Wenn du ein europäisches Ziel für ein Wochenende suchst und das Gefühl hast, die klassischen Städte seien entweder zu teuer oder hoffnungslos von Touristen überlaufen, wird dich Rumäniens Hauptstadt begeistern. Bukarest, Rumänien, ist eine der am meisten unterschätzten Hauptstädte Europas und überrascht mit erstaunlicher Vielfalt und erfreulich günstigen Preisen. Dich erwartet eine faszinierende Mischung aus prächtigen Jugendstilvillen, die wegen ihrer Eleganz einst als „Klein-Paris“ bezeichnet wurden, und monumentalen Bauten aus der Zeit des kommunistischen Diktators Nicolae Ceaușescu.
Dieser scharfe architektonische und historische Kontrast ist der wichtigste Grund für eine Reise hierher: Bis heute lässt sich die Stadt deutlich in die Zeit vor und nach dem Kommunismus unterteilen. Bei einem Spaziergang kannst du die zarte Schönheit versteckter orthodoxer Klöster bewundern und kurz darauf ungläubig vor dem größten Verwaltungsgebäude des Kontinents stehen, für das ganze historische Viertel verschwinden mussten. Außerdem gibt es von Deutschland aus günstige Direktflüge – Bukarest ist also ideal für ein verlängertes Wochenende.
In diesem ausführlichen Reiseführer stelle ich dir 20 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Bukarest vor. So holst du das Beste aus deinem Besuch heraus und entdeckst auch Orte, die vielen Reisenden entgehen. Ich verrate dir, worauf du beim angeblichen Dracula-Schloss achten solltest, wo du am besten übernachtest, und zeige dir, dass Rumäniens Hauptstadt auch eine der größten Thermen Europas beherbergt.

Kurz zusammengefasst: für alle, die nicht den ganzen Artikel lesen können
- Das größte Highlight: Der Parlamentspalast ist ein absolutes Muss. Tickets musst du unbedingt lange im Voraus online buchen.
- Historisches Zentrum: Das Viertel Lipscani bietet ein tolles Nachtleben. Hier findest du auch die fotogene Buchhandlung Cărturești Carusel.
- Erholung und Entspannung: Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt liegt Therme București, ein riesiger Thermalkomplex mit botanischem Garten, den du vom Flughafen aus bequem erreichst.
- Grüne Lunge der Stadt: Der König-Michael-I.-Park (Herăstrău) ist ideal für einen Spaziergang am Nachmittag und beherbergt auch ein sehenswertes Freilichtmuseum zum rumänischen Dorfleben.
- Die Wahrheit über Dracula: Schloss Bran zieht zwar viele Touristen an, doch der historische Vlad Țepeș hat dort nie gelebt. Seine echten Spuren findest du mitten in Bukarest.
- Günstige Preise: Bukarest zählt zu den günstigsten Städten der Europäischen Union. Essen und Verkehr kosten hier deutlich weniger als in vielen deutschen Großstädten.
Der komplette Reiseführer: Rumänien — Reiseführer und Highlights
Wann nach Bukarest reisen?
Die beste Reisezeit für Rumäniens Hauptstadt sind eindeutig die Frühlingsmonate von April bis Juni sowie der Herbst im September und Oktober. Dann ist das Wetter angenehm und ideal für lange Spaziergänge. Die großen Parks leuchten entweder in frischem Grün oder in prächtigen Herbstfarben. In den Straßencafés ist viel los und die Temperaturen bleiben angenehm – besonders praktisch, wenn du die aufgeheizten Boulevards rund um die Regierungsgebäude erkundest. Im Frühling finden außerdem zahlreiche Kulturveranstaltungen und Märkte im Freien statt, die den Straßen eine wunderbar lebendige Atmosphäre verleihen.
Den Sommer solltest du lieber meiden: Bukarest liegt in einer Senke, und die Hitze im Juli und August kann sehr drückend sein. Selbst eine gewöhnliche Besichtigung wird dann schnell anstrengend. Beton und Asphalt speichern die Wärme bis in die Nacht. Ohne regelmäßige Pausen in klimatisierten Museen oder im Schatten der Parks geht es kaum. Der Winter ist dagegen recht kalt, feucht und oft grau. Die vorweihnachtliche Stimmung mit den Weihnachtsmärkten hat aber durchaus ihren Reiz – und ist eine gute Gelegenheit für einen Besuch der Thermen. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen zwei bis drei Tage. Wenn du auch Ausflüge nach Transsilvanien oder einen ganzen Tag in der Therme planst, solltest du dir vier bis fünf Tage Zeit nehmen, damit du nicht hetzen musst.
Wo in Bukarest übernachten?
Wenn du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, bekannten Restaurants und Bars schnell erreichen möchtest, ist das historische Zentrum rund um Lipscani oder die berühmte Prachtstraße Calea Victoriei die beste Wahl. Von dort erreichst du den Parlamentspalast und viele bedeutende Museen bequem zu Fuß. Außerdem findest du gleich um die Ecke zahlreiche Möglichkeiten für ein gutes Abendessen oder einen Drink. Bukarest hat eine zuverlässige und günstige U-Bahn. Wenn du lieber ruhig wohnst und dem nächtlichen Treiben der Bars entgehen möchtest, such dir eine Unterkunft in der Nähe einer Metrostation in einem eher ruhigen Viertel, zum Beispiel rund um die Piața Romană oder den Cișmigiu-Park. Mit der Metro kommst du problemlos durch die Stadt und sparst dir viele Schritte.
Bei der Suche nach einer Unterkunft wirst du viele schöne Boutiquehotels entdecken, die deutlich günstiger sind als in Westeuropa. So kannst du dir etwas Luxus leisten, ohne den Preis eines durchschnittlichen Hotels in Paris zu zahlen. Für ein stilvolles Erlebnis mit historischem Flair buche ein Zimmer im The Marmorosch Bucharest. Das beeindruckende Hotel befindet sich in einer ehemaligen Bank aus der Zeit des „Klein-Paris“ – hier fühlst du dich wie ein Filmstar. Im mittleren Preissegment ist das Capitol Hotel ideal: Es bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis direkt an der Calea Victoriei und ist ein perfekter Ausgangspunkt für Erkundungen zu Fuß. Jüngere Reisende und Designfans werden das verspielte Moxy Bucharest Old Town mögen. Es liegt mitten in der lebendigen Altstadt und verkörpert die lockere, herzliche Atmosphäre der rumänischen Hauptstadt.
💡 Unterkunfts- und Erlebnistipp: Hier vergleichen wir Unterkünfte vor Ort, damit du siehst, was verfügbar ist und wie viel es kostet. Wir suchen am liebsten über Booking.com, wo es oft die besten Stornierungsbedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten kannst du anschließend bei GetYourGuide vergleichen und buchen.
Eine vollständige Übersicht findest du in unserem separaten Artikel – Wo in Bukarest übernachten: 18 Hotels und Viertel. Dort stellen wir konkrete Hotels nach Stadtteilen, geprüfte Bewertungen und mögliche Zusatzkosten zum Zimmerpreis vor.
20 Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Bukarest
Schauen wir uns gemeinsam die schönsten Seiten der rumänischen Hauptstadt an – von berühmten historischen Sehenswürdigkeiten bis hin zu modernen Orten zum Entspannen. Bequeme Schuhe sind in Bukarest ein Muss: Die Entfernungen zwischen den Monumenten sind wegen der riesigen Boulevards überraschend groß, und du wirst einiges zu Fuß unterwegs sein.

