14-tägiger Roadtrip durch den Nordwesten der USA: Oregon, Washington und Lake Tahoe

Wenn man an einen Roadtrip durch Oregon USA oder die Westküste allgemein denkt, stellen sich die meisten sofort glühend heiße Wüsten in Nevada, rote Felsen in Arizona oder den berühmten Grand Canyon vor. Wenn ihr aber eher in Richtung Nordwesten plant, muss ich euch eines sagen: Es ist eine völlig andere Welt – ein grünes Paradies voller tiefer Wälder, nebliger Morgen wie aus der Serie Twin Peaks und endloser Strände, an denen der wilde Ozean brandet. ☺️

Als wir uns mit Lukáš zum ersten Mal aufmachten, diesen Winkel Amerikas zu erkunden, hat es uns komplett in seinen Bann gezogen. Unser vierzehntägiger Roadtrip in Kombination mit dem Bundesstaat Washington und dem ikonischen Lake Tahoe war eines dieser Erlebnisse, von denen wir bis heute zehren. Jeden Morgen wachten wir mit dem Duft von Kiefern auf, tagsüber entdeckten wir türkisfarbene Seen in Vulkankratern und die Abende verbrachten wir in gemütlichen Craft-Beer-Brauereien.

Diese Ecke Amerikas zieht euch einfach in ihren Bann, ehe ihr euch verseht. Also kommt mit uns – wir schlendern gemeinsam durch das hippe Portland, halten an den Wasserfällen der Columbia River Gorge, wandern auf den schneebedeckten Mount Hood, fahren die raue Küste Oregons entlang und erreichen schließlich das kristallklare Lake Tahoe. Außerdem verrate ich euch, wo ihr übernachten könnt, wann die beste Reisezeit ist und wie viel Budget ihr einplanen solltet.

Lake Tahoe
Lake Tahoe

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Beste Reisezeit: Juli bis September, wenn die Regenwahrscheinlichkeit am geringsten ist und die Bergpässe schneefrei sind.
  • Anreise: Am besten fliegt ihr nach Portland, mietet ein Auto und fliegt von San Francisco (oder Reno) zurück.
  • Portland und Umgebung: Verpasst auf keinen Fall die Multnomah Falls und den Berg Mount Hood.
  • Oregons Küste: Haltet am Haystack Rock am Cannon Beach – ein absoluter Filmklassiker.
  • Crater Lake: Der tiefste See der USA mit dem blauesten Wasser, das ihr je gesehen habt.
  • Lake Tahoe: Ein Paradies für SUP- und Wanderfans an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada.
  • Budget: Rechnet mit etwa 2.400 bis 3.200 € pro Person für 14 Tage (inklusive Flüge und Mietwagen).

Praktische Informationen: Wann reisen und wie vorbereiten

Der Nordwesten der USA ist besonders was Klima und Entfernungen angeht. Wir haben einiges auf die harte Tour während der Fahrt gelernt, deshalb geben wir euch die wichtigsten Infos lieber gleich vorab mit. Eine gute Vorbereitung ist hier das A und O, damit ihr euch unterwegs jede Menge Kopfzerbrechen erspart.

Wann in den Nordwesten der USA reisen

Während man nach Kalifornien im Grunde das ganze Jahr über reisen kann, haben Oregon und Washington eine ziemlich klar definierte Saison. Die beste Zeit für diesen Roadtrip ist von Mitte Juli bis Ende September. Wir waren Ende August / Anfang September hier und das Wetter war absolut perfekt – tagsüber kletterten die Temperaturen auf angenehme 25 Grad, aber die Morgen in den Bergen waren schon recht frisch.

Von November bis Mai würde ich abraten. Berge wie der Mount Hood oder die Gegend um den Crater Lake versinken unter gewaltigen Schneemassen, viele Straßen sind im Winter unpassierbar und an der Küste erwartet euch höchstwahrscheinlich nur Dauerregen und Nebel. Im Sommer solltet ihr allerdings auf Waldbrände achten, die in den letzten Jahren die Westküste leider immer häufiger heimsuchen – es lohnt sich also, die aktuelle Lage im Auge zu behalten und einen Plan B in der Tasche zu haben.

Flüge, Mietwagen und Internet

Für dieses konkrete Reiseprogramm macht es am meisten Sinn, nach Portland in Oregon zu fliegen und den Rückflug ab San Francisco zu buchen (oder ab Reno in Nevada, falls ihr direkt am Lake Tahoe enden wollt). Von Deutschland aus gibt es gute Verbindungen mit Lufthansa, United oder Condor nach Portland – günstige Flüge findet ihr auf Kiwi, unserem liebsten Flugportal, wo ihr ganz einfach sogenannte „Multicity“-Flüge buchen könnt (Ankunft woanders als Abflug).

Ein Auto ist in den USA absolute Pflicht – ohne kommt ihr hier schlichtweg keinen Schritt weiter. Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars, die wir weltweit nutzen. Reserviert den Wagen unbedingt rechtzeitig, besonders für die Sommersaison, denn Last-Minute-Preise schießen steil nach oben und die Auswahl wird dünn. Rechnet außerdem damit, dass für die Rückgabe in einem anderen Bundesstaat eine sogenannte One-Way-Gebühr anfällt – schnell mal ein paar Hundert Dollar extra.

Damit ihr unterwegs navigieren und aktuelle Infos abrufen könnt, braucht ihr mobile Daten. Aus eigener Erfahrung können wir eine eSIM von Holafly empfehlen – schaut euch unsere Holafly-Bewertung an, damit ihr wisst, wie das funktioniert und warum wir gar keine klassischen SIM-Karten mehr kaufen.

