Calvi auf Korsika & die Balagne: 11 Tipps für 2026

TL;DRCalvi und die Region Balagne im Nordwesten Korsikas verbinden Geschichte, Berge und Meer – hier kommen 11 Tipps dazu. Im Mittelpunkt stehen die genuesische Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert, der sechs Kilometer lange Pinienstrand Pinède, die Bergdörfer Sant’Antonino und Pigna, das Küstenbähnchen U Trinighellu nach Île-Rousse (rund 50 Minuten Fahrzeit) und die natürlichen Gumpen im Tal des Fango. Die beste Reisezeit ist Mai, Juni oder September, wenn es rund 25 Grad hat und weniger Touristen unterwegs sind – von August wird eher abgeraten. Nach Calvi fliegst du zum Flughafen Sainte-Catherine oder nimmst die Fähre ab Nizza (6–7 Stunden, Rückfahrkarte mit Auto 250–400 Euro). Als Basis empfiehlt sich Calvi selbst, wo Hotels 2026 zwischen 120 und 180 Euro pro Nacht kosten. Ein Auto ist Pflicht, wenn du die entlegeneren Ecken der Region erkunden willst.

Wenn du aus dem Flugzeug oder von der Fähre steigst und im Nordwesten Korsikas zum ersten Mal tief durchatmest, nimmst du sofort diese unverwechselbare Mischung aus wildem Thymian, Rosmarin und Myrte wahr. Die Einheimischen nennen dieses undurchdringliche, buschige Dickicht Macchia, und es heißt, der berühmte Napoleon Bonaparte hätte seine Heimatinsel allein an diesem charakteristischen Duft sogar mit verbundenen Augen erkannt. Korsika, das zu Recht als „Insel der Schönheit“ bezeichnet wird, ist aber längst nicht nur eine Sache duftender Kräuter – es ist ein echtes Hochgebirge mitten im Mittelmeer. Und genau das macht Calvi auf Korsika und die umliegende Balagne so besonders.

Wenn du ein Reiseziel suchst, das raue Natur mit traumhaftem Badevergnügen verbindet, werden dich die Region Balagne und ihr Zentrum Calvi restlos begeistern. Erwarte hier keine geschliffene französische Riviera mit Promenaden für die High Society – Korsika ist stolz, wild und ganz und gar sich selbst. In diesem Artikel zeige ich dir das Beste, was die Nordwestküste zu bieten hat, und führe dich an Orte, an denen man morgens auf Bergpfaden wandern und nachmittags in türkisfarbenen Buchten entspannen kann.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben

  • Beste Basis: Calvi bietet die perfekte Mischung aus Geschichte, traumhaften Stränden und sehr guter Anreise dank eigenem Flughafen.
  • Genuesische Zitadelle: Das historische Herz von Calvi mit den schönsten Aussichten auf die gesamte Bucht und die umliegenden Berge.
  • Strand und Pinienwald: Der sechs Kilometer lange Sandstrand, gesäumt vom Schatten duftender Pinien, ist ideal für Familien mit Kindern.
  • Bergdorf Sant’Antonino: Eines der schönsten Dörfer Frankreichs, das an ein hoch auf dem Hügel thronendes Adlernest erinnert.
  • Küstenbahn: Der ikonische Zug U Trinighellu bringt dich auf einer Panoramafahrt entlang der Küste von Calvi bis ins Städtchen Île-Rousse.
  • Beste Reisezeit: Meide den August, wenn die Insel aus allen Nähten platzt, und plane deine Reise lieber im Juni oder September.
  • Anreise vor Ort: Ein Auto ist zum Entdecken der abgelegeneren Dörfer und wilden Strände absolut unverzichtbar.

Beste Reisezeit für Calvi und die Region Balagne

Den richtigen Zeitpunkt zu wählen ist für einen Korsika-Besuch absolut entscheidend, denn die Besucherzahlen schwanken enorm. Die idealen Monate für eine Reise sind Mai, Juni und September, wenn die Lufttemperaturen bei sehr angenehmen rund fünfundzwanzig Grad liegen und das Meer schon zum Baden einlädt. In diesen Monaten genießt du eine üppig blühende Natur, leerere Straßen und deutlich angenehmere Übernachtungspreise. Vor allem im September ist das Mittelmeer nach dem ganzen Sommer wunderbar aufgewärmt – das macht ihn wohl zur allerbesten Zeit für alle, die gerne am Strand faulenzen.

Eine ganz entscheidende Regel solltest du dabei immer im Kopf behalten. Den August solltest du in einem großen Bogen umfahren, denn in diesem Monat stürmen nicht nur die Franzosen, sondern auch die Italiener die Insel. Im Vergleich zum Frühsommer sind hier zwei- bis dreimal so viele Touristen unterwegs, die schmalen Bergstraßen verwandeln sich in endlose Parkplätze und die schönsten Strände sind hoffnungslos überfüllt. Die Preise für Unterkunft und Mietwagen klettern 2026 im August in absurde Höhen – wenn du kannst, verschiebe deine Reise also lieber in den Herbst.

Was die Anreise direkt in die Balagne betrifft, hast du zwei Hauptoptionen. Calvi besitzt einen eigenen kleinen Flughafen, Sainte-Catherine, der in der Saison aus dem französischen Festland und weiteren europäischen Städten angeflogen wird – von Deutschland aus kommst du meist über Marseille oder Nizza mit einer Anschlussverbindung hierher. Wenn du lieber mit dem eigenen Auto reist, kannst du die Fähren von Corsica Ferries nutzen, die im nahen Hafen von Île-Rousse anlegen. Die Fährfahrt vom französischen Nizza dauert etwa sechs bis sieben Stunden, und ein Rücktransfer für zwei Personen mit Auto kostet außerhalb der Hauptsaison zwischen 250 und 400 Euro.

Unterkunft in Calvi und Umgebung finden

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkunft suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten vergleichst und buchst du am besten über GetYourGuide.

Die Balagne bietet eine unüberschaubare Auswahl an Unterkünften, doch für den ersten Besuch ist es am strategischsten, direkt Calvi oder die unmittelbare Umgebung zu wählen. Eine Unterkunft direkt im Zentrum unterhalb der Zitadelle garantiert dir, dass alle gefeierten Restaurants, Bäckereien und die Hafenpromenade nur wenige Schritte vom Zimmer entfernt liegen. Wenn du jedoch mit dem Auto reist, achte unbedingt darauf, dass deine Unterkunft einen eigenen Parkplatz bietet – die Suche nach einem freien Platz in den engen Gassen ist in der Saison nämlich nervenaufreibend.

Wer eher Ruhe und perfekte Entspannung am Meer sucht, dem empfehle ich Hotels entlang des Strandes Pinède. Diese Gegend ist von einem Pinienwald gesäumt und bietet direkten Zugang zum feinen Sand, was du vor allem mit kleineren Kindern zu schätzen weißt. Die Preise für eine Nacht im Doppelzimmer liegen 2026 bei rund 120 bis 180 Euro, in den Randmonaten der Saison kannst du aber auf sehr angenehme Rabatte stoßen. Vergiss nicht, deine Unterkunft über Booking rechtzeitig zu reservieren – ruhig auch ein halbes Jahr im Voraus.

Zu den bewährten und sehr beliebten Adressen gehört das Hotel Mariana, das mit einem Dachpool punktet und einen fantastischen Blick auf die gesamte Bucht und die historische Zitadelle bietet. Wenn du etwas wirklich Außergewöhnliches suchst und es dir den Aufpreis wert ist, bietet das luxuriöse Resort La Villa Calvi in den Hügeln über der Stadt perfekte Privatsphäre und erstklassigen Service. Ein hervorragender Mittelweg ist das historische Hotel l’Abbaye, das sich in einem wunderschön renovierten Gebäude eines ehemaligen Klosters nur einen Steinwurf vom Hafen entfernt befindet.

11 Tipps: Was man in Calvi auf Korsika und der Balagne sehen muss

Die Balagne wird oft als „Garten Korsikas“ bezeichnet und bietet eine unglaublich vielfältige Mischung an Erlebnissen. Werfen wir nun einen Blick auf das Spannendste, was du dir bei deinem Besuch auf keinen Fall entgehen lassen solltest.

1. Die genuesische Zitadelle in der Altstadt von Calvi

Bei der Ankunft in der Stadt fällt dein Blick sofort auf die mächtige Festung, die sich majestätisch auf einem felsigen Vorsprung über dem Meer erhebt und das unverwechselbare Wahrzeichen der gesamten Bucht bildet. Die genuesische Zitadelle wurde im dreizehnten Jahrhundert erbaut und ihre massiven Mauern sollten den strategisch wichtigen Hafen vor Überfällen durch Piraten und feindliche Flotten schützen. Heute ist ihr Inneres ein faszinierendes Labyrinth gepflasterter Gassen, in das keine Autos dürfen und in dem die Zeit stehen geblieben ist.

Ein Spaziergang durch die Zitadelle ist wie eine Reise in die Vergangenheit, bei der du auf malerische Plätze, alte Häuser mit abblätternden Fensterläden und versteckte Cafés stößt. Lass dir auf keinen Fall die Kathedrale Saint-Jean-Baptiste entgehen, die ein wertvolles Holzkreuz birgt, das die Stadt einst vor dem Untergang gerettet haben soll. Die Einheimischen sind außerdem mächtig stolz auf die Legende, nach der ausgerechnet in einem der Häuser innerhalb der Zitadelle der berühmte Seefahrer Christoph Kolumbus geboren wurde – auch wenn die historischen Quellen in diesem Punkt recht uneins sind.

Das schönste Erlebnis bietet dir die Zitadelle am frühen Abend, wenn die glühende Sonne langsam hinter dem Horizont versinkt und die steinernen Mauern in herrliche goldene und orangene Farbtöne taucht. Von den Bastionen aus eröffnen sich absolut atemberaubende Ausblicke auf die ganze Stadt unter dir, das türkisfarbene Meer und die hohen Gipfel der korsischen Berge in der Ferne.

💡 Tipp: Der Eintritt in die Zitadelle selbst ist völlig kostenlos, aber wenn du mehr über ihre bewegte Geschichte erfahren möchtest, kannst du dir im örtlichen Touristenzentrum für rund 10 Euro einen Audioguide ausleihen.

2. Hafen und Promenade Marina

Direkt unterhalb der historischen Mauern der Zitadelle erstreckt sich das pulsierende Herz der ganzen Stadt: die als Quai Landry bekannte Hafenpromenade. Dieser Ort fängt die Kontraste des heutigen Korsika perfekt ein, denn hier siehst du luxuriöse Millionärsyachten direkt neben alten, abgewetzten Fischerbooten ankern. Die Promenade ist von hohen Palmen gesäumt und ist der ideale Ort für einen gemächlichen Morgenspaziergang oder einen abendlichen Plausch bei einem Glas guten Weins.

Die gesamte Promenade ist regelrecht übersät mit Dutzenden Restaurants, Bistros und Cafés mit Außenterrassen, von denen aus du endlos das Treiben im Hafen beobachten kannst. Wenn dich der Hunger packt, empfehle ich dir, die hervorragende vegetarische Pizza mit frischen Kräutern aus der Macchia zu probieren, ehrliche Pasta oder traditionelle korsische Käse, die hier mit Feigenmarmelade serviert werden. Die Einheimischen verzehren zwar mit Vorliebe verschiedene Wurstwaren vom Wildschwein, aber auch ohne Fleisch findest du hier jede Menge köstliche und sättigende Gerichte.

Die Atmosphäre an der Promenade verändert sich mit den fortschreitenden Stunden radikal, wenn aus dem verschlafenen Morgenhafen ein lebhaftes Zentrum des Nachtlebens wird. Abends spielen hier oft Straßenmusiker und durch die Luft zieht der Duft gerösteter Kastanien und eine salzige Meeresbrise.

💡 Tipp: Komm früh am Morgen gegen acht Uhr hierher, wenn die einheimischen Fischer vom nächtlichen Fang zurückkehren und ihre Beute direkt aus den Booten verkaufen – ein unglaublich authentisches Schauspiel, auch für alle, die keinen Fisch essen.

3. Der Strand von Calvi und der Pinienwald Pinède

Wenn du genug vom Bummeln durch die Sehenswürdigkeiten hast, brauchst du nur ein paar Schritte aus dem Zentrum zu gehen und stehst schon an einem der schönsten Stadtstrände der Insel. Die Plage de Calvi erstreckt sich über beachtliche sechs Kilometer und ihr feiner, weißer Sand erinnert in Kombination mit dem unglaublich klaren, türkisfarbenen Wasser eher an die exotische Karibik als an einen europäischen Badeort. Der Einstieg ins Meer ist hier sehr flach und das Wasser bleibt lange seicht, was du vor allem mit kleinen Kindern zu schätzen weißt.

Was diesen Strand absolut einzigartig macht, ist der dichte Pinienwald namens Pinède, der ihn auf seiner gesamten Länge säumt. Die hohen Pinien spenden an heißen Sommertagen wohltuenden natürlichen Schatten, sodass du nicht unbedingt einen Sonnenschirm mitschleppen musst. Unter den Bäumen verläuft zudem eine angenehme Holzpromenade, auf der du bis ans äußerste Ende der Bucht gelangst, und unterwegs kommst du an mehreren netten Strandbars und Restaurants vorbei.

Am Strand kannst du Liegen mit Sonnenschirmen mieten, wobei die Preise 2026 bei rund 25 bis 35 Euro pro Set und Tag liegen. Wenn du eine aktivere Erholung bevorzugst, findest du hier mehrere Verleihstationen für Paddleboards, Kajaks und Tretboote, von denen aus sich ein ungewöhnlicher Blick auf die Zitadelle vom Wasser aus bietet.

💡 Tipp: Obwohl der Strand riesig ist, füllen sich in der Hauptsaison die besten Plätze im Schatten der Pinien schnell, deshalb empfehle ich, idealerweise schon vor zehn Uhr morgens ans Wasser zu kommen.

4. Die Küstenbahn U Trinighellu

Die Verbindung zwischen Calvi und Île-Rousse stellt nicht nur die Straße her, sondern auch die legendäre Schmalspurbahn, die liebevoll U Trinighellu, also „der Wackler“, genannt wird. Diese historische Bahnlinie verläuft direkt am Rand der Klippen und fährt dicht am Meeresufer entlang, sodass sie Ausblicke bietet, die du vom Auto aus einfach nicht hast. Die Fahrt mit diesem kleinen und leicht ratternden Zug ist an sich schon ein riesiges Erlebnis und gehört zum Besten, was du in der Balagne unternehmen kannst.

Die Bahn funktioniert im Grunde wie eine Art Strandtram, denn sie hält unterwegs an allen wichtigen Buchten und Stränden der Bucht. So kannst du ganz leicht abgelegenere Badeplätze entdecken, wie etwa den herrlichen Strand Algajola oder Bodri, ohne dich umständlich um teure Parkplätze kümmern zu müssen. Der Zug fährt in der Sommersaison recht häufig und die gesamte Strecke von Calvi nach Île-Rousse dauert etwa fünfzig Minuten gemütliches Schaukeln.

Die Fahrkarten kaufst du direkt beim Schaffner im Zug oder an den größeren Bahnhöfen, wobei eine einfache Fahrt zwischen beiden Städten 2026 etwa 7 Euro kostet. Besonders im Sommer sind die Züge recht voll, also bewaffne dich mit etwas Geduld und versuche, dir in Fahrtrichtung von Calvi einen Fensterplatz auf der linken Seite zu sichern, um den besten Blick aufs Meer zu haben.

💡 Tipp: Wenn du sicher sein willst, einen Sitzplatz zu bekommen, steig an der Ausgangsstation in Calvi rechtzeitig ein und lass deine Ankunft am Bahnsteig nicht auf die letzte Minute.

5. Île-Rousse und die überdachte Markthalle

Wenn du mit der genannten Bahn oder dem Auto Richtung Osten fährst, erreichst du das überaus sympathische Städtchen Île-Rousse, das im achtzehnten Jahrhundert vom korsischen Nationalhelden Pasquale Paoli gegründet wurde. Die Stadt erhielt ihren Namen von den roten Porphyr-Inselchen, die ein Stück vor der Küste liegen und bei Sonnenuntergang regelrecht in sattem Rot leuchten. Im Vergleich zum historischen Calvi wirkt Île-Rousse viel luftiger, hat ein regelmäßiges Straßennetz und versprüht eine entspannte Kurort-Atmosphäre.

Das Zentrum allen Geschehens ist der weitläufige Platz Place Paoli, der vom Schatten der Platanen, von Cafés und der Statue des Gründers selbst geprägt wird. Direkt neben dem Platz findest du eine prächtige überdachte Markthalle, die mit mächtigen antiken Säulen erbaut wurde und wie ein antiker Tempel aussieht. Jeden Morgen verkaufen hier die einheimischen Bauern das Beste der Insel, sodass du vorzüglichen Ziegenkäse, Honig aus Wildblüten, Olivenöl oder frisches Obst für den Strand kaufen kannst.

Nach dem Besuch der Markthalle solltest du unbedingt zum Leuchtturm auf der Halbinsel Pietra spazieren, die durch einen kurzen Damm mit dem Festland verbunden ist. Der Weg zum Leuchtturm führt zwischen roten Felsen hindurch und bietet einen großartigen Blick auf die ganze Stadt und die hohen Berge, die sich direkt dahinter erheben.

💡 Tipp: Vergiss am Place Paoli nicht, eine Runde Pétanque zu spielen oder zumindest eine Weile den einheimischen älteren Herren beim Spiel zuzusehen – eine absolut perfekte Kostprobe des gemächlichen Insellebens.

6. Das Dorf Sant’Antonino

Die Balagne ist nicht nur eine Sache der Küste, sondern vor allem der malerischen Dörfer, die hoch oben in den Hügeln über dem Meer verstreut liegen. Sant’Antonino trägt den Titel eines der schönsten Dörfer Frankreichs und erinnert aus der Ferne an ein uneinnehmbares Adlernest auf dem Gipfel eines steilen Hügels. Diese Siedlung gehört zu den allerältesten der Insel, wurde bereits im neunten Jahrhundert gegründet und ihr kreisförmiger Grundriss sollte die Bewohner vor Überfällen der Mauren schützen.

Wenn du ins Innere des Dorfes trittst, verstehst du sofort, warum hier keine Autos hindürfen. Dich erwartet ein Gewirr unglaublich enger, steiler und gepflasterter Gassen, die sich zwischen alten Steinhäusern hindurchwinden, unter Gewölbebögen hindurchführen und bis zum höchsten Punkt ansteigen. Der Spaziergang erfordert recht gutes Schuhwerk und ein bisschen Kondition, doch belohnt wirst du mit einer absolut einzigartigen Atmosphäre eines Ortes, an dem sich seit Hunderten von Jahren nichts verändert hat.

Vom höchsten Punkt des Dorfes eröffnet sich ein Rundblick in alle Himmelsrichtungen. Du siehst von hier aus die gesamte Küste der Balagne, mit Olivenbäumen gefüllte Täler und die schneebedeckten Gipfel der höchsten korsischen Berge. In einigen kleinen Cafés kannst du außerdem die lokale Spezialität in Form eines erfrischenden Zitronensafts aus Früchten probieren, die direkt auf den umliegenden Terrassen angebaut werden.

💡 Tipp: Das Parken unterhalb des Dorfes ist kostenpflichtig und im Sommer sehr schnell voll, deshalb empfehle ich, Sant’Antonino früh am Morgen zu besuchen, solange die Luft noch nicht so heiß und die Gassen leer sind.

7. Das Dorf Pigna

Nur wenige Kilometer von Sant’Antonino entfernt liegt ein weiteres Juwel des Hinterlands: das bezaubernde Dorf Pigna. Dieser Ort ist vor allem für seine leuchtend blauen Fensterläden bekannt, die in Kombination mit den ockerfarbenen Steinmauern der Häuser eine absolut perfekte Fotokulisse schaffen. Pigna hat sich im Gegensatz zu anderen Dörfern eine sehr starke künstlerische und handwerkliche Tradition bewahrt, durch die es unglaublich lebendig und kreativ wirkt.

In den engen gepflasterten Gassen stößt du auf Dutzende kleine Werkstätten und Ateliers. Pigna ist die Heimat von Keramikern, Malern, Bildhauern und vor allem von Herstellern traditioneller korsischer Musikinstrumente, sodass aus den geöffneten Fenstern oft das Geräusch von Schnitzwerkzeugen oder das Ausprobieren neuer Holzflöten und Spieluhren erklingt. Du kannst den Handwerksmeistern hier direkt über die Schulter schauen und ein wirklich originelles und authentisches Souvenir erwerben, das nichts mit billigen Importen aus Asien zu tun hat.

Das Dorf ist außerdem von alten Olivenhainen umgeben und es herrscht ein strenges Fahrverbot für Autos, sodass man hier in völliger Ruhe spaziert. Ein Besuch lohnt sich auch wegen der kleinen Dorfkirche mit dem schönen Platz, von dem aus sich ein weiterer fantastischer Blick hinunter zum blauen Meer und zum Küstenstädtchen Algajola bietet.

💡 Tipp: Wenn du ein außergewöhnliches Erlebnis suchst, probiere eines der kleinen lokalen Restaurants aus, die oft ausschließlich mit lokalen Zutaten kochen, die auf den Terrassen unterhalb des Dorfes angebaut werden.

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8. Handwerk und Musik der Balagne

Wenn du sowieso durch die Bergdörfer fährst, solltest du wissen, dass diese ganze Region durch eine spezielle Touristenroute namens Route des Artisans, also „Weg der Handwerker“, verbunden ist. Dieser Pfad führt dich zu den interessantesten Ateliers und Werkstätten, die über die gesamte Balagne verstreut sind. Dabei handelt es sich nicht um ein künstlich geschaffenes Freilichtmuseum für Touristen, sondern um eine lebendige Tradition, die die Einheimischen für kommende Generationen zu bewahren versuchen.

Neben der bildenden und angewandten Kunst ist Korsika, und die Balagne ganz besonders, für sein absolut einzigartiges musikalisches Erbe berühmt. Es handelt sich um die traditionellen polyphonen Gesänge, die ausschließlich von Männern ohne jegliche musikalische Begleitung gesungen werden. Diese tiefen, resonierenden Stimmen, die sich in unglaublichen Harmonien verflechten, haben ihre Wurzeln in alten Hirtentraditionen und jagen den Zuhörern bis heute eine Gänsehaut über den Rücken.

Konzerte polyphoner Chöre finden in den Sommermonaten recht häufig statt, und das größte Erlebnis sind die Auftritte in den alten Steinkirchen. Dank der hervorragenden Akustik der historischen Gotteshäuser erfüllt der Klang regelrecht den gesamten Raum und du hast das Gefühl, als würdest du die Seele der Insel selbst berühren. Informationen zu den Konzerten findest du auf Plakaten an den Säulen oder in den örtlichen Informationszentren.

💡 Tipp: Tickets für die abendlichen polyphonen Konzerte kosten meist rund 15 bis 20 Euro, und ich empfehle dir, sie rechtzeitig zu besorgen, denn die örtlichen Kirchen haben eine sehr begrenzte Kapazität und sind schnell ausverkauft.

9. Wandern auf der Halbinsel Revellata

Wenn du wilde Natur magst und dir ein bisschen körperliche Anstrengung nichts ausmacht, mach dich von Calvi aus Richtung Westen auf zur Halbinsel Pointe de la Revellata. Dieser felsige Vorsprung bildet einen absoluten Kontrast zum geschliffenen Stadtstrand, denn er bietet eine raue Landschaft voller peitschender Winde, scharfer Klippen und einsamer Buchten. Zur Halbinsel gelangst du zu Fuß direkt von der Stadtzitadelle aus, und die gesamte Rundroute dauert etwa drei bis vier Stunden sehr angenehmen Gehens.

Der Weg führt über ausgefahrene Schotterpfade, die sich zwischen den duftenden Macchia-Sträuchern winden, und bietet dir ständig atemberaubende Ausblicke auf das tobende Meer tief unter dir. Am äußersten Ende der Halbinsel stößt du auf einen einsamen weißen Leuchtturm, der hier schon seit dem neunzehnten Jahrhundert steht und über die Sicherheit der Schiffe wacht, die an den tückischen Klippen vorbeiziehen. Hier wird dir die wahre Kraft der Natur und die Weite des Mittelmeers bewusst.

Während des Gehens stößt du auf mehrere kleine Kiesbuchten, die nur zu Fuß oder per Boot zugänglich sind. Das Wasser ist hier unglaublich klar und voller Unterwasserleben, also pack unbedingt eine Taucherbrille und einen Schnorchel ein, wenn du noch Platz im Rucksack hast. Diese kleinen Strände sind selbst mitten im Sommer fast menschenleer.

💡 Tipp: Auf der gesamten Halbinsel gibt es überhaupt keinen Schatten und keine Möglichkeit, Vorräte nachzukaufen, deshalb nimm festes Schuhwerk, eine Kopfbedeckung und mindestens zwei Liter Wasser pro Person mit.

10. Aussichtspunkt Notre-Dame de la Serra

Suchst du einen Ort, von dem aus du die allerbesten Fotos der gesamten Bucht machst, musst du zur kleinen Kapelle Notre-Dame de la Serra hinaufsteigen. Dieses Heiligtum befindet sich hoch oben auf einem Hügel hinter Calvi und es führt eine recht steile, schmale Straße dorthin, die du mit dem Auto bewältigen kannst – für die Mutigeren ist sie aber auch eine schöne Wanderherausforderung. Die Einheimischen verehren diesen Ort zutiefst und betrachten ihn als eine Art Schutzengel der ganzen Stadt und der näheren Umgebung.

Auf dem Vorplatz der Kapelle steht eine unübersehbare Statue der Jungfrau Maria mit weit ausgebreiteten Armen, als würde sie die ganze Bucht unter sich beschützen. Einer örtlichen Legende zufolge bringt der Besuch dieses Ortes Glück in der Liebe, und wenn du mit deiner besseren Hälfte hierherkommst, bleibt ihr angeblich für den Rest eures Lebens zusammen. Ob du an die Sage glaubst oder nicht – die atemberaubende Aussicht wirst du so schnell nicht vergessen.

Vom Aussichtspunkt siehst du die ganze Stadt Calvi wie auf dem Präsentierteller liegen, die imposante Zitadelle und den sechs Kilometer langen Strandstreifen, der sich bis zum Horizont zieht. Die schönste Atmosphäre herrscht hier während der goldenen Stunde kurz vor Sonnenuntergang, wenn die umliegenden Berge in weiches Licht getaucht werden und das Meer wie ein riesiger Spiegel zu glänzen beginnt.

💡 Tipp: Wenn du dich entscheidest, zu Fuß direkt vom Zentrum Calvis zur Kapelle zu gehen, rechne mit etwa einer Stunde recht steilen Aufstiegs und denk auch hier an ausreichend Flüssigkeit.

11. Baden in den Naturpools des Fango-Tals

Wenn dir das Salzwasser und der Sand überall in der Badehose irgendwann zu viel werden, hat die Balagne noch ein riesiges Ass im Ärmel. Etwa vierzig Minuten Fahrt südlich von Calvi liegt das herrliche Tal des Flusses Fango, das auf der Liste der UNESCO-Biosphärenreservate steht. Der Fluss hat hier im Lauf der Jahrtausende Dutzende natürliche Pools in den roten Granit ausgewaschen, die eine perfekte Alternative zu den überfüllten Küstenstränden darstellen.

Das Wasser in diesen Bergtümpeln ist kristallklar, im Sommer angenehm erfrischend und hat eine unglaubliche smaragdgrüne Farbe. Du kannst hier über riesige, aufgewärmte Felsbrocken springen, in tieferen Tümpeln schwimmen oder dich von kleinen Wasserfällen massieren lassen, die zwischen den einzelnen Pools entstehen. Das Tal ist außerdem von dichten Eichenwäldern umgeben und die Kulisse wird von den steilen Hängen der höchsten korsischen Berge vervollständigt.

Zum Tal führt eine recht gute Straße mit mehreren Parkplätzen, von denen es bis zum Wasser nur ein paar Minuten zu Fuß sind. Je weiter flussaufwärts du gehst, desto weniger Menschen triffst du und desto größer ist deine Chance, einen eigenen privaten Pool nur für dich zu finden. Viele Ausflüge und Outdoor-Aktivitäten in dieser Gegend lassen sich auch ganz leicht über das beliebte Portal GetYourGuide finden und buchen.

💡 Tipp: Die Steine im Fluss und drumherum sind oft sehr rutschig, also nimm unbedingt Wasserschuhe oder feste Sandalen mit ans Wasser, um unnötige Knöchelverletzungen zu vermeiden.

Wohin von Calvi aus weiter?

Wenn du die Nordwestküste gründlich erkundet hast, bietet Korsika noch jede Menge weiterer Orte, die dir den Atem rauben. Wenn du vorhast, die ganze Insel zu bereisen, lies unbedingt unseren umfassenden Korsika-Reiseführer, in dem du detailliertere Informationen zu den anderen Regionen findest. Die größte Attraktion der ganzen Insel ist aber eindeutig der Süden, und zwar konkret eine Stadt, die über dem Abgrund balanciert. Finde heraus, warum du auf deiner Reise auf keinen Fall Bonifacio auslassen solltest, das die dramatischsten Szenerien im gesamten Mittelmeerraum bietet.

Von Calvi aus kannst du auch zu einem Ganztages-Bootsausflug ins streng geschützte Naturreservat Scandola aufbrechen, das du nur über das Wasser erreichst, oder die raue Halbinsel Cap Corse im Nordosten der Insel erkunden, die an einen erhobenen Finger erinnert und mit alten genuesischen Türmen gespickt ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man vom Flughafen Calvi ins Stadtzentrum?

Der Flughafen Sainte-Catherine liegt etwa sieben Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Es gibt keine regelmäßige öffentliche Verkehrsanbindung, sodass ihr entweder auf einen vorab gebuchten Mietwagen oder auf die örtlichen Taxis angewiesen seid. Die Taxifahrt ins Zentrum dauert etwa fünfzehn Minuten und kostet im Jahr 2026 einen Festpreis von etwa 20 bis 25 Euro, je nach Tageszeit.

Brauche ich in der Region Balagne ein Auto?

Ja, ein Auto ist absolut notwendig, um Korsika zu erkunden. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es zwar, aber die Busse fahren sehr selten und zu den meisten malerischen Bergdörfern oder wilden Stränden kommst du damit gar nicht hin. Ohne Auto wärst du nur auf die Stadt Calvi und den Zug nach Île-Rousse angewiesen.

Ist Korsika ein teures Reiseziel?

Im Vergleich zum französischen Festland sind die Preise auf der Insel etwa 10 bis 20 Prozent höher, da die meisten Waren mit Fähren transportiert werden müssen. Die teuersten Posten sind normalerweise die Automiete und die Fähre selbst, falls man mit dem eigenen Wagen anreist. Sparen lässt sich durch Reisen außerhalb der Hauptsaison im Sommer und durch den Kauf lokaler Lebensmittel auf den Märkten.

Schaffe ich den Besuch der Bergdörfer auch mit Kinderwagen?

Besuche von Dörfern wie Sant’Antonino oder Pigna mit einem klassischen Kinderwagen sind sehr anspruchsvoll und ich würde sie eher nicht empfehlen. Die Gassen sind hier extrem eng, steil, voller unebener Steine und oft durch Treppen unterbrochen. Für Reisen mit kleineren Kindern an diesen Orten ist eine Babytrage oder Kraxe viel praktischer.

Komme ich auf Korsika mit Englisch zurecht?

In den wichtigsten Touristenzentren, Hotels und größeren Restaurants kommt man normalerweise mit Englisch zurecht, auch wenn das Niveau schwanken kann. Die Korsen sind aber sehr stolz und schätzen es, wenn man zumindest grundlegende Phrasen auf Französisch lernt wie bonjour, merci oder s’il vous plaît, was einem oft die Türen zu einem viel freundlicheren Umgang öffnet.

Ist es schwierig, in Restaurants fleischlose Gerichte zu finden?

Korsika ist zwar für seine Wurstwaren und Fleischgerichte bekannt, aber ein fleischloses Essen zu finden ist überhaupt kein Problem. Die meisten Restaurants bieten hervorragende vegetarische Pizza, Pasta mit frischen Kräutern, reichhaltige Salate oder Gerichte aus ausgezeichneten lokalen Käsesorten an, wie zum Beispiel den berühmten Brocciu-Käse.

Wo kann man bei einem Besuch in Calvi parken?

V Zentrum der Stadt findest du mehrere gebührenpflichtige Parkplätze, von denen der größte und nächstgelegene zur Zitadelle der Parkplatz entlang des Hafens ist. In den Sommermonaten sind diese Plätze allerdings sehr schnell voll, daher ist es besser, früh am Morgen anzureisen oder die Park-and-Ride-Parkplätze etwas weiter vom Zentrum entfernt zu nutzen und das kleine Stück mit einem angenehmen Spaziergang zu Fuß zu gehen.

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Saint-Émilion in Frankreich: 11 Tipps für das Weinstädtchen bei Bordeaux 2026

TL;DRSaint-Émilion ist ein mittelalterliches Weinstädtchen am rechten Ufer der Dordogne bei Bordeaux, das zum UNESCO-Welterbe zählt. Von Bordeaux Saint-Jean erreichst du es mit dem direkten Zug in 33 bis 40 Minuten. Unter den 11 Tipps sticht die Besichtigung der monolithischen Kirche hervor, die aus dem Kalkfelsen gehauen wurde (Eintritt etwa 15 €), dazu der Aufstieg über 118 Stufen auf den Tour du Roy, Weinverkostungen direkt in den Weingütern (15–35 €) und die traditionellen Makronen aus dem Jahr 1620. Die beste Reisezeit ist Mai und Juni oder die Weinlese im September und Oktober, während du Juli und August mit Touristenmassen und Temperaturen von 35–40 °C besser meidest. Fürs historische Zentrum reicht ein halber Tag, für Radtouren, Verkostungen und die umliegenden Châteaux solltest du dir aber einen ganzen Tag nehmen oder gleich vor Ort übernachten.

Wenn von französischem Wein die Rede ist, denkst du wahrscheinlich sofort an die berühmte Region rund um Bordeaux und an schwere, rubinrote Tropfen. Diese ganze Gegend ist ein wahres Paradies für Geschichts- und Genussliebhaber – doch wenn du das malerischste Weinstädtchen von allen suchst, dann führt dich dein Weg nach Saint-Émilion in Frankreich. Diese mittelalterliche Perle liegt am rechten Ufer der Dordogne und ist die perfekte Flucht in eine Welt, in der die Zeit so langsam vergeht wie reifender Wein. Goldgelbe Kalksteinhäuser thronen hier auf einem steilen Hügel, und von allen Seiten umgibt sie ein endloses Meer sorgfältig gepflegter Weinberge.

Da die gesamte Weinregion riesig ist und man sich ohne Auto oft schwer zurechtfindet, bietet Saint-Émilion eine geradezu geniale Lösung für entspannte Reisende. Du erreichst die Stadt nämlich bequem mit dem Direktzug, und die besten Verkostungen lassen sich zu Fuß abklappern. Ich habe für dich einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt, der dir zeigt, wie du diesen magischen, von der UNESCO ausgezeichneten Ort optimal genießt. Du findest hier Tipps für Touren durch die geheimnisvolle Unterwelt, Verkostungen fantastischer Weine sowie praktische Ratschläge, wie du der Frustration über überfüllte Gassen entgehst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Stressfreie Anreise: Vom Bahnhof Bordeaux Saint-Jean fährt ein direkter Regionalzug (TER) hierher, die bequeme Fahrt dauert nur 33 bis 40 Minuten.
  • Weltweit einzigartig: Saint-Émilion war überhaupt die erste Weinlandschaft der Welt, die in die prestigeträchtige UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.
  • Architektonisches Wunder: Das Highlight ist die riesige monolithische Kirche, die im Mittelalter aus einem einzigen Stück unterirdischen Kalksteins gemeißelt wurde.
  • Vorab reservieren: Touren in den renommierten Weingütern (Châteaux) sowie den Eintritt in die unterirdische Kirche musst du 2026 lange im Voraus online buchen.
  • Tückische Gassen: Das Städtchen ist voller extrem steiler Kopfsteinpflastergassen, die die Einheimischen Tertres nennen – bequemes Schuhwerk ist also absolute Pflicht.
  • Nicht nur Wein: Vergiss neben den Verkostungen nicht, die echten lokalen Makronen zu probieren, die hier nach einem Geheimrezept aus dem Jahr 1620 gebacken werden.
  • Meide den August: In den Sommermonaten platzt das Städtchen aus allen Nähten, deshalb ist es viel besser, im Frühling oder zur Weinlese im Herbst herzukommen.

Wann du nach Saint-Émilion reisen solltest

Das richtige Timing zu planen ist bei diesem Reiseziel absolut entscheidend, denn Saint-Émilion ist schlicht ein globaler Begriff, und jedes Jahr strömen Hunderttausende Besucher aus aller Welt hierher. Die schlimmste Zeit sind die Monate Juli und August, wenn die engen Gassen von Touristenmassen verstopft sind und die Temperaturen im Südwesten Frankreichs sehr oft erbarmungslose 35 bis 40 °C erreichen. Hinzu kommt, dass sich Anfang Juli (etwa ab dem 3. Juli) wegen der Sommerferien praktisch ganz Frankreich in Bewegung setzt. Das erste August-Wochenende, das die Einheimischen Chassé-croisé nennen, ist auf den französischen Straßen traditionell der schlimmste Tag des ganzen Jahres, und die Plätze in allen Restaurants sind dann hoffnungslos und weit im Voraus ausgebucht.

Wenn du die romantische Atmosphäre genießen und genug Raum für entspannte Verkostungen haben möchtest, komm lieber im Mai oder Juni her. Die Tage sind schon schön lang, die Weinberge leuchten herrlich grün, und die ganze Region wirkt unglaublich frisch. Das Frühlingswetter ist auch ideal für längere Radtouren in der Umgebung, weil die Sonne noch nicht so brennend stark ist. In dieser Zeit kommst du außerdem viel leichter an Reservierungen in kleineren Familienweingütern, wo sich die Besitzer persönlich um dich kümmern und dir in Ruhe alle Geheimnisse der Herstellung erklären können. Wenn du trotzdem mitten im Sommer her musst, nimm wenigstens den ersten Zug am Morgen.

Eine geradezu magische Atmosphäre bietet das Städtchen dann im September und Oktober zur Weinlese. Die Farben des Laubs in den Weinbergen verfärben sich langsam in wunderschöne Gold- und Purpurtöne, und die ganze Gegend pulsiert vor unglaublicher Energie. Traktoren transportieren ständig frische Trauben, in der Luft liegt der süße Duft des gärenden Mostes, und die Stadt lebt von traditionellen Festen. Beachte allerdings, dass Streiks (grèves) so etwas wie ein französischer Nationalsport sind und häufig die Bahn SNCF betreffen. Überprüfe deshalb immer 24 bis 48 Stunden vor deiner geplanten Abfahrt in der App SNCF Connect, ob deine Verbindung wirklich fährt, damit du nicht am Bahnhof strandest.

Wo du in Saint-Émilion übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich, über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Obwohl viele Leute nur für einen Tagesausflug vom nahen Bordeaux herkommen, offenbart dir eine Übernachtung in der Stadt ihr ganz anderes, viel poetischeres Gesicht. Sobald am Nachmittag die letzten Reisebusse abgefahren sind, leeren sich die Gassen und es kehrt eine herrliche Ruhe ein. Du kannst frei durch das wunderschön beleuchtete historische Zentrum schlendern, mit einem Glas Wein auf dem Platz sitzen und die Aussicht ins dämmrige Tal genießen. Die Übernachtungskapazitäten sind hier allerdings sehr begrenzt und die Preise gehören logischerweise zu den höheren – zögere mit der Reservierung über dein Lieblingsportal also keinesfalls zu lange.

Wenn du mittendrin sein willst und es dir nichts ausmacht, die Koffer übers Kopfsteinpflaster zu ziehen, dann suche dir eine Unterkunft innerhalb der historischen Stadtmauern. Hier findest du wunderschöne Boutique-Hotels in historischen Gebäuden. Eine großartige Wahl ist das luxuriöse Hôtel de Pavie, das atemberaubende Ausblicke über die Dächer der Stadt und einen erstklassigen Service bietet. Eine preisgünstigere, aber immer noch sehr charmante Unterkunft ist die Pension Les Chambres d’Ovaline, wo dich der persönliche Empfang der Besitzer und das typisch französische Frühstück mit frischen Croissants begeistern werden. Falls du mit einem Mietwagen anreist, pass beim Parken sehr gut auf, denn die Einfahrt ins historische Zentrum ist streng reguliert.

Für alle, die absolute Ruhe bevorzugen und mit Blick auf endlose Rebenreihen aufwachen möchten, ist eine Unterkunft direkt zwischen den Weinbergen die ideale Wahl. In der unmittelbaren Umgebung der Stadt gibt es zahlreiche renovierte Schlösschen (Châteaux), die Unterkünfte mit Pool und eigenen Kellern anbieten. Ein Stück außerhalb der Stadt liegt zum Beispiel das märchenhafte Château Hôtel Grand Barrail, das an ein kleines Schloss erinnert und ein fantastisches Wellnesscenter bietet. Von diesen Orten gelangst du entweder bei einem angenehmen Spaziergang oder mit einem Leihfahrrad ins Stadtzentrum. Vergiss allerdings nicht, vor der Reise online die Umweltplakette Crit’Air zu beantragen (sie kostet etwas mehr als 5 €), denn die größeren französischen Städte in der Umgebung haben strenge Umweltzonen (ZFE) eingeführt, und ohne Plakette drohen hohe Bußgelder.

11 Tipps, was du in Saint-Émilion sehen und unternehmen kannst

Werfen wir gemeinsam einen Blick auf das Beste, was dieses zauberhafte Städtchen und seine Umgebung zu bieten haben. Von unterirdischen Rätseln bis hin zu Verkostungen der besten Jahrgänge auf sonnenüberfluteten Terrassen.

1. Verlier dich in den steilen Gassen (Tertres)

Das historische Zentrum selbst ist so überwältigend schön, dass es mindestens zwei Stunden gemütliches Bummeln verdient. Saint-Émilion wurde amphitheaterförmig in den Hang gebaut, und es wird von extrem steilen Kopfsteinpflastergassen durchzogen, die man Tertres nennt. Diese Wege waren ursprünglich für Esel gedacht, die Weinfässer trugen, weshalb das Pflaster sehr uneben, an allen Ecken abgerundet und oft auch bei trockenem Wetter gefährlich rutschig ist. Das ist ein absoluter Kontrast zum flachen Bordeaux, sodass aus dem Spaziergang ohne qualitatives Schuhwerk mit fester, rutschfester Sohle eher ein Adrenalinsport wird.

Auf deinem Spaziergang stößt du auf unglaublich malerische Winkel, alte Steinbögen und Kalksteinhäuser, die in der Sonne förmlich in warmen Gelbtönen erstrahlen. Jede Gasse verbirgt etwas Interessantes, sei es eine kleine unabhängige Galerie eines lokalen Künstlers, ein verstecktes Café mit ausgezeichnetem Kaffee oder ein Lädchen mit traditioneller lokaler Keramik. Die ganze Stadt wirkt wie ein perfekt erhaltenes Freilichtmuseum, in dem dich aus jedem Stein die Geschichte anweht.

Ich empfehle dir, so früh wie möglich die Hauptwege zu verlassen und in die engsten Seitengassen abzubiegen, wo du oft keine Menschenseele triffst und das Gefühl hast, um mehrere Jahrhunderte in der Zeit zurückgefallen zu sein. Die Fotogenität dieses Ortes ist zu jeder Tageszeit schlichtweg unglaublich. 💡 Tipp: Wenn du gleich früh am Morgen herkommst, bevor die ersten Ausflugszüge aus Bordeaux eintreffen, hast du die schönsten Gassen im Morgenlicht ganz für dich allein.

2. Erkunde die einzigartige monolithische Kirche

Das ist ein absolutes architektonisches Wunder und zweifellos das Wahrzeichen der ganzen Stadt. Die monolithische Kirche in Saint-Émilion entstand nämlich nicht durch das klassische Aufeinanderschichten von Steinen, sondern wurde gänzlich nach unten in das Kalksteinmassiv gemeißelt. Die Arbeiten daran begannen bereits im 12. Jahrhundert, und die mittelalterlichen Baumeister mussten unglaubliche 15.000 Kubikmeter festes Gestein abtragen. Wenn du in diesem riesigen unterirdischen Raum mit den massiven Pfeilern stehst, in den nur ein Minimum an Tageslicht dringt, empfindest du echte heilige Ehrfurcht und Bewunderung für die damaligen Handwerker.

Die Kirche ist so riesig, dass sie problemlos Hunderte von Menschen fasst, und ihre Wände tragen noch immer stolz die Spuren der Werkzeuge der mittelalterlichen Steinmetze. Hinein kommst du nur mit einem offiziellen Guide, denn das Denkmal ist sehr empfindlich und benötigt besondere Pflege. Der Eintritt beläuft sich 2026 auf etwa 15 €, und die Tickets solltest du unbedingt rechtzeitig online über das örtliche Fremdenverkehrsamt (Office de Tourisme) sichern. Während der faszinierenden Führung siehst du auch geheimnisvolle Katakomben und die Höhle des Eremiten Émilion, nach dem das ganze Städtchen benannt ist.

💡 Tipp: Auch wenn draußen heißer Sommer herrscht und die Temperaturen in der Sonne die unangenehme Dreißiger-Marke überschreiten, herrscht im Untergrund eine sehr konstante Kühle von etwa 14 °C. Nimm deshalb unbedingt einen leichten Pullover oder eine Jacke mit, damit dir während der Führung nicht kalt wird.

3. Steig auf den Turm Tour du Roy

Wenn du den absolut besten Ort für atemberaubende Panoramafotos suchst, muss dein Weg eindeutig zu diesem mittelalterlichen Wehrturm führen. Der Tour du Roy (Königsturm) stammt bereits aus dem 13. Jahrhundert und ist der einzige erhaltene romanische Bergfried in der gesamten weiten Region. Bis heute wissen Historiker nicht genau, ob ihn ein französischer König oder ein englischer Herrscher errichten ließ, denn die Region Bordeaux wechselte in ihrer wilden Geschichte sehr oft die Herrscher. So bleibt der Turm ein schönes und leicht geheimnisvolles Wahrzeichen der Stadt.

Um ganz nach oben auf den Turm zu gelangen, musst du genau 118 ziemlich steile und enge Steinstufen bezwingen. Die Belohnung für diese körperliche Anstrengung ist allerdings eine absolut fantastische 360-Grad-Aussicht. Von hier siehst du das perfekte Mosaik der Terrakotta-Dächer des Städtchens, das Tal der Dordogne und natürlich Dutzende Kilometer sorgfältig gestutzter Weinberge, die sich bis zum Horizont erstrecken. Der Eintritt kostet nur ein paar Euro, und den Aufstieg schafft jeder durchschnittlich fitte Reisende.

💡 Tipp: Der Turm spielt während des Jurade-Festes die Hauptrolle, wenn die örtliche Weinbruderschaft in traditionellen roten Gewändern von hier feierlich den Beginn der Ernte verkündet. Der Turm ist allerdings meist nur zu bestimmten Stunden geöffnet (in der Regel nachmittags), also überprüfe vorab die aktuellen Öffnungszeiten an der Tür oder direkt im nahen Touristenzentrum.

