Wer sich nach einem sonnigen Ausflug nach Katalonien sehnt und die Menschenmassen rund um die Sagrada Família hinter sich lassen möchte, ist in Sitges Spanien goldrichtig. Dieses malerische Küstenstädtchen bietet den perfekten Mix aus historischer Architektur und entspannter Strandatmosphäre. Schon kurz nach dem Aussteigen aus dem Zug entschleunigt sich die Zeit auf angenehme Weise. Weiße Gassen voller Blumen, der Duft von Meersalz und eine Energie, die einen sofort in ihren Bann zieht – Sitges macht süchtig.
Katalonien endet nämlich längst nicht an den Grenzen Barcelonas, und diese Region hält überraschende Kontraste bereit. Die Küstenwinkel Spaniens zu erkunden bedeutet zu verstehen, warum die Einheimischen ihre einzigartige Identität und Kultur so leidenschaftlich schützen. Du wirst feststellen, dass Sitges einen riesigen Reichtum birgt – egal ob du Kunst, ausgelassene Partys oder einfach nur eine ruhige Ecke am Strand mit einem guten Buch suchst. In diesem Artikel findest du vierzehn sorgfältig ausgewählte Tipps, was du in Sitges sehen und erleben solltest, damit du die schönsten Erinnerungen mit nach Hause nimmst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Schnelle Erreichbarkeit: Sitges liegt nur fünfunddreißig Minuten mit dem Zug direkt vom Zentrum Barcelonas entfernt.
- Ikone der Stadt: Das Wahrzeichen ist die wunderschöne Kirche Sant Bartomeu, die sich auf einem Felssporn über den Wellen erhebt.
- Strandparadies: Mehr als siebzehn abwechslungsreiche Strände mit feinem Sand und flachem Einstieg ins Meer warten auf dich.
- Künstlerseele: Die Stadt ist die Wiege des katalanischen Modernismus und beherbergt faszinierende Museen wie das Cau Ferrat.
- Weltbekannte Festivals: Das Filmfestival im Oktober und der Karneval im Februar ziehen Hunderttausende begeisterte Besucher aus aller Welt an.
- Offene Atmosphäre: Das Städtchen ist weltweit als eines der LGBT-freundlichsten Reiseziele in Europa bekannt.
- Hervorragende Gastronomie: Unbedingt probieren: geröstetes Brot mit Tomate und das berühmte Dessert Crema catalana.
Wann nach Sitges reisen
Der ideale Reisezeitpunkt hängt davon ab, was du von deinem Urlaub erwartest. Wer Baden und Sonnenbaden möchte, findet von Juni bis Mitte September die besten Bedingungen. Allerdings solltest du dich darauf einstellen, dass die Stadt im Hochsommer von Touristen überflutet wird und die Unterkunftspreise ihren Höchststand erreichen. Im Juli und August übersteigen die Temperaturen regelmäßig dreißig Grad, was einen ständig ins Wasser treibt.
Katalonien kämpft leider in den letzten Jahren mit extremen Hitzewellen und historischer Trockenheit. In der Hochsaison können strenge Wasserverbrauchsbeschränkungen gelten, was sich in eingeschränkten Strandduschen oder Verboten zur Befüllung öffentlicher Becken äußert. Deshalb ist die Übergangszeit Ende Mai/Juni eine hervorragende Alternative, ebenso der gesamte September, wenn das Meer noch angenehm warm und die Straßen deutlich leerer sind.
Für Kultur- und Feierfans lohnt sich ein Besuch auch außerhalb der Hauptsaison. Der Oktober gehört dem berühmten Filmfestival, das die Stadt in eine leicht gruselige und sehr unterhaltsame Atmosphäre taucht. Ende Februar oder Anfang März wiederum gehört der Karneval den Straßen – mit Farben und Musik bis in die frühen Morgenstunden. Die Winter sind mild, sodass ein Januarspaziergang auf der menschenleeren Promenade seinen ganz eigenen Charme hat.
Hotels in Sitges Spanien: Wo übernachten
💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die Stornobedingungen meist am besten sind. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.
