Reykjavík, Island: 15 Tipps, was man sehen und erleben sollte

In Reykjavík auf Island kamen Lukáš und ich erst am allerletzten Tag unserer zweiwöchigen Herbstreise rund um die Insel an. Wir waren bis auf die Knochen durchgefroren, die Haare standen uns nach dem Baden in den Thermalquellen in alle Richtungen ab, und nach zwei Wochen, in denen wir in den Küchen unserer Pensionen und Apartments Nudeln gekocht hatten, sehnten wir uns verzweifelt nach etwas Zivilisation.

Vor unserer eigentlichen Ankunft in der Stadt machten wir an diesem frostigen Morgen noch eine 45-minütige Wanderung zum heißen Fluss Reykjadalur, wo wir uns beim Umziehen draußen im Wind vor Kälte schüttelten. Umso mehr genossen wir danach die Wärme des ersten gemütlichen Cafés im Zentrum.

Der isländische Kaffee ist zwar höllisch teuer, aber nach Tagen voller Kälte, Wind und endlosen Mengen einheimischer Lakritze kam er uns vor wie göttlicher Nektar.

Viele Reisende lassen diese Stadt auf ihrer Tour komplett aus, was meiner Meinung nach ziemlich schade ist. Wenn du gerade deine Route planst und nach Tipps suchst, was man in Reykjavík sehen kann, bist du hier genau richtig.

Die Stadt ist zwar winzig und für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reicht dir locker ein einziger Tag, aber sie hat eine unglaubliche Atmosphäre. In diesem Artikel findest du meine liebsten Tipps, was man in Islands Hauptstadt sehen und erleben kann – und ich verrate dir auch unsere erprobten Orte, wo man sich aufwärmen und gut fleischlos essen kann.

Bunte Häuser und Dächer von Reykjavík, der nördlichsten Hauptstadt der Welt
Bunte Häuser und Dächer von Reykjavík, der nördlichsten Hauptstadt der Welt

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Reykjavík braucht keine Woche: Es ist eine kompakte Stadt, für deren Erkundung dir ein Tag und eine Nacht völlig ausreichen. Du kannst sie gleich nach der Ankunft besuchen oder als süßen Abschluss am Ende aufheben.
  • Ein Auto brauchst du in der Stadt nicht: Vom Flughafen ins Zentrum kommst du bequem mit dem Flybus, und die Stadt selbst erkundest du locker zu Fuß.
  • Thermalbäder sind ein Muss: Spar dir die überteuerte Blaue Lagune und geh wie die Einheimischen in die klassischen städtischen Schwimmbäder (sundlaug), wo der Eintritt nur einen Bruchteil kostet.
  • Achtung beim nackten Duschen: In isländischen Schwimmbädern gelten strenge Regeln – vor dem Betreten des Wassers musst du dich unbedingt komplett nackt und mit Seife duschen.
  • Essen ist extrem teuer: Wenn du sparen willst, sind der Supermarkt Bónus und die hervorragenden einheimischen Bäckereien deine besten Freunde.
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Wann reisen und wie kommt man hin

Das Wetter auf Island macht schlicht, was es will, und das Wetter in Reykjavík auf Island ist da keine Ausnahme. Wir haben das Land Ende September, Anfang Oktober besucht, und ich muss sagen, es war schon ziemlich winterlich – dafür hatten wir aber riesiges Glück mit den Polarlichtern.

Am wärmsten ist es hier natürlich im Sommer, wenn du auch die Mitternachtssonne erlebst, aber dann musst du dich auf die größten Touristenmassen und absolut astronomische Übernachtungspreise einstellen. Im August 2026 erwartet Island zudem eine seltene totale Sonnenfinsternis, die direkt von Reykjavík aus zu sehen sein wird und knapp eine Minute dauert.

Wenn du also eine Reise für diesen Zeitraum planst, wappne dich mit viel Geduld, denn Unterkünfte im Totalitätsstreifen verschwinden blitzschnell und die Preise für alles sind in absurde Höhen geschossen. Günstige Flüge suchen wir immer über Vergleichsportale – von Frankfurt oder München kommst du in der Sommersaison mit einem Direktflug in etwa vier Stunden hierher.

Außerhalb der Saison musst du dich auf einen klassischen Umstieg in Kopenhagen oder London einstellen. Achte nur beim Lesen älterer Reiseführer auf, denn der beliebte Billigflieger PLAY Airlines ist inzwischen pleite und du fliegst höchstwahrscheinlich mit Icelandair oder Eurowings/Lufthansa.

Am internationalen Flughafen Keflavík weht dir gleich nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug dieser typische, salzige und frostige isländische Wind entgegen. Der Flughafen selbst liegt auf der Halbinsel Reykjanes, rund 45 Minuten Fahrt von der Hauptstadt entfernt. Wenn du also direkt ins Zentrum willst und nicht sofort einen großen Roadtrip startest, empfehle ich dir auf jeden Fall den bequemen Bus Flybus.

Der bringt dich für rund 3.999 ISK (etwa 28 €) direkt zum zentralen Busbahnhof BSÍ. Wenn du bis vor dein Hotel gebracht werden möchtest, kannst du für die Variante Flybus+ etwas draufzahlen, die 5.199 ISK kostet.

Für Reisen zu zweit oder allein ist das definitiv die günstigste und sinnvollste Variante, denn ein Auto in der Stadt wäre nur eine teure Last.

Wenn du aber weißt, dass du in Reykjavík nur ein paar Stunden bleibst und gleich weiter über die Insel fährst, lohnt es sich, direkt in der Ankunftshalle einen Wagen zu mieten. Lukáš und ich machen seit Langem hervorragende Erfahrungen mit gängigen Mietwagen-Portalen, die wir fast überall auf der Welt nutzen.

Beim Thema Mietwagen ist Island allerdings ein bisschen wie der Wilde Westen, und an der Versicherung solltest du hier auf keinen Fall sparen. Zahl unbedingt für den Schutz gegen Steinschlag (Gravel Protection), denn Steinchen, die von entgegenkommenden Autos hochfliegen, zertrümmern hier am laufenden Band die Windschutzscheiben.

