Normandie und Bretagne – das ist kein Ort für gepflegte Lavendelfelder und gemütliches Roséwein-Trinken. Im Nordwesten Frankreichs wirst du sofort von einer rauen und ursprünglichen Schönheit gepackt. Endlose Steilklippen, ein aufgewühlter Ozean und Geschichte, die buchstäblich die Weltkarte verändert hat – dieser Roadtrip durch die Normandie und Bretagne hält alles bereit.
Bereite dich auf salzgeschwängerte Meeresluft, vergorenen Apfelmost und das Gefühl absoluter Freiheit hinter dem Steuer vor. Die Route führt dich von den Stränden des berühmten D-Day-Landings in der Normandie bis hin zu den mystischen keltischen Stätten am äußersten Ende des Kontinents.
Für diese Reise brauchst du vor allem eine wasserdichte Jacke, gute Laune und eine riesige Lust auf Entdeckungen. So erkundest du wunderbare versteckte Winkel, zu denen die üblichen Touristenströme oft gar nicht erst vordringen.
Zusammenfassung
- Gesamtstreckenlänge: Ungefähr 1.200 bis 1.400 Kilometer, je nach Abstecher.
- Ideale Reisedauer: Plane dir genau 10 Tage ein, damit du nirgendwo hetzen musst und auch entspannte Nachmittage an der Küste genießen kannst.
- Beste Reisezeit: Die besten Monate sind Juni oder September – so umgehst du das größte Sommergedränge und hast dennoch gute Chancen auf angenehmes Wetter.
- Highlights: Dich erwarten die Kreidefelsen von Étretat, das mystische Klostereiland Mont-Saint-Michel, die rätselhaften Menhire von Carnac und endlose Sandstrände.
- Wichtigster Tipp: Wenn du Geschichtsliebhaber bist, behalte die D-Day-Jahrestage im Blick – Anfang Juni ist die gesamte Normandie hoffnungslos ausgebucht.
- Budget: Rechne damit, dass die Preise 2026 leicht gestiegen sind – plane rund 1.200 bis 1.500 Euro pro Person ein, inklusive Unterkunft und Mietwagen.
Wann du am besten aufbrichst
Die Wahl des richtigen Zeitpunkts ist für diesen Roadtrip entscheidend, denn das Wetter im Norden Frankreichs folgt seinen ganz eigenen, launischen Gesetzen. Die zuverlässigsten Temperaturen findest du von Ende Mai bis Mitte September, wenn der Ozean das Festland etwas erwärmt. Trotzdem solltest du damit rechnen, dass der atlantische Wind und unerwartete Regenschauer dich auch im heißesten August überraschen können. Die Einheimischen sagen mit einem Schmunzeln, dass es in der Bretagne mehrmals täglich schön ist – und das trifft genau den schnellen Wechsel zwischen Wolken und Sonne hier.
Wenn du 2026 reist, pass besonders auf Anfang Juni auf: Dann finden die großen Feierlichkeiten zum 82. Jahrestag der Normandie-Landung statt. Die zentralen Gedenkveranstaltungen laufen zwischen dem 5. und 7. Juni, was massive Straßensperrungen, Sicherheitskontrollen und vollständig ausgebuchte Hotels bedeutet. Wenn dich Militärgeschichte nicht so sehr interessiert, dass du dich durch Menschenmassen drängeln möchtest, mach einen großen Bogen um genau dieses Wochenende. Ein weiteres Problem für 2026: Der berühmte Teppich von Bayeux ist wegen Museumsrenovierung geschlossen und wird ab September in London ausgestellt.
Die Herbstmonate haben im Norden Frankreichs ihren ganz eigenen Reiz, aber die Tage werden spürbar kürzer und viele kleinere Betriebe schließen ihre Pforten. Wer dramatische Naturszenerien liebt, dem empfehle ich den März oder Ende September. Genau in diesen Monaten finden die stärksten Springfluten statt, die aus Mont-Saint-Michel eine wirklich vom Wasser abgeschnittene Insel machen.

Praktische Infos: Auto, Anreise und Budget
Diese Reiseroute ist in erster Linie fürs Autofahren konzipiert, denn ohne eigenes Fahrzeug wärst du bei den interessantesten Klippen und einsamen Stränden aufgeschmissen. Du kannst dir einen Mietwagen direkt am Flughafen Paris (CDG oder Orly) oder in Nantes holen – ich empfehle immer, ein kleineres Modell zu wählen. Die engen Gässchen zwischen Steinmauern und historische Innenstädte sind für große SUVs schlicht nicht gemacht. Denk beim Planen daran, dass französische Autobahnen mit einem Mautsystem (péages) gebührenpflichtig sind, was dich auf einer Strecke von tausend Kilometern rund 90 bis 110 Euro kosten wird.
