Wenn die Stadt erwacht, der Duft von Butter aus den Eckbäckereien strömt und du mit einem Becher heißem Kaffee in der Hand an den ersten öffnenden Boutiquen vorbeigehst, begreifst du eine grundlegende Sache: Paris Shopping ist kein kopfloses Füllen von Papiertüten und kein Rennen durch riesige anonyme Einkaufszentren am Stadtrand. Es ist eine eigenständige Kulturdisziplin, ein sorgfältiges Kuratieren des eigenen Geschmacks und manchmal eine regelrechte Schatzsuche. Du sitzt auf einer Bank, beobachtest Pariserinnen in perfekten Leinenhemden mit abgewetzten Stofftaschen auf dem Weg zur Arbeit – und plötzlich willst du diesen mühelosen Stil sofort aufsaugen.
Anfangs mag der allgegenwärtige Luxus und die glitzernden Schaufenster überwältigend wirken, doch das wahre Herz der Stadt schlägt woanders. Es verbirgt sich in versteckten Passagen, in ehemaligen Fabriken, die zu avantgardistischen Räumen umgebaut wurden, oder in Gässchen, wo jahrhundertealte Käsereien und moderne Ateliers unabhängiger Designer ganz selbstverständlich nebeneinander existieren. Für mich als Vegetarierin mit einem Faible für Nachhaltigkeit ist es das absolute Paradies, denn lokale und ethische Mode spielt hier die Hauptrolle.
In diesem Artikel findest du den kompletten Paris Shopping Guide. Wir zeigen dir die besten Concept Stores, nehmen die großen Kaufhäuser wie Galeries Lafayette unter die Lupe, durchstreifen die Pariser Vintage-Szene und vergessen auch praktische Tipps nicht – etwa wie die saisonalen Schlussverkäufe funktionieren, wo du die besten kleinen Läden findest und wie du dir die Tax-Free-Rückerstattung sicherst.
Zusammenfassung

- Die großen Winter- und Sommerschlussverkäufe (Soldes) haben staatlich strikt festgelegte Termine. 2026 finden sie vom 8. Januar bis 4. Februar und vom 25. Juni bis 22. Juli statt.
- Wenn du einen kostenlosen Blick über die Stadt willst, geh auf die Dachterrasse des Kaufhauses Galeries Lafayette oder Printemps. Von dort siehst du ganz Paris inklusive Eiffelturm.
- Den berühmtesten Pariser Concept Store Merci findest du im 3. Arrondissement. Er befindet sich in einer ehemaligen Tapetenfabrik und ist an dem roten Vintage-Auto im Innenhof zu erkennen.
- Mit Kinderwagen und kleinen Kindern shoppst du am besten im nördlichen Marais (3. Arrondissement) und rund um Saint-Germain (6. Arrondissement), wo die Bürgersteige breiter und die Atmosphäre ruhiger sind.
- Für Fans von Secondhand und Nachhaltigkeit ist der Kilo Shop ein Muss – hier bezahlst du Vintage-Kleidung nach dem Gesamtgewicht an der Kasse.
- Die besten essbaren Souvenirs (Käse, Senf, Wein) gibt es unter einem Dach in der La Grande Épicerie de Paris neben dem Kaufhaus Le Bon Marché.
- Die goldene Regel: Bei jedem Betreten eines kleineren Geschäfts musst du laut „Bonjour“ sagen. Ohne diesen Gruß wirst du vom Personal ignoriert.
- Besucher aus Nicht-EU-Ländern (einschließlich Großbritannien) können das Detaxe-System nutzen und sich 12 % Mehrwertsteuer auf Einkäufe ab 100 € auf einer Quittung erstatten lassen.
- Geh nicht auf den Champs-Élysées shoppen. Es ist teuer, überfüllt und voller globaler Ketten, die du überall auf der Welt findest.

Wann zum Shopping nach Paris und Schlussverkauf-Kalender
Das Timing deiner Reise kann den Unterschied zwischen einem leeren Geldbeutel und absolut genialen Schnäppchen zum Bruchteil des Preises ausmachen. Der Pariser Einzelhandel unterliegt nämlich sehr strengen Regeln, die direkt von der französischen Regierung vorgegeben werden. Gewöhnliche Rabattaktionen im Laufe des Jahres gibt es hier praktisch nicht – alles konzentriert sich auf zwei massive Schlussverkaufsfenster.
Legendäre Soldes: Winter- und Sommerschlussverkauf 2026

Die französischen Schlussverkäufe (Soldes) sind eine Institution. Sie dauern immer exakt vier Wochen, und die Rabatte vertiefen sich stufenweise in sogenannten Wellen (démarques). In der ersten Woche starten die Reduzierungen bei 20 bis 30 Prozent, doch in der letzten Woche purzeln die Preise um bis zu 70 Prozent. 2026 beginnt der Winterschlussverkauf am Mittwoch, dem 8. Januar, und endet am 4. Februar. Die Sommerwelle startet am Mittwoch, dem 25. Juni, und läuft bis zum 22. Juli.
💡 Insider-Tipp: Wenn du es auf ein bestimmtes Designerstück in deiner Größe abgesehen hast, geh gleich am ersten Tag morgens hin. Geht es dir aber nur um die Schatzsuche und den niedrigsten Preis, warte auf die dritte Rabattwelle (troisième démarque), die üblicherweise Mitte der dritten Woche beginnt.
Was du meiden solltest: Fashion Week und Augustferien

Wenn du nicht gerade in der Modebranche arbeitest, meide die Wochen der Paris Fashion Week (typischerweise Ende Februar/Anfang März und Ende September). Die Übernachtungspreise schießen in diesen Zeiträumen in astronomische Höhen, Restaurants im Zentrum sind hoffnungslos ausgebucht und in viele Boutiquen kommst du durch die Massen an Einkäufern und Influencern schlicht nicht hinein.
Genauso solltest du dich vor dem August in Acht nehmen. Für die Einheimischen gilt das Prinzip der sogenannten fermeture annuelle (jährliche Betriebsferien). Die Pariser flüchten massenhaft aus der aufgeheizten Stadt ans Meer. Große Kaufhäuser bleiben zwar geöffnet, aber die interessantesten kleinen unabhängigen Boutiquen, Concept Stores und beliebten Bäckereien haben die Rollläden heruntergelassen und ein Schild an der Tür: „Wir sehen uns im September.“
Wochenendeinkäufe und Sonntagsregeln

