Costa Smeralda und der Norden Sardiniens: 12 Tipps, was man sehen und erleben sollte

Du suchst verzweifelt nach Exotik mit schneeweißem Sand und türkisfarbenem Wasser wie irgendwo in der Karibik, aber allein die Vorstellung eines zwölfstündigen Flugs schreckt dich zuverlässig ab? Genau deshalb ist der Norden Sardiniens ein solches Phänomen. Angeblich handelt es sich um einen der schönsten Winkel ganz Europas, und nach den Fotos und Erzählungen begeisterter Reisender zu urteilen, sieht es hier absolut unglaublich aus. Kristallklares Meer umspült beeindruckende Granitfelsen, und über allem liegt der Duft der wilden mediterranen Macchia.

In diesem Reiseführer findest du 12 Tipps, was man sehen und erleben kann – in der Region rund um die Costa Smeralda und ihrem weiteren Umland. Wir konzentrieren uns auf die fotogensten Orte, ich verrate dir, wo du dich strategisch klug einquartierst und wann die beste Reisezeit ist. Wir spazieren durch die bekanntesten Strände, malerischen Städtchen und wilden Klippen, die man einfach nicht auslassen sollte. Du wirst sehen: Der Norden der Insel bietet weit mehr als nur Luxusjachten und teure Boutiquen.

Der Norden der Insel wird zwar oft mit astronomischen Preisen und der internationalen High Society in Verbindung gebracht, aber lass dich davon nicht abschrecken. Wenn du weißt, wohin du genau steuern musst und was du dagegen meiden solltest, kannst du hier einen absoluten Traumurlaub erleben, ohne dafür eine Niere verkaufen zu müssen. Stell dich darauf ein, dass dich dieses Reiseziel mit seiner Vielfalt verzaubern wird – denn jede Bucht hier sieht ein bisschen aus wie aus dem Katalog für das perfekte Leben.

Strand auf Sardinien
Strand auf Sardinien

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Die Costa Smeralda ist ein Symbol des Luxus: Sie wurde in den sechziger Jahren erbaut und ist heute ein Zentrum des internationalen Jetsets – doch ihre Strände wie der Spiaggia del Principe sind für alle zugänglich.
  • San Teodoro bietet Karibik in Europa: Die Strände Cala Brandinchi und La Cinta bestechen mit unglaublich feinem Sand und türkisfarbenem Wasser.
  • Achtung bei sommerlichen Strandreservierungen: Für die bekanntesten Strände (darunter Cala Brandinchi) musst du in der Saison vorab über eine App einen Platz reservieren und eine Gebühr zahlen.
  • Der wilde Norden verbirgt Schätze: Die Gegend rund um Santa Teresa Gallura und Capo Testa bietet eine Mondlandschaft voller bizarrer Granitfelsen und traumhafter Sonnenuntergänge.
  • Der Rosa Strand ist tabu: Der berühmte Spiaggia Rosa im Archipel La Maddalena ist streng geschützt und darf nur aus der Ferne vom Boot aus betrachtet werden – unter Androhung einer hohen Geldstrafe.
  • Ein Auto ist ein absolutes Muss: Ohne Mietwagen lässt sich der Norden praktisch nicht sinnvoll bereisen, der öffentliche Verkehr ist sehr eingeschränkt.
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Wann nach Nordsardinien reisen und wie man sich hier fortbewegt

Bevor du die Koffer packst, solltest du dir klarmachen, was du eigentlich vom Urlaub erwartest, denn das Wetter auf Sardinien verändert sich im Laufe des Jahres unglaublich. Wenn du vor allem im warmen Meer baden möchtest, ist der September die beste Wahl – die größten Sommermassen sind dann schon abgeebbt, aber das Wasser ist nach dem ganzen Sommer noch herrlich warm. Juli und August sind dagegen die absolute Hochsaison, was nicht nur Temperaturen um die 35 Grad bedeutet, sondern vor allem riesige Menschenmengen und extrem überzogene Preise für absolut alles.

April und Mai locken mit blühender Natur und idealen Bedingungen zum Wandern, allerdings hat das Meer dann nur etwa 15 bis 19 Grad. Diese Temperatur ist höchstens für eingefleischte Abhärtungsfans geeignet, der gewöhnliche Sterbliche steigt nur sehr ungern ins Wasser. Der Oktober dagegen ist oft noch sehr angenehm, das Meer hält ordentliche 21 Grad, und du hast viele Buchten fast für dich allein – auch wenn du schon mit gelegentlichem Regen und dem stärkeren Wind namens Mistral rechnen musst.