Frankreich hat in den letzten Jahren Umweltzonen (ZFE) in vielen größeren Städten streng eingeführt – das gilt es auch für Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen zu beachten. Auch für ausländische Autos ist die Umweltplakette Crit’Air Pflicht, die du vorab online für knapp fünf Euro bestellen musst. Das Bußgeld für das Einfahren in die Innenstadt von Rouen oder Nantes ohne diese Plakette liegt 2026 bei 68 Euro. Parken in touristischen Zentren ist oft ein Albtraum – suche dir immer große Park-and-Ride-Parkplätze am Stadtrand und lauf den Rest zu Fuß.
Was das ungefähre Budget für 10 Tage zu zweit im Jahr 2026 betrifft: Normandie und Bretagne sind keine günstigen Reiseziele. Eine ordentliche Unterkunft in einer Pension oder einem Hotel kostet im Durchschnitt 90 bis 130 Euro pro Nacht. Das Mittagsmenü (menu du jour) im normalen Restaurant liegt bei 20 bis 25 Euro, während Eintritte zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zwischen 10 und 20 Euro kosten. Einen Kaffee an der Theke bekommst du für zwei Euro – sobald du dich aber auf eine Terrasse mit Meerblick setzt, verdoppelt sich der Preis sofort. Insgesamt solltest du mit einem Budget von rund 1.500 Euro pro Person kalkulieren, wenn du gut essen und jeden Euro nicht dreimal umdrehen möchtest.
Die Reiseroute Tag für Tag
Dieser detaillierte Plan ist so angelegt, dass du das Beste aus beiden Regionen siehst und gleichzeitig genug Zeit hast, die Atmosphäre aufzusaugen und spontane Stopps am Wegesrand zu genießen.

Tag 1: Rouen und das impressionistische Herz der Normandie
Deine Reise beginnt im historischen Rouen – einer Stadt mit bewegter Vergangenheit, die für ihre wunderschön erhaltenen Fachwerkhäuser und verwinkelten Gassen bekannt ist. Schlendere durch die Altstadt bis zum Place du Vieux-Marché, wo Jeanne d’Arc 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Heute steht an diesem eindrucksvollen Ort eine moderne Kirche, deren Dach symbolisch an züngelnde Flammen erinnert. Die Stadt hat eine unglaublich lebendige Atmosphäre und an jeder Ecke findest du charmante kleine Cafés.
Das absolute Highlight des Vormittags ist jedoch die prächtige Kathedrale Notre-Dame in Rouen – ein Meisterwerk der flamboyanten Gotik. Genau ihre aufwendige Westfassade faszinierte den Maler Claude Monet so sehr, dass er sie bei verschiedenem Wetter auf über dreißig Leinwänden festhielt. Nach der Stadtbesichtigung steigst du ins Auto und fährst nordwestlich zur Küste, wo dich die erste Begegnung mit dem Ozean erwartet. Den Nachmittag verbringst du an den berühmten Kreidefelsen von Étretat.
In Étretat öffnet sich vor dir eine Szenerie, die Wind und Meer über Millionen von Jahren geformt haben – und du verstehst sofort, warum die Impressionisten immer wieder hierher kamen. Steig den Pfad hinauf zur Falaise d’Aval, von wo aus du den ikonischen Blick auf den Felsbogen und die aus den Wellen ragende Felsnadel genießt. Das Licht bricht sich hier am Spätnachmittag in wunderbaren weichen Tönen, also lass dir ausreichend Zeit zum Fotografieren. Insgesamt sitzt du heute etwa zwei Stunden am Steuer und legst rund 100 Kilometer zurück.
💡 Tipp: Geh zum Mittagessen in eines der Bistros im Zentrum von Rouen und probiere einen herrlichen vegetarischen Quiche mit Lauch und Neufchâtel-Käse, der auf der Zunge zergeht. Fleischliebhaber werden von den traditionellen Entenspezialitäten begeistert sein, die lokale Köche hier zubereiten.
