Wenn man „Costa Brava Spanien“ hört, denken viele sofort an endlose Betonhotels und überfüllte Strände – doch lass dich von diesen Klischees nicht täuschen. Sobald du die großen Touristenzentren hinter dir lässt, öffnet sich eine Region voller überraschender Kontraste, die du auf Anhieb lieben wirst. Im Norden brechen wilde Wellen an zerklüftete Felsklippen, während im Landesinneren wunderschöne mittelalterliche Steinsstädte voller Geschichte aufragen.
Diesen Winkel Spaniens zu erkunden bedeutet zu verstehen, warum die Einheimischen ihre Identität und Kultur so leidenschaftlich pflegen. Du findest hier versteckte Buchten mit türkisblauem Wasser, Kiefernwälder, die direkt ans Meer abfallen, und das surrealistische Erbe des genialen Salvador Dalí. Lass uns gemeinsam schauen, wie du den perfekten Urlaub in dieser Region planst und welche Orte du auf keinen Fall verpassen solltest.

Zusammenfassung
- Mietwagen ist ein Muss: Wer abgelegene Buchten und kleine Dörfer wie Cadaqués erkunden möchte, kommt ohne Auto an der Küste kaum weiter.
- Auf den Spuren Dalís: Das sogenannte Dalí-Dreieck ist ein Pflichtprogramm – inklusive Museum in Figueres und seinem Haus in der Bucht von Port Lligat.
- Geschichte und Romantik: Unbedingt die mittelalterlichen Städtchen Begur und Pals sowie das wunderschöne historische Girona besuchen.
- Wandern entlang der Küste: Der Camí de Ronda verbindet die schönsten Strände miteinander und bietet atemberaubende Ausblicke auf die Klippen.
- Achtung: Wasserknappheit: Katalonien kämpft mit extremer Trockenheit – im Sommer ist an den Stränden oft die Wasserversorgung eingeschränkt.
- Katalanische Gastronomie: Unbedingt die lokalen Spezialitäten probieren – allen voran das knusprige Brot Pa amb tomàquet und das Dessert Crema catalana.
Wann lohnt sich eine Reise an die Costa Brava?
Bei der Reiseplanung solltest du bedenken, dass die Sommermonate hier wirklich heiß und touristisch sehr stark frequentiert sind. Juli und August ziehen Besuchermassen aus ganz Europa an, die Übernachtungspreise schnellen in die Höhe, und an den schönsten kleinen Stränden ist oft kein Fleckchen Handtuch mehr frei.
Neben den Menschenmassen gibt es noch einen weitaus ernsteren Faktor: das Wetter. Katalonien kämpft in den letzten Jahren mit extremen Hitzewellen und historischer Trockenheit. Im Sommer können strenge Wasserverbrauchsbeschränkungen gelten – das bedeutet in der Praxis gesperrte Hotelpools oder abgeschaltete Strandduschen.
Die ideale Reisezeit ist daher Ende Mai bis Anfang Juni sowie der gesamte September und Anfang Oktober. In diesen Monaten ist das Meer bereits warm genug zum Baden, die Sonne hat viel Kraft, und dennoch entgehst du den schlimmsten Extremen. Für einen Kultururlaub, der sich auf Sehenswürdigkeiten und Wanderungen konzentriert, kann man auch im Frühjahr problemlos anreisen – die Temperaturen liegen dann angenehm um die 20 Grad.
Wo übernachten an der Costa Brava?
💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es in der Regel die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.
Die Wahl der Unterkunft hängt stark davon ab, ob du deinen Urlaub an einem Ort am Strand verbringen möchtest oder planst, aktiv mit dem Auto herumzureisen. Wer viel unterwegs sein möchte, dem empfehle ich, den Aufenthalt auf zwei Stützpunkte aufzuteilen, damit du nicht stundenlang hinter dem Steuer sitzt. Eine Basis im Süden und eine näher an der französischen Grenze ist eine bewährte Kombination.
