Polnisches Essen: 15 Tipps zu Pierogi, Bar Mleczny, Vodka und was ihr unbedingt probieren müsst

Polnisches Essen und Pierogi sind einfach eine Liebe fürs Leben. ☺️ Ich verstehe jeden, der nach Polen fährt — einzig und allein um zu essen. Die polnische Küche hat auch bei unseren Kindern auf ganzer Linie bestanden, und überraschend viele Restaurants sind dog-friendly.

Die polnische Gastronomie ist unglaublich vielseitig: In ihr vermischen sich deutsche, jüdische und ukrainische Einflüsse, und obwohl das Essen unglaublich sättigend und deftig ist, ist die moderne polnische Szene voll mit hippen Cafés und vegetarischen Bistros. Hier ist also alles, was wir über die Jahre probiert haben — was wir geliebt haben und was uns weniger überzeugt hat. Kurz gesagt: alles von Pierogi bis Vodka, von Milchbars bis hin zu vegetarischen Bistros, die uns mit Lukas schlichtweg umgehauen haben. 😅

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen:

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Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Pierogi sind das absolute Grundnahrungsmittel und werden auf Dutzende Arten zubereitet. Probiert die klassischen „Ruskie“ mit Kartoffeln und Käse oder die süßen mit Erdbeeren, die vor allem bei Kindern beliebt sind.
  • Bar Mleczny (Milchbar) ist ein Überbleibsel des Sozialismus, in dem man heute jedoch unglaublich gut und günstig essen kann. Ein traditionelles Mittagessen bekommt ihr dort schon ab 2–3 €.
  • Die Suppen bringen euch wieder auf die Beine. Besonders der saure Żurek, serviert in einem ausgehöhlten Brot, oder ein herzhafter Sonntags-Rosół (Brühe).
  • Vegetarier bleiben nicht hungrig. Krakau und Breslau (Wrocław) haben eine der besten vegetarischen und veganen Szenen ganz Europas.
  • Die Regeln beim Vodkatrinken sind heilig. Er wird pur, eiskalt und auf ex getrunken — niemals verdünnt.
  • Trinkgeld in Restaurants beträgt in der Regel 10 %, und Vorsicht: Alkohol auf der Straße ist verboten.

Was erwartet euch in der polnischen Küche — und warum wir sie lieben

Bevor wir zu den einzelnen Gerichten kommen, möchten wir kurz erklären, was euch auf dem Teller erwartet. Typisches polnisches Essen ist genau die Art von Essen, bei der man die Zeit vergisst und einfach sitzen bleibt. Es ist sättigend, wärmend und wurde historisch darauf ausgelegt, Menschen wirklich satt zu machen — nicht nur den Hunger zu täuschen. Ihr findet darin viele Kartoffeln, Kohl, Pilze, Wurzelgemüse und hochwertiges Fleisch — ein Ergebnis der langen Geschichte, in der auf polnischem Gebiet verschiedene Kulturen aufeinandertreffen.

Heute erlebt Polen jedoch eine enorme kulinarische Revolution. Neben traditionellen Großmutter-Gaststätten wachsen moderne Fine-Dining-Restaurants und handwerkliche Bäckereien mit Spezialitätenkaffee wie Pilze nach dem Regen aus dem Boden, und polnische Städte tauchen regelmäßig in Michelin-Führern auf. Das Krakauer Bottiglieria 1881 oder das Warschauer Nolita sind Orte, bei denen man Monate im Voraus reservieren muss — wir waren leider noch nicht dort. Aber es steht auf der Liste. 😅

Wo ihr in Polen übernachten könnt und was es kostet

Wenn ihr hauptsächlich wegen des Essens nach Polen reist, empfehle ich, eine Unterkunft direkt im Stadtzentrum zu wählen — so könnt ihr nach einem schweren Abendessen und dem ein oder anderen Vodka gemütlich ins Bett stolpern.

