Homer, Alaska: 12 Tipps, was du sehen und erleben musst (End of the Road auf der Kenai Peninsula)

Als Lukáš und ich 2017 mit unserem alten Campervan Chiquita durch Alaska rollten und Kurs auf die Stadt Homer nahmen, ahnte ich noch nicht, dass dies zu einem meiner absoluten Lieblingsreiseerlebnisse überhaupt werden würde. Der Asphalt des Sterling Highway endet nach mehr als 300 Kilometern langer Fahrt von Anchorage ohne jede Gnade – dahinter gibt es schlicht nichts mehr außer dem tiefen Ozean. Plötzlich steht man an einem Ort, der seinen Spitznamen „End of the Road“ wahrlich verdient hat. Homer Alaska Sehenswürdigkeiten zu erleben bedeutet, eine der letzten echten Wildnisfrontieres der USA zu betreten.

Hier liegt Homer, Alaska. Ein Städtchen mit etwa fünfeinhalbtausend Einwohnern, das sich seit Jahren stolz den etwas verrückten Beinamen „cosmic hamlet by the sea“ – kosmisches Dörfchen am Meer – verliehen hat. Sobald man angekommen ist, aus dem warmen Auto steigt und den ersten tiefen Zug feuchter Salzluft in die Lungen saugt, versteht man sofort warum. ☺️ Die hiesige Gemeinschaft ist ein einzigartiger, bunter Mix aus rauen Seeleuten, bärtigen Fischern, begeisterten Künstlern und alten Hippies, die irgendwann für eine kurze Sommersaison herkamen und sich einfach nie mehr aufraffen konnten, ihre Sachen zu packen und in die Zivilisation zurückzukehren. Die Menschen lächeln dich auf der Straße an, und überall spürt man diesen seltsam beruhigenden, langsamen Rhythmus des Lebens.

Hauptstraße des Homer Spit mit Leuchtturm
Hauptstraße des Homer Spit mit Leuchtturm

Wenn man das Auto am Strand parkt und in die kühle nordische Brise hinaustritt, öffnet sich am Nordufer der Kachemak Bay eine so atemberaubende Kulisse, dass man für einen kurzen Moment vergisst, den Mund wieder zu schließen. Der Horizont wird souverän von den majestätischen, eis- und schneebedeckten Gipfeln der Kenai Mountains beherrscht. In der Ferne wachen die aktiven Vulkane Mount Iliamna und Mount Redoubt wie schlafende Riesen über die Landschaft – und manchmal sieht man, wie sich eine dünne Rauchwolke träge über einen der Krater wälzt. Homer hat eine Atmosphäre, die man so nirgendwo sonst auf der Welt findet, und obwohl es im Grunde eine kleine Fischersiedlung ist, kann man hier mehrere Tage, ja sogar Wochen damit verbringen, die wilde Natur zu entdecken.

Gemeinsam schauen wir uns Schritt für Schritt an, wie du das Beste aus deinem Besuch in der berühmten „Halibut Fishing Capital of the World“ herausholst.

Zusammenfassung

  • Beste Reisezeit: Juni bis August, wenn der Lachszug auf dem Höhepunkt ist, die Temperaturen angenehme 15 Grad erreichen und alle Wassertaxis sowie Ausflugsboote in Betrieb sind.
  • Hauptattraktionen: Homer Spit (die lange Schotterhalbinsel mit bunten Läden und Hafen), der Kachemak Bay State Park und der wunderschöne Grewingk-Gletscher.
  • Das absolute Highlight: Ein Ausflug in die Wildnis zur Bärenbeobachtung (per Kleinflugzeug vom Homer Airport direkt in den Katmai Nationalpark) oder ein ganztägiger Charter-Angelausflug auf Heilbutt.
  • Die ikonischste Bar: Salty Dawg Saloon, eine ursprüngliche Blockhütte, deren Wände mit Tausenden von signierten Dollarscheinen gepflastert sind – hier muss man mit Freunden auf ein Feierabendbier einkehren.
  • Anreise: Nach Homer führt nur eine einzige Straße (der Sterling Highway von Anchorage). Einen Mietwagen über RentalCars.com solltest du aus eigener Erfahrung viele Monate im Voraus buchen.
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Wann nach Homer fahren und wie man hinkommt

Wenn du eine Traumreise nach Alaska planst, weißt du wahrscheinlich bereits, dass die Tourismussaison hier extrem kurz ist und keinerlei Planungsfehler verzeiht. Alaska öffnet sich für Touristen praktisch erst Ende Mai und legt sich um Mitte September wieder kompromisslos in seinen langen Winterschlaf – dein Zeitfenster für einen Besuch ist also nicht gerade groß. Wir haben das am eigenen Leib erfahren, als wir einmal kurzfristig etwas ändern wollten und vor geschlossenen Parktoren und eingezogenen Stegen standen.