Für den südlichen Teil der Küste ist das romantische Tossa de Mar ideal – es bietet wunderschöne Strände direkt unterhalb der mittelalterlichen Stadtmauern. Eine ausgezeichnete Wahl ist hier das beliebte Hotel Delfín, das nur wenige Schritte vom Meer entfernt liegt und hervorragende Bewertungen hat. Um den mittleren Küstenabschnitt mit seinen wunderschönen Buchten zu erkunden, übernachte strategisch in Begur, wo du das charmante Boutique-Hotel Aiguaclara findest.
Wer das echte Bohème-Flair des Nordens aufsaugen möchte, wählt das malerische Cadaqués als Ausgangspunkt. Dort kannst du im wunderschönen Boutique-Hotel Villa Gala mit Blick über die gesamte Bucht absteigen. Wir buchen Unterkünfte am liebsten über Booking.com, wo du das größte Angebot an Apartments und Hotels mit kostenloser Stornomöglichkeit findest – praktisch bei der Planung eines Roadtrips.
18 Tipps: Costa Brava Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Die wilde Küste hat so viele wunderschöne Orte zu bieten, dass man hier einen ganzen Monat verbringen könnte und immer noch Neues entdecken würde. Ich habe für euch die zauberhaftesten Buchten, historischen Städte und Kulturschätze zusammengestellt, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet.
1. Das strahlend weiße Cadaqués
Ganz im Norden der Küste liegt das malerische Fischerdorf Cadaqués, das aussieht wie einem griechischen Inselmärchen entsprungen. Seine abgeschiedene Lage hinter den Bergen hat dafür gesorgt, dass es bis heute seinen unglaublich authentischen Charakter mit weißen Häuschen und engen gepflasterten Gassen bewahrt hat.
Die Anfahrt schlängelt sich über steile Hügel und ist wirklich ein Erlebnis für erfahrenere Fahrer – aber das Ergebnis entschädigt für alles. Kein Wunder, dass sich viele Künstler, darunter Picasso und Miró, in diesen Ort verliebt haben und hierher kamen, um das einzigartige Licht als Inspirationsquelle zu nutzen.
Nimm dir auf jeden Fall Zeit für einen gemächlichen Spaziergang entlang der Uferpromenade, schlender zur prachtvollen Kirche Santa Maria und genieß die entspannte Atmosphäre in einem der lokalen Cafés. Auch wenn es hier im Sommer recht belebt ist, bewahrt Cadaqués seine unverwechselbare Bohème-Seele.
2. Casa Salvador Dalí in Port Lligat

Nur wenige Gehminuten von Cadaqués entfernt liegt die unscheinbare Bucht Port Lligat. Genau hier hat Salvador Dalí sein exzentrisches Zuhause geschaffen, das heute als faszinierendes Museum und Fenster in seinen ungemein kreativen Geist dient.
Das Haus entstand durch die schrittweise Zusammenlegung mehrerer alter Fischerhütten, und jedes Zimmer hat seine eigene Form sowie eine völlig einzigartige Atmosphäre. Du siehst hier das Atelier des Künstlers, Wohnräume voller bizarrer Dekorationen sowie den Garten mit dem ikonischen Pool und den riesigen Eiern auf dem Dach.
💡 Lokaler Tipp: Tickets müssen weit im Voraus online reserviert werden, da die Besucherkapazität aufgrund der beengten Räumlichkeiten sehr streng begrenzt ist. Eintrittskarten für denselben Tag sind vor Ort in der Regel gar nicht mehr erhältlich.
3. Das wilde Cap de Creus
Wenn du in Cadaqués bist, darfst du den nahegelegenen Ausflug zum Kap Cap de Creus nicht verpassen – dem östlichsten Punkt der gesamten Iberischen Halbinsel. Dieser Naturpark beeindruckt mit seiner rauen, mondähnlichen Landschaft, in der Wind und Meer den Felsen bizarre Formen verliehen haben.
Die Landschaft ist völlig kahl, baumlos, nur Felsen, die steil ins tiefblaue Meer abfallen. Mehrere Wanderwege führen zu einsamen Buchten, wo du das Meer mit etwas Glück ganz für dich allein haben wirst.