Paris hat lange Jahre eine strikte Sonntagsruhe eingehalten, bei der alles geschlossen war. Heute gilt das dank spezieller Touristenzonen nicht mehr uneingeschränkt, aber du musst trotzdem planen. Während große Kaufhäuser wie Galeries Lafayette oder Boutiquen im Marais sonntags geöffnet haben, bleiben kleinere Geschäfte in Wohnvierteln (zum Beispiel im 11. oder 15. Arrondissement) kompromisslos geschlossen. Montagvormittags ist häufig für Reinigung und Warenauffüllung reserviert, sodass viele kleinere Läden erst nach der Mittagspause öffnen.
💡 Insider-Tipp: Der beste Tag für entspanntes Shopping ist Dienstag oder Donnerstag vormittags. Du umgehst die Wochenend-Invasion der Touristen und die Verkäufer haben deutlich mehr Zeit (und Geduld), sich persönlich um dich zu kümmern.

Unterkunft in Paris für ein Shopping- und Familienwochenende
Die Wahl des Viertels beeinflusst dein gesamtes Stadterlebnis und dein Budget enorm. Paris ist in zwanzig Arrondissements aufgeteilt, die sich vom historischen Zentrum am Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn nach außen winden. Eine günstige Unterkunft im Zentrum zu finden ist fast unmöglich, aber wenn du weißt, wo du suchen musst, lässt sich ein toller Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit finden.
Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen großen Bogen um die nördliche Gegend des 10. Arrondissements rund um den Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Einmal sind wir dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet – und mit einem Zweijährigen möchte man das kein zweites Mal erleben. 😅
Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (reservieren kannst du es hier), das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber nach den ersten Stunden hat man sich verliebt.
Große Kaufhäuser (Grands Magasins): Tempel des Luxus und des Alltags
Die Franzosen haben das Konzept des Kaufhauses im Grunde erfunden. Es sind nicht nur Orte zum Geldausgeben, sondern echte architektonische Juwelen und Schaufenster der Pariser Lebenskunst. Für Familien sind sie außerdem ein sicherer Hafen: genug Platz, funktionierende Klimaanlage, zuverlässige Aufzüge und die dringend benötigte Infrastruktur inklusive sauberer Toiletten.
Le Bon Marché und La Grande Épicerie (7. Arrondissement)

Das ist der absolute Klassiker des linken Seineufers (Rive Gauche). Le Bon Marché an der Metrostation Sèvres-Babylone gilt als das älteste Kaufhaus der Welt. Gegründet wurde es bereits 1852 von Aristide Boucicaut und gehört heute zum LVMH-Imperium. Es strahlt leisen, unaufdringlichen Luxus aus, und du triffst hier nicht auf die hektischen Touristenmassen wie am rechten Ufer. Der Raum atmet, ist voller zeitgenössischer Kunst, und im riesigen zentralen Atrium wechseln sich regelmäßig atemberaubende Kunstinstallationen ab. Gleich nebenan an der Adresse 38 Rue de Sèvres befindet sich die angeschlossene La Grande Épicerie de Paris – wohl die luxuriöseste Lebensmittelhalle, die du je sehen wirst. Die Käseabteilung duftet schon von Weitem, und die Regale quellen über vor Premium-Olivenölen.
- Adresse: 24 Rue de Sèvres, 7. Arrondissement (Metro Sèvres-Babylone, Linien 10 und 12)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:45, So 11:00–19:45
- Preise: Eintritt frei, eine Premium-Pralinenschachtel in der Épicerie ab 25 €
- 💡 Insider-Tipp: Im Erdgeschoss der Grande Épicerie gibt es fantastische frische Baguettes und eine tolle Theke mit fertigen vegetarischen Gerichten. Kauf dir dort dein Mittagessen zum Mitnehmen und iss es im nahegelegenen Park Square Boucicaut.
Galeries Lafayette Haussmann (9. Arrondissement)

Ein architektonischer Augenschmaus, den du sehen musst, selbst wenn du hier keinen einzigen Euro ausgeben willst. Die Jugendstil-Glaskuppel von 1894, entworfen von Ferdinand Chanut, ist die Verkörperung der Pariser Belle Époque. Das Kaufhaus vereint absoluten High-End-Luxus im Erdgeschoss mit erschwinglicheren Mainstream-Marken in den oberen Etagen. Direkt gegenüber dem Hauptgebäude liegt zudem die riesige Food-Hall Lafayette Gourmet mit Filialen der besten Pariser Pâtissiers. Achtung aber bei der neuen Filiale der Galeries Lafayette auf den Champs-Élysées – die hat ein völlig anderes, sehr futuristisches und für meinen Geschmack etwas seltsames Konzept ohne klassische Kassen, dem die Seele des Originals fehlt.
- Adresse: 40 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement (Metro Chaussée d’Antin – La Fayette, Linien 7 und 9)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:30, So 11:00–20:00
- Preise: Eintritt frei, Kaffee im hauseigenen Café um die 5 €
- 💡 Insider-Tipp: Fahr mit den Rolltreppen ganz nach oben auf die Dachterrasse. Sie ist komplett kostenlos und bietet einen fantastischen 360°-Blick auf die Stadt, darunter die Opéra Garnier und den Eiffelturm. Mit Jonáš verbringen wir hier manchmal Zeit, weil es sicher ist und genug Platz zum Herumrennen bietet.
Printemps Haussmann (9. Arrondissement)

