Fuerteventura, Spanien: 18 Tipps, was du sehen und erleben solltest

TL;DRFuerteventura auf den Kanarischen Inseln wartet mit 18 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten auf: von den Sanddünen im Naturpark Corralejo und dem wilden Strand Cofete bis zum legendären Strand Sotavento, einem Paradies für Windsurfer und Kiteboarder, einem Bootsausflug zur unbewohnten Insel Lobos und dem historischen Dorf Betancuria. Die Insel liegt der afrikanischen Küste am nächsten – Marokko ist Luftlinie nur 95 km entfernt. Die Temperaturen bewegen sich das ganze Jahr über zwischen 20 und 28 °C. Ideal sind 7 bis 10 Tage Aufenthalt. Die beste Reisezeit sind die Wintermonate Dezember bis März wegen des Klimas, September und Oktober bieten sich als ruhigere Alternative an. Ein Mietwagen ist ein Muss, denn öffentliche Verkehrsmittel erreichen abgelegene Strände und Dörfer wie Ajuy oder El Cotillo nicht.

Wer dem mitteleuropäischen Winter entfliehen und dort Urlaub machen möchte, wo ewiger Frühling herrscht und der Ozean endlose Strände umspült, sollte unbedingt einen ganz besonderen Ort kennenlernen. Die Kanarischen Inseln sind ein geografisches Paradoxon: Politisch gehören sie zwar zu Spanien, geologisch und klimatisch stehen sie dem afrikanischen Kontinent jedoch viel näher. Fuerteventura, Spanien – diese Insel liegt von allen Kanaren dem afrikanischen Festland am nächsten, und aus der Sahara strömt hier ununterbrochen warme Luft heran. Die Insel wirkt nicht so dramatisch und gebirgig wie das benachbarte Teneriffa, dafür punktet sie mit den schönsten Sandstränden des gesamten Archipels.

Während in Deutschland Frost und graue Wolken den Alltag bestimmen, liegen die Temperaturen hier ganzjährig zwischen 20 und 28 °C. Fuerteventura ist schlicht das perfekte Ziel für alle, die Erholung suchen, Wassersport lieben oder einfach durch endlose Sanddünen streifen möchten. Die Insel ist ein Königreich des Windes, der Freiheit und des entspannten Lebenstempos, wo niemand es eilig hat. Ich habe für euch einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt, damit ihr diese Insel in vollen Zügen genießen und auch die verstecktesten Winkel entdecken könnt.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Schönste Natur: Unbedingt ansehen: die Sanddünen im Naturpark Corralejo und der wilde Strand Cofete im abgelegenen Süden der Insel.
  • Paradies für Wassersport: Der Strand Sotavento ist weltweit bekannt für seine idealen Bedingungen für Windsurfen und Kiteboarding.
  • Geschichte und Kultur: Ein Abstecher nach Betancuria lohnt sich – die historische Hauptstadt liegt versteckt in einem grünen Tal inmitten karger Berge.
  • Bootsausflüge: Reserviert eine halbtägige Tour zur unbewohnten Insel Lobos mit kristallklarem Wasser, ideal zum Schnorcheln.
  • Lokale Gastronomie: Die Insel ist berühmt für den Käse Majorero, der aus der Milch einheimischer Ziegen hergestellt wird und hervorragend zu traditionellen kanarischen Kartoffeln schmeckt.
  • Praktischer Tipp zur Mobilität: Wer alle versteckten Strände erkunden möchte, braucht unbedingt ein Mietauto, da der öffentliche Nahverkehr nicht überall hinfährt.

Wann ist die beste Reisezeit für Fuerteventura?

Fuerteventura kennt keine wirkliche Nebensaison. Ihr könnt die Insel zwölf Monate im Jahr besuchen und werdet immer ein angenehmes Klima vorfinden. Die Wintermonate von Dezember bis März sind der absolute Höhepunkt der Tourismussaison, denn dann strömen Reisende aus ganz Europa hierher, die dem Frost entfliehen wollen. In dieser Zeit dürft ihr mit angenehmen Temperaturen um die 22 °C rechnen – ideal zum Erkunden der Insel, Wandern und Sonnenbaden im Windschatten. Allerdings steigen Flug- und Unterkunftspreise im Winter entsprechend an.

Die Sommermonate sind auf Fuerteventura überraschend gut erträglich. Dank kühler Meeresströmungen und beständiger Passatwinde erlebt man hier selten die extremen Hitzewellen, die im August regelmäßig das spanische Festland lähmen. Im Sommer liegen die Temperaturen bei angenehmen 28 °C, das Meerwasser wärmt sich auf erfrischende 22 bis 24 °C auf. Die Sommermonate sind außerdem die windreichste Zeit des Jahres – zur großen Freude der Surf- und Kite-Community.

Wer den größten Menschenmassen ausweichen und den idealen Kompromiss zwischen warmem Meer und entspannter Atmosphäre genießen möchte, dem empfehle ich eine Reise im Herbst. September und Oktober sind Monate, in denen das Meer noch herrlich warm vom Sommer ist, der Wind etwas nachlässt und die Familien mit Kindern längst wieder zuhause sind. Plant für die Insel idealerweise mindestens sieben bis zehn Tage ein, damit ihr das echte kanarische Lebensgefühl in vollen Zügen genießen könnt.

Wo übernachten auf Fuerteventura?

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meistens die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl des richtigen Standorts ist auf Fuerteventura entscheidend, denn die Insel ist recht lang gestreckt und jeder Teil bietet eine ganz andere Atmosphäre. Der Norden rund um Corralejo ist ideal für alle, die ein lebhafteres Umfeld mit vielen Restaurants, Cafés und kurzen Wegen zu den Sanddünen suchen. Der ruhigere Süden rund um die Halbinsel Jandía und das Städtchen Morro Jable zieht hingegen Liebhaber endloser Strände und großer Hotelresorts mit Vollservice an.

Das Zentrum der Insel rund um den Ferienort Caleta de Fuste ist ein strategischer Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Richtungen und wird dank seiner geschützten Bucht häufig von Familien mit kleinen Kindern gewählt. Nutzt bei der Reiseplanung unbedingt Booking.com, wo ihr das breiteste Angebot von luxuriösen Resorts bis hin zu kleinen, authentischen Apartments findet. Die Preise schwanken je nach Saison erheblich, also bucht frühzeitig.

Hier sind drei konkrete Empfehlungen für tolle Hotels in verschiedenen Teilen der Insel:

  • Barceló Corralejo Sands: Modernes Hotel mitten im nördlichen Corralejo, von dem ihr sowohl das Stadtzentrum mit seinen Cafés als auch die wunderschönen Strände bequem zu Fuß erreicht.
  • Hotel Riu Palace Jandia: Luxuriöse Unterkunft im Süden der Insel mit atemberaubendem Blick auf den endlosen Strand – für alle, die absoluten Komfort und erstklassigen Service suchen.
  • Eurostars Las Salinas: Bestens bewertetes Hotel in der Nähe von Caleta de Fuste im mittleren Teil der Insel, mit schönen Pools und idealer Lage zum Erkunden der ganzen Insel.

18 Tipps, was du auf Fuerteventura sehen und erleben solltest

Fuerteventura wirkt auf den ersten Blick vielleicht trocken und karg, doch wer die Insel wirklich erkundet, wird faszinierende Geheimnisse entdecken. Hier ist euer vollständiger Reiseführer zu den interessantesten Orten, die ihr bei eurem Besuch keinesfalls verpassen solltet. Viele davon lassen sich bequem über GetYourGuide im Voraus buchen, wo ihr jede Menge lokale Ausflüge und Aktivitäten findet.

1. Dünen von Corralejo (Parque Natural de Corralejo)

Gleich im Norden der Insel erwartet euch ein Naturwunder, bei dem ihr das Gefühl bekommt, mitten in der afrikanischen Sahara gelandet zu sein. Der Naturpark Corralejo schützt riesige Sanddünen, die sich über mehrere Kilometer entlang des leuchtend türkisfarbenen Ozeans erstrecken. Der Wind hat über Jahrtausende Sand vom afrikanischen Kontinent herübergetragen und so eine Landschaft geschaffen, die einem buchstäblich den Atem verschlägt.

Mitten durch die Dünen führt eine malerische Straße, über die der feine Sand ständig hinüberweht. Ich empfehle euch unbedingt, an einem der ausgeschilderten Parkplätze anzuhalten, die Schuhe auszuziehen und barfuß hinauf auf die Dünenkämme zu laufen. Von dort genießt ihr einen unglaublichen Kontrast aus goldenem Sand und tiefblauem Wasser – und in der Ferne könnt ihr sogar die Silhouette der Nachbarinsel Lanzarote erkennen.

💡 Lokaler Tipp: Die schönsten Fotos gelingen euch hier entweder früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht den Sand in satten Orangetönen leuchten lässt und die Schatten die wellige Landschaft betonen.

2. Der wilde Strand Cofete

Im äußersten Südwesten der Insel verbirgt sich ein Ort, der zu den abgelegensten und magischsten in ganz Europa gehört. Der Strand Cofete bietet zwölf Kilometer völlig unberührten Sand, über dem die dunklen Berge des Jandía-Gebirges steil aufragen. Die Atmosphäre ist rau, wild und melancholisch, die Atlantikwellen donnern mit gewaltiger Kraft gegen die Küste.

Der Weg zum Strand ist bereits ein Erlebnis für sich, denn es führt nur eine staubige und holprige Piste vom Städtchen Morro Jable dorthin. Die meisten normalen Mietwagenverträge verbieten das Befahren dieser Strecke, daher müsst ihr entweder einen speziellen Geländewagen mieten oder den Offroad-Bus nutzen, der von Morro Jable mehrmals täglich dorthin fährt. Baden ist wegen gefährlicher Unterströmungen hier sehr riskant – die meisten Besucher kommen vor allem wegen des überwältigenden Anblicks.

💡 Lokaler Tipp: Schaut euch etwas oberhalb des Strandes die geheimnisvolle Villa Winter an, um die wilde Legenden von geheimen U-Boot-Stützpunkten aus dem Zweiten Weltkrieg kursieren.

3. Playa de Sotavento und Wassersport

Wer sich für Windsurfen oder Kiteboarding interessiert, kennt den Namen Sotavento mit Sicherheit bereits. Dieser riesige Strand im Südosten der Insel ist buchstäblich das Mekka des Wassersports weltweit. Jedes Jahr findet hier sogar die Weltmeisterschaft in diesen Disziplinen statt, denn die Windbedingungen lassen sich allenfalls mit Hawaii vergleichen.

Die Besonderheit dieses Ortes liegt in einer enormen natürlichen Lagune, die sich je nach Gezeiten bildet. Die flache und ruhige Lagune eignet sich ideal für Einsteiger, die hier unter Anleitung von Instruktoren sicher ihre ersten Schritte auf dem Board machen können. Selbst wenn ihr keinen Sport plant, ist der Anblick von Hunderten bunter Drachen und Segel über dem Wasser ein absolutes Spektakel.

💡 Lokaler Tipp: Schaut vorab in die Gezeitentabellen, denn die Lagune füllt sich nur zu bestimmten Tageszeiten mit Wasser – bei Ebbe verwandelt sie sich in eine riesige Sandebene.

4. Bootsausflug zur Insel Lobos

Nur einen Steinwurf von der Nordküste Fuerteventuras entfernt liegt das kleine Vulkaninselchen Isla de Lobos, ein Naturschutzgebiet und eine Oase vollkommener Ruhe. Vom Hafen in Corralejo fahren kleine Fähren und Wassertaxis herüber, die Überfahrt dauert nur etwa fünfzehn Minuten. Die Insel ist völlig unbewohnt und bietet eine perfekte Auszeit von der Zivilisation.

Ich empfehle euch, bequeme Schuhe anzuziehen und die gesamte Insel auf dem markierten Weg zu umrunden, was etwa zwei bis drei Stunden dauert. Vergesst die Schnorchel-Ausrüstung nicht, denn die kleine Bucht Puertito mit ihrem kristallklaren türkisfarbenen Wasser ist voller Fische und zählt zu den schönsten Badestellen der gesamten Region.

💡 Lokaler Tipp: Die Besucherzahl ist strikt auf 400 Personen pro Tag begrenzt, daher müsst ihr vorab kostenlos eine offizielle Besuchsgenehmigung auf der Website der lokalen Verwaltung beantragen.

5. Das historische Betancuria

Fuerteventura ist nicht nur Strände – im Landesinneren verbergen sich echte historische Schätze. Betancuria war die erste Hauptstadt der Insel und wurde bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts in einem tiefen Tal gegründet. Der Ort wurde bewusst weit von der Küste entfernt angelegt, um ihn vor ständigen Piratenüberfällen zu schützen.

Heute ist Betancuria das malerischste Dorf der Insel, geprägt von sorgfältig restaurierten weißen Häusern mit Holzbalkonen und Palmen. Unbedingt ansehen solltet ihr die Hauptkirche Iglesia de Santa María, die mit ihrem wunderschönen Innenraum und dem geschnitzten Altar überrascht. Das grüne Tal rund um Betancuria kontrastiert scharf mit der sonst trockenen Landschaft der Insel und wirkt fast wie eine Erscheinung.

💡 Lokaler Tipp: Kehrt in einer der kleinen Tavernen am Marktplatz ein und probiert lokale Tapas – die Atmosphäre ist unglaublich entspannt und authentisch.

6. Majorero-Käse und die lokalen Ziegen

Wer die Insel bereist, bemerkt schnell: Auf Fuerteventura leben mehr Ziegen als Menschen. Die einheimischen Ziegen der Rasse Majorera streifen frei über die kargen Hügel und sind an die rauen Bedingungen bestens angepasst. Aus ihrer fettreichen Milch wird der legendäre Queso Majorero hergestellt, der eine international anerkannte Ursprungsbezeichnung trägt.

Dieser Käse ist das absolute Herzstück der lokalen Gastronomie und lässt sich in verschiedenen Reifestufen kosten. Besonders beliebt ist er gegrillt mit einem Tropfen Palmhonig oder als Beilage zu den traditionellen kanrarischen Runzelkartoffeln (Papas Arrugadas) mit der würzigen Mojo-Rojo-Sauce. Ein Laib Käse mit der charakteristischen roten Rinde aus süßem Paprika ist übrigens auch ein hervorragendes Mitbringsel.

💡 Lokaler Tipp: Kauft einen Käselaib mit roter Rinde – sie ist mit süßem Paprika eingerieben und gibt dem Käse sein unverwechselbar würziges Aroma. Perfekt als Souvenir für zuhause!

7. Strände auf der Halbinsel Jandía

Ganz im Süden Fuerteventuras erstreckt sich die Halbinsel Jandía, berühmt für ihre endlosen Strände mit strahlend weißem Sand. Rund um den Ferienort Morro Jable ziehen sich kilometerweise makellose Küstenabschnitte, an denen jeder sein eigenes Stück Privatsphäre finden kann. Das Wasser ist unglaublich klar und leuchtet in den strahlendsten Blautönen, die man sich vorstellen kann.

Direkt am Strand ragt der ikonische Leuchtturm Faro de Morro Jable auf, der als weithin sichtbarer Orientierungspunkt dient. In seiner Umgebung befinden sich geschützte Salzwasserwetlands, die als Rastplatz für viele Zugvogelarten fungieren. Ein Spaziergang auf den Holzstegen über diese Feuchtgebiete ist ein sehr erholsames Erlebnis.

💡 Lokaler Tipp: Wer weit genug entlang des Strandes vom Hotelkomplex wegläuft, findet Abschnitte, an denen man den Ozean nahezu für sich allein hat.

8. El Cotillo und seine Lagunen

An der Nordwestküste liegt das kleine Fischerdorf El Cotillo, das im Gegensatz zum lebhaften Corralejo einen viel ruhigeren, fast schon bohèmehaften Charme bewahrt hat. Das Dorf ist ein Treffpunkt für unabhängige Surfer und digitale Nomaden, mit jeder Menge Hipster-Cafés, veganen Bistros und kleinen Galerien. Das Leben hier fließt im typisch kanarischen Langsamtakt.

Südlich des Dorfes locken wilde Strände mit großen Wellen für erfahrene Surfer, doch nördlich von El Cotillo erwartet euch etwas ganz anderes. Hier befindet sich ein System flacher Naturlagunen (Los Lagos), die durch schwarze Lavafelsen vom wilden Ozean abgeschirmt werden. Das Wasser der Lagunen ist ruhig, sehr flach und dank der Sonne herrlich warm – ideal zum Entspannen.

💡 Lokaler Tipp: Fahrt zum nahegelegenen Leuchtturm Faro del Tostón und wartet dort auf den Sonnenuntergang – an dieser Küste sind sie absolut episch und unvergesslich.

9. Höhlen von Ajuy und schwarze Strände

Das Dörfchen Ajuy an der Westküste zeigt euch Fuerteventura von einer ganz anderen, viel dunkleren und dramatischeren Seite. Der hiesige Strand ist mit feinem schwarzen Vulkansand bedeckt, der in starkem Kontrast zum weißen Schaum der tosenden Brandung steht. Baden ist hier zwar wegen starker Strömungen nicht ratsam, aber der Ort hat einen ganz eigenen, unwiderstehlichen Zauber.

Die eigentliche Attraktion sind die riesigen Naturhöhlen (Cuevas de Ajuy), zu denen ein sicherer und gut gepflegter Pfad direkt vom Strand führt. Diese Höhlen hat der Ozean über Millionen von Jahren in die Küstenklippen gegraben, und der Legende nach sollen sich dort früher Piraten mit ihrer Beute versteckt haben. Die umliegenden Klippen gehören zu den ältesten geologischen Formationen der gesamten Kanaren.

💡 Lokaler Tipp: Der Weg zu den Höhlen kann an manchen Stellen durch Meerwasser rutschig sein – geht auf keinen Fall in Flipflops, sondern zieht festes Schuhwerk an.

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10. Wanderung zum Vulkankrater Calderón Hondo

Auch wenn Fuerteventura die älteste Insel des Archipels ist und ihre Vulkane längst ihre jugendliche Schärfe verloren haben, gibt es hier noch faszinierende Krater zu entdecken. Der besterhaltene Vulkan ist der Calderón Hondo im Norden, unweit des Dorfes Lajares. Der Aufstieg zum Kraterrand ist recht unkompliziert und auch für gelegentliche Wanderer gut machbar.

Der markierte Wanderweg führt euch bis an den Rand des imposanten Trichters, der beachtliche siebzig Meter in die Tiefe reicht. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein wunderbarer Panoramablick – nicht nur in das Innere des Vulkans, sondern auch über die gesamte Nordspitze der Insel und hinüber nach Lanzarote.

💡 Lokaler Tipp: Rund um den Krater treiben sich zahlreiche freche Erdhörnchen herum, die Touristen um Futter anbetteln. Bitte füttert sie unter keinen Umständen – es handelt sich um invasive Schädlinge.

11. Die ikonischen Windmühlen

Den starken Wind der Insel haben die Einheimischen schon vor Jahrhunderten für sich genutzt. Verteilt über die ganze Landschaft findet man wunderschöne alte Windmühlen, die früher zum Mahlen von geröstetem Getreide – dem sogenannten Gofio – dienten. Gofio ist bis heute ein Grundnahrungsmittel der kanarischen Küche und wird Suppen, Milch und Desserts beigegeben.

Interessant ist, dass es auf der Insel zwei verschiedene Mühlentypen gibt, die im Volksmund als „männliche“ und „weibliche“ Mühlen bezeichnet werden. Die männliche Mühle (el molino) ist ein traditioneller Steinturm, während die weibliche Mühle (la molina) lediglich eine Holzkonstruktion auf einem eingeschossigen Steinsockel hat – das ermöglichte dem Müller, im Erdgeschoss zu arbeiten, ohne ständig die Treppen hinauf- und hinunterlaufen zu müssen. Die schönsten erhaltenen Mühlen findet ihr rund um die Dörfer Antigua und Tefía.

💡 Lokaler Tipp: Wer eine Mühle sehen möchte, in der noch die originale Mahlanlage erhalten ist, sollte das Centro de Interpretación de los Molinos nahe Tiscamanity besuchen.

12. Natürliche Felspools Aguas Verdes

Die Westküste Fuerteventuras ist ungestüm, wild und von starken Wellen gepeitscht – und dennoch hat die Natur hier wunderschöne Badestellen geschaffen. Aguas Verdes ist ein System natürlicher Felsenbecken, die sich mit frischem Meerwasser füllen. Sie befinden sich im Bereich Playa del Valle nahe Betancuria.

Diese kleinen Seen bieten sicheres und ruhiges Baden mit klarem Wasser, auch wenn wenige Meter weiter der gefährliche Ozean tost. Die Becken liegen eingebettet in zerrissene schwarze Felsen und beherbergen oft kleine Krabben und Seesterne. Ein fantastischer Ort für alle, die den überfüllten Sandstränden entfliehen und ungezähmte Natur erleben möchten.

💡 Lokaler Tipp: Besucht die Felspools ausschließlich bei Ebbe – bei Flut wird das gesamte Gebiet vom Ozean verschluckt, und die riesigen Wellen können dann lebensgefährlich sein.

13. Leuchtturm Faro de la Entallada

An der Ostküste der Insel steht ein Leuchtturm, der architektonisch absolut einzigartig ist und sich von allem unterscheidet, was man sonst auf den Inseln zu sehen bekommt. Der Faro de la Entallada wurde im maurischen Stil erbaut, seine Fassade ist mit roten Ziegeln in geometrischen Mustern verziert. Er thront auf einer steilen Klippe rund zweihundert Meter über dem Meeresspiegel.

Von der Aussichtsplattform beim Leuchtturm öffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Atlantik. Dieser Ort ist geografisch der nächste Punkt zum afrikanischen Kontinent – die Küste Marokkos liegt Luftlinie gerade mal 95 Kilometer entfernt. Die Fahrt zum Leuchtturm auf der engen Bergstraße ist ein kleines Adrenalin-Erlebnis für sich, aber die Aussicht ist jeden Meter wert.

💡 Lokaler Tipp: In den umliegenden Bergen leben wilde Esel und Ziegen – fahrt auf der schmalen Straße zum Leuchtturm äußerst vorsichtig, die Tiere stehen oft mitten auf der Fahrbahn.

14. Aussichtspunkt Mirador Morro Velosa

Wer Fuerteventura aus der Vogelperspektive erleben möchte, muss in die Zentralberge fahren. Der Mirador Morro Velosa ist ein architektonisches Meisterwerk des berühmten César Manrique, des Künstlers, der auch das Erscheinungsbild der Nachbarinsel Lanzarote geprägt hat. Der Aussichtspunkt fügt sich harmonisch in die karge Umgebungslandschaft ein.

Das verglaste Gebäude bietet einen Panoramablick auf die sonnenverbrannten Hügel des Inselinneren und das grüne Tal von Betancuria. Von hier oben versteht man die raue, fast außerirdische Schönheit der ganzen Insel, die in Ocker-, Rot- und Brauntönen leuchtet. Im Gebäude gibt es auch ein kleines Café, in dem ihr einen Kaffee mit dem wohl besten Ausblick weit und breit genießen könnt.

💡 Lokaler Tipp: Etwas unterhalb dieses Gebäudes findet ihr einen weiteren Aussichtspunkt mit riesigen Bronzeskulpturen der alten kanarischen Könige namens Guise und Ayose.

15. Botanischer Garten und Tierrettungsstation Oasis Wildlife

Im Süden der Insel, in der Ortschaft La Lajita, findet ihr einen riesigen Komplex, der einen weitläufigen botanischen Garten mit einem einzigartigen Tierpark vereint. Das Oasis Wildlife Fuerteventura fungiert in erster Linie als Rettungsstation für Tiere, die Schmugglern abgenommen oder aus unwürdigen Haltungsbedingungen gerettet wurden. Es ist kein klassischer Zoo – der Fokus liegt auf Bildung und dem Schutz bedrohter Arten.

Der Park ist unglaublich weitläufig und bildet eine riesige grüne Oase mit Tausenden von Kakteen, Palmen und tropischen Pflanzen aus aller Welt. Hier könnt ihr Elefanten, Giraffen, Flusspferde und Hunderte frei fliegende Vögel bewundern – zudem beherbergt der Park die größte Kamelreservation Europas. Ihr könnt hier problemlos einen ganzen Tag verbringen, besonders schön als Erholung vor der Mittagssonne.

💡 Lokaler Tipp: Vermeidet die Hauptrestaurants im Park und geht lieber zum Mittagessen zu den kleinen Marktständen nahe dem Eingang, wo lokale Bauern frische Käse und Gemüse anbieten.

16. Salzgewinnungsanlage Salinas del Carmen

Die Salzgewinnung aus dem Meer gehört seit jeher zur Geschichte Fuerteventuras, und noch heute lebt diese uralte Tradition fort. Salinas del Carmen ist gleichzeitig Museum und aktive Saline, wo ihr hautnah miterleben könnt, wie das „weiße Gold“ aus dem Meerwasser gewonnen wird. Sie liegt an der Küste unweit des Ferienorts Caleta de Fuste.

Ein Spaziergang zwischen den Dutzenden flacher Verdunstungsbecken, die in verschiedensten Farben von Weiß über Rosa bis hin zu Rostbraun schimmern, ist faszinierend. Das Meerwasser wird hereingepumpt, und dank der starken Sonne und des Windes verdunstet es nach und nach, bis nur noch große Kristalle reinen Salzes übrig bleiben. Geerntet wird das Salz noch heute ausschließlich von Hand mit traditionellen Holzwerkzeugen.

💡 Lokaler Tipp: Unweit der Saline liegt am Ufer das riesige, zwanzig Meter lange Skelett eines Wals, den der Ozean dort angespült hat – ein beeindruckendes Mahnmal für die Kraft der Natur.

17. Surfen an der Nordküste

Während im Süden Drachen und Segel die Herrschaft übernehmen, gehört die Nordküste Fuerteventuras dem klassischen Wellenreiten. Nicht umsonst wird diese Gegend oft als das Hawaii Europas bezeichnet, denn der Ozean bricht hier an den Vulkanfelsen auf absolut perfekte Wellen. Rund um die Dörfer Lajares und Corralejo herrscht eine entspannte Surferkultur.

Selbst wenn ihr noch nie auf einem Brett gestanden habt, sind die hiesigen Bedingungen bestens zum Lernen geeignet. Es gibt Dutzende Surfschulen, die euch zu sichereren Sandstränden (Beach Breaks) mitnehmen, wo ihr die Grundlagen ohne das Risiko von Verletzungen an scharfen Felsen erlernen könnt. Erfahrene Surfer finden hier erstklassige Riff-Wellen, die wochenlang beschäftigen.

💡 Lokaler Tipp: Der Ozean ist enorm kräftig und die lokalen Unterströmungen können unberechenbar sein – als Anfänger solltet ihr immer eine Stunde bei einer zertifizierten Schule buchen und nicht alleine lospaddeln.

18. Sternenbeobachtung auf Fuerteventura

Fuerteventura verfügt über eine sehr geringe Lichtverschmutzung, was ihr den renommierten Status eines Starlight-Reservats eingebracht hat. Die Insel gehört zu den besten Orten in Europa für die Beobachtung des Nachthimmels. Sobald es dunkel wird und ihr ein Stück von den Ferienorten wegfahrt, öffnet sich über euch ein unglaubliches Schauspiel aus Tausenden heller Sterne und Nebel.

Der beste Ort für astronomische Erlebnisse ist der speziell ausgestattete Aussichtspunkt Sicasumbre. Der Mirador Astronómico de Sicasumbre bietet Infotafeln und Halterungen für professionelle Teleskope, aber auch mit bloßem Auge kann man dort problemlos die Milchstraße und zahlreiche Sternbilder erkennen. Es ist ein unglaublich beruhigendes und magisches Erlebnis – damit solltet ihr eure Reise idealerweise ausklingen lassen.

💡 Lokaler Tipp: Zieht für die nächtliche Sternenbeobachtung unbedingt eine richtig warme Jacke an – der Wind in den Bergen ist nach Einbruch der Dunkelheit sehr kalt, selbst in den sonst warmen Sommermonaten.

Wohin weiter von Fuerteventura?

Fuerteventura ist ein idealer Ausgangspunkt für weitere Abenteuer in Spanien. Wer mehr Zeit hat und Strandentspannung mit dem Flair einer Großstadt verbinden möchte, dem empfehle ich günstige Inlandsflüge auf das spanische Festland. In knapp drei Flugstunden landet ihr in der katalanischen Metropole, wo das architektonische Wunderwerk Barcelona auf euch wartet, oder ihr fliegt ins Herz des Landes und erkundet die königliche Madrid.

Für alle, die Temperament, Geschichte und großartige Tapas lieben, führt kein Weg an Südspanien vorbei. Fliegt nach Andalusien, mietet euch ein Auto und plant einen Roadtrip zu den schönsten Orten der Region. Unbedingt auf der Liste: Sevilla mit seinem einzigartigen Charme, die maurischen Paläste von Granada und die blumengeschmückten Gassen von Córdoba. Wer lieber am Meer bleibt, findet in Málaga oder dem modernen Valencia hervorragende Gastronomie und Strandatmosphäre.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf der Insel unbedingt einen Mietwagen?

Obwohl zwischen den Hauptstädten und Ferienorten öffentliche Busse (sogenannte Guaguas) verkehren, empfehle ich dir einen Mietwagen sehr nachdrücklich. Ohne ihn kommst du schlicht nicht zu den wilden Stränden, in die Bergdörfer oder zu den meisten Naturschönheiten, die die wahre Seele der Insel ausmachen. Die Preise der Autovermietungen sind zudem auf den Kanarischen Inseln recht günstig und die Straßen sind in sehr gutem Zustand.

Ist es auf Fuerteventura wirklich so windig, wie man sagt?

Ja, der Wind (die Passatwinde) gehört untrennbar zur Insel und weht hier praktisch ständig, am stärksten dann während der Sommermonate. Die meiste Zeit ist es eine sehr angenehme, erfrischende Brise, dank der du in der Sonne nicht verbrennst. Wenn du aber in Ruhe ein Buch am Strand lesen möchtest, empfehle ich dir, einen geschützten Platz hinter kleinen Steinmäuerchen zu suchen, die die Einheimischen hier an den Stränden üblicherweise genau zu diesem Zweck bauen.

Wie warm ist der Ozean, kann man darin ganzjährig baden?

Der Atlantik rund um die Kanarischen Inseln ist erfrischend und die Wassertemperatur bewegt sich von 18 °C im Februar bis 24 °C im September und Oktober. Für einen gewöhnlichen Mitteleuropäer bedeutet das, dass er im Ozean problemlos auch mitten im Winter baden kann, auch wenn es für stundenlanges Schwimmen ohne Neoprenanzug nicht ganz reicht. Die seichten Lagunen (zum Beispiel in El Cotillo) erwärmen sich in der Sonne viel stärker als der offene Ozean.

Wie viele Tage soll ich für die Erkundung Fuerteventuras einplanen?

Für eine entspannte Erkundung der gesamten Insel empfehle ich dir, sieben bis zehn Tage einzuplanen. Innerhalb einer Woche schaffst du es, die Sanddünen im Norden, den wilden Süden, das historische Landesinnere zu besuchen und auch einen Ausflug zur Insel Lobos zu unternehmen, und das alles ohne Stress und ständige Hetze. Wenn du nur über ein verlängertes Wochenende kommst, musst du riesige Kompromisse eingehen.

Kann ich von Fuerteventura mit der Fähre auch zu einer anderen Insel?

Auf jeden Fall! Am einfachsten und häufigsten ist ein Tagesausflug zur Nachbarinsel Lanzarote. Die Fähren der Gesellschaften Fred Olsen und Naviera Armas fahren vom nördlichen Hafen Corralejo zur Stadt Playa Blanca auf Lanzarote mehrmals täglich ab und die schnelle Überfahrt dauert nur knapp eine halbe Stunde. Tickets kann man problemlos vor Ort oder im Voraus online kaufen.

Ist das Leitungswasser auf der Insel trinkbar?

Auf Fuerteventura gibt es praktisch kein natürliches Süßwasser und das gesamte Leitungswasser stammt aus riesigen Entsalzungsanlagen. Obwohl es hygienisch einwandfrei ist und du dir damit bedenkenlos die Zähne putzen oder damit kochen kannst, ist es zum direkten Trinken überhaupt nicht geeignet, da es einen eigenartigen Geschmack hat. Alle Einheimischen und Touristen kaufen sich zum Trinken abgefülltes Quellwasser in den Geschäften in Fünf-Liter-Kanistern.

Wie ist das an den Stränden mit der Nacktheit?

Fuerteventura ist ein völlig offenes und tolerantes Reiseziel, wo Nacktheit eine ganz normale Angelegenheit ist. An den meisten großen Stränden außerhalb der wichtigsten Hotelzentren (wie den Dünen in Corralejo oder den Stränden im Süden in Jandía) mischen sich Naturisten ganz natürlich mit Menschen in Badekleidung und niemand macht sich darum Gedanken. Es ist Teil der hiesigen freigeistigen und entspannten Kultur.

Ist die Insel für digitale Nomaden geeignet?

In den letzten Jahren ist die Insel (besonders der Norden rund um Corralejo und El Cotillo) zu einem sehr beliebten Zufluchtsort für Menschen geworden, die aus der Ferne arbeiten. Die Cafés bieten hier eine ordentliche Verbindung, es entstehen hier moderne Coworking-Zentren und die Gemeinschaft der Expats ist riesig. Spanien hat zudem attraktive Nomadenvisa eingeführt, dank derer Menschen außerhalb der EU hierher legal umsiedeln können.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Teneriffa, Spanien: 22 Tipps – Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten & beste Strände

TL;DRWir haben 22 Tipps für Teneriffa zusammengestellt: von der Besteigung des Teide (3718 m, höchster Berg Spaniens) über die Lorbeerwälder im Gebirge Anaga und das Bergdorf Masca bis zu den Klippen von Los Gigantes und schwarzen Stränden wie Playa de Benijo oder Playa Jardín. Die Insel ist ein Ganzjahresziel mit Temperaturen von 20–28 °C. Am besten entfliehst du dem Winter zwischen Dezember und März, weniger touristisch sind April oder November. Plan für den Besuch 10–14 Tage ein, mindestens solltest du eine Woche einplanen. Ab 2026 brauchst du für den Aufstieg zum Teide zudem eine vorab gebuchte, kostenpflichtige Genehmigung. Der Süden rund um Costa Adeje eignet sich für Strände und Resorts, der Norden mit Städten wie Puerto de la Cruz oder San Cristóbal de La Laguna für Natur und Geschichte. Um die Insel zu erkunden, brauchst du fast zwingend ein Auto.

Du überlegst, wohin du vor dem grauen und eisigen mitteleuropäischen Winter fliehen kannst? Die Kanarischen Inseln sind ein geografisches Paradoxon, das man einfach lieben muss. Obwohl sie politisch und kulturell zu Spanien gehören, wachsen sie geologisch aus dem afrikanischen Kontinentalschelf und bieten ein Klima, das einer unerreichbaren Utopie gleicht. Während der Rest Europas friert, lebt Teneriffa, Spanien, seinen eigenen entspannten Rhythmus des ewigen Frühlings – die Temperaturen bleiben das ganze Jahr über angenehm zwischen zwanzig und achtundzwanzig Grad.

Die größte und meistbesuchte Insel des Archipels verlangt bereits beim Landeanflug Respekt ab. An einem einzigen Tag kannst du dich durch dichten Nebelwald kämpfen, am Rand eines rauchenden Vulkankraters stehen und am Nachmittag an einem aufgeheizten Strand bräunen. Teneriffa ist eine Insel der enormen Kontraste, wo der sonnige, trockene Süden scharf mit dem grünen, feuchten Norden voller historischer Kolonialstädtchen kontrastiert. In diesem Reiseführer schauen wir uns gemeinsam die schönsten Orte an, die du bei der Planung deines Itinerars auf keinen Fall verpassen solltest.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Genehmigung für den Teide: Ab 2026 gilt ein striktes System mit Gebühren für den Aufstieg zum eigentlichen Gipfel (Weg PNT 10). Buche die Genehmigung Monate im Voraus.
  • Zwei völlig verschiedene Welten: Der Süden der Insel ist ideal für Sonnen- und Strandliebhaber sowie große Resorts, während der Norden Naturfreunde, Geschichtsbegeisterte und Wanderer begeistert.
  • Mietwagen ist Pflicht: Wer die Insel wirklich kennenlernen und in die Berge oder versteckte Dörfer fahren möchte, kommt ohne Auto nicht aus.
  • Grüner Norden: Das Anaga-Gebirge mit seinen Lorbeerwäldern gehört zum Schönsten, was du auf den Kanaren sehen kannst.
  • Wann reisen: Teneriffa ist ein Ganzjahresziel. Im Winter fliehst du vor der Kälte, im Sommer sorgen Meeresströmungen dafür, dass extreme Hitze ausbleibt.
  • Zwei Flughäfen: Aufgepasst beim Buchen – die Insel hat einen Südflughafen (TFS) für die meisten internationalen Flüge und einen Nordflughafen (TFN) eher für Inselverbindungen und Flüge von der spanischen Festlandsküste.

Teneriffa Wetter – Wann ist die beste Reisezeit?

Die Kanarischen Inseln kennen absolut keine Nebensaison – du kannst das ganze Jahr über unbesorgt hierher fliegen. Die Wintermonate von Dezember bis März sind der absolute Höhepunkt für alle, die dem Frost entfliehen wollen. In dieser Zeit steigen sowohl Unterkunfts- als auch Flugpreise steil an, doch als Belohnung winkt dir das einzige verlässliche Winterbadeziel in der Nähe Europas. Der Ozean hält nämlich selbst in den kältesten Monaten angenehme achtzehn bis vierundzwanzig Grad.

Die Sommerferien sind auf den Inseln dagegen überraschend erträglich und angenehm. Dank kühler Meeresströmungen und der konstanten Passatwinde erlebt man hier kaum die extremen Vierzig-Grad-Hitze, die im August regelmäßig das andalusische Festland lähmt. Wer leere Wanderwege und die besten Preise genießen möchte, sollte im Frühling – im April – oder im Herbst – im November – anreisen.

Beim Packen musst du bedenken, dass die Insel wie mehrere verschiedene Mikrowelten gleichzeitig funktioniert. Während du im Süden rund um Costa Adeje hauptsächlich Bikini und Sommerkleid brauchst, kommst du im Norden und in den Bergen ohne Regenjacke und wärmere Schichten nicht aus. Das Wetter kann sich hier buchstäblich hinter jeder Kurve ändern – Kleidung in Lagen zu tragen ist das absolute Grundprinzip für einen gelungenen Urlaub.

Wo auf Teneriffa übernachten?

💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl deiner Unterkunftsbasis ist für den Urlaub absolut entscheidend und hängt davon ab, was du vom Aufenthalt erwartest. Die goldene Regel lautet: Der sonnige Süden ist für Strandliebhaber geschaffen, während der grüne Norden aktive Reisende und alle, die authentische Atmosphäre suchen, begeistert. Wenn du länger als eine Woche bleibst, empfehle ich dir wärmstens, die Unterkunft aufzuteilen, damit du nicht stundenlang auf der Autobahn pendeln musst.

Die Südküste bietet eine riesige Auswahl an Resorts und Hotelkomplexen mit jeder erdenklichen Infrastruktur. Hier findest du die schönsten sonnenbeschienenen Strände und endlose Promenaden voller Restaurants. Eine ausgezeichnete Wahl ist die Gegend rund um Costa Adeje, die etwas ruhiger und luxuriöser wirkt als das benachbarte, lebhafte Playa de las Américas. Viele Reisende machen gute Erfahrungen mit der Buchung von Apartments über Booking, wo du alles von schlichten Studios bis hin zu Luxusvillen mit eigenem Pool findest.

Wenn dich eher Natur und kanarische Geschichte reizen, such dir eine Unterkunft im Norden. Puerto de la Cruz bietet einen guten Kompromiss zwischen touristischer Infrastruktur und authentischer spanischer Atmosphäre. Eine großartige historische Basis ist auch die Universitätsstadt San Cristóbal de La Laguna. Beachte aber, dass die Nordküste oft in Wolken gehüllt ist und die Temperaturen einige Grad niedriger sind als im trockenen Süden.

22 Tipps: Was in Teneriffa sehen und unternehmen

Lass uns gemeinsam einen Blick auf die interessantesten Orte werfen, die du bei einem Besuch der Insel nicht verpassen solltest. Wir haben alles aufgenommen – von dramatischen Vulkangipfeln über historische Städtchen bis hin zu den schönsten Stränden.