Was die Gesundheit betrifft: Spart auf keinen Fall an der Reiseversicherung für die USA – das amerikanische Gesundheitswesen ist astronomisch teuer. Wir setzen bei längeren Reisen auf True Traveller oder lest unsere SafetyWing-Bewertung, was eine tolle Option für digitale Nomaden und längere Aufenthalte ist. Für Reisende aus Deutschland gibt es natürlich auch bewährte Anbieter wie die HanseMerkur oder ADAC Auslandskrankenversicherung.

Blick auf die Emerald Bay mit Fannette Island am Lake Tahoe
Foto: Blake Everett Carroll / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Unterkunft und Kosten

Die USA sind kein günstiges Reiseziel und diese Region erst recht nicht. Im Vergleich zum Mittleren Westen sind hier die Preise für Unterkünfte und Essen spürbar höher – aber die Erlebnisse, die ihr mitnehmt, sind es auf jeden Fall wert. Stellt euch darauf ein, dass die meisten Unterkünfte entlang der Route klassische amerikanische Motels oder Berghütten (Lodges) sind, die zwar ihren besonderen Charme haben, aber oft noch aus den Siebzigern stammen.

Ein durchschnittliches Motel mit Frühstück (was in der Regel Kaffee aus dem Automaten und Toast mit Marmelade bedeutet 😅) kostet etwa 120 bis 180 Dollar pro Nacht für zwei Personen. In touristischen Hotspots wie Cannon Beach oder direkt am Lake Tahoe können die Preise in der Hochsaison locker 250 Dollar pro Nacht übersteigen. Wer sparen möchte, kann den Roadtrip mit Camping kombinieren – die State und National Parks in den USA haben wunderschöne Campingplätze, aber die müssen teilweise bis zu einem halben Jahr im Voraus reserviert werden.

Beispiel-Budget für zwei Personen für 14 Tage:

  • Flüge (Multicity): ca. 720 € / Person
  • Mietwagen inkl. Versicherung und Einweggebühr: 1.400 € (700 € / Person)
  • Benzin: 240 € (120 € / Person, Benzin ist in den USA immer noch günstiger als in Deutschland)
  • Unterkunft (Durchschnitt ca. 140 € / Nacht): 1.960 € (980 € / Person)
  • Essen (Mix aus Supermärkten, Fastfood und gelegentlichen Restaurants): 800 € (400 € / Person)
  • Eintritte, Parkpässe, Kaffee und Kleinigkeiten: 200 € / Person
  • Gesamt: rund 3.120 € pro Person.

Wo man unterwegs gut essen kann

Essen auf dem Roadtrip ist so eine kleine Leidenschaft von uns. Erwartet jede Menge klassisches amerikanisches Fastfood, das euch bei langen Fahrtagen zwar rettet, aber zwischendurch lassen sich echte kulinarische Perlen entdecken. Lukáš und ich haben uns gleich zu Beginn eine Regel gesetzt: Mindestens einmal am Tag setzen wir uns in ein richtiges Restaurant, damit wir nicht nur Burger hinter dem Steuer reinschaufeln – und das hat sich wirklich ausgezahlt.

Und ich muss sagen, der Nordwesten hat uns in dieser Hinsicht richtig überrascht. Sobald man an die Küste oder in die größeren Städte kommt, erwartet einen ein unerwartetes kulinarisches Paradies, in dem frische Zutaten, lokale Farmen und die ehrliche Handwerkskunst der Köche den Ton angeben.

Unsere Lieblingsstopps und typische Geschmackserlebnisse

An Oregons Küste solltet ihr unbedingt nach kleinen, versteckten Fischbuden am Straßenrand Ausschau halten. Krabbensandwiches oder die traditionelle Chowder aus frischem Fang – das verändert eure Sicht auf die amerikanische Küche komplett. Oft sehen diese Lokale von außen ziemlich heruntergekommen aus, aber lasst euch nicht abschrecken: Drinnen erwartet euch meistens ein kulinarischer Himmel. Wir haben uns am meisten in die Familienbetriebe verliebt, wo euch eine freundliche Bedienung mit einer Kanne Filterkaffee begrüßt, noch bevor ihr euch überhaupt hinsetzen könnt.

In Portland USA Oregon haben wir uns total in das Food-Truck-Konzept verliebt. Sie sind praktisch an jeder Ecke in sogenannten Pods verteilt und bieten einen unglaublichen Mix an Geschmacksrichtungen aus aller Welt für wenig Geld. Man holt sich fantastische mexikanische Tacos, der Partner nimmt nebenan ein Thai-Curry und dann isst man das gemeinsam auf Holzbänken unter Lichterketten. Und wenn ihr dann im Landesinneren bei Bend Oregon USA ankommt, verlasst euch auf die lokalen Brauereien – zum hervorragenden Craft Beer gibt es dort fantastische Rippchen oder Pulled Pork, nach dem ihr euch noch am nächsten Tag die Finger leckt.

Reiseplan: 14-tägiger Roadtrip durch den Nordwesten der USA

Den gesamten Reiseplan haben wir so gestaltet, dass er euch nicht unnötig erschöpft. Kein Aufstehen um vier Uhr morgens, nur um zwei Stunden früher loszukommen – ihr habt jeden Tag Zeit zum Anhalten, Durchatmen und Genießen. Schließlich sind wir im Urlaub, oder? ☺️

Tag 1. Ankunft in Portland und erstes Kennenlernen der Stadt

Panorama von Portland mit Mount Hood im Hintergrund
Foto: Spicypepper999 / CC0 / Wikimedia Commons

Euer Roadtrip beginnt in Portland, der Stadt mit dem inoffiziellen Motto „Keep Portland Weird“ (Haltet Portland seltsam). Es ist eine Stadt voller großartigem Kaffee, Street Food, Craft-Beer-Brauereien und einer unglaublich entspannten Atmosphäre. Nach der Landung und dem Abholen des Mietwagens checkt ihr ein und geht erst mal die Beine vertreten nach dem langen Flug.

