.

5. Montmorency Falls — höher als die Niagarafälle (wirklich!)

Wasserfall Montmorency bei Quebec City, höher als die Niagarafälle
Foto: Wilfredor / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Das ist einer jener Tipps, bei denen man einen Haken erwartet. Wasserfälle höher als die Niagarafälle? In Québec? Klingt nach Marketing-Trick, ist aber wahr. Die Montmorency Falls sind 83 Meter hoch — ganze 30 Meter höher als die Niagarafälle. Und sie liegen nur 15 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt.

Zu den Wasserfällen führen mehrere Zugangswege. Man kann zu Fuß über die Wanderwege gehen (es sind etwa 400 Stufen, die Beine werden es spüren 😅), mit der Seilbahn nach oben fahren (Hin- und Rückfahrt 13 € / 19,50 CAD) oder — und das empfehle ich besonders — über die Hängebrücke direkt über dem Wasserfall gehen. Der Blick nach unten, wenn unter einem diese Wassermasse in die Tiefe stürzt, ist einfach unbeschreiblich. Lukáš, der nicht gerade ein Fan von Höhen ist, hat es geschafft — also keine Angst.

Für Abenteuerlustige gibt es außerdem eine Zipline direkt über den Wasserfall (ca. 24 € / 35 CAD). Im Winter friert der Wasserfall teilweise zu und bildet einen riesigen Eiskegel, an dem man mit Eispickeln klettern kann. Parken kostet 8 € (12 CAD). Ich empfehle, entweder früh morgens oder am späten Nachmittag zu kommen — mittags ist hier gerade im Sommer ziemlich viel los.

Praktischer Tipp: Wer kein Auto hat, nimmt den Bus 800 vom Stadtzentrum. Die Fahrt dauert etwa 25 Minuten.

6. Île d’Orléans — Insel voller Bauernhöfe, Wein und Schokolade

Dorfkirche Saint-Laurent auf der Insel Île d'Orléans
Foto: Selbymay / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Wer ein Auto hat (oder sich eins für einen Tag mietet), darf den Ausflug zur Île d’Orléans auf keinen Fall verpassen. Diese kleine Insel im Sankt-Lorenz-Strom, etwa 15 Minuten vom Zentrum Québecs entfernt, trägt den Spitznamen „Garten von Québec“ — und das völlig zu Recht. Hier findet ihr Bauernhöfe mit Erdbeeren und Äpfeln (in der Saison könnt ihr selbst pflücken), Weingüter, Cidrerien, Käsereien und Schokoladenmanufakturen.

Wir haben einen ganzen Nachmittag auf der Insel verbracht und sie auf der Straße 368 umrundet, die etwa 67 km lang ist. Pflichthalte:

  • Chocolaterie de l’Île d’Orléans — handgemachte Schokoladen aus lokalem Kakao und Ahornsirup. Die Verkostung ist kostenlos und ohne Einkauf zu gehen ist physisch unmöglich. 😁
  • Cassis Monna & Filles — ein Familienbetrieb, spezialisiert auf schwarze Johannisbeeren. Es gibt Liköre, Eis, Crème brûlée aus Johannisbeeren und eine wunderschöne Terrasse mit Blick auf den Fluss und die Montmorency Falls.
  • Vignoble Ste-Pétronille — Weingut mit Verkostung und Restaurant. Ihr Eiswein (Ice Wine) ist phänomenal — und auch phänomenal teuer, aber er lohnt sich.

Die Insel ist zu jeder Jahreszeit schön, aber am besten im Herbst (Laubfärbung + Apfel- und Kürbisernte) und im Sommer (Erdbeeren, Blaubeeren, Lavendelfelder). Im Frühling kann man hier die Ahornsirup-Herstellung live miterleben. Québec produziert 92 % des gesamten kanadischen Ahornsirups — und ein großer Teil stammt genau von hier.

7. Plains of Abraham — Park mit Geschichte (und großartigem Ausblick)

Historische Kanone im Park Plains of Abraham in Québec
Foto: Guilhem Vellut from Annecy, France / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Die Plains of Abraham (Plaines d’Abraham) sind ein riesiger Stadtpark, in dem 1759 die berühmte Schlacht zwischen Briten und Franzosen stattfand, die das Schicksal ganz Kanadas besiegelte. Heute ist er einer der beliebtesten Orte der Einheimischen zum Picknicken, Joggen, Radfahren und im Winter zum Langlaufen.

Der Park erstreckt sich über mehr als 100 Hektar direkt im Stadtzentrum und bietet wunderschöne Ausblicke auf den Sankt-Lorenz-Strom. Wir haben hier einen entspannten Nachmittag verbracht — Lukáš hat sich ein Sandwich in einer der nahegelegenen Bäckereien geholt, ich einen Kaffee, und wir saßen im Gras mit einer Aussicht, die anderswo Millionen kosten würde. Hier ist sie umsonst. ☺️

Am Rand des Parks findet ihr das Musée National des Beaux-arts du Québec — ein Kunstmuseum mit einer hervorragenden Sammlung québecischer und kanadischer Kunst. Die Dauerausstellung ist kostenlos (!!!), Sonderausstellungen kosten etwa 15 € (22 CAD). Auch wenn ihr nicht die größten Museumsgänger seid, lohnt sich ein Besuch allein wegen des Gebäudes und des Skulpturengartens drumherum.

8. Citadelle de Québec — sternförmige Festung auf dem Hügel

Sternförmige Festung Citadelle de Québec auf dem Hügel über der Stadt
Foto: Gabriel Picard / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die Citadelle ist eine aktive Militärbasis — die größte britische Festung in Nordamerika — und gleichzeitig ein öffentlich zugängliches Museum. Der sternförmige Grundriss der Festung ist schon auf Luftaufnahmen beeindruckend, aber in echt ist es noch besser. Eine geführte Tour dauert etwa eine Stunde und kostet 14 € (20 CAD).

Die größte Attraktion ist der Wachwechsel, der täglich um 10:00 Uhr stattfindet (Juni–September). Es ist sehr „britisch“ — Uniformen, Trommeln, exakte Schritte. Wir fühlten uns ein bisschen wie in London, nur mit besserem Wetter. 😉 Außerhalb der Saison lohnt sich die Besichtigung der Festung trotzdem — die Ausblicke von den Bastionen auf Stadt und Fluss sind atemberaubend.

Praktischer Tipp: Die Citadelle liegt auf einem Hügel und der Zugang geht bergauf (Überraschung 😅). Bequeme Schuhe sind ein Muss.

9. Basilique-Cathédrale Notre-Dame de Québec — barockes Juwel

Vergoldetes barockes Interieur der Basilika-Kathedrale Notre-Dame de Québec
Foto: Wilfredor / CC0 / Wikimedia Commons

Diese Basilika aus dem Jahr 1647 ist die älteste Pfarrkirche Nordamerikas — und ihr Innenraum wird euch garantiert beeindrucken, selbst wenn ihr nicht gläubig seid und Kirchen normalerweise auslasst. Der vergoldete Baldachin über dem Altar, die riesigen Buntglasfenster und die barocke Pracht insgesamt können es mit so mancher Kirche in Europa aufnehmen.

Der Eintritt ist frei (freiwillige Spenden werden gerne genommen), und mit etwas Glück erlebt ihr ein Orgelkonzert. Wir sind eher zufällig hineingegangen, als es anfing zu regnen, und haben dann eine halbe Stunde damit verbracht, einfach nur die Decke anzustarren. Manchmal sind die besten Erlebnisse die ungeplanten.

Die Basilika steht direkt am Hauptplatz Place d’Armes und ist kaum zu verfehlen. Daneben befindet sich das Séminaire de Québec mit einem schönen Innenhof, der ebenfalls öffentlich zugänglich ist.

10. Quartier Saint-Jean-Baptiste — lokales Leben abseits der Touristenpfade

Steinernes Tor Porte Saint-Jean am Eingang zum Viertel Saint-Jean-Baptiste

Wer sehen möchte, wie Québec abseits des touristischen Trubels lebt, sollte ins Saint-Jean-Baptiste gehen. Dieses Viertel liegt etwa 10 Gehminuten von der Altstadt entfernt und ist eine völlig andere Welt — voller unabhängiger Läden, Vintage-Shops, Buchhandlungen und vor allem ausgezeichneter Restaurants und Bars, in die die Einheimischen gehen.

Die Hauptader ist die Rue Saint-Jean, wo ihr alles findet, von libanesischem Essen über japanisches Ramen bis hin zu québecischen Craft-Beer-Pubs. Wir haben hier einen hervorragenden Brunch im Café Clocher Penché gegessen (ich empfehle Eggs Benedict mit Räucherlachs) und sind dann durch die Gassen geschlendert. Dabei sind wir auf ein bezauberndes Antiquariat gestoßen, wo Lukáš eine alte Karte von Québec kaufte, die jetzt bei uns im Flur hängt. 😁

Es ist ein Viertel, in dem sich Studenten, Künstler und junge Familien treffen. Keine touristischen Souvenirläden, sondern authentisches Stadtleben. Kommt unbedingt zumindest zum Abendessen hierher.

11. Promenade Champlain und der alte Hafen

Promenade Samuel-De Champlain am Sankt-Lorenz-Strom und die Québec-Brücke
Foto: Cephas / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Der Vieux-Port (Alter Hafen) wurde in den letzten Jahren umfassend revitalisiert und ist heute ein angenehmer Ort für einen Spaziergang am Fluss. Hier findet ihr die Promenade Samuel-De Champlain — eine elegante Uferpromenade, wo man Fahrräder mieten, picknicken oder einfach die Schiffe auf dem Sankt-Lorenz-Strom beobachten kann.

Im Hafen gibt es auch den Marché du Vieux-Port — einen Markt mit frischen regionalen Produkten. Käse, Wurst, Ahornsirup, frisches Obst, Gebäck — wir haben hier Vorräte für ein Picknick in den Plains of Abraham eingekauft und damit ein Mittagessen im Restaurant gespart. Der Markt ist ganzjährig geöffnet, aber am besten im Sommer und Herbst, wenn das Angebot am größten ist.

Vom Hafen aus könnt ihr auch die Fähre nach Lévis nehmen (2,50 € / 3,75 CAD pro Richtung), von wo aus man wohl den besten Panoramablick auf die ganze Stadt hat. Die Überfahrt dauert 12 Minuten und der Anblick des Château Frontenac und der Altstadt vom Fluss aus ist einfach unvergesslich.

12. Rue du Trésor — Künstlergasse unter freiem Himmel

Eingang zur Künstlergasse Rue du Trésor bei der Auberge du Trésor im winterlichen Québec
Foto: Jeangagnon / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Diese winzige Gasse, die die Rue Sainte-Anne mit der Rue Buade verbindet, ist einer der fotogensten Winkel Québecs. Lokale Künstler stellen hier ihre Gemälde, Grafiken und Zeichnungen aus und verkaufen sie — vor allem Ansichten von Québec, Landschaften und Porträts. Der Kunstmarkt existiert hier seit den 60er-Jahren und ist eine wunderbare Tradition.

Die Preise reichen von 14 € (20 CAD) für eine kleine Grafik bis hin zu mehreren Hundert Euro für originale Ölgemälde. Wir haben ein kleines Aquarell mit einer winterlichen Ansicht des Château Frontenac für 30 € (45 CAD) mitgenommen — ein besseres Souvenir kann ich mir nicht vorstellen. Die Gasse ist jederzeit zugänglich, aber die Künstler sind hauptsächlich von Frühling bis Herbst dort.

13. Winterkarneval (Carnaval de Québec) — wenn ihr im Februar kommt

Maskottchen Bonhomme Carnaval beim Winterkarneval Carnaval de Québec
Foto: Marc-Lautenbacher / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Wenn euch Québec im Winter reizt, plant euren Besuch für Februar, wenn der Carnaval de Québec stattfindet — der größte Winterkarneval der Welt. Die Tradition reicht bis ins Jahr 1894 zurück und zieht jährlich Hunderttausende Besucher an. Das Maskottchen ist Bonhomme — ein lachender Schneemann mit rotem Hut und Gürtel, dem ihr auf Schritt und Tritt begegnet.

Was euch beim Karneval erwartet? Riesige Eisskulpturen, nächtliche Umzüge, Hundeschlittenfahrten, Karneval im Ice Palace (Eispalast), Eisbaden im Schnee und natürlich jede Menge Caribou — ein traditionelles québecisches Getränk aus Rotwein, Schnaps und Ahornsirup. Ob das trinkbar ist? Naja… 😅

Eintrittskarten werden in Form einer „Effigie“ (ein Plastik-Bonhomme) für etwa 14 € (20 CAD) verkauft, die als Eintrittskarte für die meisten Veranstaltungen dient. Wer zum Karneval kommt, sollte die Unterkunft so früh wie möglich buchen — die Hotels in der Altstadt sind oft schon Monate im Voraus ausgebucht.

