Jindřichův Hradec – auf Deutsch als Neuhaus bekannt – ist eine Stadt in Südböhmen und ein echtes Juwel der Böhmischen Kanada. Neuhaus Tschechien ist vor allem für seinen riesigen Schlosskomplex berühmt, der zu den größten der gesamten Tschechischen Republik gehört. Ob du zum ersten Mal hier bist oder wiederkommst – wir haben 23 Tipps für dich zusammengestellt, was du in Jindřichův Hradec unternehmen und sehen kannst, plus Empfehlungen für Cafés und Restaurants.
Unterkunft in Neuhaus
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Schloss Neuhaus Tschechien: Geschichte
Jindřichův Hradec und sein Schloss, das über Jahrhunderte auf eine Fläche von dreieinhalb Hektar angewachsen ist, sind ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird. Dieser majestätische Komplex wurde auf den Überresten einer alten slawischen Burgstätte errichtet, deren Existenz bereits im 10. Jahrhundert nachgewiesen wurde.
Der Bau der mittelalterlichen Burg, die in historischen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1220 erstmals unter dem Namen „Novum castrum“ (Neue Burg) erwähnt wird, ist mit dem Namen Jindřich Vítkovec verbunden. Er gilt als Begründer der eigenständigen Wittigonen-Linie der Herren von Neuhaus, die ein Wappen mit einer goldenen Rose auf blauem Feld führten. In jener Zeit wurden der runde Schwarze Turm, der angrenzende Palast und das Befestigungssystem errichtet.
Im Laufe der Jahrhunderte war das Schloss Heimat zahlreicher bedeutender Adelsfamilien, darunter die Wittigonen, die Slavata von Chlum und Košumberk sowie die Czernin von Chudenitz. Jede dieser Familien brachte etwas Einzigartiges in die Entwicklung dieses Ortes ein – sei es durch bedeutende Baumaßnahmen oder politische und kulturelle Einflüsse.
Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass Jindřichův Hradec den ersten bekannten Schlossraum in Böhmen beherbergte, der speziell für Theateraufführungen eingerichtet wurde. Dieser Theatersaal im Spanischen Flügel, der Mitte des 17. Jahrhunderts entstand, zeugt vom kulturellen Leben jener Epoche.

Neuhaus und die Weiße Frau
Jindřichův Hradec ist berühmt für seine Sagen und Legenden, die sich um die Burg und das Schloss ranken. Eine der bekanntesten ist die Geschichte der Weißen Frau. Diese geheimnisvolle Gestalt wird gewöhnlich als Dame in weißen Gewändern mit einem hohen weißen Hut, einem sogenannten Hennin, beschrieben. In ihrer Hand hält sie ein großes Schlüsselbund, mit dem sie klimpert, wenn sie gestört wird. In allen Erzählungen gilt die Weiße Frau jedoch als guter Geist, der mit der Farbe seiner Handschuhe die Zukunft voraussagt.
Die Weiße Frau ist allerdings nicht nur eine Figur – ihre Identität ändert sich je nach Version der Sage. Einer Fassung zufolge handelt es sich um Markéta von Lichtenberg, die mit Jindřich II. von Neuhaus, genannt der Wilde, verheiratet war. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie sich in ein Kloster zurück und besuchte Jindřichův Hradec nur noch, um ihre Kinder zu sehen.
Nach der zweiten, heute weithin akzeptierten Version ist die Weiße Frau Perchta von Rosenberg, die gegen ihren Willen mit dem rüpelhaften Trinker Johann von Liechtenstein vermählt wurde. Schließlich floh sie zu ihrem Bruder nach Krumau (Český Krumlov), wo sie den Rest ihres Lebens in Frieden verbrachte, sich in Weiß kleidete und den Armen half.
Sehenswürdigkeiten in Neuhaus Tschechien
Jindřichův Hradec gehört zu jenen Orten, die immer noch ziemlich unterschätzt werden. Die meisten Besucher zieht es eher nach Český Krumlov – dabei findest du in Neuhaus wunderschöne Kulturdenkmäler, Angebote für Kinder und großartige Ausflugsziele in der Natur. In dieser Stadt verbinden sich Geschichte und moderne Trends zu einer einzigartigen Atmosphäre. Schauen wir uns einige Orte an, die du bei einem Besuch auf keinen Fall verpassen solltest.
Staatliche Burg und Schloss Neuhaus
Der monumentale Palastkomplex gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bei deinem Besuch solltest du mindestens eine Führung mitmachen.

