Als Lukáš und ich 2017 auf unserem großen Roadtrip durch Alaska unterwegs waren, war eines klar: Den Kenai Fjords Alaska National Park würden wir auf keinen Fall auslassen. Noch heute erinnere ich mich an das Schaukeln auf dem Boot, das so heftig war, dass ich lauthals lachen musste – und an unsere panische Flucht aus den Kajaks, als der Guide einen Bären erspähte, der direkt auf uns zuschwamm. Ein Erlebnis fürs Leben, das jeden Cent wert war. 😅
Der bläuliche Aialik Glacier stand majestätisch vor uns, und als sich mit einem ohrenbetäubenden Krachen ein gewaltiges Stück Eis löste und ins Meer stürzte, hatten wir völlig vergessen, dass wir unsere Zehen längst nicht mehr spürten. Dieser Nationalpark ist rau, wild und unglaublich fotogen – und obwohl er zu den kleineren Parks Alaskas zählt, werden dich die Erlebnisse hier ein Leben lang begleiten.
Falls du gerade überlegst, ob sich die Kälte auf dem Boot wirklich lohnt: Glaub mir, sie lohnt sich. Ich erkläre dir, welche Tour du buchen solltest, wo du in Seward übernachtest, was du anziehst und was der ganze Alaskatrip eigentlich kostet. 😉

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit zum Lesen haben
- Ausgangspunkt: Das Hafenstädtchen Seward ist das Tor zum Park – du erreichst es bequem mit dem Auto von Anchorage über den malerischen Seward Highway.
- Bestes Erlebnis: Eine ganztägige Bootsfahrt (Kenai Fjords National Park Cruise) zu den Gletschern Aialik oder Holgate. Du siehst kalbendes Eis, Wale, Papageitaucher und Seelöwen.
- Mit dem Auto erreichbar: Der einzige Ort im Park, den du direkt anfahren kannst, ist der Exit Glacier. Ein kurzer Spaziergang führt fast bis an seinen Fuß – aber sei gewarnt: Der Gletscher schmilzt in alarmierendem Tempo.
- Für Wanderbegeisterte: Wer fit ist und keine Angst vor Höhenmetern hat, sollte den Harding Icefield Trail in Angriff nehmen – einer der schönsten und anspruchsvollsten Tageswanderungen Alaskas.
- Praktischer Tipp: Zieh auf dem Boot warme Schichten an und nimm Mittel gegen Seekrankheit mit – die Gewässer des Gulf of Alaska können dem Magen ganz schön zusetzen. 😉
Wann du in den Kenai Fjords Alaska aufbrechen solltest und wie du hinkommst
Eine Alaskareise will gut geplant sein, denn die Tourismussaison ist kurz und das Wetter macht, was es will. Wir waren Mitte Juli dort – was sich im Nachhinein als idealer Zeitpunkt herausstellte, auch wenn ich dich warnen muss: Die Unterkunftspreise erreichen in dieser Zeit astronomische Höhen.
Wie du nach Seward und in den Nationalpark kommst
Die Logistik ist zum Glück einfacher als gedacht. Die meisten Besucher fliegen nach Anchorage – von dort aus führt eine direkte, atemberaubend schöne Fahrt nach Süden entlang des berühmten Seward Highway. Rein rechnerisch dauert das etwa zweieinhalb bis drei Stunden, aber ehrlich gesagt wirst du viel länger unterwegs sein, weil du ständig an Aussichtspunkten anhältst und die Landschaft fotografierst. Das Städtchen Seward liegt am Ende dieses Highways und ist der wichtigste Hafen und das Eingangstor zum Nationalpark. Von Anchorage kommst du außerdem mit dem Alaska Railroad Panoramazug dorthin – ein Erlebnis für sich, wenn auch etwas teurer als ein Mietwagen. Sobald du in Seward bist, erreichst du den Exit Glacier in wenigen Autominuten; der Rest des Parks ist nur per Boot oder Wasserflugzeug zugänglich.
