Wenn ihr wisst, wie es sich anfühlt, sich so sehr in einen Ort zu verlieben, dass man jedes Jahr zurückkehren muss, dann versteht ihr genau unsere Beziehung zu den italienischen Dolomiten – und ganz besonders zu unserem absoluten Herzensort Cortina d’Ampezzo in Italien. Es ist unser zweites Zuhause und das Basislager, von dem aus wir traditionell zu unseren Sommer- und Winterabenteuern aufbrechen. Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, nicht mindestens einmal im Jahr hierher zu fahren.
Ich erinnere mich noch gut an unsere ersten Reisen. Wir waren jung, voller Energie, die Fahrräder aufs Autodach geschnallt, und wir schliefen im Zelt – bis uns im September nachts Temperaturen unter minus vier Grad überraschten und wir uns mit Lukáš bibbernd in unseren Schlafsäcken zusammenrollten. 😅 Dann kam die Wohnmobil-Ära, in der wir die Schönheit morgendlicher Ausblicke direkt aus dem Bett auf vier Rädern entdeckten. Das war echte Romantik, an die wir bis heute liebevoll zurückdenken – auch wenn es manchmal bedeutete, sich in einem eiskalten Bergbach zu waschen und Spaghetti auf einem Minikocher zu kochen, der bei jedem Windstoß ausging.
Was erwartet euch also? Fünfzehn Tipps, was man sehen und unternehmen kann, ein paar Worte darüber, wo man sein Haupt betten kann, ohne finanziell ruiniert zu werden, und außerdem eine ehrliche Warnung vor einer Sache, die sich 2026 gewaltig ändern wird. Lest weiter! 😉

Zusammenfassung
Manchmal braucht man einfach nur die wichtigsten Infos im Schnelldurchlauf – etwa wenn man gerade die Koffer packt und die Kinder einem dabei um die Ohren springen. Cortina d’Ampezzo ist der ideale Ausgangspunkt, um die schönsten Orte wie Tre Cime, Lago di Sorapis oder Cinque Torri zu entdecken. Wer die richtige Unterkunft wählt, spart sich stundenlange Fahrten.
Die beste Zeit für Sommertouren ist von Mitte Juni bis Mitte September – meidet aber unbedingt den August, besonders rund um den Feiertag Ferragosto, wenn die Preise explodieren und alles überfüllt ist. Außerdem solltet ihr wissen, dass Cortina die Winterolympiade 2026 ausrichtet. Schon ab Herbst 2025 werden die Unterkunftspreise deutlich anziehen und überall wird gebaut. Wer mit Kindern reist, sollte auf Seilbahnen wie Tofana oder Faloria setzen – sie bringen euch ganz ohne Anstrengung zu atemberaubenden Aussichten.
Olympischer Stolz und italienisches Flair (Etwas Kontext)
Cortina d’Ampezzo ist nicht irgendein Bergstädtchen. Bevor wir zu den konkreten Tipps kommen, lohnt es sich zu verstehen, wo ihr euch eigentlich befindet. Während der Großteil der nördlichen Dolomiten in Südtirol stark österreichisch geprägt ist (überall hört man Deutsch und isst Apfelstrudel), liegt Cortina in der Region Venetien. Und das bedeutet: Hier weht ein echter italienischer Wind – italienische Architektur, italienisches Lebensgefühl und vor allem echte italienische Küche. ☺️
Berühmt wurde das Städtchen bereits 1956, als es die Olympischen Winterspiele ausrichtete. Das katapultierte Cortina auf die Landkarte der luxuriösen Reiseziele weltweit und machte es zum beliebten Treffpunkt von Prominenten aus aller Welt. Noch heute trifft man auf der Corso Italia Damen in teuren Pelzmänteln, die sich eine Prada-Handtasche kaufen, direkt neben staubigen Wanderern, die gerade von einem Klettersteig heruntergestiegen sind. Genau diese unglaubliche Mischung macht den Zauber von Cortina aus. Und aktuell pulsiert die ganze Stadt vor Vorbereitungen auf 2026, wenn die olympische Flamme nach siebzig Jahren mit großem Pomp zurückkehrt.
Wann nach Cortina reisen und wie ist das Wetter
Die Wahl des richtigen Reisezeitraums ist für einen Besuch in den Dolomiten absolut entscheidend – und manchmal fast eine kleine Wissenschaft für sich. Hier verrate ich euch, wann ihr am besten losfahrt, um gutes Wetter zu erwischen und den Massen zu entkommen, die euch sonst ordentlich die Laune verderben können. Aus eigener Erfahrung wissen wir: Ein schlecht gewählter Termin kann das Bergidyll schnell in puren Stress verwandeln.
Die Sommersaison, in der alle Berghütten (Rifugi) und Seilbahnen geöffnet sind, dauert ungefähr vom 20. Juni bis zum 20. September. Das ist aus unserer Sicht das goldene Zeitfenster, auf das ihr setzen solltet. Im Juni kann in höheren Lagen zwar noch Schnee liegen, aber die Natur erwacht gerade wunderschön und alles ist herrlich frisch. Wenn ihr eine Reise plant, checkt vorher unbedingt die Wettervorhersage – denn Bergwetter ist unberechenbar und nachmittägliche Gewitter gehören im Juli und August zum Alltag. Blitze in den Bergen wollt ihr wirklich nicht erleben – wir sind einmal vor ihnen davongerannt und Lukáš hat dabei so laut geflucht, dass man es wahrscheinlich bis ins Tal gehört hat.
Und jetzt kommt eine große, ehrliche Warnung aus eigener Erfahrung: Wenn es irgendwie möglich ist, meidet den August! Die Italiener haben Mitte August den Feiertag Ferragosto (typischerweise um den 15. August), und gefühlt zieht ganz Italien in die Berge. Es ist die reinste Hölle. Staus auf den Gebirgspässen, stundenlange Wartezeiten auf den Parkplätzen bei Tre Cime, und auf den Wanderwegen läuft man praktisch in einer Schlange. Im olympischen Jahr 2026 dürfte dieser August-Wahnsinn wahrscheinlich noch schlimmer werden, weil die Stadt zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Die Wintersaison läuft dagegen vom 1. Dezember bis Anfang April. Wer zum Skifahren kommt oder einfach die Winterlandschaft mit einem heißen Glühwein in der Hand genießen will, sollte einkalkulieren, dass durch den Olympia-Effekt die Preise für Unterkünfte und Dienstleistungen bereits ab Herbst 2025 deutlich steigen werden. Frühzeitiges Buchen wird zur absoluten Notwendigkeit – sonst übernachtet man irgendwo eine Stunde vom Zentrum entfernt.