Übersicht der Führungen:
Adams Bau (Grundrundgang)
Die Schlafgemächer in den Grünen Zimmern im 1. Stock des Adams-Baus. Die Führungsroute A (Grundrundgang) führt durch das erste Stockwerk des Renaissance-Gebäudes. Sie vermittelt den repräsentativen Lebensstil der hohen Landesbeamten – der Herren von Neuhaus – sowie die Epoche, in der die Slavata und Czernin von hier aus ihr weitläufiges Gut verwalteten.
- Geöffnet: 9:00 – 16:30
- Preis: ca. 8 € (Erwachsene)
- Dauer: 50 Minuten
- Kapazität: max. 30 Personen
- Reservierung: nur für Gruppen erforderlich
Gotischer Palast (Grundrundgang)
Die Führungsroute durch den Gotischen Palast wurde neu gestaltet, um zahlreiche interessante Exponate und archäologische Funde bereichert und mit neuer Beleuchtung versehen.
- Geöffnet: 10:00 – 16:15
- Preis: ca. 5,50 € (Erwachsene)
- Dauer: 70 Minuten
- Kapazität: max. 25 Personen
- Reservierung: nur für Gruppen erforderlich
Schwarzer Turm + Schwarze Küche
Der Schwarze Turm kann auf eigene Faust ohne Führung besichtigt werden.
- Geöffnet: 10:00 – 17:00
- Preis: ca. 3 €, ohne Führung (Erwachsene)
- Kapazität: max. 15 Personen
- Reservierung: nicht erforderlich
Kinderführungen
Die Führungsroute für Eltern mit Kindern verläuft durch einen Teil des III. Rundgangs.
- Geöffnet: 10:00 – 12:00, 13:00 – 15:00
- Preis: ca. 5 € (Erwachsene)
- Dauer: 30 Minuten
- Kapazität: max. 15 Personen
- Reservierung: nur für Gruppen erforderlich
Schlossmuseum und „Kabinette Stuchlé“
Die Czernin – Gesandte, Reisende, Sammler.
- Geöffnet: 10:00 – 16:00
- Preis: ca. 4 € (Erwachsene)
- Kapazität: max. 40 Personen
- Reservierung: nur für Gruppen erforderlich
Städtischer Aussichtsturm an der Kirche Mariä Himmelfahrt
Der Aussichtsturm, der zur Kirche Mariä Himmelfahrt gehört und ein Wahrzeichen der Stadt ist, besticht durch seine Höhe von 68,3 Metern und den bemerkenswerten Ausblick, der sich aus 35,3 Metern Höhe bzw. 513 Metern über dem Meeresspiegel bietet.
Nach dem Erklimmen von 153 Stufen kannst du ein Panorama über die historische Altstadt, das Schloss, den Marktplatz mit der Mariensäule und die weite Landschaft bewundern. Bei idealen Bedingungen reicht der Blick sogar bis zum höchsten Berg des Böhmisch-Mährischen Höhenzugs, dem Javořice.
Heute wird der Turm vom Regionalmuseum Jindřichohradecka verwaltet und beherbergt neben regulären Besichtigungen auch verschiedene Veranstaltungen wie Festivals, Happenings und den sportlich-unterhaltsamen Wettbewerb „Lauf auf den Turm“.

Der 15. Meridian
Mitten im Herzen von Jindřichův Hradec befindet sich eine der bedeutendsten Attraktionen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken mag – der 15. Meridian. Die Linie ist im Pflaster bei der Kirche Mariä Himmelfahrt eingelassen.
Obwohl genaue Messungen ergaben, dass der tatsächliche 15. Meridian einige Meter weiter beim Nežárecká-Tor verläuft, bleibt die Legende seiner magischen Kraft bestehen. Der Überlieferung nach geht ein Wunsch innerhalb eines Jahres in Erfüllung, wenn ein Besucher diese Linie überschreitet und sich dabei etwas wünscht.