Das wichtigste Eingangstor zur gesamten Region ist der internationale Flughafen Olbia, zu dem man von Deutschland aus relativ leicht einen Direktflug findet – etwa mit Eurowings oder Lufthansa ab München, Frankfurt oder Berlin, in der Saison auch ab vielen weiteren Flughäfen. Eine weitere Möglichkeit ist die Fähre vom italienischen Festland in die Häfen Olbia oder Golfo Aranci, was ideal ist, wenn du mit dem eigenen Auto reist. Wie auch immer du ankommst: Ohne Auto kommst du hier nicht aus, denn Busse existieren zwar, aber ihre Fahrpläne sind eher als grobe Orientierung zu verstehen – und zu den schönsten Stränden bringen sie dich ohnehin nicht.

Beim Mieten eines Autos solltest du enorm aufpassen, welches Unternehmen du wählst. In Foren warnen Reisende eindringlich vor der Firma Goldcar wegen ihrer sehr aggressiven Methoden, teure Versicherungen aufzudrängen. Greif lieber auf bewährte lokale Anbieter zurück oder fotografiere vorab alles sorgfältig, um Ärger bei der Rückgabe zu vermeiden. Das Fahren auf Sardinien erfordert etwas Geduld, die Straßen sind oft kurvig und die Durchschnittsgeschwindigkeit klettert selten über 40 Kilometer pro Stunde – selbst kurze Strecken kosten also viel Zeit.

Eine absolut entscheidende Sache, auf die du beim Fahren achten musst, sind die sogenannten ZTL-Zonen, also Zonen mit eingeschränktem Verkehr. Sie finden sich in den Zentren vieler Städte, darunter Olbia, und die Einfahrt wird per Kamera überwacht. Das Bußgeld erreicht dich automatisch auch zu Hause und beginnt bei rund 87 Euro. Sobald du ein Schild mit der Aufschrift „Varco Attivo“ siehst, fahre dort auf keinen Fall hinein, sondern lass das Auto lieber auf einem kostenpflichtigen Parkplatz ein paar Straßen weiter stehen.

Wo man im Norden Sardiniens übernachtet

Die Suche nach der idealen Unterkunft in diesem Teil der Insel kann eine echte Nuss sein, denn die Costa Smeralda gilt als mit Abstand teuerste Region ganz Sardiniens. In den Sommermonaten schnellen die Hotelpreise hier um vierzig bis hundert Prozent gegenüber dem Rest des Jahres in die Höhe, und etwas Bezahlbares direkt rund um Porto Cervo zu finden, ist eine Aufgabe für Zauberkünstler. Die Luxusresorts sehen zwar absolut fantastisch aus, aber für ein normales Budget ergeben eher die Randtermine außerhalb der Hauptsaison Sinn.

Wenn du ein deutlich vernünftigeres Preis-Leistungs-Verhältnis suchst, konzentriere dich auf das Städtchen San Teodoro oder die Gegend rund um Santa Teresa Gallura. San Teodoro ist eine großartige Basis für Familien und Paare, von hier aus sind es nur ein paar Minuten zu den berühmtesten Stränden, und abends erwacht das Städtchen zu angenehmem Treiben mit Märkten und offenen Cafés. Santa Teresa Gallura ganz im Norden ist wiederum ideal für alle, die dramatische Klippen vor der Tür haben wollen und vielleicht sogar einen Tagesausflug per Fähre zum benachbarten Korsika erwägen.

Der Nordosten ist der teuerste Winkel der Insel, deshalb gilt hier doppelt: Eine clever gewählte Unterkunft spart Geld und Nerven. Je näher an Porto Cervo, desto höher die Preise – ein Stück weiter in Golfo Aranci oder San Teodoro findest du jedoch vergleichbares Meer zu einem angenehmeren Preis. Wähle danach, was du vom Urlaub erwartest:

✨ Für Luxus und Jetset-Atmosphäre: Hotel Cala di Volpe (Porto Cervo) – die legendäre Adresse der Costa Smeralda mit eigener Lagune; die Preise sind entsprechend, aber das Erlebnis ist unvergesslich.

💑 Für Paare und Meerblick: Gabbiano Azzurro Hotel & Suites (Golfo Aranci) – elegantes Hotel direkt über dem Meer mit Pool; tolles Preis-Luxus-Verhältnis nur einen Katzensprung von der Costa Smeralda entfernt.

