Es ist bei uns so eine Familientradition geworden. Jedes Jahr, wenn die Tage kürzer werden und der Morgennebel sich bis zum Mittag hält, packen wir das Auto und fahren nach Süden. Unser Ziel ist Portugal, wo wir den Winter verbringen – aber unterwegs versuchen wir immer, etwas zu erleben, denn die Strecke ist lang und mit einem Kleinkind noch länger. Bordeaux, Frankreich ist dabei eine ziemlich regelmäßige Station. Wir haben dort schon mehrmals Halt gemacht, aber diesen Oktober war es mit Jonáš ein bisschen anders.
Zum ersten Mal hatten wir unseren eineinhalb Jahre alten Sohn dabei – und ehrlich gesagt hatten wir ein bisschen Angst. Was kann man in Bordeaux mit einem Kleinkind unternehmen, wenn die Wettervorhersage mitten im Herbst typisches April-Wetter ankündigt? Vielleicht überrascht euch unsere Antwort: Das Weinmuseum war bei unserem Jonáš der absolute Höhepunkt – und ich bin froh, dass ich vorher gelesen hatte, dass es sich auch mit kleinen Kindern lohnt.
Bordeaux ist lebendig, verspielt und überraschend toll – selbst für die allerkleinsten Reisenden. (Wer sich generell mit dem Thema Reisen mit Kleinkindern beschäftigt, schaut auch hier vorbei: Urlaub mit Baby.)

Zusammenfassung
- Bassins des Lumières unbedingt vorab online buchen (zum Beispiel über GetYourGuide) – gigantische digitale Kunstshow in einem ehemaligen U-Boot-Stützpunkt, die dich auch bei schlechtestem Wetter in ihren Bann zieht. Ist aber häufig ausverkauft.
- Place de la Bourse eine Stunde vor Sonnenuntergang besuchen – das Licht ist dann am schönsten, die Massen noch überschaubar, und das magische Spiegelbild im Miroir d’eau ist einfach unvergesslich.
- Den Marché des Capucins am besten freitags um 9 Uhr morgens besuchen – wer Austern mag (wir sind Vegetarier, also definitiv nicht unser Ding), findet hier die frischsten und günstigsten, weit entfernt vom touristischen Aufschlag. Ein Tipp von Einheimischen, den wir gerne weitergeben.
- Gleich zu Beginn 10 Fahrkarten am Straßenbahn-Automaten kaufen – spart rund 5 Euro und erspart das lästige Lösen von Einzeltickets bei jedem Umstieg (jede Karte gilt eine Stunde).
- Das Grand Théâtre weglassen, wenn man keine Vorstellung besucht – von außen wunderschön, aber Führungen enttäuschen oft; lieber ein Glas Wein in den Chartrons genießen und die Atmosphäre des Viertels aufsaugen.
Warum Bordeaux wie eine Postkarte aussieht – und was dahintersteckt
Bordeaux trägt den Beinamen „Port of the Moon“ (Hafen des Mondes) – benannt nach der charakteristischen Biegung des Flusses Garonne, die einer Mondsichel ähnelt. Doch dieser Name ist mehr als nur ein poetischer Spitzname. Genau diese Flussbiegung bildete einen natürlichen Hafen, der der Stadt über zwei Jahrtausende lang Wohlstand brachte.
Die honiggelben Fassaden, breiten Plätze und monumentalen Gebäude sind kein Zufall. Sie entstanden im 18. Jahrhundert im Zuge eines großen städtebaulichen Umbaus, bei dem die Stadt die mittelalterlichen Gassen abreißen ließ und das errichtete, was man heute sieht. Woher das Geld kam? Handel. Wein natürlich, aber auch Kolonialwaren – und leider auch die Beteiligung am Sklavenhandel.
Bordeaux war nach Nantes der zweitgrößte französische Sklavenhandelshafen, mit 419 bis 480 dokumentierten Expeditionen. Zwischen 1672 und 1837 wurden auf Schiffen aus Bordeaux schätzungsweise 150.000 bis 200.000 Afrikaner deportiert. Die Stadt profitierte davon mittelbar – durch den Import von Zucker, Kaffee, Rum und Baumwolle. Heute thematisiert Bordeaux diese Vergangenheit offen und versucht, sie aufzuarbeiten.
