Ihr fragt euch, was man in Südböhmen sehen sollte, und wisst nicht recht, ob es zur Burg, an den Teich oder lieber irgendwohin gehen soll, wo die Kinder länger als eine Stunde durchhalten? Ihr kennt das – ihr habt ein freies Wochenende oder ein paar Urlaubstage, wollt raus in die Natur und zugleich Sehenswürdigkeiten entdecken, aber die Liste der „Must-sees“ ist so lang, dass ihr am Ende doch zu Hause bleibt. Wir beide sind seit Jahren in Südböhmen unterwegs (Lucka stammt sogar aus Písek), deshalb bekommt ihr hier unseren ehrlichen Überblick ohne unnötiges Drumherum.
Ihr findet hier drei Dinge: unsere erprobten Tipps aus eigenen Ausflügen zu konkreten Städten, Burgen und Naturorten; einen Überblick, wann ihr wohin fahren und was ihr rechtzeitig buchen solltet (Tickets für beliebte Schlösser und Unterkünfte in der Saison sind schnell ausverkauft); und eine Orientierung dazu, wo ihr in der Region übernachten könnt, damit euch lange Anfahrtswege erspart bleiben.

Was man in Südböhmen sehen und erleben kann
Südböhmen ist eine Region, in der ihr an einem einzigen Tag eine märchenhafte Burg, einen Teich und ein Bier unter den Arkaden schafft. Hier sind die Orte, die sich unserer Meinung nach lohnen – und zu jedem haben wir einen ausführlichen Artikel, damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst.
- Český Krumlov (Krumau) – die fotogenste Stadt der Region, auch für einen Tagesausflug ideal, am schönsten aber früh am Morgen, bevor die Menschenmassen kommen.
- České Budějovice (Budweis) mit dem riesigen Marktplatz und der Brauerei; im Dezember locken hier auch die Weihnachtsmärkte.
- Třeboň (Wittingau) – Teiche, Kurbad und Ruhe; ein toller Ausgangspunkt für Radtouren rund um den Teich Svět.
- Schloss Červená Lhota – ein romantisches Wasserschloss, das wie aus einem Märchen aussieht, weil hier tatsächlich Märchenfilme gedreht wurden.
- Holašovice – ein Dörfchen im Stil des Bauernbarocks, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt; die Besichtigung dauert nur ein paar Stunden.
- Tábor mit hussitischer Geschichte und einem Gewirr aus Gassen; ganz in der Nähe könnt ihr auch für einen hervorragenden Wein einen Abstecher machen.
- Jindřichův Hradec (Neuhaus) und das drittgrößte Schloss Tschechiens, das Tor zum Böhmischen Kanada mit der geheimnisvollen Burg Landštejn.
- Bechyně – Kurort, Keramik und die Regenbogenbrücke, sowie das Renaissance-Kleinod Slavonice (Zlabings) nahe der österreichischen Grenze.
Für Natur und Bewegung fahrt ihr an den Lipno-Stausee, der im Winter zum Langlauf und im Sommer ans Wasser lockt, oder in den Böhmerwald, den ihr sogar mit Kinderwagen schafft. Eltern schätzen unsere Tipps für Písek mit Kindern oder die Erlebnis-Wasserwelt Fiziland in Protivín. Und wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, haben wir auch die schönsten Städte der Region abgeklappert und 15 Urlaubsziele in Südböhmen zusammengestellt.

Wann hinfahren
Unserer Meinung nach sind Mai, Juni und September am besten. Das Wetter hält schon (oder noch), Burgen und Schlösser haben geöffnet, aber die Menschenmassen sind nicht so verrückt wie in den Ferien. Der Frühling ist herrlich für Spaziergänge rund um die Teiche bei Třeboň und den blühenden Böhmerwald, der September wiederum für Radtouren, Pilzesuchen und die Weinlese rund um Tábor.
Der Sommer (Juli und August) ist super, wenn ihr ans Wasser wollt – Lipno, Freibäder und Teiche sind voller Leben. Stellt euch aber darauf ein, dass Český Krumlov, Holašovice und die beliebten Schlösser voll sind und die Unterkünfte in den Zentren deutlich teurer. Wer nicht muss, sollte zumindest außerhalb des Wochenendes oder früh am Morgen fahren.
Auch der Winter hat seinen Reiz: Langlauf am Lipno, Adventsstimmung und Weihnachtsmärkte in České Budějovice. Die meisten Burgen und Schlösser sind allerdings von November bis März geschlossen oder bieten nur eingeschränkte Führungen an, also prüft vorher immer die Öffnungszeiten, damit ihr nicht vor verschlossenem Tor steht.