Als Unterkunft empfehle ich den malerischen Hafen Honfleur in der Nähe, wo du über Booking.com leicht romantische Zimmerchen mit Wasserblick findest. Ein Abendspaziergang um das beleuchtete Hafenbecken ist absolut zauberhaft.

Tag 2: Honfleur und die Landungsstrände der Normandie
Du wachst in Honfleur auf – womöglich dem fotogenischsten Hafen ganz Frankreichs – und begreifst sofort, warum. Das Herzstück ist das alte Hafenbecken Vieux Bassin, gesäumt von hohen, schieferverkleideten Häusern, die sich im stillen Wasser spiegeln. Halte bei der einzigartigen Holzkirche Sainte-Catherine, die von einheimischen Schiffszimmerern nach dem Hundertjährigen Krieg erbaut wurde – ihre Holzdecke sieht genauso aus wie zwei umgekehrte Schiffsrümpfe.
Gegen Mittag überquerst du die mächtige Pont de Normandie und fährst in die Region Calvados, wo vor mehr als achtzig Jahren Weltgeschichte geschrieben wurde. Dein erster Halt an den Landungsstränden ist der britische Sektor Gold Beach bei Arromanches-les-Bains. Noch heute ragen hier riesige Betonblöcke aus dem Meer – die Überreste des künstlichen Mulberry-Hafens, ohne den die alliierte Versorgung unmöglich gewesen wäre. Im örtlichen Museum, das du vorab über GetYourGuide reservieren kannst, erfährst du faszinierende Details zu diesem technischen Geniestreich.
Fahre weiter westwärts entlang der Küste, wo sich die Landschaft immer mehr dem atlantischen Wind öffnet. Halte bei der deutschen Artilleriebatterie Longues-sur-Mer, wo du an einem der wenigen Orte noch die originalen Geschütze in massiven Betonbunkern siehst. Heute fährst du rund 120 Kilometer, aber rechne damit, dass du dich an Gedenkstätten und Infotafeln ständig zum Anhalten verleiten lässt.
💡 Tipp: Zum Abendessen in Bayeux empfehle ich eine traditionelle Crêperie: Bestell dir eine Buchweizen-Galette gefüllt mit Camembert und karamellisierten Äpfeln. Dazu unbedingt eine Schale perlendem, trockenem Cidre – der passt perfekt zum Käse. Die Einheimischen lieben Meeresfrüchte und Jakobsmuscheln in schweren Sahnesoßen.
Als Übernachtungsort eignet sich das historische Bayeux hervorragend – die Stadt überstand den Krieg wie durch ein Wunder unbeschadet. Auf Booking.com findest du viele kleine Familienpensionen versteckt in Steingassen nahe der majestätischen gotischen Kathedrale.

Tag 3: Amerikanischer Friedhof und Fahrt zum Mont-Saint-Michel
Dieser Tag gehört zu den emotional stärksten der gesamten Reise, denn du begibst dich in den amerikanischen Abschnitt der Landungsstrände. Erste Station ist der berühmte Omaha Beach, der heute unglaublich friedlich wirkt – dabei tobten hier die blutigsten Kämpfe des gesamten D-Day. Direkt über dem Strand in Colleville-sur-Mer erstreckt sich der amerikanische Militärfriedhof, auf dessen makellos geschnittenem grünen Rasen unfassbare 9.387 strahlend weiße Kreuze und Davidsterne stehen.
Ein Stück weiter westlich liegt der dramatische Klippen-Vorsprung Pointe du Hoc – einer der eindrucksvollsten Orte der gesamten Küste. Du siehst Boden, der buchstäblich von schweren Marinebombardements zerrissen wurde; genau diese dreißig Meter hohen, senkrechten Klippen mussten amerikanische Rangers unter ständigem Feindbeschuss erklimmen. Die Bunker liegen noch heute aufgebrochen genau so da, wie sie nach der Schlacht zurückblieben, und die Natur holt sie sich langsam zurück.
Nach dem Mittagessen verlässt du das D-Day-Gebiet und brichst zu einer rund zweistündigen Fahrt Richtung Südwesten auf, bei der sich die Landschaft allmählich verändert. Die heutige Etappe misst rund 140 Kilometer und führt dich bis an die Grenze zwischen Normandie und Bretagne. Unterwegs genießt du den Blick auf Landstraßen, gesäumt von typischen Hecken und alten Apfelplantagen.