Dreifaltigkeitssäule
Die Säule mit der Skulpturengruppe der Heiligen Dreifaltigkeit, oft auch als Pestsäule bezeichnet, bildet die Dominante des Friedensplatzes (náměstí Míru) in Jindřichův Hradec. Dieses zwanzig Meter hohe barocke Meisterwerk, seit 1958 als Kulturdenkmal geschützt, stammt aus den Jahren 1764–1766 und wird dem Bildhauer Matouš Strachovský aus Dačice zugeschrieben.
Finanziert wurde der Bau von Ondřej Josef Bayer, dem kaiserlich-königlichen Verwalter und Postmeister der Stadt. Der dreieckige Grundriss der Säule verweist auf die göttliche Dreifaltigkeit, wobei ihr Gipfel eine Skulpturengruppe der Heiligen Dreifaltigkeit mit der Taube des Heiligen Geistes sowie Gottvater und Sohn bei der Krönung der Jungfrau Maria Himmelfahrt ziert. Damit dient die Säule zugleich als Mariensäule.
Weitere Elemente sind die Statuen des Erzengels Michael und zweier Engel, Figuren von neun Heiligen sowie drei Nischen mit Skulpturen der hl. Rosalia, der hl. Anna mit der Jungfrau Maria und des hl. Josef mit dem Jesuskind.

Kraffer-Garten
Der Kraffer-Garten ist ein historisches Kleinod voller Leben, in dem sich barocke Gartentradition, Zwischenkriegszeit-Gärtnerei und Spuren des früheren Regimes verweben. Hier gibt es ein breites Sortiment an Stauden, Kräutern und Schnittblumen, die lokal und mit Liebe angebaut werden.
Darüber hinaus bietet der Garten Raum für kulturelle und Umweltveranstaltungen, Erholung mitten in der geschäftigen Stadt, und kann sogar für Familienfeiern genutzt werden. Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche Workshops für alle Altersgruppen sowie das Landschaftsatelier „Za Mák“, das sich um die Gestaltung des Kraffer-Gartens und weiterer privater Gärten und Parks in ganz Tschechien kümmert.
Regionalmuseum Jindřichohradecka
Das Gebäude, in dem heute die meisten Ausstellungen des Museums untergebracht sind, hat seine Wurzeln in einem Jesuitenseminar, das an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert von der Ehefrau Adams II. von Neuhaus, Katharina von Montfort, gegründet wurde.
Trotz eines frühen Brandschadens im Jahr 1615 erholte sich der Bau schnell. Durch die anschließende Errichtung auf quadratischem Grundriss mit Arkadenhof und die Fertigstellung der Seminarkapelle des hl. Veit im Jahr 1642 erhielt er sein heutiges spätrenaissance Erscheinungsbild.
Der Bau diente weiterhin als Bildungseinrichtung und war Heimat für zahlreiche Studenten, darunter den jungen Bedřich Smetana.
Nachdem die Stadt Jindřichův Hradec 1923 das Gebäude erworben hatte, wurden die Räumlichkeiten in ein Museum umgewandelt, das seit Mai 1928 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Besucher können heute zahlreiche Ausstellungen erkunden, darunter gotische Bildhauerei, die Landfras-Druckerei, bürgerliche und Volkskultur, eine Bildergalerie, in Stein gehauene Geschichte und vieles mehr.
Denkmal der Schmalspurbahn Jindřichův Hradec – Nová Bystřice
Die Geschichte der Schmalspurbahn zwischen Jindřichův Hradec und Nová Bystřice reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück, als diese Strecke erbaut wurde. Der Bau war keineswegs einfach – vor allem wegen des hügeligen Geländes, was zur Verlängerung der Strecke auf 33 km und zur Begrenzung der Reisegeschwindigkeit führte. Die Trasse stellte auch aufgrund der zu überwindenden steilen Steigungen eine technische Herausforderung dar.
Dennoch wurde die Strecke dank der gemeinsamen Anstrengungen lokaler Notare und Industrieller fertiggestellt, und der Betrieb wurde am 1. November 1897 feierlich eröffnet. Die Züge auf der Strecke waren gemischte – sie beförderten sowohl Personen als auch Fracht.
Die Schmalspurbahn spielte eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Region und durchlief in ihrer Existenz verschiedene Epochen, einschließlich der Zeit des Ersten Weltkriegs, als die Strecke praktisch nicht funktionierte. Nach dem Krieg wurde die Strecke unter die Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) verstaatlicht. Während der Ersten Republik stieg das Interesse am Verkehr auf der Strecke, doch in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Effizienz der Strecke zunehmend in Frage gestellt.