Printemps ist der unmittelbare Nachbar und ewige Rivale der Galeries Lafayette. Du erkennst es sofort an der wunderschönen byzantinischen Kuppel und den goldenen Details an der Fassade. Der Komplex ist in drei riesige Gebäude aufgeteilt: Printemps de la Femme (Mode), Printemps de la Beauté (Kosmetik) und Printemps de l’Homme (Herrenabteilung). Es wirkt etwas luxuriöser und gefühlt einen Tick ruhiger als Lafayette, weil nicht so viele organisierte Touristengruppen hierher strömen.
- Adresse: 64 Boulevard Haussmann, 9. Arrondissement (Metro Havre-Caumartin, Linien 3 und 9)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 11:00–20:00
- Preise: Eintritt frei, Designer-Parfums ab 150 €
- 💡 Insider-Tipp: Auch Printemps hat ein Dach-Ass im Ärmel. Es heißt 7e Ciel (Siebter Himmel) und befindet sich in der 7. Etage des Gebäudes Printemps de la Femme. Dort gibt es ein kleines Café, und die Aussicht ist meiner Meinung nach sogar noch einen Tick besser als beim Nachbarn.
BHV Marais (4. Arrondissement)

Der Bazar de l’Hôtel de Ville, kurz BHV, liegt direkt gegenüber dem Pariser Rathaus am Rand des Marais. Während Lafayette und Printemps stark auf Mode setzen, kommen ins BHV die Pariser selbst, wenn sie etwas Praktisches brauchen. Es ist ein faszinierender Mix aus Kleidung, Design und einer riesigen Kellerabteilung für Heimwerker (DIY), in der du wirklich jede Schraube der Welt findest. Die Atmosphäre ist deutlich lokaler, und in der Abteilung für Küchenbedarf kannst du Stunden damit verbringen, professionelles französisches Geschirr zu bewundern.
- Adresse: 52 Rue de Rivoli, 4. Arrondissement (Metro Hôtel de Ville, Linien 1 und 11)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 11:00–19:00
- Preise: Die Preise sind hier generell etwas günstiger als im 9. Arrondissement.
- 💡 Insider-Tipp: Wenn du die Einkäufe überlebt hast, belohn dich mit einem Drink. Auf dem Dach des BHV gibt es die Bar Le Perchoir Marais. Sie öffnet meist erst am frühen Abend und bietet einen wunderbaren Blick auf das Rathaus und die Seine.

Concept Stores: Wo Mode auf Kunst und Kaffee trifft
Paris ist die Heimat der Concept Stores. Nach der Schließung der legendären Boutique Colette im Jahr 2017 hat die Stadt keineswegs den Atem verloren. Im Gegenteil – es sind neue Nachfolger aufgetaucht, die die Idee von „allem Schönen unter einem Dach“ zur Perfektion getrieben haben. Oft mit starkem Fokus auf Ökologie und lokale Produktion.
Merci (3. Arrondissement)

Das ist ein absolutes Muss. Merci residiert in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das einst als Tapetenfabrik diente. Schon allein der Eingang ist ikonisch: Du gehst durch eine Durchfahrt in einen gepflasterten Innenhof, wo immer ein kleines Vintage-Auto parkt – klassischerweise der legendäre rote Fiat 500. Drinnen erwartet dich ein perfekt kuratierter Mix aus unabhängiger Mode, Designermöbeln, Leinentextilien und Geschirr. Ein beträchtlicher Teil der Gewinne fließt zudem an Wohltätigkeitsprojekte in Entwicklungsländern. 2025 wurde außerdem eine kleinere Filiale Merci #2 im ersten Arrondissement eröffnet, aber die Originallocation im Marais bleibt unerreicht.
- Adresse: 111 Boulevard Beaumarchais, 3. Arrondissement (Metro Saint-Sébastien – Froissart, Linie 8)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:30–19:30, So 11:00–19:00
- Preise: Leinenhemd ca. 120 €, Becher 15 €
- 💡 Insider-Tipp: Teil des Raums ist auch das Used Book Café. Die Wände bestehen aus Tausenden alten Büchern, und es gibt hier einen hervorragenden Hafer-Flat-White. Mit Kinderwagen lässt es sich außerhalb der Wochenendspitzenzeiten ganz gut manövrieren.
Centre Commercial (10. Arrondissement)

Unweit des malerischen Canal Saint-Martin findest du dieses Manifest der nachhaltigen Mode. Gegründet wurde der Laden vom Team hinter der Kult-Sneaker-Marke Veja. Der Raum bietet ausschließlich Marken an, die strenge Kriterien für ökologische und soziale Verantwortung erfüllen. Du findest hier Mode, Bücher, Vintage-Möbel und sogar restaurierte Fahrräder. Ein sehr luftiger, heller Raum, in dem dich niemand zu etwas drängt.
- Adresse: 2 Rue de Marseille, 10. Arrondissement (Metro Jacques Bonsergent, Linie 5)
- Geöffnet: Di–Sa 11:00–19:30, So 14:00–19:00, Mo geschlossen
- Preise: Nachhaltige Veja-Sneaker um die 140 €
- 💡 Insider-Tipp: Eine Straße weiter (in der Rue Yves Toudic) wurde das Children’s Centre Commercial eröffnet. Es konzentriert sich rein auf Kinder und bietet wunderschöne, ethisch produzierte Kleidung für die Kleinsten sowie zertifiziertes Holzspielzeug.
Bonton (3. Arrondissement)
Wo wir schon bei Kindern sind – Bonton darf auf keinen Fall fehlen. Diese Familienmarke im Herzen des Marais ist eine Institution für stilbewusste Pariser Eltern. Hier geht es nicht nur um Kleidung mit schönem Vintage-Touch und bequemen Schnitten, sondern um ein ganzes Erlebnis. Der Laden sprüht vor Farben und quillt über vor Accessoires für Kinderzimmer und originellem Spielzeug. Wir lieben es hier mit Jonáš, weil alles so konzipiert ist, dass es sowohl Eltern als auch die Kleinen begeistert.
- Adresse: 5 Boulevard des Filles du Calvaire, 3. Arrondissement (Metro Saint-Sébastien – Froissart, Linie 8)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So geschlossen
- Preise: Kinderpullover ca. 60 €
- 💡 Insider-Tipp: Im Laden gibt es oft eine kleine Fotobox und sogar einen Kinderfriseur. Das ist eine tolle Möglichkeit, dem Kind einen Tag voller Einkäufe zu versüßen.
Empreintes (3. Arrondissement)
Empreintes ist ein riesiger vierstöckiger Concept Store, der sich ausschließlich französischen Kunsthandwerkern widmet. Wenn du etwas absolut Einzigartiges suchst, das nicht in einer Fabrik am anderen Ende der Welt entstanden ist, bist du hier goldrichtig. Verkauft werden mundgeblasenes Glas, handgefertigte Keramik, Holzskulpturen und originelle Schmuckstücke. Jedes Stück trägt ein Etikett mit dem Namen des Schöpfers und dem Ort in Frankreich, an dem es entstanden ist. Der Raum ist von Tageslicht durchflutet und wirkt eher wie eine Kunstgalerie.
- Adresse: 5 Rue de Picardie, 3. Arrondissement (Metro Arts et Métiers, Linien 3 und 11)
- Geöffnet: Di–Sa 11:00–19:00, So und Mo geschlossen
- Preise: Handgefertigter Keramikteller ab 40 €
- 💡 Insider-Tipp: Im ersten Stock gibt es ein kleines Café mit ausgezeichnetem Kräutertee. Ein idealer ruhiger Rückzugsort vom Trubel der umliegenden Marais-Straßen.

