Teneriffa, Spanien: 22 Tipps – Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten & beste Strände

Du überlegst, wohin du vor dem grauen und eisigen mitteleuropäischen Winter fliehen kannst? Die Kanarischen Inseln sind ein geografisches Paradoxon, das man einfach lieben muss. Obwohl sie politisch und kulturell zu Spanien gehören, wachsen sie geologisch aus dem afrikanischen Kontinentalschelf und bieten ein Klima, das einer unerreichbaren Utopie gleicht. Während der Rest Europas friert, lebt Teneriffa, Spanien, seinen eigenen entspannten Rhythmus des ewigen Frühlings – die Temperaturen bleiben das ganze Jahr über angenehm zwischen zwanzig und achtundzwanzig Grad.

Die größte und meistbesuchte Insel des Archipels verlangt bereits beim Landeanflug Respekt ab. An einem einzigen Tag kannst du dich durch dichten Nebelwald kämpfen, am Rand eines rauchenden Vulkankraters stehen und am Nachmittag an einem aufgeheizten Strand bräunen. Teneriffa ist eine Insel der enormen Kontraste, wo der sonnige, trockene Süden scharf mit dem grünen, feuchten Norden voller historischer Kolonialstädtchen kontrastiert. In diesem Reiseführer schauen wir uns gemeinsam die schönsten Orte an, die du bei der Planung deines Itinerars auf keinen Fall verpassen solltest.

Teneriffa, Spanien
Foto: H. Zell / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Genehmigung für den Teide: Ab 2026 gilt ein striktes System mit Gebühren für den Aufstieg zum eigentlichen Gipfel (Weg PNT 10). Buche die Genehmigung Monate im Voraus.
  • Zwei völlig verschiedene Welten: Der Süden der Insel ist ideal für Sonnen- und Strandliebhaber sowie große Resorts, während der Norden Naturfreunde, Geschichtsbegeisterte und Wanderer begeistert.
  • Mietwagen ist Pflicht: Wer die Insel wirklich kennenlernen und in die Berge oder versteckte Dörfer fahren möchte, kommt ohne Auto nicht aus.
  • Grüner Norden: Das Anaga-Gebirge mit seinen Lorbeerwäldern gehört zum Schönsten, was du auf den Kanaren sehen kannst.
  • Wann reisen: Teneriffa ist ein Ganzjahresziel. Im Winter fliehst du vor der Kälte, im Sommer sorgen Meeresströmungen dafür, dass extreme Hitze ausbleibt.
  • Zwei Flughäfen: Aufgepasst beim Buchen – die Insel hat einen Südflughafen (TFS) für die meisten internationalen Flüge und einen Nordflughafen (TFN) eher für Inselverbindungen und Flüge von der spanischen Festlandsküste.
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Teneriffa Wetter – Wann ist die beste Reisezeit?

Die Kanarischen Inseln kennen absolut keine Nebensaison – du kannst das ganze Jahr über unbesorgt hierher fliegen. Die Wintermonate von Dezember bis März sind der absolute Höhepunkt für alle, die dem Frost entfliehen wollen. In dieser Zeit steigen sowohl Unterkunfts- als auch Flugpreise steil an, doch als Belohnung winkt dir das einzige verlässliche Winterbadeziel in der Nähe Europas. Der Ozean hält nämlich selbst in den kältesten Monaten angenehme achtzehn bis vierundzwanzig Grad.

Die Sommerferien sind auf den Inseln dagegen überraschend erträglich und angenehm. Dank kühler Meeresströmungen und der konstanten Passatwinde erlebt man hier kaum die extremen Vierzig-Grad-Hitze, die im August regelmäßig das andalusische Festland lähmt. Wer leere Wanderwege und die besten Preise genießen möchte, sollte im Frühling – im April – oder im Herbst – im November – anreisen.

Beim Packen musst du bedenken, dass die Insel wie mehrere verschiedene Mikrowelten gleichzeitig funktioniert. Während du im Süden rund um Costa Adeje hauptsächlich Bikini und Sommerkleid brauchst, kommst du im Norden und in den Bergen ohne Regenjacke und wärmere Schichten nicht aus. Das Wetter kann sich hier buchstäblich hinter jeder Kurve ändern – Kleidung in Lagen zu tragen ist das absolute Grundprinzip für einen gelungenen Urlaub.

Wo auf Teneriffa übernachten?

💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl deiner Unterkunftsbasis ist für den Urlaub absolut entscheidend und hängt davon ab, was du vom Aufenthalt erwartest. Die goldene Regel lautet: Der sonnige Süden ist für Strandliebhaber geschaffen, während der grüne Norden aktive Reisende und alle, die authentische Atmosphäre suchen, begeistert. Wenn du länger als eine Woche bleibst, empfehle ich dir wärmstens, die Unterkunft aufzuteilen, damit du nicht stundenlang auf der Autobahn pendeln musst.

Die Südküste bietet eine riesige Auswahl an Resorts und Hotelkomplexen mit jeder erdenklichen Infrastruktur. Hier findest du die schönsten sonnenbeschienenen Strände und endlose Promenaden voller Restaurants. Eine ausgezeichnete Wahl ist die Gegend rund um Costa Adeje, die etwas ruhiger und luxuriöser wirkt als das benachbarte, lebhafte Playa de las Américas. Viele Reisende machen gute Erfahrungen mit der Buchung von Apartments über Booking, wo du alles von schlichten Studios bis hin zu Luxusvillen mit eigenem Pool findest.

Wenn dich eher Natur und kanarische Geschichte reizen, such dir eine Unterkunft im Norden. Puerto de la Cruz bietet einen guten Kompromiss zwischen touristischer Infrastruktur und authentischer spanischer Atmosphäre. Eine großartige historische Basis ist auch die Universitätsstadt San Cristóbal de La Laguna. Beachte aber, dass die Nordküste oft in Wolken gehüllt ist und die Temperaturen einige Grad niedriger sind als im trockenen Süden.

