Golfo di Orosei: Die 10 schönsten Buchten Ostsardiniens

Wenn du nach Sardinien fährst und denkst, du fährst überall einfach bequem mit dem Auto ans Meer und packst deine Liege aus, muss ich dich gleich zu Beginn ein wenig enttäuschen. Die absolut schönsten Strände und Buchten Ostsardiniens, die auf Fotos eher wie aus einem Karibik-Katalog als aus Europa aussehen, musst du dir nämlich verdienen. Der Golfo di Orosei ist von einer wilden Kalksteinküste gesäumt, und die allermeisten Orte erreichst du nur über das Meer oder über anspruchsvolle Trekkingtouren durch die Berge.

Genau diese Unzugänglichkeit macht aber die gesamte Region Ogliastra und das angrenzende Gebirge Supramonte zu einem der zauberhaftesten Orte im ganzen Mittelmeerraum. Scharfe weiße Felsen fallen hier steil ins unwirklich türkisfarbene Wasser, die Strände sind mit feinen Marmorkieseln bedeckt, und die Luft duftet nach wildem Rosmarin und Oleander. Reisende sind von diesem Ort so begeistert, dass sie oft mehrmals zurückkehren – an einem einzigen Tag schafft man es einfach nicht, alle Höhlen und versteckten Lagunen zu erkunden, die der Golf zu bieten hat.

In diesem Guide findest du 10 Tipps, was man im Golfo di Orosei sehen und unternehmen kann. Wir schauen uns gemeinsam ikonische Strände wie Cala Goloritzé oder Cala Mariolu an, ich helfe dir, dich bei den Bootstouren zurechtzufinden, wir werfen einen Blick auf die besten Trekkingtouren und lassen natürlich auch praktische Infos nicht aus – etwa, wo man strategisch übernachtet und worauf man bei Reservierungen achten muss, die in der Sommersaison absolut unverzichtbar sind.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Basis für Ausflüge: Der beste Ausgangspunkt ist das Hafenstädtchen Cala Gonone, von wo täglich Boote ablegen. Eine weitere Möglichkeit ist das Bergdorf Baunei im Süden.
  • Anreise zu den Stränden: Die meisten Buchten (Cala Mariolu, Cala Luna, Cala Biriola) sind nur per Boot oder für geübte Wanderer über anspruchsvolle Trekkingrouten aus dem Landesinneren erreichbar.
  • Begrenzte Kapazität: Die schönsten Strände haben strenge Tageslimits. An der Cala Goloritzé dürfen sich beispielsweise nur 250 Menschen gleichzeitig aufhalten, und du musst deinen Platz über die App Heart of Sardinia reservieren.
  • Beste Reisezeit: Ideal sind Juni oder September, wenn das Meer schon angenehm warm ist, du aber dem August-Wahnsinn (Ferragosto) und den astronomischen Preisen entgehst.
  • Achtung Wind: Bootstouren sind wetterabhängig. Bei starkem Mistral legen die Boote gar nicht erst ab – plane deshalb genug zeitlichen Puffer ein.

Wann nach Golfo di Orosei reisen und wie die Bootstouren funktionieren

Der Golfo di Orosei ist insofern besonders, als hier alles dem Diktat von Natur und Wetter folgt. Die Haupt-Reisesaison läuft von Juni bis September, wenn die Temperaturen hoch in die Dreißiger klettern und das Wasser herrlich warm zum Baden ist. Wenn du kannst, würde ich dir aber dringend raten, den August zu meiden, denn dann haben die Italiener landesweit Urlaub, die Strände platzen aus allen Nähten und die Unterkunftspreise schießen steil in die Höhe. Ein deutlich angenehmeres Erlebnis verspricht Ende Juni oder idealerweise der September, wenn die Menschenmassen schon abebben, das Meer aber noch rund 24 Grad hält.