👨‍👩‍👧 Für Familien mit eigenem Strand: Cala Cuncheddi (Olbia) – eigener Sandstrand und Nähe zum Flughafen Olbia; idealer Start- und Endpunkt für den Familienurlaub im Norden.

💰 Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: Due Lune Resort Golf & SPA (San Teodoro) – in San Teodoro am berühmten Strand La Cinta; vergleichbares Meer zu einem Bruchteil der Preise von Porto Cervo.

💡 Ein kleiner Tipp zum Schluss: Die meisten Hotels buchst du über Booking.com mit kostenloser Stornierung, sodass du dir deinen Lieblingsplatz gleich reservieren und später in Ruhe entscheiden kannst. Warte nur nicht zu lange – die begehrtesten Adressen am Meer sind für Juli und August oft schon ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht, und die Preise klettern in der Hauptsaison um zig Prozent nach oben.

Costa Smeralda und Porto Cervo

Schauen wir uns gemeinsam das Herz des Luxus an: die legendäre Smaragdküste, die Costa Smeralda. Bis Anfang der sechziger Jahre war dies nur ein vergessenes, wildes Stück Land voller Weiden, bis Prinz Karim Aga Khan es entdeckte und beschloss, daraus ein exklusives Urlaubsziel für seine wohlhabenden Freunde zu erschaffen. Die Architekten leisteten damals unglaubliche Arbeit, denn alle Bauten mussten die lokalen Traditionen, Farben und Formen streng respektieren, um die umliegende Landschaft nicht zu stören.

Dank dieser strengen Regeln findest du hier heute keine hässlichen Betonhotels, sondern eher niedrige pastellfarbene Villen und Residenzen, die perfekt mit dem allgegenwärtigen Granit und dem mediterranen Grün verschmelzen. Es ist eine Gegend, in die man fährt, um Perfektion zu bewundern, die Atmosphäre des sorglosen Reichtums in sich aufzunehmen und natürlich an Stränden zu entspannen, die der ganzen Küste mit ihrer Farbe ihren smaragdenen Namen gaben.

1. Porto Cervo und seine berühmte Marina

Das Städtchen Porto Cervo ist das absolute Zentrum der Costa Smeralda und angeblich einer der teuersten Ferienorte der Welt. Es entstand praktisch auf der grünen Wiese, eben dank Aga Khan, und seine Architektur erinnert an ein märchenhaftes sardisches Dörfchen, voller verwinkelter Gassen, Laubengänge und Terrakottadächer. Mittendrin findest du den kleinen Platz Piazzetta, gesäumt von Boutiquen der luxuriösesten Weltmarken, wohin der gewöhnliche Sterbliche eher nur zum Schauen durchs Schaufenster kommt.

Luxuriöse Superyacht vor der Küste der Costa Smeralda
Luxuriöse Superyacht vor der Küste der Costa Smeralda

Bei einem Besuch darfst du die örtliche Marina auf keinen Fall verpassen, wo in der Sommersaison die größten und teuersten Superyachten des Planeten ankern. Ein Spaziergang rund um den Hafen ist an sich schon ein großes Erlebnis, besonders am frühen Abend, wenn alles erleuchtet wird und die Atmosphäre einen leicht snobistischen, aber dennoch unbestreitbar magischen Hauch bekommt. Halte unbedingt auch bei der kleinen Kirche Stella Maris an, die über dem Hafen thront und einen wunderbaren Blick auf die gesamte Bucht voller schneeweißer Schiffe bietet.

2. Spiaggia del Principe – der Lieblingsstrand des Prinzen

Dieser Strand erhielt seinen Namen nach Prinz Aga Khan, für den dies angeblich der absolut geliebteste Ort an der ganzen Küste war. Wenn du dich ihm über den steinigen, nach Wacholder duftenden Pfad näherst, verstehst du sofort, warum – denn der Anblick der weit geöffneten Bucht mit weißem Sand und unglaublichen Blautönen verschlägt dir schlicht den Atem. Der Strand wird durch einen kleinen felsigen Vorsprung in zwei Teile geteilt und ist größtenteils vor unangenehmem Wind geschützt.

