Kennst du das Gefühl, wenn du nach Karibik-Feeling suchst, aber keine Lust auf zwölf Stunden im Flieger hast? Wenn es im Mittelmeer einen Ort gibt, der mit karibischen Stränden locker mithalten kann, dann ist es ohne Zweifel Sardinien. Diese riesige italienische Insel bietet ein völlig unglaubliches Mosaik an Erlebnissen – von Stränden mit feinem weißen Sand und türkisfarbenem Wasser bis hin zum wilden Hinterland mit tiefen Schluchten.
Ein Urlaub auf Sardinien kann unzählige Gesichter haben. Manche kommen wegen des Luxus der berühmten Costa Smeralda, andere suchen abgelegene Buchten, die nur über einen anstrengenden Trek erreichbar sind, und wieder andere möchten einfach durch die romantischen Gassen historischer Städtchen schlendern. Die Insel ist zudem für ihre Langlebigkeit und authentische Küche bekannt, die sich ein wenig vom italienischen Festland unterscheidet.
In diesem Guide bekommst du einen kompletten Überblick über das Beste, was die zweitgrößte italienische Insel zu bieten hat. Gemeinsam gehen wir 25 Tipps für faszinierende Orte durch, ich helfe dir bei Logistik, Fähren und Mietwagen und warne dich vor den strengen Regeln, die an den schönsten Stränden gelten.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Die schönsten Strände unterliegen Limits: An die berühmtesten Buchten wie La Pelosa oder Cala Goloritzé kommst du ohne vorherige Reservierung nicht heran. Die Behörden überwachen sie per App, erheben Gebühren und haben strenge Regeln (etwa Pflichtmatten unters Handtuch, damit der Sand nicht zerstört wird).
- Ein Auto ist Pflicht: Der öffentliche Nahverkehr auf der Insel ist ziemlich begrenzt. Wenn du versteckte Orte entdecken willst, kommst du um einen Mietwagen kaum herum – aber pass höllisch auf Strafen für die Einfahrt in historische Zentren auf (ZTL-Zonen).
- Vielfalt der Regionen: Der Nordosten lockt mit der luxuriösen Costa Smeralda und den Inseln von La Maddalena, der Nordwesten bietet das historische Alghero, der Osten beeindruckt mit den Klippen des Golfo di Orosei und der Süden erfreut mit ruhigerer Atmosphäre rund um Cagliari.
- Reiche Geschichte: Über die ganze Insel verteilt finden sich mehr als 7.000 sogenannte Nuraghen. Das sind geheimnisvolle Steinbauten aus der Bronzezeit, die du wirklich nirgendwo sonst auf der Welt findest.
- Wann hinreisen: Das beste Wetter auf Sardinien gibt es angeblich im Juni und September. Das Meer ist schon angenehm warm, aber du umgehst den Massenwahnsinn im August und die Extrempreise.
Wann nach Sardinien reisen
Das richtige Timing zu planen ist für eine gelungene Reise absolut entscheidend, denn die Insel verändert sich im Jahresverlauf ziemlich deutlich. Schauen wir uns an, wann man nach Sardinien reisen sollte, um das Maximum aus dem Aufenthalt herauszuholen und unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Die Frühlingsmonate April und Mai bringen sehr angenehme Lufttemperaturen um die 18 bis 23 Grad, was ideale Bedingungen zum Wandern und für Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten schafft. Das Meer ist zu dieser Zeit allerdings noch recht kühl, meist zwischen 15 und 19 Grad, sodass Baden eher etwas für echte Hartgesottene ist. Die Natur zeigt sich in dieser Zeit dafür herrlich grün und voller blühender Blumen.
Die eigentliche Strandsaison beginnt dann im Juni, wenn die Temperaturen Richtung 28 Grad klettern und sich das Meer auf wunderbare 22 Grad erwärmt. Den Juni halten Reisende generell für einen der besten Monate, weil die Insel noch nicht aus allen Nähten platzt, das Sommerflair aber bereits voll im Gange ist. Dagegen sind Juli und August der absolute Höhepunkt der Saison mit Temperaturen, die meist 30 Grad überschreiten, und badewannenwarmem Wasser. Du musst allerdings mit einem riesigen Touristenansturm, überfüllten Stränden und Unterkünften rechnen, die locker auch hundert Prozent teurer sind.
Ein absolut kritisches Datum ist der 15. August, also der italienische Feiertag Ferragosto. Dann hat praktisch ganz Italien Urlaub und auf der Insel ist es nahezu unmöglich, einen Parkplatz oder einen freien Tisch im Restaurant zu finden. Der September ist dagegen der Geheimtipp vieler Reisender. Das Meer bleibt nach dem heißen Sommer auf fantastischen 24 Grad, die Menschenmengen werden allmählich dünner und die Lufttemperaturen halten sich auf weitaus erträglicheren 27 Grad.
Wie man nach Sardinien kommt
Die Anreise auf die Insel erfordert ein bisschen Planung, ist dank der wachsenden Konkurrenz unter den Anbietern aber heute recht einfach und erschwinglich. Es liegt ganz an dir, ob du lieber schnell hinfliegst oder einen Roadtrip machst und dein eigenes Auto übersetzen möchtest.
