Influencer Marketing gewinnt seit Jahren an Popularität. Manche Marken haben fast das Gefühl, ohne Kooperationen mit Influencern gar nicht zu existieren. Doch wie sieht die Realität wirklich aus?
Die Zusammenarbeit mit Instagrammern, YouTubern und Bloggern kann für Marken ein echter Gewinn sein – bei einer unpassenden Kooperation verbrennt man jedoch schnell viel Geld ohne sichtbares Ergebnis. Im schlimmsten Fall kann deine Marke sogar Schaden nehmen. Influencer Marketing ist Teil der Content-Strategie, die wir gemeinsam mit anderen Kampagnen im Inhaltsplan (Reiter Kampagnen) auswerten.
Erfahrungen aus beiden Perspektiven
Im letzten Jahr haben Lukáš und ich beide Rollen ausprobiert: die des Influencers mit unserem Blog Loudavým krokem und die des Unternehmens, das mit Influencern zusammenarbeitet. Weil wir auf beiden Seiten stehen, sind uns eine Reihe von Problemen und Fallstricken aufgefallen, die solche Kooperationen mit sich bringen können.
Wir haben oft erlebt, wie Unternehmen Produkte an Blogger mit gekauften Instagram-Followern verschicken – noch häufiger sahen wir aber sinnlose Kooperationen mit Influencern, die keinerlei Bezug zum beworbenen Produkt haben.
Wir haben auch einen Blick hinter die Kulissen von Agenturen geworfen, die auf Influencer-Kooperationen spezialisiert sind – und uns mehr als einmal gefragt, wofür Unternehmen da eigentlich ihr Geld ausgeben.
In diesem Artikel beantworten wir die Frage, ob Influencer Marketing für dich sinnvoll ist, wie du den richtigen Blogger, YouTuber oder Instagrammer findest und woran du erkennst, ob jemand Follower gekauft hat oder nicht. Außerdem verraten wir dir, wie du nachhaltige und qualitativ hochwertige Kooperationen aufbaust.
Von Anfang an: Was ist Influencer Marketing?

Dabei handelt es sich um eine Praxis, bei der Unternehmen mit Personen zusammenarbeiten, die einen Einfluss auf ein bestimmtes Segment potenzieller Kunden haben. Es muss sich nicht zwingend um Prominente handeln, und es beschränkt sich auch nicht nur auf YouTuber und Instagrammer (auch wenn diese am häufigsten genannt werden) – es kann sich dabei auch um einflussreiche Websites, Twitter-Accounts, Blogs oder Facebook-Gruppen handeln.
Der Vorteil von Influencer-Kooperationen liegt im deutlich höheren ROI – also der Rendite der Investition. Studien zufolge ist der ROI im Influencer Marketing 11-mal höher als bei klassischen digitalen Kanälen (Facebook-Werbung, Google Ads).
Solche Zahlen sind allerdings schwer zu erreichen. Wird die Kampagne nicht professionell umgesetzt, kann eine Marke nicht nur ihre Investition verlieren, sondern auch einen Teil ihres Rufs einbüßen.
Ist Influencer Marketing für jedes Unternehmen geeignet?
Ja – sofern es in der jeweiligen Branche passende Influencer gibt. Wenn du Kleidung verkaufst, gibt es dutzende große und kleinere Blogger, YouTuber und Instagrammer, die sich für Mode interessieren und deine Marke bewerben können.
Wenn du hingegen Rasenmäher verkaufst, wirst du wohl vor allem themenspezifische Blogs und Webseiten zum Thema Gartenarbeit im Blick haben und Facebook-Gruppen über Gärtnern durchforsten – und dabei nicht immer fündig werden.
Natürlich kannst du einen YouTuber oder Instagrammer finden, der einen großen Garten hat und deinen Rasenmäher bewirbt – aber wenn sein Publikum hauptsächlich aus 18- bis 24-Jährigen besteht, wird diese Kooperation wahrscheinlich wenig bringen.