Steuert das Viertel Pearl District an, wo sich alte Industrielagerhäuser in moderne Galerien, Boutiquen und Cafés verwandelt haben. Haltet unbedingt bei Powell’s City of Books, der größten unabhängigen Buchhandlung der Welt, die einen ganzen Häuserblock einnimmt – plant ruhig zwei Stunden ein. Lukáš musste ich dort buchstäblich am Ärmel rausziehen. Zum Abendessen probiert einen der vielen Food Trucks aus, die über die ganze Stadt verteilt sind – die sogenannten „Food Cart Pods“ findet ihr an jeder Ecke und bekommt dort alles von Thai-Curry bis zu hervorragenden mexikanischen Tacos für wenig Geld.

Wenn ihr genug von der Stadt habt, setzt euch ins Auto und fahrt ein Stück oberhalb des Zentrums zum Washington Park. Dort versteckt sich einer der schönsten Japanischen Gärten außerhalb Japans. Unter Ahornbäumen spazieren und dem Plätschern kleiner Wasserfälle lauschen – das war nach dem langen Flug genau die Erholung, die wir brauchten. Von dort hat man außerdem einen herrlichen Blick auf die ganze Stadt. Am Abend kehrten wir dann zurück ins Zentrum und erkundeten lokale Cafés – zum Beispiel das berühmte Stumptown Coffee Roasters, wo der Kaffee so stark ist, dass man vermutlich drei Tage nicht mehr einschläft.

Unterkunft in Portland:

Eine tolle Wahl ist das The Society Hotel in einem historischen Gebäude nahe dem Zentrum mit einer wunderschönen Dachterrasse. Wer etwas Klassisch-Motelartiges sucht, aber sauber und mit kostenlosem Parkplatz, sollte sich das KEX Portland ansehen.

Tag 2. Columbia River Gorge – Schlucht und Wasserfälle

Multnomah Falls Wasserfall in der Columbia River Gorge Schlucht
Foto: Forest Service Pacific Northwest Region / Public domain / Wikimedia Commons

Am zweiten Tag morgens solltet ihr euch auf eine ordentliche Portion Natur gefasst machen. Nur etwa 45 Minuten östlich von Portland liegt die atemberaubende Schlucht Columbia River Gorge, die der Columbia River gegraben hat und die die natürliche Grenze zwischen den Bundesstaaten Oregon und Washington bildet. Die gesamte Gegend ist unglaublich reich an Wasserfällen und umgeben von tiefen, moosbedeckten Wäldern.

Euer erster Halt wird zweifellos die Multnomah Falls sein. Mit einer Höhe von 189 Metern ist es der höchste Wasserfall in Oregon und der Blick darauf, geteilt durch eine malerische Steinbrücke, ist absolut ikonisch. Allerdings gibt es einen großen Haken: Es handelt sich um die wohl meistbesuchte Naturattraktion der Umgebung, sodass hier pures Menschenchaos herrschen kann. Ich empfehle, so früh wie möglich am Morgen dort zu sein, idealerweise vor neun Uhr, sonst bekommt ihr keinen Parkplatz – und im Sommer müsst ihr sogar vorab online eine Zufahrtsreservierung buchen. Danach fahrt weiter auf dem Historic Columbia River Highway und haltet an den Latourell Falls oder Wahkeena Falls, wo deutlich weniger los ist und ihr einen wunderschönen Waldspaziergang machen könnt.

Auf der Fahrt über den Historic Columbia River Highway solltet ihr unbedingt auch am Vista House am Crown Point stoppen. Es ist ein wunderschönes historisches Gebäude mit Kuppel, das auf einem hohen Felsvorsprung direkt über dem Fluss thront. Der Ausblick von dort ist so gewaltig, dass man sich ganz winzig vorkommt. Und weil es hier ordentlich weht, empfehle ich eine leichte Windjacke im Rucksack. Wir standen dort, die Haare flogen in alle Richtungen, und wir starrten einfach fasziniert auf die mächtige Wassermasse unten im Tal.

Unterkunft:

Die zweite Nacht könnt ihr noch in Portland verbringen oder euch näher an die Berge ins Städtchen Hood River verlegen – dort empfehle ich das stilvolle Hood River Hotel.

Tag 3. Der majestätische Mount Hood und magische Wälder

Mount Hood mit Spiegelung im Trillium Lake bei Sonnenaufgang
Foto: AlexAH / CC BY 3.0 / Wikimedia Commons

Heute geht es zum höchsten Berg Oregons, dem Vulkan Mount Hood, dessen schneebedeckter Gipfel euch schon von Weitem entgegenblinkt. Rund um den Berg führt eine wunderschöne Strecke namens Mt. Hood Scenic Byway. Unser Ziel ist die ikonische Timberline Lodge – eine massive Berghütte, die während der Großen Depression aus gewaltigen Holzstämmen und Steinen erbaut wurde.

