Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen, obwohl es schon ein paar Jahre her ist, dass wir Ende September Anfang Oktober zum ersten Mal nach Island aufgebrochen sind. Wir standen bei den Geysiren, ein irrer Wind blies, und wir beschlossen, den nahe gelegenen Hügel Bjarnarfell zu erklimmen, um eine bessere Aussicht zu haben.
In den zwanzig Minuten, die wir uns nach oben gequält haben, wechselten sich Sonnenschein, ein heftiger Platzregen, Hagel, der ins Gesicht stach, und dann wieder Sonne ab, die uns ein wenig trocknete 😅. In diesem Moment habe ich verstanden, dass auf Island die Natur macht, was sie will, und wir nur zu Besuch sind.
Wenn du eine Reise auf diese zauberhafte Insel planst, wird der isländische Golden Circle auf Island (auf Isländisch Gullni hringurinn) wahrscheinlich deine erste größere Station sein. Es ist quasi Island im Kleinformat: Auf relativ engem Raum siehst du das Beste der hiesigen Natur – von tektonischen Spalten über sprudelnde Geysire bis hin zu atemberaubenden Wasserfällen.
In diesem Artikel findest du einen kompletten Reiseführer für 2026: Wir schauen uns an, was du sehen solltest, was alles kostet, wo du clever übernachtest und vor allem verrate ich dir, was du dir sparen kannst, um keine kostbare Zeit zu verlieren.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Der Golden Circle ist eine rund 250 bis 300 Kilometer lange Route, die in Reykjavík beginnt und endet und die du locker an einem Tag schaffst.
- Die reine Fahrzeit beträgt etwa 3,5 bis 4 Stunden, aber mit den Hauptstopps und dem Fotografieren solltest du dir ganze 6 bis 8 Stunden einplanen.
- Die wichtigsten und kostenlosen (oder sehr günstigen) Stopps sind der Nationalpark Þingvellir, das Geothermalgebiet Geysir und der mächtige Wasserfall Gullfoss.
- Die Straßen sind auf der gesamten Route asphaltiert und in bestem Zustand, im Sommer brauchst du also kein Auto mit Allradantrieb (4×4).
- Brich entweder ganz früh morgens oder erst am späten Nachmittag auf, um den Touristenmassen zu entgehen, die mit großen Bussen anrücken.
Wann hinfahren und wie kommst du hin
Der Golden Circle ist ganzjährig problemlos befahrbar, und dank der überaus guten, sorgfältig asphaltierten Straßen brauchst du wirklich keine Angst zu haben, dass du einen riesigen Geländewagen mit Monsterreifen benötigst. Selbst das kleinste Mietwagen-Modell schafft diese Strecke im Sommer absolut spielend, wobei die Route selbst einen schönen geschlossenen Kreis bildet, der in Reykjavík beginnt und endet.
Wenn du die Insel aber in den dunkleren Wintermonaten entdecken willst, behalte stets im Kopf, dass die Tage hier extrem kurz sind – im Dezember geht die Sonne erst gegen halb zwölf auf und schon um halb vier nachmittags wieder unter.
Das Wetter kann zudem unglaublich tückisch sein, deshalb solltest du vor jeder Abfahrt vom Hotel sorgfältig die Websites prüfen wie Safetravel.is für wichtige Sicherheitswarnungen und das ausgezeichnete Umferdin.is für absolut aktuelle Infos zum Zustand vereister Straßen.
Mit Lukáš haben wir langfristig wirklich gute Erfahrungen mit der Suche nach Mietwagen gemacht, die wir praktisch überall auf der Welt zuverlässig nutzen – pass nur auf Neuerungen und kleine Fallstricke der lokalen Inselvermieter auf. Seit Januar 2026 gilt auf Island nämlich eine brandneue Kilometersteuer für alle PKW bis 3,5 Tonnen, die genau 6,95 ISK (rund 0,05 €) pro gefahrenem Kilometer beträgt.
Verschiedene Vermieter handhaben diese Gebühr unterschiedlich: Manche berechnen eine Tagespauschale, andere ziehen die Steuer am Ende der Reise anhand des tatsächlichen Tachostands direkt von der Kaution ab – plane das also besser vorab in dein Budget ein. Der beliebte Golden Circle kostet dich bei dieser speziellen Steuer etwa 2.000 ISK (rund 14 €), was aber zum Glück recht angenehm dadurch ausgeglichen wird, dass der Treibstoff flächendeckend günstiger geworden ist, nachdem die früheren Gebühren an den Tankstellen abgeschafft wurden.
Lass dich gleichzeitig nicht in falscher Sicherheit wiegen, nur weil du auf luxuriösem Asphalt einen kurzen Ausflug machst – widme der richtigen Versicherung deines Mietwagens wirklich große Aufmerksamkeit. Die Basisversicherung (oft als CDW bezeichnet) deckt leider bei Weitem nicht die typischen und sehr teuren isländischen Schäden ab, und da viele unscheinbare Abzweigungen zu gemütlichen Unterkünften aus Schotter oder Kies bestehen, empfehlen wir wärmstens, für den Gravel Protection draufzuzahlen.
Ein eigenes Kapitel und eine große Besonderheit Islands ist der unberechenbare Wind, der oft so unfassbar stark ist, dass er dir die Autotür glatt aus den Angeln reißt, wenn du sie beim unvorsichtigen Öffnen nicht mit beiden Händen festhältst – und solche unglücklichen Schäden deckt keine Standardversicherung ab.
Denk außerdem daran, dass jegliches Fahren abseits der offiziellen Wege auf der ganzen Insel streng und kompromisslos verboten ist – bei Verstoß droht dir eine Strafe von bis zu 500.000 ISK.
💡 Übrigens: Eine isländische SIM-Karte oder eine eSIM mit Holafly ist hier Gold wert, denn ohne Datenverbindung kannst du weder die Park-Apps noch die Wetterwarnungen nutzen.