1. Parlamentspalast
Dieses kolossale Gebäude ist zweifellos das schwerste Gebäude der Welt – es wiegt rund 4,1 Millionen Tonnen – und zugleich das größte zivile Verwaltungsgebäude weltweit (nur das US-amerikanische Pentagon ist insgesamt größer). Mit einer Bewertung von 4,4 bei fast 7.700 Rezensionen zählt es zu den meistbesuchten Orten der Stadt. Seine Ausmaße sind so absurd, dass Besucher oft scherzen, sie hätten den Seiteneingang mit dem Haupteingang verwechselt und müssten nun eine weitere halbe Stunde um den riesigen Block herumlaufen. Der kommunistische Diktator Nicolae Ceaușescu ließ den Palast in den 1980er-Jahren errichten. Dafür wurde ein großer Teil des historischen Zentrums, das Viertel Uranus, dem Erdboden gleichgemacht – darunter zahlreiche wunderschöne Kirchen und Tausende Häuser. Heute ist der Bau ein gewaltiges Denkmal des Größenwahns, das du bei einem Besuch der Stadt nicht verpassen solltest.
Die Innenräume glänzen mit Marmor, riesigen Kristalllüstern und handgewebten Teppichen. Einige Teppiche mussten noch vor dem Bau der Wände in die Säle gebracht werden, weil sie sonst nicht durch die Türen gepasst hätten. Die Führung dauert etwas mehr als eine Stunde. Trotzdem siehst du nur einen winzigen Teil der Tausenden Räume des Palasts. Wichtig: Ein Besuch ist nur mit einer vorab gebuchten Führung möglich. Viele Touristen kommen vergeblich hierher, weil vor Ort oft keine Tickets mehr erhältlich sind. Am Eingang musst du außerdem einen gültigen Ausweis vorzeigen.
💡 Tipp: Sei mindestens 30 Minuten vor Beginn deiner Führung am Eingang. Du musst eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen passieren, und den richtigen Besuchereingang zu finden, kann etwas dauern. Die nächste Metrostation heißt Izvor.

2. Cărturești Carusel
Mitten in der belebten Altstadt befindet sich ein Ort mit fast 25.000 Rezensionen und einer Bewertung von 4,8 Sternen. Die Buchhandlung in einer prachtvoll restaurierten Bank aus dem 19. Jahrhundert zählt zu den meistfotografierten Europas. Das Gebäude gehörte einst einer bedeutenden Bankiersfamilie, wurde während der kommunistischen Zeit enteignet und in ein gewöhnliches Kaufhaus verwandelt, bevor es schließlich verfiel. Die strahlend weißen Räume mit Wendeltreppen und eleganten Galerien wirken wie aus einem Märchen und verkörpern perfekt das Flair des einstigen „Klein-Paris“, das Bukarest so berühmt machte.
Neben Tausenden Büchern, viele davon auch auf Englisch, findest du hier eine tolle Schreibwarenabteilung, Vinylplatten und Geschenke lokaler Künstler. Ein idealer Ort, um dich vor einem Sommergewitter oder eisiger Kälte zu schützen. Die Buchhandlung erstreckt sich über mehrere Etagen. Von jeder hast du einen anderen Blick auf das beeindruckende zentrale Atrium mit seinem Glasdach, durch das viel Tageslicht fällt.
💡 Tipp: Komm gleich morgens zur Öffnung, am besten gegen 10 Uhr. Dann kannst du die Räume ohne Hunderte andere fotografierende Touristen genießen. Lass dir auch das gemütliche Café im obersten Stockwerk nicht entgehen – von dort hast du den besten Blick auf den symmetrischen Innenraum.