Wie kommt man nach Cortina d’Ampezzo
Die Anreise aus Deutschland nach Cortina ist überraschend unkompliziert – das ist wohl ein weiterer Grund, warum wir so gerne wiederkommen, selbst mit einem kleinen Knirps im Kindersitz. Mit dem eigenen Auto schafft man es von München in etwa 4 bis 5 Stunden, je nach Verkehr rund um Innsbruck und natürlich danach, wie oft man für Pausen anhalten muss.
Bei der Fahrt über Österreich nicht die Vignette vergessen, und auch die Mautgebühren für den Brennerpass solltet ihr einplanen. Sobald ihr nach Italien abbiegt, fahrt ihr ein Stück auf der italienischen Autobahn, wo an Mautstationen gezahlt wird. Unterwegs werdet ihr sicher an einer Raststätte halten, aber ich muss euch vor der berühmten italienischen Kette Autogrill warnen: Auch wenn es dort verlockend aussieht und der Kaffee ausgezeichnet ist, sind ihre Baguettes und Sandwiches eine echte Touristenfalle und kosten ein kleines Vermögen. Nehmt euch lieber ordentlich Proviant von zu Hause mit. 😁
Achtung: ZTL-Zonen und Sperrungen 2026
Sobald ihr in Cortina ankommt, nehmt euch unbedingt vor den sogenannten ZTL-Zonen (Zona Traffico Limitato) in Acht. Das sind Zonen mit beschränktem Zugang direkt im historischen Zentrum. Wir haben uns in Italien schon ein paarmal die Finger verbrannt – die Einfahrt wird von Kameras überwacht und das Bußgeld flattert einem auch noch anderthalb Jahre später ins Haus, genau dann, wenn man es längst vergessen hat und sich für schlau hielt.
Fahrt also auf keinen Fall mit dem Auto ins Zentrum, es sei denn, euer Hotel hat dort einen bestätigten Parkplatz und meldet euer Kennzeichen bei den Behörden an. Lasst das Auto lieber auf den Auffangparkplätzen am Ortsrand und geht den Rest zu Fuß – so spart ihr euch jede Menge Nerven und Geld, das ihr dann lieber in einen Aperol oder ein exzellentes Abendessen investieren könnt.
Eine weitere wichtige Info für alle, die eine Reise für 2026 oder später planen: Zum Schutz der Natur und wegen des enormen Verkehrsanstiegs sind deutliche Einschränkungen auf den Gebirgspässen geplant. Konkret soll am Passo Gardena ab September 2026 ein Reservierungssystem mit kostenpflichtiger Durchfahrt eingeführt werden, um die Anzahl der Autos zu begrenzen. Informiert euch also vor der Abfahrt gründlich über die aktuelle Lage.

Wo übernachten + was kostet es
Eine gute und bezahlbare Unterkunft in Cortina zu finden, ist manchmal eine echte Herausforderung, bei der man ganze Abende über Karten und Buchungsportale brütet. Die Stadt hat den Ruf einer Luxusdestination, und es gibt Hotels, in denen eine Nacht locker 400 € oder mehr kostet – für Normalsterbliche schlicht unrealistisch. Andererseits lassen sich bei sorgfältiger Planung und rechtzeitiger Buchung echte Perlen finden, die das Budget nicht sprengen. Wir haben über die Jahre wirklich alles ausprobiert – von Campingplätzen für 35 € pro Nacht bis hin zu komfortablen Hotels, als wir dieses Mal den Komfort für den kleinen Jonášek brauchten.
Hier sind unsere erprobten Tipps, wo ihr bedenkenlos euer Haupt betten könnt:
1. Unser TOP-Favorit: B&B Hotel Passo Tre Croci Cortina. In diese Unterkunft haben wir uns schlichtweg verliebt. Sie liegt zwar ein Stück außerhalb von Cortina auf einem Gebirgspass, aber das hat einen riesigen Vorteil: Ihr seid komplett abseits des städtischen Trubels, das Frühstück ist fantastisch (was in Italien nicht selbstverständlich ist) und das Beste: Das Hotel liegt nur wenige Schritte vom Start der berühmten Wanderung zum Lago di Sorapis entfernt! Hunde sind gegen eine kleine Gebühr willkommen. Preislich bewegt sich alles im sehr erschwinglichen Mittelfeld – da bleibt noch genug für ein gutes Abendessen übrig. 2. Pension Dolomiti Sweet Lodge. Wer lieber selbst kochen möchte und mehr Platz braucht, liegt hier goldrichtig – einer der am besten bewerteten Apartmentkomplexe direkt in Cortina. Tolle Lage, blitzsauber und ein wunderschönes Holzinterieur, das echte Alpengemütlichkeit ausstrahlt und in dem man sich nach einem langen Wandertag sofort wie zu Hause fühlt. 3. Hotel Villa Gaia. Ein traditionelles, familiengeführtes Hotel mit soliden Bewertungen. Kein ultramoderner Luxus mit weißen Handschuhen an der Tür, aber voller Charme, mit unglaublich freundlichem Personal und fußläufig zum Zentrum – was man besonders dann zu schätzen weiß, wenn man zum Abendessen eine Flasche guten Weins trinken und danach nicht mehr fahren möchte. 4. HOTEL de LEN. Auf der Suche nach Romantik, wollt einen Jahrestag feiern oder euch nach einem anstrengenden Trek absoluten Luxus gönnen? Dieses Designhotel mit einem traumhaften Spa-Bereich verwöhnt euch wie eine Königsfamilie. Allerdings klettern die Preise in der Hauptsaison über 300 € pro Nacht – da braucht man schon ein etwas großzügigeres Budget.