Die besten Monate für einen Besuch

Das klimatische und faunistische Fenster auf der wunderschönen Kenai Peninsula dauert etwa von Mitte Mai bis Mitte September. Wer im Mai reist, profitiert von etwas günstigeren Unterkunftspreisen und deutlich weniger Touristenmassen, muss aber damit rechnen, dass viele Tiere sich erst langsam in die Buchten ziehen und Ausflugsboote ihre Flotten erst behutsam zu Wasser lassen. Es ist trotzdem eine großartige Zeit, denn der ersehnte Lachszug der Königslachse (King Salmon) beginnt bereits – die ersten begeisterten Angler bevölkern die Flussufer und überall liegt der Duft des nahenden Sommers in der Luft.

Juni und Juli sind der absolute Höhepunkt. Wir haben das selbst im Juli erlebt, als die Temperaturen angenehme 15 bis 18 Grad erreichten, die Flüsse förmlich von Lachsen wimmelten und wir uns jeden Morgen aufs Neue fragten, ob das alles wirklich real ist. Im Juni geht die Sonne zudem erst tief nach Mitternacht unter, sodass man das Gefühl hat, die Tage enden nie und die eigene Energie vervielfacht sich mit jeder Stunde draußen. Unterkünfte und Boote sind zu dieser Zeit längst ausgebucht – also bitte nicht zögern mit den Reservierungen.

Der August ist dann ein fantastischer Monat zur Beobachtung springender Wale und nistender Vögel an den Klippen, aber die Temperaturen sinken langsam auf etwa zehn Grad und die Wahrscheinlichkeit für typisches nordisches Nieselwetter steigt spürbar. Mitte September endet die Saison abrupt und ohne Vorwarnung: Die meisten Wassertaxis ziehen ihre Boote an Land, und die Einheimischen beginnen sich auf lange Monate Schnee und Dunkelheit vorzubereiten.

So kommst du ans End of the Road

Die allermeisten Reisenden fliegen zunächst nach Anchorage (günstige Flüge findest du am besten auf Kiwi – unser Lieblingsportal, auf dem wir regelmäßig tolle Schnäppchen entdecken) und mieten dort direkt am Flughafen ein Auto oder einen Campervan. Mit Lukáš haben wir seit Jahren gute Erfahrungen mit RentalCars gemacht, das wir auf unseren Reisen rund um die Welt nutzen. In Alaska gilt das noch einmal doppelt, denn die Nachfrage nach Mietfahrzeugen übersteigt im Sommer das Angebot bei Weitem – ohne Vorausbuchung kann es passieren, dass man zu Fuß vom Flughafen geht.

Vom Flughafen Anchorage wartet eine rund 350 Kilometer lange Fahrt, die theoretisch vier bis fünf Stunden dauert – realistisch betrachtet verbringst du damit aber leicht einen ganzen Tag. Vor allem beim ersten Mal. Die Route führt über atemberaubende Berge, entlang der dramatischen Turnagain Arm (wo Lukáš und ich in eisigem Wind eine gute Stunde damit verbrachten, vom Auto aus weiße Belugawale zu beobachten) und schließlich bequem über den Sterling Highway. Diese Straße schlängelt sich malerisch an wilden Lachsflüssen entlang, führt durch dunkelgrüne Wälder und bietet so viele verlockende Stoppmöglichkeiten für Fotos, dass sie einen am Ende direkt am windigen Ufer der Kachemak Bay in Homer ausspuckt.

Aus Deutschland reist du am bequemsten über Frankfurt oder München nach Anchorage – Lufthansa und Alaska Airlines bieten gute Verbindungen, oft mit einem Zwischenstopp in Seattle oder Los Angeles. Von München sind es mit Umstieg etwa 14 bis 16 Stunden bis Anchorage.

Wo man in Homer übernachtet und was es kostet

Alaska gehört seit jeher zu den teuersten Bundesstaaten der USA, und in seiner kurzen, vollgepackten Sommersaison merkt man das bei jedem einzelnen Schritt im Geldbeutel. Wir schliefen mit unserem strengen Tagesbudget von 50 USD für uns beide die ganze Zeit in unserem Campervan Chiquita – wer aber ein festes Dach über dem Kopf sucht, hat viele Möglichkeiten. Man kann zwischen einer Unterkunft direkt in der Stadt in der Nähe aller Läden wählen oder etwas mehr für die einzigartige Atmosphäre auf dem ikonischen Homer Spit bezahlen, wo man das aufgewühlte Meer und schaukelnde Fischerboote direkt vor dem Fenster hat.