4. Verkoste Saint-Émilion Wein ohne Stress und Frust

Die meisten Leute reisen mit dem klaren Ziel in die Region Bordeaux, die berühmten Grand-Cru-Weine zu verkosten. Während die Region Médoc am linken Ufer der Gironde ohne eigenes Auto oder teuren Fahrer ein absoluter logistischer Albtraum ist, ist Saint-Émilion für unabhängige Reisende ein wahres Paradies. Viele prestigeträchtige Weingüter (Châteaux) befinden sich nämlich in unmittelbarer Nähe des historischen Zentrums oder nur wenige Gehminuten vom kleinen Bahnhof entfernt. So kannst du in aller Ruhe gleich mehrere Touren an einem Tag absolvieren, ohne dir umständlich Gedanken darüber machen zu müssen, wer abends zurück zum Hotel fährt.

Die meisten Weingüter bieten eine klassische kommentierte Führung, die traditionell mit der Erläuterung der Arbeit im Weinberg beginnt, mit der Besichtigung der Gärbottiche weitergeht und mit dem Besuch eines beeindruckenden Fasskellers endet. Das Highlight ist dann natürlich die Verkostung selbst, bei der du typischerweise zwei bis drei verschiedene Weine probierst. Die Preise für diese Touren bewegen sich 2026 etwa zwischen 15 und 35 €, je nach Prestige und Bekanntheitsgrad des jeweiligen Weinguts. Die lokalen Weine vom rechten Ufer basieren vor allem auf der Rebsorte Merlot, die ihnen im Gegensatz zu den Cabernet-Weinen aus dem Médoc eine wunderbare Sanftheit, Fruchtigkeit und samtige Textur verleiht.

💡 Tipp: Sich darauf zu verlassen, dass du einfach an einem Weingut vorbeispazierst und sie dich mit einem Lächeln auf eine Tour mitnehmen, ist ein riesiger Fehler. Die besten und gefragtesten Adressen musst du online ruhig auch einen Monat im Voraus reservieren, besonders in der Sommersaison.

5. Entdecke das unterirdische Königreich der Keller

Was du an der sonnenüberfluteten Oberfläche von Saint-Émilion siehst, ist eigentlich nur die Hälfte der ganzen faszinierenden Geschichte. Direkt unter der Stadt und den angrenzenden Weinbergen befinden sich nämlich unglaubliche 200 Kilometer dunkler unterirdischer Gänge und Höhlen. Diese ausgedehnten Räume entstanden durch den allmählichen Abbau von hochwertigem Kalkstein, aus dem nicht nur das Städtchen selbst, sondern zu großen Teilen auch die wunderschönen Paläste im nahen Bordeaux gebaut wurden. Als der Steinabbau endgültig endete, begriffen die örtlichen Winzer sehr schnell, dass die verlassenen Stollen der absolut beste Ort für die Lagerung ihres kostbaren Weins sind.

Einige Châteaux haben ihre Hauptkeller eben in diesen alten Kalksteinbrüchen. Während der Tour steigst du oft auch Dutzende Meter unter die Erde in dunkle, kühle Gänge hinab, wo in vollkommener Stille und konstanter Temperatur Tausende Eichenfässer ruhen. Die Atmosphäre ist hier leicht mystisch, und der spezifische Geruch von feuchtem Stein mischt sich perfekt mit dem typisch süßlichen Aroma des reifenden Weins. Es ist ein völlig anderes und viel tieferes Erlebnis als der Besuch moderner oberirdischer Hallen mit Edelstahltanks.

💡 Tipp: Eine hervorragende unterirdische Tour bietet zum Beispiel das Weingut Château Villemaurine, das nur wenige Schritte vom historischen Zentrum entfernt liegt und dessen alte Kalksteinbrüche während der Führung wunderschön beleuchtet sind.

6. Probier die echten Makronen mit Geschichte

Auch wenn die Stadt weltweit vor allem für ihren Wein berühmt ist, hat sie noch einen weiteren riesigen gastronomischen Hit. Die echten Makronen aus Saint-Émilion werden hier seit 1620 mit Liebe nach einem Geheimrezept gebacken. Wenn du dir unter dem Wort Makrone die luftigen, bunten und mit Creme zusammengeklebten Pariser Süßigkeiten vorstellst, wirst du von ihrem ursprünglichen Aussehen sehr überrascht sein. Die hiesige traditionelle Version ist nämlich viel rustikaler, hat absolut keine Füllung und sieht auf den ersten Blick eher aus wie ein kleiner aufgeplatzter Keks.

Dieses geniale Rezept erfanden die Schwestern des Ursulinenordens, und seine Grundlage sind nur wenige hochwertige Zutaten: süße Mandeln, bittere Mandeln, frisches Eiweiß und Zucker. Sie enthalten weder Mehl noch künstliche Farbstoffe und sind eine absolut perfekte vegetarische Köstlichkeit. Außen sind sie schön knusprig, und innen zergehen sie förmlich auf der Zunge. Sie passen hervorragend zu einer Tasse kräftigem Espresso, der dich in den örtlichen Cafés etwa 1,80 bis 2,50 € kostet. Der bekannteste Ort, an dem du diese Köstlichkeit bekommst, ist die Bäckerei Fabrique de Macarons in der Rue Guadet, die bis heute sorgfältig das Originalrezept hütet.

💡 Tipp: Die Makronen werden hier auf Backpapier geklebt in schönen Geschenkschachteln verkauft. Sie halten sich auch einige Tage frisch und sind somit ein absolut ideales essbares Souvenir von deiner Reise für Familie und Freunde.

7. Mach eine Radtour zwischen den Weinbergen

Der Blick auf die endlosen Weinberge ist schon von der Stadt aus wunderschön, doch noch eine Stufe besser ist es, sich mittendrin zu befinden. Die Landschaft rund um Saint-Émilion ist nur sehr leicht hügelig, sodass sie absolut ideale Bedingungen für gemütliches Freizeitradeln bietet. Direkt im Stadtzentrum oder unten am Bahnhof kannst du Fahrräder ausleihen (ich empfehle wärmstens, zu einem E-Bike zu greifen, damit du in der Sommerhitze nicht ins Schwitzen kommst) und auf den schmalen Asphaltwegen losfahren, die sich romantisch zwischen den ordentlichen Rebenreihen und alten Steinmauern hindurchschlängeln.

Das örtliche Fremdenverkehrsamt stellt hervorragend aufbereitete Karten mit mehreren perfekt markierten Rundtouren unterschiedlicher Länge bereit. Du kannst eine kürzere einstündige Route wählen oder dich auf einen Tagesausflug begeben, bei dem du architektonisch sehr interessante Châteaux aus dem 18. und 19. Jahrhundert besuchst. Unterwegs kommst du an riesigen Rosensträuchern vorbei, die hier traditionell an die Anfänge der Rebenreihen gepflanzt werden – als natürlicher und sehr feinfühliger Indikator für eventuelle Pflanzenkrankheiten. Eine Radtour ermöglicht dir außerdem, die besten Ausblicke zu bewundern, ohne lästig nach einem freien Parkplatz zu suchen.

💡 Tipp: Die meisten besseren Verleihstellen bieten auch Fahrräder mit speziellen festen Weintaschen an, sodass du deine wertvolle Beute aus den Verkostungen bequem und absolut sicher zurück in die Stadt transportieren kannst.

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8. Entspann dich im Kloster Les Cordeliers

Inmitten der belebten und sonnenglühenden Gassen verbirgt sich eine absolute Oase vollkommener Ruhe. Das Kloster Les Cordeliers stammt bereits aus dem 14. Jahrhundert, und heute sind davon nur noch unglaublich romantische, von Efeu überwucherte Ruinen und ein wunderschön erhaltener Kreuzgang übrig. Dieser historische Komplex hat eine magische Atmosphäre und bietet einen perfekten Unterschlupf vor der erbarmungslosen Mittagshitze. Der Zutritt zum Gartenareal selbst ist meist völlig kostenlos, und du kannst dich frei zwischen den alten Steinsäulen bewegen, die sich an Hunderte Jahre Geschichte erinnern.

Dieser Ort ist aber noch aus einem weiteren Grund außergewöhnlich interessant. In den riesigen unterirdischen Kellern direkt unter dem Kloster, die eine beeindruckende Tiefe von bis zu 20 Metern erreichen, wird nämlich schon seit dem 19. Jahrhundert der vorzügliche Schaumwein Crémant de Bordeaux hergestellt. Im Gegensatz zu den stillen Rotweinen aus den umliegenden Weinbergen wird dieser erfrischende Perlwein nach der traditionellen Flaschengärung produziert. Direkt im Klostergarten gibt es eine entspannte Bar, wo du dir ein Glas gekühlten Crémant gönnen und einfach nur das Spiel der Schatten an den alten Mauern beobachten kannst.

💡 Tipp: Wenn du auch die faszinierenden Produktionskeller unter dem Kloster sehen möchtest, kannst du eine kommentierte Führung buchen, deren Tickets sich leicht über GetYourGuide oder die offizielle Website des Klosters dazubuchen lassen.

9. Sauge die Atmosphäre am Place de l’Église auf

Jedes französische Städtchen hat seinen Hauptplatz, auf dem sich das gesamte gesellschaftliche Leben abspielt, und in Saint-Émilion ist das eindeutig der Place de l’Église. Dieser malerische Platz ist von traditionellen Cafés und Restaurants gesäumt und bietet einen faszinierenden Blick auf die riesigen gotischen Fenster der monolithischen Kirche, die direkt in die Felswand des Platzes gemeißelt sind. Genau hier treffen sich nach der Arbeit die Einheimischen und Reisende aus aller Welt.

Wenn du hier die echte französische Gastronomie genießen möchtest, musst du dich allerdings unbedingt an ihre Spielregeln halten. Das Wichtigste ist die Mittagszeit, denn die meisten Restaurants und Bistros haben die Küche strikt zwischen 12:00 und 14:00 Uhr geöffnet. Zu dieser Zeit steht das Leben still und alle essen. Wenn du um Viertel nach zwei kommst und Hunger hast, stößt du auf verschlossene Türen oder wirst auf ein überteuertes Touristen-Baguette verwiesen. Halte mittags auf den Tafeln nach der Aufschrift Menu du jour (Tagesmenü) Ausschau – das ist meist ein ehrliches Dreigängemenü, das dich sehr vernünftige 15 bis 25 € kostet.

💡 Tipp: Das Trinkgeld (service compris) ist in Frankreich gesetzlich bereits zu 15 % im Rechnungspreis enthalten, du bist also nicht verpflichtet, weitere zwanzig Prozent zu hinterlassen. Wenn du aber überaus zufrieden bist, ist es sehr üblich, eine kleine Münze im Wert von 1 bis 2 € auf dem Tisch zu lassen. Die Kartenzahlung ist heute praktisch überall Standard.

10. Spazier entlang der Stadtmauern und zum Tor Porte Brunet

Saint-Émilion war im Mittelalter eine ungemein wichtige befestigte Stadt und wehrte sich lange Zeit stolz gegen verschiedenste Überfälle. Bis heute haben sich recht umfangreiche Reste der massiven Steinmauern erhalten, die das historische Zentrum umschließen. Der eindrucksvollste Teil ist das Tor Porte Brunet, das früher als einer der Hauptzugänge zur Stadt diente und durch das die Händler mit ihren Karren und ihrer wertvollen Ware fuhren. Seine mächtigen Bögen lassen klar erahnen, wie uneinnehmbar die Stadt in der Vergangenheit auf Ankommende gewirkt haben muss.

Ein gemächlicher Spaziergang entlang der Reste der mittelalterlichen Befestigung ist außerdem eine großartige Alternative zum manchmal überfüllten Zentrum. Von hier eröffnen sich dir schöne und ungestörte Ausblicke in die umliegende Landschaft, und außerdem triffst du hier meist nicht so viele Menschen wie an den Hauptsehenswürdigkeiten. Du kannst in Ruhe die alten Verteidigungsgräben betrachten, die heute oft als malerische private Gärten der Einheimischen dienen, und bewundern, wie fließend die mittelalterliche Architektur in die umliegende Natur übergeht.

💡 Tipp: Begib dich am besten kurz vor Sonnenuntergang zum Tor Porte Brunet. Das warme Abendlicht lässt die alten Kalksteinblöcke wunderschön erstrahlen, und du machst die absolut besten Fotos ohne jegliche künstliche Filter.

11. Veranstalte dein eigenes Picknick zwischen den Weinbergen

Die Restaurants in der Stadt sind zwar fantastisch, aber oft überfüllt und erfordern in der Saison eine Reservierung lange im Voraus. Warum also nicht einfach selbst das Mittagessen in die Hand nehmen? Der Südwesten Frankreichs ist ein Land absolut perfekter Zutaten, und sich einen eigenen Picknickkorb zusammenzustellen, macht riesigen Spaß. Halte morgens in einer der örtlichen Bäckereien (boulangerie) für ein frisches, knuspriges Baguette an, wähle in der Käserei (fromagerie) einige Sorten lokal gereiften Käses und vergiss nicht, frisches Obst oder Oliven vom Markt hinzuzufügen.

Mit dem so gefüllten Rucksack musst du dann nur noch ein kleines Stück aus der Stadt hinausgehen und dir einen ruhigen Platz mit Aussicht suchen. Viele Châteaux bieten sogar spezielle gepflegte Picknickzonen für Touristen an, oder du setzt dich einfach an den Rand einer alten Mauer an einem Feldweg. Hervorragenden gereiften Käse zu essen, frisches Brot abzuschneiden und dabei direkt auf die Weinberge zu blicken, aus denen der Wein in deinem Glas stammt, ist eines der authentischsten und entspanntesten Erlebnisse, die du von hier mitnehmen kannst.

💡 Tipp: Eine lokale Spezialität sind sowohl Hart- als auch Schimmelkäse, die sich hervorragend mit Walnüssen ergänzen. Diese werden hier in großen Mengen aus dem nahen Périgord importiert und bilden so eine absolut perfekte und sättigende vegetarische Kombination für dein Picknick.

Wohin von Saint-Émilion aus weiterreisen

Wenn du mehr Zeit in der Region hast, ist Saint-Émilion ein perfekter Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen. Der logischste Schritt ist die Rückfahrt mit dem Zug und die ausführliche Erkundung der Metropole der Region. Lies den Artikel darüber, wie du Bordeaux genießt, das dich garantiert mit dem gigantischen Wasserspiegel Miroir d’eau oder den fantastisch revitalisierten Docks an der Garonne begeistern wird. Einen Besuch wert ist hier auch das hypermoderne Weinmuseum La Cité du Vin, das 2026 genau 10 Jahre seit seiner Eröffnung feiert (der Eintritt kostet 22 €), oder das faszinierende Zentrum digitaler Kunst Bassins des Lumières, das in einem ehemaligen U-Boot-Bunker eingerichtet wurde.

Wenn du ein Auto zur Verfügung hast und nach einem viel tieferen Eintauchen in das malerische französische Landleben sehnst, fahr nach Nordosten ins Landesinnere. Etwa zwei Autostunden von hier liegt die magische Region Dordogne und Périgord. Die hiesige Landschaft ist voller dichter Wälder, dramatischer Felsen über dem Fluss und mittelalterlicher Burgen. Genau von hier stammen die allerbesten Walnüsse, die geschätzten Trüffel und die regionalen Gerichte – die Einheimischen lassen sich hier am liebsten traditionell zubereitete Ente und die berühmten Foie-gras-Pasteten schmecken.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Zugfahrt von Bordeaux?

Die Fahrt mit dem Regionalzug (TER) vom Hauptbahnhof Bordeaux Saint-Jean zum Bahnhof Saint-Émilion ist sehr schnell und dauert nur 33 bis 40 Minuten. Die Züge fahren recht häufig, sodass dies eine absolut ideale Variante für einen entspannten Tagesausflug ohne Parkplatzsorgen ist.

Wie viel Zeit sollte man für die Besichtigung des Städtchens einplanen?

Na das historische Zentrum selbst und den Besuch der unterirdischen Kirche reicht euch locker ein halber Tag. Wenn ihr aber Fahrräder ausleihen, Ausflüge in die Umgebung machen und mindestens zwei Verkostungen in den örtlichen Châteaux plant, solltet ihr auf jeden Fall einen ganzen Tag einplanen oder gleich hier übernachten.

Brauche ich formelle Kleidung für Weingutbesichtigungen?

Auf keinen Fall. Obwohl einige Châteaux sehr prestigeträchtig sind, ist die Atmosphäre hier entspannt. Ein „Smart Casual“-Stil reicht völlig aus (ordentliche Hose oder Kleid und saubere Schuhe). Das Wichtigste ist wirklich bequemes Schuhwerk wegen der gepflasterten Gassen und der Spaziergänge durch die Weinberge.

Ist das Städtchen für einen Besuch mit Kindern geeignet?

Ja, Kinder werden die Erkundung der geheimen unterirdischen Gänge und das Radfahren zwischen den Weinbergen lieben. Ihr müsst aber bedenken, dass die Fortbewegung mit dem Kinderwagen aufgrund der extrem steilen Hügel und unebenen Kopfsteinpflaster im Stadtzentrum sehr anspruchsvoll ist, daher ist eine Babytrage die viel bessere Wahl.

Wo kann ich Eintritte für Sehenswürdigkeiten und Zugtickets reservieren?

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Tickets für die monolithische Kirche und den Tour du Roy empfehle ich ausschließlich über die offizielle Website des örtlichen Tourismusbüros (Office de Tourisme Saint-Émilion) zu kaufen. Zugfahrkarten (egal ob für die Hochgeschwindigkeitszüge TGV INOUI mit obligatorischer Sitzplatzreservierung oder die günstigeren OUIGO) organisiert ihr am besten über die App SNCF Connect.
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Kann ich Wein kaufen und ihn mir nach Hause schicken lassen?

Ja, die meisten größeren Weingüter und Fachgeschäfte in der Stadt bieten internationalen Versand (Shipping) an. Das ist zwar etwas teurer, aber Sie müssen keine Angst haben, dass Ihnen die wertvollen Flaschen im Koffer auf dem Weg zum Flughafen zerbrechen.

Kann man vor Ort problemlos mit Karte bezahlen?

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Kartenzahlung ist im Jahr 2026 praktisch überall zum gängigen Standard geworden, auch in kleinen Bäckereien und Souvenirläden. Nur für Einkäufe auf Märkten im Freien, bei Straßenkünstlern in den Gassen oder für kleinere Ausgaben unter 5 € empfehle ich, etwas Bargeld dabeizuhaben.
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Provence, Frankreich: 14 Tipps für Sehenswürdigkeiten 2026

TL;DRDie Provence bietet vierzehn zentrale Tipps, darunter der pulsierende Hafen und das Viertel Le Panier in Marseille, die Kalksteinfjorde im Nationalpark Calanques (die Buchten En-Vau und Sugiton, für Letztere gilt ab dem 11. Juni 2026 eine Reservierungspflicht), das elegante Aix-en-Provence mit dem Boulevard Cours Mirabeau, der gotische Papstpalast in Avignon sowie die violetten Lavendelfelder auf dem Plateau von Valensole nahe der Abtei Sénanque. Die beste Reisezeit ist Mai, Juni und September, der Lavendel blüht von Ende Juni bis Mitte Juli. Die Unterkunft kostet in der Saison 2026 ab 120 bis 180 Euro pro Nacht, die Mautgebühr liegt bei rund 9,50 Euro pro 100 Kilometer, und der Eintritt in den Papstpalast kostet etwa 12 Euro.

Die Sonne brennt in diesem Teil Frankreichs mit solcher Intensität, dass die Farben in der prallen Mittagssonne ihre klaren Konturen verlieren und zu einem leuchtenden Weiß verblassen. Die Provence in Frankreich riecht hier nach Kiefernharz, Salzwasser und der allgegenwärtigen Lavendel, während das ohrenbetäubende Zirpen tausender Zikaden die Geräuschkulisse liefert. Die Provence ist eben nicht nur ein gewöhnliches Urlaubsziel, sondern ein absolut fesselndes körperliches Erlebnis, das einem sofort unter die Haut geht. Und sie ist mehr als die geschönte romantische Postkarte aus Filmen, auf der Menschen endlos Rosé-Wein auf der Terrasse eines alten Steinhauses schlürfen.

Sie ist auch der raue und unerbittliche Mistral-Wind, der tagelang wehen kann und den Himmel zu einem unglaublich kristallklaren Blau reinfegt. Du erlebst hier die ausgetrocknete Erde, die gnadenlosen Sommertemperaturen über vierzig Grad und die rohe, pulsierende Energie der großen Hafenstädte. Wenn du diesen wunderschönen Winkel Frankreichs wirklich verstehen willst, empfehle ich dir, ihn in seinen größten Kontrasten zu erleben und dich nicht mit den bekanntesten Touristenmagneten zufriedenzugeben.

Verliere dich in den engen Gassen lebhafter Städte, klettere verschwitzt auf die Kalksteinfelsen über türkisfarbenen Buchten und lass dich von der Kühle riesiger gotischer Säle umfangen. Kurz vor Sonnenuntergang hältst du dann das Auto an einem endlosen violetten Feld an, das sanft vom Summen von Millionen fleißiger Bienen erfüllt ist. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf das wahre Herz der Region, wo Geschichte geschrieben wurde, wo der berühmte Maler Cézanne schuf und wo die besten Düfte der Welt entstehen.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Reservierung für die Natur: Die Bucht Sugiton im Nationalpark Calanques erfordert für 2026 eine kostenlose Online-Reservierung per QR-Code, das System öffnet am 11. Juni.
  • Einfahrt nach Marseille: Ab 2026 gilt in Marseille eine strenge Umweltzone (ZFE), in die Autos mit der Crit’Air-Plakette 4 und 5 unter Androhung hoher Bußgelder nicht einfahren dürfen.
  • Wann zum Lavendel: Die beste Zeit für die violetten Felder auf dem Plateau de Valensole ist von Ende Juni bis Mitte Juli, im August sind die meisten Felder leider schon abgeerntet.
  • Meide den August: Juli und August bringen extreme Hitze über 40 °C und riesige Touristenmassen, viel angenehmere Temperaturen und Atmosphäre erlebst du im Mai, Juni oder September.
  • Papstpalast neu: In Avignon bekommst du ab Mai 2026 zur Besichtigung ein interaktives HistoPad, das die leeren gotischen Säle mithilfe von Augmented Reality in ihrer ursprünglichen Pracht zum Leben erweckt.
  • Verkehr und Maut: Die kleineren Dörfer im Luberon-Gebirge lassen sich praktisch nur mit einem Mietwagen erkunden, auf den Autobahnen zahlt man rund 9,50 Euro Maut pro 100 Kilometer.
  • Tischsitten: In französischen Restaurants wird das Mittagessen strikt zwischen zwölf und vierzehn Uhr serviert, am späteren Nachmittag bekommst du höchstens einen Kaffee oder ein paar Nüsse.

Wann in die Provence reisen

Die idealen Monate für einen Besuch dieser duftenden Region sind Mai, Juni und der ganze September, wenn das Wetter am angenehmsten ist und die ganze Landschaft unglaublich frisch wirkt. Die Tage sind in dieser Zeit schon herrlich lang, die Sonne wärmt gerade richtig für Streifzüge durch Sehenswürdigkeiten und die Touristenmassen sind noch erträglich. So kannst du in Ruhe deinen Morgenkaffee auf einem kleinen Platz genießen, ohne mit Dutzenden anderer Reisender um einen freien Stuhl kämpfen zu müssen, und entgehst nebenbei den höchsten Saisonpreisen für Unterkünfte.

Juli und August stellen hingegen ein absolutes klimatisches und verkehrstechnisches Extrem dar, denn die Temperaturen erreichen im Süden regelmäßig 35 bis 43 °C und Schatten wird zur Mangelware. Die steinernen historischen Städte saugen tagsüber die Hitze auf und strahlen sie noch lange nach Mitternacht ab, sodass man in den nicht klimatisierten Zimmern alter Häuser praktisch nicht schlafen kann. Die französischen Sommerferien beginnen außerdem etwa Anfang Juli, dauern ganze acht Wochen, und das ganze Land zieht in dieser Zeit massenhaft und kompromisslos genau in den sonnigen Süden.

Auf den Autobahnen bilden sich im Sommer riesige Staus, die die Einheimischen gerne „schwarze Tage“ nennen, weil der Verkehr auf den Hauptstrecken völlig zusammenbricht. Besonders an der Wende von Juli zu August trifft das die Hauptautobahnen A6 und A7, wenn die großen Urlauberwechsel stattfinden. Wenn du dich für diesen Zeitraum entscheidest, wappne dich mit einer riesigen Portion Geduld, halte im Auto immer einen großen Vorrat an Trinkwasser bereit und vergiss lieber gleich die Vorstellung einer flüssigen Fahrt.

Ein besonderes Phänomen der ganzen Region ist der kalte Nordwestwind namens Mistral, der deine sorgfältig geplanten Vorhaben deutlich beeinflussen kann. Er weht zwar am häufigsten im Winter und Frühling, kann dich aber leicht auch mitten im heißen Sommer überraschen, wenn er die gefühlte Temperatur um etliche Grad nach unten drückt. Der Mistral ist am Meer recht unangenehm, fegt dafür aber zuverlässig alle Wolken weg und sorgt für den strahlendsten blauen Himmel, den du je gesehen hast.

Wo in der Provence übernachten

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Wahl des richtigen Standorts ist für die Erkundung der Region absolut entscheidend, denn die Entfernungen zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten können überraschend groß sein, und stundenlang im Auto auf Überlandfahrten zu sitzen, willst du sicher nicht. Wenn du städtisches Treiben und eine hervorragende Auswahl an Restaurants bevorzugst, empfehle ich dir, eine Unterkunft direkt in Aix-en-Provence oder in Avignon zu suchen. Diese pulsierenden Städte bieten eine tolle Infrastruktur, wunderschöne historische Zentren, und abends findest du hier Dutzende geöffnete Lokale, in denen du köstliche Käsesorten, Oliven und das traditionelle provenzalische Ratatouille mit frischem, knusprigem Baguette genießen kannst.

Für diejenigen unter euch, die eher nach absoluter Ruhe und jener berühmten literarischen Romantik aus den Romanen von Peter Mayle suchen, ist das Luberon-Gebirge mit seinen kleinen Steindörfern die ideale Wahl. Die Unterkünfte hier sind oft alte, renovierte Landgüter mit Pool, umgeben von stillen Weinbergen und silbrigen Olivenhainen. Das Preisniveau hält sich für 2026 recht hoch: Für ein anständiges Doppelzimmer in der Hauptsaison zahlst du mindestens 120 bis 180 Euro pro Nacht, wobei die luxuriöseren Hotels ruhig das Dreifache verlangen. Reserviere dein Refugium deshalb über Booking mit wirklich großem Vorlauf, denn die Kapazitäten verschwinden blitzschnell.

Von den konkreten beliebten Hotels kann ich dir das Hotel de l’Horloge direkt im historischen Herzen von Avignon empfehlen, das herrliche Ausblicke aus den Fenstern bietet und nur wenige Schritte von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten samt dem Papstpalast entfernt liegt. Im eleganten Aix-en-Provence ist das Aquabella Hôtel & Spa eine tolle, bewährte Wahl, wo du dich nach einem ganzen Tag in der Stadt in der weitläufigen Therme inmitten antiker Stadtmauern bestens erholen kannst. Wenn du hingegen absoluten Luxus inmitten unberührter Natur suchst, schau dir das Hotel Les Bories & Spa in der Nähe des bezaubernden Dorfes Gordes an, das erstklassiges Wellness und unglaubliche Ruhe fernab der Hauptstraßen bietet.

14 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in der Provence

Schauen wir uns gemeinsam das Beste an, was diese vielfältige Region zu bieten hat. Ich habe vierzehn konkrete Tipps für dich vorbereitet, die dich von rauen Hafengassen über tiefe Kalksteinbuchten bis zu stillen Abteien führen, die in endlosen Feldern duftenden Lavendels verloren liegen. Ich verrate dir, wie du den größten Massen entgehst und wo du die schönsten Aussichten findest.

1. Marseille und sein pulsierender Alter Hafen

Vergiss für einen Moment die klassische Pariser Eleganz, denn Marseille ist ein riesiger mediterraner Schmelztiegel, in dem sich Einflüsse aus ganz Nordafrika, Korsika und Italien vermischen. Es ist die älteste Stadt Frankreichs, die laut, chaotisch und ungemein authentisch ist, sodass sie dich entweder sofort in ihren Bann zieht oder du sie nach ein paar Stunden erleichtert verlässt. Ihr eine Chance zu geben lohnt sich aber definitiv, denn solche Lebensenergie findest du sonst nirgendwo in Frankreich.

Das Herz allen Geschehens ist der Vieux-Port, der Alte Hafen, wo die ganze Stadt vom frühen Morgen bis tief in die Nacht lebt. Gleich nach Tagesanbruch verkaufen die einheimischen Fischer ihren nächtlichen Fang direkt von den Holzbooten, nachmittags flanieren die Menschenmassen und abends füllen sich die Bars an der Uferpromenade bis zum Bersten. Direkt neben dem Hafen erhebt sich Le Panier, das älteste und früher gefürchtete Viertel, das sich heute in ein Labyrinth steiler Gassen voller bunter Street Art, Bistros und kleiner Galerien verwandelt hat.

Die Touristenzonen der Stadt sind trotz des rauen Rufs absolut sicher, nach Einbruch der Dunkelheit meidest du lediglich die Viertel Noailles, Belsunce und die Umgebung des Hauptbahnhofs Saint-Charles. Wenn du mit dem Auto hierherkommst, denke an die strenge Umweltzone ZFE, die ab 2026 gilt und in die Autos mit der Crit’Air-Plakette 4 und 5 unter Androhung eines Bußgeldes von 68 bis 375 Euro absolutes Einfahrverbot haben. Mehr Details über diese Stadt findest du im separaten Artikel über Marseille.

💡 Tipp: Ins Viertel Le Panier brichst du am besten gleich nach dem Frühstück auf, wenn die engen Gassen noch ganz leer sind und du die allgegenwärtige Straßenkunst in Ruhe ohne Touristenmassen im Bild fotografieren kannst.

2. Aussicht von der Basilika Notre-Dame de la Garde

Den besten Blick auf dieses faszinierende urbane Chaos bekommst du, wenn du zur prächtigen Basilika Notre-Dame de la Garde aufbrichst. Dieses ikonische Bauwerk thront auf einem steilen Kalksteinhügel ganze 150 Meter über dem Meer, und die goldene Marienstatue auf ihrem Glockenturm dient als unübersehbares Wahrzeichen für die ganze weite Umgebung.

Der Aufstieg in der sommerlichen Hitze ist zwar ein kleines Fegefeuer, aber der 360-Grad-Blick auf das Meer, die Inseln und die endlose Stadt unter dir ist diesen bisschen Schweiß garantiert wert. Wenn du nicht zu Fuß gehen möchtest, kannst du die touristische Bimmelbahn nutzen, die regelmäßig direkt am Alten Hafen abfährt. Das Innere der Basilika überrascht dich mit Hunderten von Votivtafeln und Schiffsmodellen, die Seeleute hierherbrachten und um eine sichere Heimkehr baten.

Das ganz moderne Gesicht der Stadt entdeckst du dann unten am Wasser, wo das architektonische Juwel MuCEM steht, das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers. Das Gebäude selbst sieht aus wie ein dunkler Würfel, eingehüllt in unglaublich feines Betongeflecht, und ein fotogener Steg verbindet es mit der historischen Festung Fort Saint-Jean. Anschließend kannst du entlang der La Corniche spazieren, einer fünf Kilometer langen Küstenpromenade, von der aus du die einheimischen Jungs von den Felsen direkt in die Wellen springen siehst.

💡 Tipp: Plane den Besuch der Basilika auf den späten Nachmittag, wenn die Sonne langsam über dem Meer sinkt und sich die ganze Stadt in unglaublich fotogene goldene Töne färbt.

3. Nationalpark Calanques und die Bucht En-Vau

Gleich hinter den Toren der lebhaften Großstadt beginnt eine ganz andere Welt voller unberührter Natur. Der Nationalpark Calanques bildet ein Band schneeweißer Kalksteinfelsen, die steil ins Meer abfallen und tiefe, schmale Buchten formen, die stark an norwegische Fjorde erinnern. Das Wasser hat hier allerdings die Farbe von leuchtend blauem Curaçao, und die Luft duftet nach erhitzten Kiefernnadeln und Salzwasser.

Der beste Ausgangspunkt zur Erkundung dieser Schönheit ist das kleine Fischerstädtchen Cassis, von wo aus du zu Fuß zu den allerbekanntesten Buchten aufbrechen kannst. Der Wanderweg beginnt am Hafen Port-Miou voller weißer Yachten, führt über die viel intimere Bucht Port-Pin und bringt dich nach etwa eineinviertel Stunden anstrengenden Marsches über Steine und Wurzeln zur ikonischen En-Vau. Die Felsen ragen hier hoch über einem schmalen Streifen Kieselstrand auf, und das Wasser ist selbst an den heißesten Augusttagen eisig erfrischend, weil die Sonne nur für einen kleinen Teil des Tages hereinscheint.

Das Terrain ist hier wirklich sehr rau, lass die Flip-Flops also lieber im Hotel und statte dich mit festem Schuhwerk und einem riesigen Vorrat an Trinkwasser aus, denn unterwegs triffst du auf keine Quelle und keinen Imbissstand. In den Sommermonaten sind die Parkplätze an den Einstiegspunkten schon vor neun Uhr morgens hoffnungslos voll.

💡 Tipp: Wenn du kein Fan anstrengender Wanderungen bist, kauf dir im Hafen von Cassis ein Ticket für ein Ausflugsboot, das dich bequem durch die majestätischen Buchten fährt – die Tickets lassen sich leicht auch vorab online bekommen.

4. Bucht Sugiton und die neuen Regeln für 2026

Der Overtourism hat einige Teile des Nationalparks so brutal getroffen, dass die Verwaltung beispiellose Schritte zum Schutz der hier so empfindlichen Natur ergreifen musste. Wenn du die wunderschöne Bucht Sugiton besuchen möchtest, die etwas zugänglicher eher von Marseille aus ist, brauchst du in der Sommersaison eine verpflichtende Online-Reservierung.

Für 2026 gilt die Pflicht zu dieser kostenlosen Reservierung von Mitte Juni bis Mitte September. Das Reservierungssystem öffnet offiziell am 11. Juni 2026 um 9:00 Uhr morgens, notiere dir diesen Termin also unbedingt im Kalender, wenn du eine Sommerreise planst. Nach erfolgreicher Anmeldung bekommst du einen einzigartigen QR-Code, den die Parkwächter direkt am Zugangsweg streng kontrollieren und ohne den sie dich schlicht nicht weiterlassen.

Eine Reservierung ist streng auf maximal fünf Personen pro Code begrenzt, und die täglichen Kapazitäten verschwinden auf der offiziellen Website wirklich blitzschnell. Es kommt auch oft vor, dass die Behörden wegen des hohen Risikos sommerlicher Waldbrände das ganze Kalksteinmassiv von einem Tag auf den anderen komplett sperren. Verfolge deshalb vor dem Ausflug immer die aktuellen Informationen auf der Website oder lade dir die mobile App des Parks herunter.

💡 Tipp: Auch wenn du eine gültige Reservierung für Sugiton auf dem Handy hast, brich gleich bei Sonnenaufgang auf – so entgehst du nicht nur den Scharen anderer Glücklicher mit QR-Code, sondern vor allem der mörderischen Mittagssonne.

5. Das Hafenstädtchen Cassis und sein Charme

Während Marseille wild und ungezähmt ist, ist das kleine Fischerstädtchen Cassis sein absolutes Gegenteil. Es ist ein sehr gepflegter, malerischer und ziemlich teurer Badeort, der in den Sommermonaten unter dem riesigen Ansturm französischer und ausländischer Ausflügler regelrecht aus allen Nähten platzt. Das Wahrzeichen des Städtchens ist eine alte Steinburg, die sich auf einer Klippe hoch über der türkisfarbenen Bucht erhebt.

Spaziere durch den farbenfrohen Hafen, wo luxuriöse weiße Yachten neben traditionellen Fischerbarken schaukeln, und setze dich auf eine der vielen Terrassen mit Meerblick. Die örtlichen Restaurants bieten hervorragende fleischlose Spezialitäten – ich empfehle dir unbedingt, die traditionelle provenzalische Gemüsesuppe oder frische lokale Käsesorten mit knusprigem Baguette und Olivenöl zu probieren.

Cassis ist auch weltweit berühmt für seine fantastischen Weißweine, die auf den sonnigen Terrassenweinbergen gleich hinter der Stadt angebaut werden. Weine mit der Bezeichnung AOC Cassis haben einen fein salzig-mineralischen Geschmack, der absolut perfekt zu leichten Sommermahlzeiten und einem gemütlichen Beisammensein beim Sonnenuntergang passt.

💡 Tipp: Parken im Zentrum von Cassis ist im Sommer praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, nutze deshalb den großen Auffangparkplatz Les Gorguettes oberhalb der Stadt, von wo ein günstiger und zuverlässiger Shuttlebus ins Zentrum fährt.

6. Aix-en-Provence und der berühmte Boulevard Cours Mirabeau

Die Stadt Aix-en-Provence, kurz nur Aix genannt, ist die absolut perfekte Verkörperung gediegener bürgerlicher Eleganz. Aix-en-Provence in Frankreich ist eine sehr stolze Stadt der tausend Brunnen, schattigen Platanenalleen und herrlichen ockerfarbenen Fassaden, in der die Zeit angenehm langsam dahinfließt. Die allgegenwärtigen Brunnen bieten an heißen Sommertagen die so nötige Erfrischung und verleihen der Stadt eine unverwechselbare Geräuschkulisse.

Das ganze gesellschaftliche Leben dreht sich hier um den Cours Mirabeau, einen breiten und majestätischen, von Bäumen und luxuriösen Cafés gesäumten Boulevard. Die wichtigste Disziplin vor Ort ist es, sich auf eine Terrasse zu setzen, einen Espresso für etwa zwei Euro fünfzig zu bestellen und unauffällig die stilvoll gekleideten Passanten zu beobachten. Gleich am Anfang des Boulevards beeindruckt dich der riesige Brunnen La Rotonde mit drei Statuen, die Gerechtigkeit, Kunst und Landwirtschaft symbolisieren, während du ein Stück weiter auf die überwältigende Kathedrale Saint-Sauveur stößt, die ein Lehrbuch der Architektur vom 5. bis 17. Jahrhundert ist.

Wenn du am Samstagvormittag in der Stadt bist, darfst du dir auf keinen Fall die riesigen örtlichen Märkte entgehen lassen. Sie sind genau so, wie du dir einen provenzalischen Markt voller Farben und Düfte vorstellst. Du findest hier Berge eingelegter Oliven, Dutzende Sorten lokalen Käses, frisches Obst, Leinenhemden und handgemachte Lavendelseifen.

💡 Tipp: Vergiss bei deinem Stadtspaziergang nicht, die Calissons zu probieren, eine traditionelle örtliche Süßigkeit aus Mandelpaste und kandierter Melone, die die Form einer kleinen Raute hat und in wunderschönen Blechdosen verkauft wird.

7. Auf den Spuren des Malers Paul Cézanne

Die Stadt Aix ist aber vor allem und untrennbar mit der Persönlichkeit des berühmten Impressionisten und Vaters der modernen Kunst, Paul Cézanne, verbunden. Dieser geniale Maler wurde hier geboren, schuf hier seine größten Werke und hinterließ in den Straßen und der umliegenden Landschaft eine unauslöschliche historische Spur. Die ganze Stadt ist regelrecht durchzogen von messingfarbenen Bodenplatten mit dem Buchstaben C, die dich Schritt für Schritt zu den Orten führen, die mit seinem außergewöhnlichen Leben verbunden sind.

Das größte Erlebnis ist der Besuch des Atelier des Lauves, seines letzten Arbeitsateliers, das genau in dem Zustand erhalten geblieben ist, in dem er es vor seinem Tod verließ. In dem hellen Raum mit dem riesigen Fenster liegen noch seine alten, verstaubten Pinsel, Arbeitskittel und die kleinen Gegenstände und Modelle, die er so gerne und oft in seinen berühmten Stillleben malte.

Die zweite absolut zentrale Station ist dann der Familiensitz Bastide Jas de Bouffan, der eine sehr umfangreiche und kostspielige Renovierung durchlief. Im Jahr 2025 wurde er endlich feierlich wieder für die Öffentlichkeit eröffnet, und für die Saison 2026 läuft er bereits im vollen Betrieb – überprüfe aber lieber vorab online die aktuellen Öffnungszeiten, denn sie ändern sich bei diesen Sehenswürdigkeiten je nach Jahreszeit recht häufig.

💡 Tipp: Begib dich ein Stück außerhalb der Stadt zum Hügel Terrain des Peintres, von wo Cézanne am häufigsten sein geliebtes Massiv Montagne Sainte-Victoire malte – hier findest du schöne Reproduktionen seiner Bilder, die direkt in die Landschaft gesetzt sind.

8. Avignon und der majestätische Papstpalast

Als sich im vierzehnten Jahrhundert der damalige Papsthof überraschend von Rom nach Avignon verlagerte, verwandelte das diese zuvor verschlafene Stadt am Ufer der Rhône in das Zentrum der christlichen Welt. Geblieben ist von ihnen der Palais des Papes, der Papstpalast, der mit Abstand größte gotische Bau der Welt. Er sieht eher aus wie eine uneinnehmbare militärische Festung als wie ein geistlicher Sitz, und seine kahlen Steinmauern und massiven Türme flößen bis heute riesigen Respekt ein.

Der Grundeintritt ins Innere des Palastes kostet dich rund 12 Euro, wobei die Besichtigung des Labyrinths aus Gängen mindestens zwei Stunden in Anspruch nimmt. Für 2026 hat der Palast außerdem eine große technologische Neuheit vorbereitet: Ab dem 1. Mai erhalten die Besucher im Eintrittspreis ein innovatives HistoPad. Es ist ein spezielles Tablet mit Elementen der Augmented Reality, das die leeren und kalten Steinsäle wieder in ihre prächtige Gestalt aus dem 14. Jahrhundert verwandelt.

Dank dieser großartigen Technologie siehst du reiche historische Fresken, zeitgenössische bemalte Möbel und virtuell lodernde Feuer in den riesigen Kaminen. Ohne diesen cleveren Begleiter wäre der Besuch nur ein recht gewöhnlicher Spaziergang durch leere Gänge. Für mehr Details über diese Stadt lies unbedingt unseren ausführlichen Artikel über Avignon.

💡 Tipp: Im riesigen Innenhof des Palastes ist es im Sommer unfassbar heiß, ich empfehle dir, die Besichtigung gleich früh morgens zur ersten Öffnungsstunde zu machen, wenn die Steinsäle von der Nacht noch angenehm abgekühlt sind.

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9. Die legendäre Brücke von Avignon

Bei einem Besuch in Avignon darfst du garantiert auch die berühmte Pont Saint-Bénézet nicht verpassen, die die allermeisten Menschen eher unter der volkstümlichen Bezeichnung Brücke von Avignon kennen. Es ist genau die Brücke, die in dem berühmten französischen Kinderlied besungen wird, „Sur le pont d’Avignon“, und die heute schon etwas komisch in der Mitte der reißenden Rhône endet, weil ihren Rest in der Vergangenheit verheerende Frühjahrshochwasser endgültig wegrissen.

Statt einzelne Tickets zu kaufen, empfehle ich dir wärmstens, gleich für das vorteilhafte Kombiticket für 15,50 Euro draufzuzahlen, das dich problemlos sowohl in den Papstpalast als auch direkt auf die erhaltenen Bögen dieser mittelalterlichen Brücke lässt. Der Spaziergang über die Brücke dauert zwar nicht lange, bietet aber einen absolut grandiosen Blick zurück auf die stark befestigte Stadt und den monumentalen Palast.

Direkt auf der Brücke befindet sich auch eine kleine zweistöckige Kapelle des heiligen Nikolaus, in der in der Vergangenheit Schwimmer und Schiffer für eine sichere Fahrt über den unberechenbaren Fluss beteten. Der Spaziergang entlang der Rhône ist dann eine sehr angenehme Abwechslung an einem heißen Nachmittag, wenn du genug von den aufgeheizten Stadtstraßen hast.

💡 Tipp: Das schönste Foto der ganzen Brücke samt Palast im Hintergrund machst du vom gegenüberliegenden Flussufer oder von der Insel Île de la Barthelasse, auf die du mit einer kostenlosen Fähre direkt aus dem historischen Zentrum gelangst.

10. Pont du Gard und die abendliche Lichtshow

Etwa dreißig Kilometer von Avignon entfernt steht eines der atemberaubendsten historischen Denkmäler ganz Frankreichs, das riesige römische Aquädukt Pont du Gard. Dieser dreistöckige steinerne Gigant auf der UNESCO-Liste hat unglaubliche zweitausend Jahre Hochwasser und Kriege überstanden und nimmt einem bis heute mit seiner absoluten ingenieurtechnischen Perfektion und außergewöhnlichen architektonischen Eleganz den Atem.

Der Fußzugang zum Aquädukt und in die umliegende Natur ist zwar völlig kostenlos, aber stelle dich auf recht hohe Parkgebühren ein, die de facto als fester Eintritt für die ganze Besatzung des Autos funktionieren. Ohne Auto kommst du mit einem Regionalbus aus Avignon oder aus der Stadt Nîmes hierher, aber die Verbindungen fahren nicht allzu oft, du musst also die Fahrpläne sorgfältig im Auge behalten. An heißen Tagen kannst du außerdem direkt im Fluss Gardon unter den Bögen der Brücke baden.

In der Sommersaison 2026 stelle dich hier außerdem auf unglaubliche abendliche Magie ein. Vom 15. Mai bis 20. September wird die Brücke nach Einbruch der Dunkelheit wunderschön künstlerisch beleuchtet, und in der Hauptsaison vom 4. Juli bis 30. August findet eine großartige audiovisuelle Show statt. Diese antiken Bögen unter dem sternenklaren Sommerhimmel in allen Farben spielen zu sehen, ist schlicht ein Erlebnis, das du dir auf keinen Fall entgehen lassen darfst.

💡 Tipp: Nimm eine Decke und einen Picknickkorb voller provenzalischer Käsesorten und Gemüse mit, setz dich vor Sonnenuntergang ans Flussufer und warte in Ruhe bis zur völligen Dunkelheit auf den Beginn der Lichtshow.

11. Das Dorf Gordes im Luberon-Gebirge

Wenn du genau jene romantische Provence aus den Büchern von Peter Mayle suchst, musst du ins bezaubernde Luberon-Gebirge aufbrechen. Genau hier findest du die berühmten Dörfer, die an Hügeln hängen – auf Englisch perched villages genannt – und die regelmäßig die landesweiten Umfragen über die schönsten historischen Dörfer ganz Frankreichs gewinnen.

Beginne deine Erkundung in Gordes, denn schon die Anfahrt zu diesem Ort ist ein visuelles Ereignis für sich. Die Straße biegt plötzlich scharf ab, und vor dir erscheint eine Kaskade heller Steinhäuser, die an die steile Klippe geklebt sind und über die majestätisch eine Renaissance-Burg thront. Halte am Aussichtspunkt kurz vor dem Dorf und sauge diesen perfekten Anblick in dich auf, auch wenn du in der Sommersaison um einen guten Platz mit Dutzenden anderer Fotografen kämpfen musst.