Strand Spiaggia del Principe an der Costa Smeralda
Strand Spiaggia del Principe an der Costa Smeralda

Hier in der Hauptsaison zu parken, kann etwas zum Kampf werden, daher raten Reisende, möglichst früh am Morgen anzukommen, idealerweise schon gegen acht Uhr. Der Parkplatz selbst ist kostenpflichtig, und von dort erwartet dich ein etwa zehnminütiger Spaziergang den Hügel hinab. Auch wenn die Costa Smeralda ein Symbol der Exklusivität ist, ist der Zugang zu diesem herrlichen Strand völlig kostenlos und für alle offen – du kannst das echte Millionärsgefühl also auch mit einem gewöhnlichen Handtuch und der eigenen Brotzeit genießen.

3. Der ikonische Strand Capriccioli

Capriccioli ist eigentlich ein Komplex aus mehreren kleineren Stränden, die durch riesige, von Wind und Wasser glattgeschliffene Granitfelsen voneinander getrennt sind. Diese Steine haben oft eine fast rosa Färbung und bilden mit dem türkisfarbenen Wasser einen absolut ikonischen visuellen Kontrast, den du auf den meisten Postkarten dieser Gegend siehst. Das Wasser ist hier außerdem sehr flach und ruhig, was diesen Ort zu einem riesigen Anziehungspunkt für Familien mit kleineren Kindern macht.

Strand Capriccioli mit Granitfelsen
Strand Capriccioli mit Granitfelsen

Die Gegend ist von dichtem Bewuchs aus alten Olivenbäumen und Pinien umgeben, die an heißen Sommertagen den ersehnten Schatten spenden. Auch hier gilt die Regel der frühen Anreise, denn die Parkkapazitäten sind erheblich begrenzt, und nach zehn Uhr vormittags hast du in der Regel keine Chance mehr, auch nur einen freien Platz zu finden. Am Strand kannst du Liegen und Sonnenschirme mieten, aber die Preise sind angesichts der Lage ziemlich astronomisch.

4. Liscia Ruja mit rosafarbenem Sand

Wenn du kleine und enge Buchten nicht magst, wird dich Liscia Ruja bestimmt begeistern, denn es handelt sich um den längsten Strand der gesamten Smaragdküste. Er zieht sich über eine Länge von mehr als einem halben Kilometer, und sein Sand hat an vielen Stellen einen zart rosa Schimmer, was in Kombination mit dem kristallklaren Wasser ein großartiges Schauspiel ergibt. Der Platz ist hier so großzügig, dass du dir sogar im August ein Stückchen nur für dich finden kannst.

Türkisfarbenes Meer und Strand an der Costa Smeralda
Türkisfarbenes Meer und Strand an der Costa Smeralda

Der Zugang zum Strand führt über eine staubige, unbefestigte Straße, für deren Befahren oft eine Gebühr in Form von Tagesparkgeld erhoben wird. Liscia Ruja ist dafür bekannt, dass die Leute hier nicht nur zum Baden herkommen, sondern auch zum Sehen und Gesehenwerden – oft triffst du hier auf verschiedene Beach Clubs mit Musik und Cocktails. Es ist genau der Ort, an dem du dir mit einem Drink in der Hand vorkommst, als würdest du in irgendeinem sommerlichen italienischen Film mitspielen.

Die schönsten Strände des Nordostens und San Teodoro

Bewegen wir uns ein Stück südlicher von Olbia, stoßen wir auf die Gegend rund um das Städtchen San Teodoro, die der Costa Smeralda gekonnt Konkurrenz macht. Genau hier befinden sich die Strände, für die Sardinien so gerne als europäische Karibik bezeichnet wird. Die hiesige Küste ist typisch für lange Streifen feinsten weißen Sandes und Wasser, das so unglaublich klar ist, dass du dutzende Meter weit sehen kannst.

Der große Vorteil von San Teodoro ist, dass es deutlich günstigere Preise für Unterkunft und Essen bietet als die noble Umgebung von Porto Cervo. Du musst dich aber darauf einstellen, dass die örtliche Verwaltung versucht, die fragilen Ökosysteme vor Touristenströmen zu schützen, und deshalb strenge tägliche Besucherlimits einführt. Vorausplanung ist hier absolut entscheidend, denn ohne Smartphone und rechtzeitige Reservierung kommst du im Sommer überhaupt nicht auf die schönsten Sandflecken.