Sternwarte und Planetarium Prof. František Nušl
Die ersten Grundsteine der Sternwarte wurden 1956 auf dem Hügel Šibeník gelegt, wobei der Bau in einem Pulvermagazin am südlichen Stadtrand begann. Die feierliche Eröffnung fand 1961 statt – unter der Schirmherrschaft des Städtischen Kulturhauses, das später in Kultur- und Gesellschaftszentrum umbenannt wurde.
Obwohl 1992 die Gefahr bestand, dass die Sternwarte ihren Betrieb einstellt und in ein Fitnessstudio umgewandelt wird, konnte diese Krise erfolgreich abgewendet werden. Ab 1994 setzte die Sternwarte ihre Arbeit fort, nun unter der Obhut des Gymnasiums Vítězslav Novák in Jindřichův Hradec. Ende 1999 tauchten jedoch erneut Komplikationen bezüglich der Verlängerung des Mietvertrags mit der Stadt auf.
Dank entschlossenen Verhandlungen wurde die Sternwarte im Jahr 2000 dem Haus der Kinder und Jugend unterstellt, wo sie bis Juli 2018 verblieb. Auch danach setzte der Astroclub die Verbreitung astronomischen Wissens für die Öffentlichkeit fort. Ein Wendepunkt war das Jahr 2018, als eine umfassende Sanierung der Sternwarte begann – einschließlich eines Planetariums, der Erweiterung der Hauptkuppel, dem Bau einer neuen kleinen Kuppel und der Verbesserung der Räumlichkeiten für Arbeitsgemeinschaften und andere Aktivitäten durch einen neuen Clubraum.
Čmelák-Flugzeug auf dem Kreisverkehr
In manchen Städten findet man auf dem Kreisverkehr Blumen – in Jindřichův Hradec steht hier ein Agrarflugzeug vom Typ Z 37 Čmelák (Hummel). Diese ungewöhnliche Attraktion ist dem örtlichen Aeroclub zu verdanken, der damit das 75-jährige Jubiläum der Luftfahrt in Jindřichův Hradec feierte.

Statue des Hl. Johannes von Nepomuk
Johannes von Nepomuk, auch bekannt als Johannes von Pomuk, ist eine der bedeutendsten Gestalten der barocken Heiligenverehrung, und seine Ikonographie ist fest in der tschechischen Landschaft und weit über ihre Grenzen hinaus verwurzelt. Sein Leben und Wirken, seine Bedeutung als Schutzpatron vieler Berufe und Beschützer vor zahlreichen Unglücksfällen spiegeln sich in Tausenden von Statuen und Kirchen wider, die man in ganz Europa und sogar in Übersee findet. Wer in Deutschland lebt, kennt seine Figur vielleicht von der Alten Brücke in Heidelberg oder von zahlreichen Brückenheiligen in Bayern und Österreich.
Seine Statuen und Denkmäler sind in der gesamten Tschechischen Republik allgegenwärtig, denn sie sind nicht nur ein Symbol des Glaubens und der Hingabe, sondern auch ein bedeutender Meilenstein in der tschechischen Geschichte und Kultur. Johannes von Nepomuk ist ein unauslöschlicher Teil der tschechischen Identität, seine Präsenz ein fester Bestandteil der Landschaft. So findet man seine Statue auch in Jindřichův Hradec.

Rondell
Der Musikpavillon Rondell auf dem Schlossgelände in Jindřichův Hradec ist ein einzigartiges Denkmal mit reicher Geschichte. Sein Bau datiert in das späte 16. Jahrhundert, als Adam II. von Neuhaus die alte Burg in eine Renaissance-Schlossresidenz umwandeln wollte. Für die Umsetzung des Projekts wurden die talentierten italienischen Architekten Baltazare Maggi und Giovani Mario Faconi berufen. Von Anfang an war das Rondell für gehobene Unterhaltung bestimmt und diente als Veranstaltungsort für Bälle, Konzerte und den Empfang adliger Gäste, insbesondere in den Sommermonaten.

