Redwood National Park, Kalifornien: 15 Tipps für den Park mit den höchsten Bäumen der Welt

TL;DRDer Redwood National Park im Norden Kaliforniens vereint vier Parks, die die Küstenmammutbäume schützen – die höchsten Bäume der Welt. Der Eintritt ist kostenlos, nur Gold Bluffs Beach kostet 12 Dollar pro Auto. Plan mindestens 2–3 Tage ein, besser 4, und reise am besten zwischen Juni und September. Zu den 15 wichtigsten Tipps gehören der Fern Canyon aus Jurassic Park, der Lady Bird Johnson Grove, der Tall Trees Grove (dafür brauchst du eine kostenlose Genehmigung), die Wapiti-Wiesen am Prairie Creek und die malerische Avenue of the Giants. Der höchste Baum der Welt, Hyperion (115,9 m), steht ebenfalls im Park, sein genauer Standort wird seit 2022 aber nicht mehr veröffentlicht – wer ihn dennoch sucht, riskiert eine Strafe von 5.000 Dollar. Ohne Auto geht hier nichts, öffentliche Verkehrsmittel gibt es praktisch keine.

Ihr steht auf einem schmalen Pfad und schaut nach oben. Und noch weiter nach oben. Und immer noch seht ihr die Baumkronen nicht. In diesem Moment versteht ihr, warum dieser Ort als Kathedrale der Natur bezeichnet wird — denn im Wald der riesigen Redwoods fühlt man sich genauso winzig wie in Notre-Dame, nur dass hier statt Buntglasfenstern die nebelverhangene kalifornische Sonne durch die Baumkronen scheint. Und es ist millionenfach schöner.

Der Redwood National Park im Norden von Redwood Kalifornien ist ein Ort, der euch buchstäblich den Atem raubt. Nicht im übertragenen Sinne — ihr werdet tatsächlich mit offenem Mund dastehen und staunen. Lukáš und ich haben hier mehrere Tage verbracht, und bis heute sind wir uns einig, dass es eines der intensivsten Naturerlebnisse war, die wir in den USA hatten. Und wir haben sowohl Yellowstone als auch den Grand Canyon gesehen.

In diesem Artikel bekommt ihr einen kompletten Reiseführer für den Redwood National Park — hier findet ihr 15 Tipps, was ihr sehen und unternehmen könnt, vom berühmten Fern Canyon (ja, dem aus Jurassic Park! 🦕) über Herden von Roosevelt-Wapiti auf den Wiesen bis zur Avenue of the Giants, einer Straße, auf der ihr das Gefühl habt, auf Ameisengröße geschrumpft zu sein. Ich verrate euch, wann ihr am besten hinfahrt, wo ihr übernachten könnt, was das Ganze kostet und was ihr auf keinen Fall verpassen solltet.

Zusammenfassung

  • Der Redwood National Park liegt an der Nordküste Kaliforniens, etwa 5–6 Autostunden nördlich von San Francisco. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Park, sondern um einen Komplex aus vier Parks — einem nationalen und drei staatlichen.
  • Der Eintritt ist kostenlos — es wird kein Eintrittsgeld erhoben (Ausnahme: Gold Bluffs Beach mit einer Gebühr von $12 pro Auto und einige Sondergenehmigungen).
  • Die beste Reisezeit ist von Mitte Mai bis Oktober, idealerweise Juni–September, wenn es am wenigsten regnet. Aber auch neblige Tage haben ihren besonderen Reiz.
  • Für eine gründliche Erkundung braucht ihr mindestens 2–3 Tage, idealerweise 4, wenn ihr die wichtigsten Wanderwege in Ruhe erkunden wollt.
  • Die nächsten Ortschaften sind Crescent City im Norden und Orick im Süden des Parks — beide sind winzig, also erwartet keinen Großstadtkomfort.
  • Must-see: Fern Canyon, Lady Bird Johnson Grove, Tall Trees Grove (Genehmigung erforderlich!), Prairie Creek mit den Wapiti-Herden, Avenue of the Giants.
  • Hyperion — der höchste Baum der Welt (115,9 m) — steht irgendwo im Park, aber sein genauer Standort wird offiziell nicht veröffentlicht, um Schäden zu vermeiden. Versucht nicht, ihn zu finden — seit 2022 droht eine Strafe von $5.000 (ca. 4.700 €).
  • Ein Auto ist ein Muss — öffentliche Verkehrsmittel gibt es praktisch nicht. Ein Mietwagen ist die beste Lösung.

Wann zum Redwood National Park und wie kommt man hin

Der Redwood Nationalpark liegt ganz im Nordwesten Kaliforniens, entlang des Highway 101, etwa 50 km südlich der Grenze zu Oregon. Wenn ihr ihn euch irgendwo bei Los Angeles oder San Francisco vorstellt, muss ich euch enttäuschen — es ist ein gutes Stück Fahrt. Aber dieses Stück Fahrt ist jede Minute hinter dem Steuer wert.

Beste Reisezeit für den Redwood National Park

Die angenehmste Zeit ist von Juni bis September — die Temperaturen liegen bei 15–20 °C (ja, selbst im Sommer ist es hier kühler als erwartet, das ist nicht Südkalifornien 😅), es regnet weniger und die Wanderwege sind in bestem Zustand. Juli und August sind die trockensten Monate, aber rechnet mit morgendlichem Nebel, der für diesen Wald typisch ist und ihm diese unglaubliche Atmosphäre verleiht.

Frühling (April–Mai) ist wunderschön dank blühender Rhododendren und Wildblumen, kann aber regnerischer sein. Herbst (Oktober–November) ist herrlich mit seinen Farben und leereren Wanderwegen, allerdings können manche Straßen nach Regenfällen schlecht befahrbar sein.

Und was ist mit dem Redwood National Park im Winter? Ehrlich gesagt — nicht ideal. Es regnet viel und häufig, einige Straßen und Wege sind wegen Erdrutschen oder Überschwemmungen gesperrt (besonders der Zugang zum Fern Canyon). Andererseits, wenn euch Regen und Matsch nicht stören, erlebt ihr den Park fast ohne Menschen und der Wald im Regen hat seine ganz eigene mystische Schönheit. Rechnet allerdings mit eingeschränkten Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten.

Anreise zum Redwood National Park

Die nächsten Flughäfen zum Redwood National Park sind zwei:

  • Arcata-Eureka Airport (ACV) — etwa 1,5 Stunden Fahrt südlich des Parkzentrums. Ein kleiner Regionalflughafen mit Flügen aus San Francisco, Los Angeles und anderen kalifornischen Städten.
  • Crescent City Airport (CEC) — direkt am nördlichen Rand des Parks, allerdings mit sehr eingeschränktem Flugbetrieb.

Die meisten Reisenden wählen jedoch eine dieser Varianten:

  • Flug nach San Francisco (SFO) + Roadtrip — etwa 5,5–6 Stunden auf dem Highway 101 nach Norden. Eine lange Fahrt, die aber durch wunderschöne Landschaft führt und sich hervorragend mit weiteren Stopps kombinieren lässt.
  • Flug nach Portland (PDX) + Fahrt nach Süden — etwa 5,5 Stunden über die I-5 und den Highway 199. Eine großartige Option, wenn ihr die Reise mit Oregon kombiniert.

Von Deutschland aus fliegt ihr am besten über Frankfurt oder München nach San Francisco — Lufthansa, United und Condor bieten Direktverbindungen an. Alternativ gibt es günstige Umsteigeverbindungen über diverse Drehkreuze. Vergesst nicht, euch vorab eine eSIM-Karte zu besorgen, denn im Park gibt es nur stellenweise Empfang und ihr werdet Offline-Karten brauchen.

Ein Auto ist absolut notwendig. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es in diesem Teil Kaliforniens praktisch nicht. Lukáš und ich haben seit langem gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir überall auf der Welt nutzen. Ich empfehle, den Wagen direkt am Flughafen abzuholen — egal ob in San Francisco oder in Arcata.

Überlegt, ob ihr ein SUV oder einen Crossover nehmt — einige Straßen im Park (vor allem die Davison Road zum Fern Canyon) sind unbefestigt und können nach Regen matschig sein. Mit einem normalen PKW geht es zwar, aber ihr werdet nervös. Wir waren sogar mit dem SUV nervös. 😅

Unterkunft und Kosten im Redwood National Park

Gleich die gute Nachricht vorweg: Der Eintritt in den Redwood National Park ist kostenlos. Kein Eintrittsgeld, keine Vorab-Reservierungen (mit ein paar Ausnahmen, über die ich weiter unten schreibe). Das ist im System der amerikanischen Nationalparks eher die Ausnahme und eine angenehme Überraschung für den Geldbeutel.

Kosten gibt es natürlich trotzdem — vor allem für Unterkunft, Benzin und Essen. Hier ein grober Kostenüberblick für 3 Tage für zwei Personen:

  • Unterkunft: $80–200/Nacht (ca. 75–190 €) je nach Typ — Camping ab $35/Nacht (ca. 33 €), Motels $80–130 (75–120 €), Airbnb $120–200 (110–190 €)
  • Benzin: ca. $50–80 (45–75 €) für 3 Tage Fahrten im Park
  • Essen: $30–60/Tag für zwei (28–55 €) — es gibt nicht viele Restaurants, rechnet damit
  • Gebühren: Gold Bluffs Beach Day-Use Fee $12 (ca. 11 €), Tall Trees Grove Permit kostenlos
  • Gesamt für 3 Tage zu zweit: ca. $500–900 (470–850 €) ohne Flug und Mietwagen

Unterkunft — nach Lage

Der Park erstreckt sich länglich entlang der Küste und die einzelnen Bereiche liegen weit auseinander, daher kommt es darauf an, von wo aus ihr den Park erkunden wollt. Grundsätzlich habt ihr drei Ausgangspunkte:

Crescent City (Norden des Parks): Die größte Ortschaft in der Umgebung, wobei „größte“ ein sehr relativer Begriff ist — sie hat etwa 7.000 Einwohner und ein paar Motels. Der Vorteil ist die Nähe zu Jedediah Smith Redwoods und der Howland Hill Road. Hier findet ihr einen Supermarkt, einige Restaurants und Tankstellen.

Klamath / Orick (Mitte und Süden des Parks): Kleine Siedlungen mit begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten, aber am nächsten zu Fern Canyon, Prairie Creek und Lady Bird Johnson Grove. Orick besteht buchstäblich aus ein paar Häusern entlang der Straße — erwartet nichts Großes, aber es ist das Herz des Parks.

Eureka / Arcata (weiter südlich): Größere Städte mit vollem Angebot an Unterkünften, Restaurants und Dienstleistungen. Der Nachteil ist die Entfernung — bis ins Parkzentrum ist es über eine Stunde Fahrt. Aber wenn ihr Komfort und Auswahl wollt, ist es eine gute Wahl für die erste oder letzte Nacht.

Camping ist im Park fantastisch und ich kann es nur empfehlen — unter riesigen Redwoods einzuschlafen ist ein unvergessliches Erlebnis. Die beliebtesten Campingplätze:

  • Jedediah Smith Campground — direkt zwischen alten Redwoods, am Smith River. $35/Nacht (ca. 33 €). Reservierung über Recreation.gov in der Saison unbedingt erforderlich!
  • Mill Creek Campground — in Del Norte Coast Redwoods, ruhiger, weniger Leute. $35/Nacht.
  • Elk Prairie Campground — in Prairie Creek, Wapiti-Hirsche laufen direkt zwischen den Zelten. $35/Nacht. Unser Favorit!
  • Gold Bluffs Beach Campground — direkt am Strand, unweit des Fern Canyon. $35/Nacht + $12 Day-Use Fee. Ein magischer Ort, aber oft ausgebucht.

Reserviert euren Campingplatz so früh wie möglich — im Sommer sind die beliebten Plätze Monate im Voraus voll. Einige funktionieren nach dem First-Come-First-Served-Prinzip, aber sich in der Hochsaison darauf zu verlassen, ist riskant.

Redwood National Park: 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann

Jetzt schauen wir uns die besten Redwood National Park Sehenswürdigkeiten an. Ich habe 15 Tipps für Orte und Erlebnisse zusammengestellt, die ihr euch einfach nicht entgehen lassen dürft — von märchenhaften Schluchten über Hirschherden bis hin zu Wanderwegen zwischen den höchsten Bäumen der Erde. Denkt daran, dass die Redwood National and State Parks eigentlich ein Komplex aus vier Parks sind (Redwood National Park, Jedediah Smith Redwoods, Del Norte Coast Redwoods und Prairie Creek Redwoods), es gibt also wirklich viel zu entdecken.

1. Fern Canyon — die Schlucht aus Jurassic Park

Der mit Farnen bewachsene Fern Canyon
Foto: Ken Lund from Reno, Nevada, USA / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Fern Canyon ist wohl das fotogenste Highlight des gesamten Parks und für viele der Hauptgrund für einen Besuch. Stellt euch eine schmale Schlucht mit 15 Meter hohen Wänden vor, die komplett mit fünf verschiedenen Farnarten bewachsen sind und wie aus einer Dinosaurierwelt aussehen. Und das ist kein Zufall — Steven Spielberg hat hier Szenen für Jurassic Park: Vergessene Welt (1997) gedreht und selbst erklärt, dass es „der schönste Ort der Erde“ sei. Wenn ihr dort steht, versteht ihr sofort warum.

Die Schlucht ist relativ kurz — der Rundweg ist etwa 1,2 km lang und dauert 30–45 Minuten. Aber ihr werdet alle paar Meter stehenbleiben wollen, weil sich die Schönheit der grünen Wände einfach nicht im Schnelldurchlauf erfassen lässt. Bereitet euch auf nasse Füße vor — ihr watet durch den Bach, der durch den Canyon fließt (im Sommer ist er flach, im Winter kann er tiefer sein). Wasserdichte Schuhe oder Wassersandalen sind ein Muss.

Anfahrt: Der Fern Canyon liegt am Ende der Davison Road — etwa 10 km unbefestigte Strecke vom Highway 101. Die Straße ist auch mit einem normalen PKW befahrbar (bei trockenem Wetter), aber sie ist schmal, holprig und stellenweise muss man mit dem Auto durch einen flachen Bach fahren. Im Winter und nach starken Regenfällen ist sie gesperrt. Für das Parken am Gold Bluffs Beach zahlt ihr $12 (ca. 11 €) pro Auto.

Tipp: Kommt früh morgens (idealerweise vor 9:00 Uhr) oder am späten Nachmittag. In der Hauptsaison ist der Parkplatz schnell voll und der Park hat ein Shuttle-System eingeführt — im Sommer 2024 musste man an manchen Tagen den Shuttle vom Prairie Creek Visitor Center nehmen. Überprüft die aktuellen Informationen auf der Website des Parks vor eurem Besuch.

2. Lady Bird Johnson Grove — ein leichter Spaziergang zwischen Riesen

Besucher am Fuß eines riesigen Redwood-Baums umgeben von Farnen

Wenn ihr nur Zeit für einen einzigen Wanderweg im ganzen Park habt, sollte es dieser sein. Der Lady Bird Johnson Grove Trail ist ein 2,2 km langer Rundweg über einen Holzsteg und gut gepflegten Pfad, der euch durch einen Bestand alter Redwoods führt. Es ist ein leichter Spaziergang, der auch für Familien mit Kindern oder weniger sportliche Menschen geeignet ist.

Der Hain wurde nach der First Lady Lady Bird Johnson benannt, die sich für den Schutz der Redwood-Wälder einsetzte. Der Park wurde 1968 offiziell eröffnet und dieser Hain war der Ort der feierlichen Zeremonie. Wenn ihr hier zwischen Bäumen steht, die Hunderte von Jahren alt sind und einen Stammdurchmesser von über 4 Metern haben, versteht ihr, warum für die Rettung dieser Wälder gekämpft wurde.

Ausgangspunkt ist am Ende der Bald Hills Road, etwa 3 km vom Highway 101 entfernt. Die Zufahrt ist asphaltiert und einfach. Rechnet mit 45–60 Minuten für den Spaziergang — aber nehmt euch ruhig mehr Zeit, hier muss man nicht hetzen.

Fun Fact: 1968 wurde hier feierlich eine Gedenktafel enthüllt — die jemand gestohlen hat. Also wurde sie ersetzt. Die wurde auch gestohlen. Die aktuelle Tafel ist somit bereits die dritte. Menschen sind einfach… Menschen. 😅

3. Tall Trees Grove — Begegnung mit Giganten (mit Genehmigung)

Die höchsten Redwoods der Welt im Tall Trees Grove
Foto: Redwood National and State Parks / Public domain / Wikimedia Commons

Das Tall Trees Grove gehört zu den ehrwürdigsten Orten des Parks — genau hier wurden in den 60er-Jahren die höchsten Bäume der Welt entdeckt, und genau diesem Hain verdankt der gesamte Nationalpark seine Existenz. Die Bäume erreichen hier Höhen von über 100 Metern und sind 500–2.000 Jahre alt. Es fühlt sich ein bisschen an wie das Betreten eines Tempels.

Ihr braucht eine kostenlose Genehmigung (Permit) — diese bekommt ihr im Thomas H. Kuchel Visitor Center in Orick oder im Hiouchi Visitor Center bei Crescent City. Die Anzahl der täglichen Genehmigungen ist begrenzt (ca. 50 Autos), also kommt im Sommer früh morgens für das Permit. Die Genehmigung enthält einen Code für das Schloss am Tor der Tall Trees Access Road.

Die Fahrt zum Trailhead ist etwa 11 km auf einer schmalen Schotterstraße (auch mit normalem PKW befahrbar, nur langsam). Der Trail selbst ist ein 5,3 km langer Rundweg mit etwa 240 Höhenmetern — hinunter ins Tal des Redwood Creek und zurück. Rechnet mit 2,5–3,5 Stunden.

Warum sich der Aufwand lohnt: Das Tall Trees Grove ist deutlich ruhiger als der Fern Canyon oder das Lady Bird Johnson Grove. Dank der limitierten Genehmigungen sind hier nur wenige Menschen und die Bäume sind absolut monumental. Wir standen vor einem Baum mit einem Stammumfang von über 20 Metern und fühlten uns wie Hobbits bei den Ents.

4. Prairie Creek Redwoods und Wapiti-Herden

Der Prairie Creek Redwoods State Park ist wohl der vielfältigste Teil des gesamten Komplexes. Hier findet ihr alte Redwood-Wälder, Küstenwiesen, Wasserfälle und Strände — und das alles auf relativ kleinem Gebiet. Aber der eigentliche Star sind die Roosevelt Elk — Wapiti-Hirsche, die sich hier frei auf den Wiesen direkt an der Straße tummeln.

Elk Prairie (die Wiese beim Elk Prairie Campground und Visitor Center) ist der Ort, wo ihr die Hirsche so gut wie sicher seht. Bullen mit riesigen Geweihen grasen hier gemächlich, während Touristen aus respektvoller Entfernung fotografieren. Und bitte — wirklich aus respektvoller Entfernung! Es sind große Tiere (Bullen wiegen über 400 kg) und während der Brunftzeit (September–Oktober) können sie aggressiv werden. Haltet mindestens 25 Meter Abstand.

Ein weiterer großartiger Ort zur Hirschbeobachtung ist die Davison Road (dieselbe Straße zum Fern Canyon) und der Gold Bluffs Beach, wo die Hirsche gelegentlich direkt am Strand spazieren. Hirsche am Strand mit Nebel im Hintergrund — das ist ein Foto, das ihr allen zeigen werdet. 😁

Vom Prairie Creek Visitor Center starten mehrere schöne Wanderwege — empfehlenswert sind der Prairie Creek Trail (ein schöner leichter Spaziergang entlang eines Baches) und der Revelation Trail (ein kurzer barrierefreier Weg mit sensorischen Erlebnissen).

5. Avenue of the Giants — Straße zwischen Riesen

Die Straße Avenue of the Giants zwischen riesigen Mammutbäumen
Foto: Alanthebox / CC0 / Wikimedia Commons

Die Avenue of the Giants ist eine 51 km lange Panoramastraße, die parallel zum Highway 101 durch den Humboldt Redwoods State Park führt, etwa eine Stunde Fahrt südlich von Orick. Technisch gesehen gehört sie nicht zum Redwood National Park, aber sie liegt so nah und ist so unglaublich schön, dass ihr sie einfach nicht auslassen könnt.

Stellt euch vor, ihr fahrt mit dem Auto und auf beiden Seiten ragen Mammutbäume so mächtig empor, dass ihre Kronen hoch über der Straße zusammenwachsen und ein grünes Gewölbe bilden. Das Licht, das durch die Äste dringt, erzeugt ein Mosaik aus Schatten und Flecken auf dem Asphalt. Es ist wie eine Fahrt durch einen Tunnel aus Bäumen. Ihr fahrt etwa 30 km/h, weil es schneller einfach nicht geht — nicht wegen der Vorschriften, sondern weil ihr ständig anhalten und staunen wollt.

Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Haltepunkte und kurze Wanderwege. Die besten:

  • Founders Grove — ein kurzer Weg (0,8 km) zum Founders Tree und dem umgestürzten Dyerville Giant, der einst der höchste Baum der Welt war.
  • Rockefeller Forest — der größte verbliebene Bestand alter Redwoods weltweit. Der Bull Creek Flat Trail ist 15 km lang, aber auch ein kurzer Spaziergang lohnt sich.
  • Shrine Drive-Thru Tree ($10 pro Auto, ca. 9 €) — ja, es ist eine Touristenfalle, aber ehrlich? Mit dem Auto durch einen Baum fahren macht einfach Spaß. Wenigstens einmal im Leben. 😅

6. Howland Hill Road — die schönste unbefestigte Straße

Die unbefestigte Howland Hill Road zwischen Mammutbäumen
Foto: Chmee2 / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Wenn die Avenue of the Giants die Hauptstraße ist, dann ist die Howland Hill Road der Geheimtipp für Eingeweihte. Diese 10 km lange unbefestigte Straße führt durch den Jedediah Smith Redwoods State Park und ist — meiner Meinung nach — das Schönste, was der gesamte Park zu bieten hat.

Die Straße ist so schmal, dass sich an manchen Stellen zwei Autos kaum begegnen können. Die Bäume stehen buchstäblich einen Meter von der Fahrbahn entfernt und ihre Stämme sind so mächtig, dass ihr euch wie eine Ameise vorkommt, die zwischen Tischbeinen hindurchläuft. Hier stehen einige der ältesten und größten Redwoods — viele sind über 300 Jahre alt und haben einen Stammdurchmesser von 5 Metern und mehr.

Stout Memorial Grove — ein kurzer Weg (ca. 1 km), der von der Howland Hill Road abzweigt, führt euch zu einigen der imposantesten Bäume. Der Stout Tree ist etwa 100 m hoch und hat einen Durchmesser von über 5 m. Und hier sind erstaunlich wenige Menschen, weil die meisten Touristen die populäreren Attraktionen ansteuern.

Praktischer Tipp: Die Straße ist auch mit einem normalen PKW befahrbar (bei trockenem Wetter), aber Wohnmobile und große Anhänger kommen hier nicht durch. Fahrt langsam (15–20 km/h) und nehmt euch Zeit. Die Fahrt selbst ist schon ein Erlebnis.

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7. Simpson-Reed Trail — kurzer Spaziergang für jeden

Wenn ihr nachmittags im Park ankommt und nur noch ein Stündchen Tageslicht habt, geht auf den Simpson-Reed Trail. Es ist eine kurze, leichte Schleife (1,6 km), die direkt am Highway 199 nahe Crescent City beginnt und in 30 Minuten machbar ist.

Für einen so kurzen Weg bietet er überraschend viel — riesige Redwoods, Farne, Moosteppiche und einen stillen Bach. Es ist wie eine Kostprobe des Besten, was der Redwood-Wald zu bieten hat, in kompakter Form. Ideal auch für Familien mit kleinen Kindern oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität (der Weg ist recht eben, wenn auch nicht vollständig barrierefrei).

Nur einen Katzensprung vom Simpson-Reed Trail entfernt findet ihr auch den Peterson Loop Trail (0,6 km) — noch kürzer und ebenfalls wunderschön. Beides schafft ihr in einer Stunde.

8. Enderts Beach — versteckter Strand mit Gezeitenbecken

Der Redwood National Park besteht nicht nur aus Bäumen — er hat auch eine wunderschöne Küste. Enderts Beach ist einer der schönsten Strände der Gegend und überraschend wenig besucht. Der Weg zum Strand (Enderts Beach Trail) ist 2,1 km lang mit etwa 240 Höhenmetern — bergab geht es locker, bergauf kommt man ins Schwitzen.

Am Strand findet ihr Gezeitenbecken (Tide Pools) voller Seeanemonen, Seesterne, Krabben und anderer Meeresbewohner. Die beste Zeit zur Beobachtung ist bei Ebbe — überprüft die Gezeiten vorher (auf der NOAA-Tides-Website).

Vom Strand aus könnt ihr bei klarem Wetter auch Wale auf ihrer Wanderung entlang der Küste beobachten (beste Chancen: Dezember–Mai für Grauwale, Mai–Oktober für Buckelwale). Auch ohne Wale ist es hier wunderschön — Felsküste, Brandung, Nebel und Ruhe.

Zugang: Der Trailhead liegt am Ende der Enderts Beach Road, eine Abzweigung vom Highway 101 direkt südlich von Crescent City. Parken kostenlos.

9. Coastal Trail — Wanderung am Ozean

Pazifikküste im Redwood National Park
Foto: W. Bulach / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Wer gerne wandert und einen ganzen Tag auf den Beinen verbringen will, für den ist der Coastal Trail genau das Richtige. Die gesamte Strecke ist über 70 km lang und erstreckt sich entlang der gesamten Parkküste, aber natürlich müsst ihr nicht alles laufen — sie lässt sich wunderbar in Abschnitte aufteilen.

Die beliebtesten Abschnitte:

  • Crescent Beach → Enderts Beach (ca. 4 km) — ein einfacher Küstenspaziergang mit Ozeanblick.
  • Flint Ridge Section — ein Nebenweg durch den Wald zum Strand, wunderschön und ruhig.
  • Hidden Beach — erreichbar über den Coastal Trail, ein kleiner abgelegener Strand umgeben von Felsen. Romantik-Level 100. ☺️

Der Weg ist gut markiert, aber das Gelände ist auf einigen Abschnitten uneben und kann rutschig sein — gute Wanderschuhe sind ein Muss. Nehmt das nicht auf die leichte Schulter, das ist keine Strandpromenade.

10. Newton B. Drury Scenic Parkway — Alternative für Autofahrer

Nicht jeder will (oder kann) auf Wanderwegen laufen. Wenn ihr eingeschränkte Mobilität habt, mit kleinen Kindern unterwegs seid oder einfach die Redwoods bequem vom Auto aus sehen wollt, ist der Newton B. Drury Scenic Parkway eure Antwort.

Diese 16 km lange Straße zweigt vom Highway 101 ab und führt direkt durch Prairie Creek Redwoods. Die Bäume stehen dicht an der Straße, auf den Wiesen grasen Hirsche und vom Auto aus könnt ihr an zahlreichen kurzen Wanderwegen halten (viele davon unter 1 km). Es ist wie die Avenue of the Giants, nur ruhiger und mit weniger Verkehr.

Big Tree Wayside — einer der Haltepunkte am Parkway — bringt euch zu einem Baum, der etwa 93 m hoch ist und über 6,5 m Durchmesser hat. Und das liegt buchstäblich 100 Meter vom Parkplatz entfernt. Wohl der am einfachsten erreichbare Riesenbaum, den ihr jemals zu Gesicht bekommt.

11. Jedediah Smith Redwoods — das wildeste Stück des Parks

Der Jedediah Smith Redwoods State Park im Norden des Komplexes ist der am wenigsten touristisch erschlossene Teil des Parks — und genau deshalb ist er so besonders. Sieben Prozent aller noch existierenden alten Redwoods weltweit wachsen genau hier. Sieben Prozent ALLER. An einem einzigen Ort.

Der nach dem berühmten Entdecker des Wilden Westens benannte Park bietet dichte, dunkle Wälder, in denen die Baumkronen so verflochten sind, dass kaum Licht den Boden erreicht. Der Smith River, der durch den Park fließt, ist der sauberste Fluss Kaliforniens — buchstäblich trinkbar (auch wenn das offiziell nicht empfohlen wird).

Neben der Howland Hill Road (Tipp Nr. 6) und dem Simpson-Reed Trail (Tipp Nr. 7) empfehle ich den Boy Scout Tree Trail — eine 9 km lange Strecke (hin und zurück), die tief in den Wald zum Boy Scout Tree und den Fern Falls führt, einem kleinen von Farnen umgebenen Wasserfall. Der Trail ist mittelschwer und weniger besucht — eine erstklassige Wahl, wenn ihr den Wald ein bisschen für euch haben wollt.

12. Klamath River Overlook — Ausblick auf Ozean und Fluss

Das Klamath River Overlook ist ein Aussichtspunkt, an dem der Klamath River in den Pazifik mündet, und bietet einige der besten Panoramablicke im gesamten Park. Ihr steht auf einer Klippe hoch über der Brandung und unter euch vermischt sich das braungrüne Flusswasser mit dem Blau des Ozeans.

Der Aussichtspunkt ist über die Requa Road erreichbar (Abzweigung vom Highway 101 beim Dorf Klamath). Der Parkplatz ist klein, aber der Ort ist erstaunlich unkompliziert — keine lange Wanderung, keine Genehmigung, ihr parkt einfach und geht ein paar Meter zum Klippenrand.

Es ist auch ein großartiger Ort zur Walbeobachtung, und bei klarem Wetter seht ihr die Küste kilometerweit in beide Richtungen. Ich empfehle, am späten Nachmittag herzukommen — der Sonnenuntergang über dem Ozean ist von hier atemberaubend.

13. Trees of Mystery — Touristenattraktion, die überrascht

Klar, Trees of Mystery ist eine kostenpflichtige kommerzielle Attraktion und man könnte darüber streiten, ob sie hierher gehört. Aber wisst ihr was? Uns hat es dort gefallen. 😁 Der Eintritt kostet $20/Person (ca. 19 €), was nicht wenig ist, aber ihr bekommt einen tollen Skytrail — eine Gondelbahn, die euch hoch über die Baumkronen bringt und eine völlig andere Perspektive auf den Wald bietet.

Vor Ort gibt es auch ein Museum der indigenen Kultur (überraschend gut gemacht und im Eintrittspreis enthalten) sowie einen Pfad mit verschiedenen Baumformationen und kitschigen, aber unterhaltsamen Holzskulpturen. Am Eingang stehen riesige Statuen von Paul Bunyan und seinem blauen Ochsen Babe, vor denen sich absolut jeder fotografieren lässt. Ja, wir auch. Ja, es kam auf Instagram.

Trees of Mystery findet ihr am Highway 101 bei Klamath, ungefähr auf halbem Weg zwischen Orick und Crescent City.

14. Trillium Falls Trail — Wasserfall versteckt im Wald

Der Trillium Falls Trail ist ein weiterer schöner, leichter Rundweg (4,2 km), der euch zu einem kleinen, aber fotogenen Wasserfall führt, versteckt im Redwood-Wald. Der Wasserfall ist etwa 3 Meter hoch — nichts Spektakuläres, aber im Kontext des moosbedeckten Waldes voller Farne und Riesenbäume sieht es aus wie aus einer Fantasywelt.

Der Weg beginnt an der Davison Road (ca. 2 km vom Highway 101) und ist leicht hügelig, aber nichts Anspruchsvolles. Er ist bei Familien beliebt und in 1–1,5 Stunden machbar. Der Parkplatz ist in der Saison oft voll — kommt morgens.

Der Name „Trillium“ stammt von der gleichnamigen Blume (Dreiblatt), die hier im Frühling blüht. Weiße dreilappige Blüten im Unterholz grüner Farne — einfach wunderschön.

15. Crescent Beach und Battery Point Lighthouse

Der Leuchtturm Battery Point Lighthouse bei Crescent City
Foto: Frank Schulenburg / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Zum Abschluss der Tipps geht es nach Crescent City — die Ortschaft, die als Ausgangspunkt für den nördlichen Teil des Parks dient. An sich ist sie keine Sensation, aber sie hat zwei Dinge, die einen Stopp wert sind.

Crescent Beach ist ein langer, breiter, halbmondförmiger Strand (daher der Name), von dem aus ihr einen schönen Blick auf die Küste habt und bei gutem Wetter Robben und Seelöwen auf den Felsen beobachten könnt.

Battery Point Lighthouse ist ein historischer Leuchtturm aus dem Jahr 1856, der auf einer felsigen Insel steht, die ihr zu Fuß nur bei Ebbe erreichen könnt. Das ist der spannende Teil — ihr müsst die Gezeiten im Auge behalten, denn wenn ihr das Timing verpasst, kommt ihr entweder nicht hin oder nicht mehr zurück. 😅 Die Führung durch den Leuchtturm kostet $5 (ca. 5 €) und die ehrenamtlichen Guides haben jede Menge Geschichten über Hurrikane, den Tsunami von 1964, der Crescent City traf, und das Leben auf einer abgeschnittenen Insel.

Essen und Trinken rund um den Redwood National Park

Ich bin ehrlich — das hier ist kein kulinarisches Reiseziel. Wir befinden uns im abgelegenen Norden Kaliforniens und die Restaurantauswahl entspricht der Größe der Ortschaften. Aber essen kann man hier durchaus, und ein paar angenehme Überraschungen gibt es auch.

Crescent City

  • Good Harvest Cafe — ein nettes Café mit Frühstück und Brunch aus lokalen Zutaten. Hervorragende Omeletts und Kaffee. Wohl die beste Wahl zum Frühstücken in der Stadt.
  • Chart Room — Fisch und Meeresfrüchte mit Blick auf den Hafen. Die Clam Chowder (herzhafte Muschelsuppe) ist ausgezeichnet. Preise um die $15–25 pro Hauptgericht (ca. 14–23 €).
  • SeaQuake Brewing — Craft-Brauerei mit guten Burgern und lokalen IPAs. Wenn ihr Craft-Bier mögt, werdet ihr zufrieden sein.

Orick und Umgebung

In Orick ist die Auswahl… sagen wir mal begrenzt. Das bekannteste Lokal ist das Palm Cafe & Motel — ein klassischer amerikanischer Diner mit Burgern und Frühstück. Nichts Ausgefallenes, aber nach einem ganzen Tag Wandern im Wald schmeckt euch sowieso alles.

Tipp fürs Picknick: Da Restaurants rar sind, empfehle ich, im Supermarkt in Crescent City oder Eureka einzukaufen und Essen mitzunehmen. Picknicktische findet ihr an den meisten Trailheads und Campingplätzen. Ein Sandwich im Wald zwischen Redwoods schmeckt besser als jedes Restaurant — getestet und bestätigt. ☺️

Eureka / Arcata (wenn ihr die südlichere Route nehmt)

Hier ist die Auswahl deutlich besser:

  • Brick & Fire Bistro (Eureka) — hervorragende Holzofenpizza und lokale Weine.
  • Restaurant 301 (Eureka, im Hotel Carter) — Fine Dining mit Fokus auf lokale Zutaten. Ein Traum für Foodies.
  • Wildberries Marketplace (Arcata) — Bio-Laden mit fertig zubereiteten Gerichten, perfekt zur Versorgung für unterwegs.

Praktische Tipps und Hinweise

Wie viele Tage im Redwood National Park

Für eine grundlegende Besichtigung der Hauptattraktionen braucht ihr mindestens 2 Tage — einen Tag für Fern Canyon + das Prairie Creek-Gebiet und einen für Jedediah Smith + Howland Hill Road. Ideal sind aber 3–4 Tage, in denen ihr auch noch Tall Trees Grove, Avenue of the Giants, die Küstenwege schafft und euch das Tempo gönnen könnt, das diese Landschaft verdient. Das ist kein Ort zum Hetzen.

Packliste

  • Schichten-Kleidung — selbst im Sommer kann es morgens 10 °C und nachmittags 20 °C sein, Nebel ändert die Temperatur innerhalb von Minuten
  • Wasserdichte Jacke — immer, zu jeder Jahreszeit
  • Wasserdichte Schuhe oder Wassersandalen (für den Fern Canyon)
  • Gute Wanderschuhe für längere Trails
  • Insektenschutz — Mücken und Zecken sind im Wald eine Realität
  • Taschenlampe/Stirnlampe — im Wald ist es selbst tagsüber dämmrig und auf den Campingplätzen wird es früh dunkel
  • Weitere Tipps findet ihr in unserem Guide wie man nur mit Handgepäck reist

Sicherheit und Tiere

Im Park leben Schwarzbären — sie sind nicht so aggressiv wie Grizzlys, verdienen aber Respekt. Verstaut Essen in Bear Boxes (sind an den Campingplätzen vorhanden), macht im Wald Lärm und füttert NIEMALS Wildtiere. Schlimmer als Bären sind hier allerdings Zecken (Borreliose ist in der Region verbreitet) und Gifteiche (Poison Oak), die entlang der Wege wächst. Lernt, sie zu erkennen — „Leaves of three, let it be“ (Drei Blätter — Finger weg).

Mobilfunk und Internet

Der Empfang im Park ist sehr eingeschränkt bis nicht vorhanden. In Crescent City und Orick funktioniert er einigermaßen zuverlässig, aber sobald ihr in den Wald fahrt, rechnet mit dem Offline-Modus. Ladet euch vorher Offline-Karten herunter (Google Maps und Maps.me) sowie Informationen zu den Wanderwegen. Eine eSIM von Holafly hilft euch mit der Verbindung in den Ortschaften, aber im tiefen Wald hilft nichts mehr.

Reiseversicherung und Gesundheit

Reist auf keinen Fall ohne gute Auslandskrankenversicherung in die USA — medizinische Versorgung in Amerika ist astronomisch teuer. Ein verstauchter Knöchel auf dem Wanderweg und ihr seid schnell bei mehreren Tausend Dollar. Für kürzere Reisen empfehlen wir unsere SafetyWing-Bewertung zu lesen.

Mammutbäume und Küstensequoien — eine kleine Erklärung

Eine der häufigsten Fragen ist, ob Sequoia National Park und Redwood National Park dasselbe sind. Die Antwort: NEIN, und der Unterschied ist wichtig.

Im Redwood National Park wachsen Küstenmammutbäume (Coast Redwoods, Sequoia sempervirens) — das sind die höchsten Bäume der Welt. Der höchste von ihnen, Hyperion, misst 115,9 Meter (etwa die Höhe eines 38-stöckigen Gebäudes). Diese Bäume wachsen in der Nebelzone der nordkalifornischen Küste.

Im Sequoia National Park (im Gebirge der Sierra Nevada, etwa 800 km weiter südlich) wachsen Riesenmammutbäume (Giant Sequoias, Sequoiadendron giganteum) — diese sind die voluminösesten Bäume der Welt. General Sherman ist zwar „nur“ 84 m hoch, aber sein Stamm hat ein Volumen von über 1.400 m³. Es ist wie der Vergleich zwischen einem Basketballspieler und einem Sumo-Ringer — einer ist größer, der andere schwerer.

Beide Arten sind beeindruckend, beide einen Besuch wert, aber es handelt sich um verschiedene Parks an verschiedenen Orten Kaliforniens.

Und was ist mit dem Hyperion? Der höchste Baum der Welt steht tatsächlich irgendwo im Redwood National Park, aber sein genauer Standort wird seit 2022 offiziell nicht mehr veröffentlicht. Der Park hat diese Maßnahme ergriffen, nachdem sich Touristenmassen zu ihm durchgedrängt und die umliegende Vegetation beschädigt hatten. Für den illegalen Zugang zur Schutzzone um Hyperion drohen bis zu $5.000 (ca. 4.700 €) Strafe und bis zu 6 Monate Gefängnis. Also bitte — versucht nicht, ihn zu finden. Jeder Baum im Park ist gleichermaßen faszinierend. ☺️

FAQ — Häufig gestellte Fragen zum Redwood National Park

Was macht den Redwood National Park so besonders?

Der Redwood National Park schützt fast die Hälfte aller verbliebenen alten Küstenmammutbäume — der höchsten Bäume der Erde. Einige Bäume erreichen hier Höhen von über 100 Metern und sind 500 bis 2.000 Jahre alt. Neben den Redwood-Wäldern findet ihr hier eine dramatische Küstenlandschaft, Herden von Wapiti-Hirschen, Gezeitenbecken und eine mit Farnen bewachsene Schlucht, in der Jurassic Park gedreht wurde. Es ist einer der wenigen Orte auf dem Planeten, an dem man sich wie in einer anderen geologischen Ära fühlt.

Wo genau liegt der Redwood National Park?

Die Redwood National and State Parks liegen an der Nordküste Kaliforniens, entlang des Highway 101, etwa 50 km südlich der Grenze zu Oregon. Der Park erstreckt sich in einem schmalen Streifen entlang der Pazifikküste über etwa 80 km von Crescent City im Norden bis Orick im Süden. Er gehört zu den Counties Del Norte und Humboldt im Nordwesten Kaliforniens.

Welche Stadt liegt am nächsten zum Redwood National Park?

Die nächste Stadt ist Crescent City (ca. 7.000 Einwohner) am nördlichen Rand des Parks — hier findet ihr Motels, Restaurants, einen Supermarkt und Tankstellen. Am südlichen Rand liegt die kleine Siedlung Orick mit eingeschränkter Infrastruktur. Die größeren Städte Eureka und Arcata (mit Flughafen) sind etwa 1–1,5 Autostunden südlich des Parkzentrums.

Sind Sequoia National Park und Redwood National Park dasselbe?

Nein! Es handelt sich um zwei völlig verschiedene Parks an unterschiedlichen Orten Kaliforniens, die etwa 800 km voneinander entfernt sind. Im Redwood NP wachsen Küstenmammutbäume (Coast Redwoods) — die höchsten Bäume der Welt. Im Sequoia NP in der Sierra Nevada wachsen Riesenmammutbäume (Giant Sequoias) — die voluminösesten Bäume der Welt. Beide Parks sind einen Besuch wert, aber sie zu verwechseln wäre wie Paris mit Berlin zu verwechseln — beides schön, aber völlig anders.

Was kostet der Eintritt in den Redwood National Park?

Der Eintritt in den Redwood National Park ist komplett kostenlos — es wird kein Eintrittsticket und kein America the Beautiful Pass benötigt (obwohl sich der Pass für andere Nationalparks auf eurer Reise lohnt). Die einzigen Gebühren sind: $12 (ca. 11 €) Day-Use Fee am Gold Bluffs Beach, Campinggebühren ($35/Nacht, ca. 33 €) und die kostenlosen, aber in der Anzahl begrenzten Permits für das Tall Trees Grove.

Kann man den Redwood National Park im Winter besuchen?

Ja, der Park ist ganzjährig geöffnet, aber ein Winterbesuch hat seine Besonderheiten. Rechnet mit häufigem und starkem Regen, möglichen Straßensperrungen (besonders die Davison Road zum Fern Canyon) wegen Überflutungen und Erdrutschen, eingeschränkten Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten. Auf der anderen Seite — im Winter trefft ihr kaum Touristen, der Wald im Regen hat eine mystische Schönheit und die Wapiti-Hirsche sind bei jedem Wetter gleich fotogen.

Wie viele Tage braucht man für den Redwood National Park?

Das Minimum sind 2 Tage, ideal sind 3–4 Tage. In zwei Tagen schafft ihr die Hauptattraktionen (Fern Canyon, Lady Bird Johnson Grove, Prairie Creek, Howland Hill Road). In drei Tagen kommen Tall Trees Grove, Avenue of the Giants und Küstenwege dazu. In vier Tagen könnt ihr euch ein langsameres Tempo gönnen, längere Wanderungen machen und einfach im Wald sitzen und die Atmosphäre aufsaugen — was, ehrlich gesagt, das Beste ist, was ihr hier tun könnt.

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Sequoia Nationalpark, Kalifornien: 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann

TL;DRDer Sequoia National Park in der kalifornischen Sierra Nevada liefert 15 zentrale Tipps – vom General Sherman Tree (dem massereichsten lebenden Baum der Welt, 84 Meter hoch) über Moro Rock und Crystal Cave bis hin zum benachbarten Kings Canyon mit der Zumwalt Meadow. Der Eintritt kostet 35 Dollar pro Auto für 7 Tage und gilt auch für den Kings Canyon National Park. Die beste Reisezeit ist Mai bis Oktober, am schönsten im Juni oder September, wenn weniger Touristen unterwegs sind. Plan für den Park mindestens 2–3 Tage ein, besser 3–4, dann bleibt auch Zeit für den Kings Canyon. Übernachten kannst du direkt im Park in der Wuksachi Lodge oder auf einem Campingplatz, alternativ im nahen Örtchen Three Rivers.

Ihr steht am Fuß eines Baumes und legt den Kopf so weit zurück, dass der Nacken schmerzt — und trotzdem seht ihr die Krone nicht. Der General Sherman Tree, der größte lebende Baum auf unserem Planeten, ragt 84 Meter in die Höhe, und sein Stammumfang misst unglaubliche 31 Meter. Und ihr steht da, winzig klein, und fragt euch: Ist das wirklich real?

Genauso haben wir uns gefühlt, als wir zum ersten Mal den Giant Forest im Sequoia Nationalpark in Kalifornien betreten haben. Man denkt, man sei auf die Nationalparks der USA vorbereitet — man hat Fotos gesehen, Dokus geschaut, hunderte Artikel gelesen. Aber nichts bereitet einen auf den Moment vor, in dem man zwischen Mammutbäumen steht, die seit Jahrtausenden hier wachsen, und begreift, wie absurd klein wir eigentlich sind. Ein demütiges und zugleich euphorisches Gefühl. 😊

Der Sequoia Nationalpark gehört zu jenen Parks, über die man weniger spricht als über den benachbarten Yosemite — aber ehrlich? In mancher Hinsicht hat er uns mehr begeistert. Keine Menschenmassen (zumindest nicht so extreme), wildere Natur und das Gefühl, in einem Wald zu stehen, der das antike Rom miterlebt hat. Was will man mehr?

In diesem Artikel findet ihr einen kompletten Reiseführer für den Sequoia Nationalpark — von der besten Reisezeit und Anfahrt über 15 konkrete Tipps, was man sehen und unternehmen kann, bis hin zu praktischen Ratschlägen zu Unterkünften, Essen und Budget. Ich zeige euch, wie ihr euren Besuch so planen könnt, dass ihr möglichst viel seht und es dabei wirklich genießt. Los geht’s!

Zusammenfassung

  • Der Sequoia Nationalpark liegt in der kalifornischen Sierra Nevada, etwa 4 Autostunden nordöstlich von Los Angeles.
  • Der Park ist berühmt für seine Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) — die größten Bäume der Welt, gemessen am Volumen.
  • Der absolute Star ist der General Sherman Tree — der größte lebende Baum der Erde, geschätzt etwa 2.200 Jahre alt.
  • Die beste Reisezeit ist Mai bis Oktober, idealerweise Juni oder September, wenn weniger Touristen unterwegs sind als im Juli und August.
  • Der Eintritt kostet $35 pro Auto (ca. 32 €) für 7 Tage und gilt auch für den benachbarten Kings Canyon Nationalpark.
  • Im Park gibt es nur begrenzte Unterkünfte — die beste Basis außerhalb ist das Örtchen Three Rivers oder die Stadt Visalia.
  • Plant mindestens 2–3 Tage ein, idealerweise 3–4, wenn ihr auch Kings Canyon erkunden wollt.
  • Der Park liegt auf 2.000–2.400 m Höhe — auch im Sommer kann es abends kühl werden, und Gewitter sind möglich.
  • Die Crystal Cave ist eine wunderschöne Tropfsteinhöhle, aber Tickets müssen vorab online gekauft werden.
  • Im Vergleich zum Yosemite trefft ihr hier deutlich weniger Menschen und erlebt ein authentischeres Wildnis-Erlebnis.

Wann in den Sequoia Nationalpark reisen und wie wird das Wetter

Der Sequoia Nationalpark liegt im Gebirge der Sierra Nevada, und die Höhenlage spielt eine enorme Rolle für das, was euch dort erwartet. Der Giant Forest, wo sich die meisten Hauptattraktionen befinden, liegt auf etwa 2.000–2.400 Metern Höhe — das Wetter ist hier also deutlich anders als in den kalifornischen Tälern.

Die besten Monate für einen Besuch sind Juni und September. Im Juni ist der Park frisch nach dem Winter, die Wasserfälle führen am meisten Wasser und die Mammutbaumhaine leuchten in sattem Grün. Im September sind die sommerlichen Menschenmassen bereits abgeebbt, die Temperaturen angenehm (tagsüber 20–25 °C) und die Luft kristallklar. Juli und August sind am wärmsten (Tagestemperaturen um 27–30 °C in den niedrigeren Lagen), aber auch am belebtesten — am General Sherman bilden sich lange Schlangen und das Parken kann zum Problem werden.

Was ihr meiden solltet: Den Winter, sofern ihr keine Erfahrung mit verschneiten Bergstraßen habt. Der Generals Highway, die Hauptstraße durch den Park, ist von November bis April teilweise oder komplett wegen Schnee gesperrt. Ja, in Kalifornien schneit es — und in der Sierra Nevada richtig ordentlich. 😅 Wenn ihr im Frühling (April–Mai) fahrt, checkt den aktuellen Straßenzustand auf der NPS-Website, da einige Abschnitte noch gesperrt sein können.

Was anziehen: Auch im Sommer kühlt es auf über 2.000 Metern Höhe deutlich ab — abends fallen die Temperaturen auf 5–10 °C. Packt Schichten ein, eine Fleecejacke und auf jeden Fall gute Wanderschuhe. Für kürzere Trails reichen bequeme Sneaker, aber auf längeren Wanderungen werdet ihr knöchelhohe Schuhe zu schätzen wissen.

Anfahrt zum Sequoia Nationalpark

Der Sequoia Nationalpark liegt am östlichen Rand des kalifornischen Central Valley, etwa 270 km (4 Stunden) nordöstlich von Los Angeles und 420 km (4,5 Stunden) südöstlich von San Francisco. Die nächste größere Stadt ist Visalia (etwa eine Stunde vom Parkeingang entfernt), direkt am Park liegt das sympathische Örtchen Three Rivers.

Mit dem Auto (eindeutig die beste Variante)

Der Park ist praktisch nur mit dem Auto erreichbar — öffentliche Verkehrsmittel fahren hier nicht hin. Der Eingang zum Park erfolgt über den Ash Mountain Entrance im Süden (von Three Rivers aus). Von dort führt der berühmte Generals Highway hinauf in die Berge — eine kurvige Bergstraße, die euch in etwa 45 Minuten zum Giant Forest bringt. Die Strecke ist atemberaubend, aber rechnet damit, dass ihr hinter einem Wohnmobil herkriecht und an riesigen Bäumen vorbeifahrt, bei denen ihr alle fünf Minuten anhalten wollt. 😁

Wenn ihr von Norden kommt (etwa vom Yosemite), fahrt ihr über den Big Stump Entrance in den Kings Canyon Nationalpark und von dort über den Generals Highway südwärts in den Sequoia.

Einen Mietwagen könnt ihr in LA, San Francisco oder direkt in Visalia buchen. Wir haben langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, das wir weltweit nutzen — es vergleicht die Preise aller Anbieter auf einer Seite und die Versicherungsoptionen sind übersichtlich. Von Deutschland aus fliegt ihr am besten nach Los Angeles oder San Francisco (z. B. mit Lufthansa, Eurowings Discover oder Condor ab Frankfurt oder München) und startet euren Roadtrip von dort.

Wichtig: Generals Highway

Der Generals Highway ist die Hauptverkehrsader des Parks — eine etwa 75 km lange Strecke, die Sequoia und Kings Canyon verbindet. Es ist eine zweispurige Bergstraße mit scharfen Kurven und stellenweise steilen Abhängen. Wohnmobile und Fahrzeuge über 6,7 m (22 Fuß) Länge dürfen auf einigen Abschnitten nicht fahren. Wenn ihr ein großes RV oder Wohnmobil habt, studiert die Einschränkungen auf der NPS-Website genau.

Unterkünfte und Kosten im Sequoia Nationalpark

Unterkünfte in der Umgebung des Sequoia Nationalparks sind nicht gerade günstig (wir sind in Kalifornien, das überrascht wohl niemanden 😅), aber es gibt ein paar clevere Varianten, um zu sparen. Der Eintritt in den Park kostet $35 pro Auto (ca. 32 €) für 7 Tage und gilt gleichzeitig auch für den benachbarten Kings Canyon Nationalpark — ein super Deal, da beide Parks über den Generals Highway verbunden sind.

Im Park

Direkt im Park habt ihr zwei Hauptoptionen:

Wuksachi Lodge — das einzige ganzjährig geöffnete Hotel im Sequoia Nationalpark. Es liegt direkt am Giant Forest auf 2.200 m Höhe. Die Zimmer sind sauber und komfortabel, aber nichts Luxuriöses — rechnet mit $200–$350 pro Nacht (ca. 185–325 €) in der Hauptsaison. Der große Vorteil: Morgens seid ihr die Ersten an den Trails, noch bevor die Tagesbesucher ankommen. Bucht weit im Voraus — im Sommer ist Monate vorher ausgebucht.

Camping — im Park gibt es mehrere Campingplätze. Die beliebtesten sind Lodgepole (214 Stellplätze, Reservierung über recreation.gov nötig) und Dorst Creek (218 Stellplätze, geöffnet Juni–September). Preis pro Nacht etwa $22–$25 (ca. 20–23 €). Wenn ihr gerne campt, ist das mit Abstand die beste Art, den Park zu erleben — ihr schlaft unter Mammutbäumen ein und werdet morgens von Vogelgesang geweckt. Wir haben gecampt und es war ein völlig anderes Erlebnis als ein Hotelaufenthalt.

Three Rivers — die beste Basis außerhalb des Parks

Das Örtchen Three Rivers liegt direkt am südlichen Parkeingang und ist die beliebteste Basis für Besucher. Hier findet ihr eine Mischung aus Motels, Airbnbs und kleinen Pensionen. Die Preise reichen von $120 für ein einfaches Motel bis $300+ für eine hübsche Cabin mit Aussicht (ca. 110–280 €). Three Rivers ist malerisch, hat ein paar Restaurants und einen Lebensmittelladen. Der Nachteil: Von Three Rivers zum Giant Forest sind es etwa 45 Minuten Fahrt bergauf.

Visalia — die günstigere Alternative

Visalia ist eine Stadt mit rund 140.000 Einwohnern, etwa eine Stunde vom Park entfernt. Die Auswahl an Unterkünften ist hier um ein Vielfaches größer und die Preise deutlich günstiger — $80–$150 pro Nacht (ca. 75–140 €) in einem ordentlichen Hotel. Außerdem gibt es den Sequoia Shuttle (eine saisonale Buslinie in den Park), sodass ihr euch keine Gedanken ums Parken machen müsst.

Kosten Sequoia Nationalpark — Budget für 3 Tage zu zweit

PostenPreis (USD)Preis (EUR)
Eintritt (Auto, 7 Tage)$3532 €
Camping 3 Nächte$66–$7561–70 €
ODER Hotel Three Rivers 3 Nächte$360–$900335–835 €
Benzin (ab LA und zurück + Park)$80–$12075–110 €
Essen (3 Tage, 2 Personen)$120–$200110–185 €
Crystal Cave Tickets$32 (2×$16)30 €
Gesamt (Camping)$330–$460305–425 €
Gesamt (Hotel)$630–$1.250585–1.160 €

Giant Forest und Umgebung: 8 Orte, die ihr sehen müsst

Der Giant Forest ist das Herz des Sequoia Nationalparks und der Grund, warum die meisten Besucher hierherkommen. Auf relativ kleinem Raum findet ihr die mächtigsten Bäume des Planeten, atemberaubende Felsaussichtspunkte und ein Netz von Wanderwegen, auf denen man tagelang unterwegs sein kann. Schauen wir uns das Beste an, was der Giant Forest zu bieten hat.

1. General Sherman Tree — der größte lebende Baum der Erde

Frau in der Höhlung eines riesigen Mammutbaumstamms im Giant Forest

Das ist der absolute Star. Der General Sherman Tree ist der größte lebende Baum der Welt — nicht der höchste (das sind die Küstenmammutbäume) und nicht der älteste (das sind die Grannenkiefern), aber vom Volumen her der größte. 84 Meter Höhe, 31 Meter Stammumfang, geschätztes Alter: 2.200 Jahre. Wenn man sich klarmacht, dass dieser Baum zu wachsen begann, als das römische Kolosseum noch stand, wird einem schwindelig.

Zum General Sherman Tree führt ein kurzer Trail vom Parkplatz (etwa 800 Meter, davon ein Teil über Stufen bergab — und ja, zurück geht’s bergauf, was ihr auf 2.100 m Höhe durchaus spürt 😅). Der Trail ist auch für Kinderwagen und Rollstühle zugänglich, wobei der Rückweg steil ist. Kommt so früh wie möglich am Morgen — am besten vor 9:00 Uhr — wenn ihr den Baum wenigstens kurz halbwegs für euch haben wollt. Im Sommer ab 10 Uhr herrscht hier regelrechtes Gedränge.

Ein Tipp, den wir am eigenen Leib erfahren haben: Kein Foto wird der tatsächlichen Größe des General Sherman gerecht. Fotografiert immer mit einer Person im Bild als Größenvergleich — sonst sieht es auf dem Foto einfach wie ein großer Baum aus. Und er ist so viel, viel mehr.

2. Congress Trail — ein Spaziergang unter Riesen

Der Congress Trail zwischen riesigen Mammutbäumen
Foto: Fabio Achilli from Milano, Italy / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Falls ihr nur Zeit für einen einzigen Trail im Park habt, dann sollte es der Congress Trail sein. Dieser 3,2 km lange Rundweg beginnt direkt am General Sherman Tree und führt euch durch den dichtesten Bestand an Riesenmammutbäumen der Welt. Ihr trefft auf Bäume, die nach Präsidenten und Senatoren benannt sind (daher der Name „Congress“), und irgendwann steht ihr inmitten einer Gruppe Mammutbäume namens The Senate, von denen jeder einen Stammdurchmesser von über 5 Metern hat.