Wo du übernachtest und was der Golden Circle kostet
Obwohl viele Leute den gesamten beliebten Rundweg direkt und ein bisschen unüberlegt von Reykjavík aus abfahren, ist es eine deutlich schlauere Strategie, sich direkt irgendwo entlang der Route einzuquartieren, was dir im Endeffekt jede Menge unnötigen Stress und kostbare Zeit erspart.
Morgens kannst du nämlich in aller Ruhe früh aufstehen und mit riesigem Vorsprung zu den größten Sehenswürdigkeiten aufbrechen, bevor dort überhaupt die ersten riesigen Busse voller Touristen aus der Hauptstadt eintreffen. Außerdem hast du abends eine etwas größere Chance, vom Fenster deines Zimmers aus die ersehnten Polarlichter zu erspähen, weil du nicht so sehr vom starken Lichtsmog der Metropole gestört wirst.
Die besten und strategisch günstigsten Stützpunkte für eine gründliche Erkundung des Rundwegs sind das Städtchen Selfoss, wo du dich zum Beispiel im hervorragenden Hotel Selfoss Spa erholen kannst, oder das wunderschön gelegene Laugarvatn, das mitten im pulsierenden Herzen des Rundwegs am Ufer eines stillen Sees liegt.
Wunderschöne Unterkünfte bietet auch das malerische und sehr beliebte Flúðir mit dem The Hill Hotel unweit der natürlichen Thermalquellen. Die absolute Spitze für alle, die immer als Erste bei den Sehenswürdigkeiten sein wollen, ist das etwas luxuriösere Hotel Geysir, das buchstäblich nur ein paar Schritte von den blubbernden Thermalfeldern entfernt liegt.
Die Übernachtungspreise auf Island sind erwartungsgemäß alles andere als günstig, und du musst dich darauf einstellen, dass du für ein recht gewöhnliches, aber anständiges Doppelzimmer in der Hauptsaison im Durchschnitt zwischen 30.000 und 50.000 ISK (rund 200 bis 340 €) pro Nacht zahlst.
Neben den Sehenswürdigkeiten und dem teuren Essen solltest du auch kleinere Parkgebühren einplanen, die auf der Insel absolut allgegenwärtig sind und heute fast ausschließlich bargeldlos über praktische Apps wie Parka oder den guten alten EasyPark abgewickelt werden.
Pass nur gut auf, dass du an den lokalen Selbstbedienungsterminals an Tankstellen und an manchen Schranken stets eine physische Kreditkarte und deren PIN-Code brauchst – dich auf der ganzen Reise nur auf bequemes Zahlen per Handy über Apple Pay zu verlassen, kann sich hier wirklich nicht auszahlen. Booking.com ist unsere liebste Plattform für Unterkünfte, und wir empfehlen dringend, beliebte Hotels schon viele Monate im Voraus zu reservieren.
💡 Konkrete Übernachtungstipps (Preise und Verfügbarkeit prüfst du über Booking, reserviere rechtzeitig – in der Saison und rund um die Sonnenfinsternis 2026 sind die Zimmer Monate im Voraus weg):
- Hótel Selfoss (Selfoss)
- Héraðsskólinn Hostel (Laugarvatn)
- The Hill Hotel (Flúðir)
- Hótel Geysir (Haukadalur)
Nationalpark Þingvellir: Hier entstand Geschichte und Kontinente
Nach etwa fünfundvierzig Minuten gemütlicher Fahrt aus dem Zentrum von Reykjavík erwartet dich der erste und gleichzeitig geologisch interessanteste Stopp deines isländischen Abenteuers. Der Nationalpark Þingvellir (gesprochen wie ein weiches Thingvellir) steht völlig zu Recht auf der prestigeträchtigen UNESCO-Welterbeliste und ist genau jener einzigartige, magische Ort, an dem sich mit etwa zwei Zentimetern pro Jahr die riesige nordamerikanische und eurasische tektonische Platte unaufhörlich und langsam voneinander entfernen.

Dein Auto kannst du auf gleich mehreren clever aufgeteilten Parkplätzen mit den Bezeichnungen P1 bis P5 abstellen, wobei du die Tagesgebühr von 1.000 ISK (rund 7 €) zum Glück nur ein einziges Mal über den Automaten oder die App Checkit.is zahlst – das mit deinem Kennzeichen verknüpfte Ticket gilt dann für das gesamte Parkgebiet.
1. Spaziergang durch die Spalte Almannagjá und der Wasserfall Öxarárfoss
Vom oberen großen Parkplatz P1 Hakið, der direkt am schönen Hauptbesucherzentrum mit modernen Toiletten liegt, gehst du auf einem angelegten Weg direkt in die riesige, majestätische Spalte Almannagjá, wo du die ganze Zeit über unglaublicherweise durch eine Art Niemandsland zwischen zwei mächtigen Kontinenten spazierst.


Dieser Ort hat live eine absolut unglaubliche und stellenweise fast beklemmende Atmosphäre, gesäumt von steilen Wänden aus schwarzem Vulkangestein, was unter anderem auch die aufmerksamen Macher der populären Serie Game of Thrones zu schätzen wussten – sie haben hier äußerst treffend das berühmte Blutige Tor angesiedelt.
Wir haben hier im Herbst einen wunderschönen und überraschend ruhigen Spaziergang durch den schmalen Canyon gemacht und sind ohne große körperliche Anstrengung auf ebenem Weg bis zum niedlichen Wasserfall Öxarárfoss gelangt, unter dem übrigens auch der sehr praktische Parkplatz P2 Efri-Vellir für all jene liegt, die nicht laufen mögen.
Der Fußweg zum Wasserfall ist völlig unanstrengend und auch für Kinder problemlos machbar, denn er führt größtenteils über bequeme, gepflegte Holzstege. Der Wasserfall selbst, der wild über die dunklen Basaltfelsen stürzt, sieht bei jedem Wetter fantastisch aus.