Aus Deutschland gibt es keine Direktflüge nach Anchorage – du fliegst am besten mit Lufthansa, Condor oder über eine US-amerikanische Airline mit Umstieg in Seattle, Los Angeles oder einem anderen US-Hub nach Anchorage. Vergleiche am besten die Preise auf mehreren Portalen und buche frühzeitig, denn Sommerflüge nach Alaska sind begehrt.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Hauptsaison in Alaska läuft von Ende Mai bis Anfang September. Wenn du sichergehen willst, Wale zu sehen und alle Bootstouren verfügbar zu haben, reise im Juli oder August. Rechne aber damit, dass in diesen Monaten riesige Kreuzfahrtschiffe das kleine Städtchen mit tausenden Touristen auf einmal fluten. Im Mai und September ist die Atmosphäre deutlich entspannter, dafür riskierst du schlechteres Wetter auf dem Meer und manch ein Restaurant oder kleinerer Touranbieter hat möglicherweise schon geschlossen.
Wo du in Seward übernachtest und was es kostet
Seward ist eine recht kleine Stadt, aber da sie der einzige Zugang zum Park ist, schießen die Unterkunftspreise in der Sommersaison durch die Decke. Ich empfehle dir, ruhig ein halbes Jahr im Voraus zu buchen – die guten Hotels zu vernünftigen Preisen sind weg, bevor du „Gletscher“ sagen kannst. Ein ordentliches Hotel kostet in der Saison locker zwischen 230 und 370 Euro pro Nacht für zwei Personen.
Wer ein bisschen mehr ausgeben möchte, ist im Seward Windsong Lodge bestens aufgehoben – das Lodge liegt ruhig im Wald, direkt an der Abzweigung zur Exit Glacier Road. Du bist nah am Gletscher und trotzdem schnell im Zentrum. Eine weitere hervorragende Wahl ist das Harbor 360 Hotel direkt am Hafen: Aus dem Zimmerfenster schaust du auf die ankernden Boote und hast es nur ein paar Schritte zu den Anlegestellen der Bootstouren.
Für Reisende mit mittlerem Budget empfehlen wir das bewährte Holiday Inn Express Seward oder das Best Western Plus – zuverlässige Klassiker, bei denen du weder überwältigt noch enttäuscht wirst, was in Alaska schon etwas wert ist. Wer sparen möchte, kann kleinere Familienmotels wie das Murphy’s Alaskan Inn ausprobieren. Wohnmobilreisende (RV) finden in Seward gleich mehrere gute Campingplätze – wir empfehlen Forest Acres oder den Seward City RV Park direkt am Meeresarm.
Für die Unterkunftssuche nutzen wir am liebsten Booking.com – such am besten mit großem Vorlauf und wähle Zimmer mit kostenloser Stornierung.
Kenai Fjords Alaska: 12 Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Nationalpark
Der Kenai Fjords Nationalpark wurde zwar erst 1978 von Präsident Jimmy Carter als Nationaldenkmal ausgerufen und erhielt zwei Jahre später seinen vollen Nationalpark-Status – doch das Eisfeld und die Gletscher, die ihn prägen, existieren bereits seit der letzten Eiszeit. Lass uns einen Blick auf das Beste werfen, was diese wilde Landschaft zu bieten hat: von Gletscherfahrten bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren.
1. Bootstour zu den Gletschern: ein absolutes Muss
Der häufigste Grund, warum Menschen hierher reisen, ist die ikonische Kenai Fjords National Park Cruise. Im Seward Boat Harbor operieren gleich mehrere Anbieter, die bekanntesten sind Major Marine Tours und Kenai Fjords Tours. Diese Katamarane bringen dich weit in die Bucht hinaus – meist auf Touren von sechs bis acht Stunden. Der Preis liegt bei etwa 185 bis 280 Euro pro Person, was zwar kein Schnäppchen ist, aber du wirst Dinge sehen, die dich sprachlos machen. Kauf deine Tickets unbedingt weit im Voraus, besonders wenn du im Juli reist.

Aus eigener Erfahrung empfehle ich kleinere Boote, auch wenn die großen Katamarane bei schwerem Seegang stabiler sind. Der Vorteil kleinerer Schiffe: Sie können deutlich näher an Felsen und Tiere heranfahren. Wir verbrachten den Großteil der Fahrt an der Reling am Bug, um den besten Blick zu haben – auch wenn uns das eiskalte Spritzwasser ins Gesicht peitschte. An Bord gibt es außerdem meist einen Ranger des offiziellen Nationalpark-Besucherzentrums, der über Lautsprecher faszinierende Geschichten über alles erzählt, was du gerade siehst.