22 Tipps: Was in Teneriffa sehen und unternehmen

Lass uns gemeinsam einen Blick auf die interessantesten Orte werfen, die du bei einem Besuch der Insel nicht verpassen solltest. Wir haben alles aufgenommen – von dramatischen Vulkangipfeln über historische Städtchen bis hin zu den schönsten Stränden.

1. Nationalpark Teide und Gipfelbesteigung

Nationalpark Teide und Gipfelbesteigung
Foto: Ingo Mehling / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Der Nationalpark Teide ist das absolute Herzstück der Insel, und seine Hauptdominante ragt auf beeindruckende 3.718 Meter über dem Meeresspiegel. Es handelt sich um den höchsten Berg ganz Spaniens, und ein Besuch ist für jeden Teneriffa-Reisenden ein Muss. Auf dem Weg hinauf beobachtest du eine faszinierende Veränderung der Landschaft: Bananenplantagen weichen Kiefernwäldern, und schließlich findest du dich in einer surrealen Mondlandschaft wieder. Erstarrte Lava und scharfer Obsidian erschaffen Szenerien, die einem wirklich den Atem verschlagen.

Wer bis zum eigentlichen Kraterrand aufsteigen möchte, muss sich auf ein bürokratisches Hindernis einstellen. Ab Januar 2026 gilt ein striktes System für den Aufstieg zum Gipfel, konkret für den letzten Wegabschnitt PNT 10. Du benötigst nun eine spezielle Genehmigung und musst eine Gebühr entrichten – damit versucht die Parkverwaltung, das empfindliche Ökosystem zu schützen. Die verfügbaren Slots sind Monate im Voraus vergriffen, daher ist Last-Minute-Planung hier fehl am Platz.

Ohne vorab gebuchten Permit lassen dich die Parkwächter nicht zum Krater vor – du musst dich dann mit den Aussichten von der oberen Seilbahnstation begnügen. Ich empfehle dir, die Genehmigung sofort nach dem Kauf deiner Flugtickets zu besorgen, denn die Frage nach dem Teide-Permit ist derzeit das meistdiskutierte Thema in Reiseforen. 💡 Tipp: Falls du keinen Permit für eine Tagesbesteigung bekommst, schau dich nach geführten Touren um oder erwäge eine legale Nachtbesteigung mit Sonnenaufgangsbeobachtung.

2. Seilbahn auf den Teide (Teleférico)

Seilbahn auf den Teide (Teleférico)
Foto: Flocci Nivis / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Für alle, die den enormen Höhenunterschied nicht zu Fuß bewältigen wollen oder können, gibt es im Nationalpark eine sehr effiziente Seilbahn. Sie bringt dich in nur acht Minuten von der Talstation auf 2.356 Metern hinauf auf beachtliche 3.555 Meter über dem Meeresspiegel. Von dort aus bieten sich fantastische Aussichten auf den gesamten Nationalpark, und bei guter Sicht siehst du die benachbarten Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro.

Tickets für die Seilbahn sind äußerst begehrt und in der Hochsaison vor Ort kaum zu bekommen. Buche sie immer mehrere Tage im Voraus online, am besten über die offizielle Website oder bequem über Plattformen wie GetYourGuide. Bedenke, dass es oben deutlich kälter ist und ein kräftiger Wind weht – eine warme Jacke und festes Schuhwerk sind auch mitten im heißen Sommer absolut unverzichtbar.

Der Betrieb der Seilbahn ist stark wetterabhängig, und starker Wind kann sie jederzeit zum Stillstand bringen. Prüfe immer morgens vor der Abfahrt die offizielle Website, damit du nicht umsonst in die Berge fährst. 💡 Tipp: Die Morgenstunden sind die beste Zeit – nicht nur wegen weniger Besuchern, sondern auch wegen klarerer Luft. Am Nachmittag ziehen sich rund um den Gipfel oft dichte Wolken zusammen.

3. Sternbeobachtung im Nationalpark

Teneriffa rühmt sich mit einigen der besten Bedingungen für die Beobachtung des Nachthimmels auf unserem gesamten Planeten. Der Nationalpark Teide ist offiziell als Starlight-Reservat zertifiziert, was bedeutet: minimale Lichtverschmutzung und extrem saubere Luft. Sobald die Sonne untergeht und die meisten Touristen zurück in ihre Küstenhotels gefahren sind, verwandelt sich der Park in ein perfektes natürliches Observatorium voller Stille.

Für das beste Erlebnis empfehle ich, mit einer der lokalen Agenturen auf eine spezialisierte Nachttour zu gehen. Professionelle Guides mit leistungsstarken Teleskopen zeigen dir Mondkrater, die Ringe des Saturn und bringen dir die Orientierung an den Sternbildern bei. Das ist ein absolut magisches Erlebnis, das nicht nur begeisterte Astronomen genießen, sondern auch absolute Laien, die sich nach Romantik unter der Milchstraße sehnen.

Wer auf eigene Faust losziehen möchte, nimmt einfach eine Decke, eine Thermoskanne mit heißem Tee und fährt mit dem Auto zu einer der vielen Aussichtspunkte entlang der Hauptstraße. Zieh dich aber unbedingt sehr warm an – die Temperaturen fallen hier nachts auch in den Sommermonaten regelmäßig nahe den Gefrierpunkt. 💡 Tipp: Der Aussichtspunkt Mirador de los Roques de García bietet eine ikonische Kulisse aus Felsnadeln vor dem Sternenhimmel – ein absolutes Paradies für alle Fotografen mit Stativ.