Und was kostet es insgesamt? In der sommerlichen Hauptsaison solltet ihr bei Mittelklassehotels mit mindestens 150 bis 250 € pro Nacht für zwei Personen rechnen. Campingplätze in der Umgebung kosten zwischen 25 und 45 € – je nachdem, ob ihr ein kleines Zelt oder einen großen Wohnwagen habt. Und merkt euch meinen Rat: Ab Herbst 2025, mit der nahenden Olympiade, rechnen wir damit, dass all diese Preise um mindestens zwanzig Prozent steigen werden.
Cortina d’Ampezzo: 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann
Schauen wir uns gemeinsam das Beste an, was Cortina und die unmittelbare Umgebung zu bieten haben. Die meisten dieser Tipps erfordern zumindest eine kurze Fahrt mit dem Auto oder Bus vom Stadtzentrum aus. Ich habe für euch aber sowohl anspruchsvolle Bergabenteuer zusammengestellt, von denen euch noch drei Tage lang die Beine wehtun, als auch Orte, die ihr bequem per Seilbahn und sogar in Halbschuhen erreicht.
1. Spaziert über die Corso Italia und bewundert die Basilika
Jeder Besuch in Cortina sollte mit einem Spaziergang über die Hauptfußgängerzone Corso Italia beginnen oder enden – am besten nach einem ausgiebigen Abendessen. Sie ist die Lebensader des Städtchens, wo sich der unwiderstehliche Duft von gutem Espresso, Luxusboutiquen internationaler Marken und unscheinbare Lädchen mit lokalen Käsesorten mischen. Besonders abends, wenn die Straßenlaternen aufleuchten und von den umliegenden Bergen die frische Bergluft herabweht, hat diese Straße eine einmalig romantische Atmosphäre, in die man sich sofort verliebt.
Das Wahrzeichen des gesamten Zentrums ist die Pfarrkirche Basilica Minore dei Santi Filippo e Giacomo. Ihr markanter, 69 Meter hoher Glockenturm aus weißem Stein wird euch auf vielen Fotos begleiten, egal aus welchem Winkel ihr fotografiert. Schaut auf jeden Fall auch hinein! Lukáš und ich haben dort eine ganze Viertelstunde verbracht, und ich hätte beinahe das Abendessen verpasst, weil ich den Blick einfach nicht von den unglaublich detailreich geschnitzten Holzbänken abwenden konnte.
2. Entdeckt die Geschichte im Olympia-Eisstadion

Da Cortina Austragungsort der Olympischen Winterspiele ist, dürft ihr das Olympische Eisstadion von 1956 auf keinen Fall verpassen. Es ist ein beeindruckender, etwas eigenwilliger Bau, der eine nostalgische Retro-Atmosphäre vergangener Jahrzehnte ausstrahlt. Sobald ihr eintretet, schlägt euch die typische Kälte und der Geruch von Eis entgegen – und ihr fühlt euch sofort in die Zeit der alten Schwarz-Weiß-Sportübertragungen versetzt.
Abgesehen davon, dass man hier sogar im Sommer Schlittschuhlaufen kann – übrigens eine großartige Aktivität, wenn es draußen gerade regnet und die Kinder sich langweilen – gibt es zahlreiche historische Fotos und sportliche Erinnerungsstücke zu bestaunen. Für Sportbegeisterte ein absolutes Muss! Lukáš und ich haben überraschend viel Zeit dort verbracht, wobei er sich primär darum bemühte herauszufinden, ob irgendwo ein Imbissstand mit Würstchen geöffnet hat.
3. Fahrt mit der Seilbahn Freccia nel Cielo auf die Tofana

Wenn ihr Ausblicke liebt, aber keine Lust habt, tausende Höhenmeter mit heraushängender Zunge zu bewältigen, ist dieser Tipp genau richtig. Das Seilbahnsystem bringt euch aus dem Zentrum von Cortina auf das majestätische Massiv Tofana di Mezzo – über 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Es ist einer der höchsten Gipfel der Umgebung, und der Ausblick von oben ist schlichtweg atemberaubend. Ich empfehle, die Tickets vorab auf der offiziellen Website Freccia nel Cielo zu reservieren.
Mit unserem Jonášek haben wir dieses Jahr die Seilbahnen regelrecht gestürmt, und die Tofana war eine absolut geniale Wahl. Oben gibt es eine Aussichtsterrasse, die ihr ganz ohne Anstrengung erreicht. Dort gönnt ihr euch einen überteuerten, aber angesichts der Lage absolut verdienten Cappuccino und könnt den Blick über das gesamte Ampezzaner Becken schweifen lassen. Vergesst nur nicht, eine ordentliche Jacke und Mütze einzupacken – oben kann es selbst im heißen August empfindlich kalt sein, was Lukáš natürlich unterschätzt hat und mir dann meinen Schal klauen wollte!
4. Erlebt den Sonnenuntergang von der Seilbahn auf die Faloria

Die zweite ikonische Seilbahn in Cortina führt auf die gegenüberliegende Seite des Tals, auf den Monte Faloria. Die Talstation findet ihr nur wenige Schritte vom Busbahnhof im Zentrum entfernt – also gemütlich zu Fuß erreichbar nach einem Kaffee auf dem Platz. Die Fahrt selbst ist schon ein Erlebnis, denn die Seilbahn steigt extrem steil entlang einer schroffen Felswand empor, und man hat das Gefühl, die Felsen berühren zu können, wenn man die Hand ausstreckt. Tickets und Fahrpläne findet ihr direkt auf der Website der Seilbahn Faloria.
Während die Tofana majestätisch ist, bietet die Faloria meiner Meinung nach den allerschönsten Blick auf Cortina selbst – aus einer ganz anderen Perspektive. Besonders am späten Nachmittag, wenn die untergehende Sonne die gegenüberliegenden Felsmassive in leuchtendes Orange und Rosa taucht, ist der Anblick göttlich. An der Bergstation gibt es eine wunderschöne Hütte mit hervorragendem Bombardino, mit dem wir uns – Lukáš und ich – dafür belohnt haben, dass wir Jonášek erfolgreich im Kinderwagen zum Schlafen gebracht hatten.