Das absolute Zentrum des Geschehens und der wichtigste Hafen ist das Städtchen Cala Gonone, aus dem Morgen für Morgen Dutzende Boote auslaufen. Du kannst wählen, ob du dich einem großen Ausflugsboot anschließt oder dir (wenn du dich traust) ein eigenes kleines Motorschlauchboot mietest. Wie du dich auch entscheidest: Reserviere Bootstickets und Bootsverleih mindestens 48 Stunden im Voraus, denn vor Ort könnte sonst nichts mehr übrig sein. Die Ostküste Sardiniens gilt zwar als etwas geschützter als der Westen, trotzdem solltest du den Wind genau im Auge behalten und die App Windfinder prüfen. Wenn nämlich ein kräftiger Mistral aufkommt, türmen sich die Wellen auf, und die Kapitäne sagen aus Sicherheitsgründen alle Fahrten ab.

Solltest du eine Reise außerhalb der Hauptsaison erwägen, also von November bis April, denk daran, dass Ostsardinien eine recht abgelegene Region ist. Die meisten Restaurants, Hotels und Bootsgesellschaften schließen über den Winter komplett, und die ganze Gegend fällt in einen tiefen Winterschlaf. Für Sehenswürdigkeiten und Kultur kann das durchaus reizvoll sein, aber wenn du dich auf Meer und lebendige Cafés freust, plane deine Reise lieber für die Sommer- oder frühen Herbstmonate. Aktuelle Infos über die Region findest du auch auf der offiziellen Tourismus-Website Sardegna Turismo.

Wo am Golfo di Orosei übernachten

Bei der Urlaubsplanung in dieser Gegend ist die Wahl der richtigen Basis absolut entscheidend, denn die Fahrten über die kurvigen Bergstraßen kosten überraschend viel Zeit. Die wohl praktischste Wahl ist eine Unterkunft direkt in Cala Gonone, von wo du es morgens buchstäblich nur ein paar Schritte zu den Booten hast und abends gemütlich essen gehen kannst. Wenn du aber Ausblicke bevorzugst und dir das Pendeln nichts ausmacht, bietet das Bergstädtchen Baunei eine unglaublich authentische Atmosphäre und ist der ideale Ausgangspunkt für alle Wanderungen im südlichen Teil des Golfs.

Der Osten Sardiniens ist wild und abgelegen, außerhalb der Saison schließen viele Betriebe, also wähle deine Basis mit Bedacht. Am praktischsten ist es, sich in Cala Gonone niederzulassen – von hier legen die Boote zu den schönsten Buchten ab, und morgens bist du als Erster am Meer. Wer sich nach dem authentischen Sardinien sehnt, fährt ein Stück ins Landesinnere:

💑 Für Paare und Blick auf den Golf: Hotel Costa Dorada (Cala Gonone) – Palmengärten über der Bucht von Cala Gonone und Ausblicke, wegen denen Reisende gern wiederkommen.

👨‍👩‍👧 Für Familien strandnah: Parco Blu Club Resort (Cala Gonone) – Familienresort mit Pool nur wenige Schritte vom Meer und praktischer Ausgangspunkt für Bootstouren in die Buchten.

💰 Für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Hotel Nuraghe Arvu (Cala Gonone) – angenehmes Familienhotel mit eigenem Garten nahe am Strand und fairen Preisen auch außerhalb der Hauptsaison.

✨ Für ein einzigartiges Erlebnis im Landesinneren: Su Gologone Experience Hotel (Oliena) – das legendäre Kunsthotel unterhalb des Supramonte; authentisches Bergsardinien und trotzdem nur ein Stück vom Meer entfernt.

💡 Ein kleiner Tipp zum Schluss: Die meisten Hotels buchst du über Booking.com mit kostenloser Stornierung, sodass du deinen Lieblingsort gleich reservieren und dich später in Ruhe entscheiden kannst. Warte nur nicht zu lange – die begehrtesten Adressen am Meer sind für Juli und August oft schon ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht, und die Preise steigen in der Hauptsaison um etliche Prozent.

Die schönsten Buchten des Golfo di Orosei

Schauen wir uns endlich die schönsten Buchten Ostsardiniens an, wegen denen alle hierherkommen. Jeder Strand hat seine ganz eigene Atmosphäre – und oft auch seine eigenen Regeln, auf die du dich am besten im Voraus einstellst, damit du vor Ort nicht unangenehm überrascht wirst.