Die Wahl des richtigen Viertels beeinflusst dein Urlaubserlebnis maßgeblich. Wer mitten im Geschehen sein und alle Restaurants in unmittelbarer Nähe haben möchte, sollte eine Unterkunft direkt in der Altstadt, dem Casc Antic, suchen. Die Boutiquehotels hier haben enormen Charme, aber rechne mit einem lebhafteren Nachtleben, besonders rund um die sogenannte Sündenstraße.
Für Familien mit Kindern und Ruhesuchende ist das Viertel Vinyet ideal. Es liegt nur einen kurzen Spaziergang westlich des Zentrums, die Straßen säumen alte Bäume und die Atmosphäre ist entspannt. Wer hingegen Luxusjachten und Meeresblick bevorzugt, wählt die Gegend rund um den Hafen Aiguadolç, wo man hervorragende Fischrestaurants und wunderschöne Kulissen findet. Eine Unterkunft über Portale wie Booking solltest du weit im Voraus buchen, denn die besten Kapazitäten sind wirklich schnell weg.
Zu den besonders beliebten Hotels zählt das stilvolle ME Sitges Terramar, das am ruhigeren Ende der Promenade liegt und einen fantastischen Strandclub bietet. Erwähnenswert ist auch das Hotel Platjador im Herzen der Stadt, von dem es zum Meer buchstäblich nur ein paar Schritte sind. Für alle, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, bietet das mittelgroße Hotel Galeón mit seinem schönen Innenpool ausgezeichneten Service und Frühstück.
14 Sehenswürdigkeiten in Sitges Spanien
Lass uns gemeinsam in die Details eintauchen und das Beste erkunden, was diese katalanische Perle zu bieten hat. Hier findest du vierzehn konkrete Orte und Erlebnisse, die in deinem Urlaubsplan nicht fehlen sollten. Du wirst merken, dass die Stadt weit mehr als nur Sonnenbaden zu bieten hat – und du nimmst jede Menge kulturelle und kulinarische Erinnerungen mit nach Hause.
1. Kirche Sant Bartomeu i Santa Tecla

Diese asymmetrische Kirche, die sich auf dem Felssporn Punta erhebt, ist das absolute Wahrzeichen der ganzen Stadt. Ihre Silhouette trennt den Hauptstadtstrand vom Strand San Sebastian und bildet ein Panorama, das man auf jeder zweiten Postkarte sieht. Zur Kirche führt eine breite Treppe, die du unbedingt bis zum Haupteingang hinaufgehen solltest – von dort öffnet sich ein fantastischer Blick auf das weite Meer.
Im Inneren der Kirche aus dem siebzehnten Jahrhundert erwarten dich wunderschöne Barockaltäre, die in starkem Kontrast zum eher schlichten Äußeren stehen. Halte kurz bei der Orgel inne und lass die stille Atmosphäre dieses heiligen Ortes auf dich wirken. Du wirst feststellen, dass selbst zur Mittagszeit eine angenehme Kühle herrscht – die Kirche ist damit eine perfekte Zuflucht vor der Sommersonne.
💡 Tipp: Die schönsten Fotos der Kirche entstehen beim Sonnenuntergang vom Wellenbrecher am Strand La Fragata aus. Die goldene Stunde taucht die Steinmauern in satte Orangetöne und liefert Aufnahmen wie von einem Profi-Fotografen.
2. Spaziergang auf der Strandpromenade Passeig Marítim
Die fast drei Kilometer lange, von hohen Palmen gesäumte Promenade gehört zu den schönsten in ganz Spanien. Sie erstreckt sich von der Kirche Sant Bartomeu bis zum Luxushotel Terramar und bietet idealen Raum für einen Morgenlauf oder einen Abendspaziergang. Unterwegs passierst du Dutzende prachtvoller Kolonialvillen, die sich hier reiche Rückkehrer aus Kuba und Puerto Rico an der Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert erbauen ließen.
Die gesamte Strecke ist tadellos gepflegt und du triffst überall auf Bänke und Strandbars, die sich Chiringuitos nennen. Diese kleinen Holzhütten direkt im Sand bieten gekühlte Getränke und leichte Snacks, sodass du jederzeit Pause machen kannst. Die Promenade ist außerdem vollständig barrierefrei – ideal nicht nur für Familien mit Kinderwagen, sondern auch für Inline-Skater und Radfahrer.