Viertel, in denen man sich verlieren sollte (und die Kreditkarte atmen lassen)
Nicht jeder möchte die ganze Zeit unter einem Dach verbringen. Manchmal ist es am schönsten, einfach durch die Gassen zu schlendern, in Schaufenster zu spähen und kleine Läden zu entdecken, über die in keinem Reiseführer geschrieben wird. Der aktuelle Shopping-Stil in Paris wird vor allem von diesen Vierteln geprägt, von denen jedes seinen ganz eigenen Charakter hat.
Le Marais (3. und 4. Arrondissement)
Das Marais schlägt als Designerherz der Stadt. Es ist ein Gewirr aus engen Gassen, die als eine der wenigen die große Haussmannsche Stadtumgestaltung im 19. Jahrhundert überlebt haben. Für Familien mit Kinderwagen ist der nördliche Teil (Haut Marais im 3. Arrondissement) ideal, denn dort sind die Bürgersteige etwas breiter und die Atmosphäre insgesamt ruhiger als im überlaufenen Süden an der Rue de Rivoli. Konzentrier dich auf die Achse der Straßen Rue de Turenne und Rue Vieille-du-Temple. Im Marais begegnest du regelmäßig Boutiquen der gehobenen Mittelklasse wie Sandro, Maje oder Claudie Pierlot, aber auch namenlosen kleinen Ateliers, in denen Designer direkt vor deinen Augen nähen.
- Erreichbarkeit: Metro Saint-Paul (Linie 1) oder Filles du Calvaire (Linie 8)
- Preise: Mittlere bis gehobene Preisklasse. Ein Kleid bei Sandro liegt bei rund 250 €.
- 💡 Insider-Tipp: Leg während des Shoppings im Marais eine Pause in der Rue des Rosiers ein. Dort findest du L’As du Fallafel, wo es den besten vegetarischen Falafel der ganzen Stadt gibt. Die Schlange ist oft lang, bewegt sich aber sehr schnell.
Saint-Germain-des-Prés (6. Arrondissement)
Während das Marais trendy und hip ist, verkörpert Saint-Germain am linken Seineufer die traditionelle, intellektuelle Pariser Eleganz. Die Haupteinkaufsader für Luxus- und Premiummode ist hier die Rue de Grenelle und die Umgebung der Kirche Saint-Sulpice. Hier sitzen Boutiquen ikonischer französischer Marken wie A.P.C. oder Geschäfte mit perfekten Lederaccessoires. Die Atmosphäre bleibt leise, die Schaufenster dezent, und die Straßen werden von klassischen literarischen Cafés gesäumt.
- Erreichbarkeit: Metro Saint-Germain-des-Prés (Linie 4) oder Mabillon (Linie 10)
- Preise: Premiumklasse. Eine Ledertasche von A.P.C. beginnt bei 350 €.
- 💡 Insider-Tipp: Für Familien mit Kindern ist dieses Viertel absolut erstklassig. Du hast es nämlich nicht weit zum Jardin du Luxembourg mit den besten Spielplätzen und den berühmten Modellbooten zum Ausleihen im zentralen Brunnen.
Rue du Faubourg Saint-Honoré und Place Vendôme (1. und 8. Arrondissement)
Das ist das Territorium des absoluten Luxus. Wenn dein Budget eine Hermès-Handtasche, Chanel-Schuhe oder Cartier-Schmuck hergibt, werden deine Schritte hierher führen. In der Rue Cambon findest du die Original-Boutique von Chanel (Hausnummer 31), wo Coco Chanel ihren berühmten verspiegelten Treppensalon hatte. Die Place Vendôme ist das Weltzentrum der exklusivsten Juweliergeschäfte. Selbst wenn du hier nicht einkaufst, ist allein der Schaufensterbummel ein Erlebnis, denn die Auslagen sind wie Kunstwerke arrangiert.
- Erreichbarkeit: Metro Concorde (Linien 1, 8, 12) oder Tuileries (Linie 1)
- Preise: High-End-Luxus. Einzelstücke liegen regelmäßig über 2.000 €.
- 💡 Insider-Tipp: Auf der Avenue Montaigne im 8. Arrondissement (eine weitere Hochburg des Luxus) lassen Boutiquen wie Dior oder Givenchy zufällige Passanten oft gar nicht ohne vorherige Reservierung herein. Das funktioniert eher wie ein Katalog für VIP-Klientel.
Canal Saint-Martin (10. Arrondissement)
Wenn dir Saint-Honoré zu steif ist, geh ans Wasser. Die Gegend rund um den Canal Saint-Martin ist in den letzten Jahren die Hochburg der Pariser Hipster und jungen Kreativen. Du findest hier jede Menge kleine unabhängige Boutiquen, Vinylplattenläden und Concept Stores mit nachhaltiger Mode. Die Atmosphäre ist sehr entspannt, die Leute sitzen mit Kaffee am Kanalufer, und niemand schaut dich schief an, wenn du in Jogginghose kommst.
- Erreichbarkeit: Metro Jacques Bonsergent (Linie 5) oder République (Linien 3, 5, 8, 9, 11)
- Preise: Sehr erschwinglich. Ein Design-T-Shirt bekommst du für 40 €.
- 💡 Insider-Tipp: Versuch die Boutique Antoine et Lili am Quai de Valmy zu finden. Du erkennst sie an der leuchtend pinken und gelben Fassade. Dort gibt es großartige, farbenfrohe und ethnisch inspirierte Kleidung, die man sonst in Paris kaum sieht.