Außerdem spielten sich genau in diesem geschützten Gebiet einst die wichtigsten und schicksalhaftesten Momente der ganzen rauen Insel ab, denn im Jahr 930 gründeten hier mächtige und respektierte Wikinger in einem perfekten natürlichen Amphitheater beim Felsen Lögberg das berühmte Alþingi.
Das macht es zu einem der ältesten noch funktionierenden Parlamente der ganzen Welt. Einst trafen sich an diesem heiligen Ort regelmäßig die Häuptlinge aus ganz Island, um vor versammelter Menge blutige Streitigkeiten zu schlichten, lukrative Ehen zu vereinbaren und lautstark ganz neue Gesetze zu verkünden.
2. Silfra: Schnorcheln im Wasser mit 100 Metern Sicht
Wenn du wirklich auf etwas extremere und außergewöhnlichere Erlebnisse stehst, gib gleich den unteren Parkplatz P5 Valhöll ins Navi ein, der von allen genannten mit Abstand am nächsten an der weltberühmten, überfluteten Spalte Silfra liegt.

Diese auf den ersten Blick vielleicht recht unscheinbare Erdspalte ist bis zum Rand mit absolut kristallklarem Wasser gefüllt, das vom riesigen Gletscher Langjökull stammt. Es fließt hier sehr langsam herab und filtert sich dabei über unfassbare Jahrzehnte hinweg auf natürliche Weise durch poröse Lava unter der Erde.
Das Ergebnis dieses langwierigen Naturprozesses ist atemberaubend klares Wasser ohne den kleinsten Makel, in dem du unter der Oberfläche problemlos hundert Meter weit siehst. Tauchen oder mutiges Schnorcheln zählt hier völlig zu Recht zu den größten und begehrtesten weltweiten Einzigartigkeiten.
Ich muss dich aber vorab ehrlich warnen: Dieses unglaublich klare Wasser hat ganzjährig recht eisige 2 bis 4 °C. Um deine Gesundheit musst du dir aber keine Sorgen machen, denn professionelle Anbieter wie DIVE.IS, Arctic Adventures oder Troll Expeditions stecken dich vor dem Wassergang zuerst in eine besonders warme Unterkleidung und sperren dich anschließend in einen sehr dicken Neopren-Trockenanzug.
Du wirst dir zwar eine Weile etwas unbeholfen und komisch wie das berühmte Michelin-Männchen vorkommen, und der dicke Gummi um den Hals würgt dich anfangs vielleicht ein wenig, aber sobald du zum ersten Mal das Gesicht unter die Oberfläche tauchst und sich unter dir ein endloser, leuchtend blauer Abgrund öffnet, frierst du nur noch ein bisschen am ungeschützten Gesicht und an den Fingerspitzen.
Es ist allerdings ein recht teurer und exklusiver Spaß, denn die Preise für das einfache Schnorcheln beginnen bei den besten Anbietern bei etwa 21.000 ISK (rund 145 €), wenn du eigene Anreise hast. Hinzu kommen vor Ort noch weitere 1.500 ISK als obligatorische kleine Gebühr an den Nationalpark pro Person.
Reserviere deinen Platz sicherheitshalber viele Wochen im Voraus und denk immer gründlich daran, dass du und deine Kinder (die mindestens 12 Jahre alt sein müssen) für die Tauchgenehmigung wirklich strenge und genau festgelegte Gewichts- und Größenlimits erfüllen müssen, damit der Anzug im Wasser sicher abdichtet.
💡 Tipp: Tickets und organisierte Ausflüge (am Golden Circle und in der Umgebung) kaufst du am besten vorab online auf GetYourGuide – in der Saison füllen sie sich schnell.
Geysir und Gullfoss: Geothermales Theater und ohrenbetäubendes Tosen
Vom erkundeten Nationalpark Þingvellir geht es auf einer bequemen, leeren Straße rund sechzig Kilometer weiter nach Osten, direkt ins großartige Geothermalgebiet Haukadalur, das buchstäblich unaufhörlich unter den Füßen blubbert und zischt.

Hier siehst du aus nächster Nähe mit eigenen Augen, welch enorme, wilde Kraft dieses ruhelose Land knapp unter seiner dünnen Oberfläche verbirgt. Und gleich darauf, nur ein paar Kilometer weiter flussabwärts, betäubt dich einer der imposantesten und mächtigsten Wasserfälle ganz Europas.
Diese beiden grandiosen Stopps liegen wirklich nah beieinander, sodass die Fahrt nur einen kurzen Moment dauert und du dich völlig stressfrei auf die unfassbare, ungezähmte Naturschönheit ringsum konzentrieren kannst.
3. Geothermalgebiet Haukadalur und der zuverlässige Strokkur
Schon aus recht großer Entfernung siehst du bei der Anfahrt sicher die mächtigen Säulen aus heißem weißen Dampf zum Himmel aufsteigen, und gleich nach dem Aussteigen riechst du den typischen Schwefelgeruch, der stark an faule Eier erinnert und zur rohen isländischen Natur einfach untrennbar und auf seine Weise romantisch dazugehört.

Dieses riesige, blubbernde und bunte Gebiet ist die ursprüngliche Heimat des majestätischen Großen Geysir, der in seinen besten Jahren kochendes Wasser in enorme Höhen schleuderte und schließlich allen sprudelnden Geysiren weltweit stolz seinen Namen gab.
Heute ruht dieser legendäre alte Herr allerdings die meiste Zeit gemütlich und erwacht nur sehr selten und unerwartet nach wirklich großen lokalen Erdbeben aus seinem Tiefschlaf. Der größte und meistfotografierte Star des gesamten umzäunten Areals ist deshalb sein deutlich kleinerer, dafür aber umso zuverlässigerer und energischerer Bruder namens Strokkur.