Für ein schönes Boutiquehotel im Zentrum von Krakau oder Breslau zahlt ihr etwa 60 bis 100 € pro Nacht, und die Frühstücke sind wirklich episch — eingelegte Gurken, Wurstwaren, frisches Gebäck in Hülle und Fülle. Lukas und ich genießen diese Art von Morgen nach einem ausgedehnten Gastronomieabend sehr. 😁 In Krakau waren wir begeistert vom Hotel Puro im Kazimierz-Viertel, da es direkt bei den besten Bistros liegt. In Warschau setzen wir auf das bewährte Motel One direkt gegenüber dem Chopin-Museum — von dort ist es nur ein kurzer Weg zu den tollen Bäckereien, wo wir uns morgens den Kaffee holen. Wenn ihr mit dem Auto anreist, wie wir auf unserem 7-Tage-Roadtrip durch Polen, prüft immer, ob das Hotel eigene Parkplätze hat — die Parkzonen in polnischen Städten können ziemlich streng sein.

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Pierogi als nationaler Schatz: 6 Sorten, die ihr unbedingt probieren müsst

Wenn man an polnisches Essen denkt, sind Pierogi das Erste, das einem in den Sinn kommen muss. Es sind im Wesentlichen gefüllte Teigtaschen aus dünnem Teig, die entweder in Wasser gekocht oder nach dem Kochen leicht in der Pfanne mit Schmalz und Zwiebeln angebraten werden, damit sie schön knusprig werden.

In sogenannten „Pierogarnie“ — spezialisierten Pierogi-Restaurants — findet ihr locker über zehn verschiedene Füllungen. Unser Sohn Jonáš wollte einmal nicht gehen, bevor er nicht mindestens vier davon probiert hatte. 😁 Dieses Jahr hätte er sich fast bis zum Platzen gegessen.

1. Pierogi Ruskie (mit Kartoffeln und Käse)

Pierogi Ruskie mit Kartoffeln und Quark

Obwohl der Name etwas anderes vermuten lässt, stammen diese Pierogi aus der Region Galizien und sind ein absoluter Klassiker. Die Füllung besteht aus einer Mischung aus gekochten Kartoffeln, Quark und gebratenen Zwiebeln — serviert werden sie üblicherweise mit Grieben und noch mehr Zwiebeln bestreut.

Sie sind wunderschön weich, leicht buttrig und essen sich quasi von selbst. Das ist wohl unsere Lieblingsvariante, wenn wir Lust auf etwas Sättigendes ohne Fleisch haben. Meistens teilen Lukas und ich eine große Portion, damit wir noch Platz für weitere Gänge haben — trotzdem streiten wir uns in der Regel ums letzte Stück auf dem Teller.

2. Pierogi z Mięsem (mit Fleisch)

Polnische Pierogi gefüllt mit Hackfleisch

Wer Fleisch isst, greift bei Touristen meist zu dieser Variante — sie ist mit Abstand die beliebteste. Die Teigtaschen werden mit Hackfleisch gefüllt, meistens Rind oder Schwein, gewürzt mit Knoblauch, Majoran und Pfeffer, und dann entweder gekocht oder goldbraun in der Pfanne gebraten serviert. Wir beide essen kein Fleisch und überlassen sie daher großzügig anderen — aber es ist zweifellos ein polnischer Klassiker, den fast jeder hier ausprobiert.

Zu den Fleisch-Pierogi wird traditionell ein Löffel saure Sahne gereicht, die die kräftigen Gewürze schön abrundet. Bei diesem Gang verdrehen die meisten Gäste in der Pierogarnie die Augen vor Begeisterung — wer Fleisch isst, sollte ihn auf keinen Fall auslassen.

3. Pierogi z Kapustą i Grzybami (mit Sauerkraut und Pilzen)

Vegetarische Pierogi mit Sauerkraut und Pilzen

Dies ist traditionelles polnisches Essen zu Weihnachten und Festtagen, in Restaurants jedoch das ganze Jahr über erhältlich. Die Füllung kombiniert Sauerkraut und Waldpilze, was einen wunderbar ausgewogenen, säuerlich-erdigen Geschmack ergibt. Wenn ihr im Herbst nach Polen reist, solltet ihr diese Variante auf keinen Fall verpassen.