5. Cala Brandinchi alias das sardische Klein-Tahiti

Diesen Strand musst du einfach gesehen haben, Reisende sind sich einig, dass er einer der absoluten Höhepunkte ganz Sardiniens ist. Die Einheimischen nennen ihn ganz zu Recht Klein-Tahiti, denn sein blendend weißer Sand und das unglaublich flache, leuchtend türkisfarbene Wasser erinnern wirklich an die exotischen Inseln im Pazifik. Das Wasser fällt hier so sanft ab, dass es dir selbst fünfzig Meter vom Ufer entfernt kaum bis zu den Knien reicht – ein absoluter Traum für Nichtschwimmer und Familien mit Kindern.

Strand Cala Brandinchi, genannt Klein-Tahiti
Strand Cala Brandinchi, genannt Klein-Tahiti

Da Cala Brandinchi extrem beliebt ist, gelten hier strenge Regeln und ein tägliches Besucherlimit. Vom 1. Juni bis 30. September musst du dir hier vorab den Zugang reservieren – über die offizielle App von San Teodoro – und eine kleine Ökogebühr zahlen (die genauen Beträge für die aktuelle Saison überprüfst du am besten immer auf der offiziellen Website). Ohne Reservierung lässt man dich an der Schranke auf der Zufahrtsstraße schlicht nicht durch, und du musst unverrichteter Dinge weiterfahren und dein Glück woanders suchen.

6. La Cinta und seine Lagune mit Flamingos

Gleich am Rand von San Teodoro liegt der Strand La Cinta, der mit einer unglaublichen Länge von über drei Kilometern besticht. Es ist ein endloser Streifen aus weißem, pudrigem Sand, an dem man Stunden allein mit langen Spaziergängen am Meer entlang und dem Sammeln kleiner Muscheln verbringen kann. Anders als in den geschlossenen Buchten weht hier oft ein angenehmer Wind, was den Strand zu einem Paradies für Liebhaber von Windsurfing und Kiteboarding macht, die aus ganz Europa herkommen.

Drei Kilometer langer Strand La Cinta in San Teodoro
Drei Kilometer langer Strand La Cinta in San Teodoro

Das Interessanteste befindet sich aber gleich hinter den Sanddünen des Strandes, wo sich die weitläufige, flache Lagune Stagno di San Teodoro erstreckt. Mit etwas Glück kannst du hier Schwärme wilder rosa Flamingos beobachten, wie sie lässig im flachen Wasser umherstolzieren und nach Nahrung suchen. Diese eleganten Vögel in freier Natur mit dem türkisfarbenen Meer im Hintergrund zu sehen, ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

7. Golfo Aranci für einen ruhigeren Urlaub

Die Halbinsel Golfo Aranci, die nördlich von Olbia ins Meer ragt, ist ein etwas übersehenes Kleinod, das eine viel ruhigere Atmosphäre als seine berühmteren Nachbarn bietet. Aus dem ursprünglich kleinen Fischerdorf wurde ein sympathischer Ferienort, in dem vor allem italienische Familien gerne Apartments mieten. Der größte Anziehungspunkt der Gegend sind die malerischen Buchten wie Cala Moresca oder Spiaggia Bianca, die vor starken Winden geschützt sind und in denen das Wasser oft spiegelglatt ist.

Ruhiger Strand in Golfo Aranci mit Blick auf die Insel Tavolara
Ruhiger Strand in Golfo Aranci mit Blick auf die Insel Tavolara

Von fast überall in Golfo Aranci hast du einen absolut faszinierenden Blick auf die majestätische Insel Tavolara. Dieser riesige Kalksteinmassiv erhebt sich direkt aus dem Meer in eine Höhe von über fünfhundert Metern und erinnert an eine Art schlafenden Drachenberg. Der lokalen Legende nach handelt es sich sogar um das kleinste Königreich der Welt, über das die Familie Bertoleoni herrscht – und du kannst dort einen sehr angenehmen Tagesausflug mit dem Boot unternehmen.

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8. Ausflug von Palau als Tor zu La Maddalena

Das Hafenstädtchen Palau dient als wichtigstes Sprungbrett für die Erkundung des Nationalparks des Archipels La Maddalena. Vom Hafen pendeln ständig Fähren, die dich in etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten auf die Hauptinsel bringen – ideal für eine Tageserkundung mit dem Auto. Wenn du aber die abgelegensten und schönsten Inselchen sehen möchtest, reserviere dir unbedingt einen ganztägigen Bootsausflug, von denen im Hafen Dutzende angeboten werden.