Wie du den richtigen Influencer auswählst
Die Auswahl des richtigen und qualitativ hochwertigen Influencers ist im Influencer Marketing das Wichtigste überhaupt. Aber wie findet man die passende Person – und auf welchen Typ sollte man achten?
Blogger, YouTuber oder Instagrammer? Und ist Facebook tot?
Jeder Influencer-Typ kann dir etwas anderes bieten. Im folgenden Abschnitt stellen wir die einzelnen Typen vor und erklären, woran du ihre Qualität erkennst.
Warum mit Bloggern zusammenarbeiten?
- Platzierungen in Suchmaschinen ohne bezahlte Werbung
- Langfristige Sichtbarkeit auch bei einmaliger Kooperation (bei Blogs mit starkem SEO)
- Content für deine Social-Media-Kanäle
- Höhere Glaubwürdigkeit bei Lesern als klassische Werbung
- Kurzfristige (starke Social Media) und langfristige Umsatzsteigerung (bei Blogs mit starkem SEO)
- Aufbau hochwertiger Backlinks (bei Blogs mit starkem SEO)
Kurze Erklärung: SEO steht für Search Engine Optimization und bezeichnet eine Reihe von Maßnahmen, die dazu dienen, eine Website in den Suchmaschinenergebnissen möglichst weit oben zu platzieren.
Qualitativ hochwertige Blogs sind noch immer rar – aber wenn du einen findest, können diese Blogger dir helfen, ganz ohne bezahlte Werbung auf den vorderen Google-Plätzen zu landen. Wie ist das möglich? Viele Blogger beschäftigen sich intensiv mit SEO und optimieren ihre Artikel so, dass sie bei bestimmten Suchanfragen auf den ersten Positionen erscheinen.
Beispiel: Loudavým krokem in Kooperation mit Motel One

Beim Loudavým krokem haben wir auf unserer Reise nach München eine Kooperation mit dem großartigen Hotel Motel One vereinbart. Bereits drei Tage nach der Veröffentlichung unseres München-Artikels erschien dieser auf dem achten Platz bei Google für die Suchanfrage „Was kann man in München unternehmen“.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass er in zwei bis drei Monaten auf den vorderen Plätzen landet. Da uns das Motel One wirklich gut gefallen hat, wird es im Artikel als Unterkunftsempfehlung für München genannt. Das Hotel erscheint damit in einem Artikel auf den ersten Google-Positionen für die Suche „Was kann man in München machen“ – und das allein dafür, dass es uns beherbergt hat.
Dieser Artikel verschwindet nicht einfach aus dem Netz, und jeder, der in den nächsten Monaten nach München sucht, wird wahrscheinlich darauf stoßen. Einige unserer Artikel ranken seit Jahren auf den ersten Positionen.
Woran erkennst du einen guten Blog?
- Der Blog hat starkes SEO = er taucht bei relevanten Suchanfragen in den Suchmaschinen auf
- Der Blog ist auf Social Media aktiv = er hat viele Follower auf Facebook, Instagram, Twitter
- Der Blog ist regelmäßig aktiv (mindestens 6 Beiträge pro Jahr, idealerweise mindestens 12)
- Zum Vergleich von Blogs kannst du Tools wie SimilarWeb nutzen, die dir Besucherzahlen und Traffic-Quellen zeigen