Anreise nach Südböhmen
Von Prag fahrt ihr mit dem Auto über die Autobahn D3 in etwa 2 Stunden nach České Budějovice, nach Tábor noch schneller. Von Brünn geht es meist über Jihlava und Jindřichův Hradec. Mit dem Zug erreicht ihr bequem die größeren Städte (Budějovice, Tábor, Písek, Třeboň, Jindřichův Hradec) und von dort gibt es Busanschlüsse – für Ausflüge in die Städte reicht der öffentliche Verkehr völlig aus und ihr spart euch die Parkgebühren.
Allerdings sind das Herz der Region – der Böhmerwald, das Böhmische Kanada, kleine Schlösser wie Červená Lhota oder Dörfer wie Holašovice – mit dem Auto deutlich besser erreichbar, denn die Verbindungen dorthin sind spärlich. Rechnet damit, dass ihr in Český Krumlov und den Zentren der größeren Städte auf gebührenpflichtigen Auffangparkplätzen parkt (oft rund 50–100 Kč/Stunde), es lohnt sich also, einmal zu parken und dann zu Fuß zu gehen. In kleineren Städten ist das Parken meist günstig oder kostenlos.
Unterkünfte in Südböhmen
Wo ihr übernachtet, hängt davon ab, was ihr alles schaffen wollt. Zum Erkunden von Städten und Burgen ist es am praktischsten, sich einen Standort auszusuchen und von dort aus loszuziehen – die Entfernungen in der Region sind klein. Für Erholung und Natur fahrt ihr eher ans Wasser und in die Berge.
- Pensionen in den Stadtzentren (Budějovice, Krumlov, Třeboň) – ideal, wenn ihr alles zu Fuß erledigen und abends in der Kneipe sitzen wollt, aber in der Saison die teuerste Variante.
- Hütten und Apartments am Lipno und im Böhmerwald – die beste Wahl für Familien und längere Aufenthalte, vor allem wenn ihr Ruhe und eine eigene Küche wollt.
- Hotels und Kurhäuser in Třeboň und Bechyně – für alle, die sich erholen und Wellness genießen möchten.
- Campingplätze an den Teichen – der günstigste Sommer am Wasser, super für Zelte und Wohnwagen.

So sparst du
Südböhmen muss nicht teuer sein, wenn ihr auf ein paar Dinge achtet. Am meisten spart ihr durch frühzeitige Planung und indem ihr die Touristenfallen umgeht.
- Unterkünfte in der Saison rechtzeitig buchen – für die Sommertermine und Český Krumlov idealerweise 2–3 Monate im Voraus, für den Advent in Budějovice ebenfalls früh. Je näher der Termin, desto teurer und leerer das Angebot.
- Familien- und Gruppentickets lohnen sich bei Burgen und Schlössern meist – Familientickets sind oft günstiger als die Summe der Einzelpreise, fragt also immer an der Kasse.
- Esst ein Stück abseits vom Marktplatz – in Krumlov und Budějovice zahlt ihr direkt an den Hauptstraßen drauf, zwei Straßen weiter bekommt ihr dasselbe zum halben Preis.
- Kombiniert Kostenpflichtiges und Kostenloses – rund um die Teiche, im Böhmerwald und in Krumlov könnt ihr vieles Schöne umsonst sehen, sucht euch dann nur die Sehenswürdigkeiten aus, die euch wirklich reizen.
Wenn ihr die Unterkunft früher bucht, spart ihr am meisten und habt die größere Auswahl. Werft einen Blick auf unsere Unterkunftstipps.