Für budgetbewusste Reisende ist das Driftwood Inn Homer eine hervorragende Wahl, das gemütliche Zimmer und Campingplätze nahe dem Bishop’s Beach bietet. Das goldene Mittelmaß mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Best Western Bidarka Inn Homer, das sich nicht weit vom Zentrum und vom kleinen Flughafen befindet. Wer echten Luxus mit dem besten Meerblick direkt an der Spitze der Halbinsel genießen möchte, sollte das Land’s End Resort Homer Spit wählen.

Die Gesamtkosten hängen natürlich auch stark davon ab, wie oft und wo man essen geht. Wer in einem gemieteten Wohnmobil campiert (was übrigens der typischste und freiheitlichste Weg ist, Alaska zu bereisen), spart enorme Summen bei der Unterkunft. Die besten Stellplätze auf dem Homer Spit sollte man allerdings ruhig ein halbes Jahr im Voraus reservieren, denn die begehrten Plätze mit Meerblick sind blitzschnell vergriffen.

Homer Alaska: 12 Sehenswürdigkeiten & Tipps

Ehrlich gesagt hatte ich Schwierigkeiten, die Liste auf zwölf zu kürzen. Homer hat nämlich mehr zu bieten, als man von einer Siedlung erwartet, wo der Asphalt einfach endet. Aber das sind die Dinge, die Lukáš und ich ohne einen Moment des Zögerns wiederholen würden. Wenn du nicht alle Ausflüge aufwendig vor Ort im Infozentrum organisieren und riskieren willst, dass alles ausgebucht ist, schau dir unten die bestbewerteten Aktivitäten an, die du bequem im Voraus online buchen kannst.

1. Homer Spit: das Herzstück des Städtchens

Die geologische und kommerzielle Achse dieser faszinierenden Stadt ist zweifellos der berühmte Homer Spit. Stell dir einen schmalen Schotterwall vor, der wie ein langer, dünner Finger mehr als 7 Kilometer tief in den blauen Ozean der schönen Kachemak Bay ragt. Dieses Gebilde entstand vor etwa fünfzehntausend Jahren als natürliche Moräne eines zurückweichenden Gletschers, ist heute aber das pulsierende Herz des lokalen Fischtourismus – und das von früh morgens bis spät in die kühle Nacht.

Hauptstraße des Homer Spit mit Leuchtturm
Hauptstraße des Homer Spit mit Leuchtturm

Auf beiden Seiten findet man alles, was man für ein echtes Alaska-Abenteuer braucht: Lange Holzstege gesäumt von niedlichen Souvenir-Shops, Läden mit professioneller Angelausrüstung, laute Restaurants, aus denen der Duft von frisch gebratenem Fisch mit knusprigen Pommes strömt, und natürlich der riesige, überfüllte Hafen voller Boote aller Art. Überall schreien freche Möwen, und man muss gelegentlich Männern in Gummistiefeln ausweichen, die Karren mit Eis hinter sich herziehen.

Der Spit trägt aber auch eine ziemlich dramatische Vergangenheit in sich: Beim verheerenden Erdbeben von 1964 sank ein großer Teil des Festlandes unerwartet um mehrere Meter ab, und viele historische Gebäude mussten von der Gemeinschaft mühsam auf Pfählen aus dem Tidenwasser gehoben werden. Heute kann man hier völlig entspannt mit einem heißen Kaffee in der Hand spazieren, Seeotter zwischen den Wellen beobachten und die unverfälschte, salzig-maritime Luft in sich aufsaugen.

2. Pazifischen Heilbutt angeln

Homer trägt den offiziellen und rundum verdienten Titel „Halibut Fishing Capital of the World“ – also Welthauptstadt des Heilbutt-Angelns. Wer nur einen kurzen Spaziergang über die Holzstege des Hafens macht, merkt sofort, dass der Sportangelei hier der absolute Takt des Sommers vorgibt. Jeden Tag strömen Hunderte von Enthusiasten in Neoprenanzügen aus, um riesige pazifische Heilbutte zu fangen, die hier regelmäßig mehr als hundert Kilogramm wiegen. Wenn diese gewaltigen Fische nachmittags an die Waage gehängt werden, ist das ein Anblick, der einem den Atem verschlägt.