💡 Tipp: Wenn dich unterwegs der Hunger überkommt, halt bei einer örtlichen Boulangerie und kauf dir ein frisches, knuspriges Baguette, ein gutes Stück Pont-l’Évêque-Käse und Tomaten für ein perfektes Picknick im Freien. Franzosen lieben dazu traditionelle Pasteten und getrocknetete Wurstwaren.
Übernachte in einem der kleineren Dörfer rund um die Bucht von Mont-Saint-Michel, zum Beispiel in Beauvoir. Über Booking.com findest du viele zu Pensionen umgebaute Bauernhöfe, von denen du morgens nur wenige Minuten bis zur Abtei fährst.

Tag 4: Mont-Saint-Michel und die Korsarenstadt Saint-Malo
Steh früh auf, denn dich erwartet das, was die Franzosen gerne das achte Weltwunder nennen. Das gotische Kloster Mont-Saint-Michel erhebt sich aus der tückischen Bucht wie eine unwirkliche Erscheinung und zieht Millionen von Besuchern jährlich an. Um den Massen ein Schnippchen zu schlagen, lass dein Auto bereits vor neun Uhr auf dem riesigen Parkplatz stehen und steig in den kostenlosen Pendelbus, der dich direkt zum Felsberg bringt.
Der Eintritt in die Abtei auf dem Gipfel kostet 2026 genau 16 Euro und der Weg dorthin führt durch eine enge, steile Gasse voller Steintreppen. Rechne damit, ins Schwitzen zu kommen – aber die Ausblicke auf die Bucht, aus der das Meer kilometerweit zurückweicht, entschädigen dich für jede Anstrengung. ⚠️ Aufgepasst, falls du im Sommer 2026 reist: Die Abtei soll nach dem 1. Juni aus betrieblichen Gründen vorübergehend geschlossen sein – informiere dich vorab über den aktuellen Stand.
Nach dem Mittagessen wechselst du in die Bretagne und fährst nach Saint-Malo, dem berühmten Sitz ehemaliger Korsaren, umgeben von massiven Steinmauern. Ein Spaziergang auf den Stadtmauern (Les Remparts) ist ein absolutes Muss: Auf einer Seite schaust du in die engen Gassen der Stadt, auf der anderen auf den tosenden Ozean. Falls du in die Zeit des Niedrigwassers triffst, kannst du trockenen Fußes zum nahegelegenen Eiland Grand Bé laufen – behalte die Zeit aber genau im Blick, denn das Wasser kehrt mit erschreckender Geschwindigkeit zurück. Heute fährst du kaum 60 Kilometer.
💡 Tipp: Such dir ein kleines Restaurant innerhalb der Stadtmauern und probiere eine feine Tomatensuppe mit provenzalischen Kräutern und knusprigen Kräutercroutons. Hafenarbeiter und Touristen verputzen hier vorwiegend riesige Töpfe Miesmuscheln in Weißwein mit Pommes frites – ein ikonisches Gericht der gesamten Nordküste.
Für die heutige Nacht such dir eine Unterkunft direkt innerhalb der Stadtmauern von Saint-Malo – die Atmosphäre ist dort abends absolut einzigartig. Booking.com bietet eine Reihe von Boutique-Hotels in historischen Gebäuden, von denen es nur wenige Schritte zum Meer sind.

Tag 5: Austern in Cancale und das mittelalterliche Dinan
Den heutigen Vormittag startest du mit einer kurzen Fahrt nach Cancale, einem kleinen Hafenstädtchen, das sich stolz die Austernhauptstadt nennt. Auch wenn Meeresfrüchte nicht auf deinem Speiseplan stehen, ist ein Besuch des Marktplatzes am Ufer (Marché aux Huîtres) ein echtes Erlebnis für die Augen – riesige Netze und Farmen erstrecken sich weit ins Meer hinein. Die Atmosphäre, in der Menschen auf Steinmäuerchen sitzen und leere Schalen direkt auf den Strand werfen, ist unglaublich authentisch.
Von Cancale geht es weiter entlang der Küste zum wilden Kap Cap Fréhel, wo dich der Wind buchstäblich von den Klippen zu wehen droht. Diese senkrechten Wände aus rosafarbenem Sandstein fallen siebzig Meter tief ins aufgewühlte Meer, und um den Leuchtturm herum ziehen sich wunderschöne Heidelandschaften. Gleich in der Nähe befindet sich das ikonische Fort la Latte – eine mittelalterliche Festung direkt auf dem Felsen, die wie aus einem Historienfilm wirkt und besichtigt werden kann.