14. Escalier Casse-Cou und Funiculaire — zwei Wege, den Hügel zu überwinden

Reisende auf der Treppe Escalier Casse-Cou in der Unterstadt von Québec

Québec ist eine Stadt auf einem Hügel, da gibt es nichts zu beschönigen. Der Höhenunterschied zwischen Ober- und Unterstadt beträgt etwa 60 Meter, und es gibt zwei ikonische Wege, ihn zu überwinden. Der Escalier Casse-Cou (Brich-dir-den-Hals-Treppe) ist die älteste Treppe der Stadt und führt steil von der Haute-Ville hinunter nach Petit-Champlain. Es sind etwa 60 Stufen und der Name ist ein wenig übertrieben (ein wenig), aber im Winter auf vereisten Stufen solltet ihr aufpassen.

Die Funiculaire du Vieux-Québec ist eine Standseilbahn, die seit 1879 fährt und den Höhenunterschied in etwa 2 Minuten überwindet. Eine Fahrkarte kostet 3 € (4 CAD) pro Richtung. Wir haben kombiniert — runter über die Treppe, rauf mit der Standseilbahn — und es war eine großartige Kombination. Von der Standseilbahn hat man außerdem einen schönen Blick auf die Dächer der Unterstadt.

15. La Promenade des Gouverneurs — Treppe mit dem besten Ausblick

Paar blickt auf das Château Frontenac und den Sankt-Lorenz-Strom von einer Aussichtsplattform

Wer gerne etwas körperliche Anstrengung mit atemberaubenden Ausblicken als Belohnung kombiniert, für den ist die La Promenade des Gouverneurs genau richtig. Es handelt sich um eine hölzerne Treppe und einen Weg, der von der Terrasse Dufferin entlang der Felsklippe hinauf zu den Plains of Abraham führt. Es sind etwa 310 Stufen und ein Höhenunterschied von rund 70 Metern.

Unterwegs haltet ihr an Aussichtsplattformen mit Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom, das Château Frontenac und die gesamte Unterstadt. Der Aufstieg dauert etwa 20–30 Minuten (je nach Fitness und Anzahl der Fotopausen). Wir haben ungefähr alle 50 Stufen angehalten, „um die Aussicht zu fotografieren“ — aber in Wirklichkeit zum Luftholen. 😅

Der Weg ist von Mai bis Oktober geöffnet (im Winter wegen Eis geschlossen) und völlig kostenlos. Ich empfehle den Aufstieg am späten Nachmittag — der Ausblick bei Sonnenuntergang ist einer der schönsten, den wir in Québec erlebt haben.

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5 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Essen und Trinken in Quebec: Reiseführer für Genießer

Wenn es eine Sache gibt, auf die Québec nichts kommen lässt, dann ist es das Essen. Französische Basis, nordamerikanische Portionen und lokale Zutaten — dieser Mix ergibt eine Küche, die absolut einzigartig ist. Québec ist eine Stadt, in der man Poutine auf einer Bank am Fluss isst und wenige Stunden später in einem Fine-Dining-Restaurant mit Degustationsmenü sitzt. Und beides ist fantastisch. Schauen wir uns an, wohin man gehen und was man probieren sollte.

Poutine — Pflichtstopp (gerne auch mehrmals)

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Poutine. Pommes, Käse-Curds (quietschende Käsestückchen) und braune Soße (Gravy). Klingt simpel, aber wenn es richtig gemacht ist, macht es süchtig. Québec ist die Wiege der Poutine — und hier wird sie am besten in ganz Kanada zubereitet.

Le Chic Shack — unser Favorit. Ein Restaurant direkt an der Place d’Armes mit Blick auf das Château Frontenac (man zahlt also auch für die Lage, aber es lohnt sich). Ihre Poutine mit Entenconfit ist eine absolute Wucht. Rechnet mit etwa 10–14 € (15–20 CAD) pro Portion.

Chez Gaston — für Nachtschwärmer: Chez Gaston hat bis 4 Uhr morgens geöffnet und serviert riesige Portionen klassischer Poutine. Ideal nach einem Abendspaziergang durch die Stadt oder einem Barbesuch. Eine Portion für 8–11 € (12–16 CAD) — und sie ist so groß, dass wir zu zweit kaum fertig wurden.

Frites Alors! — eine Kette, die sich ausschließlich auf Poutine spezialisiert hat, mit Dutzenden von Variationen. Wer mit Geschmacksrichtungen experimentieren möchte (Poutine mit Merguez-Wurst? Warum nicht!), ist hier richtig.

Ahornsirup und Sugar Shack

Québec produziert 92 % des gesamten kanadischen Ahornsirups — und Ahorn findet sich hier buchstäblich in allem: im Kaffee, im Whiskey, auf Pfannkuchen, in Soßen, in Bonbons und sogar auf dem Schinken. Wer das traditionelle Sugar-Shack-Erlebnis (Cabane à sucre) direkt in der Stadt haben möchte, geht ins La Bûche.

La Bûche ist ein Restaurant, das ganzjährig eine Cabane à sucre simuliert — die traditionelle québecische Hütte, in der man im Frühling die Ahornsirup-Ernte feiert. Serviert werden klassische québecische Gerichte: Tourtière (Fleischpastete), Bohnen mit Ahornsirup, dicker Schinken übergossen mit Sirup und natürlich Tire d’érable — heißer Ahornsirup auf Schnee gegossen, der auf ein Holzstäbchen gewickelt wird. Dieses Erlebnis ist mit nichts zu vergleichen. Menü für etwa 20–27 € (30–40 CAD) pro Person. Die Atmosphäre ist rustikal und laut — wie bei einem Dorffest. 😁

Traditionelle québecische und französische Küche

Aux Anciens Canadiens — wer traditionelle québecische Küche in einem außergewöhnlichen Ambiente probieren möchte, ist hier goldrichtig. Das Restaurant befindet sich im Maison Jacquet aus dem Jahr 1675 (!!!) — einem der ältesten Gebäude ganz Kanadas. Serviert werden Caribou-Steak, Tourtière, Ragout de pattes (Ragout aus Schweinefüßen) und andere Klassiker. Menü für etwa 24–34 € (35–50 CAD). Reservierung empfohlen, besonders in der Hauptsaison.

Chez Boulay Bistro Boréal — hier hat uns das Konzept der „nordischen Küche mit québecischen Zutaten“ überrascht. Küchenchef Jean-Luc Boulay arbeitet mit lokalen Zutaten — Waldpilzen, arktischen Meeresfrüchten, Wild. Degustationsmenü für etwa 55 € (80 CAD) pro Person. Es ist etwas teurer, aber eines jener Erlebnisse, an die man sich noch Monate später erinnert.

Fine Dining für besondere Anlässe

La Tanière — wer ein Fine-Dining-Erlebnis auf Michelin-Niveau sucht (der Michelin-Guide ist in Québec noch nicht vertreten, aber dieses Restaurant hätte Sterne verdient), für den ist La Tanière die erste Wahl. Küchenchef François-Emmanuel Nicol arbeitet ausschließlich mit lokalen Zutaten, und das Degustationsmenü ist ein Kunstwerk. Rechnet mit etwa 100–135 € (150–200 CAD) pro Person für das komplette Degustationsmenü mit Weinbegleitung. Wochenlang im Voraus reservieren.

Praktische Tipps zum Schluss

Québec City ist zum Glück recht unkompliziert zu organisieren — die Stadt ist kompakt, sicher und gut beschildert. Aber ein paar praktische Infos sind immer hilfreich. Hier sind alle Tipps, die wir vorher gerne gewusst hätten. ☺️

Was kostet ein Urlaub in Quebec (Budget für zwei für 4–5 Tage)

Québec ist nicht das günstigste Reiseziel, aber im Vergleich zu Toronto oder Vancouver deutlich erschwinglicher. Hier ein ungefähres Budget für zwei Personen für 4–5 Tage (ohne Flüge):

  • Unterkunft: 4 Nächte × 115 € = 460 € — Mittelklasse in Old Quebec
  • Essen: 5 Tage × 68 € = 340 € — Mittagessen in Bistros, Abendessen in Restaurants, gelegentlich Street Food
  • Eintritte und Aktivitäten: ca. 100 € — Montmorency Falls, Citadelle, Museen, Standseilbahn
  • Transport (Auto + Parken): ca. 135 € — falls ihr euch für 2 Tage ein Auto für Ausflüge außerhalb der Stadt mietet
  • Sonstiges (Kaffee, Souvenirs, Ahornsirup): ca. 68 €

Gesamt: ca. 1.100 € zu zweit. Wer Fine Dining oder das Château Frontenac dazurechnet, sollte eher mit 1.200–1.500 € kalkulieren. Wir kamen auf etwa 1.300 € zu zweit, inklusive eines Abendessens im Chez Boulay und dem Ausflug zur Île d’Orléans.

Fortbewegung in der Stadt

Das Zentrum von Québec lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden — Altstadt, Petit-Champlain, Plains of Abraham, Saint-Jean-Baptiste — all das liegt in Laufweite. Das einzige Problem sind die Hügel. Québec ist eine Stadt auf einem Hügel und an einem Tag lauft ihr locker 15–20.000 Schritte, oft steil bergauf. Bequeme Schuhe sind absolut unverzichtbar.

ÖPNV (RTC Bus) funktioniert gut für weiter entfernte Ziele. Eine Einzelfahrt kostet 2,50 € (3,75 CAD). Zu den Montmorency Falls fährt der Bus 800 direkt vom Zentrum.

Ein Auto ist ideal für Ausflüge außerhalb der Stadt — Île d’Orléans, Montmorency Falls, Charlevoix. In der Stadt selbst ist ein Auto eher lästig wegen des Parkens (fast überall gebührenpflichtig, 1,40–2,70 €/Stunde im Zentrum). Wer aus Montréal anreist, für den lohnt sich ein Mietwagen aber definitiv.

Was einpacken

  • Bequeme Schuhe — das kann ich nicht genug betonen. Kopfsteinpflaster + Hügel + 20 km am Tag = eure Füße werden es euch entweder danken oder euch verfluchen.
  • Kleidung in Schichten — das Wetter in Québec wechselt schnell. Selbst im Sommer kann es morgens 12 °C und nachmittags 28 °C haben.
  • Im Winter: warme Jacke, Schal, Handschuhe, Mütze, gefütterte Stiefel. Und ich meine wirklich warm. -20 °C ist kein Spaß.
  • Regenjacke/Regenschirm — Regen kommt oft und unerwartet.
  • Aufgeladene Powerbank — ihr werdet nonstop fotografieren, glaubt mir. Und schaut euch unsere Tipps an, wie man nur mit Handgepäck reist.

Wo Flüge finden

Günstige Flüge nach Montréal (und von dort weiter nach Québec) suchen wir normalerweise auf Kiwi.com. Uns gefällt, dass man dort flexible Daten einstellen, verschiedene Airlines kombinieren und den besten Preis finden kann. Hin- und Rückflüge von Frankfurt oder München nach Montréal gibt es ab etwa 400 € (bei Aktionen), realistisch solltet ihr mit 500–650 € rechnen.

Mietwagen

Für die Mietwagenbuchung nutzen wir standardmäßig den Vergleichsrechner DiscoverCars.com. Mit Lukáš haben wir langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars, die wir überall auf der Welt nutzen. In Québec (bzw. am Flughafen in Montréal) bekommt ihr ein Auto ab ca. 27 € (40 CAD) pro Tag. Vollkaskoversicherung empfehle ich — die Straßen in Kanada sind ausgezeichnet, aber der Winter kann tückisch sein.

Unterkunft buchen

Unterkünfte in Québec buchen wir normalerweise über Booking.com — dort gibt es eine große Auswahl von Budget-Hotels bis hin zu luxuriösen Boutique-Unterkünften. Der Hauptvorteil ist die kostenlose Stornierung bei den meisten Angeboten, was praktisch ist, wenn man weit im Voraus plant. In der Hauptsaison (Juli–August und Februar während des Karnevals) mindestens 2–3 Monate im Voraus buchen.

Reiseversicherung nicht vergessen

Kanada hat eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt — eine Notaufnahme kann euch Tausende von Euro kosten. Eine Reiseversicherung ist absolut unverzichtbar. Lest unsere Reiseversicherungs-Bewertung. Für kürzere Reisen empfehlen wir einen soliden Auslandskrankenversicherungsschutz, und für längere Reisen setzen wir auf True Traveller. Stellt sicher, dass die Versicherung auch sportliche Aktivitäten abdeckt, falls ihr die Zipline an den Montmorency Falls oder Eisklettern im Winter plant.

Häufig gestellte Fragen zu Québec City

Was gibt es in Québec City zu sehen?

Québec City bietet zahlreiche Erlebnisse — vom Spaziergang auf den Stadtmauern der Altstadt (UNESCO) über das ikonische Château Frontenac und das zauberhafte Viertel Petit-Champlain bis zum Ausflug zu den Montmorency Falls, die 30 Meter höher als die Niagarafälle sind. Nicht verpassen solltet ihr die Plains of Abraham, die Citadelle mit Wachwechsel und das kulinarische Erlebnis einer klassischen Poutine. Auf der Insel Île d’Orléans entdeckt ihr Bauernhöfe, Weingüter und Schokoladenmanufakturen.