Vintage und Secondhand: Schatzsuche mit Seele
Pariserinnen wissen nur zu gut, dass die beste Garderobe nicht durch den Kauf teurer Marken von Kopf bis Fuß entsteht, sondern durch das Mixen von Premiumstücken mit Secondhand-Fundstücken. Nachhaltigkeit ist hier kein leerer Trend, sondern eine Möglichkeit, sich abzuheben. Wer Geduld mitbringt, findet hier unglaubliche Stücke aus den 80er- und 90er-Jahren.
Kilo Shop (mehrere Filialen, die beste im 4. Arrondissement)
Das Konzept der Kilo Shops ist einfach und gefährlich suchterregend: Du wählst Kleidung aus, gehst zur Kasse, sie wird gewogen, und du bezahlst nach Gewicht. Der Kilopreis variiert je nach Farbe des Kunststoffschildchens, das am Kleidungsstück befestigt ist (zum Beispiel haben Seidenkleider oder Lederjacken einen anderen Tarif als schwerer Denim). Es ist ein klassisches Wühlen, bei dem du Dutzende Bügel durchgehen musst, bevor du das Richtige findest.
- Adresse: 69-71 Rue de la Verrerie, 4. Arrondissement (Metro Hôtel de Ville, Linien 1 und 11)
- Geöffnet: Mo–Sa 11:00–19:30, So 14:00–19:30
- Preise: Ein Seidentuch kommt auf etwa 5 €, ein Vintage-Hut auf 20 €.
- 💡 Insider-Tipp: Mit dem Kinderwagen solltest du hier lieber nicht reinfahren – die Gänge sind extrem eng und voller Menschen. Wenn sich Lukáš mit Jonáš draußen die Beine vertritt, schaffe ich es in zwanzig Minuten, hier eine tolle Vintage-Levi’s zu ergattern.
Free’P’Star (4. Arrondissement)
Eine Kult-Kette kleiner Vintage-Läden mit gleich mehreren Filialen im Herzen des Marais und im Quartier Latin. Hier brauchst du spitze Ellbogen und heilige Geduld. Die Räume sind sehr beengt, Kleidung hängt buchstäblich vom Boden bis zur Decke, und in der Luft liegt dieser typische Geruch alter Sachen. Oft stößt du auf spezielle Kisten, in denen jedes Stück nur einen Euro kostet.
- Adresse: z. B. 61 Rue de la Verrerie, 4. Arrondissement
- Geöffnet: Täglich 11:00–20:00
- Preise: Von 1 € bis etwa 30 € für gewöhnliche Stücke.
- 💡 Insider-Tipp: Geh am besten Dienstagvormittag hin. Am Wochenende ist hier so ein Ansturm, dass du oft gar nicht an die Regale herankommst und der Einkauf nur Stress wäre.
Thanx God I’m a V.I.P. (10. Arrondissement)
Wenn dich das Wühlen in chaotischen Kisten abschreckt und du eine sorgfältige Auswahl suchst, bist du hier richtig. Dieser Laden unweit des Canal Saint-Martin hat sich auf luxuriösen und Designer-Vintage spezialisiert. Alles ist penibel gewaschen, gebügelt und akribisch nach Farben sortiert, sodass es wie ein Regenbogen aussieht. Du findest hier makellose Stücke von Marken wie Yves Saint Laurent, Chanel oder Hermès. Die Preise klettern zwar deutlich höher als in normalen Secondhand-Läden, aber du zahlst für perfekte Kuration und die Garantie der Echtheit.
- Adresse: 12 Rue de Lancry, 10. Arrondissement (Metro Jacques Bonsergent, Linie 5)
- Geöffnet: Di–Sa 14:00–20:00, So und Mo geschlossen
- Preise: Marken-Blazer aus den 90ern ca. 300 €
- 💡 Insider-Tipp: Die Inhaberin ist eine ehemalige Pariser DJane, weshalb im Laden immer absolut großartige Musik läuft und die Atmosphäre herrlich entspannt ist. Außerdem wechselt die Ware sehr schnell, sodass jeder Besuch eine Überraschung ist.
Les Puces de Saint-Ouen (18. Arrondissement / Stadtrand)
Der größte Flohmarkt der Welt erstreckt sich über gewaltige 16 Hektar und besteht aus mehreren eigenständigen Markthallen (zum Beispiel Marché Vernaison oder Marché Paul Bert). Er liegt am nördlichen Stadtrand an der Metrostation Porte de Clignancourt. Kaufen kannst du hier absolut alles – von antiken Möbeln aus dem 18. Jahrhundert über Vintage-Plakate bis hin zu Secondhand-Mode. Ein riesiges Gassenlabyrinth, in dem du dich problemlos stundenlang verlierst.
- Adresse: Avenue de la Porte de Clignancourt, 18. Arrondissement
- Geöffnet: Nur an Wochenenden und Montagen (Sa 9:00–18:00, So 10:00–18:00, Mo 11:00–17:00)
- Preise: Von wenigen Euro für alte Postkarten bis zu Tausenden Euro für antike Möbel.
- 💡 Insider-Tipp: Der Weg von der Metro zum eigentlichen Markt führt durch ziemlich wilde Stände mit Fälschungen und Billigware. Lass dich nicht abschrecken, geh mit der Menge und halte deine Taschen fest. Innerhalb der historischen Markthallen herrscht eine ruhige und sichere Atmosphäre.
Les Antiquaires du Village Saint-Paul (4. Arrondissement)
Wenn du nicht bis an den Stadtrand zum riesigen Flohmarkt fahren möchtest, haben wir eine elegantere Alternative direkt im Zentrum. Village Saint-Paul ist ein Komplex aus miteinander verbundenen historischen Innenhöfen im südlichen Marais, nur einen Katzensprung vom Fluss entfernt. Hier verstecken sich viele kleine Antiquitätengeschäfte, Händler für Vintage-Geschirr und Kunstgalerien. Ein wunderbar ruhiger Ort, zu dem der Straßenlärm kaum vordringt.
- Adresse: Rue Saint-Paul, 4. Arrondissement (Metro Saint-Paul, Linie 1)
- Geöffnet: Die meisten Geschäfte Do–Mo 11:00–19:00, Di und Mi oft geschlossen
- Preise: Höhere Antiquitätenpreise.
- 💡 Insider-Tipp: Die Innenhöfe sind komplett autofrei und meistens auch frei von Touristenmassen. Wenn du dir einen Kaffee zum Mitnehmen holst, kannst du hier mit dem Kinderwagen eine sehr angenehme und ruhige Stunde beim Stöbern in alten Dingen verbringen.