Wenn du in den Süden willst, überlege dir auch den Schutz gegen Vulkanasche und Sand (SAAP), denn der starke Wind kann ein Auto buchstäblich bis aufs Blech sandstrahlen. Und merk dir eine goldene isländische Regel, die dir niemand versichert: Halte die Autotür beim Öffnen immer fest mit beiden Händen, denn der einheimische Sturm reißt sie unvorsichtigen Touristen blitzschnell aus den Angeln.

Seit 2026 hat Island außerdem eine neue Kilometersteuer in Höhe von 6,95 ISK pro gefahrenem Kilometer eingeführt, die dir die Mietwagenfirma wahrscheinlich bei der Rückgabe des Wagens von deiner Karte abbucht – kalkuliere diese zusätzliche Ausgabe also lieber von vornherein in dein Reisebudget ein.

Wo übernachten + was kostet das

Island ist offiziell eines der teuersten Länder der ganzen Welt, und Reykjavík selbst weicht von dieser unbarmherzigen Regel leider nicht ab. Wenn du mitten im Geschehen wohnen und die echte nordische Stadtatmosphäre aufsaugen möchtest, such nach Hotels im Gebiet 101.

Das ist das absolute Stadtzentrum, das sich zwischen der majestätischen Kirche Hallgrímskirkja und der verglasten Konzerthalle Harpa erstreckt – von hier kommst du problemlos überall zu Fuß hin. Eine Nacht kostet hier allerdings ganz normal um die 125 € und mehr.

Deutlich günstiger sind Unterkünfte in unmittelbarer Nähe der Kirche selbst, wo man Zimmer durchaus auch vierzig Prozent billiger findet, oder im weiteren Umkreis des Hafens und im Viertel Grandi.

💡 Konkrete Unterkunftstipps (Preise und Verfügbarkeit prüfst du über Booking.com, buche rechtzeitig – in der Saison und rund um die Finsternis 2026 ist Monate im Voraus alles weg):

Wenn du ein begrenztes Budget hast, empfehle ich dir aus eigener Erfahrung wärmstens, dir eine Unterkunft mit zumindest einer kleinen Küchenzeile zu suchen. Wir haben wirklich viel Geld gespart, indem wir Grundzutaten und Frühstück im einheimischen Supermarkt Bónus gekauft haben, den du schon von Weitem am leuchtend gelben Logo mit dem riesigen rosa Schweinchen erkennst.

Eine gute Alternative sind auch die Ketten Krónan oder Nettó. Ein Abendessen in einem normalen Restaurant überschreitet für zwei Personen nämlich locker die 100-€-Grenze. Wenn du mit dem Mietwagen in die Stadt kommst, pass riesig bei den komplizierten Parkzonen auf.

Im engsten Zentrum (Zone P1) zahlst du rund 630 ISK (etwa 4,40 €) für eine einzige Stunde, weshalb wir immer eher in der Zone P3 nach einem Platz suchen, die viel sympathischer ist und nur 230 ISK für die ersten zwei Stunden kostet. Parken bezahlst du hier außerdem ausschließlich über praktische Handy-Apps wie Parka oder EasyPark – vergiss also das Kramen nach Kleingeld in deinen Taschen.

Booking.com ist unsere absolute Lieblings-Suchmaschine für Unterkünfte, und oft fischen wir dort sogar gemütliche Apartments mit kostenlosem Parken etwas außerhalb des Zentrums heraus, was Gold wert ist. Und noch ein kleiner Spartipp.

Kauf niemals Wasser in Flaschen – aus dem Hahn fließt eines der saubersten Wässer der Welt, lass nur immer das eiskalte laufen, denn das heiße Wasser wird geothermisch erhitzt und riecht ziemlich stark nach Schwefel 😅.

Zentrum und Ikonen: 6 Reykjavik-Sehenswürdigkeiten, die du nicht verpassen darfst

Wenn von Islands Hauptstadt die Rede ist, stellen sich viele Leute fälschlicherweise ein kleines, vereistes und graues Dörfchen irgendwo am Ende der Welt vor. Das echte Reykjavík überrascht dich aber sofort mit seinen unglaublich satten Farben, der fantastischen nordischen Architektur und der allgegenwärtigen kreativen Kunst.

Die Häuser sind hier zwar oft mit Wellblech verkleidet, um sich gegen den salzigen Wind zu schützen, aber sie leuchten in allen Schattierungen von Senfgelb bis Knalltürkis. Schauen wir uns die absoluten Highlights an, die du dir bei einem Spaziergang durch die Stadt auf keinen Fall entgehen lassen darfst.

1. Hallgrímskirkja: Kirche oder Beton-Raumschiff?

Das ist zweifellos das bekannteste Wahrzeichen der ganzen Stadt, und ich garantiere dir, dass du es garantiert nicht verfehlst, denn es thront majestätisch auf einem Hügel und ist aus fast jeder Gasse zu sehen.

Die Kirche Hallgrímskirkja, das Wahrzeichen von Reykjavík
Die Kirche Hallgrímskirkja, das Wahrzeichen von Reykjavík

Als ich dieses Gebäude zum ersten Mal mit eigenen Augen sah, erinnerte es mich eher an ein riesiges Beton-Raumschiff kurz vor dem Start als an eine klassische christliche Kirche. Ihre beeindruckende Form wurde aber in Wirklichkeit sorgfältig so entworfen, dass sie an die regelmäßigen Basaltsäulen erinnert, die für Islands vulkanische Natur so typisch sind und die du in voller Pracht zum Beispiel am berühmten Wasserfall Svartifoss siehst.

Der Eintritt ins Erdgeschoss der Kirche ist völlig kostenlos, und drinnen verzaubert dich garantiert der Anblick der riesigen Orgel mit über fünftausend silbernen Pfeifen. Lass dir aber auf keinen Fall die Möglichkeit entgehen, ein Ticket für den Aussichtsturm zu kaufen.

Du fährst sehr bequem mit einem kleinen Aufzug nach oben, und für 1.500 ISK pro Erwachsenem (etwa 10,50 €), 1.000 ISK für Studierende und 200 ISK für Kinder erwartet dich ein absolut perfektes Erlebnis.

Genau von diesem Aussichtsumgang aus siehst du die schönsten Blicke auf die bunten Dächer der kleinen nordischen Häuschen, während in der Ferne der kalte Ozean und die schneebedeckten Gipfel des Bergs Esja glitzern.