Wie viele Tage braucht man für Québec?

Für die Stadt Québec allein reichen 3–4 Tage. In dieser Zeit könnt ihr bequem die Altstadt erkunden, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besuchen, einen Ausflug zu den Montmorency Falls und zur Île d’Orléans machen und die lokale Küche probieren. Wer einen Abstecher in die Region Charlevoix einplanen möchte, sollte 1–2 Tage mehr einrechnen.

Ist Québec sicher?

Ja, Québec ist eine sehr sichere Stadt. Die Kriminalitätsrate ist selbst für kanadische Verhältnisse niedrig und die Altstadt ist auch nachts sicher. Natürlich gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen — Wertsachen nicht sichtbar im Auto liegen lassen und in Menschenmengen auf die Tasche achten.

Spricht man in Québec Englisch?

Québec ist eine französischsprachige Stadt — sie ist die Hauptstadt der Provinz Québec, in der Französisch die einzige Amtssprache ist. In den Touristengebieten (Altstadt, Hotels, Restaurants) kommt man aber problemlos mit Englisch zurecht. Außerhalb des Zentrums kann es schwieriger werden. Wer Deutsch spricht und kein Französisch kann, kommt mit Englisch als Brückensprache gut durch. Ein paar Brocken Französisch (bonjour, merci, s’il vous plaît) werden von den Einheimischen aber sehr geschätzt.

Wann ist die beste Reisezeit für Québec?

September–Oktober (Indian Summer) für wunderschöne Laubfärbung und angenehme Temperaturen. Juli–August für warmes Wetter und Festivals (aber mehr Touristen). Februar für den Winterkarneval und märchenhafte Atmosphäre unter Schnee. Am ungünstigsten ist März–April, wenn die Stadt in der Übergangsphase zwischen Winter und Frühling steckt.

Was kostet ein Urlaub in Québec?

Für zwei Personen und 4–5 Tage (ohne Flüge) rechnet mit 900–1.500 €, je nach Standard der Unterkunft und Verpflegung. Übernachtungen in der Altstadt kosten 90–170 € pro Nacht, Essen in Restaurants etwa 50–100 € pro Tag für zwei. Flüge von Deutschland nach Montréal liegen bei 400–650 € hin und zurück.

Wie kommt man von Montréal nach Québec?

Am schnellsten geht es mit dem Auto — 250 km über die Autobahn, etwa 2,5 Stunden. Der Zug (VIA Rail) braucht 3,5 Stunden und Tickets gibt es ab 25 € (35 CAD). Der Bus (Orléans Express) ist die günstigste Variante — 3 Stunden, ab 17 € (25 CAD). Ein Auto könnt ihr bequem direkt am Flughafen in Montréal mieten.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Montreal, Kanada: 15 Tipps, was man sehen und erleben sollte

TL;DRMontreal lässt sich in 15 zentralen Tipps zusammenfassen. Ganz oben stehen Old Montreal mit der Notre-Dame-Basilika, der Ausblick vom Mont Royal (233 m, Aufstieg etwa 30 Minuten), die bohemischen Viertel Plateau Mont-Royal und Mile End, der Jean-Talon Market, der Botanische Garten sowie das 33 Kilometer lange unterirdische Tunnelsystem RÉSO. Kulinarisch führt kein Weg an Schwartz’s Deli, St-Viateur Bagel und La Banquise mit seiner Poutine vorbei. Die beste Reisezeit ist Juni bis Oktober, für den Aufenthalt plan lieber 3 bis 5 Tage ein. Das Budget für 5 Tage zu zweit liegt bei 32.500 bis 47.000 Kč ohne Flug. Für die Einreise nach Kanada brauchst du eine eTA, die 7 CAD (rund 120 Kč) kostet.

Ich gebe zu: Montreal Kanada hat mich schon am Flughafen erwischt. Wir stiegen aus dem Flugzeug, gingen zur Passkontrolle, und der Beamte begrüßte uns mit „Bonjour! Hi!“ — als wäre er sich selbst nicht sicher, in welcher Sprache wir eigentlich leben. Und genau so ist ganz Montreal. Eine Stadt, die halb französisch, halb nordamerikanisch und zu hundert Prozent einzigartig ist. Als hätte man sich nach Paris gebeamt, nur mit breiteren Gehwegen, besserem Essen und Menschen, die einen tatsächlich anlächeln. 😊

In den kopfsteingepflasterten Gassen von Old Montreal fühlten wir uns wie in Europa, auf dem Plateau entdeckten wir Cafés, in die man am liebsten jeden Tag gehen würde, und bei Schwartz’s standen wir für ein Smoked-Meat-Sandwich an, nach dem wir beschlossen: Dafür fliegen wir nochmal her.

In diesem Artikel findet ihr 15 Tipps, was man in Montreal sehen sollte — von historischen Sehenswürdigkeiten über hippe Viertel und Street Art bis hin zu Essen, an das ihr noch Monate nach der Rückkehr denken werdet. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, wo man am besten übernachtet, was das Ganze kostet und worauf ihr achten solltet, damit euch nichts überrascht.

Reisende vor der Basilika Saint-Joseph am Mont Royal in Montreal

Zusammenfassung

  • Old Montreal ist ein absolutes Muss — Kopfsteinpflastergassen, Place Jacques-Cartier und die Basilika Notre-Dame mit atemberaubendem blau-goldenem Interieur.
  • Mont Royal bietet den besten Blick über die Stadt. Der Aufstieg dauert etwa 30 Minuten, und sonntags erlebt ihr das legendäre Tam-Tams-Trommeln.
  • Plateau Mont-Royal und Mile End sind die spannendsten Viertel für lokale Atmosphäre — Cafés, Street Art, Vintage-Läden.
  • Schwartz’s Deli, St-Viateur Bagel und La Banquise — drei kulinarische Pflichtstopps, ohne die ihr nicht wirklich in Montreal gewesen seid.
  • Die beste Reisezeit ist Juni bis Oktober — Sommer wegen der Festivals, September und Oktober wegen des Indian Summer.
  • Für Kanada braucht ihr eine eTA (elektronische Reisegenehmigung für 7 CAD / ca. 5 €). Deutsche Staatsbürger benötigen kein Visum.
  • Plant für Montreal mindestens 3–4 Tage ein, ideal sind 5.
  • Rechnet mit einem Budget von ca. 1.400–2.000 € für 5 Tage zu zweit (ohne Flüge).
  • Der ÖPNV funktioniert super — Metro + Busse, im Sommer empfehlen wir die BIXI-Leihräder.
  • In Montreal kommt ihr mit Englisch und Französisch zurecht — aber die Einheimischen freuen sich, wenn ihr wenigstens „bonjour“ sagt. ☺️

Wann nach Montreal reisen und wie hinkommen

Montreal ist eine Stadt, die sich je nach Jahreszeit dramatisch verändert — und glaubt mir, das Timing eures Besuchs kann den gesamten Aufenthalt maßgeblich beeinflussen. Während es im Sommer eine pulsierende Metropole voller Festivals, Straßenmusik und Terrassen ist, fallen die Temperaturen im Januar auf -20 °C und die Stadt versteckt sich unter der Erde. Wortwörtlich — in der unterirdischen Stadt RÉSO. Schauen wir uns an, wann die beste Reisezeit ist, was Flüge kosten und wie man sich in der Stadt fortbewegt.

Beste Reisezeit

Sommer (Juni–September) ist eindeutig die beste Zeit. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 20–28 °C, die Stadt lebt durch Festivals (Jazz Festival, Just for Laughs), die Straßen sind voller Menschen, die Restaurantterrassen platzen aus allen Nähten und insgesamt ist Montreal im Sommer einfach magisch. Hauptsaison sind Juli und August — rechnet mit höheren Übernachtungspreisen und mehr Touristen.

Indian Summer (September–Oktober) ist unser persönlicher Favorit. Wir waren mit Lukáš genau Ende September/Anfang Oktober dort, und es war perfekt. Die Bäume am Mont Royal leuchteten in allen Schattierungen von Orange, Rot und Gold, es waren deutlich weniger Touristen unterwegs, und die Temperaturen um 12–18 °C waren ideal zum Spazierengehen. Ehrlich gesagt — diese Farben muss man mit eigenen Augen sehen, Fotos werden ihnen nicht gerecht.

Den Winter (Dezember–März) würde ich nicht empfehlen, es sei denn, ihr seid extrem kälteresistent. Die Temperaturen fallen regelmäßig auf -15 bis -25 °C, arktischer Wind bläst und sich länger als 20 Minuten draußen aufzuhalten ist eine Qual. Die einzige Ausnahme ist das Igloofest im Januar/Februar — wer elektronische Musik liebt und kein Problem damit hat, in der Daunenjacke zu tanzen, wird es lieben. Aber ansonsten? Im Winter lieber nicht hinfahren. 😅

Wie man nach Montreal kommt

Von Deutschland aus gibt es Direktflüge nach Montreal ab Frankfurt, München und Zürich — unter anderem mit Lufthansa, Air Canada und Condor. Wer flexibel ist, findet auch günstige Umsteigeverbindungen über London, Paris oder Amsterdam. Wir haben für Hin- und Rückflug etwa 500–700 € pro Person bezahlt — gesucht haben wir über Kiwi, das ist unser langjähriger Lieblings-Flugsuchmaschine.

Vergesst die eTA nicht (Electronic Travel Authorization) — deutsche Staatsbürger brauchen für Kanada kein klassisches Visum, aber die eTA ist Pflicht. Ihr erledigt sie online in wenigen Minuten, sie kostet 7 CAD (ca. 5 €) und ist 5 Jahre gültig. Ohne sie werdet ihr nicht ins Flugzeug gelassen.

Vom Flughafen Montréal-Trudeau kommt ihr mit dem Bus 747 Express für ca. 11 CAD (etwa 7,50 €) ins Zentrum. Die Fahrt dauert 45–60 Minuten je nach Verkehr. Taxi/Uber kostet 40–55 CAD (27–37 €).

Fortbewegung in der Stadt

Die Metro STM ist schnell, zuverlässig und deckt den Großteil der Stadt ab. Ein Einzelticket kostet 3,75 CAD (2,50 €), aber es lohnt sich, einen Tagespass für 11 CAD (7,50 €) oder einen 3-Tages-Pass für 22,25 CAD (15 €) zu kaufen. Wir haben die meisten Tage zu Fuß geschafft und sind nur ab und zu Metro gefahren.

Im Sommer kann ich die BIXI-Leihräder wärmstens empfehlen — ein Bike-Sharing-System, das fantastisch funktioniert. Eine Einzelfahrt kostet 1 CAD Freischaltgebühr + 0,10 CAD/Minute, oder ihr nehmt einen Tagespass für 7 CAD (ca. 5 €). Montreal ist fahrradfreundlich, Radwege gibt es überall, und es ist wohl die angenehmste Art, das Plateau und den Lachine Canal zu erkunden.

Falls ihr Ausflüge außerhalb der Stadt plant (etwa in die Laurentians oder nach Quebec City), empfehle ich einen Mietwagen. Wir haben seit Jahren gute Erfahrungen mit DiscoverCars, wo man die Preise verschiedener Anbieter an einem Ort vergleichen kann.

Unterkunft in Montreal und Kosten

Montreal bietet Unterkünfte für jedes Budget, von Luxushotels in der Altstadt bis hin zu gemütlichen Airbnbs in Wohnvierteln. Die Preise sind niedriger als in Toronto oder Vancouver, aber es ist immer noch Kanada — rechnet nicht mit europäischen Preisen. Grundsätzlich kostet eine Nacht in einem guten Hotel 140–240 € für zwei, im Hostel etwa 40–60 € pro Person. Schauen wir uns die besten Viertel zum Übernachten an.

Old Montreal — für Romantiker und Geschichtsliebhaber

Direkt in Old Montreal zu übernachten, ist magisch — morgens aufwachen, auf die Kopfsteinpflasterstraßen hinaustreten und sich fühlen wie in Frankreich. Es ist allerdings die teuerste Lage der Stadt. Unsere Empfehlungen:

  • Hotel Nelligan — wunderschönes Boutique-Hotel in einem Steingebäude aus dem 19. Jahrhundert, ab ca. 200–280 €/Nacht. Die Dachterrasse mit Blick auf die Basilika Notre-Dame ist perfekt für einen Drink bei Sonnenuntergang.
  • Le Petit Hotel — kleiner, gemütlicher und etwas erschwinglicher, ab ca. 160 €/Nacht. Moderne, saubere Zimmer und eine perfekte Lage.

Plateau Mont-Royal — bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Das ist unser empfohlenes Viertel zum Übernachten. Das Plateau steckt voller lokalem Leben — Cafés, Restaurants, Parks, und trotzdem seid ihr in 10 Minuten mit der Metro in Old Montreal. Die Preise liegen 30–40 % unter denen der Altstadt und die Atmosphäre ist authentischer. Sucht auf Booking.com, wo wir jede Menge hübsche Apartments mit Küche ab 100–140 €/Nacht gefunden haben.