3. Altstadt (Lipscani)
Das historische Viertel Lipscani ist das pulsierende Herz des modernen Bukarest. Enge Kopfsteinpflastergassen schlängeln sich zwischen liebevoll restaurierten Häusern und Gebäuden hindurch, die noch auf ihre Rettung warten. Früher war das Viertel das Handelszentrum der Stadt. Jede Straße trug den Namen der Zunft, die dort ansässig war – daran erinnern bis heute Bezeichnungen wie Sattler- oder Hutmacherstraße. Heute ist Lipscani vor allem eine riesige, lebendige Fußgängerzone, die nie schläft. Es gibt unzählige Cafés, Bars und Restaurants. Im Sommer breiten sich deren Terrassen auf jeden freien Platz aus und sorgen für ein ganz eigenes, fast mediterranes Flair.
Tagsüber kannst du entspannt durch die Gassen schlendern und die Architektur bewundern. Nach Einbruch der Dunkelheit wird Lipscani zum lauten Zentrum des Nachtlebens, das Menschen aus ganz Europa anzieht. Wenn du Hunger bekommst, kehr in eines der vielen traditionellen Restaurants ein. Zu den Spezialitäten zählen gegrillte Hackfleischröllchen, sogenannte Mititei, und gefüllte Krautrouladen, Sarmale. Probiere unbedingt auch die köstliche fleischlose Suppe Ciorbă oder den fantastischen Auberginenaufstrich Zacuscă – mit frischem Brot ist er unwiderstehlich. Zum Dessert solltest du Papanași kosten: frittierte Teigbällchen mit reichlich saurer Sahne und süßer Marmelade.
💡 Tipp: Trau dich auch in die schmalsten Durchgänge und Passagen zwischen den Häusern. Dort verstecken sich oft die besten kleinen Cafés oder Antiquitätenläden, die viele Touristen auf den Hauptstraßen übersehen.

4. Therme București
Etwa 20 Fahrminuten vom Zentrum entfernt und ganz in der Nähe des internationalen Flughafens Otopeni liegt der größte Thermalkomplex Europas. Er hat fast 47.000 Rezensionen mit einer Bewertung von 4,4. Therme București ist kein gewöhnlicher Wasserpark, sondern eine riesige, umweltfreundliche Entspannungsoase, die zum Heizen tiefe geothermische Quellen nutzt. Der Komplex ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, sodass sowohl Adrenalinfans als auch Ruhesuchende auf ihre Kosten kommen. Dich erwarten weitläufige Thermalbecken, zahlreiche Themen-Saunen und ein beeindruckender überdachter botanischer Garten mit Hunderten echten Palmen aus aller Welt.
Mit ihren rasanten Rutschen ist die Zone Galaxy ideal für Familien mit Kindern. In der Zone Palm kannst du entspannt an den Poolbars verweilen; Kinder unter 16 Jahren haben hier keinen Zutritt. Die Zone Elysium ist luxuriösen Saunaritualen, Massagen und wohltuender Ruhe gewidmet. Der Komplex ist ein wunderbarer Rückzugsort, wenn dir nach einem langen Tag mit Besichtigungen die Füße wehtun oder das Wetter nicht mitspielt. Alles ist hochwertig gestaltet, doch die Eintrittspreise sind im Vergleich zu ähnlichen Einrichtungen in Europa sehr moderat.
💡 Tipp: Bring eigene Badeschuhe und ein Handtuch mit, dann sparst du dir die Leihgebühr. Und buche deine Tickets unbedingt vorab online: An Wochenenden ist die Therme oft ausgebucht und die Schlangen vor Ort reichen bis nach draußen. Wenn möglich, komm lieber unter der Woche.

5. König-Michael-I.-Park (Herăstrău)
Diese weitläufige Grünfläche im Norden der Stadt ist der meistbesuchte Ort unserer Auswahl – mehr als 65.000 Rezensionen und eine hervorragende Bewertung von 4,6 sprechen für sich. Der Herăstrău-Park, der vor Kurzem nach dem letzten rumänischen König benannt wurde, ist eine riesige Oase der Ruhe rund um den gleichnamigen See. In den 1930er-Jahren gab es hier zunächst nur Sümpfe, die trockengelegt und in ein wunderschönes Erholungsgebiet verwandelt wurden. Für die Bukarester ist der Park ein beliebter Ort fürs Wochenende: Sie gehen joggen, fahren Inlineskates oder entspannen lesend im Gras.
Im Sommer kannst du ein Ruder- oder Tretboot mieten und die Stadt vom Wasser aus betrachten – an heißen Tagen in Bukarest eine willkommene Abkühlung. Rund um den See gibt es außerdem zahlreiche ausgezeichnete, wenn auch etwas teurere Restaurants mit schönem Blick auf den Sonnenuntergang über dem Wasser. Ein Besuch am späten Nachmittag lohnt sich besonders. Für den ganzen Park solltest du ruhig einen halben Tag einplanen, vor allem, wenn du den See einmal umrunden möchtest.
💡 Tipp: Am schnellsten erreichst du den Park mit der Metro, wenn du an der Station Aviatorilor aussteigst. Direkt am Eingang gibt es Stationen für Leihräder. Damit lässt sich das riesige Gelände an einem Nachmittag am besten erkunden.