Flugverbindungen
Die schnellste Anreise ist natürlich das Flugzeug. Die Insel wird von drei großen internationalen Flughäfen bedient: Cagliari im Süden, Olbia im Nordosten und das malerische Alghero im Nordwesten. Wenn du nach Flügen nach Sardinien suchst, gibt es aus Deutschland zahlreiche bequeme Möglichkeiten – in der Sommersaison fliegen Eurowings, Lufthansa und Ryanair von Berlin, München, Frankfurt oder Düsseldorf direkt nach Olbia und Cagliari. Ryanair fliegt außerdem nach Alghero, ein wunderbares Tor zur Erkundung der Nordwestküste.
Anreise mit der Fähre
Für alle, die die Insel mit dem eigenen Auto oder Wohnmobil durchkreuzen wollen, ist die Fähre nach Sardinien die ideale Wahl. Die Schiffe legen aus mehreren italienischen Häfen ab, wobei die meistgenutzten Routen von Livorno, Genua oder Civitavecchia führen. Die Überfahrt von Livorno nach Olbia ist meist die günstigste und dauert etwa 7 bis 10 Stunden, weshalb viele clever auf Nachtüberfahrten mit Kabinenoption setzen. Wenn du mehrere Inseln verbinden möchtest, gibt es auch eine prima schnelle Verbindung zum benachbarten Korsika. Vom französischen Bonifacio ins sardische Santa Teresa Gallura dauert es nur 50 Minuten.
Mietwagen und die tückischen ZTL-Zonen
Ein Urlaub auf Sardinien kommt praktisch nicht ohne Auto aus, denn die Busse verbinden zwar recht zuverlässig die größeren Städte, bringen dich aber leider nicht zu den schönsten versteckten Stränden. Einen Mietwagen kannst du direkt an den Flughäfen problemlos buchen, aber pass auf ein paar Fallstricke auf. Foren warnen seit Langem vor einigen Billiganbietern, die ziemlich aggressiv Druck machen, teure Zusatzversicherungen zu kaufen, falls du keine klassische Kreditkarte besitzt. Lokale Anbieter sind gegenüber Debitkarten oft deutlich toleranter – und fotografiere das Fahrzeug bei der Übergabe immer im Detail.
Schenke den Verkehrsbeschränkungen in den Städten große Aufmerksamkeit. Das Kürzel ZTL (Zona a Traffico Limitato) bezeichnet Zonen mit eingeschränkter Einfahrt in die historischen Zentren. Diese Bereiche werden gnadenlos von Kameras überwacht, und eine unberechtigte Einfahrt – selbst nur für ein paar Sekunden beim harmlosen Wenden – bedeutet eine automatische Strafe von 80 bis 200 Euro. Wenn du eine Leuchttafel mit der Aufschrift „Varco Attivo“ siehst, heißt das, dass die Zone aktiv und die Einfahrt verboten ist. Glaub mir, die beste Strategie ist, immer schön am Rand zu parken und ins Zentrum lieber zu Fuß zu spazieren.
Wo man auf Sardinien übernachtet
Die Wahl des richtigen Standorts ist für die Zufriedenheit absolut entscheidend, denn die Insel ist viel größer, als es auf der Karte überhaupt scheint. Von einem Ende zum anderen zu fahren kann locker mehrere Stunden dauern, daher ist es bei einem kürzeren Aufenthalt immer besser, eine Region auszuwählen und diese richtig zu genießen.
Der Nordosten rund um die Gebiete Costa Smeralda und Gallura gilt als der luxuriöseste und ehrlich gesagt auch teuerste Teil der Insel. Hier findest du zwar die exklusivsten Resorts und einen tollen Ausgangspunkt für Bootstouren zum Archipel von La Maddalena, aber du greifst tiefer in die Tasche. Der Nordwesten mit dem Flughafen Alghero bietet dagegen ein absolut hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis mit wunderschönen historischen Städten. Die Ostküste rund um den Ferienort Cala Gonone ist wiederum ein Paradies für Liebhaber unberührter Natur, dramatischer Klippen und anspruchsvoller Treks.
Der Süden der Insel rund um die Hauptstadt Cagliari wird von Touristen oft zu Unrecht übersehen, obwohl er angeblich die allerbesten Strände in den Gebieten Chia und Villasimius verbirgt. Wer zudem absolute Ruhe und einen authentischen Hauch sardischer Kultur sucht, sollte ins bergige Hinterland fahren. Dort triffst du nämlich auf traditionelle Steindörfer und sogenannte Agriturismi – romantische Bauernhöfe, die Unterkünfte und fantastisches hausgemachtes Essen zu sehr vernünftigen Preisen anbieten.
💡 Konkrete Tipps zur Unterkunft quer durch die Regionen (Preise und Verfügbarkeit prüfst du über Booking.com, in der Hauptsaison rechtzeitig reservieren):
- Hotel Villa Las Tronas (Alghero)
- Su Gologone Experience Hotel (Oliena)
- Hotel Nuraghe Arvu (Cala Gonone)
- Cala Cuncheddi (Olbia)
- Hotel Nautilus (Villasimius)
Süden Sardiniens: 5 Orte, die man in Cagliari und Umgebung sehen muss
Der südliche Teil der Insel bietet einen faszinierenden Mix aus antiker Geschichte, lebhaftem Stadtleben und weitläufigen Stränden, die laut Fotos den berühmtesten Buchten im Norden in nichts nachstehen. Schauen wir uns das Spannendste an.