Eine Reservierung im Voraus ist hier glücklicherweise weder möglich noch nötig – du kommst einfach zum Schalter, zahlst und fährst gleich hoch. Es ist hier oben allerdings ziemlich unangenehm windig, also vergiss nicht, eine Mütze aufzusetzen und deine Jacke ordentlich zuzumachen.

2. Laugavegur und die Regenbogenstraße Skólavörðustígur

Wenn du wie wir das ziellose Bummeln durch die Stadt, das Schaufensterbummeln und das Herumsitzen in Cafés liebst, wird die Hauptstraße Laugavegur für dich das absolute Paradies sein – ein Traum für alle, die in Reykjavík gerne shoppen gehen.

Regenbogenstraße und weiße Kirche im isländischen Seyðisfjörður
Regenbogenstraße und weiße Kirche im isländischen Seyðisfjörður

Sie ist die Lebensader der gesamten Altstadt von Reykjavík, wo du an einem Ort alles findest – von Boutiquen mit traditionellen und unverschämt teuren Wollpullovern (lopapeysa) über hochwertige Outdoor-Läden bis zu den charmantesten kleinen Cafés, die nach frisch geröstetem Kaffee duften.

Von dieser Straße gehst du beim Spaziergang fließend in die Straße Skólavörðustígur über, die heute aber wohl alle Touristen wie Einheimischen nur unter dem Spitznamen Rainbow Street kennen.

Diese ganze lange Straße, die einen sanften Hügel hinauf direkt zur Hauptkirche Hallgrímskirkja führt, ist in den bunten Farben des Regenbogens bemalt – als klares Zeichen für Vielfalt und die lokale Pride-Community. Es ist wohl der absolut meistfotografierte Ort im ganzen Land, sodass du dich hier manchmal etwas zwischen Leuten mit gezückten Handys durchschlängeln musst, aber die fröhliche und positive Atmosphäre ist es einfach wert.

Unter der Woche ist es hier ziemlich ruhig, aber wenn du an einem Freitag- oder Samstagabend hier landest, verwandelt sich die Straße bis zur Unkenntlichkeit. Diese wilde Wochenend-Bartour nennt man hier rúntur.

Weil Alkohol auf Island extrem hoch besteuert ist, trinken die Einheimischen erst zu Hause beim sogenannten fyrirpartý vor und stürzen sich erst gegen Mitternacht ins Stadtgetümmel.

Wenn du mitmachen willst, ohne dich völlig zu ruinieren, lade dir unbedingt eine App mit einer Übersicht über die lokalen Happy Hours herunter, dank der du dir zwischen vier und acht Uhr abends ein Bier für erträglichere 1.000 bis 1.200 ISK statt der üblichen 1.750 ISK gönnen kannst.

3. Harpa: Ein gläsernes Wunder direkt am Ozean

Wenn du von der Kirche durch die engen Gassen hinunter zum Hafen läufst, sticht dir sofort das blendende Gebäude des Konzert- und Konferenzhauses Harpa ins Auge.

Die verglaste Konzerthalle Harpa an der Uferpromenade von Reykjavík
Die verglaste Konzerthalle Harpa an der Uferpromenade von Reykjavík
Harpa
Harpa

Es ist ein absolut überwältigendes architektonisches Werk, dessen einzigartige Fassade aus tausenden Glasblöcken besteht, die an Bienenwaben erinnern. Diese Blöcke entwarf der berühmte dänisch-isländische Künstler Ólafur Elíasson so raffiniert, dass sie ständig das wechselnde Licht des nordischen Himmels und die dunklen Farben des angrenzenden Meeres reflektieren.

Das Beste an diesem ganzen Erlebnis ist die Tatsache, dass du das riesige Foyer völlig kostenlos betreten kannst. Der Innenraum der Halle ist unglaublich großzügig, lichtdurchflutet und bietet absolut perfekte Winkel für Fotos für die sozialen Netzwerke. Das Spiel von Licht und Schatten ändert sich hier fast jede Minute, je nachdem, wie draußen gerade die Wolken ziehen.

Gleichzeitig ist es ein absolut idealer und strategischer Unterschlupf, falls dich bei der Erkundung der Stadt ein unerwarteter heftiger Wolkenbruch oder Schneesturm überrascht – was dir auf Island locker dreimal an einem einzigen Nachmittag passieren kann 😅.

Sich hier auf eine Bank zu setzen, durch diese seltsamen Glasblasen auf die tosenden Wellen zu schauen und sich dabei langsam die durchgefrorenen Hände aufzuwärmen, gehört zu meinen liebsten Island-Erinnerungen.

4. Sólfar bzw. Sun Voyager für das perfekte Foto

Nur ein kleines Stück zu Fuß von der gläsernen Harpa entfernt stößt du auf der schönen, gepflegten Uferpromenade auf eine Stahlskulptur, die auf den ersten flüchtigen Blick wie das gebleichte Skelett eines alten Wikingerschiffs aussieht.

Die Skulptur Sun Voyager (Sólfar) an der Küste von Reykjavík
Die Skulptur Sun Voyager (Sólfar) an der Küste von Reykjavík
Sólfar bzw. Sun Voyager für das perfekte Foto
Sólfar bzw. Sun Voyager für das perfekte Foto

In Wirklichkeit heißt dieses berühmte Kunstwerk Sólfar bzw. Sun Voyager, und der Künstler stellt damit ein imaginäres Traumschiff dar – eine magische Ode an die Sonne und das Versprechen unentdeckter Gebiete.

An einem warmen Sommertag herrscht hier meist ziemlicher Touristenandrang, aber wenn du etwas früher aufstehst oder umgekehrt zu der Zeit kommst, wenn die Sonne langsam zum Horizont sinkt, wirst du mit einem unglaublich romantischen Anblick belohnt.

Die Metallskulptur glänzt in diesem schrägen Licht wunderschön, und in der Ferne, direkt hinter der Bucht, ragen dramatisch die schneebedeckten Gipfel des erwähnten Bergs Esja empor.

Es ist genau der richtige und ikonische Ort für so ein typisch stimmungsvolles Foto, das dann alle Reisenden so gerne in ihre Netzwerke posten, als Beweis, dass sie wirklich auf Island waren. Außerdem kannst du hier nach dem Fotografieren ausgiebig an der sauberen Uferpromenade entlangspazieren und die frostige, nach Ozean duftende Luft tief einatmen.