6. Dimitrie-Gusti-Dorfmuseum
Mitten im weitläufigen Herăstrău-Park liegt eines der schönsten Freilichtmuseen Europas. Fast 15.000 Besucher haben es mit hervorragenden 4,6 Sternen bewertet. Dieses große Museum versetzt dich für ein paar Stunden aus der geschäftigen Hauptstadt aufs traditionelle rumänische Land: Zu sehen sind Dutzende authentische Häuser, Windmühlen, Bauernhöfe und Holzkirchen, die vorsichtig abgebaut und aus allen Teilen des Landes hierhergebracht wurden. Der Soziologe Dimitrie Gusti gründete das Museum 1936. Bis heute vermittelt es eindrucksvoll, wie hart und zugleich schön das Landleben früher war.
Alle historischen Regionen Rumäniens sind vertreten. So kannst du die Architektur des rauen, bergigen Transsilvaniens mit der des sonnigen Donaudeltas vergleichen, dessen Häuser mit Schilf gedeckt sind. Der Spaziergang zwischen schattigen Bäumen und historischen Gebäuden ist wunderbar entspannend. Außerdem finden hier oft Märkte mit traditionellem Kunsthandwerk statt, auf denen du authentischere Souvenirs findest als in den Kitschläden im Stadtzentrum. Auch mit Kindern ist der Ort ideal, denn sie haben viel Platz zum Herumlaufen.
💡 Tipp: Plane deinen Besuch direkt nach dem Mittagessen, wenn die Hitze in Bukarest ihren Höhepunkt erreicht. Die großen Bäume und die Nähe zum See sorgen für angenehme Temperaturen, und in den Häusern findest du reichlich Schatten. Der Eintritt ist günstig; am Eingang bekommst du einen übersichtlichen Lageplan.

7. Rumänisches Athenäum
Wenn du nach einem Symbol des eleganten „Klein-Paris“ suchst, wirst du im beeindruckenden Konzertsaal von 1888 fündig. Mehr als 19.000 Bewertungen ergeben einen hervorragenden Durchschnitt von 4,8 Sternen. Das Gebäude mit seiner großen Kuppel und den antiken Säulen ist ein Meisterwerk neoklassizistischer Architektur und bis heute die renommierte Heimat der George-Enescu-Philharmonie. Das Geld für den Bau wurde übrigens bei einer öffentlichen Sammlung unter dem Motto „Gebt einen Leu für das Athenäum“ zusammengetragen – die Bukarester bauten ihren Konzertsaal also gewissermaßen selbst. Vor dem Eingang liegt ein kleiner Park, in dem sich gern Studierende treffen.
Ob du bei einer Führung hineinkommst, ist manchmal Glückssache, denn während Orchesterproben bleibt der Saal oft geschlossen. Wenn du es schaffst, wirst du es aber nicht bereuen. Im Inneren beeindruckt ein riesiges rundes Fresko, das die wichtigsten Stationen der rumänischen Geschichte von der antiken Dakerzeit bis in die Moderne zeigt. Auch die Akustik des Hauptsaals ist fantastisch. Der Raum unter der Kuppel wirkt großzügig und elegant.
💡 Tipp: Am zuverlässigsten erlebst du das Innere in seiner ganzen Pracht bei einem Abendkonzert. Die Karten für die Philharmonie sind oft überraschend günstig, und ein Livekonzert in diesem Saal bleibt dir sicher lange in Erinnerung.

8. Revolutionsplatz
Auf diesem weitläufigen, geschichtsträchtigen Platz, der auf Karten keine klassische Sternebewertung hat, wurde europäische Zeitgeschichte geschrieben. Hier endete im blutigen Dezember 1989 das kommunistische Regime. Mit etwas Fantasie ist die bedrückende Stimmung jener Tage noch immer spürbar. Das markanteste Gebäude ist der ehemalige Sitz des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei. Auf dessen Dach landete der Hubschrauber, mit dem Diktator Ceaușescu und seine Frau vor der aufgebrachten Menge zu fliehen versuchten. Auch der Balkon, von dem er seine letzte, verwirrte Rede an die Nation hielt, ist erhalten geblieben – damals merkte er, dass die Menschen ihm nicht mehr zuhörten.
Direkt gegenüber steht das umstrittene Denkmal der Wiedergeburt, das an die Opfer der Revolution erinnern soll. Wegen seiner ungewöhnlichen Form nennen die Einheimischen es mit schwarzem Humor „Kartoffel auf einem Stock“. Der Platz wird von der berühmten Calea Victoriei gesäumt. Auch weitere bedeutende Gebäude, darunter das Nationale Kunstmuseum, befinden sich in der Nähe.
💡 Tipp: Schau dir die älteren Fassaden der umliegenden Gebäude genau an. An vielen Stellen sind noch Einschusslöcher zu sehen – stumme Erinnerungen an die heftigen Schusswechsel während der Revolution.