Budget Tipp

HI Montreal — eines der besten Hostels in Nordamerika (und wir sind normalerweise keine Hostel-Fans, aber dieses ist wirklich gut). Bett im Schlafsaal ab ca. 40 €/Nacht, Privatzimmer ab 80 €. Es gibt eine Gemeinschaftsküche, eine Bar und eine super Lage nahe Old Montreal.

Orientierungsbudget für 5 Tage zu zweit

  • Unterkunft (5 Nächte, Mittelklasse): 700–1.000 €
  • Essen und Trinken (Restaurant + Einkauf): 400–600 €
  • ÖPNV und BIXI-Räder: 80 €
  • Eintritte und Aktivitäten: 120–200 €
  • Gesamt (ohne Flüge): 1.300–1.880 €

Trinkgeld ist in Kanada quasi Pflicht — rechnet mit 15–20 % extra auf jede Restaurantrechnung. Das wird oft vergessen und kann das Budget ordentlich in die Höhe treiben.

Montreal Sehenswürdigkeiten: 15 Orte, die ihr besuchen müsst

Kommen wir endlich zum Hauptteil — 15 Tipps, was man in Montreal sehen und erleben sollte. Die Stadt ist überraschend kompakt, die meisten Attraktionen schafft man zu Fuß oder mit dem Rad, und jedes Viertel hat einen völlig eigenen Charakter. Vom historischen Old Montreal über das bohème Plateau bis zum ruhigen Lachine Canal — hier ist unsere Auswahl an Orten, ohne die man Montreal einfach nicht kennenlernen kann.

1. Old Montreal (Vieux-Montréal) — das Herz der Stadt, wo alles begann

Kopfsteinpflasterstrasse Rue Saint-Paul in Old Montreal (Vieux-Montreal)
Foto: Ken Lund from Reno, Nevada, USA / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Old Montreal ist der Ort, in den man sich verliebt. Enge Kopfsteinpflastergassen, Steingebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Laternen, kleine Galerien, Straßenkünstler — ehrlich gesagt, haben wir mit Lukáš manchmal vergessen, dass wir in Nordamerika sind.

Fangt am Place Jacques-Cartier an — dem Hauptplatz, der sich im Sommer in eine riesige Terrasse voller Restaurants und Straßenkünstler verwandelt. Von dort spaziert zum Place d’Armes, wo die ikonische Basilika Notre-Dame steht (dazu gleich mehr) und ein schöner Brunnen. Vergesst nicht, auch in die Seitengassen zu schauen — die Rue Saint-Paul ist die älteste Straße der Stadt, und ihr findet dort jede Menge kleine Galerien, Geschäfte mit lokaler Kunst und gemütliche Bistros.

Tipp: Kommt frühmorgens her (gegen 8–9 Uhr), wenn die Straßen leer sind und ihr die Stadt ohne Menschenmassen fotografieren könnt. Abends herrscht wiederum wunderschöne Atmosphäre dank der beleuchteten Gebäude.

Bedenkt, dass die Restaurants direkt am Place Jacques-Cartier überteuert und mittelmäßig sind — die klassische Touristenfalle. Zum Essen lieber ein paar Straßen weiter gehen.

2. Basilika Notre-Dame — ein Interieur, das sprachlos macht

Neugotische Basilika Notre-Dame in Montreal am Place d'Armes

Ich weiß nicht, ob es eine Kirche mit einem schöneren Interieur gibt. Wirklich nicht. Als wir hineingingen, blieben wir beide mit offenem Mund stehen. Während die Basilika von außen eher schlicht wirkt, erwartet euch innen eine Explosion aus Kobaltblau, Gold und Türkis — vom Gewölbe bis zum Altar. Es ist, als würde man in ein Schmuckkästchen eintreten.

Der Eintritt kostet 18 CAD (ca. 12 €) für die reguläre Besichtigung. Wenn ihr die Möglichkeit habt, reserviert unbedingt die abendliche Lichtshow AURA für 26 CAD (ca. 18 €) — eine 45-minütige immersive Projektion direkt in der Basilika, begleitet von Musik, und ein absolut unglaubliches Erlebnis. Wir waren bei der letzten Vorstellung und sind mit Gänsehaut hinausgegangen.

Praktischer Tipp: Tickets für AURA am besten vorab online kaufen, besonders im Sommer sind sie schnell ausverkauft. Für die reguläre Besichtigung reicht es ohne Reservierung — die Schlangen sind nicht so schlimm, wenn man vormittags kommt.

3. Mont Royal — Aufstieg mit dem besten Blick über die Stadt

Menschen entspannen auf der Wiese im Park am Mont Royal mit Stadtpanorama

Der Mont Royal (233 m) ist das grüne Herz Montreals — tatsächlich hat die Stadt von ihm ihren Namen. Der Aufstieg zum Kondiaronk Belvedere dauert eine gemütliche halbe Stunde von der Peel Street aus und lohnt sich hundertprozentig. Zur Belohnung gibt es ein Panorama über die gesamte Stadt, den Sankt-Lorenz-Strom und bei klarem Wetter einen Blick bis zu den Adirondack Mountains im US-Bundesstaat New York.

Wir sind am späten Nachmittag hinaufgestiegen und haben den Sonnenuntergang über der Stadt erwischt — einer dieser Orte, wo man einfach eine Weile sitzt, schweigt und schaut. 😊

Wenn ihr an einem Sonntag im Sommer in Montreal seid, müsst ihr unbedingt zu den Tam-Tams kommen. Das ist ein spontanes Treffen von Trommlern und Musikern, das jeden Sonntagmittag am Fuß des Berges stattfindet. Hunderte Menschen sitzen im Gras, es wird getrommelt, getanzt, gepicknickt — eine einzigartige Montrealer Tradition, und zwar kostenlos. Das findet man in keinem Reiseführer (naja, jetzt schon ☺️).

Tipp für Bequeme: Zum Gipfel fährt auch der Bus Nummer 11. Aussicht gleich, Schweiß gleich null. 😅

4. Plateau Mont-Royal und Mile End — Hipster-Paradies, in dem man wohnen möchte

Musikfestival auf dem Boulevard Saint-Laurent im Viertel Plateau

Wenn ihr wie wir Städte hauptsächlich über Cafés, Street Art und lokale Märkte kennenlernt, dann ist Plateau Mont-Royal euer Viertel. Reihenhäuser mit den charakteristischen eisernen Außentreppen (typische Montrealer Architektur!), Indie-Läden, Vintage-Boutiquen und Restaurants, in denen mehr Französisch als Englisch gesprochen wird.

Direkt neben dem Plateau liegt Mile End — noch bohèmer, noch hipper. Hier wird der beste Bagel der Welt gebacken (dazu mehr im Abschnitt über Essen), hier sitzen unabhängige Verlage, Mikrobrauereien und jede Menge Ateliers. Der Boulevard Saint-Laurent, der beide Viertel verbindet, ist eine Street-Art-Galerie unter freiem Himmel.

Wir haben mit Lukáš einen ganzen Nachmittag hier verbracht, einfach spaziert, bei Murals angehalten, einen Flat White im Café Olimpico getrunken (eine lokale Legende seit 1970 — keine Hipster-Allüren, nur hervorragender Kaffee und ältere Herren beim Kartenspiel) und uns Schallplatten in den Läden auf der Saint-Laurent angeschaut.

Was ihr nicht verpassen solltet: Die Avenue Fairmount und die Rue Bernard — voller toller Restaurants und Läden, fernab der Touristenmassen.

5. Jean-Talon Market — der echte Montrealer Markt, auf dem die Einheimischen einkaufen

Gebaeude der Markthalle Marche Jean-Talon in Montreal
Foto: Jeangagnon / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Der Jean-Talon Market ist einer der größten Bauernmärkte in ganz Nordamerika und ein Ort, der euch mehr über Montreal verrät als jedes Museum. Unter der offenen Dachkonstruktion findet ihr Stände mit lokalem Obst und Gemüse (Québecer Erdbeeren im Sommer sind göttlich), Dutzende Sorten Québecer Käse, frische Kräuter, Ahornsirup direkt vom Bauern und jede Menge kleine Bistros zum Mittagessen.

Wir haben uns Baguette, ein paar Käsesorten, Erdbeeren und eine Flasche Québecer Cidre gekauft und daraus ein Picknick im Park gemacht. Ein besseres Mittagessen für 10 € hatten wir in Montreal nicht.

Tipp: Kommt samstagvormittags, wenn die Auswahl am größten ist, aber stellt euch auf Menschenmassen ein. Wer es ruhiger mag, kommt unter der Woche.

Auf der anderen Seite der Stadt gibt es außerdem den kleineren, aber ebenso schönen Atwater Market — wer in der Nähe des Lachine Canal übernachtet, findet hier eine tolle Alternative.

6. Biodôme — vier Ökosysteme unter einem Dach

Schraeger Turm des Olympiastadions im Biodome-Areal in Montreal

Das Biodôme befindet sich in einem Gebäude, das ursprünglich als Velodrom für die Olympischen Spiele 1976 diente — was allein schon cool ist. Heute findet ihr hier vier realistisch nachgebildete Ökosysteme Amerikas: den tropischen Regenwald, den kanadischen Wald, die Küste des Sankt-Lorenz-Stroms und subantarktische Inseln mit Pinguinen.

Ehrlich gesagt — wenn ihr ohne Kinder reist, ist das Biodôme nett, aber kein Muss. Wir haben dort etwa anderthalb Stunden verbracht und am meisten die Pinguine und den Regenwaldbereich genossen. Aber wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, ist es ein absolutes Highlight — kleine Entdecker lieben es.

Der Eintritt beträgt 25,75 CAD (ca. 17 €) für Erwachsene. Es gibt ein Kombiticket mit dem Botanischen Garten, dem Insektarium und dem Planetarium für 41,25 CAD (ca. 28 €), das sich definitiv lohnt, wenn ihr mehrere dieser Attraktionen besuchen wollt.

7. Botanischer Garten Montreal — einer der schönsten der Welt

Wassergarten im Botanischen Garten von Montreal
Foto: Thomas1313 / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Und hier kommt eine Überraschung — der Montrealer Jardin botanique ist der drittgrößte botanische Garten der Welt (nach Kew Gardens in London und dem Berliner Botanischen Garten) und absolut wunderschön. Auf 75 Hektar findet ihr über 22.000 Pflanzenarten, einen chinesischen Garten mit Pavillons und Teichen, einen japanischen Garten mit meditativer Atmosphäre und noch vieles mehr.

Wenn ihr im Herbst (September–Oktober) in Montreal seid, dürft ihr das Festival Gardens of Light auf keinen Fall verpassen — nach Einbruch der Dunkelheit wird der Garten mit Hunderten von Laternen und Installationen beleuchtet, und es ist eines der schönsten Herbsterlebnisse, die wir je hatten. Wir waren mit Lukáš gegen acht Uhr abends dort und hatten den Garten fast für uns allein — die meisten Touristen wissen nichts davon.

Der Eintritt in den Garten kostet 23 CAD (ca. 16 €), für Gardens of Light 27 CAD (ca. 18 €).

Tipp: Den Garten schafft man in 2–3 Stunden, aber Gartenliebhaber können hier locker einen ganzen Tag verbringen.

8. Old Port (Alter Hafen) — das Ufer, wo alles passiert

Historischer Getreidespeicher und Dampfschiff im Alten Hafen von Montreal

Der Old Port ist die natürliche Verlängerung von Old Montreal Richtung Fluss und im Sommer wohl der lebendigste Teil der Stadt. Am Ufer findet ihr die Grande Roue de Montréal — ein riesiges Riesenrad (inspiriert vom London Eye, aber kleiner), das Wissenschaftszentrum Centre des sciences, ein Sommerkino unter freiem Himmel und jede Menge Food Trucks.

Das Ufer ist wunderbar für einen Abendspaziergang — mit Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom auf der einen Seite und die beleuchteten Gebäude von Old Montreal auf der anderen. Wir haben hier eines Abends mit Crêpes und Wein auf einer Bank gesessen, und es war einfach perfekt.

Im Winter wird eine Freiluft-Eisbahn eröffnet, im Sommer finden verschiedene Festivals und Konzerte statt. Der Zugang zum Ufer ist kostenlos — bezahlt wird nur für einzelne Attraktionen.

Die Grande Roue kostet 28 CAD (ca. 19 €) und die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Ehrlich gesagt — der Ausblick vom Mont Royal ist besser und kostenlos. Aber wer nicht den Berg hochkraxeln möchte, hat hier eine angenehme Alternative. 😉

9. Pointe-à-Callière — wo Montreal gegründet wurde

Modernes Gebaeude des Museums Pointe-a-Calliere in Old Montreal
Foto: Antony-22 / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Dieses Museum ist für mich persönlich das spannendste Museum in ganz Montreal. Pointe-à-Callière steht genau an der Stelle, wo Montreal 1642 gegründet wurde, und im Untergrund könnt ihr echte archäologische Ausgrabungen sehen — Fundamente der ursprünglichen Gebäude, alte Kanalisation, Artefakte der indigenen Bevölkerung.