5. Das ruhige Zentrum am See Tjörnin

Direkt im Herzen der Altstadt selbst stößt du auf einen überraschend weitläufigen und sehr ruhigen See, der den Namen Tjörnin trägt. Er ist zum großen Teil romantisch von alten bunten Häuschen umgeben, und an einem Ende steht ein interessantes modernes Betongebäude des Rathauses, das aussieht, als würde es teilweise direkt auf der Wasseroberfläche schwimmen.

Das ruhige Zentrum am See Tjörnin
Das ruhige Zentrum am See Tjörnin

Die Wasseroberfläche dieses Sees ist immer voller eleganter Schwäne, Enten und Wildgänse, die hier von Einheimischen und Kindern gerne vom Ufer aus gefüttert werden. Ein langsamer Spaziergang ums Wasser hat eine unglaublich entspannende Atmosphäre und reißt dich völlig aus dem Gefühl heraus, dass du dich eigentlich mitten in der Hauptstadt und nur ein paar Schritte von belebten Straßen entfernt befindest.

Wenn du in den richtigen Wintermonaten herkommst und es draußen ordentlich friert, bedeckt sehr oft eine dicke und feste Eisschicht den See, und dieser ganze schöne Ort verwandelt sich über Nacht in eine riesige, fröhliche öffentliche Eisbahn für die einheimischen Familien.

6. Das Viertel Grandi und der alte Hafen

Wenn du sehen willst, wie aus einer Industriezone der angesagteste Hipster-Ort der Stadt wird, musst du dich ins Viertel Grandi in der Nähe des alten Hafens begeben.

Das Viertel Grandi und der alte Hafen
Das Viertel Grandi und der alte Hafen

Ursprünglich war das ein Gebiet voller stinkender Fischhandlungen und alter Werften, aber heute sitzen in den alten Hangars die besten modernen Cafés, stilvolle Museen, und die Wände der Gebäude zieren riesige, bunte Wandbilder.

Eine der großen Attraktionen dieses Viertels ist die Ausstellung Whales of Iceland, wo du für einen Eintritt von etwa 4.300 ISK riesige Walmodelle in Lebensgröße bewundern kannst.

Es ist ein faszinierender Anblick, besonders wenn du unter einem riesigen Modell eines Blauwals stehst und dir bewusst wird, wie winzig wir gegenüber diesen Geschöpfen eigentlich sind.

Und wenn du Süßes genauso liebst wie ich, darfst du im Gebiet Grandi den Besuch der kleinen Manufaktur-Schokoladerie Omnom Chocolate nicht auslassen.

Ihre Schokoladen mit den verrücktesten Geschmacksrichtungen, verpackt in wunderschönen Designerschachteln, sind das absolut perfekte und leckere Reisesouvenir. Außerdem kannst du hier direkt in die Produktion schauen und die Schokolade natürlich auch probieren.

Entspannung und Bäder: 4 Tipps, wie du dich perfekt aufwärmst

Das Baden in heißem Thermalwasser ist für die Isländer kein gewöhnliches Wochenend-Hobby, es ist eher eine Religion, eine tägliche gesellschaftliche Notwendigkeit und vor allem eine Art, die langen, dunklen und frostigen nordischen Winter überhaupt zu überstehen.

Rund um die Stadt wetteifern luxuriöse Bäder und ganz gewöhnliche kommunale Schwimmzentren ständig um Aufmerksamkeit. Egal, wo du am Ende in das heiße Wasser eintauchst, ein Aufenthalt in Reykjavík garantiert dir, dass du aus dem Becken mit einem Gefühl der absoluten körperlichen und seelischen Wiedergeburt steigst.

7. Städtische Schwimmbäder (sundlaug): Authentisches Erlebnis für wenig Geld

Wenn du tausende Euro in deinem knappen Budget sparen und etwas wirklich und hundertprozentig Authentisches erleben willst, überspring all die berühmten und überteuerten Lagunen und marschiere mit dem Handtuch in ein ganz gewöhnliches öffentliches Schwimmbad.

Städtische Schwimmbäder (sundlaug)
Städtische Schwimmbäder (sundlaug)

Fast jedes isländische Viertel hat sein eigenes sundlaug, und der Eintritt dafür kostet meist um die 1.430 ISK (etwa 10 €).

Das allergrößte und beliebteste heißt Laugardalslaug, wo du ein klassisches großes Schwimmbecken findest und vor allem mehrere kleinere runde Becken, die sogenannten Hot Pots, mit einer Wassertemperatur von 38 bis stattlichen 44 °C.

Genau hier, im heißen Wasser, spielt sich das echte und ungeschönte isländische Gesellschaftsleben ab. Die Leute kommen früh morgens oder nach der Arbeit her, um den neuesten Klatsch durchzukauen, über die Politik zu schimpfen und natürlich endlos das Wetter zu diskutieren.

Draußen in fast kochendem Wasser zu sitzen, während dir große Schneeflocken auf den nassen Kopf fallen und ein scharfer Wind weht, ist unglaublich entspannend und süchtig machend.

⚠️ Wichtige Warnung zur lokalen Hygiene: Mitteleuropäer machen hier aus Unwissenheit einen absolut fatalen Fehler. Bevor du dir in der Umkleide überhaupt die Badesachen anziehst, musst du dich in den Gemeinschaftsduschen komplett nackt und mit Seife waschen.

Überall an den Wänden hängen anschauliche Plakate, die zeigen, dass du vor allem Achselhöhlen, Leiste und Füße waschen musst. Das Wasser in den Becken wird hier durch ständigen Durchfluss gereinigt und enthält nur ein absolutes Minimum an Chlor, weshalb die persönliche Hygiene hier eine absolut heilige Angelegenheit ist.

Wenn du diese wichtige Regel brichst und versuchst, dich schon in Badesachen zu duschen, werden dich die Einheimischen sehr scharf und öffentlich zurechtweisen. Also bitte leg die Scham ab – dein Körper interessiert in diesen Duschen niemanden auch nur im Geringsten!

lukas a lucka
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8. Sky Lagoon: Ein luxuriöses und intimes Ritual am Ozean

Wenn du dir doch etwas Außergewöhnliches, Hochwertiges und Fotogenes für die sozialen Netzwerke gönnen willst, wird dich das Bad Sky Lagoon garantiert begeistern.