Wo übernachten in Bordeaux – und warum wir die Chartrons empfehlen
Als wir zum ersten Mal nach Bordeaux fuhren, haben wir uns im Zentrum einquartiert, direkt am Place de la Comédie. Das klang perfekt – mitten im Geschehen. Aber nachts haben wir kaum geschlafen. Angetrunkene Touristen unter dem Fenster, laute Restaurantterrassen bis elf Uhr abends und dann noch Clubs bis drei Uhr morgens. Mit einem Kleinkind war das ein Albtraum. Deshalb empfehlen wir das Viertel Chartrons. Es liegt nördlich des Place des Quinconces, etwa 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Früher war es das Viertel der Weinhändler – Briten, Iren und Niederländer hatten dort Lager und elegante Stadthäuser. Heute ist es das begehrteste Wohnviertel in Bordeaux, eine Mischung aus bürgerlichem Charme und Bohème-Flair.
Warum Chartrons so gut ist:
- Ruhig, aber nicht langweilig. Es ist merklich stiller als im touristischen Zentrum, und trotzdem findet man dort großartige Restaurants, Cafés und Weinbars. Die Rue Notre Dame ist gesäumt von Boutiquen, Vintage-Läden und Antiquitätengeschäften. Sonntags morgens findet auf dem Place du Marché des Chartrons ein lokaler Markt statt – kleiner, entspannter und authentischer als der Capucins.
- Die Straßenbahn B bringt euch überallhin. Linie B fährt direkt durch die Mitte von Chartrons ins Zentrum, zum Bahnhof Saint-Jean und nordwärts zur Cité du Vin sowie zu den Bassins à Flots. Die Fahrt ins Zentrum dauert 5–8 Minuten.
- Uferpromenade und Park fußläufig erreichbar. Man ist nur wenige Gehminuten vom Quai des Chartrons (Uferpromenade mit Spielplatz und Skatepark) und vom Jardin Public entfernt. Mit kleinen Kindern ideal – morgens in den Park, dann per Tram ins Zentrum, nachmittags wieder Park oder Ufer.
- Perfekt für Familien. Chartrons gilt als eines der besten Viertel zum Wohnen mit Kindern – Uferpromenade zum Skaten, Skatepark, ruhige Atmosphäre. Man sieht dort Einheimische mit Kindern, keine Touristenmassen.
- Die Preise sind vernünftig. Ja, Chartrons ist ein „Posh-Viertel“, aber immer noch günstiger als Saint-Pierre oder die Gegend rund ums Grand Théâtre. Dort findet man gute Ferienwohnungen, kleinere Hotels und schöne B&Bs.
Konkrete Unterkunftstipps in den Chartrons
- Casa Blanca – gemütliches, stilvolles B&B mit hervorragendem Frühstück, wenige Gehminuten vom Place du Marché des Chartrons
- Chambres à Bord’O – wunderschönes B&B mit großen Zimmern, direkt an der Straßenbahnlinie A
- Hotel Indigo – lebhafteres Hotel nahe der Uferpromenade, für alle, die lieber ein klassisches Hotelerlebnis als eine Pension möchten
- Mercure Chartrons – Vier-Sterne-Hotel mit gutem Frühstück, ideal für Familien und Gruppen, die Zimmer könnten aber eine Renovierung vertragen
- Eklo – umweltfreundliches Hostel mit Außenbar, eine gute Wahl für kleineres Budget
Alle Unterkünfte lassen sich bequem über Booking.com vergleichen und buchen.
Was noch zu bedenken ist
Parken: Wer mit dem Auto anreist (so wie wir auf dem Weg nach Portugal), findet in Chartrons leichter einen Parkplatz als im Zentrum. Manche Hotels haben eigene Parkplätze oder helfen bei der Suche nach einem Langzeitparkplatz. Tagsüber ist das Parken auf der Straße kostenpflichtig, abends und am Wochenende oft kostenlos.
Sicherheit: Chartrons gehört zu den sichersten und ruhigsten Vierteln von Bordeaux. Wir sind dort abends mit dem Kinderwagen spaziert und hatten nie ein ungutes Gefühl.
Alternativen, wenn Chartrons ausgebucht ist
Bacalan / Bassins à Flots: Nördlich von Chartrons, noch ruhiger, mit einem „Grunge“-Charme und moderner Architektur rund um die Docks. Nah an der Cité du Vin und den Bassins des Lumières. Radisson Blu oder das Seeko’o Hotel sind solide Optionen dort.