Auf dem höchsten Punkt der Klippen steht ein Leuchtturm, bei dem es ein ausgezeichnetes Aussichtsrestaurant gibt. Der Blick von der Terrasse über das offene Meer bis in die unendliche Ferne gehört zu den schönsten Erlebnissen, die du aus Katalonien mit nach Hause nehmen kannst.
4. Tossa de Mar und seine Stadtmauern

Tossa de Mar ist das absolute Juwel des südlichen Küstenabschnitts und die einzige befestigte Küstenstadt ganz Kataloniens. Das Wahrzeichen ist der wunderbar erhaltene historische Kern Vila Vella aus dem 13. Jahrhundert, der sich stolz auf einem Felsen direkt über dem Hauptsandstrand erhebt.
Innerhalb der Stadtmauern verbirgt sich ein Gewirr enger Steingassen, alter Häuser und Überreste der ursprünglichen Burg. Der Spaziergang bis zum Leuchtturm ganz oben bietet fantastische Ausblicke auf die Bucht, und bei Sonnenuntergang bekommt das alte Gestein einen wunderbaren goldenen Schimmer.
Trotz seiner Beliebtheit hat Tossa de Mar eine sehr angenehme, familienfreundliche Atmosphäre bewahrt. Unterhalb der Mauern findest du ausgezeichnete Restaurants, in denen du lokale Spezialitäten kosten kannst, oder du setzt dich einfach an den Strand und genießt den Blick auf die aufragenden Türme.
5. Der Küstenwanderweg Camí de Ronda
Eine der besten Möglichkeiten, die wahre Schönheit der wilden Küste kennenzulernen, ist eine Wanderung auf dem Camí de Ronda. Dieser historische Weg diente ursprünglich der Grenzwache zur Bekämpfung von Schmugglern, verbindet heute jedoch die schönsten Strände und Buchten der gesamten Region.
Du musst nicht die gesamte Strecke ablaufen – es reicht, einen nur wenige Kilometer langen Abschnitt zu wählen. Zu den beliebtesten und fotogenischsten gehört der Weg zwischen Calella de Palafrugell und Llafranc oder der etwas anspruchsvollere Abschnitt entlang der Klippen bei Begur.
Der Weg führt oft hoch über dem Meer durch duftende Kiefernwälder und bietet unzählige Aussichtspunkte. Vergiss nicht, bequeme Schuhe anzuziehen und einen Badeanzug einzupacken – unterwegs wirst du auf viele kleine Strände stoßen, die förmlich zur Abkühlung einladen.
6. Das koloniale Begur
Das auf einem Hügel nahe dem Meer gelegene Städtchen Begur hat eine ganz andere Atmosphäre als die klassischen Fischerdörfer. Es ist bekannt für seine prachtvollen Kolonialvillen, die im 19. Jahrhundert von den sogenannten Indianos erbaut wurden – Einheimische, die in Kuba zu Wohlstand gekommen und zurückgekehrt waren.
Jedes Jahr im September findet hier das spektakuläre Festival Fira d’Indians statt: Die ganze Stadt kleidet sich in Weiß, kubanische Musik erklingt in den Straßen und Mojito wird ausgeschenkt. Doch auch abseits des Festivals bezaubert Begur mit seinen eleganten Gässchen und großartigen Cafés.
Über der Stadt thront die Ruine einer mittelalterlichen Burg aus dem 11. Jahrhundert. Der Aufstieg dorthin dauert vom Zentrum aus nur etwa zehn Minuten, und vom Gipfel aus eröffnet sich dir ein atemberaubendes Panorama über die gesamte Küste und die Ebenen des Hinterlandes.
7. Die türkisfarbene Cala Aiguablava
Wer einen Strand sucht, der eher an die Karibik als ans Mittelmeer erinnert, sollte unbedingt die Bucht Cala Aiguablava ansteuern. Ihr Name bedeutet übersetzt schlicht „blaues Wasser“ – und das trifft die unglaubliche Farbe des Meeres hier auf den Punkt.