2. Aialik Glacier und kalbendes blaues Eis: ein Anblick, der den Atem raubt
Der Höhepunkt jeder längeren Tour ist die Aialik Bay mit ihrem gleichnamigen Gletscher – wohl das meistfotografierte Motiv des gesamten Parks. Der Aialik Glacier ist ein sogenannter Tidewater-Gletscher, was bedeutet, dass er direkt ins Meer mündet. Genau hier hast du beste Chancen, das sogenannte „Calving“ zu erleben: Gewaltige Blöcke von intensiv blauem Eis brechen mit lautem Krachen von der Gletscherwand ab und stürzen ins Wasser. Weißt du, warum das Eis so tiefblau leuchtet? Der jahrtausendealte Druck verdichtet das Eis so stark, dass es alle Farben außer Blau absorbiert – zumindest erklärte es uns so unser Guide, und wir glaubten ihm gerne, denn der Anblick war schlicht magisch. Die Boote stellen an dieser Stelle gewöhnlich die Motoren ab, du stehst auf dem Deck, hörst das Knacken und Krachen – und starrst einfach mit offenem Mund.

Das Geräusch, das diesen Naturprozess begleitet, lässt sich kaum mit etwas vergleichen. Zuerst hörst du ein langgezogenes Knacken, als würde jemand einen riesigen Baumstamm brechen – dann stürzen autogroße Eisblöcke mit einem gewaltigen Platschen ins Wasser. Und dann schaust du nur noch zu, wie die Welle auf dich zurollt.
3. Walbeobachtung und Tierwelt: Alaskas wildes Safari-Erlebnis
Wenn du ein Tierliebhaber bist – und das sind Lukáš und ich durch und durch –, wird dich der Kenai Fjords einfach umhauen. Die Tierwelt hier ist ein eigenes Kapitel. Wir haben irgendwann aufgehört, die Arten zu zählen. Während unserer Tour in der Resurrection Bay und Umgebung sind wir auf eine Orcafamilie gestoßen, haben majestätische Buckelwale aus dem Wasser springen sehen und uns über fette Robben amüsiert, die sich träge auf Eisschollen räkelten. Dazu kamen Seeotter, die auf dem Rücken schwammen, und Felsklippen, auf denen sich Scharen von possierlichen Papageitauchern mit ihren bunten Schnäbeln drängten. Nimm unbedingt ein gutes Fernglas oder ein Teleobjektiv mit.

Am meisten gefreut habe ich mich über die Papageitaucher, die ich schon lange sehen wollte – aber auch die Orcas waren ein Highlight. Der Kapitän erklärte uns, dass sie hierher zum Fressen kommen, weil die kalten Gewässer nährstoffreich sind. Als plötzlich, keine zehn Meter vom Boot entfernt, eine Rückenflosse aus dem Wasser ragte, vergaß ich für einen Moment zu atmen.
4. Exit Glacier: Symbol des Klimawandels
Dies ist der einzige Gletscher im Park, den du mit dem Auto direkt anfahren kannst. Eine rund dreizehn Kilometer lange Straße führt direkt von Seward dorthin, am Ende erwartet dich ein schönes Besucherzentrum. Das Highlight ist der leicht zugängliche Edge of Glacier Trail – eine knapp drei Kilometer lange Rundstrecke, die dich fast bis zum Gletscherfuß führt. Etwas beklemmend sind die Schilder entlang des Weges, die zeigen, wie weit der Gletscher früher reichte. Der Exit Glacier schmilzt mit einer alarmierenden Geschwindigkeit von etwa fünfzehn Metern pro Jahr – weshalb Präsident Barack Obama ihn 2015 persönlich besuchte, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Nimm dir beim Spaziergang Zeit, die Informationstafeln zu lesen. Wir haben uns unterwegs mit einem lokalen Ranger unterhalten, der uns erzählte, dass der Gletscher noch vor einigen Jahrzehnten bis zu dem Punkt reichte, wo heute der Parkplatz liegt. Ein starkes Erlebnis, das einen ein wenig innehalten lässt. Der Spaziergang selbst ist anspruchslos, sodass auch Familien mit Kindern gut mithalten können – und die Fotoausbeute ist beeindruckend.