Ausflug von Palau als Tor zu La Maddalena
Ausflug von Palau als Tor zu La Maddalena

Während der Fahrt machen dich die Guides auf den legendären Spiaggia Rosa, den Rosa Strand auf dem Inselchen Budelli, aufmerksam. Der Sand erhielt seine einzigartige Farbe durch zerriebene Schalen mikroskopisch kleiner Meereslebewesen, leider kannst du ihn heute aber nur vom Deck des Boots aus fotografieren. Seit 1998 gilt hier nämlich ein striktes Betretungsverbot, du darfst nicht einmal im Umkreis von 70 Metern baden, und falls dir in den Sinn kommen sollte, ein wenig vom rosa Sand als Andenken mitzunehmen, droht dir eine astronomische Geldstrafe von bis zu 3.500 Euro.

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Santa Teresa Gallura, Capo Testa und der wilde Norden

Der äußerste Norden der Insel zeigt Sardinien in einem etwas anderen, deutlich raueren und wilderen Licht. Die Küste wird hier ununterbrochen vom Nordwestwind Mistral gepeitscht, der über die Jahrtausende die bizarrsten Felsformationen geformt hat, die du dir nur vorstellen kannst. Vergiss die gepflegten Rasenflächen der Costa Smeralda – hier herrscht ungezähmte Natur, endlose Ausblicke auf das aufgewühlte Meer und dramatische Klippen.

Diese Gegend ist strategisch absolut genial, wenn es dich reizt, einen Italien-Besuch mit etwas französischem Charme zu verbinden. Vom Hafen in Santa Teresa Gallura legen nämlich jeden Tag Fähren zum benachbarten Korsika ab, konkret in die wunderschöne Stadt Bonifacio, die ganz am Rand der weißen Kalksteinklippen hängt. Die Überfahrt dauert knapp fünfzig Minuten und ist einer der beliebtesten Tagesausflüge von ganz Sardinien.

9. Santa Teresa Gallura und der Strand Rena Bianca

Das Städtchen Santa Teresa Gallura hat eine wunderbare, fast schon bohemehafte Atmosphäre, und sein Mittelpunkt ist ein lebhafter Platz voller Cafés, an dem sich abends die Einheimischen treffen. Direkt unterhalb der Stadt liegt der Stadtstrand Rena Bianca, der mit der Auszeichnung der Blauen Flagge für die extreme Sauberkeit des Wassers prunkt. Der strahlend weiße Sand kontrastiert hier mit dem tiefblauen Meer, und bei guter Sicht sollst du von hier sogar bis zu den weißen Klippen des erwähnten Korsika blicken können.

Strand Rena Bianca in Santa Teresa Gallura
Strand Rena Bianca in Santa Teresa Gallura

Über dem Strand erhebt sich stolz der alte aragonesische Wachturm Torre di Longonsardo aus dem sechzehnten Jahrhundert. Der Aufstieg zu ihm lohnt sich vor allem am frühen Abend, denn von den Klippen rundherum eröffnen sich die schönsten Ausblicke auf die ganze Bucht, und du blickst von hier tief in die Straße von Bonifacio. Es ist ein beliebter Ort für Fotografen und Romantiker, die herkommen, um die Schiffe zu beobachten, die zwischen den beiden Inseln hindurchziehen.

10. Mondlandschaft am Capo Testa

Nur ein paar Kilometer von Santa Teresa entfernt liegt die Halbinsel Capo Testa, die vielen Reisenden buchstäblich den Atem verschlägt. Die Natur hat hier aus riesigen Granitfelsen einen Ort gemeißelt, der aussieht wie die Oberfläche eines fremden Planeten. Die Felsen haben hier glatte, abgerundete Formen und erinnern oft an verschiedene Tiere oder menschliche Gesichter – du musst nur etwas Fantasie walten lassen, während du über die schmalen Pfade zwischen ihnen wanderst.

Santa Teresa Gallura, Capo Testa und der wilde Norden
Santa Teresa Gallura, Capo Testa und der wilde Norden

Am äußersten Ende der Halbinsel steht ein einsamer weißer Leuchtturm, der dem ganzen Ort einen fast melancholischen Charakter verleiht. Wer die Gegend gut kennt, empfiehlt, etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang herzukommen und sich einen bequemen Platz auf einem der erwärmten Steine zu suchen. Zu beobachten, wie die untergehende Sonne die ganze Mondlandschaft in feurig-orange Töne taucht, gehört zu den allerstärksten Erlebnissen, die du von hier mitnehmen kannst.