4. Anaga-Gebirge und Lorbeerwald

Anaga-Gebirge und Lorbeerwald
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

An der nordöstlichsten Spitze der Insel erstreckt sich das Anaga-Gebirge, das wie aus einer völlig anderen Welt wirkt. Dieses uralte Massiv ist bedeckt von einem tertiären Lorbeerwald, der sogenannten Laurisilva, die in Europa sonst nirgends erhalten geblieben ist. Mit Moos und Farnen bewachsene Bäume versinken hier ständig in mystischem Nebel und schaffen eine Atmosphäre wie aus einem Fantasyfilm.

Das gesamte Gebiet ist regelrecht durchzogen von hunderten Kilometern bestens ausgeschilderter Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsgrade. Einer der schönsten Pfade ist der Sendero de los Sentidos (Weg der Sinne), der beim Besucherzentrum Cruz del Carmen beginnt. Er ist anspruchslos, auch mit kleineren Kindern machbar und führt dich wunderbar in das feuchte und geheimnisvolle Ökosystem dieses Naturwunders ein.

Bei der Fahrt ins Anaga-Gebirge musst du mit einem völlig anderen Mikroklima rechnen als im Süden der Insel. Hier regnet es häufig, es weht der Wind, und es ist deutlich kühler – Regenjacke und gutes Schuhwerk gehören unbedingt in den Rucksack. 💡 Tipp: Die Straßen durch das Anaga-Gebirge sind unglaublich schmal und voller enger Serpentinen. Plan genug Zeit ein und bringe Geduld mit, wenn du Bussen entgegenkommst.

5. Bergdorf Masca und der Schluchten-Trek

Bergdorf Masca und der Schluchten-Trek
Foto: Axel Cotón Gutiérrez / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Tief im Teno-Gebirge im Westen der Insel verbirgt sich das malerische Dörfchen Masca, das oft als das kanarische Machu Picchu bezeichnet wird. Bis in die 1970er Jahre führte keine Straße hierher, und der Ort war nur zu Fuß oder per Esel erreichbar. Heute kommt man zwar mit dem Auto hin, aber die Fahrt über extreme Serpentinen mit riesigen Höhenunterschieden stellt deine Fahrkünste und Nerven auf eine ernsthafte Probe.

Das Dorf selbst besteht aus nur wenigen Dutzend traditioneller Häuser, die sich buchstäblich an steile Felswände klammern. Die Hauptattraktion ist jedoch der grandiose Trek durch die Schlucht Barranco de Masca, der vom Dorf bis hinunter zur wilden Atlantikküste führt. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang zur Schlucht derzeit streng reglementiert – du musst vorab eine Genehmigung über die offizielle Website einholen.

Bedenke, dass es im Dorf so gut wie keine Parkplätze gibt, die in der Saison schon früh morgens belegt sind. Am besten lässt du das Auto in der nahen Stadt Santiago del Teide und fährst mit dem Linienbus oder einem Sammeltaxi nach Masca. 💡 Tipp: Für den Trek brauchst du unbedingt feste Knöchelschuhe und ausreichend Wasser. Der Weg hinunter und wieder hinauf ist körperlich sehr anspruchsvoll, und die Sonne kann gnadenlos sein.

6. Klippen Los Gigantes (Acantilados de Los Gigantes)

Klippen Los Gigantes (Acantilados de Los Gigantes)
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

An der Westküste der Insel findest du eines der beeindruckendsten Naturphänomene ganz Spaniens. Die riesigen Felswände von Los Gigantes fallen nahezu senkrecht aus über sechshundert Metern Höhe in die Tiefen des Atlantischen Ozeans. Die Ureinwohner der Kanaren, die Guanchen, nannten diesen Ort treffend „Höllenmauer“, denn für sie stellte er das Ende der bekannten Welt dar.

Den schönsten Blick auf die Klippen bekommst du von Bord eines der vielen Ausflugsboote, die vom lokalen Hafen ablegen. Erst vom Meeresspiegel aus begreifst du ihre überwältigende Monumentalität und das enorme Ausmaß. Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, findet gute Aussichtspunkte im gleichnamigen Städtchen nahe dem Hafen oder vom schwarzsandigen Strand Playa de los Guíos.

Das Städtchen Los Gigantes ist vergleichsweise ruhig und bietet eine angenehme Alternative zu den lebhafteren Resorts im Süden. Es ist ein wunderbarer Ort für einen nachmittäglichen Kaffee beim Sonnenuntergang, der die Felsen in unglaubliche Orange- und Rottöne taucht. 💡 Tipp: Bei einem Spaziergang durch die Stadt stößt du auf natürliche Lavabecken, in denen du auch an Tagen sicher schwimmen kannst, wenn der Ozean zu rauhe Wellen hat.

7. Wal- und Delfinbeobachtung

Die Kanarischen Inseln – und konkret die Südwestküste Teneriffas – gehören zu den absolut besten Orten der Welt für die Beobachtung von Walen und Delfinen in freier Wildbahn. In den hiesigen Gewässern lebt dauerhaft eine große Kolonie von Grindwalen (Pilot Whales) sowie mehrerer Delfinarten. Der Meeresboden fällt hier sehr steil in große Tiefen ab, was perfekte Bedingungen für ihre Jagd und ihr ganzjähriges Leben schafft.

Walbeobachtungstouren legen am häufigsten von den Häfen in Los Cristianos, Puerto Colón oder Los Gigantes ab. Wähle immer Anbieter mit der Zertifizierung „Barco Azul“ (Blaues Schiff), die einen ethischen Umgang mit den Tieren garantiert. Diese Boote halten strenge Regeln ein, nähern sich den Walen nicht zu nah und schalten die Motoren nicht abrupt ab, um die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung nicht zu stören.