5. Harding Icefield Trail: Wanderung für echte Ausdauertypen
Wer Herausforderungen liebt und sich mit einem kurzen Spaziergang nicht zufriedengibt, dem bietet der Park das absolute Highlight für echte Bergfans. Der Harding Icefield Trail beginnt nahe des Exit Glaciers und ist ein spektakulärer, aber knallharter Aufstieg. Die Strecke misst rund dreizehn Kilometer hin und zurück, doch das Gemeine daran ist das Höhenprofil: Fast tausend Höhenmeter werden dir in den Beinen brennen. Du startest im dichten Wald, kämpfst dich durch alpine Wiesen und landest schließlich am Rand eines schier endlosen Eisfelds. Plane sechs bis acht Stunden ein, denk daran, dass es auf der Strecke weder Wasser noch Toiletten gibt – und da dies klassisches Bärengebiet ist, gehört ein Bärenspray unbedingt in den Rucksack.

Die Tour gehört nicht zu den einfachsten, aber jeder geschwitzte Liter Wasser lohnt sich. Wenn du nach stundenlangem Aufstieg endlich oben ankommst, öffnet sich vor dir eine schier unendliche weiße Fläche, die bis zum Horizont reicht. Lukáš hüpfte vor Begeisterung, während ich mich erst einmal für fünf Minuten auf einen Stein setzen und durchatmen musste. Pack viele Snacks ein, heißen Tee in der Thermoskanne und vor allem eine Kamera – die Aussichten ins Tal hinunter sind schlicht episch.
6. Kleidung und Seekrankheit: eine ehrliche Warnung
Hier kommt ein sehr praktischer Hinweis aus eigener Erfahrung. Sobald das Boot die geschützten Gewässer der Bucht verlässt und auf den offenen Ozean (Gulf of Alaska) hinauszieht, fängt es ordentlich an zu schaukeln. Und wenn ich „schaukeln“ sage, meine ich: Selbst abgehärteten Reisenden kann es dabei speiübel werden. Wer anfällig für Seekrankheit ist, sollte unbedingt vorher Tabletten nehmen – oder kürzere Touren wählen, die in der ruhigeren Resurrection Bay bleiben. Und unterschätze die Kleiderfrage nicht. Das Mikroklima direkt am Gletscher zieht die Temperatur locker nahe an den Gefrierpunkt, und mit dem scharfen Wind dazu wirst du für eine dicke Wintermütze, eine wasserdichte Jacke und Handschuhe unendlich dankbar sein.

7. Geschichte und Entstehung des Nationalparks: ein bisschen Kontext
Vielleicht interessiert dich auch ein kleiner Blick in die Geschichte des Kenai Fjords National Park. Obwohl die atemberaubende, von jahrtausendealten Gletschern geformte Landschaft schon immer existierte, hatte die Region lange keinen bundesstaatlichen Schutz. Erst Präsident Jimmy Carter griff Ende der 1970er Jahre ein und erklärte das Gebiet zum Nationaldenkmal, um eine unkontrollierte Erschließung zu verhindern. Heute schützt der Park über 600.000 Hektar Wildnis – Gelände, in das ehrlich gesagt kaum ein Mensch freiwillig vordringt, weil dort bestenfalls Bären unterwegs sind. Was dem Park paradoxerweise noch mehr Anziehungskraft verleiht.

Anfangs war es alles andere als einfach, und um den Erhalt der Region in ihrem ursprünglichen Zustand wurde politisch heftig gestritten. Die Einheimischen fürchteten, ihre Jagd- und Fischereirechte zu verlieren, sodass es Jahre dauerte, einen Kompromiss zu finden. Heute funktioniert das Miteinander glücklicherweise gut. Wenn du an den kleinen Informationstafeln im Park entlangliest, wird dir bewusst, wie viel Einsatz nötig war, damit wir diese raue Schönheit heute noch erleben dürfen.
8. Alaska SeaLife Center: der perfekte Plan-B bei Regenwetter
Falls das Wetter in Alaska mal nicht mitspielen sollte – was in rund der Hälfte aller Fälle passiert – flüchte ins Alaska SeaLife Center mitten in Seward. Das ist kein gewöhnliches Aquarium, sondern das einzige permanente Rehabilitationszentrum für Meeressäuger in ganz Alaska. Du siehst riesige Becken mit Seelöwen und verspielten Ottern, die aus der Wildnis gerettet wurden. Der Eintritt kostet für Erwachsene rund 28 Euro, und für Familien mit Kindern ist es bei einem verregnetem Nachmittag eine fantastische Option.