Falls ihr Stephen-King-Fans seid, erkennt ihr diese Hütte bestimmt: Hier wurden die Außenaufnahmen des Overlook Hotels aus dem Kultfilm „Shining“ gedreht. Ihr könnt auch ohne Übernachtung hineingehen und euch eine heiße Schokolade am riesigen Kamin gönnen. Von der Lodge starten zahlreiche Wanderwege – wir haben nur eine kürzere Tour Richtung Zigzag Canyon gemacht, weil man selbst im Sommer auf Schneefelder stoßen kann. Angesichts des Geländes schaut unbedingt in unseren Artikel über Wanderschuhe, denn Turnschuhe reichen hier definitiv nicht.

Bevor ihr ganz nach oben zur Lodge fahrt, macht noch einen Abstecher zum Trillium Lake. Es ist ein zauberhafter Ort, besonders in den frühen Morgenstunden, wenn die Seeoberfläche spiegelglatt ist und sich der majestätische Mount Hood perfekt darin spiegelt. Genau das Bild, das man sich als Desktop-Hintergrund setzen möchte. Rund um den See führt außerdem ein leichter Holzsteg – ideal für einen gemütlichen Morgenspaziergang mit heißem Kaffee in der Hand. Am Nachmittag geht es dann weiter Richtung Oregons Küste, denn es erwartet uns ein großer Landschaftswechsel.

Unterkunft in der Region Mount Hood:

Übernachtet im malerischen Örtchen Government Camp, zum Beispiel im Best Western Mt. Hood Inn, oder fahrt weiter westlich in die Gegend um Tillamook.

Tag 4. Oregons Küste und der filmreife Cannon Beach

Haystack Rock Felsen am Cannon Beach in Oregon
Foto: Euthman / CC BY 4.0 / Wikimedia Commons

Von den Bergen geht es endlich an den Ozean – und ich muss sagen, Oregons Küste ist für mich einer der schönsten Orte in ganz Amerika. Erwartet keine Palmen und kein Sonnenbaden im Bikini auf der Liege – das Wasser hat im Sommer um die 10 bis 13 Grad und über die Strände peitscht kalter Wind. Es ist eine raue, melancholische, aber absolut atemberaubende Kulisse mit dramatischen Klippen und morgendlichem Nebel.

Am Vormittag steuert den Cannon Beach an, einen riesigen Sandstrand, aus dem die gigantische Felsformation Haystack Rock aus dem Wasser ragt. Vielleicht erinnert es euch an die Filme „Die Goonies“ oder „Twilight“, die in dieser Gegend gedreht wurden. Das Städtchen Cannon Beach selbst ist voller niedlicher Kunstläden und Cafés. Am Nachmittag empfehle ich, zum Oswald West State Park weiterzufahren und einen kurzen Spaziergang durch den alten Zedernwald zur Bucht Short Sand Beach zu machen, die bei einheimischen Surfern beliebt ist. Genießt die frische, salzige Luft mit dem Duft von Nadelbäumen in vollen Zügen.

Am Nachmittag solltet ihr unbedingt auch den Aussichtspunkt im nahegelegenen Ecola State Park einplanen. Das Parken kann dort manchmal etwas schwierig sein, aber sobald ihr auf der Klippe steht und auf die zerklüfteten Strände im Dunst hinabschaut, versteht ihr, warum hier so viele romantische Filme gedreht wurden. Wir haben dort bestimmt eine Stunde lang zugeschaut, wie die Wellen unermüdlich gegen die Felsen donnern, und mit dem Fernglas nach Walen am Horizont Ausschau gehalten. Gesehen haben wir zwar gerade keine, aber die Atmosphäre war trotzdem unbeschreiblich magisch.

Unterkunft am Cannon Beach:

Eine tolle Wahl mit Meerblick ist das Tolovana Inn oder das gemütliche The Waves.

Tag 5. Über Seelöwen und Käse nach Newport

Leuchtturm Yaquina Head bei Newport an Oregons Kueste
Foto: Bonnie Moreland from Oregon, United States / Public domain / Wikimedia Commons

Am fünften Tag unseres Roadtrips durch den Westen der USA geht es weiter südwärts entlang der Küste auf der ikonischen Highway 101. Legt einen kurzen Stopp in der Stadt Tillamook ein. Klingt vielleicht lustig, aber hier befindet sich die riesige Käsefabrik Tillamook Creamery. Es gibt eine tolle Führung, bei der ihr den Herstellungsprozess riesiger Cheddar-Blöcke beobachtet, am Ende gibt es eine kostenlose Verkostung und dort wird fantastisches Eis gemacht (mein Tipp: Oregon-Brombeere).

Kurz hinter Tillamook biegt noch Richtung Küste zum Cape Meares ab. Rund um den historischen Leuchtturm führt ein schöner Weg zu einem gewaltigen Baum, der „Octopus Tree“ genannt wird. Es ist eine massive alte Fichte, die keinen einzelnen Hauptstamm hat, sondern deren riesige Äste direkt aus dem Boden wachsen – exakt in der Form eines großen Kraken. Lukáš ist mit der Kamera ziemlich lange um ihn herumgeschlichen. Es ist wirklich faszinierend zu sehen, was die Natur unter diesen rauen Küstenbedingungen alles hervorbringt.

Gegen Mittag erreicht ihr dann das Städtchen Newport. Hier solltet ihr auf keinen Fall die Yaquina Head Outstanding Natural Area verpassen, wo sich der höchste Leuchtturm Oregons befindet. Von den Klippen unter dem Leuchtturm kann man häufig Wale beobachten und auf den Felsen tummeln sich Hunderte lärmender Seelöwen. Zum Mittagessen geht direkt an die Hafenpromenade in Newport ins Kult-Restaurant Mo’s Seafood and Chowder auf deren legendäre Clam Chowder. Ehrlich gesagt ist das Restaurant eine ziemliche Touristenfalle und ich erinnere mich, dass die Tische etwas klebrig waren – aber die Suppe ist so sämig und heiß, dass sie euch im frischen Oregoner Küstenwetter wieder zum Leben erweckt 😁.