Buchhandlungen: Papiernostalgie und literarische Stille
Paris ist eine Stadt der Literatur. Buchhandlungen funktionieren hier nicht nur als gewöhnliche Geschäfte, sondern als vollwertige kulturelle Institutionen, in denen sich Menschen treffen, diskutieren und Zeit verbringen. Englischsprachige Buchhandlungen haben hier zudem eine riesige historische Tradition, die mit der Welle amerikanischer Expatriates in den 1920er-Jahren verbunden ist.
Shakespeare and Company (5. Arrondissement)
Die berühmteste englischsprachige Buchhandlung in Paris, wenn nicht sogar weltweit. Sie liegt am linken Seineufer direkt gegenüber der Kathedrale Notre-Dame. Gegründet von George Whitman, verströmt sie eine absolut magische Atmosphäre. Schiefe Holzregale brechen aus allen Nähten, du schlängelst dich über enge Treppen, vorbei an alten Klavieren und Katzen, die auf Gedichtbänden schlafen. Vom oberen Stockwerk hast du außerdem einen wunderbaren Blick auf den Fluss und die frisch renovierte Kathedrale.
- Adresse: 37 Rue de la Bûcherie, 5. Arrondissement (Metro Saint-Michel, Linie 4)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:00–20:00, So 12:00–19:00
- Preise: Normale Buchpreise, ein Taschenbuch um die 12 €.
- 💡 Insider-Tipp: Es gibt oft eine riesige Schlange vor dem Eingang, und mit Kinderwagen lassen sie dich nicht hinein, weil die Gänge kaum für eine Person breit genug sind. Sich in die Schlange zu stellen und sich an der Kasse den ikonischen Stempel des Ladens in das neu gekaufte Buch drücken zu lassen, ist aber einfach ein Muss.
Red Wheelbarrow (6. Arrondissement)
Wenn du den Massen bei Shakespeare aus dem Weg gehen willst, steuere diese gemütliche englische Buchhandlung direkt gegenüber dem Jardin du Luxembourg an. Ein ruhiger, ungemein freundlicher Ort mit einer großartigen Auswahl an zeitgenössischer Belletristik, Lyrik und wunderschönen Kinderbüchern. Die Inhaber beraten dich immer gerne und lassen dich in Ruhe blättern.
- Adresse: 9 Rue de Médicis, 6. Arrondissement (RER B Haltestelle Luxembourg)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So 13:00–18:00
- Preise: Normale Buchhandelspreise.
- 💡 Insider-Tipp: Das ist unsere Lieblingstation nach dem Besuch des Puppentheaters im Park. Wir kaufen Jonáš ein neues Bilderbuch und lesen es dann auf einer Bank unter den Bäumen.
Librairie 7L (6. Arrondissement)
Eine Buchhandlung, die 1999 vom legendären Modedesigner Karl Lagerfeld gegründet wurde (der Name verweist auf die Adresse 7 Rue de Lille). Sie ist ausschließlich auf Fotografie, Architektur, Design und Mode spezialisiert. Der minimalistische, elegante Raum mit riesigen Regalen ist das genaue Gegenteil des chaotischen Shakespeare. Ein stiller Tempel für Liebhaber der visuellen Kunst.
- Adresse: 7 Rue de Lille, 7. Arrondissement (Metro Rue du Bac, Linie 12)
- Geöffnet: Di–Sa 10:30–19:00, So und Mo geschlossen
- Preise: Große Kunstpublikationen ab 50 € aufwärts.
- 💡 Insider-Tipp: Der Laden fungiert auch als Verlag. Du findest hier Modebücher, die anderswo in Europa hoffnungslos ausverkauft sind.
Librairie Galignani (1. Arrondissement)
Diese Buchhandlung an der Rue de Rivoli schmückt sich mit dem Titel der ältesten englischen Buchhandlung auf dem europäischen Festland – sie existiert hier seit 1856. Wunderschönes Holzinterieur, hohe Decken und eine perfekte Auswahl englischer und französischer Titel mit großem Schwerpunkt auf Geschichte und Kunst. Hier kaufen oft auch die Pariser selbst ein, weil das Angebot wirklich erstklassig ist.
- Adresse: 224 Rue de Rivoli, 1. Arrondissement (Metro Tuileries, Linie 1)
- Geöffnet: Mo–Sa 10:00–19:00, So geschlossen
- Preise: Normale Buchpreise.
- 💡 Insider-Tipp: Die Buchhandlung liegt unter den berühmten Arkaden direkt neben dem Teehaus Angelina. Den Buchkauf mit einer heißen Schokolade nebenan zu verbinden, ist der perfekte Plan für einen verregneten Pariser Nachmittag.