Während einer zwei- bis dreistündigen Fahrt hast du eine nahezu hundertprozentige Chance, tatsächlich Tiere zu sehen. Das Erlebnis, wenn ein riesiger Wal nur wenige Meter neben deinem Boot auftaucht, gehört zu den unvergesslichsten Urlaubsmomenten. 💡 Tipp: Wenn du zu Seekrankheit neigst, buche Plätze auf größeren Katamaranen – sie sind auf dem offenen Ozean deutlich stabiler als kleine Motorboote. Nimm Tabletten gegen Seekrankheit etwa eine Stunde vor dem Ablegen ein.

8. San Cristóbal de La Laguna (UNESCO)

San Cristóbal de La Laguna (UNESCO)
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wer die echte Geschichte und Kultur der Insel kennenlernen möchte, muss in den Norden nach San Cristóbal de La Laguna fahren. Diese ehemalige Hauptstadt steht zu Recht auf der UNESCO-Welterbeliste dank ihres perfekt erhaltenen historischen Zentrums aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Das einzigartige Schachbrettmuster der Straßen wurde später zum Vorbild für viele Kolonialstädte in Lateinamerika.

Beim Schlendern begegnet dir eine wunderbare Kulisse aus bunten Häusern mit typischen Holzbalkonen und stillen Innenhöfen voller Palmen. Die Stadt hat eine lange Universitätstradition, die ihr eine unglaublich lebhafte und jugendliche Atmosphäre verleiht. In den engen Gassen findest du zahllose alternative Cafés, unabhängige Buchläden und ausgezeichnete Tapas-Bars, die hauptsächlich von Einheimischen besucht werden.

Beachte, dass La Laguna auf über fünfhundert Metern Höhe liegt und das lokale Klima völlig anders ist als im sonnigen Süden. Hier regiert oft Nebel, Kühle und gelegentliche Schauer – Pullover und Regenschirm sind Pflichtausrüstung. 💡 Tipp: Komm abends hierher, wenn die historischen Gebäude wunderschön beleuchtet sind und die Stadt mit dem lebhaften Nachtleben der Studenten pulsiert, die bis in die späten Stunden auf den Plätzen sitzen.

9. Santa Cruz de Tenerife

Santa Cruz de Tenerife
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die heutige Hauptstadt der Insel, Santa Cruz de Tenerife, ist eine moderne, pulsierende Metropole, die eine großartige Mischung aus Kultur, Shopping und Entspannung bietet. Ihr bekanntestes Wahrzeichen ist das futuristische Gebäude des Auditorio de Tenerife, entworfen vom berühmten Architekten Santiago Calatrava, dessen Form verblüffend an das Opernhaus in Sydney erinnert. Rund um es herum verläuft eine schöne Promenade, ideal für einen Nachmittagsspaziergang.

Die Stadt ist reich an Grünflächen und wunderschönen Parks, von denen der bekannteste der Parque García Sanabria mit exotischen Pflanzen und Kunstinstallationen ist. Shopping-Fans sollten die Calle Castillo nicht verpassen, wo Boutiquen aller Weltmarken zu finden sind. Für ein authentisches Erlebnis lohnt sich ein Besuch des Marktes Mercado de Nuestra Señora de África, wo du die frischesten lokalen Zutaten kaufen kannst.

Wer ans Meer möchte, findet etwas außerhalb der Stadt den traumhaften Strand Playa de las Teresitas. Er ist mit feinem, goldenen Sand bedeckt, der direkt aus der Sahara hierher gebracht wurde, und dank künstlicher Wellenbrecher bietet er ruhiges Wasser ohne gefährliche Strömungen. 💡 Tipp: Jeden Februar oder März beherbergt Santa Cruz einen der größten Karnevals der Welt, der mit dem in Rio de Janeiro mithalten kann. Wer im Frühjahr reist, sollte dieses farbenfrohe Spektakel unbedingt erleben.

10. Garachico und Lavabecken

Garachico und Lavabecken
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

An der Nordküste liegt eine der malerischsten und zugleich tragischsten Städte der Insel. Garachico war einst der reichste Hafen ganz Teneriffas, bis ihn im Jahr 1706 ein massiver Ausbruch des nahen Vulkans Trevejo fast vollständig vernichtete. Die glühende Lava zerstörte damals den gesamten Hafen und veränderte das Schicksal dieses wohlhabenden Handelszentrums für immer.

Doch die Natur hat dem Ort etwas Besonderes zurückgegeben. Die erstarrte Lava, die ins Meer geflossen war, schuf an der Küste ein faszinierendes System natürlicher Becken namens El Caletón. In diesen Felsenlagunen kannst du heute sicher schwimmen und das kristallklare Wasser genießen, geschützt vor den wilden Wellen des Atlantiks. Rund um die Becken wurden bequeme Wege und Treppen für einen einfachen Zugang angelegt.

Das Städtchen selbst hat eine wunderbare kanarische Atmosphäre aus gepflasterten Gässchen, alten Kirchen und stillen Plätzen bewahrt. Es ist der ideale Ort für ein gemütliches Mittagessen auf der Terrasse mit Meerblick, weit entfernt vom Trubel der südlichen Ferienorte. 💡 Tipp: Der Zugang zu den Lavabecken ist in den Wintermonaten wegen gefährlich hoher Wellen oft gesperrt. Respektiere stets die ausgehängten roten Flaggen und riskiere deine Gesundheit nicht leichtfertig.

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11. Icod de los Vinos und der tausendjährige Drachenbaum

Nicht weit von Garachico versteckt sich in den Hügeln das Städtchen Icod de los Vinos, das zwei Dinge berühmt gemacht haben: hervorragender Lokalwein und ein riesiger Baum. Das Hauptattraktion ist der Drago Milenario, ein gewaltiger Drachenbaum, der als der älteste seiner Art auf der Welt gilt. Obwohl sein Alter eher auf „nur“ achthundert Jahre geschätzt wird, flößt seine mächtige Krone aus hunderten verschlungener Äste enormen Respekt ein.