1. Nationalpark Teide und Gipfelbesteigung

Der Nationalpark Teide ist das absolute Herzstück der Insel, und seine Hauptdominante ragt auf beeindruckende 3.718 Meter über dem Meeresspiegel. Es handelt sich um den höchsten Berg ganz Spaniens, und ein Besuch ist für jeden Teneriffa-Reisenden ein Muss. Auf dem Weg hinauf beobachtest du eine faszinierende Veränderung der Landschaft: Bananenplantagen weichen Kiefernwäldern, und schließlich findest du dich in einer surrealen Mondlandschaft wieder. Erstarrte Lava und scharfer Obsidian erschaffen Szenerien, die einem wirklich den Atem verschlagen.

Wer bis zum eigentlichen Kraterrand aufsteigen möchte, muss sich auf ein bürokratisches Hindernis einstellen. Ab Januar 2026 gilt ein striktes System für den Aufstieg zum Gipfel, konkret für den letzten Wegabschnitt PNT 10. Du benötigst nun eine spezielle Genehmigung und musst eine Gebühr entrichten – damit versucht die Parkverwaltung, das empfindliche Ökosystem zu schützen. Die verfügbaren Slots sind Monate im Voraus vergriffen, daher ist Last-Minute-Planung hier fehl am Platz.

Ohne vorab gebuchten Permit lassen dich die Parkwächter nicht zum Krater vor – du musst dich dann mit den Aussichten von der oberen Seilbahnstation begnügen. Ich empfehle dir, die Genehmigung sofort nach dem Kauf deiner Flugtickets zu besorgen, denn die Frage nach dem Teide-Permit ist derzeit das meistdiskutierte Thema in Reiseforen. 💡 Tipp: Falls du keinen Permit für eine Tagesbesteigung bekommst, schau dich nach geführten Touren um oder erwäge eine legale Nachtbesteigung mit Sonnenaufgangsbeobachtung.

2. Seilbahn auf den Teide (Teleférico)

Für alle, die den enormen Höhenunterschied nicht zu Fuß bewältigen wollen oder können, gibt es im Nationalpark eine sehr effiziente Seilbahn. Sie bringt dich in nur acht Minuten von der Talstation auf 2.356 Metern hinauf auf beachtliche 3.555 Meter über dem Meeresspiegel. Von dort aus bieten sich fantastische Aussichten auf den gesamten Nationalpark, und bei guter Sicht siehst du die benachbarten Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro.

Tickets für die Seilbahn sind äußerst begehrt und in der Hochsaison vor Ort kaum zu bekommen. Buche sie immer mehrere Tage im Voraus online, am besten über die offizielle Website oder bequem über Plattformen wie GetYourGuide. Bedenke, dass es oben deutlich kälter ist und ein kräftiger Wind weht – eine warme Jacke und festes Schuhwerk sind auch mitten im heißen Sommer absolut unverzichtbar.

Der Betrieb der Seilbahn ist stark wetterabhängig, und starker Wind kann sie jederzeit zum Stillstand bringen. Prüfe immer morgens vor der Abfahrt die offizielle Website, damit du nicht umsonst in die Berge fährst. 💡 Tipp: Die Morgenstunden sind die beste Zeit – nicht nur wegen weniger Besuchern, sondern auch wegen klarerer Luft. Am Nachmittag ziehen sich rund um den Gipfel oft dichte Wolken zusammen.

3. Sternbeobachtung im Nationalpark

Teneriffa rühmt sich mit einigen der besten Bedingungen für die Beobachtung des Nachthimmels auf unserem gesamten Planeten. Der Nationalpark Teide ist offiziell als Starlight-Reservat zertifiziert, was bedeutet: minimale Lichtverschmutzung und extrem saubere Luft. Sobald die Sonne untergeht und die meisten Touristen zurück in ihre Küstenhotels gefahren sind, verwandelt sich der Park in ein perfektes natürliches Observatorium voller Stille.

Für das beste Erlebnis empfehle ich, mit einer der lokalen Agenturen auf eine spezialisierte Nachttour zu gehen. Professionelle Guides mit leistungsstarken Teleskopen zeigen dir Mondkrater, die Ringe des Saturn und bringen dir die Orientierung an den Sternbildern bei. Das ist ein absolut magisches Erlebnis, das nicht nur begeisterte Astronomen genießen, sondern auch absolute Laien, die sich nach Romantik unter der Milchstraße sehnen.

Wer auf eigene Faust losziehen möchte, nimmt einfach eine Decke, eine Thermoskanne mit heißem Tee und fährt mit dem Auto zu einer der vielen Aussichtspunkte entlang der Hauptstraße. Zieh dich aber unbedingt sehr warm an – die Temperaturen fallen hier nachts auch in den Sommermonaten regelmäßig nahe den Gefrierpunkt. 💡 Tipp: Der Aussichtspunkt Mirador de los Roques de García bietet eine ikonische Kulisse aus Felsnadeln vor dem Sternenhimmel – ein absolutes Paradies für alle Fotografen mit Stativ.

4. Anaga-Gebirge und Lorbeerwald

An der nordöstlichsten Spitze der Insel erstreckt sich das Anaga-Gebirge, das wie aus einer völlig anderen Welt wirkt. Dieses uralte Massiv ist bedeckt von einem tertiären Lorbeerwald, der sogenannten Laurisilva, die in Europa sonst nirgends erhalten geblieben ist. Mit Moos und Farnen bewachsene Bäume versinken hier ständig in mystischem Nebel und schaffen eine Atmosphäre wie aus einem Fantasyfilm.

Das gesamte Gebiet ist regelrecht durchzogen von hunderten Kilometern bestens ausgeschilderter Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsgrade. Einer der schönsten Pfade ist der Sendero de los Sentidos (Weg der Sinne), der beim Besucherzentrum Cruz del Carmen beginnt. Er ist anspruchslos, auch mit kleineren Kindern machbar und führt dich wunderbar in das feuchte und geheimnisvolle Ökosystem dieses Naturwunders ein.

Bei der Fahrt ins Anaga-Gebirge musst du mit einem völlig anderen Mikroklima rechnen als im Süden der Insel. Hier regnet es häufig, es weht der Wind, und es ist deutlich kühler – Regenjacke und gutes Schuhwerk gehören unbedingt in den Rucksack. 💡 Tipp: Die Straßen durch das Anaga-Gebirge sind unglaublich schmal und voller enger Serpentinen. Plan genug Zeit ein und bringe Geduld mit, wenn du Bussen entgegenkommst.

5. Bergdorf Masca und der Schluchten-Trek

Tief im Teno-Gebirge im Westen der Insel verbirgt sich das malerische Dörfchen Masca, das oft als das kanarische Machu Picchu bezeichnet wird. Bis in die 1970er Jahre führte keine Straße hierher, und der Ort war nur zu Fuß oder per Esel erreichbar. Heute kommt man zwar mit dem Auto hin, aber die Fahrt über extreme Serpentinen mit riesigen Höhenunterschieden stellt deine Fahrkünste und Nerven auf eine ernsthafte Probe.

Das Dorf selbst besteht aus nur wenigen Dutzend traditioneller Häuser, die sich buchstäblich an steile Felswände klammern. Die Hauptattraktion ist jedoch der grandiose Trek durch die Schlucht Barranco de Masca, der vom Dorf bis hinunter zur wilden Atlantikküste führt. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang zur Schlucht derzeit streng reglementiert – du musst vorab eine Genehmigung über die offizielle Website einholen.

Bedenke, dass es im Dorf so gut wie keine Parkplätze gibt, die in der Saison schon früh morgens belegt sind. Am besten lässt du das Auto in der nahen Stadt Santiago del Teide und fährst mit dem Linienbus oder einem Sammeltaxi nach Masca. 💡 Tipp: Für den Trek brauchst du unbedingt feste Knöchelschuhe und ausreichend Wasser. Der Weg hinunter und wieder hinauf ist körperlich sehr anspruchsvoll, und die Sonne kann gnadenlos sein.

6. Klippen Los Gigantes (Acantilados de Los Gigantes)

An der Westküste der Insel findest du eines der beeindruckendsten Naturphänomene ganz Spaniens. Die riesigen Felswände von Los Gigantes fallen nahezu senkrecht aus über sechshundert Metern Höhe in die Tiefen des Atlantischen Ozeans. Die Ureinwohner der Kanaren, die Guanchen, nannten diesen Ort treffend „Höllenmauer“, denn für sie stellte er das Ende der bekannten Welt dar.

Den schönsten Blick auf die Klippen bekommst du von Bord eines der vielen Ausflugsboote, die vom lokalen Hafen ablegen. Erst vom Meeresspiegel aus begreifst du ihre überwältigende Monumentalität und das enorme Ausmaß. Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, findet gute Aussichtspunkte im gleichnamigen Städtchen nahe dem Hafen oder vom schwarzsandigen Strand Playa de los Guíos.

Das Städtchen Los Gigantes ist vergleichsweise ruhig und bietet eine angenehme Alternative zu den lebhafteren Resorts im Süden. Es ist ein wunderbarer Ort für einen nachmittäglichen Kaffee beim Sonnenuntergang, der die Felsen in unglaubliche Orange- und Rottöne taucht. 💡 Tipp: Bei einem Spaziergang durch die Stadt stößt du auf natürliche Lavabecken, in denen du auch an Tagen sicher schwimmen kannst, wenn der Ozean zu rauhe Wellen hat.

7. Wal- und Delfinbeobachtung

Die Kanarischen Inseln – und konkret die Südwestküste Teneriffas – gehören zu den absolut besten Orten der Welt für die Beobachtung von Walen und Delfinen in freier Wildbahn. In den hiesigen Gewässern lebt dauerhaft eine große Kolonie von Grindwalen (Pilot Whales) sowie mehrerer Delfinarten. Der Meeresboden fällt hier sehr steil in große Tiefen ab, was perfekte Bedingungen für ihre Jagd und ihr ganzjähriges Leben schafft.

Walbeobachtungstouren legen am häufigsten von den Häfen in Los Cristianos, Puerto Colón oder Los Gigantes ab. Wähle immer Anbieter mit der Zertifizierung „Barco Azul“ (Blaues Schiff), die einen ethischen Umgang mit den Tieren garantiert. Diese Boote halten strenge Regeln ein, nähern sich den Walen nicht zu nah und schalten die Motoren nicht abrupt ab, um die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung nicht zu stören.

Während einer zwei- bis dreistündigen Fahrt hast du eine nahezu hundertprozentige Chance, tatsächlich Tiere zu sehen. Das Erlebnis, wenn ein riesiger Wal nur wenige Meter neben deinem Boot auftaucht, gehört zu den unvergesslichsten Urlaubsmomenten. 💡 Tipp: Wenn du zu Seekrankheit neigst, buche Plätze auf größeren Katamaranen – sie sind auf dem offenen Ozean deutlich stabiler als kleine Motorboote. Nimm Tabletten gegen Seekrankheit etwa eine Stunde vor dem Ablegen ein.

8. San Cristóbal de La Laguna (UNESCO)

Wer die echte Geschichte und Kultur der Insel kennenlernen möchte, muss in den Norden nach San Cristóbal de La Laguna fahren. Diese ehemalige Hauptstadt steht zu Recht auf der UNESCO-Welterbeliste dank ihres perfekt erhaltenen historischen Zentrums aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Das einzigartige Schachbrettmuster der Straßen wurde später zum Vorbild für viele Kolonialstädte in Lateinamerika.

Beim Schlendern begegnet dir eine wunderbare Kulisse aus bunten Häusern mit typischen Holzbalkonen und stillen Innenhöfen voller Palmen. Die Stadt hat eine lange Universitätstradition, die ihr eine unglaublich lebhafte und jugendliche Atmosphäre verleiht. In den engen Gassen findest du zahllose alternative Cafés, unabhängige Buchläden und ausgezeichnete Tapas-Bars, die hauptsächlich von Einheimischen besucht werden.

Beachte, dass La Laguna auf über fünfhundert Metern Höhe liegt und das lokale Klima völlig anders ist als im sonnigen Süden. Hier regiert oft Nebel, Kühle und gelegentliche Schauer – Pullover und Regenschirm sind Pflichtausrüstung. 💡 Tipp: Komm abends hierher, wenn die historischen Gebäude wunderschön beleuchtet sind und die Stadt mit dem lebhaften Nachtleben der Studenten pulsiert, die bis in die späten Stunden auf den Plätzen sitzen.

9. Santa Cruz de Tenerife

Die heutige Hauptstadt der Insel, Santa Cruz de Tenerife, ist eine moderne, pulsierende Metropole, die eine großartige Mischung aus Kultur, Shopping und Entspannung bietet. Ihr bekanntestes Wahrzeichen ist das futuristische Gebäude des Auditorio de Tenerife, entworfen vom berühmten Architekten Santiago Calatrava, dessen Form verblüffend an das Opernhaus in Sydney erinnert. Rund um es herum verläuft eine schöne Promenade, ideal für einen Nachmittagsspaziergang.

Die Stadt ist reich an Grünflächen und wunderschönen Parks, von denen der bekannteste der Parque García Sanabria mit exotischen Pflanzen und Kunstinstallationen ist. Shopping-Fans sollten die Calle Castillo nicht verpassen, wo Boutiquen aller Weltmarken zu finden sind. Für ein authentisches Erlebnis lohnt sich ein Besuch des Marktes Mercado de Nuestra Señora de África, wo du die frischesten lokalen Zutaten kaufen kannst.

Wer ans Meer möchte, findet etwas außerhalb der Stadt den traumhaften Strand Playa de las Teresitas. Er ist mit feinem, goldenen Sand bedeckt, der direkt aus der Sahara hierher gebracht wurde, und dank künstlicher Wellenbrecher bietet er ruhiges Wasser ohne gefährliche Strömungen. 💡 Tipp: Jeden Februar oder März beherbergt Santa Cruz einen der größten Karnevals der Welt, der mit dem in Rio de Janeiro mithalten kann. Wer im Frühjahr reist, sollte dieses farbenfrohe Spektakel unbedingt erleben.

10. Garachico und Lavabecken

An der Nordküste liegt eine der malerischsten und zugleich tragischsten Städte der Insel. Garachico war einst der reichste Hafen ganz Teneriffas, bis ihn im Jahr 1706 ein massiver Ausbruch des nahen Vulkans Trevejo fast vollständig vernichtete. Die glühende Lava zerstörte damals den gesamten Hafen und veränderte das Schicksal dieses wohlhabenden Handelszentrums für immer.

Doch die Natur hat dem Ort etwas Besonderes zurückgegeben. Die erstarrte Lava, die ins Meer geflossen war, schuf an der Küste ein faszinierendes System natürlicher Becken namens El Caletón. In diesen Felsenlagunen kannst du heute sicher schwimmen und das kristallklare Wasser genießen, geschützt vor den wilden Wellen des Atlantiks. Rund um die Becken wurden bequeme Wege und Treppen für einen einfachen Zugang angelegt.

Das Städtchen selbst hat eine wunderbare kanarische Atmosphäre aus gepflasterten Gässchen, alten Kirchen und stillen Plätzen bewahrt. Es ist der ideale Ort für ein gemütliches Mittagessen auf der Terrasse mit Meerblick, weit entfernt vom Trubel der südlichen Ferienorte. 💡 Tipp: Der Zugang zu den Lavabecken ist in den Wintermonaten wegen gefährlich hoher Wellen oft gesperrt. Respektiere stets die ausgehängten roten Flaggen und riskiere deine Gesundheit nicht leichtfertig.

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11. Icod de los Vinos und der tausendjährige Drachenbaum

Nicht weit von Garachico versteckt sich in den Hügeln das Städtchen Icod de los Vinos, das zwei Dinge berühmt gemacht haben: hervorragender Lokalwein und ein riesiger Baum. Das Hauptattraktion ist der Drago Milenario, ein gewaltiger Drachenbaum, der als der älteste seiner Art auf der Welt gilt. Obwohl sein Alter eher auf „nur“ achthundert Jahre geschätzt wird, flößt seine mächtige Krone aus hunderten verschlungener Äste enormen Respekt ein.

Der Baum befindet sich in einem kostenpflichtigen Botanischen Park, der einen angenehmen Spaziergang durch exotische Flora ermöglicht. Wer keinen Eintritt zahlen möchte, bekommt den besten Blick auf den Drachenbaum völlig kostenlos vom nahegelegenen Platz Plaza de San Marcos. Von dort lässt sich der Baum obendrein wunderbar mit der historischen Kirche und dem Gipfel des Teide im Hintergrund fotografieren.

Wie der Name der Stadt schon andeutet, ist Icod das Zentrum des nördlichen Weinbaugebiets. In den engen Gassen stößt du auf Dutzende kleiner Bodegas, wo du hervorragende lokale Weine probieren kannst, darunter den süßen Malvasier. 💡 Tipp: Besuche unbedingt das kleine Schmetterlingsmuseum (Mariposario del Drago) direkt neben dem Park, wo du durch eine tropische Halle spazierst, in der hunderte frei flatternde exotische Schmetterlinge um dich herumschwirren.

12. Loro Parque in Puerto de la Cruz

Im Norden der Insel findest du eine Institution, die regelmäßig als bester Zoo der Welt ausgezeichnet wird. Loro Parque begann ursprünglich als Rettungsstation für Papageien, von denen er heute die größte Sammlung des Planeten beherbergt. Inzwischen hat er sich zu einem riesigen Komplex entwickelt, der mit großem Nachdruck auf Naturschutz und die Rettung bedrohter Arten setzt.

Der Park ist außerordentlich sauber, voller üppiger tropischer Vegetation, und die Tiere leben in riesigen Gehegen, die ihrer natürlichen Umgebung nachempfunden sind. Das größte Highlight ist das gigantische Pinguin-Pavillon Planet Penguin, das antarktische Bedingungen simuliert und in dem täglich tonnenweise frischer Schnee fällt. Hier siehst du auch Gorillas, Faultiere, Tiger und ein beeindruckendes Aquarium mit einem verglasten Tunnel voller Haie.

Der Besuch des Parks füllt problemlos einen ganzen Tag und ist ein fantastisches Erlebnis nicht nur für Familien mit Kindern. Am besten kommst du gleich zur Öffnungszeit, um den größten Menschenmassen zu entgehen, die mit Bussen aus den südlichen Ferienorten ankommen. 💡 Tipp: Kauf die Tickets vorab online und überlege dir ein sogenanntes Twin Ticket, das dir einen preislich günstigeren kombinierten Eintritt für den Wasserpark Siam Park im Süden der Insel ermöglicht.

13. Siam Park an der Costa Adeje

Während Loro Parque den Norden dominiert, rühmt sich der Süden der Insel mit dem besten Wasserpark der Welt. Siam Park ist ein riesiger Komplex, erbaut im atemberaubenden thailändischen Stil, der jeden Adrenalinjunkie und jeden Erholungssuchenden begeistert. Dutzende Spitzenrutschen sind in einem perfekt gepflegten tropischen Dschungel eingebettet, sodass man sich überhaupt nicht wie in einem gewöhnlichen Betonaquapark fühlt.

Die ikonischste Attraktion ist der Tower of Power, eine neunundzwanzig Meter hohe Rutsche mit nahezu senkrechtem Fall, die in einem verglasten Tunnel direkt durch ein Becken voller Haie und Rochen endet. Wer Ruhe bevorzugt, kann sich einen Ring ausleihen und sich vom sanften Strom des Mai Thai River treiben lassen oder sich an den Kunststand legen, dessen riesiges Becken regelmäßig bis zu drei Meter hohe Wellen für Surfer erzeugt.

In der Saison ist der Park extrem überfüllt, und die Warteschlangen an den beliebtesten Attraktionen können über eine Stunde dauern. Es lohnt sich definitiv, in einen Fast-Track-Pass zu investieren, mit dem du beliebte Rutschen überspringen und dir eine Menge Nerven sparen kannst. 💡 Tipp: Auf allen Attraktionen sind lose Gegenstände wie Brillen oder Flip-Flops verboten. Leg dir am besten Neopren-Wasserschuhe zu, damit du dir die Fußsohlen auf den glühend heißen Gehwegen nicht verbrennst.

14. Puerto de la Cruz und Lago Martiánez

Puerto de la Cruz ist das wichtigste Touristenzentrum des Nordens, das sich – anders als die Südresorts – seinen starken spanischen Charakter bewahrt hat. Das größte Juwel ist der Komplex Lago Martiánez, entworfen vom legendären Künstler César Manrique vom benachbarten Lanzarote. Es handelt sich um ein riesiges System mit Meerwasser gefüllter Becken, die meisterhaft in die schwarzen Vulkanfelsen eingebettet sind.

Der Komplex ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man moderne Architektur mit der rauen kanarischen Natur verbinden kann. Hier findest du einen riesigen Kunstsee, Kaskadenfontänen und zahlreiche Ruhezonen voller Palmen und exotischer Blumen. Es ist der ideale Ort zum Entspannen an Tagen, wenn der Ozean an der Nordküste zu wild und gefährlich zum Schwimmen ist.

Die Stadt selbst bietet ein wunderschönes historisches Zentrum mit traditionellen Fischerhaus-Fassaden und ausgezeichneten Restaurants. Spaziere entlang der Küstenpromenade bis zum Platz Plaza del Charco, der das gesellschaftliche Herz der Stadt bildet und von früh morgens bis spät nachts lebendig ist. 💡 Tipp: Nicht weit vom Zentrum findest du den wunderbaren Botanischen Garten Jardín Botánico, der bereits im achtzehnten Jahrhundert zur Akklimatisierung exotischer Pflanzen aus Amerika angelegt wurde.

15. Strand Playa de las Américas

Playa de las Américas ist das Synonym für lebhaften Urlaub, Partys und endlose Unterhaltung. Dieser Ferienort im Süden der Insel schläft nie und bietet die beste Infrastruktur für alle, die den Trubel großer Touristenzentren lieben. Hier findest du kilometerlange Küstenpromenaden, gesäumt von hunderten Restaurants, Bars, Nachtclubs und Souvenirläden.

Der eigentliche Strand ist durch Wellenbrecher geschützt, sodass er sehr ruhiges und sicheres Baden auch für Familien mit kleinen Kindern bietet. Der Sand hat eine angenehm goldene Farbe, und überall kannst du bequeme Liegestühle mit Sonnenschirmen mieten. Die Gegend ist auch bei der Surfer-Community beliebt, denn direkt neben den Hauptstränden gibt es Riffe, die hervorragende Wellen für Anfänger und Fortgeschrittene erzeugen.

Man muss sagen, dass du hier kaum authentische spanische Kultur findest – alles ist hauptsächlich auf britische und deutsche Touristen ausgerichtet. Wenn du aber sonniges Wetter, gute Cocktails und ein lebhaftes Nachtleben suchst, bist du hier goldrichtig. 💡 Tipp: Um den größten Massen zu entfliehen, spaziere entlang der Küste in Richtung Norden zur exklusiveren Costa Adeje, wo du ruhigere Buchten und Premium-Beach-Clubs mit ausgezeichnetem Service findest.

16. Los Cristianos und Hafenambiente

Direkt neben Playa de las Américas liegt das Städtchen Los Cristianos, das zwar inzwischen zu einer großen Agglomeration zusammengewachsen ist, sich aber einen etwas ruhigeren Charakter bewahrt hat. Ursprünglich war es ein kleines Fischerdorf, dessen historisches Zentrum mit einem Geflecht enger Gassen und kleiner Plätze rund um den Hafen noch immer zu bewundern ist – hier spürt man noch ein wenig die alte kanarische Atmosphäre.

Der Strand Playa de los Cristianos ist breit, mit feinem gelbem Sand bedeckt und dank des flachen Eingangs ins Wasser ideal für Familien mit Kindern und Nichtschwimmer. Der lokale Hafen dient als wichtiger Knotenpunkt für Fähren, die von hier mehrmals täglich zu den benachbarten Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro ablegen. Es ist ein reges Treiben von Schiffen, dem man wunderbar von einer Bank mit einem Kaffee in der Hand zuschauen kann.

Entlang des Strandes verläuft eine belebte Promenade voller Cafés und Restaurants, die zum Glück den lautesten Nachtclubs aus dem Weg gegangen sind. Ein wunderbarer Ort für einen Abendspaziergang, der mit einem guten Abendessen endet und den Blick auf ankernde Segelboote freigibt. 💡 Tipp: Mach dich auf den Weg hinter den Hafen zur nahen Montaña Chayofita – ein kurzer, leichter Pfad führt auf den Gipfel, von dem du einen fantastischen Panoramablick auf die gesamte Südküste genießt.

17. El Médano – Paradies für Surfer

Wer Massentourismus meiden und eine eher bohèmeartige Atmosphäre sucht, sollte nach El Médano fahren. Dieser Ort wurde als Hauptstandort für Windsurfen und Kitesurfen auf der Insel bekannt, dank des ständigen Windes, der hier praktisch das ganze Jahr über weht. Der Himmel über den lokalen Stränden ist ständig voller bunter Drachen und Segel, was eine absolut fantastische, dynamische Kulisse schafft.

Im Städtchen selbst herrscht eine ungemein entspannte und freundliche Atmosphäre, die junge Menschen, digitale Nomaden und Sportler aus ganz Europa anzieht. Statt Luxusboutiquen findest du hier eher Surfboard-Verleihe, vegane Cafés und unabhängige Läden mit handgemachtem Schmuck. Auf dem zentralen Platz finden regelmäßig kleine Märkte und Straßenkonzerte statt, die dem Ort eine besondere Magie verleihen.

Das Wahrzeichen der gesamten Bucht ist der Vulkankegel Montaña Roja (Roter Berg), der direkt aus dem Ozean ragt und die Küste in zwei Hauptstrände teilt. Der Aufstieg auf seinen Gipfel dauert knapp eine Stunde und ist eine großartige Aktivität für einen windigen Nachmittag. 💡 Tipp: Der Strand Playa de la Tejita hinter dem Roten Berg ist einer der größten Naturstrände der Insel, völlig unberührt von Bebauung – ein Teil davon ist als FKK-Strand ausgewiesen.

18. Schwarze Vulkanstrände (Playa Jardín und Benijo)

Teneriffa ist eine Vulkaninsel, und ihre schönsten Strände sind weder weiß noch golden, sondern tief schwarz. Der aus gemahlenem Vulkangestein bestehende Sand hat seinen ganz eigenen Zauber und erhitzt sich in der Sonne extrem schnell. Einer der zugänglichsten schwarzen Strände ist der schöne Playa Jardín in Puerto de la Cruz, den César Manrique entworfen und mit wunderbaren subtropischen Gärten und Kunstwasserfällen umgeben hat.

Wer echte Wildnis sucht, muss in den Norden der Insel ins Anaga-Gebirge. Playa de Benijo gehört zu den meistfotografierten Orten der Insel dank seiner dramatischen Klippen und zerklüfteten Felstürme, die direkt aus der brandenden Gischt ragen. Viele Stufen führen hinunter, und es gibt keinerlei Infrastruktur in Form von Liegestühlen oder Sonnenschirmen – nur die pure, rohe Kraft des Atlantiks.

Das Baden an den wilden Nordstränden erfordert enormen Respekt vor der Natur. Hier gibt es oft riesige Wellen und sehr heimtückische Unterströmungen, also geh nur ins Wasser, wenn die Bedingungen absolut ruhig sind. 💡 Tipp: Behandle den schwarzen Sand mit Respekt – in der Mittagssonne kann er sich so stark aufheizen, dass du dir ohne feste Schuhe oder Flip-Flops sofort die Fußsohlen verbrennst.

19. La Orotava und historisches Zentrum

Direkt oberhalb von Puerto de la Cruz breitet sich La Orotava auf den Berghängen aus, das von vielen als die schönste Stadt auf der gesamten Insel gilt. Ihr historisches Zentrum ist eine beeindruckende Schau kanarischer Architektur aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert, als die Stadt durch den Export von Wein und Zuckerrohr reich wurde. Alle Straßen sind unglaublich steil, sodass du beim Erkunden ordentlich auf Trab kommst.

Das bekannteste Wahrzeichen ist die Casa de los Balcones (Haus der Balkone), das die meisterhafte Handwerkskunst der lokalen Schreiner zeigt. Der Innenhof mit riesigen geschnitzten Balkonen und üppiger Vegetation ist ein typisches Beispiel dafür, wie die damalige Oberschicht lebte. Nicht weit davon entfernt liegen die wunderschönen Terrassengärten Jardines del Marquesado de la Quinta Roja mit einem atemberaubenden Blick bis zum Ozean.

La Orotava ist weltweit bekannt für seine Fronleichnamsfeiern (Corpus Christi), die üblicherweise Ende Mai oder Anfang Juni stattfinden. Die Einheimischen bedecken Straßen und Plätze mit riesigen Teppichen aus Blüten und buntem Vulkansand aus dem Nationalpark Teide. 💡 Tipp: Wenn du die einzigartige alte Wassermühle Gofio La Máquina besuchen möchtest, wo traditionelles kanarisches Gofio-Mehl noch heute wasserbetrieben gemahlen wird, musst du in die steilen Gässchen oberhalb des Zentrums.

20. Pyramiden in Güímar

An der Ostküste der Insel findest du eines der größten archäologischen Rätsel der Kanarischen Inseln. Im Städtchen Güímar stehen sechs Stufenpyramiden, die in ihrer Form verblüffend an Bauten in Mexiko oder Peru erinnern. Lange Zeit glaubte man, es handele sich nur um zufällig aufgehäufte Steine, die Bauern beim Feldräumen zurückgelassen hatten.

Der berühmte norwegische Forscher und Seefahrer Thor Heyerdahl präsentierte jedoch eine faszinierende Theorie, nach der diese Bauwerke eine klare astronomische Ausrichtung haben und eine uralte Verbindung zwischen dem alten Ägypten und den Zivilisationen Mittelamerikas belegen. Obwohl moderne Archäologen seine gewagten Theorien eher widerlegen und die Bauten ins neunzehnte Jahrhundert datieren, ist der Besuch des Geländes außerordentlich fesselnd.

Um die Pyramiden herum wurde ein ausgezeichneter ethnografischer Park mit einem hervorragenden Museum errichtet, das sich Heyerdahls Expeditionen und der antiken Seefahrt widmet. Hier findest du auch Nachbauten seiner berühmten Schilfboote Ra II und Kon-Tiki. 💡 Tipp: Ein Teil des Parks ist ein einzigartiger Garten giftiger Pflanzen, in dem du unter Aufsicht von Guides sicher die gefährlichsten Pflanzen der Welt kennenlernen kannst – ein großartiger Stopp auch für ältere Kinder.

21. Punta de Teno und westlicher Leuchtturm

An der nordwestlichsten Spitze der Insel findest du einen Ort, der sich eine unglaublich wilde und abgelegene Atmosphäre bewahrt hat. Punta de Teno ist eine felsige Halbinsel mit einem ikonischen rot-weißen Leuchtturm, von dem aus du die besten Ausblicke auf die riesigen Klippen von Los Gigantes hast. Es ist der ideale Ort für Sonnenuntergangsbeobachtungen, wenn Himmel und Felsen in dramatischen Farbtönen leuchten.

Der Weg zum Leuchtturm führt über eine schmale, in steile Felsen gehauene Straße über dem Kliff. Aus Naturschutz- und Sicherheitsgründen ist die Zufahrt für Privatfahrzeuge tagsüber streng verboten (üblicherweise von zehn Uhr morgens bis sieben Uhr abends). Wenn du tagsüber hierher möchtest, musst du einen speziellen Linienbus nutzen, der vom nahen Städtchen Buenavista del Norte abfährt, oder eine Bootstour buchen.

Außer dem Leuchtturm und den Aussichten gibt es hier nur ein paar kleine Buchten mit klarem Wasser, die sich hervorragend zum vorsichtigen Schnorcheln in den Vulkanriffen eignen. Erwarte hier keinerlei Restaurants oder Imbissstände – du musst sämtliche Verpflegung mitbringen. 💡 Tipp: Die Winde auf dem Kap können extrem stark sein, nimm also auch im heißen Sommer eine Windjacke mit – die gefühlte Temperatur sinkt hier sehr schnell.

22. Kanarische Küche probieren

Die kanarische Küche ist außerordentlich vielfältig und bietet dank der Einflüsse aus Spanien, Afrika und Lateinamerika großartige Erlebnisse – auch für überzeugte Vegetarier. Das absolute Grundgericht sind die Papas Arrugadas, traditionelle Runzelkartoffeln, die mit viel Salz in ihrer Schale gekocht werden, bis sich eine feine Salzkruste bildet. Sie werden als Beilage zu fast allem gereicht oder einfach pur als köstliche Tapas.

Diese Kartoffeln wären ohne die zwei ikonischen Saucen – rote Mojo Rojo und grüne Mojo Verde – nicht vollständig. Die rote Version wird aus scharfen Paprikas, Knoblauch und Olivenöl zubereitet, während die grüne milder ist und auf frischem Koriander oder Petersilie basiert. Ein riesiges kulinarisches Phänomen ist auch Gofio, geröstetes Mehl aus Mais und Weizen, das Suppen, Süßspeisen und sogar der morgendlichen Milch beigegeben wird.

Wer Käse mag, sollte unbedingt Queso Asado probieren – eine dicke Scheibe lokalen Ziegen- oder Schafskäse, goldbraun gegrillt und mit Honig sowie grüner Mojo übergossen. Das ist eine unglaublich sättigende und geschmacklich perfekte Kombination. 💡 Tipp: Vermeide überteuerte Restaurants auf den Strandpromenaden und suche stattdessen die sogenannten Guachinches auf – traditionelle Familienwirtschaften in den Bergen im Norden, wo du zu einfachem Essen den besten Hauswein direkt aus dem Fass bekommst.

Weiter reisen von Teneriffa (und Spanien)

Wer einen längeren Aufenthalt plant und Teneriffa mit einer weiteren Insel verbinden möchte, für den ist die kurze Fährüberfahrt zum grünen La Gomera die naheliegendste Wahl. Viele Reisende nutzen die Kanarischen Inseln auch als großartigen Ausgangspunkt für eine breitere Erkundung des spanischen Festlands, zu dem mehrmals täglich günstige Direktverbindungen fliegen.

Wenn dich das Festland und seine atemberaubende Architektur reizen, lies unseren Reiseführer über Barcelona oder entdecke den Charme der Hauptstadt in unserem Artikel über Madrid. Für Liebhaber südländischer Atmosphäre haben wir einen großartigen Andalusien-Reiseführer mit den 20 schönsten Orten vorbereitet, zu dem ein detaillierter Sevilla-Guide, das maurische Granada und das historische Córdoba nicht fehlen dürfen. Faszinierende Erlebnisse warten auch in der Stadt Ronda oder auf dem legendären Weg Caminito del Rey. Wer die baskische Kultur entdecken möchte, fährt nach San Sebastián oder Bilbao. Einen Strandurlaub kannst du mit einem Stadtbesuch in Valencia verbinden, entspannt ist auch Málaga, und wer die berühmte Partykultur sucht, steuert Ibiza an. Vergiss auch nicht, unsere Übersicht der typischen spanischen Gerichte zu lesen, bevor du ins Restaurant gehst.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf der Insel ein Auto?

Ja, wenn ihr die Insel wirklich kennenlernen wollt und nicht nur am Hotelpool liegen möchtet, kann ich euch einen Mietwagen nur wärmstens empfehlen. Öffentliche Verkehrsmittel verkehren zwar zwischen den größeren Küstenstädten, aber zu den Bergdörfern, Nationalparks und einsamen Stränden kommt ihr ohne Auto nur sehr schwer und verliert dabei viel wertvolle Zeit.

Welchen Flughafen soll ich für die Anreise wählen?

Tenerife hat zwei Flughäfen. Für die meisten internationalen Flüge aus Europa dient der südliche Flughafen Tenerife Sur (TFS), der in unmittelbarer Nähe zu den größten Strandresorts liegt. Den nördlichen Flughafen Tenerife Norte (TFN) nutzt ihr eher, wenn ihr vom spanischen Festland umsteigt (zum Beispiel in Madrid) oder zu den umliegenden kleineren Inseln weiterfliegen möchtet.

Ist der Ozean im Winter warm genug zum Baden?

Das Wasser im Atlantik erreicht zwar nie die Temperaturen des Mittelmeers im August, aber baden kann man hier das ganze Jahr über. In den kältesten Monaten von Januar bis März liegt die Wassertemperatur bei etwa neunzehn Grad, was für eine Erfrischung an der sonnengefluteten Südküste völlig ausreichend ist.

Wo ist es wärmer, im Norden oder im Süden?

Der Unterschied ist enorm. Der trockene Süden rund um Costa Adeje wird durch die hohen Berge in der Inselmitte geschützt, hier hält sich die Sonne, es gibt kaum Niederschläge und die Temperaturen sind stabil hoch. Der Norden um Puerto de la Cruz ist deutlich grüner, feuchter, oft ziehen Wolken auf und gefühlt kann es hier locker fünf Grad kühler sein.

Wie viele Tage brauche ich, um die Insel zu erkunden?

Das absolute Minimum für einen Besuch ist eine ganze Woche, aber selbst dann müsst ihr viele interessante Orte auslassen. Wenn ihr in Ruhe Ausflüge in die Berge (Teide, Anaga, Masca) mit Entspannung an den Stränden und dem Besuch historischer Städte kombinieren möchtet, sind zehn bis vierzehn Tage die ideale Dauer.

Sollte ich die Genehmigung für den Teide schon von zuhause regeln?

Auf jeden Fall. Besonders seit 2026 sind die Regeln für den Aufstieg sehr streng, die Kapazität der Wege ist begrenzt und die Slots für den Gipfel selbst sind Monate im Voraus ausgebucht. Wenn ihr die Genehmigung nicht schon von zuhause aus reserviert habt, bekommt ihr vor Ort nur noch durch puren Zufall einen Platz aus stornierten Reservierungen anderer Touristen.

Sind die Kanarischen Inseln teuer?

Das Preisniveau ist hier sehr angenehm, im Durchschnitt etwas niedriger als auf dem spanischen Festland oder in Westeuropa, und das dank eines speziellen ermäßigten Steuersystems. Benzin, Lebensmittel in Supermärkten und Essen in lokalen Restaurants abseits der touristischen Hauptpromenaden werden euch mit sehr vernünftigen Preisen positiv überraschen.

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Mallorca, Spanien: 25 Tipps, was man sehen und tun kann

TL;DRMallorca liefert 25 konkrete Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten: von der gotischen Kathedrale La Seu und dem Castell de Bellver in Palma über die Bergdörfer Valldemossa, Deià und Sóller im Gebirge Serra de Tramuntana (UNESCO-Weltnaturerbe) bis hin zu Stränden wie Es Trenc, Cala Mondragó oder Caló des Moro. Die beste Reisezeit sind die Übergangsmonate Mai, Juni, September und Oktober, wenn das Meer rund 26 °C hat und es weder zu heiß noch zu überfüllt ist. Besucher zahlen eine Öko-Steuer von 2 bis 4 Euro pro Nacht, je nach Art der Unterkunft. Zu den Highlights zählen die historische Zugfahrt nach Sóller für 25 Euro, die Tropfsteinhöhlen Coves del Drach mit einem Eintritt von rund 17 Euro und der spektakuläre Aussichtspunkt Cap de Formentor, den man im Sommer nur mit dem Shuttlebus erreicht.

Kennst du das Gefühl, wenn du von einem Ort so oft gehört hast, dass du das Gefühl bekommst, ihn schon in- und auswendig zu kennen? Mallorca Spanien ist genau so eine Destination – sie leidet und lebt zugleich von ihrem Ruf. Ich war zwar einmal als Kind mit meiner Mutter und meinem Bruder hier, aber ehrlich gesagt erinnere ich mich nur noch an Sandburgenbauen und eine riesige Portion Eis. 😅 Wenn man diese größte Baleareninsel jedoch mit erwachsenen, praktischen Augen betrachtet, stellt man fest, dass sie eigentlich ein faszinierender Mikrokontinent ist. Sie bietet nämlich absolut alles, was man von einem perfekten Urlaub erwartet, und begeistert sowohl ambitionierte Radfahrer als auch Kunst- und Geschichtsliebhaber.

In diesem Artikel findest du 25 Tipps, was du auf Mallorca sehen und tun kannst, damit du die Insel in vollen Zügen genießt und die schlimmsten Touristenfallen vermeidest. Wir schauen uns die majestätischen Sehenswürdigkeiten in Palma an, erkunden die dramatischen Berge der Serra de Tramuntana und lassen die schönsten Buchten mit türkisblauem Wasser nicht aus. Ich erkläre dir außerdem, wo du am besten übernachtest, wie der lokale Nahverkehr funktioniert und worauf du achten solltest, um keine saftigen Bußgelder für Falschparken in Schutzgebieten zu kassieren.