1. Cagliari und das historische Viertel Castello
Die Hauptstadt der Insel liegt romantisch auf mehreren Hügeln, und ihr historisches Herz ist das majestätische Viertel Castello. Dieses alte befestigte Gebiet umgeben massive Mauern, und es besteht aus einem Gewirr enger Gassen, über denen sich die pisanischen Türme Torre dell’Elefante und Torre di San Pancrazio aus dem 14. Jahrhundert erheben. Ein Spaziergang durch diese steilen Gässchen bietet dir immer wieder Ausblicke auf den bläulichen Golfo degli Angeli.

Ein absolut unübersehbares Wahrzeichen ist der Bastione di Saint Remy, eine riesige neoklassizistische Aussichtsterrasse aus weißem Kalkstein. Man sagt, von hier habe man den mit Abstand besten Blick über die ganze Stadt, besonders in dem Moment, wenn die Sonne hinter dem Horizont versinkt. Begeistern werden dich auch das direkt in den Fels gehauene römische Amphitheater und das Archäologische Nationalmuseum, das eine wertvolle Sammlung rätselhafter nuraghischer Figürchen birgt.
2. Strand Poetto und rosa Flamingos
Direkt an die Stadt schließt der acht Kilometer lange Strand Poetto an, das wichtigste Zentrum der sommerlichen Erholung für die Einheimischen. Er ist mit wunderbar feinem Sand bedeckt, von Hunderten Cafés und Bars gesäumt, und an seinem Ende erhebt sich majestätisch die ikonische Felsformation Sella del Diavolo, der Teufelssattel.

Gleich hinter dem Strand erstreckt sich ein ausgedehntes System flacher Lagunen und Salinen im Park Molentargius, der Heimat riesiger Kolonien wilder Flamingos ist. Stell dir vor: Diese herrlichen rosa Vögel leben hier das ganze Jahr über und lassen sich wunderbar direkt von den Radwegen aus beobachten, die durch den Park führen.
💡 Tipp: Tickets, Bootstouren und geführte Wanderungen sind in der Saison schnell ausgebucht, es lohnt sich, sie vorab online bei GetYourGuide zu kaufen.
3. Die antike Stadt Nora
Unweit des Ferienorts Pula erstreckt sich auf einer schmalen Halbinsel eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Insel. Nora wurde ursprünglich von den Phöniziern gegründet, anschließend von den Karthagern beherrscht und schließlich von den Römern, wobei jede dieser Kulturen hier ihre unauslöschliche Spur hinterlassen hat.

Heute kannst du hier über antike gepflasterte Straßen spazieren, erhaltene Mosaike in den Ruinen alter Häuser bewundern und die Überreste römischer Thermen erkunden. Im teilweise erhaltenen Theater bildet das rauschende Meer direkt die Kulisse für die Bühne. Ein Teil der antiken Stadt ist im Laufe der Jahrhunderte zudem unter den Meeresspiegel gesunken, sodass auch Taucher auf ihre Kosten kommen und die Ruinen unter Wasser erkunden können.
4. Strände im Gebiet Chia und Tuerredda
Rund eine Autostunde westlich von Cagliari liegt eine Küste, die offenbar die besten Strände Sardiniens ziert. Das Gebiet Chia ist charakteristisch für seine riesigen Sanddünen, die mit uralten Wacholdersträuchern bewachsen und zum Glück vor Bebauung geschützt sind. Das Wasser spielt hier in unglaublich leuchtenden Blau- und Grüntönen.

Das Highlight dieser Gegend ist der Strand Tuerredda mit Blick auf das kleine gleichnamige Inselchen, zu dem man angeblich leicht hinüberschwimmen kann. Weil seine Schönheit unerträglich viele Menschen anzog, wurde hier ein striktes Tageslimit von maximal 1.100 Besuchern eingeführt. Für die aktuelle Saison solltest du unbedingt die offiziellen Informationen verfolgen, denn seit Sommer 2025 sollte ein elektronisches Reservierungssystem per Handy-App funktionieren.
5. Naturschutzgebiet Villasimius
Auf der gegenüberliegenden Seite von Cagliari liegt das Städtchen Villasimius und die wunderschöne geschützte Halbinsel Capo Carbonara. Wenn du perfekt geschützte Lagunen und Strände suchst, die an exotische Destinationen erinnern, wirst du hier garantiert begeistert sein.

Ein absolutes Phänomen ist der Strand Porto Giunco, der auf einer Seite vom Meer umspült und auf der anderen von der Lagune Notteri begrenzt wird, wo wieder Flamingoschwärme waten. Nicht weniger berühmt ist die Bucht Punta Molentis mit feinem weißen Sand und Granitfelsen. Ich muss dich nur warnen, dass die Einfahrt mit dem Auto nach Punta Molentis mit einer recht hohen Gebühr verbunden ist und der Parkplatz in der Sommersaison schon sehr früh am Morgen voll ist – steh also unbedingt zeitig auf.
Ostküste: 4 Tipps für atemberaubende Klippen und Berge
Der Osten der Insel in den Gebieten Ogliastra und am Golfo di Orosei zeigt wohl das dramatischste Gesicht Sardiniens. Die Kalksteinberge fallen hier in steilen Klippen direkt ins Meer und bilden so perfekt versteckte Buchten, die auf dem Landweg nur die Allerfittesten erreichen.
6. Die unerreichbare Schönheit von Cala Goloritzé
Dieser Strand gewinnt regelmäßig Umfragen zum schönsten Strand der Welt. Sein Wahrzeichen ist die über hundert Meter hohe Kalksteinnadel Punta Caroddi, die sich majestätisch direkt über den kleinen weißen Kieseln erhebt. Das Baden unter dem natürlichen Steinbogen im glasklaren Wasser soll ein Erlebnis fürs Leben hinterlassen.