Die Bucht ist durch die umliegenden, mit Kiefern bewachsenen Felsen vor dem Wind geschützt. Dank des feinen Sandes und des flachen Einstiegs ins Wasser ist sie auch für weniger geübte Schwimmer ideal. Die umgebende Natur, die mit der türkisblauen Meeresoberfläche kontrastiert, ist schlicht atemberaubend.
💡 Lokaler Tipp: Im Sommer ist die Parkplatzsuche ein echtes Problem, und der Strand füllt sich schnell. Am besten kommst du früh morgens, oder alternativ erst am späten Nachmittag, wenn sich die Massen langsam zerstreuen.
8. Die versteckten Buchten Sa Tuna und Sa Riera
In der Nähe von Begur findest du zwei weitere zauberhafte Buchten, die zum Besten gehören, was die Costa Brava zu bieten hat. Cala Sa Tuna ist ein kleiner Kieselstrand, gesäumt von alten Fischerhäuschen mit bunten Türen – er bewahrt eine unglaublich authentische und beschauliche Atmosphäre.
Etwas weiter liegt der größere Strand Sa Riera, der feineren Sand und mehr Platz zum Entspannen bietet. Auch wenn er etwas touristischer ist als Sa Tuna, hat er seinen ursprünglichen Charme behalten – keine überdimensionierten Hotelklötze, nur kleinere Villen an den Hängen.
Beide Buchten sind außerdem über den Küstenweg Camí de Ronda miteinander verbunden, sodass du einen wunderschönen Spaziergang von einem Strand zum anderen machen kannst. Der Weg dauert etwa eine Stunde und belohnt dich mit spektakulären Ausblicken auf die zerklüftete Küste.
9. Das romantische Calella de Palafrugell
Von allen Küstenstädtchen hat Calella de Palafrugell vielleicht den größten Zauber vergangener Zeiten. Keine Hochhäuser weit und breit, nur ursprüngliche weiße Häuschen mit gewölbten Arkaden, die sich direkt an kleine Sandbuchten schmiegen, wo noch immer bunte Fischerboote ankern.
Das Städtchen ist bekannt für seine Havaneres, traditionelle Seemannslieder, die einst von Matrosen aus der Karibik mitgebracht wurden. Jeden Sommer findet hier ein großes Festival statt, bei dem Bands direkt am Strand singen und die Atmosphäre absolut magisch ist.
Schlender durch die Arkadenpassage, setz dich in eines der Restaurants mit Meerblick und genieß das echte mediterrane Dolce Vita. Genau hier verlangsamt sich die Zeit, und der Alltag scheint weit, weit weg.
10. Llafranc und der Leuchtturm Sant Sebastià

Direkt neben Calella liegt das etwas kleinere, aber nicht minder schöne Llafranc. Die Bucht wird von einem wunderschönen Sandstrand gesäumt, entlang dem sich eine elegante, baumgesäumte Promenade erstreckt – gesäumt von ausgezeichneten Restaurants und Cafés mit Sommerterrassen.
Von Llafranc aus lohnt unbedingt ein Wanderausflug zum Leuchtturm Far de Sant Sebastià, der auf einer hohen Klippe über dem Städtchen thront. Der Aufstieg ist zwar etwas steiler, dauert aber nur etwa eine halbe Stunde, und der Weg führt angenehm im Schatten eines Kiefernwaldes entlang.
Direkt beim Leuchtturm befinden sich eine archäologische Fundstätte einer ursprünglichen iberischen Siedlung sowie eine fantastische Aussichtsterrasse. Von hier aus hast du Calella de Palafrugell und Llafranc wie auf dem Präsentierteller, und bei guter Sicht reicht der Blick zig Kilometer weit die Küste entlang.
11. Die griechisch-römischen Ruinen von Empúries
Interessierst du dich für antike Geschichte? Dann werden dich die Ruinen von Empúries begeistern. Es handelt sich um die einzige archäologische Stätte auf der gesamten Iberischen Halbinsel, an der Überreste einer griechischen und einer späteren römischen Stadt unmittelbar nebeneinander liegen.