Die Art, einen guten Blog zu erkennen, haben wir hier sehr vereinfacht beschrieben – aber das Prinzip ist klar. Wenn ein Blog sich beispielsweise mit historischen Sehenswürdigkeiten befasst und du ihn auch bei sehr spezifischen Suchanfragen nicht findest, ist er als Kooperationspartner wenig geeignet.
Wie können Kooperationen aussehen und was kosten sie?
- Wenn dein Produkt oder deine Dienstleistung für Blogger interessant ist, kannst du kostenlos in einem Artikel erwähnt werden
- Rezensionen (eigenständiger Artikel über Produkt/Dienstleistung) kosten durchschnittlich ca. 120 € – je nach Blogqualität kann der Preis höher oder niedriger liegen (rechne aber nicht mit weniger als 60 €)
- Einfügen eines Links in einen bestehenden Artikel
Manchmal findest du einen gut gerankte Artikel (also einen, der auf den ersten Suchmaschinen-Positionen erscheint) und möchtest darin vorkommen. Wenn dem Blogger dein Produkt oder deine Dienstleistung zusagt, kannst du eine Verlinkung vereinbaren. Bei gut gerankte Artikeln beginnen die Preise für solche Links bei etwa 10 €/Monat.
Warum mit Instagrammern zusammenarbeiten?
- Markenaufbau und -stärkung
- Originelle Fotos und eine originelle Produktpräsentation
- Verständlichkeit und Glaubwürdigkeit der Werbebotschaft
- Einmaliger, aber intensiver Reichweitenstoß
- Die aktivsten Communities sind auf Instagram zu finden
Mit über einer Milliarde aktiver Nutzer ist Instagram derzeit wohl die beliebteste Plattform für Influencer-Kooperationen unter Marketern. Ein gut ausgewählter Influencer kann dein Produkt auf Instagram für sein Publikum weitaus verständlicher und ansprechender präsentieren als dein eigenes Marketing-Team. Außerdem vertrauen Follower ihren Lieblingsinstagrammern deutlich mehr als bezahlter Werbung unter dem Deckmantel deiner Marke.
Deshalb stürzen sich Marken immer häufiger auf Instagrammer und verschicken Produkte in alle Richtungen, um ihre Marke möglichst vielen Nutzern zu zeigen. Leider entstehen dadurch auch Profile mit gekauften Followern, deren Feed eher einem Flohmarkt ähnelt.
Woran erkennst du einen guten Instagram-Influencer – und warum die Follower-Zahl allein nichts aussagt?
- Engagement Rate
Einen guten Influencer erkennt man schon lange nicht mehr an der Follower-Zahl. Was zählt also wirklich? Die Engagement Rate – sie sollte bei kleineren Accounts (bis 10.000 Follower) über 5 % liegen, bei mittleren Accounts (10.000–100.000) über 3 % und bei sehr großen Accounts sind 1–1,5 % durchaus üblich. Die Engagement Rate lässt sich einfach mit Tools wie Igblade oder Taggy.cz ermitteln.
Die Engagement Rate zeigt, wie viel Prozent der Follower eines Accounts aktiv sind. Hat ein Profil mit 50.000 Followern eine Engagement Rate von 10 %, bedeutet das, dass 5.000 Follower aktiv auf Beiträge reagieren.

Die Qualität eines Profils erkennst du auf den ersten Blick
Schau dir einfach die letzten 5–6 Fotos an und achte auf die Anzahl der Likes und Kommentare.
- Hat ein Influencer 10.000 Follower, aber nur 100–200 Likes pro Foto, stimmt etwas nicht.
- Gibt es unter den Fotos kaum Kommentare (unter fünf), stimmt ebenfalls etwas nicht.
Wie groß sollte ein Account sein – und was kosten Influencer?
Auch bei Instagram kommt es oft weniger auf die Größe des Accounts an. Entscheidend ist, dass der Account deine Zielgruppe trifft. Wenn du Babyprodukte verkaufst, hilft dir eine 19-jährige Lifestyle-Influencerin mit 90.000 Followern wahrscheinlich weniger als eine Mama-Influencerin mit einigen Tausend treuen Followerinnen, die ausschließlich andere Mütter ansprechen.
Rechne damit: Je größer der Account, desto mehr zahlst du. Im deutschsprachigen Raum gelten ähnliche Kategorien wie international. Als Mikro-Influencer gelten Accounts mit unter 100.000 Followern, wobei die meisten Influencer irgendwo zwischen 10.000 und 30.000 Followern haben.
Mikro-Influencer (bis 10.000 Follower)
Viele Marken setzen auf sogenannte Mikro-Influencer mit hoher Engagement Rate (bis 10.000 Follower), die eine Rezension manchmal allein gegen Produktmuster erstellen. Wenn sie ein Honorar verlangen, liegt der Preis meist zwischen 25 und 60 €. Zu beachten: Accounts unter 10.000 Followern haben auf Instagram keinen direkten Link in den Stories – diese Funktion steht erst ab 10.000 Followern zur Verfügung.

Mittelgroße Influencer (bis 30.000 Follower)
Mit diesen Influencern lässt sich manchmal noch eine Rezension gegen Produktmuster vereinbaren, aber das ist eher die Ausnahme. Meist verlangen sie ein Honorar im dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Euro-Bereich, je nach Anzahl der Beiträge. Solche Instagrammer können sich lohnen, wenn ihre Engagement Rate mindestens 4 % beträgt.
Größere Influencer (ab 30.000 Follower)
Wer eine große Reichweite anstrebt, kann mit einem größeren Influencer zusammenarbeiten – und kann davon ausgehen, dass dieser seine Kooperationen sorgfältig auswählt und ihnen entsprechende Aufmerksamkeit widmet. Größere Influencer werden oft von Agenturen oder Managern vertreten. Die Preise sind individuell, aber als Richtwert: Ein Account mit 50.000 Followern und 4 % Engagement Rate liegt typischerweise bei 300–400 € für 3–5 Stories-Erwähnungen und 1–2 Feed-Posts.