Der Zugang zum Strand ist allerdings ein kleines Fegefeuer. Aus ökologischen Gründen dürfen sich Boote nicht dem Ufer nähern und ankern weit draußen auf dem Meer. Auf dem Landweg kommst du hierher nur über einen Wandertrek vom Hochplateau Golgo, der etwa anderthalb Stunden bergab und deutlich länger beim Rückweg bergauf dauert. Der Zugang zum Pfad ist zudem mit rund 7 Euro gebührenpflichtig, und es gilt ein striktes Limit von 250 Personen gleichzeitig. Die Reservierung musst du vorab über die App „Heart of Sardinia“ klicken, und das Tor zum Pfad schließt nachmittags kompromisslos. Überprüfe die Regeln am besten immer auf der offiziellen Website der Region Baunei.
7. Bootstour ab Cala Gonone und die Bucht Cala Mariolu
Angesichts der Unzugänglichkeit großer Teile der Ostküste ist es absolut notwendig, ein Schlauchboot zu mieten – das hier Gommone heißt – oder eine organisierte Bootstour zu buchen. Die meisten Boote legen aus dem malerischen Hafen Cala Gonone oder etwas weiter südlich aus Arbatax ab.

Das größte Juwel dieser Fahrten ist die Bucht Cala Mariolu, berühmt für ihre rosa-weißen Kiesel und ihr so klares Wasser, dass die Boote aussehen, als würden sie in der Luft schweben. Auch hier sind die Behörden gegen die Überfüllung vorgegangen und haben ein Limit von 700 Besuchern pro Tag eingeführt. Jeder Besucher muss schlicht einen generierten QR-Code haben und eine kleine Ökogebühr zahlen, und das selbst dann, wenn du mit deinem eigenen gemieteten Boot dorthin fährst.
💡 Tipp: Tickets, Bootstouren und geführte Wanderungen sind in der Saison schnell ausgebucht, es lohnt sich, sie vorab online bei GetYourGuide zu kaufen.
8. Der anspruchsvollste Trek Europas und die Gorropu-Schlucht
Die Supramonte-Berge, die sich direkt über dem Golf erheben, verbergen einen Pfad namens Selvaggio Blu. Diesen mehrtägigen Trek halten Reisende gemeinhin für eine der allerschwersten Routen in ganz Europa. Er erfordert einen perfekten Orientierungssinn, Abseilen und oft auch die Begleitung eines professionellen Bergführers.

Für uns gewöhnliche Sterbliche ist aber der Ausflug in die Schlucht Gola Su Gorropu deutlich zugänglicher, die mit ihren bis zu 500 Meter hohen senkrechten Wänden zu den tiefsten Schluchten Europas gehört. Der Weg zum Grund der Schlucht und das Durchschlängeln zwischen riesigen Kalksteinblöcken ist ein sehr schönes halbtägiges Abenteuer.
9. Die Bucht Cala Luna und die Höhle Bue Marino
Cala Luna ist ein sehr ikonischer halbmondförmiger Strand, der auf der Rückseite von tiefen Höhlen und einer Süßwasserlagune voller rosa Oleander gesäumt wird. Anders als zu anderen Buchten kommt man hierher angeblich über einen recht gut begehbaren, etwa zweistündigen Wanderweg direkt vom Ferienort Cala Gonone.

Unweit des Strands befindet sich zudem die Meereshöhle Grotta del Bue Marino, in die man nur per Boot einfahren kann. Ihren Namen erhielt sie nach der seltenen Mönchsrobbe, die sich hier früher sonnte. Die Besichtigung der riesigen unterirdischen Dome voller angestrahlter Tropfsteine ist eine großartige Flucht vor der sommerlichen Mittagssonne.
Nordosten: 5 Orte voller Luxus und Naturschönheiten
Diese Gegend kombiniert auf absolut unglaubliche Weise die unberührte Natur der Nationalparks mit dem riesigen Reichtum der internationalen High Society, die die Nordostküste schon in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts liebgewonnen hat.

10. Nationalpark und Archipel La Maddalena
Das Archipel, das aus sieben Hauptinseln und Dutzenden kleineren Eilanden besteht, gehört zu den absoluten Höhepunkten dessen, was man auf Sardinien sehen kann. Das gesamte Gebiet ist ein geschützter Nationalpark, der mit einer herrlich zerklüfteten Küste und Dutzenden versteckter Buchten mit glasklarem Wasser begeistert.

Die Erfahrung zeigt, dass die beste Art, das Archipel zu erkunden, eine Ganztages-Bootstour ist, die meist aus dem Hafen Palau ablegt. Wer das eigene Tempo bevorzugt, kann die regelmäßige Fähre nutzen, die das Auto in weniger als zwanzig Minuten von Palau zur Hauptinsel bringt. Von dort kommt man auf der Straße auch zur Nachbarinsel Caprera hinüber, die nur eine schmale Brücke mit der Hauptinsel verbindet.
💡 Tipp: Tickets, Bootstouren und geführte Wanderungen sind in der Saison schnell ausgebucht, es lohnt sich, sie vorab online bei GetYourGuide zu kaufen.
11. Die Smaragdküste und Porto Cervo
Die berühmte Costa Smeralda, also die Smaragdküste, entstand in den Sechzigerjahren als Vision von Prinz Aga Khan. Aus der unwirtlichen, mit Buschwerk bewachsenen Küste schuf er einen regelrechten Spielplatz für Milliardäre und Promis der ganzen Welt. Das gesamte Gebiet ist architektonisch in einen schönen mediterranen Stil vereint, der perfekt mit der umgebenden Landschaft harmoniert.

Das Zentrum allen Luxus ist das Städtchen Porto Cervo mit einer riesigen Marina, in der meist die größten Megayachten der Welt ankern. Aber auch der normale Reisende kann hier über die Promenaden voller Boutiquen der teuersten Modemarken schlendern. Die hiesigen Strände wie etwa die Spiaggia del Principe oder Liscia Ruja sind zwar öffentlich zugänglich, aber ich will dir nichts vormachen: Das Parken in ihrer Umgebung lüftet ordentlich deinen Geldbeutel durch.
12. Die Insel Caprera und das Denkmal eines Helden
Die Insel Caprera lieben die Menschen nicht nur wegen ihrer unberührten Strände und duftenden Pinienwälder, sondern auch dank eines italienischen Nationalhelden. Giuseppe Garibaldi wählte genau diese Insel aus, um die letzten Jahre seines Lebens zu verbringen, und aus seinem Haus hat man heute ein faszinierendes Museum gemacht.