Am Nachmittag zieht es dich etwas ins Landesinnere nach Dinan, einer der schönsten mittelalterlichen Städte der gesamten Bretagne. Die Stadt blieb im Krieg von größeren Zerstörungen verschont und hat ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Schlendere durch verwinkelte Gassen voller Fachwerkhäuser und steig die steile Rue du Jerzual hinunter bis zum malerischen Fluss Rance. Heute fährst du angenehme 80 Kilometer.
💡 Tipp: Gönne dir in Dinan in einem kleinen Seitenstraßenlokal einen gefüllten Wirsingblatt mit Gemüse und Pilzen – nach einem windigen Tag an den Klippen wärmt dich das herrlich durch. Wer lieber Fleisch mag, wird von den traditionellen Bratwürsten aus grob gemahlenem Schweinefleisch begeistert sein, die den ganzen Marktplatz durchduften.
Übernachten in Dinan ist deutlich ruhiger und oft günstiger als an der Küste – es lohnt sich also, eine Nacht hier einzuplanen. Über Booking.com kannst du ein Zimmer in einem alten Fachwerkhaus mit knarrenden Treppen und unglaublichem historischen Flair buchen.

Tag 6: Die rosafarbene Küste Côte de Granit Rose
Morgens steigst du ins Auto und fährst Richtung Westen, um ein geologisches Wunder der nördlichen Bretagne zu entdecken. Die Küste der Rosagranite (Côte de Granit Rose) rund um Perros-Guirec und Ploumanac’h ist ein Küstenstreifen, an dem riesige Felsblöcke mit einem unglaublich rosafarbenen Ton das Ufer säumen. Diese geologische Anomalie tritt weltweit nur an drei Stellen auf und macht die Gegend zum Magneten für Fotografen.
Der beste Weg, diese Naturschönheit zu genießen, ist der Spaziergang auf dem Zollpfad (Sentier des Douaniers), der sich direkt zwischen den Felsen entlang des Meeres schlängelt. Wind und Wasser haben die Steine über Millionen von Jahren in bizarrste Formen geformt – mit etwas Fantasie erkennst du eine versteinerte Schildkröte oder Napoleons Hut. Die Strecke ist für jeden machbar, aber komm früh, denn die Parkplätze beim Leuchtturm sind schnell voll.
Am Nachmittag kannst du an einem der versteckten Sandstrände zwischen den Felsen entspannen oder mit dem Boot um das Vogelschutzgebiet des Archipels Sept-Îles herumfahren. Wer Ausflüge gerne vorausplant, findet verschiedene Bootstouren in der Gegend auf GetYourGuide. Die heutige Fahrt dauert rund zweieinhalb Stunden und umfasst etwa 140 Kilometer.
💡 Tipp: Wenn der Hunger kommt, entdecke den Zauber echter bretonischer Süßigkeiten und bestell dir zum Kaffee eine Crêpe mit gesalzenem Karamell – hier wird das zur absoluten Perfektion gebracht. Lokale Fischer gönnen sich abends in den Tavernen frisch gefangenen Hummer und Krabben mit hausgemachter Mayonnaise.
Bleib über Nacht direkt in Perros-Guirec oder im nahe gelegenen Ploumanac’h. Auf Booking.com gibt es moderne Apartments mit Meerblick, von wo du beobachten kannst, wie die untergehende Sonne die Granitsteine in tiefe Kupfertöne taucht.

Tag 7: Wildes Finistère und Pointe du Raz
Heute fährst du ans Ende der Welt – in das Département Finistère, dessen Name vom lateinischen Finis Terrae abstammt. Es ist der westlichste Zipfel Frankreichs, der durch seine Wildheit und sein stolzes keltisches Erbe besticht. Die Strecke führt über raue Heiden, an alten Steinkirchen vorbei, und du wirst spüren, wie der Wind mit jeder Kurve an Stärke gewinnt.
Ziel deiner Fahrt ist die Pointe du Raz – ein felsiges Kap, das sich tief in den unruhigen Atlantik hineinbohrt. Hier erlebst du das echte Gefühl der eigenen Winzigkeit gegenüber der Natur, denn die Wellen prallen mit solcher Wucht gegen die Klippen, dass der Boden bebt. In der Ferne siehst du den einsamen Leuchtturm La Vieille, der trotzig allen Elementen trotzt. Das gesamte Gebiet rund ums Kap wurde revitalisiert – die kommerzielle Bebauung verschwand, und die Natur hat sich ihren Platz zurückgeholt.