Zusammenfassung

  • Hauptstadt Palma: Das Wahrzeichen ist die beeindruckende gotische Kathedrale La Seu – Tickets unbedingt vorab online kaufen – sowie die historische Altstadt voller Tapas-Bars.
  • Berge und Dörfer: Das Gebirge Serra de Tramuntana (UNESCO) birgt Juwelen wie Valldemossa, das Künstlerdorf Deià und das Städtchen Sóller, zu dem ein legendärer historischer Zug fährt.
  • Dramatischer Norden: Cap de Formentor bietet die schönsten Aussichten, aber im Sommer gilt dort ein striktes Fahrverbot für Autos – du musst den Pendelbus nutzen.
  • Beste Strände: Im Süden und Osten findest du den karibischen Strand Es Trenc sowie die fotogenen Buchten Cala Mondragó und Cala Llombards.
  • Touristensteuer: Auf allen Baleareninseln wird die sogenannte Ecotasa erhoben, die je nach Unterkunftsart variiert und vor Ort bezahlt wird.
  • Anreise: Von deutschen Flughäfen fliegen Eurowings, Ryanair und Condor direkt nach Mallorca; auf der Insel kommt man am besten mit einem Mietwagen voran, in die Berge reichen aber oft auch die gut funktionierenden Busse.

Wann nach Mallorca reisen

Wenn du überlegst, wann du dein Ticket buchen sollst, ist die Nebensaison das ideale Zeitfenster für einen Besuch – also die Monate Mai, Juni sowie September und Oktober. In diesen Monaten ist das Meer bereits oder noch angenehm warm (im September hält das Wasser wohltuende 26 °C), und du vermeidest zuverlässig die schlimmsten Hitzewellen sowie die extremen Touristenmassen. Mallorca ist zwar theoretisch eine ganzjährige Destination, aber bedenke, dass in den Wintermonaten die meisten Hotels und Restaurants an der Küste geschlossen sind. Der Winter ist dafür ideal zum Radfahren und Wandern, da die Temperaturen bei etwa 15 Grad bleiben.

Vergiss bei der Budgetplanung nicht, dass die balearische Regierung eine Nachhaltigkeitstourismussteuer, die sogenannte Ecotasa, erhebt. Sie wird von jedem Besucher ab 16 Jahren direkt in der Unterkunft bezahlt. In der Hauptsaison von Mai bis Oktober kostet eine Nacht im Vier-Sterne-Hotel 3 bis 4 Euro extra pro Person, in normalen Apartments sind es etwa 2 Euro. Ab dem neunten Aufenthaltstag halbiert sich dieser Satz, was ein nettes Bonbon für alle ist, die einen längeren Urlaub planen. Außerhalb der Saison sind diese Gebühren nur ein Bruchteil davon.

Wo auf Mallorca übernachten

💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornierungsbedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl der Unterkunftslage ist absolut entscheidend und hängt vor allem davon ab, was du auf der Insel machen möchtest. Wer Geschichte erkunden, Gastronomie genießen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln Ausflüge unternehmen möchte, ist in der Hauptstadt Palma de Mallorca bestens aufgehoben. Für Bergliebhaber, Radfahrer und alle, die ruhige Abende bevorzugen, ist die nordwestliche Küste rund um das Städtchen Sóller ideal. Familien mit Kindern wählen oft die nördliche Bucht bei der historischen Alcúdia, wo breite Sandstrände mit sehr flachem Einstieg ins Meer locken. Buchungen solltest du immer frühzeitig vornehmen, denn die besten Kapazitäten sind schon im Frühjahr vergriffen. Booking.com eignet sich hervorragend zur Reservierung – von Luxusvillen bis hin zu gemütlichen Apartments findest du dort alles.

In der Hauptstadt Palma kannst du zum Beispiel im wunderschönen Hotel Saratoga übernachten, das einen Dachpool mit atemberaubendem Blick direkt auf die Kathedrale bietet und in der Nähe der Altstadt liegt. Wer etwas Intimeres in der Tramuntana-Region sucht, findet im charmanten Ecocirer Healthy Stay in Sóller wunderschön gestaltete Zimmer und fantastische vegetarische Frühstücke aus lokalen Zutaten. In Alcúdia im Norden der Insel kannst du das Boutique-Hotel Hotel Can Mostatxins ausprobieren, das in einem renovierten historischen Gebäude untergebracht ist und eine einzigartige Atmosphäre ausstrahlt.

25 Tipps, was man auf Mallorca sehen und tun kann

Mallorca ist unglaublich vielseitig und bietet so viele interessante Orte, dass ein einziger Urlaub definitiv nicht ausreicht. Lass uns einen Blick auf das Beste werfen, was die Insel zu bieten hat – von majestätischen historischen Sehenswürdigkeiten über Bergdörfer bis hin zu versteckten Buchten, die du nicht verpassen solltest.

1. Kathedrale La Seu in Palma

Das Wahrzeichen Palmas ist die beeindruckende Kathedrale La Seu, die stolz direkt über der Promenade thront und alle Schiffe begrüßt, die in den Hafen einlaufen. Dieses Meisterwerk der levantinischen Gotik wurde über mehrere Jahrhunderte errichtet, und seine Sandsteinwände leuchten beim Sonnenuntergang in unglaublichen Farben. Ein Eintritt ins Innere lohnt sich in jedem Fall, denn das Interieur ist wenn möglich noch beeindruckender als das Äußere.

Im Inneren verschlägt dir eines der größten Rosettenfenster der Welt den Atem – es wird liebevoll „Auge der Gotik“ genannt. Morgens scheint die Sonne hindurch und zaubert ein magisches Farbenspiel an die gegenüberliegende Wand. Am Interieur wirkte zudem Anfang des 20. Jahrhunderts der berühmte katalanische Architekt Antoni Gaudí mit, dessen Handschrift am riesigen Kronleuchter über dem Altar zu erkennen ist.

💡 Lokaler Tipp: Kaufe die Tickets unbedingt vorab auf der offiziellen Website, um endlose Warteschlangen zu vermeiden. Wenn möglich, zahle den Aufpreis für den Zugang zu den Dachterrassen (meist von Frühjahr bis Herbst zugänglich) – der Panoramablick auf die ganze Stadt ist phänomenal.

2. Verlier dich in den Gassen der Altstadt von Palma

Direkt hinter der Kathedrale beginnt ein verschachteltes Labyrinth der Altstadt, das seinen mittelalterlichen und arabischen Charakter bewahrt hat. Der beste Weg, es zu erkunden, ist einfach die Karte wegzupacken und sich von den engen Gassen treiben zu lassen. Du stößt auf schattige Innenhöfe alter Stadtpalais, kleine Kunsthandwerksläden und gemütliche Cafés, die zum Verweilen einladen.

Die Hauptachse dieses Viertels ist die breite Promenade Passeig del Born, gesäumt von Platanen und Luxusboutiquen. Rundherum gibt es Dutzende hervorragende Tapas-Bars, die qualitativ dem spanischen Festland in nichts nachstehen. Abends pulsiert das Leben hier auf eine unwiderstehliche Weise.

💡 Lokaler Tipp: Schau im historischen Markt Mercat de l’Olivar vorbei, wo du die frischesten lokalen Zutaten findest – eine riesige Auswahl an Käse, Oliven und frischem Obst. Ein großartiger Ort für ein authentisches und günstiges Mittagessen.

3. Die runde Burg Castell de Bellver

Etwa drei Kilometer vom Zentrum Palmas entfernt thront auf einem bewaldeten Hügel das Castell de Bellver, eine einzigartige gotische Burg aus dem 14. Jahrhundert. Was sie so besonders macht, ist ihr völlig einzigartiger runder Grundriss mit einem wunderschönen Innenhof, der von zweigeschossigen Arkaden umgeben ist. Vergleichbare Bauwerke gibt es in Europa kaum.

Ursprünglich diente sie als königliche Residenz, später als Militärgefängnis – heute beherbergt sie ein interessantes Stadthistorisches Museum. Der Eintritt kostet etwa 4 Euro und belohnt dich mit dem besten Panoramablick auf ganz Palma, die Bucht und das Tramuntana-Gebirge im Hintergrund.

💡 Lokaler Tipp: Sonntags ist der Eintritt in die Burg für alle kostenlos. Man kann mit dem Auto hinauffahren, aber viel schöner ist ein Spaziergang durch den Kiefernwald direkt aus der Stadt.

4. Das Gebirge Serra de Tramuntana (UNESCO)

Das Rückgrat der Westseite der Insel bildet das monumentale Kalksteingebirge Serra de Tramuntana, das wegen seiner einzigartigen Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe zählt. Das ist ein völlig anderes Mallorca, als du es aus Reisekatalogen kennst. Steile Gipfel fallen hier direkt ins Meer, terrassenförmige Felder sind mit uralten Olivenbäumen bepflanzt, und die Luft duftet nach Rosmarin und Kiefern.

Durch das gesamte Gebirge schlängelt sich die fantastische, wenn auch anspruchsvolle Straße Ma-10, die ein absolutes Paradies für Autofahrer und Radfahrer ist. Diese kurvenreichen Serpentinen erfordern etwas Konzentration, aber die Aussichten, die sich hinter jeder Kurve auftun, sind schlicht unbezahlbar.

💡 Lokaler Tipp: Wenn du ein Auto mietest, wähle lieber ein kleineres Modell. Die Bergstraßen sind eng, das Ausweichen mit entgegenkommenden Bussen ist oft adrenalinreich, und mit einem kleinen Auto findest du viel leichter einen Parkplatz.

5. Das romantische Valldemossa

Valldemossa ist wohl das berühmteste Bergdorf der ganzen Insel – und das zu Recht. Die steinernen Häuschen mit dunkelgrünen Fensterläden schmiegen sich in ein von Bergen umrahmtes Tal, und jede Gasse ist mit Hunderten von Blumentöpfen geschmückt. Weltberühmt wurde der Ort vor allem durch den polnischen Komponisten Frédéric Chopin und die französische Schriftstellerin George Sand, die hier im Winter 1838/1839 einen berühmten, wenn auch etwas unglücklichen Aufenthalt verbrachten.

Man kann das alte Kartäuserkloster besuchen, in dem Chopin seine Préludes komponierte, aber der größte Zauber liegt im einfachen Schlendern durch die Gassen. Das Dorf ist unglaublich fotogen, voller kleiner Galerien und Cafés, in denen man den Nachmittagskaffee in Ruhe genießen kann.

💡 Lokaler Tipp: Valldemossa ist tagsüber voll von Kreuzfahrttouristen. Komm entweder früh morgens oder erst am späten Nachmittag, wenn die Massen verschwunden sind und das Dorf seine magische Atmosphäre zurückgewinnt.

6. Die Künstlerenklave Deià

Nur ein paar Kilometer weiter auf der Küstenstraße stößt du auf Deià, ein Dörfchen, das sich den Ruf als inoffizielle Künstler- und Bohème-Hauptstadt Mallorcas erworben hat. Der englische Schriftsteller Robert Graves verbrachte den Großteil seines Lebens hier, und nach ihm strömten Maler, Musiker und Hollywood-Prominenz herbei, die Ruhe und Inspiration suchten.

Deià thront hoch auf einem Hügel, und die ockerfarbenen Häuser kaskadieren hangabwärts. Vom Dorf führt ein steiler, aber wunderschöner Wanderweg hinunter ans Meer zur Bucht Cala Deià, wo ein kleiner Kieselstrand und zwei rustikale Restaurants direkt am Wasser auf dich warten.

💡 Lokaler Tipp: Parken in Deià ist der reinste Alptraum, da Stellplätze absolute Mangelware sind. Am besten lässt du das Auto am Parkplatz am Ortsrand stehen oder nimmst den lokalen Bus von Palma, der sehr zuverlässig fährt.

7. Der historische Holzzug nach Sóller

Die Fahrt von Palma nach Sóller gilt als eines der schönsten Erlebnisse auf ganz Mallorca. Seit 1912 fährt hier nämlich ein historischer Holzzug, der sich langsam durch die Berglandschaft schlängelt. In knapp einer Stunde Fahrtzeit passierst du 13 Tunnel, überquerst mehrere Viadukte und genießt die Aussicht auf Mandel- und Olivenhaine.

Der Innenraum des Zuges mit Holzbänken und Messingdetails versetzt dich sofort hundert Jahre zurück. Die Hin- und Rückfahrkarte kostet etwa 25 Euro – absolut jeden Cent wert. Ein Erlebnis, das nicht nur Kinder, sondern auch romantikbegeisterte Erwachsene lieben werden.

💡 Lokaler Tipp: In der Saison sind Zugtickets schnell ausverkauft, also sei mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt am Bahnhof in Palma. Die besten Ausblicke sollen auf der linken Seite des Waggons in Fahrtrichtung sein.

8. Das Städtchen Sóller und seine Zitrusfrüchte

Sóller selbst, gelegen in einem fruchtbaren Tal umgeben von den höchsten Gipfeln der Tramuntana, ist absolut bezaubernd. Die Stadt wird „Orangental“ genannt, denn dank ihres einzigartigen Mikroklimas gedeihen hier Zitrusfrüchte außerordentlich gut. Diese bildeten im 19. Jahrhundert die Haupteinnahmequelle der Stadt, was sich auch in der wunderschönen modernistischen Architektur der hiesigen Stadtpalais widerspiegelt.

Das Herz der Stadt ist der lebhafte Plaza de la Constitución, über dem die majestätische Kirche Sant Bartomeu thront. In einem der Cafés zu sitzen, frisch gepressten Orangensaft zu trinken und das bunte Treiben zu beobachten – das ist einfach die Definition mallorquinischer Gelassenheit.

💡 Lokaler Tipp: Versäume nicht den Besuch des lokalen Botanischen Gartens (Jardí Botànic), der sich auf die Erhaltung seltener balearischer Pflanzen spezialisiert hat – eine wunderschöne Oase der Ruhe, nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt.

9. Die historische Straßenbahn nach Port de Sóller

Von Sóller musst du nicht zu Fuß ans Meer laufen – einfach in die historische Straßenbahn einsteigen, die seit 1913 in Betrieb ist. Die fünf Kilometer lange Strecke führt dich direkt durch Gärten voller Zitronen- und Orangenbäume, manchmal so nah an Häuserwänden vorbei, dass du sie fast berühren könntest, und setzt dich direkt an der Uferpromenade von Port de Sóller ab.

Port de Sóller ist ein wunderschöner hufeisenförmiger Hafen, den zwei Leuchttürme bewachen. Entlang der Bucht führt eine breite Promenade mit Restaurants, und es gibt einen angenehmen Sandstrand, wo du dich nach einem anstrengenden Tag in den Bergen erfrischen kannst.

💡 Lokaler Tipp: Das Straßenbahnticket wird direkt beim Schaffner im Wagen gekauft (kostet ca. 8 Euro pro Strecke). Ein kombiniertes Ticket für Zug aus Palma und Straßenbahn ist deutlich günstiger als der Kauf der einzelnen Abschnitte.

10. Fornalutx: Das schönste Dorf Spaniens

Oberhalb von Sóller liegt das Dörfchen Fornalutx, das regelmäßig auf den vorderen Plätzen der Listen der schönsten Dörfer ganz Spaniens landet – und das aus gutem Grund. Die goldenen Steinhäuser mit roten Dächern verschmelzen hier perfekt mit den umliegenden Bergen und den Terrassen voller Orangenbäume.

Es ist ein Ort, an dem es sich lohnt, einfach durch die engen Gassen zu schlendern, die traditionellen bemalten Dachziegel zu bewundern und die unglaubliche Stille zu genießen. Vom Dorf aus führen mehrere herrliche Wanderwege in die umliegenden Hügel mit tollen Ausblicken auf das gesamte Sóller-Tal.

💡 Lokaler Tipp: Unternimm eine Wanderrunde von Sóller durch das Dörfchen Biniaraix bis nach Fornalutx. Das dauert etwa zwei Stunden gemütlicher Wanderung durch herrliche Natur und ist viel entspannter als die Parkplatzsuche mit dem Auto.

11. Die wilde Straße zur Sa Calobra

Wenn du gerne fährst und keine Höhenangst hast, wird die Fahrt zur Bucht Sa Calobra ein unvergessliches Erlebnis für dich sein. Der italienische Ingenieur Antonio Parietti entwarf diese zwölf Kilometer lange Straße in den 1930er-Jahren so, dass sie die Natur so wenig wie möglich beeinträchtigt. Das Ergebnis ist ein unglaubliches Ingenieursbauwerk voller Haarnadelkurven, die 800 Höhenmeter bis ans Meer hinabsteigen.

Die berühmteste Stelle der Route ist die Haltestelle Nus de Sa Corbata (Krawatten-Knoten), wo die Straße sich in einer 270-Grad-Schlaufe selbst unterquert. Es ist eines der meistfotografierten Motive auf Mallorca, und obwohl das Fahren starke Nerven erfordert, sind die Ausblicke spektakulär.

💡 Lokaler Tipp: Fahre hier entweder sehr früh morgens oder erst am späten Nachmittag hin. Tagsüber fahren Dutzende großer Touristenbusse auf der Straße, denen man in den engen Kurven nur sehr schwer ausweichen kann, und es bilden sich oft lange Staus.

12. Die dramatische Schlucht Torrent de Pareis

Am Ende der verrückten Straße zur Sa Calobra wartet als Belohnung eine der eindrucksvollsten Naturkulissen der gesamten Insel. Nach einem kurzen Spaziergang durch beleuchtete Felsentunnel erreichst du einen kleinen Kieselstrand an der Mündung der gigantischen Kalksteinschlucht Torrent de Pareis.

Die Felswände ragen hier über 200 Meter empor und bilden ein gewaltiges natürliches Amphitheater. Wer gut in Form ist und festes Schuhwerk trägt, kann sich auf einen Trek tiefer in die Schlucht wagen. Das Gelände ist allerdings recht anspruchsvoll – voller riesiger Felsblöcke – also bitte die eigenen Kräfte nicht überschätzen.

💡 Lokaler Tipp: Dank der hohen Schluchtenwände herrscht hier eine großartige Akustik, und im Sommer werden gelegentlich beeindruckende A-cappella-Konzerte veranstaltet. Das Wasser am Strand ist wegen der Tiefe selbst im August recht kalt – ideal also zum Abkühlen.

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13. Der Leuchtturm auf den Klippen von Cap de Formentor

Die nördliche Spitze der Insel, die Halbinsel Formentor, bietet die absolut dramatischsten Ausblicke auf den gesamten Balearen. Die schmale Straße schlängelt sich hier auf den Klippen hoch über dem Meeresspiegel entlang, passiert mehrere wunderschöne Aussichtspunkte (unbedingt am Mirador es Colomer anhalten) und endet an einem einsamen Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert, wo man das Gefühl hat, am Ende der Welt zu stehen.

⚠️ Achtung: strenge Verkehrsbeschränkungen! Wegen des enormen Verkehrsdrucks und zum Schutz der empfindlichen Natur ist die Straße zum Leuchtturm vom 1. Juni bis 30. September für Privatfahrzeuge täglich von 10:00 bis 22:00 Uhr vollständig gesperrt. In diesem Zeitfenster erreichst du das Kap ausschließlich mit dem speziellen Pendelbus (Linie 334), der von Alcúdia oder Port de Pollença abfährt. Das Ignorieren dieses Verbots zieht automatisch ein saftiges Bußgeld durch ein Kamerasystem nach sich.

💡 Lokaler Tipp: Wer Formentor mit dem Auto und ohne Menschenmassen erleben möchte, sollte früh aufstehen und zum Sonnenaufgang herfahren. Ein absolut magisches Erlebnis, die Beschränkungen treffen zu dieser Zeit noch nicht zu, und die Kulisse im Morgenlicht ist unvergesslich.

14. Das historische Alcúdia und seine alten Stadtmauern

Im Nordosten der Insel liegt Alcúdia, eine wunderschön erhaltene mittelalterliche Stadt, die vollständig restauriert wurde. Das historische Zentrum ist von mächtigen Steinmauern aus dem 14. Jahrhundert umgeben, auf denen man zum Großteil sogar spazieren und die Stadt von oben bewundern kann.

Innerhalb der Mauern findest du ein Netz malerischer Fußgängergassen mit Renaissancepalästen, kleinen Boutiquen und hervorragenden Restaurants. Gleich hinter der Stadt befinden sich zudem die Ruinen der antiken römischen Stadt Pollentia, die belegen, dass diese Gegend schon vor mehr als zweitausend Jahren besiedelt war.

💡 Lokaler Tipp: Jeden Dienstag und Sonntag vormittags finden in Alcúdia riesige traditionelle Märkte statt. Die Stadt füllt sich mit Ständen voller lokaler Produkte, Kleidung und Kunsthandwerk. Eine tolle Gelegenheit für Souvenirs – aber rechne mit echtem Trubel.

15. Pollença und die 365 Stufen zur Kalvarienbergkapelle

Nur ein kurzes Stück von Alcúdia ins Landesinnere liegt das Städtchen Pollença, das sich eine sehr authentische und ruhige Atmosphäre bewahrt hat. Seine größte Herausforderung und zugleich schönste Sehenswürdigkeit ist der Kalvarienberg (El Calvari), zu dessen Gipfel genau 365 Steinstufen führen – eine für jeden Tag des Jahres.

Der Aufstieg, gesäumt von alten Zypressen, kostet in der Sommerhitze zwar etwas Kraft, aber der Ausblick von der kleinen Kapelle auf dem Gipfel über die ganze Stadt und die Nordküste ist die Mühe allemal wert. Unten auf der Plaça Major kannst du dich dann mit einem hervorragenden Kaffee belohnen und das lokale Treiben beobachten.

💡 Lokaler Tipp: Etwas außerhalb von Pollença befindet sich die alte Römerbrücke (Pont Romà), die noch immer in Betrieb ist – ein schöner, ruhiger Ort für eine kurze Rast und ein Foto.

16. Die Unterwelt der Coves del Drach

Mallorca ist buchstäblich von Höhlensystemen durchzogen, aber die Drachenhöhlen (Coves del Drach) beim Städtchen Porto Cristo an der Ostküste sind ein absolutes Unikat. Dieser riesige unterirdische Komplex verbirgt eine faszinierende Tropfsteinwelt, die wunderschön und stimmungsvoll beleuchtet ist.

Das eigentliche Highlight ist aber einer der größten unterirdischen Seen der Welt – der Martel-See. Die Höhlentour gipfelt in einem riesigen Saal, wo du im Dunkeln sitzt und beleuchtete Boote mit Musikern auf dich zufahren, die ein Live-Konzert mit klassischer Musik spielen. Das ist zwar ziemlich touristisch, visuell aber sehr beeindruckend.

💡 Lokaler Tipp: Der Eintritt kostet etwa 17 Euro, und eine Online-Reservierung für einen bestimmten Zeitslot ist absolut notwendig, da die Kapazität begrenzt ist und es vor Ort oft hoffnungslos ausverkauft ist.

17. Die mittelalterliche Burg in Capdepera

An der östlichsten Spitze der Insel überragt das Städtchen Capdepera eine imposante mittelalterliche Festung aus dem 14. Jahrhundert. Sie wurde zum Schutz der Einheimischen vor ständigen Piratenüberfällen erbaut, und bis heute sind ihre mächtigen Mauern mit Wehrtürmen erhalten.

Das Burggelände ist überraschend weitläufig und bietet fantastische Aussichten auf die Ostküste. Bei klarem Wetter kann man von hier über das Meer sogar die Nachbarinsel Menorca sehen. Besonders im Frühling, wenn die Umgebung der Burg in wilden Blumen erblüht, ist es ein romantischer Anblick.

💡 Lokaler Tipp: Der Aufstieg zur Burg führt durch recht steile Gässchen aus dem Ortszentrum. Fahr nicht mit dem Auto bis nach oben – die Straßen sind dort unglaublich eng, und das Parken an der Burg ist praktisch unmöglich. Lass das Auto unten auf dem Hauptparkplatz stehen.

18. Der karibische Strand Es Trenc

Wer einen langen Streifen strahlend weißen Sandes und türkisblaues Wasser sucht, sollte in den Süden der Insel zum Strand Es Trenc fahren. Es ist wahrscheinlich der berühmteste Naturstrand auf Mallorca und wird oft als das europäische Karibik bezeichnet. Er misst stattliche drei Kilometer, und in seiner unmittelbaren Umgebung stehen keine großen Hotelkomplexe.

Den Strand säumt ein Schutzgebiet aus Sanddünen und Kiefernhainen, hinter denen sich traditionelle Salzfelder (Salinas) befinden, auf denen das berühmte mallorquinische Meersalz bis heute gewonnen wird. Das Wasser ist unglaublich flach und klar – ideal für Familien mit Kindern.

💡 Lokaler Tipp: Das Parken bei Es Trenc ist kostenpflichtig (ca. 7 Euro pro Tag) und in der Saison schnell voll. Die Zufahrtsstraße führt durch eine enge Straße zwischen den Salzfeldern, sodass es nachmittags, wenn die Leute abfahren, zu unangenehmen Staus kommen kann.

19. Die dramatische Bucht Caló des Moro

Caló des Moro ist optisch eine der atemberaubendsten Buchten, die du je in deinem Leben sehen wirst. Die tief in hohe Klippen eingeschnittene Bucht bietet ein Wasser, das so blau ist, dass es retuschiert wirkt. Leider ist genau diese Fotogenität ihr zum Verhängnis geworden, und in den letzten Jahren ist sie extrem überlaufen.

⚠️ Wichtige Warnung: Hier gibt es keine Rettungsschwimmer, Toiletten oder Imbissständer, und der eigentliche Sandstrand ist winzig. Wenn du hierher möchtest, musst du sehr früh morgens ankommen (idealerweise vor acht Uhr) und Wochenenden unbedingt meiden. Tagsüber drängen sich die Menschen buchstäblich auf den Felsen, und man muss oft lange Schlange stehen, nur um hinunterzusteigen.

💡 Lokaler Tipp: Das Auto muss auf dem kostenlosen Parkplatz im Dorf Cala Llombards stehen bleiben, und man geht etwa 20 Minuten zu Fuß. Überprüfe die Navigation, da die umliegenden Straßen für Nicht-Anwohner streng gesperrt sind und die Polizei hier Bußgelder am laufenden Band verteilt.

20. Naturpark und Bucht Cala Mondragó

Wer von den Massen am Caló des Moro abgeschreckt wird, findet in Cala Mondragó im Südosten eine hervorragende und deutlich ruhigere Alternative. Sie liegt inmitten eines geschützten Naturparks, sodass es hier keine massive Bebauung gibt – nur eine wunderschöne Bucht, gesäumt von dichten Pinienwäldern, die angenehmen natürlichen Schatten spenden.

Die Bucht bietet unglaublich feinen Sand und einen sehr flachen Meereseinstieg. Außerdem führt von hier ein schöner in den Fels gehauener Küstenweg, über den man in fünf Minuten den benachbarten, etwas größeren und ebenso schönen Strand S’Amarador erreicht.

💡 Lokaler Tipp: Im Naturpark Mondragó gibt es mehrere kurze Wanderrouten (1 bis 3 Kilometer). Geh sie am späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr so brennt, und genieße den Duft der Kiefern und die Aussichten von den Klippen.

21. Die fotogene Cala Llombards

Ganz in der Nähe von Caló des Moro liegt ein weiteres Juwel der südöstlichen Küste – Cala Llombards. Es handelt sich um eine klassische schmale „Cala“ (Bucht), die tief in die Kalksteinfelsen eingeschnitten ist. Das Wasser ist hier absolut ruhig, wind- und wellengeschützt und unglaublich klar – perfekt zum Schnorcheln entlang der Felswände.

Auf einer Seite des Felsens findest du malerische alte Garagen für Fischerboote, die dem Ort einen authentischen Charakter verleihen und einen wunderbaren Hintergrund für Fotos bieten. Am Strand ist in der Saison außerdem eine kleine Strandbar (Chiringuito) geöffnet, die hervorragende Cocktails mixt.

💡 Lokaler Tipp: Der Parkplatz ist direkt am Strand und kostenlos, aber die Kapazität ist begrenzt. Erkunde die rechte Seite des Felsens, wo in den Stein gehauene Stufen zu kleinen Betonplattformen führen, von denen man ins Wasser springen kann – und wo deutlich mehr Ruhe herrscht.

22. Die romantische Bucht Cala Pi

An der Südküste, von steilen kiefernbewachsenen Klippen umgeben, verbirgt sich Cala Pi. Dieser Strand ist vor allem wegen des ikonischen Ausblicks vom Klippenrand bekannt, wo sich eine kleine Aussichtsplattform befindet, von der man die besten Fotos des gesamten türkisfarbenen Fjords schießt.

Um an den Strand zu gelangen, muss man eine ziemlich steile steinerne Treppe hinuntersteigen (ca. 150 Stufen) – das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man mit kleinen Kindern oder viel Gepäck unterwegs ist. Die Bucht ist recht schmal und tief ins Festland eingeschnitten, sodass sie perfekt vor Wellen geschützt ist.

💡 Lokaler Tipp: In der Nähe der Bucht befindet sich der historische Wehrturm Torre de Cala Pi, zu dem ein kurzer Spaziergang führt. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf das offene Meer und die nahe gelegene Insel Cabrera.

23. Windmühlen und Mandelbäume im Landesinneren

Während die meisten Touristen automatisch an die Küste strömen, hat das flache Landesinnere Mallorcas (die Region Es Pla) seinen ganz eigenen, sehr ruhigen Charme. Das typische Bild dieser Gegend sind historische Windmühlen mit Leinwandflügeln, die früher zum Abpumpen von Wasser für die Bewässerung der Felder dienten. Viele davon siehst du bereits auf dem Weg vom Flughafen.

Wer die Insel an der Wende von Januar zu Februar besucht, erlebt ein absolutes Naturschauspiel: Ganz Mallorca erblüht in Millionen von Mandelbäumen. Die blühenden Bäume hüllen die Insel in einen weißen und zart rosafarbenen Schleier, und die gesamte Landschaft duftet unglaublich.

💡 Lokaler Tipp: Mache einen Zwischenstopp im Landwirtschaftsstädtchen Sineu direkt im Herzen der Insel. Jeden Mittwoch findet hier der älteste und traditionsreichste Markt Mallorcas statt, der bereits seit dem Mittelalter abgehalten wird und eine wunderbar authentische, fast dörfliche Atmosphäre hat.

24. Der Ballermann und die Playa de Palma

Wenn man von Massentourismus auf Mallorca spricht, denken die meisten an die endlosen Ferienanlagen östlich von Palma – konkret das Gebiet Playa de Palma und S’Arenal. Diese Gegend ist vor allem als Hochburg deutscher Urlauber bekannt, die hierher zur Unterhaltung kommen. Es ist kein Ort, an dem man stille Authentizität sucht, aber es ist gut zu wissen, wie dieses Phänomen funktioniert.

Entlang des langen Sandstrandes verläuft eine belebte Promenade, die in fünfzehn Abschnitte namens „Balnearios“ unterteilt ist. Der bekannteste davon ist Balneario 6 (als Ballermann 6 bekannt), wo sich die größten Biergärten und Clubs befinden, die deutsche Hits spielen. Eine Welt voller Neonlichter und Sangria-Eimern.

💡 Lokaler Tipp: Wer die Partyszene nicht interessiert, aber trotzdem am langen Strand entlangschlendern möchte, leiht sich in Palma ein Fahrrad und fährt auf dem tollen Radweg am Meer entlang hierher. Abseits des Unterhaltungszentrums ist der Strand eigentlich sehr schön und gepflegt.

25. Probiere vegetarischen Tumbet und die süße Ensaïmada

Die balearische Küche ist sehr bodenständig und basiert auf dem, was der trockene Boden und die lokale Sonne hergeben. Für Vegetarier (und alle Gemüseliebhaber) ist es ein absolutes Muss, den traditionellen Tumbet zu probieren. Das ist Mallorcas Antwort auf das französische Ratatouille – köstliche Schichten aus gebratenem Auberginen, Kartoffeln und roten Paprika, die mit einer dichten und reichhaltigen Tomatensauce überbacken werden. Sättigend, geschmacksintensiv und absolut fantastisch.

Zum Kaffee solltest du unbedingt eine Ensaïmada bestellen. Dieses ikonische süße Gebäck in Spiralform, bestäubt mit Puderzucker, findest du in jeder Bäckerei. Traditionell wird dem Teig Schweineschmalz (Saïm) beigegeben, was ihm seine charakteristische Zartheit verleiht – strenge Veganer sollten daher aufpassen, aber geschmacklich ist es eine Offenbarung. Die Insel ist außerdem für ihre Wurst Sobrasada bekannt, die auf rustikalem Brot als Aufstrich gereicht wird und ein typisches lokales Souvenir ist.

💡 Lokaler Tipp: Die Ensaïmada gibt es in zwei Grundversionen: entweder pur (lisa) oder gefüllt (rellena) – meistens mit Vanillecreme oder „Engelshaar“ (karamellisiertem Kürbis). Am besten schmeckt sie gefüllt und frisch aus dem Ofen.

Wohin weiter von Mallorca

Wenn dich die spanische Atmosphäre begeistert hat und du weitere Reisen auf die Iberische Halbinsel planst, schau dir unbedingt unsere anderen Reiseführer an. Eine tolle Kombination zur Inselruhe ist das pulsierende Barcelona, das von Mallorca bequem per Fähre in wenigen Stunden erreichbar ist. Für Kunst- und Geschichtsliebhaber empfehle ich, Madrid zu erkunden. Wer der Faszination Südspaniens mit arabischer Architektur und Flamenco erliegt, sollte unseren umfangreichen Andalusien-Reiseführer lesen oder direkt in die Tipps zu Sevilla und Granada eintauchen. Und wer auf den Inseln bleiben möchte, aber mehr Partyatmosphäre sucht, liest unseren Artikel über das wilde Ibiza.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man vom Flughafen in Palma ins Zentrum?

Vom internationalen Flughafen (PMI) fährt die regelmäßige Buslinie A1 ins Zentrum von Palma. Die Haltestelle befindet sich direkt vor der Ankunftshalle, die Busse verkehren etwa alle 15 Minuten und ein Ticket kostet 5 Euro (Zahlung beim Fahrer). Die Fahrt zum Hauptplatz Plaça d’Espanya dauert ungefähr 20 Minuten.

Lohnt es sich, auf Mallorca ein Auto zu mieten?

Wenn ihr das Tramuntana-Gebirge und die versteckten Buchten im Osten der Insel erkunden möchtet, ist ein Auto absolut unverzichtbar. Es liegt ganz bei euch, ob ihr es für den gesamten Aufenthalt oder nur für ein paar Ausflugstage mietet. Das öffentliche Busnetz (TIB) ist zwar hervorragend und modern, aber zu den schönsten abgelegenen Stränden bringt es euch nicht.

Ist das Leitungswasser auf Mallorca trinkbar?

Das Leitungswasser auf Mallorca ist zwar theoretisch unbedenklich und hygienisch kontrolliert, schmeckt aber wegen des hohen Kalk- und Chlorgehalts überhaupt nicht gut. Die Einheimischen trinken es normalerweise nicht und kaufen sich Flaschenwasser zum direkten Verzehr. Zum Kochen, Zähneputzen und für Kaffee ist es aber völlig problemlos.

Gibt es auf Mallorca Mücken?

Leider ja, besonders in den Sommermonaten und in Gegenden nahe stehender Gewässer (zum Beispiel beim Nationalpark s’Albufera in der Nähe von Alcúdia). Packt auf jeden Fall ein zuverlässiges Mückenspray ein und für die Steckdosen in der Unterkunft empfiehlt sich ein elektrischer Insektenstecker, damit ihr nachts ruhig schlafen könnt.

Wie sieht es mit dem Bezahlen auf der Insel aus, brauche ich Bargeld?

Mallorca ist ein sehr modernes Reiseziel und ihr könnt fast überall mit Karte zahlen – in Restaurants, Supermärkten und an Tankstellen. Sogar Bustickets bei TIB werden mit Karte bezahlt. Etwas Bargeld (in Euro) solltet ihr euch aber für ländliche Märkte, Trinkgeld in Cafés und den Kauf von Souvenirs bei kleinen Händlern aufheben.

Wie teuer ist Mallorca im Vergleich zum Rest Spaniens?

Mallorca gehört zu den teureren spanischen Reisezielen. Die Preise in Restaurants und Cafés in Palma oder Sóller sind mit Prag vergleichbar oder etwas höher. Deutlich sparen könnt ihr, wenn ihr die großen Touristenpfade meidet und dort esst, wo die Einheimischen essen (sucht nach dem sogenannten menu del día, also dem vergünstigten Mittagsmenü).

Ist Mallorca ein sicheres Reiseziel?

Generell ist Mallorca sehr sicher und die Kriminalität ist niedrig. Das einzige reale Problem sind Taschendiebe, die vor allem in der Hochsaison an überfüllten Orten wie der Kathedrale in Palma, auf lokalen Märkten oder in vollen Bussen operieren. Es reicht, grundsätzlich auf Wertsachen aufzupassen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Lanzarote, Spanien: 20 Tipps, was man sehen und erleben sollte

TL;DRWir haben 20 wichtige Tipps für Lanzarote zusammengestellt: von der Vulkanlandschaft im Nationalpark Timanfaya über die unterirdischen Lavatunnel Jameos del Agua bis zum Weinanbaugebiet La Geria und dem Aussichtspunkt Mirador del Río. Die beste Reisezeit für Aktivurlaub ist März, April, Oktober und November, ganzjährig liegen die Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad. Zum ruhigen Baden eignen sich die südlichen Strände von Papagayo bei Playa Blanca, während der Strand Famara im Nordwesten bei Surfern beliebt ist. Für die Erkundung der Insel plan eine Woche ein, also 7 Tage, plus zwei bis drei zusätzliche Tage für einen Ausflug nach La Graciosa oder Fuerteventura. Dank des Künstlers César Manrique hat sich die Insel ihr authentisches Gesicht bewahrt, hohe Hotelbauten sucht man hier vergeblich.

Stell dir eine Landschaft vor, die aussieht, als wärst du gerade auf dem Mars gelandet – und dabei bist du von Deutschland aus in weniger als vier Stunden mit dem Flieger dort. Lanzarote, Spanien, ist eine faszinierende Insel voller dramatischer Kontraste, wo tiefschwarzem Vulkanlava der tiefblaue Ozean und strahlend weiße Häuser gegenüberstehen. Obwohl die Kanarischen Inseln politisch zu Spanien gehören, wachsen sie geologisch aus dem afrikanischen Festlandsockel hervor – das verleiht ihnen ein unglaublich stabiles und angenehmes Klima das ganze Jahr über. Dank des lokalen Visionärs und Künstlers César Manrique gibt es hier keine hässlichen Hochhaushotels und keinen visuellen Smog; die Insel hat sich ihr authentisches, ästhetisch klares Gesicht bewahrt. Wer nach einem Reiseziel sucht, das weit mehr bietet als endloses Strandliegen, kann sich auf Vulkankrater, einzigartige Weinberge im Ascheboden und unterirdische Lavatunnel freuen. Hier sind die 20 besten Lanzarote Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, damit du deinen Urlaub bis ins kleinste Detail planen kannst.

Zusammenfassung

  • Vulkanlandschaft: Der Nationalpark Timanfaya ist ein absolutes Muss – hier erlebst du geothermische Phänomene und eine Landschaft, die durch gewaltige Eruptionen im 18. Jahrhundert entstanden ist.
  • César-Manrique-Erbe: Die gesamte Insel ist gewissermaßen eine Galerie dieses Künstlers. Unbedingt besuchen: Jameos del Agua, den Aussichtspunkt Mirador del Río und den unglaublichen Kaktusgarten.
  • Einzigartiger Wein: Das Weinanbaugebiet La Geria beeindruckt durch seine Rebstöcke in tiefen Gruben aus Vulkanasche – den lokalen Vulkanwein Malvasia musst du probiert haben.
  • Baden und Surfen: Zum ruhigen Baden geht es zu den Papagayo-Stränden im Süden, während der wilde Strand Famara im Nordwesten das Mekka aller Surfer ist.
  • Wetter und Saison: Lanzarote ist ein Ganzjahresziel mit Temperaturen zwischen 20 und 28 °C – ideal als Flucht vor dem deutschen Winter oder der sommerlichen Hitze auf dem spanischen Festland.
  • Mobilität: Um alle versteckten Ecken zu erkunden, solltest du dir unbedingt ein Auto mieten. Die Straßen sind in ausgezeichnetem Zustand und der Verkehr abseits der großen Urlaubsorte minimal.