Strokkur lässt dich auf seine Vorstellung wirklich nicht lange und ungeduldig warten: Etwa alle fünf bis zehn Minuten bildet er im stillen Krater eine riesige, leuchtend türkisfarbene Blase, die kurz darauf mit gewaltigem Getöse explodiert und das kochende Wasser ganze fünfzehn bis dreißig Meter hoch in die Luft schleudert – zum Staunen aller Zuschauer.
Stell dich beim Zuschauen aber clever und rechtzeitig mit dem Wind auf, sonst erwartet dich nach kurzer Zeit eine sehr ungewollte und ziemlich unangenehme heiße Dusche. Und bitte respektiere unter allen Umständen die gespannten Schutzseile, die alle angelegten Wege säumen.
Das Wasser in den unscheinbaren angrenzenden Tümpeln erreicht nämlich häufig Temperaturen über 80 °C, und die müden Rettungskräfte vor Ort versorgen hier angeblich jedes Jahr unnötig verbrühte und sehr neugierige Touristen, die naiverweise dachten, das sei doch ein guter Ort, um die Wassertemperatur kurz mit dem Finger zu testen.
Das Parken am nahe gelegenen modernen Besucherzentrum sowie der Zugang zur Aussichtsplattform an den Quellen sind hier zum Glück ausnahmslos kostenlos – pass nur gut auf dein Portemonnaie in einem der größten und mit Abstand teuersten Souvenirläden der Insel auf, durch den du auf dem Weg zu den warmen Toiletten zwangsläufig hindurch musst.
4. Gullfoss – der Goldene Wasserfall
Nur zehn Minuten flotter Autofahrt von den blubbernden Geysiren entfernt wartet brav das eigentliche und absolut grandiose Finale des klassischen Golden Circle auf dich – und zugleich mein riesiger, lebenslanger persönlicher Favorit.

Der unglaublich mächtige und ohrenbetäubende Doppelwasserfall Gullfoss, den die Einheimischen liebevoll Goldener Wasserfall nennen, stürzt in zwei großartigen, steilen Kaskaden direkt in die zweiunddreißig Meter tiefe und unglaublich enge Felsschlucht des reißenden Flusses Hvítá.
Der Anblick dieser riesigen, unaufhaltsamen Masse an Gletscherwasser aus nächster Nähe, deren monströser Durchfluss im Sommer unfassbare und schwindelerregende 140 Kubikmeter pro Sekunde erreicht, raubt jedem Neuankömmling buchstäblich den Atem.
Die Luft im gesamten Tal ist wegen des gewaltigen Wasseraufpralls ständig dicht von erfrischender Gischt erfüllt, weshalb dir eine gute wasserdichte Jacke auch dann unglaublich nützlich sein wird, wenn gerade die Sonne wunderbar scheint (dank der du hier übrigens durch die dichten Wassertropfen fast immer einen wunderschönen, kräftigen Regenbogen siehst).
Wenn du heute fassungslos hier stehst und spürst, wie unter deinen müden Füßen der durchnässte Boden buchstäblich vibriert, fällt es schwer zu glauben, dass reiche ausländische Investoren Anfang des 20. Jahrhunderts diesen einzigartigen Naturwasserfall unwiederbringlich zerstören und hier ein riesiges, hässliches kommerzielles Wasserkraftwerk bauen wollten.
Gerettet hat ihn damals die unglaublich mutige Bauerntochter Sigríður Tómasdóttir ganz allein, die tapfer und lautstark androhte, sich selbst ohne Zögern in das tosende, kalte Wasser zu stürzen. Mit der fachkundigen Hilfe des engagierten Anwalts Sveinn Björnsson – aus dem nebenbei bemerkt der allererste Präsident des unabhängigen Islands wurde – gewann sie den jahrelangen, äußerst komplizierten Rechtsstreit schließlich wie durch ein Wunder.
Zu dem überwältigenden Wasserfall führen heute zwei bequeme und sichere angelegte Wege von zwei kostenlosen, geräumigen Parkplätzen. Der eine, bequemere führt dich zur atemberaubenden oberen Panoramaaussicht beim Restaurant, der andere, etwas abenteuerlichere verläuft über nasse Stufen direkt an die Kante des tosenden Wassers – wo du allerdings garantiert ein bisschen nasser wirst.
Bonus-Stopps: Was du zusätzlich sehen kannst, wenn du Zeit hast
Wenn du wirklich vernünftig und clever schon früh morgens zu deiner Traumreise aufgebrochen bist oder für diesen tollen Ausflug gleich einen ganzen langen Sommertag mit reichlich Tageslicht eingeplant hast, wäre es ein riesiger Jammer, dich hier nur auf die große, berühmte Dreiergruppe der Sehenswürdigkeiten zu beschränken.
Auf dem Rückweg in die quirlige Hauptstadt kannst du nämlich ziemlich leicht noch ein paar weitere fantastische Orte in deinen vollgepackten Reiseplan einbauen, an denen die allgegenwärtigen Massen längst nicht so dicht sind und du das fesselnde, raue Island in viel größerer und angenehmerer Ruhe genießen kannst.
5. Krater Kerið mit türkisfarbenem See
Direkt an der vielbefahrenen Hauptstraße Nummer 35 stößt du auf den absolut überwältigenden und fast drei Millionen Jahre alten Vulkankrater Kerið, der zwar leider – anders als viele andere Naturwunder – nicht ganz kostenlos ist, dessen Eintritt aber zum Glück nur bei symbolischen 700 ISK (rund 5 €) liegt, die du ohne mit der Wimper zu zucken in einer kleinen Holzhütte am Eingang zahlst.


Der Krater ist auf den ersten Blick absolut faszinierend und besonders dadurch, dass seine außergewöhnlich sattroten, scharfen Vulkanwände unglaublich stark mit der tiefen, völlig undurchsichtigen und aquamarinblauen Farbe des stillen Sees kontrastieren, der friedlich und reglos auf seinem Grund liegt.