Gefangene Heilbutte am Steg in Homer
Gefangene Heilbutte am Steg in Homer

Wer dieses nasse, duftende und ziemlich raue Erlebnis genießen möchte, sollte sich auf einen gut gefüllten Geldbeutel einstellen, denn die Charter-Preise spiegeln die enorme Sommernachfrage deutlich wider. Halb- bis ganztägige Ausfahrten auf das schwankende Meer mit einem professionellen Guide kosten aktuell rund 400 bis 550 USD pro Person. Dafür bekommt man aber vollen Service der Crew, alle nötige Ausrüstung gestellt und eine gute Chance, abends den eigenen Fang auf dem Grill zu braten.

3. Ein Bier im Salty Dawg Saloon trinken

Nach einem erfolgreichen Angeltag, einem anstrengenden Nachmittagstreck durch die Berge oder einfach aus Neugier und Sommerstimmung heraus muss jeder erwachsene Besucher Homers zumindest kurz im Salty Dawg Saloon anlegen. Diese ursprüngliche, etwas windgegerbte kleine Blockhütte aus dem Jahr 1897, an der zur Sicherheit ein unübersehbarer Leuchtturm angebaut ist, diente in der Vergangenheit nacheinander als Post, kleine Bahnstation und ganz gewöhnlicher Gemischtwarenladen. Erst in den 1950er Jahren wurde sie von einer begeisterten Gruppe Einheimischer in diese einzigartige Kneipe verwandelt. Nach dem erwähnten verheerenden Erdbeben musste das ganze Gebäude sogar ein Stück weiterversetzt werden – an seinen heutigen Standort am festen Ende des Spits.

Der berühmte Salty Dawg Saloon auf dem Homer Spit
Der berühmte Salty Dawg Saloon auf dem Homer Spit (Foto: Laura Alier / Wikimedia Commons, CC BY 4.0)

Wenn man durch die quietschende Tür in den dämmrigen Salty Dawg Saloon tritt, weiß man eine Weile nicht, wohin man zuerst schauen soll. Das Innere ist vom Boden bis zur Decke mit zigtausenden beschrifteten und signierten Dollarscheinen bedeckt, die über Jahrzehnte hinweg wild an alle Wände, Pfosten und sogar in unglaublichen Büscheln an der niedrigen Decke befestigt wurden. Rettungsringe, fremde BHs und Uniformaufnäher hängen herum, und in der Luft liegt der Geruch von verschüttetem Bier gemischt mit Ofenrauch.

Essen sucht man auf der Karte vergeblich – dafür geht man am besten gleich nebenan hin. Aber hier ein eiskaltes Fassbier oder ihre berühmte Limonade zu trinken, dann lange nach einem freien Stück Holz zu suchen, seinen eigenen zerknitterten Ein-Dollar-Schein mit einer persönlichen Botschaft ans Brett zu nageln und dabei mit lautstarken Einheimischen ins Gespräch zu kommen – das ist ein wunderbares Alaska-Ritual, das man nicht auslassen darf. 😅

4. Kachemak Bay State Park: Wildnis ohne Straßen

Direkt gegenüber dem geschäftigen Homer, nur eine kurze Überfahrt über das funkelnde, kalte Wasser der Bucht, liegt wie eine vergessene Welt ein unglaubliches Gebiet von rund 400.000 Hektar zerklüfteter Berge, dichter Urwälder und wilder Felsstrände, das glücklicherweise als Kachemak Bay State Park unter Schutz steht. Es war übrigens der erste Staatspark, der 1971 in ganz Alaska offiziell ausgewiesen wurde – und er hat einen entscheidenden Haken, der ihn so besonders macht: Es führt keine einzige asphaltierte Straße dorthin.

Panorama des Kachemak Bay State Parks von Homer aus gesehen
Panorama des Kachemak Bay State Parks von Homer aus gesehen

Das bedeutet in der Praxis: Als normaler Tourist kommst du dorthin ausschließlich mit einem der kommerziellen Wassertaxis, die jeden Morgen direkt vom Hafen am Homer Spit ablegen. Wir nutzten die ortsansässige Flotte, die einen in ein zwar kleines, aber sehr robustes Aluminiumboot verladen. Nach etwa zwanzig bis dreißig Minuten holpriger Fahrt über die Wellen setzt einen der erfahrene Kapitän direkt am Strand der unberührten Wildnis ab. Auf der Überfahrt hat man außerdem gute Chancen, Wale beim Auftauchen oder neugierige Seeotter zu beobachten.

Die Hin- und Rückfahrt über die tiefe Bucht kostet knapp 100 USD pro Person (inklusive des kleinen Parkeintritts), aber die einmalige Möglichkeit, sich plötzlich völlig allein mitten in der nordischen Natur ohne Handysignal und ohne Menschenmassen zu befinden, ist diesen Preis absolut wert. Wichtig: Unbedingt mit dem Kapitän den genauen Nachmittagstermin vereinbaren, zu dem er einen wieder abholen soll – die Nacht dort ohne entsprechende Ausrüstung würde man lieber nicht verbringen.