1. Cala Goloritzé

Dieser Ort ist ein echtes Juwel und angeblich der meistfotografierte Strand ganz Sardiniens. Cala Goloritzé trägt sogar den Titel „World’s Best Beach“ für das Jahr 2025 – und wenn du die Fotos siehst, verstehst du sofort, warum. Die Bucht wird beherrscht von der unglaublichen hundert Meter hohen Felsnadel Punta Caroddi und einem massiven Steinbogen, der sich direkt ins Meer spannt. Das Wichtigste, was du über diesen Strand wissen solltest: Hier gilt ein striktes Verbot für Motorboote, bis ans Ufer zu fahren. Du erreichst ihn also nur zu Fuß oder, indem du vom Boot aus hinschwimmst.

Wählst du den Weg zu Fuß, erwartet dich ein etwa anderthalbstündiger Abstieg von der Hochebene Golgo beim Dorf Baunei. Der Weg hinunter ist recht angenehm, vergiss aber nicht, dass du dich anschließend in der Sommerhitze wieder hinaufkämpfen musst. Der Naturschutz steht hier an erster Stelle, rechne deshalb in der aktuellen Saison mit einem strikten Limit von 250 Personen gleichzeitig. Den Platz musst du maximal 72 Stunden im Voraus über die offizielle App Heart of Sardinia reservieren, der Eintritt kostet 7 Euro. Der Wanderweg ist meist nur zwischen 7:30 und 14:00 Uhr geöffnet – steh also unbedingt früh auf.

2. Cala Mariolu

Während Goloritzé mit ihren Felsen lockt, wird dich Cala Mariolu mit der Farbe ihres Wassers schlicht umhauen. Die Kombination aus Kalksteinboden und feinen rosa-weißen Kieseln erzeugt hier ein so unwirklich blaues Meer, dass es laut vielen Reisenden eher aussieht wie ein riesiger natürlicher Pool. Die Kiesel sind zudem schön vom Meer geglättet, sodass es sich auch ohne dicke Unterlage recht bequem darauf liegt.

Zu diesem Strand gelangt man in den allermeisten Fällen nur per Boot, und auch hier gelten strenge Regeln zum Schutz der Küste. Das tägliche Limit liegt bei 700 Besuchern, und für den Zugang brauchst du einen speziellen QR-Code, für den eine Gebühr von rund 1 Euro anfällt. Diese Gebühr betrifft auch alle, die auf eigene Faust anreisen – prüfe deshalb unbedingt die aktuellen Regeln und Reservierungen für die jeweilige Saison auf der offiziellen Website Cala Mariolu.

3. Cala Luna

Cala Luna ist wohl der größte Klassiker des ganzen Golfs, und du erkennst sie auf Anhieb an den riesigen Meereshöhlen, die den hinteren Teil des Strandes säumen. Diese Höhlen bieten an heißen Sommertagen rettenden natürlichen Schatten, was viele Besucher dankbar zu schätzen wissen. Hinter dem Strand liegt außerdem eine interessante Süßwasserlagune, um die herum dichte Sträucher duftender rosa Oleander wachsen.

Hierher kommst du auf zwei Arten. Die einfachere ist natürlich das Bootsticket vom Hafen Cala Gonone, von wo aus mehrmals täglich Boote pendeln. Wenn du aber gern wanderst und feste Schuhe hast, kannst du auch zu Fuß über die Klippen vom Strand Cala Fuili aufbrechen. Der Trek dauert rund zwei Stunden, bietet herrliche Ausblicke auf die gesamte Küste und wird von Einheimischen allen wärmstens empfohlen, die Baden mit etwas Bewegung verbinden möchten.

4. Cala Gonone und Cala Fuili

Auch wenn Cala Gonone in erster Linie als touristische Basis und Ausgangshafen für alle Fahrten in den Golf dient, findest du direkt hier ein paar schöne Strände, die sich hervorragend für entspannte Tage eignen. Das Städtchen hat eine sehr angenehme Promenade, viele ausgezeichnete Restaurants und eine entspannte Sommeratmosphäre. Ich muss dich nur warnen: Wenn du nur auf einen Sprung herkommst, brich wirklich früh morgens auf, denn die Parkplätze am Hafen verschwinden blitzschnell.