Die Architektur des Pavillons ist nicht nur wegen ihres manieristischen Stils einzigartig, sondern auch wegen ihrer speziellen akustischen Lösung. Die Musiker spielten im Keller unter dem Boden, und ihr Klang wurde durch eine schmale Öffnung in den Hauptsaal übertragen, die mit einer bodenlosen Vase abgedeckt war. Nach dem großen Brand von 1773 stand der Pavillon lange leer und wurde später als Lager oder Stall genutzt.
Eine Restaurierung erfuhr das Rondell 1990 und anschließend 2012, als ein wertvoller Fund entdeckt wurde – eine Blechdose voller historischer Dokumente und Fotografien. Heute kehrt dieser wunderschöne Pavillon zu seinem ursprünglichen Zweck zurück und dient als Kultur- und Repräsentationsraum für Hochzeiten und andere Veranstaltungen. Das Rondell ist Teil der Besichtigungsrouten der Burg und des Schlosses Jindřichův Hradec und somit für alle zugänglich, die seine faszinierende Geschichte entdecken möchten.
Aussichtspunkt Karlov
Einer der schönsten Ausblicke auf Jindřichův Hradec bietet sich vom Aussichtspunkt Karlov.

Nežárecká-Tor
Das Nežárecká-Tor, in der Vergangenheit auch als Linzer oder Rotes Tor bekannt, ist ein originales mittelalterliches Stadttor. Seine Konstruktion ist einzigartig – mit zwei gotischen und einem Renaissance-Stockwerk. Im 19. Jahrhundert wurde das Tor um eine Uhr ergänzt. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe der Staatsburg und des Schlosses, am Balbín-Platz, nur wenige Schritte vom Zentrum von Neuhaus entfernt.
Das Nežárecká-Tor ist, ähnlich wie das benachbarte ehemalige Jesuitenseminar, Teil der Stadtbefestigung. Von den ursprünglich drei Stadttoren hat sich nur dieses eine erhalten, das auch als Linzer Tor bekannt ist. Ursprünglich war es ein mittelalterlicher Bau mit zwei gotischen Stockwerken, der während des Baus des benachbarten Seminargebäudes in der späten Renaissance um ein weiteres Geschoss mit Schlüsselschießscharten und Satteldach erweitert wurde.

Im frühen 19. Jahrhundert wurde ein Aufsatz mit dreieckigem Giebel hinzugefügt, in den Zifferblätter eingesetzt wurden. Im Jahr 1879 wurde im Tor eine Turmuhr des Neuhäuser Uhrmachers Martin Rezek installiert. An der Westseite schmückt das Tor ein Steinrelief des Stadtwappens in einer Renaissance-Kartusche, während die Innenseite des Tores Ende des 17. Jahrhunderts mit gemalten Wappen von Jan Jiří Jáchym Slavata und seiner Ehefrau Marie Markéta von Rappach versehen wurde.
Aquashow Jindřichův Hradec
Die Aquashow in der Passage des Handels- und Medizinzentrums St. Florian gehört zu den beliebtesten Attraktionen in Jindřichův Hradec. Sie bietet den Besuchern ein unvergessliches Schauspiel: Fallende Wassertropfen formen verschiedene Figuren, begleitet von einer effektvollen Lichtshow, Videoprojektionen und eindrucksvoller Musik.
Die Aquashow findet täglich statt. Von Montag bis Freitag beginnt das Programm um 9:00 Uhr und wird zu jeder vollen Stunde bis 18:00 Uhr wiederholt. Am Wochenende – samstags und sonntags – kann man die Aquashow von 10:00 bis 17:00 Uhr besuchen.
Künstliche Insel – Teich Vajgar
Der Teich Vajgar, einer der ältesten böhmischen Teiche aus dem 10. Jahrhundert, spielte im Laufe der Jahrhunderte viele Rollen – von der Verteidigung über die Wirtschaft bis hin zur Erholung. Ursprünglich diente er als wichtiger Teil der Burg- und Stadtbefestigung, lieferte Fische, trieb Mühlen und eine Säge an und diente zum Waschen von Stoffen. Heute ist die Wasserfläche des Vajgar ein Spiegel, der die Pracht des Sitzes der Herren von Neuhaus verdoppelt und so eine einzigartige Verbindung von Natur und Architektur schafft.
Mit einer Tiefe von fünf Metern und einer Fläche von 49 Hektar dient er nicht nur als Brauchwasser-Reservoir und zur Fischzucht, sondern ist auch ein Ort für Sport und Erholung. Er ist zu einer unübersehbaren Angel-Attraktion geworden, an der Angelwettbewerbe stattfinden, und lädt zum Entspannen und Relaxen ein.
Museum für Fotografie und moderne Bildmedien
Dieses Museum, untergebracht in einem wunderschön restaurierten Jesuitenkolleg aus dem späten 16. Jahrhundert, beherbergt außergewöhnliche Kunstschätze, darunter seltene Decken- und Wandmalereien. Der Schwerpunkt liegt auf der Fotografie, doch das Museum erweitert seinen Blickwinkel auch auf weitere Bildmedien.
In den Sammlungen des Museums begegnest du Werken sowohl einheimischer als auch internationaler Fotografen, von bedeutenden Persönlichkeiten der Fotografiegeschichte bis hin zu zeitgenössischen Künstlern. Das Museum zeigt auch eigene Projekte, die sich häufig auf die Dokumentation der Gegenwart konzentrieren – auch im Ausland.
Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt ca. 3,50 €, für Kinder und Studenten ca. 2,80 €. Das Familienticket für zwei Erwachsene und 1–2 Kinder kostet ca. 7 €.