5. Wanderung zum Grewingk Glacier Lake

Wer sich schon das Wassertaxi in den Staatspark gönnt, sollte sich vom Kapitän gleich am Ausgangspunkt des markierten Grewingk Glacier Lake Trail absetzen lassen. Dieser Weg gehört meiner Meinung nach zu den absoluten Juwelen der Region – und er ist auch für jene großartig, die keine erfahrenen Bergwanderer mit teuren Schuhen sind. Die Höhendifferenz ist minimal, der Weg vom Strand misst in eine Richtung knapp fünf Kilometer, und mit etwas gutem Willen bewältigen ihn auch Familien mit kleineren Kindern.

Blick auf die Kachemak Bay mit den Bergen
Blick auf die Kachemak Bay mit den Bergen

Die erste Hälfte der Tour führt durch einen wunderschönen, dunkelgrünen und stillen borealen Urwald voller riesiger umgestürzter Pappeln und klassischer Sitka-Fichten. Diese uralten Bäume sind von allen Seiten mit sattem grünem Moos überzogen wie aus einem Märchenbuch über Dinosaurier. Manchmal hat man das Gefühl, gleich würde etwas hinter den Farnen hervorlugen. Lukáš und ich haben den ganzen Weg über absichtlich Lärm gemacht und immer wieder laut unser bewährtes „Hey Bär!“ gerufen, denn durch die eng stehenden Bäume sah man oft überhaupt nichts – und einem Grizzly zu begegnen ist hier durchaus normal.

Dann öffnet sich der Weg plötzlich und unvermittelt an einer grauen Moräne, und vor einem erstreckt sich der atemberaubende Grewingk Glacier Lake. Direkt auf der Wasseroberfläche treiben riesige, leuchtend türkisblaue Eisschollen, die sich mit einem dumpfen Donnergrollen immer wieder vom alten Gletscher in der Ferne ablösen.

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6. Entspannen am Bishop’s Beach

Während der kommerzielle Homer Spit fast immer voller eiliger Touristen und lauter Fischer ist, bietet der Kiesstrand Bishop’s Beach auf der ganz anderen Seite der Stadt in der Nähe des alten Zentrums eine viel ruhigere Zuflucht. Vor allem bei Ebbe ist es ein magischer Ort. Das schäumende Meer zieht sich dann Hunderte von Metern vom Ufer zurück und enthüllt eine riesige, faszinierende Fläche voller kleiner Vertiefungen, Tümpel und Salzwasserlachen.

Bishop's Beach in Homer mit Felsen am Meer
Bishop’s Beach in Homer mit Felsen am Meer

Diese kleinen Becken nennen sich Tide Pools und wimmeln nur so von kleinem Meeresleben. Man entdeckt violette Seesterne, die über Steine kriechen, winzige Krabben, orangefarbene Seeanemonen und allerlei seltsame Meeresalgen, die nach der Ebbe auf dem Kies liegen. Einheimische kommen hier gerne und oft mit ihren Hunden spazieren, zünden abends kleine Feuer aus dem schönen, vom Meer angespülten Treibholz an oder suchen einfach in Ruhe nach glitzernden Achaten und anderen Schätzen, die das Meer über Nacht mitgebracht hat.

7. Shoppen bei den Salmon Sisters

Wer auf längeren Reisen gerne etwas wirklich Schönes, Qualitätsvolles, Praktisches und gleichzeitig Lokales mit nach Hause bringt, sollte beim Bummeln unbedingt den herrlich duftenden Laden Salmon Sisters besuchen. Diese junge Marke wurde vor einigen Jahren von zwei echten Schwestern aus einer echten alaskischen Fischerfamilie gegründet. In wenigen Jahren hartnäckiger Arbeit bauten sie daraus einen riesigen kommerziellen Erfolg, den heute ganz Alaska stolz trägt.

Bunte Häuschen und Läden auf dem Homer Spit
Bunte Häuschen und Läden auf dem Homer Spit

Im Laden findet man wunderschöne Kleidungsstücke mit Wellen- und Fischmotiven, hochwertige Gummistiefel für feuchtes Wetter und eine Menge Accessoires, die alle mit Liebe vom rauen Alltag auf hoher See und der wilden alaskischen Natur inspiriert sind. Wer hier kauft, gibt sein Geld direkt an die Menschen, die hier leben und arbeiten – das ist mir persönlich viel lieber als in einem anonymen Souvenirladen auf dem Spit einzukaufen.