Die Ausgrabungsstätte liegt wunderschön direkt am Meer, sodass du den Spaziergang zwischen antiken Säulen und Mosaiken mit dem Blick auf die Wellen verbinden kannst. Zu sehen sind die Fundamente alter Tempel, das römische Forum und gut erhaltene Bodenmosaike in ursprünglichen Patrizierwohnhäusern.
Das Gelände ist riesig – plane mindestens zwei Stunden für die Besichtigung ein. Im Eintrittspreis ist meist ein Audioguide enthalten, der anschaulich erklärt, wie dieses bedeutende Handelszentrum vor mehr als zweitausend Jahren funktionierte.
12. Teatre-Museu Dalí in Figueres
Auch wenn Figueres nicht direkt an der Küste liegt, ist der Besuch des Dalí-Museums ein absolutes Muss für jeden Besucher der Region. Der bizarre und faszinierende Ort ist voll von optischen Täuschungen, traumhaften Installationen und unglaublichen Ideen, die der Künstler selbst entworfen hat – und unter dessen Kuppel er auch begraben liegt.
Das Museum ist im Gebäude des ehemaligen Stadttheaters untergebracht, und bereits die mit riesigen Eiern und Goldskulpturen verzierte Fassade lässt erahnen, dass einen drinnen etwas völlig Außergewöhnliches erwartet. Drinnen wartet der berühmte Raum in Form des Gesichts von Mae West sowie ein verregneter Cadillac im Innenhof.
Während man in die abgelegenen Buchten nur mit dem Auto kommt, fährt nach Figueres ein zuverlässiger Zug – direkt von Girona oder Barcelona, was es auch für Reisende ohne Auto gut erreichbar macht. Auch hier gilt: Tickets unbedingt rechtzeitig online kaufen.
13. Girona: Mittelalterliches Labyrinth und jüdisches Viertel
Girona zieht einen sofort in seinen Bann. Das ikonische Panorama der Stadt prägen pastellfarbene Häuser, die direkt über dem Fluss Onyar zu balancieren scheinen – am besten fotografiert man sie von einer der vielen Brücken aus, darunter eine, die der berühmte Gustave Eiffel entworfen hat.
Der wahre Schatz verbirgt sich jedoch hinter diesen Fassaden. Die historische Altstadt mit dem hervorragend erhaltenen jüdischen Viertel (Call) ist ein faszinierendes Labyrinth aus engen gepflasterten Gassen, steilen Treppen und versteckten Plätzen, wo einen das Flair des Mittelalters unmittelbar umhüllt.
Mit dem Schnellzug ist man aus Barcelona in knapp einer Stunde hier, doch es lohnt sich auf jeden Fall zu übernachten. Sobald am Nachmittag die Reisebusse abfahren, leeren sich die Gassen und du kannst in aller Ruhe ein Glas Wein auf einem der stillen Plätze genießen – ganz ohne Touristengedränge.
14. Girona: Filmkulissen von Game of Thrones
Die rohe mittelalterliche Ästhetik Gironas hat ganz folgerichtig die Macher der berühmten Serie Game of Thrones angezogen. Als Fan wirst du die Stadt unglaublich vertraut finden, denn hier wurden dutzende Schlüsselszenen der sechsten Staffel gedreht.
Die monumentale Barocktreppe zur Kathedrale von Girona diente als Kulisse für das Große Septe von Baelor in Königsmund. Das Kloster Sant Pere de Galligants und der archäologische Promenadweg Passeig Arqueològic erwachten als dunkle Gassen der Freistadt Braavos zum Leben, in der Arya Stark trainierte.
Fans können sich außerdem freuen, denn bei der überwältigenden Mehrheit handelt es sich um ganz normale öffentliche Straßen und Plätze, die kostenlos zugänglich sind. Einfach im Touristenbüro eine spezielle Karte mit den eingezeichneten Drehorten mitnehmen und auf den Spuren deiner Lieblingsfiguren losziehen.
15. Der Botanische Garten Cap Roig
Zwischen Calella de Palafrugell und Mont-ras erstreckt sich auf Klippen über dem Meer der fantastische Botanische Garten Cap Roig. Er gilt als einer der schönsten mediterranen Gärten Europas, in dem sich Terrassen voller exotischer Pflanzen mit traumhaften Ausblicken auf das blaue Meer abwechseln.