Jesuitenpark
Wenn du einen Moment der Ruhe brauchst, besuche den oft übersehenen und sehr unscheinbaren Jesuitenpark. Diese kleine Parkanlage wurde 1886 vom Verein Vesna gegründet. Ursprünglich war sie deutlich größer als heute. Der Stadtrat gab ihr den Namen „Jablonský-Anlagen“ zu Ehren einer bedeutenden Persönlichkeit der tschechischen nationalen Wiedergeburt: des Dichters, katholischen Priesters und nationalen Erweckers Boleslav Jablonský (1813–1881). Im Jahr 1881 wurde die Jablonský-Stiftung gegründet, die 1886 die Enthüllung eines Denkmals in der Geburtsstadt des Dichters, Kardašova Řečice, initiierte.
Die drei Meter hohe Sandsteinfigur des Dichters schuf der angesehene tschechische Bildhauer Josef Strachovský, der Ende der 1880er Jahre auch in Jindřichův Hradec arbeitete. In den Museumssammlungen von Neuhaus befindet sich Strachovskýs Modell der Jablonský-Statue aus dem Jahr 1886. Der Künstler schenkte es 1889 dem Verein Vesna mit der Idee, ein Denkmal im Park beim Kloster aufzustellen. Den Sockel für das Modell fertigte nach dem Entwurf des Bildhauers der örtliche Baumeister J. Kocáb.
Der Verein Vesna verwirklichte dieses Vorhaben im Frühjahr 1891, als das errichtete Denkmal enthüllt wurde. Bereits Mitte der 1920er Jahre wurden die Anlagen jedoch wegen des Gymnasiumgebäudes verkleinert, und der verbleibende Teil des Parks samt Denkmal wurde vernachlässigt. 1934 war die Statue in desolatem Zustand, weshalb auf Kosten von K. Mert eine exakte Kopie angefertigt wurde, die der örtliche Steinmetz V. Neubauer meißelte. Im selben Jahr wurde Strachovskýs Original dem Museum geschenkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel der Park leider weiter, bis er 1976 endgültig aufgelöst wurde.
Weitere vierzig Jahre später kam es zur vollständigen Wiederherstellung des oberen Parkteils, einschließlich der Reparatur des originalen Sockels und der erneuten Aufstellung der Statue. Es handelt sich um die zweite Kopie, deren Autor V. Krninský ist. Dieser restaurierte bei dieser Gelegenheit auch das Original in der Museumssammlung.