8. Kajaktour mit Walen und Seeottern

Wer etwas wagemutig ist, keine Angst vor tiefem Wasser hat und auch kälteresistent genug ist (das Wasser in der Kachemak Bay ist auch im Hochsommer alles andere als zum Baden geeignet – ein unfreiwilliges Eintauchen wäre ein ernstes Problem), sollte sich auf jeden Fall für einen halben Tag ein Doppel-Seekajak mit einem erfahrenen lokalen Guide mieten.

Größere lokale Anbieter wie etwa Mako’s Water Taxi können dich mitsamt gelben Plastiakkajaks an Bord nehmen und in abgelegenere, ruhige und vor dem Wind geschütztere Buchten bringen – wie die wunderschöne Tutka Bay oder die ruhigere Peterson Bay. Dort sind die Wetterbedingungen und die Wellen für unerfahrene Paddler deutlich angenehmer als auf dem offenen Wasser der Hauptbucht.

Seeotter in alaskischen Gewässern
Seeotter in alaskischen Gewässern (Foto: Wikimedia Commons, CC0)

Die alaskische Natur vom Meeresspiegel aus zu erleben ist eine völlig andere Dimension: Um das Kajak herum tauchen neugierige Seeotter mit Jungen auf dem Bauch auf, und mit etwas Glück hört man in der Ferne Wale auftauchen. Unbedingt wasserdichte Kleidung in Schichten einpacken, denn von den Gletschern weht ein wirklich eisiger Wind.

Sich aufs Wasser zu wagen bedeutet, gelegentlich mit der Angst vor einem ungewollten Kentern zu kämpfen – und damit, wie unglaublich anstrengend es ist, in den engen geliehenen Trockenanzug (sog. Dry Suit) hineinzuzwängen. Das Ergebnis ist aber die absolute Stille der Natur, unterbrochen nur vom rhythmischen Platschen des eigenen Paddels. Und der tiefe Respekt vor dem Ozean, den man auf dieser dünnen Laminatschicht spürt, bleibt noch sehr, sehr lange erhalten.

9. Zwischenstopp in Cooper Landing und Treiben am Russian River

Dieser praktische Tipp liegt geografisch nicht direkt in Homer, aber da man auf der langen Fahrt über den Sterling Highway ohnehin daran vorbeifährt, darf er in diesem Reiseführer nicht fehlen. Die weitläufige hügelige Region namens Cooper Landing, die sich direkt am türkisfarbenen Zusammenfluss des Kenai River und des Russian River erstreckt, ist alljährlich das lautstarke Epizentrum eines weiteren Beispiels alaskischen Wahnsinns: dem Massensportangeln auf den flinken Rotlachse (Sockeye Salmon).

Cooper Landing am Russian River
Cooper Landing am Russian River (Foto: calliopejen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0)

Vor allem an heißen Juli- und Augusttagen ziehen Hunderttausende dieser wunderschönen, leuchtend roten Fische aus dem tiefen Ozean hunderte Kilometer flussaufwärts, um auf flachen Kiesbänken zu laichen und danach zu sterben – ein überwältigender und gleichzeitig melancholischer Naturkreislauf. Halte auf dem riesigen Parkplatz an der Ausfahrt an und geh für zehn Minuten ans Flussufer: Dort siehst du hunderte von Anglern, die Schulter an Schulter im Eiswasser stehen – was die Einheimischen treffend als „Combat Fishing“ bezeichnen.

10. Das alte Goldgräberdorf Hope besuchen

Wer mit dem Wohnmobil die Kenai Peninsula in Richtung Homer entlangfährt, sollte unbedingt einen kurzen Abstecher in das abgeschiedene, aber wunderbare historische Dörfchen Hope machen. Es wurde 1896 von optimistischen Goldgräbern gegründet, als Alaska mitten im wilden Goldrausch steckte. Dieses Dorf hat sich dank seiner absoluten Abgeschiedenheit bis heute ein unglaublich romantisches und authentisches Flair aus Holzblockbauten erhalten – und es zählt derzeit ganzjährig gerade einmal etwa 160 standhafte Einwohner, die mit Generatoren auskommen.

11. Bären beobachten: Flug von Homer nach Katmai

Wenn es eine einzige Sache gibt, die meiner Meinung nach jeder Alaska-Besucher mindestens einmal erleben sollte (zumindest wenn das Budget nach allen Unterkunfts- und Reisekosten noch einen Spielraum lässt), dann ist es dieser verrückte und spektakuläre ganztägige Ausflug im kleinen Wasserflugzeug zur Beobachtung Hunderter wilder Braunbären in ihrem natürlichen Lebensraum in den Flusstälern. Und eben Homer ist dank seiner idealen Lage der perfekte Ausgangspunkt, von dem aus lokale Fluggesellschaften wie die familiäre Smokebay Air bei gutem Wetter ihre täglichen Flüge direkt in den abgelegenen Katmai Nationalpark oder das bewaldete Lake Clark-Gebiet starten.