La Bastide (rechtes Ufer): Ruhigeres Viertel auf der anderen Seite des Flusses, günstigere Preise, authentische Atmosphäre. Mit Linie A oder D ist man in 10 Minuten im Zentrum. Eine gute Wahl für Familien mit Auto.
Besser meiden: Den Cours de la Marne nach Einbruch der Dunkelheit – nicht die sicherste Gegend. Saint-Michel hat seinen Charme, aber nachts sollte man dort wachsam sein.
37 Tipps, was man in Bordeaux sehen und tun kann
Schauen wir uns nun an, was ihr in Bordeaux, Frankreich auf keinen Fall verpassen solltet.
1. Place de la Bourse und Miroir d’eau – aber zur richtigen Zeit
Das ist DER Ort in Bordeaux. Der Place de la Bourse wurde eigens errichtet, um ausländische Händler zu beeindrucken, die per Schiff die Garonne hinaufkamen. Er sollte sagen: „Schaut, wie reich wir sind.“
Vor dem Platz liegt das Miroir d’eau – der größte Wasserspiegel der Welt. Es ist ein flaches Becken (nur etwa 2 cm Wasser), das perfekte Spiegelbilder des Palais erzeugt. Alle fünfzehn Minuten steigt Nebel aus dem Wasser auf – im Sommer ein traumhafter Anblick, im Oktober waren wir froh über unsere Jacken.
Praktischer Tipp: Eine Stunde vor Sonnenuntergang kommen. Das Licht ist dann am schönsten, und die Touristenmassen sind noch überschaubar. Im Sommer treffen sich abends Einheimische am Fluss, trinken Wein – einfach dazugesellen. Im Winter kann der Miroir d’eau wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb sein, üblicherweise von November bis März.
Zeit vor Ort: Gut 45 Minuten bis eine Stunde. Erwartet keine erklärenden Tafeln oder interaktive Elemente – es ist schlicht ein Platz und eine Wasserfläche.

2. Bassins des Lumières
Die Bassins des Lumières sind wohl der schönste Ort in Bordeaux, wenn es draußen regnet. Es handelt sich um einen ehemaligen U-Boot-Stützpunkt aus dem Zweiten Weltkrieg, den die Deutschen erbaut haben. Riesige Betonhallen, mehrere Stockwerke hoch, mit vier gewaltigen Wasserbecken in der Mitte. Auf alle Wände und Decken werden dynamische digitale Kunstshows projiziert – begleitet von Musik.
Als wir dort waren, lief eine Ausstellung über die Impressionisten. Die Wände erwachten zum Leben mit riesigen Monets und Renoirs, die sich im Rhythmus der Musik bewegten und verwandelten. Unser Sohn starrte wie verzaubert mit offenem Mund – wir übrigens auch.
Praktische Tipps: Tickets unbedingt vorab online über GetYourGuide buchen – das ist oft ausverkauft. Eine Eintrittskarte kostet etwa 14–16 Euro, Kinder bis 5 Jahre haben freien Eintritt. Drinnen ist es kühl und feucht (es ist schließlich immer noch ein U-Boot-Stützpunkt) – also einen Pullover einpacken. Die Show dauert etwa 50 Minuten, aber ihr könnt so lange bleiben, wie ihr möchtet. Rechnet insgesamt mit 1,5–2 Stunden.
Zeit vor Ort: 1,5–2,5 Stunden. Besser vorher essen – drinnen gibt es keine Verpflegung und man kann nicht einfach raus.
3. Cité du Vin – Wein verstehen, ohne Snob zu sein
Das moderne Museum der Weinkultur, das aussieht wie ein Dekanter, begeistert auch die Kleinsten (unser eineinhalb Jahre alter Sohn war völlig begeistert). Drinnen gibt es eine interaktive Ausstellung über die Geschichte des Weins, Weinbau in aller Welt und Verkostungen. Am Ende fährt man mit dem Aufzug hinauf in die Panorama-Bar, wo eine Verkostung und der Blick über Bordeaux im Preis inbegriffen sind.