Wann nach Lanzarote reisen

Die Kanarischen Inseln werden nicht umsonst als „Inseln des ewigen Frühlings“ bezeichnet – es gibt hier kaum eine echte Nebensaison. Während Deutschland im Januar und Februar in grauen Wolken und Frost versinkt, genießt du auf Lanzarote komfortable Temperaturen, die das ganze Jahr zwischen 20 und 28 °C bleiben. Die Wintermonate sind damit der absolute Höhepunkt der Saison für Besucher aus dem Norden – was sich natürlich auch in etwas höheren Unterkunftspreisen niederschlägt.

Wer in den Sommerferien reist, wird angenehm überrascht sein: Es ist hier deutlich angenehmer als auf dem spanischen Festland oder in Andalusien. Dank kühler Meeresströmungen und konstanter Passatwinde erlebt man selten extreme Hitze, die Luft zirkuliert ständig und am Meer weht es angenehm frisch. Der Ozean hält selbst in den kältesten Wintermonaten eine verträgliche Temperatur von 18 bis 22 °C – wer abgehärtet ist, kann also buchstäblich über Silvester schwimmen gehen.

Für Aktivurlauber, Radfahrer und Wanderer sind März, April, Oktober und November ideal. In diesen Monaten vermeidest du die größten Massen aus Winter- und Sommersaison, die Sonne scheint genau richtig und Flugpreise sind oft am günstigsten. Eine leichte Windjacke solltest du trotzdem einpacken – starker Wind kann die gefühlte Temperatur, besonders abends, spürbar senken.

Wo auf Lanzarote übernachten

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es in der Regel die besten Stornobedingungen. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl der richtigen Unterkunft auf Lanzarote prägt den gesamten Charakter deines Urlaubs. Die meisten Besucher entscheiden sich für einen der drei großen Touristenorte an der Ost- und Südküste, die komplette touristische Infrastruktur und geschützte Strände bieten. Das südlichste Playa Blanca eignet sich ideal für Familien und Erholungssuchende, mit einer schönen langen Promenade und einfachem Zugang zu den berühmten Papagayo-Stränden. Puerto del Carmen ist lebhafter, voller Restaurants und Läden, während Costa Teguise eher sportlich orientierte Reisende und Familien mit älteren Kindern anzieht.

Wer ein ruhigeres, authentischeres Erlebnis abseits des Massentourismus sucht, dem empfehle ich, eine Unterkunft im Landesinneren in Betracht zu ziehen. Dörfer wie Haría, Yaiza oder Teguise bieten wunderschöne traditionelle weiße Häuser und sogenannte „Fincas“, die oft private Pools und herrliche Gärten verbergen. Für Surfer und freiheitsliebende Geister ist das Dorf Caleta de Famara an der raueren Nordwestküste die klare Wahl – hier herrscht entspannte Atmosphäre und die Straßen sind manchmal von Sand verweht.

Am bequemsten buchst du deine Unterkunft über Booking.com, wo du alles von günstigen Apartments bis hin zu luxuriösen Fünf-Sterne-Resorts findest. Wer echten Luxus direkt am Strand sucht, sollte sich das wunderschöne Princesa Yaiza Suite Hotel Resort in Playa Blanca ansehen – ein Haus mit erstklassigem Service. Eine goldene Mitte mit schönem Design und ausgezeichneter Lage bietet das beliebte Hotel Lava Beach in Puerto del Carmen, von dem aus alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Insel gut erreichbar sind.

20 Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Lanzarote

Die Insel bietet eine faszinierende Mischung aus rauer Vulkannatur, einzigartiger Architektur und wunderschöner Küste. Hier sind 20 Orte und Aktivitäten, die bei einer Reise nach Lanzarote, Spanien, keinesfalls fehlen sollten – für alle, die die Insel wirklich in ihrer ganzen Tiefe kennenlernen möchten.

1. Nationalpark Timanfaya und die Feuerberge

Das absolute Herzstück der Insel ist der Nationalpark Timanfaya, ein weitläufiges Gebiet, das durch katastrophale Vulkanausbrüche zwischen 1730 und 1736 geformt wurde. Die Landschaft wirkt so außerirdisch, dass hier angeblich Fahrzeuge für Mond- und Marsmissionen getestet wurden. Am Besucherzentrum Islote de Hilario erwarten dich beeindruckende geothermische Vorführungen, bei denen Wasser in Bohrungen im Boden gegossen wird und sofort als mächtiger Dampfstrahl herausschießt.

Den Park selbst kannst du nicht mit dem eigenen Auto durchfahren – du musst in einen Spezialbus umsteigen, der dich auf der sogenannten Ruta de los Volcanes mitnimmt. Diese rund vierzigminütige Fahrt durch enge Wege zwischen Lavafeldern und Kratern, begleitet von dramatischer Musik und Kommentaren, ist absolut atemberaubend. Direkt am Besucherzentrum befindet sich außerdem das einzigartige Restaurant El Diablo, das César Manrique entworfen hat und in dem Speisen ausschließlich auf einem riesigen Grill über der Erdwärme des Vulkans zubereitet werden.

💡 Tipp: In der Hochsaison können die Warteschlangen am Eingang des Nationalparks extrem lang sein – bis zu einer Stunde Wartezeit ist möglich. Fahre direkt zur Öffnungszeit gegen neun Uhr morgens oder alternativ erst am späten Nachmittag, wenn die Reisegruppen zurück in die Hotels gefahren sind.

2. Jameos del Agua

Eines der Hauptwerke des genialen César Manrique zeigt, wie man rohe Natur und moderne Architektur zur absoluten Perfektion miteinander verbinden kann. Jameos del Agua ist Teil eines riesigen unterirdischen Lavatunnels, der vor Tausenden von Jahren durch den Ausbruch des Vulkans Monte Corona entstand. Manrique verwandelte einen eingestürzten Abschnitt des Tunnels in einen einzigartigen Kultur- und Gesellschaftsraum, der eine Ästhetik aus einem James-Bond-Film der Siebzigerjahre verströmt.

Im Inneren der dunklen Höhle findest du eine unterirdische Lagune mit kristallklarem Wasser, in der seltene blinde weiße Krebse der Art Munidopsis polymorpha leben – sie kommen weltweit nur an diesem einen Ort vor. Von dort steigt man über geschwungene Treppen in ein gleißend weißes Außenatrium hinauf, das von einem türkisfarbenen Pool inmitten üppiger Tropikvegetation dominiert wird – schwimmen ist allerdings verboten.

Zum Komplex gehört auch ein phänomenales unterirdisches Auditorium mit hervorragender Akustik, in dem regelmäßig Konzerte und Kulturveranstaltungen stattfinden. Am schönsten ist der Besuch am Nachmittag, wenn die Sonnenstrahlen durch die Öffnungen der Höhle fallen und ein wunderschönes Lichtspiel auf der Oberfläche des unterirdischen Sees erzeugen.

3. Die Höhle Cueva de los Verdes

Nur einen Steinwurf von Jameos del Agua entfernt kannst du in einen weiteren Abschnitt desselben gewaltigen Lavatunnels eintreten, der zu den längsten weltweit zählt. Die Cueva de los Verdes führt dich auf einem rund einen Kilometer langen, faszinierenden Spaziergang durch das Untergeschoss der Insel, wo die Wände in unglaublichen Schattierungen von Ocker, Rot und Schwarz leuchten. Diese Farben entstehen nicht durch künstliche Beleuchtung, sondern durch die natürliche Oxidation von Eisen und anderen Mineralien in der erstarrten Lava.

Die Führung findet nur in kleinen Gruppen mit Guide statt und dauert knapp eine Stunde. Dabei erfährst du viel über Vulkanologie und die Geschichte der Insel. In der Vergangenheit diente die Höhle der Bevölkerung als sicheres Versteck vor Überfällen afrikanischer Piraten, die die Insel regelmäßig heimsuchten.

Am Ende der Führung wartet eine große visuelle Überraschung, die die Guides strikt unter Verschluss halten. So viel sei verraten: Diese optische Täuschung ist so perfekt, dass sie deine Sinne vollständig in die Irre führt – und zu einem der stärksten Erlebnisse des gesamten Besuchs im Untergrund wird.

4. Das Weinanbaugebiet La Geria

Wer glaubt, dass Wein grüne Hänge und fruchtbaren Boden braucht, wird durch La Geria ein für alle Mal eines Besseren belehrt. Dieses geschützte Landschaftsgebiet wirkt eher wie eine Kunstinstallation in einer Mondlandschaft als wie landwirtschaftliche Nutzfläche. Tausende kleiner Trichter sind in die tiefe schwarze Vulkanasche gegraben, und in jedem von ihnen kauert ein einziger grüner Rebstock.

Jede Pflanze wird zusätzlich von einer halbkreisförmigen Steinmauer aus Lavagestein, dem sogenannten Zoco, geschützt, die sie vor den vernichtenden Saharawinden abschirmt. Das Wunder dieses Anbaus liegt in der Vulkanasche, die nachts Feuchtigkeit aus der Meeresluft aufnimmt und sie tagsüber langsam an die Wurzeln abgibt – sodass die Reben ohne jegliche Bewässerung überleben.

Bei einer Fahrt durch diese Region solltest du unbedingt an einer der lokalen Bodegas (Weingüter) anhalten und eine Verkostung machen. Der lokale Vulkanwein, insbesondere die weiße Sorte Malvasia Volcánica, hat ein absolut unverwechselbares mineralisches und leicht salziges Profil, das hervorragend zur kanarischen Küche passt.

5. Der atemberaubende Mirador del Río

Ganz im Norden der Insel, hoch oben auf den Klippen des Risco de Famara, verbirgt sich ein weiteres Meisterwerk von César Manrique. Der Mirador del Río ist eine Aussichtsplattform, die so perfekt in den umgebenden Fels integriert ist, dass man sie aus der Ferne kaum erkennen kann. Manrique bewies hier einmal mehr seine Genialität und schuf einen Raum, der die Natur nicht stört, sondern ihr volle Geltung lässt.

Aus fast 400 Metern Höhe bietet sich dir der schönste Ausblick der gesamten Insel. Direkt zu deinen Füßen erstreckt sich die schmale Meerenge namens El Río (der Fluss), und dahinter liegt die kleine, unberührte Insel La Graciosa, umgeben von türkisfarbenem Ozean. Bei guter Sicht siehst du auch die weiteren kleinen unbewohnten Inselchen des Chinijo-Archipels.

💡 Tipp: Im Inneren der Aussichtsplattform befindet sich ein wunderschönes Panorama-Café mit riesigen abgerundeten Fenstern. Bestell dir einen Kaffee, setz dich hin und genieße in aller Stille das unglaubliche Farbenspiel, wenn der blaue Himmel mit dem Ozean und dem Ockerton der umliegenden Inseln verschmilzt.

6. Der Kaktusgarten Jardín de Cactus

Das letzte große Werk von César Manrique auf der Insel ist eine vollendete Hommage an die Widerstandskraft der Natur. Der Jardín de Cactus entstand auf dem Gelände eines ehemaligen, hässlichen Steinbruchs für Vulkanasche im Ort Guatiza. Heute beherbergt dieses tiefe Amphitheater über 4.500 Kakteenarten aus aller Welt, die eine absolut faszinierende botanische Schau bilden.

Der Garten ist in Terrassen unterteilt, die durch gewundene Wege aus schwarzem Lavagestein verbunden sind – das schafft einen perfekten Kontrast zu den vielen Grüntönen der Kakteen. Hier findest du Vertreter aus Amerika, Madagaskar und den Kanarischen Inseln selbst, von kleinen blühenden Kugeln bis hin zu riesigen säulenförmigen Kakteen, die mehrere Meter in die Höhe ragen.

Die gesamte Anlage wird von einer wunderschön restaurierten traditionellen Windmühle gekrönt, von der aus man einen herrlichen Überblick über den gesamten Garten hat. Wer am Vormittag kommt, vermeidet die größte Hitze und kann den Spaziergang zwischen diesen stacheligen Riesen in viel angenehmerer Atmosphäre genießen.

7. Das Haus von César Manrique in Tahíche

Um die Seele Lanzarotes wirklich zu begreifen, muss man den Mann verstehen, der sie mitgeprägt hat. Die Fundación César Manrique hat ihren Sitz in dem Haus, das der Künstler direkt auf einem Lavafeld aus den Eruptionen des 18. Jahrhunderts erbaut hat. Schon die Einfahrt zum Haus, aus dem Bäume in die Luft ragen, deutet darauf hin, dass dies kein gewöhnliches Museum werden wird.

Das Obergeschoss ist von traditioneller kanarischer Architektur inspiriert, doch das eigentliche Wunder verbirgt sich im Untergeschoss. Manrique entdeckte fünf natürliche Vulkanblasen, verband sie durch in die Lava gehauene enge Gänge miteinander und verwandelte sie in atemberaubende Wohnräume. Jede Blase hat ihre eigene Farbe und Stimmung, und durch Öffnungen im Deckengewölbe fällt natürliches Tageslicht herein.

Inmitten des Komplexes gibt es einen türkisfarbenen Pool, eine Tanzfläche und sogar einen riesigen Feigenbaum, der direkt aus dem Boden eines der Lavazimmer wächst. Der Besuch dieser Stiftung erfüllt einen mit tiefer Bewunderung für die Vision eines einzigen Menschen, der dafür gesorgt hat, dass die Insel vom Schicksal massiver Betonbebauung verschont geblieben ist.

8. Die Papagayo-Strände im Süden der Insel

Wer den perfekten Ort zum Baden und Sonnenbaden sucht, wird von den Buchten ganz im Süden der Insel nahe dem Ferienort Playa Blanca garantiert nicht enttäuscht. Das Gebiet, bekannt als Playas de Papagayo, umfasst eine Reihe wunderschöner Strände mit goldenem Sand, die vor starkem Wind und den wilden Atlantikwellen geschützt sind.

Das Wasser ist unglaublich klar und hat eine wunderschöne smaragdgrüne Farbe – ideal zum Schnorcheln und Schwimmen. Der bekannteste Strand hat die Form eines perfekten Hufeisens mit einem kleinen Restaurant auf der Klippe, aber wer ein Stück weiter über die Felsen geht, findet ruhigere Buchten wie Playa Mujeres oder Playa del Pozo.

💡 Tipp: Zu den Stränden gelangt man entweder zu Fuß vom Ferienort Playa Blanca (etwas längerer Weg) oder mit dem Auto über eine Schotterpiste durch das Naturschutzgebiet Los Ajaches. Die Einfahrt mit dem Auto kostet eine symbolische Gebühr von etwa drei Euro, erspart einem aber viel Kraft in der prallen Sonne.

9. Der wilde Surfstrand Famara

Während der Süden der Insel ruhige Buchten bietet, zeigt die Nordwestküste den Atlantik in seiner vollen, ungezähmten Kraft. Der Playa de Famara ist ein fast sechs Kilometer langer Streifen aus dunklem Sand, über dem die mehrere hundert Meter hohen Klippen des Risco de Famara dramatisch aufragen. Dieser Ort hat eine unglaublich raue und zugleich magnetische Atmosphäre.

Dank konstantem Wind und starken Strömungen eignet sich dieser Strand nicht für normales Baden, ist aber ein absolutes Paradies für Surfer und Kitesurfer aus aller Welt. Im benachbarten Dörfchen Caleta de Famara findest du Dutzende Surfschulen, Verleihstationen und entspannte Bistros, in denen sich Einheimische und internationale Gäste treffen.

Auch wenn du kein Surfbrett besteigen willst, ist ein Spaziergang am Strand von Famara beim Sonnenuntergang ein unvergessliches Erlebnis. Bei Ebbe entsteht auf dem breiten nassen Sandstreifen ein perfekter Spiegel, in dem sich die majestätischen Klippen spiegeln – ein Traum für jeden Fotografen.

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10. Die historische Stadt Teguise und der Sonntagsmarkt

Villa de Teguise war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Hauptstadt der gesamten Insel und hat sich bis heute ihren wunderschönen Kolonialcharakter mit gepflasterten Gassen und historischen Palästen bewahrt. Es ist wohl das malerischste und bestgepflegte Städtchen im Landesinneren, in dem man für kurze Zeit in längst vergangene Jahrhunderte eintaucht.

Den größten Trubel erlebt man hier jeden Sonntagvormittag, wenn sich die gesamte Stadt in einen riesigen Markt verwandelt. Der Mercadillo de Teguise lockt Tausende von Besuchern an und bietet buchstäblich alles: lokale Käsesorten, Lederwaren, Aloe vera, traditionelle Keramik und handgefertigte Souvenirs.

Wer keine großen Menschenmassen mag, sollte Teguise lieber an einem Wochentagnachmittag besuchen. Die Gassen sind dann fast leer, man kann die Kirche Nuestra Señora de Guadalupe in Ruhe besichtigen und sich in eines der gemütlichen Cafés auf dem Platz setzen, wo die Zeit im typisch kanarischen Tempo fließt.

11. Das grüne Lagünchen Charco de los Clicos

Das Dorf El Golfo an der Westküste beherbergt eine der bizarrsten Naturerscheinungen ganz Spaniens. Direkt am Strand mit schwarzem Vulkansand, eingerahmt von einer steilen Felswand aus erodiertem Vulkangestein, liegt ein Lagünchen in einem unglaublich satten, giftigen Grün.

Diese Farbe des Charco de los Clicos (auch Lago Verde genannt) entsteht durch eine hohe Konzentration mikroskopischer Algen und Schwefelverbindungen im Wasser. Der See ist durch unterirdische Spalten mit dem Ozean verbunden, sodass das Wasser ständig zirkuliert und nicht verdunstet. Der Kontrast aus schwarzem Strand, grünem Wasser, rotem Fels und blauem Ozean wirkt geradezu unwirklich fotogen.

Ein kurzer und sicherer Aussichtspfad führt vom Parkplatz vor dem Dorf direkt zum See. Der Zugang zum Wasser selbst ist aus Naturschutzgründen verboten, aber die Aussichtsplattform bietet einen absolut perfekten Blick auf die gesamte farbenfrohe Szenerie.

12. Die siedende Küste Los Hervideros

Nur wenige Kilometer südlich des grünen Sees trifft man auf einen Ort, an dem der Ozean einen ständigen und lauten Kampf gegen das Festland führt. Los Hervideros (auf Deutsch „siedende Wasser“) ist ein Komplex aus Klippen und Unterwasserhöhlen aus schwarzer Lava, in die die Atlantikwellen mit gewaltiger Kraft hineinbrechen.

Wenn die Wellen kräftig genug sind, wird das Wasser unter enormem Druck durch enge Lavaschlitze gepresst und schießt als dichter weißer Schaum hoch in die Luft. In diesem Moment sieht es tatsächlich so aus, als würde der gesamte Ozean kochen und brodeln. Es gibt gut angelegte Steinpfade und kleine Balkone, von denen aus man dieses wilde Naturschauspiel sicher beobachten kann.

💡 Tipp: Das Erlebnis bei Los Hervideros ist am intensivsten bei Hochwasser und windigem Wetter. Bei ruhiger See verliert der Ort einen Großteil seiner Dramatik – es lohnt sich also, die Wellenvorhersage zu checken, bevor man aufbricht.

13. Die Salzgärten Salinas de Janubio

Wenn du die Westküste noch ein Stück weiter südlich folgst, taucht vor dir ein riesiges Schachbrettmuster in den verschiedensten Rosé-, Weiß- und Brauntönen auf. Die Salinas de Janubio sind die größten aktiven Salzgärten der Kanarischen Inseln, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sind und noch heute auf traditionelle Weise hochwertiges Meersalz produzieren.

Meerwasser wird mithilfe alter Windmühlen hereingepumpt und verdunstet dann langsam in flachen Becken unter der heißen kanarischen Sonne. Die unterschiedliche Färbung der einzelnen Becken entsteht durch halophile Mikroorganismen und Algen, die ihre Farbe je nach steigendem Salzgehalt im Wasser ändern.

Man kann eine kommentierte Führung buchen, bei der man alles über die Gewinnung dieses „weißen Goldes“ erfährt, oder im kleinen Hofladen hervorragendes Flockensalz namens Flor de Sal kaufen – ein absolut fantastisches und praktisches Mitbringsel für die heimische Küche.

14. Die autofreie Insel La Graciosa

Wenn dir Lanzarote zu voll wird, gibt es eine Flucht an einen Ort, an dem die Zeit vor einigen Jahrzehnten stehen geblieben zu sein scheint. La Graciosa ist eine kleine bewohnte Insel nördlich von Lanzarote, auf der es keinerlei asphaltierte Straßen gibt und der Betrieb normaler Kraftfahrzeuge strikt verboten ist.

Man erreicht sie mit der regulären Fähre vom Hafen Órzola im Norden von Lanzarote – die Überfahrt durch die Meerenge dauert etwa 25 Minuten. Direkt nach dem Anlegen im malerischen Dörfchen Caleta de Sebo empfehle ich, sich ein Mountainbike zu leihen, denn das ist bei weitem der beste Weg, die Insel zu erkunden.

Auf Sandpisten kann man bis zu den wunderschönen einsamen Stränden wie dem Playa de las Conchas im Nordwesten der Insel radeln. Nur eines sollte man beachten: Das Schwimmen kann hier wegen starker Strömungen gefährlich sein. Das Gefühl absoluter Abgeschiedenheit und die Verbindung mit der rauen Natur machen den Ausflug aber trotzdem mehr als lohnenswert.

15. Das Tal der tausend Palmen in Haría

Der Norden Lanzarotes überrascht mit einem Grün, das in scharfem Kontrast zum ausgedörrten vulkanischen Süden steht. Das gilt besonders für das Städtchen Haría, das in einem Tal liegt, das als Valle de las Mil Palmeras (Tal der tausend Palmen) bekannt ist. Diesem poetischen Namen liegt eine alte Tradition zugrunde: Bei der Geburt eines Mädchens wurde im Tal eine Palme gepflanzt, bei einem Jungen sogar zwei.

Haría selbst ist ein wunderschönes, ruhiges und gepflegtes Städtchen mit traditioneller Architektur, das sich César Manrique für seine letzten Lebensjahre als Heimat auserwählt hatte. Hier kann man sein zweites Haus besuchen (Casa Museo César Manrique), das im Gegensatz zur Stiftung in Tahíche exakt so erhalten ist, wie der Künstler es vor seinem tragischen Unfall verlassen hat.

Jeden Samstagvormittag findet auf dem kleinen schattigen Marktplatz in Haría ein sehr schöner Handwerkermarkt statt, der viel persönlicher und authentischer ist als der Massenmarkt in Teguise. Es ist ein wunderbarer Ort, um handgefertigten Schmuck oder lokalen Palmsirup zu kaufen.

16. Kamelreiten am Echadero de los Camellos

Auch wenn es wie eine klassische Touristenfalle klingen mag, gehört ein Ritt auf Kamelen am Rand des Nationalparks Timanfaya zu den ikonischsten Erlebnissen der Insel – besonders wenn man mit Kindern reist. Kamele (genauer gesagt Dromedare) wurden auf den Kanarischen Inseln über Jahrhunderte als unverzichtbare Nutztiere eingesetzt und dienen heute zu einem einzigartigen Ausflug durch die Vulkanlandschaft.

Die Station Echadero de los Camellos liegt direkt an der Straße zum Timanfaya. Die Tiere sind mit speziellen Doppelsitzen ausgestattet, und der Ritt dauert etwa zwanzig Minuten, während man im Schaukelschritt auf einen kleineren Vulkankamm geführt wird, von dem aus man einen schönen Ausblick auf die schwarzen Lavafelder hat.

Tierschützer können beruhigt sein: Für die Kamele wird sehr gut und streng gesorgt, es gibt festgelegte Arbeitszeiten und die Tiere dürfen keine übermäßige Last tragen. Das Erlebnis ist nicht besonders lang, aber der Anblick einer Karawane, die durch die Mondlandschaft zieht, erzeugt die perfekte Illusion einer Reise durch die afrikanische Sahara.

17. Casa Museo del Campesino

Im Zentrum der Insel, nahe dem geografischen Mittelpunkt Lanzarotes, steht ein weiteres bedeutendes Monument, das der lokalen Bevölkerung gewidmet ist. Das Casa Museo del Campesino (Bauernmuseum) ist eine Hommage an die unermüdliche Arbeitsamkeit und Ausdauer der kanarischen Landwirte, die über Jahrhunderte in der absolut unwirtlichen Vulkanerde Feldfrüchte angebaut haben.

Der von César Manrique gestaltete Komplex besteht aus wunderschön stilisierten traditionellen weißen Gebäuden und wird von einer fünfzehn Meter hohen weißen Skulptur namens Fecundidad (Fruchtbarkeit) dominiert, die aus alten Schiffswassertanks zusammengesetzt ist. In den einzelnen kleinen Häusern finden sich Handwerksstuben, in denen lokale Künstler Weben, Töpfern oder Korbflechten vorführen.

💡 Tipp: Zum Museum gehört ein bekanntes unterirdisches Restaurant in einer Lavahöhle. Die Tapas und Gerichte aus lokalen Zutaten sind ausgezeichnet – ideal als authentische Mittagspause während einer Erkundungstour durchs Landesinnere.

18. Die Hauptstadt Arrecife und das Castillo de San José

Auch wenn Arrecife nicht so malerisch ist wie das altehrwürdige Teguise, lohnt sich als aktuelle Hauptstadt der Insel ein kurzer Abstecher hierher. Man findet eine schöne Uferpromenade, lebhafte Einkaufsstraßen und den kleinen Binnenhafen Charco de San Ginés, der mit seinen vertäuten blauen Fischerbooten manchmal als „Venedig des Atlantiks“ bezeichnet wird.

Einen Besuch wert ist auf jeden Fall das historische Fort Castillo de San José aus dem 18. Jahrhundert, das ursprünglich zum Schutz vor Piraten errichtet wurde. In den Siebzigerjahren wurde es von César Manrique in das Museum für internationale zeitgenössische Kunst (MIAC) umgewandelt.

Beim Spaziergang auf den Wällen genießt man den Blick auf den Industriehafen, im Inneren des Forts gibt es moderne Skulpturen und Gemälde zu entdecken. Auch hier fehlt nicht ein fantastisches Restaurant mit einer riesigen Glasfront direkt über dem Ozean, das sehr moderne Küche in stilvollem Ambiente serviert.

19. Spaziergang entlang der Küste in Playa Blanca

An der südlichsten Spitze der Insel liegt der beliebte Ferienort Playa Blanca, ideal für entspannte Abendpromenaden. Das Herzstück ist eine über sieben Kilometer lange befestigte Küstenpromenade, die den Ozean vom Leuchtturm Pechiguera im Westen bis zum Yachthafen Marina Rubicón im Osten begleitet.

Während dieser Promenade hat man stets die Nachbarinsel Fuerteventura im Blick sowie die kleinen Inselchen Isla de Lobos. Besonders beim Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel orange färbt und die Lichter der gegenüberliegenden Küste aufleuchten, ist die Atmosphäre absolut magisch.

Unbedingt im modernen Yachthafen Marina Rubicón halt machen, der an ein luxuriöses Dorf voller Boutiquen und Cafés erinnert. Zweimal pro Woche finden hier Märkte statt, und herrliche Segelboote und Katamarane liegen vor Anker, die sich gerade für eine Atlantiküberquerung bereit machen. Ein perfekter Ort für einen Kaffee und etwas entspanntes Menschenbeobachten.

20. Traditionelle kanarische Küche – auch vegetarisch ein Genuss

Die kanarische Küche ist zwar für ihre Meeresfrüchte und langsam gegarten Fleischgerichte bekannt, aber auch ohne Fleisch erlebt man hier fantastische kulinarische Highlights. Das Grundelement jeder Mahlzeit, das man in buchstäblich jedem Restaurant findet, sind die sogenannten Papas arrugadas – kleine kanarische Kartoffeln, in der Schale in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis sich eine Salzkruste auf ihrer Oberfläche bildet.

Diese Kartoffeln werden untrennbar mit zwei Arten von Mojo-Soßen serviert. Die rote Soße (Mojo rojo) ist würzig-scharf und enthält Chilischoten und Knoblauch, während die grüne Soße (Mojo verde) aus frischem Koriander, Petersilie und Olivenöl zubereitet wird. Zusammen ergeben sie eine unwiderstehlich leckere Kombination, von der man kaum genug bekommt.

Als weitere vegetarische Köstlichkeiten solltest du unbedingt gegrillten Käse mit Palmenhonig (Queso asado con miel de palma) probieren, dazu gebratene grüne Paprikaschoten Pimientos de Padrón mit grobem Salz oder die traditionelle Kichererbsensuppe Potaje de Garbanzos. Und wenn du auf der Speisekarte gegrilltes Gemüse direkt vom Vulkan siehst, nicht eine Sekunde zögern.

Wohin nach Lanzarote reisen

Wer von der spanischen Kultur begeistert ist und über eine weitere Reise nachdenkt, findet auf der Iberischen Halbinsel unendliche Möglichkeiten. Die Kanarischen Inseln liegen zwar geografisch in Afrika, aber wer die echte kontinentale spanische Leidenschaft kennenlernen möchte, dem empfehle ich den Süden Spaniens. Schau dir unseren Reiseführer zu Sevilla an, einer Stadt voller Flamenco und beeindruckender maurischer Architektur, oder entdecke, was das wunderschöne Granada mit dem ikonischen Alhambra-Palast zu bieten hat.

Wer von Geschichte und islamischem Einfluss fasziniert ist, darf 15 Tipps für Córdoba mit der berühmten Mezquita nicht verpassen. Für ein umfassenderes Erlebnis des sonnigen Südens kann man einen ganzen Roadtrip planen – dabei hilft unser Itinerar für die 20 schönsten Orte Andalusiens.

Interessieren dich eher kosmopolitische Großstädte und moderne Architektur? Dann lies unsere Tipps zu Barcelona mit Gaudís Meisterwerken, entdecke die majestätische Hauptstadt Madrid oder reise für hervorragendes Essen und zeitgenössische Kunst in das baskische Bilbao. Und wenn dich das Lesen über Lanzarote hungrig gemacht hat, lies nach, welche typischen spanischen Gerichte du auf deinen nächsten Reisen unbedingt probieren solltest.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf Lanzarote einen Mietwagen?

Obwohl zwischen den großen Städten und Ferienorten zuverlässige Busse (sogenannte Guaguas) verkehren, empfehle ich dir einen Mietwagen nachdrücklich. Nur mit dem Auto kommst du bequem zu den abgelegeneren Stränden, zu morgendlichen Besuchen der Nationalparks ohne Menschenmassen und in die kleinen Dörfer im Landesinneren. Die Straßen sind hier in ausgezeichnetem Zustand und der Verkehr ist abseits der Hauptverkehrswege sehr ruhig.

Ist es auf der Insel wirklich so windig?

Ja, die Kanarischen Inseln sind ständigen Passatwinden ausgesetzt. Auf Lanzarote spürst du das besonders an der Nord- und Westküste (wie am Strand Famara). Der Wind ist aber oft sehr erfrischend, besonders in den Sommermonaten. Wenn du einen geschützten Ort für ruhiges Baden suchst, wähle die Ferienorte im Süden der Insel, wie Playa Blanca.

Kann man auf der Insel das Leitungswasser trinken?

Das Leitungswasser ist auf der gesamten Insel gesundheitlich unbedenklich, aber die meisten Einheimischen und Touristen trinken es nicht. Das liegt daran, dass die Insel keine natürlichen Süßwasserquellen hat und das Wasser durch Entsalzung von Meerwasser gewonnen wird. Es hat daher einen sehr eigentümlichen, manchmal leicht chemischen Beigeschmack. Ich empfehle, große Kanister mit abgefülltem Wasser in den Supermärkten zu kaufen.

Wie viele Tage soll ich für Lanzarote einplanen?

Für eine entspannte Erkundung der wichtigsten Punkte der Insel und ausreichend Zeit zum Ausruhen ist eine Woche (7 Tage) die ideale Zeit. Wenn du auch einen Fährenausflug zur Nachbarinsel Fuerteventura oder zur Insel La Graciosa schaffen möchtest, lohnt es sich, noch weitere zwei bis drei Tage hinzuzufügen.

Ist Lanzarote für digitale Nomaden geeignet?

Auch wenn das Hauptzentrum für Nomaden auf den Kanaren Las Palmas auf Gran Canaria ist, wird Lanzarote zu einem immer beliebteren Zufluchtsort für die Arbeit aus der Ferne. Du findest hier eine ausgezeichnete Internetverbindung und eine ruhigere Umgebung. Spanien hat zudem kürzlich spezielle Nomadenvisa eingeführt. Die beste Basis für die Arbeit mit einer Gemeinschaft Gleichgesinnter ist das Städtchen Famara oder die Umgebung von Teguise.

Wie ist das auf der Insel mit den Stränden, sind sie nur schwarz?

Auf keinen Fall! Obwohl Lanzarote vulkanischen Ursprungs ist, findest du hier wunderschöne Strände mit hellem, goldenem Sand. Die schönsten befinden sich im Süden im Gebiet Papagayo oder rund um den Ferienort Playa Blanca. Schwarze vulkanische Strände findest du eher an der Westküste (z. B. bei El Golfo) und sie haben ihren unbestreitbaren dramatischen Zauber.

Lohnt es sich, für die Eintritte zu zahlen, sind sie nicht teuer?

Dadurch, dass die meisten künstlerischen und natürlichen Sehenswürdigkeiten (Jameos del Agua, Mirador del Río, Cueva de los Verdes, Timanfaya) von einer einzigen Organisation, CACT Lanzarote, verwaltet werden, kannst du vergünstigte Kombi-Tickets (sogenannte Bonos) kaufen. Diese ermöglichen dir den Eintritt in 3, 4 oder 6 Zentren zu einem deutlich niedrigeren Preis, als wenn du jeden Eintritt einzeln zahlen würdest. Das für diese einzigartigen Orte ausgegebene Geld lohnt sich auf jeden Fall.

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Madrid, Spanien: 22 Tipps, was man sehen und erleben kann

TL;DRMadrid liegt uns mit 22 konkreten Tipps vor: das Museumsdreieck aus Museo del Prado, Reina Sofía und Thyssen-Bornemisza, königliche Highlights wie der Palacio Real mit seinen 3418 Räumen und die Kathedrale Almudena, die belebten Plätze Puerta del Sol und Plaza Mayor, der Retiro-Park mit dem Kristallpalast sowie das Feinschmecker-Viertel La Latina mit dem Mercado de San Miguel. Für Ausflüge ab Madrid bieten sich die AVE-Schnellzüge nach Toledo an (Fahrzeit knapp eine halbe Stunde), nach Segovia mit seinem römischen Aquädukt oder zur Klosteranlage El Escorial. Für die Stadt selbst plan zwei bis drei volle Tage ein, mit den Ausflügen ins Umland eher fünf Tage. Die beste Reisezeit ist Frühling oder Herbst, denn im Sommer klettern die Temperaturen oft über 40 °C.

Madrid in Spanien überwältigt einen auf den ersten Blick vielleicht nicht so leicht wie andere spanische Städte. Während du anderswo verträumte Fassaden bewunderst und durch nach Orangenbäumen duftende Gassen schlenderst, muss dich die spanische Hauptstadt einfach mit ihrer pulsierenden Energie für sich gewinnen. Denn diese Metropole lebt voll und ganz auf der Straße, in gemütlichen Tapas-Bars, auf breiten Boulevards und in den verwinkelten Gassen des historischen Zentrums.

Der geografische wie politische Mittelpunkt des Landes liegt auf einer von Bergen umgebenen Hochebene, was ihm ein recht raues Klima beschert hat. Ich habe für dich einen ausführlichen Guide mit genau 22 Tipps zusammengestellt, was man in Madrid sehen und erleben sollte, damit du die absolut besten Eindrücke mit nach Hause nimmst. Du erfährst, wo du dich strategisch günstig einquartierst, welche Orte du auf keinen Fall verpassen darfst und worauf du beim Planen von Ausflügen in die umliegenden mittelalterlichen Städte besonders achten solltest.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Goldenes Dreieck der Kunst: Nimm dir Zeit für das Museo del Prado, das Reina Sofía und das Thyssen-Bornemisza, wo die größten Schätze der europäischen Malerei schön beisammen sind.
  • Königliche Geschichte: Der Palacio Real und die angrenzende Almudena-Kathedrale bilden das prachtvolle Herz der Stadt, das dich mit seiner atemberaubenden Monumentalität beeindruckt.
  • Leben auf den Plätzen: Die Puerta del Sol und die Plaza Mayor sind pulsierende Zentren, wo bei jedem Schritt uralte Geschichte auf das moderne Treiben der Metropole trifft.
  • Grüne Lunge der Stadt: Der Retiro-Park mit dem magischen Kristallpalast bietet die perfekte Flucht vor dem Lärm der Großstadt und der Sommerhitze.
  • Kulinarische Erlebnisse: Das Viertel La Latina ist das absolute Epizentrum der Tapas, und die Markthalle Mercado de San Miguel funktioniert wie ein luxuriöses Paradies für anspruchsvolle Gourmets.
  • Schnellzüge ins Umland: Von Madrid aus erreichst du mit den bequemen AVE-Schnellzügen mühelos das historische Toledo, das märchenhafte Segovia oder den monumentalen Komplex El Escorial.

Wann nach Madrid reisen

Die Einheimischen bringen das Klima in Madrid sehr treffend auf den Punkt, wenn sie sagen, dass sie neun Monate Winter und drei Monate Hölle erwartet. Da die Stadt im Landesinneren auf einer Hochebene liegt, fehlt ihr der ausgleichende Einfluss des Meeres völlig, was zu extremeren Temperaturschwankungen führt. Die Winter sind hier recht frostig und werden oft von einem scharfen Wind aus den nahen Gebirgszügen begleitet – eine warme Jacke ist also definitiv keine schlechte Idee.

Die Sommermonate dagegen sind eine echte Herausforderung für jeden Reisenden und sogar für die alteingesessenen Einheimischen. Die Temperaturen überschreiten im Juli und August regelmäßig zermürbende 40 °C, die aufgeheizten Straßen werden nahezu unbewohnbar, und die meisten Bewohner flüchten lieber an die Küste. Die ideale Reisezeit ist daher eindeutig der Frühling oder der Herbst, wenn dich angenehme Temperaturen und sonnige Tage erwarten, die sich perfekt zum ganztägigen Erkunden der Sehenswürdigkeiten eignen.

Wo in Madrid übernachten

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Wenn du zum ersten Mal in die Stadt reist, ist das Viertel Sol oder die pulsierende Umgebung der Gran Vía die beste strategische Wahl. Von hier aus erreichst du die meisten Hauptsehenswürdigkeiten sehr bequem zu Fuß und hast die besten Restaurants sowie eine perfekte Anbindung an alle Metrolinien praktisch direkt vor der Nase. Eine Unterkunft im Zentrum selbst ist zwar spürbar teurer, dafür sparst du dir enorm viel Zeit, die du sonst mit ermüdenden Anfahrten aus den Randbezirken der Metropole verbringen würdest.

Für Liebhaber des Nachtlebens, von Specialty-Kaffee und unabhängigen Designerboutiquen eignet sich das böhmisch-hippe Viertel Malasaña hervorragend. Du findest hier jede Menge stilvolle Apartments und kleinere Boutique-Hotels mit einer unverwechselbaren Atmosphäre, die dich sofort in ihren Bann zieht. Egal, für welche Lage du dich entscheidest – ich empfehle dir, das Zimmer so früh wie möglich zu buchen, denn die Kapazitäten in guten Hotels sind blitzschnell vergriffen und die Preise steigen mit näher rückendem Termin steil an.

Bei der Suche nach der idealen Unterkunft lohnt sich ein Blick auf das beliebte Portal Booking, wo du Hotels mit einer Bewertung über acht Punkten herausfiltern kannst. Sehr beliebt ist zum Beispiel das ikonische Hotel Riu Plaza España, das atemberaubende Ausblicke über die Stadt von der Dachterrasse und einen tollen Luxusstandard bietet. Wenn du etwas Kleineres und Designorientiertes direkt an der Hauptader bevorzugst, ist das Room Mate Macarena eine ausgezeichnete Wahl, wo moderner Komfort auf eine absolut perfekte Lage trifft.