💡 Tipp: Leih dir für eine Stunde ein Tretauto, von denen es entlang der Promenade gleich mehrere gibt. Das ist ein unglaublich spaßiger Weg, die gesamte Küste von Anfang bis Ende zu erkunden – ganz ohne müde Beine.
3. Die vielfältigen Strände entdecken
Sitges kann mit mehr als siebzehn verschiedenen Stränden aufwarten – hier ist wirklich für jeden etwas dabei. Direkt im Zentrum unter der Kirche liegt die beliebte Platja de la Ribera, die am belebtesten ist und jeden erdenklichen Komfort bietet, einschließlich Liegenverleih. Etwas ruhiger ist der malerische Strand Sant Sebastià auf der Ostseite des Felsens, umgeben von gemütlichen Restaurants mit Außenterrassen.
Das Mittelmeer ist in dieser Gegend überraschend klar und der Einstieg ins Wasser sehr flach, was das Ziel zu einem Paradies für Nichtschwimmer und kleine Kinder macht. Die meisten Stadtstrände werden regelmäßig mit der Blauen Flagge für Sauberkeit und Servicequalität ausgezeichnet. Geht man weiter vom Zentrum weg, stößt man auf FKK-Strände und versteckte Buchten, die wesentlich mehr Privatsphäre bieten.
💡 Tipp: Fahre zum abgelegenen Strand Platja de l’Home Mort, wenn du absolute Ruhe suchst und nichts gegen einen kürzeren Fußmarsch hast. Diese hinter Felsen versteckte Bucht bietet kristallklares Wasser und Abstand von den Menschenmassen im Zentrum.
4. Verloren in den Gassen der Sitges Altstadt
Das historische Zentrum, der Casc Antic, ist ein wahres Labyrinth aus weißen Gassen, das sich hinter der Hauptkirche den Hügel hinaufschlängelt. Die Häuser haben typisch weiße Fassaden mit blauen Fensterrahmen und jede Menge blühende Geranien auf den Balkonen. Ich empfehle dir, die Karte wegzustecken und einfach ohne konkretes Ziel zu schlendern, denn hinter jeder Ecke wartet eine nette Überraschung.
Beim Spaziergang entdeckst du alte Fischerhäuser neben prächtigen Palästen, die den Reichtum der Stadtgeschichte belegen. Schau nicht nur um dich herum, sondern auch nach unten – oft siehst du wunderschöne keramische Pflastersteine. In den engen, schattigen Gassen verstecken sich die besten unabhängigen Boutiquen, wo du originelles Kunsthandwerk, Leinenkleidung und lokale Keramik findest.
💡 Tipp: Besuche die Carrer d’en Bosc, die älteste erhaltene Straße der ganzen Stadt. Ihre groben Steinmauern und Überreste der alten Stadtbefestigung versetzen dich sofort mehrere Jahrhunderte zurück.
5. Kunstmuseum Cau Ferrat
Dieses einzigartige Museum ist ein absolutes Muss für alle Kunstliebhaber. Ursprünglich war es das Haus und Atelier des berühmten Künstlers und Schriftstellers Santiago Rusiñol, der die Welle des katalanischen Modernismus in das Städtchen brachte. Das Innere des Hauses wurde nahezu so erhalten, wie Rusiñol es hinterließ, und wirkt unglaublich authentisch.
Drinnen erwartet dich eine faszinierende Sammlung von Gemälden, Keramik und Schmiedeeisen, die Rusiñol leidenschaftlich sein ganzes Leben lang zusammengetragen hat. An den Wänden hängen nicht nur seine eigenen Leinwände, sondern auch frühe Werke Pablo Picassos und Gemälde von El Greco. Die blau gestrichenen Wände voller kostbarer Artefakte schaffen zusammen ein absolut berauschendes visuelles Erlebnis.
💡 Tipp: Kaufe eine Kombiticket, das für das Museum Cau Ferrat und das benachbarte Museum Maricel gilt. So sparst du einige Euro und da beide Häuser miteinander verbunden sind, ist der Übergang sehr fließend.