Praktische Tipps: Der Bordeaux CityPass schließt den Eintritt ein, ABER nur vor 12 Uhr. Wer nachmittags kommen möchte, muss einen Aufpreis zahlen. Die Eintrittskarte kostet rund 22 Euro. Die Verkostung in der Panorama-Bar ist im Preis enthalten, aber die Auswahl richtet sich nach dem aktuellen Angebot.
Das Museum ist sehr gut gemacht, aber auch sehr groß und kann erschöpfend sein. Wer kein eingefleischter Weinenthusiast ist, sollte sich gleich auf die interessantesten Bereiche konzentrieren und nicht jeden einzelnen Informationstext lesen.
Zeit vor Ort: 2–3 Stunden.

4. Spaziergang auf der UNESCO-Route „Port of the Moon“
Die UNESCO hat Bordeaux als „außergewöhnliches städtebauliches und architektonisches Ensemble“ ausgezeichnet – das bedeutet, das gesamte historische Zentrum ist ein einziges großes Denkmal. Die Route führt entlang des Flusses vom Pont de Pierre (Steinbrücke) bis zu den Chartrons.
Was man sieht: Fassaden aus dem 18. Jahrhundert in warmem Honiggelb (Kalkstein aus der Region), breite Promenaden entlang der Garonne, wo einst Hafenspeicher standen, der Place de la Bourse, das Porte Cailhau (mittelalterliches Stadttor) und die Gässchen des Viertels Saint-Pierre.
Praktischer Tipp: Am Porte Cailhau starten und Richtung Place de la Bourse gehen, dann weiter am Flussufer nach Norden. Die Uferpromenaden sind flach und glatt – ideal für Kinderwagen. Unterwegs gibt es zahlreiche Cafés und Weinbars.
Zeit für die Route: 2–4 Stunden, je nachdem, wie oft man anhält. Mit einem Kleinkind lieber die längere Variante einplanen – es will laufen, rasten, essen…
5. Porte Cailhau – ein Hauch Mittelalter
Eines der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Bauwerke der Stadt. Das Tor wurde 1495 zum Gedenken an den Sieg von König Karl VIII. in der Schlacht bei Fornovo errichtet. Es ist ein kleines gotisches Türmchen mit Zinnen, das einen schönen Kontrast zum neoklassizistischen Bordeaux rundherum bildet.
Man kann hineintreten und nach oben steigen (232 Stufen) und von dort die Aussicht genießen – ehrlich gesagt ist der Ausblick aber nicht besonders spektakulär, und das Innere ist eng und schlecht beleuchtet. Von außen ist es die schönere Erfahrung.
Zeit vor Ort: 15–30 Minuten von außen, 60–90 Minuten wenn man hineingeht.

6. Grosse Cloche – die Glocke, die die Weinlese einläutete
Die Grosse Cloche ist ein mittelalterliches Stadttor mit einer riesigen Glocke. Sie diente als Tor zur Stadtbefestigung und als Glockenturm des alten Rathauses. Die Glocke Armande-Louise von 1775 wiegt 8 Tonnen.
Die Stadtoberen läuteten mit dieser Glocke den Beginn der Weinlese ein – die Winzer durften nicht mit dem Traubenernten beginnen, bevor die Grosse Cloche erklang. Außerdem warnte sie vor Bränden. Heute läutet sie am ersten Sonntag eines jeden Monats mittags sowie an Feiertagen.
Praktischer Tipp: Die beste Aussicht hat man von der Rue Saint-James. Betreten kann man das Tor nicht – es ist nur von außen zu erleben.
Zeit vor Ort: 20–30 Minuten.

7. Grand Théâtre – wunderschön von außen, Führungen überspringen
Das neoklassizistische Theater aus dem späten 18. Jahrhundert mit zwölf korinthischen Säulen und Statuen auf dem Dach ist das Wahrzeichen von Bordeaux – das sagt sogar das offizielle Tourismusbüro so.
Aber: Führungen durch das Theater enttäuschen oft. Man erwartet ein Erlebnis wie in der Pariser Oper, aber in Wirklichkeit ist die Führung ziemlich knapp und bietet wenig zu sehen, wenn man nicht eine Vorstellung besucht.
Praktischer Tipp: Von außen bewundern, fotografieren und danach lieber in einer der umliegenden Weinbars einkehren. Wer das Innere erleben möchte, sollte versuchen, eine Karte für Oper oder Ballett zu bekommen – das ist ein völlig anderes Erlebnis als die reguläre Führung.