Ein Stück südlich des Städtchens liegt die wunderbare Bucht Cala Fuili, die einen riesigen Vorteil hat. Als eine der wenigen im gesamten Golfo di Orosei ist sie nämlich mit dem Auto erreichbar. Du fährst einfach bis ans Ende der Asphaltstraße, parkst (wenn du Glück mit einem Platz hast) und steigst über die Steintreppe hinunter zum Meer. Der Strand ist zwar kleiner und besteht aus größeren Steinen, aber das Wasser ist hier absolut glasklar und von steilen Felsen umrahmt.

5. Cala Sisine

Wenn du dir eine ganztägige Bootsrundfahrt durch den Golf gönnst, wird Cala Sisine fast sicher eine deiner Stationen sein. Anders als die vorigen Strände, die eher schmal und von Felsen eingeengt sind, ist diese Bucht deutlich breiter und geräumiger. Sie entstand am Ende eines tiefen Tals, und der Strand besteht überwiegend aus feinen hellen Steinchen.

Cala Sisine hat den Vorteil, dass sie selbst in der Hauptsaison nicht so überfüllt wirkt wie ihre berühmteren Nachbarn. Hinter dem Strand findest du zudem eine kleine Bar, in der du dich vor der Sonne verstecken und ein kühles Getränk genießen kannst – bei diesen abgelegenen Buchten eher ein seltener Luxus. Auch hierher führt ein Trekkingweg über die Berge, aber stell dich darauf ein, dass er lang und körperlich recht anspruchsvoll ist.

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6. Cala Biriola

Cala Biriola ist so ein unauffälliger Schatz im nördlichen Teil des Golfs. Über dem schmalen Streifen Kieselstrand erheben sich majestätische Klippen, die dicht von duftendem Wacholder- und Eichenwald bewachsen sind. Der Kontrast aus sattgrünen Bäumen, weißen Kalkfelsen und türkisfarbenem Meer ergibt eine Szenerie, bei der du stundenlang nur fotografieren möchtest.

Das Wasser bei Cala Biriola ist oft etwas ruhiger, was sie zu einem fantastischen Ort zum Schnorcheln macht. Unter der Oberfläche verbirgt sich ein zerklüfteter Grund voller Fische und Unterwasserleben. Wie bei den anderen Stränden gilt auch hier: Der einfachste Zugang ist per Boot, und der Strand ist eine beliebte Station kleinerer Ausflugsboote.

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Meereshöhlen und Schluchten des Supramonte

Die Gegend rund um den Golfo di Orosei besteht aber nicht nur aus Stränden. Das gesamte Landesinnere bildet das wilde Kalksteinmassiv Supramonte, das einige der bemerkenswertesten geologischen Formationen Italiens beherbergt. Wenn du dich vom Sonnenbaden am Strand etwas erholen möchtest, brich unbedingt auf, um die faszinierenden Höhlensysteme und tiefen Schluchten zu entdecken.

7. Grotta del Bue Marino

Diese ausgedehnte Meereshöhle ist von vielen Legenden umrankt und war bis vor Kurzem noch Heimat der seltenen Mönchsrobben, nach denen sie schließlich auch ihren Namen erhielt (Bue Marino bedeutet übersetzt Meerochse). Die Robben sind leider wegen des Touristentrubels von hier verschwunden, doch die Höhle selbst bleibt ein absolut atemberaubendes Erlebnis.

Im Inneren erwartet dich eine fesselnde Führung durch reich verzierte Dome, wo du riesige Tropfsteine und unterirdische Seen bestaunen kannst. In die Höhle gelangst du nur mit dem Ausflugsboot aus Cala Gonone, und der Eintritt ist meist nicht im Grundpreis des Bootstickets enthalten – halte deshalb zusätzliche Euros bereit. Tickets und aktuelle Infos zu den Führungen empfehle ich auf der offiziellen Website von Cala Gonone zu prüfen.

8. Gola Su Gorropu

Es wäre eine Sünde, Ostsardinien zu besuchen und eine der tiefsten Schluchten ganz Europas auszulassen. Gola Su Gorropu ist eine riesige Kluft im Supramonte-Massiv, wo sich die senkrechten Kalksteinwände bis zu einer beeindruckenden Höhe von 500 Metern auftürmen. Wenn du unten auf dem Grund der Schlucht zwischen riesigen weißen Felsbrocken stehst, kommst du dir neben dieser gewaltigen Steinmasse winzig klein vor.