Der Baum befindet sich in einem kostenpflichtigen Botanischen Park, der einen angenehmen Spaziergang durch exotische Flora ermöglicht. Wer keinen Eintritt zahlen möchte, bekommt den besten Blick auf den Drachenbaum völlig kostenlos vom nahegelegenen Platz Plaza de San Marcos. Von dort lässt sich der Baum obendrein wunderbar mit der historischen Kirche und dem Gipfel des Teide im Hintergrund fotografieren.

Wie der Name der Stadt schon andeutet, ist Icod das Zentrum des nördlichen Weinbaugebiets. In den engen Gassen stößt du auf Dutzende kleiner Bodegas, wo du hervorragende lokale Weine probieren kannst, darunter den süßen Malvasier. 💡 Tipp: Besuche unbedingt das kleine Schmetterlingsmuseum (Mariposario del Drago) direkt neben dem Park, wo du durch eine tropische Halle spazierst, in der hunderte frei flatternde exotische Schmetterlinge um dich herumschwirren.

12. Loro Parque in Puerto de la Cruz

Im Norden der Insel findest du eine Institution, die regelmäßig als bester Zoo der Welt ausgezeichnet wird. Loro Parque begann ursprünglich als Rettungsstation für Papageien, von denen er heute die größte Sammlung des Planeten beherbergt. Inzwischen hat er sich zu einem riesigen Komplex entwickelt, der mit großem Nachdruck auf Naturschutz und die Rettung bedrohter Arten setzt.

Der Park ist außerordentlich sauber, voller üppiger tropischer Vegetation, und die Tiere leben in riesigen Gehegen, die ihrer natürlichen Umgebung nachempfunden sind. Das größte Highlight ist das gigantische Pinguin-Pavillon Planet Penguin, das antarktische Bedingungen simuliert und in dem täglich tonnenweise frischer Schnee fällt. Hier siehst du auch Gorillas, Faultiere, Tiger und ein beeindruckendes Aquarium mit einem verglasten Tunnel voller Haie.

Der Besuch des Parks füllt problemlos einen ganzen Tag und ist ein fantastisches Erlebnis nicht nur für Familien mit Kindern. Am besten kommst du gleich zur Öffnungszeit, um den größten Menschenmassen zu entgehen, die mit Bussen aus den südlichen Ferienorten ankommen. 💡 Tipp: Kauf die Tickets vorab online und überlege dir ein sogenanntes Twin Ticket, das dir einen preislich günstigeren kombinierten Eintritt für den Wasserpark Siam Park im Süden der Insel ermöglicht.

13. Siam Park an der Costa Adeje

Während Loro Parque den Norden dominiert, rühmt sich der Süden der Insel mit dem besten Wasserpark der Welt. Siam Park ist ein riesiger Komplex, erbaut im atemberaubenden thailändischen Stil, der jeden Adrenalinjunkie und jeden Erholungssuchenden begeistert. Dutzende Spitzenrutschen sind in einem perfekt gepflegten tropischen Dschungel eingebettet, sodass man sich überhaupt nicht wie in einem gewöhnlichen Betonaquapark fühlt.

Die ikonischste Attraktion ist der Tower of Power, eine neunundzwanzig Meter hohe Rutsche mit nahezu senkrechtem Fall, die in einem verglasten Tunnel direkt durch ein Becken voller Haie und Rochen endet. Wer Ruhe bevorzugt, kann sich einen Ring ausleihen und sich vom sanften Strom des Mai Thai River treiben lassen oder sich an den Kunststand legen, dessen riesiges Becken regelmäßig bis zu drei Meter hohe Wellen für Surfer erzeugt.

In der Saison ist der Park extrem überfüllt, und die Warteschlangen an den beliebtesten Attraktionen können über eine Stunde dauern. Es lohnt sich definitiv, in einen Fast-Track-Pass zu investieren, mit dem du beliebte Rutschen überspringen und dir eine Menge Nerven sparen kannst. 💡 Tipp: Auf allen Attraktionen sind lose Gegenstände wie Brillen oder Flip-Flops verboten. Leg dir am besten Neopren-Wasserschuhe zu, damit du dir die Fußsohlen auf den glühend heißen Gehwegen nicht verbrennst.

14. Puerto de la Cruz und Lago Martiánez

Puerto de la Cruz ist das wichtigste Touristenzentrum des Nordens, das sich – anders als die Südresorts – seinen starken spanischen Charakter bewahrt hat. Das größte Juwel ist der Komplex Lago Martiánez, entworfen vom legendären Künstler César Manrique vom benachbarten Lanzarote. Es handelt sich um ein riesiges System mit Meerwasser gefüllter Becken, die meisterhaft in die schwarzen Vulkanfelsen eingebettet sind.

Der Komplex ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man moderne Architektur mit der rauen kanarischen Natur verbinden kann. Hier findest du einen riesigen Kunstsee, Kaskadenfontänen und zahlreiche Ruhezonen voller Palmen und exotischer Blumen. Es ist der ideale Ort zum Entspannen an Tagen, wenn der Ozean an der Nordküste zu wild und gefährlich zum Schwimmen ist.

Die Stadt selbst bietet ein wunderschönes historisches Zentrum mit traditionellen Fischerhaus-Fassaden und ausgezeichneten Restaurants. Spaziere entlang der Küstenpromenade bis zum Platz Plaza del Charco, der das gesellschaftliche Herz der Stadt bildet und von früh morgens bis spät nachts lebendig ist. 💡 Tipp: Nicht weit vom Zentrum findest du den wunderbaren Botanischen Garten Jardín Botánico, der bereits im achtzehnten Jahrhundert zur Akklimatisierung exotischer Pflanzen aus Amerika angelegt wurde.