Der Trail ist überwiegend flach, gut gepflegt und für wirklich jeden machbar — auch für Kinder und ältere Menschen. Rechnet mit 1–2 Stunden, denn ihr werdet alle paar Meter stehen bleiben und staunend nach oben schauen. Wir haben auf der Strecke fast drei Stunden verbracht, weil wir bei jedem Baum standen und sagten: „Schau mal, der ist noch größer!“ 😁

3. Moro Rock — 400 Stufen zur besten Aussicht

Die Granitkuppel Moro Rock im Sequoia Nationalpark
Foto: Birdyland at English Wikipedia. By Danny Covell of El Cajon, California. / CC BY 3.0 / Wikimedia Commons

Moro Rock ist ein Granit-Monolith, auf dessen Gipfel 400 in den Felsen gehauene Stufen führen. Von oben eröffnet sich ein 360°-Panoramablick auf die Great Western Divide — eine Reihe schneebedeckter Gipfel der Sierra Nevada. Bei klarer Sicht kann man dutzende Kilometer weit sehen, und der Blick hinunter ins Tal ist atemberaubend.

Der Aufstieg ist kurz (etwa 500 Meter), aber steil — der Höhenunterschied beträgt rund 90 Meter und die Stufen sind stellenweise schmal. Wer Höhenangst hat, wird hier herausgefordert — ein Geländer gibt es zwar, aber an einigen Stellen sieht man den steilen Abgrund nur wenige Dezimeter vom Weg entfernt. Wir waren oben zum Sonnenuntergang und es war einer der schönsten Momente der ganzen Reise.

💡 TIPP: Moro Rock ist nach Westen ausgerichtet, daher ist der Sonnenuntergang von hier absolut magisch. Kommt mindestens eine Stunde vor Sonnenuntergang, damit ihr genug Zeit für den Aufstieg habt und oben in Ruhe genießen könnt.

4. Tunnel Log — mit dem Auto durch einen Baum

Tunnel Log, ein umgestürzter Mammutbaumstamm mit Durchfahrt für Autos
Foto: Greg Schechter from San Francisco, USA / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Ja, genau so — im Sequoia Nationalpark gibt es einen umgestürzten Mammutbaum, durch den man mit dem Auto fährt. Tunnel Log ist ein riesiger Baum, der 1937 über die Straße fiel. Anstatt ihn zu entfernen, wurde ein Tunnel hineingeschlagen. Die Durchfahrt ist etwa 5,2 m breit und 2,4 m hoch, sodass ein normaler PKW problemlos durchpasst. SUVs und Pickups müssen allerdings drumherumfahren.

Ist das eine Touristenattraktion? Klar. Ist das ein bisschen kitschig? Vielleicht. Werdet ihr trotzdem anhalten und durchfahren? Hundertprozentig ja. 😁 Und ihr macht ein Foto, wie alle anderen auch. Tunnel Log liegt an der Crescent Meadow Road, etwa 15 Fahrminuten vom Giant Forest Museum.

5. Crescent Meadow — das „Juwel der Sierra“

Die Bergwiese Crescent Meadow umgeben von Mammutbäumen
Foto: Davide D’Amico from London, United Kingdom / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

John Muir, der Vater der amerikanischen Nationalparks, nannte Crescent Meadow „Gem of the Sierra“ — und er hatte recht. Diese kleine Bergwiese, umgeben von riesigen Mammutbäumen, ist einer der ruhigsten und fotogensten Orte im Park. Um die Wiese führt ein einfacher 2,6 km langer Rundweg, auf dem ihr auch Tharp’s Log entdeckt — einen hohlen Mammutbaumstamm, der in den 1860er-Jahren dem Farmer Hale Tharp als Behausung diente. Ja, er hat in einem Baum gewohnt. Mit Blick auf diese Wiese. Zum Neidischwerden.

Crescent Meadow ist auch Ausgangspunkt für längere Wanderungen — wer Lust auf eine Ganztagestour hat, kann hier auf den High Sierra Trail starten, eine der berühmtesten Fernwanderwege Kaliforniens (116 km bis zum Mount Whitney, aber das schafft man wohl kaum an einem Nachmittag 😅).

6. Crystal Cave — unterirdische Schönheit, die man nicht erwartet

Die Crystal Cave ist eine Marmorhöhle tief unter der Oberfläche des Parks und ein völlig anderes Erlebnis als alles andere im Sequoia. Man betritt sie und befindet sich plötzlich in einer unterirdischen Welt voller Stalaktiten, Stalagmiten und kristallklarer unterirdischer Bäche. Die Höhle hält ganzjährig eine Temperatur von etwa 9 °C, also nehmt eine Jacke mit, auch wenn es draußen heiß ist.

WICHTIG: Tickets für die Crystal Cave müsst ihr vorab online kaufen auf recreation.gov — an der Höhle werden keine verkauft. Die Führung dauert etwa 50 Minuten und kostet $16 pro Person (ca. 15 €). In der Saison sind sie schnell ausverkauft — bucht rechtzeitig. Vom Parkplatz zur Höhle sind es noch etwa 800 Meter zu Fuß steil bergab (und zurück bergauf).

Von der Hauptstraße zur Höhle biegt ihr auf die Crystal Cave Road ab — eine schmale, kurvige Straße, auf der ihr etwa 30 Minuten unterwegs seid (nur 11 km, aber sehr langsames Fahren). Die Crystal Cave ist in der Regel von Mitte Mai bis Mitte November geöffnet.

7. Giant Forest Museum — der Kontext, der alles verbindet

Haltet hier mindestens eine halbe Stunde an, am besten als erste Station im Giant Forest. Das kleine, aber hervorragend aufbereitete Museum erklärt euch die Ökologie der Mammutbaumwälder — warum die Bäume Feuer zur Fortpflanzung brauchen, wie alt sie sind, warum sie nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt wachsen. Nach dem Museumsbesuch nehmt ihr den Wald mit völlig anderen Augen wahr. Der Eintritt ist frei.

Vor dem Museum stehen auch schöne Exemplare von Mammutbäumen, und es gibt gute Infrastruktur — Toiletten, Trinkwasser, eine Ranger Station, wo man euch bei der Routenplanung berät. An der Ranger Station holt ihr euch am besten die aktuelle Parkkarte (Sequoia National Park Karte) — denn Handyempfang gibt es hier praktisch nicht.

8. Big Trees Trail — einfacher Rundweg um eine Wiese

Wenn ihr einen barrierefreien, einfachen Weg sucht, der auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet ist, ist der Big Trees Trail die ideale Wahl. Dieser 1,9 km lange Rundweg führt auf befestigtem Untergrund um die Round Meadow und ist von riesigen Mammutbäumen gesäumt. Infotafeln entlang der Strecke erklären die Ökologie des Waldes.

Es ist der perfekte Trail zum Einstieg in den Park oder für Familien mit kleinen Kindern. Und vor allem — auch auf einer so einfachen Strecke steht man mit offenem Mund da, weil die Bäume ringsum einfach unglaublich sind.

Etwas weiter vom Giant Forest: 4 Orte, die den Abstecher lohnen

Der Sequoia Nationalpark hat mehr zu bieten als nur den Giant Forest. Wenn ihr mehr als einen Tag im Park verbringt (und das empfehle ich dringend!), erkundet auch die abgelegeneren Ecken, wo euch nur ein Bruchteil der Besucher begegnet.

9. Generals Highway — eine Fahrt, die selbst ein Erlebnis ist

Die Bergstraße Generals Highway im Sequoia Nationalpark
Foto: Pavel Špindler / CC BY 3.0 / Wikimedia Commons

Der Generals Highway, die Hauptstraße zwischen dem Sequoia und dem Kings Canyon Nationalpark, gehört zu den schönsten Panoramastraßen ganz Kaliforniens. Auf 75 km Serpentinen durch die Berge passiert ihr Aussichtspunkte auf tiefe Täler, durchquert Mammutbaumhaine und kommt an moosbewachsenen Felswänden vorbei. Haltet an den Viewpoints — Amphitheater Point und Hospital Rock sind besonders fotogen.

Die gesamte Strecke vom Ash Mountain Entrance bis Kings Canyon schafft ihr in etwa 1,5–2 Stunden ohne Stopps. Aber warum solltet ihr ohne Stopps fahren? Plant einen halben Tag dafür ein und genießt es.

10. Mineral King — für Abenteurer, die keine Touristen wollen

Mineral King ist ein abgelegenes Alpental im Süden des Parks, zu dem eine 40 km lange, kurvige Straße führt (rechnet mit 1,5 Stunden Fahrzeit ab Three Rivers). Es gibt hier keinen Laden, kein Hotel, nur ein paar einfache Campingplätze und wunderschöne Bergwanderwege. Es fühlt sich an wie ein völlig anderer Park — keine Mammutbäume, dafür Bergwiesen, Seen und schroffe Gipfel.

Warnung: Die Straße nach Mineral King ist schmal, steil und hat über 600 Kurven (nein, das ist keine Übertreibung). Sie ist nicht geeignet für Wohnmobile oder für Menschen, denen leicht schlecht im Auto wird. Aber wer es durchhält, wird mit einer grandios schönen und menschenleeren Natur belohnt.

Bonus: In Mineral King leben Murmeltiere (marmots), die es lieben, Schläuche und Kabel in den Motoren geparkter Autos anzuknabbern. Ja, wirklich. Die Ranger Station empfiehlt, das Auto von unten mit einer Plane abzudecken. Willkommen in der Wildnis! 😅

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Wo übernachten im Sequoia National Park
4 Unterkünfte — Hotels, Campingplätze und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

11. Little Baldy Trail — Aussicht ohne Menschenmassen

Wenn euch Moro Rock zu voll war, ist Little Baldy die perfekte Alternative. Dieser 5,6 km lange Trail (hin und zurück) führt auf einen Granitgipfel mit 360°-Blick auf den Giant Forest, Kings Canyon und die Great Western Divide. Der Höhenunterschied beträgt rund 200 Meter und der Weg führt durch wunderschönen Wald.

Auf dem Gipfel waren wir völlig allein — und das im August. Die Aussicht ist unserer Meinung nach vergleichbar mit Moro Rock, vielleicht sogar besser, weil man den Giant Forest aus der Vogelperspektive sieht. Der Trailhead liegt direkt am Generals Highway, etwa 10 km nördlich des Giant Forest.

12. Tokopah Falls — Wasserfall im Granitcanyon

Von allen Trails im Park war der Tokopah Falls Trail unsere wohl schönste Überraschung. Der 5,6 km lange Weg (hin und zurück) folgt dem Fluss Marble Fork Kaweah River durch einen tiefen Granitcanyon bis zu einem imposanten Wasserfall, der aus 365 Metern Höhe über die Granitwände herabstürzt.

Der Trail ist überwiegend flach, sodass ihn fast jeder schafft. Am schönsten ist er im Frühling und Frühsommer, wenn der Wasserfall den meisten Durchfluss hat. Im Spätsommer und Herbst kann er nur noch ein dünnes Rinnsal sein. Der Trailhead liegt beim Campingplatz Lodgepole — wenn ihr dort campt, ist das der perfekte Morgenspaziergang.

Kings Canyon: 3 Gründe, den Nachbarpark nicht auszulassen

Der Kings Canyon Nationalpark grenzt direkt an den Sequoia und der Eintritt ist inklusive — dasselbe Ticket gilt für beide Parks. Es wäre schade, ihn auszulassen, denn er bietet eine etwas andere Landschaft und andere Erlebnisse. Kings Canyon ist wilder, weniger zugänglich und erinnert in vielem an Yosemite — nur ohne die Menschenmassen.

13. Grant Grove — Heimat des General Grant Tree

Der General Grant Tree im Hain Grant Grove
Foto: Bradluke22 / Public domain / Wikimedia Commons

Der General Grant Tree ist der zweitgrößte Baum der Welt (direkt nach dem General Sherman) und gleichzeitig offiziell als „Nationaler Weihnachtsbaum“ der USA ausgezeichnet. Um ihn herum führt ein kurzer, barrierefreier Rundweg (etwa 800 m), auf dem ihr weitere benannte Riesenmammutbäume entdeckt.

Im Grant Grove findet ihr auch den Fallen Monarch — einen riesigen umgestürzten Stamm, in dem sich früher Pferde versteckten und der als improvisiertes Hotel diente. Ihr könnt hineingehen und euch bewusst machen, wie absurd groß dieser Baum einmal gewesen sein muss.

14. Kings Canyon Scenic Byway — hinab in die Tiefen des Canyons

Die Panoramastraße Kings Canyon Scenic Byway
Foto: Pavel Špindler / CC BY 3.0 / Wikimedia Commons

Von Grant Grove aus führt der Kings Canyon Scenic Byway (Highway 180) steil hinunter in den Canyon des Kings River. Die Straße fällt von 2.000 m auf nur noch 1.400 m ab, und die Ausblicke unterwegs sind dramatisch — tiefe Schluchten, Granitwände und der Fluss weit unten.

Am Ende der Straße in Cedar Grove findet ihr ein paar kurze Trails, einen Campingplatz und den Ausgangspunkt für längere Backcountry-Touren. Ihr könnt hier in Ruhe ein Kajak mieten oder einfach am Fluss sitzen und die Atmosphäre eines der tiefsten Canyons Nordamerikas aufsaugen (tiefer als der Grand Canyon, nur spricht man nicht so oft darüber!).

15. Zumwalt Meadow — eine Wiese wie aus dem Märchen

Ganz am Ende der Straße in Cedar Grove liegt Zumwalt Meadow, eine der schönsten Bergwiesen der gesamten Sierra Nevada. Ein einfacher 2,4 km langer Rundweg bietet Ausblicke auf die steilen Granitwände von North Dome und Grand Sentinel.

Morgens trefft ihr hier Hirsche, im Kings River glitzert die Sonne und ringsum stehen Granit-Monolithe wie Burgmauern. Es ist eine Art Mini-Yosemite-Valley, aber ohne einen einzigen Touristenbus. Wer Ruhe und wunderschöne Natur liebt, wird von hier nicht mehr weggehen wollen.

Essen und Trinken: Wo man rund um Sequoia essen kann

Seien wir ehrlich — in den Sequoia Nationalpark fährt man nicht wegen der Gastronomie. 😅 Aber essen muss man trotzdem, daher hier ein Überblick über das, was euch zur Verfügung steht.

Im Park

Das Peaks Restaurant in der Wuksachi Lodge ist praktisch das einzige Restaurant im Sequoia. Das Essen ist überraschend gut — Steaks, Fisch, Salate —, aber die Preise entsprechen der Monopolstellung (Hauptgerichte $20–$40, also ca. 18–37 €). Das Frühstück ist solide und die Portionen amerikanisch groß.

Das Lodgepole Market Center bietet Schnellimbiss — Burger, Wraps, Sandwiches, Eis. Die Preise sind für Parkverhältnisse vernünftig (um die $10–$15 pro Mahlzeit). Es gibt dort auch einen kleinen Laden mit Lebensmitteln, wo ihr Campingbedarf bekommt, allerdings ist die Auswahl begrenzt und die Preise höher als in der Stadt.

Three Rivers

In Three Rivers gibt es ein paar Restaurants, die einen Stopp wert sind:

  • Gateway Restaurant & Lodge — klassische amerikanische Küche mit Flussblick. Steaks, Burger, Fisch. Angenehme Atmosphäre und faire Preise.
  • Sierra Subs & Salads — wenn ihr ein schnelles und gutes Sandwich für unterwegs wollt. Riesige Portionen zum fairen Preis.
  • Ol‘ Buckaroo — ein kleines Café mit gutem Kaffee und hausgemachtem Gebäck. Perfekter Stopp morgens auf dem Weg in den Park.
  • Anne Lang’s Emporium — gönnt euch den hausgemachten Kuchen. Steht nicht jeden Tag auf der Karte, aber wenn doch, lohnt es sich.

Unser Tipp: Selbst kochen

Wenn ihr campt (und wir empfehlen es!), ist die beste Strategie, in Visalia auf dem Weg in den Park einzukaufen. In Visalia findet ihr ganz normale Supermärkte (Walmart, Vons) mit normalen Preisen. Im Park und in Three Rivers zahlt ihr für die gleichen Produkte deutlich mehr. Wir haben uns auf dem Campingkocher einfache Sachen zubereitet — Nudeln, Eier, Sandwiches — und beim Essen ein Minimum ausgegeben. Abends haben wir uns einmal ein Restaurant in Three Rivers gegönnt, und das war der perfekte Kompromiss.

Praktische Tipps und Tricks für den Besuch im Sequoia Nationalpark

Sequoia National Forest vs. Sequoia National Park — Was ist der Unterschied?

Das verwechseln viele. Der Sequoia National Park ist ein Nationalpark, verwaltet vom National Park Service (NPS) — Eintritt $35, geschütztes Gebiet mit regulierten Wanderwegen und Campingplätzen. Der Sequoia National Forest ist ein Nationalforst, verwaltet vom Forest Service (USFS), der den Park von allen Seiten umgibt — Eintritt frei, lockerere Regeln, aber minimale Infrastruktur. Die meisten Sehenswürdigkeiten (General Sherman, Moro Rock, Crystal Cave) liegen im Nationalpark, nicht im Forst.

Handyempfang

Praktisch nicht vorhanden. Im Giant Forest, bei der Wuksachi Lodge und in Lodgepole bekommt ihr gelegentlich schwaches Signal, aber ansonsten seid ihr offline. Ladet euch Offline-Karten auf euer Handy (Google Maps oder maps.me) BEVOR ihr ankommt. Wenn ihr auf Reisen zuverlässiges Internet braucht, schaut euch unsere Holafly eSIM Erfahrungen an — im Park selbst hilft es zwar nicht, aber auf der Fahrt und in den Städten ist es praktisch.

Bären und Lebensmittelsicherheit

Im Sequoia leben Schwarzbären, die an menschliches Essen gewöhnt sind. Sämtliche Lebensmittel, Kühlboxen, Kosmetik und alles, was riecht, müsst ihr in Bären-Boxen (bear boxes) aufbewahren, die an jedem Campingplatz und an den Trailheads stehen. Lasst NIEMALS Essen im Auto — Bären können Autotüren öffnen (nein, das ist kein Scherz). Die Strafen für unsachgemäße Aufbewahrung von Lebensmitteln betragen bis zu $5.000.

Was einpacken

Eine komplette Packliste findet ihr in unserem Artikel Nur mit Handgepäck reisen, aber speziell für Sequoia vergesst nicht:

  • Kleidung in Schichten (morgens 5 °C, nachmittags 25 °C)
  • Gute Wanderschuhe
  • Stirnlampe (wenn ihr campt)
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (in der Höhe verbrennt man schneller)
  • Ausreichend Wasser (1–2 Liter pro Person pro Trail)

Flüge und Anreise nach Kalifornien

Von Deutschland aus fliegt ihr am besten nach Los Angeles oder San Francisco. Lufthansa bietet Direktflüge ab Frankfurt und München, Condor fliegt ebenfalls direkt, und mit Eurowings Discover gibt es weitere Optionen. Rechnet mit ca. 400–900 € für Hin- und Rückflug, je nach Saison und Buchungszeitpunkt. Vergleichsportale wie Skyscanner oder Google Flights helfen beim Finden der besten Preise.

Reiseversicherung

Bei Reisen in die USA solltet ihr die Reiseversicherung auf keinen Fall unterschätzen — Gesundheitsversorgung in Amerika kostet astronomische Summen. Wir haben einen ausführlichen Artikel über die SafetyWing Versicherung, die wir auf längeren Reisen nutzen.

Sequoia vs. Yosemite — Welchen Park besuchen?

Diese Frage taucht ständig auf, und die ehrliche Antwort lautet: Wenn ihr Zeit habt, besucht beide. Es sind zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse. Aber wenn ihr wählen müsst:

Yosemite ist dramatischer — die Granitwände von El Capitan und Half Dome, die Wasserfälle der Yosemite Falls, die Gletschertäler. Berühmter, fotogener und … überfüllter. Im Sommer bewegen sich hier 15.000–20.000 Menschen pro Tag, und das Yosemite Valley ähnelt eher einem Vergnügungspark als einer Wildnis.

Sequoia ist intimer — riesige Bäume, weniger Menschen, das Gefühl echter Wildnis. Ihr steht hier nicht in einer einstündigen Schlange für den Shuttle-Bus. Ihr sucht nicht 45 Minuten lang einen Parkplatz. Ihr steht in einem Wald zwischen Bäumen, die seit zweitausend Jahren hier wachsen, und habt eure Ruhe.

Wir lieben beide Parks, aber wenn wir bei einem Glas Wein ganz ehrlich sein müssten? Sequoia hat uns emotional stärker berührt. Diese Bäume machen etwas mit einem.

Wenn ihr einen großen Roadtrip durch die Nationalparks der USA plant, lassen sich Sequoia → Kings Canyon → Yosemite wunderbar in 5–7 Tagen kombinieren. Die Entfernung zwischen Sequoia und Yosemite beträgt etwa 3–4 Autostunden.

Wie viele Tage im Sequoia Nationalpark — Besuch planen

Anzahl TageWas ihr schafft
1 TagGeneral Sherman, Congress Trail, Moro Rock, Tunnel Log. Das wird sportlich, aber die Hauptattraktionen seht ihr.
2 TageAlles oben + Crystal Cave, Crescent Meadow, Tokopah Falls, Giant Forest Museum. Das ideale Minimum.
3 TageZusätzlich Kings Canyon — Grant Grove, Kings Canyon Scenic Byway, Zumwalt Meadow. Perfektes Tempo.
4+ TageLittle Baldy, Mineral King, längere Backcountry-Trails, Erholung. Für alle, die es gemütlich angehen.

Wir haben drei Tage im Park verbracht und das war genau richtig. Wir haben uns nicht gehetzt, hatten Zeit für einen Kaffee, zum Verweilen am Fluss, für ein zweites Frühstück (wichtig! 😁) und haben trotzdem alles Wesentliche gesehen.

FAQ — Häufig gestellte Fragen zum Sequoia Nationalpark

Warum ist der Sequoia Nationalpark berühmt?

Der Sequoia Nationalpark ist berühmt für seine Mammutbaumhaine — hier stehen die größten Bäume der Welt, gemessen am Stammvolumen. Die Hauptattraktion ist der General Sherman Tree, der größte lebende Baum der Erde, geschätzt etwa 2.200 Jahre alt. Außerdem bietet der Park eine dramatische Berglandschaft der Sierra Nevada, die Tropfsteinhöhle Crystal Cave und einige der ältesten lebenden Organismen der Erde.

Welche ist die nächste größere Stadt zum Sequoia Nationalpark?

Die nächste größere Stadt ist Visalia (ca. 100.000 Einwohner), etwa eine Autostunde vom Parkeingang entfernt. Direkt am Park liegt das Örtchen Three Rivers. Von den Großstädten sind Fresno (2,5 Stunden) und Los Angeles (4 Stunden) am nächsten.

Wann ist die beste Reisezeit für den Sequoia Nationalpark?

Die idealen Monate sind Juni und September. Im Juni ist der Park frisch nach dem Winter, die Wasserfälle führen viel Wasser und die Temperaturen sind angenehm (15–25 °C). Im September sind die sommerlichen Menschenmassen vorbei und das Wetter ist stabil. Juli und August sind am wärmsten, aber auch am meisten besucht. Im Winter (November–April) kann der Generals Highway wegen Schnee gesperrt sein.

Ist Yosemite oder Sequoia besser?

Das kommt darauf an, was ihr sucht. Yosemite bietet dramatische Granitwände, Wasserfälle und ikonische Landschaften, ist aber oft sehr überfüllt. Sequoia ist intimer, ruhiger und auf die Riesenbäume fokussiert — das Wildnis-Gefühl ist hier stärker. Idealerweise besucht ihr beide Parks, die Entfernung beträgt 3–4 Autostunden.

Wie viel kostet der Eintritt in den Sequoia Nationalpark?

Der Eintritt beträgt $35 pro Auto (ca. 32 €) für 7 Tage. Dasselbe Ticket gilt auch für den benachbarten Kings Canyon Nationalpark. Wenn ihr mehrere Nationalparks in den USA besuchen wollt, lohnt sich der America the Beautiful Pass für $80 (ca. 74 €), der ein Jahr lang für alle Nationalparks und bundesweiten Erholungsgebiete gilt.

Brauche ich eine Reservierung für den Sequoia Nationalpark?

Derzeit (2025) ist keine Reservierung für den Parkeintritt nötig — es reicht, den Eintritt am Eingang zu bezahlen. Eine Reservierung braucht ihr aber zum Campen (Lodgepole, Dorst Creek — über recreation.gov) und für die Crystal Cave (Tickets nur online im Voraus). In der Sommersaison empfehlen wir, früh morgens anzukommen, da die Parkplätze an den Hauptattraktionen schnell voll sind.

Kann man den Sequoia Nationalpark als Tagesausflug von Los Angeles besuchen?

Technisch ja, aber wir raten davon ab. Die Fahrt von LA dauert 4 Stunden pro Strecke, ihr würdet also 8 Stunden im Auto verbringen und hättet nur wenige Stunden im Park. Viel besser ist es, in Three Rivers oder Visalia zu übernachten und dem Park mindestens 2 volle Tage zu widmen. Falls ihr wirklich nur einen Tag habt, konzentriert euch auf General Sherman, Congress Trail und Moro Rock.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Yosemite National Park, Kalifornien: 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann

TL;DRYosemite National Park in der kalifornischen Sierra Nevada – dazu haben wir 15 zentrale Tipps zusammengestellt. Sie führen zu berühmten Aussichtspunkten wie Tunnel View, Glacier Point und Taft Point, zu den Felsmassiven El Capitan und Half Dome sowie zu den Wasserfällen Yosemite Falls, Vernal Fall und Nevada Fall am Mist Trail. Auch weniger besuchte Orte wie der Mammutbaumhain Mariposa Grove und Hetch Hetchy sind dabei. Die beste Reisezeit ist Mai und Juni, wenn die Wasserfälle am meisten Wasser führen, alternativ September und Oktober für weniger Trubel. Der Eintritt kostet 35 US-Dollar pro Auto für 7 Tage, der Jahrespass America the Beautiful kommt auf 80 US-Dollar. Plan am besten 3 bis 4 Tage ein, mit einem Budget von rund 3.000 bis 6.000 Kč pro Tag für zwei Personen. Für den Aufstieg zum Half Dome brauchst du ein Permit für 10 US-Dollar, das per Lotterie vergeben wird. In der Saison von April bis Oktober ist außerdem eine Reservierung über recreation.gov für die Einfahrt in den Park Pflicht.

Als ich zum ersten Mal durch den Tunnel auf der Wawona Road fuhr und sich vor mir der Blick auf das Yosemite Valley öffnete, blieb mir buchstäblich der Mund offen stehen. Lukáš musste das Auto anhalten, weil ich anfing, etwas in der Art von „Das kann doch nicht echt sein!“ zu kreischen — und der Typ im Auto hinter uns schaute mich an, als hätte ich den Verstand verloren. 😅 Aber wisst ihr was? Er hat dasselbe gemacht. Denn dieser Ausblick ist einfach etwas, worauf euch kein Foto vorbereiten kann.

Der Yosemite National Park in Kalifornien gehört zu den Orten, die euren Maßstab für Schönheit für immer verändern. Granitmonolithe über einen Kilometer hoch, Wasserfälle, die Hunderte Meter in ein von Gletschern geformtes Tal stürzen, jahrtausendealte Mammutbäume, neben denen man sich wie eine Ameise fühlt — und das alles in einem einzigen Park mitten in der kalifornischen Sierra Nevada.

In diesem Artikel findet ihr 15 Tipps, was man in Yosemite Kalifornien sehen und unternehmen kann — vom berühmten Half Dome über die schönsten Wasserfälle und Aussichtspunkte bis hin zu Wanderwegen für absolute Anfänger und für diejenigen, die sich vor vertikalen Ketten nicht fürchten. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, wo man übernachten kann (und warum ihr Monate im Voraus planen solltet), was das Ganze kostet und wie ihr die Menschenmassen vermeidet, die im Sommer das Yosemite Valley in einen Parkplatz verwandeln.

Wasserfall Vernal Fall mit Regenbogen am Mist Trail in Yosemite

Zusammenfassung

  • Der Yosemite National Park ist einer der meistbesuchten Nationalparks der USA — über 4 Millionen Besucher jährlich, also plant unbedingt im Voraus.
  • Beste Reisezeit ist Mai–Juni (Wasserfälle in voller Kraft) und September–Oktober (weniger Menschen, schöne Farben). Der Sommer ist überlaufen, der Winter zauberhaft, aber viele Straßen sind gesperrt.
  • Eintritt kostet 35 USD (~32 €) pro Auto für 7 Tage. Wenn ihr mehrere Parks in den USA besucht, holt euch den America the Beautiful Pass für 80 USD (~74 €) — gültig ein ganzes Jahr für alle Nationalparks.
  • Im Sommer braucht ihr eine Reservierung für die Einfahrt in den Park (gilt meist von April bis Oktober). Die Reservierungen werden in Wellen freigeschaltet und sind innerhalb von Minuten weg.
  • Half Dome ist ikonisch, erfordert aber eine per Lotterie vergebene Genehmigung — bewerbt euch im März oder versucht die tägliche Lotterie vor Ort.
  • Schönste Aussichtspunkte: Tunnel View, Glacier Point, Valley View, Taft Point.
  • Beste Wanderwege: Mist Trail zum Vernal Fall, Four Mile Trail zum Glacier Point, Mirror Lake Loop für Gemütliche.
  • Unterkünfte im Park sind Monate im Voraus ausgebucht. Alternativen sind die Orte El Portal, Mariposa oder Groveland.
  • Rechnet mit einem Budget von ca. 120–250 € pro Tag für zwei Personen (Unterkunft + Essen + Benzin), je nach Standard.
  • Ladet euch Offline-Karten herunter — Empfang gibt es im Park so gut wie nicht.

Wann nach Yosemite reisen und wie hinkommen

Yosemite ist das ganze Jahr über wunderschön, doch jede Jahreszeit bietet ein völlig anderes Erlebnis. Ich erkläre euch, wann ihr je nach euren Wünschen losfahren solltet — und auch, wie ihr überhaupt in den Park kommt, denn das ist nicht ganz so selbstverständlich, wie man denken könnte.

Beste Reisezeit

Mai und Juni sind meiner Meinung nach die absolut besten Monate. Die Wasserfälle sind nach der Schneeschmelze in voller Kraft — die Yosemite Falls donnern so laut, dass man sie vom halben Tal aus hört, und der Mist Trail zum Vernal Fall macht seinem Namen alle Ehre, weil euch die Gischt des Wasserfalls bis auf die Knochen durchnässt. Die Wiesen sind grün, Wildblumen blühen und die Luft duftet nach frischem Nadelwald. Der Nachteil? Einige höher gelegene Strecken (Tioga Road, Glacier Point Road) können noch wegen Schnee gesperrt sein.

September und Oktober sind meine zweite Wahl. Die Wasserfälle sind zwar oft ausgetrocknet (vor allem die Yosemite Falls sind im Oktober meist nur noch nasser Fels), aber die Menschenmassen verschwinden, das Wetter ist stabil und die Granitwände haben im Herbstlicht unglaubliche Farben. Außerdem ist die Tioga Road geöffnet und ihr könnt den Hochgebirgsteil des Parks erkunden.

Sommer (Juli–August) ist Hauptsaison. Alles ist geöffnet, aber das Yosemite Valley verwandelt sich in einen Zoo. Parkplätze sind bis 9 Uhr morgens voll, Shuttlebusse platzen aus allen Nähten und auf dem Mist Trail bilden sich Schlangen. Wenn ihr im Sommer kommen müsst, steht in der Dunkelheit auf — ernsthaft, um 6 Uhr morgens ist der Park eine komplett andere Welt.

Winter ist zauberhaft und dramatisch leer. El Capitan mit Schnee bedeckt, gefrorene Wasserfälle, Stille — aber die meisten Straßen (einschließlich Tioga Road und Glacier Point Road) sind gesperrt und zugänglich ist praktisch nur das Yosemite Valley über die Highway 140.

Reservierungssystem (wichtig!)

Seit 2020 gilt in der Sommersaison (meist April–Oktober) eine Pflichtreservierung für die Einfahrt in den Park. Ohne Reservierung werdet ihr am Eingangstor nicht reingelassen, auch nicht nachts. Die Reservierungen werden in zwei Wellen freigeschaltet:

  • Hauptwelle — die meisten Plätze werden im März für die gesamte Saison zur Reservierung freigegeben. Sie sind innerhalb von Minuten weg.
  • Tägliche Welle — eine kleinere Anzahl an Plätzen wird jeweils 2 Tage vorher um 7:00 Uhr pazifischer Zeit freigeschaltet.

Die Reservierung kostet 2 USD (~2 €) pro Auto und gilt für 3 aufeinanderfolgende Tage. Den Parkeintritt (35 USD) bezahlt ihr separat am Eingangstor. Behaltet die Website recreation.gov im Auge — und habt schnelle Finger. 😅

Wie man nach Yosemite kommt

Mit dem Auto von San Francisco — ca. 3,5–4 Stunden über die Highway 120 (Big Oak Flat Entrance) oder Highway 140 (Arch Rock Entrance). Die Highway 140 ist die landschaftlich schönste und bequemste Strecke und zudem ganzjährig geöffnet.

Mit dem Auto von Los Angeles — ca. 5 Stunden über die Highway 41 (South Entrance), die euch direkt zum Tunnel View bringt.

Von Las Vegas — ca. 7 Stunden. Lässt sich wunderbar mit dem Yellowstone und weiteren Parks auf einem epischen Roadtrip durch den Westen der USA kombinieren.

Ohne Auto — es gibt den YARTS-Bus von Merced und Fresno in den Park, aber ehrlich gesagt ist Yosemite ohne Auto sehr einschränkend. Ich empfehle, ein Auto zu mieten — wir haben mit Lukáš langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen.

💡 TIPP: Von Deutschland aus fliegt ihr am besten nach San Francisco oder Los Angeles — Direktflüge gibt es zum Beispiel mit Lufthansa von Frankfurt oder München. Frühzeitig gebucht bekommt ihr Hin- und Rückflug nach SF ab ca. 500–750 €.

💡 TIPP: Wenn ihr einen Roadtrip durch die kalifornischen und weiteren Nationalparks der USA plant, lest unsere Tipps zu den schönsten Orten in den USA — Yosemite ist nur einer von vielen Schätzen des amerikanischen Westens.

Wo übernachten in Yosemite und was kostet es

Die Unterkunft in Yosemite ist ein Kapitel für sich — und ehrlich gesagt der anspruchsvollste Teil der gesamten Reiseplanung. Im Park gibt es eine begrenzte Anzahl an Betten und Campingplätzen, und alles ist Monate (manchmal sogar ein Jahr!) im Voraus ausgebucht. Aber keine Panik, es gibt großartige Alternativen auch vor den Parktoren.

Unterkünfte direkt im Park

The Ahwahnee Hotel — ein ikonisches historisches Hotel mitten im Yosemite Valley. Monumentale Lobby, Kamine, Blick auf den Half Dome… und Preise um die 500–700 USD (~460–645 €) pro Nacht. Es ist ein Erlebnis, aber der Geldbeutel weint.

Yosemite Valley Lodge — eine etwas erschwinglichere Variante direkt im Tal, Preise um 250–350 USD (~230–320 €). Die Lage ist super — nur einen Steinwurf von den Yosemite Falls entfernt.

Curry Village (Half Dome Village) — Canvas-Zelthütten, die ein bisschen wie luxuriöses Camping sind. Ab ca. 150 USD (~138 €). Sie sind einfach, aber die Atmosphäre ist großartig — ihr schlaft mit Blick auf die Granitwände ein.

Campingplätze — im Park gibt es mehrere Campingplätze, von denen der beliebteste Upper Pines direkt im Tal ist. Preis ca. 26–36 USD (~24–33 €) pro Nacht. Reservierungen für den Sommer werden 5 Monate im Voraus auf recreation.gov freigeschaltet und sind buchstäblich in Sekunden weg. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals einen größeren Adrenalinschub am Computer hatte. 😅

Unterkünfte außerhalb des Parks

Falls ihr keine Reservierung im Park bekommt (was sehr wahrscheinlich ist), keine Sorge — die umliegenden Orte bieten jede Menge Möglichkeiten:

El Portal — am nächsten zum Park (ca. 10 Minuten vom Arch Rock Entrance). Ein kleines Dorf mit einigen Hotels und Ferienwohnungen. Preise ab ca. 150 USD pro Nacht.

Mariposa — etwa 45 Minuten vom Tal entfernt, aber hier gibt es mehr Restaurants, kleine Läden und Western-Vibes. Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis.

Groveland — auf der Route der Highway 120, ca. eine Stunde vom Park. Kleinere Auswahl, aber gemütliche Atmosphäre.

Buck Meadows und Midpines — kleine Gemeinden zwischen El Portal und Mariposa mit Hütten und Ferienwohnungen.

Was kostet ein Urlaub in Yosemite?

Ungefähres Budget für 3–4 Tage zu zweit (unsere typische Aufenthaltsdauer):

  • Eintritt: 35 USD (~32 €) pro Auto für 7 Tage, oder 80 USD (~74 €) für den Jahrespass für alle Parks
  • Unterkunft: 150–350 USD/Nacht (~138–320 €) im Hotel, 26–36 USD (~24–33 €) für den Campingplatz
  • Benzin: ca. 50–80 USD (~46–74 €) für den gesamten Aufenthalt (je nachdem, von wo ihr anreist)
  • Essen: 30–60 USD/Tag (~28–55 €) für zwei Personen, wenn ihr in den Parkrestaurants esst; deutlich günstiger, wenn ihr selbst kocht
  • Aktivitäten: Die meisten Trails und Viewpoints sind kostenlos. Die Half Dome-Genehmigung kostet 10 USD.

Insgesamt rechnet mit ca. 120–250 € pro Tag für zwei Personen, je nach Unterkunftsstandard. Wir haben in 4 Tagen rund 740 € zu zweit ausgegeben (Camping + Essen aus dem Laden + Restaurant zum Mittagessen), aber es geht auch günstiger, wenn ihr auf dem Campingkocher kocht und nicht jeden Tag den Vier-Dollar-Latte im Curry Village kauft. 😁

Yosemite Valley: 8 Orte, die ihr sehen müsst

Das Yosemite Valley ist das Herz des gesamten Parks — ein Gletschertal von etwa 12 Kilometern Länge, aus dem sich tausend Meter hohe Granitwände erheben, Wasserfälle herabstürzen und der Merced River ruhig durch die Wiesen mäandert. Die meisten Besucher verbringen ihre Zeit genau hier, und das ist kein Wunder — die Konzentration an Schönheit pro Quadratkilometer ist hier schlicht unfassbar. Schauen wir uns die besten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Yosemite Valley an.

1. Tunnel View — der Ausblick, der euch den Atem raubt

Klassischer Blick auf das Yosemite Valley vom Tunnel View
Foto: Chase Lindberg / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Tunnel View ist vermutlich der meistfotografierte Ort im gesamten Yosemite und ihr versteht sofort warum, sobald ihr aus dem Tunnel auf der Wawona Road herausfahrt. Vor euch öffnet sich das gesamte Yosemite Valley — links El Capitan, rechts Cathedral Rocks und Bridalveil Fall, im Hintergrund Half Dome und dahinter die Sierra Nevada, die sich bis ins Unendliche erstreckt.

Die beste Zeit für einen Besuch ist der späte Nachmittag, wenn die Sonne El Capitan beleuchtet und das Tal in goldenes Licht getaucht wird. Morgens gibt es Gegenlicht, dafür habt ihr die Chance auf Nebel, der aus dem Tal aufsteigt, was ebenfalls wunderschön ist.

Der Parkplatz ist klein und füllt sich im Sommer schnell, aber die Fluktuation ist hoch, da die meisten Leute nur ein Foto machen und weiterfahren. Steuert diesen Punkt gleich als ersten Stop an, wenn ihr von Süden anreist — einen besseren Empfang kann ich mir nicht vorstellen.

2. El Capitan — der größte Granitmonolith der Welt

Granitmonolith El Capitan in Yosemite
Foto: Roy Luck / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

El Capitan ist eine 900 Meter hohe senkrechte Granitwand, die sich am westlichen Ende des Tals wie ein riesiger Wächter erhebt. Es ist die berühmteste Kletterwand der Welt — genau hier kletterte Alex Honnold 2017 ohne Seil hinauf (ja, wir haben Free Solo gesehen, und ja, mir waren die ganzen Film über die Hände verschwitzt).

Den besten Blick auf El Capitan habt ihr von der El Capitan Meadow — der Parkplatz liegt direkt an der Hauptstraße im Tal. Nehmt ein Fernglas oder ein Teleobjektiv mit und sucht nach kleinen bunten Punkten an der Wand — das sind Kletterer, die teilweise mehrere Tage an der Wand verbringen. Sobald ihr sie entdeckt, wird euch die wahre Größe dieses monströsen Felsens schlagartig bewusst.

Abends und früh morgens ist El Capitan am schönsten — der Granit wechselt seine Farben von Rosa über Orange bis Violett. Wenn ihr im Februar hier seid, könnt ihr bei Sonnenuntergang das Phänomen Firefall erleben, bei dem die Sonne den Wasserfall Horsetail Fall so beleuchtet, dass er wie fließende Lava aussieht. Es ist atemberaubend, aber ziemlich unberechenbar (abhängig von Sonnenwinkel, Wasserführung und Wetter).

3. Yosemite Falls — der höchste Wasserfall Nordamerikas

Yosemite Falls, der hoechste Wasserfall Nordamerikas

Mit einer Gesamthöhe von 739 Metern (aufgeteilt in drei Stufen) gehören die Yosemite Falls zu den höchsten Wasserfällen der Welt und sind mit Abstand die höchsten in Nordamerika. Wenn sie im Mai und Juni in voller Kraft sind, hört man das Donnern von der anderen Seite des Tals.

Der Lower Yosemite Fall Trail ist ein leichter Spaziergang (ca. 1,6 km hin und zurück, ohne Höhenunterschied), der euch direkt zum Fuß der unteren Stufe des Wasserfalls bringt. Im Mai werdet ihr hier ordentlich nass — rechnet damit und lasst die Kamera im Etui, oder nehmt einen Regenschutz mit.

Für die Mutigeren gibt es den Upper Yosemite Fall Trail — einen brutalen Aufstieg mit über 800 Metern Höhenunterschied (ca. 12 km hin und zurück), der euch auf die Spitze des Wasserfalls bringt, mit Panoramablick auf das gesamte Tal. Rechnet mit einem ganzen Tag und jeder Menge Trinkwasser. Wir waren im Juni oben und dieser Ausblick… er war einfach jede Sekunde der schmerzenden Knie wert.

⚠️ Wichtig: Ab dem Spätsommer (August–Oktober) trocknen die Yosemite Falls oft komplett aus! Wenn ihr den Wasserfall in voller Pracht sehen wollt, kommt im Frühling.

4. Half Dome — die Ikone von Yosemite (und Adrenalin fürs Leben)

Blick auf Half Dome, Liberty Cap und Nevada Fall

Half Dome ist die ikonische Granitkuppel, die ihr auf jedem zweiten Bild aus Yosemite seht. Er sieht aus, als hätte ihn jemand mit einem riesigen Messer in der Mitte durchgeschnitten — und im Grunde ist das auch so, denn Gletscher haben seine Nordwestwand abgeschnitten.

Der Aufstieg auf den Half Dome ist eine der epischsten Wanderungen in den USA, aber Achtung — nicht für jeden geeignet. Die Strecke ist ca. 22–27 km lang (je nach Variante), mit über 1.400 Metern Höhenunterschied, und der letzte Abschnitt führt über die Granitwand mithilfe von stählernen Kabeln (Cables), an denen ihr euch buchstäblich über dem Abgrund hochzieht. Der gesamte Aufstieg dauert 10–14 Stunden.

Für den Aufstieg auf den Half Dome braucht ihr eine Genehmigung (Permit)! Ohne Permit werdet ihr an den Cables nicht vorbeigelassen, und die Strafen sind saftig (5.000 USD, also ca. 4.600 € — lieber nicht). Das Permit wird per Lotterie vergeben:

  • Vorauslotterie — Bewerbungen im März auf recreation.gov, Auslosung im April. Die Gewinnchance liegt bei ca. 30 %.
  • Tägliche Lotterie — Bewerbungen 2 Tage vorher, Auslosung am Vortag. Geringere Chancen, aber trotzdem realistisch.

Das Permit kostet gerade mal 10 USD (~9 €) — mit Abstand der günstigste Teil des ganzen Unternehmens. Das Gefühl auf dem Gipfel ist unbezahlbar. Lukáš sagte, es war die beste Wanderung seines Lebens. Ich sage, es war die beste Wanderung, bei der ich dachte, ich sterbe. 😅 Aber dieser Ausblick!

5. Mist Trail zu Vernal und Nevada Fall — der schönste Trail im Park

Vernal Fall mit Regenbogen auf dem beruehmten Mist Trail

Wenn ihr in Yosemite nur Zeit für eine einzige Wanderung habt, macht den Mist Trail. Punkt. Er ist meiner Meinung nach der schönste Trail im gesamten Park — und einer der schönsten, die ich je gelaufen bin.

Der Trail startet an den Happy Isles (Shuttle-Haltestelle Nr. 16) und führt entlang des Merced River zum Wasserfall Vernal Fall (97 m) und weiter zum Nevada Fall (181 m). Der Weg zum Vernal Fall ist ca. 4,8 km hin und zurück mit 300 Metern Höhenunterschied; wenn ihr zum Nevada Fall weitergeht, sind es ca. 8,8 km hin und zurück mit 600 Metern Höhenunterschied.

Warum „Mist“ Trail? Weil euch vom Frühling bis Frühsommer die Gischt des Vernal Fall komplett durchnässt. Und ich meine wirklich komplett — als wärt ihr in voller Kleidung unter die Dusche gesprungen. Es ist ein absolut großartiges und erfrischendes Erlebnis, aber schützt eure Elektronik! Ich habe Leute gesehen, die ihre Handys in Zip-Lock-Beutel gesteckt haben — empfehle ich.

Die Stufen zum Vernal Fall sind steil und rutschig (Granitstufen + Wassersprühnebel = nicht gerade die ideale Kombination), aber jeder halbwegs fitte Mensch schafft es. Auf dem Rückweg könnt ihr den John Muir Trail nehmen, der weniger steil ist und andere Ausblicke bietet.

💡 TIPP: Startet so früh wie möglich (idealerweise um 7:00 Uhr). Um 10:00 Uhr gibt es hier bereits Menschenschlangen und auf den Stufen schiebt man sich wie in der U-Bahn zur Stoßzeit.

6. Glacier Point — das beste Panorama, das ihr sehen werdet

Blick vom Glacier Point auf Half Dome und das Tal
Foto: Andy Witchger / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Glacier Point ist ein Aussichtspunkt 980 Meter über dem Yosemite Valley, von dem aus ihr Half Dome, Vernal und Nevada Fall, die Yosemite Falls, das gesamte Tal und im Hintergrund die Gipfel der High Sierra seht. Es ist einfach… überwältigend. Ich stand dort bestimmt 20 Minuten und konnte nicht weggehen.

Zum Glacier Point gelangt ihr mit dem Auto (ca. 45 Minuten vom Tal über die Glacier Point Road — geöffnet meist von Mai/Juni bis Oktober/November) oder zu Fuß über den Four Mile Trail vom Tal aus (ca. 7,7 km mit 975 Metern Höhenunterschied — ein ordentlicher Aufstieg, aber absolut wunderschön).

Die Glacier Point Road wurde nach dem Brand von 2022 saniert und ist jetzt in perfektem Zustand. Unterwegs gibt es mehrere weitere Aussichtspunkte — Washburn Point (direkt vor dem Ziel) bietet einen vielleicht sogar noch besseren Blick auf Half Dome und die Wasserfälle.

Der Sonnenuntergang vom Glacier Point ist legendär. Half Dome färbt sich rosa und unter euch gehen die Lichter im Tal an — es ist so romantisch, dass ich fast geweint hätte. Lukáš hat so getan, als wäre er nicht gerührt, aber ich hab’s ihm angesehen. 😁

⚠️ Im Winter ist die Glacier Point Road für Autos gesperrt, aber ihr könnt hierher auf Langlaufskiern oder Schneeschuhen gelangen (ca. 17 km vom Badger Pass).

7. Mirror Lake — ein ruhiger Spaziergang mit Half-Dome-Spiegelung

Mirror Lake mit der Spiegelung von Half Dome
Foto: Mike McBey / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Mirror Lake gehört zu den Orten, die weniger Besucher anziehen, dabei aber wunderschön sind. Es handelt sich um einen flachen See (eigentlich eher ein verbreiterter Abschnitt des Tenaya Creek), der im Frühling und Frühsommer den Half Dome perfekt auf der Wasseroberfläche spiegelt. Die Spiegelung ist so exakt, dass Fotos vom Mirror Lake wie Photoshop aussehen — sind sie aber nicht.

Die Mirror Lake Loop ist ein leichter Spaziergang von ca. 8 km auf ebenem Gelände, perfekt für den Abend oder für Familien mit Kindern. Von der Shuttle-Haltestelle Nr. 17 sind es etwa 1,5 km auf einem befestigten Weg zum See.

Der Haken? Ab dem Spätsommer trocknet Mirror Lake aus und es bleibt nur eine Sandfläche. Die beste Zeit ist Mai und Juni — der Wasserstand ist am höchsten und die Spiegelungen am schärfsten. Geht am besten früh morgens, wenn die Wasseroberfläche am ruhigsten ist.

8. Valley View und weitere Viewpoints im Tal

Neben dem Tunnel View hat das Yosemite Valley jede Menge weitere Aussichtspunkte, die weniger überlaufen und genauso schön sind:

Valley View — am westlichen Ende des Tals, Blick auf El Capitan und Bridalveil Fall gespiegelt im Merced River. Einer der besten Ausblicke im Park, und paradoxerweise fahren die meisten Leute einfach mit dem Auto daran vorbei.

Sentinel Bridge — von hier aus habt ihr den klassischen Blick auf Half Dome, gespiegelt im Fluss. Am schönsten bei Sonnenuntergang.

Cook’s Meadow — eine Wiese im Zentrum des Tals, auf der man sich wunderbar auf einer Decke niederlassen und die Aussicht auf die Yosemite Falls, Half Dome und die Royal Arches genießen kann. Hier versteht man, warum John Muir diesen Ort einen „Tempel der Natur“ nannte.

💡 TIPP: Das Yosemite Valley lässt sich bequem mit dem Fahrrad erkunden. Es gibt Leihstationen beim Curry Village und der Yosemite Valley Lodge — ca. 12 USD/Stunde (~11 €). Die Radwege führen durch das gesamte Tal und es ist die beste Art, den Staus und dem Parkplatz-Wahnsinn zu entkommen.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man im Yosemite National Park übernachten kann
5 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP WAHL ⭐ Luxury
The Ahwahnee Hotel
Ikonisches historisches Hotel direkt im Yosemite Valley. Monumentale Lobby, Kamine, Ausblicke auf Half Dome. Bestes Restaurant im Park (The Ahwahnee Dining Room) mit riesigem Speisesaal, Steinwänden und Blick auf die Royal Arches. Architektonisches Juwel.
★★★★ ab 500–700 USD/Nacht (~460–640 EUR)
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🏨 Hotel
Yosemite Valley Lodge
Eine etwas zugänglichere Variante direkt im Tal, unweit der Yosemite Falls. Hervorragende Lage zur Erkundung des Parks. Das Mountain Room Restaurant bietet Steaks, Fisch und saisonale Menüs.
★★★★ ab 250–350 USD/Nacht (~230–320 EUR)
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⛺ Camping
Curry Village (Half Dome Village)
Zelthütten aus Canvas, die etwas wie luxuriöseres Camping sind. Einfach, aber mit fantastischer Atmosphäre — Sie schlafen ein mit Blick auf die Granitwände. Mehrere Restaurants und Stände mit Pizza, Burgern, Sandwiches und Eis.
★★★★ ab 150 USD/Nacht (~140 EUR)
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⛺ Camping
Upper Pines
Beliebtester Campingplatz direkt im Yosemite Valley. Reservierungen für den Sommer öffnen 5 Monate im Voraus auf recreation.gov und sind innerhalb von Sekunden vergeben. Perfekte Lage zur Erkundung des Tals.
★★★★ ab 26–36 USD/Nacht (~24–33 EUR)
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Außerhalb des Tals: 5 Tipps rund um Yosemite

Das Yosemite Valley ist zwar die Hauptattraktion, aber der Park ist riesig — 3.000 km² Wildnis, in der hinter den Grenzen des Tals die Touristen praktisch verschwinden. Hier sind die Orte, wegen denen es sich lohnt, mehr als einen Tag in Yosemite zu verbringen.

9. Tioga Road — die schönste Bergstraße Kaliforniens

Kurvige Bergstrasse Tioga Road bei Daemmerung

Die Tioga Road (Highway 120) ist eine 60 km lange Straße, die den Park von West nach Ost über den Tioga Pass auf 3.031 m Höhe durchquert — den höchsten Gebirgspass für Autos in ganz Kalifornien. Und es ist eine der spektakulärsten Straßen, die ich je gefahren bin.

Unterwegs passiert ihr alpine Wiesen, kristallklare Seen, Granitkuppeln und High-Sierra-Panoramen. Die wichtigsten Stopps:

  • Olmsted Point — Blick auf die Rückseite des Half Dome und die umliegenden Granitkuppeln. Die meisten Menschen sehen den Half Dome nur von vorn, dieser Winkel ist ein völlig anderes Erlebnis.
  • Tenaya Lake — ein türkisfarbener Bergsee, in dem man schwimmen kann (wenn euch eisiges Wasser von ca. 15 °C im Sommer nicht stört 😅).
  • Tuolumne Meadows — eine riesige alpine Wiese auf 2.600 m Höhe, Ausgangspunkt für Dutzende Trails in die Wildnis. Hier beginnt das „andere Yosemite“ — weniger Menschen, mehr Bären.

⚠️ Die Tioga Road ist nur im Sommer geöffnet — normalerweise von Juni bis Oktober/November, je nach Schneelage. Überprüft vor der Abfahrt den aktuellen Status auf nps.gov/yose.

10. Mariposa Grove — unter Riesen

Riesenmammutbaeume im Hain Mariposa Grove
Foto: Dietmar Rabich / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Mariposa Grove ist ein Hain mit riesigen Mammutbäumen am südlichen Rand des Parks, in dem über 500 Bäume wachsen, darunter einige der größten lebenden Organismen der Erde. Der größte von ihnen, der Grizzly Giant, ist geschätzt 1.800 Jahre alt und hat einen Stammumfang von über 28 Metern.

Zum Hain gelangt ihr vom Parkplatz aus mit dem Shuttlebus (in der Saison, mit dem Auto kommt ihr nicht hin) oder zu Fuß (ca. 3 km). Im Hain selbst gibt es ein Wegenetz mit einer Gesamtlänge von ca. 11 km — von kurzen Spaziergängen bis zu längeren Rundwegen.

Hier steht auch der berühmte California Tunnel Tree — ein begehbarer Baum, durch den man tatsächlich hindurchgehen kann. Und der Fallen Monarch — ein umgestürzter Riese, dessen Stamm so riesig ist, dass im 19. Jahrhundert die amerikanische Kavallerie samt Pferden darin gewohnt hat (wirklich wahr).

Mariposa Grove ist am schönsten früh morgens, wenn die Menschenmassen noch nicht da sind und die Sonnenstrahlen zwischen den Stämmen hindurchdringen. Dieses Gefühl, neben einem Baum zu stehen, der hier bereits wuchs, als das Römische Reich unterging… das lässt sich nicht in Worte fassen.

11. Glacier Point Road: Taft Point und Sentinel Dome

Wenn ihr zum Glacier Point fahrt (Tipp Nr. 6), macht unterwegs einen Stopp an zwei weiteren großartigen Orten, die beide vom selben Parkplatz am Sentinel Dome/Taft Point Trailhead starten:

Taft Point — ein kurzer Trail (ca. 3,5 km hin und zurück) zu einem Aussichtspunkt am Rand eines 900-Meter-Abgrunds über dem Yosemite Valley. Es gibt kein Geländer. Gar keins. Ihr steht einfach an der Kante des Abgrunds und unter euch ist fast ein Kilometer Nichts. Lukáš hat sich auf den Bauch gelegt und über den Rand geschaut. Ich stand 3 Meter von der Kante entfernt und fand, das reicht völlig. 😅

Beim Taft Point gibt es auch die Fissures — tiefe Risse im Granitfels, durch die man Hunderte Meter in die Tiefe schaut. Falls ihr unter Höhenangst leidet, lasst es vielleicht lieber.

Sentinel Dome — in die entgegengesetzte Richtung vom selben Parkplatz, ca. 3,5 km hin und zurück. Ein Aufstieg auf eine kahle Granitkuppel mit 360°-Aussicht auf den gesamten Park. Einer der wenigen Orte, von denen aus man gleichzeitig El Capitan, Half Dome, die Yosemite Falls und die High Sierra sieht.

12. Hetch Hetchy — Yosemite ohne Touristen

Staudamm und Tal Hetch Hetchy in Yosemite
Foto: King of Hearts / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Hetch Hetchy ist ein Tal, von dem die meisten Yosemite-Besucher nicht einmal wissen — und das ist Pech und Glück zugleich. Ursprünglich sah es ähnlich aus wie das Yosemite Valley, aber Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier der O’Shaughnessy Dam gebaut und das Tal geflutet. Heute befindet sich hier ein See, aus dem ganz San Francisco sein Trinkwasser bezieht.

Trotz des Staudamms ist es hier wunderschön. Ein Trail über die Dammkrone und weiter am See entlang führt zu den Wasserfällen Wapama Falls und Tueeulala Falls (ca. 8 km hin und zurück, leichter Höhenunterschied). Im Frühling, wenn die Wasserfälle toben, ist der Weg bei den Wapama Falls überflutet und man watet stellenweise durchs Wasser — wasserdichte Schuhe sind ein Muss.

Hetch Hetchy ist ganzjährig zugänglich, aber das Tor ist nur tagsüber geöffnet. Hierher fährt kaum jemand — an einem ganzen Tag haben wir vielleicht 20 Touristen getroffen. Wenn ihr Yosemite in Ruhe erleben wollt, ist das euer Ort.