Wir sind auf diese Pierogi zum ersten Mal in einer völlig abgelegenen Dorfgaststätte gestoßen, und ich muss sagen, dass mich die Kombination vollkommen umgehauen hat. Lukas mag eigentlich keine Pilze, hat hier aber eine Ausnahme gemacht und zugegeben, dass das Sauerkraut ihnen genau das richtige Aroma verleiht.

4. Süße Pierogi (z Truskawkami oder Borówkami)

Süße Pierogi mit Früchten und Sahne

Polnisches Essen süß? Absolut! Die Polen sind Meister darin, auch Obst in Pierogi zu packen und daraus ein vollwertiges Sommeressen zu machen. Im Sommer trifft man überall auf Pierogi z Truskawkami (mit Erdbeeren) oder z Borówkami (mit Heidelbeeren). Sie werden mit zerlassener Butter, Zucker und einer ordentlichen Portion Schlagsahne serviert.

Bei uns landen sie eher als großes Dessert in der Tischmitte. Als wir sie zuletzt in Danzig gegessen haben, schaufelte Jonáš sie direkt mit den Händen in sich hinein, und der Heidelbeersaft ließ sich gefühlt eine Woche lang nicht mehr herauswaschen. Für diesen zufriedenen Gesichtsausdruck hat es sich natürlich absolut gelohnt.

Bar Mleczny: Günstig essen und Retro-Flair erleben

Polnische Milchbar (Bar Mleczny) im Retro-Stil

Milchbars — auf Polnisch „Bary Mleczne“ — sind ein faszinierendes polnisches Phänomen. Ursprünglich waren es subventionierte sozialistische Kantinen, die der Arbeiterklasse günstiges Essen auf Basis von Milchprodukten und Eiern anbieten sollten, um Fleisch zu sparen. Heute existieren diese Betriebe noch immer, werden teilweise nach wie vor staatlich bezuschusst und sind zu beliebten Treffpunkten für Studenten und Hipster geworden — wo man Omas mit Rollkoffern neben Managern im Anzug antrifft.

Meistens bestellt man das Essen an einem Schalter bei einer resoluten Dame, die einen auf Polnisch ruft, sobald die Portion fertig ist. Die Inneneinrichtung sieht aus, als wäre sie in den Achtzigern stecken geblieben — aber genau das ist die Atmosphäre, derentwegen man hingeht. Ein Hauptgericht bekommt ihr hier für 2 bis 5 €. Wenn ihr in Breslau seid, schaut unbedingt im berühmten Bar Miś vorbei, und in Krakau solltet ihr den Bar Mleczny Pod Temidą nicht auslassen.

Polnische Suppen wärmen euch auf — und retten euch nach einer langen Nacht

Suppe — auf Polnisch „Zupa“ — ist für Polen heilig, und kaum jemand lässt das Mittagessen ohne eine aus. Die Suppen sind gehaltvoll, voller Geschmack und oft so sättigend, dass ihr das Hauptgericht einpacken lassen müsst.

5. Żurek (Sauermehlsuppe)

Żurek, polnische Sauermehlsuppe im Brotlaib

Das ist ein absolutes Juwel der polnischen Küche. Żurek ist eine Suppe auf Basis von Roggenmehl-Sauerteig mit charakteristisch säuerlichem Geschmack — in der traditionellen Version mit hartgekochtem Ei und einer großzügigen Portion weißer Bratwurst. Wir können fast überall eine vegetarische Variante (oft mit Pilzen) bestellen und essen diese Suppe daher auch gerne als vollständige Mahlzeit. Viele Restaurants servieren sie zudem in einem ausgehöhlten Brotlaib, von dem man sich dann die Stücke abbricht, die in der Brühe getränkt sind. Einfach perfekt.

Lukas sagt, einen guten Żurek erkenne man daran, dass der Löffel darin stehen bleibt. Wir lieben ihn besonders an trüben Tagen — denn nichts wärmt nach einem langen Stadtspaziergang so schnell und zuverlässig wie dieses nach Rauch und Knoblauch duftende Wunderwerk.