Die Besichtigung beginnt mit einer multimedialen Show (auf Englisch oder Französisch), die euch in die Gründungsgeschichte der Stadt hineinzieht. Danach geht es durch unterirdische Räume mit Originalfunden. Es ist kein trockenes Museum — es ist wirklich gut gemacht und in etwa 2 Stunden zu schaffen.

Eintritt 26 CAD (ca. 18 €). Kinder unter 12 Jahren kostenlos (ein weiterer Grund, warum Montreal großartig für Familien ist).

10. Underground City (RÉSO) — 33 km unterirdische Gänge

Unterirdische Stadt RESO mit Geschaeften in Montreal
Foto: Deror_avi / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Das ist wohl die einzigartigste Besonderheit Montreals. Unter der Stadt erstrecken sich 33 Kilometer unterirdische Gänge, die Metrostationen, Einkaufszentren, Bürogebäude, Hotels, Kinos und Restaurants miteinander verbinden. Das ganze System heißt RÉSO und entstand als Reaktion auf die brutalen Montrealer Winter — damit sich die Menschen durch die Stadt bewegen können, ohne nach draußen zu müssen.

Ehrlich gesagt — erwartet nichts visuell Überwältigendes. Es sind keine unterirdischen Paläste, eher verbundene Einkaufspassagen und Gänge. Aber es ist ein faszinierendes urbanistisches Konzept, und wenn ihr besondere städtebauliche Lösungen mögt, lohnt sich die Erkundung. Wir sind dort etwa eine Stunde herumgelaufen, haben uns verlaufen (wie fast jeder 😅) und kamen schließlich an einem ganz anderen Ort heraus als geplant.

Tipp: Wenn es euch interessiert, startet an der Metrostation McGill oder Bonaventure und spaziert Richtung Place Ville-Marie. Der Zugang ist kostenlos — es ist einfach Teil der Stadt.

11. Musée des beaux-arts de Montréal — für Kunstliebhaber

Saeulenfassade des Museums der Schoenen Kuenste in Montreal
Foto: Thomas1313 / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Das Montrealer Museum der Schönen Künste ist das größte Kunstmuseum Kanadas und erstreckt sich über fünf Gebäude. Die Sammlungen reichen von antiker Kunst über kanadische Maler bis zu zeitgenössischer Kunst und Design. Die Dauerausstellung ist kostenlos (bezahlt wird nur für Sonderausstellungen), was bei einem Museum dieses Kalibers absolut außergewöhnlich ist.

Wir haben hier etwa zwei Stunden verbracht und fanden die Abteilung für kanadische Kunst und Design am spannendsten — es ist interessant zu sehen, wie sich Kanada künstlerisch gegenüber den USA und Europa abgrenzt. Falls Kunst nicht eure Hauptleidenschaft ist, schaut ruhig für eine Stunde rein — es lohnt sich, besonders bei kostenlosem Eintritt.

Das Museum liegt an der Rue Sherbrooke, der Hauptstraße Montreals, und lässt sich daher leicht mit einem Stadtspaziergang verbinden.

12. Gay Village — eines der lebendigsten Viertel Montreals

Rosa Kugelinstallation Les Boules Roses ueber dem Gay Village in Montreal
Foto: Tony Webster from Portland, Oregon, United States / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Das Montrealer Gay Village (von den Einheimischen einfach „The Village“ genannt) ist eines der größten und lebendigsten LGBTQ+-Viertel in Nordamerika. Im Sommer verwandelt sich die Hauptstraße Rue Sainte-Catherine Est in eine Fußgängerzone mit Bars, Restaurants, Terrassen und regelmäßigen Kulturveranstaltungen.

Auch wenn ihr nicht zur LGBTQ+-Community gehört, ist das Village allein schon wegen der Atmosphäre einen Besuch wert — hier ist mehr los als irgendwo sonst, die Menschen sind freundlich, und es gibt tolle Restaurants und Bars. Im Herbst gibt es hier die schöne Installation mit rosa Kugeln, die über der gesamten Straße hängen und einen wunderschönen farbigen Tunnel bilden.

13. Street Art und Murals — Montreal als Galerie unter freiem Himmel

Grosses buntes Street-Art-Mural auf einer Backsteinwand in Montreal

Montreal gehört zu den besten Städten weltweit für Street Art und das ist keine Übertreibung. Die Stadt fördert aktiv Straßenkunst, und in manchen Vierteln findet man riesige Murals auf ganzen Gebäudewänden. Die wichtigsten Hotspots:

  • Mile End und Plateau — praktisch an jeder Ecke
  • Boulevard Saint-Laurent — die Hauptader der Street Art
  • Festival MURAL (jeden Juni) — eines der größten Street-Art-Festivals in Nordamerika, bei dem Künstler neue Werke direkt auf der Straße malen

Wir haben mit Lukáš unseren eigenen Street-Art-Spaziergang durch Mile End gemacht — einfach drauflos, wohin uns die Füße trugen, und alle 50 Meter blieben wir vor dem nächsten Mural stehen. Einen Guide braucht man nicht, offene Augen reichen. Aber wer den Kontext und die Geschichten hinter den Werken erfahren möchte, findet geführte Street-Art-Touren auf GetYourGuide.

14. Ausflug zur Île Sainte-Hélène und La Ronde

Blick auf die Skyline von Montreal von der Insel Ile Sainte-Helene ueber den Fluss

Die Île Sainte-Hélène ist eine Insel mitten im Sankt-Lorenz-Strom, nur einen Katzensprung vom Stadtzentrum Montreals entfernt. Hier findet ihr:

  • Biosphère — die ikonische geodätische Kuppel (ursprünglich der amerikanische Pavillon der Expo 67), heute ein Umweltmuseum. Eintritt 15,75 CAD (ca. 11 €).
  • Parc Jean-Drapeau — ein schöner Park für Picknick und Spaziergänge mit Blick auf die Skyline von Montreal.
  • La Ronde — ein Six-Flags-Vergnügungspark. Wer Achterbahnen mag, verbringt hier einen tollen Nachmittag. Eintritt ab ca. 55 CAD (ca. 37 €), online gibt es oft Rabatte.

Zur Insel kommt man mit der Metro (Station Jean-Drapeau, gelbe Linie) in wenigen Minuten. Es ist ein angenehmer Ausflug aus der Stadt, besonders an heißen Sommertagen.

Ehrliche Meinung: Die Biosphère sieht von außen cool aus (diese Kuppel!), aber die Ausstellung drinnen ist etwas enttäuschend — sie richtet sich eher an Kinder und Studenten. Wenn die Zeit knapp ist, lieber weglassen und stattdessen auf den Mont Royal gehen.

15. Lachine Canal — Spaziergänge, Radfahren und Brauereirouten

Lachine-Kanal mit ehemaligen Fabriken in Montreal im Herbst
Foto: Guilhem Vellut from Annecy, France / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Der Lachine Canal ist ein 8,5 km langer Kanal, der vom Old Port nach Südwesten führt und von einem der schönsten Radwege Montreals gesäumt wird. Einst eine Industriezone, ist er heute eine wunderschöne grüne Oase mit Cafés, Galerien und — vor allem — Mikrobrauereien.

Wir haben uns BIXI-Räder geliehen und den gesamten Kanal an einem Nachmittag hin und zurück geradelt. Unterwegs haben wir im Atwater Cocktail Club Halt gemacht (Verzeihung, das ist eine Bar, aber eine ausgezeichnete 😅) und am Atwater Market, wo wir mit Käse und Cidre Energie getankt haben.

Tipp: Die gesamte Strecke entlang des Kanals ist flach und bequem — ideal auch für weniger sportliche Typen. Mit dem Rad braucht man etwa eine Stunde, zu Fuß 2–3 Stunden. Im Sommer kann man hier auch Stand-Up-Paddleboarding und Kajakfahren.

lukas a lucka
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Essen und Trinken in Montreal: ein Guide für Feinschmecker

Montreal ist ein gastronomisches Paradies. Punkt. Eine Stadt, in der sich die französische Kochtradition mit nordamerikanischer Portionsgroßzügigkeit trifft, und dazu kommen Einflüsse von Einwanderern aus aller Welt — das Ergebnis ist Essen, an das ihr noch lange nach der Heimkehr denken werdet. Hier sind die Pflichtstopps:

Smoked Meat bei Schwartz’s

Schwartz’s Deli gibt es seit 1928, und es ist das berühmteste Delikatessengeschäft ganz Kanadas. Das Smoked-Meat-Sandwich (geräuchertes Fleisch auf Roggenbrot mit Senf) ist hier ein Kunstwerk. Das Fleisch wird 10 Tage mariniert, dann geräuchert und schließlich gekocht — das Ergebnis ist so zart und saftig, dass ich mir gleich ein zweites bestellt habe. 😁

Rechnet mit einer Warteschlange — wir haben etwa 25 Minuten angestanden, aber es geht schnell voran. Ein Sandwich kostet rund 14 CAD (ca. 10 €) und ist jede Minute Wartezeit wert. Drinnen ist es winzig, eng, man sitzt mit Fremden am Tisch und die Bedienung ist wortkarg — aber genau so soll es sein. Keine Hipster-Allüren, nur legendäres Essen.

Alternative: Wer nicht anstehen möchte — das Main Deli ein paar Straßen weiter ist fast genauso gut und deutlich leerer.

Bagels — St-Viateur vs. Fairmount

Montrealer Bagels sind ganz anders als New Yorker — kleiner, süßer, dichter und werden im Holzofen gebacken. Und in Montreal tobt ein jahrelanger Krieg: St-Viateur Bagel vs. Fairmount Bagel. Beide backen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, und beide behaupten, die Besten zu sein.

Wir haben natürlich beide probiert (was hättet ihr denn erwartet? 😅) und unser Urteil? St-Viateur hat den etwas besseren Sesam-Bagel, Fairmount gewinnt dagegen mit der All-Dressed-Variante. Aber ehrlich — beide sind fantastisch, und ein Bagel für 1,25 CAD (weniger als 1 €) ist wohl das günstigste kulinarische Erlebnis der ganzen Stadt.

Tipp: Kauft sie frisch und warm, direkt aus dem Ofen. Kein Aufstrich, keine Füllung — nur der Bagel pur. Dann versteht ihr, warum die Leute sich darüber streiten.

Poutine bei La Banquise

Poutine — Pommes Frites übergossen mit brauner Soße (Gravy) und bestreut mit quietschenden Käsebruchstücken (Cheese Curds) — ist das inoffizielle Nationalgericht von Québec. Und La Banquise auf dem Plateau ist sein Tempel. Es gibt über 30 Poutine-Varianten, von der Klassischen bis zu wilden Kombinationen mit Pulled Pork, mexikanischem Stil oder Merguez-Wurst. Und geöffnet ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Wir sind gegen elf Uhr abends hin (so gehört sich das) und haben die klassische und eine mit Pulled Pork bestellt. Die Portionen sind riesig — eine Poutine für 12–16 CAD (8–11 €) reicht locker für zwei Personen. Das ist keine Haute Cuisine, sondern Comfort Food in seiner besten Form.

BeaverTails und Ahornsirup

BeaverTails (Queues de Castor) sind flaches Gebäck in Form eines Biberschwanzes, bestreut mit Zucker, Zimt, Nutella oder Ahornsirup. Einen Kiosk findet ihr im Old Port, und es ist das perfekte Street Food für ca. 7 CAD (ca. 5 €).

Und wo wir schon dabei sind — Ahornsirup kauft am besten auf dem Jean-Talon Market direkt beim Bauern, nicht in Souvenirläden. Die Qualität ist unvergleichlich und der Preis besser.

Wo gut Abendessen und Kaffee trinken

  • Joe Beef — legendäres Montrealer Restaurant, wenn ihr euch etwas gönnen wollt (Hauptgerichte ab 40–70 CAD / 27–47 €). Wochen im Voraus reservieren.
  • L’Entre-Pots — gemütliches französisches Bistro auf dem Plateau, ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Mon Lapin — Naturweine und geteilte Teller, hippe Atmosphäre, aber das Essen ist fantastisch.
  • Crew Collective & Café — Kaffee in einer ehemaligen Bank mit Marmorsäulen und 20 Meter hohen Decken. Einer der schönsten Café-Räume der Welt, ohne Übertreibung. Der Kaffee ist mittelmäßig, aber man kommt wegen des Raums. 😊
  • Café Olimpico — lokale Legende in Mile End, kein WLAN, keine Touristen, nur hervorragender Espresso und authentische Atmosphäre seit 1970.

Festivals, die sich lohnen

Montreal ist die Festival-Stadt Nummer eins in Nordamerika — und das ist keine Übertreibung. Wenn ihr es schafft, eure Reise auf eines der großen Festivals zu legen, multipliziert sich das Erlebnis.

Montreal International Jazz Festival (Juni–Juli)

Das größte Jazzfestival der Welt. Ja, der ganzen Welt. Über zwei Millionen Besucher, Hunderte Konzerte und — hier kommt das Beste — die meisten Open-Air-Konzerte sind kostenlos. Das gesamte Stadtzentrum verwandelt sich für 10 Tage in eine riesige Musikbühne. Selbst wenn ihr keine Jazz-Fans seid, zieht euch die Atmosphäre in den Bann.