Für uns war es ein toller Stopp an einem besonders verregneten Morgen. Die Ausstellungen sind interaktiv und lehrreich – du erfährst viel über die Rettung verletzter Papageitaucher oder verwaister Seelöwenwelpen. Sogar die Fütterung und tierärztliche Versorgung kannst du live miterleben. Die aktuellen Öffnungszeiten findest du auf der offiziellen Website des Alaska SeaLife Centers, da außerhalb der Sommersaison manchmal verkürzte Zeiten gelten.
9. Mt. Marathon Race: der verrückteste Berglauf der Welt
Direkt über Seward erhebt sich der schroffe Mt. Marathon, Schauplatz eines der extremsten und gefährlichsten Bergrennen der Welt. Es findet jedes Jahr am amerikanischen Unabhängigkeitstag (4. Juli) statt – die Läufer überwinden dabei auf kaum anderthalb Kilometern einen wahnsinnigen Höhenunterschied von rund 900 Metern durch Schlamm und Schiefer. Absoluter Wahnsinn. Du kannst den Berg natürlich auch in aller Ruhe in deinem eigenen Tempo erklimmen – aber rechne trotzdem damit, dass du dabei ordentlich ins Schwitzen kommst.

Wir waren leider nicht am 4. Juli in Seward, aber aus Videos und Erzählungen der Einheimischen muss das eine absolute Schlammschlacht sein. Die Läufer kraxeln teils auf allen Vieren den steilen Fels hinauf und rutschen auf der anderen Seite durch Schotter und Matsch wieder herunter. Wenn du abseits des Wettkampftages hinaufgehst, wähle gutes Schuhwerk. Es gibt zwei Routen: Die Rennstrecke ist steiler und anspruchsvoller, während der „Wanderweg“ durch den Wald führt und deutlich kniefreundlicher ist.
10. Lowell Point und Caines Head: Flucht aus dem Trubel
In der Hochsaison ist Seward rappelvoll, da Kreuzfahrtschiffe scharenweise Touristen ins Städtchen spülen. Wenn du eine Pause vom Trubel brauchst, fahr ein paar Minuten außerhalb von Seward in die Gegend von Lowell Point. Hier findest du wunderschöne, deutlich ruhigere Strände mit schwarzem Sand und tolle Küstenwanderwege im Caines Head State Park, wo du in Ruhe spazieren, Muscheln sammeln und die Bucht beobachten kannst – ganz ohne hunderten Kameratouristen ausweichen zu müssen.
11. Seward Boat Harbor: das pulsierende Herz des Fischerlebens
Schlendere über die Holzstege des Seward Boat Harbor – das pulsierende Herz des gesamten Städtchens. Morgens kannst du beobachten, wie die kleinen Fischerboote aufbrechen, nachmittags siehst du, wie Einheimische und begeisterte Angeltouristen ihre riesigen Fänge ausladen. Ich stand mit Lukáš wie gebannt dabei und sah zu, wie ein Fischer einen Heilbutt in meiner Größe in weniger als zwei Minuten filetierte. Es roch nach Salz und Fisch und war trotzdem irgendwie wunderschön – auch wenn empfindliche Nasen das vielleicht etwas anders sehen. 😅

Neben den Fischern gibt es hier auch kleine Cafés und Souvenirläden. Wir kamen jeden Morgen für frischen Kaffee und schauten beim Aufbruch der Boote zu. Ein toller Ort, um die echte Atmosphäre des Städtchens aufzusaugen – und nebenbei eine kleine Erinnerung von lokalen Künstlern mit nach Hause zu nehmen.
12. Fotografieren im Nationalpark: so holst du das Beste raus
Wenn du Fotos mit echter Atmosphäre mit nach Hause nehmen willst, setze auf kleinere Boote. Wir hatten das Glück, mit einem kleineren Anbieter wie Seward Ocean Excursions zu fahren, der manchmal nur sechs Personen an Bord nimmt – das ermöglicht es dir, näher ranzukommen und ohne fremde Köpfe im Bild zu fotografieren. Das beste Licht in den tiefen Fjorden gibt es meist zwischen 9 Uhr morgens und 15 Uhr nachmittags, wenn die Sonne durch den Nebel dringen und die Bergschatten aufhellen kann.