Unterkunft in Newport:

Wir haben in einem klassischen Motel mit herrlichem Meerblick geschlafen – den Elizabeth Oceanfront Suites, wo es auf den Zimmern sogar einen Gaskamin gab.

Tag 6. Zurück ins Landesinnere und Lavafelder bei Bend

Heute verabschieden wir uns vom Ozean und biegen durch dichte Wälder zurück ins Landesinnere ab, Richtung Zentraloregon in die Stadt Bend. Die Landschaft verändert sich allmählich – die feuchten Regenwälder weichen trockenen Kiefernwäldern und Hochlandwüste. Bend ist ein absolutes Mekka für Outdoor-Fans und die Stadt mit wohl der höchsten Craft-Brauerei-Dichte pro Einwohner im ganzen Bundesstaat.

Noch vor dem Nachmittagsprogramm könnt ihr in Bend einen schönen Spaziergang entlang des Deschutes River machen. Durch die Stadt zieht sich der lange Deschutes River Trail, auf dem die Einheimischen zu jeder Tageszeit mit ihren Hunden joggen oder Mountainbike fahren. Wir haben uns unterwegs einen Kaffee und warme Zimtschnecken aus einer nahegelegenen Bäckerei geholt und einfach nur diese unglaublich entspannte und sportliche Atmosphäre der Stadt aufgesogen – hier sieht jeder so aus, als würde er mindestens die Hälfte seines Lebens draußen verbringen.

Nach der Ankunft in der Gegend solltet ihr unbedingt beim Lava Lands Visitor Center Halt machen. Die gesamte Umgebung von Bend ist von alter vulkanischer Aktivität geformt und man kann hier auf schwarzen Pfaden direkt über erstarrte Lavaströme wandern. Am späten Nachmittag fahrt zurück in die Stadt und geht zum Abendessen und auf ein Bier ins Crux Fermentation Project. Dort gibt es einen riesigen Biergarten voller Feuerstellen, an denen Einheimische mit ihren Hunden sitzen, hervorragendes Craft Beer trinken und den Sonnenuntergang hinter der Cascade Range beobachten. Das ist genau diese typisch amerikanische Gemütlichkeit, die man aus Filmen kennt.

Unterkunft in Bend:

Bend hat jede Menge schöne Boutique-Unterkünfte. Toll ist das Campfire Hotel mit stylischen Retro-Zimmern und abendlichem Lagerfeuer im Innenhof, oder ihr wählt den Klassiker Riverhouse on the Deschutes.

lukas a lucka
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Tag 7. Wilder Westen im Smith Rock State Park

Felsklippen im Smith Rock State Park in Oregon
Foto: Dougtone / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Etwa 40 Minuten nördlich von Bend erwartet euch ein Ort, den man in Oregon zunächst vielleicht nicht vermuten würde: der Smith Rock State Park. Plötzlich tauchen vor euch aus der flachen Landschaft gewaltige rote Felsformationen und Schluchten auf, durch die sich gemächlich der Crooked River schlängelt. Eine völlig andere und großartige Welt als alles, was wir in den ersten Tagen gesehen haben.

Dieser Park ist die Wiege des amerikanischen Sportkletterns, sodass ihr gleich vom Eingang an Dutzende von Wagemutigen an den Felswänden klettern seht. Wählt den Misery Ridge Trail (schon der Name klingt vielversprechend, oder? 😅). Es ist ein ordentlicher Aufstieg, bei dem man gehörig ins Schwitzen kommt, aber vom Gipfel hat man absolut umwerfende Ausblicke auf die Felsen und die schneebedeckten Vulkangipfel in der Ferne. Vergesst nicht, genügend Wasser einzupacken, denn die Sonne brennt hier wirklich gnadenlos und Schatten gibt es so gut wie keinen.

Beim Abstieg zurück ins Tal solltet ihr die Augen offen halten. Uns ist es geglückt, Steinadler zu sehen, die majestätisch hoch über der Schlucht kreisten. Und unten am Fluss soll man gelegentlich sogar auf Otter treffen, die verspielt in der Strömung herumtollen. Die roten Felsen im Kontrast zu den leuchtend grünen Bäumen entlang des Wassers wirken so unglaublich fotogen, dass sich selbst ein halber Tag hier absolut lohnt.

Unterkunft:

Diese Nacht empfehle ich, noch in Bend in der gleichen Unterkunft zu bleiben – spart euch das unnötige Kofferpacken.

Tag 8. Naturwunder Crater Lake

Wizard Island inmitten des Crater Lake in Oregon
Foto: Pavel Špindler / CC BY 3.0 / Wikimedia Commons

Der heutige Tag ist für mich persönlich einer der absoluten Höhepunkte der gesamten Reise. Wir fahren von Bend nach Süden und erreichen nach etwa zwei Stunden den einzigen Nationalpark in Oregon – den gewaltigen Kratersee Crater Lake. Dieses Gewässer entstand vor rund 7.700 Jahren durch eine gigantische Eruption des Vulkans Mount Mazama, der dabei praktisch seine gesamte Spitze verlor, und der entstandene riesige Krater füllte sich nach und nach nur mit Regenwasser und Schmelzwasser.