Im Dorf erwarten dich krumme gepflasterte Gassen, teure Boutiquen, gemütliche Cafés und großartige Ausblicke tief ins grüne Tal. Gordes ist extrem beliebt und im Sommer ist hier wirklich viel los, ich empfehle dir deshalb, gleich früh am Vormittag aufzubrechen, solange die engen Gassen noch relativ passierbar sind und sich ruhige Winkel finden lassen. Den Ausflug kannst du dann leicht mit einem Besuch der nahen Abtei Sénanque verbinden.

💡 Tipp: Lass dir den faszinierenden Besuch des unterirdischen Labyrinths Caves du Palais Saint Firmin direkt unter dem Zentrum von Gordes nicht entgehen, wo du alte in den Fels gehauene Olivenölpressen siehst und für einen Moment der sommerlichen Hitze entfliehst.

12. Roussillon und seine roten Ockerfelsen

Nur wenige Kilometer weiter von Gordes liegt das Dorf Roussillon, das auf den ersten Blick aussieht, als hätte es jemand versehentlich aus dem Wilden Westen in Colorado hierher versetzt. Während der Rest des Luberon traditionell aus hellem Kalkstein gebaut ist, liegt Roussillon auf einem riesigen Vorkommen natürlichen Ockers, und alle Häuser hier spielen in bunten Tönen von leuchtendem Gelb bis zu sattem, blutigem Rot.

Zahle unbedingt den Eintritt für den berühmten Ockerpfad Le Sentier des Ocres, der gleich am Rand des Dorfes beginnt. Du läufst durch ehemalige Steinbrüche, wo die bunten Felsen eine absolut surreale Landschaft bilden, die mit den sattgrünen Kiefern und dem blauen Himmel kontrastiert. Der Pfad hat zwei gut markierte Rundwege, wobei der kürzere etwa dreißig Minuten dauert und du den längeren in knapp einer Stunde schaffst. Wenn du Zeit hast, halte unbedingt auch im nahen, ruhigeren Ménerbes oder an der Flussquelle in Fontaine-de-Vaucluse.

Beim Besuch der Ockerbrüche denke an eine sehr wichtige Regel: der feine rote Staub gelangt dir sofort überallhin, nimm zu diesem Ausflug also auf keinen Fall weiße Leinenschuhe oder helle Kleidung mit, denn natürlicher Ocker lässt sich unglaublich schwer auswaschen und hinterlässt dauerhafte Flecken.

💡 Tipp: Halte in den kleinen örtlichen Läden und kauf dir natürliche Ockerpigmente in Pulverform, die hier in kleinen Gläschen verkauft werden und ein absolut einzigartiges Souvenir für jeden Malliebhaber sind.

13. Blühender Lavendel auf dem Plateau de Valensole

Viele Menschen reisen erst im August in diese Region, zahlen riesige Summen für die Unterkunft und schauen dann nur weinend auf abgeerntete und ausgedörrte braune Felder. Der Lavendel wartet nämlich nicht auf deinen Urlaub und hat seinen klar vorgegebenen natürlichen Zyklus. Die Hauptblütezeit dauert etwa von Mitte Juni bis Ende Juli, wobei der absolute violette Höhepunkt auf die Wende dieser beiden Monate fällt.

Der bekannteste Ort für die ikonischsten Fotos ist das weitläufige Hochplateau Valensole, wo endlose Felder violetter Schönheit buchstäblich bis hinter den Horizont reichen. Angebaut wird hier überwiegend Lavandin, ein robuster Hybrid, der riesige und fotogene Sträucher mit sehr starkem Duft bildet. In der Hochsaison stelle dich hier auf massive Touristenmassen ein, die sich mit Hüten in jeder freien Reihe fotografieren.

Pass mit dem Timing deiner Reise nach den örtlichen Festivals besonders auf, denn das ist eine häufige Touristenfalle. Das berühmte Festival in Valensole findet immer am dritten Sonntag im Juli statt, was wie der ideale Termin klingt, in Wirklichkeit aber eine Feier der bevorstehenden Ernte ist. So kann es dir leicht passieren, dass du zum Fest kommst, duftende Seifen kaufst, aber die schönsten umliegenden Felder leider schon kahl abgeerntet sind.

💡 Tipp: Wenn du das blühende Valensole ohne Hunderte Busse und Stress erleben willst, komm in der letzten Juniwoche hierher und sei schon gegen halb sieben Uhr morgens auf den Feldern, wenn gerade die Sonne aufgeht und die Farben am leuchtendsten sind.

14. Abtei Sénanque und ruhigere Felder in Sault

Das absolut ikonische und wahrscheinlich bekannteste Foto ganz Frankreichs schießt du an der Abtei Notre-Dame de Sénanque in der Nähe von Gordes. Es handelt sich um eine schlichte romanische Zisterzienserabtei aus dem 12. Jahrhundert, vor der sich in perfekter Symmetrie ein vollkommenes Feld violetten Lavendels erstreckt. Die Mönche leben hier noch immer in Stille, bauen Pflanzen an und füllen hervorragenden hausgemachten Honig ab.

Es ist ein Ort absoluter Ruhe und geistlicher Einkehr – sofern du nicht Mitte Juli zur prallen Mittagszeit hierherkommst, wenn der kleine Parkplatz unter dem riesigen Ansturm der Reisebusse aus allen Nähten platzt. Wenn du allerdings an einen späten Sommertermin für den Urlaub gebunden bist, wird das Hochplateau Albion und die Umgebung des Städtchens Sault deine Rettung sein.

Dieses Gebiet liegt in deutlich höherer Lage, sodass der Lavendel hier merklich später aufblüht, Mitte Juli seinen Höhepunkt erreicht und oft bis Anfang August blüht. Angebaut wird hier ausschließlich echter Lavendel, der zwar etwas kleinere Sträucher hat als der Lavandin auf Valensole, dafür aber mit einem viel feineren und edleren Duft glänzt. Die Atmosphäre ist hier zudem ungleich ruhiger, und das örtliche Festival findet erst am 15. August statt.

💡 Tipp: Zur Abtei Sénanque führt eine sehr enge und kurvige Zufahrtsstraße, auf der zwei Autos einander nur mit großer Mühe ausweichen können. Fahr deshalb sehr vorsichtig und halte dich strikt an den Einbahnverkehr, falls er gerade ausgeschildert ist.

Wohin von der Provence aus weiter

Wenn du ein Auto und genug freie Zeit zur Verfügung hast, bietet diese Region viele weitere Möglichkeiten, an die du deine Entdeckungsreise nahtlos anknüpfen kannst. Wenn du dramatische Natur liebst und es dir nichts ausmacht, über tiefen Abgründen zu fahren, brich unbedingt zum nahen Verdon-Canyon auf, der oft als großer Canyon Europas bezeichnet wird und absolut fantastische Ausblicke sowie Tretbootverleihe direkt am türkisfarbenen Fluss bietet.

Wenn du genug vom aufgeheizten Hinterland hast und dich nach etwas Luxus, Meeresbrise und Kieselstränden sehnst, musst du nur ein Stück weiter nach Osten ziehen. Dort wartet die berühmte Französische Riviera mit Städten wie Nizza, Cannes oder Monaco auf dich, wo du die Atmosphäre luxuriöser Yachten und eleganter Küstenpromenaden in dich aufsaugen kannst.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Zeit für Lavendel in der Provence?

Größte Sicherheit auf blühende violette Felder hast du immer von Ende Juni bis etwa Mitte Juli. In den niedrigeren Lagen bei Valensole beginnt die Ernte bereits um Mitte Juli, während das höher gelegene Sault bis Anfang August blüht, bevor auch dort die Landmaschinen auffahren.

Ist die Stadt Marseille für Touristen sicher?

Die üblichen Touristenzonen wie Vieux-Port, die Museumsumgebung und das historische Zentrum sind absolut sicher. Die Drogenkriminalität findet in isolierten nördlichen Vororten statt, die Sie als Tourist niemals besuchen werden. Im Zentrum sollten Sie nur auf Taschendiebe in Menschenmengen oder in der Metro achten, wie in anderen Großstädten auch, und nach Einbruch der Dunkelheit die Umgebung des Bahnhofs Saint-Charles sowie die Viertel Noailles und Belsunce meiden.

Was ist die ZFE-Zone in Marseille und wie ändert sie sich im Jahr 2026?

Hier handelt es sich um eine strenge Umweltzone im erweiterten Stadtzentrum, die rund um die Uhr gilt. Ab 2026 gilt ein absolutes Einfahrverbot für Autos mit Crit’Air-Plakette 4 und 5, auch für Fahrzeuge mit tschechischem Kennzeichen. Die Umweltplakette muss vorab online für etwa 5 Euro erworben werden, andernfalls droht ein Bußgeld von 68 bis 375 Euro.

Wie bewegt man sich am besten in der Region fort?

Große Städte wie Marseille, Aix oder Avignon sind hervorragend mit den Hochgeschwindigkeitszügen TGV und Regionalverbindungen erschlossen, aber in die kleineren Dörfer im Luberon-Gebirge und zu den Lavendelfeldern kommst du praktisch nur mit einem eigenen oder Mietwagen. Ich empfehle dir, einen Wagen rechtzeitig direkt am Flughafen zu reservieren.

Wie viel kostet die Maut auf französischen Autobahnen?

In Frankreich gibt es keine klassischen Autobahnvignetten, die Maut wird bar oder mit Karte direkt an den Mautstationen bezahlt. Der Richtpreis für das Jahr 2026 liegt bei etwa 9,50 Euro pro 100 gefahrene Kilometer, sodass längere Fahrten das Budget durchaus belasten können.

Wann haben die Restaurants geöffnet und wie sieht es mit Englisch aus?

Die Franzosen halten sich strikt an die Essenszeiten. Das Mittagsmenü bekommt ihr ausschließlich zwischen 12:00 und 14:00 Uhr. Wenn ihr später ankommt, ist die Küche bereits geschlossen und öffnet erst wieder zum Abendessen gegen 19:00 Uhr. Bei der Kommunikation mit dem Personal solltet ihr immer mit einem „Bonjour“ beginnen, bevor ihr ins Englische wechselt – dieser kleine Respekt gegenüber der Sprache kann wahre Wunder bewirken.

Wie viel kostet das Essen im Restaurant?

Die Preise im Jahr 2026 sind nicht gerade die niedrigsten. Ein klassisches Mittagsmenü mit drei Gängen bekommt man im Bistro für 15 bis 25 Euro, während ein Standard-Abendessen ohne Wein mindestens 20 bis 35 Euro pro Person kostet. Das Trinkgeld in Höhe von 15 % ist gesetzlich bereits im Preis inbegriffen, sodass ein zusätzliches Trinkgeld nicht unbedingt Pflicht ist.

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Vulkane auf Island: Der aktive Reykjanes, Krater und wo du 2026 Lava siehst

TL;DRSeit 2021 ist die Reykjanes-Halbinsel aktives Vulkangebiet – zwölf Eruptionen gab es hier bereits. Das evakuierte Grindavík bleibt für Touristen gesperrt, doch die Lavafelder am Fagradalsfjall, das Geothermalgebiet Krýsuvík/Seltún und die heiße Quelle Gunnuhver kannst du gefahrlos besuchen – und das kostenlos. Fließende Lava zu sehen garantiert dir niemand, dafür sorgt aber die Lava Show in Reykjavík oder Vík (ab 5.900 ISK). Die roheste, marsähnliche Landschaft findest du im Norden am See Mývatn: das Feld Hverir, der Krater Krafla mit dem Kratersee Víti und das Lavalabyrinth Dimmuborgir. Die Eruptionen sind effusiv und gefährden Flüge über Keflavík nicht. Die beste Reisezeit ist Ende Mai bis Mitte Oktober.

Der Wind schlägt dir direkt ins Gesicht, sobald du zum ersten Mal aus der Ankunftshalle in Keflavík trittst, und die Luft riecht nach feuchter Erde und ganz leicht nach Schwefel. Rundherum erstreckt sich eine endlose Ebene aus schwarzgrauer Lava, überzogen von einer dicken Moosschicht, sodass du das Gefühl hast, jemand hätte dich gerade auf einem anderen Planeten abgesetzt. Genau so erinnere ich mich an unsere Ankunft auf Island – Lukáš und ich waren an der Wende von September zu Oktober 2018 dort, um die Vulkane auf Island aus nächster Nähe zu erleben.

Kein sanftes Herantasten – dieses Land wirft dich sofort in seine raue und absolut faszinierende Welt. Unser Hauptziel damals war die Natur, und natürlich wollten wir sehen, wie isländische Vulkane aus der Nähe aussehen.

Obwohl wir damals keine fließende Lava gesehen haben, weil gerade eine ruhigere Phase herrschte, haben wir die vulkanische und geothermale Landschaft an vielen Orten erlebt. Schon am ersten Tag spazierten wir zwischen brodelnden Tümpeln, und als wir dann am neunten Tag unseres Roadtrips im Norden am See Mývatn standen, kam ich mir buchstäblich wie auf dem Mars vor.

In den letzten Jahren hat sich die Lage allerdings stark verändert, und die vulkanische Aktivität auf der Halbinsel Reykjanes füllt praktisch ununterbrochen die Titelseiten der Zeitungen. Seit 2021 ist das Gebiet nahe dem Flughafen zum Leben erwacht, und die Eruptionen lösen sich hier eine nach der anderen ab.

In diesem Artikel findest du einen kompletten Reiseführer durch das vulkanische Island und jede Menge Tipps, was du in den aktiven Regionen sehen und unternehmen kannst. Ich verrate dir, wo du die schönsten Kraterseen findest, wie es aktuell um die Sicherheit steht und warum du keine Angst haben musst, dass eine Eruption deinen Rückflug streichen könnte.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit für den ganzen Artikel haben

  • Keine Gefahr für Flugzeuge: Die Eruptionen auf der Halbinsel Reykjanes sind effusiv, das heißt, die Lava fließt ruhig aus und es bildet sich keine Vulkanasche. Der Flughafen Keflavík funktioniert ohne Einschränkungen.
  • Wo du geothermale Wunder gratis siehst: Das Gebiet Krýsuvík und Seltún (nur einen Katzensprung vom Flughafen) bietet wunderschöne bunte Schlammtümpel und heiße Quellen.
  • Das evakuierte Grindavík: Das Städtchen ist wegen Erdspalten für Touristen gesperrt und streng bewacht – respektiere das und versuche nicht, dorthin zu gelangen.
  • Die beste vulkanische Landschaft liegt im Norden: Wenn du eine Mondlandschaft sehen willst, fahr zum See Mývatn, erkunde das brodelnde Hverir und wirf einen Blick in den Krater Víti am Vulkan Krafla.
  • Fließende Lava kann niemand garantieren: Frische Lava zu sehen hängt von riesigem Glück mit einer laufenden Eruption ab – aber in Reykjavík kannst du zur Lava Show gehen, wo dir geschmolzene Lava live gezeigt wird.
  • Sicherheit zuerst: Vor jedem Ausflug in die Natur prüfst du absolut immer die Website safetravel.is.

Wann fahren und wie du hinkommst

Island ist zwar ein Ganzjahresziel, aber wenn du einen Roadtrip ohne den ständigen Stress von Schneestürmen und unpassierbaren Straßen genießen willst, brichst du am besten von Ende Mai bis Mitte Oktober auf. Von Deutschland gibt es zahlreiche Direktverbindungen – Condor und Eurowings fliegen ab Frankfurt, München oder Berlin in etwa vier Stunden nach Keflavík. Eine tolle Option ist auch Icelandair mit Zwischenstopp, bei dem du das großartige Stopover-Programm nutzen und auf Island bis zu sieben Nächte Halt machen kannst, ohne Aufpreis für den Flug über den Atlantik.

Günstige Flüge suchen wir traditionell über Skyscanner oder Kiwi – unsere Lieblingsportale zum Preisvergleich. Pass nur bei alten gedruckten Reiseführern auf, die oft die Billigfluglinie PLAY Airlines erwähnen, denn die ist bereits im Herbst 2025 pleitegegangen. Wenn du deine Reise für den August 2026 planst, stell dich auf absolutes Chaos ein, denn am 12. August erlebt Island eine totale Sonnenfinsternis, die direkt von Reykjavík und Reykjanes aus zu sehen sein wird – schon lange im Voraus sind die Unterkünfte ausgebucht und die Flugpreise astronomisch.

Um die Vulkane und Krater außerhalb der Hauptstadt zu erkunden, brauchst du hundertprozentig ein Auto, denn der öffentliche Nahverkehr außerhalb der Metropole funktioniert eher eingeschränkt und nur im Sommer. Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit dem Vergleichsportal DiscoverCars gemacht, das wir überall auf der Welt nutzen. Zahl aber unbedingt für eine gute Versicherung gegen Lackschäden durch Asche und Sand (SAAP) drauf, denn der isländische Wind kann ein Auto mit dem feinen Vulkanstaub in wenigen Minuten buchstäblich bis aufs Blech sandstrahlen.

Rechne außerdem damit, dass in Island seit 2026 eine neue Kilometersteuer anstelle der Kraftstoffsteuer gilt, die für Pkw und SUVs 6,95 ISK (etwa 0,05 €) pro gefahrenem Kilometer beträgt und dir die Autovermietung bei der Rückgabe zuverlässig in Rechnung stellt. Und ein kleiner, aber absolut entscheidender Praxistipp: Auf Island weht es so stark, dass der Wind dir die Autotür aus den Angeln reißen kann, wenn du sie unvorsichtig öffnest – und das deckt keine Versicherung ab. Parke also immer gegen den Wind und halte die Tür beim Öffnen mit beiden Händen fest.

Wo übernachten und was es kostet

Der beste strategische Stützpunkt, um den Südwesten Islands und die aktive Halbinsel Reykjanes zu erkunden, ist ganz klar Reykjavík selbst oder die Städtchen in seiner unmittelbaren Umgebung. Keine Sorge, die aktuelle vulkanische Aktivität bedroht die Hauptstadt in keiner Weise, denn die Eruptionen laufen rund vierzig Kilometer entfernt ab und die Lava fließt in unbewohnte Täler.

Unterkünfte auf Island waren noch nie günstig, und in der Hauptsaison steigen die Preise noch weiter, deshalb solltest du am besten alles mehrere Monate im Voraus buchen.

💡 Konkrete Tipps für Unterkünfte (Preise und Verfügbarkeit prüfst du über Booking.com, buche rechtzeitig – in der Saison und rund um die Sonnenfinsternis 2026 sind sie Monate im Voraus weg):

Für ein ordentliches Doppelzimmer in einem einfacheren Gästehaus mit geteiltem Bad zahlst du rund 15 000 bis 20 000 ISK pro Nacht (etwa 100 bis 140 €), während klassische Hotels im Zentrum von Reykjavík mit eigenem Bad und Frühstück bei etwa 30 000 ISK (über 200 €) pro Nacht beginnen.

Booking.com ist unsere liebste Hotelsuchmaschine, und gerade auf Island hat es sich enorm gelohnt, Unterkünfte zu suchen, die eine kleine gemeinsame Küche haben. Wenn du dein Abendessen aus lokalen Zutaten selbst kochst, sparst du nämlich riesige Summen, denn Essen im Restaurant reißt ein wirklich gigantisches Loch ins Budget.

Der aktive Reykjanes: 5 Orte, die du sehen musst

Die Halbinsel Reykjanes funktioniert wie ein riesiges geologisches Labor in Echtzeit, und genau hier finden derzeit die bekanntesten isländischen Vulkanausbrüche statt. Seit März 2021 ist das Gebiet zu unglaublicher Aktivität erwacht, und es gab hier bereits zwölf Vulkanausbrüche, die die örtlichen Karten komplett neu geschrieben haben.

Die gesamte Halbinsel liegt direkt auf der Bruchzone, wo sich die nordamerikanische und die eurasische tektonische Platte voneinander wegbewegen, sodass die Erde hier buchstäblich atmet, knirscht und an vielen Stellen zischt. Schauen wir uns die konkreten Orte an, die du hier absolut sicher besichtigen kannst.

1. Krýsuvík und Seltún (ein geothermales Märchen)

Als wir auf Island ankamen, steuerten wir gleich am ersten Tag vom Flughafen aus das Geothermalgebiet Krýsuvík an, das auf Karten oft als Seltún bezeichnet wird und rund eine halbe Stunde Fahrt von Reykjavík entfernt liegt. Es ist ein absolut zauberhafter Ort nur einen Katzensprung von der Hauptstraße entfernt, wo du auf angelegten Holzstegen direkt zwischen heißen Quellen und brodelndem Schlamm spazierst.

Wir verbrachten damals eine sehr angenehme Stunde mit Fotografieren und sogen zum allerersten Mal am eigenen Leib diesen typischen Schwefelgeruch und den zischenden Dampf ein.

Die Erde spielt hier in absolut unglaublichen Schattierungen von leuchtendem Gelb über ziegelrot bis giftgrün – dafür sorgen die verschiedensten ausgeschwemmten Mineralien und winzige thermophile Bakterien, für die dieses extreme Milieu ein natürliches Zuhause ist.

Der Eintritt ist hier völlig kostenlos, das Gebiet ist perfekt zugänglich, und zudem drängeln sich hier nicht so viele Reisebusse voller Touristen wie am nahen berühmten Golden Circle, sodass du die raue isländische Atmosphäre in ziemlich angenehmer Ruhe auskosten kannst.

2. Gunnuhver und die Brücke zwischen den Kontinenten

Wenn du mit dem Auto die Westküste der Halbinsel Reykjanes erkundest, darfst du auf keinen Fall den Halt am Geothermalfeld Gunnuhver auslassen. Es ist ein enorm mächtiger und überraschend lauter Schlammsprudel, aus dem so dichter Dampf aufsteigt, dass du manchmal wirklich keinen Schritt weit sehen kannst, und das Geräusch der entweichenden Gase erinnert stellenweise eher an einen startenden Düsenjet.

Einer alten isländischen Legende zufolge spukt hier ein böser Geist namens Gudrun, den ein schlauer Ortspfarrer für immer in einer heißen Quelle eingesperrt hat – und wenn du gerade in diesem tosenden dichten Nebel stehst, glaubst du solchen Ammenmärchen erstaunlich leicht 😅.

Nur ein Stück weiter die Straße Richtung Norden findest du die sogenannte Brücke zwischen den Kontinenten (Bridge Between Continents), eine rund fünfzehn Meter lange Metallbrücke, die sich elegant über einen tiefen Sandspalt im schwarzen Lavafeld spannt.

Sie verbindet symbolisch Europa und Nordamerika, sodass du buchstäblich in nur wenigen Sekunden von einer mächtigen tektonischen Platte auf die andere hinüberlaufen kannst. Es ist ein ziemlich schneller und interessanter Zwischenstopp, um sich nach dem langen Flug die Beine zu vertreten – und auch hier zahlst du wieder absolut keinen Eintritt.

3. Das evakuierte Grindavík und die Lavafelder von Fagradalsfjall

Wenn heute in den Nachrichten von isländischen Vulkanen die Rede ist, denken die meisten Menschen gerade an das Gebiet rund um das kleine Fischerstädtchen Grindavík, das bis vor Kurzem noch knapp viertausend Einheimischen ein Zuhause war. Wegen der riesigen Risse in den Straßen und der extremen Menge an Magma unter der Erdoberfläche (Ende Mai 2026 wurden hier rekordverdächtige über 26 Millionen Kubikmeter gemessen) musste die Stadt jedoch komplett evakuiert werden und ist eher zu einer traurigen Geisterstadt geworden.

Die Behörden verbieten den Zutritt streng, alle Zufahrtsstraßen werden von Rettungskräften bewacht, und das Gebiet ist tatsächlich lebensgefährlich. Versuche also bitte nicht, aus Neugier irgendwie hineinzugelangen, und respektiere die Sperrungen.

Du kannst dich aber problemlos zu den angelegten Parkplätzen am Vulkan Fagradalsfjall begeben, wo in den Jahren 2021 bis 2023 die allerersten bekannten Eruptionen abliefen. Zu sehen sind hier riesige und faszinierende neue Lavafelder, aus denen an bestimmten Stellen noch immer leichter Rauch aufsteigt, auch wenn die Lava selbst nicht mehr fließt.

Hier führen bestens markierte Routen entlang, wobei die beliebteste Route A rund sieben Kilometer lang ist und dich zwei bis drei Stunden ziemlich steilen Aufstiegs kostet, während die kürzere Route C eine etwa vier Kilometer lange und noch steilere Wanderung mit tollen Ausblicken bietet. Der weitläufige Parkplatz am Fuß ist gebührenpflichtig, und die Parkgebühr lässt sich sehr bequem über eine lokale Handy-App bezahlen.

4. Blue Lagoon und die vulkanische Spannung

Die ikonische Blaue Lagune (Blue Lagoon) mit ihrem wunderschönen milchig-blauen Wasser liegt in unmittelbarer Nähe der stark aktiven vulkanischen Zone Svartsengi und hat in den letzten Jahren wegen der nahen Eruptionen eine wirklich sehr wilde Zeit durchgemacht. Wegen der zunehmenden vulkanischen Aktivität musste sie von den örtlichen Rettungskräften mehrfach vorsorglich evakuiert werden, und heute müssen sie neu errichtete riesige Erdwälle schützen, die einen möglichen Strom der unaufhaltsamen Lava umleiten sollen.

Der Komplex hat zwar einen bestens ausgearbeiteten Evakuierungsplan und wurde ab dem Frühjahr 2026 im sogenannten dynamischen Modus wieder sicher geöffnet, aber als Besucher musst du einfach damit rechnen, dass sich die Lage jederzeit von einem Tag auf den anderen ändern kann und deine lange geplante Reservierung storniert werden könnte.

Das Wasser in der Lagune hat herrliche 37 bis 40 Grad und enthält heilenden Kieselschlamm, den du dir als natürliche Maske direkt während des Badens ins Gesicht schmieren kannst. Das Basis-Ticket kostet dich rund 11 990 ISK (etwas über 80 €), und eine Reservierung viele Wochen im Voraus ist heute absolute Pflicht.

Ein kleiner praktischer Tipp für die Damen: Das Mineralwasser tut zwar Wunder für die Haut, macht aber aus deinen schönen Haaren tagelang widerspenstiges, hartes Stroh. Schmiere sie deshalb vor dem Eintauchen unbedingt mit einer dicken Schicht Conditioner aus der Umkleide ein und stecke sie hoch.

5. Sky Lagoon als ruhigere Alternative

Wenn dir das vulkanische Risiko rund um die Blaue Lagune ein bisschen Angst macht oder du einfach keine Zeit in riesigen Touristenmassen verbringen willst, bietet Reykjavík eine absolut fantastische und viel neuere Alternative namens Sky Lagoon. Sie liegt nur wenige Fahrminuten vom Zentrum der Hauptstadt entfernt, sodass du problemlos hinkommst, und im Gegensatz zur Mondwüste auf der Halbinsel Reykjanes bietet sie einen atemberaubenden Infinity-Pool, der optisch perfekt mit den kühlen Wassern des Atlantiks verschmilzt.

Das Wasser ist hier herrlich klar, heiß, und das ganze Areal ist von künstlichen Klippen aus dunklem Basalt und traditionellen isländischen Grassodenhäusern gesäumt. Der Eintritt mit dem Basispaket Pure, das das absolut großartige siebenstufige isländische Ritual Skjól umfasst, liegt zwischen 12 000 und 14 000 ISK (rund 80 bis 95 €).

Während dieses Rituals wärmst du dich unter anderem in einer verglasten Sauna mit riesigem Fenster und Meerblick auf, gehst durch einen kühlen, erfrischenden Nebel und peelst dir zum Abschluss den Körper mit einem Salzpeeling – das wirkt insgesamt viel intimer und luxuriöser als die berühmtere Blue Lagoon.

💡 Tipp: Tickets und geführte Touren (auf Island und Umgebung) lohnt es sich, im Voraus online über GetYourGuide zu buchen – in der Saison sind sie schnell ausgebucht.

Krater und Lavahöhlen im Süden und Westen

Wenn dich die vulkanische Aktivität enorm interessiert, die Vulkane auf Island aber gerade wie zum Trotz keine Lava spucken, musst du keineswegs verzweifeln. Der Süden und Westen der Insel bietet eine unglaubliche Anzahl uralter Krater, perfekt erhaltener Calderen und geheimnisvoller unterirdischer Höhlen, die du in absoluter Sicherheit und ohne Angst vor einer unerwarteten Eruption besichtigen kannst.

Zudem liegen enorm viele davon perfekt in Reichweite eines entspannten Tagesausflugs von der Hauptstadt.

1. Kerið (roter Krater mit blauem Auge)

Der Halt am majestätischen Krater Kerið war eines unserer allerersten großen Erlebnisse gleich am ersten Tag unserer Islandreise. Dieser uralte Vulkankrater, dessen Alter Geologen auf über dreitausend Jahre schätzen, hat unglaublich satt rote Wände aus grober Vulkanschlacke, und auf seinem Grund liegt ein leuchtend blauer, undurchsichtiger Tümpel.

Dieser natürliche Farbkontrast ist live noch viel eindrucksvoller als auf jedem retuschierten Foto aus dem Internet, und wir haben dort damals viel Zeit damit verbracht, einfach still die Spiegelungen auf der ruhigen Wasseroberfläche zu beobachten.

Du kannst bequem am gesamten oberen Kraterrand entlangspazieren, von wo sich ein wirklich wunderschöner Panoramablick in die bunte Umgebung bietet, und dann über angelegte Holztreppen ganz hinunter direkt ans Wasser steigen.

Kerið liegt an der enorm beliebten Touristenroute des Golden Circle und ist als eine der wenigen rein natürlichen Sehenswürdigkeiten in ganz Island kostenpflichtig – der Eintritt beträgt derzeit 600 ISK pro Person (etwa 4 €), wobei Kinder bis zwölf Jahre zum Glück völlig kostenlos hineinkommen.

2. Die Lavahöhlen Raufarhólshellir und Vatnshellir

Willst du mit eigenen Augen sehen, was genau tief unter der Erdoberfläche passiert, nachdem dort mit enormer Geschwindigkeit glühend flüssiges Magma durchgeflossen ist? Rund dreißig Minuten bequeme Fahrt von Reykjavík entfernt findest du die sehr populäre Höhle Raufarhólshellir – ein massiver, kilometerlanger Lavatunnel mit wunderbar bunten Mineralienwänden und herrlichen Eisstalagmiten, die sich hier in den kälteren Wintermonaten auf natürliche Weise bilden.

Die einstündige Basisführung mit einem sehr witzigen einheimischen Guide kostet rund 8 900 ISK (etwa 60 €) und bringt dich sicher an geheimnisvolle Orte, an die du dich allein sicher nicht wagen würdest.

Eine weitere wirklich tolle und etwas wildere Möglichkeit ist die Höhle Vatnshellir, die sich auf der zauberhaften Halbinsel Snæfellsnes im Westen des Landes versteckt und in die man vorsichtig über eine schmale Wendeltreppe aus Metall bis in eine ordentliche Tiefe von fünfunddreißig Metern hinabsteigt. Der Eintritt ist hier für isländische Verhältnisse etwas freundlicher und kostet rund 5 400 ISK für Erwachsene (etwa 37 €).

In beiden Fällen bekommst du zu Beginn der Exkursion einen Schutzhelm mit Stirnlampe und musst dich darauf einstellen, dass tief unter der Erde ganzjährig eine sehr unangenehme Kälte herrscht. Vergiss also auch mitten im Sommer keinesfalls eine warme Winterjacke und Handschuhe.

3. Abstieg ins Innere des Vulkans Þríhnúkagígur

Das ist ein absolutes geologisches Unikat, und eine ähnlich verrückte Attraktion findest du nirgendwo sonst auf unserem ganzen Planeten. Der Vulkan namens Þríhnúkagígur (versuch mal, diesen Namen dreimal schnell hintereinander auszusprechen 😁) ist zwar nachweislich schon rund viertausend Jahre erloschen, aber das Unglaubliche an ihm ist, dass seine riesige Magmakammer nach der letzten Eruption nicht einfach in sich zusammengestürzt ist, wie es normalerweise passiert, sondern perfekt erhalten geblieben ist.

Die spezialisierte Agentur Inside the Volcano veranstaltet hier in der Saison von Mai bis Oktober faszinierende Expeditionen, bei denen dich eine spezielle offene Seilbahn satte hundertzwanzig Meter tief direkt ins riesige Innere der Erde hinablässt, das an den Wänden buchstäblich in allen erdenklichen Farben leuchtet – von Violett über Giftgelb bis satt Rot.

Es ist ein enorm exklusives und visuell überwältigendes Erlebnis, für das du aber auch ordentlich draufzahlst, denn das Ticket kostet weit über 50 000 ISK (mehr als 340 €), und wegen der begrenzten Kapazität musst du es viele Monate im Voraus direkt über die offizielle Website des Veranstalters reservieren.

Dieser ganze Ausflug beansprucht rund fünf bis sechs Stunden deiner Route, denn zum eigentlichen Vulkanschlot musst du zunächst etwa drei Kilometer zu Fuß über ein ziemlich raues Lavafeld gehen. Im stolzen Preis der Führung ist zum Glück auch eine traditionelle heiße isländische Fleischsuppe zum sofortigen Aufwärmen nach der Rückkehr an die Oberfläche enthalten – aus eigener Erfahrung können wir aber mit Freude bestätigen, dass sie dir vorab bereitwillig auch eine absolut hervorragende fleischlose Gemüsevariante zubereiten, wenn du Bescheid gibst ☺️.

4. Der Krater Grábrók im Westen

Wenn du von Reykjavík Richtung Nordwesten über die Hauptringstraße Nummer eins (Ring Road) fährst, mach unbedingt einen kurzen Halt am Vulkankrater Grábrók. Dieser schön geformte Krater, der sich direkt an der Straße erhebt, ist der perfekte Ort, um dir während der langen Fahrt die Beine zu vertreten.

Er entstand vor rund dreitausend Jahren während einer gewaltigen Spalteneruption und ist heute zum Großteil von wunderbar weichem, graugrünem isländischem Moos überzogen.

Der Aufstieg nach oben ist absolut unkompliziert und auch von kleinen Kindern zu schaffen, denn bis ganz zum Kraterrand führen sehr gut instand gehaltene Holztreppen, die die empfindliche Natur vor dem Zertreten schützen.

Vom Gipfel bietet sich dir ein atemberaubender Blick in den tiefen Schlund des Kraters selbst sowie auf das weitläufige umliegende Lavafeld Borgarfjörður, wobei diese ganze kleine Expedition rund dreißig Minuten dauert und man hier überhaupt keinen Eintritt zahlt.

Mývatn und der Norden Islands: Wo du dich wie auf dem Mars fühlst

Wenn du auf deiner Reise die allerepischste und rauste vulkanische Landschaft suchst, musst du einfach bis in den fernen Norden fahren. Als wir während unseres herbstlichen Roadtrips am neunten Tag in der weitläufigen Region des Sees Mývatn ankamen, verschlug es mir schlichtweg die Sprache.

Überall um uns herum waren tiefe Risse, symmetrische Krater, zischende Löcher in der Erde und riesige tiefschwarze Lavafelder, die sich bis zum Horizont zogen. Der Nordvulkan namens Krafla schläft zwar derzeit schon einige Zeit ruhig, aber seine wilde Umgebung gehört zweifellos zu den interessantesten Orten dieses ganzen nordischen Landes.

1. Hverir und Námafjall

Das gewaltige Geothermalfeld Hverir, das sich direkt am Fuß des verfärbten Bergs Námafjall befindet, erkennst du absolut zuverlässig schon aus der Ferne an den riesigen, zum Himmel aufsteigenden Dampfwolken und außerdem am sehr spezifischen und ziemlich starken Schwefelgeruch, der treffend an faule Eier erinnert.

Sobald du dich aber nach ein paar Minuten an diesen seltsamen Geruch gewöhnt hast, erwartet dich ein unglaublicher Spaziergang buchstäblich über eine Mondlandschaft, bedeckt mit grauem, laut brodelndem Schlamm und kleinen Häufchen aufgeschichteter Steine, aus denen mit gewaltigem, ja beängstigendem Zischen unablässig kochender Dampf aus den Tiefen der Erde entweicht.

Die Erde spielt hier in absolut unglaublichen Farben, wobei im Blick satt Ockergelb und grelles Orange vorherrschen, und rund um die gefährlichen Austritte sind aus gutem Grund niedrige Seilabsperrungen errichtet, hinter die man unter keinen Umständen gehen darf.

Die Temperatur des brodelnden Schlamms und des entweichenden Dampfes ist hier wirklich extrem, und versehentlich in die heiße Erde einzubrechen würde sofortige, lebensgefährliche Verbrennungen bedeuten. Der eigentliche Zutritt zum Gebiet Hverir ist für alle Besucher völlig kostenlos, nur am weitläufigen Parkplatz findest du moderne Automaten zur Zahlung der Parkgebühr.

2. Der Vulkan Krafla und der Krater Víti

Nur ein kleines Stück Autofahrt hinter dem Hügel vom schwefligen Hverir liegt die riesige Vulkancaldera des Vulkans Krafla, und Lukáš und ich kamen damals bei ziemlich kaltem und windigem Wetter hier an, was meiner Meinung nach die raue, unwirtliche Atmosphäre des ganzen Ortes nur perfekt verstärkt hat.

Der größte visuelle Anziehungspunkt ist hier der riesige Explosionskrater namens Stóra-Víti, der während einer außergewöhnlich massiven und zerstörerischen Eruption im Jahr 1724 entstand. Im Inneren dieses majestätischen Kraters findest du heute einen großartigen, faszinierend undurchsichtig blauen Tümpel, der unglaublich scharf mit den umliegenden steilen, dunkelrötlichen Wänden und den verschneiten Gipfeln in der Ferne kontrastiert.

Ein angenehmer Spaziergang direkt am oberen Kraterrand ist recht sicher, solange nicht gerade starke Vereisung herrscht, und dauert bei langsamerem Tempo rund eine Stunde, wobei die Ausblicke auf die umliegenden endlosen und dunklen Lavafelder von Leirhnjúkur absolut fantastisch sind.

Hier musst du überhaupt keinen Eintritt zahlen, und ein Stück unterhalb des Vulkans selbst siehst du sogar ein riesiges und architektonisch interessantes Geothermalkraftwerk, das die ungezähmte Kraft des verborgenen Vulkans sehr clever zur Erzeugung ökologischer Energie für die gesamte umliegende Region nutzt.

3. Die Lavastadt Dimmuborgir

Fast in Sichtweite der ruhigen Wasseroberfläche des Sees Mývatn findest du das riesige Gebiet namens Dimmuborgir, was sich recht genau als Dunkle Burgen übersetzen lässt. Und ich muss sagen, dieser dramatische Name passt hier absolut perfekt und trifft die hiesige Stimmung.

Es ist ein enorm ausgedehntes Feld voller bizarrster Lavagebilde, hoher schwarzer Türme, zerbrechlicher Bögen und düsterer Höhlen, die vor mehr als zweitausend Jahren in dem Moment entstanden, als ein riesiger Lavasee plötzlich abkühlte und sein dünnes Gewölbe mit großem Getöse in sich zusammenbrach.

Direkt durch dieses Lavalabyrinth führen perfekt angelegte und farblich sehr gut markierte Pfade unterschiedlicher Schwierigkeit und Länge, sodass du hier nur schnelle dreißig Minuten, aber problemlos auch mehrere lange Stunden mit Umherirren zwischen den schwarzen Felsen verbringen kannst.

In der reichen isländischen Mythologie glaubt man seit jeher, dass gerade das geheimnisvolle Dimmuborgir das wahre Tor zur Unterwelt selbst und Heimat böser Trolle ist, und zu Weihnachten verstecken sich hier angeblich verschmitzt vor den Menschen die berühmten und schelmischen isländischen Weihnachtswichtel, die auf Englisch Yule Lads genannt werden.

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4. Der Explosionskrater Hverfjall

Wenn du schon am Mývatn bist, wird dir der perfekte riesige Kegel aus schwarzer Vulkanasche keinesfalls entgehen, der sich majestätisch über dem gesamten See erhebt und an einen gewaltigen Gugelhupf erinnert, den jemand einfach so hierher gestellt hat. Dieser symmetrische Explosionskrater trägt den Namen Hverfjall und stellt eine der besten und schnellsten Möglichkeiten dar, auf Island auf den Gipfel eines wirklich großen Vulkans zu steigen, ohne einen Guide oder spezielle Kletterausrüstung zu brauchen.

Der Weg nach oben über den angelegten Schotterpfad fordert deine Oberschenkel zwar ein wenig heraus, aber der eigentliche steile Aufstieg dauert nur rund zehn bis fünfzehn Minuten, sodass ihn jeder durchschnittlich fitte Reisende schafft.

Oben eröffnet sich dir ein atemberaubender Blick in die gigantische schwarze Schüssel des Kraters selbst, dessen Durchmesser über einen Kilometer misst, und du kannst am gesamten oberen Rand entlangspazieren, von wo ein herrlicher Rundumblick auf die ganze Region des Sees Mývatn möglich ist – und das erneut völlig ohne Zahlung irgendeines Eintritts.

💡 Tipp: Tickets und geführte Touren (auf Island und Umgebung) lohnt es sich, im Voraus online über GetYourGuide zu buchen – in der Saison sind sie schnell ausgebucht.

Feuer und Eis: Weitere unvergessliche Erlebnisse zwischen den Elementen

Island dreht sich keineswegs nur um Lava und Feuer, sondern vor allem um den faszinierenden und ständigen Kampf zweier extremer Naturgewalten, denn rund elf Prozent der Fläche der gesamten Insel sind von massiven, uralten Gletschern bedeckt.

Eine solche riesige Eismasse aus der Ferne vom Auto aus zu sehen, ist ein schönes Erlebnis, aber direkt auf ihr zu stehen, die allgegenwärtige Kälte zu spüren und mit eigenen Ohren zu hören, wie der Gletscher unter dir unablässig leise knirscht und atmet, ist eine völlig andere Liga des Reisens, die du dir nicht entgehen lassen solltest.

1. Gletscherwanderung auf Sólheimajökull und Skaftafell

Die grundlegende und absolut kritische Regel, an der hier einfach kein Weg vorbeiführt, lautet: Geh niemals und unter keinen Umständen ohne einen erfahrenen ortskundigen Guide auf einen Gletscher, denn unter der dünnen und verlockenden Schneeschicht lauern Dutzende Meter tiefe und tödlich gefährliche Spalten. Die zugänglichsten und enorm beliebten Gletscherwanderungen findest du entlang der gesamten Südküste, wobei am allerhäufigsten die schöne Gletscherzunge Sólheimajökull angesteuert wird, die nur rund zwei Autostunden von Reykjavík entfernt liegt und wo das Eis faszinierend dicht mit schwarzen Streifen aus Vulkanasche historischer Eruptionen durchzogen ist.

Die zweite, noch etwas dramatischere Möglichkeit ist der weitläufige Gletscher Skaftafell im entfernteren Südosten, wo sich die Eismasse in noch monumentalerem Maßstab vor dir öffnet und atemberaubende Ausblicke in ein grünes Tal bietet.

Für eine Basiswanderung mit Ausrüstung, die üblicherweise drei bis fünf Stunden dauert, davon anderthalb Stunden reine Zeit auf dem Eis, zahlst du bei den örtlichen Agenturen ab 12 000 ISK aufwärts (rund 80 €), wobei dir der Guide vorab Sicherheitshelm, Klettergurt, scharfe Steigeisen und einen Eispickel leiht.

2. Eishöhlen unter dem Gletscher Katla

Ins eisige Innere eines Gletschers zu treten und sich von allen Seiten von kristallklarem, satt blauem Eis umgeben zu lassen, gehört zu den absolut ikonischsten Erlebnissen, die du dir auf Island gönnen kannst – aber bei diesen natürlichen blauen Höhlen musst du die richtige Wintersaison treffen, sonst kommst du wegen des Schmelzwassers gar nicht hinein.

Wenn du aber im Sommer reist und unbedingt eine Eishöhle sehen willst, ist die einzige zugängliche natürliche Möglichkeit die wilden Höhlen versteckt unter dem mächtigen Gletscher Katla in der Nähe des Städtchens Vík, die dank ihrer speziellen Lage mit Guide ganzjährig zugänglich sind.

Erwarte dort aber nicht jene leuchtend blaue und überstrahlte Farbe, die du von den populären Instagram-Fotos der Winterreisenden kennst. Das Eis am Gletscher Katla ist nämlich massiv mit tiefschwarzer Vulkanasche vermischt, sodass die ganze Höhle viel dunkler, düsterer und dramatischer wirkt, als wärst du plötzlich in der Kulisse eines Sci-Fi-Films von einem völlig anderen, unwirtlichen Planeten gelandet.

3. Schnorcheln in der tektonischen Spalte Silfra

Auch wenn es wie absoluter Wahnsinn klingt, freiwillig im Neopren in Wasser zu steigen, das selbst mitten im Sommer eine Temperatur von gerade einmal zwei bis vier Grad Celsius hat – das Schnorcheln in der Spalte Silfra im Nationalpark Þingvellir gehört zu den besten Tauchspots der Welt.

Es handelt sich nämlich um eine schmale und enorm tiefe tektonische Spalte, die genau zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Lithosphärenplatte liegt, sodass du dich beim Schwimmen buchstäblich im Wasser-Vakuum zwischen zwei riesigen Kontinenten befindest.

Das eiskalte Wasser wandert hierher über viele Jahrzehnte durch unterirdische Lavafelder vom schmelzenden Gletscher Langjökull, wodurch es eine so extreme Filterung durchläuft, dass es absolut kristallklar ist und die Sicht unter der Oberfläche problemlos ganze hundert Meter übersteigt.

Keine Sorge, du frierst darin nicht innerhalb einer Minute zu Eis, denn von der Agentur bekommst du einen wasserdichten Trockenanzug (Dry Suit), in dem du an der Oberfläche wie ein riesiges Michelin-Männchen schwebst – für dieses rund zweistündige Erlebnis zahlst du etwa 145 USD pro Person.

4. Whale Watching in Húsavík

Eine hohe Wasserfontäne aus dem Atemloch und anschließend eine riesige dunkle Fluke, die elegant in die Tiefen des Ozeans abtaucht, ist der erfüllte Traum vieler Menschen, und Island ist zum Glück die absolute europäische Spitze beim Beobachten wilder Wale in freier Natur. Die Hauptsaison läuft von April bis Oktober, wobei der absolute Höhepunkt in den langen Sommermonaten von Juni bis August kommt, wenn das Meer recht ruhig und voller Nahrung ist.

Wenn du überlegst, wohin du zu diesen sanften Riesen aufbrechen sollst, fahr direkt in den Norden der Insel in das kleine Fischerstädtchen Húsavík, das völlig zu Recht als Whale-Watching-Hauptstadt ganz Europas gilt.

Die hiesige kalte Bucht Skjálfandi ist in der Saison nämlich unglaublich reich an nährstoffreichem Plankton und kleinen Fischen, was zuverlässig eine riesige Menge verschiedenster Walarten anzieht, von niedlichen kleineren Arten bis zu mächtigen Buckelwalen, sodass sich die Chance, sie zu erblicken, hier fast einer hundertprozentigen Gewissheit nähert.

Ein Erlebnis mit Garantie: Wo du Lava siehst, auch wenn der Vulkan schläft

Viele Menschen glauben, dass sie, wenn sie ins vulkanische Island fliegen, buchstäblich auf jedem Schritt ihres Ausflugs rot glühende Lava aus den Kratern fließen sehen. Die Wahrheit ist aber leider, dass es riesiges Glück, perfektes Timing und oft auch eine gehörige Portion Zufall braucht, um eine laufende sichere Eruption mit eigenen Augen einzufangen, denn Vulkane tun einfach, was sie wollen.