Aus naturkundlicher Sicht ist der größte Magnet Capreras das sogenannte sardische Tahiti, der Strand Cala Coticcio. Aufgrund seiner enormen Beliebtheit und der kleinen Ausmaße haben die Behörden hier ein striktes Limit von nur 60 Personen pro Tag eingeführt. Zudem ist der Zugang nur in Begleitung eines zertifizierten Guides nach vorheriger Reservierung und Gebührenzahlung möglich, du musst deinen Besuch also gut planen.
13. Mondlandschaft am Capo Testa
Am äußersten Nordzipfel der Insel, unweit des Städtchens Santa Teresa Gallura, ragt der Ausläufer Capo Testa ins Meer. Dieser Ort ist ein wahres geologisches Wunder, denn die ständige Einwirkung des starken Windes und der Meereswellen hat dort aus riesigen Granitfelsen völlig fantastische Formen herausgemeißelt.

Ein Spaziergang zwischen diesen glatt geschliffenen Felsen erinnert angeblich an eine Reise über die Oberfläche eines anderen Planeten. Zwischen den Felsblöcken verbergen sich kleine Buchten mit kristallklarem Wasser, und die ganze Gegend ist absolut magisch bei Sonnenuntergang, wenn der Granit eine sattgoldene Farbe annimmt und sich am Horizont die weißen Klippen des benachbarten Korsika abzeichnen.
14. Der verbotene Rosa Strand auf der Insel Budelli
Spiaggia Rosa, also der Rosa Strand, ist ein Phänomen, das leider unter seiner eigenen Beliebtheit gelitten hat. Der Sand erhielt hier nämlich seinen einzigartigen rosa Farbton dank mikroskopisch kleiner Schalen von Meeresorganismen. In der Vergangenheit nahmen Touristen diesen rosa Sand kiloweise in Flaschen mit, was zur unwiderruflichen Schädigung des gesamten Ökosystems führte.

Deshalb ist der Zugang zum Strand seit 1998 strikt verboten, und es gilt auch ein absolutes Verbot von Baden oder Ankern bis zu 70 Meter vor dem Ufer. Wenn du das Verbot brichst oder ein wenig Sand mitnehmen willst, riskierst du eine drakonische Strafe zwischen 500 und unglaublichen 3.500 Euro. Den Strand kannst du heute nur noch vom Deck eines Bootes und aus sicherer Entfernung bewundern.
Nordwesten: 5 Tipps für historische Städte und karibische Strände
Die Nordwestküste hat wieder eine völlig andere Atmosphäre. Das verdankt sie der langjährigen spanischen Herrschaft und etwas raueren Wetterbedingungen, die über Jahrhunderte die hiesigen majestätischen Klippen geformt haben.
15. Die katalanische Stadt Alghero
Alghero wird oft als kleines Barcelona bezeichnet, weil es bis heute einen unglaublich starken katalanischen Charakter bewahrt hat – sogar inklusive des lokalen Dialekts und zweisprachiger Straßennamen. Das historische Zentrum umgeben schön mächtige Verteidigungsmauern, über die eine herrliche Promenade führt, gesäumt von alten Kanonen und Restaurants mit Meerblick.

Innerhalb der Mauern erwartet dich ein Gewirr enger gepflasterter Gassen, voller Lädchen mit der typischen sardischen roten Koralle. Die gesamte Altstadt ist eine strenge ZTL-Zone, daher musst du das Auto auf den großen Auffangparkplätzen entlang des Hafens lassen und ins Zentrum zu Fuß aufbrechen.
16. Das Tropfsteinreich Grotta di Nettuno
Unweit von Alghero ragen die steilen Kalksteinklippen des Capo Caccia aus dem Meer, in deren Innerem du die atemberaubende Neptungrotte findest. Dieses riesige unterirdische System voller mächtiger Stalaktiten und Stalagmiten erstreckt sich über fast zweieinhalb Kilometer und birgt auch einen großen unterirdischen Salzsee.

Zur Höhle gelangst du auf zwei Wegen. Der bequemste ist ein Ausflugsboot direkt vom Hafen in Alghero. Der zweite, deutlich abenteuerlichere Weg führt über Land und beinhaltet einen Abstieg über die sogenannte Ziegentreppe, von der genau 654 Stufen in die senkrechte Felswand gehauen wurden. Du musst allerdings die Wettervorhersage im Auge behalten, denn bei starkem Wind und Wellengang wird die Höhle logischerweise geschlossen. Infos zu den Öffnungszeiten findest du auf dem offiziellen Infoportal von Alghero.
17. Der karibische Strand La Pelosa in Stintino
Am äußersten Nordwestzipfel der Insel liegt ein Strand, von dem oft gesagt wird, er sei wohl der allerschönste in Europa. Das flache Wasser spielt hier in allen erdenklichen Türkistönen, und der feine weiße Sand kontrastiert wunderbar mit dem alten Wachturm auf einem kleinen Inselchen.