15. Strand Playa de las Américas

Playa de las Américas ist das Synonym für lebhaften Urlaub, Partys und endlose Unterhaltung. Dieser Ferienort im Süden der Insel schläft nie und bietet die beste Infrastruktur für alle, die den Trubel großer Touristenzentren lieben. Hier findest du kilometerlange Küstenpromenaden, gesäumt von hunderten Restaurants, Bars, Nachtclubs und Souvenirläden.

Der eigentliche Strand ist durch Wellenbrecher geschützt, sodass er sehr ruhiges und sicheres Baden auch für Familien mit kleinen Kindern bietet. Der Sand hat eine angenehm goldene Farbe, und überall kannst du bequeme Liegestühle mit Sonnenschirmen mieten. Die Gegend ist auch bei der Surfer-Community beliebt, denn direkt neben den Hauptstränden gibt es Riffe, die hervorragende Wellen für Anfänger und Fortgeschrittene erzeugen.

Man muss sagen, dass du hier kaum authentische spanische Kultur findest – alles ist hauptsächlich auf britische und deutsche Touristen ausgerichtet. Wenn du aber sonniges Wetter, gute Cocktails und ein lebhaftes Nachtleben suchst, bist du hier goldrichtig. 💡 Tipp: Um den größten Massen zu entfliehen, spaziere entlang der Küste in Richtung Norden zur exklusiveren Costa Adeje, wo du ruhigere Buchten und Premium-Beach-Clubs mit ausgezeichnetem Service findest.

16. Los Cristianos und Hafenambiente

Direkt neben Playa de las Américas liegt das Städtchen Los Cristianos, das zwar inzwischen zu einer großen Agglomeration zusammengewachsen ist, sich aber einen etwas ruhigeren Charakter bewahrt hat. Ursprünglich war es ein kleines Fischerdorf, dessen historisches Zentrum mit einem Geflecht enger Gassen und kleiner Plätze rund um den Hafen noch immer zu bewundern ist – hier spürt man noch ein wenig die alte kanarische Atmosphäre.

Der Strand Playa de los Cristianos ist breit, mit feinem gelbem Sand bedeckt und dank des flachen Eingangs ins Wasser ideal für Familien mit Kindern und Nichtschwimmer. Der lokale Hafen dient als wichtiger Knotenpunkt für Fähren, die von hier mehrmals täglich zu den benachbarten Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro ablegen. Es ist ein reges Treiben von Schiffen, dem man wunderbar von einer Bank mit einem Kaffee in der Hand zuschauen kann.

Entlang des Strandes verläuft eine belebte Promenade voller Cafés und Restaurants, die zum Glück den lautesten Nachtclubs aus dem Weg gegangen sind. Ein wunderbarer Ort für einen Abendspaziergang, der mit einem guten Abendessen endet und den Blick auf ankernde Segelboote freigibt. 💡 Tipp: Mach dich auf den Weg hinter den Hafen zur nahen Montaña Chayofita – ein kurzer, leichter Pfad führt auf den Gipfel, von dem du einen fantastischen Panoramablick auf die gesamte Südküste genießt.

17. El Médano – Paradies für Surfer

Wer Massentourismus meiden und eine eher bohèmeartige Atmosphäre sucht, sollte nach El Médano fahren. Dieser Ort wurde als Hauptstandort für Windsurfen und Kitesurfen auf der Insel bekannt, dank des ständigen Windes, der hier praktisch das ganze Jahr über weht. Der Himmel über den lokalen Stränden ist ständig voller bunter Drachen und Segel, was eine absolut fantastische, dynamische Kulisse schafft.

Im Städtchen selbst herrscht eine ungemein entspannte und freundliche Atmosphäre, die junge Menschen, digitale Nomaden und Sportler aus ganz Europa anzieht. Statt Luxusboutiquen findest du hier eher Surfboard-Verleihe, vegane Cafés und unabhängige Läden mit handgemachtem Schmuck. Auf dem zentralen Platz finden regelmäßig kleine Märkte und Straßenkonzerte statt, die dem Ort eine besondere Magie verleihen.

Das Wahrzeichen der gesamten Bucht ist der Vulkankegel Montaña Roja (Roter Berg), der direkt aus dem Ozean ragt und die Küste in zwei Hauptstrände teilt. Der Aufstieg auf seinen Gipfel dauert knapp eine Stunde und ist eine großartige Aktivität für einen windigen Nachmittag. 💡 Tipp: Der Strand Playa de la Tejita hinter dem Roten Berg ist einer der größten Naturstrände der Insel, völlig unberührt von Bebauung – ein Teil davon ist als FKK-Strand ausgewiesen.

18. Schwarze Vulkanstrände (Playa Jardín und Benijo)

Teneriffa ist eine Vulkaninsel, und ihre schönsten Strände sind weder weiß noch golden, sondern tief schwarz. Der aus gemahlenem Vulkangestein bestehende Sand hat seinen ganz eigenen Zauber und erhitzt sich in der Sonne extrem schnell. Einer der zugänglichsten schwarzen Strände ist der schöne Playa Jardín in Puerto de la Cruz, den César Manrique entworfen und mit wunderbaren subtropischen Gärten und Kunstwasserfällen umgeben hat.

Wer echte Wildnis sucht, muss in den Norden der Insel ins Anaga-Gebirge. Playa de Benijo gehört zu den meistfotografierten Orten der Insel dank seiner dramatischen Klippen und zerklüfteten Felstürme, die direkt aus der brandenden Gischt ragen. Viele Stufen führen hinunter, und es gibt keinerlei Infrastruktur in Form von Liegestühlen oder Sonnenschirmen – nur die pure, rohe Kraft des Atlantiks.