Wenn du gerade nicht in Echtzeit die Nachrichten über plötzliche Eruptionen verfolgst und auf der Halbinsel Reykjanes nirgendwo Lava fließt, gibt es absolut großartige Orte, an denen du dieses faszinierende heiße Schauspiel trotzdem in vollen Zügen genießen kannst.

1. Lava Show in Reykjavík und Vík

Wenn du dich überhaupt nicht auf die unberechenbare Laune von Mutter Natur verlassen und keine Enttäuschung riskieren willst, ist der Besuch der fantastischen Lava Show für dich absolute touristische Pflicht. Die Betreiber dieses einzigartigen isländischen Projekts haben einen sicheren Weg ersonnen, im Halbdunkel einer kleinen Theaterarena echten dunklen Vulkansand auf unglaubliche 1 100 °C zu schmelzen und ihn dann dramatisch in einer roten Rinne direkt vor den staunenden Augen der Zuschauer fließen zu lassen.

Du siehst die schwere flüssige Magmamasse, hörst mit eigenen Ohren, wie sie beim Abkühlen laut knackt und zischt, und vor allem spürst du körperlich die überwältigende Strahlungswärme, die dir sofort ins Gesicht schlägt und dich dazu zwingt, die Jacke auszuziehen.

Das Erlebnis dieses heißen Schauspiels dauert knapp eine Stunde, und ein geschulter Guide erklärt dabei alles Wesentliche über die isländischen Vulkane auf sehr witzige, persönliche und mitreißende Weise.

Diese populäre Lava Show kannst du derzeit entweder direkt im Zentrum der Hauptstadt Reykjavík besuchen (wo ein Erwachsenenticket 6 590 ISK kostet) oder im ikonischen Städtchen Vík an der windigen Südküste (für etwas günstigere 5 900 ISK, das sind rund 40 €). Es ist unserer beider Meinung nach ein absoluter Knaller und aus meiner Sicht eindeutig eine der allerbesten kostenpflichtigen Attraktionen der ganzen Insel.

2. Das Lava Centre in Hvolsvöllur

Wenn du dich im Rahmen deines Roadtrips auf die lange Fahrt entlang der Südküste zu den berühmtesten fotogenen Wasserfällen Seljalandsfoss und Skógafoss begibst, stößt du höchstwahrscheinlich direkt an der Hauptstraße auf das Dörfchen Hvolsvöllur, wo das sehr interessante moderne Gebäude des Lava Centre steht.

Es ist ein riesiges, architektonisch durchdachtes interaktives Museum, das ganz der komplexen Geologie und Vulkanologie gewidmet ist, wo du dank erstklassiger bunter Visualisierungen die Systeme der aktiven Magmakammern, die unter ganz Island pulsieren, detailliert betrachten kannst.

Es ist ein enorm lehrreicher und toller Zwischenstopp vor allem dann, wenn draußen ein Sturm tobt, es regnet und ein absolut unwirtlicher eisiger Wind weht, was im unberechenbaren Süden Islands recht häufig vorkommt. Im abgedunkelten Museum verstehst du endlich richtig, warum das ganze Land ständig so stark bebt, was genau Eruptionen auslöst und wie eigentlich die gefürchteten Ausbrüche der tief unter mächtigen Gletschern verborgenen Vulkane funktionieren.

Vulkansicherheit: 5 Überlebensregeln

Die raue und ungezähmte Natur ist auf Island keineswegs nur eine hübsche Kulisse für schöne Fotos in den sozialen Medien, sondern kompromisslose Alltagsrealität, und mit Vulkanen scherzt man wirklich nie. Die Isländer sind auf alle möglichen Vulkanausbrüche perfekt vorbereitet, haben trainierte erstklassige Rettungskräfte und bestens funktionierende Informationssysteme, sodass du in absoluter Sicherheit bist, auch während einer aktiven Eruption, wenn du dich blind an ihre Anweisungen hältst.

Nur haben begeisterte Touristen manchmal das falsche Gefühl, sie seien schlichtweg unsterblich. Hier sind die grundlegenden Überlebensregeln, die du auf keinen Fall ignorieren darfst.

1. Verfolge die offiziellen Websites

Diese Empfehlung ist das absolute Mantra jedes sicheren Roadtrips durch Island, und du solltest sie dir zu Herzen nehmen. Bevor du morgens überhaupt das Auto startest und losfährst, öffnest du auf dem Handy immer die Seite der Rettungskräfte Safetravel.is. Dort findest du sofort sämtliche farblich abgestuften Warnungen vor starkem Wind, herannahenden Stürmen sowie möglichen laufenden Eruptionen und Sperrungen.

Für eine wirklich detaillierte Beobachtung der vulkanischen und seismischen Aktivität unter der Oberfläche eignet sich zudem hervorragend das offizielle Isländische Wetteramt (Vedur.is), wo du ständig aktualisierte Erdbebenkarten in Echtzeit findest, sodass du weißt, wo die Erde gerade am stärksten bebt.

2. Unsichtbare giftige Gase

Wenn gerade voll und ganz eine Spalteneruption abläuft und die Lava ins Tal fließt, ist die allergrößte und tückischste Gefahr nicht die langsam fließende glühende Masse selbst (vor der schaffst du es ganz bequem sogar zu Fuß zu fliehen), sondern das, was du mit dem Auge absolut nicht siehst. Aus den frischen Vulkanspalten wird nämlich in großen Mengen Schwefeldioxid (SO2) und eine Reihe weiterer giftiger Gase freigesetzt, die deutlich schwerer als gewöhnliche Luft sind, sodass sie sich unbemerkt in tiefen Tälern und natürlichen Senken ansammeln.

Wenn zudem gerade nicht der traditionelle starke isländische Wind weht, der sie gnädig über den Ozean vertreiben würde, können diese Gastaschen für Touristen tödlich gefährlich sein. Die örtlichen Behörden überwachen deshalb ständig und sorgfältig die aktuelle Luftqualität und mögliche Risiken auf der spezialisierten Website Loftgaedi.is, die du unbedingt in deinen Browser-Lesezeichen gespeichert haben solltest.

3. Geh nie allein zur Lava

Wenn du auf Island einmal das Glück hast und auf einem behördlich erlaubten und sicheren Weg zu einem Ort mit einem ganz frischen und noch rauchenden Lavafeld gelangst, sei auf keinen Fall zu neugierig und wagemutig. Die Oberfläche der frisch geflossenen Lava wird an der kalten Luft zwar recht schnell schwarz und hart, aber lass dich nicht täuschen – unter dieser dünnen und außerordentlich zerbrechlichen Kruste verbirgt sich in Taschen noch immer glühendes flüssiges Magma mit einer unfassbaren Temperatur von rund tausend Grad Celsius.

Mit dem Fuß auch nur in eine kleine solche Tasche einzubrechen bedeutet ein schnelles und absolut fatales Ende mit lebensunverträglichen Verbrennungen, geh also niemals in deinem Leben allein auf neue Lavafelder und halte dich immer nur an die markierten, ausgetretenen und von Experten erkundeten festen Pfade.

4. Respektiere Sperrungen und die Polizei

Der weltberühmte isländische Rettungsdienst namens ICE-SAR besteht zum größten Teil aus unglaublich aufopferungsvollen einheimischen Freiwilligen, die ausschließlich in ihrer eigenen Freizeit unvorbereitete Touristen aus den allerschlimmsten und gefährlichsten denkbaren Situationen retten. Wenn staatliche Behörden oder die Polizei plötzlich eine bestimmte Straße sperren und blitzschnell eine Evakuierung oder Sperrung eines ausgewählten Vulkangebiets verhängen, kannst du sicher sein, dass sie dafür einen sehr guten und fundierten geologischen Grund haben und dir keineswegs aus Langeweile deinen teuren Urlaub vermiesen wollen.

Versuche deshalb nicht, bewachte Feldwege heimlich zu umgehen oder nachts eine Lücke in den Absperrungen zu finden, denn diese örtlichen Rettungskräfte haben auf Island wirklich Besseres und Wichtigeres zu tun, als unnötig ihre eigene Gesundheit und ihr Leben für jemanden zu riskieren, der um jeden Preis ein Foto eines glühenden Vulkans für seinen Instagram brauchte.

5. Achte auf den isländischen Wind und die Autotüren

Auch wenn es mit Vulkanen nicht ganz direkt zusammenhängt, ist dies eines der am meisten unterschätzten Risiken ganz Islands, das dein Reisebudget übel ruinieren kann. Der isländische Wind hat eine absolut brutale Kraft, und wenn du bei einem Halt an einer Natursehenswürdigkeit die Autotür unvorsichtig und ruckartig weit aufreißt, kann dir eine starke Bö sie buchstäblich in einer Sekunde aus den Angeln reißen oder so verbiegen, dass du sie nicht mehr zubekommst (man nennt das Door-Ripping).

Es ist enorm wichtig zu wissen, dass absolut keine Versicherung der Autovermietung diesen spezifischen mechanischen Schaden abdeckt, also parke bei jedem Aussteigen, besonders in den flachen Regionen des Südens, lieber immer mit der Front des Autos direkt gegen den Wind und halte die Tür bei jedem Öffnen wirklich sehr fest mit beiden Händen.

Wo essen (und das Budget nicht ruinieren)

Die Gastronomie auf der Insel ist wirklich ein Kapitel für sich, und die Endrechnungen in den örtlichen Restaurants tun selbst hartgesottenen Reisenden recht ordentlich weh. Man sagt üblicherweise, dass das allergünstigste warme Essen der ganzen Stadt der berühmte isländische Hotdog ist, die Pylsa mit knuspriger Zwiebel und süßem Senf, den du an der kleinen roten Bude Bæjarins Beztu Pylsur unweit des Hafens kaufst.

Du zahlst dafür sympathische 820 ISK (etwa 6 €), und die Einheimischen machen eine große Wissenschaft daraus – ähnlich wie die Mutigeren traditionellen fermentierten Hai Hákarl mit einem Kurzen des berühmten Kümmelschnapses Brennivín (bekannt als „Schwarzer Tod“) oder den deftigen Fischauflauf Plokkfiskur verzehren.

Da Lukáš und ich aber beide seit Langem fleischlos essen und uns fermentierter Hai wirklich nicht reizt, lassen wir uns auf solche einheimischen tierischen Spezialitäten schlicht nicht ein und suchen lieber gezielt tolle lokale vegetarische Alternativen.

Unsere absolute tägliche Rettung, besonders während der langen Fahrten rund um die Vulkane und die endlosen Lavafelder, heißt Supermarkt Bónus, den du schon von Weitem sicher am sehr auffälligen gelben Logo mit dem kleinen rosa Schweinchen erkennst (alternativ nutzen wir auch die Läden Krónan oder Nettó).

Hier gibt es mit Abstand die besten Lebensmittelpreise – wir kaufen dort ständig günstige Käsevorräte, kiloweise unseren geliebten Hummus, hervorragendes süßes Roggenbrot Rúgbrauð und vor allem riesige Berge des traditionellen dicken Skyr-Joghurts, von dem wir im Grunde einen großen Teil unseres ersten und weiterer Roadtrips zufrieden gelebt haben.

Wenn wir dann nach dem ganztägigen Frieren in Reykjavík mal die Sau rauslassen und uns ausruhen wollen, gehen wir begeistert zur fantastischen, nach Holz duftenden Pizza ins gemütliche Lokal PizzaRé oder in die moderne, aber renommierte Pizzeria Flatey, wo sie absolut perfekte vegetarische Varianten mit frischen Käsesorten und Gemüse auf der Karte haben (eine große knusprige Pizza kostet dort rund 3 500 ISK, das sind etwa 24 €). Wir lieben außerdem versteckte asiatische und indische Lokale wie das Himalayan Spice, wo sie uns in der Kälte das unbestritten beste und dickste Dal mit Kichererbsen weit und breit gekocht haben.

Und merk dir eine goldene Regel: Das Leitungswasser ist auf Island eines der allersaubersten und wohlschmeckendsten der ganzen Welt, sodass wirklich nur völlige Verrückte hier abgefülltes Wasser in Plastik kaufen! Pass nur im Waschbecken beim warmen Leitungswasser gut auf, denn das wird direkt aus den geothermalen Bohrungen erwärmt und riecht recht stark nach Schwefel, also lass dir zum Trinken immer nur das absolut eiskalte, kristallklare Wasser in die Flasche.

Wohin sonst auf Island

Wenn du den Süden und die Vulkane schon kartiert hast und sie dich begeistert haben, bietet die Insel noch enorm viel mehr. Lies dir unsere weiteren Reiseführer durch und plane deine Reise bis ins Detail:

Häufig gestellte Fragen

Ist es sicher, nach Island zu fliegen, wenn über Vulkanausbrüche berichtet wird?

Absolut ja, die Angst vor einer Lähmung des Flugverkehrs ist unbegründet. Die Ausbrüche auf der Halbinsel Reykjanes sind glücklicherweise vom effusiven Typ, was in der Praxis bedeutet, dass die glühende Lava nur relativ ruhig aus Erdspalten austritt, dabei aber keine riesigen explosiven Wolken aus Vulkanasche entstehen. Asche ist nämlich das Einzige, was Flugzeugtriebwerke unmittelbar gefährdet (wie es 2010 beim berühmten Ausbruch des unter dem Gletscher Eyjafjallajökull verborgenen Vulkans geschah). Der Flughafen Keflavík funktioniert deshalb die ganze Zeit zuverlässig und kein einziger Ausbruch seit März 2021 hat den Flugbetrieb überhaupt beeinträchtigt.

Kann ich irgendwo live fließende Lava sehen?

In der Natur nur dann, wenn Sie enormes Glück mit dem perfekten Timing haben und gerade einen laufenden sicheren Spalteneruption erwischen, zu der die Rettungsbehörden den Zugang legal erlauben. Das hängt wirklich vom Zufall ab, und die meiste Zeit schauen Sie sich auf Reykjanes „nur“ zwar beeindruckende, aber neu erstarrte und nur leicht rauchende Lavafelder an, die nicht mehr fließen. Wenn Sie flüssiges glühendes Magma mit hundertprozentiger Sicherheit und in absoluter Gefahrlosigkeit sehen möchten, kaufen Sie lieber eine Eintrittskarte für die beeindruckende Lava Show in Reykjavík oder im Süden in Vík.

Ist die berühmte Blue Lagoon aktuell für Touristen geöffnet?

Seit Anfang März 2026 ist die Blue Lagoon für Besucher wieder sicher in Betrieb, allerdings funktioniert sie in einem sogenannten dynamischen Modus, der von seismischen Warnungen abhängig ist. Es wurde zwar eilig eine massive Schutzbarriere gegen Lava um sie herum errichtet, aber da das Gelände nun mal direkt in der aktiven Risikozone beim Vulkan Svartsengi liegt, kann es gelegentlich vorkommen, dass die Rettungskräfte sie bei erhöhtem seismischem Risiko vorübergehend und rein präventiv schließen. Den aktuellen Status und die Bademöglichkeit sollten Sie daher immer direkt auf den offiziellen Seiten der Blue Lagoon überprüfen.

Ist die Hauptstadt Reykjavík selbst oder die Kleinstadt Grindavík gefährdet?

Reykjavík liegt in sicherer Entfernung von etwa vierzig Kilometern vom Hauptort der Ausbrüche und ist dank der günstigen Geländeform völlig sicher, sodass Sie dort überhaupt keine Angst haben müssen und in Ruhe die Gassen erkunden können. Die kleine Stadt Grindavík mit knapp viertausend Einwohnern hatte leider nicht so viel Glück, da sie direkt auf der gefährdeten Verwerfungslinie liegt. Sie wurde bereits Ende 2023 langfristig evakuiert, und aufgrund enormer tiefer Risse in den Straßen und dem realen Risiko tödlicher Bodeneinbrüche ist der freie Zugang von den Behörden strikt verboten.

Wo finde ich kostenlos schöne Vulkanlandschaft, auch wenn gerade kein Ausbruch stattfindet?

Auf der aktiven Halbinsel Reykjanes unweit des Flughafens sollten Sie unbedingt in das wunderschön farbige Geothermalgebiet Krýsuvík/Seltún fahren, sich die laut blubbernde Schlammquelle Gunnuhver anschauen oder über die kleine Brücke zwischen den Kontinenten gehen. Wenn Sie dann mit dem Auto bis in den hohen Norden Islands reisen, sieht die weite Umgebung des Sees Mývatn am „außerirdischsten“ und atemberaubendsten aus, konkret das Schwefelfeld Hverir, das Gebiet um den Vulkan Krafla und das dunkle Labyrinth Dimmuborgir. All diese fantastischen und wilden Naturorte haben ganzjährig völlig freien Eintritt, und es wird kein Eintrittsgeld erhoben.

Wie erkenne ich im Gelände, ob mir vielleicht gefährliche Gase vom Vulkan drohen?

Tödlich gefährliche und mit bloßem Auge völlig unsichtbare Vulkangase wie Schwefeldioxid (SO2) können sich heimtückisch in der näheren Umgebung aktiver Lavafelder zeigen, und da sie schwerer als normale Luft sind, sammeln sie sich heimlich in tiefen Tälern und Geländesenken. Die aktuelle Windrichtung und genaue Konzentration dieser gefährlichen Luftverschmutzung wird glücklicherweise ständig von der isländischen Umweltschutzbehörde überwacht und ausgewertet, sodass Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit vor jedem Ausflug in vulkanische Gebiete immer sorgfältig die aktuellen grünen Zahlen auf der Adresse Loftgaedi.is überprüfen sollten.

Kann man auf Island direkt in den tiefen Krater eines riesigen Vulkans hinabsteigen?

Ja, das lässt sich arrangieren, und zwar auf äußerst einzigartige Weise! Der erloschene und sehr alte Vulkan Þríhnúkagígur unweit des lebhaften Reykjavík bietet als einziger auf der ganzen weiten Welt Touristen die Möglichkeit, mit einem kleinen Aufzug direkt hinunter in seine riesige und fantastisch farbige Magmakammer zu fahren. Es handelt sich jedoch um ein absolut Premium- und ziemlich teures Reiseerlebnis (mit einem Preis von über 50.000 ISK), das wegen des anspruchsvollen Geländes nur in der Hauptsommersaison von Mai bis Ende Oktober für die Öffentlichkeit zugänglich ist und definitiv eine feste Online-Reservierung viele Monate im Voraus erfordert.

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Vesterålen, Norwegen: 6 Tipps, was man sehen und erleben kann

TL;DRDie Vesterålen, das Archipel nördlich der Lofoten in Norwegen, bieten dieselbe dramatische Landschaft, aber deutlich weniger Touristen. Zu den 6 wichtigsten Tipps gehört die Walsafari ab Andenes (ganzjährig Pottwale, im Winter von November bis Januar Orcas und Buckelwale, Preis rund 1.300–1.500 norwegische Kronen), die Papageientaucher-Beobachtung auf der Insel Bleiksøya beim Dorf Bleik, die landschaftlich reizvolle Nationale Touristenstraße Andøya (58 km) und das ehemals verlassene Fischerdorf Nyksund, heute eine Künstlerkolonie. Dazu kommen der lebendige Hafen Stø mit der Dronningruta-Route (15 km, 5–8 Stunden Gehzeit) und das Hurtigruten-Museum in Stokmarknes. Die beste Reisezeit ist Juni bis August für Wandern und Vogelbeobachtung, oder November bis Januar für Orcas und Nordlichter.

Wenn du eine Reise nach Nordnorwegen planst und atemberaubende Natur suchst, hast du sicher schon von den berühmten Lofoten gehört. Direkt nördlich davon liegt jedoch die Inselgruppe Vesterålen in Norwegen, die eine sehr ähnliche, dramatische Landschaft bietet – mit einem riesigen Unterschied. Während die benachbarten Inseln im Sommer unter dem Touristenansturm aus allen Nähten platzen, findest du hier die ersehnte Ruhe und eine viel authentischere nordische Atmosphäre ohne endlose Wohnmobilkolonnen.

Diese grünere und etwas weniger bergige Region ist ein wahres Paradies für Wildtierfreunde, denn von hier aus starten die besten Walsafaris in ganz Europa. Du kannst hier das ganze Jahr über majestätische Pottwale beobachten, und in den Wintermonaten füllen sich die Buchten mit Orcas, die hier riesigen Heringsschwärmen folgen. Neben den Walen erwarten dich malerische Fischerdörfer, weiße Sandstrände und faszinierende Vogelfelsen voller niedlicher Papageientaucher.

Der größte Vorteil: Beide Regionen lassen sich während eines einzigen Urlaubs ganz leicht verbinden, da sie dank eines Systems aus Brücken und Tunneln nahtlos ineinander übergehen. Ich habe für dich einen ausführlichen Reiseführer vorbereitet, in dem wir uns das Spannendste ansehen, was man auf den Vesterålen sehen und erleben kann – damit du deine Norwegen-Reise genau nach deinen Vorstellungen und mit Blick auf die geschätzten Preise für 2026 planen kannst.

Zusammenfassung

  • Ruhigere Alternative: Die Vesterålen liegen nördlich der Lofoten und bieten eine ähnlich schöne Landschaft mit deutlich weniger Touristen.
  • Hauptstadt der Wale: Das Städtchen Andenes ist der Ausgangspunkt für die Beobachtung von Pottwalen und Orcas.
  • Vogelinseln: Beim Dorf Bleik findest du Klippen, an denen Tausende niedlicher Papageitaucher nisten.
  • Panoramafahrt: Die nationale Touristenstraße Andøya gehört zu den schönsten Straßen Norwegens.
  • Verlassene Geschichte: Das Dorf Nyksund war einst völlig verlassen, heute ist es ein faszinierendes Kunstzentrum.
  • Einfache Anbindung: Nach Süden gelangst du über die Straße E10 problemlos direkt auf die Lofoten, nach Norden verkehrt im Sommer eine Fähre zur Insel Senja.

Wann sollte man auf die Vesterålen reisen

Die Planung einer Reise hinter den Polarkreis hängt immer davon ab, was du genau erleben möchtest, denn jede Jahreszeit bietet hier ein völlig anderes Schauspiel. Wenn dein Hauptziel Wandern und das Beobachten von Papageientauchern ist, ist der norwegische Sommer die ideale Zeit – also die Monate von Juni bis Ende August. Im Sommer erlebst du außerdem die faszinierende Mitternachtssonne, die auf den Vesterålen etwa von Ende Mai bis Mitte Juli dauert: Das Licht verschwindet nie, und du kannst die Landschaft auch um zwei Uhr morgens bei vollem Sonnenschein entdecken. Die Sommertemperaturen liegen meist zwischen zehn und fünfzehn Grad Celsius, daher lohnt es sich auch im Juli, gute Schichten und eine wasserdichte Jacke einzupacken.

Für alle, die von einer Begegnung mit Orcas oder Buckelwalen träumen, ist hingegen die Wintersaison die beste Wahl – typischerweise von November bis Ende Januar. In dieser Zeit ziehen riesige Heringsschwärme in die hiesigen Fjorde, denen diese Meeresjäger zielsicher folgen, sodass die Chance, sie zu sehen, von Bord eines Bootes riesig ist. Die Wintermonate bringen zwar von Ende November bis Mitte Januar die Dunkelheit der Polarnacht, doch zur Belohnung hast du eine große Chance, die magischen Nordlichter zu beobachten. Dank des Einflusses des Golfstroms sind die Winter hier längst nicht so streng wie im Landesinneren, und die Temperaturen halten sich an der Küste überraschend oft nur um den Gefrierpunkt.

Die Frühlings- und Herbstmonate sind wegen häufiger Regenfälle und starker Winde oft tückisch, aber wenn du eine melancholische Atmosphäre magst und es dir nichts ausmacht, gelegentlich nass zu werden, belohnen dich leere Straßen. Rechne jedoch damit, dass viele touristische Angebote und kleinere Cafés außerhalb der Haupt-Sommer- und Wintersaison ihre Öffnungszeiten einschränken, sodass du die Reise etwas sorgfältiger planen musst. Der Herbst färbt die niedrige Vegetation hier dafür in herrliche Rot- und Goldtöne, was geradezu traumhafte Bedingungen zum Fotografieren der nordischen Landschaft schafft.

Wo man auf den Vesterålen übernachten kann

Die Inselgruppe ist recht weitläufig, daher ist es strategisch klug, die Unterkunft danach auszuwählen, was du an den jeweiligen Tagen vorhast, damit du keine Stunden im Auto verbringst. Wenn dein Hauptziel die Walbeobachtung und die Erkundung des Nordens ist, ist das Städtchen Andenes die ideale Basis, von wo aus die meisten Ausflugsboote ablegen und wo du die gesamte Infrastruktur findest. Hier empfehle ich wärmstens das beliebte Thon Hotel Andrikken, das wirklich reichhaltige Frühstücke bietet und in bequemer Gehweite vom Hafen und dem Walzentrum liegt. Die Preise pro Nacht für zwei Personen liegen hier in der Sommersaison bei etwa 160 bis 220 €.

Für Liebhaber von Geschichte und dramatischer Atmosphäre ist eine Übernachtung im wiederbelebten Dorf Nyksund ein absolut einzigartiges Erlebnis, zu dem eine abenteuerliche Schotterstraße führt. Hier bietet sich die zauberhafte Unterkunft Nyksund Ekspedisjonen an, die in historischen Gebäuden direkt am Wasser untergebracht ist und dich mit der unverfälschten Atmosphäre alter Fischerzeiten umweht. Es ist ein überaus ruhiger Ort, an dem du morgens nur das Schreien der Möwen und das Plätschern der Wellen an den Holzpfeilern hörst, was ihn zu einem sehr romantischen Halt für Paare macht. Ich empfehle, abends ins örtliche Restaurant zu gehen und die ausgezeichnete vegetarische Pizza oder die warme Käsesuppe zu probieren, die dich nach einem Tag draußen wunderbar aufwärmt.

Wenn du hingegen einen praktischen Ausgangspunkt irgendwo in der Mitte suchst, von dem aus du leicht Ausflüge in alle Richtungen unternehmen kannst, eignet sich die Stadt Stokmarknes oder das nahe Sortland hervorragend. In Stokmarknes findest du das moderne Vesterålen Kysthotell, das allen Komfort und eine ausgezeichnete Ausstattung bietet und bestens an die Hauptverkehrsadern der gesamten Region angebunden ist. Egal, für welchen Ort oder welches typische rote Fischerhäuschen namens Rorbu du dich entscheidest – buche die Unterkunft für die Sommermonate mit großem Vorlauf über Booking, denn die Kapazitäten im Norden Norwegens sind sehr begrenzt und die besten Angebote sind schon im Frühling weg. Schau dir die aktuellen Angebote auf Booking.com an.

6 Tipps, was man auf den Vesterålen sehen und erleben kann

Nordnorwegen ist ein riesiger Spielplatz für Naturliebhaber, und die Inselgruppe Vesterålen bildet da keine Ausnahme – nur hast du hier viel mehr Platz für dich. Von der Beobachtung riesiger Wale bis zur Fahrt entlang der Felsen findest du hier Erlebnisse, die dir ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Werfen wir einen Blick auf die sechs konkreten Orte und Aktivitäten, die in deinem Reiseplan auf keinen Fall fehlen sollten.

1. Walsafari von Andenes

Wenn es einen Hauptgrund gibt, warum Menschen in den äußersten Norden der Vesterålen reisen, dann ist es zweifellos das Whale Watching, das hier Weltniveau hat und kaum Konkurrenz findet. Das Städtchen Andenes liegt auf der Insel Andøya ganz nah am Rand des Kontinentalschelfs, wo der Meeresboden steil in enorme Tiefen abfällt und ideale Bedingungen schafft für Tiefseewale. Genau hierher kommen das ganze Jahr über riesige Pottwal-Männchen, um sich in den tiefen Schluchten unter der Oberfläche von Kalmaren zu ernähren, was eine fast hundertprozentige Erfolgsquote bei der Suche garantiert.

Die meisten Touren beginnen mit einem etwa einstündigen Besuch des Museums im örtlichen Walzentrum Hvalsenteret, wo dich Meeresbiologen detailliert mit dem Leben dieser Säugetiere vertraut machen, bevor du überhaupt an Bord gehst. Die Fahrt selbst dauert in der Regel zwei bis vier Stunden und ist recht schaukelig, da du bald die geschützten Fjorde verlässt und dich auf den offenen Ozean begibst – vergiss also nicht, rechtzeitig Tabletten gegen Seekrankheit einzunehmen. Ein Vorteil der organisierten Touren ist die sogenannte Walgarantie, dank der du ein kostenloses Ticket für eine weitere Fahrt erhältst, falls sich die Tiere ausnahmsweise nicht zeigen sollten.

In den Wintermonaten verlagert sich der Fokus zudem tiefer in die Fjorde, wohin den riesigen Heringsschwärmen Hunderte Orcas und majestätische Buckelwale folgen. Mit eigenen Augen zu sehen, wie diese intelligenten Jäger inmitten verschneiter Berge gemeinsam jagen, ist ein absolut unvergessliches Erlebnis. Die Touren sind schnell ausverkauft, daher solltest du sie immer rechtzeitig über Plattformen wie GetYourGuide buchen; für 2026 kannst du mit einem Preis von etwa 130 € pro Person rechnen.

2. Norwegische Landschaftsroute Andøya

Norwegen ist berühmt für seine landschaftlich reizvollen Straßen, und der Abschnitt entlang der Westküste der Insel Andøya gehört zu den achtzehn offiziellen Norwegischen Landschaftsrouten, die du befahren musst. Diese etwa achtundfünfzig Kilometer lange Strecke verbindet das Dörfchen Bjørnskinn mit dem Städtchen Andenes im Norden und bietet absolut atemberaubende Ausblicke auf das Europäische Nordmeer, schneeweiße Sandstrände und steile Felsberge. Die Fahrt hier entlang ist schon für sich genommen ein riesiges Erlebnis, und es lohnt sich definitiv, ruhig einen halben Tag dafür einzuplanen, denn du wirst ständig anhalten und die Kulissen fotografieren wollen.

Unterwegs fällt dir der wunderbare Kontrast zwischen den rauen, mit Moos bewachsenen Felsen und dem türkisfarbenen Wasser auf, das an sonnigen Tagen oft eher an die Karibik als an eine Region hinter dem Polarkreis erinnert. Die Route ist zudem mit einzigartigen architektonischen Rastplätzen gespickt, wie etwa dem berühmten Aussichtspunkt Kleivodden oder der atemberaubenden Felsformation Bukkekjerka, die in der Vergangenheit als heilige Opferstätte der einheimischen Samen diente. Von diesen Aussichtspunkten kannst du bei klarem Wetter bis zu den scharfen, gezackten Gipfeln der benachbarten Insel Senja am Horizont blicken.

💡 Tipp: Die Straße ist stellenweise recht schmal, und oft begegnest du hier Schafen, die gerne direkt am Asphalt grasen oder sich darauf in aller Ruhe sonnen. Fahre daher sehr vorsichtig, hetze nicht und vergiss nicht, dir für unterwegs einen guten Kaffee und vielleicht eine süße Zimtschnecke aus der örtlichen Bäckerei einzupacken, denn entlang dieser Route findest du nicht viele Möglichkeiten zur Verpflegung.

3. Vogelinsel Bleiksøya und Papageientaucher

Nur ein kleines Stück vom Städtchen Andenes entfernt liegen ein langer weißer Sandstrand und das malerische Fischerdorf Bleik, von dem aus du einen herrlichen Blick auf die ikonische kegelförmige Insel Bleiksøya hast. Dieses unbewohnte Felsgebilde, das aus dem Ozean ragt, ist einer der bekanntesten Vogelfelsen in ganz Nordnorwegen und wird jeden Sommer zur sicheren Heimat für eine überwältigende Zahl an Meeresvögeln. Insgesamt nisten hier Zehntausende, doch die mit Abstand größte Attraktion sind zweifellos die bunten Papageientaucher, die hier in den steilen Grashängen ihre Höhlen graben.

In den Sommermonaten, genauer von Anfang Juni bis Mitte August, werden vom kleinen Hafen in Bleik aus beliebte Vogelsafaris veranstaltet, die dich mit kleineren Booten direkt unter die steilen Felsen bringen. Diese kleinen Vögel mit komisch großen, bunten Schnäbeln sind in der Luft überraschend ungeschickt, verwandeln sich unter Wasser aber in unglaublich flinke Jäger – das kannst du während der etwa eineinhalbstündigen Fahrt beobachten. Die Bootstour kostet einen Erwachsenen ungefähr 70 € und oft siehst du dabei auch kreisende Seeadler, die regelmäßig Jagdausflüge in die Papageientaucher-Kolonien unternehmen.

Der Strand Bleikstranda selbst ist ebenfalls einen langen Spaziergang wert, ganz besonders, wenn du dich hier zur Zeit der sommerlichen Mitternachtssonne befindest, wenn sich der Nachthimmel in unglaubliche Pastelltöne färbt. Das Wasser ist hier zwar auch im August recht eisig und lädt nur die Abgehärtetsten zum Baden ein, aber Fotos des weißen Sandes im Kontrast zu den sattgrünen Bergen werden eine absolute Zierde deines Reisealbums sein.

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4. Das verlassene und wiederbelebte Dorf Nyksund

Die Geschichte der Siedlung Nyksund klingt ein wenig wie das melancholische Drehbuch zu einem nordischen Film, und du solltest sie auf keinen Fall verpassen, wenn du abgelegene Orte mit einer starken Geschichte magst. An der Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert war dies eines der wichtigsten und geschäftigsten Fischerdörfer der Region, doch mit dem Aufkommen großer moderner Schiffe, für die der hiesige Hafen zu seicht war, begann der allmähliche Niedergang. In den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verließen die allerletzten Bewohner den Ort, und Nyksund verwandelte sich in eine verfallende Geisterstadt, ausgeliefert den erbarmungslosen Winterstürmen.

Die Wende kam Ende der achtziger Jahre, als diesen düsteren und verlassenen Ort Künstler, Studenten und Abenteurer aus verschiedenen Ecken Europas entdeckten, die hier mit vereinten Kräften begannen, die alten Häuser nach und nach zu reparieren. Heute ist Nyksund eine faszinierende, lebendige Siedlung, in der du gemütliche Cafés, Kunstgalerien und die ursprünglichen bunten Holzhäuser findest, die behutsam zu ihrer einstigen Schönheit restauriert wurden. Die Atmosphäre ist hier absolut einzigartig: Sie mischt das Gefühl perfekter Isolation am Ende der Welt mit der sehr freundlichen und kreativen Energie der ortsansässigen Bewohner.

Schon der Weg ins Dorf von der nahen Stadt Myre aus ist ein großes Abenteuer, denn dorthin führt eine schmale und kurvige Schotterstraße, die sich dicht an den steilen Felsen über dem tiefen Ozean entlangwindet. Plane für die Fahrt genug Zeit ein und belohne dich nach der Ankunft mit einem Besuch im örtlichen Bistro, wo es großartige vegetarische Sandwiches, dicke Gemüsesuppen und ausgezeichneten Kaffee gibt, den du mit Blick auf den alten Hafen genießen kannst.

5. Fischerdorf Stø und die Dronningruta

Während Nyksund heute eher eine künstlerische und touristische Rarität ist, ist das nahe gelegene Dorf Stø an der Nordspitze der Insel Langøya noch immer ein aktiver und sehr geschäftiger Fischerhafen. Genau hier kannst du aus nächster Nähe das authentische Leben im hohen Norden beobachten, wo der Alltagsrhythmus der Einheimischen fest mit dem Meer und dem Wetter verbunden ist. In der Wintersaison kommen hierher Boote voll beladen mit arktischem Kabeljau, und du kannst den faszinierenden Prozess seiner Verarbeitung sowie das traditionelle Trocknen auf riesigen, über die Küste verteilten Holzgestellen beobachten.

Von Stø aus legen im Sommer auch kleinere Boote zur Beobachtung von Walen und Robben ab, was eine großartige, intimere Alternative zum viel ausgelasteteren und bekannteren Hafen in Andenes darstellt. Genau hier beginnt auch das andere Ende des berühmten Wanderwegs Dronningruta, des Königinnenwegs, der Stø mit Nyksund verbindet und nach der norwegischen Königin Sonja benannt ist, die diese Route überaus liebgewann. Der gesamte Rundweg misst etwa fünfzehn Kilometer, nimmt fünf bis acht Stunden Gehzeit in Anspruch und belohnt dich mit unübertrefflichen Ausblicken auf gezackte Berggipfel, die senkrecht in die Tiefen des Ozeans abfallen.

💡 Tipp: Die Route kombiniert das Gehen entlang der Küste mit einem recht steilen Anstieg auf den Bergkamm und erfordert daher eine sehr gute körperliche Verfassung und gutes Schuhwerk. Wenn du in der Umgebung wandern gehst, packe dir immer genug warme Schichten ein, denn das Wetter an der Küste der Vesterålen kann innerhalb weniger Minuten von strahlendem Sonnenschein in peitschenden Regen umschlagen.

6. Hurtigruten-Museum in Stokmarknes

Wenn dich die Seefahrtsgeschichte interessiert und du verstehen möchtest, wie Norwegen es geschafft hat, seine abgelegenen nördlichen Gemeinden zu verbinden, darfst du das Städtchen Stokmarknes nicht verpassen. Denn genau hier entstand 1893 dank des Visionärs Richard With die Idee des Küstenexpresses Hurtigruten, der bis heute die lebenswichtige Verbindung entlang der zerklüfteten norwegischen Küste sicherstellt. Die Schiffe dieser ikonischen Reederei transportieren täglich Post, wichtige Fracht und Touristen auf der langen Strecke von Bergen im Süden bis zum fernen Kirkenes an der russischen Grenze.

Die Hauptattraktion der Stadt ist das wunderbar gestaltete Hurtigruten-Museum, dessen zentrales und absolut unübersehbares Exponat das riesige historische Schiff MS Finnmarken aus dem Jahr 1956 ist, das komplett an Land gezogen und in ein riesiges Glasgebäude eingehaust wurde. Besucher können für einen Eintritt von knapp 18 € frei über alle Decks spazieren, einen Blick in die ursprünglichen schmalen Kabinen werfen, den erhaltenen Maschinenraum erkunden oder sich in die eleganten Retro-Salons aus den fünfziger Jahren setzen. Es ist ein überaus interaktives Erlebnis, das dich perfekt und sehr realistisch in die goldene Ära des Seereisens versetzt.

Neben dem Schiff selbst bietet das Museum fesselnde Ausstellungen über die harten Bedingungen, denen die ersten Seeleute bei der Navigation durch gefährliche Winterstürme ohne moderne Radargeräte trotzen mussten. Ein Besuch dieses atemberaubenden Ortes vermittelt dir einen viel tieferen Kontext dafür, wie unglaublich widerstandsfähig die Bewohner Nordnorwegens seit jeher sein mussten, um in einer so schönen, aber extrem unwirtlichen Umgebung zu überleben und zu gedeihen.

Wohin von den Vesterålen aus weiter

Der logistische Vorteil dieser Inselgruppe besteht darin, dass sie eine Art Brücke zwischen zwei weiteren wunderschönen norwegischen Regionen bildet, sodass sie sich geradezu für einen längeren Roadtrip anbietet. Wenn du der Hauptstraße E10 in Richtung Süden folgst, überquerst du in knapp zwei Stunden Fahrt nahtlos die architektonisch interessanten Brücken bei Fiskebøl direkt zu den berühmten Lofoten. Dort erwarten dich die ikonischen roten Fischerhütten und noch dramatischere Berggipfel, über die du in unserem großen Lofoten-Reiseführer lesen kannst.

Wenn du hingegen in den äußersten Norden der Vesterålen zum Hafen Andenes fährst, eröffnet sich dir der Weg zur wilden Insel Senja, die oft als Norwegen im Miniaturformat bezeichnet wird. In der Sommersaison fährt von hier nämlich eine direkte Fähre ins Dorf Gryllefjord auf Senja, wodurch du dir eine riesige Portion Kilometer am Steuer über das Festland sparst. Senja ist noch weniger entdeckt als die Vesterålen, bietet brutal steile Berge, die ins Meer fallen, und großartige Bedingungen zum Campen, wie wir ausführlicher im Artikel über Senja beschreiben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen den Lofoten und den Vesterålen?

Während die Lofoten für ihre schroffen, spitzen Berge berühmt sind, die direkt aus dem Meer aufragen, sind die Vesterålen insgesamt grüner, sanfter und verfügen über mehr Strände sowie landwirtschaftlich genutztes Land. Der Hauptunterschied liegt jedoch in der Anzahl der Touristen, die auf den Vesterålen selbst in der Hochsaison im Sommer deutlich geringer ist, was sie zu einem wesentlich authentischeren und ruhigeren Reiseziel für euren Urlaub macht.

Was kostet eine Walsafari und muss ich im Voraus buchen?

Die Preise für eine Walsafari ab Andenes liegen für das Jahr 2026 bei etwa 1.300 bis 1.500 norwegischen Kronen pro Erwachsenem, abhängig vom Bootstyp und der Gesamtdauer des Ausflugs. Eine Reservierung im Voraus, idealerweise online und bereits mehrere Monate im Vorfeld, ist absolut unerlässlich, da die Kapazität der Boote streng begrenzt ist und sie in der Saison hoffnungslos ausgebucht sind.

Wann habe ich die größte Chance, Orcas zu sehen?

Im Gegensatz zu den mächtigen Buckelwalen, die sich ganzjährig bei Andenes aufhalten, kommen Schwertwale und Finnwale nur in den Wintermonaten auf Nahrungssuche hierher. Die beste Chance, sie zu beobachten, besteht von November bis Ende Januar, wenn riesige Schwärme überwinternder Heringe in die Fjorde ziehen, was für diese faszinierenden intelligenten Wale ein außerordentlich reichhaltiges und begehrtes Festmahl darstellt.

Wie komme ich am einfachsten auf die Inselgruppe?

Wenn ihr mit dem Auto anreist, ist der einfachste Zugang über die landschaftlich reizvolle Straße E10, die die Vesterålen über eine Reihe kostenloser Brücken mit dem norwegischen Festland und den benachbarten Lofoten verbindet. Ihr könnt auch die lokalen Flughäfen in Stokmarknes oder Andenes nutzen, die von Inlandsflügen von bekannten Drehkreuzen wie Oslo und Tromsø angeflogen werden, oder die ikonischen Schiffe der Gesellschaft Hurtigruten legen hier regelmäßig an.

Kann ich beide Inselgruppen (Lofoten und Vesterålen) während einer Reise bereisen?

Ja, das ist eine sehr beliebte und logistisch einfache Kombination, da beide Gebiete direkt aneinander grenzen und ihr für die Überfahrt keine kostenpflichtigen Fähren benötigt. Ich empfehle euch, für einen solchen nordischen Roadtrip mindestens zehn bis vierzehn Tage einzuplanen, damit ihr genügend Zeit für Transfers, Wanderungen und unvorhergesehene Planänderungen aufgrund des typisch wechselhaften arktischen Wetters habt.

Brauche ich ein eigenes Auto, um mich auf den Inseln fortzubewegen?

Obwohl es hier einen grundlegenden Busverkehr gibt, ist ein Mietwagen absolut notwendig, um die Naturschönheiten und abgelegenen Dörfer wirklich zu erkunden. Die Busse fahren relativ selten, an Wochenenden ist der Betrieb noch eingeschränkter, und ein Auto gibt euch absolute Freiheit, an jedem verlockenden Aussichtspunkt oder Strand genau dann anzuhalten, wenn gerade die Sonne herauskommt.

Gibt es hier gute Bedingungen zum Wandern?

Die Inselgruppe bietet hunderte Kilometer hervorragend markierter Wanderwege aller erdenklichen Schwierigkeitsgrade, von einfachen Spaziergängen entlang strahlend weißer Strände bis hin zu technisch anspruchsvollen Aufstiegen auf exponierte Gipfel. Zu den bekanntesten und schönsten Trekkingtouren gehören die legendäre Dronningruta beim Dorf Stø oder der steile Aufstieg auf den Berg Måtinden, von dem sich absolut dramatische Ausblicke auf die zerklüfteten Klippen eröffnen, die ins eisige Meer abfallen.

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Golden Circle auf Island: Kompletter Reiseführer 2026

TL;DRDer Golden Circle ist eine rund 250 bis 300 Kilometer lange Rundtour ab Reykjavík, für die du mit den wichtigsten Stopps 6 bis 8 Stunden einplanen solltest – die reine Fahrzeit ohne Halte beträgt 3,5 bis 4 Stunden. Die drei Hauptattraktionen sind der Nationalpark Þingvellir, das geothermale Gebiet Geysir mit dem Strokkur und der Wasserfall Gullfoss. Eintritt und Parken sind bei Geysir und Gullfoss kostenlos, in Þingvellir zahlst du 1.000 ISK pro Tag. Beliebte zusätzliche Stopps sind der Krater Kerið (700 ISK), der Wasserfall Brúarfoss (750 ISK) und die Therme Secret Lagoon (3.000–4.500 ISK). Die Straßen sind ganzjährig asphaltiert, ein Allradfahrzeug brauchst du im Sommer also nicht. Am besten startest du früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag, um den Touristenströmen aus Reykjavík zu entgehen.

Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen, obwohl es schon ein paar Jahre her ist, dass wir Ende September Anfang Oktober zum ersten Mal nach Island aufgebrochen sind. Wir standen bei den Geysiren, ein irrer Wind blies, und wir beschlossen, den nahe gelegenen Hügel Bjarnarfell zu erklimmen, um eine bessere Aussicht zu haben.

In den zwanzig Minuten, die wir uns nach oben gequält haben, wechselten sich Sonnenschein, ein heftiger Platzregen, Hagel, der ins Gesicht stach, und dann wieder Sonne ab, die uns ein wenig trocknete 😅. In diesem Moment habe ich verstanden, dass auf Island die Natur macht, was sie will, und wir nur zu Besuch sind.

Wenn du eine Reise auf diese zauberhafte Insel planst, wird der isländische Golden Circle auf Island (auf Isländisch Gullni hringurinn) wahrscheinlich deine erste größere Station sein. Es ist quasi Island im Kleinformat: Auf relativ engem Raum siehst du das Beste der hiesigen Natur – von tektonischen Spalten über sprudelnde Geysire bis hin zu atemberaubenden Wasserfällen.

In diesem Artikel findest du einen kompletten Reiseführer für 2026: Wir schauen uns an, was du sehen solltest, was alles kostet, wo du clever übernachtest und vor allem verrate ich dir, was du dir sparen kannst, um keine kostbare Zeit zu verlieren.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Der Golden Circle ist eine rund 250 bis 300 Kilometer lange Route, die in Reykjavík beginnt und endet und die du locker an einem Tag schaffst.
  • Die reine Fahrzeit beträgt etwa 3,5 bis 4 Stunden, aber mit den Hauptstopps und dem Fotografieren solltest du dir ganze 6 bis 8 Stunden einplanen.
  • Die wichtigsten und kostenlosen (oder sehr günstigen) Stopps sind der Nationalpark Þingvellir, das Geothermalgebiet Geysir und der mächtige Wasserfall Gullfoss.
  • Die Straßen sind auf der gesamten Route asphaltiert und in bestem Zustand, im Sommer brauchst du also kein Auto mit Allradantrieb (4×4).
  • Brich entweder ganz früh morgens oder erst am späten Nachmittag auf, um den Touristenmassen zu entgehen, die mit großen Bussen anrücken.