9. Stavropoleos-Kloster
Mitten zwischen den lauten Bars und modernen Restaurants im Viertel Lipscani stößt du auf ein kleines architektonisches Wunder. Mehr als 6.300 Rezensionen ergeben eine hervorragende Bewertung von 4,8 Sternen. Das kleine orthodoxe Kloster aus dem Jahr 1724 wurde von einem griechischen Mönch gegründet und hat wie durch ein Wunder Erdbeben, verheerende Brände und den rücksichtslosen Umbau der Stadt während der kommunistischen Zeit überstanden. Die reich verzierte Fassade, die zierlichen Säulen und die kunstvoll geschnitzten Holztüren sind ein wunderschönes Beispiel des für Rumänien typischen Brâncoveanu-Stils, der Renaissance, byzantinische und osmanische Einflüsse verbindet.
Die Kirche selbst ist winzig, birgt aber wunderschöne, gut erhaltene Fresken und eine spirituelle Atmosphäre, die stark mit dem Trubel draußen kontrastiert. Hier scheint die Zeit ein wenig stillzustehen. Einheimische kommen für ein paar Minuten her, um dem Alltagsstress zu entfliehen. Der Eintritt ist frei. Fotografieren ist erlaubt, sofern du dich diskret verhältst und keinen Blitz benutzt.
💡 Tipp: Wirf unbedingt auch einen Blick in den hinteren Innenhof, der als kleines Lapidarium dient. Dort sind gerettete Steinkreuze und Fragmente anderer Kirchen aufbewahrt, die beim Bau des Parlamentspalasts unwiederbringlich zerstört wurden. Mit etwas Glück hörst du eine Probe des wunderschönen byzantinischen Chors.

10. Ceaușescus Villa (Primăverii)
Während der gewaltige Parlamentspalast Ceaușescus Streben nach offizieller Monumentalität und Macht zeigt, verrät diese Privatvilla mit einer Bewertung von 4,6 und fast 9.000 Rezensionen, wie die Familie des Diktators abgeschirmt von der Öffentlichkeit lebte. Das Haus im vornehmen Wohnviertel Primăverii ist noch genau so erhalten, wie die Familie es 1989 in aller Eile verlassen hat. Die Führung durch die Innenräume gibt einen faszinierenden, aber auch beklemmenden Einblick in ein Leben, das weit von der harten Realität Rumäniens entfernt war – damals standen die Menschen für Grundnahrungsmittel Schlange.
In den Dutzenden luxuriös eingerichteten Zimmern siehst du goldene Wasserhähne in den Badezimmern, ein privates Kino, ein wunderschönes Hallenbad mit detailreichem Mosaik und einen riesigen Kleiderschrank voller teurer Pelze. Eine bizarr anmutende Mischung aus schlechtem Geschmack und grenzenloser Macht, die du dir nicht entgehen lassen solltest. Das Haus wirkt wie ein opulenter Käfig und macht deutlich, wie weit die herrschende Elite von den einfachen Menschen entfernt war.
💡 Tipp: Wie beim Parlamentspalast musst du auch hier eine Führung auf Englisch vorab über die offizielle Website reservieren. Am bequemsten erreichst du die Villa mit der Metro bis Aviatorilor. Von dort spazierst du durch ein ruhiges, wohlhabendes Viertel, das bis heute zu den teuersten Bukarests gehört.

11. Cișmigiu-Park
Bukarests ältester öffentlicher Park wurde von mehr als 41.000 Menschen mit schönen 4,4 Sternen bewertet. Nur wenige Schritte von den belebten Boulevards entfernt, ist er ein Klassiker für den Sonntagsausflug. Anders als der weitläufige Herăstrău ist der Cișmigiu von verwinkelten Wegen, alten Bäumen und romantischen Brücken geprägt, die ihm ein nostalgisches, gepflegtes englisches Flair verleihen. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ ein deutscher Landschaftsarchitekt die ursprünglichen Sümpfe trockenlegen und den Park anlegen. Seitdem ist er bei den Bukarestern beliebt.
Im Frühling und Sommer blühen hier farbenfrohe Gärten, und auf dem Teich kannst du ein Ruderboot mieten. Im Winter verwandelt sich die gefrorene Wasserfläche dagegen in eine der beliebtesten und größten Eislaufbahnen der Stadt. Mitten im Park findest du eine Reihe von Denkmälern für berühmte rumänische Schriftsteller. Mach es dir auf einer Bank gemütlich und hol dir einen guten Kaffee an einem der historischen Kioske. Der ganze Ort wirkt ruhig und romantisch.
💡 Tipp: Der Park liegt ganz in der Nähe des Universitätsplatzes und der Altstadt. Er ist ein idealer Weg, wenn du vom Zentrum in Richtung des Bahnhofs Gara de Nord möchtest. Leih dir ein Ruderboot – das ist günstig und perfekt für eine entspannte Zeit am Nachmittag.
12. Triumphbogen (Arcul de Triumf)
Ja, Bukarest hat tatsächlich einen eigenen Triumphbogen. Seine Bewertung von 4,7 Sternen und fast 20.000 Rezensionen zeigen, warum die Stadt einst so stolz „Klein-Paris“ genannt wurde. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wurde zunächst ein hölzerner Bogen zu Ehren der rumänischen Soldaten errichtet, unter dem eine Parade hindurchziehen sollte. In den 1930er-Jahren erhielt er seine heutige, imposante Form aus massivem Granit. Er steht an einer viel befahrenen Kreuzung riesiger Boulevards im Norden der Stadt und ist vom typischen Verkehrschaos Bukarests umgeben.
Viele Touristen fotografieren den Bogen nur schnell aus dem Auto oder Taxi auf dem Weg vom Flughafen. Geh lieber zu Fuß über die breite Kiseleff-Straße dorthin. Die Architektur ist ausgesprochen detailreich und mit Reliefs namhafter rumänischer Bildhauer jener Zeit geschmückt. Aus der Nähe wirkt der Bogen noch majestätischer als aus der Ferne.
💡 Tipp: An bestimmten Wochenenden, Feiertagen und besonders am 1. Dezember, dem rumänischen Nationalfeiertag, kannst du über eine Innentreppe bis ganz nach oben steigen. Von dort hast du einen fantastischen Panoramablick auf die schnurgeraden Boulevards, die bis ins Zentrum führen.