11. Olbia und die Basilika San Simplicio

Die meisten Touristen nehmen Olbia nur als notwendiges Übel, wo sie aus dem Flugzeug steigen und so schnell wie möglich zur Autovermietung hetzen, um ans Meer zu fahren. Das ist aber ein riesiger Jammer, denn diese Hafenstadt hat durchaus etwas zu bieten. Die Hauptader ist die lebhafte Einkaufsstraße Corso Umberto, gesäumt von historischen Häusern und kleinen Boutiquen, die sich abends in eine große Fußgängerzone voller Restaurants und Straßenkünstler verwandelt.

Romanische Basilika San Simplicio in Olbia
Romanische Basilika San Simplicio in Olbia

Das größte historische Kleinod der Stadt ist zweifellos die romanische Basilika San Simplicio, die aus dem elften Jahrhundert stammt und vollständig aus grob behauenen Blöcken des lokalen grauen Granits errichtet ist. Es ist das älteste und wichtigste kirchliche Bauwerk der gesamten Region Gallura, und ihr schlichtes, aber majestätisches Inneres bietet wunderbare Ruhe und Flucht vor der Sommerhitze. Unter der Basilika wurde zudem kürzlich eine ausgedehnte antike Nekropole entdeckt, die einen kurzen Besuch wert ist.

12. Der Bärenfelsen bei Palau alias Roccia dell’Orso

Der letzte Tipp führt uns ein Stück zurück in die Umgebung des Hafens von Palau, wo sich eines der bekanntesten Naturmonumente der ganzen Insel befindet. Die Roccia dell’Orso, übersetzt Bärenfelsen, ist eine riesige, von Erosion ausgehöhlte Granitformation, die aus dem richtigen Winkel betrachtet absolut perfekt an einen riesigen Bären erinnert, der aufs Meer hinausblickt. Dieser Felsen war sogar schon den antiken griechischen Seefahrern bekannt, denen er als wichtiger Orientierungspunkt bei der Fahrt diente.

Granitlandschaft bei Capo d'Orso mit Blick auf das Archipel La Maddalena
Granitlandschaft bei Capo d’Orso mit Blick auf das Archipel La Maddalena

Zum Felsen führt ein gepflegter, kostenpflichtiger Weg, der sich den Hügel hinaufwindet, und der Aufstieg selbst dauert etwa fünfzehn Minuten. Die Belohnung für etwas Schweiß ist nicht nur die Begegnung mit dem steinernen Bären selbst, sondern vor allem ein absolut fantastischer Panoramablick auf das ganze Archipel La Maddalena, Korsika und die türkisfarbene Bucht tief unter dir. Der Wind weht hier fast ununterbrochen stark, also vergiss nicht, auch im heißen Sommer eine leichte Jacke einzupacken.

Was man im Norden Sardiniens probieren sollte

Die Gastronomie auf Sardinien ist ein Kapitel für sich, und es wäre ein riesiger Fehler, sich nur mit internationaler Küche im Hotel zu verpflegen. Die Grundlage des sardischen Tisches ist das traditionelle Hirtenbrot Pane Carasau, das sind extrem dünne und knusprige Fladen, die wegen ihrer Dünne manchmal „Notenpapier“ genannt werden. Diese Fladen findest du in praktisch jedem Restaurant auf dem Tisch, noch bevor du überhaupt bestellt hast.

Wenn du genau wie wir fleischlose Gerichte bevorzugst, musst du das absolute sardische Wunder namens Culurgiones aufspüren. Es sind handgeflochtene Teigtaschen, die mit ihrer Form an eine Weizenähre erinnern, und mit einer absolut genialen Mischung aus Kartoffeln, frischer Minze und Pecorino-Käse gefüllt sind. Als Dessert lass dir dann die Seadas nicht entgehen – große, goldgelb frittierte Ravioli, gefüllt mit jungem Käse, die warm mit einer großzügigen Portion bittersüßem Erdbeerbaum-Honig übergossen werden.

Zum guten Essen gehört hier untrennbar der Wein, und im Norden der Insel regiert eindeutig der Weißwein Vermentino di Gallura. Es ist übrigens der einzige Wein Sardiniens, der mit der höchsten italienischen Zertifizierung DOCG prunkt, und sein mineralischer, leicht salziger Geschmack passt perfekt zum hiesigen Klima. Auf den Speisekarten stößt du auch ganz normal auf typische lokale Spezialitäten wie Spanferkel (Porceddu) oder getrockneten Fischrogen (Bottarga) – Leckereien, auf die die Einheimischen ungemein stolz sind und die sie schon seit Hunderten von Jahren zubereiten.