5. Erkundet die Geschichte im Freilichtmuseum Cinque Torri

Dieser Ort gehört zu unseren absoluten Favoriten in den gesamten italienischen Dolomiten, und wir kommen jedes Mal hierher zurück, wenn wir in der Nähe sind. Die Cinque Torri – die Fünf Türme – sind eine unglaubliche Felsformation, unter der man frei herumspazieren und Kletterern zuschauen kann, die an den senkrechten Wänden balancieren. Hinauf kommt man entweder zu Fuß über einen ziemlich steilen Anstieg oder bequem mit dem Sessellift – was wir mit dem kleinen Jonášek dieses Jahr mit großer Freude und Erleichterung genutzt haben.
Was diesen Ort aber so einzigartig macht, ist das weitläufige Freilichtmuseum aus dem Ersten Weltkrieg, das überall zwischen den Felsen verstreut ist. Rund um die Türme findet ihr rekonstruierte alte Schützengräben, Bunker und Artilleriestellungen der italienischen Armee aus der Zeit, als hier um jeden Quadratmeter gekämpft wurde. Man kann frei hindurchgehen, die Informationstafeln lesen und sich vorstellen, wie unfassbar schwer es die jungen Soldaten hier im brutalen Winter gehabt haben müssen. Das läuft einem immer wieder kalt den Rücken herunter.
6. Wandert durch die Kriegstunnel am Lagazuoi

Wenn euch die Kriegsgeschichte an den Cinque Torri fasziniert hat und ihr noch tiefer eintauchen wollt, müsst ihr unbedingt zum nahe gelegenen Gipfel des Lagazuoi aufsteigen. Hier tobten im Ersten Weltkrieg unvorstellbare Kämpfe im dunklen Untergrund, wo Österreicher und Italiener die Berge mit Sprengstoff unterminierten, um einander angreifen zu können. Ein Stück düstere Geschichte, eingebettet in die atemberaubendste Natur.
Heute könnt ihr euch einen Helm ausleihen (unten an der Seilbahn erhältlich), die Stirnlampe anknipsen und kilometerweise dunkle, feuchte Tunnel durchqueren, die direkt ins Innere des Felsens geschlagen wurden. Ein gewaltiges Erlebnis, bei dem euch mit Sicherheit Schauer über den Rücken laufen – und bei dem man sich auch mal den Kopf an der niedrigen Decke stößt. Mit Kinderwagen vergesst es, hierfür braucht ihr wirklich festes Schuhwerk, gute Kondition und keinerlei Platzangst.
7. Entdeckt den türkisfarbenen Lago di Sorapis (Und eine Warnung für Hundebesitzer!)

Der Lago di Sorapis mit seinem unglaublich milchig-türkisfarbenen Wasser ist wohl die beliebteste Wanderung im gesamten Umkreis von Cortina. Die Fotos davon sind über ganz Instagram gegangen – und das ist kein Wunder, denn die Farbe sieht aus, als hätte jemand einen Eimer chemische Farbe hineingekippt und den Filter ein bisschen übertrieben. Die Wanderung startet am Passo Tre Croci und dauert etwa zwei Stunden ziemlich steilen Aufstiegs in eine Richtung.
Hier kommt aber meine große und ehrliche Warnung: Die Route ist wirklich kein gemütlicher Sonntagsspaziergang durch den Wald! In der zweiten Hälfte gibt es recht schmale Felsband-Abschnitte, die mit Stahlseilen gesichert sind, sowie Metallgitter, die direkt in den Felsen über dem Abgrund eingebaut sind. Wir hatten dort einst unsere Hündin dabei, und ich muss sagen – unsere Kája ist ein ziemliches Tollpatsch, sodass wir auf diesen Gittern wirklich ins Schwitzen kamen und sie über dem Abgrund auf dem Arm tragen mussten, was man bei einem zwanzig Kilo schweren Hund wirklich nicht erleben will. Wenn euer Hund höhenängstlich oder nicht besonders trittsicher ist, lasst ihn dieses Mal lieber im Hotel.
8. Macht euch auf zu den ikonischen Tre Cime di Lavaredo

Sie liegen zwar nicht direkt in Cortina, sind aber so nah und so majestätisch, dass ihr sie bei eurem Besuch auf keinen Fall auslassen dürft. Die Tre Cime sind das unverwechselbare Wahrzeichen der gesamten Dolomiten, deren Silhouette wohl jeder Bergfreund kennt. Man erreicht sie mit dem Auto über Misurina bis zur Hütte Rifugio Auronzo – allerdings ist die Zufahrt mit einer ziemlich saftigen Mautgebühr verbunden, und in der Saison ist der riesige Parkplatz oben oft schon frühmorgens voll. Also: Früh aufstehen, und das meine ich todernst.
Die Rundwanderung um diese drei gewaltigen Felsmassive ist nach bergigen Maßstäben relativ einfach und in gemütlichem Tempo in etwa drei bis vier Stunden machbar. Unterwegs trefft ihr auf mehrere hervorragende Hütten, wo ihr eine heiße Suppe essen und Kraft tanken könnt. Mehr Details findet ihr in unserem Artikel mit dem kompletten Guide und Tipps für weitere Orte, die ihr in der unmittelbaren Umgebung der Tre Cime nicht verpassen solltet.
9. Entspannt am Lago di Misurina und fahrt hoch zu den Cadini di Misurina
Wenn ihr ohnehin Richtung Tre Cime unterwegs seid, plant unbedingt einen längeren Stopp am Lago di Misurina ein. Es ist wunderschön von mächtigen Bergen umrahmt und strahlt eine eigenartige Ruhe vergangener Zeiten aus – als die Menschen noch hierherkamen, um in den Kuranstalten ihr Asthma behandeln zu lassen. Ein idealer Ort für einen flachen, kinderwagenfreundlichen Spaziergang am Ufer entlang und für ein exzellentes Eis in einem der kleinen Cafés, auf das wir nichts kommen lassen.
Wenn ihr Herausforderungen und Adrenalin liebt, führt vom See eine Seilbahn und anschließend ein kurzer, aber sehr exponierter Trek zum Aussichtspunkt Cadini di Misurina. Dieser berühmte „Mordor“-Blick, den ihr aus den sozialen Medien kennt: ein schmaler Pfad, der über einem Abgrund endet, mit Blick auf messerscharfe Felsspitzen – sieht aus wie direkt aus „Herr der Ringe“. Mit Kindern und Hunden solltet ihr hier aber definitiv nicht hingehen, denn ein falscher Schritt und es geht im freien Fall ins Tal.