6. Rosół (herzhafte Brühe)

Rosół, goldene polnische Brühe mit hausgemachten Nudeln

Während Brühe bei uns eine ganz normale Angelegenheit ist, hat der Sonntags-Rosół in Polen fast schon sakralen Charakter. Es handelt sich um eine kräftige, goldgelbe Geflügel- oder Rinderbrühe mit hausgemachten Nudeln, Möhren und Petersilie, die in jedem polnischen Haushalt den ganzen Sonntag lang vor sich hin köchelt. Für die Einheimischen ist sie das Allheilmittel gegen jede Krankheit — und die absolute Rettung, wenn man am Vorabend beim Vodka-Degustieren etwas zu tief ins Glas geschaut hat.

Als wir auf dem Land nahe der Tatra waren, kochte unsere Vermieterin sonntags in einem riesigen Topf, und der Duft zog durchs ganze Haus. Wir beide essen zwar keine Fleischbrühe, aber die von Hand gezogenen, fast spaghettiangen Nudeln und das ganze sonntägliche Ritual am Tisch gehören einfach untrennbar zu Polen dazu. Da die vegetarische Version von Rosół schwerer zu finden ist, greifen wir meist lieber zum Żurek oder zum Rote-Bete-Barszcz.

7. Krupnik und Barszcz

Krupnik ist eine dicke Suppe aus Gerstengraupen, Wurzelgemüse und Fleisch, die euch im Winter garantiert von innen wärmt. Und dann gibt es den Barszcz — den traditionellen polnischen Borschtsch, der sich vom ukrainischen unterscheidet. In Polen begegnet man am häufigsten der klaren, rubinroten Rote-Bete-Brühe namens „Barszcz Czysty“, die oft direkt aus dem Becher getrunken wird, dazu kleine gefüllte Teigtaschen namens „Uszka“.

Diese klare Rote-Bete-Brühe hat mich beim ersten Mal überrascht — ich hatte eine dicke, gemüsereiche Suppe erwartet, habe mich aber nach dem ersten Schluck sofort verliebt. Sie hat eine wunderbare erdige Süße, die von einer leichten Säure gebrochen wird, und die kleinen Pilz-Teigtaschen sind wie kleine Überraschungen am Boden.

Polnisches Essen: Bigos, Schnitzel und Hauptgerichte, die satt machen

Bei polnischen Hauptgerichten denken wir sofort an riesige Portionen und viel Fleisch. Wer Diät hält, wird es in einer traditionellen polnischen Gaststätte schwer haben — aber im Urlaub zählt man ja bekanntlich keine Kalorien, oder? 😁

8. Polnisches Essen: Bigos (Jägereintopf)

Bigos, polnischer Jägereintopf aus Kohl

Dieses Gericht ist eine Legende. Polnisches Essen Bigos ist ein dicker Jägereintopf, der aus Sauerkraut und frischem Kohl, verschiedenen Fleischsorten, Wurst, getrockneten Pilzen und Pflaumen gekocht wird. Das Geheimnis eines guten Bigos liegt darin, dass er lange köcheln muss — idealerweise sogar mehrere Tage, bei denen er immer wieder aufgewärmt und ruhen gelassen wird, damit sich die Aromen schön verbinden.

Die Einheimischen schwören auf Bigos und behaupten, je öfter er aufgewärmt wird, desto besser wird er. Wir beide lassen die klassische Fleischversion zwar meist aus, aber die gute Nachricht ist: Viele moderne Bistros bieten heute auch einen hervorragenden vegetarischen Bigos aus Pilzen und verschiedenen Kohlsorten an. Und zugegeben — diese fleischlose Variante, serviert in einer authentischen Holzhütte, hat uns genauso umgehauen.

9. Kotlet Schabowy und Gołąbki

Kotlet Schabowy, polnisches Schweinsschnitzel

Kotlet Schabowy ist nichts anderes als unser gutes altes Schweineschnitzel — aber in Polen machen sie es wirklich riesig, oft so groß wie der ganze Teller, und servieren es mit Kartoffelpüree und gedünstetem Kohl. Gołąbki (Kohlrouladen) sind in Kohlblätter gewickelte Rollen aus Hackfleisch und Reis, die langsam geschmort und mit einer köstlichen Tomaten- oder Pilzsoße serviert werden.