Nach dem windigen Erlebnis an den Klippen wärmst du dich im Besucherzentrum auf und machst dich dann gemächlich auf den Weg Richtung Süden ins Inland. Heute sitzt du recht lange am Steuer – rund 160 Kilometer –, aber die Ausblicke auf den wilden Ozean lassen keine Langeweile aufkommen.
💡 Tipp: Halt bei einer kleinen Dorfbäckerei und kauf dir ein frisches Stück traditionellen Kouign-amann – ein unglaublich sättigendes Gebäck aus Blätterteig, viel Butter und Zucker, das man am besten warm genießt. Das traditionelle Mittagessen hart arbeitender Seefahrer war eine kräftige Fischsuppe mit Knoblauchcroutons, zu der alle möglichen Reste des Morgenfangs kommen.
Für die heutige Nacht wähle Quimper, die historische Hauptstadt der Region. Über Booking.com findest du Unterkünfte zu sehr vernünftigen Preisen, und abends hast du die Möglichkeit, durch das wunderschön beleuchtete Zentrum mit seinen zahlreichen Brücken über die Odet zu spazieren.

Tag 8: Quimper und das befestigte Concarneau
Den Vormittag widmest du der Erkundung von Quimper – einer Stadt voller enger Gassen und Läden mit traditioneller bretonischer Keramik, bekannt für ihre typischen blau-gelben Muster. Wahrzeichen der Stadt ist die beeindruckende gotische Kathedrale Saint-Corentin, die eine architektonische Besonderheit verbirgt: Ihr Schiff ist leicht gekrümmt, was angeblich den geneigten Kopf Christi am Kreuz symbolisieren soll. Die Stadt wirkt deutlich ruhiger und eleganter als die wilde Küste des Vortages.
Gegen Mittag fährst du an die Südküste ins nahe gelegene Concarneau. Das Hauptattraktion ist die Ville Close – die befestigte Altstadt auf einer Insel mitten im großen Hafen. Du betrittst die Stadt über eine massive Steinbrücke über den Wassergraben und findest dich in einer Welt aus kleinen Läden, Crêperien und historischen Stadtmauern wieder.
Der Spaziergang auf den Stadtmauern bietet tolle Blicke auf Dutzende Fischerboote und die gesamte Bucht. Am Nachmittag steigst du ins Auto und fährst weiter östlich entlang der Küste, um dich dem Golf von Morbihan zu nähern. Die heutige Etappe ist mit rund 110 Kilometern auf bequemen Schnellstraßen absolut entspannt.
💡 Tipp: Geh in der Ville Close in ein verstecktes Seitenstraßenrestaurant und bestell eine gute Portion Pasta mit Tomatensauce, frischem Basilikum und Hobeln von lokalem Käse. Meeresfrüchteliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten – Restaurants servieren riesige Schüsseln mit Garnelen, Krabben, Hummer und Miesmuscheln, die mit Zitrone direkt mit den Händen gegessen werden.
Als Stützpunkt für die nächsten Tage eignet sich Vannes hervorragend – die Stadt liegt am Rand des Golfs von Morbihan. Auf Booking.com findest du gemütliche Hotels direkt im mittelalterlichen Zentrum oder nahe der Hafenpromenade, wo abends schönes Leben herrscht.

Tag 9: Golf von Morbihan und das geheimnisvolle Carnac
Dieser Tag gehört der südlichen Bretagne, wo das Klima spürbar milder und die Sonne etwas häufiger ist. Erstes Ziel ist Carnac – ein Ort mit der größten Konzentration megalithischer Denkmäler der Welt. Hier stehen mehr als 3.000 aufgerichtete Steine (Menhire), die in langen Reihen angeordnet und über 6.000 Jahre alt sind. Warum sie aufgestellt wurden, ist bis heute ein Rätsel – genau das verleiht dem Ort eine unglaubliche mystische Energie.
⚠️ Seit 2025 steht Carnac auf der UNESCO-Welterbeliste und es gelten sehr strenge neue Besucherregeln. Von April bis September ist der freie Zugang zwischen den Steinen verboten – du kommst nur im Rahmen einer kostenpflichtigen Führung heran. Vom Zaun aus kannst du sie jederzeit sehen, aber für das echte Erlebnis lohnt sich das Ticket auf jeden Fall. In der Wintersaison ist der Zugang zum Glück deutlich freier.