10. Entdeckt den herbstlichen Zauber an der Croda da Lago und dem Lago Federa

Das ist mein persönlicher Geheimtipp, für den ihr mir danken werdet – vor allem, wenn ihr die Dolomiten Ende September oder Anfang Oktober besucht, wenn die Massen sich schon etwas lichten. Die Wanderung startet unweit von Cortina und führt euch zum Lago Federa. Im Herbst färben sich die umliegenden Lärchenwälder in ein unfassbar leuchtendes Gelb und Orange und spiegeln sich in der ruhigen Seeoberfläche wie auf einem gemalten Gemälde.
Am See steht die Hütte Rifugio Croda da Lago, wo so fantastische herzhafte Suppen und hausgemachte Apfeldesserts zubereitet werden, dass man danach am liebsten gar nicht mehr zurückwandern möchte. Die Route ist mittelschwer – bergauf kommt man schon ins Schwitzen, aber die himmlische Ruhe ohne Tausende von Touristen ist es absolut wert. Vergesst nur nicht eure guten Wanderschuhe, denn das Gelände kann stellenweise rutschig und voller tückischer Wurzeln sein.
11. Entflieht den Massen ins Tal Valle di Ra Stua
Sucht ihr einen Ort, an dem ihr etwas vom Trubel Cortinas und den Touristenmassen mit ihren Kameras abschalten könnt? Dann fahrt nördlich der Stadt ins Schutzgebiet nahe dem Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Das Tal Ra Stua ist eine absolute Oase der Ruhe mit grasenden Kühen, die riesige Glocken um den Hals tragen, plätschernden Bächen und herrlich grünen Weiden, wo die Zeit ein wenig stillzustehen scheint.
Man erreicht es zu Fuß über einen angenehmen, gemäßigten Spaziergang vom Parkplatz Sant’Uberto aus. Die Berghütte Malga Ra Stua am Ende des Tals ist dann das perfekte Ziel für Familien mit Kindern, denn der Weg ist breit genug auch für einen geländetauglichen Kinderwagen, und in der Hütte gibt es köstliche Pfannkuchen mit hausgemachter Marmelade, mit denen ihr das Herz jedes kleinen Wanderers gewinnt.
12. Fahrt über den legendären Passo Giau

Für mich persönlich ist der Passo Giau mit Abstand der schönste Gebirgspass der gesamten Dolomiten. Allein die Fahrt mit dem Auto hinauf ist schon ein großes Erlebnis. Für den Fahrer vielleicht etwas nervenaufreibend mit all den engen Kurven und Radfahrern, für den Beifahrer aber pure Romantik, von der man den Blick nicht abwenden kann. Oben, auf über 2200 Metern über dem Meeresspiegel, erwartet euch dann der ikonische Blick auf den Berg Ra Gusela, der sich direkt über dem Pass wie ein Wächter erhebt.
Ich empfehle unbedingt, sehr früh morgens zum Sonnenaufgang oder nachmittags zum goldenen Sonnenuntergang herzukommen – die Farben sind einfach unbeschreiblich und wir haben von dort einige unserer besten Fotos überhaupt. Und ja, auf dem Parkplatz oben weht es oft ordentlich und es ist kalt, also ist eine Windjacke selbst Mitte Juli Pflicht. Von hier aus lassen sich dann wunderbare Wanderungen starten, darunter der Weg zu den Cinque Torri, den Lukáš und ich einst komplett zu Fuß bewältigt haben.
13. Taucht ein in die Atmosphäre beim Snow Festival und Winterevents
Cortina lebt nicht nur im Sommer, sondern ganz besonders im Winter. Wenn ihr in den Wintermonaten herkommt, solltet ihr den lokalen Veranstaltungskalender im Auge behalten. Es finden verschiedene Snow Festivals, Weihnachtsmärkte und Skirennen statt, und auf dem Marktplatz wird literweise heißer Glühwein getrunken, während über euren Köpfen eine riesige Weihnachtsbeleuchtung strahlt. Die Atmosphäre ist einfach fantastisch, und ich liebe es, den eleganten Italienern in ihren Mänteln dabei zuzuschauen, wie sie bis spät in die Nacht feiern.
Mit der nahenden Olympiade 2026 plant die Stadt zudem ein enormes Rahmenprogramm, das die echte italienische Kultur und die typische Lebensfreude zur Schau stellen soll. Wir haben hier zuletzt eine lokale Band erlebt, die mitten in einem Haufen Schnee spielte, Jonášek starrte die bunten Lichter mit weit offenem Mund an, und Lukáš stellte fest, dass der hiesige lokale Glühwein deutlich stärker ist als das, was man in Deutschland auf den Weihnachtsmärkten bekommt.
14. Joggen oder Spaziergang auf der ehemaligen Bahntrasse (Cortina Trail)
Kennt ihr das, wenn man einfach nur einen ganz leichten, entspannten Spaziergang ohne große Höhenunterschiede machen und den Kopf frei bekommen will? Genau dafür gibt es die Trasse der ehemaligen Dolomiten-Eisenbahn, die einst mitten durch Cortina fuhr. Die Gleise sind zwar längst verschwunden, aber an ihrer Stelle entstand ein wunderbar breiter, ebener Schotterweg, der quer durch das gesamte Tal führt und großartige Ausblicke bietet – ganz ohne Schweißausbruch.
Im Sommer könnt ihr hier spazieren gehen, joggen oder mit einem Leihfahrrad fahren. Für uns war es übrigens die absolut ideale Kinderwagen-Strecke mit Jonášek, die er ohne ein einziges Quengeln überstanden hat, weil es überhaupt nicht holperte. Im Winter wird dieser Weg oft für Langläufer präpariert – eine weitere großartige Möglichkeit, die Bergaussichten zu genießen, ohne sich hüfttief durch Schnee steile Hänge hinaufkämpfen zu müssen.
15. Macht einen Ausflug zum ikonischen Lago di Braies

Zwar liegt es etwa fünfundvierzig Autominuten nördlich von Cortina, aber dieses Juwel auszulassen wäre eine echte Sünde, die ich mir noch lange vorwerfen würde. Der Lago di Braies – oder auf Deutsch Pragser Wildsee – ist mit Abstand der meistfotografierte See der gesamten Dolomiten und vielleicht sogar von ganz Norditalien. Holzboote am Steg, satt smaragdgrünes Wasser und das gewaltige Massiv des Seekofels im Hintergrund – ein Bild, das man stundenlang betrachten kann.