Haus der Gobelins
Das Haus der Gobelins befindet sich in einem einfühlsam restaurierten Industriedenkmal – der ehemaligen Schlossbrauerei von Jindřichův Hradec. Hier kannst du die Restaurierung historischer Tapisserien beobachten, Ausstellungsmaterialien zur Geschichte der Weberei in Neuhaus erkunden und sogar das Weben am Webstuhl selbst ausprobieren.

Aktivitäten mit Kindern in Neuhaus
Falls dich das Planetarium oder die Kinderführung im Schloss nicht angesprochen haben, haben wir noch weitere Tipps für dich.
Zoo in Jindřichův Hradec
Wenn deine Kinder Tiere lieben, solltet ihr den Zoo Na Hrádečku besuchen, der fast zweihundert Tierarten beherbergt.
Besucher können sich aktiv einbringen und den Zoo unterstützen – entweder durch eine Tierpatenschaft oder einen finanziellen Beitrag. Der Zoo ist nämlich auf die Unterstützung der Öffentlichkeit angewiesen, da er ohne Subventionen arbeitet.
Obludiště – Das Heckenlabyrinth
Wenn deine Kinder schon immer mal ein Abenteuer wie in „Alice im Wunderland“ oder dem Film „Labyrinth“ erleben wollten, dann ist das Obludiště bei Jindřichův Hradec genau das Richtige! Dieses faszinierende Heckenlabyrinth ist das größte seiner Art in Mitteleuropa und erstreckt sich über eine Fläche von 6.000 m².
Das Obludiště befindet sich im malerischen Ort Dolní Pěna, unweit von Jindřichův Hradec. Vor Ort gibt es einen Parkplatz und einen Kiosk mit Erfrischungen, wo du dich nach der Herausforderung des Labyrinths stärken kannst. Für Selfie-Fans gibt es einen Selfiepoint. Und für die kleinsten Besucher steht ein Spielplatz bereit.
Das Obludiště ist von April bis Juni sowie im September an Wochenenden von 9:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. In der Sommersaison – im Juli und August – ist das Labyrinth täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr zugänglich.
Der Eintritt ist für Kinder bis 3 Jahre kostenlos. Kinder bis 155 cm Körpergröße zahlen ca. 2,50 €, Erwachsene ca. 4,50 €. Für Familien (mind. 2+1) gibt es 10 % Rabatt.
Wandern und Ausflugstipps rund um Neuhaus
Du möchtest wissen, was es in der Umgebung von Jindřichův Hradec zu entdecken gibt? Schauen wir uns jetzt einige Ausflugstipps rund um Neuhaus an.
Rýdův kopec – Aussichtsturm bei Děbolín
Etwa 6 km von Jindřichův Hradec entfernt findest du einen 33 m hohen Aussichtsturm, der ein toller Ausflugstipp ab Neuhaus ist. Die Architektur des Turms ist einzigartig – seine Konstruktion basiert auf der Idee eines gleichseitigen Dreiecks als Grundriss. Die Wendeltreppe aus Stahl hat 102 Stufen, während die Holztreppe 128 Stufen zählt.

Sandgrube Jindřiš
Im Sommer wirst du sicher einen Abstecher zur Sandgrube Jindřiš machen wollen. Sie zählt zu den besten Badestellen in Südböhmen. Dieser malerische See erstreckt sich über eine Wasserfläche von 5,5 Hektar und ist für sein klares Wasser bekannt. Am Ufer kannst du nach dem idealen Platz zum Sonnenbaden suchen oder die Ruhe im Schatten der Bäume genießen.
Die natürliche Umgebung bietet für jeden etwas – ob du den sanften Einstieg ins Wasser am Ostufer bevorzugst oder lieber gleich am Ufer tiefes Wasser hast. Das Westufer ist wilder, mit hohem Gras und Schilf, das die Liegeflächen manchmal einschränkt, aber gleichzeitig ein Refugium für FKK-Fans bietet.
Die natürliche Schönheit der Sandgrube Jindřiš hat allerdings auch ihre Herausforderungen. Das Parken kann manchmal problematisch sein, ebenso wie die Tatsache, dass der Ort gelegentlich von weniger rücksichtsvollen Besuchern genutzt wird. Zudem kann das Fehlen von Toiletten und der mangelnde Unterhalt der Ufer und Abfälle dazu führen, dass die Strände nach einem sonnigen Tag weniger einladend aussehen.