Am Nachmittag kehrst du nach Vannes zurück und erkundest den eigentlichen Golfe du Morbihan – auf Bretonisch „kleines Meer“. Es handelt sich um eine riesige geschlossene Bucht, übersät mit Dutzenden kleiner Inselchen mit Kiefernwäldchen. Du kannst ein Ausflugsboot vom Hafen nehmen und eine Rundfahrt machen, die dir die ruhigere und poetischere Seite der Bretagne zeigt. Heute fährst du nur etwa 60 Kilometer – genug Zeit zum Entspannen.
💡 Tipp: In Vannes auf der Promenade empfehle ich einen leichten Salat mit gegrilltem Ziegenkäse auf knusprigem Baguette, beträufelt mit Honig und Walnüssen. Schau auf die Nebentische, dann siehst du, dass Franzosen zum Mittagessen gerne kräftige Fischterrine und Sardinenpasteten bestellen.
Bleib die zweite Nacht in deiner Unterkunft in Vannes, damit du nicht schon wieder Koffer packen musst. Nutze die eingesparte Zeit für einen Abendspaziergang entlang der gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern und der wunderschön gepflegten französischen Gartenanlagen.

Tag 10: Rückfahrt über Nantes
Dein Roadtrip neigt sich dem Ende entgegen und die letzte Etappe führt dich Richtung Südosten. Von Vannes fährst du über die Autobahn und nach gut anderthalb Stunden erreichst du das lebendige und moderne Nantes, das historisch zur Bretagne gehörte, heute aber in der Nachbarregion liegt. Die Stadt hat eine ganz andere, viel industriellere und kreativere Atmosphäre als die Dörfchen an den Klippen.
Die Hauptattraktion, die du hier nicht verpassen darfst, ist das berühmte Projekt Les Machines de l’île, untergebracht in ehemaligen Werfthallen. Künstler haben hier gigantische mechanische Maschinen erschaffen, inspiriert von den Romanen Jules Vernes – das größte Highlight ist ein zwölf Meter hoher mechanischer Elefant, der am Ufer entlangspaziert und ahnungslose Touristen mit Wasser bespritzt. Eine Fahrt auf ihm kannst du auch vorab über GetYourGuide organisieren.
Am Nachmittag spazierst du zum mächtigen Schloss der Herzöge der Bretagne (Château des ducs de Bretagne), das einen wunderbaren Kontrast zur modernen Stadtarchitektur bildet. Damit endet dein zehntägiger Rundtrip. Von Nantes kannst du entweder nach Hause fliegen, den Mietwagen abgeben und mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV zurück nach Paris fahren – oder von dort aus weiterreisen. Heute fährst du die letzten 120 Kilometer.
💡 Tipp: Beende deine Reise in einem gemütlichen Bistro mit einer großen Portion vegetarischem Falafel mit cremigem Hummus und viel frischem Gemüse. Die Einheimischen lieben hier traditionelle herzhafte Kuchen mit geräuchertem Lachs und Sahnefüllung, die mit einem leichten grünen Salat serviert werden.
Falls du erst am nächsten Morgen fliegst, reserviere über Booking.com ein Hotel im Zentrum von Nantes nahe dem Bahnhof – von dort gibt es ausgezeichnete Verbindungen zum Flughafen und nach Paris.
Unterkunftstipps entlang der Route
💡 Tipp zu Unterkunft und Erlebnissen: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es die besten Stornobedingungen. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Auf diesem Roadtrip empfehle ich, die strategischen Stützpunkte alle zwei bis drei Tage zu wechseln, damit du nicht jeden Morgen Koffer schleppen musst, aber auch nicht zu viele Umwege beim Zurückfahren machst. Am besten teilst du die Unterkunft auf das historische Bayeux, die Korsarenstadt Saint-Malo, das Küstenstädtchen Perros-Guirec und das mittelalterliche Vannes auf. Pensionen sind oft deutlich günstiger als große Hotelketten und bieten ein wesentlich authentischeres Erlebnis.
- Bayeux: Perfekte Basis für die D-Day-Strände. Übernachte im familiären Hotel d’Argouges, das in einem historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert residiert und mitten im Zentrum echte Ruhe bietet.
- Saint-Malo: Für das Flair der Korsarenstadt wähle das Hotel La Cité – direkt innerhalb der massiven Stadtmauern, nur wenige Schritte vom tosenden Meer entfernt.