Die Farbe des Sees ist so intensiv dunkelblau, dass man vom Ufer aus kaum glauben kann, dass das real ist. Kein Foto kann das wirklich einfangen. Umrundet den See auf der Panoramastraße Rim Drive, die über fünfzig Kilometer und Dutzende grandioser Aussichtspunkte bietet, und wenn ihr genug Energie habt, steigt über den steilen Cleetwood Cove Trail direkt hinunter zum Wasser – die einzige Stelle, an der man überhaupt ans Ufer darf. Das Wasser hat ganzjährig Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, also ist Baden eher etwas für echte Masochisten. Ich habe meinen großen Zeh reingesteckt und sofort verstanden, dass ich den Badeanzug im Rucksack überhaupt nicht brauchen werde 😁.

Während der Umrundung des Sees solltet ihr unbedingt am Aussichtspunkt Phantom Ship Overlook anhalten. Dort ragt eine kleine Insel dramatisch aus dem Wasser, die mit ihren scharfkantigen Felsen an ein altes Piratenschiff erinnert. Gegen Abend versucht dann, zum Watchman Peak zu fahren. Von dort hat man den konkurrenzlos besten Sonnenuntergang. Die Wasseroberfläche färbt sich langsam in unglaubliches Rosa und Violett – und wir standen dort in totalem Staunen, bis der letzte Sonnenstrahl hinter dem Horizont verschwunden war.

Unterkunft in der Nähe des Crater Lake:

Ideal ist eine Übernachtung direkt im Park in der historischen Crater Lake Lodge (die allerdings viele Monate im Voraus ausgebucht ist) oder in den Motels im Örtchen Mazama Village.

Tag 9. Lange Fahrt Richtung Süden nach Kalifornien und Mt. Shasta

Der schneebedeckte Mount Shasta in Nordkalifornien
Foto: Janusz Sobolewski / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Nach einem kräftigen Frühstück erwartet uns wahrscheinlich der längste Fahrtag des gesamten Roadtrips – wir müssen uns nämlich aus dem Herzen Oregons bis an die Grenzen von Nevada und Kalifornien bewegen, näher an den Lake Tahoe. Füllt euch einen guten Kaffee in den Becher, schaltet eure Lieblingsplaylist ein und macht euch auf einige Stunden Fahrt gefasst. Wisst ihr nicht, wie ihr alles clever ins Auto packt? Schaut in unseren Artikel Packtipps fürs Handgepäck – einige Tricks gelten auch fürs Kofferpacken auf Roadtrips.

Auf dem Weg nach Süden über die Interstate I-5 begleitet euch lange der Blick auf einen weiteren gewaltigen schneebedeckten Vulkan: den Mount Shasta in Nordkalifornien. Ein majestätischer Berg, dem angeblich eine starke spirituelle Energie innewohnt und zu dem Menschen aus aller Welt pilgern. Legt hier auf jeden Fall eine Mittagspause ein – unweit der Autobahn findet ihr das hübsche Städtchen Mt. Shasta – und fahrt dann weiter durch Wälder und Hügel Richtung Susanville oder direkt in die Gegend von Truckee nördlich des Lake Tahoe.

Abgesehen von den Ausblicken aus dem Fenster ist das genau der Tag, an dem ihr gute Podcasts oder Musik zu schätzen wisst, denn das kalifornische Landesinnere kann auf der Autobahn manchmal etwas eintönig sein. Dafür habt ihr endlich Zeit, all die Eindrücke der vergangenen Tage voller Natur in Ruhe zu verarbeiten.

Unterkunft:

Ein prima Ort zum Übernachten nach der langen Fahrt ist das Städtchen Truckee – dort empfehle ich das stilvolle The Cedar House Sport Hotel oder das sehr beliebte klassische Hampton Inn & Suites Tahoe-Truckee.

Tag 10. Ankunft am märchenhaften Lake Tahoe und Nordufer

Lake Tahoe Panorama
Foto: Ken Lund from Reno, Nevada, USA / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Endlich sind wir am Lake Tahoe! Dieser gewaltige Alpensee liegt auf knapp 1.900 Metern Höhe, erstreckt sich über die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada und ist einer der schönsten Bergseen der Welt. Das Wasser ist absolut kristallklar und die Ufer werden von herrlichen Kiefernwäldern und weißen Sandstränden gesäumt, die von großen Granitfelsen umgeben sind.

Heute widmen wir uns dem nördlichen Teil des Sees, der generell ruhiger und weniger vom Massentourismus betroffen ist als der Süden. Fahrt zur Bucht Sand Harbor auf der Nevada-Seite. Weißer Sand und Kiesel in türkisfarbenem Wasser wirken eher wie auf den Seychellen als hoch oben in den amerikanischen Bergen. Leiht euch hier ein SUP-Board oder ein durchsichtiges Kajak und geht sofort aufs Wasser – das ist die mit Abstand beliebteste Aktivität am See und der Blick vom Wasser auf die umliegenden Berge ist unbezahlbar. Passt aber unbedingt auf, denn die Sonne brennt in der Höhe tückisch – ein starker Sonnenschutz ist hier Pflicht.

Wenn ihr am Nachmittag noch weitere Ecken des Nordufers erkunden wollt, empfehle ich einen Abstecher nach Incline Village für einen Spaziergang auf den erhöhten Holzstegen, die direkt an den Felsen entlang über das Wasser führen. Das Wasser ist hier so klar, dass man selbst in große Tiefen bis zum Grund sehen kann. Am Abend kehrt dann in eine gemütliche Gaststätte ein, bestellt euch einen riesigen Burger und lasst die entspannte Bergstimmung auf euch wirken.

Unterkunft am Lake Tahoe:

Für das Nordufer empfehle ich das hervorragende Hyatt Regency Lake Tahoe Resort, wenn ihr euch etwas Luxus gönnen möchtet, oder das etwas günstigere Basecamp Tahoe City.