Just for Laughs / Juste pour rire (Juli)

Das größte Comedy-Festival der Welt. Straßenaufführungen, Stand-up-Comedy, Improvisation — und wieder jede Menge Kostenloses auf der Straße. Die Stadt ist im Juli buchstäblich an jeder Ecke voller Gelächter.

Igloofest (Januar–Februar)

Wenn ihr verrückt seid (so wie ich) und im Winter nach Montreal wollt, ist das Igloofest ein Grund. Ein Open-Air-Elektro-Festival bei Temperaturen von -15 °C, bei dem die Leute in Overalls und Masken tanzen. Es ist absurd, verrückt und unvergesslich. 😅

Nuit Blanche (Februar/März)

Ganznatürliches Kunst- und Kulturfestival — Galerien, Museen und Kulturstätten haben die ganze Nacht geöffnet, und in der ganzen Stadt finden Dutzende von Kunstinstallationen und Performances statt.

Praktische Tipps zum Schluss

Zum Schluss noch ein paar praktische Tipps, die euch bei der Reiseplanung nach Montreal nützlich sein werden. Von der Sprache über Sicherheit bis hin zu den günstigsten Flügen.

Sprache — „Bonjour/Hi“

Montreal ist offiziell eine frankophone Stadt, aber in der Praxis zweisprachig. Im Zentrum und in touristischen Gebieten kommt ihr problemlos mit Englisch zurecht. In Geschäften und Restaurants werdet ihr typischerweise mit „Bonjour! Hi!“ begrüßt, und ihr wählt die Sprache. Aber — und das ist wichtig — die Montrealer freuen sich, wenn ihr es mit Französisch versucht. Es reicht schon „bonjour“, „merci“, „s’il vous plaît“ und ihr seht, wie sie aufblühen. 😊 Für deutschsprachige Besucher ist das Ganze unkompliziert: Wer Schulfranzösisch hatte, kommt hier wunderbar weiter, und ansonsten funktioniert Englisch überall.

Sicherheit

Montreal ist eine sehr sichere Stadt. Natürlich solltet ihr den gesunden Menschenverstand walten lassen (keine Sachen unbeaufsichtigt lassen, in der Metro auf Taschendiebe achten), aber generell könnt ihr auch spätabends sorglos spazieren gehen. Wir sind mit Lukáš gegen Mitternacht von La Banquise durchs Plateau zurückgelaufen und haben uns absolut sicher gefühlt.

Trinkgeld

In Kanada ist Trinkgeld quasi Pflicht. In Restaurants werden 15–20 % erwartet, in Bars 1–2 CAD pro Drink, bei Taxifahrern 10–15 %. Wer weniger als 15 % gibt, vermittelt den Eindruck, dass etwas nicht gestimmt hat. Ja, das treibt die Rechnung ordentlich in die Höhe — kalkuliert das unbedingt ein.

Steckdosenadapter

Kanada verwendet amerikanische Stecker (Typ A/B) — wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz anreist, braucht einen Adapter. Kauft ihn vorher, am Flughafen kostet er das Dreifache.

Reiseversicherung

Reist nach Kanada unbedingt mit einer Reiseversicherung. Die Gesundheitsversorgung in Kanada ist für Ausländer astronomisch teuer — selbst ein einfacher Besuch in der Notaufnahme kann Tausende von Dollar kosten. Schaut euch unseren Bericht über Reiseversicherungen an, wo wir verschiedene Optionen vergleichen.

Was einpacken

Das hängt von der Jahreszeit ab. Im Sommer reicht leichte Kleidung, aber packt immer eine leichte Jacke oder einen Pullover ein — die Klimaanlagen in Gebäuden sind brutal und die Abende am Fluss können frisch sein. Im Herbst heißt es Zwiebelprinzip — morgens kann es 5 °C haben und nachmittags 18 °C. Bequeme Wanderschuhe sind ein Muss, ihr werdet viel laufen. Und wenn ihr nicht sicher seid, was ihr einpacken sollt, schaut euch unsere Anleitung an, wie man nur mit Handgepäck reist.

Wo Flüge finden

Günstige Flüge nach Montreal sucht am besten auf Kiwi — das ist unser Lieblingsportal, auf dem sich auch Multistopp-Flüge zusammenstellen lassen (zum Beispiel Frankfurt → Montreal → Toronto → Frankfurt). Richtet einen Preisalarm ein und beobachtet — ab Frankfurt, München oder Zürich gibt es häufig gute Angebote, und auch Condor fliegt saisonal direkt nach Montreal.

Mietwagen

Falls ihr Ausflüge außerhalb von Montreal plant (Laurentians, Quebec City, Eastern Townships), ist ein Auto praktisch. Wir nutzen regelmäßig DiscoverCars.com, wo man die Preise aller Anbieter auf einen Blick vergleichen kann. Übrigens, falls ihr einen Roadtrip durch Kanada plant, ist ein Auto unverzichtbar.

Unterkunft buchen

Booking.com ist unsere liebste Hotelsuchmaschine — übersichtlich, zuverlässig und mit kostenloser Stornierung bei den meisten Hotels.

Mobile Daten und eSIM

Damit ihr in Kanada sorglos Internet habt, empfehlen wir eine eSIM von Holafly. Ihr aktiviert sie noch vor dem Abflug und habt nach der Landung sofort Daten — kein Suchen nach einer lokalen SIM-Karte nötig.

Und falls ihr die Reise mit einem Abstecher zu den Niagarafällen verlängern wollt, lohnt sich das auf jeden Fall — von Montreal aus ist es zwar etwas weiter, aber es lässt sich wunderbar mit einem Besuch in Toronto verbinden.

FAQ — 7 häufigste Fragen zu Montreal

Zum Schluss beantworten wir die häufigsten Fragen, die uns von Lesern erreichen, die eine Reise nach Montreal planen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Alaska: 30 Tipps, was man sehen sollte + Roadtrip-Reiseroute

TL;DRAlaska liefert 30 Ausflugstipps plus eine zweiwöchige Roadtrip-Route über rund 1.500 km, die dich über Anchorage, Whittier, Seward, Homer, Valdez und Talkeetna bis zum Denali National Park führt. Zu den Highlights zählen Kajaktouren zwischen Gletschern in den Kenai Fjords, Bärenbeobachtung an den Brooks Falls im Katmai-Nationalpark, eine Bootstour zwischen Gletschern im Prince William Sound sowie ein Rundflug mit Landung auf einem Gletscher am Denali, dessen Gipfel 6.190 Meter hoch ist. Am besten reist du von Juni bis August, wenn es rund 25 °C warm ist. Günstiger wird’s in der Nebensaison im Mai und September, während sich Polarlichter von September bis März zeigen. Als realistisches Reisebudget kannst du mit rund 7.500 USD rechnen.

Alaska war schon immer mein Traum. Als wir in Calgary lebten, wussten wir, dass es eine einmalige Gelegenheit war, dorthin zu reisen – schließlich sind es „nur“ 3.000 km mit dem Auto. Nach einigen Tagen Fahrt erreichten wir endlich die „Last Frontier“, wie Alaska auch genannt wird. Die Alaska Sehenswürdigkeiten, die uns dort erwarteten, haben uns schlichtweg umgehauen.

Heute weiß ich, dass wir einige Erlebnisse wegen ihres Preises ausgelassen haben – und das bereuen wir ehrlich gesagt. Andererseits waren die, in die wir investiert haben, obwohl sie uns anfangs überteuert vorkamen, jeden Cent wert. Deshalb habe ich jede Menge Tipps für euch und empfehle: Macht es einfach! Es kann gut sein, dass ihr nur einmal im Leben nach Alaska fliegt.

Schauen wir uns gemeinsam an, was man in Alaska sehen und erleben kann.

Küstenstraße entlang eines Fjords in Alaska

Wann nach Alaska reisen

Gletscher und Berge von einem Aussichtspunkt in Alaska

Alaska bietet in jeder Jahreszeit einzigartige Erlebnisse. Wir haben Alaska im Juli besucht, was bedeutet, dass wir zwar keine Nordlichter gesehen haben (die haben wir erst später auf Island erlebt), dafür aber beinahe endlose Tage genossen – wo passiert es einem schon, dass man irgendwo um Mitternacht ankommt und es immer noch hell ist? – und angenehme Temperaturen.

Im Sommer klettern die Temperaturen locker auf 30 Grad – das haben wir in Fairbanks erlebt, was mich echt überrascht hat. Meistens waren es aber angenehme 25 Grad. Wunderschön muss es auch im farbenfrohen Herbst oder Frühling sein – und genau dann könnt ihr auch Nordlichter sehen. Allerdings wird es dann natürlich schon deutlich kühler.

Der Winter ist lang und dunkel, die Temperaturen fallen weit unter null. Es ist zwar die perfekte Zeit für Wintersport und Nordlichter, aber auch die Zeit, in der Alaska seine raue Seite zeigt.

Alaska Sehenswürdigkeiten

Schauen wir uns jetzt an, was ihr alles in Alaska sehen und unternehmen könnt. Weiter unten habe ich euch außerdem eine 14-Tage-Reiseroute zusammengestellt.

Die wichtigsten Städte, die sich lohnen

Ich muss euch vorwarnen: Um wirklich alles zu sehen, müsstet ihr Flüge, Boote und Auto kombinieren. In 14 Tagen ist es unmöglich, alles zu schaffen – deshalb habe ich ganz am Ende des Artikels einen Roadtrip entworfen, der meiner Meinung nach ideal für eine erste Begegnung mit Alaska ist.

Anchorage

Blick auf Anchorage und die umliegenden Berge

Alaskas größte Stadt – und höchstwahrscheinlich euer Ankunftsort. Von Deutschland aus fliegt ihr am besten über Seattle oder Minneapolis nach Anchorage, z. B. mit Condor, Lufthansa oder Delta. Während unseres Aufenthalts haben wir vor allem die hervorragende Lage zu schätzen gelernt – von hier aus kommt man leicht zu den meisten populären Zielen. In der Stadt lohnt sich das Alaska Native Heritage Center, wo ihr mehr über die indigenen Völker erfahrt, sowie das Alaska Wildlife Conservation Center. Die Stadt hat eine überraschend gute Gastro-Szene – geht unbedingt ins Snow City Cafe zum Frühstück oder Brunch.

Juneau

Die Hauptstadt Alaskas hat eine einzigartige Lage – ihr erreicht sie nur per Boot oder Flugzeug. Die Stadt ist umgeben von Bergen und Gletschern, darunter der beeindruckende Mendenhall Glacier, der relativ leicht zugänglich ist und von dem aus mehrere Wanderungen starten.

Im Stadtzentrum lohnt ein Besuch des historischen Viertels mit Holzhäusern aus der Goldgräberzeit, und mit der Seilbahn geht es auf den Mount Roberts – von dort habt ihr herrliche Ausblicke auf die Stadt und die umliegenden Fjorde.

Eines der besten Erlebnisse in Juneau ist ein Ausflug, der den Besuch des Mendenhall Glacier mit Walbeobachtung kombiniert (ich empfehle, vorab über GetYourGuide zu buchen – lässt sich auch problemlos stornieren). Vom Zentrum Juneaus fahrt ihr mit dem Bus ins Tal, wo sich der imposante Gletscher auftürmt.

Ihr spaziert auf einem Holzsteg am Bach entlang – dort sind Lachse zu sehen, und mit etwas Glück auch Bären. Wir haben auf unserer Alaska-Reise insgesamt ziemlich viele davon gesehen.

Anschließend geht es zum Hafen Auke Bay, von wo ihr auf den Favorite Channel hinausfahrt, um Wale zu beobachten. Die Begegnung mit diesen majestätischen Tieren vor der Kulisse schneebedeckter Berge ist wirklich atemberaubend. Denkt daran, euch auf dem Boot warm anzuziehen.

Fairbanks

In Fairbanks haben wir einige Tage verbracht, weil wir bei Bekannten gewohnt haben. Diese Stadt ist wohl die am wenigsten spannende unter den größeren Orten. Im Sommer hat sie mich ehrlich gesagt stark an Europa erinnert. Im Winter hingegen ist Fairbanks einer der besten Orte weltweit für Nordlichter. Die Stadt liegt im sogenannten „Polarlichtoval“, was bedeutet, dass ihr hier die besten Chancen habt, dieses Naturphänomen zu sehen.

Neben Nordlichtern solltet ihr unbedingt die Thermalquellen Chena Hot Springs besuchen, und im Sommer könnt ihr von hier aus zahlreiche Wanderungen unternehmen. Wenn ihr allerdings nur begrenzt Zeit in Alaska habt und nicht wie wir mit dem Auto aus Kanada kommt, könnt ihr die Stadt getrost auslassen.

Seward

Hafen von Seward umgeben von Bergen

Seward ist eines der schönsten Städtchen Alaskas und dient als Tor zum Kenai Fjords National Park. Von hier aus sind wir zum Kajakfahren zwischen Gletschern aufgebrochen – eines unserer absoluten Highlights in Alaska. Ich empfehle, das Geld dafür zu investieren und den Platz vorab über GetYourGuide zu reservieren, damit ihr nicht wie wir tagelang auf einen freien Platz warten müsst.