22 Tipps, was man in Madrid sehen und erleben kann

Schauen wir uns gemeinsam die konkreten Orte und Erlebnisse an, die diese Metropole zu einem so faszinierenden Reiseziel machen. Hier findest du eine perfekte Mischung aus Weltkunst, königlicher Pracht und entspanntem südländischem Lebensstil.

1. Museo del Prado und das Goldene Dreieck der Kunst

Die Achse des sogenannten Goldenen Dreiecks der Kunst bildet der Paseo del Prado, ein breiter, angenehm von hohen Bäumen beschatteter Boulevard. Auf einer Fläche von weniger als einem Quadratkilometer befinden sich hier drei überwältigende Institutionen, die eine der größten Konzentrationen von Meisterwerken weltweit bergen. Das Museo del Prado ist ein echter Nationalschatz, und sein Besuch sollte ganz oben auf deiner Liste stehen.

Dieses Museum entstand nicht als gewöhnliche enzyklopädische Sammlung, sondern als direkter Ausdruck des erlesenen Geschmacks der spanischen Herrscher aus den Häusern Habsburg und Bourbon. Statt eines nüchternen Querschnitts durch die gesamte Kunstgeschichte hängt hier daher die weltweit beste Sammlung von Werken Diego Velázquez‘, Francisco Goyas und des faszinierenden Hieronymus Bosch. Vor Velázquez‘ berühmtem Gemälde Las Meninas bilden sich verständlicherweise ständig Trauben von Bewunderern – steig aber unbedingt auch ins Erdgeschoss hinab zu den dunklen, beunruhigenden Schwarzen Bildern aus Goyas später Schaffensperiode.

Es hängt allein von deiner Leidenschaft für die Klassik ab, ob du dieser riesigen Galerie einen ganzen Tag widmest oder dir ein Schnelldurchlauf der größten Highlights reicht. Für den durchschnittlichen Besucher sind drei bis vier Stunden das absolute Maximum, bevor zuverlässig die unvermeidliche visuelle Erschöpfung durch die schiere Masse an Eindrücken einsetzt. Der Eintritt kostet rund 15 Euro, und es lohnt sich definitiv, ihn rechtzeitig online zu kaufen, um keine kostbare Zeit in Warteschlangen zu verschwenden.

💡 Tipp: Wenn du etwas sparen möchtest, bietet das Museum jeden Tag in den frühen Abendstunden völlig kostenlosen Eintritt, meist in den letzten zwei Stunden vor Schließung. Stell dich aber darauf ein, dass du vor dem Eingang eine ziemlich lange Schlange aussitzen musst.

2. Centro de Arte Reina Sofía

Während dich der Prado durch die Werke alter Meister führt, wirft dich das Centro de Arte Reina Sofía kompromisslos in den Strudel des 20. Jahrhunderts. Dieses gewaltige Gebäude, das früher als weitläufiges staatliches Krankenhaus diente, fungiert heute als Heimat moderner Kunst. Seine industriellen Flure und gläsernen Aufzüge bilden einen perfekten Kontrast zu den historischen Sammlungen, die du am anderen Ende des Boulevards gesehen hast.

Der unbestrittene Hauptmagnet der ganzen Galerie ist Picassos monumentales Gemälde Guernica, vor dem die Menschen oft in völliger Stille stehen. Dieses Schwarz-Weiß-Bild, das die Schrecken der Bombardierung der baskischen Kleinstadt während des Spanischen Bürgerkriegs festhält, hat bis heute eine erdrückende emotionale Wirkung und gehört zu den wichtigsten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte. Neben Picasso findest du hier auch umfangreiche Sammlungen von Salvador Dalí und Joan Miró, die den weltweiten Surrealismus geprägt haben.

Die Orientierung im Museum kann aufgrund seiner Größe und Verschachtelung etwas schwierig sein, daher empfehle ich dir, dir gleich am Eingang einen gedruckten Plan zu nehmen oder die mobile App herunterzuladen. Plane für eine ausführliche Besichtigung mindestens drei Stunden ein, damit du genügend Zeit hast, all die komplexen Ideen und avantgardistischen Formen der modernen Kunst aufzunehmen.

💡 Tipp: Ein schönes verstecktes Juwel dieser Institution ist der Innenhof mit gepflegtem Garten, wo du dich mit einem Kaffee hinsetzen und mitten in der hektischen Stadt in aller Ruhe entspannen kannst.

3. Museo Thyssen-Bornemisza

Das berühmte Trio der Madrider Galerien schließt stolz das Museo Thyssen-Bornemisza ab, das als absolut perfekte Brücke zwischen dem klassischen Prado und dem modernen Reina Sofía funktioniert. Ursprünglich handelte es sich um die private Sammlung einer mächtigen Familie von Stahlmagnaten, die der spanische Staat in den 1990er-Jahren günstig für die Öffentlichkeit aufkaufte.

Die Ausstellung ist hier streng chronologisch angeordnet, was den Besuchern die Orientierung und das Verständnis der Entwicklung der Malstile ungemein erleichtert. Du findest hier alles von der frühen italienischen Renaissance über die französischen Impressionisten bis hin zur amerikanischen Pop-Art, sodass wirklich jedes Mitglied deiner Reisegruppe auf seine Kosten kommt. Ein großer Anziehungspunkt sind vor allem Werke von Van Gogh, Monet, Degas und Roy Lichtenstein, die in anderen spanischen Sammlungen fehlen.

Im Vergleich zu den beiden anderen Institutionen ist dieses Museum deutlich ruhiger und weniger von Touristen überlaufen, was zu einem viel intimeren Kunsterlebnis beiträgt. Der Eintritt liegt bei etwa 13 Euro, und die gesamte Sammlung durchläufst du in angenehmem Tempo in rund zwei Stunden.

💡 Tipp: Mach Halt im Museumscafé, das eine schöne Außenterrasse mit Blick auf den von Bäumen umgebenen Boulevard bietet, wo du einen ausgezeichneten Nachmittagscappuccino genießen kannst.

4. Palacio Real (Königspalast)

Obwohl die spanische Königsfamilie heute in einem kleineren Palast am Stadtrand wohnt, bleibt der Palacio Real der offizielle Sitz des Monarchen und wird für Staatszeremonien genutzt. Mit seinen unglaublichen 3418 Räumen ist er der größte funktionierende Königspalast in ganz Westeuropa, der mit seiner enormen Fläche sogar das französische Versailles übertrifft.

Während des Rundgangs besichtigst du nur einen Bruchteil der Gesamtzahl der Räume, doch selbst dieser wird dich mit seiner prunkvollen Pracht völlig überwältigen. Du siehst den monumentalen, mit rotem Samt ausgekleideten Thronsaal, die reich verzierte königliche Waffenkammer und eine wunderschöne Apotheke voller alter Keramikgefäße. Jeder Raum ist mit Fresken, Kristalllüstern und Möbeln mit Edelmetalleinlagen geschmückt, was den einstigen Reichtum des spanischen Imperiums perfekt veranschaulicht.

Da der Palast zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört, ist der Online-Kauf der Tickets hier absolut notwendig, wenn du nicht eine Stunde in der prallen Sonne warten möchtest. Der Grundeintritt kostet 12 Euro, und die Besichtigung dauert etwa anderthalb Stunden.

💡 Tipp: Wenn du am Mittwoch oder Samstagvormittag herkommst, kannst du kostenlos die feierliche Wachablösung der Königsgarde verfolgen, die im Innenhof vor dem Haupteingang des Palasts stattfindet.

5. Almudena-Kathedrale

Direkt gegenüber dem prachtvollen Königspalast steht die Almudena-Kathedrale, die eine ungewöhnlich bewegte und langwierige Geschichte hinter sich hat. Obwohl der Bau der Hauptkathedrale schon im 16. Jahrhundert erwogen wurde, wurde der erste Stein erst Ende des 19. Jahrhunderts gelegt, und der gesamte Bau wurde erst 1993 vollständig fertiggestellt.

Dank dieser langen Baupause kann die Kathedrale mit einem sehr einzigartigen und überraschend modernen Erscheinungsbild aufwarten. Während sich das Gebäude von außen mit seinen neoklassizistischen Linien nahtlos an den benachbarten Palast anzuschmiegen versucht, überrascht dich das Innere mit leuchtenden Farben und Pop-Art-Glasfenstern, die mit allen traditionellen Vorstellungen von katholischen Kirchen brechen. Die Decke des Hauptschiffs ist mit auffälligen geometrischen Mustern bemalt, die dem ganzen Raum eine sehr helle und optimistische Atmosphäre verleihen.

Der Eintritt ins Hauptschiff der Kathedrale ist kostenlos, an der Tür wird jedoch ein freiwilliger Beitrag zur Instandhaltung in Höhe von einem Euro erwartet. Wenn du die Stadt aus der Vogelperspektive sehen möchtest, lohnt es sich, den Eintritt zur Dachkuppel zu bezahlen, von der aus du einen fantastischen Blick auf das gesamte historische Zentrum und die umliegenden grünen Hügel hast.

💡 Tipp: Vergiss bei deinem Besuch nicht, in die neoromanische Krypta hinabzusteigen, die von Hunderten Säulen mit wunderschön gemeißelten Kapitellen getragen wird und eine ruhigere Atmosphäre als das Hauptschiff bietet.

6. Puerta del Sol und der Kilometer Null

Der geografische Mittelpunkt nicht nur der ganzen Stadt, sondern eigentlich ganz Spaniens, ist der Platz Puerta del Sol. Auf diesem belebten und ständig pulsierenden halbmondförmigen Platz laufen die Haupteinkaufsadern zusammen, und hier findest du den berühmten Kilometer Null, von dem aus alle spanischen Fernstraßen gemessen werden. Eine kleine, in den Gehweg eingelassene Steinplatte vor dem Postgebäude ist ein beliebter Ort für ein schnelles Schuh-Foto.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht die bronzene Statue eines Bären, der sich an einen Erdbeerbaum lehnt – das uralte Wahrzeichen Madrids, das auch im offiziellen Stadtwappen auftaucht. Dieses Denkmal dient als beliebtester Treffpunkt der Einheimischen, daher stehen hier ständig Grüppchen von Menschen herum, die vor der abendlichen Bartour auf ihre Freunde warten.

Die Neujahrsfeiern drehen sich in Spanien genau um diesen Platz und seine große Turmuhr. Die Tradition will nämlich, dass du mit jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Weintraube isst, was dir zwölf Monate Glück bringen soll. An diesem Tag drängen sich hier Zehntausende von Menschen, und die Atmosphäre ist absolut elektrisierend.

💡 Tipp: Der Platz ist oft voller Taschendiebe, die geschickt das ständige Gedränge und die dichte Menge ausnutzen – achte daher mit größter Sorgfalt auf deine Wertsachen und Rucksäcke.

7. Plaza Mayor

Von der Puerta del Sol sind es nur ein paar Gehminuten bis zur Plaza Mayor, einem grandiosen rechteckigen Platz, umrahmt von wunderschönen roten Fassaden mit kunstvoll geschmiedeten Balkonen. Früher diente dieser Ort als Hauptbühne des öffentlichen Lebens – hier fanden Stierkämpfe, Hinrichtungen der gefürchteten Inquisition und prunkvolle Königshochzeiten statt. Heute hat dieser Platz eine viel ruhigere Atmosphäre und lädt eher zum langen Verweilen und Entspannen ein.

Du kannst dich hier auf einen Kaffee setzen und stundenlang das Treiben rundherum sowie die bunte Mischung aus Straßenkünstlern beobachten. Rechne aber damit, dass die Preise in den Cafés am Platz die exklusive Lage knallhart widerspiegeln, sodass du für einen einfachen Espresso ein Vielfaches dessen zahlst, was du in einer versteckten Gasse ein paar Blocks weiter bezahlen würdest.

In der Umgebung des Platzes stößt du auf viele traditionelle Kneipen, die eine sehr spezifische lokale Spezialität zubereiten: das Bocadillo de Calamares. Es handelt sich um ein knuspriges Baguette, gefüllt mit goldgelb frittierten Tintenfischringen, das ein unverzichtbarer Teil der Madrider Fast-Food-Kultur ist und am besten zu einem kühlen Bier passt.

💡 Tipp: Am Platz findest du das wichtigste Touristeninformationszentrum, wo du dir detaillierte Karten besorgen und aktuelle Tipps zu laufenden Kulturveranstaltungen und Festivals bekommen kannst, die oft völlig kostenlos sind.

8. Mercado de San Miguel

Eine elegantere und deutlich touristischere Variante zu den traditionellen Tapas-Bars ist der Mercado de San Miguel. Es handelt sich um eine wunderschöne gusseiserne Markthalle aus dem frühen 20. Jahrhundert, die du nur ein Stückchen von der Plaza Mayor entfernt findest. Das Gebäude selbst ist ein herrliches Beispiel historischer Industriearchitektur, und seine Glaswände tauchen das Innere in natürliches Licht.

Heute funktioniert dieser Raum nicht als gewöhnlicher Gemüsemarkt, sondern eher als sehr luxuriöser Food-Court für anspruchsvolle Gourmets. Unter einem großen Dach kannst du hier die besten Käsesorten aus ganz Spanien, frische Oliven aus Andalusien, gefeierte Weine und eine unerschöpfliche Menge innovativer Häppchen am Spieß probieren, die man Pintxos nennt.

Obwohl dieser Ort optisch und geschmacklich absolut atemberaubend ist, stell dich darauf ein, dass die Preise hier wirklich hoch angesetzt sind und in erster Linie auf ausländische Touristen abzielen. Es ist ein idealer Stopp für ein Gläschen Wermut und eine kleine Kostprobe, aber für ein ordentliches, sättigendes Mittagessen lohnt es sich definitiv, ein paar Straßen weiter in die normalen Viertel zu gehen.

💡 Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Markthalle ist der frühe Nachmittag an Werktagen, denn an Wochenendabenden herrscht drinnen ein solcher Andrang, dass du wegen der Menschenmassen gar nicht an die Theken herankommst.

9. Retiro-Park

Sobald dir die Stadt zu laut wird und die Betonstraßen ihren Zauber verlieren, suche sofort Zuflucht im Park El Retiro. Diese ehemaligen königlichen Gärten funktionieren als riesige grüne Lunge Madrids und beliebteste Erholungszone für Einheimische und Touristen gleichermaßen. An Wochenenden füllen sich die breiten Alleen mit spazierenden Familien, Straßenmusikern, Jongleuren und Lesern auf der Suche nach Ruhe.

Das Herz des ganzen Parks ist ein großer künstlicher See, über dem sich majestätisch das Säulendenkmal für König Alfons XII. erhebt. Die beliebteste Aktivität ist hier das Mieten eines kleinen blauen Ruderbootes, mit dem du selbst über die Wasseroberfläche fahren und die romantischen Ausblicke auf das umliegende Grün genießen kannst. Das Mieten eines Bootes kostet nur ein paar Euro und ist ein tolles Vergnügen für Paare und Familien mit Kindern.

Der Park bietet auch viele wunderschön angelegte kleinere Gärten, wie zum Beispiel den Rosengarten Rosaleda, der am schönsten an der Wende von Mai zu Juni blüht. Im gesamten Areal findest du viele Bänke im Schatten jahrhundertealter Pinien, wo du ein Picknick aus den Leckereien machen kannst, die du in der nächsten Bäckerei gekauft hast.

💡 Tipp: In den Park führen mehrere Eingangstore, aber das allerschönste ist die Puerta de Alcalá, ein monumentaler Triumphbogen, der auf einem Kreisverkehr direkt neben dem Haupteingang steht.

10. Palacio de Cristal (Kristallpalast)

Bei einem Spaziergang durch den Retiro-Park darfst du auf keinen Fall den Palacio de Cristal verpassen, eines der fotogensten Bauwerke der ganzen Stadt. Dieser wunderschöne Glaspavillon mit gusseiserner Konstruktion wurde 1887 nach dem Vorbild des Londoner Crystal Palace errichtet und diente ursprünglich als riesiges Gewächshaus für exotische Pflanzen, die von den Philippinen importiert wurden.

Das Gebäude erhebt sich am Ufer eines kleinen, von Zypressen gesäumten Teiches, und wenn die Herbstsonne in die Glasscheiben scheint, erstrahlt die ganze Konstruktion und wirkt wie aus einem Märchen. Im Inneren des Palasts findest du heute keine tropische Flora mehr, sondern der Raum wird vom nahegelegenen Museum Reina Sofía verwaltet, das ihn für Ausstellungen moderner Installationen nutzt.

Der größte Vorteil ist, dass der Eintritt in den Kristallpalast ganzjährig völlig kostenlos ist, sodass du ihn zu verschiedenen Tageszeiten wiederholt besuchen kannst. Die Ausstellungen wechseln etwa alle drei Monate, und die Künstler arbeiten oft direkt mit dem natürlichen Licht und den Reflexionen auf den Glaswänden.

💡 Tipp: In den Sommermonaten ist es im Inneren des Palasts enorm heiß, da das Gewächshaus wie eine perfekte Wärmefalle funktioniert – plane deinen Besuch daher lieber am frühen Vormittag ein, wenn die Luft noch frisch ist.

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11. Boulevard Gran Vía

Die wichtigste und belebteste Stadtader ist die Gran Vía, die so etwas wie Madrids Antwort auf den New Yorker Broadway oder die Pariser Champs-Élysées ist. Dieser breite Boulevard, gesäumt von monumentalen Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert, riesigen leuchtenden Neonreklamen und großen Kinos, lebt in einem unglaublichen Tempo bei Tag und bei Nacht.

Beim Spaziergang solltest du unbedingt den Blick von den Schaufenstern heben, denn die Hausfassaden schmücken wunderschöne Statuen und verzierte Kuppeln, die an die goldene Ära der spanischen Architektur erinnern. Ein ikonisches Bauwerk ist vor allem das Metropolis-Gebäude ganz am Anfang des Boulevards, dessen dunkles Schieferdach von einer Statue der geflügelten Siegesgöttin gekrönt wird.

Die Gran Vía ist auch ein absolutes Paradies für Shopping-Liebhaber, denn hier befinden sich die Flagship-Stores so ziemlich aller großen internationalen Modeketten. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich die Straße in ein Vergnügungszentrum, die Reklamen der Musicaltheater leuchten auf und Menschenmassen ziehen in Bars und Clubs, die erst im Morgengrauen schließen.

💡 Tipp: Für den besten Blick auf den belebten Boulevard fahre ins oberste Stockwerk des Kaufhauses El Corte Inglés am Platz Callao, wo sich ein Café mit Panoramafenster befindet und der Eintritt kostenlos ist.

12. Templo de Debod und der Sonnenuntergang

Es klingt wie ein unglaubliches Paradox, aber mitten im Herzen der spanischen Metropole stößt du auf einen echten altägyptischen Tempel. Der Templo de Debod ist ein authentisches Steinbauwerk aus dem 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, das Spanien als Geschenk von der ägyptischen Regierung erhielt. Dies geschah als großzügiger Dank für die Hilfe bei der Rettung historischer Denkmäler vor der Überflutung beim Bau des riesigen Assuan-Staudamms.

Der Tempel wurde sorgfältig in einzelne Blöcke zerlegt, über das Mittelmeer transportiert und anschließend im hübschen Madrider Park Parque del Oeste wieder zusammengesetzt. Um das Denkmal herum befindet sich ein flacher Wassergraben, in dem sich die steinernen Tore wunderschön spiegeln, was eine absolut magische und sehr fotogene Atmosphäre schafft.

Dieser Ort ist mit Abstand der beliebteste Punkt, um den Sonnenuntergang in der ganzen Stadt zu beobachten. Wenn sich der Himmel über dem Horizont in Orange- und Violetttöne zu färben beginnt, versammeln sich hier Dutzende von Einheimischen und Touristen, die im Gras sitzen und den ruhigen Tagesausklang mit einem herrlichen Blick auf den Königspalast und das Guadarrama-Gebirge genießen.

💡 Tipp: Der Eintritt in die inneren Kammern des Tempels ist völlig kostenlos, doch aus Kapazitätsgründen werden nur sehr begrenzt Menschen gleichzeitig hineingelassen – steh daher lieber etwas früher auf, wenn du nicht in der Schlange warten möchtest.

13. Stadion Santiago Bernabéu

Für Millionen begeisterter Fans auf der ganzen Welt bedeutet die spanische Hauptstadt nur eines: den berühmten Fußballklub Real Madrid. Das Stadion Santiago Bernabéu hat vor Kurzem eine massive und sehr kostspielige Renovierung durchlaufen, die es zu einer der modernsten Sportstätten des ganzen Planeten gemacht hat. Ein neues einziehbares Dach, eine beeindruckende Stahlfassade und ein einzigartiges unterirdisches System zur Versenkung des Rasens ermöglichen die ganzjährige Nutzung der Arena für Konzerte und andere Events.

Eine Besichtigung dieses gigantischen Stadions ist ein riesiges Erlebnis für absolut jeden, selbst für diejenigen, die normalerweise keinen Fußball verfolgen und die Regeln nur am Rande kennen. Während des interaktiven Rundgangs blickst du direkt in die Spielerkabinen, gehst durch den langen Tunnel, der aufs Spielfeld führt, und besichtigst die unglaubliche Trophäensammlung, die der Klub im Laufe seiner langen Geschichte angehäuft hat.

Wenn du echtes Fußballfieber erleben möchtest, versuche, Tickets für das legendäre El Clásico zu ergattern. Das Aufeinandertreffen zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona ist ein weltweites Phänomen, was die Preise verständlicherweise in astronomische Höhen treibt. Die einfachen Tickets beginnen bei Beträgen über 300 Euro und sind binnen Minuten vergriffen, während luxuriöse VIP-Pakete locker die Tausender-Grenze überschreiten.

💡 Tipp: Plane die Stadionbesichtigung lieber an einem Tag, an dem kein Spiel stattfindet, denn am Spieltag sind einige interessante Teile der Route aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt.

14. Das Viertel La Latina und die Welt der Tapas

Das Viertel La Latina gilt als absolutes Epizentrum der Madrider Tapas und der unbeschwerten Wochenendlust. Wenn du die echte lokale Atmosphäre aufsaugen möchtest, musst du am Sonntagnachmittag hierherkommen. Das hiesige gesellschaftliche Ritual schreibt ganz klar vor, niemals den ganzen Abend an einem Tisch in einem einzigen Lokal zu bleiben. Die Einheimischen pendeln ständig zwischen den einzelnen Bars und gönnen sich überall nur ein kleines Stück Essen.

Bestell dir ein Gläschen Wermut vom Fass, der auf Spanisch Vermut de Grifo heißt, dazu eine kleine Portion traditionellen Käse oder die pikanten Kartoffeln Patatas Bravas und zieh nach einer Weile einfach ein Haus weiter. Du wirst sehen, dass dich diese dynamische und lautstarke Art zu essen völlig in den Bann zieht und du dadurch eine riesige Menge lokaler Spezialitäten probierst.

Das Leitungswasser ist in Madrid übrigens hervorragend, und spanische Restaurants sind seit 2022 zudem gesetzlich verpflichtet, es ihren Gästen völlig kostenlos anzubieten. Scheu dich also nicht, bei der Bestellung um eine einfache Karaffe Eiswasser zu bitten, was deine Reisekasse sehr angenehm entlastet.

💡 Tipp: Die wichtigsten gastronomischen Adern dieses Viertels sind die berühmten Straßen Cava Baja und Cava Alta, wo du die größte Konzentration angesehener Lokale buchstäblich Tür an Tür findest.

15. Flohmarkt El Rastro

Jeden Sonntagvormittag verwandeln sich die Straßen am Rand des Viertels La Latina in ein einziges riesiges Gewimmel, denn hier findet der berühmte Flohmarkt El Rastro statt. Es handelt sich um den größten und ältesten Freiluftmarkt in ganz Spanien, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Hunderte von Verkäufern bauen hier ihre Stände auf und bieten absolut alles an, von antiken Möbeln über Vinylplatten bis hin zu günstiger Kleidung und Lederwaren.

Die Atmosphäre auf dem Markt ist unglaublich lebendig, die Verkäufer preisen lautstark ihre Waren an und durch die Menge schlängeln sich Musiker mit Gitarren. Wenn du gerne nach versteckten Schätzen suchst, konzentriere dich auf die Seitengassen abseits der Hauptader Ribera de Curtidores, wo sich die interessantesten Antiquitätenhändler und Kuriositätensammler verbergen.

Die Menschenmassen sind hier wirklich gewaltig, daher gilt dieselbe Warnung wie auf den Plätzen: Du musst gut auf deine persönlichen Sachen und Taschendiebe achten. Der Markt endet offiziell gegen drei Uhr nachmittags, woraufhin sich die ganze riesige Menschenmasse nahtlos in die umliegenden Bars zu den wohlverdienten sonntäglichen Tapas verzieht.

💡 Tipp: Die besten Stücke und die meiste Ruhe zum Stöbern hast du, wenn du gleich nach neun Uhr morgens auf dem Markt eintriffst, bevor sich die Straßen mit verschlafenen Einheimischen und Touristenscharen füllen.

16. Das Hipster-Viertel Malasaña

Nördlich des Boulevards Gran Vía erstreckt sich Malasaña, das als das böhmischste, hipste und kreativste Viertel der ganzen Stadt gilt. Genau hier entstand in den 1980er-Jahren nach dem Sturz der Diktatur die berühmte Kulturbewegung Movida Madrileña, die eine Explosion von Freiheit, Punk, unabhängiger Kunst und wildem Nachtleben nach Spanien brachte.

Heute ist dieses Viertel voller toller Specialty-Cafés, Vintage-Läden mit Secondhand-Kleidung und kleiner unabhängiger Buchhandlungen. Die Hausfassaden dienen hier oft als Leinwand für sehr hochwertige und legale Street-Art, sodass selbst ein gewöhnlicher Spaziergang durch die Gassen an den Besuch einer Freiluftgalerie für moderne Kunst erinnert.

Abends verwandelt sich Malasaña in ein Zentrum alternativer Unterhaltung. Du findest hier zahlreiche Musikclubs mit Live-Programm, in denen bis heute der freigeistige und leicht freche Geist der 1980er weiterlebt. Es ist der ideale Ort für alle, die entspannte Unterhaltung abseits der glitzernden und überteuerten Diskotheken im Zentrum suchen.

💡 Tipp: Mach Halt auf einen Kaffee oder Drink an der Plaza del Dos de Mayo, dem historischen Platz, der das gedachte Herz des ganzen Viertels bildet und an dem sich unter freiem Himmel Studenten, Künstler und Alteingesessene in einer völlig entspannten Atmosphäre mischen.

17. Das Viertel Chueca und die Markthalle San Antón

Direkt neben dem böhmischen Malasaña liegt das Viertel Chueca, das als Hauptzentrum der Madrider LGBTQ+-Community und eines der lebendigsten Orte der ganzen Metropole berühmt ist. Die Straßen sind hier voller Designerboutiquen, moderner Cafés und fantastischer Restaurants, die zum langen Verweilen und Beobachten des bunten Treibens ringsum einladen.

Während der Mercado de San Miguel im Zentrum unter dem Touristenansturm aus allen Nähten platzt, steuern die Einheimischen viel lieber die moderne Markthalle Mercado de San Antón an, die sich direkt im Herzen dieses Viertels befindet. In den unteren Etagen kannst du frische Delikatessen kaufen, und im ersten Stock werden dir die ausgewählten Zutaten gleich auf dem Grill genau nach deinen Wünschen zubereitet.

Das ganze Gebäude verbirgt noch einen weiteren riesigen Anziehungspunkt: eine offene Dachterrasse mit einer prima Bar, wo du einen Drink am frühen Abend mit einem schönen Blick auf die roten Dächer der umliegenden Häuser genießen kannst. Die Atmosphäre ist hier sehr freundlich und offen, und die Partys ziehen sich hier oft bis in die frühen Morgenstunden.

💡 Tipp: Besuche dieses Viertel an der Wende von Juni zu Juli, wenn hier die großartigen Feierlichkeiten des Madrid Pride stattfinden, die die ganze Stadt in ein einziges riesiges, buntes und unglaublich positives Straßenfest verwandeln.

18. Barrio de las Letras (Das Literatenviertel)

Wenn du Literatur und romantische Spaziergänge durch historische Gassen liebst, musst du unbedingt das Barrio de las Letras besuchen, was übersetzt Literatenviertel bedeutet. Genau hier lebten und wirkten die berühmtesten spanischen Schriftsteller des Goldenen Zeitalters, unter ihnen der berühmte Miguel de Cervantes oder der erfolgreiche Dramatiker Lope de Vega.

Bei einem Spaziergang durch dieses ruhige Viertel solltest du unbedingt auf den Boden schauen, denn in das Pflaster der Fußgängerzonen sind in goldenen Lettern berühmte Zitate aus klassischen spanischen Literaturwerken eingemeißelt. Das ganze Gebiet hat sich einen wunderbar intimen Charakter mit engen Gassen, historischen Laternen und kleinen Plätzen bewahrt, an denen die Zeit stehengeblieben ist.

Abends verwandelt sich das Barrio de las Letras in einen beliebten Ort für ruhigere Abendessen und gemütliches Beisammensein bei einem guten Wein, denn hier findest du keine riesigen lauten Diskotheken, sondern eher traditionelle Kneipen mit Live-Gitarrenmusik. Es ist der perfekte Gegenpol zum wilden Malasaña, ideal für alle, die kultiviertere und romantischere Abendunterhaltung bevorzugen.

💡 Tipp: Mach Halt an der Plaza de Santa Ana, die vom schönen Gebäude des Spanischen Theaters dominiert wird und an der du viele ausgezeichnete Cafés mit Außenplätzen unter hohen Bäumen findest.

19. Churros con Chocolate in der Chocolatería San Ginés

Wenn dich nach einem langen Tag voller Sehenswürdigkeiten oder einer durchzechten Nacht in den Bars die Müdigkeit überkommt, steuere zielsicher die Chocolatería San Ginés an. Dieses legendäre Lokal, versteckt in einer unauffälligen Gasse unweit der Puerta del Sol, serviert die absolut besten Churros con Chocolate der Stadt, und das ununterbrochen schon seit 1894.

Ihr Rezept ist zur absoluten Perfektion getrieben, sodass du eine dicke und unglaublich sättigende heiße Schokolade bekommst, in die du frisch frittierte, knusprige Stücke des länglichen Teigs tunkst. Es ist eine Kalorienbombe, die aber einen so perfekten Schlusspunkt unter einen Madrider Tag setzt, dass es buchstäblich eine Sünde wäre, sich diese vegetarische Köstlichkeit nicht wenigstens einmal zu gönnen.

Das Lokal hat bis spät in die Nacht geöffnet, und oft siehst du hier in den frühen Morgenstunden, wie sich Leute, die von Partys zurückkehren, mit denen treffen, die schon zur Arbeit aufstehen. Das Interieur hat sich seinen historischen Charakter bewahrt mit Marmortischchen und spiegelverkleideten Wänden, was dem ganzen Erlebnis einen wunderbaren Hauch alter Zeiten verleiht.

💡 Tipp: An Wochenenden bilden sich hier wirklich lange Schlangen, aber die Bedienung arbeitet unglaublich schnell und effizient, lass dich also nicht abschrecken und warte ruhig diese zehn Minuten – es lohnt sich wirklich.

20. Toledo: Die Stadt der drei Kulturen

Madrid verfügt über einen riesigen logistischen Vorteil: das dichte Netz von AVE-Hochgeschwindigkeitszügen, das die Hauptstadt mit den umliegenden historischen Perlen verbindet. Von der modernen Metropole aus versetzt du dich so in weniger als einer halben Stunde ins tiefe spanische Mittelalter, was Toledo zu einem absolut idealen Ziel für einen Tagesausflug macht.

Toledo, das sich auf einem dramatischen Felssporn erhebt, der vom Fluss Tajo umflossen wird, regierte als Hauptstadt Spaniens lange bevor Madrid diese Rolle übernahm. Oft wird es als Stadt der drei Kulturen bezeichnet, denn hier koexistierten über Jahrhunderte hinweg in relativem Frieden Christen, Muslime und Juden, was bis heute auf faszinierende Weise direkt in die Architektur des gesamten historischen Zentrums eingeschrieben ist.

Während eines einzigen Spaziergangs passierst du eine alte Moschee aus dem 10. Jahrhundert, eine Synagoge mit wunderschönen maurischen Bögen und eine überwältigende gotische Kathedrale, die zu den reichsten des ganzen Landes gehört. Nimm dir unbedingt Zeit für einen Besuch der Kirche Santo Tomé, in der ein Meisterwerk des Malers El Greco hängt, der mit dieser Stadt untrennbar verbunden ist.

💡 Tipp: Miete dir für die Reise nach Toledo niemals direkt in Madrid ein Auto, denn die Stadt hat strenge Umweltzonen (ZBE) eingeführt, und bei unberechtigter Einfahrt droht dir ein Bußgeld von rund 200 Euro, während der Zug schnell und absolut sorgenfrei ist.

21. Segovia: Römisches Aquädukt und der märchenhafte Alcázar

Wenn dich Toledo mit seiner verwobenen Geschichte beeindruckt, setzt Segovia auf einen absolut überwältigenden ersten Eindruck, der dich an den Boden fesselt. Die Zugfahrt hierher dauert nur etwas mehr als eine halbe Stunde, und gleich am Eingang des historischen Zentrums empfängt dich ein majestätisches und unglaublich gut erhaltenes römisches Aquädukt.

Dieses atemberaubende technische Denkmal aus dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung spannt sich über den Hauptplatz in einer Länge von fast 800 Metern und ist aus über zwanzigtausend Granitblöcken ohne einen einzigen Tropfen Mörtel erbaut. Am anderen Ende der Stadt erhebt sich dann auf einer Felsklippe über dem Zusammenfluss zweier Flüsse die Burg Alcázar mit ihren schiefergedeckten Türmchen, die angeblich als eine der Hauptinspirationen für das ikonische Schloss von Walt Disney diente.

Segovia funktioniert auch als traditioneller Wallfahrtsort für Fleischliebhaber, denn die große hiesige Spezialität ist das sogenannte Cochinillo Asado, also Spanferkel. Das Fleisch ist hier oft so zart, dass es traditionelle Gastronomen vor den Augen der Gäste demonstrativ mit der Kante eines gewöhnlichen Keramiktellers zerteilen, den sie anschließend mit großem Tamtam am Boden zerschmettern.

💡 Tipp: In Reiseforen wird oft das Dilemma diskutiert, ob man Toledo und Segovia an einem Tag verbinden soll, aber ich empfehle dir nachdrücklich, dich für nur eine Stadt zu entscheiden, um einen erschöpfenden Laufwettbewerb zwischen den Sehenswürdigkeiten zu vermeiden.

22. Der monumentale Komplex El Escorial

Etwa eine Stunde Fahrt mit der Vorortbahn nordwestlich von Madrid liegt San Lorenzo de El Escorial, das ein perfektes Beispiel königlicher Macht darstellt. Diesen riesigen Komplex aus Kloster, Königspalast und Basilika ließ im 16. Jahrhundert König Philipp II. erbauen, um die Stärke des spanischen Imperiums in der Zeit seiner größten Blüte zu demonstrieren.

Die Architektur des gesamten Areals ist unglaublich nüchtern, monumental und geradezu frostig symmetrisch, was genau den Charakter des Herrschers widerspiegelt, der von hier aus über ein Reich regierte, in dem bildlich gesprochen niemals die Sonne unterging. Du wandelst durch endlose Korridore, geschmückt mit kostbaren Wandteppichen, und durch riesige Bibliotheken voller alter Bände, die von schwerer Geschichte durchdrungen sind.

Der absolute Höhepunkt der Besichtigung ist der Abstieg in das unterirdische Pantheon, wo die sterblichen Überreste fast aller spanischen Könige und Königinnen seit der Zeit Karls V. in prächtigen Marmorgrabstätten ruhen. Der Ort wirkt sehr majestätisch und düster, was bei dir einen wirklich tiefen Eindruck hinterlässt und dein Bild der spanischen Geschichte hervorragend abrundet.

💡 Tipp: Der Komplex liegt in höherer Höhenlage als Madrid selbst, daher ist es hier oft einige Grad kühler und es weht häufig ein starker Wind – pack dir deshalb lieber auch in den Frühlingsmonaten einen leichten Pullover ein.

Wohin von Madrid aus weiter

Wenn du mehr Zeit hast und weitere Ecken dieses wunderschönen Landes erkunden möchtest, funktioniert Madrid als absolut perfekter Verkehrsknotenpunkt für weitere Reisen. Die Hochgeschwindigkeitszüge bringen dich leicht und sehr bequem in alle Ecken Spaniens.

Mach dich mit dem Schnellzug auf den Weg zur Küste und entdecke Gaudís verträumte Architektur, die wir ausführlich im Artikel über Barcelona beschreiben. Wenn du eher moderne Architektur in Verbindung mit ausgezeichneter Gastronomie und der berühmten Paella bevorzugst, wird dich das sonnige Valencia bezaubern.

Wenn dich eher die arabische Geschichte und der temperamentvolle Flamenco reizen, fahre in den Süden und erkunde die schönsten Orte Andalusiens. Du kannst das leidenschaftliche und nach Orangenbäumen duftende Sevilla besuchen, den atemberaubenden Palastkomplex Alhambra erkunden, den Granada birgt, oder dich in den Gassen rund um die berühmte Moschee verlieren, mit der das historische Córdoba prunkt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage sollte man für einen Besuch in Madrid einplanen?

Für die Erkundung der Hauptstadt selbst sollten Sie idealerweise zwei bis drei volle Tage einplanen, um die wichtigsten Museen zu besuchen und die Atmosphäre aufzusaugen. Wenn Sie jedoch planen, die Stadt als strategischen Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Toledo, Segovia oder El Escorial zu nutzen, sollten Sie Ihren Aufenthalt unbedingt auf mindestens fünf Tage ausdehnen.

Wie kommt man am besten vom Flughafen Barajas ins Zentrum?

Die Anbindung vom Flughafen ist unglaublich einfach und günstig, denn Sie können bequem die Metro oder die S-Bahn Cercanías nutzen. Die Fahrt ins Zentrum dauert etwa eine halbe Stunde und das Ticket kostet nur ein paar Euro, sodass es sich überhaupt nicht lohnt, viel Geld für überteuerte Taxis auszugeben.

Ist es sicher, in Madrid Leitungswasser zu trinken?

Ja, das Leitungswasser ist von sehr hoher Qualität, schmeckt hervorragend und sein Genuss ist in der ganzen Stadt absolut unbedenklich. Spanische Restaurants sind zudem seit 2022 gesetzlich verpflichtet, ihren Gästen kostenlos Leitungswasser anzubieten, also zögern Sie nicht, selbstbewusst danach zu fragen.

Lohnt es sich, ein Auto für die Fortbewegung in der Stadt zu mieten?

Auf keinen Fall, denn die Stadt hat strenge Umweltzonen (ZBE) eingeführt und Kameras erfassen automatisch die Kennzeichen. Ausländische Fahrzeuge müssen sich vorab kompliziert registrieren und bei unbefugter Einfahrt droht ein Bußgeld von rund 200 Euro, sodass es viel bequemer ist, sich auf die hervorragend funktionierende Metro und das Schnellzugnetz zu verlassen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der spanischen Metropole?

Das lokale Klima ist sehr rau, daher stellt eindeutig der Frühling oder Herbst die beste Reisezeit dar, wenn angenehme Temperaturen herrschen. Im Sommer verwandeln sich die Straßen in eine glühende Hölle mit Temperaturen, die regelmäßig 40 °C überschreiten, während die Winter hier unerwartet frostig und windig sein können.

Was genau bedeutet das Goldene Dreieck der Kunst?

Es handelt sich um das Gebiet rund um den Boulevard Paseo del Prado, wo drei beeindruckende Institutionen mit der weltweit größten Konzentration an Meisterwerken ansässig sind. Dazu gehören das klassische Museo del Prado, das moderne Centro de Arte Reina Sofía mit Picassos Guernica und das verbindende Museo Thyssen-Bornemisza.

Welches typische Gericht sollten wir probieren?

Ein typischer Madrider Klassiker ist das deftige Cocido madrileño, ein kräftiger Wintereintopf mit Kichererbsen und Gemüse, sowie Bocadillo de calamares, ein knuspriges Baguette mit frittierten Tintenfischringen. Als Vegetarier sollten Sie auf keinen Fall die legendären süßen Churros con chocolate verpassen oder die pikanten Kartoffeln Patatas bravas, begleitet von einem Glas Wermut vom Fass.