Kohlrouladen und Schnitzel gehören zum typischsten polnischen Comfort Food und stehen in jeder traditionellen Gaststätte fast auf jedem Tisch. Da wir kein Fleisch essen, nehmen wir stattdessen meistens das Kartoffelpüree — in Polen wird dabei übrigens nicht mit Butter gespart — und eine ordentliche Portion gedünsteten Kohl. Die gute Nachricht: Pflanzliche Schnitzel-Varianten, zum Beispiel aus Sellerie oder Blumenkohl, bieten inzwischen immer mehr polnische Bistros an.

Vegetarisches Polen: Eine Überraschung, die ihr nicht erwartet

Auch wenn es nach den vorherigen Absätzen nicht so aussehen mag: Polen ist tatsächlich ein vegetarisches und veganes Paradies. Wir waren schlichtweg verblüfft, als wir feststellten, wie groß und ausgefeilt diese Szene ist. Besonders wenn ihr nach wunderschönem Krakau oder Breslau reist, findet ihr einige der besten rein pflanzlichen Restaurants in ganz Europa.

In den Städten sind vegane Burger sehr angesagt — das berühmte Lokal Veganistanowi Burgers zaubert Kreationen, bei denen wir schwören würden, das saftigste Fleisch zu essen, obwohl alles rein pflanzlich ist. In Breslau empfehlen wir das berühmte Vega — das allererste und älteste rein vegane Restaurant des Landes, das seit Ende der Achtziger in Betrieb ist. Sie bieten hervorragende pflanzliche Versionen traditioneller polnischer Gerichte an, sodass ihr Pierogi oder Kotlet Schabowy genießen könnt, auch wenn ihr kein Fleisch esst.

Polnischer Vodka und seine Trinkregeln (und wie man das überlebt)

Polen zu besuchen und den lokalen Vodka zu kosten ist fast schon eine gesellschaftliche Pflicht. Die Bars dort bieten über hundert Sorten an, und es wäre fast schade, nicht mindestens eine zu probieren. Polen nehmen ihren Vodka sehr ernst, und es gibt ziemlich strikte Regeln, wie man ihn richtig trinkt, ohne den Gastgeber zu beleidigen.

10. Die Regeln des polnischen „Na Zdrowie“

Polnischer Vodka Pan Tadeusz

Erstens: Vodka wird pur und eiskalt getrunken — ruhig direkt aus dem Gefrierfach. Niemals, aber wirklich niemals, wird guter polnischer Vodka im Glas mit Wasser oder Saft verdünnt. Er wird in kleinen Shots und grundsätzlich auf ex getrunken — kein Nippen. Vor jedem Schluck folgt ein kräftiges „Na zdrowie!“ (Prost!). Und ein kleiner Überlebenstipp: Eine eingelegte Gurke als Begleitung wirkt Wunder.

Unsere erste Verkostung mit Einheimischen war etwas turbulent. Bevor wir uns versahen, hatten wir drei Shots intus und begriffen, dass das Tempo hier wirklich nicht gedrosselt wird. Mein persönlicher Ratschlag lautet daher: Immer erst nach einem ordentlichen und sehr sättigenden Mittagessen trinken — sonst holt es euch früher ein, als ihr denkt.

11. Was ihr genau probieren solltet

Unter den klassischen klaren Vodkas ist Wyborowa eine bewährte Größe. Weit interessanter sind jedoch die aromatisierten Varianten — der absolute Klassiker ist Żubrówka, der „Bison Grass“-Vodka. Es ist ein leicht gelblicher Vodka mit einem Grashalm aus dem Białowieża-Urwald in der Flasche und wird als eine der wenigen Ausnahmen gerne mit Apfelsaft gemischt — das nennt sich „Szarlotka“ (Apfelkuchen). Sehr empfehlenswert ist auch Soplica, der in Dutzenden Fruchtaromen erhältlich ist; wir mögen am liebsten die Haselnuss- oder Kirschvariante.

Die Haselnuss-Soplica schmeckt eher wie ein flüssiges Nuss-Dessert. Wir haben uns zwei Flaschen mit nach Hause genommen und genießen sie gerne nach einem schweren Abendessen mit Freunden — immer als kleine Erinnerung an unsere Reise. Und die Szarlotka ist im Sommer ein absolut herrlicher Erfrischungsdrink.