Sky Lagoon
Sky Lagoon

Diese architektonisch wunderschöne Lagune liegt nur etwa 15 Minuten Fahrt vom Stadtzentrum entfernt und bietet eine dramatische „Infinity“-Kante, über die das glasklare heiße Wasser optisch direkt mit dem wilden und kalten Atlantik verschmilzt.

Im Vergleich zur massentauglicheren und berühmteren Blauen Lagune wirkt dieser Ort etwas intimer und natürlicher – dank der schwarzen Basaltklippen und der alten traditionellen Grassodenhäuser, die das gesamte Areal behutsam umgeben. Wenn du hierherkommst, empfehle ich dir unbedingt, gleich für das Paket mit dem Skjól-Ritual draufzuzahlen.

Dabei durchläufst du sieben Schritte, bei denen du dich in einer verglasten Sauna mit epischem Meerblick richtig aufheizt, dich anschließend in eisigem Nebel abkühlst und dir zum Schluss den Körper mit einem duftenden Salzpeeling abreibst.

Die Eintrittspreise sind hier in letzter Zeit zwar deutlich gestiegen, die Pakete beginnen bei etwa 12.000 bis 14.000 ISK (also rund 84 bis 98 €), aber es ist ein großartiges und luxuriöses Erlebnis, ideal für den Abschluss deiner Reise. Kauf die Tickets aber immer mit ausreichend Vorlauf online, denn vor Ort hast du höchstwahrscheinlich keine Chance mehr und wirst nicht hereingelassen.

💡 Tipp: Tickets und geführte Touren (Reykjavík und Umgebung) lohnt es sich, vorab online bei GetYourGuide zu buchen, in der Saison sind sie schnell ausgebucht.

9. Die berühmte Blue Lagoon und etwas Ehrlichkeit zur Vulkanaktivität

Die Blaue Lagune ist schon seit langen Jahren wahrscheinlich das allerbekannteste Bild Islands von den Titelseiten aller Magazine. Ihr milchig-blaues, undurchsichtiges Wasser mit einer Temperatur von 37–40 °C, eingebettet in ein raues schwarzes Lavafeld, sieht absolut unglaublich aus. Den Kieselschlamm vom Grund kannst du dir dort sogar direkt als Gesichtsmaske auftragen.

Die berühmte Blue Lagoon und etwas Ehrlichkeit zur Vulkanaktivität
Die berühmte Blue Lagoon und etwas Ehrlichkeit zur Vulkanaktivität

Das Basis-Ticket namens Comfort kostet dich aktuell rund 11.990 ISK und die Premium-Version sogar 14.990 ISK.

Wir haben diesen Ort früher natürlich auch begeistert ausprobiert, aber heute würde ich diesen konkreten Ausflug aus zwei Gründen ziemlich gut überdenken.

Der erste Grund ist die Tatsache, dass die Lagune im Gebiet Svartsengi liegt, das derzeit vulkanisch extrem aktiv ist. Seit Ende 2023 gab es hier eine Serie dramatischer Vulkanausbrüche, und das Bad musste schon mehrmals hastig und chaotisch evakuiert werden.

Die Komplexe haben zwar einen erstklassigen Sicherheitsplan und überwachen jede Bodenerschütterung, aber realistisch riskierst du, dass dir deine teure Reservierung in letzter Minute storniert wird.

Wenn du dich aber doch herwagst und gerade keine Eruptionen drohen, habe ich für dich einen rein pragmatischen und rettenden Tipp für Frauen. Das wunderschöne Kieselwasser glättet dir zwar herrlich die Haut, aber innerhalb von zehn Minuten ruiniert es dir komplett die Haare, aus denen für mehrere Tage hartes, störrisches Stroh wird.

Massiere dir deshalb vor dem Betreten des Wassers eine riesige dicke Schicht Spülung hinein, die in den Duschen kostenlos zur Verfügung steht, und steck dir die Haare fest nach oben. Mehr über den aktuellen Betrieb und mögliche Evakuierungen findest du immer auf der offiziellen Website der Blue Lagoon.

10. Der Leuchtturm Grótta und das unscheinbare Becken Kvika Footbath

An der äußersten Spitze der windigen Halbinsel Seltjarnarnes, nur ein Stück Fahrt oder ein längerer Spaziergang vom Zentrum Reykjavíks entfernt, steht der wunderschöne einsame Leuchtturm namens Grótta.

Der Leuchtturm Grótta und das unscheinbare Becken Kvika Footbath
Der Leuchtturm Grótta und das unscheinbare Becken Kvika Footbath

Es ist ein fantastischer und wilder Ort voller ungezähmten Vogellebens, zu dem man über eine schmale Sandbank nur bei Ebbe gelangt. Da auf dieser Landzunge fast keine starke Lichtverschmutzung aus der belebten Stadt herrscht, ist es absolut einer der besten Orte für die Beobachtung der Polarlichter in der Umgebung.

Wenn du auf dem Küstenweg in Richtung dieses Leuchtturms gehst, halt die Augen offen und such nach einem unscheinbaren Kunstwerk mit dem Namen Kvika. Es ist im Grunde ein kleines steinernes Becken in Form einer Halbkugel, direkt in den Fels gehauen, in das aus einem Rohr ständig herrlich heißes geothermisches Wasser fließt.

Der Zugang zu diesem Werk ist für jeden völlig kostenlos. Du kannst dich einfach auf den kalten Stein setzen, deine Wanderschuhe ausziehen und die müden, durchgefrorenen Füße ins heiße Wasser tauchen, mit perfektem Blick auf den tosenden Ozean und die fernen Berge.

Es ist ein kleines, unscheinbares, aber ungemein romantisches und intensives Erlebnis, von dem gewöhnliche Touristen mit riesigen Kameras meist überhaupt keine Ahnung haben und an dem sie achtlos vorbeigehen.

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Natur und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung: 7 Tipps für Ausflüge außerhalb der Stadt

Während Reykjavík selbst eine fantastische moderne Kultur und hervorragende Cafés bietet, liegt das wahre, ungeschönte Herz des Landes natürlich in der wilden Natur kurz hinter der Stadt. Und dafür musst du gar keine hunderte Kilometer weit nach Osten fahren. Einige der schönsten und dramatischsten Erlebnisse warten gleich hinter den imaginären Toren dieser nordischen Metropole auf dich.