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Pompeji: Basisinformationen über den Eintritt, Sehenswürdigkeiten + Eintrittspreis

TL;DRPompeji sind eine antike Stadt bei Neapel, die im Jahr 79 n. Chr. die Asche des Vesuvs unter sich begrub und dadurch perfekt konserviert hat. Heute spazierst du über die originalen Pflastersteine, wirfst einen Blick in Häuser mit gut erhaltenen Fresken und siehst auch die Abgüsse der Körper der Bewohner. Das Gelände ist riesig, plan lieber einen halben bis ganzen Tag ein. Kauf die Tickets am besten vorab online, um Warteschlangen zu vermeiden – mit der Circumvesuviana kommst du bequem von Neapel oder Sorrent hierher. Am besten kommst du morgens, noch vor der größten Hitze. Im Reiseführer findest du Eintrittspreise, Anfahrt und Tipps, was du dir zuerst ansehen solltest.

Wenn Sie vor haben, Neapel oder Amalfiküstezu besuchen, sollten Sie das berühmte Pompeji nicht verpassen. Diese Stadt wurde vom Ausbruch des Vesuvs betroffen. Bei dieser Tragödie kamen etwa 10.000 Einwohner ums Leben und die Vulkanasche hat das Aussehen der Stadt perfekt erhalten.

Und jetzt können Sie die Stadt ansehen und ihre ganze Geschichte und Geheimnisse aufsaugen. In diesem Artikel erfahren Sie alle interessanten Fakten über Pompeji sowie die Eintrittspreise.

Pompeji: Geschichte, Vulkan und Eintrittspreise

Pompeji ist eine der am besten erhaltenen antiken Städte der Welt und eine der wichtigsten archäologischen Lokalitäten und Touristenattraktionen.

Pompeji befindet sich in Süditalien in der Nähe von Neapel und ist vor allem wegen des bereits erwähnten tragischen Ereignisses bekannt, als es im Jahr 79 n. Chr. nach dem Ausbruch des Vulkans Vesuv mit vulkanischem Staub und Steinen bedeckt wurde. Die Eruption dauerte drei Tage und die Schutt- und Staubschicht reichte bis zu 6 Meter hoch.

Das Interessanteste an der ganzen Sache ist, dass diese Naturkatastrophe die Stadt paradoxerweise ziemlich in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten hat.

Pompeji wurde um das 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Es wurde durch die Siedler aus Etrurien und Griechenland gegründet. Ursprünglich handelte sich um eine kleine landwirtschaftliche Stadt. Mit der Zeit gewann sie an Bedeutung aufgrund ihrer strategischen Lage an der Küste und ihres erfolgreichen Handels.

Pompeji war nach einem Vulkanausbruch viele Jahrhunderte lang vergessen, bis es im 16. Jahrhundert zufällig wiederentdeckt wurde. Systematische archäologische Ausgrabungen begannen im 18. Jahrhundert und werden bis heute fortgesetzt. (es kann also immer etwas Neues ausgegraben werden). Während Ihres Besuchs können Sie die progressive Arbeit der Archäologen beobachten (die einzigen dürfen nicht fotografiert werden).

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Wie man nach Pompeji kommt

Wenn Sie, wie ich, aus Neapel kommen, können Sie vom Hauptbahnhof mit dem Zug (EAV) nach Pompeji fahren. Die Fahrkarte kostet 2,80 Euro und die Fahrt dauert etwa 40 Minuten. Sie können die Fahrkarten am EAV-Schalter am Bahnhof kaufen (am Bahnhof gehen Sie die Treppe hinunter ins Erdgeschoss)..

Es ist auch leicht, mit dem Auto dorthin zu fahren, wenn Sie eines zur Verfügung haben.

Pompeji: Wo Sie Tickets kaufen können

Tickets für Pompeji können Sie entweder auf der der offiziellen Website online oder vor Ort. In Italien bevorzugen wir das Portal GetYourGuide, da Sie die Tickets jederzeit zurückgeben können und wir oft keine Tickets über die offiziellen Websites kaufen können und es oft eine Warteschlange am Veranstaltungsort gibt.

Sie können Pompeji jeden Tag von 8:30 bis 19:00 Uhr besuchen. Ein einfaches Erwachsenenticket kostet 18 Euro, Jugendliche (18-24 Jahre) 2 Euro und Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt (ermäßigte Tickets können nicht online gekauft werden, Sie müssen sie vor Ort kaufen und einen Identitätsnachweis vorlegen).

Wenn Sie Pompeji auch mit den Vorstadtvillen (Mysterienvilla, Villa Regina und Villa des Diomedes) sehen möchten, dann kostet der Eintritt für einen Erwachsenen 22 Euro.

Das Ticket ist zeitlich nicht begrenzt, Sie können jederzeit während der Öffnungszeiten kommen (der letzte Eintritt ist jedoch um 17:30 Uhr) und so viel Zeit in der Stadt verbringen, wie Sie möchten.

Wie lange dauert die Besichtigung von Pompeji?

Ich würde Ihnen empfehlen, für die Besichtigung von Pompeji einen ganzen Tag einzuplanen, um nicht eilen zu müssen. Eine Tour durch Pompeji selbst dauert in der Regel zwischen 3 und 5 Stunden, je nachdem, wie detailliert Sie jeden Teil der Stadt ansehen möchten und was Sie sehen wollen.

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Die Hauptattraktionen von Pompeji

Heute ist Pompeji eine der meistbesuchten touristischen Stätten in Italien und seit 1997 stehen die Ruinen der antiken Stadt auf der Liste der UNESCO. Die folgenden Sehenswürdigkeiten sind in Pompeji sehenswert:

Porta Marina

Die Porta Marina ist das am besten erhaltene Tor von der ursprünglichen Stadttore von Pompeji.

Nach dem Erdbeben im Jahr 62 n. Chr. (ja, es gab ein Erdbeben in Pompeji, als ob der Vulkanausbruch nicht schon genug wäre. ) wurden die meisten Stadttore nicht repariert, denn aufgrund der damaligen politischen Lage und der zerfallenden Grenzen des Römischen Reiches bestand keine Notwendigkeit mehr, starke Mauern zu erhalten.

Forum

Das Forum ist der Hauptplatz und das Herz des früheren kommerziellen, sozialen und religiösen Lebens von Pompeji. An seiner nördlichen Seite steht der Jupitertempel, der ursprünglich im 2. Jahrhundert erbaut wurde. 2. Jahrhundert v. Chr. während der samnitischen Ära.

Hier können Sie den Jupitertempel, zwei monumentale Bogen und die Überreste der wichtigen öffentlichen Gebäude wie der Schatzkammer, der Getreidespeicher und des Apollo-Tempels sehen.

Basilika

Die Basilika, die sich am südwestlichen Rand des Forums befand, war ein Zentrum für kommerzielle Aktivitäten und ein Ort für Gerichtsverhandlungen. Nach dem Erdbeben im Jahr 62 wurde das Gebäude jedoch verlassen und nie vollständig restauriert.

Pompejische Körper

Das wahrscheinlich Interessanteste und zugleich Unheimlichste, was es in Pompeji zu sehen gibt, sind die erhaltenen Überreste der Leichen der ursprünglichen Bewohner. Glauben Sie aber nicht, dass Sie anhand dieser Überreste nicht erkennen können, was ein Bein und was eine Hand ist.

Der Tod der Menschen, die vor dem vulkanischen Staub flüchteten, sorgte dafür, dass sich die Opfer des Vesuvs in Statuen verwandelt haben,die in ihren letzten und schmerzhaften Momenten des Lebens festgehalten wurden.

Pompejische Graffiti

Wenn Sie bei Ihrer Stadtbesichtigung durch die Stadt wirklich aufmerksam sind, werden Sie alle möglichen Inschriften, Zeichnungen und Liebeserklärungen an den Wänden entdecken. Heute würden wir es wahrscheinlich Graffiti nennen.

Einige dieser Zeichen sind laut Historikern politische Slogans, Werbung, Speisekarten, liebevolle Nachrichten, Verhaltensregeln in Kneipen oder sogar vulgäre Bemerkungen und Zeichnungen.

Eine solche obszöne Kuriosität ist, dass es in den Straßen von Pompeji Unzahl von Gemälde, Statuen und Formen von Penis gibt. Man geht davon aus, dass diese Symbole auf den Straßen immer auf das nächste Bordell zeigten, um Seeleiten, die möglicherweise betrunken waren und die Landessprache nicht sprachen, den Weg zu weisen. Das nenne ich Marketing.

Dreieckiges Forum

Auf dem dreieckigen Forum befinden sich wichtigen Gebäude wie zwei Theater und eine Sporthalle. In der Mitte des Platzes können Sie die Überreste eines dorischen Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. sehen. Der Tempel wurde im 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr. renoviert, aber während der römischen Zeit wurde er nicht mehr genutzt und wurde in eine Kapelle umgewandelt.

Großes und kleines Theater

Im südlichen Teil von Pompeji finden Sie ein großes und ein kleines Theater. Das große Theater, das bis zu 5.000 Zuschauer fassen konnte, hatte eine spezielle Tribüne für wichtige Besucher. Das kleine Theater, das eine geringere Kapazität hatte, wurde für kleinere Aufführungen genutzt und bot Platz für etwa tausend Zuschauer.

Amphitheater

Gladiatorenkämpfe waren ein fester Bestandteil der römischen Kultur und das Amphitheater wurde für diesen Zweck genutzt. Das pompejische Amphitheater, das bis zu 20.000 Zuschauer fassen konnte, ist das älteste bekannte römische Amphitheater.

Es wurde durch die Großzügigkeit von Gaius Quinctius Valgus und Marcus Porcius aufgebaut. Daneben befand sich ein großer Trainingsplatz (Palästra), auf dem Gladiatoren trainierten.

Haus der Vettier

Das Vetti-Haus gehörte den Brüdern Vetti, zwei ehemaligen Sklaven, die frei und sehr reich wurden. Das Haus ist wirklich riesig und besonders berühmt für seine prächtigen Wandfresken und Dekorationen, einschließlich einiger erotischer Motive.

Das Haus des Fauns

Das Haus des Fauns, benannt nach der Faun-Statue, stammt aus der samnitischen Periode (2. Jahrhundert v. Chr.) und ähnelt in seinem Grundriss dem griechischen Architekturstil. Der bekannteste Teil des Hauses ist das berühmte Mosaik der Schlacht zwischen Alexander dem Großen und dem persischen König Darius, das heute im Archäologischen Museum von Neapel zu sehen ist.

Lupanar

Das Lupanar alias das pompejische Bordell ist das Haus, das vielleicht die meisten Besucher anlockt. Na ja, warum?

Es verfügt über 10 fensterlose Räume mit Steinbetten (die ziemlich unbequem aussehen, aber das war der Zweck, weil die Prostituierte konnten sich nicht leisten, dass die Männer einschlafen und sie von der weiteren Arbeit abhalten) und an den Wänden im so genannten „Warteraum“ sind Fresken mit erotischen Szenen zu sehen, die angeblich die Funktion hatten, Dienstleistungen anzubieten oder sogar Anweisungen zu geben, was man in einem solchen Bordell zu tun hat.

Das Haus des tragischen Dichters

Das Haus des Tragischen Dichters gehörte vermutlich einem wohlhabenden Kaufmann und ist berühmt für das Mosaik eines Hundes im Vestibül mit der Inschrift „Cave Canem“ (Vorsicht, Hund!).

Haus der Venus mit einer Muschel

Das Haus der Venus mit der Muschel hat einen wunderschönen Garten, in dessen Innenhof ein Gemälde der Göttin Venus zu sehen ist, die auf einer Muschel badet. Dieses Haus ist eine der jüngsten Ausgrabungen, da es erst zwischen 1930 und 1950 entdeckt wurde, und es ist wahrscheinlich das schönste Haus, das Sie in Pompeji sehen werden.

Thermalbäder

Offenbar liebten die Römer drei Dinge, und zwar Gladiatorenkämpfe, Bordelle und vor allem die Entspannung in den Bädern.

Es gibt mehrere Bäder in Pompeji. Die Bäder in der Stadt waren in einen Männer- und einen Frauenteil verteilt. Jeder Teil enthielte Umkleideräume, kalte Bäder und ein warmes Becken. Das Caldarium, ein Raum mit zirkulierender warmer Luft, ist ebenfalls erhalten geblieben.

Mysterienvilla

Die Mysterienvilla ist wahrscheinlich die berühmteste Villa in Pompeji und befindet sich nicht weit von der Stadt. Sie finden hier spektakuläre Gemälde und Fresken, die religiöse Szenen darstellen, einschließlich der Figuren von Dionysos, Ariadne und Satyr.

Haus des Chirurgen

Das Haus des Chirurgen ist eines der wichtigsten und ältesten Häuser in Pompeji. Es befindet sich in der Nähe des nördlichen Stadttors und erhielt seinen Namen durch die Entdeckung von chirurgischen Instrumenten, die hier bei Ausgrabungen gefunden wurden.

Diese Instrumente weisen darauf hin, dass das Haus einem Arzt gehörte, wahrscheinlich einem Chirurgen, der hier praktizierte. Werkzeuge wie Skalpelle, Pinzetten, Sonden und andere medizinische Instrumente wurden dort gefunden.

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Pompeji: größte Merkwürdigkeiten

Pompeji ist ein absolut faszinierender Ort für mich und sicher auch für andere von Ihnen. Ich habe einige interessante Fakten für Sie zusammengeschrieben:

  • Abgüsse von Leichen – Der italienische Architekt Giuseppe Fiorelli entdeckte bei den Ausgrabungen von Pompeji Hohlräume in der Ascheschicht, die sich nach sorgfältiger Untersuchung als die Überreste der Leichen der Einwohner herausstellten. Fiorelli füllte diese Hohlräume mit Gips und schuf so Abgüsse der Körper der Pompejaner im Moment ihres Todes. Diese Abgüsse sind noch heute in Pompeji zu sehen.
  • Häuser in Pompeji – Die meisten Häuser in Pompeji waren überraschend geräumig und gut ausgerüstet. Viele von ihnen hatten zum Beispiel Bäder, fließendes Wasser und schön verzierte Treppen aus hochwertigem Stein. Die Stadt war wohlhabend und viele Familien konnten sich luxuriöse Einrichtungsgegenstände und Dekorationen leisten.
  • Vesuv heute – Der Vulkan Vesuv ist immer noch einer der aktiven Vulkane. Die letzte Eruption fand im Jahr 1944 statt und 26 Menschen starben dabei. Heute wird der Vesuv jedoch streng überwacht, um weitere Katastrophen zu verhindern.
  • Unwissenheit der Einwohner – Interessanterweise wussten die Einwohner von Pompeji einigen Historikern zufolge wahrscheinlich nicht, dass der Vesuv ein aktiver Vulkan war. Sie verfügten damals nicht über das nötige Wissen über vulkanische Aktivitäten und hielten den Vesuv vielleicht nur für einen weiteren Berg in der Landschaft.
  • Pompeji als Urlaubsziel – In einem bestimmten Zeitraum wurde Pompeji zu einem beliebten Urlaubsziel für die römische Elite. Die Stadt verfügte über wunderschöne Gärten, öffentliche Bäder und Amphitheater, die sie zu einem attraktiven Reiseziel machten. Es wird sogar spekuliert, dass Kaiser Nero hier ein Haus hatte, in dem er sich erholte.
  • Schatzfund – Bei den Ausgrabungen wurde in einem der Häuser ein Schatz entdeckt, der 298 Silber- und mehrere Goldmünzen enthielt. Dieser Fund ist ein Beweis dafür, wie wohlhabend die Haushalte in Pompeji waren und wie wohlhabend viele der Einwohner waren.
  • Straßen und Gehwege – Die Straßen in Pompeji waren sehr praktisch gestaltet. Sie waren mit großen Steinen bedeckt und zwischen Steinen waren Rillen für die Räder der Karren. Die Fußgängerwege waren erhöht, um den Menschen zu helfen, Schmutz und Regenwasser zu vermeiden, das auf die Straßen lief. An mehreren Stellen in der Stadt gab es auch „Fußgängerüberwege“ in Form von großen Steinen, zwischen denen Wagenräder durchfahren konnten.
  • Wassersystem – Die Stadt verfügte über ein gut ausgebautes Wassersystem, das Häuser, Bäder und Brunnen mit frischem Wasser versorgte. In den Straßen von Pompeji gab es viele öffentliche Brunnen, an denen die Einwohner ihre Trinkwasserbehälter füllen konnten.
  • Fastfood – Pompeji hatte seine eigene Version der heutigen Fastfood-Restaurants, genannt Thermopolia. Dies waren kleine Stände, an denen Passanten warme Speisen und Getränke kaufen konnten. Diese Stände waren in der Regel mit großen Lebensmittelbehältern ausgestattet, die in Steintheken eingelassen waren.
  • Herculaneum – Wenn Sie keine Menschenmassen mögen, dann liegt etwa 12 km von Pompeji entfernt die Stadt Herculaneum, die ein ähnliches Schicksal wie Pompeji erlitten hat, aber im Gegensatz zu Pompeji war Herculaneum von vulkanischen Trümmern und Lava bedeckt, was zu einer anderen Konzervierung der Stadt führte. Die Stadt ist auch für Touristen zur Besichtigung geöffnet.
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Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch von Pompeji?

Die beste Zeit für einen Besuch ist der Frühling oder der Herbst, wenn die Temperaturen angenehmer sind und es weniger Touristen gibt. Wenn Sie Pompeji jedoch im Sommer besuchen, sollten Sie die Zeit zwischen 11:00 und 15:00 Uhr meiden, wenn die Sonne am heißesten ist, weil es in Pompeji nicht viel Schatten gibt.

Wie viel Zeit braucht man für einen Besuch von Pompeji?

Wir empfehlen Ihnen, mindestens 4-5 Stunden in Pompeji zu verbringen, um alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gründlich zu besichtigen.

Ist es möglich, in Pompeji zu fotografieren?

Ja, das Fotografieren ist in Pompeji erlaubt.

Ist es möglich, den Vesuv von Pompeji aus zu sehen?

Ja, der Vesuv ist von Pompeji aus zu sehen und alle Besucher können auch einen Ausflug zu seinem Gipfel unternehmen.

Welche Artefakte wurden in Pompeji gefunden?

In Pompeji wurden verschiedene Arten der Artefakte gefunden, wie Statuen, Schmuck, Vasen, Spiegel, Gemälde und sogar die sterblichen Überreste der Einwohner.

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Vatikanische Museen und Sixtinische Kapelle: Tickets & Tipps 2026

TL;DRDer Zugang zu den Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle muss online reserviert werden – die Tickets werden genau 60 Tage im Voraus freigeschaltet. Das Standardticket kostet 2026 20 Euro plus 5 Euro Buchungsgebühr, macht zusammen 25 Euro. Am besten schnappst du dir den ersten Slot um 8:00 Uhr morgens oder den späten Nachmittagstermin gegen 15:30 Uhr, wenn weniger los ist. Die Tour umfasst 14 Hauptstationen, darunter das Museo Pio-Clementino, die Galleria delle Carte Geografiche, die Raffael-Zimmer und natürlich die Sixtinische Kapelle mit der Erschaffung Adams und dem Jüngsten Gericht. Die Strecke ist knapp sieben Kilometer lang, plan dafür 3 bis 4 Stunden ein. Es gilt ein strenger Dresscode – Schultern und Knie müssen bedeckt sein –, und in der Sixtinischen Kapelle ist Fotografieren komplett verboten.

Als Lukáš und ich das letzte Mal nach Rom aufgebrochen sind, um seinen Geburtstag im Juni zu feiern, hatten wir einen ziemlich klaren Plan. Wir wollten durch die Gassen schlendern, die beste Pizza essen und die Atmosphäre der Ewigen Stadt in uns aufsaugen. Aber die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle auszulassen, wäre eine Sünde gewesen – auch wenn wir wussten, was uns in der sommerlichen Hitze erwartet. Trotzdem hat uns die Realität ein wenig überrascht. Riesige Menschenmassen, glühende Pflastersteine und kilometerlange Gänge können dich völlig fertigmachen, bevor du überhaupt das erste Fresko von Michelangelo erblickst.

Aber ich habe eine ganz entscheidende Sache herausgefunden: Beim Vatikan geht es nicht um Glück, sondern um absolut präzise Planung. Wenn du einfach blind hierher kommst und dir dein Ticket vor Ort kaufen willst, verbringst du drei Stunden in der prallen Sonne in der Warteschlange. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt, alle neuen Regeln nachgelesen und herausgefunden, wie man dieses riesige Labyrinth voller Renaissance-Kunst ohne Stress und Blasen durchquert. Ich habe für dich einen kompletten Guide vorbereitet, der dich vom Ticketkauf bis hin zum richtigen Ort führt, wo du dir nach der Besichtigung die beste vegetarische Pizza auf die Hand gönnst. 😅

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Kaufe die Tickets weit im Voraus: Auf der offiziellen Website werden die Tickets genau 60 Tage vorher freigeschaltet, und die frühen Slots sind innerhalb weniger Minuten weg.
  • Preis für 2026: Das Basisticket kostet 20 Euro plus 5 Euro obligatorische Reservierungsgebühr beim Online-Kauf.
  • Beste Besuchszeit: Reserviere gleich den allerersten Slot um 8:00 Uhr morgens oder umgekehrt den späten Nachmittag gegen 15:30 Uhr, wenn die größten Massen schon abziehen.
  • Strenger Dresscode: Mit unbedeckten Schultern und Knien wirst du weder in die Museen noch in die Sixtinische Kapelle gelassen (das gilt auch bei größter Hitze).
  • Fotografierverbot: In der Sixtinischen Kapelle darf absolut nicht fotografiert werden, die Aufseher sind da sehr streng.
  • Dauer der Besichtigung: Plane mindestens 3 bis 4 Stunden ein, die Route ist fast sieben Kilometer lang.
  • Kostenlose Sonntage: An jedem letzten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei, aber den Massen und Schlangen solltest du an diesen Tagen lieber weiträumig aus dem Weg gehen.

Vatikan Tickets, Preise und Öffnungszeiten

Einen Besuch der Vatikanischen Museen zu planen, erfordert ein bisschen militärische Disziplin. Vergiss die Idee, dir morgens nach dem Frühstück spontan zu überlegen, dass du dir Michelangelo anschauen gehst. Ohne vorherige Reservierung macht es überhaupt keinen Sinn, zu den Mauern zu gehen – es sei denn, du möchtest den halben Tag in einer unbeweglichen Schlange verbringen, die sich entlang der hohen Mauern zieht.

Offizielle Tickets werden ausschließlich auf der Website der Vatikanischen Museen verkauft und genau 60 Tage im Voraus zum Verkauf freigeschaltet. Und glaub mir: Wenn du die beste Zeit um 8:00 Uhr morgens willst, musst du dir einen Wecker stellen. In der Hochsaison verschwinden diese begehrten frühen Zeiten buchstäblich innerhalb weniger Stunden. Das System erstellt dir ein Ticket mit einem genauen Zeitslot, den du einhalten musst.

Für 2026 beträgt der Preis des Basistickets 20 Euro, zu denen automatisch 5 Euro als obligatorische Reservierungsgebühr hinzukommen. Insgesamt zahlst du also 25 Euro. Wenn du Student bis 26 Jahre bist und einen gültigen ISIC-Ausweis hast oder ein Ticket für Kinder unter 18 kaufst, hast du Anspruch auf den ermäßigten Eintritt für 8 Euro (plus Reservierungsgebühr). Kinder unter sechs Jahren haben komplett freien Eintritt.

Was tun, wenn die offiziellen Tickets ausverkauft sind? Schau auf Vermittlungsportalen wie GetYourGuide, wo Lukáš und ich oft Erlebnisse buchen. Du zahlst zwar etwas mehr, bekommst aber eine Eintrittsgarantie und oft auch die Möglichkeit, dich einer kleinen Gruppe mit einem lizenzierten Guide anzuschließen. Vor verschiedenen Straßenschleppern rund um den Vatikan, die dir sofortigen Einlass versprechen, solltest du dich aber in großem Bogen hüten.

Die Museen sind normalerweise von Montag bis Samstag von 8:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, wobei die letzten Besucher um 17:00 Uhr hineingelassen werden. An jedem letzten Sonntag im Monat ist der Eintritt zwar kostenlos, aber wenn du kein extrem knappes Budget hast, geh an diesem Tag nicht hin. Die Massen sind absolut apokalyptisch und von der Kunst hast du dann gar nichts.

Wie du hinkommst

Auch wenn der Vatikan im Zentrum von Rom liegt, wird dich der Fußweg vom Kolosseum oder vom Bahnhof Termini unnötig erschöpfen. Die Stadt ist weitläufig, und die Energie für die eigentliche Besichtigung der sieben Kilometer langen Galerien zu sparen, ist absolut entscheidend. Zum Glück ist die Anreise zu den Museen ziemlich unkompliziert und einfach.

Der schnellste und zuverlässigste Weg ist, die orangefarbene Metrolinie A zu nutzen. Du steigst an der Station Ottaviano aus, von wo aus es zum Eingang der Museen nur etwa fünf bis sieben Minuten zügigen Fußweges sind. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert, und im Grunde reicht es, der Menschenmenge zu folgen. Wenn du im Viertel Prati wohnst, hast du gewonnen und kommst frisch direkt vom Hotel zu Fuß hierher.

Vor einer bestimmten Fortbewegungsart muss ich dich ausdrücklich warnen. Wenn du in der Nähe von Termini wohnst, empfehlen dir die Karten vielleicht, die Buslinie Nummer 64 zu nutzen. Diese Linie wird unter Reisenden „Pickpocket Express“ genannt, und darin operieren hochorganisierte Diebesbanden. Das Gedränge in diesem Bus ist unerträglich, und die Taschendiebe nutzen jedes ruckartige Bremsen aus. Wähle lieber die U-Bahn.

Lass dich beim Eingang selbst nicht verwirren. Der Eingang zu den Vatikanischen Museen befindet sich nicht auf dem Petersplatz, wie viele Leute glauben. Du musst außen an den hohen Vatikanmauern entlanggehen (Straße Viale Vaticano), wo du ein großes Eingangstor mit der Aufschrift Musei Vaticani siehst. Hier stellst du dich in die Schlange, die für Leute mit Online-Reservierung reserviert ist.

14 Dinge, die du in den Vatikanischen Museen sehen musst

Die Vatikanischen Museen bilden ein riesiges Labyrinth aus miteinander verbundenen Palästen und Gängen. Du kannst nicht einfach direkt zur Sixtinischen Kapelle springen, du musst die gesamte Route durchlaufen, die knapp sieben Kilometer lang ist. Es ist ein visueller Marathon, der dich aber mit den schönsten Werken der Menschheitsgeschichte belohnt. Schauen wir uns die Highlights an.

1. Cortile della Pigna (Pinienzapfen-Hof)

Dieser riesige offene Innenhof wird wahrscheinlich einer der ersten Orte sein, an dem du nach dem Durchqueren der Sicherheitsschleusen frische Luft schnappst. Seinen Namen erhielt er von dem riesigen Bronze-Pinienzapfen, der aus dem ersten Jahrhundert stammt und ursprünglich einen antiken Tempel der Göttin Isis in der Nähe des Pantheons schmückte.

Der bronzene Zapfen ist in eine monumentale Nische eingelassen, und Gesellschaft leisten ihm zwei Bronzepfauen. Ein Stück weiter findest du eine riesige goldene Kugel – das ist die moderne Skulptur Sfera con Sfera des italienischen Künstlers Arnaldo Pomodoro. Der Kontrast zwischen der antiken Bronze und der modernen glänzenden Kunst ist absolut faszinierend.

Dieser Innenhof ist der ideale Ort für eine kurze Pause. Du kannst dich hier einen Moment hinsetzen, einen Kaffee im örtlichen Bistro trinken und dich auf den unglaublichen Ansturm der Kunst vorbereiten, der dich drinnen erwartet. Lukáš und ich haben hier immer unsere ersten Fotos gemacht, weil die Morgensonne hier so schöne Schatten wirft.

2. Museum Pius-Clementinum (Museo Pio-Clementino)

Dieses Museum ist das absolute Herz der vatikanischen Skulpturensammlung. Papst Klemens XIV. ließ es gründen, und hier findest du die besten römischen Kopien berühmter griechischer Statuen. Der Raum ist in mehrere Säle und Innenhöfe unterteilt, wobei jede Statue ihre eigene dramatische Geschichte hat.

Das größte Juwel ist zweifellos die Skulpturengruppe Laokoon und seine Söhne. Sie zeigt den trojanischen Priester, der zusammen mit seinen Kindern von riesigen Meeresschlangen zerdrückt wird. Diese Statue wurde 1506 in Rom entdeckt, und Michelangelo war bei ihrer Ausgrabung persönlich dabei. Wenn du den Ausdruck des Schmerzes im Gesicht des Laokoon siehst, verstehst du, warum sie die ganze Renaissance so stark beeinflusst hat.

Neben ihm ist auch der Apollo vom Belvedere beachtenswert, der jahrhundertelang als absolutes Ideal männlicher Schönheit galt. Die Statuen sind hier in einem offenen achteckigen Innenhof (Cortile Ottagono) aufgestellt, sodass du sie im natürlichen Tageslicht betrachten kannst – genau so, wie es ihre antiken Schöpfer beabsichtigt hatten.

3. Tiersaal (Sala degli Animali)

Während die meisten Museen Helden und Götter zeigen, ist dieser Saal so etwas wie ein antiker steinerner Zoo. Papst Pius VI. wollte einen Raum schaffen, der die Natur in ihrer reinsten Form feiert, und ließ deshalb hunderte Marmorskulpturen verschiedener Tiere zusammentragen.

Du siehst hier alles Mögliche – von jagenden Hunden über Löwen, die ihre Beute zerreißen, bis hin zu ruhig liegenden Kühen oder Pelikanen. Die Tiere sind nicht nur aus weißem Marmor gehauen, sondern die antiken Bildhauer nutzten oft farbigen Stein, um die tatsächliche Farbe von Fell oder Federn nachzuahmen.

Es ist einer der wenigen Teile des Museums, der auch kleinere Kinder absolut fasziniert, denn nach all den ernsten Kaisern ist es eine angenehme und verspielte Abwechslung. Versuch mal, die Statue eines kleinen Windhunds zu finden, der sich hinter dem Ohr kratzt – es ist ein unglaublich realistisches Detail.

4. Musensaal (Sala delle Muse)

Wenn du den Musensaal betrittst, fällt dir sofort die Farbe der Wände auf. Sie sind nämlich in einem tiefen pompejanischen Rot gestrichen, das einen absolut perfekten Kontrast zu den strahlend weißen Statuen bildet. Der Saal ist den neun Musen gewidmet, den Schutzpatroninnen der Künste, die die Statue des Gottes Apollo umgeben.

In der Mitte des Raumes liegt aber etwas viel Berühmteres. Es ist der Torso vom Belvedere, ein scheinbar beschädigtes und unvollständiges Marmorstück, das einen männlichen Bauch und Oberschenkel darstellt. Auch wenn Kopf und Arme fehlen, ist die unglaubliche Muskelspannung im Stein atemberaubend.

Man sagt, der Papst habe Michelangelo einst gebeten, die fehlenden Gliedmaßen am Torso zu ergänzen. Der habe das aber mit großem Respekt abgelehnt mit der Begründung, die Statue sei genau so, wie sie ist, vollkommen. Wenn du dir dann die Figuren in der Sixtinischen Kapelle ansiehst, wirst du feststellen, dass Michelangelo diesen Torso als Vorlage für viele seiner gemalten Figuren verwendet hat.

5. Rundsaal (Sala Rotonda)

Dieser Saal überwältigt dich schon in dem Moment, in dem du seine Schwelle überschreitest. Der Architekt hat sich hier eindeutig am römischen Pantheon inspiriert, was du an der wunderschönen Kuppel mit dem riesigen kreisrunden Loch in der Mitte erkennst. Der Raum wirkt unglaublich majestätisch und harmonisch.

Genau in der Mitte des Saals liegt ein absolutes Unikat. Es ist eine riesige Schale aus rotem Porphyr, die unglaubliche 13 Meter im Durchmesser misst. Sie stammt aus Neros Goldenem Haus (Domus Aurea) und diente wahrscheinlich als massive kaiserliche Badewanne. Porphyr war in der Antike der teuerste Stein, und seine Bearbeitung war extrem kompliziert.

Vergiss auch nicht, hier unter deine Füße zu schauen. Der gesamte Boden ist mit originalen antiken Mosaiken ausgelegt, die aus römischen Thermen hierher gebracht wurden. Sie sind durch eine Absperrung geschützt, aber die Details von Fischen, Meerjungfrauen und Fabelwesen sind auch aus der Ferne deutlich zu erkennen.

6. Saal des griechischen Kreuzes (Sala a Croce Greca)

Die nächste Station, die du nicht verpassen kannst, ist der Raum in Form eines griechischen Kreuzes. Gleich am Eingang empfangen dich zwei riesige Statuen im ägyptischen Stil, die allerdings aus Hadrians Villa in Tivoli stammen. Der ägyptische Stil war nämlich im antiken Rom ein riesiger Trend.

Die größte Aufmerksamkeit ziehen hier aber zwei massive Sarkophage aus rotem Porphyr auf sich. Sie sind riesig, wiegen mehrere Tonnen und gehörten bedeutenden Frauen. Einer barg die Überreste der heiligen Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, und der andere gehörte seiner Tochter Constantia.

Der Sarkophag der heiligen Helena ist mit Reliefs verziert, die Schlachtszenen darstellen, was für ein Frauengrab sehr untypisch ist. Experten streiten bis heute darüber, ob er nicht ursprünglich für den Kaiser selbst vorbereitet war, aber Helena bekam ihn schließlich als Zeichen großer Verehrung.

7. Galerie der Kandelaber (Galleria dei Candelabri)

Hier beginnt der berühmte, lange vatikanische Korridor, den du in Richtung Sixtinische Kapelle durchqueren musst. Die Galerie der Kandelaber ist nach den massiven Marmorkandelabern aus dem 2. Jahrhundert benannt, die an jedem Bogen stehen und den Raum in mehrere Abschnitte unterteilen.

Auch wenn du hier viele interessante antike Statuen findest, verbirgt sich das Beste oben und unten. Der Boden ist ein Meisterwerk optischer Illusion, bei dem die Marmormuster den Eindruck von 3D-Würfeln erzeugen, obwohl die Oberfläche völlig eben ist.

Wenn du den Kopf hebst, siehst du die wunderschön bemalte Decke. Interessant ist, dass die Deckenmalereien erst Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, obwohl sie viel älter aussehen. Papst Leo XIII. ließ sie schaffen, damit dieser lange Korridor nicht so leer und kahl wirkte.

8. Galerie der Wandteppiche (Galleria degli Arazzi)

Gleich hinter den Kandelabern gehst du fließend in die halbdunkle Galerie der Wandteppiche über. Die Fenster sind hier dauerhaft abgedunkelt, damit direktes Sonnenlicht die wertvollen Textilfasern nicht beschädigt. An den Wänden hängen riesige, handgewebte Teppiche aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Auf der linken Seite hängen Wandteppiche, die im belgischen Flandern gewebt wurden – nach den Originalentwürfen von Raffaels Schülern. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Jesu Christi. Achte auf die unglaublichen Details, die die Weber allein mit farbigen Fäden schaffen konnten.

Das bekannteste Stück ist der Wandteppich mit dem Motiv der Auferstehung Christi. Wenn du ihn ansiehst und langsam an ihm entlanggehst, hast du das Gefühl, dass Jesu Augen dich ständig verfolgen und sein Knie sich in deine Richtung dreht. Es ist eine geniale Weberillusion, bei der es einen ein bisschen fröstelt.

9. Galerie der Landkarten (Galleria delle Carte Geografiche)

Das ist für mich persönlich einer der schönsten Räume im ganzen Vatikan, auch wenn hier meist ein unglaublicher Andrang herrscht. Der lange Korridor hat Wände, die mit vierzig riesigen Landkarten bedeckt sind, die im 16. Jahrhundert der italienische Mönch und Geograf Ignazio Danti gemalt hat.

Die Karten zeigen das gesamte damalige Italien, aufgeteilt in einzelne Regionen, einschließlich Details von Städten, Gebirgen und Seeschlachten. Es ist faszinierend zu sehen, wie genau die Kartografen die Form des Festlands erfassen konnten, zu einer Zeit, als sie weder Satelliten noch Flugzeuge zur Verfügung hatten.

Was dir aber wirklich den Atem raubt, ist die Decke. Es ist eine endlose Flut aus goldenem Stuck und leuchtenden Farben, die die schönsten Gewölbe bildet. Das Licht spiegelt sich hier von allen Seiten, und der ganze Raum wirkt unglaublich luxuriös. Lukáš und ich sind hier ziemlich lange hängen geblieben, wir standen einfach nur da und schauten nach oben. ☺️

10. Sobieski-Saal (Sala Sobieski)

Nach den langen Galerien gelangst du in Säle, die etwas anders wirken. Der Sobieski-Saal erhielt seinen Namen von dem riesigen Gemälde, das eine ganze Wand einnimmt. Gegenüber den kleinen Fresken ist das ein riesiger und sehr dramatischer Maßstabswechsel.

Das Bild malte der polnische Maler Jan Matejko, und es zeigt den Sieg des polnischen Königs Johann III. Sobieski über die Türken vor Wien im Jahr 1683. Der König sitzt darauf auf einem Pferd und übergibt einen Brief mit der freudigen Nachricht, der an den Papst geschickt werden soll.

Dieser Raum dient als angenehmer Übergangspunkt, bevor du die päpstlichen Gemächer betrittst. Du kannst hier auch weitere Gemälde aus dem 19. Jahrhundert betrachten und deine Augen einen Moment vom Ansturm des antiken Marmors ausruhen lassen.

11. Raffael-Stanzen (Stanze di Raffaello)

Das ist der absolute Höhepunkt der Renaissance-Malerei, der meiner Meinung nach der Sixtinischen Kapelle selbst ebenbürtig ist. Diese vier Räume wählte Papst Julius II. als seine privaten Gemächer aus und engagierte den jungen Raffael Santi, um sie ihm komplett auszuschmücken. Raffael arbeitete hier zur selben Zeit, als Michelangelo nebenan in der Kapelle malte.

Der berühmteste Raum ist die Stanza della Segnatura, in der sich das ikonische Fresko Die Schule von Athen befindet. Es zeigt die größten antiken Philosophen, wie sie in einem wunderschönen Renaissance-Tempel debattieren. In der Mitte stehen Platon (mit dem Gesicht von Leonardo da Vinci) und Aristoteles.

Versuch mal, ein amüsantes Detail auf dem Bild zu finden. Unten rechts, zwischen einer Gruppe diskutierender Männer, hat sich Raffael selbst gemalt, wie er direkt den Betrachter ansieht. Und gleich neben ihm, an einen Marmorblock gelehnt, sitzt ein einsamer Denker, dem Raffael das Gesicht seines großen Rivalen Michelangelo gab.

12. Loggia des Raffael (Loggia di Raffaello)

Gleich bei den Gemächern befindet sich ein langer Arkadengang, der sich zu den vatikanischen Innenhöfen hin öffnet. Raffael entwarf ihn, und seine Schüler strong>bedeckten ihn unter seiner Leitung mit unglaublich detaillierten Malereien, inspiriert von antiken Vorlagen, die man damals in Neros Goldenem Haus gefunden hatte.

Jede gewölbte Decke (das sogenannte Vault) enthält vier Szenen aus der Bibel, von der Erschaffung der Welt bis zum letzten Abendmahl. Dieser gesamte Zyklus wird oft „Raffaels Bibel“ genannt. Die Farben sind hier etwas gedämpfter, aber die Feinheit der Details ist fantastisch.

Die Loggia ist heute leider oft durch Glas geschützt, damit die Malereien nicht unter Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen leiden, wenn hier Luft von außen hereinströmt. Trotz des Glases ist es aber ein wunderschönes Beispiel dafür, wie die Renaissance christliche Themen mit antiker Verspieltheit verbinden konnte.

13. Borgia-Appartement (Appartamento Borgia)

Diese sechs Zimmer gehörten einem der umstrittensten Männer in der Geschichte der Kirche, Papst Alexander VI. aus dem Hause Borgia. Er ließ den Meister Pinturicchio die Wände und Decken mit reichen Fresken voller Gold, mystischer Symbole und Familienwappen in Form eines Stiers bedecken.