Wir haben hier mit unverhohlener Begeisterung gleich am zweiten anstrengenden Tag unseres gemeinsamen Ausflugs angehalten, und der ganze gemütliche Spaziergang oben entlang des Kraterrandes hat uns etwa zwanzig Minuten voller großartiger Ausblicke gekostet.
Wer aber deutlich mehr Entdeckerlust hat und ein bisschen Anstrengung auf dem Rückweg nicht scheut, kann bedenkenlos die gut gepflegten Holztreppen hinabsteigen und ganz nach unten bis direkt an die ruhige Oberfläche des farbigen Wassers gelangen.
Eine ungemein interessante und unerwartete Besonderheit dieses mystischen Ortes ist die Tatsache, dass dank der perfekten Form und völligen Abgeschlossenheit des gesamten Raums hier drinnen eine so fantastische, starke Akustik herrscht, dass am kleinen See gelegentlich seltene Kammerkonzerte stattfinden – und in der Vergangenheit sang hier zur riesigen Freude der Fans sogar die berühmte Björk von einem kleinen Floß aus, das mitten auf dem eisigen Wasser trieb.
6. Baden in der Secret Lagoon oder in Hrunalaug
Sich nach einem ganztägigen, anstrengenden Marsch im kalten, nicht enden wollenden Wind die durchgefrorenen Knochen ordentlich aufzuwärmen, ist auf Island ein absolutes Muss am Abend. Wir empfehlen dir herzlich und ehrlich, statt der unfassbar überteuerten und meist hoffnungslos überfüllten Blue Lagoon lieber ins unscheinbare Dörfchen Flúðir zu fahren.

Hier verbirgt sich nämlich ganz clever die fantastische Secret Lagoon, auch Gamla Laugin genannt, das absolut älteste Schwimmbecken der ganzen Insel, schon 1891 aus Steinen erbaut, in dem das klare Wasser ganzjährig ungemein angenehme und entspannende 38 bis 40 °C hat.
Rund um das große Becken blubbern zudem munter und lautstark weitere kleine heiße Quellen und sogar ein winziger aktiver Geysir, was es im Endeffekt zu einem viel authentischeren, ruhigeren und rustikaleren Erlebnis macht als jedes sterile, luxuriöse moderne Bad an der Küste. Der Eintritt kostet für isländische Verhältnisse angenehme 3.000 bis 4.500 ISK (rund 20 bis 30 €), und für Kinder unter vierzehn Jahren ist es hier sogar komplett kostenlos – kauf die Tickets aber sicherheitshalber vorab auf der offiziellen Website der Secret Lagoon.
Ich bitte dich aber wirklich eindringlich, gewissenhaft und ohne Widerrede an jene heilige und absolut unverrückbare isländische Kulturregel zu denken, die sich Sundlaug-Etikette nennt und ausnahmslos für alle lokalen Dorfbäder und heißen Thermen gilt.
Bevor du überhaupt versuchst, dir in der Ecke unbemerkt deine Lieblingsbadehose anzuziehen, ist es deine absolut strikte und kompromisslose Pflicht, dich in den offenen Gemeinschaftswaschräumen komplett nackt zu duschen und mit ausreichend Flüssigseife deinen ganzen Körper von Kopf bis Fuß gründlich zu waschen – wozu dich übrigens auf Schritt und Tritt recht witzige und sehr anschauliche Zeichnungen anleiten, die an fast allen Wänden der feuchten Umkleiden hängen.
Die traditionellen isländischen Bäder verwenden nämlich im Interesse von Gesundheit und Natur ein absolutes Minimum an Chlor und Chemie, sodass die Sauberkeit des Wassers hier voll und ganz von der Sauberkeit der Besucher selbst abhängt. Versuchst du also, dich verschämt und heimlich in Badekleidung zu duschen, jagen dich die stets wachsamen und resoluten Bademeister ohne jede Gnade lautstark hinaus – und du blamierst dich gehörig.
7. Brúarfoss – der blaueste Wasserfall
Wenn du das satte Türkis wirklich liebst und es dir nichts ausmacht, ein bisschen extra Weg und Zeit zu opfern, notiere dir unbedingt den Stopp am faszinierenden Wasserfall Brúarfoss in deiner Offline-Karte, dem völlig zu Recht und ohne Übertreibung der Spitzname blauester Wasserfall ganz Islands verliehen wird.

Das Wasser strömt hier unglaublich wild und lautstark durch eine dunkle, sehr enge Vulkanspalte, und seine ungewöhnliche Farbe ist tatsächlich so unglaublich leuchtend und satt, dass du nach einer Weile des Betrachtens vielleicht sogar ein wenig zweifelst, ob nicht jemand der Einheimischen heimlich nachts irgendein sehr starkes, giftiges Farbmittel hineingekippt hat.
Früher kam man zu ihm ausschließlich über eine recht langwierige, etwa dreieinhalb Kilometer lange Strecke durch unangenehmes und oft matschiges Gelände, aber heute gibt es zum Glück und zur großen Freude aller Faulpelze einen brandneuen, viel näher gelegenen gepflegten Parkplatz, an dem du nach dem Parken zwar eine kleine Gebühr von rund 750 ISK (rund 5 €) zahlst, dir dafür aber eine Menge Zeit und viele müde, nasse Schritte sparst.
8. Wasserfall Faxi und Ruhe ohne Touristen
Nur etwa zwölf Kilometer gemütlicher, flacher Fahrt vom riesigen und manchmal unangenehm überfüllten Gullfoss entfernt verbirgt sich recht unscheinbar der wunderschöne und ziemlich breite Wasserfall Faxi, der zwar bei Weitem nicht solch überwältigende Ausmaße erreicht wie sein ungleich berühmterer Kollege, dir aber dafür mit Sicherheit etwas viel Wertvolleres und Schöneres bietet: herrliche Ruhe und große, stille Gelassenheit.