13. Wandertipps für Anfänger und Fortgeschrittene

Hochalpine Wiese Tuolumne Meadows unter dem Gipfel Cathedral Peak

Yosemite ist ein Wanderparadies — es gibt hier Hunderte Kilometer an Trails. Hier eine Übersicht der besten nach Schwierigkeitsgrad:

Für Anfänger und Familien:

  • Lower Yosemite Fall Loop (1,6 km, kein Höhenunterschied) — leichter Spaziergang zum Fuß des Wasserfalls
  • Mirror Lake Loop (8 km, kein Höhenunterschied) — ruhiger Spaziergang um den See
  • Bridalveil Fall Trail (0,8 km, leichter Höhenunterschied) — kurzer Weg zu einem Wasserfall, der vom Wind in alle Richtungen geweht wird (tolle Fotos, nasse Klamotten)
  • Valley View/Sentinel Bridge — Spaziergang durchs Tal mit Ausblicken

Mittlerer Schwierigkeitsgrad:

  • Mist Trail zum Vernal Fall (4,8 km, 300 m Höhenunterschied) — der schönste Trail im Park (Tipp Nr. 5)
  • Mist Trail zum Nevada Fall (8,8 km, 600 m Höhenunterschied) — verlängerte Version
  • Sentinel Dome (3,5 km, 120 m Höhenunterschied) — leichter Aufstieg, epische Aussicht
  • North Dome Trail (14 km, 460 m Höhenunterschied) — Blick auf den Half Dome aus einem anderen Winkel

Für Erfahrene:

  • Four Mile Trail (15,2 km hin und zurück, 975 m Höhenunterschied) — Aufstieg zum Glacier Point
  • Upper Yosemite Fall Trail (11,6 km, 820 m Höhenunterschied) — auf die Spitze des höchsten Wasserfalls
  • Half Dome (22–27 km, 1.400 m Höhenunterschied) — ganztägiges Abenteuer mit Permit (Tipp Nr. 4)
  • Clouds Rest (22,5 km, 550 m Höhenunterschied von der Tioga Road) — höher als Half Dome, ohne Permit

Für längere Touren vergesst nicht genügend Wasser (mindestens 2–3 Liter), Proviant, Sonnencreme und Kleidungsschichten — das Wetter kann sich in den Bergen schnell ändern. Und gute Wanderschuhe sind das A und O — auf den Granitstufen des Mist Trails wollt ihr das wirklich nicht in Turnschuhen versuchen.

Essen und Trinken in Yosemite

Ich sage es mal ganz ehrlich: Yosemite ist kein kulinarisches Paradies. 😅 Ihr seid mitten in der Wildnis der Sierra Nevada und die Restaurantauswahl entspricht der Tatsache, dass sämtliche Versorgung über Bergstraßen herangefahren werden muss. Aber man überlebt es — und an manchen Stellen sogar ziemlich gut.

Restaurants im Park

The Ahwahnee Dining Room — das beste Restaurant im Park, sowohl von der Essensqualität als auch von der Atmosphäre her. Ein riesiger Speisesaal mit Holzbalken, Steinwänden und Blick auf die Royal Arches. Hauptgerichte ca. 30–50 USD (~28–46 €). Reservierung fürs Abendessen nötig. Auch wenn ihr hier nicht essen wollt, schaut euch zumindest das Gebäude an — es ist ein architektonisches Juwel.

Mountain Room Restaurant (Yosemite Valley Lodge) — Steak, Fisch, saisonales Menü. Freundlichere Preise als das Ahwahnee, solide Qualität. Hauptgerichte 20–40 USD.

Curry Village — mehrere Imbisse und Stände mit Pizza, Burgern, Sandwiches und Eis. Schnell, günstig (für Parkverhältnisse), unkompliziert. Die Pizza ist überraschend gut.

Degnan’s Kitchen (Yosemite Village) — Sandwiches, Salate, Suppen. Gut für ein schnelles Mittagessen.

Selbst kochen

Wenn ihr campt oder sparen wollt, kocht selbst. Im Yosemite Village gibt es ein Lebensmittelgeschäft (Village Store), in dem ihr Grundnahrungsmittel bekommt, allerdings zu Parkpreisen (rechnet mit einem Aufschlag von 30–50 % gegenüber normalen Geschäften).

💡 TIPP: Kauft eure Vorräte VOR der Einfahrt in den Park ein — in El Portal, Mariposa oder Groveland gibt es normale Supermärkte mit regulären Preisen.

⚠️ BÄREN: Sämtliche Lebensmittel (und alles, was riecht — Zahnpasta, Deodorant, Essensverpackungen) MÜSSEN in Bear Boxes oder Bear Canisters aufbewahrt werden. Nicht im Zelt, nicht im Auto. Bären können Autotüren öffnen — wirklich, sie haben es gelernt. Die Regeln sind streng und die Bußgelder ebenfalls. Jeder Campingplatz und Parkplatz hat metallene Bear Boxes, also nutzt sie bitte.

Praktische Tipps zum Schluss

Was einpacken

Für Yosemite braucht ihr Kleidung im Zwiebelprinzip — morgens im Tal können es 10 °C sein, nachmittags 30 °C, und am Glacier Point weht es ordentlich. Basis sind gute Wanderschuhe, schnell trocknende Kleidung und eine Regenjacke (sowohl wegen der Wasserfälle als auch wegen gelegentlicher Gewitter). Ausführlich behandeln wir das Thema in unserem Artikel Packen fürs Handgepäck.

Empfang und Internet

Im Yosemite Valley ist der Empfang minimal bis nicht vorhanden. WLAN gibt es in einigen Hotels (Ahwahnee, Yosemite Valley Lodge), aber verlasst euch nicht darauf. Ladet euch Offline-Karten herunter (Google Maps, Maps.me oder AllTrails) noch bevor ihr ankommt. Wenn ihr aus Europa anreist, empfehle ich eine eSIM — dazu habe ich eine ausführliche Holafly-Review geschrieben.

Günstige Flüge und Versicherung

Günstige Flüge nach San Francisco oder Los Angeles findet ihr auf Kiwi oder über Vergleichsportale wie Skyscanner. Von Frankfurt oder München gibt es Direktflüge mit Lufthansa — frühzeitig gebucht bekommt ihr Hin- und Rückflüge nach SF ab ca. 500–750 €.

Für einen Urlaub in den USA solltet ihr auf keinen Fall die Reiseversicherung vergessen — amerikanische Krankenhäuser sind berühmt-berüchtigt teuer. Mehr über Reiseversicherungen schreiben wir in unserer SafetyWing-Review.

Mietwagen

Ohne Auto ist Yosemite ziemlich einschränkend. Mietet euch am besten einen Wagen direkt am Flughafen in San Francisco — wir haben mit Lukáš langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen.

Tiere im Park

In Yosemite leben Schwarzbären, Hirsche, Kojoten und gelegentlich auch Berglöwen (Pumas). Begegnungen mit Bären sind relativ häufig — wir haben in 4 Tagen zwei gesehen. Es sind neugierige Tiere, aber wenn ihr die Regeln beachtet (kein Essen im Rucksack auf dem Trail, Lebensmittel in Bear Boxes aufbewahren, auf dem Weg Lärm machen), müsst ihr keine Angst haben. Wenn ihr einem Bären begegnet, sprecht ruhig und normal und entfernt euch langsam. Rennt NIEMALS weg.

Tipps, um den Menschenmassen zu entkommen

Yosemite wird von über 4 Millionen Menschen pro Jahr besucht, und die allermeisten kommen im Sommer und die allermeisten verlassen das Yosemite Valley nicht. Hier ein paar bewährte Tricks, wie ihr den Park ohne Menschenmassen genießen könnt:

14. Steht im Dunkeln auf

Das ist kein Witz. Zwischen 6:00 und 9:00 Uhr morgens ist der Park eine völlig andere Welt. Die Parkplätze sind leer, die Trails ruhig, das Licht ist am schönsten und die Tiere am aktivsten. Um 10:00 Uhr kommen die Tagesausflügler und es füllt sich. Zur Mittagszeit gibt es auf den Haupttrails Schlangen.

Wir sind um 5:30 Uhr aufgestanden und waren um 6:15 Uhr am Trailhead des Mist Trail. Wir wanderten komplett allein. Als wir gegen 10:00 Uhr zurückkamen, kamen uns Hunderte von Leuten entgegen, die gerade erst hochgingen. Der Unterschied ist gewaltig.

15. Erkundet Orte außerhalb des Tals

Granitkuppeln im Hochgebirge von Yosemite bei der Tioga Road

Hetch Hetchy (Tipp Nr. 12), Tuolumne Meadows, Tioga Road (Tipp Nr. 9) — außerhalb des Yosemite Valley befindet sich nur ein Bruchteil der Besucher und die Natur ist genauso (wenn nicht sogar noch mehr) atemberaubend. Wenn ihr mehr als 2 Tage im Park habt, widmet mindestens einen Tag der Erkundung der Gebiete außerhalb des Tals.

Noch ein Tipp: Wanderungen von weniger populären Trailheads. Der North Dome Trail von der Tioga Road, der Pohono Trail vom Glacier Point oder alles von Hetch Hetchy aus — auf diesen Strecken habt ihr Yosemite praktisch für euch allein.

FAQ — Häufig gestellte Fragen zu Yosemite

Wie viele Tage braucht man für Yosemite?

Mindestens 2 volle Tage — einen für das Yosemite Valley (Mist Trail, Wasserfälle, El Capitan) und einen für den Glacier Point und die Umgebung. Ideal sind 3–4 Tage, die euch auch Zeit für die Tioga Road, Mariposa Grove oder Hetch Hetchy geben. Für den Half Dome rechnet einen ganzen zusätzlichen Tag ein. Wir haben dort 4 Tage verbracht und sind mit dem Gefühl abgereist, nicht einmal die Hälfte gesehen zu haben.

Brauche ich eine Reservierung für Yosemite?

In der Sommersaison (meist April–Oktober) ja, ihr braucht eine Reservierung für die Einfahrt mit dem Auto. Ohne Reservierung kommt ihr nicht rein. Die Reservierungen werden auf recreation.gov freigeschaltet — Hauptwelle im März, tägliche Welle 2 Tage vorher. Im Winter braucht ihr keine Reservierung.

Wie ist das Yosemite Valley entstanden?

Das Yosemite Valley wurde von Gletschern während mehrerer Eiszeiten in den letzten Millionen Jahren geformt. Die Gletscher haben ein tiefes U-förmiges Tal in das Granitmassiv der Sierra Nevada gegraben. Granitmonolithe wie El Capitan und Half Dome bestehen aus widerstandsfähigerem Gestein, das die Gletscher nicht abtragen konnten. Nach dem Rückzug der Gletscher füllte sich das Tal mit einem See, der nach und nach durch Sedimente verlandet wurde — so entstand der heutige flache Talboden mit dem Merced River.

Ist Yosemite der älteste Nationalpark der Welt?

Nein — der älteste Nationalpark der Welt ist der Yellowstone, gegründet 1872. Das Yosemite Valley wurde erstmals 1864 unter Schutz gestellt (Yosemite Grant), erhielt aber den Status als Nationalpark erst 1890. Beide Parks lassen sich wunderbar auf einem Roadtrip kombinieren — zu Yellowstone haben wir einen ausführlichen Reiseführer.

Ist Yosemite der größte Nationalpark der USA?

Nein, bei Weitem nicht. Der größte ist Wrangell–St. Elias in Alaska mit einer Fläche von über 33.000 km² — das ist größer als ganz Belgien. Yosemite hat „nur“ 3.083 km², aber auch das ist riesig. In 4 Tagen schafft man definitiv nicht alles.

Gibt es in Yosemite gefährliche Tiere?

Im Park leben Schwarzbären, aber Angriffe auf Menschen sind extrem selten. Beachtet die Regeln — bewahrt Essen in Bear Boxes auf, füttert niemals Bären und haltet Abstand. Ein größeres Risiko sind ehrlich gesagt rutschige Felsen bei Wasserfällen und die Unterschätzung der Schwierigkeit von Trails — jährlich sterben hier leider etwa 12–15 Menschen, meist durch Stürze und Ertrinken.

Darf ich mit Hund nach Yosemite?

Ja, aber sehr eingeschränkt. Hunde dürfen nur auf befestigten Wegen, Straßen und auf Campingplätzen mitgenommen werden — auf Trails, in die Wildnis und in Shuttlebusse ist der Zugang mit Hunden verboten. Wenn ihr mit Hund reist, plant im Voraus — die meisten Hauptattraktionen könnt ihr mit ihm nicht besuchen.

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Geheimes Paris: 30 Hidden Gems abseits der Touristenmassen

TL;DRDas versteckte Paris steckt in 30 konkreten Tipps für Orte abseits der Touristenpfade: überdachte Passagen wie die Galerie Vivienne, die Passage Jouffroy oder die Passage des Panoramas im 2. und 9. Arrondissement, ruhige Gärten wie der Square du Vert-Galant und der Jardin Catherine-Labouré, die bunten Gassen Rue Crémieux und Villa Léandre sowie kostenlose Ausblicke von den Dachterrassen der Galeries Lafayette oder des Institut du Monde Arabe. Die besten Monate für ruhige Entdeckungstouren sind Mai, September und Oktober bei Temperaturen um 20 Grad – im August solltest du wegen geschlossener Geschäfte und Hitze eher fernbleiben. Der Eintritt zu den meisten Orten ist kostenlos, eine Ausnahme sind etwa die Katakomben für 29 € (725 Kč), für die du genau 7 Tage vorher online buchen musst. Der Beitrag liefert außerdem praktische Tipps zu Verkehrsmitteln, zum Essen ohne Touristenaufschlag und Warnungen vor Straßenbetrügern.

Wenn man an Paris denkt, fallen den meisten sofort endlose Schlangen, überfüllte Boulevards und der aussichtslose Kampf um einen freien Stuhl in einem überteuerten Café ein. So ging es mir auch immer – bis zu unserem letzten Besuch. Erst als wir das geheime Paris mit Lukáš gemeinsam erkundeten, haben wir begriffen, dass die Stadt an der Seine noch eine zweite, viel stillere und intimere Seite hat. Man muss nur um die richtige Ecke biegen, durch einen unscheinbaren Durchgang gehen oder eine verstaubte Steintreppe unter Straßenniveau hinabsteigen – und schon befindet man sich in einer Welt, über die gewöhnliche Reiseführer hartnäckig schweigen.

Mit dem kleinen Jonáš im Kinderwagen wurde die Suche nach diesen stillen Oasen für uns zur puren Überlebensnotwendigkeit. Wenn die Stadt langsam erwacht, aus den Eckbäckereien der Duft von heißer Butter strömt und man auf einer Bank in einem kleinen Innenhof sitzt, wo nur das gedämpfte Rauschen des fernen Verkehrs zu hören ist – genau das ist der Moment, in dem man sich Hals über Kopf in diese Stadt verliebt. Niemand drängt einen irgendwohin, niemand versucht einem überteuerte Plastik-Souvenirs aufzuschwatzen. Nur du, ein Becher mit gutem Kaffee und eine alte, efeuberankte Steinmauer.

Dieses Jahr ist zudem ideal zum Entdecken. Nach dem olympischen Trubel haben die Straßen zu neuem Leben gefunden. Die berühmte Kathedrale Notre-Dame erstrahlt nach langer Renovierung endlich in neuem Glanz, während das ikonische Centre Pompidou sich hingegen in einen fünfjährigen Winterschlaf verabschiedet hat. Im Sommer wird man zudem nach hundert Jahren erstmals wieder offiziell direkt im Fluss schwimmen können. Und für mich als Vegetarierin kam eine riesige Nachricht: Das legendäre Restaurant Arpège ist auf ein rein pflanzliches Menü umgestiegen. Alles verändert und entwickelt sich, aber die alten, verborgenen Gässchen bleiben wie vor hundert Jahren.

Zu jedem Ort habe ich genaue Preise, Verkehrsanbindungen und ein paar ehrliche Warnungen vor Fallen hinzugefügt – weil ich selbst einige davon am eigenen Leib erfahren musste. 😅 Hoffentlich erspart euch das unnötigen Stress.

Zusammenfassung

Blühende Kletterrosen an blauen französischen Fenstern in einer Pariser Straße
  • Kostenlose Aussichten: Tauscht den teuren Aufstieg auf den stählernen Wahrzeichen der Stadt gegen die Dachterrassen der Kaufhäuser Galeries Lafayette oder Printemps – dort habt ihr den besten Ausblick völlig kostenlos.
  • Überdachte Passagen: Besucht die historischen überdachten Passagen im 2. und 9. Arrondissement. Es sind architektonische Schätze aus dem 19. Jahrhundert, in denen man sich wunderbar vor Regen und Menschenmassen verstecken kann.
  • Wo essen: Meidet die Restaurants an den Hauptplätzen von Montmartre. Das sind überteuerte Touristenfallen – sucht lieber kleine Lokale im Viertel Le Marais oder am Canal Saint-Martin.
  • Katakomben: Die Katakomben unter dem Place Denfert-Rochereau sind faszinierend, aber Tickets müssen genau 7 Tage im Voraus online gekauft werden – sonst habt ihr keine Chance hineinzukommen.
  • Ruhe für den Kinderwagen: Wer absolute Stille zum Einschlafen des Kindes im Kinderwagen sucht, findet sie in kleinen Gärten wie dem Square du Vert-Galant auf der Spitze der Île de la Cité oder im geheimen Garten des Hôtel de Sully.
  • Vorsicht vor Betrügern: Lasst euch nicht von Straßenbetrügern reinlegen. Ignoriert Leute mit falschen Petitionen an Sehenswürdigkeiten und jeden, der euch unter der Basilika Sacré-Cœur Freundschaftsarmbänder knüpfen will.
  • Notre-Dame kostenlos: Der Eintritt in die wiedereröffnete Notre-Dame ist kostenlos. Kauft keine gefälschten Tickets von Schwarzhändlern auf der Straße.
  • Petite Ceinture: Die ehemalige Bahnstrecke Petite Ceinture bietet einen großartigen Spaziergang durch wilde Natur mitten in der Stadt – mit Kinderwagen aber wegen des schlechten Untergrunds lieber meiden.
  • Die Bonjour-Regel: Lernt die wichtigste Etikette-Regel: Jedes Betreten eines Geschäfts oder Cafés muss mit einem deutlichen „Bonjour“ beginnen – sonst werdet ihr von den Einheimischen ignoriert.
  • Tschechische Spuren: Erkundet die tschechoslowakische Spur auf dem Friedhof Père-Lachaise, wo der Schriftsteller Milan Kundera ruht, oder sucht die alten Ateliers des Malers František Kupka.
Neoklassische Gartenpergola mit ornamentalem Gitterwerk und Bronzevasen

Wann nach Paris reisen: Wetter, Saisons und Veranstaltungskalender 2026

Den richtigen Zeitpunkt zu wählen, ist für das Entdecken versteckter Ecken absolut entscheidend. Die Stadt verändert mit jeder Jahreszeit ihren Charakter, und was im Mai ein romantischer Spaziergang ist, kann sich im August in einen Überlebenskampf auf glühendem Asphalt verwandeln. Lukáš und ich achten penibel auf die Reisetermine, um den schlimmsten Extremen auszuweichen und die echte lokale Atmosphäre zu genießen.

Beste Monate für entspanntes Entdecken

Historischer Pariser Platz mit Sonnenschirmen eines Cafés und klassischer Architektur

Frühling und Herbst sind für uns absolute Pflicht, und wir haben es noch nie bereut. Den Mai halte ich für den visuell schönsten Monat des Jahres. Die Bäume blühen, die Tage werden länger und man kann schon im leichten Pullover in den Parks sitzen. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 20 Grad. Genauso großartig sind September und Oktober. Die Zeit nach den Ferien bringt frische Energie in die Straßen, die Einheimischen kehren aus dem Urlaub zurück und die Türen aller kleinen Bistros, die über den Sommer geschlossen waren, öffnen sich wieder. Eine Windjacke muss im Oktober zwar in den Rucksack, aber die Farben des fallenden Laubs in den kleinen Gärten machen das mehr als wett.

Zeiten, die ihr besser meiden solltet

Traditionelles Pariser Café Palais Royal mit weinroter Markise in der Rue Valois

Wenn es irgend möglich ist, streicht den August aus euren Plänen. Die Einheimischen fliehen in diesem Monat massenhaft ans Meer und die Stadt leert sich zwar etwas, aber an vielen der besten unabhängigen Cafés und Bäckereien hängt ein Schild mit „Fermeture annuelle“. Man ist dann auf Lokale angewiesen, die hauptsächlich für Touristen gemacht sind. Dazu strahlt der Asphalt unangenehme Hitze aus. Vorsicht auch am Wochenende um den 12. April 2026, wenn der große Marathon stattfindet und der Oberflächenverkehr im Zentrum praktisch zum Erliegen kommt. Wir meiden auch die Wochen um den Februar-/März-Wechsel wegen der Fashion Weeks, wenn die Übernachtungspreise in absurde Höhen schießen.

Veranstaltungskalender 2026 für euren Reiseplan

Pariser Platz mit monumentaler Statue und klassizistischen Palästen

Das Jahr 2026 steckt voller Veranstaltungen, die eure Pläne angenehm bereichern oder auch durcheinanderbringen können. März und April locken mit der ersten Frühlingssonne, wobei am 1. April regelmäßig die berühmten Gärten von Monet im nahen Giverny öffnen. Im Sommer erwartet uns eine große Neuheit: Während der Monate Juli und August werden nach hundert Jahren erstmals wieder offizielle Badezonen direkt in der Seine eröffnet.

Eine wichtige Warnung gilt für den Herbsttermin 19. und 20. September 2026. An diesem Wochenende finden die Europäischen Tage des Denkmals statt. Zwar öffnen normalerweise unzugängliche Regierungspaläste und Innenhöfe ihre Türen, aber die besagten Gärten in Giverny sind an diesen beiden Tagen ausnahmsweise und strikt geschlossen. Das Jahresende wird dann traditionell von Weihnachtsmärkten dominiert, die zwar wunderschön sind, aber von ruhigem Entdecken ohne Menschenmassen kann man im Dezember nur träumen.

Ländlicher Hof mit altem Kessel auf Steinsockel und einem Kaninchen auf dem Boden

Wo übernachten in Paris: Sichere Viertel und konkrete Hotels

Die Wahl des Viertels beeinflusst das gesamte Paris-Erlebnis und euer Budget entscheidend. Paris ist in zwanzig Arrondissements eingeteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn entfalten. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden ist fast unmöglich, aber wenn man weiß, wo man suchen muss, lässt sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit finden.

Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen großen Bogen um die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Bahnhof Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Wir sind dort einmal mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet – und das will man mit einem Zweijährigen definitiv nicht wiederholen. 😅 

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutiquehotel in Boulogne-Billancourt (buchen könnt ihr es hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber in dem man sich innerhalb der ersten Stunden verliebt.

Futuristische geodätische Kuppel mit Blumendekoration und Stühlen im Inneren

Überdachte Passagen: Zeitreise unter Glasdächern

Lange bevor die Menschheit klimatisierte Rieseneinkaufszentren erfand, in denen man sich selbst ohne Kinder verirrt, baute sich die hiesige Oberschicht überdachte Passagen. Im neunzehnten Jahrhundert gab es davon über hundert Stück – sie dienten als luxuriöser Schutz vor Straßenschlamm, Regen und Abwasser. Heute sind nur noch eine Handvoll übrig, die meisten am rechten Seine-Ufer. Glasdächer, alte Mosaikböden und stille Cafés ziehen euch sofort in eine andere Ära. Mit dem Kinderwagen fährt es sich hier zudem fantastisch, weil alles eben ist und kein Wind weht.

Galerie Vivienne

Vater mit kleinem Kind in einem historischen Arkadenhof neben einer klassischen Statue

Dies ist die unangefochtene Königin aller Passagen. Sie wurde in den 1820er Jahren erbaut und verkörpert pure Eleganz. Sobald man den unglaublichen originalen Mosaikboden und die kunstvollen Bögen sieht, versteht man sofort, warum die Galerie Vivienne einen solchen Ruf genießt.

Bei unserem ersten Besuch hat uns das weiche Licht völlig umgehauen. Hier findet man Antiquitätenläden, teure Boutiquen und eine gemütliche Teestube. Das Licht fällt durch das Glasdach in so sanften Winkeln, dass selbst ein normales Handyfoto wie aus einem Kunstkatalog aussieht. Und mit dem Kinderwagen gleitet man hier wie auf Butter.

  • Adresse: 4 Rue des Petits Champs, 2. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 8:30 bis 20:30 Uhr
  • Anfahrt: Metro Linie 3 (Station Bourse)

💡 Insider-Tipp: Gleich am Eingang befindet sich die alte Buchhandlung Librairie Jousseaume, die hier seit der Eröffnung der Passage existiert. Es gibt wunderschöne alte Drucke und Postkarten – ein deutlich besseres Souvenir als Plastikanhänger von der Straße.

Passage Jouffroy

Klassizistisches Gebäude in Versailles mit Orangenbaum in grünem Kübel

Diese Passage schlägt einem gleich an der Tür mit dem typischen Duft von altem Holz und Papier entgegen. Sie wurde 1846 erbaut und nutzte als erste in der Stadt eine Fußbodenheizung. Hier befindet sich ein berühmtes altes Hotel sowie der Hintereingang zum Wachsfigurenmuseum.

Es gibt jede Menge kleine Läden mit Spielzeug, alten Spazierstöcken und unglaublich detaillierten Puppenhäusern. Jonáš kann an den Schaufenstern mit den Holzeisenbahnen minutenlang stehen bleiben – für uns ist das der perfekte Halt für etwas Familienruhe.

  • Adresse: 10-12 Boulevard Montmartre, 9. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 7:00 bis 21:30 Uhr
  • Anfahrt: Metro Linie 8 oder 9 (Station Grands Boulevards)

💡 Insider-Tipp: In der Mitte der Passage findet ihr die kleine Konditorei Le Valentin. Dort gibt es fantastische traditionelle Obstkuchen und ein paar Tischchen, an denen man sich ausruhen kann, während es draußen regnet.

Passage des Panoramas

Klassizistische Fassade mit korinthischen Säulen und grüner Kuppel

Wenn man aus der vorherigen Passage kommt und nur die Straße überquert, schlüpft man direkt in die älteste der Stadt. Sie stammt aus dem Jahr 1799 und ist ein absolutes Paradies für Philatelisten und Münzsammler. Wir kommen hierher gerne einfach nur zur visuellen Erkundung der faszinierenden Geschichte – der Ort strahlt einen besonderen Zauber aus.

Die Schaufenster quellen über vor historischen Postkarten und Briefmarken. Im Unterschied zu ihren eleganteren Schwestern ist diese Passage etwas rauer, dunkler und voller kleiner asiatischer Bistros und traditioneller französischer Restaurants, in denen Büroangestellte aus der Umgebung zu Mittag essen.

  • Adresse: 11 Boulevard Montmartre, 2. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 6:00 bis 24:00 Uhr
  • Anfahrt: Metro Linie 8 oder 9 (Station Grands Boulevards)

💡 Insider-Tipp: Wer fleischloses Essen mag, findet hier einen kleinen Laden, der sich auf vegetarische und vegane asiatische Teigtaschen spezialisiert hat. Zur Mittagszeit bildet sich zwar eine Schlange, aber sie bewegt sich sehr schnell.

Passage du Grand-Cerf

Eleganter Blumenladen Camelia blanc mit gelben Blüten und Palmen im Zentrum von Paris

Dieser Ort rühmt sich mit dem höchsten Glasdach aller erhaltenen Passagen. Es misst fast zwölf Meter und sorgt für eine unglaubliche Menge an Tageslicht. Der Raum wirkt sehr luftig und leicht – wir flüchten hierher besonders gern an heißen Sommertagen.

Statt klassischer Souvenirs findet man hier Werkstätten unabhängiger Schmuckdesigner, Stoffhändler und Geschäfte mit handgefertigten Möbeln. Es ist ein sehr ruhiger und inspirierender Ort, an dem wir einfach spazieren gehen, wenn wir dem Trubel der Großstadt entfliehen wollen.

  • Adresse: 145 Rue Saint-Denis, 2. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Montag bis Samstag 8:30 bis 20:30 Uhr (sonntags geschlossen)
  • Anfahrt: Metro Linie 4 (Station Étienne Marcel)

💡 Insider-Tipp: Achtet auf die Details an den Beschlägen der Schaufenster und die alten Holzschilder. Es sind Originale aus dem neunzehnten Jahrhundert, die alle historischen Turbulenzen überstanden haben.

Galerie Véro-Dodat

Grüner Laden Palais des Thés in einer Pariser Straße mit Blumen

Diese Passage liegt nur einen Steinwurf vom berühmten Kunstmuseum entfernt, aber die meisten Touristen laufen komplett daran vorbei. Sie wurde 1826 eröffnet und besticht durch ihren wunderschönen neoklassizistischen Stil. Der Boden besteht aus einem auffälligen Schwarz-Weiß-Muster, das eine interessante optische Täuschung erzeugt und den Raum optisch verlängert.

Heute sind hier sehr hochpreisige Mode- und Antiquitätenboutiquen ansässig. Selbst wenn man sich hier wahrscheinlich nichts kauft, lohnt sich ein Besuch allein wegen der atemberaubenden Architektur und der Stille, die hier herrscht, während nebenan am Louvre die Massen strömen.

  • Adresse: 19 Rue Jean-Jacques Rousseau, 1. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Montag bis Samstag 7:00 bis 22:00 Uhr (sonntags geschlossen)
  • Anfahrt: Metro Linie 1 (Station Palais Royal – Musée du Louvre)

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr an den Eingängen nach oben schaut, entdeckt ihr wunderschöne mythologische Fresken, die erst kürzlich sorgfältig restauriert wurden. Die meisten Besucher laufen mit dem Blick auf die Schaufenster gerichtet durch und verpassen dieses Detail.

Passage Brady

Pariser Straße mit historischem grünem Laden und roten Türen umgeben von Blumen

Wollt ihr kurz den Kontinent wechseln, ohne ein Flugticket zu kaufen? Dann auf ins 10. Arrondissement. Diese Passage ist das pulsierende Zentrum der indischen und pakistanischen Community, in dem man sich zuverlässig von der klassischen Pariser Realität abkoppelt.

Hier schlagen einem die intensiven Düfte von Curry, Kardamom und Räucherstäbchen entgegen. Dutzende kleine Restaurants, Stoffläden und Friseursalons reihen sich aneinander. Es ist hier deutlich belebter als in den anderen Passagen, aber die authentische Atmosphäre ist das bisschen Gewusel definitiv wert – besonders wenn einem nach etwas Würzigerem zumute ist.

  • Adresse: 43 Rue du Faubourg Saint-Martin, 10. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 9:30 bis 23:30 Uhr
  • Anfahrt: Metro Linie 4 (Station Château d’Eau)

💡 Insider-Tipp: Kommt zur Mittagszeit für ein traditionelles Naan-Brot, gefüllt mit Käse und Knoblauch. Es ist günstig, wird frisch vor euren Augen zubereitet und stillt zuverlässig den kleinen Hunger beim Stadtbummel.

Enge Pariser Straße mit klassischen Gebäuden und dem gotischen Turm von Notre-Dame im Hintergrund

Versteckte Gärten und Parks: Oasen der Stille mitten im Beton

Wenn das Kleinkind genug von Sehenswürdigkeiten hat und man dringend eine Bank braucht, um in Ruhe einen Kaffee zu trinken, kann die Stadt versteckte Inseln absoluter Ruhe bieten. Auf normalen Karten sind es nur grüne Punkte, aber für erschöpfte Eltern sind sie die Rettung. Man muss nur wissen, in welchen unscheinbaren Durchgang man abbiegen muss.

Square du Vert-Galant

Pariser Laden mit bunten Symbolen in einem Haussmann-Gebäude

Dieser kleine Park liegt direkt auf der Spitze der Île de la Cité, nur unweit der berühmten Kathedrale. Die meisten Leute bleiben oben bei der Reiterstatue auf der Brücke stehen – steigt aber die schmale Steintreppe hinunter zum Wasser, wo sich das schönste Grün vor euch entfaltet.

Man entdeckt eine kleine, baumschattige Landspitze, wo der Fluss fast an den Füßen plätschert. Hier wachsen alte Trauerweiden und es ist der perfekte Ort für ein stilles Picknick mit Baguette und Käse, während langsam die Ausflugsboote vorbeigleiten. Wir lieben diesen Ort einfach.

  • Adresse: 15 Place du Pont Neuf, 1. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 8:00 Uhr bis Sonnenuntergang
  • Anfahrt: Metro Linie 7 (Station Pont Neuf)

💡 Insider-Tipp: Die Treppe hinunter ist nicht barrierefrei, mit Kinderwagen braucht man also zwei Personen. Unten erwartet euch aber ebener Sanduntergrund, auf dem Kinder sicher herumtollen können.

Hôtel de Sully und sein geheimer Garten

Blonde Frau im beigen Blazer sitzt an einem lila Tisch in einem grünen Garten

Im Viertel Marais, das am Wochenende aus allen Nähten platzt, verbirgt sich ein wunderschöner geheimer Garten. Man muss durch das riesige Holztor des historischen Stadtpalais gehen, den ersten Innenhof überqueren und durch einen weiteren Durchgang – was die meisten Besucher aufgeben, bevor sie ankommen.

Erst dahinter öffnet sich ein perfekt gepflegter Rasen mit Bänken und alten Statuen. Von der belebten Straße aus hat man keine Ahnung, dass dieser Ort existiert. Hier herrscht himmlische Ruhe und Schatten, den man an heißen Sommertagen mehr schätzt als alles andere. Wir flüchten hierher oft, um Energie fürs weitere Entdecken zu tanken.

  • Adresse: 62 Rue Saint-Antoine, 4. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 9:00 bis 19:00 Uhr
  • Anfahrt: Metro Linie 1 (Station Saint-Paul)

💡 Insider-Tipp: Aus diesem Garten führt eine kleine, unscheinbare Pforte in der Ecke direkt auf den berühmten Place des Vosges. Es ist die eleganteste Art, auf den Platz zu gelangen, und ihr umgeht so die Menschenmassen auf den Hauptzugangsstraßen.

Jardin des Rosiers (Garten Joseph-Migneret)

Gemeinschaftsgarten Jardin des Rosiers im Viertel Marais

Ein weiteres Juwel, versteckt im Viertel Marais. Entstanden ist es relativ kürzlich durch die Verbindung der Höfe mehrerer historischer Paläste. Der Zugang führt durch einen schmalen Durchgang von einer Straße voller Falafel-Bistros – man gelangt also quasi direkt vom Mittagessen hierher.

Hier gibt es Gemeinschaftsbeete, alte Bäume und jede Menge Bänke. Wir kommen oft hierher, wenn wir uns Mittagessen zum Mitnehmen gekauft haben und Jonáš kurz aus dem Kinderwagen lassen wollen, damit er über den Rasen rennen kann. Einheimische kommen zum Lesen her, und die Atmosphäre ist unglaublich heimelig und entspannt.

  • Adresse: 10 Rue des Rosiers, 4. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 8:00 bis 19:00 Uhr (im Winter kürzer)
  • Anfahrt: Metro Linie 1 (Station Saint-Paul)

💡 Insider-Tipp: In den umliegenden Gässchen findet ihr die besten Bäckereien für traditionelles jüdisches Gebäck. Kauft euch vor dem Gartenbesuch einen süßen Babka-Zopf und einen Kaffee – und genießt die perfekte Nachmittagspause.

Jardin Catherine-Labouré

Ummauerte Gartenanlage Jardin Catherine-Labouré mit Weinreben

Dieser Park im 7. Arrondissement versteckt sich hinter einer hohen Steinmauer und diente früher als Nutzgarten eines Nonnenklosters. Bis heute findet man hier Obstbäume, einen kleinen Weinberg und Gemüsebeete, die von lokalen Schulen gepflegt werden.

Es gibt eine riesige Rasenfläche, auf der man sich hinlegen kann, und eine große hölzerne Pergola, bewachsen mit Weinreben, die wunderbaren Schatten spendet. Auf einen Touristen trifft man hier wirklich nur durch großen Zufall – es ist eine rein lokale Angelegenheit, die hauptsächlich von Familien mit Kindern aus den umliegenden Häuserblocks besucht wird.

  • Adresse: 29 Rue de Babylone, 7. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 8:00 bis 20:30 Uhr (im Winter bis 17:00 Uhr)
  • Anfahrt: Metro Linie 10 (Station Vaneau)

💡 Insider-Tipp: Gleich neben dem Parkeingang gibt es eine wunderbare alte Käserei. Lasst euch vom Verkäufer ein paar Stücke lokalen Käse aufschneiden – und schon habt ihr ein absolut luxuriöses und günstiges Mittagessen auf der Parkbank.

Promenade Plantée (Coulée Verte)

Erhöhte Promenade Plantée gesäumt von Grün

Lange bevor New York seine berühmte High Line baute, entstand hier dieser 4,7 Kilometer lange, erhöhte Park. Er verläuft auf der Trasse einer stillgelegten Bahnstrecke aus dem neunzehnten Jahrhundert, beginnt unweit des Place de la Bastille und führt in Richtung Osten.

Es ist ein faszinierender Spaziergang zwischen Baumkronen, von dem aus man in die Fenster alter Mietshäuser blicken und die Stadt aus einer völlig anderen Perspektive erleben kann. Ein Teil der Strecke führt über einen Viadukt, in dessen Bögen heute Kunstateliers beheimatet sind – Kultur und Natur verschmelzen hier wunderbar.

  • Adresse: Beginn an der Ecke Rue de Lyon und Avenue Daumesnil, 12. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich ab 8:00 Uhr bis Sonnenuntergang
  • Anfahrt: Metro Linie 1, 5 oder 8 (Station Bastille)

💡 Insider-Tipp: Der erste Abschnitt auf dem Viadukt ist vollständig per Aufzug für Kinderwagen zugänglich. Sobald der Park aber auf Straßenniveau absinkt und weiter nach Osten führt, wird der Untergrund zu Schotter und Baumwurzeln. Mit kleinen Kindern empfehle ich, nur die erste, erhöhte Hälfte zu gehen.

Clos Montmartre

Wusstet ihr, dass die Stadt bis heute ihren eigenen aktiven Weinberg hat? Er befindet sich am Nordhang des Montmartre-Hügels und ist ein echtes Unikum. Angelegt wurde er in den 1930er Jahren, um den Bau hässlicher Wohnblocks zu verhindern, nach denen die lokalen Bauträger damals gierten.

Heute werden hier rund tausend Flaschen Wein pro Jahr produziert. Hinein kommt man normalerweise nicht, aber der Blick auf die Weinreihen über den Zaun hinweg, mit den weißen Häusern im Hintergrund, ist ungemein fotogen. Jedes Mal, wenn wir hier halten, haben wir das Gefühl, auf dem malerischen französischen Land zu sein – der Großstadtlärm scheint nicht zu existieren.

  • Adresse: Rue des Saules, 18. Arrondissement
  • Eintritt: Blick von der Straße kostenlos (Zugang nur während der Weinlese)
  • Geöffnet: Immer von der Straße aus
  • Anfahrt: Metro Linie 12 (Station Lamarck – Caulaincourt)

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr eine Herbstreise plant, versucht den Termin um Mitte Oktober zu treffen. Dann findet die Fête des Vendanges statt, das Weinlesefest, bei dem das ganze Viertel mit Essensständen, Musik und Verkostungen dieses seltenen lokalen Weins auflebt.

Winkel mit blühenden Rosen und klassischen Pariser Gebäuden
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Fotogene Mikrowelten und Gassen: Farben abseits der Hauptwege

Für starke visuelle Eindrücke und schöne Fotos muss man nicht eine Stunde in der Schlange vor dem Spiegelsaal im Schloss stehen. Die Stadt verbirgt ganze kleine Viertel und Straßen, die wie ein Teleport in eine völlig andere Welt wirken. Manchmal erinnern sie an das französische Land, manchmal an eine englische Arbeitersiedlung. Meistens liegen sie etwas entfernt vom absoluten Zentrum, aber der Weg dorthin lohnt sich definitiv.

Cité Florale

Bunte Häuschen in der versteckten Cité Florale im 13. Arrondissement

Dieses kleine Gebiet im 13. Arrondissement wirkt wie ein Dorf, das mitten in die Metropole versetzt wurde. Die Straßen tragen Blumennamen, die kleinen Einfamilienhäuser erstrahlen in allen Pastelltönen und die Fassaden sind von dichtem Efeu überwuchert.

Entstanden ist es in den 1920er Jahren an einer Stelle, wo wegen des Untergrunds keine schweren Mehrfamilienhäuser gebaut werden durften. Die Straßen sind schmal, gepflastert und es herrscht absolute Stille, die nur ab und zu vom Miauen der Straßenkatzen durchbrochen wird. Lukáš und ich sind hier eine ganze Stunde lang völlig begeistert herumgeschlendert.

  • Adresse: Rund um die Rue des Orchidées und Rue des Iris, 13. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos (öffentliche Straßen)
  • Geöffnet: Immer
  • Anfahrt: Tram T3a (Station Poterne des Peupliers)

💡 Insider-Tipp: Bitte respektiert die Privatsphäre der Anwohner. Klettert nicht über Zäune für ein besseres Foto und blockiert nicht die schmalen Gehwege. Die Bewohner sind auf Touristen mit großen Objektiven etwas empfindlich.

Rue Crémieux

Pastellfarbene Hausfassaden in der gepflasterten Rue Crémieux

Diese Gasse mit ihren pastellfarbenen Fassaden ist leider zu einem großen Social-Media-Hit geworden, weshalb man hier wahrscheinlich nicht ganz allein sein wird. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Stopp, denn die Farbpalette ist unglaublich.

Häuser in Minzgrün, Zitronengelb und Lavendel bilden einen scharfen Kontrast zur sonst grauen und cremefarbenen Architektur des restlichen Paris. Die Gasse ist eine Fußgängerzone, und die Häuser stammen aus dem neunzehnten Jahrhundert, als sie als bezahlbarer Wohnraum für Arbeiter gebaut wurden. Fotografiert bitte rücksichtsvoll und leise.

  • Adresse: Rue Crémieux, 12. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Immer, aber es gelten Einschränkungen für kommerzielle Fotoshootings am Wochenende
  • Anfahrt: Metro Linie 1 oder 14 (Station Gare de Lyon)

💡 Insider-Tipp: Die Anwohner haben eine Regel durchgesetzt, wonach am Wochenende und abends professionelle Film- und Fotoaufnahmen in der Straße verboten sind. Kommt daher lieber an einem Wochentag in der Früh, wenn das Licht am weichsten und die Straße leer ist.

Villa Léandre

Stille Art-Déco-Sackgasse Villa Léandre auf dem Montmartre

Wenn man den Massen an der weißen Basilika auf dem Montmartre entflieht und tiefer in die Seitengassen vordringt, stößt man auf diese Sackgasse. Sie wurde in den 1920er Jahren im Mini-Art-déco-Stil erbaut und verzaubert auf den ersten Blick.

Mit ihren Backsteinhäusern und Schrägdächern erinnert sie eher an den Londoner Stadtteil Chelsea oder die englische Countryside. Es herrscht eine unglaubliche Ruhe und die Bäume spenden angenehmen Schatten. Die Häuser sind heute astronomisch teuer und werden hauptsächlich von erfolgreichen Künstlern und Schauspielern bewohnt.

  • Adresse: Villa Léandre (Abzweigung von der Avenue Junot), 18. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Immer
  • Anfahrt: Metro Linie 12 (Station Lamarck – Caulaincourt)

💡 Insider-Tipp: An Haus Nummer zehn findet ihr ein kleines Schild, das auf die britische Downing Street 10 anspielt. Es ist ein alter Scherz der Anwohner aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Rue de l’Abreuvoir

Gepflasterte Gasse Rue de l'Abreuvoir auf dem Montmartre

Dank der zart-pastellfarbenen Fassaden, dem alten Kopfsteinpflaster und dem Blick auf die Basilika-Kuppel in der Ferne ist dies wohl die schönste Straße auf dem gesamten Hügel. In der Mitte der Straße steht das berühmte Rosa Haus, das bereits Maurice Utrillo gemalt hat.

Die Straße windet und senkt sich leicht, was eine absolut perfekte Perspektive zum Fotografieren erzeugt. Früher führten die Einheimischen hier ihr Vieh zur Tränke – daher der historische Name. Wir schlendern am liebsten frühmorgens hier durch, wenn die Sonne gerade über der Stadt aufgeht.

  • Adresse: Rue de l’Abreuvoir, 18. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Immer
  • Anfahrt: Metro Linie 12 (Station Lamarck – Caulaincourt)

💡 Insider-Tipp: Am Ende der Straße findet ihr ein kleines Plätzchen mit einer Büste der berühmten Sängerin Dalida. Eine lokale Legende besagt, dass es Glück in der Liebe bringt, wenn man ihre bronzene Brust berührt. Die Statue ist an dieser Stelle bereits sichtbar blankpoliert.

La Campagne à Paris

Ländliche Häuschen im Viertel La Campagne à Paris im 20. Arrondissement

Das hier ist ein echtes Insiderjuwel am östlichen Stadtrand. Es handelt sich um eine ehemalige Arbeitersiedlung, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts auf einem künstlichen Hügel errichtet wurde – der aus der beim Metrobau ausgegrabenen Erde entstand.

Man findet hier knapp hundert kleine Backsteinhäuschen mit Gärten, die nur über steile Steintreppen zu erreichen sind. Es herrscht absolute Stille und man hat das Gefühl, die Großstadt weit hinter sich gelassen zu haben. Perfekt, um vom verrückten Touristentrubel abzuschalten.

  • Adresse: Rund um die Rue Jules Siegfried und Rue Irénée Blanc, 20. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Immer
  • Anfahrt: Metro Linie 3 (Station Porte de Bagnolet)

💡 Insider-Tipp: Die Treppen nach oben sind ziemlich steil – mit Kinderwagen muss man ihn hochtragen. Oben ist das Gelände aber völlig eben und sicher für einen Spaziergang.

Viertel Mouzaïa

Ein ähnliches Konzept wie der vorherige Ort, aber in deutlich größerem Maßstab. Im 19. Arrondissement erstreckt sich ein riesiges Labyrinth kleiner Fußgängergassen, gesäumt von winzigen Häuschen mit Vorgärten, die vor Grün regelrecht überquellen.

Ursprünglich wohnten hier die Arbeiter der nahen Gipssteinbrüche. Der Untergrund war so sehr von Stollen durchlöchert, dass hier keine schweren Gebäude errichtet werden durften. Heute ist es eine der gesuchtesten und stillsten Wohngegenden der gesamten Stadt – und das Gefühl beim Entdecken ist einfach unbezahlbar.

  • Adresse: Rund um die Rue de Mouzaïa, 19. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Immer
  • Anfahrt: Metro Linie 7bis (Station Danube oder Botzaris)

💡 Insider-Tipp: Verlauft euch hier bewusst. Die Gassen sind so schmal, dass kein Auto durchkommt, und jede von ihnen verbirgt eine etwas andere Art von Blumen und Sträuchern. Im Frühling, wenn der Flieder blüht, ist es hier absolut berauschend.

Detailansicht der gotischen Kathedrale Notre-Dame mit zwei Türmen und Rosette

Paris von oben und völlig kostenlos: Aussichten, die keinen Cent kosten

Der Blick auf die Stadt von oben macht süchtig – und plötzlich versteht man, warum man den ganzen Vormittag durch ein Wirrwarr von Gassen gestolpert ist, statt geradeaus zu laufen. 😅 Aber man muss dafür nicht gleich Dutzende Euro ausgeben und zwei Stunden am berühmtesten Turm anstehen. Die Stadt bietet fantastische Dachterrassen und Parks auf Hügeln, die der Öffentlichkeit frei zugänglich sind und keinen Cent kosten. Lukáš und ich lieben diese Terrassen, besonders am Abend, wenn sich der Himmel rosa färbt.

Terrasse Galeries Lafayette

Glaskuppel und Dach der Galeries Lafayette

Auf dem Dach eines der berühmtesten Kaufhäuser findet ihr eine riesige Fläche mit unglaublichem Panoramablick. Dominiert wird er von der prachtvollen Rückseite der Opéra Garnier, aber in der Ferne seht ihr problemlos auch den Eiffelturm und den Montmartre-Hügel.

Auf der Terrasse gibt es oft eine Kunstinstallation oder ein Sommercafé. Schon die Fahrt nach oben auf den Rolltreppen ist ein Erlebnis, denn unterwegs kann man die atemberaubende gläserne Jugendstilkuppel im Inneren des Kaufhauses bewundern.

  • Adresse: 40 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Montag bis Samstag 10:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 11:00 bis 20:00 Uhr
  • Anfahrt: Metro Linie 7 oder 9 (Station Chaussée d’Antin – La Fayette)

💡 Insider-Tipp: Kommt etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang. Dann könnt ihr euch in Ruhe auf den Kunstrasen setzen, eure eigene kleine Brotzeit auspacken und zusehen, wie in den Straßen unten nach und nach die Lichter angehen.

Printemps 7e Ciel

Goldene Kuppel des Kaufhauses Printemps Haussmann

Direkt neben dem vorherigen Kaufhaus steht sein etwas ruhigerer Konkurrent, der im siebten Stock die Terrasse Printemps 7e Ciel beherbergt. Von hier eröffnet sich ein etwas anderer Blickwinkel, der direkt über die Dächer in Richtung Seine führt.

Auf der Terrasse gibt es eine nette Bar, aber es ist überhaupt kein Muss, etwas zu kaufen, wenn man sich nur am Rand entlangbewegen und ein paar Fotos machen will. Hier sind deutlich weniger Leute als bei den Nachbarn – was die Terrasse zu unserem persönlichen Rückzugsort macht, wenn uns die Menschenmassen um uns herum zu viel werden.

  • Adresse: 64 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Montag bis Samstag 10:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 11:00 bis 20:00 Uhr
  • Anfahrt: Metro Linie 3 oder 9 (Station Havre – Caumartin)

💡 Insider-Tipp: Der Zugang zu dieser Terrasse ist etwas schwieriger zu finden. Man muss in das Gebäude mit der Damenmode eintreten und den Aufzug bis ganz nach oben unters Dach nehmen. Lasst euch nicht von den Luxusboutiquen auf dem Weg einschüchtern.

Institut du Monde Arabe

Moderne Fassade des Institut du Monde Arabe

Wenn ihr euch gerade im Quartier Latin bewegt, ist das hier absolute Pflicht. Das Gebäude selbst ist ein architektonisches Wunderwerk – die Fassade besteht aus Hunderten mechanischer Blenden, die sich je nach Sonneneinstrahlung öffnen und schließen. Das Institut du Monde Arabe verblüfft einen visuell schlichtweg.

Fahrt mit dem gläsernen Aufzug in die neunte Etage. Die Terrasse serviert euch den bestmöglichen Blick auf die Seine und vor allem auf die Rückseite der Kathedrale Notre-Dame mit ihren Strebepfeilern. Aufzug und Terrassenzugang sind für alle frei zugänglich.

  • Adresse: 1 Rue des Fossés Saint-Bernard, 5. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos (Terrasse; Ausstellungen sind kostenpflichtig)
  • Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr (montags geschlossen)
  • Anfahrt: Metro Linie 7 (Station Jussieu oder Sully-Morland)

💡 Insider-Tipp: Im Erdgeschoss kann man einen ausgezeichneten Minztee kaufen und dann damit nach oben fahren. Mit einem warmen Becher in der Hand und dem Blick auf den Fluss ist das in den kühleren Monaten die perfekte Kombination.

Parc de Belleville

Blick auf Paris vom Parc de Belleville

Das hier ist der Aussichtspunkt mit einer ordentlichen Portion Natur dazu. Es ist der höchstgelegene Park der Stadt, auf 108 Metern über dem Meeresspiegel. Der Aufstieg lohnt sich definitiv.

Die Aussichtsterrasse im oberen Teil kostet nichts und bietet einen Blick wie auf dem Präsentierteller – über das gesamte Becken, in dem die Stadt liegt, vom Sacré-Cœur bis zum Invalidendom. Hierher kommen vor allem lokale Familien und Studenten zum Nachmittagsverbringen, auf einen Touristen mit großem Rucksack trifft man wirklich nur zufällig. Der Park steckt voller Brunnen und Kaskaden.

  • Adresse: 47 Rue des Couronnes, 20. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 8:00 bis 21:30 Uhr (im Winter kürzer)
  • Anfahrt: Metro Linie 11 (Station Pyrénées)

💡 Insider-Tipp: Der Aufstieg mit Kinderwagen ist eine ordentliche sportliche Leistung, denn die Wege schlängeln sich ziemlich steil nach oben. Nehmt lieber eine Babytrage oder fahrt mit der Metro zur oberen Station und geht den Park einfach bergab.

Brücke Pont de Bir-Hakeim

Doppelstöckige Brücke Pont de Bir-Hakeim mit Metro-Hochbahn

Während sich die meisten Leute auf dem Place du Trocadéro drängen, um den Eiffelturm zu fotografieren, geht stattdessen zu dieser doppelstöckigen Brücke. Auf der unteren Ebene fahren Autos und gehen Fußgänger, auf der oberen verkehrt die Metrolinie sechs.

Gerade die Stahlpfeiler, die das obere Stockwerk stützen, bilden einen absolut perfekten Rahmen für Eiffelturm-Fotos. Bekannt wurde die Brücke durch mehrere Filme, darunter den Blockbuster Inception. Der Blick auf den Fluss und den Turm ist von hier deutlich klarer und weniger kitschig – nutzt ihn also ruhig für ein schönes Familienfoto.

  • Adresse: Pont de Bir-Hakeim, Grenze des 15. und 16. Arrondissements
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Immer
  • Anfahrt: Metro Linie 6 (Station Bir-Hakeim oder Passy)

💡 Insider-Tipp: Wer hier ohne Menschen fotografieren will, muss früh am Wochenendmorgen kommen. Unter der Woche strömen hier die Pendler auf dem Weg zur Arbeit am anderen Ufer. Zudem verleiht der morgendliche Nebel über dem Fluss den Fotos eine unglaubliche Tiefe.

Kuriositäten, Untergrund und tschechische Spuren: Die dunklere Seite der Stadt

Ich gebe zu, dass mich Katakomben und ausgestopfte Giraffen im ersten Stock eines alten Hauses oft mehr faszinieren als der nächste verzierte Salon – und Lukáš hat sich damit abgefunden. 😁 Die Stadt verbirgt kilometerlange dunkle Gänge, und an der Oberfläche gibt es wiederum alte Institutionen, die sich jeder gewöhnlichen Vorstellung entziehen. Für uns Tschechen finden sich hier zudem einige sehr interessante Orte, die mit unserer Nationalgeschichte verbunden sind und die es wert sind, besucht und geehrt zu werden.

Deyrolle

Historisches Interieur des Kuriositätenkabinetts Deyrolle

Von der Straße aus sieht dieses Haus im 7. Arrondissement wie ein gewöhnlicher alter Laden für Gartenbedarf aus. Sobald man aber die knarrende Holztreppe ins erste Stockwerk hinaufsteigt, befindet man sich in einem echten Kuriositätenkabinett voller erstaunlicher Naturexemplare.

Hier ist eine historische Institution für Taxidermie und Naturkunde beheimatet. Um euch herum stehen ausgestopfte Löwen, Giraffen und Eisbären, und in Vitrinen findet ihr Tausende leuchtend bunter Schmetterlinge. Es ist faszinierend, leicht unheimlich und absolut fesselnd – ein Ort, der viele surrealistische Künstler inspiriert hat.

  • Adresse: 46 Rue du Bac, 7. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos (aber Fotografieren nur mit Genehmigung)
  • Geöffnet: Montag bis Samstag 10:00 bis 19:00 Uhr (sonntags geschlossen)
  • Anfahrt: Metro Linie 12 (Station Rue du Bac)

💡 Insider-Tipp: Kinder sind von diesem Ort meist begeistert, aber achtet darauf, dass sie nichts anfassen. Die meisten Exponate stehen zum Verkauf und ihre Preise liegen im Tausender-Euro-Bereich. Ein Missgeschick käme euch teuer zu stehen.

Pariser Katakomben und Friedhof Montparnasse

Tour Montparnasse über den Pariser Dächern

Wer einen starken Magen hat, sollte die Unterwelt unter dem Place Denfert-Rochereau erkunden. In den dunklen Gängen tief unter der Straße liegen ordentlich aufgestapelte Knochen und Schädel von sechs Millionen Einwohnern. Der Abstieg ist für viele ein wirklich intensives Erlebnis.

Sie wurden an der Wende vom achtzehnten zum neunzehnten Jahrhundert aus überfüllten und hygienisch untragbaren Stadtfriedhöfen hierher überführt. Die Atmosphäre ist beklemmend, die Temperatur liegt bei vierzehn Grad und mit Kinderwagen wird man aus offensichtlichen Sicherheitsgründen nicht hineingelassen – wir waren daher bisher nur ohne Kinder dort.

  • Adresse: 1 Avenue du Colonel Henri Rol-Tanguy, 14. Arrondissement
  • Eintritt: 29 €
  • Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 9:45 bis 20:30 Uhr (montags geschlossen)
  • Anfahrt: Metro Linie 4 oder 6 (Station Denfert-Rochereau)

💡 Insider-Tipp: Das ist eine kritische Information: Tickets müssen online genau sieben Tage im Voraus gekauft werden. Vor Ort werden keine Karten mehr verkauft und ohne Reservierung kommt man schlicht nicht hinein.

Friedhof Père-Lachaise und tschechische Spuren

Baumallee und Grabsteine auf dem Friedhof Père-Lachaise

Dies ist ein riesiger, 44 Hektar großer Park voller alter Bäume und streunender Katzen. Mit dem Kinderwagen fährt es sich hier ausgezeichnet. Neben berühmten Namen wie Jim Morrison, Oscar Wilde oder Édith Piaf findet man hier auch eine sehr starke tschechoslowakische Spur.

Seit 2023 ruht hier der Schriftsteller Milan Kundera, der seit seiner Emigration in der Stadt lebte. Sein Grab ist sehr schlicht und unauffällig. In der Nähe befindet sich auch die Urne mit der Asche des Malers František Kupka. Gelegentlich hören wir hier auch Deutsch von anderen Besuchern, die die Kulturgeschichte auf diesem Friedhof erkunden wollen.