6. Architektonisches Juwel: Palau de Maricel
Der Palast Maricel ist eines der schönsten Gebäude an der gesamten Küste – sein Anblick verschlägt einem buchstäblich den Atem. Er wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts vom amerikanischen Millionär und Kunstsammler Charles Deering mit Hilfe des Architekten Miquel Utrillo erbaut. Du wirst feststellen, dass der Bau verschiedene historische Stile meisterhaft vereint – von der Gotik über die Renaissance bis hin zu damals modernen Elementen.
Der beeindruckendste Teil des Palastes ist der sogenannte Goldene Saal und der wunderschöne blaue Innenhof, von dem aus sich Panoramablicke auf das aufgewühlte Meer öffnen. Der gesamte Komplex diente als luxuriöse Residenz für den Empfang hochrangiger Gäste und die Ausstellung von Kunstsammlungen. Heute finden hier oft Hochzeitszeremonien und renommierte Kulturveranstaltungen statt, was die Exklusivität dieses Ortes nur unterstreicht.
💡 Tipp: Informiere dich vorab über die Termine der Führungen, da der Palast nicht dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Führungen finden nur an bestimmten Tagen statt und sind in der Hauptsaison schnell ausgebucht.
7. Museu Maricel und seine Sammlungen

Direkt gegenüber dem Palast liegt das gleichnamige Museum, das die Entwicklung der katalanischen Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart dokumentiert. Die Räumlichkeiten des Museums wurden vor einigen Jahren umfassend renoviert und bieten nun erstklassige Ausstellungssäle mit perfekter Beleuchtung. Die Ausstellung führt dich chronologisch durch romanische Fresken, gotische Altäre und faszinierende Seestücke, die die Geschichte der Region widerspiegeln.
Neben den Kunstwerken selbst bezaubert auch die Architektur des Gebäudes, das direkt auf dem Felsen über dem Meer steht. Einige Säle haben riesige Fenster mit Meerblick, sodass man das Gefühl hat, als wäre die Meeresoberfläche Teil der Ausstellung. Auch eine hervorragende Abteilung für realistische Skulpturen fehlt nicht, in der Werke lokaler Meister aus dem neunzehnten Jahrhundert dominieren.
💡 Tipp: Plane für beide Museen einen ganzen Vormittag ein, damit du die Exponate in aller Ruhe und ohne Hetze genießen kannst. Nach dem Besuch empfehle ich, sich auf dem nahe gelegenen kleinen Platz auf einen Kaffee zu setzen und die künstlerischen Eindrücke nachklingen zu lassen.
8. Casa Bacardí und die Geschichte des berühmten Rums

Vielleicht überrascht es dich, aber der Gründer der weltbekannten Rummarke, Facundo Bacardí Massó, wurde genau hier geboren. Im historischen Gebäude des alten Marktes Mercat Vell befindet sich heute ein Besucherzentrum, das fesselnd die Geschichte seines Lebens und seines Weges nach Kuba erzählt. Du erfährst, wie sich der junge Auswanderer von null hocharbeitete und ein Getränk erschuf, das die ganze Welt eroberte.
Während der interaktiven Führung erfährst du viele interessante Details über die Rumproduktion und die Bedeutung des ikonischen Fledermaus-Logos. Die Fledermäuse lebten unter dem Dach der ersten Destillerie auf Kuba und wurden von Frau Bacardí als Glückssymbol betrachtet. Am Ende der Führung erwartet dich ein unterhaltsamer Cocktail-Workshop, bei dem du unter Anleitung eines professionellen Barkeepers dein eigenes perfektes Mojito mixt.
💡 Tipp: Buche die Führung vorab online, da sie in kleinen Gruppen stattfindet und oft ausgebucht ist. Vergiss deinen Ausweis nicht – die Verkostung ist selbstverständlich nur für Erwachsene zugänglich.
9. Atmosphäre einer weltoffenen LGBT-Destination
Das Städtchen ist weltweit als eine der sichersten und LGBT-freundlichsten Destinationen in Europa bekannt. Diese Tradition der Toleranz reicht bis in die 1960er Jahre zurück, als Künstler und Bohemiens hierher flohen und im damals konservativen Spanien Freiheit suchten. Heute herrscht eine absolut entspannte und inklusive Atmosphäre, in der sich jeder unabhängig von seiner Orientierung wohlfühlen kann.