13. Alter Fürstenhof (Curtea Veche)
Diese archäologische Stätte im belebten Viertel Lipscani hat eine Bewertung von 4,2 und mehr als 1.000 Rezensionen. Für Fans von Vampirmythen und Geschichte ist sie vielleicht der wichtigste Ort der Stadt. Die Überreste des Palasts aus dem 15. Jahrhundert sind ein historischer Ort, der wirklich mit Vlad Țepeș verbunden ist – dem realen, grausamen Fürsten, der später als Inspiration für den fiktiven Grafen Dracula diente. Von hier aus regierte er viele Jahre und stellte Urkunden aus, in denen erstmals der Name Bukarest auftaucht. Damit ist der Ort von großer historischer Bedeutung.
Heute kannst du die freigelegten Fundamente alter Mauern, Reste von Bögen und die berühmte Bronzebüste des Fürsten Vlad des Pfählers sehen. Ein Foto mit ihr gehört für viele Besucher einfach dazu. Auch wenn der Ort auf den ersten Blick nicht so romantisch oder unheimlich wirkt wie die hoch in den Bergen gelegenen Burgen, findest du hier das authentischste Stück mittelalterlicher Geschichte in Rumäniens Hauptstadt.
💡 Tipp: Die Anlage ist immer wieder wegen langwieriger archäologischer Arbeiten und Restaurierungen geschlossen. Informiere dich vor deinem Besuch, ob sie gerade zugänglich ist. Selbst wenn sie geschlossen sein sollte, kannst du die Büste und die wichtigsten Ausgrabungen von der Straße aus gut durch den Zaun sehen.

14. Nationales Kunstmuseum
In den prachtvollen Räumen des ehemaligen Königspalasts am Revolutionsplatz befindet sich ein Museum mit einer starken Bewertung von 4,6 bei mehr als 10.000 Rezensionen. Wenn du Kunst und Geschichte magst, kannst du hier problemlos einen halben Tag verbringen. Die umfangreichen Sammlungen sind in zwei große Bereiche aufgeteilt: Die Europäische Galerie beherbergt Werke von Meistern wie Rembrandt, Rubens und El Greco. Die Nationale Galerie bietet einen faszinierenden Überblick über rumänische Kunst – von mittelalterlichen Ikonen bis zur Avantgarde des 20. Jahrhunderts.
Auch der ehemalige Königspalast ist ein architektonisches Juwel mit bewegter Geschichte. Während der Revolution im Dezember 1989 wurde er durch Schüsse schwer beschädigt und anschließend aufwendig über viele Jahre hinweg restauriert. Heute erstrahlt er wieder in voller Pracht und bildet einen würdigen Rahmen für die Kunstwerke.
💡 Tipp: Verpasse nicht die prächtigen historischen Säle einschließlich des berühmten Thronsaals. Sie sind allerdings nur am Wochenende im Rahmen einer Führung zugänglich. Generell sind Museen in Bukarest montags und oft auch dienstags geschlossen. Plane deinen Museumsbesuch daher am besten für die zweite Wochenhälfte.

15. Naturkundemuseum Grigore Antipa
Wenn du mit der Familie nach Bukarest reist oder dich für Tiere und die Geschichte unseres Planeten interessierst, sollte dieses Museum ganz oben auf deiner Liste stehen. Mehr als 21.000 Rezensionen ergeben eine fantastische Bewertung von 4,8. Die moderne Ausstellung begeistert Kinder und Erwachsene gleichermaßen: Verstaubte Vitrinen gehören längst der Vergangenheit an. Stattdessen erwarten dich interaktive Exponate und faszinierende dreidimensionale Dioramen mit Tieren aus aller Welt und aus dem einzigartigen, artenreichen Donaudelta. Museumsgründer Grigore Antipa war einer der Ersten, der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum statt als bloße Präparate in Vitrinen präsentierte.
Im Untergeschoss gibt es außerdem eine beeindruckende Sammlung von Mineralien und Fossilien. Dazu gehört das riesige Skelett eines ausgestorbenen Deinotheriums, das in Rumänien gefunden wurde und zum Symbol des Museums geworden ist. Die Ausstellungen sind übersichtlich gestaltet, und die Beschriftungen gibt es auch auf Englisch.
💡 Tipp: Das Museum ist bei örtlichen Schulen und Familien mit Kindern sehr beliebt. Komm am besten am späteren Nachmittag, wenn du den größten morgendlichen Andrang und lange Schlangen vermeiden möchtest. Tickets kannst du bequem online kaufen. Das Museum liegt direkt an der Piața Victoriei.

16. Universitätsplatz
Dieser Platz ist ein Knotenpunkt der jüngeren Stadtgeschichte und einer der wichtigsten Treffpunkte Bukarests. Fast 8.700 Rezensionen ergeben eine Bewertung von 4,5 Sternen. Der Universitätsplatz ist ein lebendiger Verkehrs- und Gesellschaftsknoten: Hier treffen das imposante Universitätsgebäude, das markante Nationaltheater mit seiner ungewöhnlichen Architektur und das Colțea-Krankenhaus aufeinander, eines der ältesten der Stadt. Auf diesem weitläufigen Platz kam es während der Revolution und bei den anschließenden Massenprotesten der 1990er-Jahre zu heftigen Zusammenstößen. Die Proteste gingen als sogenannte Golaniada in die Geschichte ein.
Unter dem Platz verläuft eine weitläufige Passage mit kleinen Läden, Cafés und interessanten Kunstinstallationen. Sie ermöglicht eine sichere Überquerung der chaotischen Straßen an der Oberfläche. Hier kannst du das tägliche Treiben und den Rhythmus des Großstadtlebens beobachten, während die Bukarester auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule vorbeieilen.
💡 Tipp: Schau dir auf der Grünfläche vor dem Nationaltheater unbedingt die über das Gras verteilten Kreuze an. Sie erinnern still und eindrücklich an die Studierenden, die hier im Kampf für die Freiheit ums Leben kamen. Abends ist der Platz schön beleuchtet und wirkt besonders würdevoll.