Den Garten legte in den 1920er Jahren ein russischer Oberst zusammen mit seiner englischen Frau an. Heute wachsen hier mehr als tausend Pflanzenarten aus aller Welt, die meisterhaft in das Gelände eingebettet und mit modernen Skulpturen ergänzt sind.
In den Sommermonaten verwandelt sich die Freilichtbühne hier in den Veranstaltungsort des renommierten Musikfestivals Cap Roig. Ein Konzert hier unter dem Sternenhimmel, umhüllt vom Duft der Kiefern und dem Rauschen des Meeres, ist ein unvergessliches Erlebnis.
16. Das mittelalterliche Städtchen Pals
Wenn du eine Auszeit vom Strand brauchst, fahr ein paar Kilometer ins Landesinnere zum Städtchen Pals. Dieses sorgfältig restaurierte, auf einem Hügel gelegene mittelalterliche Dorf ist ein wunderschönes Beispiel historischer katalanischer Architektur mit Steinhäusern, Bögen und alten Brunnen.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Torre de les Hores (Uhrenturm), ein Überrest der ursprünglichen Burg. Von der Aussichtsterrasse Josep Pla am Rand der Altstadt eröffnet sich ein herrlicher Blick über die umliegenden Reisfelder, und bei gutem Wetter kannst du sogar bis zu den Medes-Inseln blicken.
Ein Bummel durch die engen Gässchen voller kleiner Galerien und Keramikläden wirkt ausgesprochen beruhigend. Kehr in einem der lokalen Restaurants ein und probiere das traditionelle Gericht Arròs de Pals, ein köstliches Reisgericht, das aus der örtlichen Reissorte zubereitet wird, die in der Umgebung bereits seit dem 15. Jahrhundert angebaut wird.
17. Das steinerne Kleinod Peratallada
Ganz in der Nähe von Pals liegt ein weiteres mittelalterliches Juwel: das Dörfchen Peratallada. Sein Name bedeutet übersetzt „aus dem Fels gehauen“ – und das ergibt sofort Sinn, sobald man die tiefen Verteidigungsgräben sieht, die direkt in den festen Fels um das Dorf gehauen wurden.
Peratallada gilt oft als eines der besterhaltenen mittelalterlichen Dörfer ganz Spaniens. Von Efeu und Bougainvillea bewachsene Häuser bilden eine perfekte romantische Kulisse, in der man sich fühlt, als wäre man mit einer Zeitmaschine einige Jahrhunderte zurückgereist.
Anders als an manch belebteren Orten herrscht hier absolute Ruhe. Auf dem kleinen Hauptplatz Plaça de les Voltes mit seinen typischen Arkaden kannst du dich in ein kleines Café setzen und einfach die gemächlich verstreichende Zeit in diesem architektonischen Juwel genießen.
18. Katalanische Gastronomie genießen
Die katalanische Küche steht stolz jenseits aller gesamtspanischen Klischees und vereint meisterhaft die Gaben des Meeres und die Früchte der Berge. Die Basis von allem ist das genial schlichte Pa amb tomàquet: knuspriges Landbrot, eingerieben mit reifen Tomaten, großzügig mit Olivenöl beträufelt und mit Salz bestreut.
Wer im Frühjahr anreist, sollte unbedingt das Phänomen namens Calçots ausprobieren. Das sind süße Frühlingszwiebeln, die auf offenem Feuer geröstet werden, bis sie schwarz werden, dann geschält und in die dicke Mandel-Knoblauch-Sauce Romesco getaucht werden. Meeresfrüchte-Liebhaber kommen beim Suquet de peix auf ihre Kosten – ein traditioneller Fischeintopf, der nach Safran duftet und eine echte Spezialität der Region ist.
Als süßes Finale sollte unbedingt die berühmte Crema catalana auf den Tisch kommen – Kataloniens Antwort auf das französische Crème brûlée. Dieses köstliche Eidessert, aromatisiert mit Zimt und Zitronenschale und bedeckt mit einer knusprigen Schicht karamellisierten Zuckers, ist ein Genuss. Dazu passt hervorragend ein Glas des prickelnden Schaumweins Cava aus der Region.