  • Adresse: 8 Boulevard de Ménilmontant, 20. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 8:00 bis 18:00 Uhr (im Winter bis 17:30 Uhr)
  • Anfahrt: Metro Linie 2 oder 3 (Station Père Lachaise)

💡 Insider-Tipp: Vergesst nicht, am Eingang die Orientierungskarte von der Infotafel abzufotografieren. Der Friedhof ist in viele Sektionen unterteilt und ohne Karte verirrt man sich in dieser Stadt der Toten innerhalb von zehn Minuten garantiert.

Arènes de Lutèce

Antikes Amphitheater Arènes de Lutèce im Quartier Latin

Im 5. Arrondissement versteckt sich ein Denkmal, von dem nicht einmal viele Einheimische wissen. Es sind die Überreste eines römischen Amphitheaters aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, das einst bis zu fünfzehntausend Zuschauer fasste und bis heute erstaunlich gut erhalten ist.

Heute ist es ein öffentlicher Park, versteckt hinter Wohnhäusern. Statt blutiger Gladiatorenkämpfe sieht man hier lokale Rentner beim Pétanque-Spiel und Schulkinder beim Fußball. Ein großartiger Ort für einen Nachmittagshalt mit Kindern, denn der Bereich ist eingezäunt und sicher.

  • Adresse: 49 Rue Monge, 5. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Täglich 8:30 bis 21:00 Uhr (im Winter bis 17:00 Uhr)
  • Anfahrt: Metro Linie 7 (Station Place Monge)

💡 Insider-Tipp: Setzt euch auf die alten Steinterrassen mit einem Kaffee und stellt euch vor, wie hier einst wilde Tiere kämpften. Die Akustik ist bis heute überraschend gut – ab und zu proben hier junge Musiker auf der Gitarre.

59 Rivoli

Künstlerhaus und Galerie 59 Rivoli

Direkt an einer der belebtesten Einkaufsstraßen liegt dieses absolute Unikum. Ursprünglich handelte es sich um ein illegales Künstler-Squat in einer verlassenen Bank, das die Stadt schließlich aufkaufte und legalisierte – für alle, die lebendige Kunst lieben.

Heute schaffen in dreißig offenen Ateliers Maler, Bildhauer und Fotografen. Man erkennt das Gebäude schon von Weitem an der verrückten Fassadendekoration. Man kann frei durch die Stockwerke wandern, mit den Künstlern bei der Arbeit sprechen und die wilde, kreative und leicht chaotische Energie aufsaugen.

  • Adresse: 59 Rue de Rivoli, 1. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos (freiwillige Spende willkommen)
  • Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 13:00 bis 20:00 Uhr (montags geschlossen)
  • Anfahrt: Metro Linie 1, 4, 7, 11 oder 14 (Station Châtelet)

💡 Insider-Tipp: An Wochenenden finden im Erdgeschoss oft kostenlose Konzerte statt. Es ist zwar eng und mit Kinderwagen kommt man auf der Treppe nicht durch, aber wer sein Kind in der Trage hat, findet hier ein visuell ungemein anregendes Umfeld.

Chat Mallows Café

Gemütliches Interieur des Katzencafés Chat Mallows Café

Für Tierliebhaber und Familien mit Kindern ist das eine tolle Zuflucht bei Regen. Im 15. Arrondissement findet ihr dieses Katzencafé, das Zuhause von rund fünfzehn geretteten Katzen.

Das Interieur ist auf die Bedürfnisse der Samtpfoten zugeschnitten, voller Klettermöglichkeiten und Körbchen. Es gibt ausgezeichneten Kaffee und süße Desserts. Kinder müssen ruhig sein und die Regeln respektieren, damit die Katzen nicht gestresst werden – insgesamt aber ein sehr beruhigender Ort, an dem Jonáš fasziniert auch längere Zeit zuschaut.

  • Adresse: 30 Rue des Volontaires, 15. Arrondissement
  • Eintritt: Bezahlt wird für Getränke + kleine Zeitgebühr
  • Geöffnet: Mittwoch bis Sonntag 12:00 bis 21:00 Uhr
  • Anfahrt: Metro Linie 12 (Station Volontaires)

💡 Insider-Tipp: Der Ort ist sehr beliebt und die Kapazität aus Tierschutzgründen begrenzt. Reserviert unbedingt im Voraus über die Website, sonst werdet ihr an der Tür wahrscheinlich abgewiesen.

Wallace-Brunnen und Petite Ceinture

Dunkelgrüner gusseiserner Wallace-Brunnen auf einem Pariser Bürgersteig

Achtet beim Stadtrundgang auf die dunkelgrünen gusseisernen Brunnen, die von vier kleinen Frauenstatuen getragen werden. Das sind die sogenannten Wallace-Brunnen, die hier seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts stehen. Es gibt über hundert davon und aus ihnen fließt absolut reines Trinkwasser – kostenlos. Im Sommer sind sie die Rettung vor dem Verdursten.

Wer richtige Wildnis sucht, sollte zur Petite Ceinture aufbrechen. Es ist eine 32 Kilometer lange, verlassene Ringbahn, auf der die Natur den Beton zurückerobert hat. Heute sind mehrere Abschnitte legal zugänglich, auf denen man durch alte Tunnel und über verrostete Gleise spazieren kann.

  • Adresse: Zum Beispiel Zugang bei Villa du Bel Air, 12. Arrondissement
  • Eintritt: Kostenlos
  • Geöffnet: Je nach Tageslicht
  • Anfahrt: Tram T3a (Station Montempoivre)

💡 Insider-Tipp: Warnung für Familien: Mit Kleinkind und Kinderwagen lieber nicht hierher. Das Gelände ist voller Schotter, Wurzeln und alter Bahnschwellen. In abgelegenen Abschnitten können sich zudem Obdachlose aufhalten – für einen entspannten Spaziergang mit Kindern daher nicht ideal.

Wo essen: Unsere Lieblingslokale ohne Touristenaufschlag

Für manche dreht sich der Städtetrip um Mode – für Lukáš und mich zu einem großen Teil ums Essen. Den Touristenfallen mit überteuerter Zwiebelsuppe aus der Tüte auszuweichen erfordert zwar etwas Vorbereitung, aber sobald man weiß, wohin man gehen muss, bietet die Stadt ein unglaubliches kulinarisches Erlebnis. Setzt euch nie in Restaurants direkt an den großen Plätzen oder unter berühmten Sehenswürdigkeiten – dort zahlt man immer zu viel für miese Qualität.

Wir halten lieber nach kleinen Familienlokalen in Seitengassen oder Bistros Ausschau, in denen Einheimische in Anzug und Arbeitskleidung gleichermaßen zu Mittag essen. Gerne teile ich ein paar unserer bewährten Anlaufstellen, an die wir für die besten Crêpes oder den ehrlichsten Quiche zurückkehren, wenn mittags der Magen knurrt.

Le Marais und Umgebung

Innenhof des Hôtel Salé mit dem Musée Picasso im Marais

Wenn uns unsere Schritte ins Viertel Le Marais führen, setzen wir auf bewährte Klassiker. Die Gegend ist zwar beliebt, aber es gibt hier immer noch viele traditionelle Bistros mit akzeptablen Preisen. Unser absoluter Favorit ist der kleine Falafel-Laden L’As du Fallafel, wo wir uns ein Pita-Brot kaufen, das vor Gemüse und Hummus aus allen Nähten platzt.

Wenn wir uns lieber hinsetzen und ausruhen wollen, steuern wir den Marché des Enfants Rouges an. Das ist eine historische überdachte Markthalle voller kleiner Essensstände aus aller Welt. Man setzt sich auf Holzbänke, bestellt sich ein Stück herzhaften Kuchen oder eine Schale marokkanischen Couscous und genießt das echte, unverfälschte lokale Treiben. Und das Wichtigste: Die Rechnung ruiniert hier nicht die Urlaubskasse.

Canal Saint-Martin

Gusseiserne Stege und Bäume entlang des Canal Saint-Martin

Für eine entspanntere und weniger touristische Atmosphäre fahren wir hoch zum Canal Saint-Martin. Er wird von Dutzenden kleiner unabhängiger Cafés und moderner Bistros gesäumt. Vormittags sitzt es sich hier wunderbar bei einem Specialty Coffee und einem riesigen Butter-Croissant im Café Ten Belles – das zwar immer brechend voll ist, wo aber das Personal unglaublich freundlich und schnell arbeitet.

Abends gehen wir gelegentlich in eine der vielen lokalen Crêperien zum entspannten Abendessen. Wir lieben herzhafte Galettes aus Buchweizenmehl, gefüllt mit Käse, Schinken oder Spinat. Sie sind herrlich knusprig, und dazu trinkt man traditionell halbtrockenen Cidre aus Keramikschalen. Das ist für Lukáš und mich der absolute kulinarische Höhepunkt – und zum Abschluss bekommt Jonáš immer noch eine süße Crêpe mit Schokolade.

Praktische Infos: Wie man überlebt, ohne den Verstand zu verlieren

Sich in einer fremden Großstadt zu bewegen erfordert ein gewisses Maß an taktischer Vorbereitung – erst recht mit einem Kleinkind im Schlepptau. Die Stadt hat ihre ungeschriebenen Regeln, und wer sie beherzigt, spart sich eine Menge Nerven und Geld.

Nahverkehr und Logistik mit Kinderwagen

Die Metro ist zwar schnell, aber für Eltern mit Kinderwagen schlichtweg ein Albtraum. Die Stationen stecken voller endloser Treppen, die Drehkreuze lassen kaum einen leeren Kinderwagen durch, und vollständig barrierefrei ist von allen Linien nur die moderne Linie 14. Wir setzen daher hauptsächlich auf die Oberflächenbusse. Sie sind zwar langsamer, aber man sieht die Stadt und kann mit dem Kinderwagen bequem durch die Mitteltür einsteigen, ohne zusammenklappen zu müssen. Wer vom Flughafen kommt, sollte sich gleich eine Navigo Découverte-Karte für rund 30 € kaufen, die den gesamten Nahverkehr inklusive Flughafentransfer abdeckt.

Die goldene Bonjour-Regel

Das hier ist die absolute Grundregel, ohne die es nicht geht. Jedes Mal, wenn man ein Geschäft, eine Bäckerei betritt oder beim Busfahrer einsteigt, muss man laut und deutlich „Bonjour“ (Guten Tag) sagen. Wer das unterlässt und direkt auf Englisch oder Deutsch losplappert, wird von den Einheimischen als ungehobelter Barbar betrachtet – und ihre Hilfsbereitschaft sinkt auf den Nullpunkt. Beim Gehen gehört sich ein „Merci, au revoir“ (Danke, auf Wiedersehen).

Gastro-Tipps zum Geldsparen

Ein kleiner Tipp, der uns im ersten Jahr entgangen ist und uns mehr gekostet hat als nötig: In Restaurants bezahlt man niemals für Leitungswasser. Es reicht zu sagen „Une carafe d’eau, s’il vous plaît“ – und man bekommt eine ganze Glaskaraffe gekühltes Wasser kostenlos. Wer günstigere Mahlzeiten sucht, sollte zur Mittagszeit auf den Tafeln vor den Restaurants nach „Le Formule“ oder „Menu du Jour“ Ausschau halten. Das bedeutet ein vergünstigtes Tagesmenü, bei dem man für ein Zwei-Gänge-Mittagessen etwa 18 bis 22 € zahlt – für Pariser Verhältnisse ein richtig guter Preis.

Vorsicht vor Betrug und Taschendieben

Die Stadt ist grundsätzlich sehr sicher, aber Kleinkriminalität, die auf unaufmerksame Besucher abzielt, blüht leider. In der Metro, vor allem auf der Linie 1 rund um den Louvre, tragt den Rucksack auf dem Bauch. Ignoriert Leute, die euch an Sehenswürdigkeiten eine Petition für Gehörlose unterschreiben lassen wollen – das ist ein Trick zur Ablenkung. Genauso lasst euch von niemandem bunte Freundschaftsarmbänder unter der Basilika auf dem Montmartre knüpfen. Und denkt daran: Der Eintritt in die restaurierte Notre-Dame ist kostenlos – jeder, der euch auf der Straße Tickets anbietet, ist ein Betrüger. Für zusätzliche Sicherheit empfehlen wir eine versteckte Bauchtasche, die unter der Kleidung getragen wird.

Weiterlesen

Wenn ihr die versteckten Orte bereits erkundet habt und euch auch den bekanntesten Sehenswürdigkeiten widmen wollt, schaut euch unsere große Übersicht Was man in Paris sehen sollte an. Dort erfahrt ihr auch, wie man den schlimmsten Warteschlangen aus dem Weg geht.

Interessiert ihr euch für Kunst und Geschichte? Wir haben einen ausführlichen Artikel darüber vorbereitet, welche die besten Museen in Paris sind – inklusive wann der Eintritt komplett kostenlos ist und wie der Museumspass funktioniert.

Und wenn ihr nur ein verlängertes Wochenende habt und einen klaren Plan braucht, bietet euch unser Artikel Paris in 3 Tagen einen logisch aufgebauten Schritt-für-Schritt-Reiseplan, damit ihr nicht unnötig von einem Stadtende zum anderen pendelt.

Häufig gestellte Fragen

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Emily in Paris: 15 Drehorte in Paris, die du besuchen kannst (Location-Guide)

TL;DRDer Guide zeigt dir 15 konkrete Drehorte der Serie Emily in Paris, die sich vor allem im 5. Arrondissement (Quartier Latin) konzentrieren – von Emilys Wohnhaus am Place de l’Estrapade über die Bäckerei Boulangerie Moderne und Gabriels Restaurant Terra Nera bis hin zum Panthéon und dem Jardin du Luxembourg. Weiter geht’s zur Agentur Savoir am Place de Valois, zu den Cafés Café de Flore und Les Deux Magots, hinauf zum Montmartre zu La Maison Rose und der Basilika Sacré-Cœur, sowie zu den Brücken Pont Alexandre III und Pont des Arts. Die Grundroute durchs Zentrum schaffst du zu Fuß in 2 bis 3 Stunden. Ein Croissant in der Boulangerie Moderne kostet 1,5 Euro, organisierte „Emily“-Touren gibt es schon ab 14,50 Euro.

Wenn Lukáš und ich abends auf der Couch sitzen, nachdem unser Kleiner eingeschlafen ist, suchen wir bei Netflix oft nach etwas Entspannendem – und genau so sind wir auf die Serie Emily in Paris gestoßen. Klar, es ist ein riesiges Klischee, alles ist ziemlich übertrieben und Paris sieht aus wie durch einen perfekten Instagram-Filter, aber ich muss zugeben: Uns hat es beide gepackt und wir haben dabei wunderbar abgeschaltet. Man kann sich einfach nicht dagegen wehren, dass einen die romantische Atmosphäre und die wunderschönen Gassen in den Bann ziehen – und plötzlich will man alle Emily in Paris Drehorte selbst besuchen.

Wir waren erst kürzlich mit unserem Kleinkind in Paris Frankreich, deshalb muss ich ehrlich gestehen: Das Abklappern von Seriendrehorten ließ sich mit Kinderwagen und Baby-Rhythmus nicht wirklich vereinbaren. Wir sind nicht von Café zu Café gerannt und haben uns nicht vor der Bäckerei fotografiert, weil wir schlicht andere Prioritäten hatten. Aber das Thema hat mich so fasziniert, dass ich mir dachte: Hätten wir mehr Zeit und freie Hände gehabt, hätten wir uns diese Orte liebend gern angeschaut. Also habe ich gründlich recherchiert, alle wunderschönen Drehorte der Serie ausfindig gemacht und daraus diesen Guide zusammengestellt.

In diesem Artikel findest du 15 Drehorte von Emily in Paris – von Emilys berühmter Wohnung über die duftende Bäckerei und Gabriels Restaurant bis hin zu ikonischen Cafés und historischen Brücken über der Seine. Ich zeige dir nicht nur, wo genau diese Orte liegen und in welchen Folgen sie vorkommen, sondern auch, was dort ein Kaffee oder ein Essen kostet, damit du vor Ort nicht unangenehm überrascht wirst. Paris kann nämlich ganz schön teuer sein, und manche Leute nehmen die Serie gerade wegen ihrer Unrealistik nicht ganz ernst. Wenn du das Ganze aber mit einem Augenzwinkern angehst, erwartet dich ein zauberhafter Ausflug auf den Spuren von Emily.

Hauptbesetzung der Serie Emily in Paris
Hauptbesetzung der Serie Emily in Paris

Zusammenfassung

  • Das Herzstück der Serie und die bekanntesten Drehorte findest du im 5. Pariser Arrondissement (Quartier Latin), wo alles nur wenige Schritte voneinander entfernt liegt.
  • Der Grundrundgang auf Emilys Spuren im Zentrum lässt sich bequem in zwei bis drei Stunden zu Fuß absolvieren – komplizierte Logistik ist nicht nötig.
  • Die Wohnung, in der Emily lebt, ist ein ganz normales privates Wohnhaus und kann nur von außen besichtigt werden – hinein kommt man leider nicht.
  • Berühmte Serien-Cafés wie das Café de Flore oder Les Deux Magots sind legendär, aber auch entsprechend teuer – rechne damit, dass du für Atmosphäre und Geschichte ordentlich draufzahlst.
  • Die Anwohner in der Umgebung der Drehorte sind oft genervt von den Touristenmassen – bitte sei rücksichtsvoll, fotografiere niemandem in die Fenster und verhalte dich auf den kleinen Plätzen leise.

Auf den Spuren von Emily in Paris: so geht’s (wann, wie viele Staffeln, Route, Anreise)

Emily und Mindy beim Spaziergang durch eine Pariser Gasse in der Serie Emily in Paris
Emily und Mindy beim Spaziergang durch eine Pariser Gasse in der Serie Emily in Paris

Bevor du dich in die französische Metropole aufmachst, um bekannte Gassen und Restaurants zu suchen, solltest du ein paar organisatorische Dinge klären, damit du dich in der Stadt zurechtfindest und weißt, was dich an den Seriendrehorten erwartet. Emily in Paris hat aktuell fünf ausgestrahlte Staffeln, wobei die fünfte am 18. Dezember 2025 erschien – und eine sechste Staffel ist bereits offiziell bestätigt. Wichtig zu wissen: Ab der fünften Staffel verlagert sich die Handlung deutlich ins italienische Rom. Unser Guide konzentriert sich daher hauptsächlich auf die klassischen Locations der ersten vier Staffeln, die im Herzen von Frankreich spielen.

Falls du dich fragst, ob alle Hauptdrehorte an einem einzigen Tag machbar sind – ja, das geht problemlos! Die zentralen Locations lassen sich in etwa zwei bis drei Stunden zu Fuß ablaufen. Ich empfehle dir, die Route am kleinen Platz Place de l’Estrapade zu starten. Von dort geht es weiter zum nahegelegenen Panthéon, anschließend spazierst du durch den ruhigen Jardin du Luxembourg, überquerst die Seine über die Pont des Arts, hältst am Louvre an und beendest den Rundgang am Place de Valois und in den Gärten des Palais Royal. Einen separaten Ausflug solltest du für das romantische Montmartre einplanen – dorthin musst du mit der Metro fahren, aber es erwarten dich dort einige weitere wunderschöne Stationen, die sich absolut lohnen.

Was die Fortbewegung in Paris betrifft: Am einfachsten besorgst du dir eine Navigo-Easy-Karte und lädst die praktische App Bonjour RATP aufs Handy, die dir die Suche nach Metro- und Busverbindungen erheblich erleichtert. Die Anreise von Deutschland nach Paris ist heutzutage ziemlich erschwinglich – mit Billigfliegern wie Eurowings bekommst du Hin- und Rückflüge von Berlin oder München schon ab etwa 50 bis 100 €, während es bei Airlines wie Lufthansa je nach Buchungszeitpunkt meist zwischen 140 und 250 € kostet. Alternativ ist der TGV oder Thalys ab Frankfurt, Köln oder Stuttgart eine bequeme Option. Du kannst auch organisierte „Emily“-Touren ausprobieren, die beispielsweise über Websites wie Come to Paris ab etwa 14,50 € angeboten werden – aber mit ein bisschen Planung schaffst du alles problemlos auf eigene Faust in deinem Tempo.

Wo übernachten, damit die Drehorte um die Ecke liegen

Lucie mit Kleinkind vor dem Eiffelturm am Trocadéro
Lucie mit Kleinkind vor dem Eiffelturm am Trocadéro

Die Wahl des Viertels beeinflusst dein gesamtes Paris-Erlebnis und dein Budget massiv. Paris ist in zwanzig Arrondissements unterteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn ausbreiten. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden ist fast unmöglich, aber wenn du weißt, wo du suchen musst, findest du einen tollen Kompromiss aus Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.

Mit Kinderwagen und unserem Kleinen solltet ihr einen großen Bogen um die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Einmal haben wir uns dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts verlaufen – das möchte man mit einem Zweijährigen definitiv nicht wiederholen. 😅 

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (buchen kannst du es hier), das auf den ersten Blick eher unscheinbar wirkt, aber innerhalb der ersten Stunden hat man es ins Herz geschlossen.

5. Arrondissement: Emilys Nachbarschaft (das Herzstück aller Drehorte)

Emily und Mindy vor dem Tor eines Pariser Hauses in der Serie Emily in Paris
Emily und Mindy vor dem Tor eines Pariser Hauses in der Serie Emily in Paris

Wenn du das Gefühl haben möchtest, direkt in die Serie hineinzuspazieren, sollten deine ersten Schritte garantiert ins 5. Arrondissement führen. Dieses Viertel bildet das Herz der gesamten Handlung, und alle wichtigen Orte liegen hier fußläufig innerhalb von fünf Minuten beieinander. Am einfachsten kommst du hierher mit der Metro zur Station Cardinal Lemoine oder mit dem RER-Zug bis zur Station Luxembourg – von dort ist es nur noch ein kurzer, schöner Spaziergang zu Emilys kleinem Platz.

1. Emilys Haus am Place de l’Estrapade

Der Platz Place de l'Estrapade im 5. Pariser Arrondissement, wo Emily in der Serie wohnt
Der Platz Place de l’Estrapade im 5. Pariser Arrondissement, wo Emily in der Serie wohnt

Deine erste Station ist die Adresse 1 Place de l’Estrapade – jener bezaubernde kleine Platz mit Baum und Bänken, an dem Emily in der Serie ihre winzige Dachwohnung im fünften Stock ohne Aufzug bewohnt. In Wirklichkeit handelt es sich um ein ganz normales privates Wohnhaus, sodass ein Besuch nur von außen möglich ist – hinein kommt man nicht. Außerdem befinden sich Restaurant und Bäckerei nicht direkt unter dem Haus wie in der Serie, sondern ein Stückchen weiter in der angrenzenden Straße. Ich empfehle, sehr früh morgens herzukommen, denn tagsüber bilden sich lange Schlangen von Touristen, die auf ein Foto vor der Eingangstür warten – was verständlicherweise die Geduld der Anwohner ziemlich strapaziert, die hier einfach nur normal leben möchten.

2. Boulangerie Moderne — Emilys Bäckerei

Die Bäckerei Boulangerie Moderne in Paris, bekannt aus der Serie Emily in Paris
Die Bäckerei Boulangerie Moderne in Paris, bekannt aus der Serie Emily in Paris

Gleich um die Ecke an der Adresse 16 Rue des Fossés Saint-Jacques liegt die Boulangerie Moderne – jene berühmte Bäckerei, in der sich Emily morgens ihr heißgeliebtes Pain au Chocolat holt. Das Tolle daran: Es ist eine echte, voll funktionsfähige Handwerksbäckerei mit einer wunderschönen historischen Schaufensterfront. Ein normaler Croissant kostet hier etwa 1,50 €, und für ein traditionelles knuspriges Baguette zahlst du rund 1 € – für das Pariser Zentrum absolut faire Preise. Geöffnet ist in der Regel montags bis freitags zwischen 7:00 und 20:00 Uhr, aber Vorsicht: Im August und montags ist meistens geschlossen – damit du nicht vor heruntergelassenen Rollläden stehst. Obwohl die Bäckerei mittlerweile ein riesiger Touristen-Magnet ist, bleibt sie eine ausgezeichnete Viertelbäckerei, die Bio-Mehl verwendet und 2023 sogar die Silbermedaille für den besten Croissant beim Pariser Stadtwettbewerb gewonnen hat. Im Mai 2025 belegte sie außerdem den vierten Platz im Ranking der Pariser Bäckerinnung.

3. Terra Nera — Gabriels Restaurant

Restaurant Terra Nera mit roter Fassade, Gabriels Restaurant aus der Serie Emily in Paris
Restaurant Terra Nera mit roter Fassade, Gabriels Restaurant aus der Serie Emily in Paris

Direkt gegenüber von Emilys Haus findest du an der Adresse 18 Rue des Fossés Saint-Jacques ein Restaurant mit auffällig roter Fassade, das in der Serie als Lokal des gutaussehenden Küchenchefs Gabriel dient und im Laufe der Staffeln seinen Namen wechselt – von Les Deux Compères über Chez Lavaux bis hin zu L’Esprit de Gigi. Hier erwartet dich eine große Überraschung: Terra Nera ist in Wirklichkeit ein italienisches Restaurant und kein französisches Bistro. Statt Cassoulet findest du auf der Speisekarte eher Pasta mit Muscheln, Mailänder Kalbsschnitzel und hervorragende Pizza. Die Hauptgerichte kosten zwischen 18 und 25 €, und es gibt sogar ein spezielles „Emily in Paris“-Menü für 39 €, wenn du das volle Erlebnis möchtest. Unbedingt vorher anrufen und reservieren, denn das Restaurant ist oft hoffnungslos ausgebucht – und vor der Tür steht fast ständig eine Traube fotografierender Serienfans.

4. Panthéon

Das Pariser Panthéon am Place du Panthéon im Quartier Latin
Das Pariser Panthéon am Place du Panthéon im Quartier Latin

Von Emilys Wohnung sind es nur wenige Gehminuten zum riesigen Place du Panthéon mit dem beeindruckenden Panthéon-Gebäude, das in der Serie vor allem in der ersten Staffel als Teil der wunderschönen Zwischenschnitte des Lebens im 5. Arrondissement auftaucht. Es handelt sich um einen prachtvollen Bau, in dem bedeutende Franzosen wie Victor Hugo oder Marie Curie beigesetzt sind – ein logischer und schöner Halt auf deiner Route. Der Eintritt ins Innere, das meist von 10:00 bis 18:30 Uhr geöffnet ist, kostet 11 bis 13 €. Aktuelle Informationen findest du auf der offiziellen Website des Panthéon.

5. Jardin du Luxembourg (Luxemburggarten)

Der Jardin du Luxembourg im 6. Pariser Arrondissement, wo Emily in der Serie joggen geht
Der Jardin du Luxembourg im 6. Pariser Arrondissement, wo Emily in der Serie joggen geht

Gleich ein Stückchen weiter im benachbarten 6. Arrondissement erwartet dich der Jardin du Luxembourg – der wunderschöne und weitläufige Luxemburggarten, in dem Emily in der zweiten Folge der ersten Staffel morgens joggen geht. Der Eintritt ist für alle kostenlos, und es ist der perfekte Ort für eine kleine Pause während deines Spaziergangs. Du kannst dich auf die ikonischen grünen Stühle rund um den großen Brunnen setzen oder die Kinder mit den Holzbooten spielen lassen. Lukáš und ich lieben diesen Garten, und wenn du mit kleineren Kindern nach Paris fährst – so wie wir mit unserem Kleinkind –, wirst du die herrliche Ruhe und den großzügigen Platz zum Toben und Entspannen zu schätzen wissen.

1. Arrondissement: wo Emily arbeitet (Savoir und Palais Royal)

Emily im Büro der Marketingagentur Savoir aus der Serie Emily in Paris
Emily im Büro der Marketingagentur Savoir aus der Serie Emily in Paris

Wenn du Emilys Nachbarschaft gründlich erkundet hast, wird es Zeit, ins 1. Arrondissement weiterzuziehen – genau dorthin, wo die Hauptfigur jeden Morgen zur Arbeit pendelt und wo dich eine etwas luxuriösere Atmosphäre des alten Paris empfängt. Am besten nimmst du die Metro und steigst an der Station Palais Royal–Musée du Louvre aus – von dort sind es nur ein paar malerische Gässchen bis zur Serienwerbeagentur.

6. Place de Valois — Agentur Savoir / Agence Grateau

Traditionelles Pariser Café in der Rue Valois in der Nähe der Agentur Savoir
Traditionelles Pariser Café in der Rue Valois in der Nähe der Agentur Savoir

Der erste Ort, nach dem du Ausschau halten wirst, ist der versteckte kleine Platz Place de Valois an der Adresse 6 Place de Valois nahe der Rue des Bons Enfants. Hier befindet sich die Marketingagentur Savoir, die später zur Agence Grateau wird. Der Innenhof, in den Emily praktisch in jeder Folge kommt und wo die meisten Außengespräche mit Chefin Sylvie stattfinden, ist frei und kostenlos zugänglich – du kannst dich dort in aller Ruhe umsehen und dir vorstellen, mit dem Morgenkaffee direkt ins Meeting zu marschieren. Erreichbar ist der Platz ganz einfach über einen Durchgang vom nahegelegenen Palais Royal, und es ist hier meist angenehm ruhig, da er etwas abseits der großen Touristenströme liegt.

7. Jardin du Palais Royal — die gestreiften Säulen

Die gestreiften Säulen Colonnes de Buren im Hof des Palais Royal in Paris
Die gestreiften Säulen Colonnes de Buren im Hof des Palais Royal in Paris

Nur wenige Meter weiter an der Adresse 8 Rue de Montpensier stößt du auf den Jardin du Palais Royal – ein Ort mit freiem Eintritt, der in der Serie eine ziemlich wichtige Rolle spielt. Genau hier setzt sich Emily zum ersten Mal auf eine Bank am Brunnen, isst zu Mittag und lernt ihre künftige beste Freundin Mindy kennen. Neben den wunderschönen Gärten mit Bänken findest du hier auch einen der beliebtesten Pariser Instagram-Spots: die ikonischen schwarz-weiß gestreiften Säulen verschiedener Höhe, bekannt als Colonnes de Buren. Es ist ein wunderbar angenehmer Ort, an dem du dem Großstadttrubel entfliehen kannst – und obendrein deutlich weniger überlaufen als die nahegelegenen Parks rund um den Louvre.

8. Le Grand Véfour — das Restaurant, in das Emily vergeblich will

Direkt am Rand dieser Gärten an der Adresse 17 Rue de Beaujolais befindet sich Le Grand Véfour – ein luxuriöses, prächtiges historisches Restaurant, in das Emily in der ersten Staffel selbstbewusst mit Kunden und Kollegen gehen möchte, nur um am Eingang beschämt festzustellen, dass sie das Reservierungsdatum verwechselt hat. Es handelt sich um ein echtes legendäres Restaurant, das jahrelang Michelin-Sterne hielt. Auch heute ist es ein äußerst exklusives und teures Erlebnis, bei dem die Preise pro Person leicht 60 bis 150 € und mehr betragen können. Reservierungen müssen weit im Voraus getätigt werden – wenn du also nicht gerade das Budget amerikanischer Manager hast, empfehle ich dir, dieses wunderschöne historische Juwel lieber nur von außen durch das prachtvoll verzierte Fenster zu bewundern.

Saint-Germain: berühmte (und ziemlich teure) Cafés

Emily mit roter Baskenmütze in einem Pariser Café, Szene aus Emily in Paris
Emily mit roter Baskenmütze in einem Pariser Café, Szene aus Emily in Paris

Wenn du vom Zentrum aus über die Seine zurück ins 6. Arrondissement zum Boulevard Saint-Germain wechselst, landest du in der Welt der berühmten Pariser Cafés, in denen sich im 20. Jahrhundert bedeutende Schriftsteller, Philosophen und Künstler trafen – und die natürlich auch bei den Dreharbeiten unserer Serie nicht fehlen durften. Es sind Orte mit enormer Geschichte und unverwechselbarem Charme, aber gleich vorweg die Warnung: Sie sind schlicht und einfach richtig teuer, und du zahlst weniger für einen herausragenden Kaffee als vielmehr dafür, auf demselben Stuhl zu sitzen, auf dem einst Jean-Paul Sartre Platz genommen hat.

9. Café de Flore

Das berühmte Café de Flore am Boulevard Saint-Germain in Paris
Das berühmte Café de Flore am Boulevard Saint-Germain in Paris

An der legendären Adresse 172 Boulevard Saint-Germain steht das Ecklokal Café de Flore mit seiner unübersehbaren Blumendekoration und dem grünen Schriftzug. Hier trifft Emily in der sechsten Episode der ersten Staffel auf den snobistischen Semiotik-Professor Thomas. Die Preise entsprechen nicht denen normaler Cafés: Für einen einfachen kleinen Espresso zahlst du rund 5 €, eine sämige heiße Schokolade kostet 10 bis 12 €, und für ein leichtes Gericht wie Omelett oder Sandwich legst du zwischen 10 und 20 € hin. Ehrlich gesagt ist es heute eigentlich eine wunderschöne Touristenfalle, aber mit Kultstatus – man sollte es schlicht als historisches Erlebnis betrachten, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis keine Rolle spielt. Geöffnet ist täglich von 7:30 Uhr morgens bis 1:30 Uhr nachts, und ich empfehle dir dringend, entweder ganz früh am Morgen oder später am Abend zu kommen – sonst kannst du in der Schlange auf den perfekten Außentisch mit Blick auf die Straße locker eine halbe Stunde warten. Mehr Infos auf der Website des Café de Flore.

10. Les Deux Magots

Das historische Café Les Deux Magots im Pariser Viertel Saint-Germain
Das historische Café Les Deux Magots im Pariser Viertel Saint-Germain

Direkt neben dem Café de Flore am Platz 6 Place Saint-Germain-des-Prés befindet sich sein historisch größter Rivale: das Café Les Deux Magots. Es spielt in der Serie zwar keine ganz so prominente Rolle, gehört aber in dieselbe Liga bewunderter und äußerst teurer Lokale – und die Kameras konnten es bei den Aufnahmen des Viertels natürlich nicht ignorieren. Die Atmosphäre ist der beim Nachbarn sehr ähnlich: Für einen Cappuccino zahlst du rund 9,50 € und kannst hier bequem einen Nachmittag damit verbringen, stilvolle Pariser zu beobachten. Im März 2025 wurde das Café nach einer längeren Renovierung wiedereröffnet und erstrahlt nun in einem aufgefrischten, polierten Interieur. Alle Neuigkeiten findest du direkt auf der Website von Les Deux Magots.

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Montmartre: die fotogensten Szenen der Serie

Wenn du dir eine kleine Auszeit vom Trubel im Zentrum gönnen möchtest, solltest du dich unbedingt in den Norden von Paris ins bezaubernde 18. Arrondissement auf den Hügel Montmartre aufmachen. Mit seinen kopfsteingepflasterten Gassen und der leicht bohèmehaften Atmosphäre lieferte er der Serie die mit Abstand fotogensten und romantischsten Szenen. Die Metro bringt dich sicher hinauf – steig einfach an der beliebten Station Abbesses aus oder nimm den ruhigeren Weg von der Station Lamarck–Caulaincourt und stell dich auf ein bisschen Steigung ein, die sich für die atemberaubenden Ausblicke aber absolut lohnt.

11. La Maison Rose

Das rosa Restaurant La Maison Rose auf dem Montmartre, wo Emily und Mindy zu Mittag essen
Das rosa Restaurant La Maison Rose auf dem Montmartre, wo Emily und Mindy zu Mittag essen

An der Ecke der Straße 2 Rue de l’Abreuvoir ist das bezaubernde rosa Häuschen mit Außenplätzen nicht zu übersehen – das Restaurant La Maison Rose, wo Emily und Mindy in der fünften Folge der ersten Staffel gemeinsam zu Mittag essen und Mindy diese Straße als die schönste in ganz Paris bezeichnet. Das Restaurant hat eine unglaubliche Geschichte: Hier saßen einst Meister wie Pablo Picasso oder Vincent van Gogh, und der berühmte Maler Maurice Utrillo hat es auf seinen Bildern verewigt. Heute liegen die Preise pro Person zwischen 28 und 40 €, und trotz des Touristen-Hypes haben sie überraschend gute Bewertungen. Mit nur 35 Plätzen im Inneren ist es unglaublich schwer, einen Tisch zu ergattern – du musst also weit im Voraus über die offizielle Website La Maison Rose reservieren und dich trotzdem darauf einstellen, dass du manchmal kurz draußen warten musst.

12. Le Mur des Je t’aime (die Liebeswand)

Unweit der Metro-Station Abbesses liegt der kleine Park Square Jehan Rictus, und darin verborgen ein blaues Wunder namens Le Mur des Je t’aime – die Liebeswand, auf der der Satz „Ich liebe dich“ in mehr als 311 Sprachen und 250 verschiedenen Dialekten der ganzen Welt geschrieben steht. Dieser Ort, dessen Besuch kostenlos ist, erscheint in der dritten Staffel, als Küchenchef Gabriel hier nervös die Wand betrachtet und romantisch über den perfekten Ort für seinen bevorstehenden Heiratsantrag nachdenkt. Es ist ein ziemlich kleiner Platz, und tagsüber ist es hier recht voll mit verliebten Paaren, die ihren „Ich liebe dich“-Schriftzug fotografieren – die beste Zeit für ein schönes, ruhiges Foto ist also auch hier am besten gleich nach dem Frühstück.

13. Sacré-Cœur

Die weiße Basilika Sacré-Cœur auf der Spitze des Pariser Montmartre
Die weiße Basilika Sacré-Cœur auf der Spitze des Pariser Montmartre

Ganz oben auf der Spitze des Montmartre-Hügels an der Adresse 35 Rue du Chevalier de la Barre thront die schneeweiße Basilika Sacré-Cœur, die als Kulisse für eine großartige Serienszene aus der dritten Staffel dient – hier machen die Figuren einen Instagram-Livestream und genießen den Blick über die Stadt unter ihnen. Der Spaziergang rund um die Basilika und der Blick über ganz Paris sind kostenlos, aber wenn du das wunderschöne Innere besichtigen möchtest, solltest du 6 € einplanen – der Aufstieg zur Kuppel kostet nochmal 7 € extra. An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich warnen: Der Vorplatz der Basilika ist oft extrem überfüllt, hier trifft man regelmäßig auf aufdringliche Armbandverkäufer, und vor allem muss man penibel auf seine Wertsachen achten, denn Taschendiebe sind hier leider an der Tagesordnung. Komm am besten früh morgens, wenn es hier herrlich ruhig ist.

Brücken und große Szenen: Parfüm, Straßenmusik und Seine

Emily auf einer Party mit dem beleuchteten Eiffelturm im Hintergrund, Serie Emily in Paris
Emily auf einer Party mit dem beleuchteten Eiffelturm im Hintergrund, Serie Emily in Paris

Die visuelle Seite der Serie nutzt die wunderschöne Szenerie entlang der Pariser Seine und ihre verzierten Brücken voll aus. Sie dienen als perfekte dramatische und romantische Kulisse für die wichtigsten Drehmomente – und es wäre einfach schade, bei deinem Ausflug nicht wenigstens kurz über sie hinüberzuschlendern.

14. Pont Alexandre III

Die verzierte Brücke Pont Alexandre III in Paris mit goldenen Statuen
Die verzierte Brücke Pont Alexandre III in Paris mit goldenen Statuen

Die prachtvolle und reich verzierte Jugendstilbrücke Pont Alexandre III stammt aus dem Jahr 1900, liegt genau zwischen dem 7. und 8. Arrondissement unweit der Metro-Station Invalides und dient zu Beginn der ersten Staffel als Location für den Dreh jener provokanten Parfümwerbung der Marke Maison Lavaux, bei der Emily sich mit dem Kunden über die Angemessenheit von Nacktheit in der Werbung streitet. Die Brücke beeindruckt mit fantastischen goldenen Statuen und Laternen, und der Blick von hier über die Seine zum Eiffelturm ist schlicht zauberhaft – und kostenlos. Sei aber darauf gefasst, dass dieser Spot besonders bei Sonnenuntergang extrem beliebt und ziemlich überlaufen ist – Hochzeitsfotografen und normale Reisende tummeln sich hier gleichermaßen.

15. Pont des Arts

Die Fußgängerbrücke Pont des Arts über die Seine mit dem Institut de France
Die Fußgängerbrücke Pont des Arts über die Seine mit dem Institut de France

Die deutlich intimere hölzerne Fußgängerbrücke Pont des Arts, die zwischen dem berühmten Louvre und dem Sitz des Institut de France liegt, spielte gleich mehrfach eine wichtige Rolle. Zum Beispiel findet am Ende der ersten Staffel das Gespräch zwischen Chefin Sylvie und Emily hier statt, und in der zweiten Staffel versucht Emilys Freundin Mindy hier etwas unglücklich, als Straßenmusikerin Geld zu verdienen. Diese Brücke war einst dafür berühmt, dass verliebte Paare sogenannte Liebesschlösser ans Geländer hängten und die Schlüssel in die Seine warfen. Doch das Geländer wurde unter dem Gewicht des Metalls so schwer und beschädigt, dass die Stadt es entfernen und durch spezielle Glasplatten ersetzen musste – die Romantik ist geblieben, nur ohne die tausenden Vorhängeschlösser. Der Besuch und die Ausblicke über den Fluss sind selbstverständlich kostenlos, und du wirst genießen, wie Paris von hier aus eine ruhigere Atmosphäre ausstrahlt.

Neben diesen Hauptstationen taucht die Serie auch kurz an weiteren schönen Orten auf, die eine kurze Erwähnung verdienen, falls dir noch Zeit bleibt:

  • Hôtel Plaza Athénée (25 Avenue Montaigne, 8. Arrondissement): das Luxushotel, in dem sowohl Alfie als auch der Kunde Antoine wohnen und wo es im Winter sogar eine kleine Eislaufbahn gab. Ein Zimmer ist astronomisch teuer, aber ein erschwinglicheres Erlebnis ist ein Cocktail an der Bar für 25 bis 60 €.
  • Galeries Lafayette (40 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement): das ikonische Kaufhaus, wo Emily und Camille auf dem Dach stehen und die Kadiance-Creme-Aktion aus der vierten Staffel stattfindet. Der Eintritt ins Haus und auf die Dachterrasse mit Aussicht ist kostenlos.
  • Musée d’Orsay: das berühmte Museum für Impressionismus, wo in der neunten Episode der dritten Staffel die wunderschöne Verlobungsszene von Gabriel und Camille an den ikonischen Uhren stattfindet. Der Eintritt kostet 16 €, montags ist geschlossen, Tickets findest du auf der offiziellen Website des Musée d’Orsay.
  • Musée des Arts Forains (53 Avenue des Terroirs de France, 12. Arrondissement): ein Museum für Jahrmarktskunst, wo die unglaublich extravagante Party in der ersten Staffel gedreht wurde. Besichtigen kann man es aber nur mit einer vorab gebuchten Führung für 15 bis 20 €.

Wo essen auf Emilys Spuren (ohne zweite Hypothek)

Wie ich schon mehrfach erwähnt habe, sind die beliebten Serienrestaurants und historischen berühmten Cafés im Zentrum oft teuer – nicht selten handelt es sich um regelrechte Luxusadressen, bei denen du für den Namen und einen Stuhl auf dem Bürgersteig ordentlich draufzahlst, was das Budget nicht gerade schont. Wenn du es dir leisten kannst und willst: nur zu! Aber damit du in Paris nicht bei Brot und Wasser endest, gibt es auch fantastische und bezahlbare Alternativen.

Eine tolle Idee ist es, gleich morgens bei der Boulangerie Moderne vorbeizuschauen und dir für ein paar Euro frisches, herrlich duftendes Gebäck zu holen, das du auf dem Weg mitnimmst und mit einem Kaffee im nahegelegenen Jardin du Luxembourg mit großartiger Aussicht genießen kannst. Was das Restaurant Terra Nera angeht: Ehrlich gesagt ist es zwar ein italienisches und kein klassisch französisches Restaurant wie im Film, aber es wird dort wirklich gut gekocht, und die Preise für ein Abendessen sind im Pariser Kontext nicht katastrophal – nur Schnecken in Kräuterbutter wirst du vergeblich suchen. Wenn ich euch etwas abseits der Emily-in-Paris-Welt empfehlen darf: Wir waren in Paris begeistert von den traditionellen historischen Speisehallen, den sogenannten Bouillons, wie zum Beispiel dem legendären Bouillon Chartier. Dort bekommt man eine sehr ordentliche französische Klassik wie Zwiebelsuppe oder gebratenes Hähnchen in großem Trubel zu unglaublich günstigen Preisen. Alternativ probiere einfach irgendein unscheinbares Bistro zwei Straßen abseits der großen Plätze.

💡 Tipp: Wenn du ein richtig tolles kulinarisches Erlebnis möchtest, ohne Hunderte Euro für ein Mittagessen im Le Grand Véfour auszugeben, halte nach Restaurants Ausschau, die ein sogenanntes Mittagsmenü (formule midi) anbieten. Für ein Drei-Gänge-Mittagessen zahlst du oft sogar weniger als zwanzig Euro und isst genauso gut wie am Abend zum dreifachen Preis.

Bevor du losgehst: sei rücksichtsvoll gegenüber den Anwohnern

Wenn du dich in die Stadt aufmachst, um bekannte Seriendrehorte zu fotografieren, ist ein Hinweis besonders wichtig – und er betrifft die Pariser selbst. Der plötzliche und enorme Ruhm der Serie hat aus vielen ehemals ruhigen Vierteln überfüllte Touristenziele gemacht. Der kleine Platz Place de l’Estrapade war früher ein unauffälliger, sehr stiller Innenhof, an dem die Leute in Ruhe ihren Kaffee tranken. Heute ist er ein riesiger Touristenmagnet, und an den Wänden kann man sogar aufgesprühte Schriftzüge wie „Emily n’est pas la bienvenue“ (Emily ist hier nicht willkommen) finden – ein deutliches Zeichen für die enorme Frustration derer, die hier einfach nur wohnen möchten.

Auch wenn wir uns alle das schönste Foto mit Baskenmütze vor den Fenstern der Hauptfiguren wünschen: Der Besitzer der Boulangerie Moderne, Thierry Rabineau, hat kürzlich in einem Interview bedrückt zugegeben, dass ihn das Verhalten der Fans tief verletzt. Von den sechs- bis siebenhundert Kunden täglich sind vierzig Prozent Serienfans, von denen viele überhaupt nichts kaufen. Und wenn sie dann im Urlaub nicht hineinkommen oder feststellen, dass Haus und Bäckerei nicht genauso aussehen wie bei Netflix, hinterlassen sie unfaire und giftige Bewertungen auf Google Maps. Ich möchte daher im Namen aller Anwohner appellieren: Denkt daran, dass dies die Wohnungen und Geschäfte ganz normaler Menschen und Familien sind. Kommt am besten sehr früh morgens, sprecht leise, klingelt auf keinen Fall an den Hausglocken und fotografiert den Leuten nicht durch die Erdgeschoss-Fenster. Wenn ihr euch schon die Mühe macht hinzugehen, kauft euch ganz normal einen Kaffee oder einen Croissant, seid freundlich zu den Leuten hinter der Theke – und ihr werdet sehen, dass das Erlebnis für alle Beteiligten viel angenehmer und schöner wird.

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Interessiert dich die französische Metropole und möchtest du auch über Orte lesen, die vielleicht nicht direkt mit der Serie zusammenhängen, aber bei deinem Besuch auf keinen Fall fehlen sollten? Dann schau dir unseren ausführlichen Guide an, in dem wir umfangreiche Tipps zusammengestellt haben, was man in Paris noch sehen kann. Und wenn du – so wie wir damals – mit der ganzen Familie und quirligen Kleinkindern im Kinderwagen in die Stadt der Liebe und Croissants fährst, dann helfen dir bestimmt unsere erprobten Tipps, wie du Paris mit Kindern stressfrei meistern kannst.

Offizielle Informationen zu allen Sehenswürdigkeiten, zum öffentlichen Nahverkehr und zu aktuellen Neuigkeiten in verschiedenen Sprachen findest du auch auf der bewährten offiziellen Tourismus-Website der Stadt Paris.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo wurde die Wohnung aus Emily in Paris gedreht?

Die berühmte Wohnung der Hauptfigur aus der Netflix-Produktion wurde am Platz Place de l’Estrapade Nummer 1 gedreht, der sich im 5. Pariser Arrondissement (Quartier Latin) in Gehweite des Jardin du Luxembourg und des Panthéon befindet.

Kann man Emilys Wohnung von innen besichtigen?

Leider nein – es handelt sich um ein ganz normales privates Wohnhaus, in dem echte Pariser leben. Man kann die Adresse daher nur von der Straße aus durch die Eingangstür betrachten. Bitte respektiert die Ruhe und Privatsphäre aller Bewohner und fotografiert rücksichtsvoll, am besten morgens.

Welches Restaurant ist Gabriels Restaurant?

Gabriels Stammlokal, das in der ersten Staffel den Namen Les Deux Compères trägt, wurde im echten Restaurant Terra Nera an der Adresse 18 Rue des Fossés Saint-Jacques gedreht. Entgegen der Erwartung vieler Fans bietet es in Wirklichkeit hauptsächlich italienische Küche.

Kann man alle Drehorte an einem Tag zu Fuß ablaufen?

Ja, das ist absolut machbar und ziemlich einfach. Die allermeisten Serien-Locations im Zentrum liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt, sodass du die wichtigste Rundtour in gemütlichem Tempo in 2 bis 3 Stunden ohne große Anstrengung schaffst.

Gibt es geführte Touren zu den Emily in Paris Drehorten?

Auf jeden Fall! Nach dem riesigen Erfolg der Serie gibt es mittlerweile zahlreiche organisierte Spaziergänge mit lokalen Guides, die du beispielsweise über verschiedene Anbieter ab etwa 14,50 € pro Person buchen kannst.

Wo ist die Bäckerei aus Emily in Paris?

Die handwerkliche Bäckerei mit den köstlichen Croissants namens Boulangerie Moderne mit ihrer klassischen historischen Schaufensterfront findest du gleich neben dem italienischen Restaurant Terra Nera in derselben Straße an der Hausnummer 16. Es ist ein voll funktionsfähiger und preisgekrönter Pariser Familienbetrieb.

Wurde die 5. Staffel in Paris gedreht?

Die fünfte Staffel von Emily in Paris erschien zwar im Dezember 2025, doch die Handlung verlagert sich darin überraschend zu großen Teilen von den Straßen der französischen Metropole in den Süden Europas nach Rom, wohin die Hauptfigur beruflich und privat aufbricht. Dieser Wechsel soll auch in der bereits bestätigten sechsten Staffel fortgesetzt werden.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Shopping in Paris: Concept Stores, Kaufhäuser und Vintage (Shopping-Guide)

TL;DRBeim Shopping in Paris kommst du an großen Kaufhäusern wie Galeries Lafayette und Printemps am Boulevard Haussmann nicht vorbei – beide bieten kostenlose Aussichten auf den Eiffelturm. Dazu kommen concept stores wie Merci im 3. Arrondissement, untergebracht in einer ehemaligen Tapetenfabrik, sowie Vintage-Läden wie Kilo Shop, wo nach Gewicht der Kleidung abgerechnet wird. Zum Bummeln eignen sich am besten die Viertel Marais, Saint-Germain-des-Prés und Canal Saint-Martin. Die Champs-Élysées solltest du dagegen meiden – zu viele Touristenmassen und globale Ketten. Die großen Schlussverkäufe (Soldes) haben staatlich festgelegte Termine: 2026 laufen sie vom 8. Januar bis 4. Februar und vom 25. Juni bis 22. Juli, mit Rabatten bis zu 70 %. Reisende von außerhalb der EU können über das Detaxe-System 12 % der Mehrwertsteuer auf Einkäufe ab 100 € zurückholen – für Besucher aus Tschechien gilt dieser Anspruch allerdings nicht.

Wenn die Stadt erwacht, der Duft von Butter aus den Eckbäckereien strömt und du mit einem Becher heißem Kaffee in der Hand an den ersten öffnenden Boutiquen vorbeigehst, begreifst du eine grundlegende Sache: Paris Shopping ist kein kopfloses Füllen von Papiertüten und kein Rennen durch riesige anonyme Einkaufszentren am Stadtrand. Es ist eine eigenständige Kulturdisziplin, ein sorgfältiges Kuratieren des eigenen Geschmacks und manchmal eine regelrechte Schatzsuche. Du sitzt auf einer Bank, beobachtest Pariserinnen in perfekten Leinenhemden mit abgewetzten Stofftaschen auf dem Weg zur Arbeit – und plötzlich willst du diesen mühelosen Stil sofort aufsaugen.

Anfangs mag der allgegenwärtige Luxus und die glitzernden Schaufenster überwältigend wirken, doch das wahre Herz der Stadt schlägt woanders. Es verbirgt sich in versteckten Passagen, in ehemaligen Fabriken, die zu avantgardistischen Räumen umgebaut wurden, oder in Gässchen, wo jahrhundertealte Käsereien und moderne Ateliers unabhängiger Designer ganz selbstverständlich nebeneinander existieren. Für mich als Vegetarierin mit einem Faible für Nachhaltigkeit ist es das absolute Paradies, denn lokale und ethische Mode spielt hier die Hauptrolle.

In diesem Artikel findest du den kompletten Paris Shopping Guide. Wir zeigen dir die besten Concept Stores, nehmen die großen Kaufhäuser wie Galeries Lafayette unter die Lupe, durchstreifen die Pariser Vintage-Szene und vergessen auch praktische Tipps nicht – etwa wie die saisonalen Schlussverkäufe funktionieren, wo du die besten kleinen Läden findest und wie du dir die Tax-Free-Rückerstattung sicherst.

Zusammenfassung

Elegante überdachte Passage mit Geschäften, Glasdach und goldenem Licht
  • Die großen Winter- und Sommerschlussverkäufe (Soldes) haben staatlich strikt festgelegte Termine. 2026 finden sie vom 8. Januar bis 4. Februar und vom 25. Juni bis 22. Juli statt.
  • Wenn du einen kostenlosen Blick über die Stadt willst, geh auf die Dachterrasse des Kaufhauses Galeries Lafayette oder Printemps. Von dort siehst du ganz Paris inklusive Eiffelturm.
  • Den berühmtesten Pariser Concept Store Merci findest du im 3. Arrondissement. Er befindet sich in einer ehemaligen Tapetenfabrik und ist an dem roten Vintage-Auto im Innenhof zu erkennen.
  • Mit Kinderwagen und kleinen Kindern shoppst du am besten im nördlichen Marais (3. Arrondissement) und rund um Saint-Germain (6. Arrondissement), wo die Bürgersteige breiter und die Atmosphäre ruhiger sind.
  • Für Fans von Secondhand und Nachhaltigkeit ist der Kilo Shop ein Muss – hier bezahlst du Vintage-Kleidung nach dem Gesamtgewicht an der Kasse.
  • Die besten essbaren Souvenirs (Käse, Senf, Wein) gibt es unter einem Dach in der La Grande Épicerie de Paris neben dem Kaufhaus Le Bon Marché.
  • Die goldene Regel: Bei jedem Betreten eines kleineren Geschäfts musst du laut „Bonjour“ sagen. Ohne diesen Gruß wirst du vom Personal ignoriert.
  • Besucher aus Nicht-EU-Ländern (einschließlich Großbritannien) können das Detaxe-System nutzen und sich 12 % Mehrwertsteuer auf Einkäufe ab 100 € auf einer Quittung erstatten lassen.
  • Geh nicht auf den Champs-Élysées shoppen. Es ist teuer, überfüllt und voller globaler Ketten, die du überall auf der Welt findest.
Wunderschöne überdachte Pariser Passage mit Glasdach, eleganten Lampen und historischen Geschäften

Wann zum Shopping nach Paris und Schlussverkauf-Kalender

Das Timing deiner Reise kann den Unterschied zwischen einem leeren Geldbeutel und absolut genialen Schnäppchen zum Bruchteil des Preises ausmachen. Der Pariser Einzelhandel unterliegt nämlich sehr strengen Regeln, die direkt von der französischen Regierung vorgegeben werden. Gewöhnliche Rabattaktionen im Laufe des Jahres gibt es hier praktisch nicht – alles konzentriert sich auf zwei massive Schlussverkaufsfenster.

Legendäre Soldes: Winter- und Sommerschlussverkauf 2026

Überdachte Passage mit bunten Geschäften, Café und Glasdach

Die französischen Schlussverkäufe (Soldes) sind eine Institution. Sie dauern immer exakt vier Wochen, und die Rabatte vertiefen sich stufenweise in sogenannten Wellen (démarques). In der ersten Woche starten die Reduzierungen bei 20 bis 30 Prozent, doch in der letzten Woche purzeln die Preise um bis zu 70 Prozent. 2026 beginnt der Winterschlussverkauf am Mittwoch, dem 8. Januar, und endet am 4. Februar. Die Sommerwelle startet am Mittwoch, dem 25. Juni, und läuft bis zum 22. Juli.

💡 Insider-Tipp: Wenn du es auf ein bestimmtes Designerstück in deiner Größe abgesehen hast, geh gleich am ersten Tag morgens hin. Geht es dir aber nur um die Schatzsuche und den niedrigsten Preis, warte auf die dritte Rabattwelle (troisième démarque), die üblicherweise Mitte der dritten Woche beginnt.

Was du meiden solltest: Fashion Week und Augustferien

Elegantes Gebäude der Galeries Lafayette mit großem Banner und Besuchermenge

Wenn du nicht gerade in der Modebranche arbeitest, meide die Wochen der Paris Fashion Week (typischerweise Ende Februar/Anfang März und Ende September). Die Übernachtungspreise schießen in diesen Zeiträumen in astronomische Höhen, Restaurants im Zentrum sind hoffnungslos ausgebucht und in viele Boutiquen kommst du durch die Massen an Einkäufern und Influencern schlicht nicht hinein.

Genauso solltest du dich vor dem August in Acht nehmen. Für die Einheimischen gilt das Prinzip der sogenannten fermeture annuelle (jährliche Betriebsferien). Die Pariser flüchten massenhaft aus der aufgeheizten Stadt ans Meer. Große Kaufhäuser bleiben zwar geöffnet, aber die interessantesten kleinen unabhängigen Boutiquen, Concept Stores und beliebten Bäckereien haben die Rollläden heruntergelassen und ein Schild an der Tür: „Wir sehen uns im September.“

Wochenendeinkäufe und Sonntagsregeln

Elegantes Blumengeschäft Camelia blanc mit gelben Blumen und Palmen im Zentrum von Paris

Paris hat lange Jahre eine strikte Sonntagsruhe eingehalten, bei der alles geschlossen war. Heute gilt das dank spezieller Touristenzonen nicht mehr uneingeschränkt, aber du musst trotzdem planen. Während große Kaufhäuser wie Galeries Lafayette oder Boutiquen im Marais sonntags geöffnet haben, bleiben kleinere Geschäfte in Wohnvierteln (zum Beispiel im 11. oder 15. Arrondissement) kompromisslos geschlossen. Montagvormittags ist häufig für Reinigung und Warenauffüllung reserviert, sodass viele kleinere Läden erst nach der Mittagspause öffnen.