- Vannes: Unweit des Hafens und der historischen Gärten liegt das Kyriad Vannes Centre-Ville, das saubere, moderne Zimmer und einfaches Parken bietet – beim Roadtrip ein echter Pluspunkt.
Wohin als Nächstes
Wenn du mehr Zeit hast oder deine Reise um weitere tolle Orte in Frankreich erweitern möchtest, lass dich von unseren weiteren Reiseführern inspirieren. Ich empfehle dir, einen Blick auf diese Artikel zu werfen – sie helfen dir, weitere epische Abenteuer zu planen:
- Mont-Saint-Michel: Kompletter Reiseführer und Tipps
- Bretagne: Reiseführer zu den schönsten Orten
- Landungsstrände der Normandie: Was zu sehen und besuchen ist
- Étretat: Tipps für einen Ausflug zu den weißen Klippen Frankreichs
Häufig gestellte Fragen
Zvládnu tento roadtrip i bez půjčeného auta?
Francie má sice skvělou síť rychlovlaků, ale ty spojují jen velká města jako Rouen, Rennes nebo Nantes. K útesům, na pláže vylodění a do malých bretaňských vesniček se bez auta dostanete jen velmi těžko, protože lokální autobusy jezdí zřídka a často na sebe vůbec nenavazují. Pokud řídit opravdu nechcete, budete muset využít drahé organizované zájezdy z velkých center.
Je v Bretani opravdu pořád tak špatné počasí?
Počasí na severozápadě Francie je extrémně proměnlivé díky vlivu Atlantiku, takže ano, pršet vám může i v srpnu. Nejedná se ale o vytrvalé lijáky, spíše o rychlé přeháňky, které vzápětí vystřídá jasné slunce. Stačí se vrstvit, mít po ruce kvalitní nepromokavou bundu a silný vítr brát jako součást místního drsného koloritu.
Jak je to s davy u památek z druhé světové války?
Během letních prázdnin a zejména na začátku června, kdy probíhají výroční oslavy D-Day, je na plážích Omaha a Utah obrovský nával turistů a veteránů. Pokud chcete zažít tichou a pietní atmosféru na americkém hřbitově bez tlačenic, naplánujte si návštěvu raději na září nebo říjen, kdy už opadne ta největší turistická horečka.
Musím si platit průvodce v Carnacu?
Od roku 2025, kdy se menhiry v Carnacu dostaly na seznam UNESCO, se zpřísnila pravidla pro jejich ochranu. V hlavní sezoně od dubna do září se přímo mezi kameny dostanete výhradně s placeným průvodcem, abyste památku neničili. Zpoza nízkého plotu si je ale můžete prohlédnout a vyfotit zdarma po celý rok.
Kde nejlépe ochutnám pravý francouzský cidre?
Cidre najdete na severu Francie naprosto všude, od luxusních restaurací až po nejzapadlejší palačinkárny. Nejautentičtější zážitek získáte v lokálních crêperiích, kde vám perlivý nápoj naservírují v tradičních keramických miskách (bolées). Nebojte se vyzkoušet i suchou variantu (brut), která se skvěle hodí k vydatným slaným galetkám.
Budou fungovat všechny památky i na podzim?
Zatímco velká muzea a katedrály zůstávají otevřené celoročně, spousta menších restaurací a atrakcí na pobřeží po 30. září zavírá. Připravte se také na to, že otevírací doby hradů a návštěvnických center se výrazně zkracují. Na druhou stranu budete mít útesy a pláže často úplně sami pro sebe.
Kolik stojí mýtné na francouzských dálnicích?
Systém mýtných bran (péages) je ve Francii velmi rozšířený a poměrně nákladný. Na trase dlouhé přes tisíc kilometrů počítejte s výdaji kolem 90 až 110 eur jen za poplatky. V samotné Bretani je však situace příjemnější, protože většina tamních rychlostních silnic je pro osobní auta zcela zdarma, což váš rozpočet trochu ušetří.
Kde si mám zařídit ekologickou plaketu Crit’Air?
Plaketu si musíte objednat výhradně předem na oficiálních francouzských vládních stránkách, a to i pro auto s českou registrační značkou. Stojí necelých pět eur a přijde vám poštou domů zhruba do dvou týdnů. Bez ní riskujete vysoké pokuty při vjezdu do nízkoemisních zón v Rouenu nebo v okolí Nantes.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