11. Perlan: Faszinierende Natur sicher unter der Glaskuppel

Wenn du auf den bewaldeten Hügel Öskjuhlíð blickst, sticht dort ein seltsames futuristisches Gebäude hervor, das genau wie eine riesige verglaste Perle aussieht, die auf sechs massiven Zylindern thront.

Perlan
Perlan

Diese Zylinder dienten übrigens ursprünglich als riesige Heißwasserspeicher für die ganze Stadt, aber heute funktioniert dieser fantastische Komplex als hochmodernes interaktives Museum der isländischen Natur mit dem Namen Perlan.

Das größte Highlight für Besucher ist hier eine vollkommen echte und eisig kalte Höhle. Aus über 350 Tonnen echtem Schnee und Eis, das aus den Bergen herbeigeschafft wurde, haben sie im Inneren des Gebäudes einen 100 Meter langen Tunnel geschaffen, in dem die Temperatur dauerhaft unter dem Gefrierpunkt bleibt – so kannst du sogar mitten im Sommer einen Gletscher anfassen.

Das Ticket für den gesamten Komplex kostet 6.890 ISK (etwa 48 €), wenn du es vorausschauend online im Voraus kaufst. Vor Ort am Schalter zahlst du dann etwas mehr, das Ticket kostet dann 7.290 ISK.

Neben der Eishöhle gibt es hier auch ein wunderschönes, fesselndes Planetarium mit der Show Áróra, die das Polarlicht projiziert, und auf dem Dach des Gebäudes befindet sich eine fantastische runde Aussichtsplattform mit 360°-Blick in die weite Umgebung.

Wenn du mit kleinen Kindern reist, darfst du diesen Ort einfach nicht auslassen, aber er unterhält auch erwachsene Reisende toll und lehrreich – besonders in dem Moment, wenn es draußen ausgesprochen ungemütlich ist und man nicht in den Bergen wandern kann.

12. Wanderung zum heißen Fluss Reykjadalur

An dieses konkrete Erlebnis von unserer letzten Herbstreise erinnern Lukáš und ich uns wohl am lebhaftesten von allem, denn es war ein riesiges Extrem. Der Ort liegt etwa 40 Minuten Autofahrt von Reykjavík entfernt, unweit des Städtchens Hveragerði.

Der heiße Fluss Reykjadalur, ein beliebter Ausflug von Reykjavík aus
Der heiße Fluss Reykjadalur, ein beliebter Ausflug von Reykjavík aus
Wanderer auf dem Pfad ins Tal Reykjadalur auf Island
Wanderer auf dem Pfad ins Tal Reykjadalur auf Island

Erwarte hier oben auf dem Hügel keine ordentlichen Betonbecken oder eine Rezeption mit Handtüchern. Es handelt sich um einen absolut wilden Fluss versteckt inmitten kahler Hügel, der sich durch die starke geothermische Aktivität im Untergrund auf natürliche Weise erwärmt und weithin ins Tal dampft.

Zu diesem Fluss musst du vom zentralen Parkplatz aus etwa 45 Minuten bergauf laufen, sodass du dich am kalten Morgen schön aufwärmst. Oben am Wasser findest du dann keine bequemen beheizten Umkleiden, es gibt nur einfache Holzpaneele, hinter denen erbarmungslos der eisige Wind weht.

Das Umziehen in die Badesachen bei dieser Kälte und diesem Wind war eine echte Mutprobe – uns klapperten die Zähne so, dass es bis ins Tal zu hören gewesen sein muss. Aber sobald wir in das herrlich heiße Wasser mit Blick auf unberührte Natur glitten und uns an die warmen Steine lehnten, war alles Leid auf einen Schlag vergessen.

Ich empfehle, wirklich sehr früh morgens herzukommen, ruhig gleich bei Sonnenaufgang, bevor die organisierten Touren ankommen und Dutzende anderer durchgefrorener Reisender den Fluss auf seiner ganzen Länge belegen. Es ist eine ungemein authentische und hundertprozentig natürliche Alternative zu den teuren kommerziellen Bädern.

13. Der legendäre Golden Circle

Die Hauptstadt funktioniert als absolut großartige und praktische Basis für einen Tagesausflug auf den sogenannten Golden Circle. Diese legendäre und von allen gepriesene Route umfasst drei zentrale Naturdenkmäler, die du ganz ohne Stress bequem mit dem Auto an einem einzigen Tag abfahren kannst.

Der legendäre Golden Circle
Der legendäre Golden Circle

Als Erstes besuchst du den historischen Nationalpark Þingvellir, wo sich direkt vor deinen Augen sichtbar die mächtige eurasische und die nordamerikanische tektonische Platte voneinander wegbewegen.

Dann fährst du ins geothermische Gebiet und siehst den regelmäßig sprudelnden Geysir Strokkur, der absolut zuverlässig alle paar Minuten brodelndes kochendes Wasser dutzende Meter hoch in die Luft schießt, und schließlich starrst du mit offenem Mund auf den majestätischen und ohrenbetäubenden Wasserfall Gullfoss, dessen Kraft einem den Atem raubt.

Wenn du dem Ganzen noch eine Portion Adrenalin hinzufügen möchtest, kannst du von der Stadt aus auch Touren in die riesige Magmakammer des erloschenen Vulkans Þríhnúkagígur buchen.

Der Golden Circle ist zwar konkurrenzlos die meistbesuchte Route auf ganz Island, sodass du hier nie ganz allein sein wirst, aber die Orte sind so episch und monumental, dass es trotz Touristenmassen und voller Parkplätze einfach immer noch lohnt.

14. Die Halbinsel Reykjanes: Ein ungezähmtes geologisches Labor

Vielleicht denkst du, dass du gleich ans entgegengesetzte Ende der Insel zu den Gletschern rennen musst, um die echte, raueste Natur zu sehen, aber das stimmt nicht.