Aber wie du bereits weißt, wäre ein Urlaub auf Sardinien nicht komplett ohne den Hinweis auf strenge Regeln. Zum Schutz des schwindenden Sandes haben die Behörden die Pflicht eingeführt, Handtücher mit einer speziellen festen Matte zu unterlegen, die du normalerweise in der Umgebung kaufst. Wer das Handtuch direkt auf den Sand legt, riskiert eine Strafe von bis zu 100 Euro. Außerdem zahlst du eine Eintrittsgebühr von etwa 3,50 Euro und musst dir vor dem Verlassen des Strands die Füße abspülen. Es gilt ein striktes Tageslimit von 1.500 Besuchern, reserviere also lieber mit großem Vorlauf über das offizielle Reservierungssystem von Spiaggia La Pelosa.
18. Nationalpark Asinara und die weißen Esel
Direkt gegenüber dem Strand La Pelosa zeichnet sich im Meer die langgestreckte Insel Asinara ab. Bis Ende der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts diente diese Insel als eine Art italienisches Alcatraz. Hier befand sich nämlich ein Hochsicherheitsgefängnis für gefürchtete Mafiabosse.

Dank dieser absoluten Isolation blieb die hiesige Natur aber unglaublich unberührt, und die Insel wurde zum Nationalpark erklärt. Heute führen hierher organisierte Ausflüge, bei denen Besucher die wilde Natur und vor allem das Symbol der ganzen Insel bewundern. Das ist eine einzigartige Art kleiner Albino-Esel mit zauberhaften blauen Augen.
19. Das pastellfarbene Städtchen Bosa
Die Fahrt von Alghero in den Süden entlang der Küstenstraße SP105 gehört angeblich zu den allerschönsten Panoramastrecken der Insel. Ziel dieses Ausflugs ist meist das malerische Städtchen Bosa, das sich entlang des einzigen schiffbaren sardischen Flusses Temo erstreckt.

Bosa bezaubert mit seinen bunten Häuschen, die sich terrassenförmig den Hang hinaufziehen und über denen die mittelalterliche Burg Castello Malaspina thront. Das Städtchen wurde durch die traditionelle Lederverarbeitung, die Spitzenherstellung und die Produktion des hervorragenden Dessertweins Malvasia berühmt, den nicht zu probieren wohl eine Sünde wäre.
Hinterland und Westen: 6 Erlebnisse aus dem authentischen Sardinien
Wer nur am Meer bleibt, lernt eigentlich nur die Hälfte der Insel kennen. Das Hinterland und der westliche Rand bieten großartige archäologische Rätsel, raue Berge und Traditionen, die hier problemlos Jahrtausende überdauert haben.
20. Die megalithischen Nuraghen und der Komplex Su Nuraxi
Wenn du über die Insel reist, fallen dir bestimmt seltsame kegelstumpfförmige Steintürme auf, die die Einheimischen Nuraghen nennen. Diese gigantischen Bauten aus riesigen, ohne einen Tropfen Mörtel aufeinandergeschichteten Felsblöcken stammen schon aus der Bronzezeit, und auf der Insel sind unglaubliche 7.000 von ihnen erhalten. Historiker streiten bis heute, ob sie als Festungen, Tempel oder Wohnstätten alter Anführer dienten.

Der besterhaltene und großartigste Komplex ist Su Nuraxi nahe dem Dorf Barumini. Sein zentraler Turm erreicht eine respektable Höhe von über achtzehn Metern und ist von einem ganzen Dorf kleinerer Steinbehausungen umgeben. Die Außergewöhnlichkeit dieses Ortes bestätigt auch die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste. Die Besichtigung machst du hier nur mit Guide, der dir das komplexe Verteidigungssystem des Bauwerks bis ins Detail erklärt.
21. Street-Art im Dorf Orgosolo
Tief in den rauen Bergen der Region Barbagia liegt das Dorf Orgosolo, das in der Vergangenheit vor allem als Zufluchtsort von Banditen und Geächteten bekannt war. Heute ist es aber weltweit für etwas ganz anderes berühmt, nämlich für die Wandmalereien, die sogenannten Murales.

Die Wände der hiesigen Häuser schmücken über 150 großflächige Bilder, von denen die ersten Ende der Sechzigerjahre entstanden. Diese Malereien tragen oft starke politische und soziale Botschaften, kritisieren Kriege oder illustrieren einfach das harte Leben der hiesigen Hirten. Ein Spaziergang durch die Gassen von Orgosolo ist wie der Besuch einer sehr schönen Freiluftgalerie.
22. Der Reisstrand Is Arutas auf der Halbinsel Sinis
Die Westküste in der Provinz Oristano verbirgt ein absolut einzigartiges geologisches Wunder. Der Strand Is Arutas besteht nämlich nicht aus gewöhnlichem Sand, sondern aus winzigen, perfekt geschliffenen Körnchen aus buntem Quarz, die in Größe und Form tatsächlich an Reiskörner erinnern.

Diese Körnchen spielen in weißen, rosa und grünlichen Tönen und schaffen so ein unglaubliches Schauspiel. Leider wurde auch hier in der Vergangenheit der Sand massiv gestohlen, weshalb jegliches Sammeln der Quarzkiesel absolut verboten ist und unter der Aufsicht von Wächtern und Kameras hart bestraft wird. Das Wasser an diesem Strand wird sehr schnell tief und ist bei Surfern beliebt, weil hier oft der starke Mistral weht.
23. Die antike Stadt Tharros
Am äußersten Ende der Halbinsel Sinis, mit Blick auf das endlose Meer, erstrecken sich die weitläufigen Ruinen der antiken Stadt Tharros. Ähnlich wie Nora im Süden erlebte auch diese großartige Stadt phönizische, punische und schließlich natürlich römische Herrschaft.