Ein paar Worte zu den Preisen
Die genannten Preise sind nur Richtwerte und können stark variieren. Jeder Blogger (sofern er nicht von einer Agentur vertreten wird) legt seine Preise selbst fest. Die oben genannten Zahlen sind Durchschnittswerte und basieren auf Angeboten, die meinen Kunden von Agenturen unterbreitet wurden.
Bei der Preisgestaltung spielen nicht nur die Engagement Rate eine Rolle, sondern auch die Reichweite, die Exklusivität des Influencers und der Zeitaufwand für die Zusammenarbeit. Manche Kooperationen sind zeitintensiver – das sollte sich im Preis niederschlagen. Mit Exklusivität meinen wir, wie häufig ein Influencer Kooperationen eingeht. Ein Influencer, der eine Zusammenarbeit nach der anderen annimmt, ist für Marken weniger attraktiv als jemand, der sorgfältig auswählt, mit wem er kooperiert.
Warum mit YouTubern zusammenarbeiten?

Video ist das beliebteste Format unserer Zeit. YouTuber haben längst Prominentenstatus erreicht – und obwohl Instagram unter Marketern wohl am populärsten ist, wiegt eine hochwertige Kooperation mit einem YouTuber oft so viel wie mehrere Instagrammer zusammen. Anders als auf Instagram ist der Content auf YouTube weniger flüchtig und kann noch Monate oder sogar Jahre nach der Veröffentlichung Traffic generieren – ähnlich wie Blogbeiträge.
- Auch ein ganzes Video ausschließlich über dein Produkt ist möglich
- Glaubwürdigkeit und Verständlichkeit
- Dauerhafte Links in der Videobeschreibung
- Auffindbarkeit auf YouTube, langfristige Sichtbarkeit
Woran erkennst du einen guten YouTuber / Vlogger?

- Abonnenten vs. Aufrufe des letzten Videos – mindestens ein Viertel der Abonnenten sollte das letzte Video gesehen haben. Hat ein YouTuber also 20.000 Abonnenten, sollte das letzte Video mindestens 5.000 Aufrufe haben.
- Kommentare – genau wie bei Instagram ist es wichtig, dass unter den Videos Kommentare vorhanden sind. Fehlen sie, ist die Community auf YouTube schwach.
- Bewertungen – Einzelne Dislikes sind normal, jeder Influencer hat hartnäckige Kritiker. Wenn aber auffällig viele negative Bewertungen vorhanden sind, solltest du dir die Zusammenarbeit noch einmal überlegen.
- Erfahrung mit Werbung – Schau dir die Videos an und beobachte, wie der YouTuber Kooperationsprodukte präsentiert. Vielleicht gefällt dir der Stil nicht. Manchmal ist es besser, einem YouTuber mit weniger Abonnenten den Vorzug zu geben, der Produkte deutlich professioneller vorstellt. Du willst schließlich nicht, dass deine Marke dadurch Schaden nimmt.
- Immer Statistiken anfordern – Nichts ist schlimmer als schlecht ausgerichtete Werbung. Lass dir deshalb stets die Demografiedaten der Abonnenten zeigen.
Was kostet eine Zusammenarbeit mit einem YouTuber?
Auch hier variieren die Preise stark. Aufstrebende YouTuber präsentieren dein Produkt manchmal gegen das Produkt selbst oder für ein kleines Honorar, während größere YouTuber für ein einzelnes Video mehrere Tausend Euro verlangen können.
Ist Facebook tot?
Ja und nein. Auch hier solltest du dir die Facebook-Seite des Influencers genau ansehen und gründlich bewerten. Am besten lässt du dir die Reichweitenstatistiken der Beiträge zeigen. Die organische Reichweite auf Facebook wurde stark reduziert, weshalb viele Influencer ihr kaum Beachtung schenken – aber erfolgreiche Facebook-Seiten existieren durchaus.
Facebook-Gruppen
Noch interessanter kann es sein, wenn ein Influencer eine aktive Facebook-Gruppe betreibt – etwa zu den Themen Reisen oder Abnehmen. Solche Gruppen können schon ab 500 Mitgliedern spannend sein. Warum? Weil sich dort Menschen mit einem klar definierten Interesse zusammenfinden – und das ist für uns als Marketer natürlich besonders wertvoll. Überzeuge dich aber davon, dass die Gruppe wirklich aktiv ist.
Wie du mit Influencern arbeitest
Bevor du Influencer mit einer Kooperationsanfrage anschreibst, erstelle eine einfache Tabelle. Trag dort folgende Spalten ein: Name, E-Mail, Adresse, Instagram, Instagram-Follower/Engagement, Blog, YouTube, Facebook, Kontaktiert (Datum), Produkt versendet (Ja/Nein), Ergebnisse, Zufriedenheit, Anmerkungen.