Der Trek in die Schlucht ist ein unvergessliches Erlebnis, aber ich weise darauf hin, dass es kein Spaziergang ist. Zum Eingang musst du über einen recht steilen, steinigen Pfad absteigen, und die Fortbewegung in der Schlucht selbst erfordert das Klettern über Felsbrocken. Das ganze Gebiet wird von der hervorragenden Organisation Cooperativa Gorropu verwaltet, bei der man Eintritt zahlt und wo dir Guides bereitwillig alle Sicherheitsregeln und geologischen Besonderheiten erklären.

Trekkingtouren und Aktivitäten auf dem Wasser

Wenn du zu den aktiven Reisenden gehörst, die es nicht lange an einem Ort aushalten, bietet dir der Golfo di Orosei so viele Erlebnisse, dass du gar nicht weißt, womit du anfangen sollst. Von extremen mehrtägigen Expeditionen bis zum gemütlichen Erkunden der Küste mit dem Paddel in der Hand – diese Region ist für Outdoor-Liebhaber wie geschaffen.

💡 Tipp: Eintrittskarten, Bootstouren und geführte Touren füllen sich in der Saison schnell – es lohnt sich, sie vorab online auf GetYourGuide zu buchen.

9. Selvaggio Blu

Das hier ist wirklich nur etwas für die Erfahrensten. Selvaggio Blu, übersetzt „Wilder Blauer Trek“, hat den Ruf, einer der anspruchsvollsten Treks Europas zu sein. Es ist eine mehrtägige Expedition entlang der steilsten Klippen des Golfs – und ganz sicher keine touristische Autobahn. Der Weg verschwindet oft komplett im dichten Bewuchs, die Orientierung ist extrem schwierig, und auf vielen Abschnitten kommst du sogar ohne Kletterausrüstung und Abseilen nicht aus.

Sich auf eigene Faust auf dieses Abenteuer einzulassen, gleicht einem enormen Risiko – deshalb wird dieser Trek praktisch ausschließlich mit erfahrenen einheimischen Guides gegangen, die jeden Stein kennen und dir unterwegs Wasservorräte sichern, die sich in den Bergen nirgends auffüllen lassen.

10. Bootstour oder Kajak durch den ganzen Golf

Für gewöhnliche Sterbliche ist aber bei Weitem die beste Art der Erkundung das Mieten eines kleinen Schlauchboots, das die Italiener gommone nennen. Für viele davon brauchst du nicht einmal einen Bootsführerschein, und die Verleihstellen im Hafen erklären dir innerhalb von zehn Minuten, wie man mit dem Boot umgeht. Ein eigenes Boot gibt dir die unglaubliche Freiheit, früh am Morgen an den Stränden anzulegen, noch bevor die riesigen Ausflugsboote eintreffen, und kleine versteckte Höhlen im eigenen Tempo zu entdecken.

Wenn du gern Sport treibst und die Küste in völliger Stille erleben möchtest, brich mit dem Seekajak auf. Mit dem Kajak gelangst du auch in die engsten Meereshöhlen, in die Motorboote gar nicht hineinpassen. Du musst nur deine Kräfte einteilen und daran denken, dass entlang der Klippen starke Meeresströmungen entstehen können.

Was man in der Ogliastra probieren sollte

Die sardische Küche im Landesinneren und in den Bergregionen unterscheidet sich stark von dem, was du vielleicht von einer Mittelmeerinsel erwarten würdest. Es ist eine traditionelle Hirtenküche, die auf einfachen Zutaten, kräftigen Käsesorten und regionalem Gemüse beruht. Wenn du herkommst, sind die traditionellen Culurgiones absolute Pflicht. Das sind wunderschön von Hand geflochtene Teigtaschen, die mit einer Mischung aus Kartoffeln, würzigem Pecorino-Käse und frischer Minze gefüllt werden. Klingt vielleicht ungewöhnlich, schmeckt aber absolut fantastisch.

Zu jeder Mahlzeit bringt man dir hier Pane Carasau an den Tisch, ein extrem dünnes und knuspriges Hirtenbrot, das viele Monate frisch bleibt. Zum Schluss lass dir das Dessert namens Seadas nicht entgehen – große frittierte Teigtaschen, gefüllt mit frischem Käse, die warm großzügig mit bittersüßem Erdbeerbaum-Honig übergossen werden. Und womit das alles hinunterspülen? Die Einheimischen schwören auf ihren vollmundigen Rotwein Cannonau, von dem sie sagen, er sei das Elixier ihrer sprichwörtlichen Langlebigkeit.