Hier kannst du die Überreste alter römischer Straßen, Tempelfundamente und majestätische Säulen bewundern, die sich direkt über dem Meeresspiegel erheben. Die Besichtigung der antiken Stadt ist zwar faszinierend, aber in den Sommermonaten musst du mit einem absoluten Mangel an Schatten rechnen. Daher empfiehlt es sich wärmstens, den Besuch gleich früh am Morgen oder am späten Nachmittag zu planen.
24. Die Steinriesen von Mont’e Prama
Nur ein Stückchen von Tharros und der Stadt Cabras entfernt kam es in den Siebzigerjahren zu einer der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen im Mittelmeerraum. Beim ganz gewöhnlichen Pflügen eines Feldes fanden Bauern hier Tausende Bruchstücke, aus denen Archäologen nach und nach gigantische Steinstatuen von bis zu zweieinhalb Metern Höhe zusammensetzten.

Diese Steinriesen, die verschiedene Krieger oder Bogenschützen mit typischen runden Augen darstellen, gehören zu den ältesten monumentalen Statuen Europas und stammen aus der Nuraghenzeit. Die meisten dieser einzigartigen Riesen kannst du dir heute problemlos in einem schönen modernen Museum direkt im Städtchen Cabras ansehen.
25. Die Bergregion Barbagia und das Agriturismo
Die Region Barbagia ist die Seele der Insel selbst. Ihren Namen gaben ihr angeblich die alten Römer, die dieses Gebiet voller dichter Wälder und steiler Berge nie vollständig beherrschen konnten und die hiesigen Bewohner deshalb als Barbaren bezeichneten. Die Landschaft dominiert das Gennargentu-Massiv mit dem höchsten sardischen Berg, der Punta La Marmora.