Vulkanischer Hügel und Straße auf der Halbinsel Reykjanes auf Island
Vulkanischer Hügel und Straße auf der Halbinsel Reykjanes auf Island

Es reicht völlig, vom Zentrum aus ein Stück zurück auf die Halbinsel Reykjanes zu fahren, wo auch der erwähnte internationale Flughafen liegt. Die Erde knackt, atmet und brodelt hier buchstäblich, und du findest hier gleich mehrere ungewöhnliche Stopps, die aussehen wie von einem anderen Planeten.

Du kannst hier einen kurzen Spaziergang über die kleine symbolische Brücke zwischen den Kontinenten (Bridge Between Continents) machen, die sich stählern direkt über einen tiefen tektonischen Riss spannt – so gehst du in ein paar Sekunden von Europa nach Amerika.

Fahr unbedingt auch zu den lärmenden Schlammvulkanen Gunnuhver, die nach dem zornigen einheimischen Geist Gudrun benannt sind und aus denen mit bedrohlichem Brausen so dichte Wolken heißen Dampfs mit starkem Schwefelgeruch hervorquellen, dass du manchmal keinen Meter weit siehst.

Und mach auf dem Rückweg auch im malerischen Gebiet Krýsuvík (Seltún) halt, wo dich Holzstege durch einen Ort führen, an dem die Erde in unglaublichen Schattierungen von Gelb, Dunkelrot und Grün gefärbt ist.

15. Magische Polarlichter, die direkt aus der Stadt tanzen

Die meisten Leute denken unter dem Einfluss schöner Fotos, dass man für den Anblick der Polarlichter stundenlang weit in die absolute, menschenleere Wildnis fahren muss.

Polarlicht über dem nächtlichen Viertel von Reykjavík
Polarlicht über dem nächtlichen Viertel von Reykjavík
Eine Gruppe Menschen beobachtet das grüne Polarlicht über Island
Eine Gruppe Menschen beobachtet das grüne Polarlicht über Island

Das stimmt aber nicht ganz – auch über dem hell erleuchteten Reykjavík kannst du dieses grüne Himmelsschauspiel mit etwas großem Glück mühelos erblicken. Wir haben es während unserer Reise als grünes Band direkt über der Stadtbebauung tanzen sehen – aus dem Fenster unserer gemieteten Unterkunft!

Der Schlüssel zum Erfolg innerhalb der Stadt ist, der allerstärksten öffentlichen Beleuchtung und den Neonlichtern der Bars auszuweichen. Wie ich schon beim Tipp zu den natürlichen Bädern und der Entspannung erwähnt habe, ist es absolut ideal, mit dem Auto oder zu Fuß zum verlassenen Leuchtturm Grótta aufzubrechen oder einfach in einen dunkleren Stadtpark mit Blick auf den Himmel zu gehen.

Prüf aber vor jeder nächtlichen Jagd immer die detaillierte Vorhersage zur Himmelsklarheit und Sonnenaktivität auf der hervorragenden Website des isländischen Wetterdienstes Vedur.is. Denn wenn es über der Stadt mit dichten Wolken bedeckt ist, kann die Sonnenaktivität so hoch sein, wie du willst, du siehst dort oben dann schlicht und einfach überhaupt nichts.

16. Eine ehrliche Einschätzung der Vulkanlage für 2026

Die bereits erwähnte Halbinsel Reykjanes ist in den letzten beiden Jahren zu einer der geologisch aktivsten Regionen der ganzen Welt geworden, was die Schlagzeilen füllt.

Eine ehrliche Einschätzung der Vulkanlage für 2026
Eine ehrliche Einschätzung der Vulkanlage für 2026

Seit 2021 gab es hier eine Serie dramatischer Eruptionen, wobei das malerische Städtchen Grindavík von den Behörden komplett evakuiert werden musste und leider zu einer traurigen Geisterstadt mit aufgerissenen Straßen wurde.

Das ganze Gebiet rund um den Berg Svartsengi, unter dem sich im Frühjahr 2026 eine riesige Menge von 26 Millionen Kubikmetern Magma angesammelt hat, ist Schauplatz gewaltiger Naturveränderungen.

Bedeutet das aber, dass du Angst vor deiner Islandreise 2026 haben und die Flugtickets lieber stornieren solltest? Überhaupt nicht! Diese konkreten Spalteneruptionen sind nämlich sogenannte effusive Eruptionen, das heißt, die Lava fließt nur relativ ruhig aus den Spalten heraus, und es drohen keine riesigen massiven Explosionen und Aschewolken, die den gesamten Flugverkehr über Europa lahmlegen würden, wie vor Jahren beim Eyjafjallajökull.

Reykjavík selbst und der internationale Flughafen Keflavík sind durch diese Lavaströme in keiner Weise gefährdet und sind völlig sicher. Es gilt aber eine absolut eiserne Regel.

Prüf immer, aber wirklich immer vor jedem morgendlichen Ausflug in die Natur die Website Safetravel.is, wo die isländischen Rettungskräfte alle aktuellen Warnungen und plötzlichen Straßensperrungen rund um die Vulkane veröffentlichen. Respektiere sie ausnahmslos und geh nicht dorthin, wo du nicht hindarfst.

Wo man in Reykjavík essen kann (nicht nur für Vegetarier)

Was gutes Essen und insgesamt das raue Wetter in Reykjavík angeht, kann dich beides hier ziemlich auf die Probe stellen. Die traditionelle Inselgastronomie drehte sich in der Vergangenheit immer eher darum, was die raue und unfruchtbare Natur und der Ozean den Einheimischen überhaupt zu erbeuten erlaubten, um den langen Winter zu überleben.

Die Preise in den heutigen modernen Restaurants sind außerdem so wahnsinnig hoch, dass dir beim Blick auf die Speisekarte und die anschließende Rechnung mühelos eiskalt wird und sich die verdrehten Augen kaum wieder zurückdrehen wollen.

Lukáš und ich essen außerdem überhaupt kein Fleisch, was in einem nordischen Land voller Fisch und allgegenwärtigem Lamm wirklich nach einem großen, unlösbaren Problem klingt, aber Reykjavík hat ein überraschend großartiges, modernes und ungemein reichhaltiges Angebot an fleischlosen Gerichten!