Falls das Kajakfahren doch nicht klappt, ist das kein Beinbruch. Die Stadt hat eine wunderschöne Hafenpromenade und das Alaska SeaLife Center, wo ihr die heimische Meeresfauna aus nächster Nähe erleben könnt. Und nur einen Katzensprung entfernt startet die Wanderung zum Exit Glacier.

Homer

Panorama der Kachemak Bay bei Homer in Alaska

Homer, auch „Halibut Fishing Capital of the World“ genannt, ist vor allem für sein Angeln bekannt. Aber auch für uns Europäer ist es ein interessanter, wenn auch etwas verschlafener Ort, der sich auf jeden Fall lohnt.

Die Stadt erstreckt sich am Ende des Kenai Spit – einer langen, schmalen Landzunge, die in die Kachemak Bay hineinragt. Homer Spit ist gesäumt von Restaurants, Galerien und Geschäften. Wenn ihr angelt, müsst ihr unbedingt mit den lokalen Fischern rausfahren – die Heilbutt-Fänge hier sind legendär. Vergesst auch nicht das Pratt Museum, das die Natur- und Kulturgeschichte der Region vorstellt.

Talkeetna

Talkeetna ist ein kleines historisches Städtchen, das als Basislager für Bergsteiger auf dem Weg zum Denali dient. Der Ort inspirierte die TV-Serie „Northern Exposure“ und hat sich seinen ursprünglichen Charakter mit Holzhäusern und entspannter Atmosphäre bewahrt. Wir empfehlen einen Besuch im Talkeetna Historical Society Museum und die legendären Blaubeer-Pancakes im Roadhouse – die werden dort seit 1917 gebacken.

Sitka

Wenn ihr es schafft, in Alaska bis nach Sitka zu kommen – der ehemaligen Hauptstadt von Russisch-Amerika – erwartet euch eine faszinierende Mischung aus russischer und indigener Kultur. Ein Besuch der St. Michael’s Cathedral mit ihrer typisch russischen Architektur ist ein absolutes Muss. Der Totem National Historical Park beherbergt die größte Sammlung von Totempfählen unter freiem Himmel. Vom Hafen aus könnt ihr zu Walbeobachtungen oder Seeotter-Touren aufbrechen.

North Pole

Wolltet ihr schon immer mal den Nordpol besuchen? Hier habt ihr die Gelegenheit! Dieses kleine Städtchen in der Nähe von Fairbanks hält das ganze Jahr über Weihnachtsstimmung aufrecht. Die Hauptattraktion ist das Santa Claus House, wo ihr den Weihnachtsmann zu jeder Jahreszeit treffen könnt – als Beweis dient mein Foto unten, aufgenommen im Juli.

Die Straßenlaternen haben die Form von Zuckerstangen, und die lokalen Geschäfte verkaufen Weihnachtsdekorationen unabhängig von der Jahreszeit. Elfen und Rentiere haben wir im Sommer allerdings leider nicht angetroffen.

Santa Claus House in North Pole, Alaska
Santa Claus House im Städtchen North Pole — auch im Juli geöffnet

Nationalparks in Alaska

Schauen wir uns jetzt die Nationalparks in Alaska an, die ihr besuchen könnt. Bei einem einzigen Besuch ist es unmöglich, alle zu sehen – es sei denn, ihr wollt Boote, Flugzeuge, Autos und Busse kombinieren. Wir waren zeitlich nicht eingeschränkt und mussten trotzdem den Besuch des Wrangell-St. Elias National Park aufgeben, weil die Straße so miserabel war, dass wir nach 45 Minuten auf dem Schotterweg umgedreht sind – wir hatten Angst, dort stecken zu bleiben.

Denali National Park

Denali ist das Juwel unter Alaskas Nationalparks. Dominiert wird er vom gleichnamigen Berg, der sich auf 6.190 Meter erhebt. Der Park ist nur über eine einzige Straße zugänglich, und ab einem bestimmten Punkt dürft ihr nur noch mit den Parkbussen weiterfahren. Das Problem: Die Sicht ist nicht jeden Tag gut, sodass die Fahrt manchmal ziemlich umsonst sein kann.

Ihr könnt aber in einen Rundflug mit Gletscherlandung investieren – das werdet ihr nicht bereuen. Der Blick auf das Denali-Massiv aus der Luft ist schlichtweg unbeschreiblich. Wir bereuen bis heute, dass uns das Geld dafür zu schade war. Aber es war eine wichtige Lektion: Seitdem haben wir uns auf unseren Reisen keinen Ausflug mehr entgehen lassen. Wann hat man schon wieder die Gelegenheit, dorthin zu fliegen?

Im Park könnt ihr Bären, Elche, Karibus und andere wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

Kenai Fjords National Park

Bewaldete Insel in einem Fjord des Kenai Fjords Nationalparks

Dieser Park zeigt eindrucksvoll die Kraft der Gletscher, die eine dramatische Küstenlandschaft geschaffen haben. Der meistbesuchte Teil ist der Exit Glacier, zu dem ein befestigter Weg führt – man kommt richtig nah heran. Dort waren auch wir unterwegs; soweit ich mich erinnere, ist es eine ziemlich anspruchsvolle Wanderung, aber ihr werdet es nicht bereuen.

Wir haben uns fürs Kajakfahren entschieden, und es war eine der besten Entscheidungen unserer Reise. Unterwegs haben wir Orcas und Wale gesehen, beim Kajakfahren dann Robben und sogar einen Bären.

Glacier Bay National Park

Die Glacier Bay erreicht ihr nur per Boot oder Flugzeug – aber es lohnt sich absolut. Der Park gehört zum UNESCO-Welterbe und bietet einige der eindrucksvollsten Gletscherlandschaften der Welt. Hier findet ihr sieben aktive Gezeitengletscher, die „kalben“ – also riesige Eisbrocken so groß wie Häuser ins Meer abbrechen lassen.

Wrangell-St. Elias National Park

Dieser Park ist der größte Nationalpark der USA und gleichzeitig einer der am wenigsten besuchten. Er ist viermal so groß wie der Yellowstone! Hier befinden sich neun der sechzehn höchsten Berge der USA. Wir haben es leider nicht dorthin geschafft. Die Anfahrt war nämlich katastrophal – unser altes, zum Camper umgebautes Auto hätte die 100 km lange Schotterpiste nicht geschafft. Nach 45 Minuten wurde uns klar, dass wir aufgeben mussten.

Katmai National Park

Katmai ist berühmt für die Brooks Falls, wo ihr Grizzlybären beim Lachsfang beobachten könnt. Die beste Zeit dafür ist der Juli, wenn die Lachse flussaufwärts wandern. Der Park verfügt über sichere Beobachtungsplattformen, von denen aus ihr die Bären aus nächster Nähe beobachten könnt.

Dieses Ziel gehört zu den teuersten, denn man erreicht es nur mit dem Wasserflugzeug (buchbar über GetYourGuide). Aber der Anblick der Bären, die am Wasserfall stehen und aus dem Wasser springende Lachse fangen, ist schlicht unvergesslich.

Gates of the Arctic National Park

Der nördlichste Nationalpark der USA ist zugleich einer der abgelegensten Orte der Welt. Es gibt hier keine markierten Wege, keine Straßen und keine Einrichtungen. Es ist ein Ort für echte Abenteurer – den wir leider nicht erreicht haben.

Den Park erreicht ihr nur per Flug von Fairbanks aus oder vom Dorf Bettles. Der Zugang ist ausschließlich mit einem Buschflugzeug möglich, aber irgendwann möchte ich das erleben – der Blick auf die unberührte Wildnis, in der Karibu-Herden ziehen, muss faszinierend sein.

Die besten Wanderungen und Trails

Wenn ihr wie wir begeisterte Wanderer seid, kommt ihr in Alaska voll auf eure Kosten. Wir waren praktisch drei Monate lang ständig in den Bergen unterwegs, deshalb muss ich euch vorwarnen: Einige dieser Wanderungen sind wirklich anstrengend. Aber alle unten genannten lohnen sich absolut.

Harding Icefield Trail

Diese Wanderung in den Kenai Fjords gehört zu den anspruchsvollsten, aber auch schönsten in ganz Alaska. Der Trail steigt etwa 1.000 Höhenmeter entlang des Exit Glacier bis zum Harding Icefield an – einem riesigen Eisfeld, das 700 Quadratkilometer bedeckt. Die Strecke ist 13 km (hin und zurück) lang und dauert einen ganzen Tag. Unterwegs könnt ihr Bären und Bergziegen begegnen. Wichtig: Seid auf schnelle Wetterumschwünge vorbereitet.

Exit Glacier Trail

Dieser Trail ist einer der zugänglichsten Gletscherwege in Alaska. Er führt direkt zur Stirn des Exit Glacier, und unterwegs zeigen Markierungen an, wo der Gletscher in vergangenen Jahren noch reichte – eine traurige Veranschaulichung, wie schnell die Gletscher zurückweichen.

Im Gegensatz zum anspruchsvolleren Harding Icefield Trail eignet sich dieser Weg für Familien mit Kindern und weniger geübte Wanderer. Entlang der Strecke findet ihr mehrere Aussichtspunkte mit Infotafeln.

Mount Healy Overlook Trail

Dieser Trail im Denali bietet eine der besten Aussichten im Park, die ohne Führer erreichbar ist. Die Route startet am Besucherzentrum und steigt etwa 520 Höhenmeter bis zu einem Aussichtspunkt, von dem ihr den Parkeingang seht, die Alaska Range und bei klarem Wetter sogar den Gipfel des Denali. Wir sind früh morgens aufgebrochen und hatten das Glück, eine Elchherde zu beobachten, die im Tal unter uns graste.

Flattop Mountain Trail

Dieser beliebte Trail in der Nähe von Anchorage ist sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen populär. Vom Gipfel habt ihr einen herrlichen Blick auf die Stadt, den Cook Inlet und bei klarem Wetter sogar bis zum Denali. Der letzte Abschnitt des Aufstiegs ist etwas anspruchsvoller und erfordert leichtes Klettern, aber die Aussichten sind es absolut wert.

Lost Lake Trail

Der Lost Lake Trail bei Seward führt durch verschiedene Landschaften – er beginnt in dichtem Wald, geht weiter über alpine Wiesen bis zum Lost Lake. Die Strecke ist 24 km (hin und zurück) lang und am schönsten im Sommer, wenn die Wiesen voller Wildblumen stehen. Wir haben dort Murmeltiere gesehen und Adler beobachtet, die über dem See jagten.

Chilkoot Trail

Der historische Goldgräberweg ist heute ein beliebter Mehrtages-Trek. Die Route beginnt in Dyea nahe Skagway und endet am Bennett Lake in British Columbia. Es ist eine anspruchsvolle Wanderung, die gute Fitness und Vorbereitung erfordert. Unterwegs seht ihr Überreste aus der Goldgräberzeit – alte Schuhe, Blechdosen und andere Ausrüstung, die die Goldsucher hier zurückließen. Ein Permit muss vorab reserviert werden, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Kesugi Ridge Trail

Dieser weniger bekannte Trek im Denali State Park bietet eine Alternative zum überlaufenen Nationalpark. Der Trail führt entlang eines Höhenkamms mit Panoramablicken auf das Denali-Massiv. Es handelt sich um einen Mehrtages-Trek, aber ihr könnt auch kürzere Varianten wählen. Wir sind nur einen Tagesabschnitt gelaufen, und selbst das bot atemberaubende Aussichten. Im Gegensatz zum Nationalpark trefft ihr hier kaum auf Menschenmassen und habt bessere Chancen, wilde Tiere zu sehen.

Erlebnisse in Alaska

Jetzt schauen wir uns die Ausflüge und Aktivitäten an, die ihr in Alaska erleben könnt – und vor allem, in welche sich eine Investition wirklich lohnt.

Nordlichter beobachten

Obwohl wir in Alaska keine Nordlichter gesehen haben (wir waren im Juli dort), sind sie einer der Hauptgründe, warum Menschen im Winter hierher reisen. Die besten Bedingungen herrschen in Fairbanks zwischen September und März.

Lokale Hotels bieten sogar einen Weckservice an, wenn die Aurora am Himmel erscheint. 😁 Beliebt ist auch ein Ausflug zu den Chena Hot Springs, wo ihr die Nordlichter genießen könnt, während ihr in den Thermalquellen relaxt.

Fahrt durch die Inside Passage

Kajakfahrer vor einem Gletscher in einem Fjord Alaskas

Die Inside Passage ist eine der schönsten Schifffahrtsrouten der Welt. Sie führt entlang der Küste des südöstlichen Alaska zwischen Inseln und Fjorden. Wir haben uns für ein kleineres Ausflugsboot statt der großen Kreuzfahrtschiffe entschieden, was uns ermöglichte, näher an Gletscher und Wildtiere heranzukommen. Wir sahen Wale, die aus dem Wasser sprangen, Adler beim Fischfang und Bären, die am Ufer entlangspazierten. Stopps in kleinen Hafenstädtchen wie Ketchikan oder Petersburg bieten Einblicke in das Leben der Einheimischen.