Der allergrößte Teil der großen, zeitlich gebundenen Reisebusse aus Reykjavík ignoriert diesen zauberhaften Ort aus Zeitgründen völlig und mit größter Freude. So kannst du hier in deinem eigenen Tempo und in Ruhe über die Pfade spazieren, dir wunderschöne und originelle Fotos aus nächster Nähe machen und das rauschende, herabstürzende Wasser genießen, ohne dass dir ständig versehentlich jemand mit dem Ellbogen in die Seite stößt, während er das beste Selfie zu ergattern versucht.
Ein kurzer Stopp am Wasser kostet dich hier kaum mehr als gemütliche zehn bis fünfzehn Minuten reine Zeit, und als weiterer riesiger Bonus zahlst du hier weder Eintritt noch nervige Parkgebühren, was inmitten des sehr teuren Islands immer ungemein erfreut.
9. Der heiße Fluss Reykjadalur
Wenn dir am Ende eines langen, vollen Tages noch genug Energie in den Beinen bleibt und du wirklich keine Lust mehr hast, hohe Summen für den Eintritt in künstlich abgeschlossene, volle kommerzielle Thermen mit Fliesen zu zahlen, kannst du bedenkenlos einen fantastischen Abstecher zum Städtchen Hveragerði machen, von wo aus ein wunderschöner und stellenweise steiler Wanderweg direkt zum wilden heißen Fluss namens Reykjadalur führt.

Die Wanderung, die stetig über malerische und manchmal windige Hügel ansteigt, kostet dich zwar zuverlässig etwa anderthalb Stunden zügigen Gehens in eine Richtung, aber an ihrem Ende erwartet dich garantiert ein echtes Naturmärchen in Form eines wilden, schönen Flusses, der am Grund unaufhörlich und kräftig von der nahen Geothermalaktivität erwärmt wird und in den du dich jederzeit und völlig kostenlos und bedenkenlos eintauchen kannst.
Lukáš und ich lieben und vergöttern dieses unvergleichliche Gefühl absoluter Freiheit, wenn man erschöpft im heißen, fließenden Wasser mitten in den endlosen, sattgrünen Hügeln liegt und direkt über dem Kopf unaufhörlich graue Inselwolken vorbeiziehen. Du musst dich nur tapfer darauf einstellen, dass das unvermeidliche Umziehen in die Badekleidung hier direkt draußen im unfassbar eisigen Wind stattfindet und du dich nur hinter wirklich sehr wackligen, zugigen Holzwänden verstecken kannst.
Wo du essen kannst: Ein Paradies für Vegetarier und Eisliebhaber
Als Lukáš und ich zum allerersten Mal auf dem teuren Island waren, reisten wir in einem wirklich knappen Studentenbudget-Modus und brachten als überzeugte Vegetarier einen Großteil der haltbaren Lebensmittel lieber von zu Hause mit oder kochten uns nach langen Abenden selbst günstig aus unseren bescheidenen Einkäufen, die wir gleich nach der Landung gemacht hatten.
Heute bietet die großartige und stetig wachsende Gastro-Szene entlang des weitläufigen Golden Circle jedoch gleich ein paar kulinarische Perlen, die du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest und die garantiert sowohl begeisterte Gemüseliebhaber sättigen als auch jene, die vergeblich nach klassischen Fleischgerichten zu einem halbwegs vernünftigen und akzeptablen Preis suchen.
10. Tomatenfarm Friðheimar
Dieser unglaublich duftende und warme zauberhafte Ort ist schlichtweg ein absoluter und echter Gourmet-Traum für wohl jeden begeisterten Vegetarier, der durch die Welt reist.
Die großartige Familienfarm Friðheimar züchtet nämlich mit riesiger Liebe und Sorgfalt wunderschön saftige rote Tomaten in riesigen, herrlich durchfluteten Gewächshäusern, die im rauen Klima das ganze Jahr über völlig ökologisch und sauber mit der allgegenwärtigen lokalen Geothermalenergie beheizt werden. Mitten in dieses unglaubliche grüne Paradies haben die Besitzer gleich clever ein überaus beliebtes und berühmtes Restaurant eingerichtet.
Ihr allergrößter Stolz und ihre bekannteste Insel-Spezialität ist die absolut fantastische, dicke hausgemachte Tomatensuppe, die du dir nach dem Bezahlen ganz nach Belieben unbegrenzt aus dem ständig blubbernden heißen Buffet in Schüsseln schöpfst – zusammen mit unglaublich frisch gebackenem, knusprigem duftendem Brot, ehrlicher hausgemachter Butter und herrlich erfrischender, milder Gurken-Salsa.
Wir beide können an diesem Ort einfach nicht anders und schlemmen mit riesigem Appetit so viel von dem Guten, dass wir uns danach kaum noch zum Auto rollen können – das ganze einzigartige Schlemmen findet nämlich direkt zwischen Hunderten ausgewachsenen Tomatenstauden statt, um den Kopf fliegt dir ab und zu fröhlich und lautstark eine importierte fleißige Hummel, und die warme, familiäre Atmosphäre ist schlichtweg unbeschreiblich.
Auf der abwechslungsreichen Speisekarte gibt es für Interessierte natürlich auch jede Menge vollständig vegane und hervorragende vegetarische Varianten, sehr feine, großartige gefüllte Ravioli und für Mutige sogar recht ungewöhnliche Desserts aus sattgrünen Tomaten, die im Mund überraschend toll und frisch schmecken.
Pass nur wirklich gut darauf auf, dass die Farm in der Regel nur sehr kurz und ausschließlich mittags von halb zwölf bis etwa sechzehn Uhr geöffnet hat, und ohne eine rechtzeitige und bestätigte Reservierung per offizieller E-Mail hast du in der Sommersaison nicht die geringste Chance, dich hier an einen Tisch zu setzen, denn die Gewächshäuser platzen unter dem Ansturm begeisterter Touristen aus aller Welt aus allen Nähten.