Wann hinfahren und wie kommst du hin

Der Golden Circle ist ganzjährig problemlos befahrbar, und dank der überaus guten, sorgfältig asphaltierten Straßen brauchst du wirklich keine Angst zu haben, dass du einen riesigen Geländewagen mit Monsterreifen benötigst. Selbst das kleinste Mietwagen-Modell schafft diese Strecke im Sommer absolut spielend, wobei die Route selbst einen schönen geschlossenen Kreis bildet, der in Reykjavík beginnt und endet.

Wenn du die Insel aber in den dunkleren Wintermonaten entdecken willst, behalte stets im Kopf, dass die Tage hier extrem kurz sind – im Dezember geht die Sonne erst gegen halb zwölf auf und schon um halb vier nachmittags wieder unter.

Das Wetter kann zudem unglaublich tückisch sein, deshalb solltest du vor jeder Abfahrt vom Hotel sorgfältig die Websites prüfen wie Safetravel.is für wichtige Sicherheitswarnungen und das ausgezeichnete Umferdin.is für absolut aktuelle Infos zum Zustand vereister Straßen.

Mit Lukáš haben wir langfristig wirklich gute Erfahrungen mit der Suche nach Mietwagen gemacht, die wir praktisch überall auf der Welt zuverlässig nutzen – pass nur auf Neuerungen und kleine Fallstricke der lokalen Inselvermieter auf. Seit Januar 2026 gilt auf Island nämlich eine brandneue Kilometersteuer für alle PKW bis 3,5 Tonnen, die genau 6,95 ISK (rund 0,05 €) pro gefahrenem Kilometer beträgt.

Verschiedene Vermieter handhaben diese Gebühr unterschiedlich: Manche berechnen eine Tagespauschale, andere ziehen die Steuer am Ende der Reise anhand des tatsächlichen Tachostands direkt von der Kaution ab – plane das also besser vorab in dein Budget ein. Der beliebte Golden Circle kostet dich bei dieser speziellen Steuer etwa 2.000 ISK (rund 14 €), was aber zum Glück recht angenehm dadurch ausgeglichen wird, dass der Treibstoff flächendeckend günstiger geworden ist, nachdem die früheren Gebühren an den Tankstellen abgeschafft wurden.

Lass dich gleichzeitig nicht in falscher Sicherheit wiegen, nur weil du auf luxuriösem Asphalt einen kurzen Ausflug machst – widme der richtigen Versicherung deines Mietwagens wirklich große Aufmerksamkeit. Die Basisversicherung (oft als CDW bezeichnet) deckt leider bei Weitem nicht die typischen und sehr teuren isländischen Schäden ab, und da viele unscheinbare Abzweigungen zu gemütlichen Unterkünften aus Schotter oder Kies bestehen, empfehlen wir wärmstens, für den Gravel Protection draufzuzahlen.

Ein eigenes Kapitel und eine große Besonderheit Islands ist der unberechenbare Wind, der oft so unfassbar stark ist, dass er dir die Autotür glatt aus den Angeln reißt, wenn du sie beim unvorsichtigen Öffnen nicht mit beiden Händen festhältst – und solche unglücklichen Schäden deckt keine Standardversicherung ab.

Denk außerdem daran, dass jegliches Fahren abseits der offiziellen Wege auf der ganzen Insel streng und kompromisslos verboten ist – bei Verstoß droht dir eine Strafe von bis zu 500.000 ISK.

💡 Übrigens: Eine isländische SIM-Karte oder eine eSIM mit Holafly ist hier Gold wert, denn ohne Datenverbindung kannst du weder die Park-Apps noch die Wetterwarnungen nutzen.

Wo du übernachtest und was der Golden Circle kostet

Obwohl viele Leute den gesamten beliebten Rundweg direkt und ein bisschen unüberlegt von Reykjavík aus abfahren, ist es eine deutlich schlauere Strategie, sich direkt irgendwo entlang der Route einzuquartieren, was dir im Endeffekt jede Menge unnötigen Stress und kostbare Zeit erspart.

Morgens kannst du nämlich in aller Ruhe früh aufstehen und mit riesigem Vorsprung zu den größten Sehenswürdigkeiten aufbrechen, bevor dort überhaupt die ersten riesigen Busse voller Touristen aus der Hauptstadt eintreffen. Außerdem hast du abends eine etwas größere Chance, vom Fenster deines Zimmers aus die ersehnten Polarlichter zu erspähen, weil du nicht so sehr vom starken Lichtsmog der Metropole gestört wirst.

Die besten und strategisch günstigsten Stützpunkte für eine gründliche Erkundung des Rundwegs sind das Städtchen Selfoss, wo du dich zum Beispiel im hervorragenden Hotel Selfoss Spa erholen kannst, oder das wunderschön gelegene Laugarvatn, das mitten im pulsierenden Herzen des Rundwegs am Ufer eines stillen Sees liegt.

Wunderschöne Unterkünfte bietet auch das malerische und sehr beliebte Flúðir mit dem The Hill Hotel unweit der natürlichen Thermalquellen. Die absolute Spitze für alle, die immer als Erste bei den Sehenswürdigkeiten sein wollen, ist das etwas luxuriösere Hotel Geysir, das buchstäblich nur ein paar Schritte von den blubbernden Thermalfeldern entfernt liegt.

Die Übernachtungspreise auf Island sind erwartungsgemäß alles andere als günstig, und du musst dich darauf einstellen, dass du für ein recht gewöhnliches, aber anständiges Doppelzimmer in der Hauptsaison im Durchschnitt zwischen 30.000 und 50.000 ISK (rund 200 bis 340 €) pro Nacht zahlst.

Neben den Sehenswürdigkeiten und dem teuren Essen solltest du auch kleinere Parkgebühren einplanen, die auf der Insel absolut allgegenwärtig sind und heute fast ausschließlich bargeldlos über praktische Apps wie Parka oder den guten alten EasyPark abgewickelt werden.

Pass nur gut auf, dass du an den lokalen Selbstbedienungsterminals an Tankstellen und an manchen Schranken stets eine physische Kreditkarte und deren PIN-Code brauchst – dich auf der ganzen Reise nur auf bequemes Zahlen per Handy über Apple Pay zu verlassen, kann sich hier wirklich nicht auszahlen. Booking.com ist unsere liebste Plattform für Unterkünfte, und wir empfehlen dringend, beliebte Hotels schon viele Monate im Voraus zu reservieren.

💡 Konkrete Übernachtungstipps (Preise und Verfügbarkeit prüfst du über Booking, reserviere rechtzeitig – in der Saison und rund um die Sonnenfinsternis 2026 sind die Zimmer Monate im Voraus weg):

Nationalpark Þingvellir: Hier entstand Geschichte und Kontinente

Nach etwa fünfundvierzig Minuten gemütlicher Fahrt aus dem Zentrum von Reykjavík erwartet dich der erste und gleichzeitig geologisch interessanteste Stopp deines isländischen Abenteuers. Der Nationalpark Þingvellir (gesprochen wie ein weiches Thingvellir) steht völlig zu Recht auf der prestigeträchtigen UNESCO-Welterbeliste und ist genau jener einzigartige, magische Ort, an dem sich mit etwa zwei Zentimetern pro Jahr die riesige nordamerikanische und eurasische tektonische Platte unaufhörlich und langsam voneinander entfernen.

Dein Auto kannst du auf gleich mehreren clever aufgeteilten Parkplätzen mit den Bezeichnungen P1 bis P5 abstellen, wobei du die Tagesgebühr von 1.000 ISK (rund 7 €) zum Glück nur ein einziges Mal über den Automaten oder die App Checkit.is zahlst – das mit deinem Kennzeichen verknüpfte Ticket gilt dann für das gesamte Parkgebiet.

1. Spaziergang durch die Spalte Almannagjá und der Wasserfall Öxarárfoss

Vom oberen großen Parkplatz P1 Hakið, der direkt am schönen Hauptbesucherzentrum mit modernen Toiletten liegt, gehst du auf einem angelegten Weg direkt in die riesige, majestätische Spalte Almannagjá, wo du die ganze Zeit über unglaublicherweise durch eine Art Niemandsland zwischen zwei mächtigen Kontinenten spazierst.

Dieser Ort hat live eine absolut unglaubliche und stellenweise fast beklemmende Atmosphäre, gesäumt von steilen Wänden aus schwarzem Vulkangestein, was unter anderem auch die aufmerksamen Macher der populären Serie Game of Thrones zu schätzen wussten – sie haben hier äußerst treffend das berühmte Blutige Tor angesiedelt.

Wir haben hier im Herbst einen wunderschönen und überraschend ruhigen Spaziergang durch den schmalen Canyon gemacht und sind ohne große körperliche Anstrengung auf ebenem Weg bis zum niedlichen Wasserfall Öxarárfoss gelangt, unter dem übrigens auch der sehr praktische Parkplatz P2 Efri-Vellir für all jene liegt, die nicht laufen mögen.

Der Fußweg zum Wasserfall ist völlig unanstrengend und auch für Kinder problemlos machbar, denn er führt größtenteils über bequeme, gepflegte Holzstege. Der Wasserfall selbst, der wild über die dunklen Basaltfelsen stürzt, sieht bei jedem Wetter fantastisch aus.

Außerdem spielten sich genau in diesem geschützten Gebiet einst die wichtigsten und schicksalhaftesten Momente der ganzen rauen Insel ab, denn im Jahr 930 gründeten hier mächtige und respektierte Wikinger in einem perfekten natürlichen Amphitheater beim Felsen Lögberg das berühmte Alþingi.

Das macht es zu einem der ältesten noch funktionierenden Parlamente der ganzen Welt. Einst trafen sich an diesem heiligen Ort regelmäßig die Häuptlinge aus ganz Island, um vor versammelter Menge blutige Streitigkeiten zu schlichten, lukrative Ehen zu vereinbaren und lautstark ganz neue Gesetze zu verkünden.

2. Silfra: Schnorcheln im Wasser mit 100 Metern Sicht

Wenn du wirklich auf etwas extremere und außergewöhnlichere Erlebnisse stehst, gib gleich den unteren Parkplatz P5 Valhöll ins Navi ein, der von allen genannten mit Abstand am nächsten an der weltberühmten, überfluteten Spalte Silfra liegt.

Diese auf den ersten Blick vielleicht recht unscheinbare Erdspalte ist bis zum Rand mit absolut kristallklarem Wasser gefüllt, das vom riesigen Gletscher Langjökull stammt. Es fließt hier sehr langsam herab und filtert sich dabei über unfassbare Jahrzehnte hinweg auf natürliche Weise durch poröse Lava unter der Erde.

Das Ergebnis dieses langwierigen Naturprozesses ist atemberaubend klares Wasser ohne den kleinsten Makel, in dem du unter der Oberfläche problemlos hundert Meter weit siehst. Tauchen oder mutiges Schnorcheln zählt hier völlig zu Recht zu den größten und begehrtesten weltweiten Einzigartigkeiten.

Ich muss dich aber vorab ehrlich warnen: Dieses unglaublich klare Wasser hat ganzjährig recht eisige 2 bis 4 °C. Um deine Gesundheit musst du dir aber keine Sorgen machen, denn professionelle Anbieter wie DIVE.IS, Arctic Adventures oder Troll Expeditions stecken dich vor dem Wassergang zuerst in eine besonders warme Unterkleidung und sperren dich anschließend in einen sehr dicken Neopren-Trockenanzug.

Du wirst dir zwar eine Weile etwas unbeholfen und komisch wie das berühmte Michelin-Männchen vorkommen, und der dicke Gummi um den Hals würgt dich anfangs vielleicht ein wenig, aber sobald du zum ersten Mal das Gesicht unter die Oberfläche tauchst und sich unter dir ein endloser, leuchtend blauer Abgrund öffnet, frierst du nur noch ein bisschen am ungeschützten Gesicht und an den Fingerspitzen.

Es ist allerdings ein recht teurer und exklusiver Spaß, denn die Preise für das einfache Schnorcheln beginnen bei den besten Anbietern bei etwa 21.000 ISK (rund 145 €), wenn du eigene Anreise hast. Hinzu kommen vor Ort noch weitere 1.500 ISK als obligatorische kleine Gebühr an den Nationalpark pro Person.

Reserviere deinen Platz sicherheitshalber viele Wochen im Voraus und denk immer gründlich daran, dass du und deine Kinder (die mindestens 12 Jahre alt sein müssen) für die Tauchgenehmigung wirklich strenge und genau festgelegte Gewichts- und Größenlimits erfüllen müssen, damit der Anzug im Wasser sicher abdichtet.

💡 Tipp: Tickets und organisierte Ausflüge (am Golden Circle und in der Umgebung) kaufst du am besten vorab online auf GetYourGuide – in der Saison füllen sie sich schnell.

Geysir und Gullfoss: Geothermales Theater und ohrenbetäubendes Tosen

Vom erkundeten Nationalpark Þingvellir geht es auf einer bequemen, leeren Straße rund sechzig Kilometer weiter nach Osten, direkt ins großartige Geothermalgebiet Haukadalur, das buchstäblich unaufhörlich unter den Füßen blubbert und zischt.

Hier siehst du aus nächster Nähe mit eigenen Augen, welch enorme, wilde Kraft dieses ruhelose Land knapp unter seiner dünnen Oberfläche verbirgt. Und gleich darauf, nur ein paar Kilometer weiter flussabwärts, betäubt dich einer der imposantesten und mächtigsten Wasserfälle ganz Europas.

Diese beiden grandiosen Stopps liegen wirklich nah beieinander, sodass die Fahrt nur einen kurzen Moment dauert und du dich völlig stressfrei auf die unfassbare, ungezähmte Naturschönheit ringsum konzentrieren kannst.

3. Geothermalgebiet Haukadalur und der zuverlässige Strokkur

Schon aus recht großer Entfernung siehst du bei der Anfahrt sicher die mächtigen Säulen aus heißem weißen Dampf zum Himmel aufsteigen, und gleich nach dem Aussteigen riechst du den typischen Schwefelgeruch, der stark an faule Eier erinnert und zur rohen isländischen Natur einfach untrennbar und auf seine Weise romantisch dazugehört.

Dieses riesige, blubbernde und bunte Gebiet ist die ursprüngliche Heimat des majestätischen Großen Geysir, der in seinen besten Jahren kochendes Wasser in enorme Höhen schleuderte und schließlich allen sprudelnden Geysiren weltweit stolz seinen Namen gab.

Heute ruht dieser legendäre alte Herr allerdings die meiste Zeit gemütlich und erwacht nur sehr selten und unerwartet nach wirklich großen lokalen Erdbeben aus seinem Tiefschlaf. Der größte und meistfotografierte Star des gesamten umzäunten Areals ist deshalb sein deutlich kleinerer, dafür aber umso zuverlässigerer und energischerer Bruder namens Strokkur.

Strokkur lässt dich auf seine Vorstellung wirklich nicht lange und ungeduldig warten: Etwa alle fünf bis zehn Minuten bildet er im stillen Krater eine riesige, leuchtend türkisfarbene Blase, die kurz darauf mit gewaltigem Getöse explodiert und das kochende Wasser ganze fünfzehn bis dreißig Meter hoch in die Luft schleudert – zum Staunen aller Zuschauer.

Stell dich beim Zuschauen aber clever und rechtzeitig mit dem Wind auf, sonst erwartet dich nach kurzer Zeit eine sehr ungewollte und ziemlich unangenehme heiße Dusche. Und bitte respektiere unter allen Umständen die gespannten Schutzseile, die alle angelegten Wege säumen.

Das Wasser in den unscheinbaren angrenzenden Tümpeln erreicht nämlich häufig Temperaturen über 80 °C, und die müden Rettungskräfte vor Ort versorgen hier angeblich jedes Jahr unnötig verbrühte und sehr neugierige Touristen, die naiverweise dachten, das sei doch ein guter Ort, um die Wassertemperatur kurz mit dem Finger zu testen.

Das Parken am nahe gelegenen modernen Besucherzentrum sowie der Zugang zur Aussichtsplattform an den Quellen sind hier zum Glück ausnahmslos kostenlos – pass nur gut auf dein Portemonnaie in einem der größten und mit Abstand teuersten Souvenirläden der Insel auf, durch den du auf dem Weg zu den warmen Toiletten zwangsläufig hindurch musst.

4. Gullfoss – der Goldene Wasserfall

Nur zehn Minuten flotter Autofahrt von den blubbernden Geysiren entfernt wartet brav das eigentliche und absolut grandiose Finale des klassischen Golden Circle auf dich – und zugleich mein riesiger, lebenslanger persönlicher Favorit.

Der unglaublich mächtige und ohrenbetäubende Doppelwasserfall Gullfoss, den die Einheimischen liebevoll Goldener Wasserfall nennen, stürzt in zwei großartigen, steilen Kaskaden direkt in die zweiunddreißig Meter tiefe und unglaublich enge Felsschlucht des reißenden Flusses Hvítá.

Der Anblick dieser riesigen, unaufhaltsamen Masse an Gletscherwasser aus nächster Nähe, deren monströser Durchfluss im Sommer unfassbare und schwindelerregende 140 Kubikmeter pro Sekunde erreicht, raubt jedem Neuankömmling buchstäblich den Atem.

Die Luft im gesamten Tal ist wegen des gewaltigen Wasseraufpralls ständig dicht von erfrischender Gischt erfüllt, weshalb dir eine gute wasserdichte Jacke auch dann unglaublich nützlich sein wird, wenn gerade die Sonne wunderbar scheint (dank der du hier übrigens durch die dichten Wassertropfen fast immer einen wunderschönen, kräftigen Regenbogen siehst).

Wenn du heute fassungslos hier stehst und spürst, wie unter deinen müden Füßen der durchnässte Boden buchstäblich vibriert, fällt es schwer zu glauben, dass reiche ausländische Investoren Anfang des 20. Jahrhunderts diesen einzigartigen Naturwasserfall unwiederbringlich zerstören und hier ein riesiges, hässliches kommerzielles Wasserkraftwerk bauen wollten.

Gerettet hat ihn damals die unglaublich mutige Bauerntochter Sigríður Tómasdóttir ganz allein, die tapfer und lautstark androhte, sich selbst ohne Zögern in das tosende, kalte Wasser zu stürzen. Mit der fachkundigen Hilfe des engagierten Anwalts Sveinn Björnsson – aus dem nebenbei bemerkt der allererste Präsident des unabhängigen Islands wurde – gewann sie den jahrelangen, äußerst komplizierten Rechtsstreit schließlich wie durch ein Wunder.

Zu dem überwältigenden Wasserfall führen heute zwei bequeme und sichere angelegte Wege von zwei kostenlosen, geräumigen Parkplätzen. Der eine, bequemere führt dich zur atemberaubenden oberen Panoramaaussicht beim Restaurant, der andere, etwas abenteuerlichere verläuft über nasse Stufen direkt an die Kante des tosenden Wassers – wo du allerdings garantiert ein bisschen nasser wirst.

Bonus-Stopps: Was du zusätzlich sehen kannst, wenn du Zeit hast

Wenn du wirklich vernünftig und clever schon früh morgens zu deiner Traumreise aufgebrochen bist oder für diesen tollen Ausflug gleich einen ganzen langen Sommertag mit reichlich Tageslicht eingeplant hast, wäre es ein riesiger Jammer, dich hier nur auf die große, berühmte Dreiergruppe der Sehenswürdigkeiten zu beschränken.

Auf dem Rückweg in die quirlige Hauptstadt kannst du nämlich ziemlich leicht noch ein paar weitere fantastische Orte in deinen vollgepackten Reiseplan einbauen, an denen die allgegenwärtigen Massen längst nicht so dicht sind und du das fesselnde, raue Island in viel größerer und angenehmerer Ruhe genießen kannst.

5. Krater Kerið mit türkisfarbenem See

Direkt an der vielbefahrenen Hauptstraße Nummer 35 stößt du auf den absolut überwältigenden und fast drei Millionen Jahre alten Vulkankrater Kerið, der zwar leider – anders als viele andere Naturwunder – nicht ganz kostenlos ist, dessen Eintritt aber zum Glück nur bei symbolischen 700 ISK (rund 5 €) liegt, die du ohne mit der Wimper zu zucken in einer kleinen Holzhütte am Eingang zahlst.

Der Krater ist auf den ersten Blick absolut faszinierend und besonders dadurch, dass seine außergewöhnlich sattroten, scharfen Vulkanwände unglaublich stark mit der tiefen, völlig undurchsichtigen und aquamarinblauen Farbe des stillen Sees kontrastieren, der friedlich und reglos auf seinem Grund liegt.

Wir haben hier mit unverhohlener Begeisterung gleich am zweiten anstrengenden Tag unseres gemeinsamen Ausflugs angehalten, und der ganze gemütliche Spaziergang oben entlang des Kraterrandes hat uns etwa zwanzig Minuten voller großartiger Ausblicke gekostet.

Wer aber deutlich mehr Entdeckerlust hat und ein bisschen Anstrengung auf dem Rückweg nicht scheut, kann bedenkenlos die gut gepflegten Holztreppen hinabsteigen und ganz nach unten bis direkt an die ruhige Oberfläche des farbigen Wassers gelangen.

Eine ungemein interessante und unerwartete Besonderheit dieses mystischen Ortes ist die Tatsache, dass dank der perfekten Form und völligen Abgeschlossenheit des gesamten Raums hier drinnen eine so fantastische, starke Akustik herrscht, dass am kleinen See gelegentlich seltene Kammerkonzerte stattfinden – und in der Vergangenheit sang hier zur riesigen Freude der Fans sogar die berühmte Björk von einem kleinen Floß aus, das mitten auf dem eisigen Wasser trieb.

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6. Baden in der Secret Lagoon oder in Hrunalaug

Sich nach einem ganztägigen, anstrengenden Marsch im kalten, nicht enden wollenden Wind die durchgefrorenen Knochen ordentlich aufzuwärmen, ist auf Island ein absolutes Muss am Abend. Wir empfehlen dir herzlich und ehrlich, statt der unfassbar überteuerten und meist hoffnungslos überfüllten Blue Lagoon lieber ins unscheinbare Dörfchen Flúðir zu fahren.

Hier verbirgt sich nämlich ganz clever die fantastische Secret Lagoon, auch Gamla Laugin genannt, das absolut älteste Schwimmbecken der ganzen Insel, schon 1891 aus Steinen erbaut, in dem das klare Wasser ganzjährig ungemein angenehme und entspannende 38 bis 40 °C hat.

Rund um das große Becken blubbern zudem munter und lautstark weitere kleine heiße Quellen und sogar ein winziger aktiver Geysir, was es im Endeffekt zu einem viel authentischeren, ruhigeren und rustikaleren Erlebnis macht als jedes sterile, luxuriöse moderne Bad an der Küste. Der Eintritt kostet für isländische Verhältnisse angenehme 3.000 bis 4.500 ISK (rund 20 bis 30 €), und für Kinder unter vierzehn Jahren ist es hier sogar komplett kostenlos – kauf die Tickets aber sicherheitshalber vorab auf der offiziellen Website der Secret Lagoon.

Ich bitte dich aber wirklich eindringlich, gewissenhaft und ohne Widerrede an jene heilige und absolut unverrückbare isländische Kulturregel zu denken, die sich Sundlaug-Etikette nennt und ausnahmslos für alle lokalen Dorfbäder und heißen Thermen gilt.

Bevor du überhaupt versuchst, dir in der Ecke unbemerkt deine Lieblingsbadehose anzuziehen, ist es deine absolut strikte und kompromisslose Pflicht, dich in den offenen Gemeinschaftswaschräumen komplett nackt zu duschen und mit ausreichend Flüssigseife deinen ganzen Körper von Kopf bis Fuß gründlich zu waschen – wozu dich übrigens auf Schritt und Tritt recht witzige und sehr anschauliche Zeichnungen anleiten, die an fast allen Wänden der feuchten Umkleiden hängen.

Die traditionellen isländischen Bäder verwenden nämlich im Interesse von Gesundheit und Natur ein absolutes Minimum an Chlor und Chemie, sodass die Sauberkeit des Wassers hier voll und ganz von der Sauberkeit der Besucher selbst abhängt. Versuchst du also, dich verschämt und heimlich in Badekleidung zu duschen, jagen dich die stets wachsamen und resoluten Bademeister ohne jede Gnade lautstark hinaus – und du blamierst dich gehörig.

7. Brúarfoss – der blaueste Wasserfall

Wenn du das satte Türkis wirklich liebst und es dir nichts ausmacht, ein bisschen extra Weg und Zeit zu opfern, notiere dir unbedingt den Stopp am faszinierenden Wasserfall Brúarfoss in deiner Offline-Karte, dem völlig zu Recht und ohne Übertreibung der Spitzname blauester Wasserfall ganz Islands verliehen wird.

Das Wasser strömt hier unglaublich wild und lautstark durch eine dunkle, sehr enge Vulkanspalte, und seine ungewöhnliche Farbe ist tatsächlich so unglaublich leuchtend und satt, dass du nach einer Weile des Betrachtens vielleicht sogar ein wenig zweifelst, ob nicht jemand der Einheimischen heimlich nachts irgendein sehr starkes, giftiges Farbmittel hineingekippt hat.

Früher kam man zu ihm ausschließlich über eine recht langwierige, etwa dreieinhalb Kilometer lange Strecke durch unangenehmes und oft matschiges Gelände, aber heute gibt es zum Glück und zur großen Freude aller Faulpelze einen brandneuen, viel näher gelegenen gepflegten Parkplatz, an dem du nach dem Parken zwar eine kleine Gebühr von rund 750 ISK (rund 5 €) zahlst, dir dafür aber eine Menge Zeit und viele müde, nasse Schritte sparst.

8. Wasserfall Faxi und Ruhe ohne Touristen

Nur etwa zwölf Kilometer gemütlicher, flacher Fahrt vom riesigen und manchmal unangenehm überfüllten Gullfoss entfernt verbirgt sich recht unscheinbar der wunderschöne und ziemlich breite Wasserfall Faxi, der zwar bei Weitem nicht solch überwältigende Ausmaße erreicht wie sein ungleich berühmterer Kollege, dir aber dafür mit Sicherheit etwas viel Wertvolleres und Schöneres bietet: herrliche Ruhe und große, stille Gelassenheit.

Der allergrößte Teil der großen, zeitlich gebundenen Reisebusse aus Reykjavík ignoriert diesen zauberhaften Ort aus Zeitgründen völlig und mit größter Freude. So kannst du hier in deinem eigenen Tempo und in Ruhe über die Pfade spazieren, dir wunderschöne und originelle Fotos aus nächster Nähe machen und das rauschende, herabstürzende Wasser genießen, ohne dass dir ständig versehentlich jemand mit dem Ellbogen in die Seite stößt, während er das beste Selfie zu ergattern versucht.

Ein kurzer Stopp am Wasser kostet dich hier kaum mehr als gemütliche zehn bis fünfzehn Minuten reine Zeit, und als weiterer riesiger Bonus zahlst du hier weder Eintritt noch nervige Parkgebühren, was inmitten des sehr teuren Islands immer ungemein erfreut.

9. Der heiße Fluss Reykjadalur

Wenn dir am Ende eines langen, vollen Tages noch genug Energie in den Beinen bleibt und du wirklich keine Lust mehr hast, hohe Summen für den Eintritt in künstlich abgeschlossene, volle kommerzielle Thermen mit Fliesen zu zahlen, kannst du bedenkenlos einen fantastischen Abstecher zum Städtchen Hveragerði machen, von wo aus ein wunderschöner und stellenweise steiler Wanderweg direkt zum wilden heißen Fluss namens Reykjadalur führt.

Die Wanderung, die stetig über malerische und manchmal windige Hügel ansteigt, kostet dich zwar zuverlässig etwa anderthalb Stunden zügigen Gehens in eine Richtung, aber an ihrem Ende erwartet dich garantiert ein echtes Naturmärchen in Form eines wilden, schönen Flusses, der am Grund unaufhörlich und kräftig von der nahen Geothermalaktivität erwärmt wird und in den du dich jederzeit und völlig kostenlos und bedenkenlos eintauchen kannst.

Lukáš und ich lieben und vergöttern dieses unvergleichliche Gefühl absoluter Freiheit, wenn man erschöpft im heißen, fließenden Wasser mitten in den endlosen, sattgrünen Hügeln liegt und direkt über dem Kopf unaufhörlich graue Inselwolken vorbeiziehen. Du musst dich nur tapfer darauf einstellen, dass das unvermeidliche Umziehen in die Badekleidung hier direkt draußen im unfassbar eisigen Wind stattfindet und du dich nur hinter wirklich sehr wackligen, zugigen Holzwänden verstecken kannst.

Wo du essen kannst: Ein Paradies für Vegetarier und Eisliebhaber

Als Lukáš und ich zum allerersten Mal auf dem teuren Island waren, reisten wir in einem wirklich knappen Studentenbudget-Modus und brachten als überzeugte Vegetarier einen Großteil der haltbaren Lebensmittel lieber von zu Hause mit oder kochten uns nach langen Abenden selbst günstig aus unseren bescheidenen Einkäufen, die wir gleich nach der Landung gemacht hatten.

Heute bietet die großartige und stetig wachsende Gastro-Szene entlang des weitläufigen Golden Circle jedoch gleich ein paar kulinarische Perlen, die du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest und die garantiert sowohl begeisterte Gemüseliebhaber sättigen als auch jene, die vergeblich nach klassischen Fleischgerichten zu einem halbwegs vernünftigen und akzeptablen Preis suchen.

10. Tomatenfarm Friðheimar

Dieser unglaublich duftende und warme zauberhafte Ort ist schlichtweg ein absoluter und echter Gourmet-Traum für wohl jeden begeisterten Vegetarier, der durch die Welt reist.

Die großartige Familienfarm Friðheimar züchtet nämlich mit riesiger Liebe und Sorgfalt wunderschön saftige rote Tomaten in riesigen, herrlich durchfluteten Gewächshäusern, die im rauen Klima das ganze Jahr über völlig ökologisch und sauber mit der allgegenwärtigen lokalen Geothermalenergie beheizt werden. Mitten in dieses unglaubliche grüne Paradies haben die Besitzer gleich clever ein überaus beliebtes und berühmtes Restaurant eingerichtet.

Ihr allergrößter Stolz und ihre bekannteste Insel-Spezialität ist die absolut fantastische, dicke hausgemachte Tomatensuppe, die du dir nach dem Bezahlen ganz nach Belieben unbegrenzt aus dem ständig blubbernden heißen Buffet in Schüsseln schöpfst – zusammen mit unglaublich frisch gebackenem, knusprigem duftendem Brot, ehrlicher hausgemachter Butter und herrlich erfrischender, milder Gurken-Salsa.

Wir beide können an diesem Ort einfach nicht anders und schlemmen mit riesigem Appetit so viel von dem Guten, dass wir uns danach kaum noch zum Auto rollen können – das ganze einzigartige Schlemmen findet nämlich direkt zwischen Hunderten ausgewachsenen Tomatenstauden statt, um den Kopf fliegt dir ab und zu fröhlich und lautstark eine importierte fleißige Hummel, und die warme, familiäre Atmosphäre ist schlichtweg unbeschreiblich.

Auf der abwechslungsreichen Speisekarte gibt es für Interessierte natürlich auch jede Menge vollständig vegane und hervorragende vegetarische Varianten, sehr feine, großartige gefüllte Ravioli und für Mutige sogar recht ungewöhnliche Desserts aus sattgrünen Tomaten, die im Mund überraschend toll und frisch schmecken.

Pass nur wirklich gut darauf auf, dass die Farm in der Regel nur sehr kurz und ausschließlich mittags von halb zwölf bis etwa sechzehn Uhr geöffnet hat, und ohne eine rechtzeitige und bestätigte Reservierung per offizieller E-Mail hast du in der Sommersaison nicht die geringste Chance, dich hier an einen Tisch zu setzen, denn die Gewächshäuser platzen unter dem Ansturm begeisterter Touristen aus aller Welt aus allen Nähten.

11. Zum Abschluss hausgemachtes Eis auf der Farm Efstidalur

Nur ein kleines Stück von den mächtig blubbernden Geysiren entfernt liegt an einem ruhigen Abzweig die unglaublich charmante und ehrliche Familien-Milchfarm namens Efstidalur, zu der du im Grunde unbedingt wenigstens kurz fahren musst, wenn dich unterwegs unwiderstehliche Lust auf etwas wirklich Gutes und Süßes überkommt.

Die Besitzer haben dort zur Freude der Besucher ein wunderschönes, gemütliches Café, clever verbunden mit einem riesigen durchsichtigen Glasfenster im Boden, durch das du völlig ungestört und im Trockenen beim Kaffeetrinken hinunter in den perfekt sauberen Kuhstall schauen und amüsiert den zufriedenen Kühen zusehen kannst, wie sie dort frisches Heu wiederkäuen.

Sie machen dort für alle ein absolut grandioses und hundertprozentig ehrliches hausgemachtes Eis, ausschließlich aus eigener frischer Milch hergestellt. Und glaub mir: Wenn du zufällig mit müden, quengeligen Kindern nach Island reist, wird dies nach all den langweiligen geologischen Phänomenen und tosenden kalten Wasserfällen eindeutig ihr absoluter Lieblingsstopp des ganzen langen Tages sein, auf den sie sich freuen.

12. Günstig einkaufen im Bónus und der klassische Hotdog

Für alle Reisenden, die beim Essen während ihres Ausflugs wenigstens ein bisschen sparen wollen, ist der riesige und sehr beliebte isländische Supermarkt Bónus absolute Pflicht. In den Städten erkennst du ihn garantiert schon von Weitem an dem riesigen leuchtend gelben Logo mit dem skurrilen rosa Schwein, und dort bekommst du die mit Abstand günstigsten Lebensmittelvorräte der ganzen Insel, bevor du überhaupt zum ersten Mal das Auto startest und aus Reykjavík losfährst.

Gewöhnliche durchschnittliche Hauptmahlzeiten in den schönen klassischen Restaurants entlang der Sehenswürdigkeiten starten nämlich problemlos bei unangenehmen Beträgen von 2.500 bis 4.000 ISK (rund 17 bis 27 €), sodass dir eigene belegte Brote oder Snacks hier über den ganzen Ausflug wirklich ordentlich Geld im engen Reisebudget sparen.

Denk außerdem konsequent daran, dass es auf Island aus Sicht der Natur und des Geldbeutels eine absolute Sünde ist, überteuertes abgefülltes Wasser in Plastik zu kaufen, denn das ganz gewöhnliche, klare Leitungswasser ist hier perfekt sauber, reines Gletscherwasser und schmeckt hundertmal besser als alles Abgestandene, das du in den Regalen der Tankstellenshops findest.

Für Fleischliebhaber bietet sich dann natürlich ein absolut klassisches, sehr günstiges und überaus beliebtes isländisches Gastro-Erlebnis mit langer Tradition an: der einfache, schnelle Hotdog, lokal und stolz Pylsa genannt, der hier aber überraschend aus einer interessanten Mischung aus ehrlichem Lamm-, Schweine- und Rindfleischresten gemacht wird.

Du bekommst ihn zuverlässig praktisch an jeder größeren, belebten Tankstelle der bekannten lokalen Kette N1 entlang deiner Route für sympathische und akzeptable rund 820 ISK (rund 5,50 €). Alle einheimischen Feinschmecker und sogar ausländische Guides sind sich einig, dass es am besten und sichersten ist, ihn beim überraschten Personal „mit allem“ zu bestellen (auf Isländisch korrekt „eina með öllu“), was bedeutet, dass man ihn dir am Tresen großzügig mit gebratenen und knusprigen rohen Zwiebeln bestreut und reichlich mit dickem Ketchup, scharfer Remoulade und traditionellem süßem isländischem Senf übergießt.

13. Warme Suppe im Warmen am Wasserfall Gullfoss

Wenn du draußen am Geländer beim wilden Fotografieren der riesigen, eisigen Masse herabstürzenden Wassers im Nebel bis auf die Knochen durchfrierst, gibt es direkt im großen, modernen Besucherzentrum am Wasserfall Gullfoss ein riesiges und auf den ersten Blick sehr angenehmes beheiztes Selbstbedienungscafé mit schöner Panoramaaussicht.

In der Küche spezialisiert man sich hier zwar vor allem auf die sehr traditionelle, berühmte und ordentlich dicke isländische Fleischsuppe mit Gemüse, auf die hier Scharen begeisterter Touristen direkt aus der Kälte zusammenströmen, aber wir als überzeugte Vegetarier haben uns hier in der Ecke mit riesiger Freude und Dankbarkeit wenigstens frisches, weiches Brot, einen riesigen Becher heißen Tee und absolut hervorragendes süßes Gebäck gegönnt, das uns sofort und zuverlässig die fehlende und so dringend benötigte Energie für weitere Stunden anstrengendes Herumlaufen draußen im Wind lieferte.

Wohin als Nächstes auf Island

Der Golden Circle ist ein wunderschöner Einstieg, bei dem du perfekt lernst, wie Reisen auf Island funktioniert. Wenn du ihn hinter dir hast, empfehle ich, weiter in den Süden zu fahren oder die Hauptstadt zu erkunden. Hier sind weitere unserer Artikel, die dir nützlich sein werden:

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Golden Circle auf Island?

Der Golden Circle (auf Deutsch häufig und üblicherweise als Goldener Kreis bezeichnet) ist eine etwa 250 bis 300 Kilometer lange und äußerst beliebte Touristenroute unweit von Reykjavík, die in einem großen und übersichtlichen Paket drei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten vereint: den wunderschönen und historischen Nationalpark Þingvellir, das riesige und brodelnde geothermisch aktive Gebiet Geysir und den ohrenbetäubenden und gewaltigen Wasserfall Gullfoss.

Wie lange dauert es, den Goldenen Kreis zu fahren?

Die reine Fahrt mit dem Auto von Reykjavík und sicher zurück dauert auf glattem Asphalt etwa 3,5 bis 4 Stunden ohne Stopps. Für die drei wichtigsten und bekanntesten Haltepunkte mit Spaziergängen solltet ihr zuverlässig weitere 5 bis 6 Stunden einplanen, und wenn ihr unterwegs gerne noch einige zauberhafte Bonus-Orte wie den Vulkankrater Kerið oder die heiße und entspannende Secret Lagoon hinzufügt, nimmt dieser unglaublich reichhaltige Ausflug schöne und erschöpfende 8 bis 10 Stunden in Anspruch, was ihn zu einem Programm für einen ganzen Tag macht.

Was ist die beste Reihenfolge der Stopps?

Die üblichste und klassische Reihenfolge auf der Karte, die gedankenlos wohl alle großen Touristenbusse fahren, ist morgens in Þingvellir zu beginnen, zu den Quellen von Geysir weiterzufahren und feierlich am Wasserfall Gullfoss zu enden. Unser großartiger und wiederholt bewährter Tipp ist jedoch, sehr früh am Morgen aufzustehen und den gesamten Kreis genau andersherum zu fahren, sodass ihr hinten beim weiter entfernten Gullfoss beginnt, wo ihr die Sehenswürdigkeit bei Sonnenaufgang absolut und ganz für euch allein habt, und so den gewaltigen kompromisslosen Menschenmassen aus der Hauptstadt schön und elegant während des Tages ausweicht.

Schaffen wir das im Winter und ohne Allradantrieb?

Ja und absolut ohne größere Bedenken, da alle Haupt- und Nebenstraßen, die die Sehenswürdigkeiten auf dem Kreis verbinden, sorgfältig asphaltiert und sehr gut von der Straßenmeisterei instand gehalten sind. Ein großer und schwerer Allradantrieb ist hier wirklich keine absolute und blanke Notwendigkeit, obwohl er sich im tiefen Winter aus logischen Gründen sehr bewährt. Vergesst vielmehr nicht, das aktuelle Wetter auf en.vedur.is zu überprüfen und daran zu denken, dass im kalten Dezember und Januar die Tage wirklich unglaublich kurz sind mit nur wenigen Stunden kostbarem Tageslicht und sich auf windigen Straßen oft und sehr schnell unbemerkt durchsichtiges und äußerst gefährliches Glatteis bildet.

Wie viel kosten die grundlegenden Eintritte und das Parken?

Zum gewaltigen Wasserfall Gullfoss und in das weitläufige aktive Gebiet des berühmten Geysir ist der Fußgängerzugang inklusive Parken zur großen Freude der Geldbeutel immer noch völlig kostenlos. Im majestätischen Nationalpark Þingvellir wird dann aber obligatorisch eine Tagesparkgebühr für das gesamte riesige Gebiet in Höhe von 1.000 ISK (ca. 7 EUR) erhoben, der Eintritt zum Rand des farbenfrohen Vulkankraters Kerið kostet etwa symbolische 700 ISK (ca. 5 EUR) pro Person, ein kurzer Spaziergang und Stopp am Wasserfall Brúarfoss kostet euch auf dem Parkplatz etwa 750 ISK (ca. 5 EUR) und die heißen Thermalbäder Secret Lagoon kosten je nach Alter und Saison etwa 3.000 bis 4.500 ISK (ca. 20 bis 30 EUR) pro badendem Besucher.

Lässt sich der Kreis an einem Tag mit einem Besuch der Blue Lagoon verbinden?

Theoretisch ist das natürlich aus zeitlicher und logistischer Sicht machbar und möglich, besonders in den hellen Sommermonaten, wenn auf Island das klare Tageslicht schön bis spät in die Nacht zu sehen ist, und ein solcher sehr rasanter und beschleunigter kombinierter Ausflug mit dem Auto dauert etwa 11 anstrengende Stunden. Wir empfehlen aber allen begeisterten Reisenden mit Freude eher langfristig, sich lieber in absoluter Ruhe in der viel kleineren und deutlich ruhigeren ländlichen Secret Lagoon zu entspannen, die von allem am besten absolut perfekt und bequem direkt an der ausgewiesenen Route eures Ausflugskreises liegt und zudem diametral günstiger und freier ist.

Worauf sollte man auf der Insel am meisten achten und wie ist die Unterkunftssituation?

Der Haupt- und häufigste tückische Feind auf Reisen ist auf ganz Island nicht so sehr Kälte und Frost, sondern vielmehr absolut unberechenbarer und stellenweise wirklich extrem starker Böenwind. Haltet deshalb bitte beim Öffnen der Autotür nach dem Anhalten immer lieber krampfhaft eure Tür fest und mit beiden Händen, damit euch der Wind sie nicht mit gewaltiger Kraft unglücklich direkt aus den Angeln reißt, womit Autovermietungen leider absolut jeden Tag kämpfen und keine normalen Versicherungen diesen ziemlich häufigen, aber sehr kostspieligen und äußerst gefährlichen Schaden meist auch nur ansatzweise abdecken. Das Wasser hat dann beim Eintauchen in die beliebte Spalte Silfra eisige 2 bis 4 °C, aber mit qualitativ hochwertiger Kleidung ist dieses bewundernswerte Vergnügen nach vorheriger Buchung sehr beliebt, absolut sicher und schaffen problemlos auch begeisterte und schwimmende Kinder ab zwölf Jahren.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Island Ostfjorde: 12 Tipps, was du sehen und erleben kannst

TL;DRDie Ostfjorde Islands bieten 12 wichtige Tipps, vom Basaltcanyon Stuðlagil mit türkisfarbenem Wasser über den Wasserfall Hengifoss (128 Meter, der drittgrößte der Insel) bis zum Künstlerstädtchen Seyðisfjörður mit seiner Regenbogenstraße und der blauen Kirche, das du von Egilsstaðir aus in etwa 30 Minuten erreichst. Als Basis für Ausflüge eignet sich am besten die Stadt Egilsstaðir mit Supermärkten und Tankstellen – eine Nacht in der Pension kostet dort 2.900 bis 4.200 Kronen für zwei Personen. Für die Region solltest du mindestens zwei bis drei Tage einplanen, die beste Reisezeit ist Juni bis August wegen der befahrbaren Straßen und der Papageientaucher in Borgarfjörður eystri, während sich wilde Rentiere von Herbst bis Frühling entlang der Straße zwischen Egilsstaðir und Höfn beobachten lassen. Zum Entspannen empfehlen wir die Thermalquellen von Laugarfell oder die schwimmenden Vök Baths bei Egilsstaðir für 1.300 Kronen.

Wenn du den dramatischen, atemberaubenden, aber touristisch völlig überlaufenen Süden der Insel hinter dir lässt und das Lenkrad auf der Ringstraße Richtung Nordosten drehst, atmet die Landschaft plötzlich tief durch. Der Verkehr wird dünner, die Menschenmassen an den Wasserfällen verschwinden, und du findest dich in einer Welt wieder, in der endlose Buchten, steile Berge und absolute Ruhe herrschen. Willkommen an einem Ort, den viele Reisende einfach blind durchfahren – die Island Ostfjorde dagegen haben wir vom ersten Augenblick an ins Herz geschlossen.

Lukáš und ich haben die Ostfjorde am sechsten und siebten Tag unseres herbstlichen Roadtrips Ende September und Anfang Oktober erkundet, und bis heute schwärmen wir von dieser einsamen Schönheit. Während wir im Süden bei den Sehenswürdigkeiten manchmal Reisebussen ausweichen mussten, hatten wir hier viele Orte ganz für uns allein. Mich hat fasziniert, wie sich der Asphalt endlos entlang der tiefen Buchten schlängelt und jede neue Kurve einen noch schöneren Ausblick offenbart als die vorige.

In diesem Artikel findest du 12 Tipps, was du in den Ostfjorden sehen und erleben kannst. Wir werfen einen Blick auf wunderschöne Basaltschluchten, ich zeige dir das bezauberndste Künstlerstädtchen und verrate dir, wo du auf zahme Papageientaucher oder wilde Rentiere triffst. Außerdem gibt’s praktische Infos dazu, wo du strategisch übernachtest, wie die Preise gerade aussehen und warum du genau aufpassen solltest, welche Flussseite du für deinen Ausflug wählst. Los geht’s! ☺️

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Basis für Ausflüge: Der beste strategische Ausgangspunkt zum Erkunden des Ostens ist die Stadt Egilsstaðir, wo du Supermärkte findest und sich die Hauptstraßen kreuzen.
  • Schönstes Städtchen: Seyðisfjörður darfst du auf keinen Fall verpassen – von Egilsstaðir erreichst du es über einen Bergpass in etwa 30 Minuten. Hier findest du die berühmte Regenbogenstraße und die kleine blaue Kirche.
  • Naturwunder: Die Basaltschlucht Stuðlagil mit ihrem türkisfarbenen Wasser ist ein riesiger Anziehungspunkt – pass nur auf, dass du auf der Ostseite parkst, von wo du direkt hinunter zum Fluss steigen kannst.
  • Tiere: Wilde Rentiere leben nur in dieser Region, und in der Sommersaison (bis Mitte August) findest du in Borgarfjörður eystri eine riesige Kolonie zahmer Papageientaucher.
  • Baden: Das beste Thermalerlebnis sind für uns die luxuriösen Becken von Laugarfell, alternativ kannst du die modernen schwimmenden Vök Baths direkt bei Egilsstaðir ausprobieren.

Wann hinfahren und wie man hinkommt

Die wichtigste Zufahrtsader ist die berühmte Ringstraße, auf Englisch Ring Road genannt. In den Osten gelangst du entweder über eine lange Fahrt von der Südküste durch atemberaubende schwarze Strände und Gletscherlagunen oder umgekehrt vom Norden her, vom Mývatn-See, wobei beide Wege schon für sich genommen ein unglaubliches Erlebnis sind. Du musst allerdings einplanen, dass das Umfahren der einzelnen Buchten viel Zeit kostet – Fjorde lassen sich nun mal nicht abkürzen.