Das Baden an den wilden Nordstränden erfordert enormen Respekt vor der Natur. Hier gibt es oft riesige Wellen und sehr heimtückische Unterströmungen, also geh nur ins Wasser, wenn die Bedingungen absolut ruhig sind. 💡 Tipp: Behandle den schwarzen Sand mit Respekt – in der Mittagssonne kann er sich so stark aufheizen, dass du dir ohne feste Schuhe oder Flip-Flops sofort die Fußsohlen verbrennst.

19. La Orotava und historisches Zentrum

Direkt oberhalb von Puerto de la Cruz breitet sich La Orotava auf den Berghängen aus, das von vielen als die schönste Stadt auf der gesamten Insel gilt. Ihr historisches Zentrum ist eine beeindruckende Schau kanarischer Architektur aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert, als die Stadt durch den Export von Wein und Zuckerrohr reich wurde. Alle Straßen sind unglaublich steil, sodass du beim Erkunden ordentlich auf Trab kommst.

Das bekannteste Wahrzeichen ist die Casa de los Balcones (Haus der Balkone), das die meisterhafte Handwerkskunst der lokalen Schreiner zeigt. Der Innenhof mit riesigen geschnitzten Balkonen und üppiger Vegetation ist ein typisches Beispiel dafür, wie die damalige Oberschicht lebte. Nicht weit davon entfernt liegen die wunderschönen Terrassengärten Jardines del Marquesado de la Quinta Roja mit einem atemberaubenden Blick bis zum Ozean.

La Orotava ist weltweit bekannt für seine Fronleichnamsfeiern (Corpus Christi), die üblicherweise Ende Mai oder Anfang Juni stattfinden. Die Einheimischen bedecken Straßen und Plätze mit riesigen Teppichen aus Blüten und buntem Vulkansand aus dem Nationalpark Teide. 💡 Tipp: Wenn du die einzigartige alte Wassermühle Gofio La Máquina besuchen möchtest, wo traditionelles kanarisches Gofio-Mehl noch heute wasserbetrieben gemahlen wird, musst du in die steilen Gässchen oberhalb des Zentrums.

20. Pyramiden in Güímar

An der Ostküste der Insel findest du eines der größten archäologischen Rätsel der Kanarischen Inseln. Im Städtchen Güímar stehen sechs Stufenpyramiden, die in ihrer Form verblüffend an Bauten in Mexiko oder Peru erinnern. Lange Zeit glaubte man, es handele sich nur um zufällig aufgehäufte Steine, die Bauern beim Feldräumen zurückgelassen hatten.

Der berühmte norwegische Forscher und Seefahrer Thor Heyerdahl präsentierte jedoch eine faszinierende Theorie, nach der diese Bauwerke eine klare astronomische Ausrichtung haben und eine uralte Verbindung zwischen dem alten Ägypten und den Zivilisationen Mittelamerikas belegen. Obwohl moderne Archäologen seine gewagten Theorien eher widerlegen und die Bauten ins neunzehnte Jahrhundert datieren, ist der Besuch des Geländes außerordentlich fesselnd.

Um die Pyramiden herum wurde ein ausgezeichneter ethnografischer Park mit einem hervorragenden Museum errichtet, das sich Heyerdahls Expeditionen und der antiken Seefahrt widmet. Hier findest du auch Nachbauten seiner berühmten Schilfboote Ra II und Kon-Tiki. 💡 Tipp: Ein Teil des Parks ist ein einzigartiger Garten giftiger Pflanzen, in dem du unter Aufsicht von Guides sicher die gefährlichsten Pflanzen der Welt kennenlernen kannst – ein großartiger Stopp auch für ältere Kinder.

21. Punta de Teno und westlicher Leuchtturm

An der nordwestlichsten Spitze der Insel findest du einen Ort, der sich eine unglaublich wilde und abgelegene Atmosphäre bewahrt hat. Punta de Teno ist eine felsige Halbinsel mit einem ikonischen rot-weißen Leuchtturm, von dem aus du die besten Ausblicke auf die riesigen Klippen von Los Gigantes hast. Es ist der ideale Ort für Sonnenuntergangsbeobachtungen, wenn Himmel und Felsen in dramatischen Farbtönen leuchten.

Der Weg zum Leuchtturm führt über eine schmale, in steile Felsen gehauene Straße über dem Kliff. Aus Naturschutz- und Sicherheitsgründen ist die Zufahrt für Privatfahrzeuge tagsüber streng verboten (üblicherweise von zehn Uhr morgens bis sieben Uhr abends). Wenn du tagsüber hierher möchtest, musst du einen speziellen Linienbus nutzen, der vom nahen Städtchen Buenavista del Norte abfährt, oder eine Bootstour buchen.

Außer dem Leuchtturm und den Aussichten gibt es hier nur ein paar kleine Buchten mit klarem Wasser, die sich hervorragend zum vorsichtigen Schnorcheln in den Vulkanriffen eignen. Erwarte hier keinerlei Restaurants oder Imbissstände – du musst sämtliche Verpflegung mitbringen. 💡 Tipp: Die Winde auf dem Kap können extrem stark sein, nimm also auch im heißen Sommer eine Windjacke mit – die gefühlte Temperatur sinkt hier sehr schnell.

22. Kanarische Küche probieren

Die kanarische Küche ist außerordentlich vielfältig und bietet dank der Einflüsse aus Spanien, Afrika und Lateinamerika großartige Erlebnisse – auch für überzeugte Vegetarier. Das absolute Grundgericht sind die Papas Arrugadas, traditionelle Runzelkartoffeln, die mit viel Salz in ihrer Schale gekocht werden, bis sich eine feine Salzkruste bildet. Sie werden als Beilage zu fast allem gereicht oder einfach pur als köstliche Tapas.