Falls du kein Profi-Fotograf bist: Stress dich nicht damit, alles perfekt festzuhalten. Den schönsten Moment, wenn das Eis ins Wasser kracht, speicherst du am Ende sowieso vor allem in deiner Erinnerung. Nimm aber trotzdem einen Ersatzakku und eine ausreichend große Speicherkarte mit, denn du wirst pausenlos auf den Auslöser drücken. Wenn du mit Kleinanbietern wie Seward Ocean Excursions unterwegs bist, verrät dir der Kapitän gerne den besten Platz für das perfekte Foto.
Wo du in Seward gut isst (und was du probieren musst)
Nach einem langen, eiskalten Tag auf dem Boot oder einer anstrengenden Gletscherwanderung wirst du garantiert ausgehungert sein. Alaska ist ein Paradies für Meeresfrüchte-Liebhaber, und Seward enttäuscht in dieser Hinsicht nicht. Frisch gefangener Lachs, zartes Heilbuttfleisch oder der populäre Rockfish sind auf den Speisekarten allgegenwärtig.
Den wohl schönsten Blick auf den Hafen – kombiniert mit gutem Essen – bietet das Ray’s Waterfront, auch wenn du hier einen kleinen Aufschlag für den Ausblick auf die ankernde Flotte zahlst. Das benachbarte Chinook’s ist ähnlich gut und macht fantastische Fischspezialitäten. Ein echtes Unikat ist das traditionelle Restaurant Apollo mit seinem „Ocean-to-Table“-Konzept: Wenn du morgens auf dem Boot einen Fisch gefangen hast, bringst du ihn einfach mit – und die Köche zaubern dir daraus ein Gericht, das du noch am nächsten Tag träumst.
Für Familien mit Kindern empfehle ich das geräumige Highliner Restaurant oder das gemütliche Resurrection Roadhouse, das etwas außerhalb des Zentrums Richtung Gletscher liegt und abends herrliche Ausblicke ins Flusstal im Abendlicht bietet.
Wer eine wirklich authentische, ungeschönte Alaska-Atmosphäre sucht, muss in einen der echten lokalen Dive-Bars wie den Tony’s Bar oder die Yukon Bar. Genau hier treffen sich abends erschöpfte Fischer bei günstigen Bieren, die Musik spielt etwas zu laut – aber du erlebst das echteste Stück Alaska, das es gibt. Wer mit kleinem Budget reist und große Portionen zu einem vernünftigen Preis sucht, sollte das gemütliche Sourdough Cafe nicht auslassen.
Weitere Reiseziele in Alaska
Wenn du einen ausgedehnten Roadtrip planst, schau dir auch unsere anderen Artikel aus diesem großartigen Land an:
- Was du in Anchorage, Alaska sehen solltest: 15 Tipps
- Wrangell-St. Elias und Matanuska Glacier: Reiseführer zu Gletschern und Wildnis
- Was du in Homer, Alaska erleben kannst: Tipps zur Heilbutt-Hauptstadt
- Seward, Alaska: Stadtführer
Tipps und Tricks für deine Reise nach Alaska
Beim Packen für Alaska merkst du schnell: Eine Jacke reicht nie, und frühzeitige Planung zahlt sich aus wie nirgendwo sonst. Damit du nicht unvorbereitet auf dem falschen Fuß erwischt wirst, habe ich die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die du vor der Reise klären solltest.
Auf unserem Roadtrip mit Lukáš haben wir einige Fehler gemacht – aus denen wir aber gelernt haben. Hier sind unsere besten und bewährtesten praktischen Tipps, die dir Zeit, Geld und jede Menge Stress ersparen.
Was du einpacken solltest
Alaska verzeiht Ausrüstungsfehler nicht. Grundlage ist das Zwiebelprinzip: von funktionaler Thermokleidung bis zur robusten wasserdichten Jacke und einer Mütze – und das auch im Juli. Für anspruchsvollere Wanderungen brauchst du feste Bergschuhe und ein Bärenspray, ohne das dich der Ranger am Harding Icefield Trail schlicht nicht weiter lässt.