Die Zimmer haben eine wunderbare, etwas düstere Atmosphäre. Pinturicchio integrierte in die religiösen Szenen die Gesichter des Papstes selbst und seiner Familie, einschließlich seiner berühmten Tochter Lucrezia. Nach Alexanders Tod wurden diese Zimmer für lange Jahrhunderte geschlossen, weil sein Nachfolger schlicht ablehnte, darin zu leben.

Heute findest du hier einen unerwarteten Kontrast. Der Vatikan hat in diese historischen Räume einen Teil der Sammlung moderner religiöser Kunst untergebracht. So siehst du hier unter Renaissance-Gewölben voller Gold Gemälde von Salvador Dalí, Marc Chagall oder Vincent van Gogh.

14. Sixtinische Kapelle und Bramante-Treppe

Die Besichtigung gipfelt im Eintritt in die Sixtinische Kapelle. Der Moment, in dem du hineingehst, ist unvergesslich. Trotz der Massen herrscht hier ein eigenartiges Flüstern, und die Aufseher wiederholen ständig ein strenges „Silenzio!“. Fotografieren ist hier absolut verboten, und die Wächter befehlen dir gnadenlos, das Foto zu löschen, wenn sie dich erwischen.

Heb den Kopf und schau an die Decke. Michelangelo verbrachte hier vier Jahre in unbequemen Positionen auf einem Gerüst, um die berühmte Erschaffung Adams und weitere Szenen aus dem Buch Genesis zu schaffen. An der Altarwand fügte er dann dreißig Jahre später das düstere und beängstigende Jüngste Gericht hinzu, wo er auf das Gesicht des heiligen Bartholomäus sein eigenes, gequältes Selbstporträt malte.

Wenn dein Hals völlig verkrampft ist und du dich entscheidest zu gehen, erwartet dich zum Abschluss noch ein architektonisches Juwel. Es ist die berühmte spiralförmige Bramante-Treppe, die Giuseppe Momo 1932 entwarf. Sie hat die Form einer doppelten Helix (wie die DNA), sodass diejenigen, die nach oben gehen, nie diejenigen treffen, die nach unten gehen. Hier kannst du das schönste Abschiedsfoto vom Vatikan machen.

Praktische Tipps und wie du die Warteschlangen vermeidest

Bevor du dich zum Vatikan aufmachst, musst du eine ganz entscheidende Regel kennen, die dir den ganzen Besuch retten kann. Die Vatikanischen Museen, die Sixtinische Kapelle und der Petersdom haben einen extrem strengen Dresscode. Es spielt keine Rolle, dass es draußen 35 Grad im Schatten hat und du gerade eine Warteschlange durchgestanden hast.

Die Regel ist kompromisslos: Schultern und Knie müssen immer bedeckt sein. Vergiss Trägertops, Shorts über dem Knie oder kurze Sommerkleider. Wenn dich das Sicherheitspersonal am Eingang als unpassend gekleidet einstuft, lässt es dich einfach nicht hinein und dein Ticket verfällt. Mein Geheimtipp für die Sommermonate? Nimm dir eine leichte, breite Pashmina oder einen großen Schal in den Rucksack, den du dir vor dem Eintritt einfach über die Schultern wirfst.

Was Wasser betrifft, ist Rom zum Glück eine Stadt der Trinkbrunnen. Nimm dir deine eigene wiederverwendbare Flasche mit. Vor dem Museum und in den Innenhöfen findest du Brunnen mit eiskaltem, sauberem und absolut trinkbarem Wasser, sodass du kein Geld für überteuerte Plastikflaschen von Straßenverkäufern ausgeben musst. Ein kleinerer Rucksack mit Wasser und Kamera kommt an der Sicherheitskontrolle problemlos durch, größere Rucksäcke musst du aber in der Garderobe abgeben.

Wenn dich nach diesen Kilometern zu Fuß der Hunger überfällt, sei extrem vorsichtig mit den Restaurants in unmittelbarer Nähe des Vatikans. Oft handelt es sich um die schlimmsten Touristenfallen der Stadt. Die Rechnungen sind hier unsinnig hoch und die Pizza schmeckt wie eine Schuhsohle. Lukáš und ich schwören auf die nahegelegene Bäckerei Pizzarium Bonci. Dort machen sie die beste geschnittene Pizza (Pizza al taglio) nach Gewicht und haben eine riesige Auswahl an tollen vegetarischen Varianten mit frischem Gemüse und Käse. Das ist ein Erlebnis für sich! 😉

Wohin als Nächstes

Wenn du dich von der vatikanischen Kunst (und der ausgezeichneten Pizza) erholt hast, hat Rom immer noch viel zu bieten. Lukáš und ich kommen regelmäßig hierher zurück und entdecken jedes Mal etwas Neues. Um dir die Planung ein wenig zu erleichtern, haben wir weitere nützliche Guides zusammengestellt, die dir gute Dienste leisten werden.

  • Wenn du einen klaren Überblick darüber haben willst, was man in der Metropole an einem verlängerten Wochenende alles schaffen kann, schau in unseren Hauptartikel Was man in Rom sehen sollte.
  • Du willst in die Arena der Gladiatoren? Erfahre in unserer ausführlichen Anleitung zum Kolosseum, wie du den Massen entkommst.
  • Für allgemeine Informationen darüber, wie der kleinste Staat der Welt funktioniert, lies unseren Artikel Vatikan.
  • Und wenn du einen Tagesausflug von Rom mit dem Schnellzug in den Süden erwägst, verpasse auf keinen Fall unsere Tipps zu Pompeji, die dich zurück in der Zeit reisen lassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Besichtigung der Vatikanischen Museen?

Plant mindestens 3 bis 4 Stunden ein. Die Route ist knapp sieben Kilometer lang und lässt sich nirgendwo wesentlich abkürzen. Wenn ihr euch die Details genauer ansehen und die Beschreibungen lesen möchtet, werdet ihr problemlos fünf Stunden oder sogar einen halben Tag hier verbringen.

Darf ich in der Sixtinischen Kapelle fotografieren?

Nein, Fotografieren ist hier strikt verboten, auch ohne Blitz. Aufseher kontrollieren die Kapelle ständig, und wenn sie euch erwischen, müssen sofort alle Fotos gelöscht werden. In den übrigen Bereichen der Vatikanischen Museen ist Fotografieren (ohne Blitz) erlaubt.

Sind die Vatikanischen Museen für Kinder geeignet?

Ja, aber ich empfehle, mit ihnen vor allem den Tiersaal und das Ägyptische Museum anzusehen, wo es ihnen am meisten Spaß machen wird. Bedenkt aber, dass die Route lang ist und es im Sommer drinnen heiß werden kann, sodass kleinere Kinder schnell müde werden können.

Muss ich das Ticket ausdrucken?

Nein, das ist nicht nötig. Es reicht völlig, wenn ihr das Ticket als PDF auf dem Handy gespeichert habt. Die Lesegeräte an den Drehkreuzen lesen den Barcode problemlos vom Display ab. Achtet nur darauf, dass euer Akku ausreichend geladen ist.

Gibt es einen geheimen Durchgang von der Sixtinischen Kapelle zur Basilika?

In der hinteren rechten Ecke der Kapelle gibt es tatsächlich eine Tür, die direkt zum Petersdom führt. Sie ist jedoch offiziell nur für organisierte Gruppen mit Reiseleiter reserviert. Normale Touristen werden von den Wächtern in der Regel nicht durchgelassen, auch wenn es hin und wieder jemandem gelingt, sich unauffällig durchzuschleichen.

Darf ich einen Rucksack mitnehmen?

Ein kleinerer Tagesrucksack oder eine Handtasche sind bei der Sicherheitskontrolle kein Problem. Falls ihr aber einen großen Rucksack, einen Koffer oder ein riesiges Fotostativ dabeihaben solltet, müsst ihr diese obligatorisch (und kostenlos) an der Garderobe am Eingang abgeben.

Gilt der Dresscode auch für Kinder?

Ja, die Regeln sind für alle Besucher unerbittlich. Auch bei älteren Kindern bestehen die Aufseher auf bedeckten Schultern und Hosen oder Röcken, die bis unter die Knie reichen. Bei kleineren Kindern im Kinderwagen wird das nicht so streng gesehen, aber seid lieber darauf vorbereitet.

Lohnt es sich, den Vatikan am kostenlosen Sonntag zu besuchen?

Falls ihr nicht wirklich jeden Euro sparen müsst, meidet die kostenlosen Sonntage unbedingt. Die Menschenmassen sind an diesen Tagen absolut unzumutbar, ihr werdet stundenlang in der Schlange vor dem Museum stehen und drinnen nur Schulter an Schulter gedrängt werden.

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

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Vatikan: Grundlegende Informationen, Sehenswürdigkeiten und Eintritt

TL;DRDer Vatikan, der kleinste Staat der Welt mitten in Rom, ist eine wahre Schatzkammer der Kunst – allerdings auch mit langen Warteschlangen. Das Geheimnis eines gelungenen Besuchs: früh morgens hingehen und Tickets vorher online kaufen. Der Petersdom ist kostenlos, für die Sicherheitskontrolle solltest du aber etwas Zeit einplanen. Für die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle zahlst du Eintritt. Denk an den Dresscode – Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Der Aufstieg zur Kuppel des Petersdoms belohnt dich mit einem grandiosen Ausblick. Im Guide findest du Infos zu Tickets, Öffnungszeiten, der Anreise und was du dir zuerst ansehen solltest.

Haben Sie schon den kleinsten Staat der Welt besucht, der gleichzeitig ein Staat im Staat ist? Die Rede ist vom Vatikan, den Sie innerhalb der Hauptstadt Italiens mit all seinen Sehenswürdigkeiten und majestätischen Denkmälern entdecken werden. Wenn Sie also nach Rom reisen, sollten Sie eine Besichtigung des Vatikans auf keinen Fall verpassen.

Vatikan: Grundlegende Informationen

Der Vatikan befindet sich im Zentrum Roms und ist mit einer Fläche von 44 Hektar der kleinste Staat der Welt. Ja, der Vatikan ist ein vollwertiger und unabhängiger Staat mit eigener Flagge, Hymne, Währung, Post, Radio- und Fernsehsender und sogar einer eigenen Armee. Das Oberhaupt des Vatikans ist niemand geringerer als der Papst selbst.

Obwohl der Vatikan ein winziger Staat ist, hat er unglaublich viel zu bieten. Von Denkmälern, religiösen Stätten über Gemälde, Skulpturen bis hin zu majestätischen Gebäuden und Gärten.

TIPP: Lesen Sie unseren Artikel mit Tipps für den Urlaub in Italien.

Anreise zum Vatikan

Der Vatikan ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch zu Fuß leicht erreichbar. Es hängt von Ihren Präferenzen ab:

  • Mit der U-Bahn: Eine der einfachsten Möglichkeiten, den Vatikan zu erreichen, ist die römische U-Bahn. Die Linie A (orangefarbene Linie) bringt Sie direkt zum Vatikan. Sie können an der Haltestelle „Ottaviano – Musei Vaticani“ aussteigen. Von der Haltestelle ist es nur ein kurzer Spaziergang zu den Eingängen der Vatikanischen Museen und in wenigen Minuten sind Sie auch am Petersdom.
  • Mit dem Bus: Viele römische Buslinien haben Haltestellen in der Nähe des Vatikans. Die Busse der Linien 32, 40, 62, 64, 81 und 982 fahren aus verschiedenen Teilen der Stadt und halten in der Nähe des Vatikans.
  • Mit der Straßenbahn: Die Straßenbahnlinie 19 bringt Sie zum Vatikan, genauer gesagt zur Haltestelle Piazza del Risorgimento, die sich in der Nähe der Haupteingänge befindet.
  • Zu Fuß: Wenn Sie sich im historischen Zentrum Roms befinden, ist es auch möglich, den Vatikan zu Fuß zu erreichen. Der Weg kann von zentraleren Gegenden wie dem Pantheon oder der Piazza Navona 20 bis 30 Minuten dauern.
  • Mit dem Taxi: Wenn Sie Komfort bevorzugen, können Sie ein Taxi nehmen oder einen privaten Transfer buchen. Diese Option ist schneller und bequemer, aber auch wesentlich teurer als öffentliche Verkehrsmittel.

Eintritt

Der Eintritt in den Vatikan als solchen ist kostenlos. Was Sie jedoch bezahlen, sind die einzelnen Eintritte in die Vatikanischen Museen und Sehenswürdigkeiten. Tickets müssen jedoch ausreichend im Voraus gekauft werden, da sie oft ausverkauft sind. Wenn Sie Warteschlangen vermeiden möchten, besorgen Sie sich Tickets auf dem Portal GetYourGuide.

Der Eintrittspreis variiert je nachdem, ob Sie ihn online im Voraus oder vor Ort kaufen (letzteres ist oft günstiger). Ich würde jedoch empfehlen, die Tickets online im Voraus zu kaufen, da sie oft restlos ausverkauft sind. Der Eintrittspreis liegt bei etwa 25 Euro (630 Kč), je nachdem, welche Ticketkombination Sie wählen oder ob Sie eine Führung buchen.

Tickets können Sie in verschiedenen Formen erwerben, nämlich:

  • Vatikanische Museen + Sixtinische Kapelle (25 Euro),
  • Vatikanische Museen + Sixtinische Kapelle + Petersdom (25 Euro),
  • Päpstliche Audienz (kostenlos, jeden Mittwoch),
  • Vatikanische Gärten + Sixtinische Kapelle (25 Euro).

Alle Eintrittsmöglichkeiten inklusive Preise und Ticketverfügbarkeit finden Sie auf den offiziellen Webseiten.

TIPP: Sie können den Vatikan jeden letzten Sonntag im Monat von 9:00 bis 14:00 Uhr kostenlos besuchen (letzter Einlass ist um 12:30 Uhr). Eine Reservierung ist nicht erforderlich, aber stellen Sie sich auf Warteschlangen ein.

Sicherheitskontrollen

An einigen Orten im Vatikan erwarten Sie Sicherheitskontrollen. Diese ähneln denen an Flughäfen und sind für alle Besucher obligatorisch. Kontrollen finden an folgenden Orten oder bei folgenden Veranstaltungen statt:

  • Petersdom,
  • Vatikanische Museen,
  • Sixtinische Kapelle,
  • Vatikanische Gärten,
  • Päpstliche Audienz oder andere Feierlichkeiten.

Kleiderordnung im Vatikan

Beim Besuch des Vatikans ist es wichtig, die Regeln einer angemessenen und dezenten Kleidung einzuhalten, da der Vatikan ein religiöser Staat und Ort ist. Die grundlegendste Regel beim Besuch des Petersdoms und der Vatikanischen Museen, einschließlich der Sixtinischen Kapelle, ist die Bedeckung von Schultern und Knien.

Männer sollten lange Hosen und ein T-Shirt mit kurzen oder langen Ärmeln tragen. Frauen sollten lange Hosen, knielange Röcke oder lange Kleider und ein Oberteil oder einen Schal tragen, der die Schultern bedeckt.

Unangemessen ist Kleidung, die durchsichtig ist oder einen tiefen Ausschnitt oder einen freien Rücken hat. Vor dem Betreten religiöser Räume müssen auch Hüte oder Kappen abgenommen werden.

TIPP: In Italien dürfen Sie den Nationalpark Cinque Terre nicht verpassen.

Was man im Vatikan besuchen sollte

Wenn Sie also einen Besuch des Vatikans planen, empfehle ich Ihnen, wirklich viel Zeit dafür einzuplanen und so früh wie möglich am Morgen zu kommen, um den Touristenansturm zu vermeiden.

Petersplatz

Der Petersplatz ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Plätze der Welt. Er befindet sich vor dem Petersdom und ist ein wichtiges Zentrum für katholische Pilger und Touristen aus aller Welt.

Petersdom und Kuppel

Die größte Attraktion des Vatikans ist der Petersdom, und der Eintritt ist kostenlos. Rechnen Sie jedoch mit Menschenmassen und Warteschlangen, da Sie vor dem Betreten eine Sicherheitskontrolle durchlaufen müssen.

Wenn Sie erst einmal drinnen sind, können Sie die Peterskuppel, die Vatikanische Pietà, die Bronzestatue des Heiligen Petrus oder Bernini bewundern. Der Eintritt zur Kuppel ist jedoch kostenpflichtig. Wenn Sie den Aufzug nehmen, zahlen Sie 10 Euro, und wenn Sie die Treppe nehmen, 8 Euro. Von hier aus haben Sie jedoch einen wunderschönen Blick auf Rom.

Vatikanische Gärten

Die Vatikanischen Gärten sind einer der ruhigsten und beeindruckendsten Orte im Vatikan. Diese weitläufigen Gärten bedecken fast die Hälfte der Gesamtfläche des Vatikanstaates. Der Eintritt ist jedoch kostenpflichtig und nur im Rahmen offizieller Führungen möglich.

Sixtinische Kapelle

Die Sixtinische Kapelle ist eines der bedeutendsten kulturellen und spirituellen Denkmäler im Vatikan. Diese Kapelle, im Herzen der Vatikanischen Museen gelegen, ist weltweit berühmt für ihre prächtigen Fresken, insbesondere für die Decke, die die Erschaffung Adams darstellt, und das Jüngste Gericht von Michelangelo.

Vatikanische Museen

Die Vatikanischen Museen bestehen aus insgesamt 15 Gebäuden mit 30 Kunstsammlungen. Die Sammlungen umfassen eine riesige Menge an Kunstwerken aus verschiedenen Epochen und Kulturen.

Vatikanische Post

Die Vatikanische Post ist bekannt für ihre Effizienz und Servicequalität und ist bei Briefmarkensammlern aus aller Welt beliebt. Der Postdienst des Vatikans, offiziell bekannt als Poste Vaticane, wurde 1929 gegründet, als der Vatikan durch die Lateranverträge offiziell als unabhängiger Staat anerkannt wurde.

Die Vatikanische Post ist so beliebt, dass viele Römer es vorziehen, wichtige Sendungen direkt vom Vatikan aus zu verschicken, um deren Schnelligkeit und Zuverlässigkeit zu nutzen.

Vatikan: Wissenswertes

  • Der Vatikan hat seine eigene Fußballnationalmannschaft.
  • Im Vatikan leben nur etwa 30 Frauen, und sie haben kein Wahlrecht.
  • Im Vatikan gehört Latein zu den Amtssprachen, und man kann ihr zum Beispiel auch bei der Auswahl am Geldautomaten begegnen.
  • Im Vatikan ist eine Scheidung nicht möglich.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man in den Vatikan?

Der Vatikan ist für die Öffentlichkeit zugänglich und kann besucht werden, normalerweise über Rom. Für den Eintritt in bestimmte Bereiche, wie die Vatikanischen Museen oder die Sixtinische Kapelle, ist ein Ticket erforderlich.

Was sind die wichtigsten Touristenattraktionen im Vatikan?

Zu den Hauptattraktionen gehören der Petersdom, die Sixtinische Kapelle mit Fresken, die Vatikanischen Museen mit umfangreichen Kunstsammlungen und die Vatikanischen Gärten.

Wie sind die Öffnungszeiten der Vatikanischen Museen?

Die Vatikanischen Museen sind normalerweise von Montag bis Samstag geöffnet, mit Ausnahme einiger Feiertage und besonderer Anlässe. Wir empfehlen, die aktuellen Öffnungszeiten im Voraus zu überprüfen und Tickets online zu reservieren, da die Nachfrage groß und die Kapazität begrenzt ist.

Darf ich im Vatikan fotografieren?

Das Fotografieren für persönliche Zwecke ist in den meisten öffentlichen Bereichen des Vatikans erlaubt, jedoch ist das Fotografieren in der Sixtinischen Kapelle und einigen anderen Kunstausstellungen verboten.

Wie viel kostet der Eintritt in die Sixtinische Kapelle?

Die Sixtinische Kapelle können Sie im Rahmen des Eintritts in die Vatikanischen Museen ab 25 Euro besuchen.

Wie lange dauert eine Besichtigung des Vatikans?

Die Dauer einer Vatikanbesichtigung kann stark variieren, je nachdem, was Sie alles sehen möchten. Wenn Sie alles sehen möchten, was der Vatikan zu bieten hat, rechnen Sie mit einem ganztägigen Besuch. Vergessen Sie auch nicht, die Zeit für die Sicherheitskontrollen beim Betreten des Vatikans zu berücksichtigen, die an manchen Tagen 20-30 Minuten in Anspruch nehmen können.

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Kolosseum, Rom: Sehenswürdigkeiten + wo man Tickets kaufen kann und wie man beim Eintritt spart im Jahr 2026

TL;DRDas Kolosseum (Amphitheatrum Flavium) ist das größte Amphitheater der Antike und das Wahrzeichen Roms, erbaut vor fast zweitausend Jahren. Es zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens, deshalb solltest du unbedingt Zeitfenster-Tickets online im Voraus buchen und mit Wartezeit bei der Sicherheitskontrolle rechnen. Im Ticket sind meist auch das Forum Romanum und der Palatin enthalten. Am besten kommst du gleich früh morgens oder am späten Nachmittag – so entgehst du den größten Menschenmassen und der Hitze. Im Guide erfährst du, wie du Tickets ohne Warteschlange bekommst, was sie kosten, wie du sparen kannst und welches die schönsten Highlights sind.

Das Kolosseum in Rom ist eines der bedeutendsten historischen Monumente der Welt. Dieses imposante Amphitheater, auch bekannt als Flavisches Amphitheater, wird Sie einfach beeindrucken – mehr als Sie vielleicht erwarten. Bei einem ersten Besuch kann das Kolosseum selbst die größten Erwartungen übertreffen, und das trotz der allgegenwärtigen Straßenverkäufer und des Mülls.

In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie bequem online Tickets kaufen und wie Sie beim Eintritt sparen können. Sie erfahren auch die größten Sehenswürdigkeiten dieses ikonischen Ortes, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten. Wir haben auch praktische Informationen wie Öffnungszeiten und Eintrittspreise, die wir regelmäßig aktualisieren, nicht vergessen.

Tipp: Lesen Sie auch, was es in Rom zu sehen gibt.

Kolosseum – grundlegende Informationen, die Sie wissen müssen

Ich empfehle Ihnen, die folgenden Informationen zu studieren, damit Sie nicht den gleichen Fehler machen wie wir und keine Tickets im Voraus kaufen.

Eintritt ins Kolosseum

Tickets für alle Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in Rom können bequem auf der Website Getyourguide erworben werden. Wenn Sie keine Skip-the-Line-Tickets bevorzugen, können Sie sich auch anstellen.

Aber zumindest für das Kolosseum und den Vatikan empfehlen wir dringend den Online-Kauf von Tickets im Voraus. Sie kaufen Tickets für eine bestimmte Uhrzeit und vermeiden so die Warteschlange, in der Sie sonst stundenlang in der prallen Sonne ohne Schatten stehen müssten.

Wir wollten Tickets vor Ort kaufen, aber die Automaten funktionierten nicht und es war niemand am Kiosk. Über GetYourGuide können Sie Ihre Reservierung zudem jederzeit stornieren.

Eintrittspreis für Erwachsene ins Kolosseum beträgt 16 €. Der ermäßigte Eintritt (2 €) gilt für EU-Bürger zwischen 18 und 25 Jahren. Der Eintritt ist kostenlos für Besucher unter 18 Jahren und für Personen, die den Roma Pass besitzen.

Die Online-Ticketbuchung ermöglicht die Auswahl einer bestimmten Eintrittszeit. Das Kolosseum-Ticket beinhaltet auch den Eintritt zum Forum Romanum und dem Palatinhügel, die innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Eintritt besucht werden können.

Ab Mai 2023 haben Kinder unter 18 Jahren und Personen mit Behinderung in Begleitung freien Eintritt und müssen Tickets nicht online reservieren.

TicketartPreisVerfügbarkeit
Voller Eintritt16 €Online oder vor Ort
Ermäßigter Eintritt2 €Online oder vor Ort
Freier Eintritt (unter 18 Jahren, Behinderte)GratisOnline-Reservierung (bereits erforderlich)

Was tun, wenn die Tickets für das Kolosseum ausverkauft sind?

Wenn Sie feststellen, dass die Tickets für das Kolosseum ausverkauft sind, was in Rom häufig vorkommt, buchen Sie entweder über GetYourGuide ein Ticket für einen anderen Tag, oder versuchen Sie, eine Führung zu buchen, manchmal gibt es noch freie Plätze.

  • Nützliche Tipps: Wenn Sie mit einem Führer gehen, betreten Sie es links, der individuelle Eingang ist rechts. So vermeiden Sie lange Warteschlangen und beschleunigen den Eintritt in dieses ikonische Amphitheater.

Wie Sie beim Besuch des Kolosseums in Rom sparen können

Wenn Sie planen, Rom zu besuchen und mehr sehen möchten, lohnt es sich auf jeden Fall, den Kauf eines Roma Pass in Betracht zu ziehen. Dieser Touristenpass spart Ihnen nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit, die Sie in Warteschlangen für Tickets verbringen würden. Es ist wirklich ärgerlich, stundenlang in der Sonne zu stehen.

5 Gründe, warum wir uns bei unserem Rom-Besuch den Roma Pass gekauft haben

  1. Keine Warteschlangen: Mit dem Roma Pass können Sie lange Warteschlangen (was Sie besonders schätzen werden, wenn es heiß ist oder Sie mit Kindern unterwegs sind) an vielen beliebten Orten wie dem Kolosseum, den Kapitolinischen Museen oder der Engelsburg umgehen. In der Saison kann das Warten auf den Eintritt über zwei Stunden dauern, es lohnt sich also wirklich​.
  2. KOSTENLOSER Eintritt in die ersten beiden Museen oder archäologischen Stätten: Mit dem 72-Stunden-Roma Pass haben Sie freien Eintritt in die ersten beiden Museen oder archäologischen Stätten, die Sie besuchen. Zu den beliebtesten Orten gehören das Kolosseum, das Forum Romanum und die Kapitolinischen Museen.
  3. Öffentliche Verkehrsmittel inklusive: Das haben wir nicht viel genutzt, da wir im Zentrum übernachtet und ganz Rom zu Fuß erkundet haben, aber wenn wir mit Kindern gereist wären (wir waren noch vor Jonas‘ Geburt), wäre das eine andere Geschichte gewesen. Wir haben uns aber einen Roller gemietet, für den wir damals mit dem Roma Pass einen Rabatt hatten.
  4. Rabatte und Sonderpreise: Inhaber des Roma Pass haben Anspruch auf ermäßigten Eintritt in viele weitere Museen, Galerien und zu verschiedenen Veranstaltungen. Sie können auch Rabatte auf einige touristische Dienstleistungen erhalten, wie Stadtführungen, Fahrradverleih und mehr.
  5. Online kaufbar: Die Karte kann online über GetYourGuide gekauft werden. Das passt uns gut, da wir in Ruhe lesen konnten, was alles in der Karte enthalten ist und es online mit den einzelnen Museumseintritten vergleichen konnten.

Wo finden Sie das Kolosseum in Rom?

Das Kolosseum dominiert einen kleinen Platz namens Piazza del Colosseo im Zentrum Roms. In seiner Nähe befinden sich wichtige Orte wie das Forum Romanum und der Palatinhügel. Zwischen diesen Orten steht der Konstantinsbogen, der im Jahr 315 zur Feier des Sieges Konstantins des Großen in der Schlacht an der Milvischen Brücke errichtet wurde.

Wann sollte man das Kolosseum besuchen?

Wahrscheinlich dann, wenn Sie Ihre Reise nach Rom planen, aber wenn Sie die Reise hauptsächlich wegen des Kolosseums planen, empfehlen wir die Winter-, Frühlings- und Herbstmonate, da es dort weniger Touristen gibt.
Generell wird ein Besuch Roms im Sommer, besonders im August, nicht empfohlen. Die Temperaturen sind sehr hoch, und selbst die Italiener sind nicht in Rom, sie reisen eher ans Meer oder in die Berge.

Im Kolosseum gibt es nämlich keinen Schatten vor der Sonne. Wenn Sie im Sommer in Rom sind, vergessen Sie Sonnencreme, einen Hut und leichte, luftige Kleidung nicht.. Planen Sie Ihren Besuch idealerweise für den frühen Morgen oder Abend, wenn es nicht so heiß ist.

Was Sie vor dem Besuch des Kolosseums nicht vergessen sollten

Trinkwasser
Sie können es an der U-Bahn-Station, am Ausgang des Kolosseums oder an anderen Orten, einschließlich des Forum Romanum und des Palatinhügels, auffüllen.

Wie kommt man zum Kolosseum in Rom?

Das Kolosseum ist vom Hauptbahnhof Termini aus leicht erreichbar. Zu Fuß ist es in etwa 20 Minuten zu erreichen. Wir wählten den Weg durch den Park Parco del Colle Oppio, von wo aus man einen schönen Blick auf das Kolosseum ohne Menschenmassen hat.

Öffentliche Verkehrsmittel zum Kolosseum:

  • U-Bahn: Linie B, steigen Sie an der Station Colosseo aus.
  • Bus: Linien 75, 81, 175, 204, 673.
  • Straßenbahn: Linie 3.

Fahrkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel können in Tabakläden, Zeitungsständen oder an Automaten gekauft werden. Der Preis für ein Einzelticket beträgt 1,50 € und ist 100 Minuten gültig. Es sind auch Pakete mit 10 Tickets für 15 € erhältlich. Wenn Sie den Roma Pass besitzen, ist es kostenlos.

Preis in €Gültigkeit
7 €24 Stunden
12,50 €48 Stunden
18 €72 Stunden

Die Gültigkeit der Tickets beginnt mit der ersten Entwertung.

Öffnungszeiten

Das Kolosseum in Rom hat je nach Jahreszeit unterschiedliche Öffnungszeiten. Der letzte Einlass ist immer eine Stunde vor Schließzeit. Das Kolosseum ist am 1. Januar und 25. Dezember geschlossen.

ZeitraumÖffnungszeiten
2. Januar – 28. Februar 9:00–15:30 Uhr
1. März – 25. März 9:00–17:30 Uhr
26. März – 31. August 9:00–19:15 Uhr
1. September – 30. September 9:00–19:00 Uhr
1. Oktober – 28. Oktober 9:00–18:30 Uhr
29. Oktober – 31. Dezember 9:00–16:30 Uhr

Wo ist der Eingang zum Kolosseum?

Es ist wichtig, mindestens 15 Minuten vorab am Kolosseum zu sein. Dieser Ort ist oft voller Menschen und Gruppen mit Führern, daher ist es nützlich, Zeit zur Orientierung zu haben. Vor dem eigentlichen Eintritt findet eine Sicherheitskontrolle statt.

Sie werden zur reservierten Zeit ins Kolosseum gelassen. Das Forum Romanum und der Palatinhügel können Sie jederzeit vor oder nach der Kolosseum-Besichtigung besuchen, hierfür müssen Sie keine Zeit im Voraus reservieren.

Das Kolosseum verfügt über zwei Haupteingänge. Der Eingang für Einzelpersonen befindet sich rechts und ist deutlich gekennzeichnet. Zum Forum Romanum und Palatinhügel gelangen Sie hinter dem Konstantinsbogen ebenfalls rechts, an der Via di San Gregorio 30.

Bereiten Sie vor dem Eintritt Ihr Ticket vor, das ausgedruckt oder auf dem Handy sein kann, und scannen Sie es. Beim Betreten findet eine Sicherheitskontrolle statt.

Was darf man nicht ins Kolosseum mitnehmen?

Sie dürfen einen kleineren Rucksack oder eine Handtasche und eine Plastikwasserflasche mitnehmen. Nicht erlaubt sind:

  • Große Rucksäcke und Koffer
  • Stative (Selfie-Sticks werden toleriert)
  • Dunkle und Glasflaschen
  • Alkohol
  • Sprays

Wie lange dauert die Besichtigung des Kolosseums?

Planen Sie für die Besichtigung des Kolosseums mindestens zwei Stunden ein. Wenn Sie keine Tickets online kaufen, dann mindestens einen halben Tag, manchmal dauern die Warteschlangen auch mehrere Stunden.

Für das Forum Romanum und den Palatinhügel rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden.

Kolosseum Sehenswürdigkeiten: Was man vor dem Besuch wissen sollte

Möchten Sie auch gerne etwas über Sehenswürdigkeiten wissen, bevor Sie sie betreten? Hier sind einige Fakten, die Sie über das Kolosseum wissen sollten.

Geschichte und Bedeutung des römischen Kolosseums

Das Kolosseum, eine Ikone Roms, hat eine über 2000 Jahre alte Geschichte. Es wurde von Kaiser Vespasian im Jahr 80 n. Chr. erbaut, der zur Flavischen Dynastie gehörte. Ursprünglich wurde es daher Flavisches Amphitheater genannt. Ziel dieses Bauwerks war es nicht nur, die Menschen zu unterhalten, sondern auch die Macht des Römischen Reiches zu demonstrieren. Der Ort diente als Zentrum der Unterhaltung, einschließlich Gladiatorenkämpfen, Hinrichtungen und Tierjagden.

Kaiser Titus, Vespasians Sohn, leitete die Fertigstellung des Bauwerks. Sein jüngerer Bruder Domitian fügte später weitere Änderungen hinzu, einschließlich des Hypogäums. Diese drei Kaiser der Flavischen Dynastie hatten einen erheblichen Einfluss auf den Zweck und die Form des Kolosseums.

Während des Mittelalters wurde das Kolosseum weniger genutzt, und Teile der Konstruktion wurden aufgrund von Erdbeben und anderen Einflüssen abgerissen. Teile des Marmors und anderer Materialien wurden für andere bedeutende Bauwerke verwendet, was zu erheblichen Schäden führte. Dennoch bleibt das Kolosseum ein Symbol römischer Herrlichkeit und Widerstandsfähigkeit. Heute ist es eine große Touristenattraktion, die jährlich Millionen von Besuchern anzieht.

Woraus ist es gebaut?

Das Kolosseum ist nicht nur wegen seiner Geschichte, sondern auch wegen seiner architektonischen Meisterschaft faszinierend. Es wurde aus Tuff, Kalkstein und Beton gebaut. Tuff ist eine Art Vulkangestein, das leicht und einfach zu bearbeiten ist, was es ideal für den Bau großer Konstruktionen macht. Ein Teil des Materials aus dem Kolosseum wurde später für den Bau anderer bedeutender Gebäude, wie zum Beispiel des Vatikans, verwendet.

Wie groß ist das Kolosseum in Rom?

Das Kolosseum maß 189 Meter in der Länge, 156 Meter in der Breite und hatte eine maximale Höhe von 50 Metern. Es hatte eine Kapazität von bis zu 80.000 Zuschauern, denen riesige Segeltücher, bekannt als Velarium, Schatten spendeten. Dieses erstaunliche Amphitheater ist bis heute ein Symbol römischer Ingenieurskunst und kulturellen Erbes.

Hypogäum und Arena

Unter der Arena befindet sich das Hypogäum, ein Komplex aus unterirdischen Gängen und Räumen. Gladiatoren und Tiere wie Löwen, Tiger, Bären und Nilpferde wurden durch geheime Gänge in die Arena gebracht. Das Hypogäum umfasste auch mechanische Vorrichtungen, die schnelle Szenenwechsel ermöglichten.

Blutige Gladiatorenkämpfe

Aus Filmen wissen Sie sicherlich, dass das Kolosseum Zeuge vieler blutiger Gladiatorenkämpfe war. Gladiatoren, oft Sklaven oder Kriegsgefangene, kämpften bis zum Tod zur Unterhaltung der Zuschauer. Diese Kämpfe waren ein zentraler Bestandteil der römischen Kultur und Unterhaltung. Die Zuschauer verfolgten das Geschehen vom Podium und den Tribünen aus, über denen sich das Velarium zum Schutz vor der Sonne spannte.

Tierjagden und Naumachien

Neben den Kämpfen umfasste das Programm auch Jagden auf exotische Tiere. Elefanten, Leoparden, Stiere und andere wilde Tiere wurden aus dem gesamten Reich herbeigebracht. Manchmal wurde das Kolosseum sogar geflutet für Inszenierungen von Seeschlachten, bekannt als Naumachien.

Palatinhügel und Forum Romanum

Mit dem Kolosseum-Ticket haben Sie auch Zugang zum Palatinhügel und zum Forum Romanum. Warum sind diese beiden Orte interessant?

Palatinhügel – der Ort, an dem Rom gegründet wurde

Der Palatinhügel gilt als der Ort, an dem Rom gegründet wurde. Der Legende nach gründete Romulus hier im Jahr 753 v. Chr. die Stadt. Im Laufe der Zeit entstand hier der Sitz kaiserlicher Paläste, Häuser reicher Patrizier und Generäle. Der Name „Palast“ stammt vom lateinischen Namen für den Hügel, palatium.

Der moderne Palatinhügel besteht hauptsächlich aus den Ruinen des weitläufigen Palastes von Kaiser Domitian. Er bietet herrliche Ausblicke auf das Forum Romanum von den Balkonen im Nordosten. Es lohnt sich, diesen Teil zu besuchen und nicht nur die historischen Ruinen, sondern auch die schönen Ausblicke auf die umliegenden Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Forum Romanum

Das Forum Romanum ist ein weitläufiges Gelände historischer Ruinen zwischen dem Palatinhügel und dem Kolosseum. Es war einst das Zentrum des öffentlichen Lebens im antiken Rom. Sie werden hier viele bedeutende Bauwerke sehen, die als Tempel, Gerichte und Ämter dienten.

Sehenswürdigkeiten im Forum Romanum:

  • Kurie des römischen Senats
  • Titusbogen
  • Säulen des Saturn-Tempels
  • Tempel des Caesar, wo er nach seiner Ermordung im Jahr 44 v. Chr. verbrannt wurde.
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Wo in Rom übernachten?

Wenn Sie nach Rom reisen, lohnt es sich auf jeden Fall, im Zentrum zu übernachten, am besten in der Nähe des Hauptbahnhofs oder einer der Haltestellen des Flughafenbusses. Rom ist eine Stadt, die sich hervorragend zu Fuß erkunden lässt, wenn Sie keine kleinen Kinder oder schmerzende Knie haben, dann ist es gut, gelegentlich die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Wir haben in der Residenza Cavallini übernachtet, die nur fünf Minuten von der Flughafenbus-Haltestelle entfernt ist. Die Lage ist perfekt – nicht weit vom Vatikan und dem Trevi-Brunnen entfernt. Die Unterkunft war sauber, die Zimmer zwar kleiner, aber das Frühstück in einem nahegelegenen Café, wo wir Croissant, Toast und Cappuccino genießen konnten, war im Preis inbegriffen. Was will man mehr?

Was gibt es in der Umgebung zu besuchen?

In der Umgebung des Kolosseums befinden sich mehrere großartige Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch wert sind.

Die Caracalla-Thermen, die von Marcus Aurelius in den Jahren 212-216 erbaut wurden, sind einer der größten Thermenkomplexe der Antike. Sie waren ein wichtiges Zentrum des sozialen Lebens in Rom.

Die Trajansmärkte sind ein weiterer interessanter Ort, der erwähnenswert ist. Es war das erste Einkaufszentrum in Rom mit sechs Etagen und 150 Geschäften und Wohnungen, was ein einzigartiges Erlebnis beim Einkaufen und Erkunden der Geschichte garantiert.

Die Kapitolinischen Museen sind wiederum eines der besten Kunstmuseen in Rom. Das Museum beherbergt eine reiche Sammlung von Skulpturen, Gemälden und anderen Kunstgegenständen, die eng mit der Geschichte der Stadt verbunden sind. Dieses Museum ist ein Muss für alle Kunstliebhaber, zusammen mit den Vatikanischen Museen und der Galleria Borghese.

Beim Besuch der Kapitolinischen Museen dürfen Sie den von Michelangelo entworfenen Platz nicht verpassen. Dieser Platz bietet eine großartige Aussicht auf das Forum Romanum und das Kolosseum, was das Erlebnis beim Besuch dieser bedeutenden römischen Sehenswürdigkeiten noch verstärkt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Geschichte des Kolosseums in Rom?

Das Kolosseum, auch bekannt als Flavisches Amphitheater, wurde unter Kaiser Vespasian in den Jahren 70-72 n. Chr. erbaut. Es wurde zu einem Symbol des antiken Roms und gilt bis heute als eines der größten Meisterwerke römischer Architektur.

Wozu diente das römische Kolosseum ursprünglich?

Ursprünglich diente das Kolosseum als Arena für Gladiatorenkämpfe, öffentliche Hinrichtungen und verschiedene Arten von Unterhaltung, wie Seeschlachten, Tierkämpfe und dramatische Aufführungen.

Was sind die interessantesten Fakten über das Kolosseum?