Wir sind dort einst um sechs Uhr morgens losgefahren, um den irren Instagram-Massen zu entgehen, haben uns ein Holzboot ausgeliehen, und es war unfassbar romantisch – auch wenn mir ein bisschen die Hände froren beim Paddeln. Da es jede Menge praktische Infos und Fallstricke rund um das kostenpflichtige und oft ausgebuchte Parken gibt, haben wir einen eigenen Artikel dazu geschrieben: Lago di Braies: Reiseführer und Tipps. Lest ihn unbedingt, bevor ihr euch auf den Weg macht.
Cortina d’Ampezzo mit Kindern und Kinderwagen
Wie ich schon in der Einleitung erwähnt habe, war unser diesjähriger Dolomiten-Besuch eine riesige Premiere in unserer Elternrolle. Und ich muss sagen: Cortina ist zum Reisen mit kleinen Kindern überraschend gut geeignet, wenn man etwas umdenkt und die rosa Brille mit den ganztägigen Klettersteig-Fantasien ablegt. Mit dem einjährigen Jonášek mussten wir die steilen Ferratas einfach vergessen und haben stattdessen eine ganz andere Bergperspektive getestet – die uns am Ende richtig gut gefallen hat.
Seilbahnen sind eure besten Freunde: Zu vielen wunderschönen Orten bringt euch eine geräumige Seilbahn, in der meistens problemlos auch ein zusammengeklappter Kinderwagen mitgenommen werden kann. Wir sind dieses Jahr so die bereits erwähnte Tofana und Faloria gefahren, und Jonášek war von der sanften Gondelfahrt so begeistert, dass er die ganze Zeit aufgeregt mit den Armen wedelte und die Mitfahrer anstrahlte.
Hotspots und Kinderwagen: Zum Lago di Sorapis könnt ihr mit dem Kinderwagen natürlich gleich vergessen – das ist Gelände nur für wirklich fitte Wanderer oder eine gute Trage. Dagegen sind der entspannte Spaziergang um den Lago di Misurina oder die Route auf der ehemaligen Bahntrasse wie gemacht für ganz gewöhnliche Stadt-Sportkinderwagen. Zu den Tre Cime schafft ihr es mit Kinderwagen bis zur ersten Hütte Rifugio Lavaredo, und über den breiten Schotterweg geht das relativ entspannt, ohne das Kind komplett durchzuschütteln.
Italiener und Kinder: Das liebe ich an Italien einfach! Italiener vergöttern Kinder regelrecht und zeigen das auch lautstark. In Restaurants wird euch niemand böse anschauen oder genervt die Augen verdrehen, wenn das Baby mal weint oder ein bisschen schreit, weil es eure Pasta probieren will. Kellner haben für Jonášek bereitwillig Grimassen geschnitten, sofort einen Kinderstuhl gebracht, und in vielen Cafés an der Hauptstraße gibt es bequeme Wickelmöglichkeiten.
Winter vs. Sommer: Skifahren und Dolomiti Superski
Cortina schläft aber nicht nur im Sommer. Sobald der Schnee fällt, verwandelt es sich in ein Paradies, das Skifahrer lieben – und ich beneide sie ehrlich gesagt ein wenig, denn ich bin auf Skiern nicht besonders begabt.
Cortina ist nämlich Teil des riesigen Skiverbunds Dolomiti Superski. Das bedeutet: Ihr könnt euch einen einzigen gemeinsamen Skipass kaufen, der euch auf beeindruckende Hunderte von Pistenkilometern in den gesamten Dolomiten Zugang gewährt. Direkt in Cortina findet ihr drei Hauptskigebiete: Tofana, Faloria-Cristallo und Lagazuoi-5 Torri. Zusammen bieten sie herrlich breite Abfahrten mit Ausblicken, die man sonst wohl nirgendwo in Europa findet – und sogar ich als Nicht-Skifahrerin habe mich oben gerne auf der Hüttenterrasse gesonnt.
Wenn ihr zum Skifahren herkommt, ein kleiner persönlicher Rat: Ladet euch vorher unbedingt die Pistenkarte auf euer Handy herunter, denn die Gebiete sind wirklich weitläufig. Wer sich beispielsweise auf die beliebte Sella Ronda begibt, kann sich leicht verfahren und die allerletzte Seilbahn zurück ins eigene Tal verpassen – was ein ziemlich teures Taxi zum Hotel bedeuten würde!
Und nochmals der Hinweis auf den berühmten Olympia-Effekt: Für die Winterspiele 2026 werden hier aktuell massiv neue Seilbahnen gebaut und Pisten für die Sportler modernisiert. Ab dem Winter 2024/2025 werdet ihr schon einiges an Bautätigkeit sehen, aber die Belohnung sind modernste Skianlagen. Rechnet allerdings damit, dass die Skipässe wahrscheinlich teurer werden – die neuen Technologien müssen schließlich irgendwie finanziert werden.
Was probieren und wo essen gehen
Und jetzt zu meinem Lieblingsthema: Italienisches Essen! Vergesst für einen Moment die klassische neapolitanische Pizza (auch wenn ihr die hier natürlich auch findet und sie großartig ist). Die Bergküche hier ist eine ganz andere Kategorie: herzhaft, bodenständig, als hätte euch eine Großmutter in der Berghütte bekocht – nur eben eine italienische Großmutter mit Parmesan, reichlich Butter und lokalen Kräutern.
Was ihr unbedingt probieren müsst:
- Canederli: Die italienische Version von Semmelknödeln, oft gefüllt mit Speck oder Käse und in kräftiger Rinderbrühe serviert oder einfach mit zerlassener Butter und Salbei übergossen. Das perfekte Essen nach einem ganzen Wandertag in der Kälte, das euch garantiert aufwärmt und bis zum Abend satt hält.