Angelausflug auf Lachs und Heilbutt

In Homer und am Kenai River könnt ihr das weltberühmte Angeln Alaskas erleben. Wir sind keine Angler und haben dieses Erlebnis daher ausgelassen. Lokale Fischer nehmen Touristen auf ganztägige Touren mit, bei denen ihr Heilbutte mit über 50 kg Gewicht oder verschiedene Lachsarten fangen könnt. Die meisten Anbieter bieten auch die Verarbeitung und den Versand des Fangs nach Hause an.

Rundflug über Denali mit Gletscherlandung

Dieses Erlebnis war der teuerste Posten unseres Budgets – aber auch das Beste, was wir in Alaska erlebt haben. Der Flug in einem Kleinflugzeug um den höchsten Berg Nordamerikas ist schon für sich faszinierend, aber die Landung auf einem Gletscher ist etwas absolut Außergewöhnliches. Wir hatten Zeit, über den Gletscher zu spazieren und die atemberaubende Kulisse zu fotografieren. Der Pilot lieferte während des Flugs detaillierte Erklärungen zur Geologie und Geschichte der Region.

Hundeschlittenfahrt und Musher-Camps

Auch im Sommer könnt ihr eine Hundeschlittenfahrt erleben. Viele Musher, darunter Teilnehmer des berühmten Iditarod-Rennens, betreiben Sommercamps, in denen ihr auf speziell umgebauten Wagen mitfahren und mehr über diese traditionelle Art der Fortbewegung erfahren könnt. Der Campbesuch beinhaltet auch das Kennenlernen der Hunde und Welpen – ein tolles Erlebnis, besonders für Kinder.

Thermalquellen Chena Hot Springs

Die Chena Hot Springs, etwa eine Stunde Fahrt von Fairbanks entfernt, sind der perfekte Ort zum Entspannen. Das Resort bietet ein Außenbecken mit Thermalwasser, das besonders im Winter beeindruckend ist, wenn über dem Wasser Dampf aufsteigt und die Lufttemperatur weit unter null liegt. Zum Resort gehört auch ein Eishaus, in dem ihr Cocktails aus Gläsern trinken könnt, die aus Eis geschnitzt sind.

Gletscherfahrt im Prince William Sound

Gletscherspalten und Berge im Prince William Sound

Der Prince William Sound bietet einige der besten Gletscherausflüge in Alaska. Wir sind von Whittier aus gestartet und haben den Tag damit verbracht, „kalbende“ Gletscher zu beobachten. Das Geräusch des herabfallenden Eises ist unvergesslich – die Einheimischen nennen es „White Thunder“ (Weißer Donner). Neben Gletschern haben wir Robbenkolonien und Seeotter gesehen, die auf dem Rücken trieben.

Bärenbegegnung auf Kodiak

Braunbär am Straßenrand in Alaska

Die Insel Kodiak ist Heimat der größten Braunbären der Welt. Im Gegensatz zu den Brooks Falls in Katmai ist die Bärenbeobachtung hier eine intimere Angelegenheit. Ihr müsst mit einem zertifizierten Führer gehen, der das Verhalten der Tiere kennt und weiß, wo man sie sicher beobachten kann. Die Bären sind besonders während des Lachszugs aktiv, aber auch im Frühling, wenn sie auf den Küstenwiesen grasen, könnt ihr sie sehen.

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14-Tage-Roadtrip durch Alaska: große Runde über Seward, Homer und Valdez

Ich möchte euch eine Route vorschlagen, die einen großen Teil von Alaska abdeckt und euch zu den schönsten Orten bringt – mit genügend Zeit, alles richtig zu genießen. Wir vermeiden häufiges Umziehen und setzen stattdessen auf strategische Basen für Tagesausflüge. Aus eigener Erfahrung empfehle ich, wo ihr anhalten und was ihr auf keinen Fall auslassen solltet.

Bevor wir in die einzelnen Tage einsteigen, hier eine Übersicht der gesamten Route — wohin es geht und wo ihr jeweils übernachtet:

TagRoute und FahrtÜbernachtung
1.Ankunft in Anchorage, StadtbesichtigungAnchorage
2.–3.Anchorage → Whittier (~1,5 Std.), Prince William SoundWhittier
4.–6.Whittier → Seward (~2,5 Std.), Kenai Fjords, Exit GlacierSeward
7.–8.Seward → Homer (~4 Std.), Angeln und Kachemak BayHomer
9.–10.Homer → Valdez (~8–9 Std.), Columbia-GletscherValdez
11.–12.Valdez → Talkeetna (~6–7 Std.) → Denali National ParkTalkeetna
13.–14.Talkeetna → Anchorage (~2,5 Std.), letzte Wanderung und RückflugAnchorage
Die Gesamtstrecke beträgt ca. 1.500 km. Die Fahrzeiten sind ungefähre Angaben ohne Zwischenstopps.

Tag 1: Ankunft in Anchorage

Straße in Anchorage, Alaska

Am ersten Tag empfehle ich, einfach anzukommen und die Stadt zu erkunden. Vom Flughafen aus checkt ihr im Zentrum von Anchorage ein, spaziert entlang des Tony Knowles Coastal Trail und besucht das Alaska Native Heritage Center. Zum ersten Abendessen geht ins Snow City Cafe oder die 49th State Brewing Company. Übernachtung in Anchorage.

Tag 2-3: Whittier und Umgebung

Hafen von Whittier mit Hütten und Bergen

Tag 2: Whittier und Prince William Sound

Morgens brecht ihr von Anchorage nach Whittier auf (ca. 1,5 Stunden Fahrt). Unterwegs lohnt sich ein Stopp im Alaska Wildlife Conservation Center. In Whittier erwartet euch die einzigartige Tunneleinfahrt, die sich Autos mit dem Zug teilen – es ist der einzige Zugang zur Stadt. Am Nachmittag macht eine Bootstour im Prince William Sound, wo ihr Gletscher und Meerestiere seht.

Tag 3: Wanderungen in der Umgebung

Den zweiten Tag in Whittier widmet ihr dem Wandern – ich empfehle den Portage Pass Trail mit Blick auf den Gletscher, oder leiht euch ein Kajak und erkundet die Bucht. Übernachtung erneut in Whittier.

Tag 4-6: Seward und Kenai Fjords

Blick vom Boot auf Berge in der Resurrection Bay

Tag 4: Fahrt nach Seward

Von Whittier fahrt ihr nach Seward (ca. 2,5 Stunden). Unterwegs lohnt sich ein Halt am Portage Glacier und an mehreren Aussichtspunkten entlang des Seward Highway. Am Nachmittag erkundet ihr das Städtchen und besucht das Alaska SeaLife Center.

Tag 5: Kenai Fjords National Park

Ganztägiger Bootsausflug in die Kenai Fjords, wo ihr Gletscher, Wale und Robben seht. Ich empfehle die längere 8-9-stündige Fahrt, die bis zum Holgate- oder Aialik-Gletscher reicht.

Tag 6: Exit Glacier

Wanderer vor einem Gletscher in Alaska

Widmet den Tag der Wanderung zum Exit Glacier und optional dem anspruchsvolleren Aufstieg zum Harding Icefield. Für weniger geübte Wanderer gibt es mehrere kürzere Routen mit Gletscherblick.

Tag 7-8: Homer

Bunte Häuschen auf dem Homer Spit

Tag 7: Fahrt nach Homer

Von Seward fahrt ihr nach Homer (4 Stunden). Unterwegs macht ihr Halt im russischen Dörfchen Ninilchik und am Aussichtspunkt auf den Homer Spit. Abends spaziert ihr über die Promenade des Homer Spit und genießt den Sonnenuntergang.

Tag 8: Homer

Ganztägiger Angelausflug auf Heilbutt oder Lachs, oder alternativ eine Bootsfahrt über die Kachemak Bay nach Halibut Cove. Wenn ihr keine Angler seid, könnt ihr das Pratt Museum besuchen oder eine Wanderung im Kachemak Bay State Park unternehmen.

Tag 9-10: Valdez

Marina mit Ausflugsboot in Valdez, Alaska

Tag 9: Fahrt nach Valdez

Eine lange, aber wunderschöne Fahrt von Homer nach Valdez (8-9 Stunden). Unterwegs kommt ihr am Matanuska Glacier vorbei und überquert den Thompson Pass.

Tag 10: Valdez

Bootsausflug zum Columbia-Gletscher oder Kajakfahren im Prince William Sound. Alternativ eine Wanderung zum Valdez-Gletscher.

Tag 11-12: Denali über Talkeetna

Tag 11: Talkeetna

Von Valdez geht es nach Talkeetna (6-7 Stunden). Am Nachmittag erkundet ihr dieses historische Städtchen und genießt bei klarem Wetter die Aussicht auf den Denali vom Ortszentrum aus.

Tag 12: Denali National Park

Ganztägiger Ausflug in den Denali National Park. Ihr könnt zwischen einer organisierten Bustour durch den Park oder einer der Wanderungen im vorderen Bereich des Parks wählen.

Tag 13-14: Rückkehr nach Anchorage

Tag 13: Letzte Wanderung und Fahrt

Am Morgen könnt ihr noch eine der kürzeren Wanderungen im Denali State Park unternehmen und euch dann nach Anchorage aufmachen (2,5 Stunden).

Tag 14: Anchorage und Rückflug

Letzte Einkäufe, Besuch des Saturday Market (falls Samstag) und Rückflug. Von Anchorage kommt ihr z. B. über Seattle oder Minneapolis zurück nach Deutschland.

Praktische Tipps

Unterkünfte

Beste Stopps unterwegs

Eisenbahn entlang des Seward Highway unter Felsen
  • Moose Pass
  • Russian River Falls
  • Matanuska Glacier State Recreation Site
  • Worthington Glacier
  • Wrangell-St. Elias National Park (Aussichtspunkte)

Reservierungen

Ich empfehle, folgendes vorab zu buchen:

  • Unterkünfte (besonders in der Hauptsaison) – am besten über Booking.com
  • Bootstouren in den Kenai Fjords und im Prince William Sound
  • Angelausflüge ab Homer
  • Touren im Denali National Park

Praktische Hinweise

  • Tankt immer, wenn sich die Gelegenheit bietet – Tankstellen sind manchmal weit auseinander
  • Nehmt eine Offline-Karte mit – Mobilfunknetz gibt es nicht überall. Eine eSIM-Karte für die USA bekommt ihr z. B. bei Holafly oder Yesim
  • Plant häufige Fotostopps ein – die Landschaft ist einfach zu schön
  • Bleibt flexibel – das Wetter kann Pläne schnell ändern
  • Für die Einreise in die USA benötigt ihr als deutscher Staatsbürger kein Visum, aber ein ESTA (Electronic System for Travel Authorization), das mindestens 72 Stunden vor Abflug beantragt werden sollte

Häufig gestellte Fragen zu Alaska

Bevor ihr in den hohen Norden aufbrecht, hier die Antworten auf Fragen, die unsere Leser am häufigsten rund um eine Alaska-Reise stellen.

Wann ist Alaska am günstigsten?

Am günstigsten ist die sogenannte Shoulder Season – Mai und September. Das Wetter kann unberechenbar sein, aber die Preise sind deutlich niedriger und es sind weniger Touristen unterwegs.

Kann man im Sommer Nordlichter sehen?

Nein, aufgrund des fast ununterbrochenen Tageslichts nicht. Die beste Zeit für Nordlichter ist von September bis März.

Wie schützt man sich vor Bären?

In den Geschäften vor Ort könnt ihr Bärenspray kaufen. Auf Wanderungen solltet ihr Lärm machen (z. B. klatschen oder reden), in Gruppen gehen und niemals vor einem Bären weglaufen.

Braucht man Reservierungen für die Nationalparks?

Für die meisten Parks nicht, aber im Denali gibt es eine begrenzte Anzahl von Genehmigungen für Privatfahrzeuge. Auch Campingplätze und Lodges in den Parks sollten Monate im Voraus gebucht werden.

Kann man mit kleinen Kindern nach Alaska reisen?

Ja, aber das Programm sollte angepasst werden. Wir empfehlen Aktivitäten wie kürzere Wanderungen, Bootsfahrten, Besuche von Wildtierzentren und Musher-Camps.

Wie teuer ist Essen in Alaska?

Essen ist in Alaska teurer als in den übrigen USA. Ein Mittagessen im Restaurant kostet 20-30 USD (ca. 18-27 €), ein Abendessen 30-50 USD (ca. 27-45 €) pro Person. In Supermärkten liegen die Preise etwa 30-50 % über dem US-Durchschnitt.

Braucht man Impfungen?

Spezielle Impfungen sind nicht erforderlich. Wir empfehlen jedoch, die üblichen Standardimpfungen aktuell zu halten und eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen.

Wie schlimm sind die Mücken?

Im Sommer können Mücken eine echte Plage sein, besonders in der Tundra. Wir empfehlen ein gutes Mückenschutzmittel und Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

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