Food-Souvenirs und Parfums: Das Beste zum mit nach Hause nehmen
Kühlschrankmagneten sind nett, aber die besten Erinnerungen an Paris lassen sich entweder essen oder aufs Handgelenk sprühen. Französische Gastronomie und Parfümkunst sind weltweite Institutionen, und ein Stück dieser Perfektion mit nach Hause zu bringen, ist fast schon Pflicht.
Macarons, Tee und Senf
Süßes Souvenir Nummer eins sind natürlich Macarons. Die zwei größten Namen sind Pierre Hermé und Ladurée. Ladurée hat wunderschöne historische Schachteln und klassischere Geschmacksrichtungen, während Pierre Hermé experimentiert – seine Kombination aus Rose, Litschi und Himbeere (Ispahan) ist legendär. Ein weiteres großartiges Mitbringsel ist Tee. Im 4. Arrondissement findest du das historische Geschäft Mariage Frères von 1854. Das Interieur sieht aus wie eine alte Apotheke, die Wände säumen Hunderte schwarzer Dosen, und das Personal in weißen Kitteln lässt dich an jeder Mischung schnuppern.
- Wo suchen: Mariage Frères (30 Rue du Bourg Tibourg, 4. Arrondissement)
- Preise: Eine Packung Tee um die 20 €, ein einzelnes Macaron ca. 2,50 €.
- 💡 Insider-Tipp: Wenn du etwas Herzhaftes möchtest, geh in den Laden Maille an der Place de la Madeleine (8. Arrondissement). Dort gibt es Senf mit Geschmacksrichtungen, die du dir nicht mal erträumen kannst – darunter Senf mit Bier oder Trüffel –, und er wird dir frisch aus dem Zapfhahn in ein Keramikgefäß gefüllt.
Nischenparfums und Kosmetik
Paris ist die Hauptstadt der Düfte. Vergiss die üblichen Duty-Free-Shops am Flughafen und entdecke die Welt der sogenannten Nischenparfums. Im 6. Arrondissement am Boulevard Saint-Germain findest du die Originalboutique der Marke Diptyque von 1961, berühmt für ihre Kerzen und Unisex-Düfte. Nur ein Stück weiter befindet sich Officine Universelle Buly 1803 – ein Laden, der aussieht wie ein Labor aus dem 19. Jahrhundert. Dort verkaufen sie Parfums auf Wasserbasis, und ein Kalligraf an der Kasse schreibt in Schönschrift deinen Namen auf die Verpackung.
- Wo suchen: Diptyque (34 Boulevard Saint-Germain, 5. Arrondissement)
- Preise: Diptyque-Kerze ca. 60 €, Parfum ab 140 €.
- 💡 Insider-Tipp: Wenn dich die Geschichte der Düfte interessiert, geh ins Fragonard Musée du Parfum im 9. Arrondissement in der Nähe der Oper. Eintritt und Führung sind komplett kostenlos, und am Ende kannst du im Fabrikverkauf Parfums zu sehr fairen Preisen kaufen.
Outlets außerhalb des Zentrums und das Tax-Free-System (Detaxe)
Wenn du wirklich große Designereinkäufe planst, lohnt es sich, etwas über die Stadtgrenzen hinauszufahren oder das System der Mehrwertsteuer-Rückerstattung zu nutzen.
La Vallée Village
Das bekannteste Pariser Open-Air-Outlet liegt rund 40 Minuten Fahrt mit dem RER A Richtung Disneyland entfernt. Dort findest du kleine Häuschen, in denen über hundert Boutiquen von Luxusmarken (Gucci, Prada, Celine, aber auch erschwinglichere wie Maje oder Sandro) mit ganzjährigen Rabatten von etwa 30 bis 50 Prozent beheimatet sind.
- Anfahrt: RER A bis zur Station Val d’Europe oder der spezielle Shopping Express Bus aus dem Zentrum.
- Geöffnet: Täglich 10:00–20:00
- 💡 Insider-Tipp: Am Wochenende ist hier der absolute Wahnsinn, und vor beliebten Boutiquen bilden sich schon am Eingang lange Schlangen. Fahr unter der Woche vormittags hin, sonst verbringst du mehr Zeit mit Warten als mit Shoppen.
Steuerrückerstattung (Detaxe) über PABLO-Kioske
Wenn du außerhalb der Europäischen Union lebst (Achtung: Nach dem Brexit gilt das auch für Besucher aus Großbritannien; für Reisende aus Deutschland hingegen nicht), hast du Anspruch auf Rückerstattung der Mehrwertsteuer (in Frankreich 12 %). Du musst Waren im Wert von über 100 € in einem Geschäft an einem Tag kaufen. Im Laden fragst du nach dem Detaxe-Formular. Am Flughafen (CDG oder Orly) findest du dann vor der Gepäckaufgabe blaue elektronische PABLO-Kioske, scannst den Barcode vom Formular, und das Geld wird dir innerhalb weniger Tage auf die Karte zurückerstattet.
- 💡 Insider-Tipp: Lass den Rückerstattungsprozess immer am PABLO-Kiosk bestätigen, BEVOR du deinen Koffer am Check-in aufgibst. Der Zoll kann stichprobenartig verlangen, dass du die gekaufte Ware physisch vorzeigst.
Praktische Infos: Budget, Faux Pas und Sicherheit
Shopping in Paris hat seine ungeschriebenen Regeln. Verstößt du dagegen, erwartet dich im besten Fall ein kühler Blick, im schlimmsten wirst du gleich aus dem Laden begleitet. Genauso lohnt es sich, auf die Geldbörse aufzupassen, denn in überfüllten Einkaufszonen operieren sehr geschickte Taschendiebe.
Goldene Regel Bonjour und weitere Faux Pas
Es gibt eine einzige Regel, die du dir merken musst: Immer, wirklich immer, wenn du die Schwelle eines kleineren Geschäfts, einer Boutique oder Bäckerei übertrittst, musst du das Personal anschauen und klar und deutlich „Bonjour“ (Guten Tag) sagen. In Frankreich gilt ein Geschäft als persönlicher Raum des Verkäufers, und ein Eintreten ohne Gruß wird als arrogantes Eindringen in fremdes Wohnzimmer gewertet. Ohne Gruß wird sich niemand mit dir unterhalten. Beim Verlassen vergiss nicht, „Merci, au revoir“ (Danke, auf Wiedersehen) hinzuzufügen.