Das Herz des Nachtlebens ist die bekannte Carrer 1er de Maig, die im Volksmund als Sündenstraße oder Calle del Pecado bezeichnet wird. Dort findest du Dutzende lebhafte Bars, Clubs und Cafés, in denen der Spaß nach Sonnenuntergang beginnt und erst in den frühen Morgenstunden endet. Im Sommer findet hier ein fantastisches Pride-Festival statt, das bunte Umzüge, Open-Air-Konzerte und eine riesige Portion positiver Energie auf die Straßen bringt.
💡 Tipp: Besuche eine Drag-Queen-Show in einem der lokalen Clubs, auch wenn du nicht zur LGBT-Community gehörst. Diese Shows stecken voller trockenem Humor, großartiger Kostüme und garantieren einen unvergesslichen Abend voller Lachen.
10. Das Sitges Film Festival voller Spannung

Jeden Oktober verwandelt sich die Stadt in die Welthauptstadt des Fantasy- und Horrorfilms. Das renommierte Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya zieht Filmstars, Regisseure und tausende begeisterte Fans aus aller Welt an. Wenn du in dieser Zeit hierher kommst, erlebst du die Stadt in einem völlig anderen Licht – geprägt von Filmplakaten und thematischen Dekorationen.
Die größte Attraktion des Rahmenprogramms ist der legendäre Zombie Walk, bei dem sich Hunderte Menschen als Untote verkleiden und durch die Straßen torkeln. Filme werden in mehreren wunderschönen Kinos gezeigt, darunter das historische Kino Prado. Du wirst feststellen, dass die Festivalatmosphäre ungeheuer ansteckend ist und selbst ein gewöhnlicher Stadtspaziergang zu einem kulturellen Erlebnis wird.
💡 Tipp: Kaufe Tickets für die großen Abendvorführungen gleich nach Verkaufsstart – sie sind buchstäblich in wenigen Minuten ausverkauft. Falls du leer ausgehst, kein Grund zur Sorge: Viele kleinere Vorführungen und Open-Air-Veranstaltungen sind kostenlos zugänglich.
11. Der wilde Karneval im Februar
Während der Rest Europas im Februar friert, erlebt Sitges dank seines berühmten Karnevals die heißesten Tage des ganzen Jahres. Dieses Ereignis gehört zu den größten und ausgelassensten in Spanien und lockt jährlich bis zu dreihunderttausend Besucher an. Du wirst merken, dass für eine Woche alle Hemmungen fallen und die Straßen von Tausenden Menschen in unglaublich aufwändigen Kostümen geflutet werden.
Höhepunkt der Woche sind zwei große Umzüge mit Themenwagen, die sogenannte Rua de la Disbauxa und die Rua de l’Extermini. Aus den Wagen dröhnt laute Musik, Tänzer zeigen fantastische Choreografien und überall fliegen Konfetti. Die ganze Stadt verwandelt sich in eine einzige große Tanzfläche, auf der einheimische Familien, Touristen und Senioren in den extravagantesten Masken gemeinsam feiern.
💡 Tipp: Wenn du zum Karneval reist, buche dein Hotel am besten ein halbes Jahr im Voraus. Die Kapazitäten der Stadt sind in dieser Woche bis zum Bersten ausgelastet, und in den frühen Morgenstunden eine Zugfahrt zurück nach Barcelona zu ergattern erfordert echtes Stehvermögen.
12. Ausflug mit dem Zug nach Barcelona
Dank der hervorragenden Bahnverbindung ist ein Tagesausflug in Gaudís Stadt ein absolutes Muss. Die S-Bahn-Linie R2S fährt vom Hauptbahnhof ungefähr alle zwanzig Minuten ab, und die Fahrt zum Bahnhof Barcelona Sants oder Passeig de Gràcia dauert fünfunddreißig Minuten. Du wirst feststellen, dass die spanischen Züge sauber, zuverlässig und sehr günstig sind – das Auto kann also guten Gewissens zu Hause bleiben.