17. Friedhof Bellu
Dieses faszinierende Ziel haben bisher knapp 300 Menschen bei Google bewertet – mit einer schönen Durchschnittsnote von 4,5. Für Fans ungewöhnlicher Architektur und stiller Geschichte ist der Friedhof jedoch ein echter Geheimtipp. Bellu ist eine Art Père Lachaise von Bukarest. Hier ruhen die meisten bedeutenden rumänischen Dichter, Schauspieler, Politiker und Adligen des 19. und 20. Jahrhunderts. Touristenmassen mit Stadtplänen wirst du hier kaum sehen. Meist begegnest du nur einigen Einheimischen, dem Friedhofswärter und vielen streunenden, aber freundlichen Katzen, die sich auf den Grabsteinen sonnen.
Die Grabkunst ist beeindruckend: Mausoleen mächtiger und wohlhabender Familien sehen oft aus wie kleine gotische Kirchen, verzierte Jugendstilkapellen oder antike Tempel mit kunstvollen Skulpturen trauriger Engel. Ein Spaziergang im Schatten der alten, hohen Bäume ist wunderbar fotogen und eine willkommene Oase der Ruhe fern vom Hupen und Trubel, der andernorts in der Stadt herrscht.
💡 Tipp: Der Friedhof liegt direkt an der Metrostation Eroii Revolutiei. Fotografiere respektvoll und verzichte lieber darauf, wenn gerade eine Trauerfeier stattfindet. Wenn du die Gräber berühmter Persönlichkeiten wie des Nationaldichters Mihai Eminescu suchst, findest du am Eingang einen Lageplan.

18. Mogoșoaia-Palast
Etwa 30 Minuten vom Zentrum Bukarests entfernt liegt ein wunderschöner Palast, den mehr als 15.500 Menschen mit durchschnittlich 4,7 Sternen bewertet haben. Dieses architektonische Juwel aus dem frühen 18. Jahrhundert wurde aus roten Ziegeln erbaut und spiegelt sich romantisch im Wasser des angrenzenden Sees. Ein idealer Ausflug ins Grüne, wenn du genug vom Beton und Lärm der Stadt hast. Die weitläufigen Gärten sind gepflegt, und viele Einheimische kommen am Wochenende für lange Familienpicknicks hierher.
Im Palast befindet sich ein kleines, interessantes Museum zur Geschichte der Familie Brâncoveanu. Der Hauptgrund für einen Besuch ist jedoch die Architektur von außen: Sie beeindruckt mit aufwendig verzierten Balkonen, venezianischen Arkaden und vielen schönen Details. Der Palast überstand Kriege und die kommunistische Enteignung und ist heute ein beliebter Ort für Hochzeitsfotos.
💡 Tipp: Wenn du gern Rad fährst, kannst du dir in Bukarest ein Fahrrad leihen und über markierte Radwege und ruhigere Straßen relativ sicher hierherfahren – eine schöne, aktive Alternative zum Taxi. Ansonsten kommst du am besten mit Bolt oder Uber hin. Beide Dienste funktionieren in Rumänien gut und sind sehr günstig.

19. Kloster Snagov
Auf einer kleinen, bewaldeten Insel im gleichnamigen See nahe der Stadt steht ein Kloster, um das sich zahlreiche Geheimnisse und Legenden ranken. Mehr als 2.000 Rezensionen ergeben eine Bewertung von 4,2. Der mündlichen Überlieferung nach soll an diesem abgelegenen Ort der echte Vlad Țepeș begraben sein. Mönche sollen seinen enthaupteten Leichnam nach seinem gewaltsamen Tod in einer Schlacht gegen die Osmanen heimlich hierhergebracht haben. Vor dem Altar der kleinen, wunderschön bemalten Kirche liegt eine einfache Steinplatte, unter der der berühmte Fürst angeblich ruht.
Ob das wirklich stimmt oder nur eine geschickt erfundene Legende ist, konnten Archäologen bis heute nicht sicher bestätigen. Die Atmosphäre ist jedenfalls einzigartig und ein wenig unheimlich – besonders bei nebligem Wetter. Du erreichst die Insel über eine lange eiserne Fußgängerbrücke, die sie mit dem Festland verbindet. Alternativ kannst du am Ufer ein kleines Boot mieten und hinüberrudern, was dem Besuch einen zusätzlichen Hauch von Abenteuer verleiht.
💡 Tipp: Ein Ausflug nach Snagov lässt sich gut mit dem Mogoșoaia-Palast verbinden, denn beide liegen nördlich der Stadt in derselben Richtung. Nimm Bargeld mit: Die Mönche verlangen auf der Insel manchmal eine kleine Gebühr für den Eintritt oder das Fotografieren im Inneren der Kirche.