Es ist wichtig, einen Überblick über die Influencer zu behalten, mit denen du zusammenarbeiten möchtest – und ihre Ergebnisse zu verfolgen sowie festzuhalten, wie zufrieden du mit der Produktpräsentation warst.
Wie du Influencer richtig ansprichst
Die meisten Influencer haben auf ihren Social-Media-Profilen oder ihrer Website eine E-Mail-Adresse angegeben – du kannst sie aber auch direkt über die jeweilige Plattform kontaktieren.
Je bekannter ein Blogger ist, desto wahrscheinlicher geht deine Nachricht unter. Deshalb wähle bei größeren Influencern immer den Weg über die E-Mail.
Schreib niemals eine Nachricht oder E-Mail mit der Anrede „Lieber Blogger, liebe Bloggerin“ – solche Nachrichten landen sofort im Papierkorb. Mach dir die Mühe, die Person beim Namen anzusprechen und zu erklären, warum du gerade mit ihr zusammenarbeiten möchtest. Ob es dir gefällt oder nicht: Influencer erhalten wöchentlich dutzende solcher Anfragen – und genau wie du sie auswählst, wählen sie auch dich aus.
Verträge
Du wärst überrascht, wie oft es passiert, dass man ein Produkt versendet, wartet – und dann nichts zurückkommt. Bei einem günstigen Produkt ist das noch verkraftbar: Du machst dir eine Notiz beim Influencer und das war’s. Geht es aber um teurere Produkte oder sogar um eine Vergütung in Geld, empfehlen wir dringend, die Kooperation vertraglich festzuhalten. Darin solltest du folgende Punkte regeln:
- Welches Produkt du zur Verfügung stellst und welchen Wert es hat
- Zu welchen Leistungen sich der Influencer verpflichtet
- Bis wann diese Leistungen erbracht sein müssen
- Was passiert, wenn der Influencer seinen Verpflichtungen nicht nachkommt (üblicherweise muss er in diesem Fall den Marktwert der erhaltenen Produkte erstatten)
Diktiere dem Influencer nicht, was er schreiben soll
Wir sehen oft, dass Unternehmen in den Vertrag aufnehmen wollen, dass der Influencer nicht negativ über die Marke sprechen darf – nur neutral oder positiv. Das wird dir der Influencer aber wahrscheinlich nicht unterschreiben (wir zumindest würden das nicht tun), wenn er das Produkt noch nicht kennt. Du kannst aber eine Rücktrittsklausel einbauen, falls das Produkt den Erwartungen des Influencers nicht entspricht.
Generell vereinbaren wir mit Influencern, dass wir uns über privates Feedback freuen, wenn ein Produkt aus irgendeinem Grund ihre Erwartungen nicht erfüllt. Optional kann auch die Rücksendung des Produkts vereinbart werden.
Ein guter Influencer lügt nicht und bewirbt nichts, womit er nicht zufrieden ist. Genau das macht eine gelungene Influencer-Kooperation so wertvoll.
Zusammenarbeit über Agenturen – ja oder nein?