- Casunziei all’Ampezzana: Das ist ein absoluter lokaler Schatz, nach dem ich süchtig bin. Es handelt sich um dünne, halbmondförmige Teigtaschen, die mit gekochter Roter Bete gefüllt und oben mit Mohn und Parmesan bestreut werden. Klingt erstmal seltsam, ich weiß, aber die Kombination aus süßlicher Bete und duftigem Butter ist einfach fantastisch!
- Polenta mit Wild: Ein Klassiker für Fleischliebhaber. Gelber Maisbrei, serviert mit einem unglaublich dichten und herzhaften Ragout aus Hirsch oder Reh. Lukáš bestellt das praktisch ständig.
- Formaggio di Malga: Lokaler Käse von den Hochalmen mit dem typischen intensiven Aroma. Bestellt euch zum Einstieg immer ein Käsebrettchen als Vorspeise zum Wein – damit macht ihr garantiert nichts falsch.
Unsere liebsten Restaurants und Berghütten
Wo wir gerade beim Essen sind – ich muss euch noch die konkreten Orte verraten, an denen es uns am allerbesten geschmeckt hat. Fantastisch ist zum Beispiel die Baita Fraina, ein unglaublich gemütliches Familienrestaurant unweit des Zentrums, wo wir immer ihre berühmten gefüllten Teigtaschen essen. Das Ambiente ist wunderschön holzgetäfelt, die Weinkarte ist hervorragend, und man fühlt sich, als wäre man bei jemandem zum Sonntagsessen ins Wohnzimmer eingeladen.
Wenn ihr gerade in den Bergen rund um die Cinque Torri unterwegs seid und einen Bärenhunger habt, dürft ihr die Hütte Rifugio Averau auf keinen Fall verpassen. Sie hat den Ruf der besten Küche unter allen Berghütten der Umgebung, und dem muss ich zustimmen – ihre Canederli und der Blick auf die Felswände sind mit nichts vergleichbar. Und für eine schnelle und absolut gelungene Pizza am Abend nach dem Ausflug kehren wir immer im Ristorante Pizzeria Croda Cafe direkt an der Fußgängerzone in Cortina ein.
Was aus Cortina mitbringen (Shopping)
Ein Bummel durch das wunderschön beleuchtete Zentrum wird euch nicht kaltlassen, und die Versuchung zu shoppen ist groß. Obwohl hier hauptsächlich die teuersten Luxusmarken verkauft werden, lassen sich mit etwas Glück auch wunderschöne und authentische Souvenirs finden, die euch zu Hause noch lange Freude bereiten.
Hier habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben ein handgeschnitztes Holzbrettchen gekauft. Es war in einem kleinen Laden abseits der Hauptstraße, wo Figuren, Holzuhren und verschiedene solide Handwerksarbeiten verkauft werden – und ich konnte einfach nicht widerstehen. Ledertaschen und Geldbörsen von der Corso Italia sind ein absoluter Klassiker, bei dem Lukáš immer nur leise seufzt, wenn er sieht, wie viel ich wieder ausgegeben habe. Aber dieses italienische Leder duftet einfach anders und hält jahrelang.
Und noch ein kleiner persönlicher Tipp für das Saisonende: Wenn ihr Ende März oder Anfang April nach Cortina kommt, haben die lokalen Luxus-Sportgeschäfte riesige Schlussverkäufe der letztjährigen Skiausrüstung und wunderschöner Winterkleidung. Oft kann man dabei wirklich hochwertige Funktionsjacken, Helme und andere Stücke zu einem Bruchteil der ursprünglichen astronomischen Preise ergattern.
Praktische Tipps zum Schluss
Ganz zum Schluss habe ich noch ein paar dieser bodenständigen, aber wahnsinnig wichtigen praktischen Ratschläge für euch zusammengestellt. Wenn man auf eigene Faust reist, ist es einfach gut, diese Dinge im Voraus geklärt zu haben, damit man sich vor Ort nicht mit lahmendem Internet oder überteuerten Mietwagen herumschlagen muss.
Wir haben das über die Jahre ziemlich gut optimiert – also egal, ob ihr gerade nach einem günstigen Flug sucht oder euch schnell gegen Bergunfälle absichern wollt: Hier findet ihr das, was bei unseren Abenteuern am besten funktioniert hat.
Wo günstige Flüge finden
Wenn ihr nicht mit dem eigenen Auto aus Deutschland fahrt und Zeit sparen wollt, bietet es sich an, nach Venedig zu fliegen – das ist der nächstgelegene große Flughafen. Eurowings, Lufthansa und andere Airlines bieten ab vielen deutschen Städten günstige Direktverbindungen. Zum Preisvergleich nutzen wir seit Jahren Kiwi, wo man schöne Flugkombinationen und manchmal überraschend günstige Angebote in der Nebensaison findet.
Vom Flughafen Venedig fahren auch Direktbusse der Linie Cortina Express nach Cortina, aber wir haben immer die eigene Freiheit bevorzugt, über die ich gleich im nächsten Punkt schreibe – denn sich in Italien auf Fahrpläne zu verlassen, ist manchmal eine kleine Lotterie.
Mietwagen
Ohne Auto seid ihr in den Dolomiten ehrlich gesagt ziemlich aufgeschmissen. Busse fahren zwar im Sommer, aber sie schränken euch enorm ein und abends kommt man von einer entlegenen Hütte einfach nicht mehr herunter. Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars gemacht, das wir weltweit nutzen und bei dem es nie Probleme bei der Kautionsrückgabe gab.
Wenn ihr den Wagen direkt am Flughafen Venedig abholt, seid ihr in knapp zwei Stunden herrlicher Panoramafahrt mitten im Zentrum von Cortina und könnt eure Bergausflüge und die frühmorgendlichen Parkplatzstarts genau nach euren Wünschen planen.
Vergesst die Reiseversicherung nicht
Das hier bitte wirklich nicht unterschätzen. Berge sind Berge, und ein verstauchter Knöchel auf einem rutschigen Stein beim Abstieg vom See wird hier blitzschnell richtig teuer – ganz zu schweigen von einem Einsatz der italienischen Bergrettung, die gleich den Hubschrauber schickt.
Wir nutzen langfristig und empfehlen wärmstens SafetyWing, weil man es in fünf Minuten online abschließen kann, sogar noch am Flughafen, und es eine solide Grundabsicherung für Wandertouren bietet. Für Reisende aus Deutschland: Prüft auch, ob eure Kreditkarte oder bestehende Versicherung bereits einen Bergungsschutz beinhaltet. Lukáš nutzt SafetyWing auch für sein Winterskifahren.