Polnisches Bier: Von der Klassik zur Craft-Revolution

Deutschland ist zwar ein Bierland, aber auch in Polen kommen Bierliebhaber voll auf ihre Kosten. In jeder Gaststätte bekommt ihr die großen Traditionsmarken wie Tyskie, Żywiec oder Lech — recht trinkbare helle Lager, die zum deftigen Essen gut passen. Wir suchen jedoch lieber kleinere Brauereien auf, und davon gibt es in Polen immer mehr.

Seit 2010 erlebt Polen eine enorme Craft-Beer-Revolution. Wann immer wir auf unserem Roadtrip die Abende in Städten verbrachten, suchten wir Kneipen mit lokalem Bier — und die polnische IPA-Szene ist wirklich auf hohem Niveau. Achtet auf Marken wie Browar Pinta (ihr Atak Chmielu ist legendär), AleBrowar oder Browary Trzech Koron. Wenn ihr in Krakau seid, geht unbedingt abends zum Plac Nowy 1 — mitten im Herzen von Kazimierz, wo die meisten Leute ohnehin wohnen. Es gibt dort hervorragende Pizza und eines der besten lokalen Biere der Stadt.

Das süße Finale: Pączki, Sernik und päpstliche Kremówka

Pączki, polnische gefüllte Berliner

In Polen darf man auch die Desserts nicht vergessen. Polnische Konditoreien (Cukiernie) stehen an jeder Ecke, und die Vitrinen bersten vor Cremes und Quark.

12. Pączki (Berliner, wie ihr sie noch nicht kennt)

Polnische Pączki ähneln unseren Berlinern, sind aber viel reichhaltiger — der Teig ist schwerer und die Füllungen sind einfach unglaublich. Traditionell werden sie mit Hagebuttenmarmelade gefüllt und oben mit Zuckerguss und kandierter Orangenschale übergossen. Die meisten davon verspeisen die Polen am sogenannten Tłusty Czwartek (Fetter Donnerstag) vor Beginn der Fastenzeit, wenn vor den bekanntesten Bäckereien stundenlange Schlangen stehen.

Wir haben einmal in Krakau in so einer Schlange gewartet, und ich dachte, Lukas würde die Geduld verlieren. Aber als wir endlich an diesen warmen, von Marmelade überquellenden Köstlichkeiten angelangt waren, waren wir uns beide einig: Wir würden jederzeit wieder anstehen. Eine Kalorienbombe — aber eine absolut märchenhafte.

13. Sernik und Kremówka

Wer Cheesecake liebt, wird vom polnischen Sernik begeistert sein. Es ist ein traditioneller Quarkkuchen aus dem polnischen „Twaróg“, der trockener als unser Quark ist — der Kuchen wird dadurch wunderbar luftig, oft ergänzt durch Rosinen oder Schokoladenglasur. Eine weitere berühmte Köstlichkeit ist die Kremówka papieska — der Lieblingsgebäck von Papst Johannes Paul II.: zwei Blätterteigschichten, gefüllt mit einer dicken Schicht Vanillecreme.

Als wir in Wadowice, dem Geburtsort des Papstes, waren, gab es diese Kremówkas hinter so ziemlich jedem Schaufenster. Ich bin dem Blätterteig verfallen, und wenn er mit echter Vanillecreme kombiniert ist, die auf der Zunge zergeht, ist dem Widerstand kein Kraut gewachsen.

Wo ihr am besten esst: Unsere Tipps für polnische Städte

Über die Jahre haben wir eine ganze Menge Städte bereist — hier sind die Orte, in die wir wegen des Essens am liebsten zurückkehren.

14. Krakau und Warschau

Krakau ist ein absolutes Paradies. Das Viertel Kazimierz ist voll mit großartigen Bistros und traditionellen jüdischen Restaurants — außerdem findet man hier die berühmten Zapiekanka (überbackene Baguettes mit Pilzen und Käse) direkt auf der Straße. In Warschau verbinden sich Geschichte und modernste Fine-Dining-Szene, und es gibt dort jede Menge fantastische Third-Wave-Cafés, in denen euch Kaffee aus lokalen Röstereien zubereitet wird.