Zeit vor Ort: 15 Minuten von außen.

8. Tour Pey-Berland – der beste Ausblick auf die Stadt
Der gotische Glockenturm der Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert wurde bewusst vom Hauptgebäude getrennt errichtet – aus Angst vor den Vibrationen der Glocken. 229 Stufen nach oben, und man hat einen Panoramablick über ganz Bordeaux.
Praktische Tipps: Die Karten werden online mit Zeitslot verkauft, wegen der begrenzten Kapazität – am besten vorab reservieren. Kostet etwa 7–8 Euro. Kein Aufzug. Oben ist es eng und kann windig sein. Mit Kinderwagen oder kleinen Kindern nicht zu empfehlen.
Zeit vor Ort: 60–90 Minuten inklusive Wartezeit und Aufstieg.

9. Kathedrale Saint-André
Die dem heiligen Andreas geweihte gotische Kathedrale gehört zum UNESCO-Welterbe. In ihren Mauern fand 1137 die Hochzeit von Eleonore von Aquitanien mit dem späteren König Ludwig VII. statt.
Praktischer Tipp: Eintritt frei. Lohnt sich für einen kurzen Besuch, aber wer kein ausgesprochener Fan gotischer Kathedralen ist, kommt auch mit 20 Minuten aus.
Zeit vor Ort: 20–45 Minuten.
10. Chartrons – wo Wein gehandelt wurde und heute der beste Brunch wartet
Das historische Viertel der Weinhändler. Seit dem 17. Jahrhundert kamen ausländische Händler hierher, hauptsächlich aus Großbritannien, Irland und den Niederlanden. Sie bauten Lager für Weinfässer und elegante Stadthäuser.
Heute ist Chartrons ein Viertel voller Boutiquen, Antiquitätenläden, Cafés und Weinbars. Ruhiger als das touristische Zentrum, aber immer noch alles bequem zu Fuß erreichbar.
Was man dort tut: Sonntags morgens gibt es dort einen Markt (bis 14:30 Uhr), kleiner und weniger touristisch als der Capucins. In einem der Cafés zum Brunch einkehren. Über die Rue Notre Dame schlendern, wo Vintage-Mode- und Möbelläden zu finden sind.
Praktischer Tipp: Wer eine Unterkunft sucht, ist in Chartrons gut aufgehoben – ruhiger als das Zentrum, günstiger als die touristischen Viertel, und die Tram B bringt einen überallhin.
Zeit im Viertel: 2–4 Stunden.

11. Darwin Ecosystem – das alternative Bordeaux am rechten Ufer
Eine ehemalige Militärkaserne, heute ein ökologisch revitalisierter Hub voller Street Art, Startups, Skatepark, Bio-Restaurants und Kulturveranstaltungen.
Es erinnert ein bisschen an Brooklyn in New York – ein Ort, an den Einheimische gehen, keine Touristen. Dort finden sich Co-Working-Spaces für auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Sozialbetriebe, Bistros mit regionalen Produkten, Galerien, Konzerte und Märkte.
Was man dort macht: Den Street Art erkunden (das gesamte Gebäude ist mit Graffiti führender Künstler bedeckt), im Bio-Bistro zu Mittag essen, samstagnachmittags findet dort ein Bauernmarkt statt. Wer Kinder dabei hat: Der Skatepark ist geöffnet und kostenlos.
Praktischer Tipp: Darwin liegt am rechten Flussufer (Stadtteil Bastide), erreichbar mit der Straßenbahn Linie D, Haltestelle Belvédère. Vom Zentrum aus dauert es etwa 10 Minuten.
Zeit vor Ort: 1,5–3 Stunden.
12. Saint-Pierre – das älteste Viertel
Das älteste Viertel von Bordeaux. Enge Gässchen, Häuser aus Haustein, das Kirchlein Saint-Pierre, viele Restaurants und Weinbars.
Abends ist Saint-Pierre voller Leben – Restaurantterrassen sind besetzt, Paare schlendern mit einem Glas Wein durch die Gassen. Lebendig, laut, spaßig. Und ein bisschen touristisch.
Praktischer Tipp: Wer eine Unterkunft sucht, ist in Saint-Pierre bestens gelegen – mitten in allem. Aber besonders an Wochenenden sollte man mit Lärm in der Nacht rechnen.