Wo du Flüge findest
Nach Alaska fliegt man am häufigsten nach Anchorage – in der Regel mit Umstieg in den USA oder in Europa. Gute Flugpreise findest du mit etwas Geduld auf verschiedenen Vergleichsportalen; buche möglichst früh, da Sommerflüge nach Alaska schnell teuer werden.
Mietwagen
Ohne Auto bist du in Alaska aufgeschmissen – die Züge bringen dich nicht überall hin. Mit Lukáš haben wir gute Erfahrungen mit RentalCars gemacht, das wir weltweit nutzen. Buch das Auto wirklich Monate im Voraus, denn in der Hochsaison sind Fahrzeuge schnell ausverkauft.
Unterkunft buchen
Orte wie Seward sind klein und im Sommer bis auf den letzten Platz belegt. Booking.com ist unser bevorzugter Hotel-Suchportal – such frühzeitig und wähle Zimmer mit kostenloser Stornierung.
Reiseversicherung nicht vergessen
Alaska ist wild – und das amerikanische Gesundheitssystem kann dich finanziell ruinieren, bevor du „Gletscher“ sagen kannst. Für kürzere Reisen setzen wir auf AXA (mit 50 % Rabatt erhältlich), für längere Trips oder wenn Extremwanderungen geplant sind, empfehlen wir die zuverlässige SafetyWing-Reiseversicherung.
FAQ — Häufig gestellte Fragen zum Kenai Fjords National Park
Hier habe ich die häufigsten Fragen gesammelt, die mir Leserinnen und Leser schreiben, die eine Reise zu den Kenai Fjords planen. Falls etwas fehlt, schreib mir gerne.
Co je tak výjimečného na Kenai Fjords National Park?
Je to obrovská divočina utvářená dřímající dobou ledovou. Najdete tu největší ledové pole zcela na území USA (Harding Icefield), ze kterého stékají masivní ledovce přímo do moře. Je to jedno z mála míst na světě, kde můžete pohodlně z lodi pozorovat fenomén „calving“ — odlamování ledovce — a obdivovat neuvěřitelné množství divokých mořských zvířat od velryb po papuchalky.
Kolik dní potřebujete na Kenai Fjords National Park?
Dva plné dny jsou ideální minimum. Jeden celý den zabere dlouhá plavba lodí za ledovci a velrybami. Druhý den můžete věnovat výletu do oblasti Exit Glacier a buď si projít kratší trasy u úpatí ledovce, nebo si střihnout celodenní výšlap na Harding Icefield.
Jaké je nejbližší město ke Kenai Fjords National Park?
Nejbližším a vlastně jediným vstupním městem do parku je městečko Seward na jihu poloostrova Kenai. Z Anchorage tam dojedete po silnici zhruba za necelé tři hodiny.
Žijí v Kenai Fjords National Park grizzly medvědi?
Ano, v parku i v jeho okolí žijí jak medvědi baribalové (black bears), tak medvědi hnědí (grizzly). Zejména při túře na Harding Icefield Trail nebo při kempování mimo město musíte být neustále ve střehu, dělat hluk a vždy u sebe nosit sprej na medvědy (bear spray).
Kolik stojí vstup do národního parku?
Velkou výhodou je, že samotný vstup do Kenai Fjords National Park je zcela zdarma. Neplatí se dokonce ani parkování u populárního Exit Glacier. Peněženku ale budete muset vytáhnout, pokud budete chtít jet na plavbu lodí za vzdálenějšími ledovci — celodenní plavba stojí kolem 200 USD na osobu.
Kdy je nejlepší doba pro návštěvu Kenai Fjords?
Jednoznačně aljašské léto, tedy období od konce května do začátku září. Teploty jsou relativně snesitelné, dny jsou extrémně dlouhé a většina turistických lodí a center je v plném provozu. V zimě jsou mnohé silnice neprůjezdné a přístup do parku je výrazně omezen.
Zvládnu plavbu k ledovcům, když trpím mořskou nemocí?
Může to být výzva. Trasa z Resurrection Bay směrem k Aialik Bay vede přes otevřené vody Gulf of Alaska, kde to na vlnách pořádně hází. Určitě si vezměte silné léky proti kinetóze, nebo si jako alternativu vyberte kratší plavbu, která zůstává jen v chráněných vodách zálivu.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