Die ideale Reisezeit ist natürlich der isländische Sommer, also Juni bis August, wenn alle Straßen problemlos befahrbar sind, die Tage endlos lang und du die beliebten Papageientaucher beobachten kannst. Wir sind die Ostküste Anfang Oktober gefahren, was den riesigen Vorteil von kaum Touristen und wunderschönen Herbstfarben hatte – dafür haben wir die Vögel verpasst, die im August aufs Meer hinausziehen.

Wenn du im Winter reisen willst, vergiss nicht, vor jeder Fahrt die offizielle Website der isländischen Straßen zu checken, denn die Bergpässe (etwa die Straße 93 nach Seyðisfjörður) sind wegen Schnee oft gesperrt.

Ab 2026 gilt auf Island zudem eine neue Kilometersteuer für PKW in Höhe von 6,95 ISK (etwa 0,05 €) pro gefahrenem Kilometer. Diese rechnet dir der Mietwagenverleih wahrscheinlich bei der Rückgabe ab, dafür ist der Benzinpreis an den Zapfsäulen aber spürbar gesunken.

Eine besondere Warnung gilt für August 2026, wenn vom Osten und anderen Teilen der Insel eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein wird. Es wird ein touristischer Ansturm erwartet – wenn du also genau in diesem Zeitraum reisen willst, reserviere alles im Voraus, ruhig anderthalb Jahre vorher.

Wo übernachten und was es kostet

Das logistische und praktische Zentrum des gesamten Ostens ist ohne Zweifel das Städtchen Egilsstaðir. Es gewinnt zwar keinen Schönheitswettbewerb für die schönste Architektur, aber du bekommst hier alles, was du zum Überleben in der rauen Natur brauchst. Genau von dieser Stadt aus sind wir zu all unseren Ausflügen aufgebrochen, haben in den großen Supermärkten Bónus und Nettó unsere Vorräte aufgefüllt und getankt – denn weiter draußen an der Küste steigen die Preise für alles steil nach oben.

Lukáš und ich haben auf unserer Islandreise überhaupt nicht gezeltet, weil wir unseren Komfort und die abendliche Wärme lieben. Wir haben immer in Pensionen, Hostels oder kleinen Apartments geschlafen, die eine gemeinsame oder eigene Küche hatten. Das ist nämlich die allerbeste Methode, um auf Island ein Vermögen beim Essen zu sparen.

Jeden Abend haben wir uns in der Unterkunft warme Abendessen gekocht, Snacks für den nächsten Tag vorbereitet und heißen Tee in die Thermoskanne gefüllt, ohne den wir die windigen Tage wohl nicht überlebt hätten. Eine Nacht in einer schönen Pension in Egilsstaðir kostet dich für zwei Personen etwa 17.000 bis 25.000 ISK (rund 115 bis 170 €) – wenn du deinen Aufenthalt aber rechtzeitig im Voraus buchst, lassen sich auch günstigere Zimmer finden.

💡 Konkrete Tipps für Unterkünfte (Preise und Verfügbarkeit checkst du über Booking.com, buche frühzeitig – in der Saison und rund um die Sonnenfinsternis 2026 sind sie schon Monate vorher weg):

Neben Egilsstaðir kannst du auch direkt in einem der romantischen Fjorde übernachten. Wunderschöne kleine Hotels findest du im Dorf Seyðisfjörður, wo die Preise ab 21.000 ISK (ca. 140 €) aufwärts liegen, und wenn du im Sommer vor allem zum Beobachten der Papageientaucher kommst, empfehle ich dir, eine Nacht in der Siedlung Bakkagerði in der Region Borgarfjörður eystri zu verbringen. Pass nur auf, dass die Übernachtungskapazitäten in diesen kleinen Dörfern stark begrenzt sind und in der Hauptsaison wirklich blitzschnell vergriffen sind.

Die schönsten Städtchen und Dörfer im Osten

Den ersten Teil unserer Tipps widmen wir den Orten, an denen Menschen leben. Die Ostfjorde sind übersät mit kleinen Fischersiedlungen, die sich unter steilen Berghängen ducken und zu denen oft nur eine einzige kurvige Straße führt. Die meisten von ihnen haben nur ein paar Hundert Einwohner, einen bescheidenen Hafen und eine völlig unverwechselbare Atmosphäre, die du anderswo auf der Insel so schnell nicht erlebst.

1. Seyðisfjörður und seine berühmte Regenbogenstraße

Als wir uns am sechsten Tag unserer Reise relativ früh am Nachmittag in Egilsstaðir einquartiert hatten, stellten wir fest, dass wir noch jede Menge Zeit übrig hatten – also setzten wir uns zurück ins Auto und machten uns über die Berge nach Seyðisfjörður auf.

Es sind etwa 30 Minuten Fahrt über die Straße 93, und schon der Weg selbst ist ein Erlebnis, denn du steigst über den Bergpass Fjarðarheiði auf über 600 Meter über dem Meer auf und fällst dann steil in die Bucht hinab. Übrigens raste genau auf dieser Straße Ben Stiller im Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ auf einem Longboard talwärts.

Seyðisfjörður ist Heimat von knapp 700 Einwohnern, wirkt aber wie das kulturelle Zentrum des gesamten Ostens. Hier findest du die berühmte Regenbogenstraße (Rainbow Street), die dich direkt zur wunderschönen blauen Kirche Bláa kirkjan führt.

Das Städtchen ist voller kleiner Galerien, gemütlicher Cafés und bohemienhafter Atmosphäre. Außerdem legt hier die große Fähre Norröna aus dem dänischen Hirtshals an – wenn das Schiff also gerade angedockt hat, verdreifacht sich die Zahl der Menschen in den Straßen für ein paar Stunden. Nimm dir auf jeden Fall Zeit für einen Kaffee und schlendere einfach zwischen den alten Holzhäuschen umher.

2. Reyðarfjörður und die Wanderung auf den Berg Grænafell

Wenn du etwas aktivere Erholung magst, fahr ins Städtchen Reyðarfjörður, das am Ufer des längsten Fjords der gesamten Ostküste liegt. Die Stadt selbst ist vor allem für ihre industrielle Geschichte und das Aluminiumwerk bekannt, wir sind aber wegen der Natur hierher gekommen und haben eine einfache Wanderung auf den Berg Grænafell unternommen, der sich direkt über dem Zentrum erhebt.

Diese Wanderung hat uns in gemütlichem Tempo etwa zwei Stunden gekostet, und die Belohnung war ein atemberaubender Ausblick auf den ganzen langgezogenen Fjord und die umliegenden Gipfel. Der Pfad führt anfangs ziemlich steil bergauf und windet sich durch ein kleines Wäldchen (was auf Island übrigens eine enorme Seltenheit ist), bevor du auf offenere Hochebenen gelangst. Es ist ein idealer Stopp, um die Beine zu vertreten, wenn du das Sitzen im Auto satt hast.

3. Neskaupstaður und eine kleine Enttäuschung in der Höhle

Unser nächstes Ziel im Osten war das östlichste Städtchen Neskaupstaður, zu dem du dich durch einen langen Tunnel vorarbeiten musst. Der Weg dorthin ist absolut hinreißend, entlang der Straße grasen Schafe und die Berge fallen direkt in den eisigen Ozean. Die Stadt selbst hat einen hübschen kleinen Hafen und insgesamt eine sehr verschlafene, friedliche Stimmung.

Wir wollten hier allerdings die sogenannte Oster-Höhle Páskahellir erkunden, die sich an der Küste etwas außerhalb der Stadt befindet. Und hier muss ich ganz ehrlich sein: Für uns war das eine kleine Enttäuschung 😅. Wir hatten etwas viel Epischeres erwartet, in Wirklichkeit war es nur ein nicht besonders großes Loch im Felsen, zu dem ein ziemlich matschiger und rutschiger Weg führte.

Wenn du einen wirklich vollen Reiseplan hast und die Zeit drängt, kannst du diesen Ort meiner Meinung nach mit gutem Gewissen überspringen und deine Energie lieber den anderen Schönheiten dieser rauen Region widmen.

4. Djúpivogur und die Granit-Eier im Hafen

Wenn du auf der Ringstraße vom Süden nach oben fährst, ist dein erster größerer Stopp im Osten wahrscheinlich das Dorf Djúpivogur. Dieses kleine Städtchen ist stolz auf sein Cittaslow-Zertifikat, was bedeutet, dass hier alles langsam, in guter Qualität und mit Rücksicht auf Traditionen und Umwelt gemacht wird. Das spürt man hier wirklich: Niemand hat es eilig, und überall herrscht perfekte Gelassenheit.

Die Hauptattraktion, wegen der Touristen meist hierher abbiegen, ist das Kunstwerk Eggin í Gleðivík, das sich entlang der Küste in der Nähe des Hafens erstreckt. Es handelt sich um 34 überdimensionale Granit-Eier, wobei jedes von ihnen eine in dieser Region brütende Vogelart repräsentiert. Es ist ein toller Ort für einen kurzen Spaziergang, und ein Stückchen weiter kannst du einen hervorragenden heißen Kaffee trinken und den Fischerbooten zuschauen, die auf den Wellen schaukeln.

💡 Tipp: Eintrittskarten und organisierte Ausflüge (auf Island und in der Umgebung) lohnt es sich, vorab online über GetYourGuide zu buchen, in der Saison sind sie schnell ausverkauft.

Naturwunder, Wasserfälle und atemberaubende Schluchten

Der Osten dreht sich natürlich nicht nur um Städte – im Gegenteil, er verbirgt einige der schönsten Naturszenerien, die wir auf der Insel gesehen haben. Im Vergleich zum berühmten Goldenen Kreis oder der Südküste herrscht hier eine viel rauere, einsamere Atmosphäre, die diesen Orten ihre wahre Einzigartigkeit verleiht. Egal ob du türkisfarbene Flüsse oder donnernde Wasserfälle suchst – die Ostfjorde werden dich mit ihren Wundern garantiert nicht enttäuschen.

5. Die Basaltschlucht Stuðlagil

Das ist ohne Übertreibung einer der fotogensten Orte der ganzen Insel, der zufällig erst relativ vor Kurzem entdeckt wurde. Jahrzehntelang lag diese massive Basaltschlucht unter einem reißenden Gletscherfluss verborgen, doch als 2009 das nahegelegene Wasserkraftwerk fertiggestellt wurde, sank der Wasserspiegel und legte eine unglaubliche Mauer aus geometrisch präzisen, sechseckigen Basaltsäulen frei, zwischen denen heute leuchtend türkisfarbenes Wasser fließt.

Beim Besuch musst du genau aufpassen, welche Flussseite du für deinen Ausflug wählst. Die Westseite bietet zwar schnellen Zugang und neu gebaute Treppen zur Aussichtsplattform, wo es auch Toiletten und einen kleinen Food Truck gibt, aber zum Fluss hinunter kommst du von hier nicht.

Wir empfehlen immer, auf der Ostseite zu parken – von dort musst du zwar etwa 40 Minuten zu Fuß über einen steinigen Weg gehen, aber nur von hier kannst du direkt ins Innere der Schlucht hinabsteigen und das eiskalte Wasser berühren. In beiden Fällen zahlst du 1.000 ISK fürs Parken (etwa 7 €), was sich bequem über die beliebte App Parka erledigen lässt.

6. Der imposante Wasserfall Hengifoss

Während der Süden Islands mit den Wasserfällen Skógafoss und Seljalandsfoss prahlt, hat der Osten seinen eigenen Stolz – den Wasserfall Hengifoss. Mit einer Höhe von 128 Metern ist er der dritthöchste Wasserfall der Insel, aber was ihn wirklich einzigartig macht, ist nicht nur die Höhe, sondern vor allem die Wand, über die das Wasser stürzt. Der schwarze Basalt ist hier nämlich von leuchtend roten Tonschichten durchzogen, was in Verbindung mit dem tosenden Wasser geradezu magisch aussieht.

Wir sind am siebten Tag unseres Roadtrips hierher aufgebrochen, und der Weg vom Parkplatz nach oben hat uns in zügigerem Tempo bergauf etwa eine halbe Stunde gekostet, obwohl die meisten Reiseführer eine Zeit von 45 bis 90 Minuten für eine Strecke angeben.

Es hängt stark von deiner Kondition ab und davon, wie sehr du dich verweilst, denn etwa auf halber Strecke kommst du noch an einem kleineren, aber umso interessanteren Wasserfall Litlanesfoss vorbei, der wunderschön in perfekte Basaltsäulen eingefasst ist. Nimm auf jeden Fall festes Schuhwerk mit, denn der Pfad ist nach Regen ziemlich rutschig.

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5 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

7. Der See Lagarfljót und das isländische Ungeheuer

Wenn du dich in Egilsstaðir einquartierst, wird dir mit Sicherheit der riesige, trübe See auffallen, der sich entlang der ganzen Stadt zieht. Er heißt Lagarfljót-See und hat für die Isländer eine ähnliche Bedeutung wie der schottische Loch Ness. Die Einheimischen werden dir nämlich mit todernster Miene die Legende vom riesigen Seewurm namens Lagarfljótsormurinn erzählen, dessen erste Sichtung schon aus dem Jahr 1345 belegt ist.

Ob du das Ungeheuer wirklich zu Gesicht bekommst, kann ich dir zwar nicht garantieren, aber die Fahrt entlang der Seeufer ist trotzdem sehr angenehm. Außerdem findest du an seinem Ostufer den Wald Hallormsstaður, was für isländische Verhältnisse eine riesige Rarität ist, denn die Insel ist sonst wegen der einstigen Abholzung fast völlig kahl. Die Bäume duften herrlich, und es ist ein toller Ort für eine kurze Pause oder einen Snack aus dem eigenen Vorrat.

8. Der majestätische Berg Snæfell

Während unserer Streifzüge im Osten bewunderten wir ständig einen riesigen, allein stehenden Berg, der aus der Ferne über die ganze Landschaft wachte. Der Berg Snæfell, was übersetzt passenderweise „Schneeberg“ bedeutet, ist mit einer Höhe von 1.833 Metern der höchste Berg Islands außerhalb der Gletscher, auch wenn sein Gipfel praktisch das ganze Jahr über mit einer weißen Decke bedeckt ist.

Wir hatten nicht vor, ihn direkt zu besteigen (dazu brauchst du wirklich gute Erfahrung, hervorragende Ausrüstung und idealerweise die Sommermonate), aber schon allein der Anblick aus dem Auto oder von den umliegenden Ebenen ist wahrhaft faszinierend. Der Berg sieht aus wie ein riesiger Wächter des östlichen Hochlands, und beim Sonnenuntergang, wenn sich sein verschneiter Gipfel rosa färbt, weißt du gar nicht, wohin du das Kameraobjektiv zuerst richten sollst.

Tiere und heiße Quellen: Was du hier sonst noch erleben kannst

Neben der unbelebten Natur bietet der Osten auch großartige Begegnungen mit der Tierwelt und einige der besten Thermalbecken des Landes. Weil hier weniger Touristen unterwegs sind, sind die Tiere gelassener und die Thermalbäder nicht so hoffnungslos überfüllt wie die berühmte Blaue Lagune nahe dem Flughafen.

9. Borgarfjörður eystri und die zahmen Papageientaucher

Wenn du Island zwischen Ende April und Mitte August bereist, darfst du auf keinen Fall das kleine Dorf Borgarfjörður eystri verpassen. Genau hier, im Hafen Hafnarhólmi, findest du wahrscheinlich den absolut besten und am leichtesten zugänglichen Ort, um die niedlichen Papageientaucher zu beobachten – auf der ganzen Insel. Etwa 10.000 Paare brüten hier, und die Einheimischen haben für Besucher Holzplattformen gebaut, von denen aus du diese kleinen Geschöpfe buchstäblich aus einem Meter Entfernung beobachten kannst.

Wir sind zwar am siebten Tag unseres Ausflugs zur Erkundung hierher gefahren (die Fahrt von Egilsstaðir hat uns etwa eine Stunde gekostet), aber weil es schon Anfang Oktober war, war von den Papageientauchern keine Spur. Die Vögel waren für den Winter aufs offene Meer hinausgezogen, und im Dorf war absolut nichts los – es herrschte völlige Stille und Leere.

Außerhalb der Vogelsaison empfehle ich diesen Abstecher also nur wirklich großen Liebhabern abgelegener Straßen, dagegen ist er im Juni und Juli ein absolutes Muss.

10. Wilde Rentiere am Straßenrand

Vielleicht überrascht es dich, aber der Osten Islands ist die einzige Region der ganzen Insel, in der du in freier Wildbahn wilde Rentiere erspähen kannst. Sie wurden im 18. Jahrhundert aus Norwegen für landwirtschaftliche Zwecke eingeführt, doch dieser Versuch lief nicht ganz nach Plan – die Tiere verwilderten, und heute streifen mehrere Tausend von ihnen frei umher.

Die größte Chance auf eine Begegnung mit ihnen hast du entlang der Ringstraße auf dem Abschnitt zwischen den Städten Egilsstaðir und Höfn, und das vor allem von Herbst bis Frühling, wenn sie wegen des Schnees von den Bergen näher an die Küste hinabsteigen und manchmal sogar Salz direkt von den Straßen lecken.

Wir haben eine Rentierherde genau aus dem Autofenster erblickt, und das war ein wunderbares Erlebnis – gleichzeitig ist es aber auch ein Grund zu größter Vorsicht. Besonders in der Dämmerung solltest du beim Fahren die Augen offen halten, denn einen Zusammenstoß mit einem Rentier willst du mit dem Mietwagenverleih wirklich nicht ausdiskutieren müssen.

11. Die luxuriösen Thermalbecken Laugarfell

Nach langen Spaziergängen im eiskalten isländischen Wind gibt es nichts Besseres, als sich in heißes Wasser zu legen. Am siebten Tag machten wir uns deshalb auf zu den Thermalquellen Laugarfell, die sich auf einer Hochebene östlich des Berges Snæfell befinden. Es ist etwas weiter weg von der Zivilisation, und die Straße dorthin kann manchmal holprig sein, aber es ist jede gefahrene Minute wert.

Hier findest du zwei wunderschöne Außenbecken, die aus natürlichen Steinen gebaut sind und in denen das Wasser die ideale Temperatur für langes Plantschen hat. Während dir die Nase einfriert, wärmt sich der Körper im heißen Wasser auf, und du kannst einfach nur den Blick auf die endlose Tundra ringsum genießen. Es war wirklich ein luxuriöses Bad, an das wir bis heute mit Liebe zurückdenken, denn wir waren damals dort fast ganz allein.

12. Die schwimmenden Becken der Vök Baths

Wenn dir die Fahrt irgendwohin in die Wildnis zu viel ist und du eine modernere Bade-Infrastruktur bevorzugst, fahr zu den Vök Baths, die buchstäblich fünf Minuten Fahrt von Egilsstaðir entfernt am See Urriðavatn liegen. Dieser Ort ist architektonisch beeindruckend, denn die Thermalbecken schwimmen direkt auf der Oberfläche des Sees. Das Wasser, das übrigens so rein ist, dass man es trinken kann, bewegt sich in den Becken zwischen 37 und 41 Grad Celsius.

Der Eintritt für einen Erwachsenen kostet 7.690 ISK (etwa 52 €), und vergiss vor allem während der Sommersaison nicht, die Tickets rechtzeitig im Voraus über die offizielle Website zu reservieren, denn die Kapazität ist aus verständlichen Gründen begrenzt. Wir selbst waren zwar nicht dort, weil wir dem wilderen Laugarfell den Vorzug gaben, aber von vielen Leuten haben wir über diese schwimmenden Bäder großes Lob gehört.

Wo man essen kann

Wie ich schon erwähnt habe, haben Lukáš und ich während des gesamten Islandaufenthalts praktisch immer in den Küchen unserer Unterkünfte gekocht. Island ist enorm teuer, und tägliche Restaurantbesuche hätten unser Budget zuverlässig ruiniert. Weil wir beide Vegetarier sind, bestand unsere Ernährung hauptsächlich aus Nudeln, Gemüse und den großartigen lokalen Skyr-Joghurts, die wir bei Bónus eingekauft haben. Trotzdem braucht man manchmal Abwechslung und die Wärme eines geheizten Cafés.

Bei unserem Besuch in Seyðisfjörður gingen wir in ein tolles Kunstzentrum, zu dem das Skaftfell Bistro gehört. Dort herrscht eine herrliche Atmosphäre, und sie machen eine hervorragende vegetarische Pizza, die uns nach einem ganzen Tag draußen unglaublich gemundet hat.

Ein weiterer wunderbarer Ort, den wir in der Nähe von Egilsstaðir entdeckt haben, ist Móðir Jörð. Es handelt sich um eine Bio-Farm und ein Café in einem, das ein starkes vegetarisches Angebot aus eigenen Zutaten bietet – wir haben hier eine fantastische cremige Suppe probiert.

Erwähnen muss ich auch den kleinen Food Truck auf der Westseite der Schlucht Stuðlagil, wo du zwar kein vollwertiges Mittagessen bekommst, aber ihre vegetarische Suppe und der heiße Kaffee zum Mitnehmen wärmen dich nach dem Spaziergang ungemein auf.

Wenn du gehobene Gastronomie suchst und es dir nichts ausmacht, dass es keine vegetarische Empfehlung ist, schwärmen viele Reisende vom Lokal Norð Austur in Seyðisfjörður. Es ist ein hoch ausgezeichnetes Restaurant, das sich auf frisches Sushi aus lokalem Fisch und Meeresfrüchten spezialisiert hat. Sie öffnen nur über die Sommersaison, und eine Reservierung ist hier definitiv unerlässlich, denn die Tische sind oft schon lange im Voraus restlos ausgebucht. Wir haben es mit Rücksicht auf unseren Speiseplan natürlich ausgelassen, aber die Referenzen sind phänomenal.

Wohin als Nächstes

Wenn dich unser Führer durch die Ostfjorde Lust auf weiteres Erkunden dieser zauberhaften Insel gemacht hat, schau dir unbedingt auch unsere weiteren Artikel an. Darin haben wir all unsere Erfahrungen, Routen und Tipps zusammengetragen, wie du das Maximum aus deiner Reise herausholst:

  • Kompletter Island-Reiseführer: eine Zusammenfassung von allem, was du vor der Reise wissen musst, vom Mietwagen über das Wetter bis zum Packen.
  • Die Westfjorde Islands: Wenn du die Ruhe des Ostens liebst, werden dich die Westfjorde, wohin noch weniger Touristen fahren, völlig umhauen.
  • Die besten heißen Quellen auf Island: unsere Auswahl von 16 luxuriösen und geheimen Naturbecken, in denen du dich nach Touren am besten aufwärmst.
  • Wie man Polarlichter erwischt: praktische Tipps, wie und wann du die Aurora nicht nur auf Island, sondern auch in anderen nordischen Ländern beobachtest.

Zum Schluss wiederhole ich nur unsere liebsten praktischen Empfehlungen. Lukáš und ich haben seit Langem gute Erfahrungen mit Booking.com gemacht, das wir für die Reservierung all unserer Unterkünfte weltweit nutzen. Für den Mietwagen auf Island verwenden wir gewöhnlich einen Vergleichsdienst, bei dem du dir übersichtlich Modelle mit Allradantrieb (4×4) herausfiltern kannst. Und günstige Flüge ab Frankfurt oder München suchen wir traditionell über die gängigen Flugportale, die verschiedene Verbindungen clever kombinieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage brauche ich, um die Ostfjorde zu erkunden?

Plane auf jeden Fall mindestens zwei bis drei Tage ein. Oft versuchen Leute, diese Region an einem Tag im Rahmen einer Rundfahrt auf der Route 1 zu durchqueren, aber das bedeutet, dass du keine Zeit für Abstecher in die einzelnen Buchten hast und nichts von dieser wunderschönen, einsamen Atmosphäre aufsaugen kannst.

Welche Seite des Flusses soll ich bei einem Besuch der Stuðlagil-Schlucht wählen?

Die Westseite ist schnell und leicht zugänglich, es gibt dort eine Aussichtsplattform und neue Treppen, aber man gelangt von dort nicht zum Wasser. Die Ostseite erfordert eine 4 bis 8 Kilometer lange Wanderung (je nachdem, wo ihr parkt), aber nur von dort könnt ihr hinabsteigen direkt hinunter zwischen die Basaltsäulen zum Fluss. Auf beiden Seiten wird eine Parkgebühr von ca. 8 EUR über die Parka-App fällig.

Wann und wo kann ich in Island Papageientaucher und wilde Rentiere sehen?

Papageientaucher kannst du in Borgarfjörður eystri von Ende April bis Mitte August beobachten, wobei die beste Zeit Juni und Juli ist, idealerweise früh am Morgen oder spät am Nachmittag. Wilde Rentiere leben nur im Osten entlang der Route 1 und am häufigsten triffst du sie von Oktober bis April an, wenn sie von den Bergen zu den Straßen hinabsteigen.

Wie groß ist der Zeitunterschied in Island?

Island verwendet keine Sommerzeit und richtet sich das ganze Jahr über nach der Greenwich Mean Time (GMT). Für uns aus Tschechien bedeutet das, dass es in Island im Winter 1 Stunde weniger ist als bei uns, und im Sommer (wenn wir auf Sommerzeit umstellen) sind es dort sogar 2 Stunden weniger.

Warum ist Island eigentlich so ein reiches Land?

Die Wirtschaft Islands steht primär auf drei starken Säulen: dem reichen Fischfang in den umliegenden Meeren, dem enormen Tourismus-Boom der letzten zehn Jahre und der Nutzung günstiger geothermischer und hydroelektrischer Energie. Dank der Energie aus der Natur können sie zudem importiertes Aluminium kostengünstig verarbeiten.

Wann ist die beste Zeit für einen Flug nach Island?

Es kommt darauf an, was Sie sehen möchten. Der Sommer ist ideal für Papageientaucher, lange Tage und Wanderungen im Landesinneren. Der Herbst (September und Oktober) bringt wunderschöne Farben und weniger Menschenmassen, der Winter ist perfekt für Nordlichter und Eishöhlen, auch wenn die Tage extrem kurz sind und Straßen oft wegen Schnee gesperrt sind.

Ist es schwierig, mit dem Auto in das Städtchen Seyðisfjörður zu gelangen?

Von Egilsstaðir aus erreicht ihr das Städtchen über die Straße 93 und den Bergpass Fjarðarheiði, was etwa 30 bis 45 Minuten dauert. Im Sommer ist es eine wunderschöne und sichere Strecke, aber im Winter ist dieser Abschnitt oft gesperrt, da die vielen engen Serpentinen wegen Schneeverwehungen und starkem Wind unpassierbar werden – daher solltet ihr vor der Fahrt immer den aktuellen Straßenzustand prüfen. —

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Krk, Kroatien: 12 Tipps, was du 2026 sehen und erleben kannst

TL;DRDie Insel Krk in Kroatien vereint Geschichte, wilde Strände und bequeme Anreise über die 1430 Meter lange Brücke vom Festland, die seit 2020 für alle Fahrzeuge mautfrei ist. Zu den 12 wichtigsten Tipps zählt die historische Stadt Krk mit der drittgrößten Stadtmauer Kroatiens und der Frankopanen-Burg, der Badeort Baška mit dem fast zwei Kilometer langen Kiesstrand Vela plaža mit sandigem Meeresboden, das Weinstädtchen Vrbnik, bekannt für den Weißwein Žlahtina und die schmalste Gasse der Welt, Klančić (43 cm), sowie die Insel Košljun mit ihrem Franziskanerkloster, die du mit dem Boot von Punat aus erreichst. Die beste Reisezeit zum Baden ist Juni bis August (Wassertemperatur 23–27 °C), während Mai, September und Oktober ruhiger sind und günstigere Übernachtungspreise bieten.

Wenn du über einen Urlaub an der Adria nachdenkst, ist dir Krk in Kroatien wahrscheinlich schon in den Sinn gekommen – es ist eine der am leichtesten erreichbaren kroatischen Inseln, die seit jeher völlig zu Recht den Beinamen „Goldene Insel“ trägt. Krk bietet eine einzigartige Kombination aus tiefer Geschichte, wunderschönen wilden Stränden und einer perfekten Infrastruktur, dank der du unglaublich einfach hierher kommst.

Ein großer Vorteil ist die massive Brücke, die die Insel mit dem Festland verbindet – damit entfällt das lästige Warten auf die Fähre und die zusätzlichen Gebühren. Nur zur Orientierung: Seit 2020 ist diese imposante Brücke komplett mautfrei, was Krk auch zum idealen Ziel für spontanere Roadtrips macht.

In diesem Reiseführer zeige ich dir 12 konkrete Tipps, was du sehen und erleben kannst, damit du die Insel in vollen Zügen genießt. Wir tauchen in die alten Gassen der Hauptstadt ein, erkunden das berühmte Weindorf auf der Klippe, und ich verrate dir, wo du die schönsten Strände findest und wo du dich strategisch günstig einquartierst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Erreichbarkeit: Auf die Insel führt eine 1430 Meter lange Brücke vom Festland, die seit 2020 für alle Fahrzeuge komplett kostenlos ist.
  • Geschichte: Die Hauptstadt Krk besitzt die drittgrößten Stadtmauern Kroatiens und eine beeindruckende Frankopan-Burg.
  • Baden: Im Süden findest du den Ferienort Baška mit dem berühmten, fast zwei Kilometer langen Kieselstrand mit sandigem Grund.
  • Wein und Romantik: Vrbnik ist ein malerisches Hügelstädtchen auf einer Klippe, in dem der einzigartige Weißwein Žlahtina entsteht.
  • Kuriositäten: Du kannst versuchen, dich durch die Gasse Klančić zu zwängen, die nur 43 Zentimeter breit ist.
  • Ausflüge: Vom Städtchen Punat gelangst du bequem mit einem Taxiboot auf das kleine grüne Inselchen Košljun mit Franziskanerkloster.
  • Fähren: Vom Hafen Valbiska setzt du leicht mit der Fähre auf die Nachbarinseln Cres oder Rab über.

Wann auf die Insel Krk reisen – das Wetter in Krk, Kroatien

Die Insel Krk gehört zu den sonnigsten Orten in ganz Europa – jährlich zählt man hier stolze 2500 Sonnenstunden. Wenn du echte Wärme und das Baden liebst, läuft die Hauptsaison von Juni bis August, wenn die Lufttemperaturen stabil zwischen 25 und 30 Grad liegen und sich das Meer auf herrliche 23 bis 27 Grad aufwärmt.

Du musst allerdings damit rechnen, dass Juli und August den absoluten Höhepunkt der Saison bedeuten – was verständlicherweise volle Strände, vollere Restaurants und deutlich höhere Übernachtungspreise mit sich bringt. Deshalb empfehle ich dir wärmstens, die Randmonate wie Mai, Juni oder September in Betracht zu ziehen, wenn das Wetter zum Baden immer noch sehr angenehm ist, die engen Gassen der historischen Städte und die abgelegeneren Buchten aber viel ruhiger sind. Die Frühlingsmonate bringen zudem eine herrlich aufgeblühte Natur, die du besonders bei Ausflügen ins grüne Inland zu schätzen weißt.

Wenn es dir vor allem ums Erkunden von Sehenswürdigkeiten, Radfahren und das Probieren der lokalen Gastronomie geht, bietet der Oktober die absolut günstigsten Übernachtungspreise und immer noch akzeptable Temperaturen für aktive Bewegung an der frischen Luft. Die Herbstmonate sind auch absolut ideal für lange Wanderungen durch die faszinierende Mondlandschaft im Süden der Insel, wo du dich in der sommerlichen Gluthitze in der prallen Sonne unnötig quälen würdest. Außerhalb der Hauptsommermonate schätzt du kurzum, dass du dich nicht durch Touristenmassen drängen musst und so die authentische Inselatmosphäre viel besser genießt.

Wo auf der Insel Krk übernachten

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Die Wahl des idealen Standorts hängt vor allem davon ab, welche Art von Urlaub du bevorzugst, denn jeder Teil der Insel hat eine etwas andere, ganz eigene Atmosphäre. Die Stadt Krk selbst ist ein absolut perfekter Kompromiss, wenn du historische Sehenswürdigkeiten und ausgezeichnete Restaurants in Reichweite haben und gleichzeitig sehr leicht an die gepflegten Strände der Umgebung gelangen möchtest.

Direkt im Stadtzentrum kann ich dir das schöne Boutique Hotel Marina empfehlen, das direkt am Meer liegt und perfekten Service sowie wunderschöne Ausblicke direkt auf den Hafen mit den ankernden Booten bietet. Wenn du mit der Familie reist und dein Hauptziel eher entspanntes Baden in flachen Gewässern ist, solltest du unbedingt den Ferienort Baška im äußersten Süden der Insel in Betracht ziehen.

Baška ist für seinen ikonischen langen Strand berühmt, und du findest hier zum Beispiel das hervorragend ausgestattete Corinthia Baška Sunny Hotel, das großzügige Pools bietet und nur ein paar Schritte vom Meer entfernt liegt. Für Liebhaber absoluter Ruhe, atemberaubender Ausblicke und Romantik ist das historische Vrbnik an der rauen Ostküste die konkurrenzlose Wahl.

Hier kannst du im luxuriösen Hotel Vinotel Gospoja übernachten, das modernes Design sehr elegant mit der langen Weintradition verbindet und einige der allerbesten Ausblicke aufs Festland bietet. Eine weitere beliebte und sehr ruhige Gegend für Familien sind die kleineren Ferienorte Malinska und Njivice im Nordwesten, von wo aus du es nah zur Festlandbrücke und zum Inselflughafen hast. Die hiesigen Promenaden sind angenehm von hohen Pinien beschattet, was du besonders an heißen Sommertagen sehr zu schätzen weißt.

12 Tipps, was du auf der Insel Krk in Kroatien sehen und erleben kannst

Die Insel ist zwar recht kompakt, bietet aber eine riesige Menge an Erlebnissen – vom Entdecken mittelalterlicher Festungen über das Baden in wilden Buchten bis hin zum Verkosten hervorragender lokaler Speisen. Hier sind zwölf konkrete Orte, die du nicht auslassen solltest.

1. Die Stadt Krk und ihre historischen Stadtmauern

Die Hauptstadt der Insel gehört zweifellos zu den ältesten Siedlungen an der gesamten Adria, deren faszinierende Geschichte mehr als zweitausend Jahre in die tiefe Vergangenheit zurückreicht. Schon auf den ersten Blick verzaubern dich garantiert ihre majestätischen Stadtmauern, die übrigens nach Ston und Dubrovnik die drittgrößte Befestigung in ganz Kroatien darstellen.

Ein Spaziergang durch die Altstadt ist wie eine echte Zeitreise, denn die engen Steingassen sind von uralten Häusern, kleinen Familiencafés und lokalen Lädchen voller traditioneller Handwerksprodukte gesäumt. Die Atmosphäre ist hier absolut unverwechselbar und einnehmend, besonders am frühen Abend, wenn das warme Licht der untergehenden Sonne die alten Steine in herrliche goldene Töne färbt. Versuche, kurz auf dem Hauptplatz Vela placa anzuhalten, der seit Jahrhunderten als Herzstück des Geschehens dient und wo du in Ruhe das pulsierende Inselleben beobachten kannst.

💡 Tipp: In die Altstadt gelangst du am besten durch die alten Stadttore, die das historische Zentrum bis heute fest bewachen. Nimm dir unbedingt genug Zeit, um dich einfach ziellos im Labyrinth der Gassen zu verlieren, denn genau so stößt du auf die interessantesten kleinen Galerien und romantischen versteckten Plätzchen.

2. Die Frankopan-Burg und der Platz Kamplin

Direkt am Meer, auf dem malerischen und ruhigen Platz Kamplin, erhebt sich stolz die imposante Frankopan-Burg, die das berühmte Adelsgeschlecht vom zwölften bis ins fünfzehnte Jahrhundert nach und nach errichtete. Du erkennst sie auf den ersten Blick an den charakteristischen Türmen, wobei der älteste erhaltene viereckige Turm bereits aus dem Jahr 1191 stammt, während der mächtige runde Turm etwas später, etwa um 1476, angebaut wurde.

Wenn du zum ersten Mal den weitläufigen Steininnenhof betrittst, spürst du sofort die Erhabenheit dieses historischen Ortes, der die Stadt in der Vergangenheit tapfer vor Piratenangriffen vom Meer schützte. Im sechzehnten Jahrhundert bauten zudem die Venezianer das gesamte Gebäude um, was der Burg ihre heutige einzigartige Form verlieh. Heute ist der gesamte Burgkomplex für die Öffentlichkeit zugänglich, und nach dem Aufstieg auf die alten Mauern bieten sich absolut fantastische Panoramablicke auf das gesamte historische Zentrum und das endlose weite Meer.

💡 Tipp: Den Besuch dieser mittelalterlichen Burg empfehle ich dir am frühen Vormittag oder umgekehrt am späten Nachmittag einzuplanen, um der größten Sommerhitze zu entgehen und die besten Lichtverhältnisse für Fotos der Sehenswürdigkeiten zu nutzen. Der Eintritt bewegt sich in sehr akzeptablen Höhen (rund 5 €), und der atemberaubende Ausblick vom höchsten Turm ist es definitiv wert.

3. Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt

Gleich neben der mittelalterlichen Burg findest du ein weiteres unübersehbares architektonisches Juwel: die beeindruckende Kathedrale Mariä Himmelfahrt. Dieser wunderschöne romanische Bau aus dem zwölften Jahrhundert birgt eine unglaublich reiche Geschichte, denn er wurde ursprünglich auf den alten Fundamenten antiker römischer Bäder und anschließend auf den Ruinen einer frühchristlichen Basilika aus dem fünften Jahrhundert errichtet.

Im Inneren der Kathedrale überrascht dich auf den ersten Blick die sehr prachtvolle Ausstattung und die heilig-ruhige Atmosphäre, die in scharfem Kontrast zum geschäftigen Treiben auf dem sonnendurchfluteten Platz draußen steht. Besondere Aufmerksamkeit verdienen hier zweifellos die detailliert gearbeiteten Säulenkapitelle und die wunderschön verzierten Altäre, die das unglaubliche Geschick der damaligen Steinmetzmeister perfekt widerspiegeln.

💡 Tipp: Bei der Besichtigung der Hauptkathedrale solltest du auf keinen Fall vergessen, auch in die angrenzende Kirche St. Quirinus zu blicken, die geschickt mit der Kathedrale verbunden ist. Diese besondere Kirche zeichnet sich durch ihre absolut untypische zweistöckige romanische Architektur aus, was in dieser gesamten Adriaregion eine wahre historische Seltenheit ist, die du keinesfalls unbeachtet lassen solltest.

4. Baška und der berühmte Kieselstrand Vela plaža

Wenn du dich in den heißen Süden der Insel begibst, erreichst du den beliebten Ferienort Baška, der stolzer Heimatort eines der allerberühmtesten und schönsten Strände Kroatiens ist. Der ikonische Vela plaža ist ein stattlicher, 1,8 bis 2 Kilometer langer Kieselstrand, der sich dank seiner absoluten Sauberkeit langfristig mit der prestigeträchtigen Umweltauszeichnung Blaue Flagge schmücken kann.

Was diesen Strand aber so besonders und besonders bei Familien mit kleineren Kindern so überaus beliebt macht, ist der unerwartet weiche sandige Grund und der sehr sanfte, sichere Einstieg ins Wasser. Das Meer schimmert hier zudem in herrlichen Türkistönen, und die dramatische Kulisse der gesamten tiefen Bucht bilden steile, von der Sonne ausgedörrte Hügel, die fast majestätisch wirken und einen perfekten fotogenen Kontrast zur azurblauen Wasseroberfläche bilden.

💡 Tipp: Da der Vela plaža in ganz Europa wirklich extrem beliebt ist, ist er in den Hauptsommermonaten recht früh bis auf den letzten Platz gefüllt. Wenn du im Urlaub eher mehr Ruhe suchst, empfehle ich dir wärmstens, sehr früh am Morgen an den Strand zu gehen oder lieber über die markierten Küstenwege zu kleineren und deutlich abgelegeneren romantischen Buchten in der näheren Umgebung zu wandern.

5. Das Geheimnis der Tafel von Baška in Jurandvor

Nur ein kleines Stück vor dem geschäftigen Baška liegt das auf den ersten Blick unscheinbare Dörfchen Jurandvor, das jedoch einen der allergrößten und wertvollsten historischen Schätze der gesamten kroatischen Nation birgt. Genau an diesem ruhigen Ort, in der kleinen und bescheidenen Kirche St. Lucia, wurde in der Vergangenheit die berühmte sogenannte Tafel von Baška (Bašćanska ploča) entdeckt, die laut Historikern aus der Zeit um das Jahr 1100 stammt.

Dieses massive Steindenkmal stellt eines der absolut ältesten schriftlichen Denkmäler in altkirchenslawischer Glagolitik dar und hat für alle Einheimischen eine absolut enorme kulturelle und symbolische Bedeutung. Obwohl das wertvolle Original der Tafel aus Sicherheitsgründen in die Akademie der Wissenschaften in der Hauptstadt Zagreb gebracht wurde, kannst du in der altehrwürdigen Kirche St. Lucia eine absolut exakte und perfekte Kopie aus der Nähe betrachten und die geheimnisvolle Atmosphäre dieses magischen Ortes aufsaugen.

💡 Tipp: Bei der Besichtigung der alten Kirche solltest du dir unbedingt von den Führern die packende Geschichte erzählen lassen, wie diese schwere Steintafel völlig zufällig direkt im ursprünglichen Kirchenboden entdeckt wurde. Rund um das Gebäude befinden sich zudem teilweise freigelegte Überreste einer alten Benediktinerabtei, die du in Ruhe und ohne Eile durchstreifen kannst.

6. Vrbnik: Das Städtchen auf der Klippe und der Wein Žlahtina

An der rauen Ostküste der Insel übersiehst du garantiert nicht das absolut atemberaubende Hügelstädtchen Vrbnik, das sich dramatisch auf einer steilen Kalksteinklippe rund fünfzig Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Dieser romantische historische Ort mit über neunhundertjähriger reicher Tradition war in der Vergangenheit ein überaus bedeutendes Zentrum des Frankopan-Adels und auch eine Wiege des alten glagolitischen Schrifttums.

Heute ist Vrbnik jedoch vor allem dank seiner lokalen Gastronomie weltweit bekannt, denn ausschließlich auf dem hiesigen Feld von Vrbnik mit einer Fläche von rund 211 Hektar entsteht der einzigartige autochthone Weißwein namens Žlahtina. Das Ergebnis der sorgfältigen Arbeit der einheimischen Winzer ist ein sehr trockener, unglaublich frischer und köstlicher Wein, der mit seinem feinen Geschmack absolut perfekt zur traditionellen adriatischen Küche und zu warmen Sommerabenden passt.

💡 Tipp: In den lokalen Tavernen empfehle ich dir unbedingt, die berühmte Spezialität namens šurlice zu probieren – das sind hervorragende, handgemachte Inselnudeln. Wenn du fleischlose Gerichte bevorzugst, sind die šurlice mit frischen, duftenden Tomaten, lokalen Pilzen und geriebenem Inselschafkäse absolut hervorragend, großzügig mit hausgemachtem Olivenöl beträufelt. Die lokalen Restaurants bereiten zwar oft auch Fleischspezialitäten wie das berühmte Krk-Lamm oder verschiedene Fische aus dem Kvarner zu, aber die vegetarischen Nudelvarianten mit einem gekühlten Glas Žlahtina sind ein echtes Gourmeterlebnis.

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7. Klančić: Durch die engste Gasse der Welt

Bei deinen romantischen Streifzügen durch die schattigen Steingassen des altehrwürdigen Vrbnik stößt du garantiert auf eine sehr untypische und für viele recht amüsante Touristenattraktion. Hier befindet sich nämlich die unscheinbare Gasse namens Klančić, die sich in Reiseführern sehr oft und zu Recht mit dem inoffiziellen Titel der engsten Gasse der Welt schmückt.

An ihrer absolut engsten Stelle zwischen den alten Steinhäusern misst sie nur unglaubliche dreiundvierzig Zentimeter in der Breite, sodass das erfolgreiche Durchqueren etwas körperliche Geschicklichkeit und bei Erwachsenen manchmal auch einen ordentlich eingezogenen Bauch erfordert. Kein Wunder also, dass es ein überaus beliebter Ort für lustige Urlaubsfotos ist und viele neugierige Besucher hier mit einem Lächeln ausprobieren, ob sie sich überhaupt ohne Steckenbleiben auf die andere Seite zwängen können.

💡 Tipp: Diese niedliche Gasse ist recht gut im unübersichtlichen Labyrinth der Altstadt versteckt, sodass du in den verwinkelten Gassen möglicherweise eine Weile brauchst, bis du sie entdeckst. Scheue dich daher nicht, die Einheimischen zu fragen – sie sind an Touristen gewöhnt und zeigen dir gern mit einem Lächeln die richtige Richtung, vielleicht garniert mit einer lustigen Geschichte über steckengebliebene Reisende.

8. Punat und die Bootsfahrt zum Inselchen Košljun

Im geschützten Südwesten der Insel erstreckt sich das beschauliche Städtchen Punat, das unter Seglern vor allem dank seiner weitläufigen Bucht Puntarska draga und einer der allergrößten und bestausgestatteten Yachtmarinas der gesamten Adriaregion gut bekannt ist. Das wahre und absolut einzigartige Juwel dieser geschlossenen Bucht ist aber das kleine grüne Inselchen Košljun, das eine Fläche von nur sechs Hektar hat und malerisch direkt inmitten der ruhigen Wasseroberfläche liegt.

Dieses gesamte kreisrunde Inselchen funktioniert als streng geschütztes Naturreservat mit mehr als fünfhundert seltenen Pflanzenarten, und seine unübersehbare Dominante ist das historische Franziskanerkloster, das bereits aus dem Jahr 1447 stammt. Die hiesigen Mönche leben hier bis heute in Ruhe und verwalten sorgfältig faszinierende Museen, in denen du umfangreiche ethnografische Sammlungen sowie eine wertvolle historische Kopie des berühmten Ptolemäus-Atlas betrachten kannst.

💡 Tipp: Auf das Inselchen Košljun gelangst du wirklich sehr leicht, denn von der Hafenpromenade in Punat fahren regelmäßig kleine Ausflugs-Taxiboote ab. Die Fahrt selbst über die ruhige Buchtoberfläche dauert nur etwa acht bis zehn Minuten, und ein Hin- und Rückfahrtticket kostet dich rund sympathische fünf bis zehn Euro pro Person.

9. Malinska und Njivice für einen entspannten Urlaub

Wenn du in deinem Urlaub eine etwas ruhigere, ausgesprochen erholsame Atmosphäre suchst, ist die Nordwestküste mit den beliebten Familienferienorten Malinska und Njivice die absolut ideale Wahl für dich. Diese angenehmen Ferienstädtchen haben wunderschöne und lange gepflasterte Promenaden, die sich am Meer entlangziehen und förmlich zu langen Abendspaziergängen bei Sonnenuntergang und zum endlosen Verweilen in den gemütlichen lokalen Cafés einladen.

In Malinska selbst findest du hervorragend gepflegte und saubere Strände wie Rova oder Rupa, die sich völlig zu Recht mit der prestigeträchtigen Auszeichnung Blaue Flagge für die ausgezeichnete Wasserqualität schmücken. Sehr beliebt bei Touristen und Radfahrern ist auch der sogenannte Paradiesweg, ein wunderschöner, reich von Pinien beschatteter sechs Kilometer langer Küstenweg, der Malinska fließend mit dem benachbarten beschaulichen Njivice verbindet.