Zeit im Viertel: 1–3 Stunden, je nachdem, ob man nur durchgeht oder zum Abendessen bleibt.
13. Rue Sainte-Catherine – die Einkaufsmeile
Oft als längste Fußgänger-Einkaufsstraße Europas gehandelt, 1,2 km lang. Sie verbindet den Place de la Victoire mit dem Place de la Comédie (wo das Grand Théâtre steht).
Dort findet man alle gängigen Ketten – Zara, H&M, Sephora usw. Nichts Besonderes, aber praktisch wenn man Kleidung oder Drogerieartikel braucht.
Zeit auf der Straße: 30 Minuten bis 2 Stunden, je nachdem ob man einkauft.
14. Jardin Public
Stadtpark aus dem Jahr 1755 mit einem kleinen See, alten Bäumen und viel Ruhe. Dort befindet sich das Musée d’Histoire Naturelle mit dem eigenen Bereich Musée des Tout-Petits für Kinder bis 6 Jahre – eine interaktive Ausstellung voller Tiere, Farben und Tastelemente.
Im Sommer (Juli, August) finden im Park Puppentheater-Vorstellungen (Guignol) statt. Es gibt einen Kinderspielplatz, Bänke am See, wo Einheimische mit Baguette und Käse picknicken.
Praktischer Tipp: Am schönsten ist es nachmittags, wenn die Sonne durch die Bäume scheint. Etwas zu essen und zu trinken mitbringen – das Café im Park ist teuer und nicht besonders gut.
Zeit im Park: 1–2 Stunden.
15. Quai des Chartrons und Uferpromenade – der beste Ort für einen Familienspaziergang
Die Uferpromenade entlang der Garonne ist mehrere Kilometer lang, flach und glatt – ideal für Kinderwagen, Roller und Fahrräder. Einheimische laufen dort, skaten, führen Hunde Gassi.
In den Chartrons (nördlicher Teil der Uferpromenade) gibt es direkt am Fluss einen Kinderspielplatz und einen Skatepark. Dort stehen Bänke, von denen aus man den Schiffen beim Vorbeifahren zuschauen kann.
Praktischer Tipp: Der schönste Abschnitt führt vom Place de la Bourse nordwärts zu den Chartrons. Bei Sonnenuntergang am Abend ist die Stimmung dort magisch.
Zeit auf der Promenade: Ganz nach Lust und Laune – von 30 Minuten bis zu 3 Stunden ist alles drin.

16. Musée d’Aquitaine
Das Museum zur Geschichte von Bordeaux und dem Aquitaine, „von der Vorgeschichte bis ins 21. Jahrhundert“. Prähistorische Artefakte, römische Mosaike, mittelalterliche Skulpturen, Exponate zum Kolonialhandel und zur modernen Geschichte sind dort zu finden.
Es gibt eine ganze Sektion, die dem Sklavenhandel gewidmet ist – ungeschönt, mit Fakten und Zahlen. Es lohnt sich, diese zu sehen, um zu verstehen, woher der Reichtum von Bordeaux wirklich stammt.
Praktischer Tipp: Das Museum ist groß. Wer nicht den ganzen Nachmittag Zeit hat, sollte sich auf die interessantesten Bereiche konzentrieren. Gute Kombination: Römisches Bordeaux + 18. Jahrhundert + Sklavenhandel. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen rund 5 Euro.
Zeit im Museum: 1,5–3 Stunden.
17. CAPC – Gegenwartskunst in einem ehemaligen Kolonialwarenspeicher
Das Museum für zeitgenössische Kunst ist untergebracht im ehemaligen Lagerhaus „Entrepôt Lainé“, wo einst Kolonialwaren gelagert wurden – Kaffee, Kakao, Baumwolle. Das Gebäude selbst ist beeindruckend – ein riesiger Raum mit massiven Betonsäulen.
Die Ausstellungen wechseln, man weiß also nie genau, was gerade zu sehen ist. Wer zeitgenössische Kunst mag, darf das CAPC nicht verpassen. Wer nicht, kann es getrost auslassen.
Zeit im Museum: 1,5–2,5 Stunden.