Achte auch auf das Bezahlen mit Karte. Viele kleine Geschäfte, Bäckereien und Stände haben nach wie vor einen Mindestbetrag für Kartenzahlung, oft um die 5 € oder 10 €. Hab immer etwas Kleingeld dabei für das morgendliche Baguette oder den Kaffee. In teuren Luxusboutiquen wiederum solltest du Ware nicht ohne Erlaubnis anfassen, und in Concept Stores die ausgestellten Stücke nicht auf den Tischen umräumen.
Budget: Was kostet das alles
Paris bietet Einkaufsmöglichkeiten für jedes Budget. Hier ein orientierender Überblick für 2026:
- Günstiges Shopping (Vintage und Souvenirs): Kleidung im Kilo Shop ca. 15–20 €, eine Packung Tee 20 €, Macarons 15 €. Tagesbudget: 50–80 €.
- Mittlere Preisklasse (Concept Stores und lokale Boutiquen): Leinenhemd bei Merci 120 €, nachhaltige Sneaker 140 €, Designer-Parfum 150 €. Tagesbudget: 200–400 €.
- Luxus (Saint-Honoré): Hier gibt es keine Grenzen. Handtaschen und Mäntel französischer Premium-Häuser beginnen bei 2.000 € und mehr.
Sicherheit und Logistik mit Kinderwagen
Die Pariser Metro ist für Eltern mit Kinderwagen ein Alptraum voller Treppen. Die einzige vollständig barrierefreie Linie mit Aufzügen an jeder Station ist die automatische Linie 14. Für Transfers zwischen den Einkaufsvierteln nutzen wir viel lieber die Oberflächenbusse (zum Beispiel Linien 69 oder 96, die das Zentrum durchqueren), in denen es Platz für Kinderwagen gibt und man nebenbei aus dem Fenster schauen kann.
Während des Einkaufens solltest du besonders auf Taschendiebe achten – vor allem in der Umgebung der großen Kaufhäuser am Boulevard Haussmann und auf dem Flohmarkt Saint-Ouen. Ignoriere Leute, die dir auf der Straße das Unterschreiben irgendeiner Petition für die Rechte Gehörloser aufdrängen (das ist immer ein Ablenkungsmanöver zum Taschendiebstahl), und lass dir niemals von Straßenverkäufern „Freundschaftsbänder“ ans Handgelenk knüpfen.
Häufig gestellte Fragen
Wann gibt es in Paris die größten Rabatte?
Die größten Rabatte (Soldes) finden in zwei strikt festgelegten Zeiträumen statt. Der Winterschlussverkauf beginnt üblicherweise am zweiten Mittwoch im Januar und dauert vier Wochen. Der Sommerschlussverkauf startet Ende Juni und endet im Juli. Während dieser Wochen fallen die Preise um bis zu 70 Prozent.
Lohnt es sich, auf den Champs-Élysées einzukaufen?
Aus unserer Sicht lohnt es sich kaum. Die Prachtstraße ist zwar berühmt, aber heute voller globaler Ketten, die du in jeder größeren Stadt der Welt findest, und die Touristenmassen sind ermüdend. Viel authentischere Pariser Einkaufserlebnisse erwarten dich in den Vierteln Marais oder Saint-Germain.
Sind in Paris Geschäfte auch sonntags geöffnet?
Heutzutage ja, aber mit Einschränkungen. Große Kaufhäuser (Galeries Lafayette, Printemps) und Geschäfte in Touristenzonen (Marais) haben sonntags geöffnet, wenn auch oft mit versetzten Öffnungszeiten (z. B. ab 11:00). Kleinere Geschäfte in Wohnvierteln bleiben sonntags jedoch strikt geschlossen.
Kann ich in Pariser Boutiquen überall mit Karte zahlen?
Ja, Kartenterminals gibt es überall, aber viele kleinere Geschäfte, Bäckereien und Vintage-Läden haben einen Mindestbetrag für Kartenzahlung (üblicherweise 5 bis 10 Euro). Es empfiehlt sich daher, immer etwas Bargeld für kleinere Einkäufe dabei zu haben.
Wie funktioniert das Tax-Free-System für deutsche Touristen?
Touristen aus Deutschland (und der gesamten EU) haben keinen Anspruch auf Rückerstattung der Mehrwertsteuer (Detaxe). Dieses System gilt nur für Personen mit Wohnsitz außerhalb der Europäischen Union. Reist jedoch zum Beispiel ein Freund mit ständigem Wohnsitz in Großbritannien oder den USA mit, kann dieser sich 12 % auf Einkäufe ab 100 Euro erstatten lassen.
Kann man in Pariser Secondhand-Läden handeln?
In klassischen stationären Vintage-Modegeschäften (wie Kilo Shop oder Free’P’Star) sind die Preise fest und es wird nicht gefeilscht. Handeln kannst (und solltest) du hingegen nur auf den großen Flohmärkten wie dem Marché aux Puces de Saint-Ouen, wo das Teil der Kultur ist.
Wo finde ich die beste kostenlose Aussicht auf Paris?
Die besten kostenlosen Aussichten bieten die Dachterrassen der großen Kaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps am Boulevard Haussmann. Du fährst einfach mit der Rolltreppe bis ganz nach oben. Von beiden Terrassen hast du einen wunderbaren Blick auf die Oper und den Eiffelturm.
Wie verhält sich das Verkaufspersonal in Paris gegenüber Kunden?
Das Pariser Personal wird oft (zu Unrecht) als arrogant bezeichnet. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in deinem eigenen Verhalten. Wenn du beim Betreten eines Geschäfts laut „Bonjour“ grüßt und bei einer Bitte um Hilfe „S’il vous plaît“ verwendest, werden die Verkäufer absolut professionell und sehr hilfsbereit sein.
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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