Braunbär im Katmai Nationalpark
Braunbär im Katmai Nationalpark (Foto: Charlie Kindel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0)

Morgens steigt man auf der Asphaltpiste des Spits entschlossen mit einer Gruppe Menschen in ein winzig kleines, surrendes Flugzeug (Lukáš leidet in dem engen Sitz jedes Mal ein wenig unter Platzangst und klammert sich an die Armlehne, während ich mit riesigen Kopfhörern voller Begeisterung an die Seitenscheibe gedrückt fotografiere). Beim Flug schwebt man tief über schneebedeckten Gipfeln, dampfenden Vulkanen und silberglitzernden Buchten, bis man schließlich wie ein Vogel auf einem breiten, verlassenen Sandstrand mitten im Nirgendwo landet.

Unter der strengen und professionellen Aufsicht eines erfahrenen, bis an die Zähne bewaffneten Piloten und Guides in einer Person sitzt man dann sprachlos stundenlang hinter einem trockenen Grasbüschel versteckt oder steht mit der Kamera an einem reißenden, flachen Fluss – und beobachtet aus nächster Nähe die riesigen zotteligen Bären, die mit flinken Pranken nach zappelnden Lachsen im Wasser greifen.

Man kann ihnen zusehen, wie sie am Ufer mit ihren neugierigen zotteligen Jungen spielen, sich um den besten Angelplatz streiten oder einfach satt und träge auf Steinen ausruhen und ihre üppige Beute verdauen. Das ist genau der Moment, von dem man noch jahrelang erzählen wird – einer jener Augenblicke, in denen man begreift, wie winzig wir gegenüber der Natur sind. Diese ganztägigen Flugausflüge bewegen sich preislich im extrem hohen Bereich (in der Saison zahlt man oft weit über 1.000 USD pro Person), aber Hand aufs Herz: Jeder einzelne ausgegebene Euro ist es wert, und bereuen wird man es keine Sekunde.

12. Die Künstlerkolonie Halibut Cove

Unser letzter Ausflugstipp führt an einen wirklich magischen, abgelegenen Ort, zu dem man als normaler Reisender ebenfalls nur per Boot gelangt. Die malerische Siedlung Halibut Cove ist eine zauberhafte Ansammlung von Blockhütten, die auf riesigen Holzpfählen direkt über dem dunklen, stillen Wasser einer geschützten Bucht thronen. Hinzukommen kann man entweder zu Fuß vom Rand des erwähnten Staatsparks über einen markierten Abstiegsweg namens Saddle Trail – von dort ruft man dann ein Bootsshuttle ans Ufer – oder man fährt einfach direkt per Wassertaxi von Homer aus.

Luftaufnahme von Halibut Cove, der Künstlerkolonie
Luftaufnahme von Halibut Cove, der Künstlerkolonie (Foto: Andrew Otto / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0)

Heute ist die Siedlung eine seltsam halb-geschlossene, sehr exklusive Kolonie von Künstlern, talentierten Malern und Dauerbewohnern, die ihr nordisches Sommer hier weit weg vom Lärm der Zivilisation verbringen. Es gibt weder Schotter- noch Asphaltstraßen für Autos – alle Einheimischen bewegen sich ausschließlich auf den erhöhten, schwankenden Holzstegen zwischen den Gebäuden oder direkt mit kleinen Motorbooten fort. Und es herrscht eine schier unglaubliche Stille, höchstens unterbrochen vom Plätschern der Wellen gegen die Pfeiler der Hütten.

Im Sommer gibt es hier außerdem ein berühmtes (und entsprechend exklusiv teures) lokales Restaurant namens The Saltry, das für seine Fischspezialitäten bekannt ist. Aber auch wenn man sich das formelle Mehrgänge-Dinner nicht gönnt: Der ruhige Spaziergang zwischen den kleinen Läden, offenen Künstlerateliers und winzigen Cafés über dem dunklen Wasser ist für sich allein ein wunderbar märchenhafter, romantischer und langsamer Abschluss einer wilden alaskischen Reise.

Wo man in Homer gut essen und trinken geht

Da Lukáš und ich Vegetarier sind und unser Tagesbudget gerade einmal 50 USD für uns beide betrug, kochten wir meistens selbst in der Chiquita mit Zutaten aus dem örtlichen Safeway-Supermarkt. Ehrlich gesagt hat mich Homer aber total überrascht mit dem, was es dort zu essen gibt. Für eine Fischersiedlung am Ende der Welt hat diese Küche wirklich einiges zu bieten. Egal ob man abends nach einem schönen ruhigen Dinner dürstet oder morgens nur schnell etwas Kalorienreiches vor einem anstrengenden Trekking braucht – hier wird man nicht enttäuscht.