Diese Kartoffeln wären ohne die zwei ikonischen Saucen – rote Mojo Rojo und grüne Mojo Verde – nicht vollständig. Die rote Version wird aus scharfen Paprikas, Knoblauch und Olivenöl zubereitet, während die grüne milder ist und auf frischem Koriander oder Petersilie basiert. Ein riesiges kulinarisches Phänomen ist auch Gofio, geröstetes Mehl aus Mais und Weizen, das Suppen, Süßspeisen und sogar der morgendlichen Milch beigegeben wird.

Wer Käse mag, sollte unbedingt Queso Asado probieren – eine dicke Scheibe lokalen Ziegen- oder Schafskäse, goldbraun gegrillt und mit Honig sowie grüner Mojo übergossen. Das ist eine unglaublich sättigende und geschmacklich perfekte Kombination. 💡 Tipp: Vermeide überteuerte Restaurants auf den Strandpromenaden und suche stattdessen die sogenannten Guachinches auf – traditionelle Familienwirtschaften in den Bergen im Norden, wo du zu einfachem Essen den besten Hauswein direkt aus dem Fass bekommst.

Weiter reisen von Teneriffa (und Spanien)

Wer einen längeren Aufenthalt plant und Teneriffa mit einer weiteren Insel verbinden möchte, für den ist die kurze Fährüberfahrt zum grünen La Gomera die naheliegendste Wahl. Viele Reisende nutzen die Kanarischen Inseln auch als großartigen Ausgangspunkt für eine breitere Erkundung des spanischen Festlands, zu dem mehrmals täglich günstige Direktverbindungen fliegen.

Wenn dich das Festland und seine atemberaubende Architektur reizen, lies unseren Reiseführer über Barcelona oder entdecke den Charme der Hauptstadt in unserem Artikel über Madrid. Für Liebhaber südländischer Atmosphäre haben wir einen großartigen Andalusien-Reiseführer mit den 20 schönsten Orten vorbereitet, zu dem ein detaillierter Sevilla-Guide, das maurische Granada und das historische Córdoba nicht fehlen dürfen. Faszinierende Erlebnisse warten auch in der Stadt Ronda oder auf dem legendären Weg Caminito del Rey. Wer die baskische Kultur entdecken möchte, fährt nach San Sebastián oder Bilbao. Einen Strandurlaub kannst du mit einem Stadtbesuch in Valencia verbinden, entspannt ist auch Málaga, und wer die berühmte Partykultur sucht, steuert Ibiza an. Vergiss auch nicht, unsere Übersicht der typischen spanischen Gerichte zu lesen, bevor du ins Restaurant gehst.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf der Insel ein Auto?

Ja, wenn ihr die Insel wirklich kennenlernen wollt und nicht nur am Hotelpool liegen möchtet, kann ich euch einen Mietwagen nur wärmstens empfehlen. Öffentliche Verkehrsmittel verkehren zwar zwischen den größeren Küstenstädten, aber zu den Bergdörfern, Nationalparks und einsamen Stränden kommt ihr ohne Auto nur sehr schwer und verliert dabei viel wertvolle Zeit.

Welchen Flughafen soll ich für die Anreise wählen?

Tenerife hat zwei Flughäfen. Für die meisten internationalen Flüge aus Europa dient der südliche Flughafen Tenerife Sur (TFS), der in unmittelbarer Nähe zu den größten Strandresorts liegt. Den nördlichen Flughafen Tenerife Norte (TFN) nutzt ihr eher, wenn ihr vom spanischen Festland umsteigt (zum Beispiel in Madrid) oder zu den umliegenden kleineren Inseln weiterfliegen möchtet.

Ist der Ozean im Winter warm genug zum Baden?

Das Wasser im Atlantik erreicht zwar nie die Temperaturen des Mittelmeers im August, aber baden kann man hier das ganze Jahr über. In den kältesten Monaten von Januar bis März liegt die Wassertemperatur bei etwa neunzehn Grad, was für eine Erfrischung an der sonnengefluteten Südküste völlig ausreichend ist.

Wo ist es wärmer, im Norden oder im Süden?

Der Unterschied ist enorm. Der trockene Süden rund um Costa Adeje wird durch die hohen Berge in der Inselmitte geschützt, hier hält sich die Sonne, es gibt kaum Niederschläge und die Temperaturen sind stabil hoch. Der Norden um Puerto de la Cruz ist deutlich grüner, feuchter, oft ziehen Wolken auf und gefühlt kann es hier locker fünf Grad kühler sein.

Wie viele Tage brauche ich, um die Insel zu erkunden?

Das absolute Minimum für einen Besuch ist eine ganze Woche, aber selbst dann müsst ihr viele interessante Orte auslassen. Wenn ihr in Ruhe Ausflüge in die Berge (Teide, Anaga, Masca) mit Entspannung an den Stränden und dem Besuch historischer Städte kombinieren möchtet, sind zehn bis vierzehn Tage die ideale Dauer.

Sollte ich die Genehmigung für den Teide schon von zuhause regeln?

Auf jeden Fall. Besonders seit 2026 sind die Regeln für den Aufstieg sehr streng, die Kapazität der Wege ist begrenzt und die Slots für den Gipfel selbst sind Monate im Voraus ausgebucht. Wenn ihr die Genehmigung nicht schon von zuhause aus reserviert habt, bekommt ihr vor Ort nur noch durch puren Zufall einen Platz aus stornierten Reservierungen anderer Touristen.

Sind die Kanarischen Inseln teuer?

Das Preisniveau ist hier sehr angenehm, im Durchschnitt etwas niedriger als auf dem spanischen Festland oder in Westeuropa, und das dank eines speziellen ermäßigten Steuersystems. Benzin, Lebensmittel in Supermärkten und Essen in lokalen Restaurants abseits der touristischen Hauptpromenaden werden euch mit sehr vernünftigen Preisen positiv überraschen.

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