💡 Tipp: Diese beliebten Ferienorte liegen strategisch sehr nah am internationalen Flughafen Rijeka, der – wie du vielleicht schon weißt – übrigens nicht auf dem Festland, sondern überraschend direkt auf der Insel Krk beim altehrwürdigen Städtchen Omišalj liegt, das sich auf einer fünfundachtzig Meter hohen Klippe erhebt. Von der Flughafenhalle gelangst du so in nur wenigen Minuten Fahrt ans Meer und zu deiner Unterkunft, was nach einem Flug absolut unbezahlbar ist.

10. Die Höhle Biserujka und unterirdische Karstschönheit

Die sonnendurchflutete Insel bietet nicht nur perfektes Baden und altehrwürdige Sehenswürdigkeiten, sondern auch sehr interessante, dunkle unterirdische Räume für Abenteuersucher. Ein Stück beim malerischen Dörfchen Rudine, das zur Gemeinde Dobrinj gehört und direkt über der Bucht Soline liegt, verbirgt sich die faszinierende Tropfsteinhöhle Biserujka, über die die ersten erhaltenen schriftlichen Erwähnungen bereits aus dem Jahr 1834 stammen.

Diese geheimnisvolle Höhle ist insgesamt rund hundertzehn Meter lang und besteht aus insgesamt sieben kleineren unterirdischen Sälen, die unglaublich reich mit Tropfsteinen, atemberaubenden Stalaktiten und mächtigen Stalagmiten geschmückt sind. Dieser gesamte verzweigte unterirdische Raum ist heute sehr schön und einfühlsam beleuchtet, und durch ihn führt ein sicherer, ausgebauter Weg, sodass die Besichtigung wirklich sehr bequem und auch für Familien mit kleineren Kindern völlig unkompliziert ist.

💡 Tipp: Unter der Erde hält sich ganzjährig eine konstante und recht erfrischende Temperatur von etwa fünfzehn Grad, was die Höhle zu einem absolut perfekten natürlichen Rückzugsort vor der brennenden Sommerhitze macht. Vergiss aber nicht, dir zur Sicherheit zumindest einen leichten Pullover in den Rucksack zu packen, damit du nach dem abrupten Wechsel von der dreißig Grad heißen Außenwelt in die feuchte Höhlenumgebung nicht unnötig erkältest und dir den Rest des Urlaubs verdirbst.

11. Wilde Strände und Buchten rund um den Ferienort Stara Baška

Für all jene unter euch, die im Urlaub absichtlich keine geschäftigen und überfüllten Stadtstrände suchen, gibt es das malerische Dörfchen Stara Baška an der raueren Südwestküste. Dieser einsamere Ort ist das sprichwörtliche und begehrte Tor zu den wilden, völlig naturbelassenen Buchten, die sich bis heute ihren natürlichen, ursprünglichen Charakter bewahrt haben.

Als einer der allerschönsten und fotogensten Strände der gesamten Insel wird unter Einheimischen und Reisenden sehr oft der atemberaubende Strand Oprna bezeichnet. Zu diesem führt allerdings keine bequeme Asphaltstraße, sondern ein recht steiler und staubiger Pfad, der sich direkt von der Hauptstraße hinunter zu den Klippen schlängelt. Die Belohnung für den etwas anstrengenderen, verschwitzten Abstieg ist dir jedoch absolut kristallklares Wasser und wunderschöne, durch nichts gestörte Panoramablicke auf die gegenüberliegenden Nachbarinseln.

💡 Tipp: An diesen abgelegenen wilden Stränden findest du in der Regel absolut keinen natürlichen Schatten, du stößt hier weder auf Liegestuhlverleihe noch auf irgendwelche Stände mit gekühlten Erfrischungen. Pack dir daher unbedingt genug Trinkwasser für den ganzen Tag, einen eigenen Sonnenschirm und vor allem festes Wasserschuhwerk in den Rucksack, denn der Einstieg ins Meer über die scharfen Steine und Felsen kann barfuß recht unangenehm sein.

12. Radfahren und die Insel auf zwei Rädern entdecken

Die Insel Krk ist ein absolutes und ungeschminktes Paradies für Liebhaber des Aktivurlaubs, denn über sie ziehen sich fließend rund dreihundert Kilometer sehr gut markierte und gepflegte Radwege. Diese vielfältigen Routen führen dich sicher durch jahrhundertealte schattige Olivenhaine, dichte duftende Wälder und die absolut karge, faszinierende Mondlandschaft, die an die Oberfläche eines anderen Planeten erinnert.

Das Highlight für anspruchsvollere und erfahrenere Radfahrer ist die lokale Vorzeigeroute mit einer Länge von rund vierzig Kilometern. Sie beginnt üblicherweise im Süden in Baška, steigt kompromisslos über die erwähnte ausgedörrte Mondhochebene an, führt malerisch an den fruchtbaren grünen Weinbergen mit der berühmten Sorte Žlahtina vorbei und endet großartig im historischen Vrbnik. Du musst bei ihr aber mit einem Gesamthöhenunterschied von rund eintausend Metern rechnen, sodass ihre Bewältigung wirklich eine ordentliche körperliche Kondition oder zumindest ein ausreichend geladenes, gutes E-Bike erfordert.

💡 Tipp: Im Frühling findet auf der Insel regelmäßig eine sehr beliebte Massenveranstaltung namens Krk Bike Story statt, die das sportliche Radfahren absolut genial mit dem entspannten Kennenlernen der lokalen Inselgastronomie verbindet. Wenn du ohne eigenes Rad auf die Insel kommst, musst du nicht verzweifeln – du leihst dir sehr leicht in jedem größeren Ferienort eines aus, denn die modernen lokalen Verleihe sind für Touristen wirklich hervorragend und überdurchschnittlich gut ausgestattet.

Wohin weiter von der Insel Krk

Dank seiner strategischen Lage ist Krk ein absolut idealer Ausgangspunkt, um die weitere Umgebung zu erkunden. Da die Brücke aufs Festland komplett kostenlos ist, kannst du leicht Ausflüge ins nahe geschäftige Rijeka planen oder die gesamte wunderschöne Kvarner-Region gründlich erkunden, über die wir in unserem Artikel über die Reise durch die Julischen Alpen nach Zadar geschrieben haben.

Wenn es dich reizt, weitere Inseln zu entdecken und echtes Kroatien per Boot zu erleben, begib dich in den geschäftigen Hafen Valbiska an der Westküste von Krk. Von hier legen regelmäßig zuverlässige Fähren der nationalen Gesellschaft Jadrolinija gleich zu zwei interessanten Nachbarinseln ab.

Die Überfahrt zur großen Insel Cres in den Hafen Merag dauert rund fünfundzwanzig Minuten, und für einen Pkw zahlst du orientierungshalber 29,50 Euro. Wenn du dich zur beliebten Sandinsel Rab in den Hafen Lopar aufmachst, dauert die Fahrt etwa achtzig Minuten und der Preis für ein Auto liegt bei rund 45,70 Euro, wobei die Preise in der Nebensaison meist etwa zwanzig Prozent niedriger sind. Überprüfe aber immer vorab sorgfältig die aktuellen Fahrpläne auf der offiziellen Website. Wenn du noch nach Inspiration für die gesamte Reise suchst, wirf einen Blick in unseren allgemeinen Artikel wohin in den Urlaub in Kroatien oder gehe ausführlich unsere Tipps zur Unterkunft in Kroatien durch.

Häufig gestellte Fragen

Muss man für die Brücke zur Insel Krk bezahlen?

Nein, die Durchfahrt über die majestätische Brücke, die die Insel mit dem Festland verbindet, ist seit dem 15. Juni 2020 für absolut alle Fahrzeuge vollkommen kostenlos. Früher wurde hier zwar eine recht hohe Maut erhoben, aber diese wurde von der kroatischen Regierung dauerhaft abgeschafft, was heute die Anreise auf die Insel für alle Reisenden erheblich erleichtert und vor allem günstiger macht.

Ist Krk die größte kroatische Insel?

Jahrelang wurde dies zwar in allen Reiseführern souverän behauptet, aber neuere und viel präzisere Messungen haben schließlich gezeigt, dass die Insel Krk mit ihrer Gesamtfläche nahezu identisch mit der benachbarten Insel Cres ist (beide haben etwa 405 Quadratkilometer). Ganz sicher ist Krk aber die absolut bevölkerungsreichste und dank der Brücke auch die am besten erreichbare kroatische Insel.

Wo befindet sich der Flughafen Rijeka?

Obwohl dieser internationale Flughafen den Namen der großen Hafenstadt Rijeka auf dem Festland trägt, befindet er sich tatsächlich überraschenderweise direkt auf der Insel Krk. Sie finden ihn etwa sieben Kilometer vom malerischen historischen Städtchen Omišalj entfernt. Während der Sommersaison werden hier hauptsächlich Linienflüge verschiedener europäischer Billigfluggesellschaften abgefertigt.

Gibt es auf der Insel Sandstrände?

Die kroatische Insel Krk ist überwiegend eine typische Insel mit Kies- und Steinstränden oder verbirgt romantische felsige Buchten. Der berühmte lange Vela plaža im Ferienort Baška ist zwar am Ufer mit Kieseln bedeckt, hat aber unter der Wasseroberfläche einen sehr angenehmen und weichen Sandboden, was während des sommerlichen Badespaßes besonders von Familien mit kleineren Kindern sehr geschätzt wird.

Wie viel kostet die Fähre zu den umliegenden Inseln?

Vom Inselhafen Valbiska gelangen Sie bequem mit der Fähre der Gesellschaft Jadrolinija auf die Insel Cres (zum Hafen Merag) für etwa 29,50 Euro pro PKW. Die Fahrt zur sandigen Insel Rab (zum Hafen Lopar) kostet Sie dann ungefähr 45,70 Euro pro Auto. Diese Preise sind Richtwerte für die Hauptsommersaison, außerhalb dieser sind die Tickets in der Regel günstiger.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Für eingefleischte Liebhaber von wirklich heißem Sommer und ganztägigem Baden im Meer sind die Monate Juli und August absolut ideal. Wenn Sie im Urlaub aber eher aktive Erholung, Radfahren, Wanderungen bevorzugen und sich über weniger Touristen in den Straßen freuen, empfehle ich Ihnen wärmstens, lieber im Mai, im Juni oder während des sonnigen Septembers zu reisen.

Welches lokale Gericht muss ich probieren?

Während Ihres Besuchs dürfen Sie auf keinen Fall die Verkostung des hervorragenden lokalen Weißweins Žlahtina verpassen, der ausschließlich in der Umgebung von Vrbnik angebaut wird. Dazu sollten Sie im Restaurant unbedingt die ausgezeichneten traditionellen Inselnudeln namens šurlice probieren. Diese schmecken absolut fantastisch zum Beispiel mit lokalem geriebenem Schafskäse, frischen Tomaten oder mit Frühlingsargel.

Kann man auf der Insel Ausflüge über GetYourGuide reservieren?

Ja, viele großartige Inselaktivitäten und beliebte Bootsausflüge von Krk aus können Sie problemlos und mit großem Vorlauf online reservieren. Sehr oft finden Sie die interessantesten und günstigsten Angebote gerade auf bewährten Plattformen wie GetYourGuide, was Ihnen letztendlich viel wertvolle Zeit bei der Suche vor Ort erspart.

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Istrien, Kroatien: 15 Tipps, was man 2026 sehen und erleben kann

TL;DRIstrien, größte Halbinsel Kroatiens und wegen ihrer Landschaft „kroatisches Toskana“ genannt, wartet mit 15 Ausflugstipps auf – von venezianischer Architektur in Rovinj mit der Kirche der heiligen Euphemia bis zur antiken Arena in Pula und der byzantinischen Euphrasius-Basilika in Poreč. Im Landesinneren lohnen sich die hügeligen Städtchen Motovun, Grožnjan und Hum, bekannt für Trüffel und Kunst. Im Süden erwartet dich die wilde Küste des Naturparks Kamenjak mit 23 Stränden sowie der Nationalpark Brijuni. Am besten plant man 5 bis 7 Tage für die Erkundung ein. Die beste Reisezeit für Kultur und Kulinarik ist Frühling und Herbst (die Trüffelsaison erreicht im Oktober ihren Höhepunkt), im Sommer locken Temperaturen von 27 bis 30 Grad zum Baden. Mit dem Auto fährst du über Österreich und Slowenien auf der Y-förmigen Autobahn A9.

Wenn du über einen Sommerurlaub am Meer oder einen Frühlings-Roadtrip auf der Suche nach großartigem Essen nachdenkst, ist Istrien in Kroatien eine sichere Wahl. Die größte Halbinsel Kroatiens, gelegen zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner-Bucht, bietet eine absolut einzigartige Mischung der Kulturen, die dich sofort verzaubern wird. An der Küste findest du historische Städte mit venezianischer Architektur, während dich im Landesinneren eine hügelige Landschaft voller Weinberge, Olivenhaine und mittelalterlicher Städtchen auf Bergkuppen erwartet.

Gerade wegen dieses Hinterlands wird Istrien oft als kroatische Toskana bezeichnet – und dieser Spitzname ist absolut verdient. Die hiesige Atmosphäre ist stark von der italienischen Kultur geprägt, was du nicht nur an der hervorragenden Gastronomie erkennst, sondern auch an der offiziellen Zweisprachigkeit der Küstenstädte. Ortsnamen siehst du auf den Schildern ganz normal auf Kroatisch und Italienisch – wundere dich also nicht, wenn dich die Beschilderung nach Rovigno statt Rovinj leitet.

In diesem Artikel findest du 15 Tipps, was man in Istrien sehen und erleben kann, damit du deinen Urlaub in vollen Zügen genießt. Ich verrate dir, welche Städte du unbedingt besuchen musst, wo du die besten Trüffel probierst und welche Naturschätze eine Erkundung wert sind. Auch praktische Infos zu Anreise, Unterkunftswahl und Tipps für die schönsten Strände kommen nicht zu kurz.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Schönste Stadt: Rovinj ist die absolute Perle der Halbinsel – die Altstadt mit ihren engen Gassen und der dominanten Kirche der Heiligen Euphemia darfst du auf keinen Fall verpassen.
  • Geschichte und Antike: Für römische Denkmäler fährst du nach Pula, wo dich eine riesige antike Arena erwartet; Liebhaber byzantischer Kunst kommen in der Euphrasius-Basilika in Poreč auf ihre Kosten.
  • Zauber des Hinterlands: Besuche die Hügelstädtchen Motovun, Grožnjan und Hum, die wunderschöne Ausblicke, Ruhe und eine künstlerische Atmosphäre bieten.
  • Gourmet-Paradies: Istrien ist weltberühmt für seine Trüffel und das exzellente Olivenöl – probiere unbedingt die lokale Pasta Fuži und den Wein Malvazija.
  • Naturwunder: Im Süden der Halbinsel erkundest du die wilde Küste des Naturparks Kap Kamenjak; auch eine Bootstour zum Nationalpark Brijuni lohnt sich.
  • Anreise: Die Fahrt mit dem Auto von Deutschland ist bequem – ein Großteil der Strecke führt über Österreich und Slowenien, auf Istrien selbst nutzt du die Y-förmige Autobahn (Ipsilon).
  • Beste Reisezeit: Für Sightseeing und Gastronomie eignen sich Frühling und Herbst am besten, fürs Baden natürlich die Sommerferien – dann musst du allerdings mit Touristenmassen rechnen.

Wann sollte man nach Istrien reisen

Die Wahl des idealen Termins hängt vor allem davon ab, was du von deinem Urlaub erwartest. Wenn dein Hauptziel das Baden im Meer und das Sonnenbaden ist, fahre im Juli oder August. Die Lufttemperaturen liegen in dieser Zeit gewöhnlich bei rund 27 bis 30 Grad, das Meer ist herrlich aufgewärmt – allerdings musst du dich darauf einstellen, dass Strände und historische Städte voller Touristen sind.

Für einen aktiven Urlaub voller Ausflüge sind Mai, Juni oder September die beste Wahl. Die Temperaturen sind sehr angenehm, meist zwischen 19 und 24 Grad, was ideal für Spaziergänge zu den Sehenswürdigkeiten und für Radtouren ist. Im Juni und September kann man meist problemlos baden, du entgehst aber dem größten Sommeransturm und die Unterkunftspreise sind etwas günstiger.

Wenn dich vor allem die lokale Gastronomie lockt, erwäge einen Besuch im Herbst, im Oktober. Genau dann erreicht nämlich die Hauptsaison der seltensten weißen Trüffel ihren Höhepunkt und an vielen Orten im Landesinneren finden die verschiedensten kulinarischen Festivals statt. Außerdem färbt sich die herbstliche Natur in wunderschöne warme Töne, was der kroatischen Toskana eine unglaublich romantische Atmosphäre verleiht.

Wo man in Istrien übernachten kann

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Istrien bietet eine riesige Auswahl an Möglichkeiten, sodass wirklich jeder Reisetyp das Passende findet. Wenn du Romantik suchst und es dir nichts ausmacht, für eine exklusive Lage etwas mehr zu zahlen, übernachte direkt in Rovinj oder in der unmittelbaren Umgebung. Familien mit Kindern steuern dagegen oft die Gegend um Poreč oder die Resorts von Zelena laguna an, wo perfekte Infrastruktur, Strände mit flachem Einstieg ins Meer und jede Menge Animationsprogramme für die Kleinen zur Verfügung stehen.

Für alle, die das Baden mit der Erkundung antiker Geschichte und wilder Natur verbinden möchten, ist Pula oder das südlicher gelegene Medulin eine ausgezeichnete Basis, ebenso Premantura. Von dort hast du es nur ein Stück zum wunderschönen Kap Kamenjak. Liebhaber von Ruhe, Wein und gutem Essen sollten dagegen eine Unterkunft im Landesinneren in Betracht ziehen, wo du wunderschöne Steinvillen mit Pool und authentische Agrotourismus-Höfe inmitten von Olivenhainen findest.

Hier ein paar konkrete Unterkunftstipps, die du ganz einfach zum Beispiel über Booking reservieren kannst:

  • Hotel Lone in Rovinj ist ein Design-Fünf-Sterne-Hotel direkt neben dem Waldpark Zlatni rt. Es bietet erstklassiges Wellness und herrliche Pools, was es zur idealen Wahl für einen luxuriösen Pärchenurlaub macht.
  • Boutique Hotel Kaštel findest du direkt auf der Bergkuppe im historischen Motovun. Wenn du die authentische Atmosphäre des Hinterlands erleben, die Ausblicke ins Tal der Mirna genießen und Trüffel kosten willst, wirst du hier begeistert sein.
  • Maistra Select Amarin Resort ein Stück außerhalb von Rovinj ist absolut fantastisch für Familien mit Kindern. Du findest hier geräumige Apartments, mehrere Pools und einen Kieselstrand, außerdem fährt von hier ein regelmäßiges Wassertaxi ins Zentrum von Rovinj.

15 Tipps, was man in Istrien sehen und erleben kann

Schauen wir uns gemeinsam an, was diese vielfältige Halbinsel an Bestem zu bieten hat. Egal, ob du Streifzüge durch enge Gassen liebst, die schönsten Strände suchst oder dich auf unvergessliche kulinarische Erlebnisse freust – die folgenden Orte sollten auf deinem Reiseplan nicht fehlen.

1. Rovinj und die Kirche der Heiligen Euphemia

Rovinj ist zweifellos die fotogenste und romantischste Stadt ganz Istriens. Ihre Altstadt erstreckt sich auf einer Halbinsel, die ursprünglich eine Insel war und erst im 18. Jahrhundert mit dem Festland verbunden wurde. Die Häuser wachsen hier buchstäblich direkt aus dem Meer und die engen gepflasterten Gassen versetzen dich sofort in eine andere Zeit, sodass du dich eher wie in einem kleinen Venedig als in Kroatien fühlst.

Das größte Wahrzeichen der Stadt ist die barocke Kirche der Heiligen Euphemia, die auf der höchsten Bergkuppe steht. Dieses Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert birgt einen Sarkophag mit den Überresten der Stadtpatronin, der der Legende nach um das Jahr 800 über das Meer angeschwommen sein soll. Der Eintritt in die Kirche selbst ist kostenlos, aber für rund 4 Euro kannst du auf den 60 Meter hohen Glockenturm steigen, der eine getreue Kopie des Markusturms in Venedig ist, und von dort den atemberaubenden Ausblick auf den vorgelagerten Archipel genießen.

Auf dem Weg zur Kirche solltest du unbedingt durch die berühmte Grisia-Gasse gehen, die voller kleiner Galerien, Ateliers und Keramikläden ist. An jedem zweiten Sonntag im August verwandelt sich diese Gasse in eine riesige Freiluftausstellung, zu der Künstler aus der ganzen Umgebung anreisen. Vergiss auch nicht, dir den Balbi-Bogen aus dem 17. Jahrhundert anzusehen und die Atmosphäre im malerischen Fischerhafen voller traditioneller Boote namens Batana aufzusaugen.

💡 Tipp: In die Altstadt ist die Einfahrt mit dem Auto verboten, parke also auf einem der Parkplätze am Rand des Zentrums. In der Sommersaison empfehle ich, wirklich früh am Morgen zu kommen, um Staus zu vermeiden und einen freien Parkplatz zu finden.

2. Waldpark Zlatni rt (Punta Corrente)

Nur etwa 15 Gehminuten südlich vom Zentrum Rovinjs erstreckt sich der wunderschöne Waldpark Zlatni rt, auch bekannt als Punta Corrente. Dieser geschützte Naturpark mit einer Fläche von 52 Hektar wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und bietet die perfekte Flucht vor der Sommerhitze. Du findest hier dichte Pinien- und Zypressenbestände, aber auch exotische Bäume wie Zedern oder Ginkgo biloba.

Den Park säumen wunderschöne Buchten mit Kiesel- und Felsstränden, von denen die bekanntesten die Buchten Lone und Škaraba sind. Das Wasser ist hier unglaublich klar und türkis, was den Park zum idealen Ort für ganztägiges Baden und Schnorcheln macht. Dank der hohen Bäume findest du hier immer leicht einen Schattenplatz, sodass du sogar ohne Sonnenschirm auskommst.

Neben dem Baden ist Zlatni rt ein Paradies für aktive Erholung. Der ganze Park ist von breiten Schotterwegen durchzogen, die sich perfekt zum Radfahren, Joggen oder für lange Spaziergänge mit dem Kinderwagen eignen. Wenn du Adrenalin magst, findest du hier auch einen ehemaligen Steinbruch, der heute als beliebter Ort fürs Freiklettern mit Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade direkt über dem Meer dient.

💡 Tipp: Leihe dir in Rovinj ein Fahrrad und fahre die gesamte Küste des Parks bis zum Kap ab – das ist eine großartige Möglichkeit, kleinere und einsamere Buchten zu entdecken, in denen du beim Baden mehr Privatsphäre hast.

3. Poreč und die Euphrasius-Basilika

Die Stadt Poreč hat bis heute ihren ursprünglichen römischen Stadtplan bewahrt, sodass du hier wie einst die alten Römer entlang der Hauptstraßen Decumanus und Cardo spazierst. Am Ende der Altstadt kannst du dann die Überreste des antiken Forums Marafor bewundern sowie die Ruinen des Neptun- und Mars-Tempels. Weltbekannt ist Poreč aber vor allem dank eines absolut außergewöhnlichen Denkmals.

Das ist die frühbyzantinische Euphrasius-Basilika aus dem 6. Jahrhundert, die 1997 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Dieser Komplex wurde von Bischof Euphrasius erbaut und sein größter Schatz sind die atemberaubenden goldenen Mosaike in der Hauptapsis. Diese Mosaike zeigen die Jungfrau Maria mit Engeln und den Bischof selbst, der ihr ein Modell der Kirche überreicht, und gehören zu den wertvollsten Beispielen byzantinischer Kunst in Europa.

Der Eintritt in den gesamten Komplex kostet etwa 10 Euro (für Studenten gibt es meist eine Ermäßigung) und im Preis ist nicht nur die Besichtigung der Basilika selbst inbegriffen, sondern auch des angrenzenden Bischofspalasts, des Museums und der Aufstieg auf den Glockenturm. Von seiner Spitze hast du einen herrlichen Blick auf die roten Dächer der Altstadt und das blaue Meer. In der Sommersaison ist bis in die Abendstunden geöffnet, aber denke daran, dass der Komplex sonntags und an Feiertagen für Touristen geschlossen ist.

💡 Tipp: In Poreč und Umgebung findest du auch eine riesige Anzahl beliebter Urlaubsresorts wie Lanterna oder Zelena laguna, die mit schönen Stränden glänzen, die für ihre Sauberkeit und Servicequalität mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurden.

4. Pula und seine imposante Arena

Pula ist überhaupt die größte Stadt der ganzen Halbinsel Istrien und ihre Atmosphäre unterscheidet sich deutlich von den reizenden Gassen Rovinjs. Diese Stadt atmet tiefe antike Geschichte und ihr absolutes Wahrzeichen ist das beeindruckende römische Amphitheater, schlicht Arena genannt. Dieses Bauwerk aus dem 1. Jahrhundert nach Christus gehört zu den sechs größten erhaltenen römischen Arenen der Welt und ist unglaublich gut erhalten.

Der Eintritt ins Amphitheater liegt bei rund 10 Euro und du kannst nicht nur die Fläche besichtigen, wo einst Gladiatoren kämpften, sondern auch die weitläufigen unterirdischen Räume. Heute erwacht die Arena durch Kultur zum Leben und es finden hier großartige Sommerkonzerte und das berühmte Filmfestival statt. Die Öffnungszeiten variieren je nach Monat, aber im Juli und August kannst du von 8 Uhr morgens bis spät in die Nacht um 23 Uhr herkommen.

Neben der Arena bietet Pula auch weitere bedeutende antike Denkmäler. Beim Spaziergang durchs Zentrum kommst du sicher am eleganten Augustustempel am Hauptplatz, am reich verzierten Sergierbogen oder am altehrwürdigen Herkulestor vorbei. Die Stadt wirkt lebendig und etwas industrieller, aber für Geschichtsliebhaber ist ein Besuch absolute Pflicht.

💡 Tipp: Wenn dich diese antike Stadt fasziniert hat und du mehr Details erfahren möchtest, lies unseren separaten Artikel, der sich ausschließlich damit beschäftigt, was man in Pula sehen kann.

5. Motovun und die Trüffelwälder

Wenn du dich von der Küste ins Landesinnere begibst, verwandelt sich die Landschaft dramatisch in grüne Hügel und Weinberge. Auf einem der höchsten Hügel, der steil über dem Tal der Mirna aufragt, liegt das wunderschöne befestigte Städtchen Motovun. Rund um die ganze Stadt verlaufen gut erhaltene Steinmauern, auf denen du gegen eine kleine Gebühr entlanggehen und die Panoramablicke in alle Himmelsrichtungen genießen kannst.

Bekannt ist Motovun aber vor allem für etwas, das sich tief in den Wäldern darunter verbirgt. Der dichte Motovun-Wald ist nämlich eines der besten Trüffelvorkommen der Welt. Dieses feuchte Biotop bildet das sogenannte Trüffeldreieck zwischen den Städten Pazin, Buje und Buzet, zu dem jedes Jahr Gourmets aus ganz Europa anreisen. In den lokalen Restaurants kannst du also frische Trüffel in vielen Variationen genießen – zu Preisen, die etwas freundlicher sind als in Italien oder Frankreich.

Das Städtchen lebt auch von der Kultur, lange Jahre fand hier das renommierte Motovun Film Festival statt. Wichtig ist allerdings der Hinweis, dass dieses Festival seit 2023 in die Region Gorski kotar umgezogen ist und seinen Namen geändert hat – wenn du also primär wegen der Filme nach Motovun fahren würdest, prüfe lieber vorab die aktuellen Informationen und den Veranstaltungsort. Doch auch ohne Festival hat dieser Ort einen unglaublichen Zauber.

💡 Tipp: Mit dem Auto kommst du nicht bis ins historische Zentrum. Du musst auf dem Parkplatz unterhalb des Hügels parken und entweder den ziemlich steilen Hügel zu Fuß hinaufgehen oder den lokalen Pendelbus nutzen.

6. Grožnjan, die Stadt der Künstler

Unweit von Motovun befindet sich ein weiteres bezauberndes Hügelstädtchen namens Grožnjan. Während Motovun nach Trüffeln duftet, duftet Grožnjan nach Farben und Leinwänden und atmet eine unglaubliche künstlerische Energie. Diese Stadt war Mitte des 20. Jahrhunderts fast verlassen, aber in den 60er Jahren entdeckte sie eine Gruppe von Künstlern, die begannen, die alten zerfallenen Häuser zu renovieren und in ihre Ateliers zu verwandeln.

Heute wird Grožnjan zu Recht „Stadt der Künstler“ genannt und in seinen engen Steingassen findest du Dutzende kleiner Galerien, Handwerksläden und unabhängiger Boutiquen. Du kannst hier stundenlang einfach umherstreifen, den Meistern direkt über die Schulter schauen und wirklich originelle und hochwertige Souvenirs kaufen – von handgefertigtem Schmuck bis zu wunderschöner Keramik.

Im Sommer erwacht die Stadt auch durch Musik-Workshops und Festivals zum Leben. Aus den offenen Fenstern der alten Häuser dringt der Klang von Klavier, Geige und Jazzbands in die Gassen, was eine absolut magische Kulisse schafft. In einem kleinen Café mit Blick auf die umliegenden Weinberge zu sitzen und dabei Livemusik zu lauschen – das ist ein Erlebnis, das man einfach nicht vergisst.

💡 Tipp: Grožnjan ist sehr klein, für seine Besichtigung reichen dir zwei Stunden völlig aus, sodass es sich ideal anbietet, den Besuch mit einem Ausflug ins nahe Motovun oder Buzet im Rahmen eines einzigen Nachmittags zu verbinden.

7. Hum und Buzet: Die kleinste Stadt der Welt und die Hauptstadt der Trüffel

Wenn du Kuriositäten liebst, darfst du auf deinem Roadtrip Hum nicht verpassen. Dieser malerische Ort trägt den Titel der kleinsten Stadt der Welt, denn hier leben nur rund 20 ständige Einwohner. Trotz seiner winzigen Größe findest du hier alles, was eine richtige Stadt haben muss – eine Stadtmauer, ein Tor, eine kleine Kirche und sogar eine traditionelle Schenke namens Konoba, in der du lokale Spezialitäten probieren kannst.

Hum ist auch stark mit der Glagoliza verbunden, der alten slawischen Schrift. Zu ihm führt die berühmte Glagolitische Allee, ein 7 Kilometer langer Pfad, der im Dorf Roč beginnt und entlang dessen elf große Steindenkmäler aufgestellt sind, die genau dieser Schrift gewidmet sind. In Hum selbst solltest du unbedingt die lokale Spezialität namens Biska probieren, einen traditionellen Kräuterlikör aus Mistel, der nach einem uralten Rezept zubereitet wird.

Etwa 14 Kilometer von Hum entfernt liegt das deutlich größere Buzet, das sich stolz als „Stadt der Trüffel“ bezeichnet. Wenn du im September herkommst, kannst du das großartige Festival Subotina erleben, dessen Höhepunkt die Zubereitung eines riesigen Omeletts aus Tausenden von Eiern und einer ordentlichen Portion frischer Trüffel direkt auf dem Hauptplatz ist. Das ist eine tolle Gelegenheit, diese teure Delikatesse in entspannter und festlicher Atmosphäre zu kosten.

💡 Tipp: In der Umgebung von Buzet findest du zahlreiche Familienbetriebe und Unternehmen, die Trüffeljagden organisieren. Du kannst dich also mit speziell ausgebildeten Hunden in den Wald begeben und den faszinierenden Prozess der Suche nach diesen unterirdischen Pilzen hautnah erleben.

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8. Istrische Gastronomie: Trüffel, Olivenöl und Wein

Istrien ist ein absolutes Paradies für alle Liebhaber von gutem Essen und Trinken. Wie du bereits weißt, sind Trüffel der lokale Schatz. Die teuersten weißen Trüffel (Tuber magnatum) haben von September bis Januar Saison mit Höhepunkt im Oktober, während die weniger aromatischen schwarzen Trüffel von Mai bis September wachsen. Am häufigsten werden sie hier über traditionelle handgemachte Pasta gehobelt, die Fuži oder Pljukanci genannt wird – in Kombination mit Ei oder Pilzen ein absolut perfektes vegetarisches Gericht.

Eine weitere große Attraktion ist das lokale Olivenöl. Istrien wurde vom weltweiten Olivenöl-Führer Flos Olei wiederholt zur besten Olivenanbauregion der Welt gekürt und ließ damit selbst die berühmten Regionen in Italien oder Spanien hinter sich. Es gibt hier Dutzende weltweit ausgezeichneter Produzenten und ich empfehle auf jeden Fall, bei einem der Familien-Olivenbauern für eine Verkostung haltzumachen, wo du erfährst, welch enormer Unterschied zwischen frischem Premiumöl und dem aus dem Supermarkt besteht.

Zu gutem Essen in Istrien gehört untrennbar auch der hervorragende lokale Wein. Die bekannteste weiße Rebsorte ist die Malvazija Istarska, die trocken, angenehm zitrusartig und mineralisch ist – ideal für heiße Sommertage. Unter den Rotweinen dominiert der kräftige und vollmundige Teran. Erwähnenswert ist auch die deftige Gemüsesuppe Maneštra oder traditionelle Gerichte aus dem Fleisch des lokalen langhörnigen Rindes namens Boškarin, aus Fisch und dem luftgetrockneten Schinken Pršut, die du wohl auf der Speisekarte jeder Konoba siehst.

💡 Tipp: Wenn du hochwertigen Wein direkt von der Quelle kaufen möchtest, besuche bekannte Weingüter wie Kozlović in Momjan oder Kabola, wo der Wein in in der Erde vergrabenen Amphoren reift, was der Besichtigung und Verkostung eine sehr außergewöhnliche Dimension verleiht.

9. Nationalpark Brijuni

Der Archipel Brijuni, gelegen unweit der Küste bei der Stadt Fažana, ist ein faszinierender Ort mit einer sehr ungewöhnlichen Geschichte. Er besteht aus insgesamt 14 Inseln, von denen die größte, Veliki Brijun, der Öffentlichkeit zugänglich ist. Diese Insel diente jahrzehntelang als Sommerresidenz des jugoslawischen Präsidenten Tito, der hier Staatsmänner und Prominente aus aller Welt empfing, woran die örtlichen Ausstellungen bis heute erinnern.

Auf der Insel findest du eine wirklich unerwartete Mischung an Attraktionen. Es erstreckt sich hier ein weitläufiger Safaripark, der durch Tiergeschenke ausländischer Delegationen entstand – so triffst du hier etwa Elefanten, Zebras oder Lamas, die frei in der kroatischen Natur grasen. Außerdem kannst du hier die Überreste einer luxuriösen römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert bewundern, eine byzantinische Befestigung und sogar einen hervorragend gepflegten Golfplatz.

Nach Brijuni gelangst du nur per organisierter Bootsfahrt vom Hafen in Fažana. Das Basispaket mit Hin- und Rückfahrt per Boot, einer rund einstündigen Fahrt mit dem Touristenzug über die Insel, Besuch der Safari und der lokalen Museen kostet in der Saison rund 35 Euro. Dieser ganze Ausflug dauert etwa 4 Stunden und bietet wieder einen ganz anderen Blick auf die kroatische Geschichte.

💡 Tipp: Die Kapazität der Boote von Fažana ist in den Sommermonaten oft ausverkauft, deshalb reserviere Tickets und Abfahrtszeit rechtzeitig online direkt auf der offiziellen Website des Nationalparks. Verschiedene Ausflugsfahrten lassen sich auch bequem über Portale wie GetYourGuide buchen.

10. Lim-Bucht (Lim-Fjord)

Obwohl sie oft Lim-Fjord genannt wird, handelt es sich geologisch um ein überflutetes Flusstal beziehungsweise einen Canyon. Diese rund 10 Kilometer lange und sehr schmale Bucht schneidet tief ins Festland zwischen den Städten Rovinj und Vrsar. Ihre steilen Ufer sind dicht bewaldet und das ganze Gebiet wirkt unglaublich ruhig und fast nordisch, was scharf mit der belebten Küste kontrastiert.

Das Wasser in der Bucht hat eine besondere Zusammensetzung, weil sich hier salziges Meerwasser mit Süßwasserquellen vermischt, was ideale Bedingungen für die Zucht von Austern und Miesmuscheln schafft. Diese Zuchtanlagen siehst du direkt auf der Oberfläche und am Ufer findest du mehrere berühmte Fischrestaurants, zu denen Gourmets für die frischesten Meeresfrüchte anreisen. Die Bucht verbirgt auch eine bekannte Piratenhöhle, die zur Erkundung lockt.

Den schönsten Blick auf die Lim-Bucht hast du vom Deck eines Bootes. Von den Häfen in Rovinj oder Vrsar legen täglich zahlreiche Ausflugsboote ab, die dich auf eine rund vierstündige Fahrt durch den ganzen Canyon mit mehreren Badestopps mitnehmen. Wenn du mit dem Auto reist, kannst du an mehreren angelegten Aussichtspunkten entlang der Straße halten, von wo aus du die besten Panoramafotos machst.

💡 Tipp: Das gesamte Gebiet der Lim-Bucht ist ein streng geschütztes Naturreservat, sodass freies Baden außerhalb der ausgewiesenen Stellen verboten ist und ebenso die Einfahrt von Motorbooten und Jetskis untersagt ist, was eine herrliche Ruhe garantiert.

11. Naturpark Kap Kamenjak

Ganz im Süden der Halbinsel Istrien, unweit des Dörfchens Premantura, befindet sich eines der schönsten Naturwunder Kroatiens – das Kap Kamenjak. Dieser geschützte Naturpark mit einer Fläche von rund 14 Quadratkilometern bietet über 30 Kilometer atemberaubende, wilde und zerklüftete Küste. Du findest hier insgesamt 23 Strände und Buchten, in denen sich Kieselsteine mit dramatischen Felsklippen und türkisem Wasser abwechseln.

Kamenjak ist ein absolutes Paradies für Liebhaber aktiver Erholung und Adrenalin. Auf ihre Kosten kommen hier Schnorchel-Fans, denn das Wasser ist kristallklar, ebenso wie diejenigen, die das Springen von Felsen ins tiefe Wasser lieben. Der Park ist von einem dichten Netz an Schotterwegen durchzogen, sodass er der absolut ideale Ort für einen ganztägigen Ausflug mit dem Mountainbike mit vielen Badestopps ist. Hier wachsen auch über 600 Pflanzenarten und mit etwas Glück triffst du sogar auf die geschützte Mönchsrobbe.

Der Eintritt in den Park ist gebührenpflichtig, aber man zahlt nur für die Einfahrt mit dem Kraftfahrzeug. In der Sommersaison rechne mit einer Gebühr von rund 10 bis 15 Euro pro Auto und Tag. Wenn du dich entscheidest, den Park zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden, ist der Eintritt komplett kostenlos. Vergiss auf keinen Fall, die ikonische Safari Bar zu besuchen, die direkt im dichten Schilf gebaut ist und fantastische Erfrischungen in ungewöhnlicher Umgebung bietet.

💡 Tipp: Im Sommer bilden sich an den Mautstellen lange Schlangen, deshalb kaufe das Ticket für die Einfahrt vorab online, so sparst du dir viel Zeit und Nerven beim Warten in der Sonne. Mehr Details zum Besuch findest du in unserem Artikel über den NP Kamenjak.

12. Baredine-Höhle (Jama Baredine)

Wenn du dich von der brennenden kroatischen Sonne erholen möchtest, begib dich in die Unterwelt der Karsthöhle Baredine. Dieses geomorphologische Unikat befindet sich unweit des Dorfes Nova Vas, nur wenige Kilometer von Poreč entfernt. Während der rund 40-minütigen Führung mit Guide steigst du über sichere Treppen bis in 60 Meter Tiefe hinab, wo dich angenehme 14 Grad Celsius erwarten.

Die Besichtigungsroute führt dich durch fünf reich verzierte Säle voller Tropfsteine aller Formen und Größen. Du siehst hier wunderschöne Stalaktiten, Stalagmiten und mächtige Tropfsteinsäulen, von denen einige mit ihren Formen an eine Statue der Jungfrau Maria oder den Schiefen Turm von Pisa erinnern. Die Höhle ist wunderschön beleuchtet und die Guides geben Erklärungen in mehreren Sprachen, sodass du jede Menge Interessantes über die Entstehung dieses unterirdischen Labyrinths erfährst.

Ganz unten in der Höhle, an einem kleinen unterirdischen See, erwartet dich die größte Überraschung. Hier lebt die seltene endemische Amphibie Grottenolm, die wegen ihrer rosafarbenen Haut oft „Menschenfisch“ genannt wird. Der Eintritt in die Höhle, die von April bis Oktober geöffnet ist, liegt bei 12 Euro für Erwachsene, Studenten zahlen 10 Euro und Kinder von 5 bis 15 Jahren haben für 8,50 Euro Eintritt.

💡 Tipp: Rund um die Höhle selbst wurde ein angenehmes Areal mit einem kleinen Traktormuseum gebaut, einem Restaurant und Sitzgelegenheiten im Freien, sodass du hier ohne Weiteres einen ganzen entspannten Nachmittag auch mit kleinen Kindern verbringen kannst.

13. Die Küstenstädte Umag und Novigrad

An der nordwestlichen Küste Istriens liegen die Städte Umag und Novigrad, die oft als erste Station vieler Urlauber dienen, da sie am nächsten zur slowenischen Grenze liegen. Umag ist ein modernes Ferienort, vor allem dank des Sports bekannt – jedes Jahr findet hier nämlich das renommierte Tennisturnier ATP Croatia Open statt. Die Stadt glänzt mit großen Marinas voller Luxusyachten und hervorragender Infrastruktur für einen aktiven Urlaub.

Novigrad ist dagegen etwas ruhiger und hat sich den Zauber eines kleinen Fischerstädtchens bewahrt. Sein historisches Zentrum liegt auf einer kleinen Halbinsel und ist bis heute teilweise von erhaltenen mittelalterlichen Mauern umgeben, an denen entlang du romantisch spazieren kannst. Die Stadt ist berühmt für ihre erstklassige Gastronomie und du findest hier einige der besten Fischrestaurants ganz Istriens.

Beide Städte verbindet eine schöne Küstenpromenade, die sich ideal für abendliche Spaziergänge oder morgendliches Joggen eignet. Die Strände in dieser nördlichen Gegend sind überwiegend Betonplattformen oder angelegte Kieselbuchten mit flachem Einstieg, was vor allem Familien mit kleineren Kindern schätzen, die sicheres Baden ohne große Wellen suchen.

💡 Tipp: Wenn dich die Gegend rund um Nordistrien interessiert und du überlegst, hier zu übernachten, schau in unseren ausführlichen Reiseführer, in dem wir zusammenfassen, was du alles in Umag unternehmen kannst.

14. Opatija und die Promenade Lungomare

Auch wenn Opatija genau an der Grenze zwischen Istrien und der Kvarner-Region liegt, sollte es auf deiner Reiseliste auf keinen Fall fehlen. Diese Stadt wird nicht umsonst „Wien am Meer“ genannt, denn sie verzaubert dich sofort mit ihrer noblen Atmosphäre und den wunderschönen Habsburger Villen. Opatija ist nämlich überhaupt der älteste Touristenort Kroatiens, wo schon im 19. Jahrhundert die österreichisch-ungarische Oberschicht zur Erholung kam.

Das Symbol der Anfänge des lokalen Tourismus ist die wunderschöne Villa Angiolina aus dem Jahr 1844, umgeben von einem weitläufigen botanischen Park voller exotischer Pflanzen aus aller Welt. Heute befindet sich in dieser Villa das interessante Kroatische Tourismusmuseum, das die Entwicklung des Reisens an der Adriaküste nachzeichnet. Die ganze Stadt wirkt sehr elegant, gepflegt und luxuriös, voller Cafés und erstklassiger Hotels.

Die größte Attraktion Opatijas ist aber die berühmte Promenade namens Lungomare. Dieser gepflasterte Fußweg zieht sich direkt am Meer entlang über eine unglaubliche Länge von 12 Kilometern und verbindet das Fischerdörfchen Volosko, Opatija selbst und das nahe Lovran. Ein Spaziergang im Schatten hundertjähriger Eichen und Lorbeerbäume mit ständigem Blick auf die Meeresoberfläche und die majestätischen Klippen ist ein absolut atemberaubendes Erlebnis.

💡 Tipp: Auf der Promenade Lungomare stößt du auf viele schöne Ecken, aber fotografiere unbedingt die Statue „Das Mädchen mit der Möwe“, die auf einem Felsen direkt in den Wellen steht und zum bekanntesten Symbol ganz Opatijas geworden ist.

15. Die schönsten Strände Istriens

Istrien ist zwar kein typisches Reiseziel mit langen Sandstränden, aber das bedeutet nicht, dass du hier keine wunderschönen Badeplätze findest. Die Küste besteht überwiegend aus romantischen Kieselbuchten, malerischen Felsen und gelegentlich auch Betonplattformen, was unglaublich sauberes und kristallklares Wasser garantiert. Ein riesiger Vorteil ist auch, dass viele Strände von duftenden Pinienhainen gesäumt sind, die den so dringend benötigten natürlichen Schatten bieten.

Wo findest du also die wirklich besten Strände? Absolute Spitze sind die versteckten Felsbuchten im Naturpark Kap Kamenjak, wo du dich wie auf einer einsamen Insel fühlst. Wenn du besser ausgestattete Strände magst, fahre ins Ferienort Rabac an der Ostküste, das mit strahlend weißen Kieselsteinen und gleich mehreren Blauen Flaggen für die Wasserqualität glänzt. Schönes Baden unter Bäumen bieten auch die Buchten Lone und Mulini direkt im Waldpark Zlatni rt in Rovinj.

Für Familien mit Kindern ist das Ferienort Medulin das absolute Ideal. Der hiesige Strand Bijeca ist nämlich sandig und unglaublich flach, sodass die Kinder hier sicher waten und meterweit vom Ufer im warmen Wasser spielen können. Sehr beliebte und hervorragend ausgestattete Strände mit flachem Einstieg und vielen Wasserattraktionen findest du auch in der Umgebung von Poreč, zum Beispiel an den Stränden Borik oder Brulo.

💡 Tipp: Auch wenn die Kieselstrände wunderschön sind, können sie ohne Badeschuhe ziemlich unangenehm zum Gehen sein. Packe sie also unbedingt in den Koffer, ebenso wie eine Taucherbrille, denn die istrischen Felsen eignen sich hervorragend zum Schnorcheln.

Wohin weiter von Istrien aus

Wenn du mehr Zeit für die Erkundung Kroatiens hast und nicht nur an einem Ort bleiben willst, ist Istrien ein hervorragendes Sprungbrett für weitere Entdeckungen. Du kannst weiter in den Süden fahren und weitere Schönheiten der Küste oder der Inseln erkunden. Um Inspiration zu sammeln, empfehle ich, unsere weiteren ausführlichen Reiseführer durchzugehen, die dir bei der Planung helfen.

  • Wenn du noch über das konkrete Reiseziel im Zweifel bist, lies unseren Artikel wohin in den Urlaub in Kroatien, in dem wir die Vorzüge der einzelnen Regionen erläutern.
  • Interessiert dich, wie es mit der Übernachtung funktioniert? Wir haben für dich jede Menge Tipps zur Unterkunft in Kroatien, von Campingplätzen bis zu Luxushotels.
  • Und wenn du das Meer aus einer ganz anderen Perspektive erleben möchtest, haben wir für dich einen Reiseführer verfasst, wie du Kroatien per Boot auch ohne vorherige Kapitänserfahrung genießen kannst.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man am besten von Tschechien nach Istrien?