💡 Insider-Tipp: Der beste Tag für entspanntes Shopping ist Dienstag oder Donnerstag vormittags. Du umgehst die Wochenend-Invasion der Touristen und die Verkäufer haben deutlich mehr Zeit (und Geduld), sich persönlich um dich zu kümmern.

Glaskuppel der Galeries Lafayette mit roter Kugel und goldenen Bögen

Unterkunft in Paris für ein Shopping- und Familienwochenende

Die Wahl des Viertels beeinflusst dein gesamtes Stadterlebnis und dein Budget enorm. Paris ist in zwanzig Arrondissements aufgeteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden ist fast unmöglich, aber wenn du weißt, wo du suchen musst, lässt sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit finden.

Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen großen Bogen um die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Einmal sind wir dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet – und mit einem Zweijährigen möchte man das kein zweites Mal erleben. 😅 

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (reservieren kannst du es hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber nach den ersten Stunden hat man sich verliebt.

Große Kaufhäuser (Grands Magasins): Tempel des Luxus und des Alltags

Die Franzosen haben das Konzept des Kaufhauses im Grunde erfunden. Es sind nicht nur Orte zum Geldausgeben, sondern echte architektonische Juwelen und Schaufenster der Pariser Lebenskunst. Für Familien sind sie außerdem ein sicherer Hafen: genug Platz, funktionierende Klimaanlage, zuverlässige Aufzüge und die dringend benötigte Infrastruktur inklusive sauberer Toiletten.

Le Bon Marché und La Grande Épicerie (7. Arrondissement)

Grünes Geschäft Palais des Thés in einer Pariser Straße mit Blumen

Das ist der absolute Klassiker des linken Seineufers (Rive Gauche). Le Bon Marché an der Metrostation Sèvres-Babylone gilt als das älteste Kaufhaus der Welt. Gegründet wurde es bereits 1852 von Aristide Boucicaut und gehört heute zum LVMH-Imperium. Es strahlt leisen, unaufdringlichen Luxus aus, und du triffst hier nicht auf die hektischen Touristenmassen wie am rechten Ufer. Der Raum atmet, ist voller zeitgenössischer Kunst, und im riesigen zentralen Atrium wechseln sich regelmäßig atemberaubende Kunstinstallationen ab. Gleich nebenan an der Adresse 38 Rue de Sèvres befindet sich die angeschlossene La Grande Épicerie de Paris – wohl die luxuriöseste Lebensmittelhalle, die du je sehen wirst. Die Käseabteilung duftet schon von Weitem, und die Regale quellen über vor Premium-Olivenölen.

  • Adresse: 24 Rue de Sèvres, 7. Arrondissement (Metro Sèvres-Babylone, Linien 10 und 12)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:45, So 11:00–19:45
  • Preise: Eintritt frei, eine Premium-Pralinenschachtel in der Épicerie ab 25 €
  • 💡 Insider-Tipp: Im Erdgeschoss der Grande Épicerie gibt es fantastische frische Baguettes und eine tolle Theke mit fertigen vegetarischen Gerichten. Kauf dir dort dein Mittagessen zum Mitnehmen und iss es im nahegelegenen Park Square Boucicaut.

Galeries Lafayette Haussmann (9. Arrondissement)

Pariser Straße mit historischem grünem Geschäft und blumengeschmückten roten Türen

Ein architektonischer Augenschmaus, den du sehen musst, selbst wenn du hier keinen einzigen Euro ausgeben willst. Die Jugendstil-Glaskuppel von 1894, entworfen von Ferdinand Chanut, ist die Verkörperung der Pariser Belle Époque. Das Kaufhaus vereint absoluten High-End-Luxus im Erdgeschoss mit erschwinglicheren Mainstream-Marken in den oberen Etagen. Direkt gegenüber dem Hauptgebäude liegt zudem die riesige Food-Hall Lafayette Gourmet mit Filialen der besten Pariser Pâtissiers. Achtung aber bei der neuen Filiale der Galeries Lafayette auf den Champs-Élysées – die hat ein völlig anderes, sehr futuristisches und für meinen Geschmack etwas seltsames Konzept ohne klassische Kassen, dem die Seele des Originals fehlt.

  • Adresse: 40 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement (Metro Chaussée d’Antin – La Fayette, Linien 7 und 9)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:30, So 11:00–20:00
  • Preise: Eintritt frei, Kaffee im hauseigenen Café um die 5 €
  • 💡 Insider-Tipp: Fahr mit den Rolltreppen ganz nach oben auf die Dachterrasse. Sie ist komplett kostenlos und bietet einen fantastischen 360°-Blick auf die Stadt, darunter die Opéra Garnier und den Eiffelturm. Mit Jonáš verbringen wir hier manchmal Zeit, weil es sicher ist und genug Platz zum Herumrennen bietet.

Printemps Haussmann (9. Arrondissement)

Pariser Geschäft mit bunten Symbolen in einem Haussmann-Gebäude

Printemps ist der unmittelbare Nachbar und ewige Rivale der Galeries Lafayette. Du erkennst es sofort an der wunderschönen byzantinischen Kuppel und den goldenen Details an der Fassade. Der Komplex ist in drei riesige Gebäude aufgeteilt: Printemps de la Femme (Mode), Printemps de la Beauté (Kosmetik) und Printemps de l’Homme (Herrenabteilung). Es wirkt etwas luxuriöser und gefühlt einen Tick ruhiger als Lafayette, weil nicht so viele organisierte Touristengruppen hierher strömen.

  • Adresse: 64 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement (Metro Havre-Caumartin, Linien 3 und 9)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 11:00–20:00
  • Preise: Eintritt frei, Designer-Parfums ab 150 €
  • 💡 Insider-Tipp: Auch Printemps hat ein Dach-Ass im Ärmel. Es heißt 7e Ciel (Siebter Himmel) und befindet sich in der 7. Etage des Gebäudes Printemps de la Femme. Dort gibt es ein kleines Café, und die Aussicht ist meiner Meinung nach sogar noch einen Tick besser als beim Nachbarn.

BHV Marais (4. Arrondissement)

Historische Pariser Einkaufspassage mit goldenen Rahmen und verglastem Dach

Der Bazar de l’Hôtel de Ville, kurz BHV, liegt direkt gegenüber dem Pariser Rathaus am Rand des Marais. Während Lafayette und Printemps stark auf Mode setzen, kommen ins BHV die Pariser selbst, wenn sie etwas Praktisches brauchen. Es ist ein faszinierender Mix aus Kleidung, Design und einer riesigen Kellerabteilung für Heimwerker (DIY), in der du wirklich jede Schraube der Welt findest. Die Atmosphäre ist deutlich lokaler, und in der Abteilung für Küchenbedarf kannst du Stunden damit verbringen, professionelles französisches Geschirr zu bewundern.

  • Adresse: 52 Rue de Rivoli, 4. Arrondissement (Metro Hôtel de Ville, Linien 1 und 11)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 11:00–19:00
  • Preise: Die Preise sind hier generell etwas günstiger als im 9. Arrondissement.
  • 💡 Insider-Tipp: Wenn du die Einkäufe überlebt hast, belohn dich mit einem Drink. Auf dem Dach des BHV gibt es die Bar Le Perchoir Marais. Sie öffnet meist erst am frühen Abend und bietet einen wunderbaren Blick auf das Rathaus und die Seine.
Buntglaskuppel der Galeries Lafayette Haussmann

Concept Stores: Wo Mode auf Kunst und Kaffee trifft

Paris ist die Heimat der Concept Stores. Nach der Schließung der legendären Boutique Colette im Jahr 2017 hat die Stadt keineswegs den Atem verloren. Im Gegenteil – es sind neue Nachfolger aufgetaucht, die die Idee von „allem Schönen unter einem Dach“ zur Perfektion getrieben haben. Oft mit starkem Fokus auf Ökologie und lokale Produktion.

Merci (3. Arrondissement)

Frau in gelber Jacke in einer historischen Pariser Passage mit Glasdach

Das ist ein absolutes Muss. Merci residiert in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das einst als Tapetenfabrik diente. Schon allein der Eingang ist ikonisch: Du gehst durch eine Durchfahrt in einen gepflasterten Innenhof, wo immer ein kleines Vintage-Auto parkt – klassischerweise der legendäre rote Fiat 500. Drinnen erwartet dich ein perfekt kuratierter Mix aus unabhängiger Mode, Designermöbeln, Leinentextilien und Geschirr. Ein beträchtlicher Teil der Gewinne fließt zudem an Wohltätigkeitsprojekte in Entwicklungsländern. 2025 wurde außerdem eine kleinere Filiale Merci #2 im ersten Arrondissement eröffnet, aber die Originallocation im Marais bleibt unerreicht.

  • Adresse: 111 Boulevard Beaumarchais, 3. Arrondissement (Metro Saint-Sébastien – Froissart, Linie 8)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:30–19:30, So 11:00–19:00
  • Preise: Leinenhemd ca. 120 €, Becher 15 €
  • 💡 Insider-Tipp: Teil des Raums ist auch das Used Book Café. Die Wände bestehen aus Tausenden alten Büchern, und es gibt hier einen hervorragenden Hafer-Flat-White. Mit Kinderwagen lässt es sich außerhalb der Wochenendspitzenzeiten ganz gut manövrieren.

Centre Commercial (10. Arrondissement)

Menschen stehen in einer Schlange vor der preisgekrönten Pariser Bäckerei La Maison d'Isabelle

Unweit des malerischen Canal Saint-Martin findest du dieses Manifest der nachhaltigen Mode. Gegründet wurde der Laden vom Team hinter der Kult-Sneaker-Marke Veja. Der Raum bietet ausschließlich Marken an, die strenge Kriterien für ökologische und soziale Verantwortung erfüllen. Du findest hier Mode, Bücher, Vintage-Möbel und sogar restaurierte Fahrräder. Ein sehr luftiger, heller Raum, in dem dich niemand zu etwas drängt.

  • Adresse: 2 Rue de Marseille, 10. Arrondissement (Metro Jacques Bonsergent, Linie 5)
  • Geöffnet: Di–Sa 11:00–19:30, So 14:00–19:00, Mo geschlossen
  • Preise: Nachhaltige Veja-Sneaker um die 140 €
  • 💡 Insider-Tipp: Eine Straße weiter (in der Rue Yves Toudic) wurde das Children’s Centre Commercial eröffnet. Es konzentriert sich rein auf Kinder und bietet wunderschöne, ethisch produzierte Kleidung für die Kleinsten sowie zertifiziertes Holzspielzeug.

Bonton (3. Arrondissement)

Wo wir schon bei Kindern sind – Bonton darf auf keinen Fall fehlen. Diese Familienmarke im Herzen des Marais ist eine Institution für stilbewusste Pariser Eltern. Hier geht es nicht nur um Kleidung mit schönem Vintage-Touch und bequemen Schnitten, sondern um ein ganzes Erlebnis. Der Laden sprüht vor Farben und quillt über vor Accessoires für Kinderzimmer und originellem Spielzeug. Wir lieben es hier mit Jonáš, weil alles so konzipiert ist, dass es sowohl Eltern als auch die Kleinen begeistert.

  • Adresse: 5 Boulevard des Filles du Calvaire, 3. Arrondissement (Metro Saint-Sébastien – Froissart, Linie 8)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So geschlossen
  • Preise: Kinderpullover ca. 60 €
  • 💡 Insider-Tipp: Im Laden gibt es oft eine kleine Fotobox und sogar einen Kinderfriseur. Das ist eine tolle Möglichkeit, dem Kind einen Tag voller Einkäufe zu versüßen.

Empreintes (3. Arrondissement)

Empreintes ist ein riesiger vierstöckiger Concept Store, der sich ausschließlich französischen Kunsthandwerkern widmet. Wenn du etwas absolut Einzigartiges suchst, das nicht in einer Fabrik am anderen Ende der Welt entstanden ist, bist du hier goldrichtig. Verkauft werden mundgeblasenes Glas, handgefertigte Keramik, Holzskulpturen und originelle Schmuckstücke. Jedes Stück trägt ein Etikett mit dem Namen des Schöpfers und dem Ort in Frankreich, an dem es entstanden ist. Der Raum ist von Tageslicht durchflutet und wirkt eher wie eine Kunstgalerie.

  • Adresse: 5 Rue de Picardie, 3. Arrondissement (Metro Arts et Métiers, Linien 3 und 11)
  • Geöffnet: Di–Sa 11:00–19:00, So und Mo geschlossen
  • Preise: Handgefertigter Keramikteller ab 40 €
  • 💡 Insider-Tipp: Im ersten Stock gibt es ein kleines Café mit ausgezeichnetem Kräutertee. Ein idealer ruhiger Rückzugsort vom Trubel der umliegenden Marais-Straßen.
Belle-Époque-Fassade des Le Bon Marché an der Rue de Sèvres

Viertel, in denen man sich verlieren sollte (und die Kreditkarte atmen lassen)

Nicht jeder möchte die ganze Zeit unter einem Dach verbringen. Manchmal ist es am schönsten, einfach durch die Gassen zu schlendern, in Schaufenster zu spähen und kleine Läden zu entdecken, über die in keinem Reiseführer geschrieben wird. Der aktuelle Shopping-Stil in Paris wird vor allem von diesen Vierteln geprägt, von denen jedes seinen ganz eigenen Charakter hat.

lukas a lucka
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Le Marais (3. und 4. Arrondissement)

Das Marais schlägt als Designerherz der Stadt. Es ist ein Gewirr aus engen Gassen, die als eine der wenigen die große Haussmannsche Stadtumgestaltung im 19. Jahrhundert überlebt haben. Für Familien mit Kinderwagen ist der nördliche Teil (Haut Marais im 3. Arrondissement) ideal, denn dort sind die Bürgersteige etwas breiter und die Atmosphäre insgesamt ruhiger als im überlaufenen Süden an der Rue de Rivoli. Konzentrier dich auf die Achse der Straßen Rue de Turenne und Rue Vieille-du-Temple. Im Marais begegnest du regelmäßig Boutiquen der gehobenen Mittelklasse wie Sandro, Maje oder Claudie Pierlot, aber auch namenlosen kleinen Ateliers, in denen Designer direkt vor deinen Augen nähen.

  • Erreichbarkeit: Metro Saint-Paul (Linie 1) oder Filles du Calvaire (Linie 8)
  • Preise: Mittlere bis gehobene Preisklasse. Ein Kleid bei Sandro liegt bei rund 250 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Leg während des Shoppings im Marais eine Pause in der Rue des Rosiers ein. Dort findest du L’As du Fallafel, wo es den besten vegetarischen Falafel der ganzen Stadt gibt. Die Schlange ist oft lang, bewegt sich aber sehr schnell.

Saint-Germain-des-Prés (6. Arrondissement)

Während das Marais trendy und hip ist, verkörpert Saint-Germain am linken Seineufer die traditionelle, intellektuelle Pariser Eleganz. Die Haupteinkaufsader für Luxus- und Premiummode ist hier die Rue de Grenelle und die Umgebung der Kirche Saint-Sulpice. Hier sitzen Boutiquen ikonischer französischer Marken wie A.P.C. oder Geschäfte mit perfekten Lederaccessoires. Die Atmosphäre bleibt leise, die Schaufenster dezent, und die Straßen werden von klassischen literarischen Cafés gesäumt.

  • Erreichbarkeit: Metro Saint-Germain-des-Prés (Linie 4) oder Mabillon (Linie 10)
  • Preise: Premiumklasse. Eine Ledertasche von A.P.C. beginnt bei 350 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Für Familien mit Kindern ist dieses Viertel absolut erstklassig. Du hast es nämlich nicht weit zum Jardin du Luxembourg mit den besten Spielplätzen und den berühmten Modellbooten zum Ausleihen im zentralen Brunnen.

Rue du Faubourg Saint-Honoré und Place Vendôme (1. und 8. Arrondissement)

Das ist das Territorium des absoluten Luxus. Wenn dein Budget eine Hermès-Handtasche, Chanel-Schuhe oder Cartier-Schmuck hergibt, werden deine Schritte hierher führen. In der Rue Cambon findest du die Original-Boutique von Chanel (Hausnummer 31), wo Coco Chanel ihren berühmten verspiegelten Treppensalon hatte. Die Place Vendôme ist das Weltzentrum der exklusivsten Juweliergeschäfte. Selbst wenn du hier nicht einkaufst, ist allein der Schaufensterbummel ein Erlebnis, denn die Auslagen sind wie Kunstwerke arrangiert.

  • Erreichbarkeit: Metro Concorde (Linien 1, 8, 12) oder Tuileries (Linie 1)
  • Preise: High-End-Luxus. Einzelstücke liegen regelmäßig über 2.000 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Auf der Avenue Montaigne im 8. Arrondissement (eine weitere Hochburg des Luxus) lassen Boutiquen wie Dior oder Givenchy zufällige Passanten oft gar nicht ohne vorherige Reservierung herein. Das funktioniert eher wie ein Katalog für VIP-Klientel.

Canal Saint-Martin (10. Arrondissement)

Wenn dir Saint-Honoré zu steif ist, geh ans Wasser. Die Gegend rund um den Canal Saint-Martin ist in den letzten Jahren die Hochburg der Pariser Hipster und jungen Kreativen. Du findest hier jede Menge kleine unabhängige Boutiquen, Vinylplattenläden und Concept Stores mit nachhaltiger Mode. Die Atmosphäre ist sehr entspannt, die Leute sitzen mit Kaffee am Kanalufer, und niemand schaut dich schief an, wenn du in Jogginghose kommst.

  • Erreichbarkeit: Metro Jacques Bonsergent (Linie 5) oder République (Linien 3, 5, 8, 9, 11)
  • Preise: Sehr erschwinglich. Ein Design-T-Shirt bekommst du für 40 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Versuch die Boutique Antoine et Lili am Quai de Valmy zu finden. Du erkennst sie an der leuchtend pinken und gelben Fassade. Dort gibt es großartige, farbenfrohe und ethnisch inspirierte Kleidung, die man sonst in Paris kaum sieht.
Roter Fiat 500 im Innenhof des Concept Store Merci

Vintage und Secondhand: Schatzsuche mit Seele

Pariserinnen wissen nur zu gut, dass die beste Garderobe nicht durch den Kauf teurer Marken von Kopf bis Fuß entsteht, sondern durch das Mixen von Premiumstücken mit Secondhand-Fundstücken. Nachhaltigkeit ist hier kein leerer Trend, sondern eine Möglichkeit, sich abzuheben. Wer Geduld mitbringt, findet hier unglaubliche Stücke aus den 80er- und 90er-Jahren.

Kilo Shop (mehrere Filialen, die beste im 4. Arrondissement)

Das Konzept der Kilo Shops ist einfach und gefährlich suchterregend: Du wählst Kleidung aus, gehst zur Kasse, sie wird gewogen, und du bezahlst nach Gewicht. Der Kilopreis variiert je nach Farbe des Kunststoffschildchens, das am Kleidungsstück befestigt ist (zum Beispiel haben Seidenkleider oder Lederjacken einen anderen Tarif als schwerer Denim). Es ist ein klassisches Wühlen, bei dem du Dutzende Bügel durchgehen musst, bevor du das Richtige findest.

  • Adresse: 69-71 Rue de la Verrerie, 4. Arrondissement (Metro Hôtel de Ville, Linien 1 und 11)
  • Geöffnet: Mo–Sa 11:00–19:30, So 14:00–19:30
  • Preise: Ein Seidentuch kommt auf etwa 5 €, ein Vintage-Hut auf 20 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Mit dem Kinderwagen solltest du hier lieber nicht reinfahren – die Gänge sind extrem eng und voller Menschen. Wenn sich Lukáš mit Jonáš draußen die Beine vertritt, schaffe ich es in zwanzig Minuten, hier eine tolle Vintage-Levi’s zu ergattern.

Free’P’Star (4. Arrondissement)

Eine Kult-Kette kleiner Vintage-Läden mit gleich mehreren Filialen im Herzen des Marais und im Quartier Latin. Hier brauchst du spitze Ellbogen und heilige Geduld. Die Räume sind sehr beengt, Kleidung hängt buchstäblich vom Boden bis zur Decke, und in der Luft liegt dieser typische Geruch alter Sachen. Oft stößt du auf spezielle Kisten, in denen jedes Stück nur einen Euro kostet.

  • Adresse: z. B. 61 Rue de la Verrerie, 4. Arrondissement
  • Geöffnet: Täglich 11:00–20:00
  • Preise: Von 1 € bis etwa 30 € für gewöhnliche Stücke.
  • 💡 Insider-Tipp: Geh am besten Dienstagvormittag hin. Am Wochenende ist hier so ein Ansturm, dass du oft gar nicht an die Regale herankommst und der Einkauf nur Stress wäre.

Thanx God I’m a V.I.P. (10. Arrondissement)

Wenn dich das Wühlen in chaotischen Kisten abschreckt und du eine sorgfältige Auswahl suchst, bist du hier richtig. Dieser Laden unweit des Canal Saint-Martin hat sich auf luxuriösen und Designer-Vintage spezialisiert. Alles ist penibel gewaschen, gebügelt und akribisch nach Farben sortiert, sodass es wie ein Regenbogen aussieht. Du findest hier makellose Stücke von Marken wie Yves Saint Laurent, Chanel oder Hermès. Die Preise klettern zwar deutlich höher als in normalen Secondhand-Läden, aber du zahlst für perfekte Kuration und die Garantie der Echtheit.

  • Adresse: 12 Rue de Lancry, 10. Arrondissement (Metro Jacques Bonsergent, Linie 5)
  • Geöffnet: Di–Sa 14:00–20:00, So und Mo geschlossen
  • Preise: Marken-Blazer aus den 90ern ca. 300 €
  • 💡 Insider-Tipp: Die Inhaberin ist eine ehemalige Pariser DJane, weshalb im Laden immer absolut großartige Musik läuft und die Atmosphäre herrlich entspannt ist. Außerdem wechselt die Ware sehr schnell, sodass jeder Besuch eine Überraschung ist.

Les Puces de Saint-Ouen (18. Arrondissement / Stadtrand)

Der größte Flohmarkt der Welt erstreckt sich über gewaltige 16 Hektar und besteht aus mehreren eigenständigen Markthallen (zum Beispiel Marché Vernaison oder Marché Paul Bert). Er liegt am nördlichen Stadtrand an der Metrostation Porte de Clignancourt. Kaufen kannst du hier absolut alles – von antiken Möbeln aus dem 18. Jahrhundert über Vintage-Plakate bis hin zu Secondhand-Mode. Ein riesiges Gassenlabyrinth, in dem du dich problemlos stundenlang verlierst.

  • Adresse: Avenue de la Porte de Clignancourt, 18. Arrondissement
  • Geöffnet: Nur an Wochenenden und Montagen (Sa 9:00–18:00, So 10:00–18:00, Mo 11:00–17:00)
  • Preise: Von wenigen Euro für alte Postkarten bis zu Tausenden Euro für antike Möbel.
  • 💡 Insider-Tipp: Der Weg von der Metro zum eigentlichen Markt führt durch ziemlich wilde Stände mit Fälschungen und Billigware. Lass dich nicht abschrecken, geh mit der Menge und halte deine Taschen fest. Innerhalb der historischen Markthallen herrscht eine ruhige und sichere Atmosphäre.

Les Antiquaires du Village Saint-Paul (4. Arrondissement)

Wenn du nicht bis an den Stadtrand zum riesigen Flohmarkt fahren möchtest, haben wir eine elegantere Alternative direkt im Zentrum. Village Saint-Paul ist ein Komplex aus miteinander verbundenen historischen Innenhöfen im südlichen Marais, nur einen Katzensprung vom Fluss entfernt. Hier verstecken sich viele kleine Antiquitätengeschäfte, Händler für Vintage-Geschirr und Kunstgalerien. Ein wunderbar ruhiger Ort, zu dem der Straßenlärm kaum vordringt.

  • Adresse: Rue Saint-Paul, 4. Arrondissement (Metro Saint-Paul, Linie 1)
  • Geöffnet: Die meisten Geschäfte Do–Mo 11:00–19:00, Di und Mi oft geschlossen
  • Preise: Höhere Antiquitätenpreise.
  • 💡 Insider-Tipp: Die Innenhöfe sind komplett autofrei und meistens auch frei von Touristenmassen. Wenn du dir einen Kaffee zum Mitnehmen holst, kannst du hier mit dem Kinderwagen eine sehr angenehme und ruhige Stunde beim Stöbern in alten Dingen verbringen.
Goldene Kuppel des Printemps Haussmann im Morgenlicht

Buchhandlungen: Papiernostalgie und literarische Stille

Paris ist eine Stadt der Literatur. Buchhandlungen funktionieren hier nicht nur als gewöhnliche Geschäfte, sondern als vollwertige kulturelle Institutionen, in denen sich Menschen treffen, diskutieren und Zeit verbringen. Englischsprachige Buchhandlungen haben hier zudem eine riesige historische Tradition, die mit der Welle amerikanischer Expatriates in den 1920er-Jahren verbunden ist.

Shakespeare and Company (5. Arrondissement)

Die berühmteste englischsprachige Buchhandlung in Paris, wenn nicht sogar weltweit. Sie liegt am linken Seineufer direkt gegenüber der Kathedrale Notre-Dame. Gegründet von George Whitman, verströmt sie eine absolut magische Atmosphäre. Schiefe Holzregale brechen aus allen Nähten, du schlängelst dich über enge Treppen, vorbei an alten Klavieren und Katzen, die auf Gedichtbänden schlafen. Vom oberen Stockwerk hast du außerdem einen wunderbaren Blick auf den Fluss und die frisch renovierte Kathedrale.

  • Adresse: 37 Rue de la Bûcherie, 5. Arrondissement (Metro Saint-Michel, Linie 4)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 12:00–19:00
  • Preise: Normale Buchpreise, ein Taschenbuch um die 12 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Es gibt oft eine riesige Schlange vor dem Eingang, und mit Kinderwagen lassen sie dich nicht hinein, weil die Gänge kaum für eine Person breit genug sind. Sich in die Schlange zu stellen und sich an der Kasse den ikonischen Stempel des Ladens in das neu gekaufte Buch drücken zu lassen, ist aber einfach ein Muss.

Red Wheelbarrow (6. Arrondissement)

Wenn du den Massen bei Shakespeare aus dem Weg gehen willst, steuere diese gemütliche englische Buchhandlung direkt gegenüber dem Jardin du Luxembourg an. Ein ruhiger, ungemein freundlicher Ort mit einer großartigen Auswahl an zeitgenössischer Belletristik, Lyrik und wunderschönen Kinderbüchern. Die Inhaber beraten dich immer gerne und lassen dich in Ruhe blättern.

  • Adresse: 9 Rue de Médicis, 6. Arrondissement (RER B Haltestelle Luxembourg)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So 13:00–18:00
  • Preise: Normale Buchhandelspreise.
  • 💡 Insider-Tipp: Das ist unsere Lieblingstation nach dem Besuch des Puppentheaters im Park. Wir kaufen Jonáš ein neues Bilderbuch und lesen es dann auf einer Bank unter den Bäumen.

Librairie 7L (6. Arrondissement)

Eine Buchhandlung, die 1999 vom legendären Modedesigner Karl Lagerfeld gegründet wurde (der Name verweist auf die Adresse 7 Rue de Lille). Sie ist ausschließlich auf Fotografie, Architektur, Design und Mode spezialisiert. Der minimalistische, elegante Raum mit riesigen Regalen ist das genaue Gegenteil des chaotischen Shakespeare. Ein stiller Tempel für Liebhaber der visuellen Kunst.

  • Adresse: 7 Rue de Lille, 7. Arrondissement (Metro Rue du Bac, Linie 12)
  • Geöffnet: Di–Sa 10:30–19:00, So und Mo geschlossen
  • Preise: Große Kunstpublikationen ab 50 € aufwärts.
  • 💡 Insider-Tipp: Der Laden fungiert auch als Verlag. Du findest hier Modebücher, die anderswo in Europa hoffnungslos ausverkauft sind.

Librairie Galignani (1. Arrondissement)

Diese Buchhandlung an der Rue de Rivoli schmückt sich mit dem Titel der ältesten englischen Buchhandlung auf dem europäischen Festland – sie existiert hier seit 1856. Wunderschönes Holzinterieur, hohe Decken und eine perfekte Auswahl englischer und französischer Titel mit großem Schwerpunkt auf Geschichte und Kunst. Hier kaufen oft auch die Pariser selbst ein, weil das Angebot wirklich erstklassig ist.

  • Adresse: 224 Rue de Rivoli, 1. Arrondissement (Metro Tuileries, Linie 1)
  • Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So geschlossen
  • Preise: Normale Buchpreise.
  • 💡 Insider-Tipp: Die Buchhandlung liegt unter den berühmten Arkaden direkt neben dem Teehaus Angelina. Den Buchkauf mit einer heißen Schokolade nebenan zu verbinden, ist der perfekte Plan für einen verregneten Pariser Nachmittag.
Schmale Rue Saint-Honoré mit Modeboutiquen im Morgenlicht

Food-Souvenirs und Parfums: Das Beste zum mit nach Hause nehmen

Kühlschrankmagneten sind nett, aber die besten Erinnerungen an Paris lassen sich entweder essen oder aufs Handgelenk sprühen. Französische Gastronomie und Parfümkunst sind weltweite Institutionen, und ein Stück dieser Perfektion mit nach Hause zu bringen, ist fast schon Pflicht.

Macarons, Tee und Senf

Süßes Souvenir Nummer eins sind natürlich Macarons. Die zwei größten Namen sind Pierre Hermé und Ladurée. Ladurée hat wunderschöne historische Schachteln und klassischere Geschmacksrichtungen, während Pierre Hermé experimentiert – seine Kombination aus Rose, Litschi und Himbeere (Ispahan) ist legendär. Ein weiteres großartiges Mitbringsel ist Tee. Im 4. Arrondissement findest du das historische Geschäft Mariage Frères von 1854. Das Interieur sieht aus wie eine alte Apotheke, die Wände säumen Hunderte schwarzer Dosen, und das Personal in weißen Kitteln lässt dich an jeder Mischung schnuppern.

  • Wo suchen: Mariage Frères (30 Rue du Bourg Tibourg, 4. Arrondissement)
  • Preise: Eine Packung Tee um die 20 €, ein einzelnes Macaron ca. 2,50 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Wenn du etwas Herzhaftes möchtest, geh in den Laden Maille an der Place de la Madeleine (8. Arrondissement). Dort gibt es Senf mit Geschmacksrichtungen, die du dir nicht mal erträumen kannst – darunter Senf mit Bier oder Trüffel –, und er wird dir frisch aus dem Zapfhahn in ein Keramikgefäß gefüllt.

Nischenparfums und Kosmetik

Paris ist die Hauptstadt der Düfte. Vergiss die üblichen Duty-Free-Shops am Flughafen und entdecke die Welt der sogenannten Nischenparfums. Im 6. Arrondissement am Boulevard Saint-Germain findest du die Originalboutique der Marke Diptyque von 1961, berühmt für ihre Kerzen und Unisex-Düfte. Nur ein Stück weiter befindet sich Officine Universelle Buly 1803 – ein Laden, der aussieht wie ein Labor aus dem 19. Jahrhundert. Dort verkaufen sie Parfums auf Wasserbasis, und ein Kalligraf an der Kasse schreibt in Schönschrift deinen Namen auf die Verpackung.

  • Wo suchen: Diptyque (34 Boulevard Saint-Germain, 5. Arrondissement)
  • Preise: Diptyque-Kerze ca. 60 €, Parfum ab 140 €.
  • 💡 Insider-Tipp: Wenn dich die Geschichte der Düfte interessiert, geh ins Fragonard Musée du Parfum im 9. Arrondissement in der Nähe der Oper. Eintritt und Führung sind komplett kostenlos, und am Ende kannst du im Fabrikverkauf Parfums zu sehr fairen Preisen kaufen.

Outlets außerhalb des Zentrums und das Tax-Free-System (Detaxe)

Wenn du wirklich große Designereinkäufe planst, lohnt es sich, etwas über die Stadtgrenzen hinauszufahren oder das System der Mehrwertsteuer-Rückerstattung zu nutzen.

La Vallée Village

Das bekannteste Pariser Open-Air-Outlet liegt rund 40 Minuten Fahrt mit dem RER A Richtung Disneyland entfernt. Dort findest du kleine Häuschen, in denen über hundert Boutiquen von Luxusmarken (Gucci, Prada, Celine, aber auch erschwinglichere wie Maje oder Sandro) mit ganzjährigen Rabatten von etwa 30 bis 50 Prozent beheimatet sind.

  • Anfahrt: RER A bis zur Station Val d’Europe oder der spezielle Shopping Express Bus aus dem Zentrum.
  • Geöffnet: Täglich 10:00–20:00
  • 💡 Insider-Tipp: Am Wochenende ist hier der absolute Wahnsinn, und vor beliebten Boutiquen bilden sich schon am Eingang lange Schlangen. Fahr unter der Woche vormittags hin, sonst verbringst du mehr Zeit mit Warten als mit Shoppen.

Steuerrückerstattung (Detaxe) über PABLO-Kioske

Wenn du außerhalb der Europäischen Union lebst (Achtung: Nach dem Brexit gilt das auch für Besucher aus Großbritannien; für Reisende aus Deutschland hingegen nicht), hast du Anspruch auf Rückerstattung der Mehrwertsteuer (in Frankreich 12 %). Du musst Waren im Wert von über 100 € in einem Geschäft an einem Tag kaufen. Im Laden fragst du nach dem Detaxe-Formular. Am Flughafen (CDG oder Orly) findest du dann vor der Gepäckaufgabe blaue elektronische PABLO-Kioske, scannst den Barcode vom Formular, und das Geld wird dir innerhalb weniger Tage auf die Karte zurückerstattet.

  • 💡 Insider-Tipp: Lass den Rückerstattungsprozess immer am PABLO-Kiosk bestätigen, BEVOR du deinen Koffer am Check-in aufgibst. Der Zoll kann stichprobenartig verlangen, dass du die gekaufte Ware physisch vorzeigst.

Praktische Infos: Budget, Faux Pas und Sicherheit

Shopping in Paris hat seine ungeschriebenen Regeln. Verstößt du dagegen, erwartet dich im besten Fall ein kühler Blick, im schlimmsten wirst du gleich aus dem Laden begleitet. Genauso lohnt es sich, auf die Geldbörse aufzupassen, denn in überfüllten Einkaufszonen operieren sehr geschickte Taschendiebe.

Goldene Regel Bonjour und weitere Faux Pas

Es gibt eine einzige Regel, die du dir merken musst: Immer, wirklich immer, wenn du die Schwelle eines kleineren Geschäfts, einer Boutique oder Bäckerei übertrittst, musst du das Personal anschauen und klar und deutlich „Bonjour“ (Guten Tag) sagen. In Frankreich gilt ein Geschäft als persönlicher Raum des Verkäufers, und ein Eintreten ohne Gruß wird als arrogantes Eindringen in fremdes Wohnzimmer gewertet. Ohne Gruß wird sich niemand mit dir unterhalten. Beim Verlassen vergiss nicht, „Merci, au revoir“ (Danke, auf Wiedersehen) hinzuzufügen.

Achte auch auf das Bezahlen mit Karte. Viele kleine Geschäfte, Bäckereien und Stände haben nach wie vor einen Mindestbetrag für Kartenzahlung, oft um die 5 € oder 10 €. Hab immer etwas Kleingeld dabei für das morgendliche Baguette oder den Kaffee. In teuren Luxusboutiquen wiederum solltest du Ware nicht ohne Erlaubnis anfassen, und in Concept Stores die ausgestellten Stücke nicht auf den Tischen umräumen.

Budget: Was kostet das alles

Paris bietet Einkaufsmöglichkeiten für jedes Budget. Hier ein orientierender Überblick für 2026:

  • Günstiges Shopping (Vintage und Souvenirs): Kleidung im Kilo Shop ca. 15–20 €, eine Packung Tee 20 €, Macarons 15 €. Tagesbudget: 50–80 €.
  • Mittlere Preisklasse (Concept Stores und lokale Boutiquen): Leinenhemd bei Merci 120 €, nachhaltige Sneaker 140 €, Designer-Parfum 150 €. Tagesbudget: 200–400 €.
  • Luxus (Saint-Honoré): Hier gibt es keine Grenzen. Handtaschen und Mäntel französischer Premium-Häuser beginnen bei 2.000 € und mehr.

Sicherheit und Logistik mit Kinderwagen

Die Pariser Metro ist für Eltern mit Kinderwagen ein Alptraum voller Treppen. Die einzige vollständig barrierefreie Linie mit Aufzügen an jeder Station ist die automatische Linie 14. Für Transfers zwischen den Einkaufsvierteln nutzen wir viel lieber die Oberflächenbusse (zum Beispiel Linien 69 oder 96, die das Zentrum durchqueren), in denen es Platz für Kinderwagen gibt und man nebenbei aus dem Fenster schauen kann.

Während des Einkaufens solltest du besonders auf Taschendiebe achten – vor allem in der Umgebung der großen Kaufhäuser am Boulevard Haussmann und auf dem Flohmarkt Saint-Ouen. Ignoriere Leute, die dir auf der Straße das Unterschreiben irgendeiner Petition für die Rechte Gehörloser aufdrängen (das ist immer ein Ablenkungsmanöver zum Taschendiebstahl), und lass dir niemals von Straßenverkäufern „Freundschaftsbänder“ ans Handgelenk knüpfen.

Häufig gestellte Fragen

Wann gibt es in Paris die größten Rabatte?

Die größten Rabatte (Soldes) finden in zwei strikt festgelegten Zeiträumen statt. Der Winterschlussverkauf beginnt üblicherweise am zweiten Mittwoch im Januar und dauert vier Wochen. Der Sommerschlussverkauf startet Ende Juni und endet im Juli. Während dieser Wochen fallen die Preise um bis zu 70 Prozent.

Lohnt es sich, auf den Champs-Élysées einzukaufen?

Aus unserer Sicht lohnt es sich kaum. Die Prachtstraße ist zwar berühmt, aber heute voller globaler Ketten, die du in jeder größeren Stadt der Welt findest, und die Touristenmassen sind ermüdend. Viel authentischere Pariser Einkaufserlebnisse erwarten dich in den Vierteln Marais oder Saint-Germain.

Sind in Paris Geschäfte auch sonntags geöffnet?

Heutzutage ja, aber mit Einschränkungen. Große Kaufhäuser (Galeries Lafayette, Printemps) und Geschäfte in Touristenzonen (Marais) haben sonntags geöffnet, wenn auch oft mit versetzten Öffnungszeiten (z. B. ab 11:00). Kleinere Geschäfte in Wohnvierteln bleiben sonntags jedoch strikt geschlossen.

Kann ich in Pariser Boutiquen überall mit Karte zahlen?

Ja, Kartenterminals gibt es überall, aber viele kleinere Geschäfte, Bäckereien und Vintage-Läden haben einen Mindestbetrag für Kartenzahlung (üblicherweise 5 bis 10 Euro). Es empfiehlt sich daher, immer etwas Bargeld für kleinere Einkäufe dabei zu haben.

Wie funktioniert das Tax-Free-System für deutsche Touristen?

Touristen aus Deutschland (und der gesamten EU) haben keinen Anspruch auf Rückerstattung der Mehrwertsteuer (Detaxe). Dieses System gilt nur für Personen mit Wohnsitz außerhalb der Europäischen Union. Reist jedoch zum Beispiel ein Freund mit ständigem Wohnsitz in Großbritannien oder den USA mit, kann dieser sich 12 % auf Einkäufe ab 100 Euro erstatten lassen.

Kann man in Pariser Secondhand-Läden handeln?

In klassischen stationären Vintage-Modegeschäften (wie Kilo Shop oder Free’P’Star) sind die Preise fest und es wird nicht gefeilscht. Handeln kannst (und solltest) du hingegen nur auf den großen Flohmärkten wie dem Marché aux Puces de Saint-Ouen, wo das Teil der Kultur ist.

Wo finde ich die beste kostenlose Aussicht auf Paris?

Die besten kostenlosen Aussichten bieten die Dachterrassen der großen Kaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps am Boulevard Haussmann. Du fährst einfach mit der Rolltreppe bis ganz nach oben. Von beiden Terrassen hast du einen wunderbaren Blick auf die Oper und den Eiffelturm.

Wie verhält sich das Verkaufspersonal in Paris gegenüber Kunden?

Das Pariser Personal wird oft (zu Unrecht) als arrogant bezeichnet. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in deinem eigenen Verhalten. Wenn du beim Betreten eines Geschäfts laut „Bonjour“ grüßt und bei einer Bitte um Hilfe „S’il vous plaît“ verwendest, werden die Verkäufer absolut professionell und sehr hilfsbereit sein.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Ausflüge ab Paris: Versailles, Giverny, Chantilly und Fontainebleau

TL;DRDie schönsten Tagesausflüge ab Paris führen nach Versailles, Giverny, Chantilly und Fontainebleau – jeder Ort ist mit dem Zug in maximal 45 Minuten ab Zentrum erreichbar. Nach Versailles fährst du am besten mit der Linie N ab Gare Montparnasse (Eintritt ins Schloss 21 €, Passport mit den Trianon-Schlössern 32 €). Giverny erreichst du mit dem Zug ab Gare Saint-Lazare bis Vernon und dann mit dem Bus für 5 € weiter (geöffnet vom 1.4. bis 1.11.2026, geschlossen am 19. und 20.9.). Nach Chantilly sind es 25 Minuten mit dem Zug ab Gare du Nord (Eintritt 18 €), nach Fontainebleau 40 Minuten ab Gare de Lyon (Eintritt ins Schloss 14 €, der Park ist kostenlos). Die beste Reisezeit ist Mai, Juni und der Übergang von September zu Oktober, wenn angenehme 22 Grad herrschen und die Gärten in voller Blüte stehen. Mit kleinen Kindern empfiehlt sich eine ergonomische Tragehilfe statt Kinderwagen. Meide außerdem den August sowie Dienstage, wenn die Besuchermassen vom Louvre nach Versailles weiterziehen.

Ausflüge ab Paris sind meiner Meinung nach ein absolutes Muss. Die Stadt ist zwar unglaublich fesselnd, laut und ständig in Bewegung – aber manchmal kommt einfach der Moment, in dem man den steinernen Straßen entfliehen, tief durchatmen und das Kleinkind frei über die Wiese rennen lassen möchte. Ohne die Angst, dass es von einem Roller über den Haufen gefahren wird, der gerade über die Kreuzung rast.

Das französische Bahnnetz ist ein kleines Wunder. TGV-Hochgeschwindigkeitszüge und Regionallinien bringen euch blitzschnell in andere Jahrhunderte, mitten hinein in impressionistische Gemälde oder ins Herz der Champagne. Für Eltern mit einem zweijährigen Entdecker bedeutet das vor allem eins: minimaler Stress beim Transport und maximaler Raum für Freude.

Außerdem ändert sich dieses Jahr in Paris Frankreich einiges. Nach dem olympischen Wahnsinn von letztem Jahr hat die Stadt frisch Luft geholt, die Kathedrale Notre-Dame erstrahlt endlich in neuem Glanz und im Sommer wird nach hundert Jahren wieder direkt in der Seine geschwommen. Für mich als Vegetarierin ist es außerdem eine Riesensache, dass das berühmte Restaurant Arpège komplett auf ein pflanzliches Menü umgestellt hat. All diese Veränderungen im Zentrum bedeuten auch, dass Ausflüge ins Umland eine etwas neue Strategie erfordern.

Kleines Kind in weißem T-Shirt steht an einem Betongeländer und beobachtet einen Brunnen in einem Pariser Garten

Der Schlüssel liegt darin zu wissen, zu welchem Bahnhof ihr müsst, welche Züge ihr meiden solltet und warum ihr in manche Schlösser lieber eine Trage statt einen Kinderwagen mitnehmt. Manche Orte werden euch mit ihrer Pracht schlichtweg umhauen, andere überraschen mit unerwarteter Ruhe und menschenleeren Waldwegen.

Deshalb habe ich alles zusammengeschrieben: Versailles ohne familiären Zusammenbruch, Giverny im richtigen Monat, Chantilly als Geheimtipp und Fontainebleau für alle, die neben Schlössern auch etwas Wald wollen. Dazu aktuelle Preise für 2026 und Dinge, die sich unserer Meinung nach nicht lohnen.

Zusammenfassung

  • Fahrt nicht mit der RER C nach Versailles. Deutlich bequemer ist der Zug der Linie N vom Bahnhof Gare Montparnasse zur Station Versailles Chantiers.
  • Tickets für den Palast von Versailles unbedingt online für ein bestimmtes Zeitfenster buchen. Ohne Reservierung wartet ihr stundenlang in der prallen Sonne.
  • Mit Kleinkind in Versailles zuerst in die Gärten und zum Dorf von Marie Antoinette – den Palast erst am Nachmittag besuchen, falls ihr unbedingt wollt. Meiner Meinung nach lohnt er sich mit Kind nicht.
  • Monets Gärten in Giverny haben 2026 vom 1. April bis 1. November geöffnet. ⚠️ Achtung: Am Wochenende 19. und 20. September 2026 ist Giverny komplett geschlossen.
  • Nach Giverny kommt ihr mit dem Zug vom Gare Saint-Lazare nach Vernon, von wo ein Shuttlebus für 5 € fährt.
  • Das Schloss Chantilly beherbergt die zweitgrößte Sammlung Alter Meister nach dem Louvre. Mit dem Zug vom Gare du Nord seid ihr in nur 25 Minuten dort.
  • Fontainebleau bietet nicht nur ein riesiges Schloss, in dem sich Napoleon verabschiedete, sondern vor allem einen endlosen Wald voller Sandsteinfelsen – ideal zum Toben für Kinder.
  • Kinder bis einschließlich 2 Jahre haben im Disneyland Paris komplett freien Eintritt. Mit kleineren Kindern konzentriert euch vor allem auf die Zone Fantasyland.
  • Nach Reims zur Champagner-Verkostung bringt euch der TGV vom Gare de l’Est in unglaublichen 45 Minuten.
  • Kinderwagen werden in den meisten historischen Palästen nur widerwillig geduldet. Habt immer eine ergonomische Trage im Rucksack dabei.
Runder klassizistischer Pavillon mit Kuppel und Säulen umgeben von grünen Bäumen

Wann Ausflüge ab Paris unternehmen: Wetter, Saisons und wichtige Termine 2026

Den richtigen Tag für einen Ausflug aus der Stadt zu wählen, ist absolut entscheidend. Während man sich im Zentrum von Paris immer in ein Café oder Museum flüchten kann, ist man bei Ausflügen oft Wind und Wetter ausgeliefert. Schlossgärten und Parks machen die Hälfte des Erlebnisses aus. Wir checken mit Lukáš immer sorgfältig die Wettervorhersage, denn einen Kinderwagen durch den aufgeweichten Park von Versailles zu schieben, will wirklich niemand.

Die besten Monate für einen Ausflug

Mai und Juni sind für Ausflüge ins Umland schlichtweg ideal. Die Tage sind lang, die Temperaturen pendeln um angenehme 22 Grad und alles blüht unglaublich. Gerade im Mai hängen in Giverny die violetten Glyzinientrauben von der japanischen Brücke – ein Anblick, der sich für immer ins Gedächtnis einbrennt. Hervorragend sind auch der September und die erste Oktoberhälfte. Morgens wird es zwar schon frischer, aber das weiche Nachmittagslicht verleiht den Gärten von Fontainebleau einen goldenen Schimmer.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr einen Ausflug im Mai plant, passt unbedingt auf die französischen Feiertage auf. Davon gibt es in diesem Monat gleich mehrere (1. Mai, 8. Mai, Christi Himmelfahrt) und die Pariser verbinden sie gerne zu verlängerten Wochenenden. Züge sind dann ausverkauft und Sehenswürdigkeiten platzen aus allen Nähten.

Was ihr meiden solltet und wichtige Termine 2026

Schloss Versailles mit Kolonnade und formalen Gärten mit Hecken und Wasserbecken

Der August ist der Monat, in dem ihr Ausflüge besser meidet. Die Schlosshöfe verwandeln sich in einen Backofen, das Gras in den Parks ist verbrannt und Schatten sucht man vergeblich. Dazu haben viele kleine Bistros in den umliegenden Dörfern wegen der jährlichen Betriebsferien geschlossen.

Eine absolut wichtige Warnung für 2026 betrifft das Wochenende vom 19. und 20. September. In ganz Frankreich finden die Tage des Europäischen Kulturerbes (Journées du Patrimoine) statt. Zwar öffnen sich normalerweise nicht zugängliche Regierungsgebäude, aber Monets Gärten in Giverny sind an diesen beiden Tagen ausnahmsweise und strikt GESCHLOSSEN. Wer an diesem Termin hinfährt, steht vor verschlossenen Toren.

💡 Insider-Tipp: Checkt auch die Montage und Dienstage. Die meisten staatlichen Museen und Schlösser haben an einem dieser Tage ihren Ruhetag. Versailles ist montags geschlossen, der Pariser Louvre dienstags. Das bedeutet: Am Dienstag strömt die riesige Touristenmasse vom Louvre geradewegs nach Versailles.

Weißer runder neoklassizistischer Tempel mit Kolonnade in einem grünen Park

Wo in Paris strategisch übernachten für einfache Ausflüge

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget maßgeblich. Paris ist in zwanzig Arrondissements unterteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Günstige Unterkünfte im Zentrum zu finden ist nahezu unmöglich, aber wenn man weiß, wo man suchen muss, findet sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.

Mit Kinderwagen und Jonáš meidet am besten großräumig die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement. Einmal haben wir uns dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts verlaufen – das möchte man mit einem Zweijährigen definitiv nicht wiederholen. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (buchbar hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber nach wenigen Stunden hat man sich bereits verliebt.

Seerosenteich in Monets Garten in Giverny

Versailles: König aller Ausflüge (und wie man ihn stressfrei übersteht)

Versailles ist nicht einfach nur ein Palast. Es ist ein absolutistisches Manifest, materialisiert in Gold, Marmor und endlosen Gärten. Ohne Vorbereitung hinzugehen ist allerdings ein sicherer Weg zum familiären Zusammenbruch. Täglich strömen Tausende an die Tore, und ohne klare Strategie geht man in den Menschenmassen unter. Wir haben den Palast selbst ausgelassen – drinnen gibt es ehrlich gesagt gar nicht so viel zu sehen, und in den Gärten kann man locker 6-7 Stunden verbringen.

Anreise: Warum ihr die RER C vergessen solltet

Junge fotografiert goldene Springbrunnen mit Wasserfontänen in Versailles

Die meisten gedruckten Reiseführer schicken euch automatisch mit der gelben Linie RER C zur Station Versailles Château Rive Gauche. Macht es schlauer. Mit Kinderwagen oder kleinen Kindern ist der Vorortszug der Linie N die deutlich bessere Wahl – er fährt vom Bahnhof Gare Montparnasse und bringt euch zur Station Versailles Chantiers.

Die Fahrt dauert kürzer und der Pariser Bahnhof Montparnasse ist für Familien wesentlich freundlicher als die verworrenen Untergrundgänge der RER. Von der Station Chantiers lauft ihr zwar etwa fünf Minuten länger zum Palast, spart euch aber enorm viel Stress beim halsbrecherischen Umsteigen im Pariser Zentrum. Die Fahrkarte für Erwachsene kostet 4,10 € pro Strecke.

💡 Insider-Tipp: Kauft keine normalen t+-Tickets (die gelten nur in Zone 1-2). Versailles liegt in Zone 4. Ihr müsst am Automaten ein Billet Île-de-France (Billet Origine-Destination) mit dem Ziel Versailles kaufen. Kontrolleure stehen fast immer am Bahnhofsausgang und die Strafen sind saftig.

Tickets und kompromisslose Zeitfenster 2026

Barocker Brunnen mit goldenen Statuen und Wasserfontänen in Versailles

Ohne Ticket zum Palast zu kommen bedeutet in der Hauptsaison locker zwei oder mehr Stunden Wartezeit in der prallen Sonne. Eine Online-Reservierung auf der offiziellen Website chateauversailles.fr für einen konkreten Zeitslot ist absolute Pflicht. Ohne Reservierung fahrt erst gar nicht hin.

Das Basisticket für den Palast (Billet Château) kostet 21 €. Wer auch die Trianons und das Dorf sehen möchte, braucht den sogenannten Passport für 32 €. Kinder bis 18 Jahre (und EU-Bürger bis 26 Jahre) haben freien Eintritt – aber ACHTUNG: Auch für sie müsst ihr im System eine kostenlose Zeitfenster-Reservierung anklicken.

💡 Insider-Tipp: Der Paris Museum Pass deckt zwar den Eintritt ins Schloss ab, beinhaltet aber in der Saison von April bis Oktober NICHT die Tage mit den Musikalischen Wasserspielen (Musical Fountain Shows). An diesen Tagen (meist an Wochenenden und Dienstagen) müsst ihr für den Garteneintritt etwa 10,50 € dazuzahlen.

Bronzestatue eines Mannes im Park vor dem Schloss Versailles mit Teich

Umgekehrte Strategie für Familien

Der klassische Besucher kommt morgens an, steht Schlange, quetscht sich durch den überfüllten Palast und ist nach zwei Stunden bereits am Ende seiner Kräfte, wenn er endlich in die Gärten kommt. Ihr macht es komplett anders. Geht zuerst direkt in die Gärten und den weitläufigen Park. Der Eintritt in den Park (nicht in die formalen Gärten direkt am Schloss) ist kostenlos und die Tore öffnen bereits um 8:00 Uhr.

Lasst das Kind sich austoben. Der Bereich rund um den Grand Canal ist riesig, luftig und wie geschaffen für ein Vormittags-Picknick auf der Wiese. Den Zeitslot für den eigentlichen Palast reserviert ihr am besten für den späten Nachmittag, idealerweise ab 15:30 Uhr. Dann fahren die großen organisierten Reisegruppen bereits zurück nach Paris, im Palast kann man endlich atmen und das Kleinkind schläft vielleicht gerade in der Trage. Oder ihr lasst den Palast einfach komplett aus. Mit Kind lohnt er sich meiner Meinung nach nicht.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr euch einen Kaffee und die berühmte heiße Schokolade in der Filiale der Konditorei Angelina im Schloss gönnen wollt, stellt euch auf eine riesige Warteschlange ein. Viel besser ist es, sich einen Kaffee zum Mitnehmen am kleinen Kiosk am Grand Canal zu holen und ihn in Ruhe auf einer Bank unter den Bäumen zu genießen.

Marmorfigurstatue auf Sockel in einem klassischen Garten mit Arkade

Trianons und das Dorf von Marie Antoinette (Hameau de la Reine)

Wenn euch der Hauptpalast mit seiner Überladung über den Kopf wächst, macht euch auf in den hinteren Teil des Anwesens. Das Grand Trianon und das Petit Trianon wirken deutlich intimer. Das absolute Highlight – besonders wenn ihr mit Kindern unterwegs seid – ist aber das Hameau de la Reine.

Königin Marie Antoinette ließ sich hier eine rustikale Farm mit Mühle, Gemüsegarten und reetgedeckten Dächern bauen, um das einfache Landleben nachzuspielen. Für ein zweijähriges Kind ist das ein absolutes Märchen. Hier laufen Schafe und Ziegen herum und die ganze Anlage wirkt wie aus einem Bilderbuch. Zu den Trianons kommt ihr zu Fuß in etwa 30 Minuten vom Hauptpalast, oder ihr nutzt den kostenpflichtigen Touristenzug (Petit Train) für 9 €.

💡 Insider-Tipp: Rund um die Trianons stehen einige der ältesten Bäume der gesamten Anlage. Ihr findet hier auch Schilder mit ihren Geschichten. Ein großartiger Ort, um der Sommerhitze zu entkommen, denn die Bäume bilden einen perfekten natürlichen Sonnenschirm.

Kinderwagen, Tragen und Logistik mit Kleinkind

Mann mit T-Shirt und Brille steht mit Kinderwagen vor dem Schloss Versailles

Die offiziellen Regeln in Versailles sind eindeutig: Kinderwagen dürfen nicht in den Palast. Die Realität sieht allerdings so aus, dass das Personal kleine zusammenklappbare Buggys oft stillschweigend durchwinkt. Es kann aber passieren, dass ihr auf einen strengen Aufseher trefft, der euch gnadenlos zur Gepäckaufbewahrung (Check-in Desk) schickt.

Die goldene Regel lautet: Nehmt eine ergonomische Trage mit, wenn ihr ins Schloss wollt. Der Palast ist voller Treppen, enger Durchgänge und die Menschenmassen schieben sich langsam vorwärts. Eine Trage gibt euch Bewegungsfreiheit und das Kleinkind sieht viel mehr als nur fremde Beine und Rucksäcke. In die Gärten und den Park könnt ihr mit dem Kinderwagen selbstverständlich problemlos hinein.

💡 Insider-Tipp: Die Toiletten im Schloss sind ständig überfüllt und die Wickeltische oft besetzt. Deutlich sauberere und ruhigere Toiletten findet ihr am Garteneingang in der Nähe des Restaurants La Flottille am Grand Canal.

Giverny: Direkt hinein in Monets Leinwand

Monets Garten in Giverny mit Seerosenteich und Trauerweiden

Wenn ihr den Impressionismus liebt, blühende Gärten und ein bisschen künstlerische Romantik, dann ist Giverny euer Wallfahrtsort. Claude Monet lebte hier, schuf hier und züchtete mit eigenen Händen sein größtes Meisterwerk – seinen eigenen Garten. Es ist einer der fotogensten Orte in ganz Frankreich, erfordert aber ein bisschen Planung.

Wann losfahren und wie hinkommen

Die Saison in Giverny dauert vom 1. April bis 1. November 2026. Geöffnet ist täglich von 9:30 bis 18:00 Uhr (letzter Einlass um 17:30 Uhr). Der Besuch selbst dauert etwa 2 Stunden, aber mit An- und Abreise solltet ihr einen halben Tag einplanen.