Restaurants, Bäckereien und Brauereien, die einen Besuch wert sind

An erster Stelle meiner Empfehlungsliste steht das gemütliche Familienunternehmen Two Sisters Bakery, das unauffällig im historischen Teil des ruhigen Stadtzentrums Old Town nahe dem Bishop’s Beach liegt. Diese wunderbare kleine Community-Bäckerei ist seit 1993 in Betrieb und macht ohne Übertreibung die absolut besten großen Zimtschnecken auf der gesamten Halbinsel (und aus meiner Perspektive vielleicht auf der ganzen Welt 😅). Wer einen guten Kaffee und etwas Kleines zum Frühstück sucht, sollte sie nicht verpassen. Für Bierfreunde ist außerdem ein Besuch der lokalen Homer Brewing Company Pflicht, wo man hervorragende Craft Biere zu einem vernünftigen Preis probieren kann.

Und was ist mit Restaurants? Auch wenn wir keinen Fisch aßen – für normale Touristen ist Homer ein Paradies. Wer es etwas formeller mag, ist im bekannten Fat Olives gut aufgehoben. Für Fleischesser gibt es dort excellente Meeresfrüchte und Heilbutt, aber wir haben dort eine ausgezeichnete vegetarische Margherita-Pizza und eine heiße Suppe genossen. Für das typischste alaskische Fischermittagessen voller gebratener Köstlichkeiten zieht es die Touristen oft ins Captain Pattie’s Fish House direkt im Herzen des windigen Homer Spits.

Und wenn man morgens wirklich keine Zeit hat und nur schnell und günstig für ein paar Dollar satt werden will, geht man am besten direkt zur Theke des kleinen, überfüllten The Bagel Shop. Dort bekommt man mit einem Lächeln den herzhaftesten heißen Frühstücks-Bagel – für Touristen mit geräuchertem Lachs, für uns Vegetarier mit einer ordentlichen Portion Frischkäse und Gemüse.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kdy je nejlepší doba pro návštěvu Homeru?

Červen až srpen, bez debat. Počasí je nejstabilnější (12-18 °C), tah lososů je v plném proudu a funguje všechno od vodních taxi po medvědí výlety. My jsme volili červenec a byl to skvělý výběr, jen opravdu rezervujte s předstihem.

Je cesta z Anchorage do Homeru obtížná?

Vůbec ne, po celou dobu jedete po zpevněné dálnici Sterling Highway. Z Anchorage je to necelých 350 kilometrů, což zabere čistého času asi 4 až 5 hodin. Počítejte ale s celodenním výletem kvůli krásným zastávkám a letnímu provozu obytných aut.

Kolik stojí pronájem lodi na lov halibutů?

Homer je hlavním městem lovu halibutů, což se odráží na velké poptávce. V letní sezóně vyjde celodenní skupinový charter s průvodcem zhruba na 400 až 550 USD za osobu. Vybavení bývá v ceně a často vám ulovenou rybu i profesionálně vyfiletují.

Dá se do státního parku Kachemak Bay dojet autem?

Nedá, do Kachemak Bay State Park nevede žádná pozemní silnice. Jedinou možností je využít vodní taxi odjíždějící z přístavu na Homer Spit. Cesta lodí trvá 20-30 minut a zpáteční jízdenka vyjde zhruba na 90-100 USD za osobu.

Potřebuji na procházky v okolí Homeru sprej na medvědy?

Ano, absolutně. Aljaška je divočina a i na oblíbených trasách můžete snadno narazit na medvěda. Sprej noste vždy připevněný na pásku nebo batohu a v nepřehledném terénu dělejte hluk.

Co je to Homer Spit a měl/a bych tam bydlet?

Homer Spit je více než 7 kilometrů dlouhý štěrkový poloostrov vybíhající do oceánu. Najdete na něm veškerý turistický život, restaurace, přístav i kempingová místa. Bydlet zde je obrovský zážitek, ale počítejte s vyššími cenami a větším ruchem než v centru.

Zvládnou túru k ledovci Grewingk i děti?

Ano, Grewingk Glacier Lake Trail je poměrně nenáročná trasa bez výrazného převýšení. Jedním směrem k jezeru s plovoucími krami měří zhruba 4,8 kilometru. Je dobře udržovaná a velmi oblíbená právě pro rodinné výlety.

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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