Die Anreise mit dem Auto ist sehr bequem und schnell. Die meiste Strecke führt durch Österreich und Slowenien, wo Sie an die Autobahnvignetten denken sollten. An der kroatischen Grenze überqueren Sie die Grenzübergänge Plovanija oder Kaštel und gelangen auf das sogenannte istrische „Y“, die Autobahn A9, die bis hinunter nach Pula führt. Mit dem Flugzeug erreichen Sie den saisonalen Flughafen in Pula oder alternativ den Flughafen im italienischen Triest.

Werden in Istrien Autobahngebühren erhoben?

Kroatien hat keine Autobahnvignetten, die Gebühren werden in Form von Maut an Mautstellen bezahlt. Eine Besonderheit der istrischen Autobahnen A9 und A8 ist, dass ein großer Teil der Strecken mautfrei ist. Bezahlt wird nur für die Durchfahrt durch den Učka-Tunnel und für den Abschnitt Kanfanar–Rogovići, wobei die Durchfahrt der gesamten A8-Strecke für einen PKW knapp 5 Euro kostet.

Gibt es in Istrien Sandstrände?

Istrien ist vor allem für seine Kiesel- und Felsstrände bekannt, sowie für Betonplateaus, die kristallklares Wasser garantieren. Es gibt jedoch Ausnahmen, der bekannteste ist der Sandstrand Bijeca in Medulin, der dank seines flachen Einstiegs ins Wasser bei Familien mit kleinen Kindern sehr beliebt ist.

Wie viele Tage brauche ich für die Besichtigung Istriens?

Für einen entspannten Urlaub, bei dem Sie die schönsten Städte wie Rovinj und Poreč besuchen, das Hinterland mit Motovun erkunden und einen Tag in der Natur am Kap Kamenjak verbringen können, empfehle ich 5 bis 7 Tage einzuplanen. Da die Entfernungen auf der Halbinsel im Bereich von einigen Dutzend Kilometern liegen, können Sie einen Standort wählen und von dort aus Tagesausflüge unternehmen.

Wo kann ich in Istrien die besten Trüffel probieren?

Das Trüffelherz Istriens ist das Tal des Flusses Mirna und der Motovuner Wald, der sich im Dreieck zwischen den Städten Pazin, Buje und Buzet befindet. Wenn Sie im Herbst hierher kommen, besuchen Sie unbedingt die Stadt Buzet oder das Dorf Livade, wo sich das berühmte Restaurant und Geschäft Zigante befindet und wo im Herbst bekannte Trüffelfestivals und Verkostungen stattfinden.

Ist Istrien für Radfahren geeignet?

Auf jeden Fall! Istrien ist von einem hervorragenden Netz an Radwegen durchzogen, sowohl entlang der Küste als auch im Landesinneren. Die bekannteste und beliebteste Route ist die sogenannte Parenzana, ein wunderbarer Radweg, der auf der Trasse einer stillgelegten Schmalspurbahn angelegt wurde, die von Triest bis nach Poreč führt und über 120 Kilometer lang ist.

Was ist Boškarin, der oft auf der Speisekarte steht?

Beim Lesen der Speisekarten in istrischen Restaurants stoßen Sie häufig auf das Wort Boškarin. Es handelt sich um eine traditionelle Rasse istrischer Langhorn-Rinder, die früher für die Feldarbeit genutzt wurde und heute als lokale gastronomische Spezialität gilt.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Paris: Die 40 besten Reiseziele für Ihren Urlaub

TL;DRUnser kompletter Reiseführer für Paris 2026 versammelt 38 konkrete Tipps, was du dir ansehen solltest: vom Eiffelturm über den Louvre bis zur wiedereröffneten Notre-Dame, dem Marais-Viertel und der Sacré-Cœur auf dem Montmartre. Die beste Reisezeit ist Mai, September und Oktober, während du den August wegen geschlossener Bistros und Hitze besser meidest. Für den Louvre reichen drei Stunden, wenn du am Eingang Porte des Lions startest, der Eintritt in Notre-Dame ist kostenlos, und das Centre Pompidou bleibt bis 2030 geschlossen. Für einen dreitägigen Familienausflug solltest du mit einem Budget von 25.000 bis 35.000 Kronen rechnen, ein Studentenwochenende zu zweit schaffst du auch mit 10.000 Kronen. Der Guide enthält außerdem Reiserouten für 2 bis 5 Tage sowie Warnungen vor Touristenfallen wie dem Goldring-Trick oder gefälschten Eintrittskarten für den Eiffelturm.

Millionen Paare reisen jährlich für verlängerte Wochenenden nach Paris. Paris ist eines der beliebtesten Reiseziele. Und obwohl es seit Jahren als die romantischste Stadt der Welt gilt, findet hier wirklich jeder etwas für sich. Studenten, Familien mit Kindern, aber auch Senioren werden ihren Besuch in Paris genießen. Schauen wir uns an, was es in Paris zu sehen gibt, wo man am besten übernachtet und wie man Warteschlangen für Tickets umgeht.

Wann man nach Paris reisen sollte: Wetter in Paris

Das Wetter in Paris unterscheidet sich nicht wesentlich von unserem Wetter hier, die Sommer sind hier warm, nur die Winter sind etwas milder als bei uns. Im Allgemeinen regnet es hier nicht sehr oft. Die wärmsten Monate sind Juli und August, der kälteste Monat ist Januar. Sie können daher im Frühling, Sommer oder Herbst nach Paris reisen.

Monat Temperatur
Januar6 °C
Februar8 °C
März12 °C
April15 °C
Mai20 °C
Juni23 °C
Juli25 °C
August25 °C
September21 °C
Oktober16 °C
November10 °C
Dezember7 °C

Wie man nach Paris kommt

Paris ist von der Tschechischen Republik aus relativ gut erreichbar und für die Reise können Sie aus mehreren Optionen wählen.

Mit dem Auto nach Paris

Wir empfehlen nicht, mit dem Auto nach Paris zu reisen, da Sie wie in großen Städten mit Parkplätzen und einem ziemlich dichten Verkehr zu kämpfen haben werden. Es ist viel bequemer, nach Paris zu fliegen.

Mit dem Auto von Prag

Wenn Sie mit dem Auto von Prag aus starten, haben Sie die Wahl zwischen drei schnellsten Routen, die sich aber sehr ähneln und auf bestimmten Abschnitten zusammenlaufen. In allen Fällen fahren Sie zuerst nach Nürnberg.

  1. Von Nürnberg aus fahren Sie weiter geradeaus nach Heilbronn, Saarbrücken und dann erwarten Sie Reims und Paris. Dies ist die schnellste Route, sie dauert 9 Stunden und 27 Minuten.
  2. Von Nürnberg wieder nach Heilbronn und Mannheim, aber in Saarbrücken biegen Sie nach Luxemburg ab und schließen sich in Reims wieder der Route an. Diese Route ist die längste, sie dauert 10 Stunden und 28 Minuten.
  3. Die dritte Möglichkeit ist, von Nürnberg in Richtung Würzburg, Mainz zu fahren und sich dann wieder Saarbrücken anzuschließen. Diese Fahrt dauert 9 Stunden und 57 Minuten.

Mit dem Auto von Brünn

Wenn Sie von Brünn aus fahren, haben Sie die gleichen Möglichkeiten, Sie fahren wieder zuerst nach Nürnberg, und wählen dann je nach aktueller Situation eine der drei Routen. Am bequemsten und schnellsten ist es, von Brünn aus über die Autobahn nach Prag zu fahren und von dort weiter nach Deutschland.

Mit dem Bus nach Paris

Wenn Sie keine Möglichkeit haben (oder einfach nicht wollen), mit dem Auto zu fahren, bieten die Unternehmen RegioJet und Flixbus direkte Busverbindungen nach Paris an. Ein Einzelticket kostet durchschnittlich 1.000 CZK, kann aber auch weniger kosten. Die Busse fahren meistens über Nacht und die Fahrt dauert durchschnittlich etwa 14 Stunden. Beide Unternehmen fahren etwa 2x pro Woche.

Mit dem Zug nach Paris

Es ist zwar möglich, mit dem Zug nach Paris zu gelangen, aber dies ist wahrscheinlich die am wenigsten vorteilhafte Option. Ein Einzelticket kostet etwa 2.000 CZK, die Fahrt dauert etwa 16 Stunden, und Sie müssen außerdem mehrmals umsteigen, meistens in Deutschland. Es gibt keine direkten Zugverbindungen nach Paris.

Mit dem Flugzeug nach Paris

Im Gegenteil, am vorteilhaftesten ist es, mit dem Flugzeug nach Paris zu fliegen. Paris hat gleich drei Flughäfen, die Sie mit einem Direktflug von Prag aus erreichen können. Zum Flughafen Paris-Charles de Gaulle fliegen Air France, Vueling und ČSA. Lesen Sie, wie Sie günstige Flüge finden.

Flüge von Transavia gehen zum Flughafen Paris-Orly und wenn Sie Billigfluglinien bevorzugen, fliegt Ryanair zum Flughafen Paris-Beauvais. Die günstigsten Flüge erhalten Sie ab 1.800 CZK, aber normalerweise liegen sie eher zwischen 3.000 und 5.000 CZK.

Wo man in Paris strategisch übernachten kann

Wir empfehlen, direkt im Zentrum zu übernachten, damit Sie so viel wie möglich zu Fuß erkunden können. Wenn Sie ein ausgezeichnetes Frühstück mögen, empfehlen wir ein günstigeres Hotel mit kleineren Zimmern der Kette ibis Paris Bastille Faubourg St Antoine. Ganz in der Nähe des Zentrums befindet sich auch das Mary’s Hotel République. Ein Stück vom Louvre entfernt finden Sie das ausgezeichnete Hotel Maison Armance – Esprit de France.

Paris ÖPNV: Wie man sich in Paris fortbewegt

In Paris bewegt man sich am besten mit der Metro, aber natürlich gibt es auch Busse oder Taxis.

Fahrkarten für den ÖPNV und wo man sie kaufen kann

ÖPNV-Fahrkarten in Paris sind nach Zeitabschnitten und Zonen unterteilt, daher ist es gut, sich vorher klar zu machen, wie oft und wohin Sie in Paris reisen möchten und dementsprechend die Fahrkartenvariante zu wählen. Sie erhalten sie dann z.B. in Tabakläden oder an Automaten an Haltestellen oder Metrostationen.

In allen Fällen kann auch mit Karte bezahlt werden. Sie können auch Rabattkarten erwerben, deren Preis alle ÖPNV-Verbindungen sowie weitere Rabatte und vorteilhafte Angebote beinhaltet. Die vorteilhafteste Touristenkarte ist der Paris City Pass.

Metro

Die gebräuchlichste und schnellste Transportmöglichkeit in Paris ist die Metro. Mit der Metro kommen Sie überall in der Stadt hin und sie hat auch Haltestellen in der Nähe aller wichtigen Sehenswürdigkeiten. Die Pariser Metro hat insgesamt 16 Linien, aber alles ist sehr übersichtlich und einfach.

Straßenbahn

Wenn Sie nur eine kurze Strecke um das Zentrum herum zurücklegen möchten, können Sie auch die Straßenbahnen nutzen. Sie haben nur 10 Linien, die als T1 – T10 bezeichnet werden. Derzeit fahren sie jedoch nicht außerhalb des eigentlichen Zentrums und außerdem ist es eine relativ teure Transportmöglichkeit.

Fahrrad

Ein sehr häufiges Verkehrsmittel in Paris ist das Fahrrad, und es wäre schade, diese Möglichkeit nicht zu nutzen. Fast die ganze Stadt ist flach und entlang der Seine gibt es außerdem einen interessanten Radweg. Mit dem Fahrrad erreichen Sie auch alle Sehenswürdigkeiten und Fahrradverleihstationen finden Sie fast überall in der Stadt. Sie leihen sich ein Fahrrad über einen Automaten aus und bezahlen mit Karte. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten liegen jedoch sehr nah beieinander, sodass sie auch zu Fuß sehr gut erreichbar sind.

Paris auf eigene Faust: Historische Sehenswürdigkeiten

Paris bietet viele historische Sehenswürdigkeiten, deren Besuch Sie nicht aufschieben sollten. Schauen wir uns an, was es in Paris zu sehen gibt.

1) Eiffelturm

Das berühmteste Symbol von Paris, der Eiffelturm, wurde 1889 erbaut und war bis 1930 das höchste Bauwerk der Welt. Er ist 324 Meter hoch und wurde anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution erbaut. Ursprünglich sollte er nur vorübergehend stehen, wurde aber schließlich bis heute beibehalten.

Der Turm hat insgesamt drei Aussichtsplattformen, in einer Höhe von 57 Metern, 115 Metern und 276 Metern. N Nach oben führen Treppen, eine Seilbahn und vom zweiten zum dritten Stock auch ein Aufzug. Im ersten Stock befinden sich ein Restaurant, ein Café, ein Kino mit Filmen über die Geschichte des Bauwerks und ein Glasboden.

Tickets für den Turm können Sie entweder online im Voraus oder vor Ort kaufen und die Preise variieren je nachdem, welche Etage Sie besteigen möchten und ob Sie Treppen oder den Aufzug benutzen.

Wo man Tickets für den Eiffelturm kaufen kann?

Wir kaufen Tickets für Attraktionen am liebsten über GetYourGuide, weil immer alles reibungslos funktioniert, man muss nirgendwo für Tickets anstehen und der Preis ist immer derselbe wie beim Kauf an den offiziellen Stellen.

2) Kathedrale Notre-Dame

Ein weiteres Symbol von Paris ist die gotische Kathedrale Notre-Dame, deren Bau vom 12. bis zum 14. Jahrhundert dauerte. Bevor der Eiffelturm gebaut wurde, war diese Kathedrale das höchste Bauwerk Frankreichs, ihre Türme reichen bis zu einer Höhe von 69 Metern.

Im Jahr 2019 wurde das Bauwerk von Flammen erfasst, der Brand konnte 12 Stunden lang nicht gelöscht werden. Aus diesem Grund ist das Denkmal heute zwar für Touristen geschlossen, aber es lohnt sich, sie zumindest von außen zu besichtigen.

3) Sainte Chapelle

Ein weiterer Ort auf der Liste der Sehenswürdigkeiten in Paris ist die Sainte Chapelle. Die Heilige Kapelle wurde in nur sieben Jahren erbaut und ist bekannt für ihre wunderschönen Glasfenster. Jedes der fünfzehn Fenster ist 15 Meter hoch und zeigt insgesamt 1113 biblische Szenen. Wenn Sie diese Schönheit mit eigenen Augen bewundern möchten, müssen Sie im Voraus einen Platz reservieren.

4) Basilika Sacré-Cœur

Eines der weiteren Symbole von Paris und auch ein Ort, an dem sich immer viele Touristen und Einheimische treffen, ist die Basilika Sacré-Cœur. „Basilika des Heiligen Herzens Jesu“, deren Grundriss die Form eines Kreuzes hat, ist vor allem durch ihre rein weiße Fassade interessant. Dank ihrer Farbe, Türmchen und Kuppeln wird sie manchmal „Küsschen“ genannt. Die Basilika ist ein wichtiger Wallfahrtsort und ringsum erstreckt sich ein Park, ideal für Momente der Entspannung oder ein Picknick im Gras.

5) Triumphbogen

Der berühmte Pariser Triumphbogen ist einer der bekanntesten der Welt. Und das, obwohl jede zweite Stadt in Europa einen hat. :))) Genau an diesem Ort endet jedes Jahr das Radrennen Tour de France. Napoleon Bonaparte ließ ihn im 19. Jahrhundert errichten, um seinen Sieg in der Schlacht bei Austerlitz zu feiern. Der Bogen ist hauptsächlich mit Geschichten aus Kriegen und der römischen Mythologie verziert. Gegen eine Gebühr können Sie die Aussicht von seinem Dach genießen.

6) Basilika Saint Denis

Die Basilika wurde im Jahr 1140 erbaut und ist die erste Kirche der Welt, die im rein gotischen Stil errichtet wurde. Früher diente sie als Grabstätte der französischen Könige, und so wird diese Kirche oft als französische Nekropole bezeichnet. Hier befinden sich die Überreste aller Herrscher, die Frankreich vom 10. bis zum 18. Jahrhundert regierten.

7) Die Sainte-Geneviève-Bibliothek

Die Bibliothek der Heiligen Genoveva ist eine Staats- und Universitätsbibliothek, die zwischen 1843 und 1850 erbaut wurde. Der Architekt des Bauwerks war Henri Labrouste, einer der ersten, der Eisen als Baumaterial verwendete.

Das Besondere daran ist, dass er die Eisenkonstruktion nicht von einer Mauer verdecken ließ, sondern sie offen ließ, wodurch sie Teil der Dekoration wurde. Die Bibliothek ist auch durch ihr Interieur äußerst interessant. Ihre Sammlung umfasst rund zwei Millionen Dokumente.

8) Palais Bourbon

Der Palast ist der Sitz der französischen Nationalversammlung. Ursprünglich wurde er für die Tochter Ludwigs XIV. erbaut, aber Ende des 18. Jahrhunderts als Nationalbesitz beschlagnahmt. Der Palast ist interessant durch seine korinthischen Säulen und die Dekoration im antiken Stil, die zur Zeit Napoleons Bonaparte hinzugefügt wurde.

9) Königspalast Palais Royal

Ein bedeutendes historisches Denkmal von Paris ist der Palais Royal, auch Königspalast genannt. Der ursprüngliche Palast stammte aus dem Jahr 1622, heute ist jedoch nur noch der südöstliche Flügel erhalten. Das Gebäude wurde 1643 zum Königspalast, als Anna von Österreich mit ihrem Sohn Ludwig XIV. hierher zog. P Der Palast brannte in der Vergangenheit mehrmals ab und wurde anschließend rekonstruiert. Heute sind hier der Staats- und Verfassungsrat, das französische Gericht und das Nationaltheater untergebracht.

10) Invalidendom

Diesen besonderen Namen erhielt das prächtige Gebäude aufgrund seiner Funktion im 17. Jahrhundert, als König Ludwig XIV. es als Heim für Kriegsveteranen errichten ließ. In der Mitte des Bauwerks befindet sich eine Kirche mit einer dominanten Kuppel, die dem gesamten Bauwerk Majestät verleiht.

Heute befinden sich hier ein Krankenhaus, ein Seniorenheim und ein Museum für Militärwesen und die französische Armee. Hier finden Sie auch das Grab von Napoleon Bonaparte und anderen bedeutenden Persönlichkeiten.

11) Conciergerie

Conciergerie bedeutet Burggrafschaft, ursprünglich diente dieser Palast dem Verwalter des Königspalastes. Während der Französischen Revolution wurde das Gebäude als Gefängnis mit einer Kapazität von 1200 Gefangenen genutzt.

Hier wurden zum Beispiel Prinzessin Marie Antoinette oder Maximilien Robespierre inhaftiert. Seit 1914 ist die Conciergerie als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich.

12) Pariser Katakomben

Die Pariser Katakomben stammen aus der Zeit der alten Römer, die sie hier ursprünglich als Steinbrüche anlegten. Erst 1786 wurden diese Steinbrüche zu einem Ort der Bestattung, seitdem haben sich hier etwa 6 Millionen Skelette angesammelt.

Die Katakomben bestehen aus 190 km langen Gängen und befinden sich 20 m unter der Erde. Für die Öffentlichkeit ist nur ein Bruchteil dieser Gänge zugänglich, deren Wände in diesem Bereich mit Schädeln ausgelegt sind. Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen 14 Euro. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag und obwohl dieser Spaziergang durch die Gänge wahrscheinlich einen leicht morbiden Charakter haben wird, ist er einen Besuch wert.

13) Basilika der Heiligen Klothilde

Die neugotische Kirche wurde im 19. Jahrhundert erbaut und ist der Heiligen Klothilde und der Heiligen Valerie geweiht. Der Altar stammt aus dem Jahr 2007. Zwei Seitenstürme reichen bis zu einer Höhe von 69 Metern. Die Kirche wird Sie vor allem mit ihrer Ausstattung beeindrucken – mit Glasfenstern, Gemälden und Skulpturen.

Wenn Ihnen das Gebäude etwas bekannt vorkommt, dann liegt es daran, dass es als Vorlage für die Herz-Jesu-Kirche in China diente, die nur wenige Jahre später erbaut wurde.

Sehenswürdigkeiten in Paris: Die besten Pariser Museen

In Paris finden Sie die bekanntesten Museen. Wenn Sie Kunst lieben, werden Sie sicherlich den Louvre und das „kleine grüne Bild“ in Form der Mona Lisa (böse Zungen nennen es grün, weil es immer noch nicht und wahrscheinlich noch lange nicht gereinigt wurde) von Leonardo da Vinci besuchen wollen. In Paris gibt es aber auch eine große Anzahl von Museen für moderne Kunst.

14) Louvre

Eines der bekanntesten Museen der Welt mit einer Gesamtsammlung von 554.000 Exponaten hat seinen Sitz im Palastkomplex Palais du Louvre. Es ist ratsam, sich vor dem Besuch zu entscheiden, was Sie im Louvre sehen möchten.

Es ist das meistbesuchte und flächenmäßig größte Museum der Welt. Gelegentliche Ausstellungen fanden hier seit 1628 statt, ein offizielles öffentliches Museum wurde hier jedoch erst 1793 eröffnet.

Von der gesamten Sammlung sind hier etwa 35.000 Exponate ausgestellt, die in mehrere Bereiche unterteilt sind, von ägyptischer Kunst über orientalische Keramik bis zur Moderne. Die größten Attraktionen sind Gemälde wie die Mona Lisa oder die Felsgrottenmadonna von Leonardo da Vinci, aber auch andere Werke weltberühmter Künstler.

Wo man Tickets kaufen kann, um lange Warteschlangen zu vermeiden

Wenn Sie genügend Zeit für die Museumsbesichtigung haben möchten, planen Sie dafür mindestens einen ganzen Tag ein. Selbst dann werden Sie nicht alles schaffen. Kaufen Sie Tickets im Voraus über GetYourGuide oder über tickets-paris, sonst stehen Sie wirklich lange Schlange.

15) Musée d’Orsay

Wenn es ein Museum gibt, das ich empfehlen würde, dann ist es das Musée d’Orsay, das sich in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Bahnhofs befindet. Es konzentriert sich auf Impressionisten. Zu den bekanntesten Gemälden in der Sammlung gehören zweifellos Werke von Vincent van Gogh, Edgar Degas, Paul Gauguin, Paul Cézanne oder Claude Monet. Der Vorteil dieses Museums ist, dass es nicht so riesig ist wie der Louvre.

16) Musée Rodin

Das Museum, das dem Leben und Werk des bekannten Künstlers Auguste Rodin gewidmet ist, wurde 1919 gegründet. Hier sind über 6.000 Skulpturen, 8.000 Gemälde, 8.000 Fotografien und 7.000 weitere Kunstobjekte untergebracht.

Hier sind die bekanntesten Skulpturen des Künstlers ausgestellt, wie z.B. Der Denker, Adam und Eva oder Der Mann mit der gebrochenen Nase, aber auch Gegenstände aus seiner persönlichen Sammlung als Kunstsammler. Die Ausstellung widmet sich auch dem Werk von Rodins Schülerin Camille Claudel.

Wo man Tickets kaufen kann

Wie überall sonst haben wir die Dienste von GetYourGuide genutzt.

17) Das Musée de la Magie

Dieses unglaublich interessante Museum sollten Sie sich nicht entgehen lassen, denn hier erfahren Sie viel Wissenswertes über die Geschichte der Magie und des Illusionismus. Es ist in mehrere Teile unterteilt, der erste Teil konzentriert sich auf die Geschichte und bedeutende Persönlichkeiten der Magie, hier können Sie auch eine Zaubershow genießen. Danach geht es weiter in Räume mit magischen Spiegeln und optischen Illusionen. Schließlich schauen Sie sich den kleinen Laden an und können hier gerne einen Kurs in der Zauberschule buchen.

18) Musée national des Arts asiatiques – Guimet – Guimet-Museum

Das Museum wurde 1889 vom Lyoner Fabrikanten Émile Guimet für seine großartige Sammlung ägyptischer, asiatischer und antiker Kunst gegründet. Achtung, der ägyptische Teil der Sammlung wurde schließlich in den Louvre verlegt, sodass Sie hier himalayische, afghanische, pakistanische, aber auch indische und japanische, chinesische und koreanische und viele weitere Sammlungen finden.

18) Centre Pompidou

Das Centre Pompidou ist eines der bedeutendsten Museen für moderne Kunst weltweit und Sie finden es in einem Gebäude, das selbst ein Kunstwerk ist.

Das Musée national d’art moderne befindet sich im Centre Pompidou, einem farbenfrohen Avantgarde-Gebäude, das bereits für sich eine Attraktion ist. Die Ausstellung des Museums ist der Kunst gewidmet 20. und dem 21. Jahrhundert und befindet sich im 4. und 5. Stock des Gebäudes.

Jede Etage ist einer der beiden Perioden (moderne und zeitgenössische Kunst) gewidmet. Das Museum besitzt über 70.000 Werke; die Sammlung umfasst Gemälde, Skulpturen, Plastiken, Videokunst, Design sowie Architektur und Filmkunst. Damit ist es die größte Sammlung moderner Kunst weltweit.

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17) Palais de Tokyo

Das Palais de Tokyo ist eines der bedeutendsten Museen für zeitgenössische Kunst in Paris und hat keine Dauerausstellungen, schauen Sie also immer nach, was gerade ausgestellt wird. Es wurde bereits 1937 als Ausstellungspavillon für die Weltausstellung unter dem Namen Palais des Musées d’art moderne eröffnet.

18) Fondation Louis Vuitton

Die Fondation Louis Vuitton gehört zu den neueren Museen und befindet sich in einem wunderschönen modernen Gebäude, das vom Architekten Frank Gehry entworfen wurde (und allein schon wegen dieses erstaunlichen Gebäudes einen Besuch wert ist). Dort finden Sie bekannte Gemälde von Alex Katz oder Andy Warhol.

Die besten Parks und Gärten in Paris

Wenn Sie genug von Sehenswürdigkeiten und Museen haben, können Sie die lokalen Parks und Gärten erkunden. Die Luxemburger Gärten gehören immer noch zu meinen Lieblingsgärten weltweit. Schauen wir uns also an, wo Sie überall einen romantischen Spaziergang in der Natur unternehmen können.

19) Luxemburger Garten

Mitten in Paris finden Sie einen wunderschönen Palast aus dem 17. Jahrhundert, der heute der Sitz des französischen Senats ist. Um den Palast herum erstreckt sich ein großer Garten mit Blumenbeeten, Statuen, Wasserbecken und dem berühmten Medici-Brunnen. Er ist zu einem beliebten Ort der Erholung für Einheimische und Touristen geworden. Er ist für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich.

20) Jardin des Tuileries

Der Tuileriengarten ist ein öffentlicher Park im französischen Stil, früher der Schlossgarten des heute abgerissenen Schlosses Tuileries. Dieser Kunstgarten gehört zu den historischen Denkmälern, und hier können Sie vor allem Kunstwerke bewundern.

Neben den Skulpturen bekannter Künstler im Garten selbst gibt es hier zwei Galerien. Die erste befindet sich in der ehemaligen Orangerie (Musée de l’Orangerie) und widmet sich hauptsächlich den Werken von Impressionisten und Post-Impressionisten (Matisse, Monet, Cézanne, Picasso und anderen). Die zweite Galerie (Galerie nationale du Jeu de Paume) befindet sich in der ehemaligen Ballsporthalle. Ihre Sammlung umfasst Werke moderner Kunst.

21) The Parc des Buttes-Chaumont

Es ist der drittgrößte Park von Paris, der im größten der Steinbrüche des lokalen Steinbruchs angelegt wurde. Der Park wurde von Napoleon III. angelegt und ist vor allem für seine Pflanzen und Vögel bekannt. Hier wachsen viele seltene Baumarten, z.B. eine Platane, die 1862 gepflanzt wurde. Mit etwas Glück können Sie auf dem See unter anderem auch einen Eisvogel beobachten. Im Park gibt es auch ein Restaurant, eine dreißig Meter hohe Klippe und eine Höhle.

22) The Parc Monceau

Der wunderschöne englische Park in Paris wurde im 18. Jahrhundert angelegt, und die meisten Gebäude aus dieser Zeit sind noch heute im Park erhalten. Hier finden Sie auch eine Rotunde als Überrest der Stadtmauern. Es stehen hier aber auch Statuen bekannter Persönlichkeiten, wie zum Beispiel französischer Schriftsteller und Komponisten.

23) The Parc des Princes

Der Prinzenpark ist eigentlich ein Fußballstadion, das mit vier Sternen ausgezeichnet ist. Es hat eine Kapazität von 48.712 Sitzplätzen und ist das Heimstadion des Vereins Paris Saint-Germain FC. Das Stadion hatte auch schon mehrmals die Ehre, Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft auszurichten.

Geschäfte und Märkte

Manche Touristen zieht das Pariser Shopping mehr an als Parks und Sehenswürdigkeiten. Es gibt hier viele Einkaufszentren und Straßen, die alle Shopping-Süchtigen anlocken.

24) Avenue des Champs-Élysées

„Die Champs-Élysées“ sind die bekannteste und teuerste Straße in Paris, dabei war dieser Ort im 17. Jahrhundert von Sümpfen bedeckt. Die Straße wurde 1670 gegründet und ist heute eines der Hauptzentren der Stadt. Sie endet am Arc de Triomphe .

Hier finden Sie Geschäfte luxuriöser Weltmarken, Kinos, Restaurants und Cafés, aber auch den Élysée-Palast – den Sitz des Präsidenten. Zur Feier des Sturms auf die Bastille findet auf der Straße jährlich am 14. 6. eine Militärparade der französischen Armee statt. Hier finden auch Demonstrationen und Feiern statt.

25) Le Marais

Dieses historische Viertel am rechten Seine-Ufer ist voller Boutiquen, Kunstgalerien, Hipster-Cafés und Designerläden. Obwohl es ursprünglich ein historisches jüdisches Viertel ist, ist es heute voller Galerien und Gay-Bars. In diesem Viertel finden Sie auch das bereits erwähnte Centre Pompidou, eine Galerie für moderne Kunst. Sie können hier auch das Musée Victor Hugo (Victor-Hugo-Museum) besuchen.

26) Galerie Lafayette

Ein Paradies für alle Shopping-Liebhaber ist diese historische Galerie, die bereits während des Kaiserreichs Napoleons III. entstand. Sechs Etagen bieten Ihnen insgesamt 63 Geschäfte, wobei jede Etage zusätzlich nach den Waren unterteilt ist, die die Geschäfte hier anbieten.

Sie können für sich selbst und für Kinder einkaufen, aber auch Abendgarderobe oder Parfüm, sogar für Ihr Haustier, finden Sie hier. Und wenn Sie nicht gerade von teuren Luxusmarken angezogen werden, befindet sich im Untergeschoss der Galerie ein Flohmarkt.

27) Avenue des Ternes

Die Straße ist knapp einen Kilometer lang und voller Geschäfte, Cafés und Restaurants.

27) The Avenue des Gobelins

Die Avenue des Gobelins ist eine der historisch bedeutsamen Straßen in Paris, die ihren Charme bis heute bewahrt hat. Sie ist nach der berühmten Gobelin-Manufaktur benannt, die sich am Ende dieser Straße befindet. Ein Gobelin ist eine Art Stickerei, die zum Symbol französischer Kunst und Handwerkskunst geworden ist.

Wenn Sie Kunst- und Geschichtsliebhaber sind, sollten Sie einen Besuch des Musée de la Tapisserie nicht verpassen, das sich in der Nähe der Avenue des Gobelins befindet. Dieses Museum wird Ihnen die Geschichte der Gobelin-Herstellung näherbringen.

Wissen Sie, was der Unterschied zwischen einem Gobelin und einer Tapisserie ist? Jeder Gobelin ist eine Tapisserie, aber nicht jede Tapisserie ist ein Gobelin. Ein Gobelin ist eine Tapisserie, die in den königlichen Pariser Manufakturen Les Gobelins gewebt wurde, die 1664 unter der Schirmherrschaft von König Ludwig XIV. entstanden sind. Nur Werke, die in diesen Manufakturen entstanden sind, dürfen als „„Gobelins““ bezeichnet werden.

28) Rue de Rivoli

Die Rue de Rivoli ist eine der bekanntesten und belebtesten Straßen in Paris. Diese elegante Straße erstreckt sich entlang des rechten Seine-Ufers und bietet nicht nur schöne Ausblicke, sondern auch eine reiche Geschichte und viele interessante Orte zum Erkunden. Auf dieser Straße finden Sie unter anderem viele bedeutende Bauwerke, z.B. den Tour Saint-Jacques, den Louvre oder das Haus, in dem Leo Tolstoi lebte.

Unterhaltung und Nachtleben in Paris

Wer hätte nicht vom Moulin Rouge gehört, dem bekanntesten Kabarett in Paris? Am bekanntesten wurde es durch den gleichnamigen Film aus dem Jahr 2001 mit Nicole Kidman. In Paris gibt es aber natürlich noch viel mehr. Sie können in die Oper oder zum Ballett gehen oder klassisch in eine Bar.

29) Opéra Garnier

Das Opernhaus wurde 1875 gegründet, und hier können Sie vor allem Oper und Ballett genießen. Hier spielt auch die Geschichte des Phantoms der Oper. Dieser Mythos entstand hauptsächlich aus der Angst vor den geheimnisvollen unterirdischen Labyrinthen unter dem Gebäude und auch vor den mysteriösen Geräuschen, die während der ersten Aufführungen genau von diesen Orten ausgingen.

30) Lido de Paris

Das bekannte große Kabarett wurde 2022 geschlossen, doch stattdessen wird hier bald ein anderes Theater eröffnet. Im ursprünglichen Kabarett konnten Sie Auftritte von Tänzerinnen in Federn und Pailletten genießen, fortan werden hier nur noch Theateraufführungen in den Originalsprachen stattfinden. Das Lido de Paris wird sich in einen Broadway-Stil verwandeln.

31) The Crazy Horse

Wenn Sie dennoch Kabaretts bevorzugen und dessen Atmosphäre genießen möchten, ist The Crazy Horse eine solche Option. Vor oder nach der Vorstellung können Sie hier auch essen, und wenn Sie die Show genießen möchten, ist es notwendig, einen Platz auf der offiziellen Website zu reservieren.

32) Moulin Rouge

Das bekannteste Kabarett in Paris befindet sich am Fuße des Montmartre und wurde 1889 gegründet. Das Etablissement war ursprünglich eine Tanzhalle, danach wurden hier Operetten aufgeführt und es diente sogar eine Zeit lang als Kino.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts können Gäste hier Aufführungen genießen, während derer es die Möglichkeit gibt, direkt zu Abend zu essen. Seit 1964 befand sich auf der Bühne ein Aquarium, in dem nackte Tänzerinnen ihre Darbietungen zeigten. Das Etablissement wurde vor allem durch den amerikanischen Film Moulin Rouge bekannt.

Moderne Viertel in Paris – wo Sie Einheimische finden

Wenn Sie Paris so erleben möchten, wie es die Einheimischen wahrnehmen, begeben Sie sich in eines der modernen Viertel von Paris. Das bekannteste ist sicherlich La Défense, wo sich auch der riesige Bogen Grande Arche befindet.

33) La Défense

Es liegt am westlichen Stadtrand von Paris und ist eines der größten Geschäfts- und Finanzzentren Europas. Es ist bekannt für seine Wolkenkratzer, modernen Gebäude und den riesigen Bogen Grande Arche.

34) Canal Saint-Martin

Das Viertel Canal Saint-Martin ist bei jungen Parisern sehr beliebt. Es bietet moderne Cafés, Restaurants und Geschäfte entlang des malerischen Canal Saint-Martin.

35) Saint-Germain-des-Prés

Dieses Viertel ist bekannt für seine Modeboutiquen, Luxusgeschäfte und Kunstgalerien. Es liegt am linken Seine-Ufer und gilt als intellektuelles und künstlerisches Zentrum der Stadt.

36) Bercy Village

Bercy Village ist ein ehemaliges Lagerhausviertel, das in ein modernes Einkaufs- und Unterhaltungszentrum umgewandelt wurde. Hier finden Sie Geschäfte, Restaurants und Kinos.

Paris und Kinder: Was man mit Kindern in Paris unternehmen kann

Wenn Sie mit kleineren Kindern nach Paris reisen, möchten Sie wahrscheinlich einen ganztägigen Marsch durch den Louvre vermeiden und versuchen, ihnen eine lustige Aktivität auszudenken, auf die sie sich freuen können.

Glücklicherweise gibt es in Paris Disneyland, und sowohl Kinder als auch Erwachsene werden das bereits erwähnte Magische Museum genießen. Vergessen Sie nicht, Tickets für Sehenswürdigkeiten und Attraktionen im Voraus zu kaufen, damit Sie mit den Kindern nicht in Warteschlangen stehen müssen. Dafür können Sie, genau wie wir, das Portal GetYourGuide nutzen.

37) Disneyland Paris

Kinder lieben Disneyland; das Pariser Disneyland wurde bereits 1992 feierlich eröffnet und wird jährlich von rund 10 Millionen Besuchern besucht. Sie finden es 35 Kilometer von Paris entfernt und erreichen es in etwa 35 Minuten vom Pariser Hauptbahnhof aus.

38) Parc des Buttes-Chaumont

Der Parc des Buttes-Chaumont ist praktisch ein großer Spielplatz, auf dem Sie dem Trubel der Großstadt entfliehen können.

39) Les Catacombes


Die ursprünglichen Pariser Katakomben wurden im 17. und 18. Jahrhundert erbaut. Sie dienten dazu, die unterirdischen Steinbrüche zu verstärken und die Straßen zu festigen, um deren Einsturz zu verhindern.

Doch dann, als es in der Stadt keine Begräbnisstätten mehr gab, wurden die Gebeine von sechs Millionen Parisern hierher gebracht. Diese geheimnisvollen Tunnel befinden sich bis zu 20 Meter unter der Erde und faszinieren sowohl Einheimische als auch Touristen, insbesondere die jüngeren.

Paris zu zweit: Romantische Aktivitäten in Paris

Wenn Sie etwas besonders Romantisches unternehmen möchten, können Sie eine Bootsfahrt auf der Seine mit Abendessen machen.

Paris und Umgebung: Wohin für einen Tagesausflug

Wenn Sie eine Woche in Paris verbringen, machen Sie auch einen Tagesausflug außerhalb von Paris. Sie können eines der Schlösser an der Loire besuchen oder nach Versailles fahren.

40) Château de Versailles

Das Schloss ist definitiv einen Besuch wert, vor allem seine atemberaubenden Gärten, da sich im Inneren oft eine riesige Menge Touristen befindet (wirklich riesig). Wenn Sie jedoch außerhalb des Wochenendes und frühzeitig aufbrechen, können Sie auch die wunderschönen Innenräume genießen, die dann mehr oder weniger leer sind, aber dennoch prächtige Räume darstellen. Denen von Ihnen, die im Sommer und spät in Versailles ankommen, empfehle ich, das Innere auszulassen und sich auf die Gärten zu konzentrieren.

Was man in Paris unbedingt besuchen sollte

Paris ist voller wunderschöner Orte, aber einige Sehenswürdigkeiten und Viertel sollten Sie auf keinen Fall verpassen. Wenn Sie eine Reise in die französische Metropole planen, finden Sie hier eine Liste dessen, was Sie unbedingt besuchen sollten:

1. Eiffelturm

Das bekannteste Symbol von Paris. Sie können ihn zu Fuß oder mit dem Aufzug besteigen oder ihn vom Champ de Mars aus genießen. Der schönste Anblick ist abends, wenn jede Stunde eine Lichtshow beginnt.

2. Louvre

Das größte Museum der Welt, wo Sie die berühmte Mona Lisa, aber auch ägyptische Mumien oder die Statue der Venus von Milo finden. Wenn Sie keine Zeit für eine komplette Besichtigung haben, gehen Sie zumindest um die Glaspyramide herum.

3. Kathedrale Notre-Dame

Auch wenn sie nach dem Brand noch immer restauriert wird, ist sie immer noch sehenswert. Sie befindet sich auf der Île de la Cité, wo Sie einen Spaziergang entlang der Seine genießen können.

4. Montmartre und die Basilika Sacré-Cœur

Ein Künstlerviertel voller Geschichte. Vom Hügel, auf dem sich die Basilika befindet, hat man einen der schönsten Ausblicke auf Paris. Spazieren Sie über den Place du Tertre, wo lokale Künstler malen.

5. Champs-Élysées und Arc de Triomphe

Die bekannteste Pariser Straße voller Luxusgeschäfte und Restaurants. Am Ende des Boulevards steht der Arc de Triomphe, von dem aus man einen wunderschönen Panoramablick hat.

6. Quartier Latin und Pantheon

Ein historisches Viertel mit Universitäten, Cafés und engen Gassen. Das Pantheon ist ein wunderschönes Gebäude, in dem berühmte Franzosen wie Voltaire oder Marie Curie begraben sind.

7. Musée d’Orsay

Ein perfektes Museum für Liebhaber des Impressionismus, wo Sie Werke von Monet, Van Gogh oder Degas finden. Zudem ist es weniger überfüllt als der Louvre.

8. Seine und Bootsfahrt

Ein unvergessliches Erlebnis, besonders bei Sonnenuntergang. Eine Bootsfahrt zeigt Ihnen viele Pariser Sehenswürdigkeiten aus einer anderen Perspektive.

9. Le Marais

Ein trendiges Viertel mit wunderschöner Architektur, Boutiquen und großartigen Restaurants. Hier finden Sie auch den berühmten Place des Vosges.

10. Katakomben von Paris

Die unterirdischen Tunnel voller menschlicher Überreste sind ein faszinierender, aber etwas unheimlicher Ort. Wenn Sie Geschichte mögen, ist es definitiv einen Besuch wert.

Was man in Paris an einem Tag sehen kann

Wenn Sie nur einen Tag für Paris haben, wird es zwar anspruchsvoller, aber Sie können trotzdem das Wichtigste sehen. Wir empfehlen, früh am Morgen zu beginnen und sich auf viel Laufen einzustellen!

Morgenprogramm

Eiffelturm – Ideal ist es, hier zu beginnen, bevor sich Warteschlangen bilden. Wenn Sie den Aufstieg nicht schaffen, genießen Sie die Aussicht vom Champ de Mars.
Champs-Élysées und Arc de Triomphe – Ein Spaziergang auf der berühmtesten Pariser Allee. Sie können den Bogen besteigen und die Stadt von oben betrachten.

Mittagsprogramm

Louvre – Wenn Sie keine Zeit für das ganze Museum haben, reicht es, es von außen zu betrachten und ein Foto an der Pyramide zu machen.
Notre-Dame und Île de la Cité – Ein kurzer Halt an der berühmten Kathedrale und ein romantischer Spaziergang entlang der Seine.

Nachmittagsprogramm

Quartier Latin und Pantheon – Eine großartige Gegend für Mittagessen und einen Spaziergang durch die malerischen Gassen.
Montmartre und die Basilika Sacré-Cœur – Beenden Sie Ihren Tag mit einem wunderschönen Blick auf Paris und schlendern Sie durch das Künstlerviertel.

Abendprogramm (falls Sie Zeit haben)

Bootsfahrt auf der Seine – Eine ideale Möglichkeit, den Tag ausklingen zu lassen und das beleuchtete Paris vom Boot aus zu sehen.
Moulin Rouge (von außen) – Wenn Sie die nächtliche Atmosphäre von Paris reizt, schauen Sie sich das berühmte Kabarett zumindest von außen an.

Was man in Paris in 2 Tagen sehen kann

Wenn Sie nur 2 Tage für Paris haben, müssen Sie sorgfältig auswählen, können aber dennoch das Bekannteste sehen. Wir empfehlen auf jeden Fall zu besuchen:

Tag 1: Ikonische Sehenswürdigkeiten und Stadtzentrum

Eiffelturm – Am besten ist es, gleich morgens hinzugehen, bevor sich Schlangen bilden. Falls Sie den Aufstieg nicht schaffen, genießen Sie die Aussicht vom Champ de Mars.
Seine und Pont Alexandre III – Ein schöner Spaziergang entlang des Flusses.
Invalidendom und Napoleons Grab – Einer der weniger touristischen, aber interessanten Stopps.
Champs-Élysées und Arc de Triomphe – Spazieren Sie über die berühmteste Pariser Allee.
Louvre – Wenn Sie nicht stundenlang drinnen verbringen möchten, bewundern Sie ihn von außen und vergessen Sie nicht ein Foto mit der Pyramide.
Quartier Latin – Genießen Sie abends ein Abendessen in diesem lebhaften Viertel voller Cafés und Bistros.

Tag 2: Geschichte und Romantik

Notre-Dame und Île de la Cité – Die Kathedrale wird noch immer restauriert, aber die Atmosphäre der Insel ist es wert.
Sainte-Chapelle – Wunderschöne gotische Glasfenster.
Montmartre und Basilika Sacré-Cœur – Romantisches Viertel mit Bohème-Atmosphäre.
Moulin Rouge und Pigalle – Sehen Sie sich das berühmte Kabarett zumindest von außen an.
Seine bei Sonnenuntergang – Wenn Sie Zeit haben, empfehle ich eine Bootsfahrt.

Was man in Paris in 3 Tagen sehen kann

Wenn Sie nur 3 Tage in Paris haben, folgen Sie dem obigen Reiseplan + wir haben weitere Empfehlungen für Sie, was Sie in Paris auf keinen Fall verpassen sollten:

Tag 3: Weniger touristisches Paris und Entspannung

Musée d’Orsay – Für Liebhaber des Impressionismus, kleiner als der Louvre, aber voller wunderschöner Werke.
Le Marais – Trendiges Viertel mit schönen Gassen, Boutiquen und Cafés.
Place des Vosges – Wunderschöner Platz mit Park, ideal für eine kurze Pause.
Katakomben von Paris – Faszinierendes unterirdisches Labyrinth mit Knochen (Reservierung im Voraus empfohlen).
Bois de Boulogne oder Jardin du Luxembourg – Schöne Parks, wo Sie vor der Abreise eine ruhigere Atmosphäre genießen können.

Wenn Sie abends noch Kraft und Zeit haben, beenden Sie Ihren Aufenthalt mit einem Drink auf einer Dachterrasse eines Pariser Cafés mit Blick auf die Stadt.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie lange in Paris bleiben?

Wenn Sie Kunst lieben, sollten Sie mindestens 5 Tage in Paris einplanen. Denjenigen unter Ihnen, die nicht so viel Kunst mögen, reicht ein verlängertes Wochenende.

Welche Museen sind die besten in Paris?

Louvre, Centre Pompidou und d’Orsay gehören zu den beliebtesten, aber es hängt immer von Ihrer Präferenz ab.

Wo übernachten in Paris?

Übernachten Sie idealerweise im Zentrum, zum Beispiel im ibis Paris Bastille Faubourg St Antoine, Mary’s Hotel République oder Maison Armance – Esprit de France.

Wo essen in Paris?

Wenn Sie ein Gourmet-Erlebnis suchen, besuchen Sie eines der Restaurants mit Michelin-Stern. Sie benötigen jedoch eine Reservierung. Dazu gehören Accents Table Bourse, Pantagruel oder Auberge Nicolas Flamel.

Fährt ein direkter Zug von Prag nach Paris?

Leider gibt es derzeit keine direkte Zugverbindung von Prag nach Paris.

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