In Barcelona kannst du dann die noch unvollendete Sagrada Família bewundern, die belebte Las Ramblas entlangschlendern oder dich im Gotischen Viertel verlieren. Der Vorteil einer Unterkunft in Sitges liegt darin, dass du tagsüber den Trubel der Großstadt genießt, abends aber in das ruhige Küstenstädtchen zurückkehrst, ohne von Touristenmassen und Großstadtlärm gestört zu werden.
💡 Tipp: Kauf ein Ticket für Zone drei, das die Fahrt hin und zurück abdeckt. Wenn du mehrmals fahren oder in einer Gruppe reisen möchtest, lohnt sich eine Zehnfahrtenkarte, die den Preis pro Strecke deutlich reduziert.
13. Natur pur im Parc del Garraf
Direkt hinter der Stadt erheben sich die Kalksteinhügel des Naturparks Parc del Garraf, die der ganzen Küste eine dramatische Kulisse verleihen. Diese trockene, felsige Landschaft ist von Dutzenden Kilometern Wanderwegen und Radstrecken verschiedener Schwierigkeitsgrade durchzogen. Die Aussichten von den Gipfeln auf das unendliche Mittelmeer sind absolut atemberaubend und jeden Schweißtropfen wert.
Mitten im Park verbirgt sich zudem eine große Überraschung: das buddhistische Kloster Sakya Tashi Ling, das in einem wunderschönen modernistischen Schlösschen untergebracht ist. Der Kontrast asiatischer Spiritualität und katalanischer Architektur inmitten der rauen Natur ist faszinierend. Das Kloster bietet Führungen an und du kannst dort sogar an Meditationsworkshops teilnehmen, die deinen Geist vollkommen beruhigen.
💡 Tipp: Brich Wanderungen in die Hügel grundsätzlich früh morgens auf, besonders in den Sommermonaten. Die Kalksteinfelsen reflektieren tagsüber die Sonnenstrahlen stark, Schatten ist kaum vorhanden und die Temperaturen klettern auf gefährliche Höhen.
14. Katalanische Gastronomie genießen
Die katalanische Küche steht stolz abseits aller gesamtspanischen Klischees und bietet für jeden fantastische kulinarische Erlebnisse. Das Grundnahrungsmittel schlechthin ist das ikonische Pa amb tomàquet: knuspriges rustikales Brot, eingerieben mit dem Fruchtfleisch reifer Tomaten, großzügig mit hochwertigem Olivenöl beträufelt und mit Meersalz bestreut. Du wirst feststellen, dass dieser einfache Genuss absolut süchtig macht – und in fast jedem lokalen Restaurant als Vorspeise serviert wird.
Wer im Frühling kommt, sollte sich das Phänomen der Calçots auf keinen Fall entgehen lassen. Dabei handelt es sich um süße Frühlingszwiebeln, die über offenem Feuer geröstet, mit den Händen geschält und in die dicke Romesco-Sauce aus Mandeln, Haselnüssen und Knoblauch getaucht werden. Lokale Fischer bereiten gerne den reichhaltigen Fischeintopf Suquet de peix zu, der nach Safran duftet – aber auch hervorragende vegetarische Tapas sind reichlich vorhanden. Den süßen Abschluss macht die traditionelle Crema catalana, ein Eigelbdessert mit Zimt und knuspriger Karamelkruste, zu der ein Glas des lokalen Schaumweins Cava wunderbar passt.
💡 Tipp: Halte zur Mittagszeit Ausschau nach Restaurants, die ein Menú del Día anbieten. Für einen Bruchteil des Abendpreises bekommst du üblicherweise ein Drei-Gänge-Menü inklusive Getränk und Kaffee – das ist nicht nur günstig, sondern auch sehr authentisch.
Weiter reisen ab Sitges
Wer mehr Zeit in Spanien hat, findet in dieser Region unbegrenzte Möglichkeiten für weitere Ausflüge. Der logische erste Schritt ist die eingehende Erkundung von Barcelona, dessen Gaudí-Bauten man mindestens einmal im Leben mit eigenen Augen gesehen haben muss. Wer kleinere historische Städte mit filmischer Atmosphäre bevorzugt, nimmt den Schnellzug nach Girona, dessen mittelalterliche Gassen als Kulisse für die Serie Game of Thrones dienten.