Čertův Kámen (Teufelsstein)
Der Čertův Kámen (Teufelsstein), einer der lokalen Hügel, die liebevoll als „Radouň-Berge“ bezeichnet werden, besticht durch seine Silhouette, die an Gebirgskämme erinnert. Seinen Gipfel ziert eine Felsformation, die der Sage nach die Überreste einer Teufelsburg darstellt.
Interessant ist, dass die deutsche Bezeichnung „Feuerstein“ eine noch faszinierendere Geschichte widerspiegelt. Wahrscheinlich stand nämlich auf diesem Felsen im Mittelalter ein hölzerner Wachturm, von dem aus per Feuer Nachrichten gesendet wurden, um vor nahender Gefahr zu warnen.
Diese felsige Dominante liegt an der Wanderroute von Kostelní Radouň nach Lodhéřov und ist zu Fuß von beiden Richtungen erreichbar. Für Mountainbike-Fans ist allerdings der Weg von Lodhéřov empfehlenswerter. Wer den Gipfel aus Richtung Radouň erklimmen möchte, sollte sich auf eine anspruchsvolle Herausforderung einstellen.
Nur 30 Minuten von Jindřichův Hradec entfernt liegt zum Beispiel die Burg Landštejn. Weitere Ausflugstipps in die Umgebung von Neuhaus findest du in unserem Artikel über die Böhmische Kanada.
Kaffee in Neuhaus: Die besten Cafés
Zu den besten Cafés in Jindřichův Hradec gehören definitiv Koloniálka und das Agnes Café. Im Agnes Café gibt es auch hervorragendes Essen.
Wo essen in Neuhaus

- CANTINA MEXICANA: Ein hervorragendes mexikanisches Restaurant mit authentischer Küche und toller Atmosphäre.
- Bistro Svatojánská: Dieses kleine Bistro bietet gutes Essen und eine angenehme Atmosphäre. Ideal für ein schnelles Mittagessen oder einen gemütlichen Nachmittag mit Freunden.
- Restro: Dieses freundliche Bistro ist bei den Einheimischen beliebt. Die Speisekarte wechselt häufig, sodass es immer etwas Neues zu entdecken gibt.
- The Curry House Indian: Wer die indische Küche liebt, ist im Curry House Indian bestens aufgehoben.
- Udírna (Räucherei): Du liebst Fleisch? Dann musst du angeblich die Udírna besuchen. Wir selbst essen kein Fleisch, aber alle haben sie uns empfohlen. 😁
Wohin als Nächstes? Lies unseren Artikel über Český Krumlov (Krumau).
Häufig gestellte Fragen
Welche Filme wurden in Jindřichův Hradec gedreht?
Zu den Filmen, die in Jindřichův Hradec gedreht wurden, gehören unter anderem „Bathory“, „5. Vzpoura háčků“, „Poslední propadne peklu“, „Pan Vok odchází“, „V erbu lvice“, „Svědek umírajícího času“, „Černé zrcadlo“, „Pravý rytíř“, „Stellis vinctus“ und „Tajemství staré bambitky 2″.
Was kann man mit Kindern in Neuhaus unternehmen?
Mit Kindern lohnt sich ein Besuch im Zoo, im Heckenlabyrinth Obludiště, im Planetarium oder am 15. Meridian, wo man in der Pension eine Bestätigung erhalten kann, dass man den 15. Meridian überquert hat.
Wie viele Tage sollte man für Neuhaus einplanen?
Um die gesamte Stadt und die Ausflüge in die Umgebung zu schaffen, empfehlen wir 2–3 Tage.
Was gibt es in Neuhaus Tschechien?
In Jindřichův Hradec (Neuhaus) befindet sich eines der schönsten Schlösser Tschechiens.
Was tun in Neuhaus bei Regen?
Bei Regen lohnt sich ein Besuch im Schloss, im Museum für Fotografie, im Planetarium oder im Haus der Gobelins.
Wie groß ist Jindřichův Hradec?
Jindřichův Hradec (Neuhaus) hat rund 21.000 Einwohner.
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