Reisende loben sehr, dass die beste Art, diese Gegend kennenzulernen, eine Übernachtung in einem traditionellen Agriturismo ist. Diese Familienhöfe bieten nicht nur ruhige Unterkünfte in der Natur, sondern vor allem unvergessliche abendliche Festmähler voller lokaler Zutaten. Sei nur darauf gefasst, dass das Abendessen hier in Form eines festen Menüs mit vielen Gängen serviert wird und meist erst gegen halb neun Uhr abends beginnt.
Was man auf Sardinien probieren sollte
Die sardische Küche unterscheidet sich ziemlich von der klassischen italienischen, weil sie aus den Hirtentraditionen des rauen Hinterlands stammt und nicht nur aus dem Fischfang, wie man es bei einer Insel wohl erwarten würde. Die Gastronomie ist hier sehr deftig, gebaut auf hochwertigen lokalen Zutaten und Kräutern.
Vegetarische Spezialitäten
Wenn du wie wir eher fleischlose Gerichte bevorzugst, wirst du auf der Insel bestimmt begeistert sein. Der absolute Höhepunkt sind die hiesigen Nudeln namens Culurgiones. Das sind wunderschön geflochtene Täschchen, gefüllt mit einer Mischung aus Kartoffeln, frischer Minze und Pecorino-Käse, die meist mit einer einfachen Tomatensauce serviert werden. Eine absolut typische Beilage zu jedem Essen ist das dünne, knusprige Brot Pane Carasau, das liebevoll Notenpapier genannt wird. Hirten nahmen es mit in die Berge, weil es ihnen lange Monate hielt und sich mit Sauce übergossen als hervorragendes Gericht Pane Frattau zubereiten lässt.
Als Dessert wäre es eine Sünde, die Seadas auszulassen. Das sind große frittierte Teigtaschen, gefüllt mit jungem, fadenziehendem Käse, die warm reichlich mit bittersüßem sardischem Honig übergossen werden, oft aus den Blüten des wilden Erdbeerbaums. Eine tolle Beilage zu vielen Gerichten ist dann der erfrischende Salat aus hauchdünnen rohen Artischockenscheiben namens Insalata di Carciofi.
Traditionelle Fleisch- und Fischgerichte
Zur Vervollständigung des Gesamtbilds der sardischen Gastronomie ist es fair zu erwähnen, dass ein großes Symbol der Inselküche der Porceddu ist, also ein kleines Spanferkel, das mehrere Stunden über dem Feuer aus duftendem Myrten- und Wacholderholz gebraten wird. Bei den Meeresfrüchten ist die Bottarga berühmt, also getrockneter und geriebener Rogen der Meeräsche, den man sardischen Kaviar nennt. Die Einheimischen geben ihn sehr gern in eine couscousartige Nudelsorte namens Fregola.
Sardische Weine und Liköre
Die hiesigen Weine sind ziemlich robust und kräftig. Der König der Rotweine ist die Rebsorte Cannonau, die angeblich eine ungewöhnlich hohe Menge an Antioxidantien enthält und der oft ein Anteil an der berühmten sardischen Langlebigkeit zugeschrieben wird. Bei den Weißweinen dominiert der herrlich frische Vermentino, vor allem der aus dem Gebiet Gallura. Zum Abschluss jedes Abendessens landet automatisch ein gekühltes Gläschen Mirto auf dem Tisch, ein sehr starker Kräuterlikör aus den Beeren der allgegenwärtigen Myrte.
Praktische Tipps zum Schluss
Damit dich während deines Traumaufenthalts nichts unangenehm überrascht, lohnt es sich, ein paar grundlegende praktische Ratschläge zu kennen, ob sie nun den Geldbeutel, die Sicherheit oder Fehler betreffen, die wir Touristen oft wiederholen.
Budget und Preise
Ich will dir nichts vormachen: Sardinien gehört nicht gerade zu den günstigsten Destinationen, aber mit etwas Planung lässt es sich für vernünftiges Geld bewältigen. Das Tagesbudget bewegt sich meist irgendwo zwischen 100 und 250 Euro pro Person, je nach deinem Reisestil. Mit Abstand am teuersten ist der Aufenthalt im Nordosten an der Costa Smeralda, und zwar im Juli und August, wenn die Preise für Unterkünfte locker um 100 Prozent in die Höhe schießen. Deutlich sparst du, wenn du im Juni oder September reist, im Hinterland übernachtest und in lokalen Familienpizzerien isst. Vergiss nicht, auch die Parkgebühren an den Stränden ins Budget einzukalkulieren, die locker 2 Euro pro Stunde betragen. Praktisch sind außerdem eine eSIM von Holafly für ständiges Internet unterwegs und eine tragbare Kühlbox von Outin für lange Strandtage.
Sicherheit und Gesundheit
Die Insel gilt als wirklich sehr sichere Destination mit minimaler Kriminalität, und es funktioniert hier die standardmäßige europäische Notrufnummer 112. Größere Vorsicht musst du eher bei den Naturgewalten walten lassen. Die Sommersonne ist hier extrem stark, daher sind gutes Sonnenschutzmittel und ein Unterschlupf vor der Mittagshitze absolute Pflicht. Im Meer können gelegentlich unangenehme Quallen auftauchen, und falls sie dich verbrennen, empfiehlt es sich, die Stelle nicht mit Süßwasser abzuspülen, sondern gründlich mit salzigem Meerwasser zu reinigen und die Tentakelreste mit einer harten Karte abzustreifen. Habe auch großen Respekt vor dem starken Mistral-Wind, der gefährlich große Wellen auftürmen kann, beobachte also lieber immer die Warnflaggen an den Stränden.
Die häufigsten Fehler von Besuchern
Einer der allergrößten Irrtümer ist die Unterschätzung der Distanzen. Auf der Insel gibt es nicht gerade Vorzeige-Autobahnen, viele Straßen sind voller Kurven, und das Zurücklegen von sechzig Kilometern kann in den Bergen locker anderthalb Stunden dauern. Ein weiterer Fehler ist der Versuch, diese riesige Insel in einer Woche zu umrunden, denn es ist viel besser, einen Standort auszuwählen und dessen Umgebung gründlich zu erkunden. Im Sommer ist es zudem töricht, erst gegen Mittag an den beliebten Stränden anzukommen, weil die Parkplätze schon vor zwölf aus allen Nähten platzen. Und überprüfe natürlich immer, ob dein Traumstrand nicht eine Online-Reservierung erfordert, damit du nicht umsonst hinfährst.
Wohin als Nächstes
Wenn dich das Inselleben im Mittelmeer reizt und du überlegst, wohin es zum nächsten Abenteuer gehen soll, haben wir gleich mehrere weitere Inspirationen für dich:
- Die Insel gleich hinter der Meerenge bietet eine völlig andere Atmosphäre – lies unseren ausführlichen Korsika-Guide.
- Für Liebhaber extremer Bergwanderungen haben wir Erfahrungen und Ratschläge zum berühmten korsischen GR20-Trek zusammengestellt.
- Wenn du kühleres Klima und dramatische Geschichte bevorzugst, schau dir unseren Reiseplan für einen Roadtrip durch die Normandie und Bretagne an.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist die beste Zeit für einen Urlaub auf Sardinien?
Die Monate Juni und September bieten die beste Kombination aus warmem Meer, erträglichen Lufttemperaturen und vor allem geringeren Touristenmassen. Im Juli und August ist das Meer zwar warm wie Kaffee, doch die Insel sieht sich einem enormen Besucheransturm und ziemlich überzogenen Preisen gegenüber.
Wie kommt man von Tschechien nach Sardinien?
Zdaleka nejrychlejší cestou jsou Direktflüge, beispielsweise mit Smartwings von Prag nach Olbia oder Cagliari, oder auch mit Ryanair ins wunderschöne Alghero. Wer mit dem eigenen Auto anreisen möchte, muss zu den italienischen Häfen (zum Beispiel nach Livorno oder Genua) fahren und von dort die Nacht- oder Tagesfähren nutzen.
Ist Sardinien teuer?
Ehrlich gesagt, gehört es eher zu den teureren europäischen Reisezielen, besonders im August und in den nordöstlichen Regionen wie der Costa Smeralda. Man kann es aber auch mit kleinerem Budget gut besuchen, wenn man eine Unterkunft etwas mehr im Landesinneren wählt, außerhalb der Hauptsaison reist und in Supermärkten einkauft.
Brauche ich auf Sardinien ein Auto?
Auf jeden Fall ja, ein Auto ist für das vollständige Erkunden der Insel fast unerlässlich. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren nur gut zwischen den großen Städten, aber zu den schönsten Stränden und in die Nationalparks kommt man mit dem Bus leider einfach nicht.
Welche sind die schönsten Strände Sardiniens?
Zur absoluten Spitzenklasse gehören der berühmte La Pelosa im Nordwesten, Cala Goloritzé und Cala Mariolu an der östlichen Steilküste oder auch die herrlichen Sanddünen am Strand von Chia im Süden. Es kommt nur darauf an, ob ihr Sand oder Felsen bevorzugt.
Muss ich den Zugang zu den Stränden im Voraus reservieren?
Bei den bekanntesten Stränden ist das heutzutage wirklich eine Notwendigkeit. Zum Beispiel für die Buchten La Pelosa, Cala Goloritzé oder Cala Brandinchi gilt eine sehr strenge Besucherbegrenzung und die Reservierung muss zur Sicherheit über offizielle Apps sogar mehrere Tage im Voraus durchgeführt werden.
Was ist ein Nuraghe und wo kann man ihn sehen?
Nuraghe ist ein unglaublich geheimnisvoller megalithischer Turm aus der Bronzezeit, der wirklich nirgendwo sonst auf der Welt vorkommt. Auf der Insel findet ihr über 7.000 davon, und der mit Abstand größte Komplex ist Su Nuraxi beim Dorf Barumini, der auch auf der UNESCO-Liste steht.
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