11. Zum Abschluss hausgemachtes Eis auf der Farm Efstidalur
Nur ein kleines Stück von den mächtig blubbernden Geysiren entfernt liegt an einem ruhigen Abzweig die unglaublich charmante und ehrliche Familien-Milchfarm namens Efstidalur, zu der du im Grunde unbedingt wenigstens kurz fahren musst, wenn dich unterwegs unwiderstehliche Lust auf etwas wirklich Gutes und Süßes überkommt.
Die Besitzer haben dort zur Freude der Besucher ein wunderschönes, gemütliches Café, clever verbunden mit einem riesigen durchsichtigen Glasfenster im Boden, durch das du völlig ungestört und im Trockenen beim Kaffeetrinken hinunter in den perfekt sauberen Kuhstall schauen und amüsiert den zufriedenen Kühen zusehen kannst, wie sie dort frisches Heu wiederkäuen.
Sie machen dort für alle ein absolut grandioses und hundertprozentig ehrliches hausgemachtes Eis, ausschließlich aus eigener frischer Milch hergestellt. Und glaub mir: Wenn du zufällig mit müden, quengeligen Kindern nach Island reist, wird dies nach all den langweiligen geologischen Phänomenen und tosenden kalten Wasserfällen eindeutig ihr absoluter Lieblingsstopp des ganzen langen Tages sein, auf den sie sich freuen.
12. Günstig einkaufen im Bónus und der klassische Hotdog
Für alle Reisenden, die beim Essen während ihres Ausflugs wenigstens ein bisschen sparen wollen, ist der riesige und sehr beliebte isländische Supermarkt Bónus absolute Pflicht. In den Städten erkennst du ihn garantiert schon von Weitem an dem riesigen leuchtend gelben Logo mit dem skurrilen rosa Schwein, und dort bekommst du die mit Abstand günstigsten Lebensmittelvorräte der ganzen Insel, bevor du überhaupt zum ersten Mal das Auto startest und aus Reykjavík losfährst.
Gewöhnliche durchschnittliche Hauptmahlzeiten in den schönen klassischen Restaurants entlang der Sehenswürdigkeiten starten nämlich problemlos bei unangenehmen Beträgen von 2.500 bis 4.000 ISK (rund 17 bis 27 €), sodass dir eigene belegte Brote oder Snacks hier über den ganzen Ausflug wirklich ordentlich Geld im engen Reisebudget sparen.
Denk außerdem konsequent daran, dass es auf Island aus Sicht der Natur und des Geldbeutels eine absolute Sünde ist, überteuertes abgefülltes Wasser in Plastik zu kaufen, denn das ganz gewöhnliche, klare Leitungswasser ist hier perfekt sauber, reines Gletscherwasser und schmeckt hundertmal besser als alles Abgestandene, das du in den Regalen der Tankstellenshops findest.
Für Fleischliebhaber bietet sich dann natürlich ein absolut klassisches, sehr günstiges und überaus beliebtes isländisches Gastro-Erlebnis mit langer Tradition an: der einfache, schnelle Hotdog, lokal und stolz Pylsa genannt, der hier aber überraschend aus einer interessanten Mischung aus ehrlichem Lamm-, Schweine- und Rindfleischresten gemacht wird.
Du bekommst ihn zuverlässig praktisch an jeder größeren, belebten Tankstelle der bekannten lokalen Kette N1 entlang deiner Route für sympathische und akzeptable rund 820 ISK (rund 5,50 €). Alle einheimischen Feinschmecker und sogar ausländische Guides sind sich einig, dass es am besten und sichersten ist, ihn beim überraschten Personal „mit allem“ zu bestellen (auf Isländisch korrekt „eina með öllu“), was bedeutet, dass man ihn dir am Tresen großzügig mit gebratenen und knusprigen rohen Zwiebeln bestreut und reichlich mit dickem Ketchup, scharfer Remoulade und traditionellem süßem isländischem Senf übergießt.
13. Warme Suppe im Warmen am Wasserfall Gullfoss
Wenn du draußen am Geländer beim wilden Fotografieren der riesigen, eisigen Masse herabstürzenden Wassers im Nebel bis auf die Knochen durchfrierst, gibt es direkt im großen, modernen Besucherzentrum am Wasserfall Gullfoss ein riesiges und auf den ersten Blick sehr angenehmes beheiztes Selbstbedienungscafé mit schöner Panoramaaussicht.
In der Küche spezialisiert man sich hier zwar vor allem auf die sehr traditionelle, berühmte und ordentlich dicke isländische Fleischsuppe mit Gemüse, auf die hier Scharen begeisterter Touristen direkt aus der Kälte zusammenströmen, aber wir als überzeugte Vegetarier haben uns hier in der Ecke mit riesiger Freude und Dankbarkeit wenigstens frisches, weiches Brot, einen riesigen Becher heißen Tee und absolut hervorragendes süßes Gebäck gegönnt, das uns sofort und zuverlässig die fehlende und so dringend benötigte Energie für weitere Stunden anstrengendes Herumlaufen draußen im Wind lieferte.
Wohin als Nächstes auf Island
Der Golden Circle ist ein wunderschöner Einstieg, bei dem du perfekt lernst, wie Reisen auf Island funktioniert. Wenn du ihn hinter dir hast, empfehle ich, weiter in den Süden zu fahren oder die Hauptstadt zu erkunden. Hier sind weitere unserer Artikel, die dir nützlich sein werden:
- Was du in Reykjavík sehen solltest: 15 Orte, die du besuchen musst
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Golden Circle auf Island?