Es gibt eine Reihe von Agenturen, die auf Influencer Marketing spezialisiert sind. Diese eignen sich eher für Kooperationen mit größeren Influencern, die sie vertreten – denn ihre Dienstleistungen sind in der Regel recht kostspielig.
Was solltest du von Agenturen verlangen?
Agenturen sollten dir eine Influencer-Tabelle vorlegen, die folgende Informationen enthält:
Instagrammer
- Engagement Rate – eine seriöse Agentur berechnet den Preis nicht nach der Followerzahl, sondern nach dem Verhältnis von Followerzahl und Engagement Rate
- Demografische Daten
- Sprache (wenn ein Instagrammer auf Englisch kommuniziert und du dich auf den deutschsprachigen Markt konzentrierst, bringt dir das wenig)
- Reichweite von Stories und Feed-Beiträgen
- Durchschnittliche Anzahl von Likes und Kommentaren pro Beitrag
- Durchschnittliche Anzahl von Klicks vom Influencer auf deine Website
Blogger
- Monatliche Reichweite des Blogs und thematischer Schwerpunkt – eindeutige Besucher und durchschnittliche Verweildauer
- Nachweis, dass der Blog keine technischen Hindernisse aufweist – zum Beispiel kein fehlerhaftes SSL-Zertifikat (in diesem Fall warnt der Browser vor einer unsicheren Verbindung und lässt Besucher oft gar nicht erst auf die Seite)
- Positionierung des Blogs im Vergleich zu Mitbewerbern
- Beispiel einer Rezension aus einer früheren Kooperation und deren Ergebnisse – Blog-Kooperationen lassen sich sehr gut messen
- Die 10 wichtigsten Keywords aus der organischen Suche
YouTuber
- Abonnentenzahl / Aufrufe des letzten Videos
- Demografische Daten
- Thematischer Schwerpunkt
Warum wir nicht mit Agenturen zusammenarbeiten
Wir haben uns entschieden, nicht mit Agenturen zusammenzuarbeiten – weder als Blogger noch für unsere Kunden – nachdem wir einige Kooperationen ausprobiert haben. Neben technischen Problemen (ein Tracking-Code der Agentur, der die Lesereichweite messen sollte, verlangsamte das Blog und warf dutzende Fehler in SEO-Analysen auf) sind wir auch auf unsinnige Angebote und eine erschreckende Unkenntnis des eigenen Fachgebiets gestoßen. Warum berechnen Agenturen Kooperationspreise nach der Anzahl der Follower? Das ergibt schlicht keinen Sinn.
Wie man Influencer Marketing „anders“ angeht
Für kleinere Budgets gibt es Plattformen wie Rewards, bei denen sich Influencer selbst registrieren. Solche Kooperationen sind allerdings weniger persönlich, die Influencer durchlaufen nicht deinen sorgfältigen Auswahlprozess und können am Ende weniger effektiv sein. Andererseits sparen sie jede Menge Arbeit und können ein Weg sein, eine Marke schnell bekannt zu machen.
Was tun, wenn ein Influencer dich selbst anschreibt?
Wenn sich ein Influencer von sich aus bei dir meldet, fordere ein sogenanntes Media Kit an (ein Beispiel ist unseres hier), das alle wichtigen Kennzahlen enthalten sollte. Fehlen diese Daten oder hat der Influencer kein Media Kit, sagt das bereits etwas aus. Das bedeutet aber nicht, dass du ihn gleich abschreiben solltest. Schau dir seine Profile an – wenn du das Gefühl hast, dass eine Zusammenarbeit funktionieren könnte, bitte ihn um zusätzliche Statistiken oder mach selbst eine kurze Analyse.
Das war ziemlich ausführlich – aber hoffentlich hilfreich! Wenn du noch Fragen hast, schreib sie uns gerne in die Kommentare. 🙂
Wenn du mit uns zusammenarbeiten möchtest, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
BONUS: Online-Kurs – Recht im Influencer Marketing
Nur wenige achten darauf, dass Influencer-Kooperationen mit Marken oder Agenturen rechtlich korrekt gekennzeichnet sind. Das kann neben Problemen mit Behörden auch das Vertrauen der Follower in den Influencer und die Marke schädigen – und wirkt auf Seiten der Agentur unprofessionell.
Der Online-Kurs von Petra Dolejšová Recht im Influencer Marketing ist ideal für jeden Marketer, Influencer oder Brand Manager, der seine Arbeit professionell und rechtssicher gestalten will. Der Kurs ist kurz – nur 30 Minuten.
Was du im Kurs lernst:
- Wie Kooperationen richtig und falsch gekennzeichnet werden
- Was Influencer Marketing aus rechtlicher Sicht bedeutet
- Welche Produkte und Waren Influencer nicht bewerben dürfen
- Was beim Influencer als Werbung gilt und was nicht
- Wie Bartergeschäfte und Geschenke zu behandeln sind
- Worauf du bei Influencer-Kooperationen achten musst
- Wie Verträge mit Influencern aussehen sollten
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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