Internet am Handy
Italien liegt zwar in der EU, und dank EU-Roaming funktionieren eure deutschen Daten hier ganz normal. Allerdings fällt das Signal auf vielen Berghütten manchmal aus, und wenn man etwas weiter nordwestlich unterwegs ist, bucht sich das Handy schon mal ungewollt in ein Schweizer Netz ein.
Für stabiles Datenvolumen und die Sicherheit, nicht nur in Europa, nutzen wir oft eine eSIM von Holafly. Die richtet ihr vorab per QR-Code ein, müsst eure physische SIM-Karte überhaupt nicht wechseln, und die Daten laufen auch dort flüssig, wo der reguläre Anbieter schon etwas schwächelt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ich weiß, dass die Planung der ersten Reise in diese Gegend ziemlich verwirrend sein kann – besonders wenn man all die verschiedenen italienischen und deutschen Namen sieht und Geschichten über überfüllte Parkplätze hört. Jedes Jahr erreichen uns über Instagram massenhaft die gleichen Fragen.
Deshalb hier die allerhäufigsten Fragen, die uns zur Cortina d’Ampezzo erreichen, mit meinen ehrlichen Antworten, gestützt auf Jahre, in denen Lukáš und ich regelmäßig hierher fahren.
1. Was kann man in Cortina unternehmen?
Neben wunderschönen anspruchsvollen Bergwanderungen und erstklassigem Winterskifahren könnt ihr im Städtchen einfach gemütlich über die Fußgängerzone Corso Italia schlendern, mit den Seilbahnen auf Tofana und Faloria zum Kaffeetrinken hochfahren oder das faszinierende Freilichtmuseum aus dem Ersten Weltkrieg an den Cinque Torri erkunden. Langweilig wird es euch hier garantiert nicht, selbst wenn ihr gerade keine Lust habt, dutzende Kilometer mit dem Rucksack durch die Berge zu laufen. Außerdem könnt ihr den türkisfarbenen Lago di Sorapis und zahlreiche weitere kleine und große Seen in der Umgebung entdecken.
2. Was bedeutet Cortina d’Ampezzo?
Der Name dieser Stadt setzt sich aus zwei alten Wörtern zusammen. Das Wort Cortina bedeutet im alten lokalen Dialekt so viel wie ein kleiner umgrenzter Bereich, ein Hof oder bezeichnete historisch oft einen kleinen, ummauerten Friedhof bei einer Kirche. Das Wort Ampezzo ist der historische Name für das gesamte weite grüne Becken entlang des wilden Flusses Boite. Zusammen ergibt es den schönen Namen für dieses malerische Bergdorf, das nach und nach zu einem weltbekannten Ferienort herangewachsen ist.
3. Was tun in Cortina bei Regen?
Auf keinen Fall verzweifeln! Geht zum Beispiel direkt ins Olympische Eisstadion, wo ihr in Retro-Atmosphäre Schlittschuhlaufen könnt, oder gönnt euch eine ausgiebige Wellness-Auszeit in einem der luxuriöseren Hotelpas. Eine weitere tolle Option an einem Regentag: Einfach einen Shopping-Tag auf der Corso Italia ausrufen, sich in einen Pullover kuscheln und den ganzen Nachmittag in einer der vielen geheizten italienischen Tavernen mit ausgezeichnetem Rotwein und lokalen Käsesorten verbringen.
4. Wie funktionieren die ZTL-Zonen und das Parken?
In das eigentliche Zentrum von Cortina, also in die sogenannte ZTL-Zone, dürfen Autos ohne Sondergenehmigung schlichtweg nicht einfahren. Das wird hart und kompromisslos durch Kameras überwacht, und die Italiener finden und verschicken die saftigen Bußgelder zuverlässig auch nach Deutschland. Parken müsst ihr daher auf den ausgewiesenen, oft natürlich kostenpflichtigen Parkplätzen am Ortsrand. Wer direkt im Zentrum übernachtet, muss die Einfahrt in die Zone im Voraus mit der Unterkunft klären, die euer Kennzeichen bei den Behörden anmeldet.
5. Kann man Cortina auch ohne Auto genießen?
Ja, grundsätzlich geht das, aber es ist ein ziemlich großer Kompromiss, der euch ein Stück Freiheit kostet. Der lokale Busverkehr funktioniert relativ gut zu den bekanntesten Orten wie Passo Falzarego oder Tre Cime – die Top-Ziele erreicht ihr also. Leider sind die Busse in der Hauptsaison oft überfüllt, halten manchmal einfach nicht an, und ihr seid unangenehm an Fahrpläne gebunden, die auf italienische Art nicht immer eingehalten werden. Ein Mietwagen gibt euch schlichtweg die Freiheit, an die man sich so schnell gewöhnt.
6. Wie viele Tage braucht man für Cortina?
Um die größten Highlights zu sehen und dabei nicht von Ort zu Ort zu hetzen, empfehlen wir mindestens vier bis fünf volle Tage reine Zeit. Das ist unserer Meinung nach der ideale Kompromiss für eine gute Mischung aus einer Seilbahnfahrt, einer längeren richtigen Wanderung und Entspannung an den wunderschönen türkisfarbenen Seen – ohne das Gefühl, gleich den nächsten Urlaub zur Erholung zu brauchen.
7. Beeinflusst die Winterolympiade 2026 den Tourismus in Cortina?
Auf jeden Fall, und zwar erheblich. Bereits ab Herbst 2025 und dann die gesamte Wintersaison 2026 über solltet ihr euch auf einen enormen Anstieg der Unterkunftspreise, deutlich mehr Sportfans und wahrscheinlich auch verschiedene Einschränkungen einstellen. Rechnet insbesondere mit gelegentlichen Straßensperrungen rund um die wichtigsten Sportstätten und Gebirgspässe wie etwa den Passo Gardena. Wenn ihr Cortina und Umgebung in Ruhe genießen wollt – sei es zum Skifahren oder Wandern, und das zu halbwegs normalen Preisen – dann reist am besten noch bevor der olympische Wahnsinn voll losbricht.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