Wenn wir tagsüber beim Abklappern der Sehenswürdigkeiten ein schnelles, wirklich gutes und vor allem ausgewogenes Essen brauchten, steuerten wir sehr oft das beliebte Bistro Gló an. Du findest hier absolut großartige und frische Gemüse-Bowls voller Hülsenfrüchte, große gerollte Wraps voller Geschmack und vor allem ehrliche, gesunde Suppen, die nach einem ganzen Tag draußen in der Kälte mehr als alles andere guttun.

Sehr gern mochten wir auch das sympathische Lokal Loving Hut, das du direkt an der belebten Hauptstraße Laugavegur unter der Nummer 164 findest. Sie haben dort ein komplett veganes asiatisches Menü, und wir gönnten uns dort mit großem Appetit ihre hervorragende heiße Pilz-Pho und kräftige asiatische Nudeln – und das noch zu relativ freundlichen Preisen, die unseren Geldbeutel nicht ruinierten.

Wenn du aber etwas Luxuriöseres und Festlicheres für den Abend suchst, probier unbedingt das ausgezeichnete Restaurant Vegan World Peace, wo ihre pan-asiatischen Gerichte so genial und mit solchen Soßen gemacht sind, dass klassisches Fleisch dort meiner Meinung nach selbst dem eingefleischtesten und sturen Fleischesser nicht fehlen würde.

Für Liebhaber süßen Gebäcks und gutem Filterkaffee, was genau unser Stil ist, gibt es hier die perfekte Manufaktur-Bäckerei Brauð & Co, deren bunte Fassade ganz mit fröhlichem Graffiti bemalt ist.

Sie backen dort konkurrenzlos die besten und duftendsten riesigen Zimtschnecken (lokal snúður genannt), die dank der Butter direkt auf der Zunge zergehen. Ein absoluter eleganter Klassiker mit fantastischem Espresso und Torten ist dann auch die etwas weiter gelegene Bäckerei Sandholt, die hier ununterbrochen schon seit 1920 in Betrieb ist.

Und natürlich kann ich der Vollständigkeit halber auch die lokalen kuriosen Fleischphänomene nicht unerwähnt lassen, obwohl wir sie natürlich selbst nicht im Geringsten probiert und einen großen Bogen darum gemacht haben.

Wenn du deinen Mut im Geiste der alten Wikinger testen möchtest, bieten die Einheimischen in den Restaurants den sogenannten hákarl an, ein fermentiertes (oder eher leicht verdorbenes) Stück Hai, aus dem es angeblich so furchtbar stark nach Ammoniak riecht, dass dir sofort die Tränen in die Augen schießen.

Heruntergespült wird das dann mit dem starken lokalen Alkohol Brennivín, der hier sehr treffend den Spitznamen Schwarzer Tod trägt.

Und für gewöhnlichere Esser findest du hier etwa beim Hafen einen unscheinbaren Stand mit dem Namen Bæjarins Beztu Pylsur, wo sich angeblich von morgens bis abends ellenlange Schlangen von Einheimischen und Touristen für einen klassischen isländischen Hotdog bilden.

Er wird angeblich aus einer seltsamen Mischung von Lamm-, Schweine- und Rindfleisch hergestellt und ist mit einem Preis von etwa 820 ISK eines der allerbilligsten warmen Gerichte in der ganzen teuren Stadt.

Wenn du Fleisch isst, ist es angeblich für alle Reisenden eine absolute kulinarische Pflicht, die du laut den Einheimischen als „eina með öllu“ (einen mit allem) bestellst, mit knusprigen und rohen Zwiebeln, süßem Senf und Remoulade. Wir gingen lieber noch eine hervorragende Zimtschnecke und einen Kaffee essen und waren absolut zufrieden ☺️.

Wohin als Nächstes

Wenn dich Reykjavík mit seinen Farben und der nordischen Ruhe angefixt hat, ist es Zeit, auch den wilden Rest dieses atemberaubenden Landes zu entdecken. Wirf einen Blick auf unseren wirklich großen und umfassenden Island-Reiseführer, in dem wir sorgfältig alle nötigen praktischen Infos zur Reiseplanung zusammengefasst haben.

Für diejenigen unter euch, die eine längere Reise vor sich haben und selbst fahren wollen, haben wir unseren persönlichen Island-Roadtrip detailliert aufgeschrieben, nach dem du dir eine absolut fehlerfreie Route Schritt für Schritt planst.

Interessieren dich eher konkrete Naturstopps und du weißt bei der Menge nicht, was du auswählen sollst? Lies unsere persönliche Auswahl der schönsten Orte Islands.

Und wenn du wie wir das lange Baden in heißen Thermalquellen und Becken grenzenlos liebst, übersieh bei der Planung auf keinen Fall den Artikel über die 16 besten heißen Quellen auf Island, damit du ganz genau weißt, wo du unterwegs deine müden Knochen mit Freude ablegen kannst.

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich Reykjavík überhaupt für einen Besuch, oder soll ich vom Flughafen direkt raus in die Natur fahren?

Meiner Meinung nach lohnt es sich auf jeden Fall, mindestens einen ganzen Tag und Abend dafür einzuplanen. Es ist eine überraschend ruhige, sehr farbenfrohe Stadt mit toller Atmosphäre, fantastischer nordischer Architektur und ausgezeichneten Cafés. Sie ist absolut ideal als sanfter Start direkt nach der Ankunft und dem Abholen des Gepäcks, oder umgekehrt als sehr angenehmer und gemütlicher Abschluss der Reise mit ein bisschen wohlverdientem Luxus nach langen zwei Wochen Schlafen im Auto im Winter. Mehr Tage würde ich ihr aus dem vollgepackten Reiseplan aber nicht opfern.

Wie komme ich am besten und günstigsten vom Flughafen ins Stadtzentrum?

Die meisten Leute, die sich nicht mit dem Parken herumschlagen wollen, fahren mit dem bequemen Flybus. Die Fahrt vom Flughafen dauert etwa 45 Minuten über eine gute Straße und ein Ticket für Erwachsene kostet ungefähr 3 999 ISK (rund 26 EUR). Du kannst außerdem für eine Variante aufzahlen… *** (Anmerkung der Redaktion: Hier ist dein eingefügter Text leider beim Wort „Variante…“ abgeschnitten und mir fehlt der Rest des Originalartikels. Bitte füge mir hier die unbearbeitete Fortsetzung ein und ich formatiere sie umgehend ab dieser Stelle für Mobilgeräte!)

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