Giverny liegt in der Normandie, etwa 80 Kilometer von Paris entfernt. Am einfachsten ist es, einen Regionalzug vom Bahnhof Gare Saint-Lazare zur Station Vernon-Giverny zu nehmen. Die Fahrt dauert circa 50 Minuten und die Fahrkarte kostet rund 16 €. Vor dem Bahnhof in Vernon wartet bereits der offizielle Shuttlebus, der euch für 5 € einfach (oder 10 € hin und zurück) direkt ins Dorf bringt.

💡 Insider-Tipp: Der Fahrplan des Shuttlebusses ist exakt auf die Ankunftszeiten der Züge aus Paris abgestimmt. Lasst euch nicht von Taxifahrern verleiten, die am Bahnhof gerne behaupten, der Bus sei gerade weg. Bleibt entspannt – der Bus wartet auf alle Fahrgäste aus dem Zug.

Was euch erwartet (Japanische Brücke und Seerosen)

Weitläufige formale Gärten des Schlosses Versailles mit goldener Statue, Becken und Baumalleen

Die Eintrittskarte für Erwachsene kostet 13 € und Tickets bekommt ihr bequem auf den offiziellen Seiten der Stiftung. Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt.

Das Wesentliche spielt sich draußen ab. Der Garten teilt sich in zwei Bereiche. Der Clos Normand vor dem Haus bildet eine riesige, geometrisch angelegte Palette aus Blumenbeeten. Durch eine Unterführung unter der Straße gelangt ihr in den Wassergarten. Dort erwartet euch die ikonische grüne japanische Brücke, umrankt von Grün, und der Teich voller berühmter Seerosen (Nymphéas), die Monet in seinen letzten Lebensjahren malte.

💡 Insider-Tipp: Das beste Licht zum Fotografieren am Teich habt ihr gleich morgens nach der Öffnung um 9:30 Uhr oder kurz vor Schließung. Um die Mittagszeit ist die Sonne zu hart und auf der Brücke bilden sich Touristenschlangen im Kampf um das beste Selfie.

Fotografieren, Mittagessen und Museum des Impressionismus

Jeden Monat sieht der Garten anders aus. Im Mai blühen Schwertlilien und Pfingstrosen, der Juni gehört den Kletterrosen und an der Wende von September zu Oktober dominieren mächtige Hortensien, Dahlien und Sonnenblumen. Wenn ihr gerne fotografiert, nehmt einen Polfilter mit. Er entfernt hervorragend die Spiegelungen von der Wasseroberfläche des Teichs und die Seerosen kommen viel besser zur Geltung.

Nach dem Gartenbesuch lohnt sich ein Spaziergang durchs Dorf. Direkt nebenan findet ihr das hervorragende Musée des Impressionnismes Giverny. Und wenn ihr ein besonderes kulinarisches Erlebnis sucht, reserviert einen Tisch im nahegelegenen Restaurant Le Jardin des Plumes, das einen Michelin-Stern hat. Für Vegetarier wird hier nach vorheriger Absprache ein absolut fantastisches Degustationsmenü aus regionalem Gemüse zubereitet.

💡 Insider-Tipp: Die Straße durch das Dorf Giverny (Rue Claude Monet) ist zwar schmal, aber ihr findet dort viele kleine unabhängige Galerien und Bäckereien. Kauft euch ein frisches Baguette, ein Stück normannischen Käse und macht Picknick am Ufer der Epte, kurz hinter dem Dorf.

Chantilly: Pferde, Spitzen und legendäre Sahne

Barocke Grandes Écuries (Große Stallungen) in Chantilly

Ihr sehnt euch nach einem prächtigen Schloss, aber die Menschenmassen in Versailles schrecken euch ehrlich gesagt ab? Chantilly ist euer Geheimtipp. Dieser Ort hat eine unglaubliche Eleganz, liegt nördlich von Paris und Touristen trifft man hier deutlich weniger. Dazu ist es ein Paradies für Kunst-, Pferde- und Genussliebhaber.

Schloss und zweitgrößte Gemäldesammlung

Die Anreise ist überraschend einfach: Mit dem TER-Zug vom Gare du Nord seid ihr in nur 25 Minuten an der Station Chantilly-Gouvieux und die Fahrkarte kostet etwa 9 €. Vom Bahnhof führt ein schöner Waldweg zum Schloss, den ihr in circa 20 Minuten zu Fuß schafft, oder ihr nehmt den Ortsbus.

Das Schloss selbst (Palais de Condé) wirkt aus der Ferne, als schwebe es auf der Wasseroberfläche. Im Inneren verbirgt sich eine riesige Überraschung: Hier befindet sich die zweitgrößte Sammlung Alter Meister in Frankreich, gleich nach dem Pariser Louvre. Ihr seht hier Werke von Raffael, Botticelli oder Delacroix. Das Kombiticket (Schloss, Park und Stallungen) kostet 18 € und ihr kauft es auf der Website des Schlosses Chantilly.

💡 Insider-Tipp: Die Bilder in der Galerie hängen genau so, wie es sich der Herzog von Aumale im 19. Jahrhundert gewünscht hat. Dicht nebeneinander, Rahmen an Rahmen, vom Boden bis zur Decke. Ein faszinierender Anblick, den man in modernen Galerien heute nicht mehr findet.

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Grandes Écuries (Große Stallungen)

Für Familien mit Kind sind die Grandes Écuries die Hauptattraktion. Es handelt sich vermutlich um die luxuriösesten Pferdeställe der Welt. Sie sind so monumental, dass Besucher sie im 18. Jahrhundert oft mit dem Schloss selbst verwechselten.

Heute beherbergen sie ein Pferdemuseum und regelmäßig finden hier wunderschöne Reitshows statt. Die Pferde werden jeden Tag trainiert, und für kleine Kinder ist es ein gewaltiges Erlebnis, die Dressur unter der riesigen Kuppel zu beobachten. Jonáš hat hier fast eine ganze Stunde lang fasziniert zugeschaut.

💡 Insider-Tipp: Die Eintrittskarte für die Reitshow ist nicht im Basispreis enthalten. Wenn ihr die Hauptvorstellung sehen wollt (normalerweise donnerstags, an Wochenenden und Feiertagen), müsst ihr etwa 6 € dazuzahlen und die Tickets weit im Voraus online kaufen.

Das Ritual namens Crème Chantilly

Schloss Chantilly spiegelt sich im Wassergraben zur goldenen Stunde

Die Stadt hat der Welt zwei absolut wesentliche Dinge geschenkt: feine schwarze Spitze und vor allem die echte, nach Vanille duftende, handgeschlagene Sahne – die Crème Chantilly. Sie hier frisch geschlagen zu probieren, ist schlicht eine gastronomische und moralische Pflicht.

Meidet allerdings die Stände direkt am Bahnhof. Die besten Orte zum Probieren findet ihr direkt im Schlosspark: das Restaurant La Capitainerie in den ehemaligen Schlossküchen oder das kleine Bistro im englischen Garten. Eine Schale frischer Erdbeeren mit einem gewaltigen Berg dieser luftigen Pracht kostet euch etwa 8 €.

💡 Insider-Tipp: Die echte Sahne aus Chantilly wird von Hand mit großen Schneebesen geschlagen und darf keinerlei Stabilisatoren enthalten. Den Unterschied zur Sprühsahne merkt man beim ersten Bissen. Sie ist unglaublich dicht, sahnig und duftet nach echten Vanilleschoten.

Fontainebleau: Zufluchtsort der Könige und Paradies zwischen Sandsteinfelsen

Sandsteinfelsen im Wald von Fontainebleau

Während Versailles vom Sonnenkönig Ludwig XIV. praktisch auf der grünen Wiese errichtet wurde, war Fontainebleau ganze acht Jahrhunderte lang Residenz französischer Herrscher. Es ist ein riesiger Komplex, der eine viel ältere und rauere Geschichte atmet. Für Pariser ist es der beliebteste Wochenendausflug, denn er bietet die perfekte Kombination aus Kultur und wilder Natur.

Schloss Fontainebleau (Napoleons Spur)

Hufeisenförmige Freitreppe des Schlosses Fontainebleau

Mit dem Zug vom Gare de Lyon seid ihr in 40 Minuten an der Station Fontainebleau-Avon. Die Fahrkarte kostet etwa 9 € und kann auch mit dem vorausbezahlten Pass Navigo Découverte genutzt werden, wenn ihr alle Zonen gekauft habt. Von dort könnt ihr den Bus der Linie 1 nehmen, der euch direkt zum Schloss bringt, oder einen 35-minütigen Spaziergang durch den wunderschönen Wald machen.

Der Palast ist verwinkelt und riesig. Genau auf dem dortigen Haupthof, der heute Cour des Adieux (Hof des Abschieds) heißt, stand Napoleon Bonaparte im Jahr 1814, als er sich von seiner treuen Garde verabschiedete, bevor er ins Exil auf die Insel Elba aufbrach. Drinnen solltet ihr die atemberaubende Galerie Franz I. nicht verpassen, voller Fresken und geschnitztem Holz. Die Eintrittskarte kostet 14 € und ihr reserviert sie auf den offiziellen Seiten.

💡 Insider-Tipp: Die Schlossparks sind im Gegensatz zu Versailles komplett kostenlos zugänglich – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Es gibt einen wunderschönen Teich voller riesiger Karpfen. Ein Stück Brot kaufen und sie füttern gehört zu den traditionellen Ritualen, die Kinder lieben.

Forêt de Fontainebleau und Bouldern

Für viele Einheimische ist Fontainebleau nicht in erster Linie ein Schloss, sondern vor allem ein Wald. Dieser riesige Naturpark mit einer Fläche von 25.000 Hektar ist weltweit einzigartig. Er ist übersät mit gewaltigen Sandsteinblöcken in den skurrilsten Formen.

Es ist ein weltweites Mekka für Boulderer – was uns allerdings erst ein zufällig getroffener Herr mit Kletterschuhen erzählte. Wir kamen dort mit dem Kinderwagen an und Jonáš war trotzdem genauso begeistert, weil er wie wild von Felsblock zu Felsblock sprang und wir ihn nicht einmal beaufsichtigen mussten, denn der weiße Sand darunter ist irgendwie von Natur aus weich. Es sieht hier eher aus wie in einem Märchen als dreißig Kilometer von der hektischen Metropole Paris entfernt. Mit Kinderwagen haltet euch an die markierten Hauptwege (zum Beispiel den Rundweg bei den Gorges de Franchard).

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr die interessantesten Felsen sehen wollt, ladet euch eine App mit Karten der lokalen Wanderwege aufs Handy. Der Wald ist so riesig, dass man sich leicht verlaufen kann. Das beliebteste und am besten zugängliche Gebiet für Familien ist der sogenannte L’Éléphant (ein Fels in Elefantenform).

Disneyland Paris: Taktische Operation mit Zweijährigem

Dornröschenschloss im Disneyland Paris zur goldenen Stunde

Viele Eltern denken, dass ein Disneyland-Besuch mit einem Zweijährigen keinen Sinn hat – das Kind wird sich nicht erinnern und kommt sowieso auf keine Attraktion. Weit gefehlt. Das Pariser Disneyland ist für Kleinkinder überraschend gut ausgestattet. Man muss es nur eher wie eine militärische Taktikoperation angehen als wie einen sorglosen Ausflug.

Wichtige Fakten und Preise für Familien

Die Anreise ist kinderleicht. Vom Pariser Zentrum (z.B. Station Châtelet-Les Halles) nehmt ihr die rote Linie RER A und steigt nach 45 Minuten an der Endstation Marne-la-Vallée/Chessy aus, die direkt an den Parktoren liegt. Die Fahrkarte kostet 5 €.

Kinder bis einschließlich 2 Jahre haben kostenlosen Eintritt und brauchen kein Ticket – ab dem dritten Lebensjahr gilt jedoch der Kindertarif. Das Basis-Tagesticket für Erwachsene für einen Park (Disneyland Park) beginnt in der Nebensaison bei 62 € und an Wochenenden und in den Ferien klettert es locker über 100 €. Kauft also ausschließlich vorab online – an den Kassen werden keine Tickets mehr verkauft.

💡 Insider-Tipp: Nehmt auf jeden Fall euren eigenen Kinderwagen mit. Auch wenn das Kind normalerweise läuft – das Gelände ist riesig und der Buggy dient als mobile Basisstation für Jacken, Snacks und Mittagsschlaf. Falls ihr ihn vergesst, könnt ihr am Eingang einen Plastikwagen für 25 € leihen.

Fantasyland als euer Hauptziel

Mit einem kleinen Kind ignoriert die Adrenalizonen wie Discoveryland. Euer Hauptrevier wird das Fantasyland im hinteren Teil des Hauptparks hinter dem Dornröschenschloss sein. Im Park gibt es erstaunliche 47 Attraktionen ohne Mindestgröße, auf die ihr also auch mit dem Kleinkind auf dem Schoß gehen könnt.

Die besten Attraktionen für die Kleinsten sind:

  • It’s a Small World: Der absolute Klassiker. Ein langsames Boot gleitet durch Szenen mit tausenden singenden Puppen. Keine Dunkelheit, keine Gruseleffekte – pure Freude und eine eingängige Melodie.
  • Peter Pan’s Flight: Ein wunderschönes fliegendes Schiff über dem nächtlich leuchtenden London. Gehört allerdings zu den beliebtesten Attraktionen, daher gibt es hier riesige Warteschlangen.
  • Le Pays des Contes de Fées: Eine ruhige Bootsfahrt im Freien vorbei an Miniaturen berühmter Märchen. Perfekt für einen Moment der Ruhe.
  • Dumbo the Flying Elephant: Fliegende Elefanten, bei denen ihr per Hebel selbst die Flughöhe bestimmt.

💡 Insider-Tipp: Vorsicht bei der Attraktion Snow White’s Scary Adventures (Schneewittchen). Sie heißt nicht umsonst „scary“. Einen Großteil der Fahrt seid ihr im Dunkeln unterwegs und die böse Hexe, die aus der Dunkelheit hervorspringt, kann kleinere Kinder wirklich zum Weinen bringen.

Strategie Extra Magic Hour und Essen

Wenn ihr es euch leisten könnt und in einem der offiziellen Disney-Hotels übernachtet, bekommt ihr die sogenannte Extra Magic Hour. Ihr dürft den Park bereits um 8:30 Uhr betreten, während normale Besucher erst um 9:30 Uhr reinkommen. Diese Morgenstunde ist für das Fantasyland Gold wert. Ihr schafft Attraktionen, für die man später am Tag stundenlang ansteht.

Essen im Park ist teuer und die Schlangen an den Ständen endlos. Packt eigene Quetschbeutel, Knabbereien, geschnittenes Obst und Wasserflaschen ein (im Park gibt es Trinkbrunnen zum Nachfüllen). Kleinkind-Hunger wartet nicht, bis ihr eine halbstündige Schlange für ein Hot Dog abgestanden habt.

Nachmittags solltet ihr euch die Parade (Umzug der Festwagen) nicht entgehen lassen. Für Kleinkinder ist es oft ein größeres Erlebnis, Mickey in Lebensgröße zu sehen, als die Karussells selbst.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr mit Lukáš auf eine große Achterbahn wollt (z.B. Hyperspace Mountain), nutzt den Service Rider Switch. Ihr steht beide an, einer fährt, der andere passt aufs Kind auf – und dann tauscht ihr, ohne erneut anstehen zu müssen.

Reims: Champagner und Gotik in 45 Minuten mit dem Schnellzug

Gotische Kathedrale Notre-Dame in Reims in dramatischem Licht

Die Vorstellung, morgens einen Kaffee mit Croissant am Pariser Canal Saint-Martin zu trinken und vormittags schon in der Hauptstadt der Champagne zu stehen, klingt etwas nach Science-Fiction. Aber dank der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge ist es absolute Realität. Vom Gare de l’Est seid ihr in unglaublichen 45 Minuten in Reims.

Kathedrale Notre-Dame de Reims

Die Hin- und Rückfahrt mit dem TGV kostet je nach Buchungszeitpunkt zwischen 30 und 60 €. Das Stadtzentrum ist vom Bahnhof nur zehn Gehminuten entfernt.

Die Hauptattraktion ist die Kathedrale Notre-Dame de Reims (UNESCO-Welterbe). Ein überwältigender gotischer Bau, der historisch gesehen deutlich bedeutender ist als die Pariser Kathedrale. Hier wurden über Jahrhunderte hinweg 33 französische Könige gekrönt. Innen herrscht wunderbare Stille und gewaltiger Raum. Verpasst auf keinen Fall die modernen, leuchtend blauen Glasfenster im hinteren Bereich, die der berühmte Maler Marc Chagall 1974 geschaffen hat.

💡 Insider-Tipp: TGV-Tickets gehen etwa 3 bis 4 Monate vor dem Reisedatum in den Verkauf. Wenn ihr sie gleich am ersten Verkaufstag kauft, bekommt ihr den Prem’s-Tarif, der nur einen Bruchteil des Normalpreises kostet. Last-Minute-Preise sind astronomisch.

Verkostung in den Kreidekellern

Reims ist durch und durch von kilometerlangen antiken Kreidekellern durchzogen, in denen bei perfekter Kühle und Dunkelheit Millionen von Flaschen der prestigeträchtigsten Marken reifen. Hier sitzen Giganten wie Veuve Clicquot, Taittinger, Pommery oder Ruinart.

Eine Kellerführung mit Verkostung müsst ihr mindestens 1 bis 2 Wochen im Voraus über die Websites der einzelnen Häuser reservieren. Ohne Anmeldung kommt niemand rein. Eine übliche Führung mit Verkostung von ein oder zwei Gläsern kostet zwischen 25 und 50 € pro Person.

💡 Insider-Tipp: Mit Kleinkind kann es in den Kellern etwas nervenaufreibend sein. Sie sind dunkel, feucht, die Temperatur liegt konstant bei etwa 10 Grad (packt dem Kind auch im Sommer einen warmen Pullover ein!) und die Führung zieht sich. In manche Keller (z.B. bei Taittinger, wo man viele Stufen hinabsteigt) passt oft kein Kinderwagen. Die Trage ist hier die einzige Rettung.

Weitere tolle Tipps für Tagesausflüge

Wenn ihr Versailles und Disneyland schon abgehakt habt und etwas Kleineres sucht, hält die Umgebung von Paris jede Menge versteckte Schätze bereit, die ihr auch in einem halben Tag schaffen könnt.

Auvers-sur-Oise (Auf den Spuren Van Goghs)

Kirche in Auvers-sur-Oise, verewigt von Van Gogh

Ein malerisches Dorf, knapp eine Zugstunde nordwestlich von Paris. Dieser Ort hat eine leicht melancholische Atmosphäre. Genau hier verbrachte Vincent van Gogh seine letzten Tage. In nur 70 Tagen malte er hier unfassbare 80 Bilder, bevor er sich auf einem nahegelegenen Feld erschoss.

Das Dachzimmer im Gasthof Auberge Ravoux, das seit seinem Tod unbewohnt geblieben ist, hat in mir ein seltsames Gefühl der Schwere ausgelöst. Es wirkt dort ganz anders als die überladenen königlichen Paläste. Und dann der Friedhof, wo Vincent Seite an Seite mit Theo liegt, beide unter einer schlichten, efeubewachsenen Platte. Ich weiß nicht warum, aber dieser Ort hat mich tiefer getroffen als manches weltberühmte Gemälde. Rund um das Dorf führt ein Weg mit Tafeln, die seine Bilder genau an den Stellen zeigen, wo er sie vor über einem Jahrhundert gemalt hat.

💡 Insider-Tipp: In der Touristeninformation nahe des Bahnhofs bekommt ihr kostenlos einen Ortsplan. Der Spaziergang zur berühmten Kirche von Auvers und weiter zu den Weizenfeldern ist sehr einfach und problemlos auch mit Kinderwagen machbar.

Château de Vincennes (Burg an der Metro-Endstation)

Ihr sucht einen Ausflug hinter Festungsmauern, habt aber keine Lust, Zugfahrpläne zu studieren? Das Schloss Vincennes ist eure Lösung. Es ist die einzige echte mittelalterliche Burg in der Umgebung, die ihr mit der ganz normalen Pariser Metro erreicht. Einfach die gelbe Linie 1 bis zur Endstation Château de Vincennes nehmen.

Dort erwartet euch eine massive Festung mit Wassergraben und dem höchsten Bergfried (Donjon) Europas mit stolzen 50 Metern. Es wirkt hier deutlich militärischer und nüchterner – ein großartiger Kontrast zum herausgeputzten Versailles. Die Eintrittskarte kostet 9,50 €. Direkt neben der Burg beginnt der riesige Waldpark Bois de Vincennes mit einem See, auf dem man Boote mieten kann.

💡 Insider-Tipp: Der Wassergraben rund um die Burg ist heute trockengelegt und begrünt. Ein fantastischer und absolut sicherer Ort, an dem Kinder die Hänge hoch- und runterrennen können, während ihr entspannt auf einer Decke sitzt.

Provins (Mittelalter unter UNESCO-Schutz)

Mittelalterliche Stadtmauern und Türme der Stadt Provins

Wenn ihr Ritter, Fachwerkhäuser und massive Steinmauern mögt, fahrt nach Provins. Es liegt etwa 90 Kilometer südöstlich von Paris und mit dem Zug der Linie P vom Gare de l’Est seid ihr in anderthalb Stunden dort.

Die gesamte Stadt steht auf der UNESCO-Welterbeliste und sieht genau so aus, wie man sich die Kulisse eines Historienfilms vorstellt. Ihr könnt auf den Stadtmauern spazieren, unterirdische Gänge besichtigen oder eine Falknerei-Show anschauen. Die Stadt ist außerdem berühmt für den Rosenanbau – an jeder Ecke gibt es Rosenmarmelade, Rosenhonig oder Rosenbonbons.

💡 Insider-Tipp: Kauft euch den sogenannten Provins Pass (ca. 15 €). Er beinhaltet den Eintritt zu vier Hauptsehenswürdigkeiten inklusive des Turms Tour César und der unterirdischen Gänge. Das lohnt sich deutlich mehr als Einzeltickets für jede Attraktion.

Wo essen bei Ausflügen (und wie das Budget nicht sprengen)

Gastronomie ist in Frankreich heilig, aber an beliebten Touristenorten verbrennt man sich schnell die Finger. Lukáš und ich haben nach ein paar teuren und ziemlich durchschnittlichen Mittagessen schnell begriffen, dass die Grundlage eines rundum gelungenen Ausflugs mit Kleinkind eine durchdachte Essensstrategie ist.

Picknicks als absolute Rettung

Das beste Mittagessen ist schlicht und ergreifend das, was ihr selbst mitbringt. Klingt zwar völlig banal, aber in Frankreich ist ein ordentliches Picknick ein vollwertiges gastronomisches Erlebnis. In die Innenräume der Schlösser darf man zwar kein Essen mitnehmen, aber die riesigen Gärten von Versailles, Fontainebleau oder die wunderschönen Wiesen hinter dem Dorf Giverny sind zum Decke-Ausbreiten wie geschaffen.

Morgens vor der Abfahrt aus Paris gehen wir immer in unsere Lieblingsbäckerei für frische, knusprige Baguettes. Dazu ein Stück guten Käse, Kirschtomaten und Weintrauben. Jonáš ist total begeistert, dass er draußen auf der Wiese essen darf, und Lukáš und ich haben unsere Ruhe, ohne uns in überfüllten und überteuerten Restaurants stressen zu müssen 😉.

Wo man sich etwas Besonderes gönnen kann

Wenn wir uns doch für ein Mittagessen vor Ort entscheiden, wählen wir sehr sorgfältig aus. In Chantilly solltet ihr auf keinen Fall das Restaurant La Capitainerie verpassen, das sich direkt in den historischen Schlossküchen befindet, oder das kleine Café in den Gärten. Die Atmosphäre dort ist fantastisch und zum Dessert müsst ihr natürlich die legendäre echte Sahne probieren.

In Giverny lohnt es sich wiederum enorm, einen Tisch im Le Jardin des Plumes zu reservieren, wo nach vorheriger Absprache ein wundervolles vegetarisches Menü aus regionalen Zutaten zubereitet wird. Es ist ein etwas teureres Erlebnis, aber die Belohnung nach einem langen Tag in den Gärten ist es definitiv wert. Im Disneyland hingegen verlassen wir uns ausschließlich auf eigene Vorräte, weil die Schlangen an den Bistros selbst die geduldigsten Eltern an ihre Grenzen bringen.

Praktische Infos: Transport, Budget und Tipps für 2026

Ausflüge ab Paris erfordern ein bisschen Rechenarbeit. Herauszufinden, welches Ticket sich am meisten lohnt, ist manchmal komplizierter als eine Abiturprüfung. Hier sind die Grundregeln, an die wir uns halten.

Züge und Transport

Regionalzüge (RER, Transilien, TER) haben feste Preise. Wenn ihr während einer Woche in Paris herumfahren, nach Versailles und dazu noch ins Disneyland oder nach Fontainebleau wollt, lohnt sich am allermeisten der Pass Navigo Découverte.

Diese Karte deckt alle Zonen (1-5) für eine ganze Woche ab und kostet 30,75 € plus 5 € für die Ausstellung der Karte selbst. Ihr müsst ein eigenes Passfoto mitbringen! Aber Achtung, eine Tücke: Die Karte gilt IMMER nur von Montag bis Sonntag. Wenn ihr donnerstags anreist, lohnt sie sich nicht mehr.

Für TGV-Hochgeschwindigkeitszüge (Reims, Straßburg) gelten andere Regeln. Diese Tickets unterliegen dynamischer Preisgestaltung. Je früher ihr sie kauft (idealerweise auf der Website SNCF Connect), desto günstiger werden sie.

Beispielbudget für einen Tagesausflug zu zweit (Versailles)

  • Transport: Hin- und Rückfahrt Zug Linie N für zwei Erwachsene: 16,40 €
  • Eintrittskarten: 2x Passport für Palast und Trianons: 64 €
  • Mittagessen: Baguettes, Käse und Obst als Picknick, in Paris eingekauft: 15 €
  • Kaffee und Süßes: Kaffee und Macarons in den Gärten: 12 €
  • Gesamt: 107,40 € für einen sehr gelungenen Tag als Paar mit Kind (Kind kostenlos).

An Bahnhöfen wie dem Gare du Nord oder Gare de l’Est passt wirklich auf Taschendiebe auf. Das ist kein Klischee – uns hat einmal ein freundlicher Herr am Fahrkartenautomaten „Hilfe“ angeboten und ich habe ihn eine halbe Minute lang auf die Tasten drücken lassen, bis Lukáš mir leise auf die Schulter tippte. Sie bieten euch „Hilfe“ beim Kauf an, stehlen aber in Wirklichkeit eure Karte oder verkaufen euch ein entwertetes Ticket. Kauft immer selbst oder fragt ausschließlich Personal in SNCF-Uniform.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Zugfahrt von Paris nach Versailles?

Die Fahrt mit dem Zug der Linie N vom Bahnhof Gare Montparnasse zur Station Versailles Chantiers dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Vom Bahnhof müsst ihr dann noch mit weiteren 15 Minuten bequemem Fußweg direkt zu den Toren des Palastes rechnen.

Kann man Monets Gärten in Giverny im Winter besuchen?

Leider nein. Die Gärten haben eine streng festgelegte Saison und werden im Winter für Pflege- und Pflanzarbeiten komplett geschlossen. Im Jahr 2026 sind sie vom 1. April bis 1. November geöffnet (mit Ausnahme des Wochenendes vom 19. und 20. September).

Gilt der Paris Museum Pass auch für den Transport außerhalb von Paris?

Nein, der Paris Museum Pass deckt ausschließlich Eintritte in Sehenswürdigkeiten und Museen ab (einschließlich der Schlösser Versailles, Chantilly und Fontainebleau). Fahrkarten für RER- oder Regionalzüge müsst ihr immer separat kaufen.

Darf man Essen und Trinken mit nach Versailles nehmen?

In den Palast selbst dürft ihr kein Essen mitnehmen (auch keine Trinkflaschen – die müssen an der Garderobe abgegeben werden). In den riesigen Schlossgärten und im Park sind Picknicks dagegen sehr willkommen und die beste Möglichkeit, bei den überteuerten Restaurants im Gelände zu sparen.

Ab welchem Alter zahlt man Eintritt im Disneyland Paris?

Kinder bis einschließlich 2 Jahre haben in beide Parks komplett freien Eintritt und brauchen keinerlei Ticket. Ab dem 3. Lebensjahr muss ein vollwertiges Kinderticket gekauft werden.

Schafft man Reims und eine Champagnerverkostung an einem Tag?

Absolut und mit Leichtigkeit. Dank der TGV-Schnellzüge dauert die Fahrt nur 45 Minuten. Wenn ihr morgens gegen neun losfahrt, schafft ihr vormittags die Kathedrale, nach dem Mittagessen die reservierte Kellerführung und seid zum Abendessen bequem wieder in Paris.

Kann man mit einem t+-Ticket (Metro-Ticket) nach Fontainebleau fahren?

Nein, das normale t+-Ticket gilt nur für die Zonen 1 und 2 innerhalb von Paris. Fontainebleau liegt in Zone 5. Ihr müsst am Automaten ein spezielles Billet Île-de-France (Billet Origine-Destination) kaufen oder einen aufgeladenen Pass Navigo für die Zonen 1-5 haben.

Lohnt sich Chantilly mit kleinen Kindern?

Auf jeden Fall. Im Gegensatz zum überfüllten Louvre sind die hiesigen Galerien deutlich ruhiger. Für Kinder sind aber die riesigen Stallungen (Grandes Écuries) mit echten Pferden und der weitläufige Park die Hauptattraktionen, wo sie herumtollen und die echte lokale Sahne probieren können.

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Pariser Mythen und Legenden: Vom Paris-Syndrom bis zum Phantom der Oper

TL;DRPariser Mythen mischen kleine Anekdoten mit belegten Fakten: Der Eiffelturm sollte nach zwanzig Jahren abgerissen werden, gerettet haben ihn eine Militärantenne und der Ungehorsam von General von Choltitz gegenüber Hitlers Befehl. Die Mona Lisa wurde erst durch den Diebstahl von 1911 zum Star, als Vincenzo Peruggia sie zwei Jahre lang bei sich versteckte. Das Paris-Syndrom ist eine echte, 1986 beschriebene psychiatrische Diagnose, die vor allem Touristen trifft, wenn die Realität nicht zur Filmromantik passt. Die Geschichte des Phantoms der Oper beruht auf einem echten unterirdischen See unter dem Palais Garnier, wo heute die Pariser Feuerwehr trainiert. Unter Paris liegen außerdem 300 Kilometer Katakomben mit den Überresten von sechs Millionen Menschen sowie 2400 Kilometer historische Abwasserkanäle mit eigenem Museum.

Wenn ihr mit dem Morgenkaffee in der Hand durch die engen Gassen des alten Paris Frankreich schlendert, während die Stadt gerade erst träge erwacht und aus den Bäckereien frische Butter duftet, fühlt ihr euch wie in einem perfekten Film. Besonders wenn ihr dabei einen Kinderwagen vor euch herschiebt und euer Kleinkind zufrieden die Tauben auf dem kleinen Platz beobachtet. Alles drumherum wirkt so elegant, gepflegt und makellos. Doch diese romantische Fassade, die sich die französische Metropole so sorgfältig aufbaut, ist eigentlich eine einzige große – wenn auch verdammt schöne – Lüge. Das echte Paris ist nämlich viel düsterer, verworrener und faszinierender, als euch jeder polierte Reiseführer weismachen will.

Unter den breiten Boulevards, auf denen wir heute shoppen gehen, verbergen sich Millionen von Knochen und Hunderte Kilometer dunkler Abwasserkanäle. Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten, vor denen sich heute Menschenmassen mit Handys in der Hand drängen, verdanken ihren Ruhm oft dem puren Zufall, einem Diebstahl oder einem simplen bürokratischen Irrtum. Und die perfekten Pariser Wohnungen mit Ausblick? Ihre Entstehung wurde mit einem enormen sozialen Preis und dem rücksichtslosen Abriss ganzer Viertel bezahlt. Paris testet euch ständig und spielt ein raffiniertes Spiel zwischen Wahrheit und Illusion.

Das Jahr 2026 ist für die Entdeckung dieser Geschichten zudem absolut außergewöhnlich. Die Stadt hat nach dem olympischen Wahnsinn wieder Luft geholt. Die Kathedrale Notre-Dame, nach dem verheerenden Brand von neuen Legenden umrankt, ist endlich wieder in voller Pracht geöffnet. Das berühmte Centre Pompidou hat dagegen bis 2030 geschlossen, was anderen, weniger bekannten Orten Raum gibt, zu glänzen. Im Sommer wird man nach hundert Jahren erstmals wieder offiziell in der Seine schwimmen können. Und für mich persönlich ist ein kleines Wunder geschehen: Das legendäre Michelin-Restaurant Arpège hat auf ein rein pflanzliches Menü umgestellt – ein absolutes Erdbeben in der Welt der französischen Haute Cuisine.

Was erwartet euch also? Berühmte Pariser Mythen, ein Diebstahl, der die Mona Lisa zum Weltstar machte, das Paris-Syndrom, das Touristenherzen bricht, und warum die Serie Emily in Paris uns gnadenlos anlügt. Dazu ein paar Tipps, wohin ihr gehen solltet, wenn euch die dunkle Seite dieser unglaublich schönen Lüge interessiert.

Zusammenfassung

Grüne Bronzereiterstatue Ludwigs XIV. auf einem Steinsockel in Paris
  • Der Eiffelturm sollte ursprünglich nach zwanzig Jahren abgerissen werden. Gerettet hat ihn eine militärische Radioantenne – und später auch die Tatsache, dass ein deutscher General Hitlers Befehl zur Zerstörung nicht befolgte.
  • Die Mona Lisa war bis 1911 nur eines von vielen Gemälden im Louvre. Zur globalen Berühmtheit machte sie erst der dreiste Diebstahl eines italienischen Arbeiters, der sie zwei Jahre in seinem Zimmer versteckte.
  • Das Paris-Syndrom ist eine echte psychiatrische Diagnose. Touristen (häufig aus Japan) erleben einen schweren Schock, wenn sie feststellen, dass Paris nicht nur Filmromantik ist, sondern auch Lärm, Stress und barsche Kellner.
  • Die Serie Emily in Paris zeigt eine Stadt, die es nicht gibt. Echte Pariser tragen keine Pastellfarben, fahren nicht überall mit dem Taxi (weil der Verkehr die Hölle ist) und ohne ein „Bonjour“ zur Begrüßung spricht niemand mit euch.
  • Unter Paris liegen 300 Kilometer Katakomben mit den Überresten von sechs Millionen Menschen und 2400 Kilometer historischer Abwasserkanäle, die sogar ein eigenes Museum haben.
  • Die breiten Pariser Boulevards (Haussmanns Umbau) entstanden nicht der Schönheit wegen, sondern damit Revolutionäre keine Barrikaden mehr errichten konnten und die Armee Platz für Artillerie hatte.
  • Die Geschichte vom Phantom der Oper basiert auf der Realität. Unter dem Palais Garnier befindet sich bis heute ein riesiger künstlicher See, in dem Pariser Feuerwehrleute trainieren.
  • Die goldene Überlebensregel ist einfach: Ignoriert die Straßenbetrüger. Niemand hat vor euren Füßen einen goldenen Ring gefunden, niemand will euch an Sacré-Cœur gratis ein Freundschaftsarmband schenken und der Eintritt in Notre-Dame ist kostenlos.
Der Eiffelturm fotografiert durch grüne Baumzweige

Wann die Pariser Geheimnisse entdecken: Wetter und Saisons 2026

Das richtige Timing ist absolut entscheidend – besonders wenn ihr nicht stundenlang in Warteschlangen stehen oder euch auf dem Bürgersteig um Platz streiten wollt. Paris ist eine Stadt, die intensiv auf die Jahreszeiten reagiert. Jede Saison verändert nicht nur die Temperatur, sondern auch die Stimmung der Einheimischen und die Zugänglichkeit der Sehenswürdigkeiten. Wir versuchen mit Lukáš unsere Reisen so zu planen, dass wir dem größten Wahnsinn aus dem Weg gehen – denn durch dunkle, legendenumwobene Gassen mit einer Horde Fremder im Nacken zu laufen, hat einfach nicht die richtige Atmosphäre.

Beste Monate für die Entdeckung von Legenden

Prächtig verziertes goldenes Tor mit königlicher Krone und Rankenmotiven

Lukáš und ich schwören darauf, dass wir das schönste Paris immer im Frühling oder Herbst erlebt haben. Der Mai bringt blühende Bäume und angenehme Temperaturen um die 20 °C – ideal für lange Spaziergänge auf den Spuren berühmter Schriftsteller im Quartier Latin. Der Herbst, konkret Oktober und November, hat dagegen eine unglaublich melancholische Atmosphäre. Häufiger Nebel über der Seine und herabgefallenes Laub im Jardin du Luxembourg bilden die perfekte Kulisse für Geschichten über das Phantom der Oper oder verfluchte Dichter. Außerdem ebbt die touristische Hauptwelle ab, sodass ihr in kleinere Museen und unterirdische Räume deutlich leichter hineinkommt.

Vor allem dieses herbstliche Licht, wenn es sich in den Pfützen entlang der Seine spiegelt, wird mich wohl nie langweilen. Dann versteht man all die Maler und Schriftsteller, die hierher kamen, um verlorene Inspiration zu suchen – und am Ende jahrelang geblieben sind.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr ein wirklich magisches, leicht gruseliges Paris erleben wollt, besucht den Friedhof Père-Lachaise frühmorgens im November. Der Morgennebel zwischen den alten Grabsteinen ist unglaublich fotogen, und die Touristenmassen kommen erst gegen zehn Uhr.

Wann ihr lieber zu Hause bleibt

Marmorfigurenstatue auf einem Sockel in einem klassischen Garten mit Arkaden

Der August ist der Monat, in dem sich Paris in eine seltsame Geisterstadt verwandelt – kombiniert mit touristischem Freilichtmuseum. Die Einheimischen flüchten ans Meer, viele Familienbäckereien und kleine Bistros schließen, und auf den Straßen trifft man nur verwirrte Besucher mit Stadtplan. Der Asphalt strahlt zudem eine solche Hitze ab, dass eine Stadtbesichtigung eher zum Belastungstest wird. Wenn ihr mit Kindern reist, macht um den August einen großen Bogen. Aufpassen solltet ihr auch um die Wende Februar/März, wenn die Fashion Week die Stadt beherrscht. Die Übernachtungspreise machen in dieser Zeit absolut keinen Sinn, und in vielen Restaurants im Zentrum bekommt ihr ohne Reservierung einen Monat im Voraus keinen Platz.

Wir haben mit Lukáš einmal diesen Fashion-Week-Wahnsinn am eigenen Leib erlebt, und ehrlich gesagt war es ziemlich heftig. Überall, wo wir hin wollten, gab es kein Durchkommen, in unsere Lieblingscafés kamen wir nicht rein, und auf den Straßen wuselten ständig Fotografen herum, denen wir mit unserem Kinderwagen wohl nur im Bild standen. Diese Saison überlassen wir inzwischen ausdrücklich den Mode-Enthusiasten.

💡 Insider-Tipp: Die Fontänen am Trocadéro, die ihr von den perfekten Instagram-Fotos kennt, sind von November bis März wegen Wartung und Frost oft abgestellt. Plant also kein großes Winter-Fotoshooting dort – es erwartet euch der Anblick von leerem Beton.

Veranstaltungskalender und Jahrestage 2026

Der Eiffelturm von unten gegen einen bewölkten Himmel fotografiert

Das Jahr 2026 bringt einige Besonderheiten mit sich, die ihr bei der Planung berücksichtigen müsst. Von Juli bis August startet das riesige Projekt „Seine Swimming“ – offizielle Freibäder direkt im Fluss. Darüber wurde jahrzehntelang geredet, und jetzt ist es endlich Realität. Ein kritisches Datum für Kunstliebhaber ist das Wochenende vom 19. und 20. September 2026 mit den Journées du Patrimoine (Tag des offenen Denkmals). Während in Paris normalerweise unzugängliche Paläste und Regierungsgebäude kostenlos ihre Türen öffnen, sind die berühmten Gärten von Monet in Giverny an diesen beiden Tagen ausnahmsweise strikt geschlossen.

Ein weiteres großes Ereignis, über das dieses Jahr ständig gesprochen wird, ist die Wiedereröffnung mehrerer ikonischer Passagen im Zentrum, die jahrelang hinter Gerüsten versteckt waren. Es ist schön zu beobachten, wie sich die Stadt ständig wandelt und sich nach der Olympiade Zeit nimmt, diese kleineren Freuden zur Perfektion zu bringen.

💡 Insider-Tipp: Am ersten Oktoberwochenende findet die Nuit Blanche (Weiße Nacht) statt. Die ganze Stadt ist wach, die Straßen sind voller Kunstinstallationen und die öffentlichen Verkehrsmittel fahren bis zum Morgen kostenlos. Es ist die beste Nacht, um moderne Pariser Kultur aufzusaugen.

Luftiger Blick auf das Trocadéro mit Fontäne, Palästen und Paris im Hintergrund

Unterkunft in Paris: Basis für Familien und Rätselfreunde

Die Wahl des Viertels ist in Paris absolut entscheidend. Es geht nicht nur darum, wo ihr schlaft, sondern welche Atmosphäre ihr gleich nach dem Aufwachen einatmet. Die zwanzig Pariser Arrondissements winden sich vom Zentrum aus wie ein Schneckenhaus, und jedes hat einen völlig anderen Charakter. Wir haben die Phase hinter uns, in der wir im lauten Zentrum übernachtet haben – seitdem Jonáš mit uns reist, haben wir ganz andere Prioritäten. Wir brauchen Sicherheit, breitere Gehwege für den Kinderwagen, Parks in der Nähe und ruhige Nächte.

Warum wir das 6. und 3. Arrondissement wählen

Bronzebüste einer Frau mit vergoldeten Details in einer Pariser Straße unter Bäumen

Für Familien und alle, die ein authentisches, aber ruhiges Paris suchen, ist das 6. Arrondissement (Saint-Germain-des-Prés) der absolute Favorit. Historisch ist es das Viertel der Intellektuellen, voller kleiner Verlage und stiller Gassen – und der Hauptvorteil: Ihr habt den Jardin du Luxembourg direkt vor der Nase (für uns der schönste Park der Welt), mit fantastischen Kinderspielplätzen und sicheren, breiten Straßen für den Kinderwagen.

Eine tolle Alternative ist der nördliche Teil des 3. Arrondissements (Haut Marais). Anders als der überfüllte Süden des Marais-Viertels (4. Arrondissement) ist dieser Teil ruhiger. Zwar gibt es hier enge Gassen, aber ihr findet jede Menge großartiger vegetarischer Bistros, unabhängiger Boutiquen und den fantastischen überdachten Markt Enfants Rouges. Wenn ihr nah am Eiffelturm sein und abends ein Picknick machen wollt, sucht im 7. Arrondissement (Invalides). Es ist ein extrem ruhiges Wohnviertel, dem zwar das lebhafte Nachtleben fehlt, aber für Familien ist das ein riesiger Pluspunkt. Meidet dagegen die Gegend um den Bahnhof Gare du Nord (10. Arrondissement), wo es mit der Sicherheit besonders abends nicht gerade rosig aussieht.

Wo mit Kindern übernachten (konkrete Tipps 2026)

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget grundlegend. Paris ist in zwanzig Arrondissements unterteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden, ist fast unmöglich – aber wenn ihr wisst, wo ihr suchen müsst, findet ihr einen guten Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.

Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen großen Bogen machen um den nördlichen Teil des 10. Arrondissements rund um den Bahnhof Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement. Einmal haben wir uns dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts verlaufen – das will man mit einem Zweijährigen definitiv nicht nochmal erleben. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (reservieren könnt ihr hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber innerhalb der ersten paar Stunden werdet ihr es lieben.

Der Eiffelturm hinter einer steinernen Brücke über die Seine in Paris

Essen in Paris: Unsere Lieblingsbistros und Cafés

Hand aufs Herz: In der ersten Woche haben Lukáš und ich hauptsächlich Baguettes aus der Bäckerei gegessen, denn mit Kinderwagen und Jonáš abends einen freien Tisch in einem Restaurant zu finden, ist ein Sport für sich. Mit begrenztem Budget lassen sich die berühmten Michelin-Sterne nur schwer jagen, also mussten wir lernen, wie man in Paris gut isst, dabei die Familienkasse nicht sprengt und vor allem Orte findet, wo man Jonáš nicht schief anschaut.

Im Zentrum ein gutes Restaurant zu finden, das nicht bloß eine Touristenfalle mit überteuerten, müden Croissants ist, braucht etwas Übung. Nach ein paar Fehlgriffen haben wir aber einige Adressen entdeckt, zu denen wir bei jedem Besuch zurückkehren. Und keine Sorge – die veganen Tipps, die mich an der Pariser Szene gerade am meisten begeistern, kommen auch nicht zu kurz.

Frühstück und Kaffee, der euch auf die Beine bringt

Die weiße Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre mit Touristengruppen und blauem Himmel

Wenn es etwas gibt, das die Franzosen perfekt beherrschen, dann ist es süßes Gebäck. Unsere Morgenroutine beginnt meistens in der Bäckerei La Maison d’Isabelle (im 5. Arrondissement), die 2018 den Preis für das beste Croissant in ganz Paris gewonnen hat. Und glaubt mir, diese Auszeichnung ist absolut verdient. Ein Butter-Croissant kostet hier rund 1,20 € und blättert wunderbar. Wir nehmen mit Lukáš immer gleich mehrere in der Papiertüte mit und essen sie unterwegs.

Guter Specialty-Kaffee war in Paris lange eine echte Herausforderung, denn die Einheimischen lassen nichts auf ihren klassischen, dunkel gerösteten Espresso am Tresen kommen. Zum Glück ändert sich das. Unser Favorit ist das Café Loustic im 3. Arrondissement (Haut Marais). Es gibt hier genug Platz, einen großartigen Flat White für etwa 5 € und die Bedienung lächelt uns an, selbst wenn wir gerade mit verschüttetem Wasser am Tisch kämpfen 😅.

Abendessen mit Familienatmosphäre ohne Sterne

Rosa Eckrestaurant mit grünen Fensterläden und Kletterpflanzen in Montmartre

Wenn wir abends gut und günstig essen und dabei das echte Pariser Getümmel erleben wollen, steuern wir das Bouillon Chartier an. Diese traditionellen Volksgaststätten (Bouillons) entstanden an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ursprünglich für Arbeiter. Wir mögen die Filiale an den Grands Boulevards besonders. Es ist riesig, laut, die Kellner in schwarzen Westen schreiben die Bestellungen direkt auf die Papiertischdecke, und klassisches französisches Essen bekommt ihr hier für einen Spottpreis. Ein Hauptgericht wie Bœuf Bourguignon kostet rund 12 €. Seid nur darauf gefasst, dass ihr vielleicht mit Fremden an einem Tisch sitzt – was aber seinen ganz eigenen Charme hat.

Und damit ich meine pflanzlichen Herzensfavoriten nicht vergesse: Ich muss das Le Potager de Charlotte erwähnen (mit Filialen im 9. und 17. Arrondissement). Es ist ein Familienunternehmen zweier Brüder, die fantastische, rein vegane französische Küche machen. Ihre gebackene Aubergine oder die Kichererbsenpfannkuchen sind ein absoluter Traum. Ein Abendessen kommt hier auf etwa 25 € pro Person. Hierhin gehen wir meistens, wenn Jonáš schon im Kinderwagen schläft und Lukáš und ich mit einer Flasche Wein mal einen Moment für uns haben ☺️.

Pariser Straße mit historischem grünem Laden und roten Türen, geschmückt mit Blumen

Die Eiserne Dame, die jung sterben sollte

Wenn ihr die Augen schließt und euch Paris vorstellt, seht ihr garantiert ihn: den Eiffelturm. Er bildet den absolut unverrückbaren Anker des Stadtpanoramas. Es wirkt, als hätte er schon immer hier gestanden und als wäre er vom ersten Tag an geliebt worden. Dabei stand seine Existenz gleich mehrfach auf Messers Schneide – eine Geschichte voller Hass, politischer Intrigen und ordentlich viel Glück, über die man Romane schreiben könnte. Um das berühmteste Bauwerk der Welt ranken sich so viele Legenden, dass es manchmal schwer fällt, historische Fakten von Stadtmärchen zu unterscheiden.

Der Mythos von der zwanzigjährigen Lebensdauer und die Rettung durch das Radio

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Oft hört man, dass der Turm nach zwanzig Jahren hätte abgerissen werden sollen. Das ist überraschenderweise kein Mythos, sondern die reine Wahrheit. Gustave Eiffel baute ihn als temporäre, wenn auch monumentale Attraktion für die Weltausstellung von 1889. In der Tasche hatte er eine Pachtlizenz für gerade einmal zwei Jahrzehnte. Im Jahr 1909 sollte er einfach demontiert und als Schrott verkauft werden. Die Pariser Kulturelite freute sich regelrecht darauf. Schriftsteller wie Guy de Maupassant oder Alexandre Dumas der Jüngere verfassten wütende Petitionen gegen diese „tragische Straßenlaterne“ und den „schwarzen Fabrikschornstein“, der ihrer Meinung nach die Stadt verschandelte.

Eiffel war aber nicht nur ein genialer Ingenieur – er hatte auch einen enormen Spürsinn für Business und Politik. Er wusste: Wenn er dem Bauwerk keinen verdammt guten praktischen Nutzen verschaffte, würde es in der Versenkung verschwinden. Die Rettung kam aus der damals unsichtbaren neuen Welt der Radiowellen. Eiffel verwandelte den Turm in eine riesige Antenne. Im Jahr 1909, als die Konzession auslaufen sollte, funktionierte er bereits als zentraler militärischer Telegrafenknotenpunkt. Während des Ersten Weltkriegs fing die französische Armee von hier aus deutsche Depeschen ab und koordinierte die Verteidigung. Das Stahlmonster rettete sich den Hals, indem es sich schlicht für den Staat unverzichtbar machte.

💡 Insider-Tipp: Der Eintritt auf den Eiffelturm ist teuer (Aufzug bis ganz nach oben: 29,40 € – Tickets nur über die offizielle Website des Eiffelturms kaufen!) und die Schlangen sind zermürbend. Einen viel besseren Ausblick, bei dem ihr den Eiffelturm selbst im Bild habt, bietet die Dachterrasse des Hochhauses Tour Montparnasse (geöffnet bis 23:30, Eintritt 21 €).

Hitlers Zerstörungsbefehl und General Choltitz

Springen wir in der Zeit zum August 1944. Die Alliierten rücken unaufhaltsam auf Paris vor, und Adolf Hitler gibt aus Berlin einen klaren und wahnsinnigen Befehl an General Dietrich von Choltitz, den militärischen Kommandanten der Stadt: Paris muss in Schutt und Asche gelegt werden. Denkmäler, Seine-Brücken, der Louvre, Notre-Dame und der Eiffelturm selbst sollten für immer von der Landkarte verschwinden.

Die romantische Geschichte, die oft erzählt (und sogar verfilmt) wird, handelt davon, wie von Choltitz den Befehl aus tiefer Liebe zur Pariser Kultur und Schönheit verweigerte. Klingt wunderbar – doch die Realität war weit prosaischer und pragmatischer. Der General rechnete sich schlicht aus, dass der Krieg verloren war. Er wollte nicht als absoluter Barbar in die Geschichte eingehen oder gleich an einem alliierten Galgen für Kriegsverbrechen enden. Ob ihn nun Pragmatismus oder eine plötzliche Erleuchtung leitete – er ließ die Stadt stehen, und der Turm überlebte seinen zweiten klinischen Tod.

💡 Insider-Tipp: Für das absolut beste Foto mit dem Eiffelturm geht nicht zum überfüllten Trocadéro-Platz. Steuert stattdessen ein Stück weiter die Brücke Pont de Bir-Hakeim an. Dort findet ihr eine wunderbare Stahlkolonnade (ihr kennt sie aus dem Film Inception), die den Turm perfekt einrahmt – bei einem Bruchteil der Menschenmassen.

Durchgeschnittene Aufzugkabel (Sabotage oder Teilemangel?)

Eine weitere populäre Legende rankt sich um dieselbe Zeit der Nazi-Besatzung. Es heißt, stolze französische Widerstandskämpfer hätten unter dem Schutz der Dunkelheit absichtlich die Aufzugkabel am Eiffelturm zerstört. Das Ziel war klar und symbolisch: Wenn Hitler auf die eroberte Stadt herabblicken wollte, hätte er die mehr als tausend Stufen zu Fuß erklimmen müssen.

Es handelt sich um eine klassische Halbwahrheit. Die Aufzüge funktionierten während des Krieges tatsächlich nicht – allerdings lag der Grund eher im fatalen Mangel an Ersatzteilen und dem allgemeinen Zusammenbruch der Wartung in Kriegszeiten. Das klingt zwar deutlich weniger heldenhaft als eine geheime Sabotageaktion mit Zange in der Hand, aber das Ergebnis zählt. Als deutsche Soldaten auf den Gipfel wollten, um eine Hakenkreuzfahne aufzuhängen, mussten sie tatsächlich brav zu Fuß gehen.

💡 Insider-Tipp: Macht niemals ein Picknick direkt unter dem Turm auf den Rasenflächen des Champ de Mars, schon gar nicht nach Einbruch der Dunkelheit. Es ist leider das berüchtigtste Revier der dreistesten Taschendiebe und Betrüger mit falschen Wohltätigkeitsorganisationen in ganz Paris.

Neoklassizistisches Interieur des Panthéon mit Kuppel

Stadt unter der Stadt: Katakomben, Kanalisation und Rohrpost

Wenn ihr mit dem Kinderwagen über die Gehwege manövriert, erinnert euch an eine wesentliche Sache: Was ihr unter den Füßen habt, ist nur eine dünne Kalksteinschale. Das echte Paris ähnelt einem Schweizer Käse. Sein Untergrund ist genauso verschlungen und vielleicht noch faszinierender als die sonnenbeschienenen Straßen. Unter den Füßen der Pariser verbergen sich Tote, Abwasser und vergessene Ingenieurswunder.

Das Reich der Toten in den Pariser Katakomben

Unter dem belebten Platz Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement liegt ein unscheinbarer Eingang in eine wahre Unterwelt. Die Katakomben (Les Catacombes) beherbergen die Überreste von unglaublichen sechs Millionen Parisern. Wie kamen sie dorthin? Ende des 18. Jahrhunderts platzten die Friedhöfe im Zentrum aus allen Nähten. Die Situation eskalierte so weit, dass unter dem Druck der verwesenden Leichen und dem Erdreich Kellerwände benachbarter Häuser einstürzten und ein unerträglicher Gestank durch die Stadt zog.

Die Lösung fand sich unter der Erde. Über viele Monate wurden die Knochen nachts heimlich auf Karren aus dem Zentrum in die alten Kalksteinbrüche vor den damaligen Stadtgrenzen transportiert. Heute bilden sie dort makabre, geometrisch präzise Wände aus Schädeln und Oberschenkelknochen. Es ist faszinierend und zugleich ziemlich schaurig – in den Gängen ist es feucht, kalt, und tropfendes Wasser verstärkt die düstere Atmosphäre so sehr, dass mir jedes Mal die Lust auf Konversation vergeht. Aus nachvollziehbaren Gründen gehen wir mit Jonáš nicht hierher – Dunkelheit und enge Räume sind für Kleinkinder wirklich nicht das Richtige.

💡 Insider-Tipp: Eintrittskarten für die Katakomben (29 €) werden genau 7 Tage im Voraus auf der offiziellen Website der Pariser Katakomben freigeschaltet und sind blitzschnell vergriffen. Ohne Reservierung für eine bestimmte Uhrzeit habt ihr keine Chance hineinzukommen – am Eingang werden schon lange keine Tickets mehr verkauft.

Von Knochen gesäumter Tunnel der Pariser Katakomben

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2400 Kilometer Kanalisation unter den Boulevards

Während oben im 19. Jahrhundert die breiten, lichtdurchfluteten Boulevards entstanden, erschuf der geniale Ingenieur Eugène Belgrand darunter ein Spiegelnetz. Die Pariser Kanalisation misst kaum vorstellbare 2400 Kilometer. Es ist im Grunde eine verborgene Stadt unter der Stadt. Jede Straße oben hat ihr genaues Gegenstück unten – inklusive blauer Straßenschilder, damit sich die Wartungsarbeiter in diesem dunklen Labyrinth nicht verirren.

Das System ist so massiv und historisch bedeutend, dass es sogar sein eigenes Museum hat. Das Musée des Égouts findet ihr im 7. Arrondissement unweit der Brücke Pont de l’Alma. Ihr lauft hier über Gitterroste direkt über den aktiven Abwasserkanälen. Es riecht ein bisschen (logischerweise), aber die Ausstellung ist hervorragend gemacht und ihr erfahrt eine Menge darüber, wie Paris gegen mangelnde Hygiene kämpfte. Der Schriftsteller Victor Hugo verlegte sogar Schlüsselszenen seiner „Elenden“ (Les Misérables) hierher.

💡 Insider-Tipp: Das Kanalisationsmuseum (Eintritt 9 €, Details auf der Museums-Website) ist ein überraschend guter Plan B, wenn es in Paris unerwartet heftig regnet. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag, und anders als im Louvre gibt es hier nie Warteschlangen.

Rohrpost und Rohre unter den Füßen

Überdachte Passage Galerie Vivienne mit Mosaikboden

Und jetzt aufgepasst, denn das ist meine absolute Lieblings-Pariser-Kuriosität. Unter den Straßen funktionierte von 1866 bis 1984 ein gigantisches Netz aus Messingrohren – die Rohrpost (poste pneumatique). Sie maß insgesamt 467 Kilometer und verband wichtige Ämter, Banken und gewöhnliche Postämter.

Kapseln mit Briefen sausten darin mithilfe von Druckluft in Windeseile durch die Rohre. Wenn ihr eine Nachricht schneller als per normaler Post durch die ganze Stadt schicken musstet, warft ihr sie ins Rohr, und zwei Stunden später war sie am anderen Ende von Paris. Das System überstand den Deutsch-Französischen Krieg und beide Weltkriege. Den Todesstoß versetzte ihm erst das Fax, moderne Telekommunikation und schließlich die E-Mail. Bis heute liegen aber Reste dieser Rohre vergessen unter den Gehwegen.