18. Museum of Illusions – Spaß bei Regen mit Kindern
Interaktives Museum voller optischer Illusionen, Spiegel und Rätsel. Kinder lieben es, Erwachsene auch.
Praktischer Tipp: Es ist ein kleines Museum, in einer Stunde hat man alles gesehen. Eintrittskarten kosten etwa 12–15 Euro. Eine gute Wahl für einen verregneten Nachmittag.
Zeit im Museum: 1–1,5 Stunden.
19. Marché des Capucins – „der Bauch von Bordeaux“
Fast 200 Jahre alter Markt, der lebendigste Food-Spot der Stadt. Die Markthalle ist voll mit Ständen für frisches Gemüse, Obst, Fleisch, Käse, Fisch und Austern.
Aber der Capucins ist mehr als nur Einkaufen. Er ist ein sozialer Treffpunkt, an den Einheimische zum Morgenkaffee, zum Mittagessen, zu Austern und Weißwein kommen. In der Mitte der Markthalle gibt es einige Stände, wo man auf hohen Hockern sitzt und frische Austern (6 Euro das Dutzend) isst, Entre-Deux-Mers trinkt und das Treiben um sich herum beobachtet.
Praktische Tipps: Am besten freitags zwischen 9 und 10 Uhr – frische Ware, freie Tische, authentische Atmosphäre. Am Wochenende ist es auch schön, aber deutlich voller. Nachmittags schließen einige Stände bereits.
Bargeld mitnehmen – nicht alle Stände akzeptieren Karte. Und hungrig kommen.
Zeit auf dem Markt: 1–3 Stunden, je nachdem ob man nur einkauft oder auch isst.
20. Canelé – die süße Ikone der Stadt
Ein kleines Gebäck mit karamellisierter, fast verbrannter Kruste und weichem, cremigem Inneren, aromatisiert mit Rum und Vanille.
Die Geschichte ist nicht ganz gesichert – einer Legende zufolge wurden die Canelés im 18. Jahrhundert von Nonnen des Klosters der Annonciades erfunden. Sie verwendeten Eigelb (das Eiweiß wurde zum Klären von Wein gebraucht), Vanille und Rum aus dem Hafen. Der Teig muss 24–48 Stunden ruhen und wird dann in speziellen, mit Bienenwachs eingefetteten Kupferförmchen bei sehr hoher Temperatur gebacken.
Wo man Canelés kauft: In fast jeder Bäckerei. Die berühmtesten sind Baillardran und La Toque Cuivrée, aber ehrlich gesagt haben gewöhnliche Bäckereien oft frischere und bessere Canelés. Preis: etwa 1,50–2 Euro pro Stück.
Praktischer Tipp: Canelés müssen frisch sein – idealerweise einen Tag alt, maximal zwei Tage. In Touristenläden, wo sie wochenlang liegen, lieber nicht kaufen. Und Vorsicht vor „Luxusmarken“ – in den Medien gab es bereits Skandale um tiefgekühlte Canelés, die als frisch verkauft wurden.
21. Austern und Weißwein – ein Ritual, das man erlebt haben muss
Südwestfrankreich ist ein Paradies für Austernliebhaber. Bordeaux liegt eine Stunde vom Becken von Arcachon entfernt, wo sie gezüchtet werden. Am Capucins bekommt man ein Dutzend frische Austern für 6–8 Euro und ein Glas Entre-Deux-Mers für 3–4 Euro.
So läuft es ab: Man setzt sich an einen Stand, bestellt „une douzaine d’huîtres“ (ein Dutzend Austern) und „un verre de blanc“ (ein Glas Weißwein). Man bekommt einen Teller Austern, Zitrone und Schalottenessig. Mit Zitrone beträufeln (oder nicht, je nach Geschmack), in den Mund kippen, mit Wein nachspülen.
Zeit für das Erlebnis: 30–60 Minuten.
22. Entrecôte à la Bordelaise – wo man sie probieren sollte
Rindsentrecôte in einer Sauce aus Bordeaux-Rotwein, Schalotten, Knochenmark und Butter. Wird mit Pommes frites oder Kartoffelpüree serviert.
Wo es am besten gelingt:
- Brasserie Bordelaise (50 Rue Saint-Rémi) – ein Klassiker, der Wert auf hochwertiges Fleisch legt
- Le Bouchon Bordelais (2 Rue Courbin) – Steinwände, rote Akzente, großartige Atmosphäre
- Filoche (32 Rue des Argentiers) – kleines Restaurant mit 14 Plätzen, berühmt für sein „boeuf à la bordelaise“
Preis: Für ein Hauptgericht rund 20–30 Euro einplanen.