Von den beiden Städten liegt uns Krakau wohl ein bisschen mehr am Herzen, weil wir dort so viele Erinnerungen aus unseren ersten Reisen haben. Aber ich muss zugeben: Warschau überrascht uns jedes Mal aufs Neue, wie rasant sich die Gastro-Szene dort entwickelt.

15. Danzig und Breslau

Wer in den Norden fährt: In der Hafenstadt Danzig sind frische Fische und Ostseeheringe die lokale Spezialität, zubereitet auf Dutzende Arten. Und Breslau — die lieben wir, ich habe ihr einen ganzen Artikel gewidmet — dort esst ihr einfach überall gut. Milchbars und vegane Lokale sind gleichermaßen fantastisch.

In Danzig empfehle ich, abends runter ans Wasser zu gehen und sich in einem der Hafenbistros niederzulassen. Wir saßen dort einmal bei untergehender Sonne mit einer Portion knusprig gebratener Pierogi und einem Glas Wein — so banal es klingt, es war einer dieser perfekten Urlaubsabende, die man einfach nicht vergisst.

Praktische Infos, Trinkgeld und Restaurant-Etikette

Zum Abschluss noch ein paar Tipps, damit ihr in polnischen Lokalen keine Fettnäpfchen tritt.

  • Trinkgeld (Napiwek): Üblich sind rund 10 % der Gesamtrechnung, wenn ihr mit dem Service zufrieden wart. In besseren Restaurants ist manchmal bereits ein Serviceaufschlag enthalten — schaut daher immer auf die Rechnung.
  • Bezahlen: In größeren Gruppen teilen Polen die Rechnung ungern nach einzelnen Positionen auf. Meistens wird alles zusammen bezahlt und man einigt sich untereinander. In größeren Städten gewöhnt man sich aber langsam ans getrennte Zahlen.
  • Alkoholverbot: In Polen ist Alkoholtrinken auf der Straße und an öffentlichen Plätzen (außer auf Restaurantterrassen) recht streng verboten. Es drohen empfindliche Bußgelder — bleibt also lieber mit eurem Bier in der Kneipe.

Weiterlesen

Wenn euch das Wasser schon im Mund zusammenläuft und ihr plant, nach Polen zu reisen, schaut auch in unsere anderen Artikel zu Polen:

Reisetipps und praktische Hinweise

Bevor ihr aufbrecht, um all die großartigen polnischen Bistros und Milchbars zu erkunden, habe ich noch ein paar schnelle praktische Tipps für euch zusammengestellt. Egal ob ihr mit dem Auto fahrt oder fliegt — ein bisschen Vorbereitung schadet nie. 😉

Lukas und ich nutzen seit Jahren bewährte Dienste, die uns jede Menge Geld und Nerven sparen. Hier ist ein Überblick über das, was sich bei uns am meisten bewährt hat.

Günstige Flüge und Transport finden

Wenn ihr nicht mit dem Auto nach Polen fahrt, sucht günstige Flüge oder Busverbindungen in polnische Städte am besten auf Kiwi — unser Lieblingsportal. Von deutschen Großstädten wie Berlin, München oder Frankfurt gibt es regelmäßige Verbindungen mit Eurowings, Lufthansa oder Flixbus nach Krakau, Warschau, Danzig und Breslau.

Als wir letztes Jahr das erste Mal mit unserem Kleinen geflogen sind, hat uns die Suche enorm erleichtert, weil wir sofort die kürzesten und komfortabelsten Verbindungen ohne unnötige Umstiege sehen konnten. Und gesparte Zeit zählt mit einem kleinen Kind einfach doppelt.

Mietwagen

Wir nutzen regelmäßig den Vergleichsdienst RentalCars — Lukas und ich haben damit langfristig sehr gute Erfahrungen gemacht und nutzen ihn weltweit.

In Polen lohnt sich ein Mietwagen vor allem, wenn ihr auch mal aus den Städten heraus in die Natur oder an die Ostseeküste im Norden wollt. Über den Vergleichsdienst findet man immer die besten Preise, und alles ist praktisch an einem Ort versichert.