💡 Insider-Tipp: Schaut beim Spazierengehen ab und zu mal nach unten. Ihr stoßt auf verschiedene gusseiserne Kanaldeckel und Gitter mit historischen Inschriften, die verraten, wo genau einst die Gasleitung oder eben die alte Post verlief.

Kunst, Diebe und Phantome: Geschichten aus Palästen

Pariser Paläste und Museen wirken wie uneinnehmbare Festungen der Hochkultur. Doch gerade hinter ihren Mauern spielten sich die absurdesten kriminellen und literarischen Geschichten ab. Das berühmteste Gemälde der Welt wäre es nicht, wenn es nicht jemand gestohlen hätte – und die berühmteste Pariser Oper hätte ihre Aura nicht, wenn sie nicht auf Wasser stünde.

Mona Lisa und der Diebstahl, der eine Berühmtheit erschuf

Ehrlich gesagt: Jedes Mal, wenn ich in dieser Menschenmenge stehe und versuche, das kleine Ding über ein Meer von Handys hinweg überhaupt zu erblicken, frage ich mich, wie sie eigentlich zu so einer Berühmtheit wurde. Und dann fällt es mir wieder ein: Ohne eine bestimmte Augustnacht im Jahr 1911 wäre sie vielleicht nur ein weiteres respektiertes Renaissancegemälde, an dem man achtlos vorbeiginge.

Vor 1911 kannten sie nur Kunsthistoriker und Kenner. Alles änderte der 21. August 1911. Vincenzo Peruggia, ein italienischer Glaser und ehemaliger Museumsangestellter, ließ sich über Nacht in einer kleinen Kammer einschließen. Am Morgen nahm er einfach das Gemälde von der Wand, befreite es vom Rahmen, versteckte es unter seinem Arbeitskittel und verschwand durch einen Seiteneingang. Frankreich erlebte einen absoluten Schock. Die Medien entfachten eine Hysterie, Zeitungen druckten das Gesicht des Gemäldes auf ihren Titelseiten. Plötzlich standen Menschen im Louvre stundenlang Schlange – nur um auf die leere Stelle an der Wand zu starren.

Peruggia verbarg das Werk ganze zwei Jahre in seinem bescheidenen Zimmer in Florenz. Er glaubte, das Bild gehöre Italien und Napoleon habe es unrechtmäßig gestohlen (was ein Irrtum war – Leonardo da Vinci hatte es selbst nach Frankreich gebracht). Die Falle schnappte erst zu, als der Dieb versuchte, das Gemälde an eine Florentiner Galerie zu verkaufen. Der Verlust und die triumphale Rückkehr katapultierten die Mona Lisa ins Zentrum der globalen Popkultur.

💡 Insider-Tipp: Lasst euch im Louvre nicht von der Menge bei der Mona Lisa entmutigen. Das Museum ist riesig. Steuert lieber den Richelieu-Flügel an, zu den Apartments Napoleons III. Sie sind unglaublich opulent, geschmückt mit Gold und Kristall – und oft seid ihr dort völlig allein. Der Eintritt in den Louvre kostet 22 € und muss vorab online über die offizielle Website des Louvre reserviert werden.

Phantom der Oper und der echte unterirdische See

Große Freitreppe im Inneren des Palais Garnier

Den Roman „Das Phantom der Oper“ von Gaston Leroux aus dem Jahr 1910 kennt dank der Musicals fast jeder. Die Geschichte eines entstellten Musikgenies, das sich im Untergrund der Pariser Oper versteckt und deren Belegschaft terrorisiert, klingt wie reine Fiktion. Doch Leroux ließ sich von wahren Begebenheiten und der realen Architektur des atemberaubenden Palais Garnier inspirieren.

Als der Architekt Charles Garnier 1861 die Fundamente für das neue Opernhaus aushob, stieß er auf ein unerwartetes Problem: Grundwasser drohte das gesamte Bauwerk zu unterspülen. Statt gegen das Wasser zu kämpfen, entschied er sich, es zu nutzen. Er baute eine riesige doppelte Fundamentplatte und schuf dazwischen ein gewaltiges künstliches Becken, das den Wasserdruck stabilisiert. Dieses dunkle, wassergeflutete Kellergewölbe existiert bis heute. Ein Phantom gondelt zwar nicht darin herum, aber der Raum wird regelmäßig von Pariser Feuerwehrleuten zum Tauchertraining in der Dunkelheit genutzt. Noch ein schauriges Detail: Loge Nummer 5, die sich im Roman das Phantom reserviert, wird in der Oper bis heute aus Respekt vor der Legende nicht an reguläre Zuschauer verkauft.

💡 Insider-Tipp: Das Palais Garnier könnt ihr auch ohne Eintrittskarte für eine Vorstellung besichtigen. Eine Selbstführung durch das Innere (inklusive der berühmten Treppe und Chagalls Deckengemälde) kostet 15 € und Tickets bekommt ihr auf der Website der Pariser Oper. Vergesst danach nicht, euch ins Café de la Paix direkt gegenüber zu setzen und das Treiben zu beobachten.

Sternwarte und das Geheimnis Katharinas von Medici

Gotischer Turm Tour Saint-Jacques in dramatischem Licht

Unweit des Louvre, direkt neben der ehemaligen Markthalle Les Halles, steht das Gebäude der Bourse de Commerce (heute die großartige Galerie für moderne Kunst Pinault Collection). An die Wand dieses runden Baus klebt sich ein eigenartiger, 31 Meter hoher Säulenturm. Er heißt Colonne Médicis und ist das einzige Überbleibsel eines Palastes, der hier einst stand.

Errichten ließ ihn Königin Katharina von Medici im 16. Jahrhundert für ihren persönlichen Astrologen. Die Königin war abergläubisch, glaubte an Prophezeiungen und dunkle Zeichen. In diesem Turm soll sie gemeinsam mit dem Hofastronomen den Himmel beobachtet und das Schicksal aus den Sternen gelesen haben. Manche Legenden behaupten sogar, dass die Königin von diesem Turm aus ihre politischen Intrigen und möglicherweise sogar Giftanschläge plante. Es ist eine faszinierende Erinnerung an eine Zeit, in der Staatspolitik auf Grundlage von Horoskopen betrieben wurde.

💡 Insider-Tipp: Der Eintritt in die Galerie Bourse de Commerce kostet 14 €, aber zur Säule selbst könnt ihr von außen völlig kostenlos gelangen. Drumherum ist heute ein angenehmer Platz, wo ihr in Ruhe euer Mittagessen aus einer nahegelegenen Bäckerei in der Rue Montorgueil essen könnt.

Wenn Paris wehtut: Illusionsverlust im Liveticker

Paris verkauft einen Traum. Der Duft frischer Baguettes, die Chansons eines Akkordeons auf dem Montmartre, elegante Frauen, die im Café de Flore an ihrem Kaffee nippen. Dieses Bild hat sich so tief ins globale Bewusstsein eingebrannt, dass die Konfrontation mit der Realität manchmal wirklich schmerzt. Und zwar mitunter so sehr, dass es dafür eine offizielle medizinische Diagnose gibt.

Paris-Syndrom und gebrochene Touristenherzen

Es heißt Paris-Syndrom (Paris Syndrome). Erstmals beschrieben wurde es 1986 vom japanischen Psychiater Hiroaki Ota, der in einem örtlichen Krankenhaus arbeitete. Es betrifft vor allem japanische Touristen (häufig über dreißig), die mit einer extrem idealisierten, geradezu filmreifen Vorstellung von der Stadt der Liebe und Poesie nach Frankreich reisen.

Statt eines romantischen Empfangs steigen sie mit ihren Koffern am überfüllten Bahnhof Gare du Nord aus (einem notorischen Hotspot für Taschendiebe), quetschen sich in die überfüllte Metro, die im Sommer wirklich nicht nach Veilchen duftet, und werden auf der Straße von Hupen und Stress empfangen. Die Krönung ist dann der erschöpfte Pariser Kellner, der keine Lust auf ihr gebrochenes Französisch hat und ihnen mit null Lächeln die Rechnung auf den Tisch wirft. Das Ergebnis? Ein akuter psychiatrischer Schock. Die Diskrepanz zwischen dem erträumten und dem realen Paris ist für manche Menschen so gewaltig, dass sie Desorientierung, Halluzinationen, Herzrasen, Schwindelgefühle und schwere Paranoia auslöst. Die japanische Botschaft unterhält hier bis heute eine Krisenhotline und behandelt jährlich rund zwanzig schwere Fälle.

💡 Insider-Tipp: Die goldene Kommunikationsregel lautet: Jeden Besuch in einem Geschäft, einer Bäckerei oder jeden Kontakt mit einem Kellner müsst ihr mit einem klaren und deutlichen „Bonjour“ beginnen. Wenn ihr das nicht tut, empfinden es die Einheimischen als grobe Beleidigung – und behandeln euch entsprechend.

TV-Illusion Emily in Paris versus harte Realität

Wenn das Paris-Syndrom den unerwarteten Zusammenstoß mit der Realität verkörpert, ist die Serie „Emily in Paris“ die reine Destillation jener gefährlichen Illusion, die es verursacht. Seit ihrer Premiere polarisiert sie Zuschauer und treibt gebürtige Pariser (und ehrlich gesagt auch uns, die wir die Stadt kennen) in den absoluten Wahnsinn.

Wo wurde diese hochpolierte Version der Stadt gedreht? Das Epizentrum ist die Umgebung der Place de l’Estrapade im 5. Arrondissement, wo ihr ihre Wohnung und die Bäckerei La Boulangerie Moderne findet. Das Problem der Serie ist, dass sie eine Stadt zeigt, die physisch nicht funktionieren kann. Emily rennt in Stilettos über Kopfsteinpflaster (jeder normale Mensch würde sich nach fünf Metern den Knöchel brechen) und bewegt sich überall mit dem Taxi fort. Jeder, der mehr als einen Tag in Paris verbracht hat, weiß, dass der Oberflächenverkehr aufgrund massiver Staus und Fahrradspuren die reinste Hölle ist. Pariser fahren in erster Linie Metro, Fahrrad oder gehen zu Fuß. Die Serie ignoriert die reale Stadt komplett und zeigt Franzosen nur als faule, flirtende Karikaturen – was die Einheimischen verständlicherweise hassen.

💡 Insider-Tipp: Fahrt nicht in die Restaurants und Bäckereien, in denen die Serie gedreht wurde. Sie stehen gerade unter einem enormen Ansturm von Fans und die Preise sind absurd in die Höhe geschossen. Geht stattdessen ein paar Straßen weiter zur Place de la Contrescarpe – dort findet ihr die echte, authentische Café-Atmosphäre des Quartier Latin.

Der dunkle Preis der Schönheit: Haussmanns Umbau

Wenn ihr über die Champs-Élysées oder den Boulevard Saint-Germain spaziert, bewundert ihr diese perfekten, einheitlichen Hausfassaden mit den verzierten Balkonen. Man nennt sie Haussmann-Gebäude, benannt nach Baron Georges-Eugène Haussmann, der von Kaiser Napoleon III. Mitte des 19. Jahrhunderts den Auftrag erhielt, Paris komplett umzubauen.

Heute lieben wir diese Architektur, doch ihre Entstehung war brutal. Haussmann ließ keine neuen Viertel auf der grünen Wiese errichten. Er nahm schlicht ein Lineal und zerschnitt die alte mittelalterliche Stadt kompromisslos. Er ließ unglaubliche 20 % aller damaligen Gebäude in Paris abreißen. Die breiten Boulevards entstanden nicht nur, damit die Stadt atmen konnte. Sie entstanden in erster Linie deshalb, damit dort keine Barrikaden mehr gebaut werden konnten (was die Pariser bei jeder Revolution taten) und die Armee mit Artillerie leicht und schnell durchfahren konnte. Der Umbau brachte zwar Kanalisation und saubere Luft, vertrieb aber Tausende armer Arbeiter aus dem Zentrum an die Peripherie, weil sie sich die neuen Mieten nicht leisten konnten.

💡 Insider-Tipp: Achtet auf die Hierarchie dieser Häuser: Unten waren die Geschäfte, die reichsten Leute wohnten im zweiten Stock (deshalb hat er den schönsten und breitesten Balkon) – weil es damals keine Aufzüge gab und niemand Treppen steigen wollte. In den obersten, kleinen Mansardenzimmern unter dem Dach lebte die Dienerschaft.

Wunder, Narben und berühmte Geister

Die Geschichte von Paris wird nicht nur in Büchern geschrieben, sondern ist direkt in seine Mauern eingeprägt. Manche Narben sind auf den ersten Blick sichtbar, andere muss man suchen. Und dann gibt es Orte, an denen Literatur- und Kunstgeschichte geschrieben wurde – denn Paris war schon immer ein Magnet für Genies und Verrückte gleichermaßen.

Drei Kreuze, die das Inferno in Notre-Dame überlebten

Als im April 2019 die Kathedrale Notre-Dame von Flammen verschlungen wurde, das Bleidach einstürzte und die 850 Jahre alten Eichengebälke verbrannten (wegen der 1200 Bäume, die für sie gefällt wurden, „Le Forêt“ genannt), verfolgte die Welt die Zerstörung live. Am nächsten Morgen, als die Feuerwehrleute endlich das glimmende, von Asche und Schutt bedeckte Innere betraten, bot sich ihnen ein Anblick, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ. Inmitten der totalen Zerstörung leuchtete das unbeschadete goldene Altarkreuz. Und nicht nur dieses eine: Insgesamt überstanden drei Kreuze das Feuer ohne jede Spur. Für Gläubige war es ein klares Wunder, für die Feuerwehr enormes Glück mit den physikalischen Gesetzen und der Heißluftströmung.

Die Kathedrale ist endlich zurück, und ich habe sie letztes Jahr gesehen – es läuft mir immer noch ein Schauer über den Rücken. Denn das Feuer zerstörte zwar das Dach, legte aber gleichzeitig altes Mauerwerk frei, und unter dem Boden wurden dann Bleisarkophage entdeckt, von deren Existenz niemand eine Ahnung hatte.

💡 Insider-Tipp: Der Eintritt ins Kirchenschiff von Notre-Dame ist und bleibt immer kostenlos. Kauft niemals Tickets von Schwarzhändlern vor der Kathedrale. Kostenpflichtig wird nur der Aufstieg zu den restaurierten Türmen (ca. 16 €), der aber erst im Herbst 2025 eröffnet wird.

Wo die Berühmten wirklich lebten (Hemingway, Picasso, Mucha)

Paris prägte die größten Künstler des 20. Jahrhunderts. Ernest Hemingway schrieb hier in Cafés sein „Paris – ein Fest fürs Leben“. Seine Lieblingslokale waren Les Deux Magots und das Café de Flore im 6. Arrondissement. Heute sind es zwar etwas touristisch angehauchte Orte, wo ein Kaffee schon mal 8 € kostet, aber die literarische Aura ist immer noch spürbar.

Pablo Picasso erlebte seine härtesten und kreativsten Jahre (die sogenannte Blaue Periode) in einem halbverfallenen Holzhaus namens Bateau-Lavoir auf dem Hügel Montmartre. Es gab dort kaum fließendes Wasser und keine Heizung, aber hier traf sich die damalige Avantgarde.

Und hier muss ich kurz innehalten, denn die tschechische Spur berührt mich jedes Mal mehr als erwartet: Alfons Mucha teilte sich zu Beginn seiner Karriere ein Atelier mit Paul Gauguin unweit des Jardin du Luxembourg und schuf genau hier in Paris seine ikonischen Plakate für die Schauspielerin Sarah Bernhardt.

💡 Insider-Tipp: Wenn ihr authentische Literaturgeschichte ohne überteuerte Cafés erleben wollt, besucht die englische Buchhandlung Shakespeare and Company gegenüber von Notre-Dame. Genau hier wurde erstmals der berühmte und damals verbotene Roman „Ulysses“ von James Joyce veröffentlicht.

Letzte Tage und Ruhestätte von Legenden (Chopin, Mata Hari, Marie Antoinette)

Baumallee und Grabsteine des Friedhofs Père-Lachaise

Paris kann auch grausam sein. Ihre letzten Tage verbrachte hier Königin Marie Antoinette, die in einer Zelle des Gefängnisses Conciergerie (heute ein beeindruckendes Museum mit gotischen Sälen) auf ihre Hinrichtung wartete. Ihre Zelle ist rekonstruiert und wirkt unglaublich beengend. Die berühmte Spionin Mata Hari wurde im Ersten Weltkrieg an der Mauer der Festung Château de Vincennes am östlichen Stadtrand erschossen.

Und dann gibt es die Orte der letzten Ruhe. Der Friedhof Père-Lachaise ist ein riesiger Park voller berühmter Namen. Hier findet ihr das Grab von Frédéric Chopin (der aus Polen nach Paris geflohen war und hier eine stürmische Romanze mit der Schriftstellerin George Sand erlebte), Jim Morrison, Édith Piaf oder Oscar Wilde.

💡 Insider-Tipp: Der Eintritt zum Friedhof Père-Lachaise ist kostenlos, aber es ist ein riesiges Labyrinth. Fotografiert gleich am Haupteingang die große Orientierungskarte mit den eingezeichneten Gräbern berühmter Persönlichkeiten – sonst irrt ihr dort stundenlang umher.

Doppelte Freiheitsstatue und weitere Kuriositäten

Replik der Freiheitsstatue auf der Île aux Cygnes

Und zum Abschluss ein paar Sachen, die euch etwas den Kopf verdrehen werden. Wusstet ihr, dass New York zwar seine riesige Freiheitsstatue als Geschenk Frankreichs hat, Paris sich aber die Gelegenheit nicht entgehen ließ und sich eigene kleinere Repliken besorgte? Die bekannteste findet ihr auf der schmalen Insel Île aux Cygnes unweit des Eiffelturms. Sie blickt Richtung Amerika, als würde sie ihre große Schwester auf der anderen Seite des Ozeans grüßen. Eine zweite, noch kleinere Version versteckt sich im Jardin du Luxembourg.

Eine weitere Kuriosität ist die Soldatenstatue (Zouave) auf der Brücke Pont de l’Alma. Als 1910 die Seine katastrophal über die Ufer trat, reichte ihr das Wasser bis ans Kinn. Seitdem messen die Pariser den Wasserstand bei Hochwasser bis heute nicht nach offiziellen Pegeln im Internet, sondern danach, wie hoch das Wasser an diesem steinernen Soldaten steht.

💡 Insider-Tipp: Die Insel Île aux Cygnes mit der Freiheitsstatue ist ein wunderbarer Ort für einen ruhigen Spaziergang. Es ist im Grunde eine lange, schmale Baumallee mitten im Fluss, auf der keine Autos fahren und von der aus ihr einen ungewöhnlichen Blick auf den westlichen Teil der Stadt habt.

Praktische Infos: Paris überleben, ohne den Verstand zu verlieren

Paris lässt euch auch logistisch nicht durchatmen. Wenn ihr keine Zeit mit Stress verschwenden und kein unnötiges Geld verlieren wollt, müsst ihr ein paar Grundregeln des Spiels kennen.

Verkehr: Warum Taxis ignorieren und wie die Metro funktioniert

Wie ich schon bei Emily in Paris erwähnt habe: Der Oberflächenverkehr ist tagsüber eine Katastrophe. Mit Lukáš (und dem Kinderwagen zwischen den Zähnen) haben wir gelernt, dass die Metro schlicht die einzige vernünftige Wahl ist – auch wenn sie ihre Tücken hat. Sie ist zwar schnell, fährt alle zwei Minuten und bringt euch überall hin, aber die meisten Stationen stammen von vor hundert Jahren und sind voller Treppen. Rolltreppen funktionieren oft nicht, und Aufzüge gibt es in den alten Stationen schlicht nicht. Wenn ihr mit Kinderwagen reist oder in der Mobilität eingeschränkt seid, ist einzig die vollautomatische Linie 14 komplett barrierefrei (die euch übrigens seit 2024 auch direkt zum Flughafen Orly bringt). Ansonsten verlasst euch lieber auf das dichte Netz der Oberflächenbusse.

Für die Fortbewegung in der Stadt ladet euch unbedingt die offizielle App Bonjour RATP herunter. Wenn ihr von Montag bis Sonntag in Paris seid, lohnt sich der Wochenpass Navigo Découverte (kostet ca. 30 € plus 5 € für die Karte selbst, für die ihr ein kleines Passfoto benötigt). Er gilt für absolut alles, einschließlich der Fahrt vom Flughafen CDG. Für die Anreise ab Deutschland bieten sich übrigens günstige Flüge von Berlin, München oder Frankfurt mit Eurowings oder Lufthansa an – oder ihr nutzt den bequemen TGV ab Frankfurt oder Stuttgart direkt zum Gare de l’Est.

Sicherheit und Pariser Betrugsmaschen 2026

Paris ist grundsätzlich eine sichere Stadt zum Leben, aber die Touristenzonen sind ein Paradies für organisierte Gruppen von Taschendieben und Betrügern. Lasst euer Handy niemals auf dem Tisch einer Café-Terrasse liegen (häufig kommt jemand mit einer Karte auf euch zu, legt sie über das Handy und schnappt es sich unauffällig).

Die hiesigen Gauner haben ihre bewährten Tricks, die sie tagtäglich mit eiserner Regelmäßigkeit an jedem Neuankömmling ausprobieren. Es gibt aber keinen Grund zur Angst – man muss einfach nur ein bisschen wachsam sein.

Die häufigsten Betrugsmaschen, denen ihr aus dem Weg gehen müsst:

  • Der goldene Ring: Jemand hebt vor euch auf der Straße (häufig am Louvre) plötzlich einen „goldenen“ Ring vom Boden auf und fragt, ob er euch gehört. Wenn ihr verneint, bietet er ihn euch gegen eine kleine Belohnung an. Es ist ein wertloses Stück Messing. Ignoriert sie und geht weiter.
  • Armbänder am Montmartre: Auf den Treppen unter der Basilika Sacré-Cœur stehen Gruppen von Männern, die versuchen, euch eine Schnur oder ein Freundschaftsband ums Handgelenk zu binden. Sobald sie das geschafft haben, fordern sie aggressiv Geld. Hände in die Taschen und zügig weitergehen löst das Problem.
  • Falsche Petitionen: Taubstumme (oft nur vorgetäuschte) mit Klemmbrettern und Petitionen bei Sehenswürdigkeiten. Während ihr unterschreibt und einen „Beitrag“ gebt, durchsucht ein anderes Gangmitglied euren Rucksack.
  • Schwarzhändler für Eintrittskarten: Ich wiederhole: Der Eintritt in Notre-Dame ist kostenlos. Jeder Verkäufer von Skip-the-Line-Tickets vor der Kathedrale ist ein Betrüger.

Weiterlesen

Wenn Paris euch gepackt hat und ihr euren eigenen Reiseplan zusammenstellen wollt, haben wir weitere ausführliche Guides für euch vorbereitet. Hier findet ihr weiterführende Lektüre:

Häufig gestellte Fragen

Wie erkennt man das echte Paris-Syndrom?

Aus medizinischer Sicht handelt es sich um einen akuten Kulturschock. Er äußert sich durch Schwindelgefühle, Herzrasen, Angstgefühle und tiefe Enttäuschung darüber, dass die Stadt nicht den romantischen Vorstellungen aus Filmen entspricht. Am häufigsten betroffen sind Touristen aus Asien, die den europäischen Großstadttrubel und die direkte Kommunikation nicht gewohnt sind.

Wo genau wurde die Serie Emily in Paris gedreht?

Die meisten Außenaufnahmen findet ihr im 5. Arrondissement an der Place de l’Estrapade. Dort befindet sich das Haus, in dem Emily wohnt, sowie ihre Lieblingsbäckerei La Boulangerie Moderne. Das Restaurant von Gabriel liegt gleich daneben und heißt in Wirklichkeit Terra Nera (in der Serie Les Deux Compères).

Ist das Pariser Untergrund sicher für Touristen?

Der offizielle Teil der Katakomben im 14. Arrondissement und das Kanalisationsmuseum im 7. Arrondissement sind absolut sicher und für Besucher hergerichtet. Versucht aber niemals, in die inoffiziellen, nicht gekennzeichneten Bereiche des Untergrunds einzudringen. Dort gibt es Abgründe, es besteht Verirrungsgefahr, und der Zutritt ist streng illegal.

Wann wurde die Kathedrale Notre-Dame wieder eröffnet?

Das Kirchenschiff der Kathedrale wurde am 8. Dezember 2024 feierlich wiedereröffnet. Der Eintritt ist für alle Besucher kostenlos, es wird aber eine Online-Zeitreservierung empfohlen. Der Aufstieg zu den Türmen wird erst im Laufe des Herbstes 2025 eröffnet.

Lohnt sich der Aufstieg auf den Eiffelturm?

Das hängt von euren Prioritäten ab. Der Ausblick von oben ist zwar schön, aber logischerweise fehlt darin der Eiffelturm selbst. Ein viel besseres und günstigeres Panorama mit dem Turm im Bild bietet die Dachterrasse des Hochhauses Tour Montparnasse oder die Terrasse des Kaufhauses Galeries Lafayette (die übrigens komplett kostenlos ist).

Warum sind die Boulevards in Paris so breit?

Für das heutige Erscheinungsbild des Zentrums ist Baron Haussmann verantwortlich, der im 19. Jahrhundert einen radikalen Stadtumbau durchführte. Die engen mittelalterlichen Gassen ließ er primär deshalb abreißen, damit dort keine Aufstandsbarrikaden mehr errichtet werden konnten und die Armee eventuelle Revolutionen leicht niederschlagen konnte.

Kann man in Paris Leitungswasser trinken?

Ja, das Leitungswasser ist in ganz Paris von sehr guter Qualität und sicher zum Trinken. In Restaurants könnt ihr zum Essen immer kostenlos eine Karaffe Wasser bestellen – sagt einfach die Zauberformel „une carafe d’eau“ (ün karaf do).

Welches ist das älteste Café in Paris, in dem Schriftsteller verkehrten?

Das älteste noch existierende Café ist Le Procope im 6. Arrondissement, das bereits 1686 gegründet wurde. Aus literarischer Sicht sind aber Les Deux Magots und das Café de Flore am berühmtesten – dort verbrachten Ernest Hemingway, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir ihre Zeit.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Die besten Pariser Museen 2026: Vom Louvre bis zu versteckten Perlen (Kunstszene-Guide)

TL;DRZu den besten Museen von Paris 2026 zählt vor allem das Musée d’Orsay, das sein 40-jähriges Bestehen mit Ausstellungen zu Renoir und Mary Cassatt feiert. Dazu kommen das Musée de l’Orangerie mit Monets Seerosen (Eintritt 12,50 €) und der Louvre (Eintritt 22 €) – hier lohnt sich der Eingang Porte des Lions statt der Haupt-Pyramide. Wichtig zu wissen: Das Centre Pompidou bleibt wegen einer Asbestsanierung bis 2030 geschlossen. Für Familien mit Kindern eignen sich die Gärten des Musée Rodin (Eintritt in den Garten 4 €) sowie versteckte Perlen wie das Musée Carnavalet mit seiner kostenlosen Dauerausstellung. Am besten reist du im Mai, September oder Oktober – den August solltest du eher meiden.

Wenn die Stadt am Morgen erwacht und ihr plant, die besten Paris Museen zu besuchen, habt ihr das Gefühl, dass euch die ganze Welt zu Füßen liegt. Die Straßen füllen sich langsam mit dem Klang hochgezogener Metallrollläden und aus der nächsten Eckbäckerei duftet es nach frisch gebackenen Buttercroissants. Ihr sitzt mit einem Becher heißem Kaffee auf einer Parkbank, neben euch schlummert zufrieden ein Kleinkind im Kinderwagen und ihr wisst, dass ein Tag voller Kunst auf euch wartet. Genau diese Momente lieben Lukáš und ich. Die Stadt an der Seine hat einfach die unglaubliche Gabe, einen so natürlich in ihre Geschichte hineinzuziehen, dass man sich wie Teil eines alten französischen Films fühlt. Doch dann erreicht man den riesigen Platz vor der gläsernen Pyramide, sieht die endlose, sich windende Schlange von Menschen aus aller Welt – und die ganze Morgenpoesie ist schlagartig dahin.

Die Kunstszene hier funktioniert wie ein riesiger, permanent pulsierender Organismus. Man könnte einen ganzen Monat damit verbringen, von einem berühmten Gemälde zum nächsten zu wandern, und würde am Ende feststellen, dass man nicht mal die Hälfte gesehen hat. Früher konnten wir stundenlang in Galerien verbringen, jede Beschriftung lesen und Pinselstriche analysieren. Heute ist unsere wichtigste Währung die Aufmerksamkeitsspanne eines Kleinkinds. Und wisst ihr was? Das ist eigentlich unglaublich befreiend. Es zwingt einen, sorgfältig auszuwählen, langsamer zu werden und den Urlaub nicht mit kopflosem Abhaken einer Liste zu verbringen. Ihr werdet feststellen, dass kleine, stille Häuser mit knarrenden Holzböden euch oft viel mehr geben als die größten und berühmtesten Institutionen.

Dieses Jahr ist aus kultureller Sicht geradezu bahnbrechend und viele altbekannte Regeln gelten nicht mehr. Die Stadt hat nach der gewaltigen olympischen Anstrengung neu Luft geholt. Große Impressionisten-Jubiläen werden gefeiert, die legendäre Kathedrale Notre-Dame empfängt endlich wieder Besucher und im Sommer kann man nach hundert Jahren erstmals wieder direkt im Fluss schwimmen. Andererseits haben einige berühmte Gebäude für viele Jahre geschlossen, und für mich als Vegetarierin kam die riesige Nachricht in Form eines rein pflanzlichen Menüs im legendären Restaurant Arpège. Es ist ein Jahr voller Veränderungen, auf die man vorbereitet sein muss.

Zusammenfassung

Klassische Fassade des Louvre mit ionischen Säulen und französischer Flagge
  • Riesige Enttäuschung 2026: Das berühmte Centre Pompidou ist wegen Asbestentfernung komplett geschlossen – bis 2030. Geht auf keinen Fall hin, dort findet ihr nur eine Baustelle.
  • Geht nie über den Haupteingang durch die Pyramide in den Louvre. Nutzt den Geheimeingang Porte des Lions, wo die Schlangen minimal sind, und kauft Tickets mit Zeitfenster vorab online – am einfachsten über GetYourGuide.
  • Dieses Jahr müsst ihr das Musée d’Orsay sehen. Der ehemalige Bahnhof feiert 40 Jahre seit der Eröffnung und zeigt fantastische Ausstellungen von Renoir und Mary Cassatt.
  • Monets Seerosen im Musée de l’Orangerie erfordern eine strikte Online-Reservierung für ein genaues Zeitfenster – auch wenn ihr freien Eintritt habt oder einen Touristenpass besitzt. Am einfachsten bucht ihr vorab über GetYourGuide.
  • Mit Kinderwagen und Kleinkindern ist der Garten des Musée Rodin die absolute Rettung. Der Eintritt kostet nur wenige Euro, ihr seht den berühmten Denker und das Kind kann sich auf den breiten Wegen sicher austoben.
  • Vorsicht vor Betrug vor den Sehenswürdigkeiten. Ignoriert jeden, der euch ein Freundschaftsarmband andrehen will, euch einen „verlorenen“ Goldring zeigt oder euch bittet, eine gefälschte Wohltätigkeitspetition zu unterschreiben.
  • Cité des Enfants im Park La Villette hat die Kindersektion für 2 bis 7 Jahre wegen Renovierung bis zum 9. Juni 2026 geschlossen.
  • Sagt immer und überall Bonjour. Ohne dieses Zauberwort werden Kassierer und Aufseher in Galerien schlicht nicht mit euch kommunizieren.
Majestätische Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre umgeben von grünen Bäumen

Wann Pariser Museen besuchen: Saisons und Kalender 2026

Den richtigen Monat für eine Kulturreise zu wählen, ist absolut entscheidend. Paris ist im Februar eine völlig andere Stadt als im Juli, und wir haben das auf die harte Tour gelernt. Einmal kamen wir im August an und stellten fest, dass die Hälfte unserer Lieblingsbistros ein Schild mit fermeture annuelle an der Tür hatte. Lukáš und ich lieben am meisten die Momente, wenn man im leichten Pullover zwischen Ausstellungen hin und her wechseln und nach der Besichtigung draußen auf einer Terrasse mit Straßenblick sitzen kann.

Frühling und Herbst als sichere Wahl

Gebäude eines Pariser Museums mit Bronzeskulptur vor der Fassade

Wenn ihr könnt, plant die Reise im Frühling oder Herbst. Der Mai ist wohl der allerschönste Monat im Jahr. Die Kastanien blühen, die Tage werden angenehm länger und das Licht in den verglasten Palästen ist schlichtweg perfekt. Ebenso zauberhaft sind September und Oktober. Die Zeit der sogenannten la rentrée (Rückkehr aus den Ferien) bringt frische Energie in die Straßen, die größten und am sehnlichsten erwarteten Ausstellungen des Jahres eröffnen und die Bäume in den Parks färben sich in unglaubliche Nuancen. Eine Windjacke und einen Regenschirm müsst ihr im Oktober zwar immer einpacken, aber die Atmosphäre ist es absolut wert.

💡 Tipp von vor Ort: Am ersten Sonntag im Monat von November bis März bieten viele staatliche Institutionen, darunter das berühmte Panthéon, freien Eintritt. Eine großartige Gelegenheit zum Sparen, aber rechnet damit, nicht allein zu sein.

Tote Winkel und wann man lieber zu Hause bleibt

Cremefarbenes klassizistisches Gebäude mit einer Reihe von Säulen und einer Skulptur mit grüner Patina

Macht einen großen Bogen um den August. Die Einheimischen nehmen in diesem Monat Reißaus und flüchten massenhaft ans Meer oder aufs Land. Die Stadt leert sich zwar von Alteingesessenen, wird aber durch Touristenmassen ersetzt. An vielen der besten unabhängigen Bistros und kleinen Galerien hängt das Schild fermeture annuelle (jährliche Betriebsferien). Zudem schmilzt der Asphalt unter der Hitze und die Klimaanlage in alten historischen Gebäuden kommt oft nicht hinterher. Vorsicht auch in den Wochen um den Februar/März-Wechsel, wenn die berühmte Fashion Week stattfindet und die Hotelpreise in absurde Höhen schießen.

💡 Tipp von vor Ort: Ein kritisches Datum für Herbstausflüge ist das Wochenende vom 19. und 20. September 2026. Dann finden die Tage des Europäischen Kulturerbes (Journées du Patrimoine) statt. Es öffnen sich zwar sonst unzugängliche Regierungspaläste, doch wenn ihr einen Ausflug zu Monets Gärten in Giverny plant, müsst ihr wissen, dass diese an diesen beiden Tagen ausnahmsweise und strikt geschlossen sind.

Schloss Versailles mit dem Kanal, der die Gebäudefassade spiegelt

Unterkunft in Paris

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget grundlegend. Paris ist in zwanzig Bezirke (Arrondissements) unterteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden, ist fast unmöglich – aber wenn man weiß, wo man suchen muss, findet sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.

Mit Kinderwagen und Jonáš macht einen großen Bogen um die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Bahnhof Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement. Wir sind dort mal mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet, und das will man mit einem Zweijährigen definitiv kein zweites Mal erleben. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutiquehotel in Boulogne-Billancourt (reservieren könnt ihr hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber nach den ersten paar Stunden hat man sich restlos verliebt.

Konkrete Hotels, die Sinn machen

Modern eingerichtetes Restaurant mit grauen Stühlen und gedecktem Tisch

Die visuellen Eindrücke aus den großen Galerien zu verarbeiten, braucht etwas Zeit und vor allem eine Umgebung ohne weitere Reizüberflutung. Uns hat besonders gefallen, dass das familiäre Hotel Hôbou relativ nah an der Fondation Louis Vuitton liegt und nach der Rückkehr aus dem Museum die dringend nötige Ruhe bot. Den ganzen Bericht zur Unterkunft findet ihr in einer separaten Rezension, Preise könnt ihr direkt hier vergleichen.

Barockbrunnen mit goldenen Skulpturen in einem Spiegelteich

Schwergewichte und Meister des Impressionismus

Lukáš und ich haben uns vor unserem ersten Ausflug mit Jonáš die gleiche Frage gestellt: Drei Giganten, ein Kleinkind – wie viel schafft man davon realistisch? Die Antwort hat uns überrascht. Sie mit einem kleinen Kind zu bewältigen, erfordert einen ziemlich guten taktischen Plan, aber das Ergebnis ist absolut überwältigend.

Musée d’Orsay: Das Jahr, in dem ihr einfach kommen müsst

Wenn ihr euch 2026 nur ein einziges großes Museum aussuchen dürft, geht ins Musée d’Orsay. Der ehemalige Bahnhof mit den ikonischen riesigen Glasuhren pulsiert dieses Jahr vor unglaublicher Energie. Er feiert nämlich genau das 40. Jubiläum seit seiner großartigen Eröffnung, und gleichzeitig jährt sich der Tod des Malers Claude Monet zum hundertsten Mal. Die Atmosphäre unter dem gewaltigen Stahlgewölbe ist unvergleichlich luftiger und heller als in anderen historischen Palästen. Der Raum ist kompakter, logischer geordnet und für die Navigation mit Kleinkind viel angenehmer. Die Sammlung von über viertausend Werken deckt das absolute Beste vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ab.

Glanzstück der Dauerausstellung ist Monets Serie der Kathedrale von Rouen. Die Gemälde hängen wunderbar nebeneinander, sodass man mit eigenen Augen verfolgen kann, wie der Meister ein und dieselbe Steinfassade in unterschiedlichem Tageslicht und bei unterschiedlichem Wetter festgehalten hat. Ich stand so lange vor diesen Bildern, bis mir Lukáš leise einen Kaffee aus dem Thermobecher in die Hand drückte, ohne ein Wort zu sagen. So schaut man Kunst an, wenn man sie wirklich sieht. Und dann ist da natürlich Vincent van Gogh. Zwei Gemälde, bei denen einem der Atem stockt: Die Sternennacht über der Rhône und sein berühmtes, eindringliches Selbstporträt. Was ihr dieses Jahr auf keinen Fall verpassen dürft, sind die Sonderausstellungen. Für das Frühjahr ist eine großartige Renoir-Schau geplant, und der Herbst gehört der faszinierenden amerikanischen Impressionistin Mary Cassatt.

Die Standardeintrittskarte kostet 16 €, und auch hier lohnt es sich, ein Ticket mit Zeitfenster vorab zu kaufen – am einfachsten über GetYourGuide. Geöffnet ist täglich außer montags von 9:30 bis 18:00 Uhr. Das Gebäude befindet sich an der Adresse 1 Rue de la Légion d’Honneur, die nächste Metrostation ist Solférino (Linie 12) oder RER C direkt unter dem Museum.

💡 Tipp von vor Ort: Wenn euer Kleinkind gut in der Trage sitzt, lasst den Kinderwagen gleich nach der Ankunft an der Garderobe. Die Holzböden in den Galerien vertragen Räder problemlos, aber donnerstags, wenn erst um 21:45 Uhr geschlossen wird, kann es vor den Van Goghs ziemlich eng werden – mit Kind auf der Brust seid ihr in der Menge deutlich wendiger.

Musée de l’Orangerie: Intime Meditation zwischen Seerosen

Fondation Louis Vuitton mit den charakteristischen gläsernen asymmetrischen Segeln

Am äußersten Rand des weitläufigen Jardin des Tuileries im 1. Arrondissement steht ein unscheinbares, niedriges Gebäude einer alten Orangerie, das eines der stärksten und reinsten Kunsterlebnisse der gesamten Stadt birgt. Die Orangerie ist Heimat von acht riesigen, panoramatischen Gemälden von Monets Seerosen (Nymphéas). Sie sind in zwei miteinander verbundenen ovalen Sälen installiert, die genau nach den strikten Anweisungen des Künstlers mit natürlichem Tageslicht durchflutet werden. Sobald man eintritt, verschwindet der Großstadtlärm wie durch Zauberhand.

Die Gemälde umgeben einen von allen Seiten. Für Kleinkinder ist es ein visuell unglaublich faszinierender Raum – die sanften Farbübergänge, Wasserreflexe und Blütenformen ziehen sie magisch an. Man muss nur aufmerksam darauf achten, dass neugierige kleine Finger beim Versuch, einen gemalten Frosch zu fangen, nicht die kostbare Leinwand berühren. Das Untergeschoss beherbergt die Sammlung von Jean Walter und Paul Guillaume. Dort findet man Werke von Cézanne, Renoir, Picasso, Matisse und Modigliani. Es ist eine intime, sehr dichte Sammlung, die man in maximal zwei Stunden in Ruhe durchgehen kann – ein idealer Zeitrahmen. Für 2026 gibt es zudem ein großes Highlight: Vom 25. März bis 20. Juli läuft die Ausstellung Henri Rousseau (Le Douanier), die das Gesamtwerk dieses faszinierenden Zöllner-Malers und seinen maßgeblichen Einfluss auf den Surrealismus zeigt.

Die Eintrittskarte kostet 12,50 €. Geöffnet ist täglich außer dienstags von 9:00 bis 18:00 Uhr. Die Adresse ist Place de la Concorde, die nächste Metrostation Concorde (Linien 1, 8, 12).

💡 Tipp von vor Ort: Die wichtigste Regel für diese Institution lautet: Der Eintritt erfordert eine verbindliche Online-Reservierung mit Zeitfenster (Timed-Ticket). Das gilt auch, wenn ihr freien Eintritt habt oder einen Touristenpass besitzt. Ohne Reservierung kommt ihr schlicht nicht durch die Tür – bucht das Zeitfenster-Ticket am einfachsten vorab über GetYourGuide. Mein Geheimtipp: Reserviert einen Slot kurz nach einem Regenschauer, wenn die Touristen in die Cafés geflüchtet sind und ihr die Seerosensäle viel leerer vorfindet.

Louvre: Überlebensstrategie im größten Palast der Welt

Detailansicht der gotischen Kathedrale Notre-Dame mit zwei Türmen und Rosette

Einen Guide zu schreiben und den riesigen Komplex am Seineufer auszulassen, wäre eine Sünde – aber mit einem Kleinkind ist es eine Herausforderung an der Grenze zum Extremsport. Es ist schlicht die größte Institution ihrer Art auf der Welt. Vergesst den Gedanken, alles sehen zu können. Minimum für einen schnellen Durchlauf der größten Hits – die kleine Mona Lisa, die Venus von Milo oder die majestätische Nike von Samothrake – sind drei Stunden im Eilschritt. Ein ernsthafter Besuch im Louvre dauert sechs bis acht Stunden, und das ist mit einem Zweijährigen schlicht nicht ohne Tränen auf beiden Seiten zu schaffen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist sorgfältige Auswahl und richtiges Timing. Der schlechteste Tag für einen Besuch ist eindeutig der Samstag, wenn sich Massen ausländischer Touristen mit einheimischen Familien mischen. Macht einen großen Bogen darum. Die besten Tage sind dagegen Mittwoch- und Freitagabend, wenn bis 21:45 Uhr geöffnet ist. Nach 18 Uhr sinkt die Besucherzahl um mehr als sechzig Prozent und die Säle bekommen eine unglaublich geheimnisvolle Atmosphäre. Wenn ihr das berühmte Lächeln der Mona Lisa ohne irrsinniges Gedränge sehen wollt, müsst ihr entweder punkt 9:00 Uhr direkt nach der Öffnung dort sein oder eben am Mittwoch- bzw. Freitagabend spät kommen. Den Rest der Zeit ist es nur ein Meer hochgehaltener Handys.

Die Standardeintrittskarte kostet rund 22 € und wird ausschließlich als Online-Timed-Entry-Ticket gekauft – am einfachsten vorab über GetYourGuide. Die Schlange für Besucher ohne Ticket bedeutet oft stundenlange Frustration. Geöffnet ist täglich außer dienstags. Die nächste Metrostation ist Palais-Royal Musée du Louvre (Linien 1 und 7).

💡 Tipp von vor Ort: Dieser Trick spart euch jede Menge Nerven. Benutzt nicht den Haupteingang über die große gläserne Pyramide im Innenhof. Geht stattdessen zum unscheinbaren Eingang Porte des Lions im südlichen Denon-Flügel nahe dem Fluss. Er liegt am nächsten zum Saal mit der Mona Lisa und die Schlangen an der Sicherheitskontrolle sind hier verschwindend gering.

Innenhof des Louvre mit der ikonischen Glaspyramide und dem klassizistischen Palast

Oasen der Ruhe: Institutionen für müde Eltern

Wenn ihr Schönheit und Geschichte sucht, aber gleichzeitig verzweifelt Platz braucht, wo das Kind ein wenig durchatmen und herumtollen kann, ohne dass ihr euch Magengeschwüre vor Stress zuzieht – die folgenden drei Adressen sind absolute Volltreffer.

Musée Rodin: Bronzeskulpturen und Rosensträucher

Die Skulptur Der Denker im Garten des Musée Rodin

Das wunderschöne Hôtel Biron, ein altes Adelssitz aus dem 18. Jahrhundert, umgeben von weitläufigen, gepflegten Gärten im ruhigen 7. Arrondissement, ist mein absoluter Favorit für Familienausflüge. Die Sammlung des Musée Rodin umfasst über sechstausend Skulpturen und Tausende von Zeichnungen. Im Inneren des historischen Gebäudes findet ihr den ikonischen marmorne Kuss (Le Baiser) und einen zutiefst berührenden Saal, der Camille Claudel gewidmet ist – der genialen Bildhauerin mit einem zutiefst tragischen Schicksal, die Rodins Muse war. Die Innenräume sind wunderschön, mit alten Holzböden und großen französischen Fenstern.

Das Eigentliche spielt sich für uns aber draußen hinter dem Haus ab. Der Garten beherbergt den berühmten bronzenen Denker und das düstere Höllentor, doch während man anderswo im Museum zittert, was das Kleinkind als nächstes umwirft, lässt man es hier einfach auf den sandigen Wegen zwischen den Rosen los und schaut zu, wie es begeistert weiße Steinchen sammelt, während man in Ruhe Rodin bewundert. Das ist der Moment, für den es sich lohnt, mit Kind nach Paris zu fahren.

Der Eintritt zum gesamten Gelände kostet 14 €, aber wer nur nach draußen möchte, zahlt für den reinen Garteneintritt nur 4 €. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:30 Uhr. Die nächste Metrostation ist Varenne (Linie 13).

💡 Tipp von vor Ort: Das Gartenticket für vier Euro allein ist einer der besten und günstigsten Ausbrüche aus dem Großstadttrubel in ganz Paris. Nehmt euch einen Kaffee aus einem nahegelegenen Café mit, setzt euch auf eine Bank unter den Bäumen und lasst die Zeit einfach verstreichen.

Musée Marmottan Monet: Geheime Sammlung am Rand eines Wäldchens

Elegante Villa des Musée Marmottan Monet

Während sich die Touristenmassen in den großen Institutionen im Zentrum drängen, könnt ihr ins äußerst ruhige und vornehme 16. Arrondissement in der Nähe des weitläufigen Bois de Boulogne aufbrechen. In einem stillen Stadtpalais (Hôtel particulier), das einst einem wohlhabenden Sammler gehörte, befindet sich die weltweit größte Sammlung von Werken Claude Monets im Musée Marmottan Monet. Sein Sohn Michel hat sie hierher vermacht. Ihr findet über hundert Gemälde und die Atmosphäre ist völlig anders als im Zentrum.

Genau an den Wänden dieses unscheinbaren Hauses hängt das legendäre Gemälde Impression, soleil levant (Impression, Sonnenaufgang). Es ist genau das Bild, das der gesamten impressionistischen Bewegung ihren Namen gab. Neben Monet begegnet man hier den feinen Werken von Berthe Morisot, die eine wunderbare weibliche Perspektive in der damals rein männlichen Kunstwelt bietet, sowie Gemälden von Degas, Sisley und Pissarro. Teppiche dämpfen die Schritte, die Räume wirken eher wie eine reich eingerichtete Wohnung als eine sterile Galerie und es platzt hier nie aus allen Nähten.

Die Eintrittskarte kostet 14 €. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr, donnerstags verlängert bis 21:00 Uhr. Die nächste Metrostation ist La Muette (Linie 9).

💡 Tipp von vor Ort: Wenn ihr den Wochenfahrschein Navigo Découverte habt, ist die Fahrt mit der Metrolinie 9 hierher sehr bequem. Für Familien mit Kinderwagen empfehle ich aber eher die Buslinie 32, die in der Nähe hält und euch das Schleppen über Treppen im Untergrund erspart.

Musée Picasso Paris: Kubismus und bester Falafel

Innenhof des Hôtel Salé mit dem Musée Picasso im Marais

Habt ihr euer vorübergehendes Basislager im Viertel Le Marais? Dann ist es bis zum Picasso nur ein kurzer Fußweg. Die gesamte Ausstellung residiert im wunderschön restaurierten Hôtel Salé aus dem 17. Jahrhundert, einem der schönsten historischen Gebäude der Umgebung. Es beherbergt über fünftausend Werke und bildet eine der umfassendsten Picasso-Sammlungen der Welt. Die Ausstellung rotiert recht häufig und ändert ihre Anordnung, sodass das Interieur immer neue Blicke auf Picassos blaue, rosa, kubistische und späte surrealistische Periode bietet.

Faszinierend ist auch Picassos persönliche Privatsammlung, die hier ausgestellt ist. Man sieht großartige Werke von Cézanne, Matisse und Rousseau, die der spanische Meister bei sich zu Hause hängen hatte und von denen er sich inspirieren ließ. Die Räume haben eine schöne alte Treppe mit schmiedeeisernem Geländer und insgesamt herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre.

Die Eintrittskarte kostet 14 €. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag ab 10:30 Uhr (am Wochenende ab 9:30 Uhr) bis 18:00 Uhr. Die nächste Metrostation ist Saint-Paul (Linie 1) oder Saint-Sébastien – Froissart (Linie 8).

💡 Tipp von vor Ort: Die perfekte Kombination für Vegetarier. Nach der Besichtigung der kubistischen Gemälde genügen ein paar schmale Gassen bis zur Rue des Rosiers. Dort stellt man sich in die schnelle Schlange für den legendären Straßenfalafel bei L’As du Fallafel oder steuert den nahegelegenen ältesten überdachten Markt Marché des Enfants Rouges an, wo es großartige Gemüse-Tajines gibt. Das Kind isst draußen auf einer Bank und ihr genießt erstklassiges Street Food.

Haupthalle des Musée d'Orsay mit großer Bahnhofsuhr
lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo in Paris übernachten
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Moderne Kunst, immersive Erlebnisse und eine große Enttäuschung

Moderne Kunst hat in Paris eine enorme Präsenz, aber gerade hier kamen dieses Jahr die größten und schmerzhaftesten Veränderungen. Ihr wollt ins Pompidou? Dann lest aufmerksam weiter.

⚠️ Centre Pompidou: Kritischer Status für 2026

Bunte Rohre und Rolltreppen des Centre Pompidou

Das ist eine absolut entscheidende Information, die euch eine riesige Enttäuschung und jede Menge überflüssige Wege erspart. Das ikonische, auf links gedrehte Gebäude mit den riesigen bunten Röhren an der Fassade und den Außenrolltreppen, unter Einheimischen als Beaubourg bekannt, ist wegen einer gewaltigen Sanierung komplett geschlossen – von Ende 2025 bis voraussichtlich zum ersten Quartal 2030. Grund für die fünfjährige Schließung mit gigantischem Budget ist die nötige Asbestentfernung, neue Brandschutzmaßnahmen und eine umfassende Technologie-Modernisierung. Geht dieses Jahr auf gar keinen Fall hin – ihr findet dort nur einen hohen Bauzaun und eine riesige Baustelle.

💡 Tipp von vor Ort: Die Institution schläft allerdings nicht ganz. Ihr riesiges Archiv wurde in andere Räumlichkeiten verlagert. Falls ihr nach der fantastischen öffentlichen Bibliothek (Bpi) sucht, die früher im Gebäude war – sie ist vorübergehend ins Gebäude Lumière im 12. Arrondissement in der Nähe von Bercy umgezogen.

Fondation Louis Vuitton: Gläsernes Segelschiff im Wald

Gläsernes Segelschiff der Fondation Louis Vuitton von Frank Gehry

Wenn das Pompidou geschlossen ist, fahrt direkt an den westlichen Stadtrand in den Bois de Boulogne. Das Gebäude der Stiftung vom berühmten kanadisch-amerikanischen Architekten Frank Gehry erinnert an ein riesiges futuristisches Segelschiff aus Glas, Holz und Stahl. Allein die Architektur ist ein atemberaubendes Erlebnis. Die gewaltigen gläsernen Segel verändern ihre Farbe je nachdem, wie die Sonne darauf trifft, und spiegeln den umliegenden Himmel wider. Im Inneren erwarten euch großzügige, helle Galerien für moderne Kunst.

Das Programm für 2026 ist hier besonders vollgepackt. Von April bis Mitte August 2026 läuft die große Ausstellung Calder. Rêver en équilibre, die an hundert Jahre seit der Ankunft dieses Bildhauers in Frankreich erinnert. Ihr seht dort eine riesige Anzahl seiner berühmten beweglichen Drahtmobiles, die sanft in der Luft schwingen – was übrigens auch kleine Kinder visuell begeistert.

Die Eintrittskarte kostet 16 €. Geöffnet ist von Mittwoch bis Montag, dienstags geschlossen. Die nächste Metrostation ist Les Sablons (Linie 1), von wo es etwa fünfzehn Minuten angenehmer Spaziergang ist.

💡 Tipp von vor Ort: Das Gebäude liegt direkt neben dem Jardin d’Acclimatation, dem besten historischen Vergnügungspark für kleine Kinder der Stadt. Ihr könnt also elegant hohe Kunst mit einer Fahrt auf alten Holzbooten verbinden. Zur Stiftung fährt zudem ein bequemer elektrischer Shuttlebus direkt vom Arc de Triomphe (Étoile) für ein paar Euro – das spart Schritte.

Atelier des Lumières: Digitale Magie in einer alten Gießerei

Eine alte, verlassene Industriegießerei im 11. Arrondissement hat sich vor einigen Jahren in eine riesige digitale Projektionsfläche verwandelt. Immersive Ausstellungen gibt es mittlerweile zwar weltweit, aber die Pariser machen es mit einer unglaublichen musikalischen und visuellen Eleganz. Klassische Gemälde erwachen hier regelrecht zum Leben, fließen über raue Backsteinwände und breiten sich auf Betonböden aus, begleitet von perfekt gewählter, fesselnder Musik.

Für ein zweijähriges Kleinkind ist es reine visuelle Magie. Im Halbdunkel, wo Farben über Wände und Boden tanzen und die Musik einen völlig einhüllt, fangen Kinder instinktiv an, Lichtfiguren zu jagen – und ihr könnt endlich Kunst genießen, ohne gleichzeitig als Notbremse zu fungieren. Dieses Jahr laufen ab Frühjahr die atemberaubenden Renaissancemeister Da Vinci, Raphael und Michelangelo, und ab April startet der Familienhit mit Dinosauriern. Wenn euer Kind gerade in der Dinosaurier-Phase steckt, zaubert ihm das garantiert ein Grinsen von einem Ohr zum anderen.

Der Eintritt für Erwachsene beträgt 14,50 €. Geöffnet ist täglich, in der Regel von 10:00 bis 18:00 Uhr. Die nächsten Metrostationen sind Voltaire (Linie 9) oder Père Lachaise (Linien 2 und 3).

💡 Tipp von vor Ort: Versucht immer, den allerersten Morgenslot direkt nach der Öffnung zu buchen. Die Luft ist noch frisch und auf dem Boden gibt es reichlich freien Platz zum Sitzen, sodass ihr das Erlebnis in Ruhe genießen könnt, bevor die großen Nachmittagsgruppen eintreffen.

Palais de Tokyo: Roher Beton und lange Nächte

Wenn ihr zeitgenössische, unabhängige Kunst in einem absolut kompromisslosen industriellen Umfeld sucht, seid ihr hier richtig. Das riesige Gebäude unweit des Trocadéro bietet nackte Betonwände, hohe Decken und Kunst, die oft provoziert und Grenzen sprengt. Es ist keine klassische polierte Galerie, sondern eher ein riesiges experimentelles Labor.

Das Beste an dieser Institution sind die Öffnungszeiten. Es ist einer der wenigen Orte, die bis tief in die Nacht leben – ideal, wenn es euch gelingt, das Kind bei einem Babysitter unterzubringen und ihr zu zweit einen Abend mit Kultur verbringen wollt. Der Raum ist riesig, sodass sich die Besucher natürlich verteilen.

Die Eintrittskarte kostet 12 €. Geöffnet ist täglich außer dienstags von mittags bis Mitternacht. Die nächste Metrostation ist Iéna oder Alma-Marceau (Linie 9).

💡 Tipp von vor Ort: Im Inneren des Gebäudes findet ihr eine alte analoge Fotokabine (Photomaton). Sie macht absolut fantastische, rohe Schwarz-Weiß-Fotostreifen. Das ist das beste und authentischste kleine Souvenir, das Lukáš und ich jedes Mal mit nach Hause nehmen.

Ovaler Saal mit Monets Seerosen im Musée de l'Orangerie

Versteckte Perlen und kleine Galerien mit lokaler Seele

Ganz ehrlich? In diese Orte bin ich beim ersten Mal eigentlich aus purer Verzweiflung gegangen, weil Jonáš im Louvre am Rand eines Nervenzusammenbruchs war. Und es endete damit, dass sie jetzt meine Lieblingsadressen in der ganzen Stadt sind.

Musée Carnavalet: Komplette Stadtgeschichte

Dieser großartige Ort im Herzen des Viertels Marais ist ausschließlich der Geschichte der Stadt selbst gewidmet. Ihr durchlauft ein riesiges Labyrinth verbundener alter Palais und seht alles – von römischen Ausgrabungen über originale bemalte Ladenschilder alter Bäckereien und Wirtshäuser bis hin zu persönlichen Gegenständen aus der Zeit der Französischen Revolution. Es gibt sogar einen komplett rekonstruierten Innenraum eines berühmten Juweliergeschäfts von Alfons Mucha. Die Innenhofgärten sind wunderschön angelegt und voller sorgfältig geschnittener Hecken.