Es konnte ungefähr 50.000 Zuschauer fassen.
Die ersten Spiele dauerten 100 Tage, während derer Tausende von Tieren und Menschen getötet wurden.
Das Kolosseum hat ungefähr 80 Eingänge und konnte schnell geleert werden.

Wie sah das Kolosseum zu seiner Zeit aus?

Das Kolosseum war zu seiner Zeit ein imposantes Bauwerk. Es hatte drei Stockwerke mit Bögen, jedes Stockwerk verziert mit Säulen verschiedener Stile (dorisch, ionisch und korinthisch). Das Innere hatte eine hölzerne Arena mit Sand und weitläufige unterirdische Bereiche für Gladiatoren und Tiere.

Wie lange dauert eine Besichtigung des Kolosseums und was kann man alles sehen?

Eine Besichtigung des Kolosseums dauert normalerweise etwa zwei bis drei Stunden.

Wie viele Personen sind ungefähr im Kolosseum im Laufe seiner Geschichte gestorben?

Es wird geschätzt, dass im Laufe der Geschichte des Kolosseums bis zu 500.000 Menschen gestorben sein könnten, darunter Gladiatoren, Kriminelle und Kriegsgefangene, zusammen mit ungefähr einer Million Wildtieren, die in den Spielen verwendet wurden.

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Lamego, Portugal: 12 Tipps für das Douro-Tal

TL;DRLamego ist eine geschichtsreiche Stadt im Douro-Tal, deren Landmarke die Wallfahrtskirche Nossa Senhora dos Remédios mit ihrer barocken Freitreppe aus 686 Stufen ist. Zu den weiteren 12 Tipps zählen die Kathedrale Sé, die Burg von Lamego, das Museum im ehemaligen Bischofspalast und eine Verkostung des lokalen Schaumweins espumante, ergänzt durch Ausflüge nach Peso da Régua und Pinhão mit dem Zug oder Boot. Die Stadt selbst schaffst du an einem Tag, für Ausflüge ins Umland empfehlen die Autoren 2 bis 3 Nächte einzuplanen. Am schönsten ist es im Frühling oder zur Weinlese (vindima) im Herbst, während die Sommerhitze im Tal Temperaturen um die 40 Grad bringt. Vegetarier werden hier mit lokalem Käse, Oliven und Süßspeisen wie pastéis de nata satt.

Wenn du uns regelmäßig liest, weißt du wahrscheinlich schon, dass Lukáš und ich ein bisschen verrückt nach Portugal sind. Wir fahren seit einigen Jahren jedes Jahr hierher, verbringen viel Zeit hier, fangen Wellen beim Surfen und genießen diese unglaubliche Gelassenheit. Meistens streifen wir durch den sonnigen Süden, aber diesmal haben wir uns entschieden, eine völlig andere Welt zu erkunden. Wir sind in den Norden aufgebrochen, in das berühmte Weinanbaugebiet des Douro-Tals. Und ehrlich gesagt muss ich dir sagen, dass es uns komplett umgehauen hat. Es geht nicht nur um den Portwein, der hier in tiefen Tälern reift, sondern vor allem um diese dramatische Landschaft voller steiler Terrassen und uralter Städtchen. Eines der absolut schönsten ist Lamego in Portugal. Es liegt einen Katzensprung vom Fluss entfernt, ist von grünen Hügeln umgeben und hat diese echte, leicht melancholische portugiesische Atmosphäre, in die man sich einfach verlieben muss. Mich hat überrascht, wie sehr sich der Norden vom Süden unterscheidet, obwohl es immer noch dasselbe Land ist. Lamego ist der einzige Diözesansitz Portugals, hat eine unglaublich reiche Geschichte und verbirgt Sehenswürdigkeiten, bei denen dir die Kinnlade herunterfällt. Lass uns gemeinsam anschauen, was du hier alles erleben, probieren und entdecken kannst.

Zusammenfassung

  • Lamego ist das historische Herz des Douro-Tals und liegt nur einen Katzensprung von den berühmten Terrassenweinbergen entfernt.
  • Das größte Wahrzeichen der Stadt ist die Wallfahrtskirche Nossa Senhora dos Remédios, zu der unglaubliche 686 Stufen führen.
  • Die Stadt ist berühmt für die Produktion von hervorragendem Schaumwein (Espumante), der hier praktisch in Strömen fließt.
  • Für Geschichtsliebhaber gibt es hier eine mittelalterliche Burg und die wunderschöne Kathedrale Sé, in der sich gleich mehrere Baustile mischen.
  • Das Douro-Tal ist im Sommer extremer Hitze ausgesetzt, die ideale Reisezeit ist der Frühling oder die herbstliche Weinlese.
  • Von Lamego aus kannst du leicht Ausflüge in die umliegenden Städtchen Régua und Pinhão unternehmen, und zwar mit dem Zug oder dem Boot.
  • Fleischliebhaber schätzen hier die lokalen Spezialitäten, aber wir Vegetarier retten uns mit hervorragendem Käse, Oliven und Süßigkeiten.

Wann du nach Lamego und ins Douro-Tal reisen solltest

Das ist wohl die allerhäufigste Frage, die ich von euch bekomme. Das Wetter im Norden Portugals ist nämlich ein ganz anderes Lied als das, was wir aus dem Süden gewohnt sind. Die grünen Hügel des Douro-Tals und rund um Lamego sind nicht durch Zufall so herrlich frisch. Von November bis März ziehen Fronten vom Atlantik heran, und es kann hier problemlos eine Woche am Stück regnen. Der Winter ist hier feucht, klamm, und die Temperaturen liegen nur bei etwa dreizehn Grad. Wenn du in den Wintermonaten hierher fährst, lass auf keinen Fall eine gute wasserdichte Jacke und festes Schuhwerk zu Hause, denn auf den nassen Kopfsteinpflastergassen rutscht es höllisch.

Andererseits kann der Sommer im Douro-Tal absolut gnadenlos sein. Während dich in Porto am Ozean eine Brise erfrischt, bleibt hier im Tal die Luft buchstäblich stehen. Die Temperaturen erreichen im Juli und August regelmäßig die Vierzig-Grad-Marke, und die Sonne brennt auf die aufgeheizten Schieferterrassen. Spaziergänge zu den Sehenswürdigkeiten oder das Erklimmen von Hunderten Stufen zur Wallfahrtskirche können sich so in eine ziemlich ordentliche Tortur verwandeln. Wenn du Hitze liebst und es dir nichts ausmacht, bei einem Glas Wein zu schwitzen, wirst du den Sommer genießen – aber du musst wirklich viel trinken und dich über Mittag lieber in den Schatten eines gemütlichen Cafés zurückziehen.

Persönlich finde ich, dass die absolut beste Reisezeit der Frühling oder der Herbst ist. Von März bis Mai ist das Wetter zwar etwas wechselhaft und manchmal überrascht dich ein Schauer, aber die Natur ist wunderschön erwacht, und Temperaturen um zwanzig Grad sind zum Erkunden der Stadt absolut ideal. Der September und Oktober sind dann ein Kapitel für sich.

Das ganze Douro-Tal erwacht im Herbst durch die traditionelle Weinlese, die hier Vindima genannt wird. Die Blätter in den Weinbergen färben sich in unglaubliche Rot- und Goldtöne, überall duftet es nach Trauben, und du kannst mit eigenen Augen sehen, wie der beste Wein der Welt entsteht. Der Oktober ist zwar meist etwas regnerischer, aber diese herbstliche Atmosphäre in Lamego hat einfach etwas für sich. Prüfe immer nur die Vorhersage und pack Zwiebellook ein, damit dich die kühleren Morgenstunden nicht überraschen.

Wo du in Lamego und Umgebung übernachten kannst

Die Suche nach einer Unterkunft in dieser Gegend macht eigentlich richtig Spaß, denn du hast die Wahl zwischen zwei völlig unterschiedlichen Welten. Du kannst direkt im historischen Zentrum von Lamego wohnen oder dich irgendwo abgelegen zwischen den Weinbergen in einem traditionellen Weingut verkriechen. Lukáš und ich suchen unsere Unterkünfte am liebsten über Booking.com, wo man echte Schätze finden kann. Eine Unterkunft in der Stadt hat den riesigen Vorteil, dass du abends einfach nur aus dem Hotel gehst, ins nächste Restaurant zu einem großartigen Abendessen einkehrst und dann zu Fuß, leicht beschwipst, ins Bett zurückkehrst. Du musst nicht das Fahren auf schmalen Straßen im Dunkeln managen.

Wenn du direkt in der Stadt bleiben möchtest, können wir dir aus eigener Erfahrung das angenehme Hotel O Cantinho do Colégio empfehlen. Es hat eine hervorragende Lage, von der aus du überall zu Fuß hinkommst, und bietet genau die Art gemütlicher Basis, die man nach einem Tag voller Laufen braucht. Für diejenigen unter euch, die etwas mehr Luxus suchen und den Urlaub wirklich in vollen Zügen genießen wollen, gibt es dann das wunderschöne Lamego Hotel & Life. Dort gibt es einen tollen Pool, herrliche Ausblicke auf die Umgebung und großartige Frühstücke, die wir uns immer wahnsinnig gern schmecken lassen. Es ist aber recht schnell ausgebucht, deshalb empfehle ich, rechtzeitig zu reservieren.

Ein völlig anderes Erlebnis bieten dir dann die sogenannten Quintas, das sind alte Weingüter, die über das Douro-Tal verstreut sind. Viele von ihnen haben sich in den letzten Jahren in wunderschöne Boutique-Hotels verwandelt. Die Preise liegen hier zwar etwas höher, oft ab 150 Euro pro Nacht aufwärts, aber das Erlebnis ist es wirklich wert.

Stell dir vor, du wachst morgens auf, öffnest das Fenster und hast vor dir nur endlose Reihen von Weinbergen und absolute Stille. Abends sitzt du dann auf der Terrasse, die Besitzer schenken dir ihren eigenen Portwein ein und du beobachtest einfach den Sonnenuntergang. Beachte nur, dass sich 2026 die Regeln für Kurzzeitvermietungen in Portugal ziemlich verschärft haben, sodass das Angebot an privaten Apartments etwas ausgedünnt ist und die Preise leicht gestiegen sind. Wähle deshalb immer geprüfte Hotels und Pensionen.

12 Tipps, was du in Lamego und im Douro-Tal sehen und tun kannst

Lass uns gemeinsam anschauen, was diese bezaubernde Stadt und ihre unmittelbare Umgebung Bestes zu bieten haben. Die Geschichte weht dir hier aus jedem Stein entgegen, und glaub mir, du wirst nicht wissen, wohin du zuerst schauen sollst.

1. Wallfahrtskirche Nossa Senhora dos Remédios

Das ist ohne Diskussion das größte Wahrzeichen von ganz Lamego und ein Ort, den du einfach nicht verpassen kannst. Die Wallfahrtskirche Nossa Senhora dos Remédios (übersetzt Unsere Liebe Frau der Heilmittel) thront majestätisch auf dem Hügel Santo Estêvão und bewacht die ganze Stadt wie ein gütiger Wächter. Als wir sie zum ersten Mal aus der Ferne sahen, hat uns ihre Größe und die perfekte Symmetrie, mit der sie sich in die umliegende Landschaft einfügt, völlig überwältigt. Der Bau selbst begann bereits 1750 an einem Ort, an dem früher nur eine kleine alte, dem heiligen Stephan geweihte Kapelle stand.

Die barocke Ausstattung der Kirche ist im Inneren wirklich wunderschön, voller Details, Vergoldungen und schöner Skulpturen. Interessant ist, dass, obwohl der Bau bereits im achtzehnten Jahrhundert begonnen wurde, die beiden dominanten weißen Türme erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts fertiggestellt wurden. Im Inneren herrscht diese typische heilige Ruhe, die dich zwingt, deine Stimme zu senken und einfach nur die Atmosphäre aufzusaugen. Auch wenn du nicht gerade religiös bist, muss dich diese Architektur einfach faszinieren.

Die Wallfahrtskirche ist für Gläubige aus ganz Portugal unglaublich wichtig. Jedes Jahr findet hier am achten September eine riesige Wallfahrt statt, die der Höhepunkt der städtischen Feierlichkeiten ist. Wenn du dich zu dieser Zeit hierher aufmachst, sei darauf gefasst, dass die Stadt buchstäblich aus allen Nähten platzt. Menschen kommen von weit her, um der Jungfrau Maria für ihre Heilung zu danken oder sie um Hilfe zu bitten.

💡 Tipp: Wenn du deine Ruhe bei der Besichtigung haben möchtest, mach dich gleich früh am Morgen auf den Weg. Der Morgennebel, der oft im Tal liegt, verleiht dem ganzen Ort eine unglaublich mystische Atmosphäre, und vor allem entgehst du den Touristenmassen, die pünktlich um zehn Uhr vormittags in Bussen anrollen.

2. Die Wallfahrtstreppe mit 686 Stufen

Das ist ein Erlebnis, an das sich deine Waden noch ein paar Tage lang erinnern werden. Zur Wallfahrtskirche führt nämlich eine absolut ikonische, barocke Treppe, die genau 686 Stufen hat. Der Bau begann 1777, und es ist ein Meisterwerk voller Kurven, Terrassen und unerwarteter Überraschungen. Lukáš und ich haben uns gesagt, dass wir sie natürlich hinauflaufen, aber glaub mir, in dieser Sommerhitze macht das ganz schön zu schaffen. Zum Glück ist die Treppe vom dichten Park Santo Estêvão umgeben, sodass du im angenehmen Schatten unter alten Bäumen gehst.

Der Weg nach oben ist nicht nur körperliche Anstrengung, er ist eigentlich so eine kleine Kunstgalerie unter freiem Himmel. Auf jeder größeren Terrasse kannst du dich ausruhen und wunderschöne Skulpturen, Brunnen und die traditionellen blau-weißen Azulejos-Kacheln bewundern, die biblische Geschichten erzählen. Der wohl bemerkenswerteste Ort des ganzen Aufstiegs ist der sogenannte Pátio dos Reis, also der Hof der Könige. Hier findest du einen atemberaubenden Brunnen, der zweiundzwanzig Meter misst, und einen riesigen Obelisken, geschmückt mit marianischen Symbolen.

Viele Pilger erklimmen diese Treppe bis heute auf den Knien als Zeichen von Buße und Dankbarkeit. Das ist ein ziemlich starker Anblick, der dich zum Nachdenken bringt. Wenn du dich zu dieser sportlichen Leistung nicht in der Lage fühlst, habe ich eine gute Nachricht für dich. Nach oben zur Wallfahrtskirche kann man bequem mit dem Auto oder Taxi fahren, dann die Kirche besichtigen und die Treppe anschließend nur in Ruhe hinunter in die Stadt gehen.

💡 Tipp: Vergiss auf dem Weg nach unten nicht, ab und zu anzuhalten und dich umzudrehen. Der Anblick der abfallenden Treppe mit der Stadt Lamego im Hintergrund ist wohl die meistfotografierte Szene der ganzen Region und bei Sonnenuntergang absolut romantisch.

3. Sé Catedral de Lamego

Wenn du die Treppe hinunter ins Zentrum gehst, sollten deine Schritte direkt zur örtlichen Kathedrale führen. Die Sé Catedral de Lamego ist der Jungfrau Maria und dem heiligen Sebastian geweiht und ein wirklich majestätisches Stück Architektur. Sie entstand bereits im zwölften Jahrhundert auf den Fundamenten einer alten Kapelle und wurde im Laufe der Zeit zu einem der bedeutendsten religiösen Zentren der weiteren Umgebung. Vom ganz ursprünglichen romanischen Bau aus dem Jahr 1159 ist bis heute der massive quadratische Turm auf der Südseite der Fassade erhalten geblieben, der fast wie ein Teil einer Militärfestung aussieht.

Was mir an der Kathedrale am meisten gefällt, ist dieser unglaubliche architektonische Mix. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich hier so viele Baumeister und Stile abgewechselt, dass du heute wunderschöne gotische Gewölbe, reich verzierte manuelinische Portale und prächtige barocke Altäre findest. Es ist, als würdest du ein in Stein gemeißeltes Lehrbuch der Kunstgeschichte lesen. Das Innere ist überraschend hell und luftig, was in scharfem Kontrast zu der rauen Granitfassade draußen steht.

Nimm dir auf jeden Fall Zeit für die Besichtigung des Kreuzgangs, der an die Kathedrale angrenzt. Dort herrscht eine wunderbare Ruhe, es gibt schöne Gewölbe und in der Mitte einen kleinen Innenhof, in dem früher Mönche spazierten. Oft triffst du hier nur auf ein paar Einheimische, die zum stillen Gebet gekommen sind. Der Eintritt in die Kathedrale selbst ist kostenlos, was heutzutage eine recht nette Überraschung ist.

💡 Tipp: Direkt neben der Kathedrale findest du viele kleine Cafés. Setz dich in einen Gastgarten, bestell einen starken portugiesischen Espresso (Bica) und beobachte einfach eine Weile das Treiben auf dem Platz. Das ist die beste Art, die entspannte lokale Atmosphäre aufzusaugen.

4. Die Burg von Lamego und die mittelalterliche Befestigung

Über der Stadt, auf einem weiteren strategischen Hügel, thronen die Überreste der Burg von Lamego. Wir sind eines Nachmittags hinaufgestiegen, und dieser Aufstieg durch die schmalen, steilen Gassen hat sich definitiv gelohnt. Die Geschichte dieses Ortes ist ziemlich wild. Wahrscheinlich stand hier ursprünglich ein altes keltisches oder lusitanisches Oppidum, das dann von den Römern umgebaut und befestigt wurde. Später wechselten sich hier Mauren mit Christen ab, bis die Burg 1057 endgültig von König Fernando Magno erobert wurde.

Von der ursprünglichen mächtigen Burg ist bis heute zwar nicht allzu viel erhalten geblieben, aber trotzdem hat sie einen enormen Reiz. Rund um den Burghügel findest du noch Reste der Verteidigungsmauern und zwei erhaltene steinerne Haupttore. Das Nordtor heißt Porta dos Figos (oder auch Porta da Vila), und das Südtor trägt den romantischen Namen Porta do Sol, also Sonnentor. Unter diesen uralten Bögen hindurchzugehen ist wie eine Zeitreise um tausend Jahre zurück.

Der größte Anziehungspunkt des ganzen Burgareals ist eindeutig der massive prismatische Turm, der sogenannte Torre de Menagem. Um ihn herum ist eine schöne Aussichtsterrasse gebaut. Der Ausblick von hier ist absolut atemberaubend. Du siehst nicht nur ganz Lamego wie auf der Handfläche, sondern auch die tiefen Täler der Flüsse Varosa, Coura und Balsemão, und in der Ferne zeichnen sich die berühmten Weinberge des Douro-Tals und die rauen Hügel der Region Trás-os-Montes ab.

💡 Tipp: Zur Burg führt keine breite Straße, du musst dich durch ein Labyrinth mittelalterlicher Gassen schlängeln, die voller alter, oft etwas abgeblätterter Häuschen sind. Einheimische Omas sitzen hier ganz normal auf der Türschwelle und plaudern. Es ist der authentischste Teil der Stadt, also lass die Kamera lieber eine Weile im Rucksack und lächle einfach.

5. Museu de Lamego (ehemaliger Bischofspalast)

Egal ob dich draußen ein unerwarteter Schauer überrascht oder du dich einfach nur von der Sonne und den endlosen Spaziergängen durch die Weinberge ausruhen willst, das örtliche Museum ist eine großartige Wahl. Du findest es gleich neben der Kathedrale in dem wunderschönen historischen Gebäude des ehemaligen Bischofspalastes, der schon für sich allein eine detaillierte Besichtigung wert ist. Gegründet wurde es bereits 1917, und heute gehört es zu den besten Regionalmuseen im ganzen Norden Portugals. Wir sind normalerweise keine großen Museumsgänger, wir sind lieber irgendwo draußen in der Natur, aber dieses hat uns wirklich angenehm überrascht.

Im Inneren erwarten dich unglaublich reiche Sammlungen, die die Kunstgeschichte von der Gotik bis zum prunkvollen Barock abbilden. Der größte Stolz und ein absolutes Unikat ist eine Serie seltener flämischer Wandteppiche aus dem sechzehnten Jahrhundert. Sie sind riesig, wunderschön erhalten und zeigen dramatische Szenen aus Mythologie und Schlachten. Wenn du davorstehst, kannst du nicht begreifen, wie jemand etwas so Detailreiches von Hand weben konnte.

Neben den Wandteppichen gibt es hier auch eine wunderbare Sammlung traditioneller portugiesischer Azulejos-Kacheln zu sehen, die Szenen aus dem Alltag und religiöse Motive festhalten. Du findest hier außerdem sehr seltene Goldschmiedearbeiten und Gemälde des berühmten Renaissancemalers Grão Vasco. Die Ausstellung ist sehr schön angeordnet und nimmt dir keinen halben Tag weg, du musst also keine Angst haben, dass du dich drinnen langweilst.

💡 Tipp: Der Eintritt ins Museum kostet rund drei Euro, was für so eine Pracht eigentlich völlig geschenkt ist. Wenn du Geschichte magst, plane für die Besichtigung etwa anderthalb Stunden ein. Die Beschriftungen sind hier zum Glück auch auf Englisch, sodass du viele interessante Dinge erfährst.

6. Casa das Brolhas und die Adelsgeschichte

Bei deinen Streifzügen durch die Stadt stößt du sicher auf viele schöne historische Häuser, aber eines davon sticht wirklich heraus. Die Casa das Brolhas, die 1771 erbaut wurde, gehört zu den absolut prächtigsten Adelssitzen in ganz Lamego. Schon auf den ersten Blick fesselt dich ihre unglaublich verzierte Fassade, in die die feinsten Ornamente in den harten Granitstein gemeißelt sind. Es ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie reich und einflussreich die lokale Aristokratie einst war.

Das dominante Element des ganzen Palastes ist das riesige Eingangstor, über dem sich ein prächtiges, in fünf Teile geteiltes Familienwappen erhebt. Wenn du dich in Heraldik auskennst, findest du darauf die Symbole der bedeutenden Adelsfamilien Osório, Menezes und Castro. Dieses Haus gehörte mehreren sehr wichtigen Persönlichkeiten der portugiesischen Geschichte, zum Beispiel Macário de Castro, der ein bedeutender Mäzen der Stadt war, oder Manuel Pinto da Fonseca, dem Großmeister des Malteserordens.

Das Haus ist zwar seit 1975 ein geschütztes Kulturdenkmal, aber leider ist es von innen nicht öffentlich zugänglich, weil es sich immer noch in Privatbesitz befindet. Trotzdem lohnt es sich, dorthin zu gehen und es zumindest von außen zu betrachten. Es ist ein toller Ort für ein Foto und ein Beispiel dafür, wie man im achtzehnten Jahrhundert auf großem Fuß lebte.

💡 Tipp: Das Haus findest du einen Katzensprung vom Hauptplatz entfernt in einer Straße, die recht schmal ist, sodass es sich schlecht als Ganzes fotografieren lässt. Den besten Winkel für ein Foto des Wappens bekommst du, wenn du dich etwas seitlich an die gegenüberliegende Mauer stellst.

7. Das Viertel Bairro da Ponte und Entspannung am Fluss

Nach all den Kirchen, Treppen und der Geschichte will man ein bisschen abschalten. Der ideale Ort ist das Viertel Bairro da Ponte, das am Fluss Balsemão liegt und in den letzten Jahren eine absolut fantastische Revitalisierung durchlaufen hat. Die Stadt hat viel in diese Gegend investiert, und aus dem früher etwas vernachlässigten Ufer ist eine schöne Erholungszone geworden, die nicht nur Touristen, sondern vor allem einheimische Familien lieben gelernt haben.

Hier ist eine tolle neue Flusspromenade mit Bänken entstanden, von denen aus man einen schönen und beruhigenden Blick auf das dahinfließende Wasser hat. Von Frühling bis Herbst ist hier unglaublich viel los. Einheimische kommen hierher zum Joggen, sitzen auf den Terrassen kleiner Bars mit einem gekühlten Drink in der Hand oder veranstalten hier mit den Kindern große Familienpicknicks. Für kleinere Kinder gibt es einen schönen neuen Spielplatz, und die Älteren können sich auf dem Sportplatz austoben.

Lukáš und ich haben uns hier eines Nachmittags ins Gras gesetzt, in einer nahe gelegenen Bäckerei frisches Gebäck und Käse gekauft und uns ein eigenes kleines Picknick mit Blick auf den Fluss gemacht. Es ist ein wirklich schöner Kontrast zu dem trubeligen historischen Zentrum oben auf dem Hügel.

💡 Tipp: Wenn du mit Kindern reist, ist dieser Ort die absolute Rettung. Lass sie sich auf dem Spielplatz austoben, während du in Ruhe einen Kaffee im angrenzenden Bistro trinkst. Es gibt genügend Schatten unter den Bäumen, sodass man hier auch die schlimmste Nachmittagshitze überleben kann.

8. Verkostung des lokalen Schaumweins (Espumante)

Wenn man Douro-Tal sagt, stellt sich jeder sofort den schweren, süßen Portwein vor. Und das stimmt natürlich, aber Lamego hat noch eine riesige Überraschung im Ärmel, von der viele Touristen überhaupt nichts wissen. Diese Stadt ist nämlich die inoffizielle Hauptstadt des portugiesischen Schaumweins, der hier Espumante genannt wird. Während du in Porto einen kräftigen Tawny trinkst, gießen sie dir hier an jeder Ecke Bläschen ein.

Der lokale Espumante wird nach der traditionellen Methode der Flaschengärung hergestellt, genau wie echter französischer Champagner. Dank des spezifischen Klimas und der Höhenlage rund um Lamego behalten die Trauben eine hohe Säure, die für einen guten Schaumwein absolut entscheidend ist. Der berühmteste Produzent der Region ist die Kellerei Raposeira, deren Keller du einen Katzensprung außerhalb der Stadt findest. Du kannst dorthin zu einer geführten Besichtigung aufbrechen, bei der sie dir die in den Fels gehauenen unterirdischen Gänge zeigen, wo Millionen von Flaschen reifen.

Diesen Wein zu probieren ist in Lamego geradezu Pflicht. Kehr in irgendeiner Bar oder einem Restaurant am Hauptplatz ein und bestell ein Glas gekühlten Espumante Bruto (trocken). Es ist eine absolut fantastische Erfrischung nach einem anstrengenden Tag. Wir haben ihn so ins Herz geschlossen, dass wir zwei Flaschen, in T-Shirts eingewickelt, im Koffer bis nach Hause mitnehmen mussten.

💡 Tipp: Espumante wird hier nicht nur zu festlichen Anlässen getrunken, die Einheimischen gönnen ihn sich ganz normal zum Mittagessen. Er passt hervorragend zu den lokalen Käsesorten oder zum traditionellen Gebäck. Eine Flasche sehr ordentlichen Espumante bekommst du hier im Laden schon für rund acht Euro.

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9. Besuch einer traditionellen Quinta im Douro-Tal

In Lamego zu sein und keines der Weingüter im Tal zu besuchen, wäre geradezu eine Sünde. Diese Weingüter, die hier Quintas genannt werden, sind das eigentliche Herz der Produktion des legendären Portweins. Das Douro-Tal ist überhaupt das älteste demarkierte Weinanbaugebiet der Welt (bereits seit 1756 geschützt), und die Arbeit auf den hiesigen steilen Schieferterrassen ist unglaublich anspruchsvoll. Traktoren kommen hier oft überhaupt nicht hin, sodass die Trauben bei der Weinlese noch immer von Hand in riesigen Körben auf dem Rücken getragen werden.

Jede Quinta bietet ein etwas anderes Erlebnis, aber die meisten von ihnen veranstalten Besichtigungen verbunden mit einer Verkostung. Während der Besichtigung erfährst du, was der Unterschied zwischen dem jungen, fruchtigen Portwein vom Typ Ruby und dem älteren, bräunlich gefärbten Tawny ist, der lange Jahre in kleinen Eichenfässern gereift ist. Die Besitzer nehmen dich mit in die kühlen Keller voller verstaubter Fässer, wo es herrlich nach Holz und süßem Alkohol duftet.

Wir haben einen Ausflug zu einem der kleineren Familienweingüter gemacht, und es war großartig. Der Herr erzählte uns davon, wie im September die Trauben noch immer traditionell mit den Füßen in riesigen Steinbecken (Lagares) gestampft werden. Die Verkostung umfasst meist drei bis vier Weinproben, und oft bekommst du dazu auch ein Stück lokalen Käse oder Schokolade, die unglaublich gut zum Portwein passt.

💡 Tipp: Portwein hat rund zwanzig Prozent Alkohol und trinkt sich dank des Zuckers gefährlich leicht. Geh nie, aber wirklich nie mit leerem Magen zu einer Verkostung. In dieser Sommerhitze könnten dich schon zwei kleine Gläser sehr schnell umhauen.

10. Ausflug nach Peso da Régua und Bootsfahrt

Von Lamego sind es nur etwa fünfzehn Kilometer hinunter zum Fluss in die Stadt Peso da Régua, die eine Art Verkehrsknotenpunkt des ganzen Tals ist. Aus historischer Sicht war es der wichtigste Ort, von dem früher die traditionellen hölzernen Rabelos-Boote ausliefen, voll beladen mit Weinfässern, die über den wilden Fluss zu den Kellern in Vila Nova de Gaia bei Porto fuhren. Heute reist der Wein über die Straßen, aber der Douro ist immer noch voller Boote, diesmal der Ausflugsboote.

Wenn du die unglaublichen Terrassenweinberge aus der bestmöglichen Perspektive sehen willst, musst du auf eine Bootsfahrt aufbrechen. Zur Auswahl hast du alles Mögliche – von einer einstündigen Fahrt auf einem alten Holzbötchen bis hin zu ganztägigen Ausflügen auf luxuriösen Yachten mit Mittagessen und Weinverkostung. Es ist enorm romantisch, der Fluss ist hier ruhig, umgeben von majestätischen Hügeln, und an den Ufern siehst du die weißen Gebäude der einzelnen Quintas leuchten.

Größere Fahrten beinhalten oft auch die Durchfahrt durch eine der riesigen Schiffsschleusen, die wegen der Staudämme am Fluss gebaut werden mussten. Es ist ein ziemliches Adrenalinerlebnis, wenn das Boot in das schmale Betonbecken einfährt und innerhalb kurzer Zeit um Dutzende Meter sinkt oder steigt.

💡 Tipp: Die Fahrt von Lamego nach Régua mit dem Auto ist an sich schon ein Erlebnis. Die Straße windet sich und fällt tief ins Tal ab. Wenn du dir ein Auto mietest, vergiss nicht, in der Vermietung eine Box für die elektronische Maut (Via Verde) anzufordern, denn die meisten Straßen hier haben keine klassischen Mautstationen mit Schranke, und die Strafen für Nichtbezahlung sind unnötig hoch.

11. Mit dem Zug am Fluss entlang nach Pinhão

Wenn du keine Boote magst, habe ich noch eine bessere und vielleicht um einen Tick romantischere Alternative für dich. Fahr von Régua mit dem Zug flussaufwärts in das kleine Städtchen Pinhão. Diese Bahnstrecke (Linha do Douro) gehört zu den schönsten in ganz Europa. Die Gleise verlaufen hier nämlich so unglaublich nah am Wasser, dass du zeitweise das Gefühl hast, der alte Zug würde direkt über die Wasseroberfläche des Flusses fahren.

Die Fahrt von Régua nach Pinhão dauert etwa vierzig Minuten und ist ein einziges großes visuelles Festmahl. Du fährst durch kurze, in den Fels gehauene Tunnel, passierst malerische kleine Bahnhöfe und blickst auf die besten und teuersten Weinberge in ganz Portugal. Setz dich unbedingt auf die rechte Seite in Fahrtrichtung, damit du den Blick direkt aufs Wasser hast und nicht auf den Schieferfels. Die Tickets sind sehr günstig, du kaufst sie für ein paar Euro direkt am Bahnhof oder über die App.

Das Städtchen Pinhão selbst ist winzig und verschlafen, verbirgt aber einen riesigen Schatz. Es ist der örtliche Bahnhof, der als einer der schönsten des Landes gilt. Seine Fassade schmücken vierundzwanzig riesige Paneele aus blauen Azulejos-Kacheln. Darauf sind wunderbar detailreiche Szenen aus der Weinlese, traditionelle Boote auf dem Fluss und das Leben der lokalen Bauern vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts festgehalten. Es ist schlicht ein perfektes Museum unter freiem Himmel.

💡 Tipp: Von Pinhão kannst du mit dem Zug zurückfahren oder es kombinieren – hin mit dem Zug und zurück eine kürzere Bootsfahrt bezahlen. Das ist die beste Art, das Tal aus allen Blickwinkeln zu sehen.

12. Lokale Gastronomie (und wie wir Vegetarier überlebt haben)

Der Norden Portugals, und Lamego besonders, ist berühmt für seine sehr deftige und rustikale Gastronomie. Es ist eine Gegend, in der die Menschen hart in den Weinbergen arbeiteten und deshalb eine ordentliche Portion Kalorien brauchten. Die Stadt ist im ganzen Land berühmt für ihren luftgetrockneten Schinken (Presunto), der wohl in jeder traditionellen Kneipe von der Decke hängt. Und dann gibt es natürlich die berühmteste lokale Spezialität – gebratenes Zicklein (Cabrito Assado), das langsam im Holzofen gebacken und mit gebratenem Reis serviert wird. Die Leute kommen am Wochenende von weit her deswegen hierher.

Lukáš und ich essen aber kein Fleisch, sodass wir diese berühmten Leckereien dankend auslassen mussten. Bedeutete das, dass wir in Lamego hungern würden? Auf keinen Fall! Die portugiesische Gastronomie ist toll darin, dass hier jeder etwas für sich findet. Uns hat der allgegenwärtige Couvert gerettet. Sobald du dich in Portugal in ein Restaurant setzt, bringt dir die Bedienung automatisch frisches Brot, hervorragende lokale Käsesorten (oft Schaf- oder Ziegenkäse, die innen wunderbar cremig sind), Oliven und manchmal auch verschiedene Aufstriche. Wenn du das isst, zahlst du dafür ein paar Euro, aber es ist eine großartige Grundlage fürs Abendessen.

Außerdem machen sie hier in jedem Restaurant großartige Omeletts, Gemüsesuppen (Caldo Verde, bitte nur darum, dir keine Chouriço-Wurst hineinzugeben) und Berge von frischen Salaten. Und dann gibt es natürlich die Süßigkeiten! Lamego hat viele tolle Bäckereien (Pastelarias). Unsere Abhängigkeit von Pastéis de Nata (Törtchen mit Eigelbcreme) haben wir hier natürlich fleißig gepflegt, aber wir haben auch die lokale Spezialität Peixinhos de Chila probiert, ein süßes Gebäck gefüllt mit Kürbismarmelade. Zum Kaffee ist es einfach perfekt.

💡 Tipp: Denk daran, dass die Portugiesen etwa zwischen halb eins und drei zu Mittag essen und erst nach halb acht abends zu Abend essen. Zwischen drei und sieben Uhr sind die meisten Restaurants kompromisslos geschlossen. Wenn dich am Nachmittag der Hunger überkommt, musst du eben in eine der lokalen Bäckereien gehen.

Wohin weiter von Lamego

Wenn du Lamego und das Douro-Tal einmal kreuz und quer erkundet hast, ist es Zeit, weiterzuziehen, denn Portugal bietet noch jede Menge. Die absolut natürlichste Wahl ist, entlang des Douro bis zum Ozean zu fahren und ein paar Tage in der großartigen Stadt Porto zu verbringen. Es ist eine stolze Granitstadt voller steiler Gassen, in der dich diese echte seemännische und melancholische Atmosphäre anweht. Dort kannst du über die berühmte Brücke eines Schülers von Gustave Eiffel spazieren und die alten Keller im Viertel Vila Nova de Gaia besuchen.

Wenn dich eher der Süden und die Wärme locken, steig in den Zug oder ins Auto und fahr in die Hauptstadt. Unser Guide für Lissabon hilft dir, die besten Aussichtspunkte zu entdecken, du fährst mit der ikonischen gelben Straßenbahn und verstehst, warum diese Stadt so beliebt ist. Einen Katzensprung von Lissabon entfernt darfst du dann das märchenhafte Sintra voller romantischer Paläste und mystischer Gärten nicht verpassen, oder das entspannte Küstenstädtchen Cascais.

Lukáš und ich landen am Ende ohnehin immer unten im Süden, in unserer geliebten Algarve, wo wir uns am allerbesten auskennen. Wenn du das Surfen und die wilde Natur liebst, mach dich auf in die Gegend rund um Sagres oder in das malerische Carrapateira. Wenn du eher die typischen gelben Klippen und ruhigeres Wasser zum Baden suchst, darfst du die schönsten Strände der Algarve rund um die Städtchen Lagos oder Carvoeiro nicht verpassen. Portugal ist einfach ein Land, in das man nicht nur einmal fahren kann!

Häufig gestellte Fragen

Warum erhielt die Stadt den Namen Lamego?

Laut Historikern stammt der Name „Lamego“ wahrscheinlich von der ligurischen Wurzel „Lam“ und der lateinischen Endung „aecus“. Dies bezieht sich allem Anschein nach auf den Namen eines alten römischen Besitzers eines ausgedehnten landwirtschaftlichen Anwesens aus dem 3. Jahrhundert, um das herum sich allmählich eine Siedlung zu bilden begann.

Wie viele Tage sollte man für einen Besuch in Lamego einplanen?

Die Stadt selbst, einschließlich des Aufstiegs zum Wallfahrtsort, der Burg und des Mittagessens, schafft man problemlos an einem einzigen vollgepackten Tag. Wenn ihr aber auch das Douro-Tal erkunden, eine Bootsfahrt unternehmen oder eine Weinprobe auf einem Weingut erleben möchtet, empfehle ich, mindestens zwei oder drei Nächte zu bleiben.

Kann man mit dem Auto zum Wallfahrtsort Nossa Senhora dos Remédios fahren?

Ja, das geht auf jeden Fall! Obwohl die 686 Stufen ein großartiges Erlebnis sind, führt auch eine normale asphaltierte Straße nach oben, an der man bequem parken kann. Viele Leute machen es so, dass sie mit dem Taxi hochfahren und die Stufen dann in Ruhe hinunter ins Zentrum gehen.

Wie funktioniert die Maut in der Umgebung von Lamego?

Im Norden Portugals sind viele Autobahnen (einschließlich der A24 bei Lamego) mit elektronischer Maut ohne Schranken gebührenpflichtig. Ihr müsst eine Via-Verde-Box von der Autovermietung im Auto haben, sonst erwarten euch komplizierte Zahlungen bei der Post und eventuell hohe Bußgelder durch das Kamerasystem.

Ist Lamego für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet?

Lamego ist eine typische portugiesische Stadt, die auf Hügeln erbaut wurde. Das historische Zentrum besteht aus steilen, oft gepflasterten Gässchen (Calçada), die sehr rutschig sind. Die Fortbewegung mit Kinderwagen oder Rollstuhl kann hier wirklich ziemlich anspruchsvoll sein und erfordert sorgfältige Routenplanung.

Was ist der Unterschied zwischen Portwein und Espumante aus Lamego?

Portwein ist ein schwerer, aufgespriteter (mit Alkohol angereicherter) Wein, der etwa 20 % Alkohol hat und sehr süß ist. Espumante hingegen ist ein Schaumwein, der nach traditioneller Methode wie Champagner hergestellt wird. Er ist leicht, voller Bläschen und wird am häufigsten trocken (brut) und gekühlt getrunken.

Kann ich in Lamego als Vegetarier gut essen?

Obwohl die Region für ihr Fleisch berühmt ist, werdet ihr hier nicht hungern müssen. Eine hervorragende Wahl sind die traditionellen Couvert (Brot, Oliven, ausgezeichnete lokale Käsesorten), Gemüsesuppen, Omeletts oder süßes Gebäck in den örtlichen Pastelarias. Zum Abendessen lässt sich oft auch ein Salat oder Reis arrangieren.

Wie komme ich ohne Auto von Porto nach Lamego?

Von Porto fahrt ihr zunächst mit der herrlichen Zugstrecke entlang des Flusses (Linha do Douro) zum Bahnhof Peso da Régua. Die Fahrt dauert etwas über zwei Stunden. Von dort aus nehmt ihr dann von Régua einen Regionalbus oder ein kurzes Taxi direkt nach Lamego, es sind nur noch etwa 15 Kilometer.

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