Auch wenn Ostsardinien eher für seine Bergküche bekannt ist – etwa das typische Spanferkel (Porceddu) oder verschiedenste Wurstwaren –, stößt du in den Hafenstädten natürlich auch auf klassische Meeresgerichte. Eine traditionelle Spezialität der Küste ist zum Beispiel Bottarga, getrockneter Meeräschen-Rogen, mit dem Pasta gewürzt wird, oder Fregola mit einer reichhaltigen Sauce und Meeresfrüchten.

Wohin als Nächstes

Wenn du den Golf von Orosei schon erkundet hast und überlegst, wohin deine Schritte auf Sardinien als Nächstes führen sollen, wirf unbedingt einen Blick in unsere weiteren Guides, die dir bei der Planung helfen:

💡 Entdecke Sardinien weiter: der Haupt-Guide zu Sardinien, die schönsten Strände, Costa Smeralda, La Maddalena.

Häufig gestellte Fragen

Welche sind die schönsten Buchten im Golfo di Orosei?

Zu den absolut schönsten und bekanntesten gehören Cala Goloritzé mit ihrer ikonischen Felsnadel, die kieselige Cala Mariolu mit unglaublich blauem Wasser und Cala Luna, die von riesigen Meereshöhlen direkt am Strand geschmückt wird. Sehenswert sind auf jeden Fall auch Cala Biriola oder die leichter erreichbare Cala Fuili.

Wie kommt man zur Cala Goloritzé?

Na diesen Strand gilt ein strikt es Einfahrtsverbot für Boote. Du kannst entweder von einem in zulässiger Entfernung ankernden Boot hierher schwimmen oder eine Wanderung von der Golgo-Hochebene oberhalb des Dorfes Baunei unternehmen. Der Abstieg dauert etwa eineinhalb Stunden und für den Zugang musst du dir vorab über die App Heart of Sardinia einen Platz reservieren.

Brauche ich ein Boot für die Strände im Golfo di Orosei?

Na die meisten der schönsten Strände ja. Buchten wie Cala Mariolu, Cala Sisine oder Cala Biriola sind von steilen Bergen umgeben und der beste, oft einzig praktikable Weg dorthin ist über das Meer. Eine Ausnahme ist zum Beispiel Cala Fuili, die ihr mit dem Auto erreichen könnt.

Wo kann man eine Bootstour durch den Golfo di Orosei buchen?

Hauptzentrum für alle Bootsausflüge ist das Hafenstädtchen Cala Gonone. Ihr könnt hier Tickets für große Ausflugsboote sowie die Miete kleiner Motorboote direkt an den Häuschen am Hafen erledigen, aber in der Hochsaison empfehle ich, mindestens 48 Stunden im Voraus online zu reservieren.

Ist Cala Luna zu Fuß erreichbar?

Ja, man kann Cala Luna zu Fuß erreichen. Den Ausgangspunkt des Weges findet man am Strand Cala Fuili (unweit von Cala Gonone) und die Wanderung dauert etwa zwei Stunden in eine Richtung. Der Weg führt entlang der Klippen und bietet herrliche Ausblicke, erfordert aber festes Schuhwerk und ausreichend Wasser.

Was ist die Schlucht Su Gorropu?

Gola Su Gorropu ist eine riesige Kalksteinschlucht im Supramonte-Gebirge und zählt zu den tiefsten Canyons Europas, wobei ihre Wände eine Höhe von bis zu 500 Metern erreichen. Es ist ein beliebtes Ziel für Wanderungen, für das ihr den größten Teil des Tages einplanen solltet.

Wo übernachten für Ausflüge zum Golfo di Orosei?

Strategisch am besten gelegen ist der Hafen Cala Gonone, von wo jeden Morgen alle Boote ablegen und wo ihr die gesamte touristische Infrastruktur findet. Wenn ihr ein authentischeres Erlebnis hoch in den Bergen bevorzugt und eher Wanderungen plant, ist das Dörfchen Baunei eine großartige Wahl.

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