Die Dauerausstellung ist für alle komplett kostenlos. Bezahlt wird nur für spezielle Wechselausstellungen. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Die nächste Metrostation ist Saint-Paul (Linie 1).

💡 Tipp von vor Ort: In den warmen Frühlings- und Sommermonaten öffnet auf einem der Innenhöfe ein wunderschönes Pop-up-Café. Kaffee und Gebäck sind hier zwar nicht gerade günstig, aber unter alten Bäumen auf einem historischen Innenhof zu sitzen, ist ein Erlebnis, das die paar Euro extra wert ist.

Musée des Arts Forains: Magie alter Karussells

Das ist kein klassischer Ausstellungsraum, sondern eher ein Traum, der Wirklichkeit geworden ist. Im ruhigen 12. Arrondissement, in alten Weinlagerhäusern, verbirgt sich eine private Sammlung historischer Rummelplatz-Attraktionen, alter hölzerner Karussells, Spiegellabyrinthe und mechanischer Figuren aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Es ist dunkel, magisch und ungemein poetisch. Bei vielen der alten Attraktionen kann man während der Führung sogar selbst mitfahren – für Kinder der absolute Höhepunkt des gesamten Ausflugs.

Der Eintritt kostet rund 18 € und die Besichtigungen finden als kommentierte Gruppenführungen statt. Die nächste Metrostation ist Cour Saint-Émilion (Linie 14).

💡 Tipp von vor Ort: Dieser Ort ist für die breite Öffentlichkeit nur selten geöffnet. Ihr müsst den Besuch weit im Voraus über die Webseite reservieren. Die besten Chancen habt ihr während der Weihnachtsfeiertage und bei den Tagen des Europäischen Kulturerbes im September, wenn die Tore weit geöffnet werden.

Musée de la Vie Romantique: Teestube unter Bäumen

Am Fuße des Montmartre-Hügels im 9. Arrondissement duckt sich am Ende einer kleinen, gepflasterten Zufahrt, gesäumt von Bäumen, ein altes Haus mit rosa Fassade und grünen Fensterläden. Hier lebte einst der Maler Ary Scheffer und die damalige Kunstelite traf sich hier, darunter George Sand und Chopin. Heute beherbergt das Haus eine kleine Sammlung, die der Epoche der Romantik gewidmet ist. Knarrende Treppen, altes Mobiliar und Vitrinen mit Schmuck versetzen einen in eine ganz andere Zeit.

Der Eintritt in die Dauerausstellung ist kostenlos. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Die nächste Metrostation ist Saint-Georges (Linie 12) oder Blanche (Linie 2).

💡 Tipp von vor Ort: Die eigentliche Attraktion verbirgt sich im kleinen Innenhof. Dort gibt es ein bezauberndes Café, betrieben von der berühmten Bäckerei Rose Bakery. Man sitzt an Eisentischchen direkt unter großen Bäumen, trinkt Tee und isst ausgezeichneten Zitronenkuchen. Die perfekte Rast nach dem anstrengenden Aufstieg durch die Straßen.

Musée Jacquemart-André: Luxus und Privatsphäre

Wenn ihr sehen wollt, wie die höchste Pariser Gesellschaft im 19. Jahrhundert gelebt hat, steuert die Gegend nahe dem Boulevard Haussmann an. Diesen opulenten Privatpalast ließen Eheleute errichten, die ihr Leben dem Sammeln von Kunst aus aller Welt widmeten. Ihr findet herrliche Fresken, einen Wintergarten voller Marmor und seltene italienische Renaissance-Gemälde. Alles ist genau so eingerichtet geblieben, als könnten die Besitzer jeden Moment zum Abendessen eintreffen.

Die Eintrittskarte kostet 17 €. Geöffnet ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, montags bis 20:30 Uhr. Die nächste Metrostation ist Miromesnil (Linien 9 und 13).

💡 Tipp von vor Ort: Nehmt am Eingang den Audioguide mit, der kostenlos ist. Die Geschichte des Ehepaares und wie sie heimlich wertvolle Fresken aus Italien herbeigeschafft haben, ist spannender als mancher Kriminalroman und verleiht dem ganzen Marmorpalast ein menschliches Gesicht.

Wo essen: Unsere liebsten Bistros und Cafés

Kunst kann einen so erschöpfen, dass man plötzlich mitten auf der Straße steht und an nichts anderes denkt als an eine riesige Portion gutes Essen. Lukáš und ich haben über die Jahre gelernt, dass die Suche nach einem Restaurant mit leerem Magen und einem müden Kind im Kinderwagen der direkte Weg in eine Ehekrise ist. Deshalb haben wir längst unsere bewährten Adressen, wo man weiß, was Gastfreundschaft bedeutet.

Die Pariser Gastronomie ist ein Kapitel für sich. Als Vegetarierin habe ich hier früher ganz schön gelitten, aber inzwischen ist das zum Glück eine völlig andere Geschichte. Hier sind zwei Adressen, zu denen wir bei jedem Besuch zurückkehren.

L’As du Fallafel und Verschnaufpause im Marais

Ich habe es beim Picasso-Museum schon kurz angeschnitten, aber dieser Ort verdient einfach sein eigenes Kapitel. Im Herzen des jüdischen Viertels in der Rue des Rosiers findet ihr eine grüne Ladenfront, vor der sich immer eine lange Schlange bildet. Lasst euch davon nicht abschrecken – die Bedienung draußen ist unglaublich schnell und ehe man sich versieht, hält man den besten Falafel der ganzen Stadt in den Händen.

Das ist Street Food in seiner reinsten Form. Ein Pitabrot, prall gefüllt mit knusprigen Bällchen, Aubergine und einer genialen Tahini-Soße, mit der Lukáš und ich uns jedes Mal zuverlässig bis hinter die Ohren vollschmieren. Für Jonáš nehmen wir immer nur Hummus pur mit Brot und setzen uns zum Essen auf eine Bank im nächsten kleinen Park. So schmeckt das echte Paris.

Le Potager de Charlotte: Pflanzliches Paradies

Wenn wir echte abendliche Romantik ohne Kinder wollen und es uns gelingt, Jonáš bei einem Babysitter unterzubringen, steuern wir direkt hierhin. Dieses Bistro im renovierten 9. Arrondissement wurde von zwei Brüdern gegründet, die ausschließlich mit lokalen pflanzlichen Zutaten kochen. Keine künstlichen Ersatzprodukte, sondern ehrliche und kreative Arbeit mit Gemüse, die einen umhaut.

Ihre gebackene Aubergine oder Kichererbsen-Galette sind so gut, dass selbst Lukáš, ein eingefleischter Fleischliebhaber, sie mit Genuss verschlingt. Die Preise sind hier zudem für Pariser Verhältnisse noch recht akzeptabel, und die Atmosphäre ist wunderbar intim und herzlich. Vergesst aber nicht, rechtzeitig zu reservieren – denn die Einheimischen lieben diesen Ort genauso wie wir und es ist immer voll.

Was in Pariser Galerien NICHT tun: Warnungen und Betrug

Diese Stadt kann einen verzaubern, aber sie kann auch ziemlich hart und gnadenlos zu unvorbereiteten Besuchern sein. Damit eure Erinnerungen nur positiv bleiben, müsst ihr ein paar grundlegende Überlebensregeln befolgen.

Gefälschte Tickets und Straßenbetrug

Die Umgebung berühmter Institutionen, besonders am Louvre, am Eiffelturm und auf dem Montmartre, zieht neben Kunstliebhabern auch sehr gut organisierte Betrügergruppen an. Dieses Jahr solltet ihr ganz besonders auf Weiterverkäufer sogenannter Skip-the-Line-Tickets achten. Sie halten euch auf der Straße an und wollen euch ein Ticket verkaufen, mit dem ihr angeblich die Warteschlange überspringt. Das ist Betrug. Die Tickets sind entweder abgelaufen oder gleich komplett gefälscht, und ihr verliert nur Dutzende Euro. Dasselbe gilt für die berühmte Kathedrale Notre-Dame. Der Eintritt ist für alle immer komplett kostenlos – wenn euch also jemand ein Vorzugsticket anbietet, geht sofort weiter.

💡 Tipp von vor Ort: Wenn euch vor einer Sehenswürdigkeit jemand in perfektem Englisch mit der Frage „Do you speak English?“ anspricht, ignoriert ihn einfach und geht weiter. Ein echter Pariser würde einen auf der Straße nie so ansprechen. Meist ist es der Auftakt eines Betrugs mit einer gefälschten Wohltätigkeitspetition.

Die goldene Bonjour-Regel

Das ist die wichtigste Sache im ganzen Artikel. In Frankreich gibt es eine sehr strenge soziale Etikette. Immer wenn ihr eine kleinere Galerie, einen Souvenirladen oder einen Kassenbereich betretet, müsst ihr dem Angestellten in die Augen schauen und deutlich „Bonjour“ sagen (oder „Bonsoir“ am Abend). Wenn ihr einfach zum Tresen geht und auf Englisch (oder Deutsch) herausplatzt, dass ihr zwei Tickets möchtet, empfinden die Einheimischen das als grobe Beleidigung und werden sich entsprechend verhalten. Probiert es aus und ihr werdet sehen, wie sich die finsteren Mienen der Aufseher plötzlich in ein Lächeln verwandeln.

Wir haben uns an diese Regel ziemlich lange gewöhnen müssen. In Tschechien ist man manchmal gewohnt, an die Kasse zu gehen und direkt loszulegen, aber hier funktioniert das einfach nicht. Lukáš hat es einmal am Eingang zum Picasso versucht und die Kassiererin tat so, als würden wir gar nicht existieren. Sobald man lernt, erst schön zu grüßen, öffnen sich hier Türen und die Menschen werden überraschend zuvorkommend. Auch als deutschsprachiger Besucher kommt ein herzliches „Bonjour“ immer besser an als ein direktes „Zwei Tickets bitte“ auf Englisch.

Überladet euren Tagesplan nicht

Der größte Fehler, den man machen kann, ist drei große Museen an einem Tag einzuplanen. Glaubt mir, das geht nicht. Physisch schafft man es vielleicht, aber der Kopf kann die Menge an Eindrücken schlicht nicht verarbeiten. Es entsteht eine sogenannte Museumserschöpfung. Das ideale Tempo für Erwachsene ist eine große und eine kleine Institution pro Tag. Mit Kleinkind im Kinderwagen plant strikt nur eine Ausstellung am Vormittag, und lasst den Nachmittag frei für Parks oder Faulenzen im Café.

Wir sind selbst in diese Falle getappt, als wir vor Jahren alles schaffen wollten und uns nachmittags nicht mehr erinnern konnten, ob wir Monet oder Manet gesehen hatten. Seitdem Jonáš dabei ist, sind wir viel langsamer unterwegs. Wir besuchen eine Galerie, gehen dann ausgiebig spazieren, kaufen ein frisches Baguette und atmen einfach nur die Atmosphäre der Stadt ein.

Praktische Infos: Transport, Kinderwagen und smarte Pässe

Die Logistik ist in dieser Stadt die halbe Miete. Je besser ihr euch auf Transfers und Ticketkauf vorbereitet, desto mehr Energie bleibt für die eigentliche Kunst und ein gutes Abendessen. Tickets für die großen Museen kauft immer vorab online – wir besorgen sie am liebsten über GetYourGuide, wo man das Zeitfenster-Ticket inklusive flexibler Stornobedingungen direkt auf dem Handy hat.

Wann lohnt sich der Paris Museum Pass (Rechner 2026)

Dieser offizielle Touristenpass gewährt Eintritt zu mehr als fünfzig Institutionen und Sehenswürdigkeiten in der gesamten Region. Für 2026 kostet die Zwei-Tage-Variante 60 €, die Vier-Tage-Variante 90 € und die Sechs-Tage-Variante 120 €. Die Frage ist, ob sich das wirklich rechnet.

Wenn ihr mit Kindern reist und wisst, dass ihr maximal eine Attraktion pro Tag schafft, amortisiert sich der Pass finanziell nicht (Louvre kostet 22 €, Orsay 16 € – für zwei Tage gebt ihr 38 € aus, der Pass kostet 60 €). Wenn ihr aber ohne Kinder unterwegs seid und den Louvre, das Orsay, den Aufstieg auf den Arc de Triomphe, die Sainte-Chapelle und einen Ausflug nach Versailles plant, spart euch der Vier-Tage-Pass für 90 € eine ordentliche Summe und vor allem den Aufwand, einzelne Tickets zu kaufen.

💡 Tipp von vor Ort: Auch wenn ihr einen Museum Pass habt, verlangen viele Orte (wie der Louvre oder die Orangerie) weiterhin, dass ihr auf deren Website kostenlos einen genauen Zeitslot reserviert. Der Pass bedeutet längst nicht mehr, dass man einfach hingeht und direkt reinspaziert. Ich empfehle, die physische Papierversion des Passes zu kaufen, nicht die digitale – an den Drehkreuzen lässt sie sich leichter scannen.

Transport und der Kampf mit dem Kinderwagen

Die Pariser Metro ist alt, tief und voller endloser Treppen. Für Eltern mit Kinderwagen ein Albtraum. Die einzige Linie, die komplett modern, automatisch und vollständig barrierefrei mit geräumigen Aufzügen ist, ist die Linie 14. Bei allen anderen Linien verlasst euch keinesfalls auf Aufzüge – selbst wenn sie in der Karte eingezeichnet sind, funktionieren sie oft nicht.

Wir haben die Metro mit Jonáš nach der ersten Fahrt aufgegeben, als ich den Kinderwagen die Treppen schleppte und dabei leise geweint habe. Die Busse sind die Rettung: Der Fahrer klappt ohne ein Wort die Rampe runter, Jonáš hat Ausblick auf die Straße und ich sehe endlich, wohin wir eigentlich fahren. Das Ticket T+ gilt sowohl für Metro als auch für Busse. Von Deutschland aus erreicht ihr Paris übrigens bequem mit dem Thalys oder ICE ab Köln, dem TGV ab Stuttgart/München oder mit Direktflügen von Eurowings, Lufthansa oder easyJet von vielen deutschen Flughäfen.

⚠️ Wichtige Warnung für Eltern: Cité des Enfants

Wenn ihr plant, eure Kleinen in das beliebte Wissenschafts- und Erlebniszentrum im Park La Villette im Nordosten der Stadt mitzunehmen, horcht dieses Jahr auf. Der großartige Bereich für die jüngsten Kinder von zwei bis sieben Jahren ist wegen umfangreicher Renovierung komplett geschlossen bis zum 9. Juni 2026. Die ältere Sektion funktioniert zwar, aber mit Kleinkind fahrt jetzt lieber gar nicht erst hin.

💡 Tipp von vor Ort: Statt des geschlossenen Zentrums nehmt das kleine Kind lieber zum traditionellen Puppentheater (Théâtre des Marionnettes) in den Jardin du Luxembourg mit. Für knapp drei Euro seht ihr den klassischen Guignol. Aufführungen gibt es an Wochenenden und Feiertagen. Es ist zwar auf Französisch, aber die visuelle Groteske funktioniert universal und die Kinder lachen aus vollem Hals.

Häufig gestellte Fragen

Welche Museen in Paris haben freien Eintritt?

Komplett kostenlos sind die Dauerausstellungen der städtischen Museen (Musées de la Ville de Paris). Dazu gehören das großartige Musée Carnavalet (Stadtgeschichte), das Musée de la Vie Romantique, der Petit Palais oder das Haus von Victor Hugo. Nationale Institutionen (Louvre, Orsay) bieten freien Eintritt immer am ersten Sonntag im Monat, aber nur von November bis März. Der Louvre bietet zudem freien Eintritt am ersten Samstag im Monat von 18:00 bis 21:45 Uhr.

Muss ich Tickets immer vorab online kaufen?

Für die größten (Louvre, Orsay, Orangerie) ist das heute eine absolute Notwendigkeit. Ohne Online-Ticket mit Zeitfenster (Timed-Entry) riskiert ihr, entweder gar nicht eingelassen zu werden oder stundenlang in der Schlange ohne Reservierung zu stehen. Am einfachsten kauft man Eintrittskarten vorab über GetYourGuide. Bei kleineren Galerien (Marmottan, Picasso) ist es nicht strikt verpflichtend, spart euch aber jede Menge Zeit.

Welcher Tag ist Ruhetag in Pariser Museen?

Die meisten teilen sich in zwei Lager. Der Louvre, die Orangerie und das Centre Pompidou (das allerdings bis 2030 komplett geschlossen ist) haben Dienstag als Ruhetag. Dagegen schließen das Musée d’Orsay, das Musée Rodin oder Schloss Versailles immer montags. Deshalb empfiehlt es sich, den Louvre-Besuch auf Montag und Orsay auf Dienstag zu legen.

Welches Museum ist am besten für kleine Kinder und Kleinkinder?

Von den Kunstmuseen eindeutig das Musée Rodin dank seines riesigen und sicheren Gartens voller breiter Sandwege, auf denen Kinder frei herumtoben können. Ein großer Hit ist auch das immersive Atelier des Lumières, wo bewegte Bilder und Musik im abgedunkelten Raum auf die Kinder wirken.

Kann man mit Kinderwagen in den Louvre?

Ja, das geht. Im Inneren gibt es Aufzüge, auch wenn deren Suche im riesigen Gebäude-Labyrinth manchmal etwas frustrierend sein kann. Das Personal lässt euch mit Kinderwagen meist bevorzugt in den Aufzug an der berühmten Pyramide. Trotzdem ist – wenn möglich – eine Trage in den Menschenmassen vor der Mona Lisa die deutlich praktischere und wendigere Lösung.

Funktioniert der Museum Pass noch zum Überspringen der Schlange?

Der Pass spart euch Geld beim Eintrittspreis selbst, funktioniert aber längst nicht mehr als absoluter VIP-Freifahrtschein. Bei den meistbesuchten Orten müsst ihr auch mit gültigem Pass vorab kostenlos einen Zeitslot auf deren Website reservieren. Durch die reguläre Sicherheitskontrolle müsst ihr trotzdem – die bleibt niemandem erspart.

Darf man in Galerien fotografieren?

In den meisten Dauerausstellungen (einschließlich Louvre und Orsay) ist Fotografieren für den persönlichen Gebrauch erlaubt, allerdings sind Blitz und Stativ strikt verboten. Bei temporären Sonderausstellungen ist das Fotografieren wegen Urheberrechten der Leihgaben oft komplett untersagt. Achtet immer auf das Piktogramm der durchgestrichenen Kamera am Saaleingang.

Ist es sicher, sich abends in der Nähe der Sehenswürdigkeiten zu bewegen?

Ja, die Umgebung der großen Institutionen im Zentrum (1., 6., 7. Arrondissement) ist auch nach Einbruch der Dunkelheit sehr sicher – die Straßen sind schön beleuchtet und voller Menschen. Vor Taschendieben muss man vor allem in der überfüllten Metro und abends in der Gegend des nördlichen Montmartre oder bei den großen Bahnhöfen im Norden der Stadt aufpassen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Paris mit Kindern: Der komplette Familienguide (worauf ihr euch mit Kinderwagen einstellen müsst)

TL;DRFamilienurlaub in Paris mit Kinderwagen klappt am besten im Frühling oder Herbst, wenn die Temperaturen bei 15 bis 20 Grad liegen und sich die Bäume im Jardin du Luxembourg golden färben. Vom August und den Wintermonaten Januar bis März solltest du dagegen lieber die Finger lassen. Die größte Hürde ist die Pariser Metro, denn wirklich barrierefrei ist nur die Linie 14 – verlass dich lieber auf Busse mit Niederflurtechnik. Unverzichtbar sind eine Tragehilfe und eine faltbare Wickelunterlage, denn Wickeltische in Bistros sucht man meist vergebens. Rettung bieten nur Kaufhäuser wie die Galeries Lafayette. Der beste Ort für Kinder ist der Jardin du Luxembourg mit dem Spielplatz Poussin Vert und dem Marionettentheater für 2,70 €. Im Louvre reichen zwei Stunden völlig, und im Disneyland Paris haben Kinder bis 2 Jahre freien Eintritt.

Wenn die Stadt langsam erwacht, aus den Eckbäckereien der Duft von zerlassener Butter in die kühle Morgenluft strömt und die Straßen noch nicht den hupenden Rollern gehören, ist es womöglich die schönste Stadt der Welt. Auf einem Korbstuhl an einem kleinen runden Tisch sitzen, starken Kaffee schlürfen und beobachten, wie die Stadt aufwacht – das ist pure Poesie. Doch dann beschließt euer Kleinkind, dass es jetzt unbedingt losrennen muss, ihr versucht den breiten Kinderwagen durch den Gang zwischen den Tischen zu quetschen, der ungefähr so breit ist wie ein Schuhkarton, und der Kellner durchbohrt euch mit seinem Blick. Die Romantik aus den Filmen prallt plötzlich auf die harte Realität. Denn das Paris der Postkarten kennt kein Kindergeschrei und kümmert sich nicht um fehlende Aufzüge in der Metro. Paris mit Kindern ist ein Abenteuer, das Planung erfordert – aber es lohnt sich.

Wir haben festgestellt, dass das echte, alltägliche Paris zu Eltern mit kleinen Kindern ganz schön rau und unnachgiebig sein kann. Enge Kopfsteinpflaster-Gehwege in den historischen Vierteln machen euch zu schaffen, endlose Treppen im Untergrund testen eure Fitness, und die Suche nach einem Wickeltisch gleicht manchmal der Suche nach dem Heiligen Gral.

Gleichzeitig ist es aber eine Stadt, die Kindern absolut unglaubliche Dinge bietet. Es ist ein Ort, an dem ein Zweijähriges mit offenem Mund ein fast hundert Jahre altes Puppentheater bestaunen, Enten an riesigen Fontänen in perfekten Parks füttern und sein erstes wirklich gutes Butter-Madeleine probieren kann. Ich habe festgestellt, dass ich als Vegetarierin mit Kleinkind hier überraschend gute Möglichkeiten habe, wenn ich weiß, wohin ich gehen muss. Es braucht nur militärische Logistik, keinerlei Erwartungen an flexibles Essen und eine Trage als absoluten Backup-Plan.

In diesem Artikel findet ihr unseren kompletten, mit Blut und Schweiß erkauften Leitfaden für den Familienurlaub in Paris. Parks, Restaurants, Wickel-Missionen, Kinderwagen-Hölle und die wirklich märchenhaften Orte – alles, was wir mit Lukáš und Jonáš am eigenen Leib erlebt haben. Kurz gesagt: Alles dafür, damit euer Paris mit Kleinkind mehr Märchen als Fegefeuer wird.

Zusammenfassung

Blonde Frau im beigen Blazer sitzt an einem lila Tisch in einem grünen Garten
  • Die Metro ist mit Kinderwagen eine Strafe. Vollständig barrierefrei ist nur die Linie 14. Setzt auf Busse mit Niederflureinstiegen und meidet das Umsteige-Chaos an der Station Châtelet-Les-Halles.
  • Wickeltische in Bistros gibt es praktisch nicht. Nehmt eine faltbare, abwischbare Unterlage mit und verlasst euch auf große Kaufhäuser (Galeries Lafayette) oder Parks.
  • Die grüne Oase Nummer eins für Kinder sind die Gärten des Jardin du Luxembourg. Hier findet ihr den riesigen eingezäunten Spielplatz Poussin Vert, Segelboote am Brunnen und das Puppentheater Guignol.
  • Essenszeiten sind heilig. Das Mittagessen wird strikt zwischen 12:00 und 14:30 serviert. Wenn euer Kind um fünf Uhr nachmittags Hunger hat, sucht nach Bäckereien oder Brasseries mit dem Schild „service continu“.
  • Bonjour ist das Zauberwort. In jeden Laden oder jedes Restaurant müsst ihr mit einem lauten Gruß eintreten – sonst werdet ihr ignoriert, selbst wenn ihr ein weinendes Kind auf dem Arm habt.
  • Meidet die Massen. Fahrt nicht auf den Eiffelturm hoch, geht lieber auf die Dachterrasse eines Kaufhauses. Im Louvre haltet mit Kindern maximal zwei Stunden durch. Und in Versailles steuert direkt die Gärten an, wo ihr locker 6–7 Stunden verbringt.
  • Achtung 2026: Die Kinderabteilung der Cité des Enfants La Villette (für Kinder von 2 bis 7 Jahren) ist bis zum 9. Juni 2026 geschlossen. Die Gärten in Giverny haben am 19. und 20. September 2026 geschlossen.
  • Disneyland Paris ist für Kleinkinder großartig. Kinder bis 2 Jahre haben freien Eintritt, und im Fantasyland gibt es eine riesige Auswahl an ruhigen Attraktionen ohne Mindestgröße.
  • Ignoriert die Straßenbetrüger. Leute mit Petitionen an Sehenswürdigkeiten, Armband-Verkäufer auf dem Montmartre und jeden, der vor euch einen goldenen Ring „findet“, einfach umgehen.

Wann mit Kindern nach Paris reisen: Jahreszeiten und Wetter

Den richtigen Monat für die Familienreise zu wählen, ist die halbe Miete. Paris wechselt mit jeder Jahreszeit komplett sein Gesicht, und was für ein kinderloses Paar ein romantischer Spaziergang im Regen ist, wird mit Kinderwagen zum logistischen Albtraum. Wir mit Lukáš lieben für Familienreisen die Momente, in denen man im leichten Pullover auf der Terrasse sitzen kann und die Kinder frei in den Parks herumtoben – ohne Hitzschlag-Gefahr.

Frühling und Herbst sind eine sichere Wahl

Ecke mit blühenden Rosen und klassischen Pariser Gebäuden

Wenn ihr könnt, legt eure Reise auf Mai, Juni, September oder Oktober. Der Mai ist der absolut schönste Monat des Jahres. Die Kastanien blühen, die Tage werden angenehm länger und ihr könnt problemlos in den Parks picknicken.

Genauso zauberhaft ist die Zeit von Mitte September bis Ende Oktober. Die Periode, die als la rentrée (Rückkehr nach den Ferien) bekannt ist, bringt neue Energie in die Straßen. Die Bäume im Jardin du Luxembourg färben sich in unglaubliche Goldtöne und der Morgennebel über der Seine hat seinen ganz eigenen Charme. Das Wetter ist stabil, die Temperaturen halten sich um 15 bis 20 Grad – ideal für umherrennende Kleinkinder. Windjacke und Regenschutz für den Kinderwagen gehören trotzdem immer ins Gepäck.

💡 Tipp von uns: Wenn ihr im Herbst fahrt, nutzt die frühe Dämmerung. So könnt ihr mit den Kindern den blinkenden Eiffelturm sehen (er blinkt immer fünf Minuten zur vollen Stunde nach Einbruch der Dunkelheit), ohne die Schlafenszeit drastisch nach hinten zu verschieben.

Monate, die ihr lieber meiden solltet

Mann mit kleinem Kind spielt im Innenhof des Palais Royal in Paris

Mit Familie solltet ihr den August meiden. Die Pariser ergreifen in diesem Monat die Flucht und strömen ans Meer. Die Stadt leert sich zwar von den Einheimischen, aber an vielen der besten unabhängigen Bistros und familienfreundlichen Cafés hängt ein Schild fermeture annuelle (Jahresurlaub). Dazu schmilzt der Asphalt unter der Hitze, und in der historischen Metro ohne Klimaanlage ist es zum Umfallen.

Der Winter von Januar bis März ist wiederum feucht-kalt und regnerisch. Mit einem Kleinkind, das Zeit draußen auf Spielplätzen braucht, bedeutet das viel Zeit mit Kleidung-Trocknen im Hotel. Achtet auch auf den 12. April 2026 – da findet der Paris-Marathon statt und der Verkehr in der Stadt bricht quasi zusammen.

💡 Tipp von uns: Falls ihr doch im Sommer 2026 fahrt, packt den Kindern Badesachen ein. Nach hundert Jahren öffnen im Juli und August bewachte Schwimmbecken direkt in der Seine. Die Wasserqualität wird nach den Olympischen Spielen streng überwacht.

Innenhof des Louvre mit der charakteristischen Glaspyramide und historischen Gebäuden

Unterkunft in Paris mit Familie: Viertel und Hotels

Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget ganz entscheidend. Paris ist in zwanzig Bezirke (Arrondissements) aufgeteilt, die sich vom historischen Zentrum beim Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden, ist fast unmöglich – aber wenn ihr wisst, wo ihr suchen müsst, lässt sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit finden.

Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen großen Bogen um den nördlichen Teil des 10. Arrondissements rund um den Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Einmal sind wir dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet, und das möchte man mit einem Zweijährigen auf keinen Fall wiederholen. 😅

Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutiquehotel in Boulogne-Billancourt (buchen könnt ihr es hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber innerhalb der ersten paar Stunden gewinnt man es richtig lieb.

Die besten Familienviertel

Kleines Kind in weißem T-Shirt steht am Geländer und beobachtet einen Brunnen in einem Pariser Garten

Transport und Logistik: Pariser Straßen mit Kinderwagen überleben

Vergesst die Vorstellung, dass ihr mit Kinderwagen wie ein Messer durch Butter durch die Stadt kommt. Das öffentliche Verkehrssystem gehört zu den ältesten der Welt und seine Architektur aus dem späten 19. Jahrhundert hat mit Rädern schlicht nicht gerechnet. Die Fortbewegung erfordert etwas Planung und eine große Portion Geduld.

Die Metro ist mit Kinderwagen eine Feuertaufe

Mann mit Brille und T-Shirt steht mit Kinderwagen vor dem Schloss Versailles

Die Pariser Metro (offizielle RATP-Website) ist schnell, aber voller endloser Treppen und enger Drehkreuze. Vom gesamten riesigen System sind gerade mal 62 Stationen vollständig barrierefrei. Die einzige Linie, auf die ihr euch hundertprozentig verlassen könnt, ist die Linie 14. Sie ist vollautomatisch, modern und an jeder Station gibt es einen funktionierenden, geräumigen Aufzug. Die neu verlängerten Abschnitte der Linien 4 und 11 verfügen glücklicherweise ebenfalls über Aufzüge, aber im historischen Zentrum trefft ihr auf die harte Realität.

Ein berüchtigtes Nadelöhr ist Châtelet-Les-Halles – ein riesiges Labyrinth aus unterirdischen Gängen und Rolltreppen, die obendrein die wunderbare Eigenschaft haben, genau am Tag eures Besuchs kaputtzugehen. Meidet diesen Umsteigeknotenpunkt mit Kinderwagen lieber komplett.

💡 Tipp von uns: Ladet euch die offizielle RATP-App aufs Handy und aktiviert den Barrierefreiheitsmodus (Accessibility Mode). Er zeigt in Echtzeit den Status der Aufzüge an und wird alle 90 Sekunden aktualisiert. Das spart euch jede Menge Tränen vor defekten Rolltreppen.

Vater mit kleinem Kind auf einem Holzspielplatz umgeben von Bäumen

Busse sind eure Rettung

Während die Metro euch stresst, sind die oberirdischen Busse deutlich familienfreundlicher. Sie haben meist Niederflureinstieg, einen reservierten Bereich für Kinderwagen in der Mitte und obendrein können die Kinder die ganze Fahrt über aus dem Fenster schauen.

Für gelegentliche Fahrten ist die Navigo Easy Karte sinnvoll (die Plastikkarte selbst kostet 2 €). Darauf könnt ihr ein 10er-Paket (das sogenannte Carnet) für 17,35 € laden. Wenn ihr plant, von Montag bis Sonntag zu fahren, nehmt den Wochenpass Navigo Découverte für 32,40 € plus 5 € für die Karte (ihr braucht dafür ein kleines Passfoto).

💡 Tipp von uns: Steigt mit dem Kinderwagen immer durch die mittleren Türen ein, wo der reservierte Bereich ist – nicht vorne beim Fahrer. Einfach von außen dem Fahrer zuwinken, und er öffnet euch die Türen.

Babytrage als absolutes Muss

Selbst wenn ihr den besten Geländekinderwagen habt – das absolute Paris-Must-have ist eine ergonomische Trage. Sobald ihr das Viertel Montmartre mit seinen Hunderten von Stufen besuchen wollt, den überfüllten Louvre oder einen Ausflug ins Innere von Schloss Versailles plant (nicht empfehlenswert – lieber in die Gärten, wo ihr den Kinderwagen dabeihaben könnt), lasst den Kinderwagen guten Gewissens im Hotel. Jonáš ist in der Trage außerdem immer wunderbar eingeschlafen, während wir entspannt die Sehenswürdigkeiten bewundern konnten.

Wickeltische und Toiletten-Akrobatik

Hier stoßen wir auf den harten Pariser Standard. Falls ihr von deutschen Cafés mit geräumigen Toiletten und Wickelauflage verwöhnt seid, macht euch auf einen Kulturschock gefasst.

Die Realität der Pariser Bistros

Junge fotografiert goldene Fontänen mit Wasserstrahlen in Versailles

Einen Wickeltisch in einem normalen unabhängigen Bistro oder Restaurant gibt es praktisch nicht. Die Toiletten sind oft ungefähr so groß wie eine Telefonzelle – Kind, sich selbst und die Wickeltasche dort hineinzuquetschen, erfordert akrobatisches Talent.

Nehmt immer eine weiche, faltbare, abwischbare Unterlage mit. Ihr werdet auf Parkbänken wickeln, auf dem eigenen Schoß oder auf dem Boden in einer abgelegenen Ecke des Cafés. Die Einheimischen haben damit kein Problem – das gehört einfach zum Großstadt-Leben dazu.

💡 Tipp von uns: Eines der wenigen Restaurants, das tatsächlich einen Wickeltisch hat und viel Platz bietet, ist Les Belles Plantes im 5. Arrondissement. Dort gibt es auch bequeme Sitzbänke in Nischen und ein tolles Kindermenü.

Sichere Häfen in den Kaufhäusern

Vater mit Kind an einem schönen Brunnen im Garten von Versailles

Euer wichtigstes Rettungsnetz werden die großen Kaufhäuser (Grands Magasins). Galeries Lafayette Haussmann im 9. Arrondissement, Le Bon Marché im 7. und BHV Marais im 4. verfügen über luxuriöse, saubere Toiletten, geräumige Wickeltische und oft auch ruhige Stillräume (sogenannte salles d’allaitement).

Belebte Pariser Straße mit Blumen und Geschäften voller Touristen

Grüne Oasen: Die besten Pariser Parks für Kinder

Die Pariser Parks sind perfekt, geometrisch präzise und sorgfältig gepflegt. Sie haben aber eine Besonderheit: Der Rasen ist oft heilig. Wenn ihr ein Schild Pelouse interdite (Rasen betreten verboten) seht, wird wirklich nicht auf den Rasen getreten. Die Pariser nehmen das todernst, und Parkwächter mit Trillerpfeifen vertreiben euch schnell. Wo können Kinder also Dampf ablassen?

Jardin du Luxembourg (6. Arrondissement)

Vater mit kleinem Kind in einem historischen Arkadenhof bei einer klassischen Statue

Das ist der absolute Favorit für Familien mit Kindern und unser liebster Park. Die Gärten bieten so viel Programm, dass ihr hier locker einen halben Tag verbringt. Die Kinder toben sich auf dem Poussin Vert aus, einem riesigen eingezäunten Spielplatz, der in Bereiche nach Alter unterteilt ist. Über 30 verschiedene Spielgeräte, Sand und Rutschen warten hier. Der Eintritt zum Spielplatz kostet symbolische paar Euro. Vergesst auch nicht die Segelboote am zentralen Brunnen – ihr leiht euch ein wunderschönes hölzernes Segelboot mit Stab aus und euer Kind schiebt es über die Wasseroberfläche des Brunnens.

Der größte Schatz hier ist aber das Théâtre des Marionnettes (Guignol), das größte Puppentheater Frankreichs, gegründet 1933. Vorstellungen gibt es mittwochs, an Wochenenden und Feiertagen. Eintrittspreis: 2,70 €.

💡 Tipp von uns: Die Vorstellungen des Puppentheaters sind zwar auf Französisch, aber habt keine Angst davor. Der Slapstick-Humor, die Verfolgungsjagden und die ausdrucksstarke Gestik der Puppen sind eine absolut universelle Sprache, die jedes Zweijährige versteht.

Jardin d’Acclimatation (16. Arrondissement)

Marmorfigur auf einem Sockel in einem klassischen Garten mit Arkade

Wollt ihr eurem Kind einen unvergesslichen Tag schenken? Dann fahrt in den Westen der Stadt zum Bois de Boulogne. Der Jardin d’Acclimatation ist ein historischer Freizeitpark auf 18 Hektar, wie geschaffen für die Altersgruppe 2 bis 12 Jahre.

Ihr findet hier kleine Achterbahnen, Boote, ein riesiges Planschbecken im Sommer, einen Bauernhof mit Tieren und eine historische Bimmelbahn. Die Atmosphäre ist deutlich ruhiger und lokaler als im riesigen Disneyland. Eintritt 2026: Der Grundeintritt in den Park kostet 7 €, das Unlimited-Armband für alle Attraktionen liegt bei 46 €.

💡 Tipp von uns: Wenn ihr nicht das Unlimited-Armband kaufen wollt, könnt ihr nur den Grundeintritt nehmen und einzelne Fahrten mit Jetons bezahlen (ein Jeton kostet ca. 3 €). Für kleinere Kinder, die nur ein paar Attraktionen durchhalten, ist das günstiger.

Ménagerie im Jardin des Plantes (5. Arrondissement)

Freizeitboote auf dem Teich beim Schloss Versailles mit Fontänen im Hintergrund

Neben den wunderschönen botanischen Gärten und Gewächshäusern befindet sich hier die Ménagerie – ein kleiner, historischer Zoo. Er steht seit 1794 hier, blickt also auf eine beachtliche Geschichte zurück, und hat für ein zweijähriges Kind die absolut ideale Größe.

Ihr lauft euch hier nicht die Füße ab – erwartet keine Elefanten oder Giraffen. Der Zoo spezialisiert sich auf kleinere bedrohte Arten, und so hat Jonáš hier zum ersten Mal in seinem Leben Rote Pandas gesehen und war vor Begeisterung kaum zu halten. Auch Flamingos und Affen könnt ihr beobachten. Eintritt: Erwachsene 13 €, Kinder unter 3 Jahren kostenlos.

💡 Tipp von uns: Direkt neben dem Zoo findet ihr die großartige Grande Galerie de l’Évolution (Große Galerie der Evolution) im Naturkundemuseum. Durch den riesigen Saal schreitet ein Zug ausgestopfter Tiere der afrikanischen Savanne. Das ist visuell absolut überwältigend – auch für die Allerkleinsten.

lukas a lucka
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Parc Monceau (8. Arrondissement)

Wenn ihr eine ruhigere Oase sucht, die vor allem von lokalen Kindermädchen und Müttern aus dem eleganten 8. Arrondissement besucht wird, seid ihr hier richtig. Der Park ist von wunderschönen bürgerlichen Häusern umgeben, hat breite Asphalt-Wege – ideal für Kinderwagen – und einen großen Rasen, der hier (Wunder über Wunder) ausnahmsweise betreten werden darf.

Wir kommen immer wieder gern hierher, wenn wir eine Pause vom Lärm der großen Boulevards brauchen. Außerdem gibt es hier ein wunderschönes altmodisches Karussell, das Jonáš eine gute halbe Stunde beschäftigt hat.

💡 Tipp von uns: Kauft euch vor dem Parkbesuch frisches Gebäck und Käse in der nahen Rue de Lévis – eine der besten lokalen Marktstraßen in Paris – und macht auf dem Rasen im Parc Monceau ein Picknick.

In Paris mit Kindern essen gehen (ohne wahnsinnig zu werden)

Franzosen lieben Kinder, aber sie lieben auch ihre klar definierten Regeln. In Paris sind die Kleinen am Tisch willkommen, niemand wird euch hinausweisen – aber ihr müsst nach ihren Regeln spielen. Der größte Stolperstein für deutsche Eltern sind die Essenszeiten. Das Mittagessen wird strikt zwischen 12:00 und 14:30 serviert.

Punkt halb drei schließen die Küchen in klassischen Bistros kompromisslos. Das Abendessen beginnt frühestens um 19:30, oft aber erst nach acht. Was tun, wenn das Kleinkind um fünf Uhr nachmittags Hunger hat? Da retten euch Lokale mit durchgehendem Service (achtet auf das Schild service continu), traditionelle Brasseries oder Bäckereien (Boulangeries), wo ihr jederzeit eine Quiche oder ein frisches Baguette-Sandwich kaufen könnt.

Eine weitere Regel ist das Zauberwort Bonjour. Jeder Eintritt in ein Restaurant oder Geschäft muss mit diesem Gruß beginnen. Auch wenn ihr ein schreiendes Kleinkind auf dem Arm habt – bleibt in der Tür stehen, stellt Blickkontakt mit dem Kellner her und grüßt. Ohne das wird nicht mit euch kommuniziert. Als Vegetarierin muss ich außerdem sagen, dass sich die Situation in der Stadt enorm verbessert hat. Sogar das legendäre Drei-Sterne-Restaurant Arpège ist 2026 komplett auf ein pflanzliches Menü umgestiegen – ein Erdbeben für die Gastroszene. Hier sind unsere bewährten Orte, wo ihr mit Kinderwagen reinpasst und gut essen könnt:

Treize au Jardin (6. Arrondissement)

Direkt gegenüber dem Jardin du Luxembourg findet ihr dieses fantastische Lokal. Es hat eine riesige Terrasse und serviert südamerikanischen Brunch mit französischem Flair.

Das Lokal ist großzügig geschnitten, das Personal ist an Kinder gewöhnt und für euch gibt es tolle vegetarische Varianten voller Gemüse und Käse. Preis pro Gericht: Um die 20–25 € für einen Hauptgang.

💡 Tipp von uns: Bestellt die hauseigenen herzhaften Pfannkuchen oder den Karottenkuchen, der so riesig ist, dass ihn zwei Erwachsene mit Kindern kaum aufessen können.

Traditionelle Bouillons (Chartier, Pigalle, République)

Diese riesigen, historischen und günstigen Speisehallen aus dem späten 19. Jahrhundert sind die Rettung für alle Eltern. Warum hierher mit Kleinkind? Genau wegen des Lärms.

Der Geräuschpegel von Hunderten von Gästen und das Klirren von Besteck schluckt jedes Kindergeschrei zuverlässig. Das Essen kommt blitzschnell, ist klassisch französisch (es gibt immer irgendein Omelett oder einen Lauchsalat für Vegetarier) und die Preise sind für Pariser Verhältnisse unschlagbar. Preis pro Gericht: Einen Hauptgang bekommt ihr schon ab ca. 12 €.

💡 Tipp von uns: Nehmt keinen großen Kinderwagen mit – die Gänge zwischen den Tischen sind eng und Kinderwagen müssen zusammengeklappt am Eingang gelassen werden. Trage oder Kind auf dem Schoß ist hier die ideale Wahl.

Frau in grauem Kleid betrachtet einen barocken Brunnen in Versailles

Marché des Enfants Rouges (3. Arrondissement)

Der älteste überdachte Markt in Paris im Herzen des Marais-Viertels ist ein idealer Stopp zum Mittagessen. Ihr könnt euch ein vegetarisches marokkanisches Tajine, libanesische Salate oder ein japanisches Bento holen, während euer Partner etwas Fleischhaltiges vom Nachbarstand nimmt.

Man sitzt draußen auf gemeinsamen Holzbänken, die Atmosphäre ist ungezwungen, laut und für Kleinkinder eine großartige visuelle Show voller Düfte. Preis pro Gericht: Portionen an den Ständen kosten 15–18 €.

💡 Tipp von uns: Der Markt hat montags geschlossen. Am Wochenende zur Mittagszeit herrscht hier riesiger Andrang – kommt lieber an einem Wochentag oder am Wochenende schon um 11:45, bevor sich die Schlangen bilden.

La REcyclerie (18. Arrondissement)

Dieser tolle Ort an der ehemaligen Bahnstrecke Petite Ceinture im Norden der Stadt hat die Atmosphäre einer großen Gemeinschaftskantine. Familiäre Gemütlichkeit, selbstgemachtes nachhaltiges Essen, viele vegetarische und vegane Optionen zu sehr erschwinglichen Preisen.

Kinder haben hier jede Menge Platz und niemand stört sich daran, wenn sie um die upcycelten Möbel herumrennen. Für uns war es eine wunderbare Oase mitten im sonst so trubeligen 18. Arrondissement. Preis pro Gericht: Tagesmenü um die 16 €.

💡 Tipp von uns: Nach dem Essen könnt ihr mit den Kindern direkt entlang der alten Eisenbahnschienen spazieren, die von Grün überwuchert sind und als Stadtfarm mit Community-Hühnern fungieren.

Kleiner Junge in weißem T-Shirt mit Autos hält französisches Gebäck auf einer Pariser Straße

Breizh Café (mehrere Standorte, z. B. im 3. Arrondissement)

Bretonische Crêperien sind für Familien die absolute Rettung. Ihre herzhaften Galettes werden aus echtem Buchweizenmehl gemacht und sind damit von Natur aus glutenfrei und leicht verdaulich.

Es gibt viele fleischlose Varianten und Kinder lieben die süßen Crêpes mit hausgemachtem Karamell. Das hat uns gleich am ersten Tag gerettet, als Jonáš müde von der Anreise war und schnell etwas Gutes in den Magen brauchte. Preis pro Gericht: Eine herzhafte Galette kostet ungefähr 12–15 €.

💡 Tipp von uns: Wenn ihr zu den Crêpes einen traditionellen bretonischen Apfel-Cidre bestellt, bekommt ihr ihn stilecht in breiten Keramikschalen (Bolées) serviert – ganz wie es die Tradition verlangt.

Museen und Sehenswürdigkeiten: Was kleine Füße schaffen

Mit einem Kleinkind einen Marathon durch die Sehenswürdigkeiten zu planen, ist der direkte Weg in die Hölle. Jonáš hat uns das gleich im Louvre unmissverständlich klargemacht, als er nach fünfzig Metern auf den Boden gesetzt hat und sich weigerte weiterzugehen, weil er eine interessante Fuge im Pflaster entdeckt hatte. Euer Kind wird Impressionisten nicht zu schätzen wissen und gotische Architektur ist ihm herzlich egal – also wählt klug und habt immer einen Rettungsplan in Form des nächsten Parks parat.

Eiffelturm und warum ihr nicht hochfahren solltet

Den Eiffelturm zu sehen ist Pflicht. Aber stundenlang in der Schlange an den Sicherheitskontrollen stehen, sich mit Kinderwagen in den beengten Aufzug quetschen und oben mit den Massen um ein Stück Aussicht kämpfen – das ist mit Kindern die reinste Qual. Wir mit Lukáš haben eine klare Regel: Den Eiffelturm betrachten wir von unten oder aus der Ferne. Macht ein Picknick auf dem Rasen des Champ de Mars oder spaziert zum Fluss.

Wollt ihr die Stadt von oben sehen, ohne das Kinderwagen-Martyrium? Fahrt auf die Dachterrasse der Galeries Lafayette im 9. Arrondissement, wo ihr per Aufzug auf die riesige Dachterrasse mit Blick über ganz Paris und den Eiffelturm in der Ferne gelangt (und der Eintritt ist komplett kostenlos).

💡 Tipp von uns: Wenn ihr das beste Familienfoto mit dem Eiffelturm im Hintergrund sucht, geht nicht auf das überfüllte Trocadéro. Steuert stattdessen die Brücke Pont de Bir-Hakeim an. Von der unteren Ebene unter dem Metro-Viadukt gelingen euch ikonische Fotos ohne Menschenmassen im Hintergrund.

Louvre im Familienmodus

In den Louvre mit Kind? Geht, aber ihr braucht einen klaren Plan – sonst endet es wie bei uns beim ersten Mal: irgendwo in der mittelalterlichen Kunst verloren, mit einem in der Trage tobenden Jonáš. Vergesst die Vorstellung, alles zu sehen. Wählt nur einen Flügel aus (zum Beispiel die ägyptische Sammlung, die Kinder dank Mumien und großen Statuen fasziniert).

Einen Kinderwagen könnt ihr mitnehmen, das Museum (offizielle Louvre-Website) ist überraschend gut mit Aufzügen ausgestattet – auch wenn deren Suche an einen Orientierungslauf erinnert. Für uns war es eine Herausforderung, aber wenn ihr euch ein striktes Limit von maximal zwei Stunden setzt, ist es gut machbar. Eintritt: Erwachsene 22 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kostenlos.

💡 Tipp von uns: Geht niemals durch den Haupteingang über die Glaspyramide, wo die längsten Schlangen sind. Nutzt den Seiteneingang Porte des Lions oder den Zugang über die unterirdische Einkaufsgalerie Carrousel du Louvre. Und kauft Tickets im Voraus online für eine bestimmte Uhrzeit.

L‘Atelier des Lumières (11. Arrondissement)

Das ist für Kinder der absolute Knaller. Es handelt sich um eine ehemalige Gießerei, die zum Zentrum für digitale Kunst umgebaut wurde. Gemälde berühmter Maler werden hier direkt auf riesige Wände und Böden projiziert, begleitet von umhüllender Musik.

Kinder dürfen frei herumlaufen, den projizierten Farben auf dem Boden nachjagen und niemand zwingt sie zur Ruhe. Jonáš hat dort fasziniert auf die schwebenden Lichter gestarrt und wir konnten uns einen Moment setzen und einfach nur die Atmosphäre genießen. Eintritt: Erwachsene 17 €, Kinder 5–25 Jahre 12 €, unter 5 Jahren kostenlos.

💡 Tipp von uns: Ab dem 19. April 2026 startet hier eine brandneue immersive Ausstellung zum Thema Dinosaurier. Für kleine Urzeit-Fans wird das ein visuelles und akustisches Erlebnis, das in Paris seinesgleichen sucht.

Was ihr 2026 auslassen solltet (Wichtige Warnungen)

Früher hätte ich euch ohne Zögern das Wissenschafts- und Entdeckermuseum Cité des Enfants im Park La Villette empfohlen. ⚠️ Achtung aber: Die Abteilung für kleinere Kinder (2 bis 7 Jahre) wird gerade komplett umgebaut und ist bis zum 9. Juni 2026 GESCHLOSSEN! Plant keinen Besuch dorthin, ihr wärt enttäuscht.

Vergesst ebenfalls das ikonische Museum für moderne Kunst Centre Pompidou. Das Gebäude mit den bunten Röhren an der Fassade wurde Ende 2025 komplett geschlossen und wird fünf Jahre lang renoviert. Wiedereröffnung erst 2030. Von außen könnt ihr es fotografieren, aber hinein kommt ihr nicht.

Die gute Nachricht hingegen: Die Kathedrale Notre-Dame ist nach dem verheerenden Brand endlich wieder geöffnet. Von außen strahlt sie vor Neuheit und der Eintritt ist kostenlos (kauft niemals Tickets von Schwarzhändlern vor der Kirche – das ist Betrug).

Ausflüge außerhalb der Stadt: Zu Parks und Märchen

Paris ist vereinnahmend und laut, und manchmal braucht ihr einfach eine Flucht aus den steinernen Straßen, um durchzuatmen und das Kleinkind frei laufen zu lassen. Die Umgebung von Paris hat uns mehrfach vor dem kollektiven Zusammenbruch bewahrt.

Disneyland Paris: Taktische Operation mit einem Zweijährigen

Viele Leute denken, dass ein Disneyland-Besuch mit Kleinkind keinen Sinn hat – und ich selbst dachte das auch, bis wir mit Jonáš dort waren und ich sein Gesicht sah, als er zum ersten Mal Mickey Mouse erblickte. Das Pariser Disneyland (offizielle Website) ist für kleine Kinder überraschend gut ausgestattet – man muss nur wie bei einer militärischen Operation herangehen. Kinder bis 2 Jahre (einschließlich) haben FREIEN Eintritt. Nehmt auf jeden Fall euren eigenen Kinderwagen mit (er dient als rollende Basis für Snacks und Nachmittagsschläfchen) und eigenes Essen. Eintritt für Erwachsene: Die Preise sind dynamisch und beginnen bei etwa 65 € pro Tag/Park, wenn ihr weit im Voraus bucht.

Euer Revier wird das Fantasyland sein. Hier befinden sich die Attraktionen ohne Mindestgröße. Kinder lieben die Bootsfahrt It’s a Small World (Tausende singende Puppen), die fliegenden Dumbo-Elefanten oder das klassische Pferde-Karussell.

💡 Tipp von uns: Schaut in der App nach der genauen Uhrzeit der nachmittäglichen Parade der Festwagen. Für ein Zweijähriges ist es oft ein viel größeres Erlebnis, Mickey Mouse und Prinzessinnen in Lebensgröße zu sehen, als die Karussells selbst. Sichert euch mindestens 30 Minuten vorher einen Platz am Straßenrand.

Schloss Versailles: Die umgekehrte Strategie

Versailles mit Kinderwagen ist eine Herausforderung. Tausende Menschen strömen zu den Toren. Die meisten Reiseführer schicken euch auf die RER-Linie C. Macht es aber anders. Mit Kinderwagen ist der Zug der Linie N vom Gare Montparnasse bis zur Station Versailles Chantiers deutlich bequemer.

Der Bahnhof ist viel angenehmer und ihr spart euch die Nerven bei Umstiegen im Untergrund. Tickets für das Schloss Versailles kauft online für eine bestimmte Uhrzeit. Eintritt: Das Schloss kostet 21 €, die Gärten sind an den meisten Tagen kostenlos (außer an Tagen mit den musikalischen Fontänen).

💡 Tipp von uns: Während alle direkt ins Schloss rennen, geht ihr zuerst in die Gärten. Lasst euer Kind am Grand Canal herumtoben und steuert das Dorf von Marie Antoinette an (Hameau de la Reine). Es ist so etwas wie ein Freilichtmuseum im Miniaturformat mit echten Hühnern, und Jonáš hat dort mehr Zeit verbracht als im gesamten Schloss zusammen. Geht erst am Nachmittag ins Schloss, wenn das Kleinkind idealerweise in der Trage eingeschlafen ist.

Giverny und Monets Gärten

Wenn ihr den Impressionismus liebt, fahrt mit dem Zug in die Normandie ins Dörfchen Giverny. Claude Monet hat hier sein größtes Meisterwerk angelegt – den Garten mit der ikonischen japanischen Brücke und dem Seerosenteich.

Die Fahrt vom Gare Saint-Lazare nach Vernon und der anschließende Bus-Shuttle sind sehr bequem. Für Kinder ist es ein wunderschöner Spaziergang voller Farben, und ihr genießt das echte französische Landleben. Eintritt: Erwachsene 13 €, Kinder unter 7 Jahren kostenlos.

💡 Tipp von uns: ⚠️ Wichtige Warnung für 2026: Giverny ist am Wochenende des 19. und 20. September 2026 anlässlich der Europäischen Tage des Kulturerbes komplett geschlossen. Plant euren Reiseplan mit Rücksicht auf dieses Datum, damit ihr nicht umsonst fahrt!

Praktische Infos: Sicherheit, Gesundheit und Packliste

Paris ist wunderschön, aber naive Touristen kommen hier teuer davon – und mit Kinderwagen und einer Tasche voller Babysachen seid ihr für Taschendiebe ein willkommenes Ziel. Ein paar Tricks und ihr seid auf der sicheren Seite.

Taschendiebe und Straßenbetrug

Touristenmassen ziehen organisierte Betrügergruppen an. Lasst euer Handy niemals auf dem Tisch einer Café-Terrasse liegen und haltet die Handtasche nah am Körper – besonders auf dem Montmartre und beim Louvre. Auf welche konkreten Tricks solltet ihr achten?

Der goldene Ring: Jemand „findet“ vor euch auf der Straße einen massiven goldenen Ring und bietet ihn euch gegen eine kleine Belohnung an. Es ist ein wertloser Messingring. Einfach ignorieren. Freundschaftsarmbänder: Auf den Treppen unter der Basilika Sacré-Cœur operieren Männer, die versuchen, euch schnell eine Schnur ums Handgelenk zu binden und dann aggressiv Geld fordern. Lasst sie nicht in euren persönlichen Raum eindringen, Hände in die Taschen und schnell weitergehen. Falsche Petitionen: Junge Mädchen (die oft Taubstummheit vortäuschen) reichen euch Klembretter mit einer Petition zum Unterschreiben. Während ihr lest, räumt ein Komplize euren Rucksack aus.

Gesundheitsversorgung (wenn es ernst wird)

Wenn euer Kind nachts plötzlich Fieber bekommt – keine Panik. Paris hat ein hervorragendes Netz an Apotheken (achtet auf das leuchtende grüne Kreuz) und für alltägliche Beschwerden berät euch der Apotheker gut. Braucht ihr aber einen echten Arzt direkt im Hotel, gibt es den Dienst SOS Médecins (Telefon 3624).

Die sind an Touristen gewöhnt, arbeiten rund um die Uhr und der Arzt kommt direkt zu euch. Ihr zahlt zwar eine Gebühr in bar oder mit Karte (um die 70 bis 100 Euro), aber mit der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) und eurer Reisekrankenversicherung bekommt ihr das zu Hause erstattet.

💡 Tipp von uns: Sucht Kindermedikamente nicht im Supermarkt. In Frankreich werden selbst gewöhnliche Fiebersäfte (z. B. Doliprane) ausschließlich in Apotheken verkauft.

Was ihr extra einpacken solltet

Neben den üblichen Sachen für ein Kleinkind lohnt es sich in Paris, Spezialausrüstung dabeizuhaben. Wir haben nach und nach gelernt, dass es sich wirklich nicht auszahlt, Unnötiges mitzuschleppen – aber auf der anderen Seite retten euch ein paar Dinge zuverlässig den Tag (und die Nerven).

Hier ist unsere bewährte Liste mit dem Wichtigsten:

  • Leichter Falt-Kinderwagen mit Federung (große Dreirad-Jogger passen schlicht nicht in die Metro und enge Geschäfte).
  • Babytrage (ja, ich habe es schon erwähnt, aber es ist wirklich das Wichtigste auf der gesamten Reise).
  • Reise-Wickelunterlage.
  • Trinkflasche (in Paris gibt es jede Menge Trinkbrunnen mit kostenlosem Trinkwasser, die sogenannten Fontaines Wallace).

Weiterlesen

Wenn ihr das Gefühl habt, Paris mit Kindern im Griff zu haben und weiterplanen wollt, schaut euch unsere weiteren Artikel an:

Häufig gestellte Fragen

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