Der Golden Circle (auf Deutsch häufig und üblicherweise als Goldener Kreis bezeichnet) ist eine etwa 250 bis 300 Kilometer lange und äußerst beliebte Touristenroute unweit von Reykjavík, die in einem großen und übersichtlichen Paket drei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten vereint: den wunderschönen und historischen Nationalpark Þingvellir, das riesige und brodelnde geothermisch aktive Gebiet Geysir und den ohrenbetäubenden und gewaltigen Wasserfall Gullfoss.
Wie lange dauert es, den Goldenen Kreis zu fahren?
Die reine Fahrt mit dem Auto von Reykjavík und sicher zurück dauert auf glattem Asphalt etwa 3,5 bis 4 Stunden ohne Stopps. Für die drei wichtigsten und bekanntesten Haltepunkte mit Spaziergängen solltet ihr zuverlässig weitere 5 bis 6 Stunden einplanen, und wenn ihr unterwegs gerne noch einige zauberhafte Bonus-Orte wie den Vulkankrater Kerið oder die heiße und entspannende Secret Lagoon hinzufügt, nimmt dieser unglaublich reichhaltige Ausflug schöne und erschöpfende 8 bis 10 Stunden in Anspruch, was ihn zu einem Programm für einen ganzen Tag macht.
Was ist die beste Reihenfolge der Stopps?
Die üblichste und klassische Reihenfolge auf der Karte, die gedankenlos wohl alle großen Touristenbusse fahren, ist morgens in Þingvellir zu beginnen, zu den Quellen von Geysir weiterzufahren und feierlich am Wasserfall Gullfoss zu enden. Unser großartiger und wiederholt bewährter Tipp ist jedoch, sehr früh am Morgen aufzustehen und den gesamten Kreis genau andersherum zu fahren, sodass ihr hinten beim weiter entfernten Gullfoss beginnt, wo ihr die Sehenswürdigkeit bei Sonnenaufgang absolut und ganz für euch allein habt, und so den gewaltigen kompromisslosen Menschenmassen aus der Hauptstadt schön und elegant während des Tages ausweicht.
Schaffen wir das im Winter und ohne Allradantrieb?
Ja und absolut ohne größere Bedenken, da alle Haupt- und Nebenstraßen, die die Sehenswürdigkeiten auf dem Kreis verbinden, sorgfältig asphaltiert und sehr gut von der Straßenmeisterei instand gehalten sind. Ein großer und schwerer Allradantrieb ist hier wirklich keine absolute und blanke Notwendigkeit, obwohl er sich im tiefen Winter aus logischen Gründen sehr bewährt. Vergesst vielmehr nicht, das aktuelle Wetter auf en.vedur.is zu überprüfen und daran zu denken, dass im kalten Dezember und Januar die Tage wirklich unglaublich kurz sind mit nur wenigen Stunden kostbarem Tageslicht und sich auf windigen Straßen oft und sehr schnell unbemerkt durchsichtiges und äußerst gefährliches Glatteis bildet.
Wie viel kosten die grundlegenden Eintritte und das Parken?
Zum gewaltigen Wasserfall Gullfoss und in das weitläufige aktive Gebiet des berühmten Geysir ist der Fußgängerzugang inklusive Parken zur großen Freude der Geldbeutel immer noch völlig kostenlos. Im majestätischen Nationalpark Þingvellir wird dann aber obligatorisch eine Tagesparkgebühr für das gesamte riesige Gebiet in Höhe von 1.000 ISK (ca. 7 EUR) erhoben, der Eintritt zum Rand des farbenfrohen Vulkankraters Kerið kostet etwa symbolische 700 ISK (ca. 5 EUR) pro Person, ein kurzer Spaziergang und Stopp am Wasserfall Brúarfoss kostet euch auf dem Parkplatz etwa 750 ISK (ca. 5 EUR) und die heißen Thermalbäder Secret Lagoon kosten je nach Alter und Saison etwa 3.000 bis 4.500 ISK (ca. 20 bis 30 EUR) pro badendem Besucher.
Lässt sich der Kreis an einem Tag mit einem Besuch der Blue Lagoon verbinden?
Theoretisch ist das natürlich aus zeitlicher und logistischer Sicht machbar und möglich, besonders in den hellen Sommermonaten, wenn auf Island das klare Tageslicht schön bis spät in die Nacht zu sehen ist, und ein solcher sehr rasanter und beschleunigter kombinierter Ausflug mit dem Auto dauert etwa 11 anstrengende Stunden. Wir empfehlen aber allen begeisterten Reisenden mit Freude eher langfristig, sich lieber in absoluter Ruhe in der viel kleineren und deutlich ruhigeren ländlichen Secret Lagoon zu entspannen, die von allem am besten absolut perfekt und bequem direkt an der ausgewiesenen Route eures Ausflugskreises liegt und zudem diametral günstiger und freier ist.
Worauf sollte man auf der Insel am meisten achten und wie ist die Unterkunftssituation?
Der Haupt- und häufigste tückische Feind auf Reisen ist auf ganz Island nicht so sehr Kälte und Frost, sondern vielmehr absolut unberechenbarer und stellenweise wirklich extrem starker Böenwind. Haltet deshalb bitte beim Öffnen der Autotür nach dem Anhalten immer lieber krampfhaft eure Tür fest und mit beiden Händen, damit euch der Wind sie nicht mit gewaltiger Kraft unglücklich direkt aus den Angeln reißt, womit Autovermietungen leider absolut jeden Tag kämpfen und keine normalen Versicherungen diesen ziemlich häufigen, aber sehr kostspieligen und äußerst gefährlichen Schaden meist auch nur ansatzweise abdecken. Das Wasser hat dann beim Eintauchen in die beliebte Spalte Silfra eisige 2 bis 4 °C, aber mit qualitativ hochwertiger Kleidung ist dieses bewundernswerte Vergnügen nach vorheriger Buchung sehr beliebt, absolut sicher und schaffen problemlos auch begeisterte und schwimmende Kinder ab zwölf Jahren.
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