Reiseversicherung nicht vergessen

Vor jeder Reise sichern wir uns ab. Für kürzere Reisen wählen wir eine Versicherung bei AXA (über unseren Link bekommt ihr 50 % Rabatt), für längere Reisen oder Reisen außerhalb Europas haben wir unser geliebtes SafetyWing.

Besonders seit unser Kleiner mitreist, überlassen wir nichts mehr dem Zufall. Eine Versicherung kostet ein paar Euro, aber die Seelenruhe, jederzeit sorgenfrei zum Arzt gehen zu können, ist schlicht unbezahlbar.

Internet unterwegs

Auch wenn in Polen EU-Roaming gilt, ist die Reise-eSIM von Holafly eine super Absicherung, wenn ihr Backup-Daten braucht.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen zum polnischen Essen

Was sind polnische Piroggen?

Polnische Piroggen (Pierogi) sind traditionelle gefüllte Teigtaschen, die in Wasser gekocht und anschließend oft noch in der Pfanne angebraten werden. Sie werden mit den verschiedensten Füllungen zubereitet – von Kartoffeln mit Quark (Ruskie) über Hackfleisch, Sauerkraut mit Pilzen bis hin zu süßen sommerlichen Fruchtvarianten mit Erdbeeren oder Heidelbeeren.

Was ist ein typisches polnisches Gericht?

Neben Piroggen ist die Suppe Żurek (aus Roggensauerteig mit Wurst und Ei) ein absolut typisches polnisches Gericht, ebenso der deftige Jägereintopf Bigos aus Kohl und mehreren Fleischsorten oder das große Schweineschnitzel namens Kotlet Schabowy. Die polnische Küche ist sehr herzhaft und reich an Kartoffeln, Kohl und Fleisch.

Wie macht man Teig für Piroggen?

Der klassische Teig für polnische Piroggen ist ganz einfach. Man braucht nur glattes Weizenmehl, heißes Wasser, eine Prise Salz und oft wird noch etwas geschmolzene Butter oder Öl hinzugefügt, damit der Teig geschmeidiger wird. Manche fügen auch ein Ei hinzu, aber traditionelle Rezepte kommen auch ohne aus – dank des heißen Wassers wird der Teig wunderbar weich und elastisch.

Aus welchem Land stammen Piroggen?

Obwohl mehrere Länder Ost- und Mitteleuropas sie für sich beanspruchen und man verschiedene Varianten in der Ukraine, in Russland oder der Slowakei findet, gelten Pierogi in dieser spezifischen Form und unter diesem Namen als Nationalgericht Polens, wo sie die stärkste Tradition und die größte Vielfalt an Füllungen haben.

Was kostet ein Mittagessen in Polen?

Das hängt davon ab, wohin man geht. In den klassischen Retro-Milchbars isst man normalerweise für 15 bis 25 PLN (ca. 3,50 bis 6 EUR). In gewöhnlichen Restaurants rechnet man für ein Hauptgericht mit etwa 40 bis 60 PLN (ca. 9 bis 14 EUR), und in Fine-Dining-Lokalen zahlt man natürlich entsprechend mehr.

Ist die polnische Küche für Vegetarier geeignet?

Überraschenderweise ja. Obwohl die traditionelle polnische Küche sehr fleischlastig ist, erleben polnische Städte wie Krakow, Warszawa oder Wrocław gerade einen riesigen Boom veganer und vegetarischer Gastronomie. Man findet problemlos rein pflanzliche Restaurants, die vegane Burger oder sogar fleischlose Versionen traditioneller polnischer Gerichte anbieten.

Wie trinkt man Wodka in Polen?

Polnischer Wodka wird pur getrunken, eiskalt aus kleinen Gläsern, und grundsätzlich auf ex (in einem Zug). Er wird niemals mit Saft oder Wasser verdünnt, und vor jedem Trinken stoßen die Polen gemeinsam an und sagen „Na zdrowie!“. Als Unterlage werden oft eingelegte Gurken oder Brotstücke mit Schmalz gereicht.

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