Wohin als Nächstes

Wenn dich Sardinien gepackt hat und du seine Schönheiten noch tiefer erkunden oder einen Ausflug auf die Nachbarinseln erwägst, schau dir unbedingt die weiteren Artikel an. Sie helfen dir bei der Planung der gesamten Route, gehen detailliert auf die besten Strände ein oder bereiten dich darauf vor, wie es ein Stückchen weiter auf französischem Boden zugeht.

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Häufig gestellte Fragen

Was kann man an der Costa Smeralda sehen?

Die Basis ist das luxuriöse Städtchen Porto Cervo mit seinem berühmten Yachthafen voller Superyachten und Markenboutiquen. Von den Stränden solltet ihr unbedingt Spiaggia del Principe besuchen, das felsige Capriccioli oder den langen Sandstrand Liscia Ruja mit rosafarbenem Sand. Die Architektur der gesamten Küste im Stil sardischer Dörfer ist für sich schon eine große Attraktion.

Ist die Costa Smeralda teuer?

Ja, die Costa Smeralda ist mit Abstand die teuerste Region auf ganz Sardinien. In den Monaten Juli und August steigen hier die Preise für Unterkunft und Dienstleistungen üblicherweise um 40 bis 100 % im Vergleich zum Rest der Insel. Wenn euer Budget knapper ist, empfiehlt es sich, in umliegenden Gegenden wie San Teodoro zu übernachten oder außerhalb der Hauptsaison im Sommer anzureisen.

Welche sind die schönsten Strände im Nordosten Sardiniens?

Neben den Stränden direkt an der Costa Smeralda sind die Strände in der Umgebung von San Teodoro absolut spitze, insbesondere Cala Brandinchi und La Cinta mit der angrenzenden Lagune. Sehr beliebt ist auch der Stadtstrand Rena Bianca in Santa Teresa Gallura oder die traumhafte flache Bucht Cala Moresca in der Nähe von Golfo Aranci.

Was ist Klein-Tahiti auf Sardinien?

Ihren Spitznamen Klein-Tahiti trägt der Strand Cala Brandinchi in der Nähe des Städtchens San Teodoro. Er erhielt ihn dank seines blendend weißen Sands, der Pinien und des unglaublich seichten türkisfarbenen Wassers, das wirklich an die polynesischen Inseln erinnert. In der Hochsaison ist hier eine Voranmeldung über eine spezielle App erforderlich.

Lohnt sich Santa Teresa Gallura?

Auf jeden Fall ja. Es ist ein strategisch gelegenes Städtchen im äußersten Norden der Insel mit dem wunderschönen Strand Rena Bianca und einem lebendigen Zentrum. Außerdem ist es ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die atemberaubende Mondlandschaft auf der Halbinsel Capo Testa, und von hier legen täglich auch die Moby-Fähren zum nahegelegenen französischen Korsika ab.

Wie kommt man von der Costa Smeralda zum La-Maddalena-Archipel?

Die beste und schnellste Möglichkeit ist es, mit dem Auto in das Hafenstädtchen Palau zu fahren (von Porto Cervo aus sind es ungefähr eine halbe Stunde Fahrt). Von Palau aus pendeln ständig regelmäßige Fähren zur Hauptinsel La Maddalena, die Fahrt dauert nur etwa 15 bis 20 Minuten. Alternativ könnt ihr euch in Palau eine ganztägige Bootsrundfahrt zu den schönsten Buchten des Nationalparks reservieren.

Wo übernachten im Nordosten Sardiniens?

Wenn Sie kein Budget im Blick haben und Luxus suchen, ist die Umgebung von Porto Cervo die klare Wahl. Für ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis mit hervorragender Erreichbarkeit der Strände ist San Teodoro ideal, das zudem großartig für Familien ist. Wenn Sie den wilden Norden oder die Inseln erkunden möchten, suchen Sie sich eine Unterkunft in der Nähe von Santa Teresa Gallura oder Palau. Ein riesiger Vorteil ist es, eine Unterkunft in der Nähe der offiziellen Informationszentren zu haben, wo man Sie über die aktuellen Limits an den Stränden berät.

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