Wohin nach dem Urlaub an der Costa Brava?
Mit einem Mietwagen und etwas mehr Zeit bietet Katalonien und der Rest Spaniens unerschöpflich viele weitere wunderbare Ziele. Von der Küste ist es nur ein kurzer Weg ins pulsierende Barcelona, wo du Gaudís Architektur bewundern und das großstädtische Flair genießen kannst.
Wenn dich weitere spanische Reiseziele reizen, kannst du nach Süden in das dynamische Valencia weiterfahren oder direkt zur Party-Insel Ibiza fliegen. Wer ein völlig anderes, aber nicht minder schönes Gesicht Spaniens kennenlernen möchte, dem empfehle ich eine Reise in den Süden zu den 20 schönsten Orten Andalusiens. Und damit du weißt, was du in den anderen Regionen bestellen sollst, schau dir unseren Artikel über das typische spanische Essen an.
Häufig gestellte Fragen
Wie kommt man von Barcelona an die Costa Brava?
Das hängt davon ab, wohin genau ihr möchtet. Nach Girona und Figueres fahren Schnellzüge von Barcelona, die die Strecke in unter einer Stunde schaffen. Wenn ihr aber direkt ans Meer in kleine Badeorte wie Tossa de Mar oder Begur wollt, müsst ihr auf Busse zurückgreifen, die sowohl vom Flughafen Barcelona als auch vom Stadtzentrum fahren, oder euch ein Auto mieten.
Brauche ich an der Costa Brava ein Auto?
Um die interessantesten Orte zu entdecken, ist ein Auto ein riesiger Vorteil. Die öffentlichen Verkehrsmittel entlang der Küste sind oft spärlich und zeitraubend. Mit dem Auto erreicht ihr problemlos versteckte Buchten, die Berge und auch das abgelegene Cadaqués. Wenn ihr aber nur am Strand an einem Ort liegen möchtet, braucht ihr kein Auto.
Wie viele Tage sollte man für einen Besuch einplanen?
Für einen schnellen Eindruck der bekanntesten Orte (Tossa de Mar, Girona, Dalí-Museum) reichen 3 bis 4 Tage. Für eine entspannte Erkundung der gesamten Küste, das Entdecken einsamer Strände und Wanderungen auf dem Camí de Ronda empfehle ich, mindestens 7 bis 10 Tage einzuplanen.
Sind die Strände an der Costa Brava sandig?
Hier findet ihr wirklich alles. Große Badeorte wie Tossa de Mar haben schöne breite Strände mit gröberem Sand. Kleine Buchten (Calas) rund um Begur sind oft kieselig oder von Felsen gesäumt, während im Norden beim Cap de Creus überwiegend felsige Zugänge zum Wasser vorherrschen.
Wie ist es in Katalonien mit Trinkwasser und Trockenheit?
Die Region kämpft seit langem mit Niederschlagsmangel. In den Sommermonaten werden häufig Wassersparmaßnahmen eingeführt, was sich in abgeschalteten Strandduschen oder Verboten zum Befüllen privater Pools zeigt. Leitungswasser ist grundsätzlich trinkbar, aber wegen des Chlors bevorzugen viele Leute Wasser aus Flaschen.
Wo beginnt und endet die Costa Brava eigentlich?
Die Küste Costa Brava (Wilde Küste) beginnt etwa 60 Kilometer nördlich von Barcelona im Städtchen Blanes und erstreckt sich über mehr als 200 Kilometer nach Norden bis zur französischen Grenze beim Örtchen Portbou.
Ist das Meer an der nördlichen Küste warm genug?
Das Wasser an der Costa Brava ist generell etwas kühler als im Süden Spaniens oder auf den Balearen. Angenehme Badetemperaturen (um die 23–25 °C) erreicht es normalerweise von Mitte Juni bis Ende September. Im Mai oder Oktober ist das Baden eher etwas für Hartgesottene.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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