Tag 11. Die ikonische Emerald Bay und Wanderungen

Blick auf die Emerald Bay mit Fannette Island am Lake Tahoe
Foto: Blake Everett Carroll / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Heute Morgen lohnt sich frühes Aufstehen, denn wir steuern wohl den bekanntesten und meistfotografierten Ort des gesamten Sees an: die wunderschöne Emerald Bay an der Südwestküste. Seid wirklich vor acht Uhr dort, denn die Parkplätze sind ziemlich klein und füllen sich rasend schnell.

Der Aussichtspunkt Inspiration Point raubt einem den Atem – jedes Mal überrascht mich aufs Neue die satte Farbe des Wassers im Kontrast zu den steilen, mit Nadelbäumen bewachsenen Hängen. Mitten in der Bucht liegt die kleine Insel Fannette Island mit den Überresten eines alten steinernen Teehauses. Vom Aussichtspunkt steigt unbedingt den Weg hinunter zum Vikingsholm ab – einem faszinierenden historischen Anwesen im skandinavischen Stil direkt am Sandstrand des Sees. Am Nachmittag empfehle ich noch eine Wanderung auf den Eagle Rock – eine relativ kurze und leichte Strecke, die euch in zwanzig Minuten auf einen vulkanischen Felsvorsprung bringt, von dem aus ihr den gesamten atemberaubenden Lake Tahoe wie auf dem Präsentierteller überblickt.

Noch vor der Weiterfahrt nach Süden solltet ihr im D.L. Bliss State Park Halt machen. Hier beginnt der berühmte Rubicon Trail – eine fantastische Wanderroute, die sich wunderbar an den Klippen direkt über dem See entlangschlängelt. Der Weg ist schmal, manchmal muss man über alte Wurzeln klettern, aber die Fernblicke sind buchstäblich märchenhaft. Wir verbrachten den ganzen Vormittag hier und ich muss ehrlich gestehen: Der Abschied vom Lake Tahoe war das absolut Schwerste auf unserem gesamten Roadtrip.

Unterkunft:

Fahrt zum Südufer (South Lake Tahoe), wo es lebhafter zugeht. Probiert das moderne und hippe Basecamp Tahoe South oder das gemütliche Station House Inn.

Tag 12. Von den Bergen ins Großstadtgetriebe

Unser Roadtrip neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Wir verlassen die Berge am Lake Tahoe und haben etwa vier Stunden Fahrt hinunter nach San Francisco vor uns. Wenn ihr auch nur ein bisschen Wein mögt, empfehle ich, die Route leicht anzupassen und durch das sonnige Napa- oder Sonoma-Tal zu fahren. Beide Täler sind berühmt für ihren Wein, der hier an jeder Ecke getrunken und zum Mittagessen so selbstverständlich serviert wird wie in Bayern das Bier.

Wir haben sicherheitshalber in der Stadt Sonoma Halt gemacht, die auf uns viel entspannter wirkte als das etwas snobistische Napa. Gönnt euch dort ein herrliches spätes Mittagessen an der Sonoma Plaza, macht eine leichte Weinverkostung (der Fahrer leider nur nippen oder auf den Abend warten ☺️) und genießt die warme kalifornische Sonne, die hier deutlich stärker wärmt als hoch oben in den Bergen. Am frühen Abend fahren wir dann über die ikonische Golden Gate Bridge und erreichen San Francisco. Man wollte uns dort einmal beim Parkgebühr am Aussichtspunkt etwas über den Tisch ziehen, aber am Ende ging alles gut und wir haben die Ankunft in der Stadt mit dem Morgennebel, der über die Brücke rollte, ziemlich genossen. 🙂

Unterkunft in San Francisco:

Unterkünfte in San Francisco sind generell recht teuer und Parken ist manchmal ein Albtraum (oft 50 Dollar pro Nacht in der Hotelgarage). Wir haben uns für das Hotel The Marker in der Gegend um den Union Square entschieden – alternativ könnt ihr das etwas günstigere Lombard Motor Inn probieren, das erfreulicherweise Parken im Preis inbegriffen hat.

Tag 13. Nebliges San Francisco, Hügel und Cable Cars

San Francisco vom Baker Beach aus
San Francisco vom Baker Beach

Den vorletzten Tag unserer Reise widmen wir einer ausgiebigen Erkundung von San Francisco. Diese Stadt ist unglaublich fotogen, aber macht euch auf starke Nerven und kräftige Beinmuskeln gefasst – die Straßen sind stellenweise so steil, dass man das Gefühl hat, mit dem Auto rückwärts umzukippen.

Beginnt den Tag mit einer Fahrt in der historischen Kabelseilbahn (Cable Car). Eine Fahrkarte kostet etwa 8 Dollar, was für eine kurze Fahrt ziemlich viel ist, aber es ist ein Erlebnis, das einfach untrennbar zu dieser Stadt gehört. Fahrt bis zum Fisherman’s Wharf, esst Krabben oder eine weitere Chowder im Brotlaib und schlendert dann zum berühmten Pier 39, wo sich auf Holzplattformen Hunderte von Seelöwen lautstark überbrüllen und herumfläzen – einfach so, warum auch nicht. Am Nachmittag solltet ihr die Lombard Street nicht verpassen, die berühmte „krummste Straße der Welt“ mit ihren prächtigen Blumenbeeten, und gegen Abend geht zum Aussichtspunkt Alamo Square, von dem man den klassischen Blick auf die Reihe bunter viktorianischer Häuschen – die sogenannten Painted Ladies – vor der Skyline hat.