23. Gut und günstig essen in Bordeaux
- Petit Mignon (33 Rue Saint-Rémi) – gemütlich, lokale Atmosphäre, bekannt für Burger in Sahnesauce und Steak Tartare
- Les Drôles (21 Rue Saint-Rémi) – traditionelle französische Küche mit familiärem Flair, herzliche Gerichte
- Marché des Capucins – wo sonst; das günstigste und authentischste Essen in ganz Bordeaux

24. Saint-Émilion – UNESCO-Weinlandschaft
Mittelalterliches Städtchen inmitten von Weinbergen, eine Stunde per Auto oder Zug von Bordeaux entfernt. Die gesamte Gegend ist UNESCO-Kulturlandschaft – der Weinbau dort geht auf die Römerzeit zurück.
Was man dort macht: Durch mittelalterliche Gässchen schlendern, die monolithische Kirche besuchen, die direkt in den Felsen gehauen ist, Wein in Kellern verkosten und die Aussicht über die Weinberge genießen.
Praktische Tipps: Verkostungen vorab über GetYourGuide reservieren, besonders an Wochenenden und im Sommer – es ist oft sehr voll. Einige Châteaux bieten Führungen auf Englisch an. Ganztagesausflüge von Bordeaux aus kosten etwa 60–100 Euro inklusive Transfer und Verkostungen.
Wer mit dem eigenen Auto fährt: Parken im Zentrum von Saint-Émilion ist begrenzt – am besten früh morgens ankommen.
Zeit für den Ausflug: Ganzer Tag.
25. Dune du Pilat – die höchste Düne Europas
Eine riesige Sanddüne an der Atlantikküste, etwa 110 Meter hoch und 2,7 Kilometer lang. Offizielle Quellen bezeichnen sie als die höchste Düne Europas.
Was man dort macht: Die Düne erklimmen (anstrengend, vor allem bei Hitze), Ozean und Kiefernwald betrachten, im Atlantik schwimmen (wenn es warm genug ist).
Praktische Tipps: Von Bordeaux aus etwa eine Stunde mit dem Auto in Richtung Arcachon. Parken ist kostenpflichtig (rund 6–8 Euro). Wasser und Sonnencreme mitnehmen – auf der Düne gibt es keinen Schatten. Wer kein Auto hat, findet organisierte Ausflüge von Bordeaux aus.
Am schönsten ist sie bei Sonnenuntergang, dann aber auch am vollsten. Wenn möglich, morgens oder am frühen Nachmittag ankommen.
Zeit für den Ausflug: Ein halber bis ganzer Tag (je nachdem ob man das direkt benachbarte Arcachon mit einbezieht).

26. Médoc-Route – Weinberge und Schlösser
Die berühmte Weinroute entlang des linken Garonne-Ufers, nördlich von Bordeaux. Dort stehen die ikonischsten Châteaux – Château Margaux, Château Latour, Château Lafite Rothschild, alle aus der Klassifikation von 1855.
Was man dort macht: Die Route des Châteaux (D2) entlangfahren, an Châteaux für Verkostungen Halt machen und die Weinberge sowie beeindruckenden Gebäude fotografieren.
Praktische Tipps: Ein Auto ist notwendig. Manche Châteaux verlangen eine Reservierung Wochen im Voraus, besonders die bekanntesten. Verkostungen können teuer werden – 20–50 Euro pro Château einplanen.
Wer nicht selbst fahren möchte (des Weines wegen), findet organisierte Ausflüge – oder lässt sich per Uber bzw. lokalen Taxidiensten chauffieren.
Zeit für den Ausflug: Ganzer Tag.
27. Arcachon und Cap Ferret – Strände und Austern
Das Becken von Arcachon liegt eine Stunde von Bordeaux entfernt. Der Badeort mit seinen Belle-Époque-Villen und Stränden lässt sich wunderbar mit einem Ausflug zur Dune du Pilat verbinden – beide Ziele liegen direkt nebeneinander und ergeben einen perfekten Tagesausflug an der Atlantikküste Frankreichs.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