20. Ausflug zum Schloss Peleș und zur Burg Bran
Das ist der beliebteste Tagesausflug ab Bukarest – allerdings solltest du wissen, was dich erwartet. Das neorenaissance Schloss Peleș im Ort Sinaia wurde von mehr als 75.000 Menschen mit 4,7 Sternen bewertet und ist ein echtes Juwel tief in den Karpaten. Die reich mit Holzschnitzereien verzierten Innenräume, die Waffensammlung und die Berglandschaft werden dich begeistern. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall: Peleș gehört zu den schönsten königlichen Residenzen Europas.
Dann ist da noch die berühmte Burg Bran mit mehr als 113.000 Rezensionen und durchschnittlich 4,3 Sternen, die weltweit als das echte, unheimliche Dracula-Schloss vermarktet wird. Doch ich muss dich warnen: Historikern zufolge hat Vlad Țepeș dort nie gelebt. Selbst Google Places beschreibt die Burg vorsichtiger als „mutmaßliche Inspiration“. Die mittelalterliche Festung auf dem Felsen ist zwar wunderschön, in der Hauptsaison aber extrem überlaufen und stark kommerzialisiert. Überleg dir also, ob dir die Menschenmassen und Verkaufsstände mit Plastik-Vampirzähnen den Mythos wirklich wert sind.
💡 Tipp: Wenn du wenig Zeit hast, lass Bran aus und mach stattdessen einen Zugausflug von Bukarest nach Sinaia zum Schloss Peleș. Die Zugfahrt dauert etwa zwei Stunden, du umgehst den Straßenstau und bekommst am Schloss ein viel schöneres und authentischeres Erlebnis.
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Wenn du mehr Zeit hast, bietet Rumänien viele weitere wunderschöne Orte. Bukarest ist aber auch ein guter Ausgangspunkt, um andere Teile Europas kennenzulernen. Wenn du gern prächtige europäische Hauptstädte mit kaiserlicher Geschichte entdeckst, lies auch unseren ausführlichen Artikel darüber, was es in Wien zu sehen gibt. Dort erwartet dich ähnlich majestätische Architektur, wenn auch deutlich eleganter inszeniert. Damit bei der Planung alles glattläuft, findest du außerdem praktische Tipps dazu, wo du in Wien übernachten kannst.
Häufig gestellte Fragen
Ist Bukarest sicher für Touristen?
Ja, Bukarest ist eine absolut sichere europäische Hauptstadt. Die Kriminalität ist hier sehr niedrig und du kannst dich auch nach Einbruch der Dunkelheit ohne Bedenken im Zentrum bewegen, wenn die Straßen voller Menschen aus Bars und Restaurants sind. Wie überall solltest du in der überfüllten Metro auf Taschendiebe achten und keine Wertsachen offen auf den Tischen der Straßencafés im geschäftigen Viertel Lipscani liegen lassen.
Wie viele Tage brauche ich für einen Besuch in Bukarest?
Für die Besichtigung der Stadt selbst und ihrer wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen dir 2 bis 3 Tage in entspanntem Tempo. Wenn du aber auch einen Ganztagesausflug nach Transsilvanien zu den Burgen planst oder einen ganzen Tag in den riesigen Thermen Therme entspannen möchtest, empfehle ich dir, 4 bis 5 Tage einzuplanen.
Wie sieht es in Bukarest mit den Preisen aus?
Rumänien im Allgemeinen und Bukarest im Besonderen gehören zu den günstigsten Reisezielen in der Europäischen Union. Für Unterkünfte in guten Hotels, hervorragendes Essen in Restaurants und Fahrkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel zahlst du hier deutlich weniger als in Berlin, was es zu einer absolut idealen Wahl für einen budgetfreundlichen Wochenendtrip macht.
Hat Dracula wirklich auf Schloss Bran gewohnt?
Nein, das ist leider nur ein sehr erfolgreicher Marketing-Trick für Touristen. Der historische Fürst Vlad Țepeș, der als Inspiration für den literarischen Dracula diente, hat laut allen verfügbaren historischen Quellen nie auf Schloss Bran gewohnt und war dort vielleicht nur sehr kurz zu Besuch. Seine echten historischen Spuren findest du direkt im Zentrum von Bukarest am Alten Fürstenhof (Curtea Veche).
Ist Bukarest für Reisen mit Kindern geeignet?
Auf jeden Fall. Die Stadt hat eine riesige Anzahl wunderschöner grüner Parks mit Spielplätzen und das großartige Naturkundemuseum Grigore Antipa, das Kinder dank seiner interaktiven Ausstellungen lieben. Der größte Anziehungspunkt für Familien ist dann sicherlich der Komplex Therme București mit der riesigen Galaxy-Zone voller Rutschen und Wasserattraktionen, wo du einen ganzen Tag verbringen kannst.
Wie komme ich am besten vom Flughafen ins Zentrum?
Die schnellste und bequemste Option ist der Zug, der direkt vom Terminal des Flughafens Otopeni zum Hauptbahnhof (Gara de Nord) fährt und die Fahrt dauert etwa 25 Minuten. Von dort kommst du sehr einfach mit der Metro überall ins Zentrum. Du kannst auch Ride-Sharing-Apps wie Uber oder Bolt nutzen, die hier sehr günstig und zuverlässig sind.
Muss ich Tickets für den Parlamentspalast im Voraus kaufen?
Ja, und das unbedingt. Der Eintritt in den monumentalen Palast ist nur im Rahmen organisierter Führungen möglich, die sehr oft lange im Voraus ausgebucht sind. Mach die Reservierung online von zu Hause aus und vergiss auf keinen Fall, einen gültigen Personalausweis oder Reisepass zur Führung mitzubringen, sonst lässt dich das strenge Sicherheitspersonal nicht hinein.
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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