Wenn noch Zeit bleibt, erkundet Chinatown. Plötzlich fühlt man sich, als hätte man den Ozean überflogen und wäre direkt in Asien gelandet. Enge Gassen sind wunderschön mit roten Laternen geschmückt, überall duftet es nach Peking-Ente und Tee. Wir landeten in einer winzigen Glückskeks-Fabrik, wo man uns die Kekse noch heiß direkt vom Band reichte. Es war unglaublich authentisch und für einen Moment vergaßen wir völlig, dass wir immer noch in Kalifornien waren.

Unterkunft:

Dieselbe Unterkunft wie in der Nacht zuvor in San Francisco.

Tag 14. Letzte Einkäufe, Alcatraz und Abflug

Die Insel Alcatraz in der Bucht von San Francisco
Foto: Photograph: Radomianin / Public domain / Wikimedia Commons

Unser letzter Tag. Wenn euer Flug erst am Abend geht, empfehle ich, vorher eine Besichtigung des berühmten Gefängnisses Alcatraz zu buchen (teilweise muss man sogar zwei Monate im Voraus reservieren). Der Audioguide, clever eingesprochen von ehemaligen Wärtern und Häftlingen selbst, ist absolut exzellent und verleiht der Insel eine gruselige, aber sehr eindrucksvolle Atmosphäre.

Danach bleibt nur noch, die letzten Souvenirs einzukaufen, vielleicht amerikanische Süßigkeiten für den langen Heimflug. Und wenn ihr dann den Mietwagen an der Flughafen-Vermietung zurückgebt und euch in die Schlange am Check-in stellt, wisst ihr, dass ihr wieder ein Stück gewachsen seid. Oder zumindest sieht es auf den Fotos so aus. 😁

Wohin weiter von der Westküste

Wir sagen uns, dass wir beim nächsten Mal definitiv verlängern und Washington oder Yellowstone dazunehmen werden. Falls euch das auch reizt, hier ein paar Tipps, wohin es von dieser Region weitergehen kann:

  • Nördlich in den Bundesstaat Washington: Von Portland ist es gar nicht weit bis zu einer weiteren fantastischen Stadt – lest unseren Artikel Sehenswürdigkeiten in Seattle. Von dort lassen sich wunderschöne Nationalparks wie Olympic oder Mount Rainier erkunden.
  • Ins Herz der Wildnis: Wenn es euch eher ostwärts zu Bären und Geysiren zieht, interessiert euch vielleicht, wie der legendäre Yellowstone Nationalpark aussieht.

FAQ: Häufige Fragen zum Roadtrip Oregon und Washington

Bevor ihr euch endgültig ins Kofferpacken und Routenplanen stürzt, habe ich die häufigsten Fragen für euch zusammengestellt. Ich weiß selbst, wie es ist, wenn man vor einer Reise in die USA ein bisschen ins Schwitzen kommt. Hoffentlich helfen euch diese Antworten, die Details zu klären und sparen euch ein paar Vor-Abflug-Nerven. Den Rest klärt ihr sowieso ganz entspannt unterwegs – und genau das ist das Schönste an einem Roadtrip! ☺️

Ist Autofahren in den USA schwierig?

Ganz ehrlich: Autofahren in den USA ist oft entspannter als in Deutschland. Die Straßen sind breit, Mietwagen haben immer Automatikgetriebe und die Beschilderung ist sehr übersichtlich. Gewöhnt euch nur auf den Highways daran, dass ganz normal von beiden Seiten überholt wird.

Wie ist das Wetter in Oregon im Sommer?

Ziemlich unberechenbar! An der Küste können es 15 Grad und dichter Nebel sein, während es zwei Stunden später in Bend 30 Grad hat und die Sonne brennt. Richtiges Zwiebelprinzip beim Anziehen ist hier der absolute Schlüssel zum Überleben.

Kosten Nationalparks Eintritt?

Ja, wenn ihr den Crater Lake (und eventuell weitere Nationaldenkmäler und State Forests entlang der Route) besucht, lohnt sich direkt der America the Beautiful Pass für 80 Dollar, der ein ganzes Jahr lang für alle bundesweiten Nationalparks gilt – pro Fahrzeug.

Gibt es in der Region Bären?

Ja, in den Wäldern Oregons und am Lake Tahoe leben Schwarzbären (Baribale). Macht bei Wanderungen etwas Lärm und es empfiehlt sich, vorsorglich Bärenspray dabei zu haben – auch wenn Begegnungen eher selten vorkommen.

Kann man an Oregons Küste im Ozean baden?

Kurze Antwort: Nein. Das Wasser im Pazifik hat hier im Sommer um die 10 bis 13 Grad und die Unterströmungen sind extrem gefährlich. Der Ozean dient hier eher zum Anschauen und für abgehärtete Surfer in dicken Neoprenanzügen.

Brauche ich Bargeld für die Reise?

Meistens kommt ihr überall problemlos mit Kreditkarte durch, aber ich empfehle auf jeden Fall, etwas Bargeld in kleinen Dollarnoten dabei zu haben – fürs Trinkgeld (zum Beispiel für das Zimmermädchen) oder für Eintritt und Parkgebühren in abgelegenen State Parks, wo über ein Umschlagsystem ganz ohne Personal bezahlt wird.

Reichen 14 Tage für diese Route?

Auf jeden Fall! Dieser Reiseplan ist so aufgebaut, dass er in 14 Tagen bequem zu schaffen ist, ohne dass ihr jeden Morgen um fünf aufstehen müsst. Natürlich könntet ihr bei drei Wochen an jedem Ort etwas länger verweilen und in Ruhe mehr Seitentäler und Strände erkunden.

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