Naturliebhaber und Entdecker versteckter Buchten sollten weiter nach Norden an die Costa Brava fahren, wo Pinienwälder steil ins türkisfarbene Meer fallen. In entgegengesetzter Richtung, kurz südlich von Sitges, liegt das altehrwürdige Tarragona mit seinem atemberaubenden römischen Amphitheater direkt am Strand. Wer mehr darüber wissen möchte, womit man seinen Magen auf Reisen füllen kann, liest unseren Artikel über typisch spanisches Essen. Wer einen längeren Roadtrip entlang der Küste plant, kann weiter nach Süden in das sonnige Valencia oder bis zum Ferienort Alicante reisen.
Häufig gestellte Fragen
Wie komme ich vom Flughafen Barcelona nach Sitges?
Die einfachste Variante ist, den Flughafenbus der Linie MonBus zu nutzen, der direkt vom Terminal 1 verkehrt und für die Fahrt etwa dreißig Minuten braucht. Wenn ihr am Terminal 2 ankommt, könnt ihr mit dem Zug zur Station El Prat de Llobregat fahren und dort bequem in die Linie R2S umsteigen, die euch bis ans Ziel bringt.
Ist Sitges ein teures Reiseziel?
Im Vergleich zu kleineren Dörfern im Süden Spaniens gehört es zu den etwas teureren Badeorten, da es von der Nähe zu Barcelona und seinem exklusiven Ruf profitiert. Unterkünfte sind in der Sommersaison kostspielig, aber die Preise für Essen in gewöhnlichen Restaurants und die Einkäufe in Supermärkten bewegen sich auf normalem europäischem Niveau.
Brauche ich in der Stadt ein Auto?
Ein Auto braucht ihr für den Aufenthalt direkt in der Stadt definitiv nicht und es wäre euch eher hinderlich. Das historische Zentrum ist eine reine Fußgängerzone, die Strände sind fußläufig erreichbar und das Parken ist überall sehr teuer und kompliziert. Für Ausflüge in die Umgebung leisten die Züge absolut zuverlässige Dienste.
Ist die Stadt für Familien mit Kindern geeignet?
Obwohl das Reiseziel für sein Nachtleben bekannt ist, ist es für Familien mit Kindern absolut ideal und sehr sicher. Ihr findet hier kilometerlange ebene Promenaden für Kinderwagen und das Meer hat an den meisten Stellen einen sehr sanften und sicheren Einstieg, was sorgenfreies Baden auch für die Allerkleinsten garantiert.
Welche Sprache spricht man hier?
Die Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch, wobei die Einheimischen fließend zwischen ihnen wechseln. Dank des starken internationalen Tourismus verständigt ihr euch hier aber absolut problemlos auf Englisch, und das auch in kleineren Geschäften und Restaurants.
Sind die örtlichen Strände sandig oder kieselig?
Alle Stadtstrände bedeckt ein schöner und sehr feiner goldener Sand, der perfekt zum Barfußgehen ist. Die meisten werden regelmäßig gereinigt und gepflegt, daher braucht ihr hier definitiv keine Badeschuhe, es sei denn, ihr plant, die felsigen Buchten außerhalb der Stadt zu erkunden.
Gelten im Sommer wegen Trockenheit irgendwelche Einschränkungen?
Ja, Katalonien hat ab und zu mit Niederschlagsmangel zu kämpfen und während der heißen Sommermonate können die Behörden Sparmaßnahmen einführen. In der Praxis bedeutet das für Touristen meist, dass Duschen und Fußspülen an den Stränden aus Vorsichtsgründen abgeschaltet sein können, womit man am besten im Voraus rechnet.
Ist das Leitungswasser trinkbar?
Das Leitungswasser ist gesundheitlich völlig unbedenklich und ihr könnt es bedenkenlos trinken. Es hat allerdings einen recht hohen Gehalt an Chlor und Mineralien, daher muss sein Geschmack nicht jedem zusagen, weshalb viele Touristen wie auch Einheimische lieber Flaschenwasser kaufen.
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