Polen mit Kindern ist eine fantastische Wahl für den Familienurlaub. Die meisten denken zwar sofort an Italien oder Kroatien, aber mein Partner Lukáš und ich haben seit letztem Jahr einen ganz anderen Favoriten: Polen mit Kindern – unser absolutes Lieblingsreiseziel. Falls ihr darüber nachdenkt, zu unseren Nachbarn im Osten aufzubrechen, muss ich euch gleich zu Beginn warnen: Ihr werdet dieses Land wahrscheinlich so sehr ins Herz schließen, dass ihr nirgendwo anders mehr hinfahren wollt. ☺️
Letztes Jahr haben wir mit unserem Jonášek, der damals genau ein Jahr alt war, eine wunderbare Zeit im Norden in Gdynia verbracht – und dieses Jahr, mit seinen zwei Jahren, erweitern wir unseren polnischen Horizont noch weiter. Wir reisen in voller Besetzung und nehmen zum Meer auch unsere beiden Hunde Kája und Baby mit, denn die Ostseestrände sind wie für sie gemacht (in Großstädte und Nationalparks lassen wir sie allerdings lieber zu Hause). Von unserem siebentägigen Roadtrip durch Polen und allen vorherigen Besuchen haben wir eine zentrale Erkenntnis mitgenommen: Die Polen sind unglaublich kinderfreundlich, und das ganze Land ist fantastisch auf Familien vorbereitet.
All das haben wir über die Jahre am eigenen Leib erfahren – mit Kinderwagen über Kopfsteinpflaster, mit Hunden am Ostseestrand und mit einem Jonášek, der sich geweigert hat, den Aquapark zu verlassen. Statt einer trockenen Auflistung bekommt ihr also unsere ehrlichen Tipps, inklusive der Orte, die die Reise nicht wert sind. 😉
Zusammenfassung
- Bester Spaß: Der Freizeitpark Energylandia in Zator und der riesige Indoor-Aquapark Suntago nahe Warschau sind in Europa konkurrenzlos.
- Tiere und Natur: Der Zoo in Breslau mit dem afrikanischen Pavillon ist ein absolutes Unikat – für Wisente geht es in den Białowieża-Urwald.
- Ans Meer mit Kinderwagen: Die Halbinsel Hel und die Dreistadt (Danzig, Sopot, Gdynia) bieten breite Strände und tolle Infrastruktur. Auf dem nassen Sand am Wasser klappt es mit dem Kinderwagen sogar ganz gut.
- Preise und Essen: Polen ist nach wie vor deutlich günstiger als Deutschland. Kinder lieben die traditionellen Pierogi, und in jedem Restaurant wird man mit einem Kindermenü herzlich empfangen.
- Praktische Warnung: Die historischen Stadtzentren polnischer Städte sind voller Kopfsteinpflaster. Ohne Kinderwagen mit großen Luftreifen wird die Stadtbesichtigung zur Tortur.

Warum mit Kindern nach Polen? 5 gute Gründe
Warum also ausgerechnet Polen? Wenn mich Freunde danach fragen, habe ich fünf Gründe parat, die ich schneller herunterbete, als sie Luft holen können.
1. Es ist nah und ihr spart Flugkosten
Von Berlin oder Dresden seid ihr in Südpolen in wenigen Stunden. Die Fahrt an die Ostsee dauert mit dem Auto je nach Startpunkt etwa 4 bis 6 Stunden, aber dank der hervorragenden polnischen Autobahnen vergeht die Zeit wie im Flug. Für Familien mit kleinen Kindern ist das Auto ein riesiger Vorteil, denn ihr könnt anhalten, wann immer euer Kleines es sich wünscht, und bekommt einfach alles rein – inklusive des Lieblingstöpfchens.
Lukáš und ich schätzen es außerdem enorm, dass wir uns die Kosten für Flugtickets und Gepäckgebühren sparen. Wir können in Ruhe unseren großen Kinderwagen einladen, die Lieblingsspielzeuge, die Hundesachen – und im Kofferraum bleibt trotzdem noch Platz für jede Menge Einkäufe auf dem Rückweg.
2. Günstige Preise und tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
Polen mit Kindern sprengt nicht euer Familienbudget. Unterkünfte, Restaurantbesuche und Eintrittspreise für Attraktionen sind oft spürbar günstiger als in Deutschland, geschweige denn im Vergleich zu Westeuropa. Für euer Geld bekommt ihr hier einen unglaublichen Mehrwert.
Und ganz ehrlich: Es kommt uns immer deutlich günstiger, dabei haben wir ein Apartment mit einem Badezimmer, das größer ist als unser Wohnzimmer zu Hause, und wir verlassen das Restaurant so satt, dass wir Jonášek tragen müssen – weil wir selbst kaum noch laufen können. 😁
3. Die Polen lieben Familien und Kinder wirklich
Das ist etwas, das uns immer wieder überrascht. In manchen Ländern erntet man schon mal böse Blicke, wenn das Kind im Restaurant etwas lauter wird. In Polen wird man angelächelt, bekommt Malbücher und der Kellner zwinkert dem Kleinen noch fröhlich zu.
Insgesamt ist die polnische Gesellschaft viel aufgeschlossener gegenüber Familien mit Kindern – und das gibt einem als Elternteil eine enorme innere Ruhe. Wir hatten nie das unangenehme Gefühl, dass wir mit einem Kleinkind jemanden stören, selbst als unser Jonášek gerade die Akustik des örtlichen Cafés testete.
4. Freizeitparks von Weltklasse
Wenn ihr nach einem unvergesslichen Ziel in Polen mit Kindern sucht, müsst ihr nicht lange recherchieren. Die Aquaparks und Freizeitparks vor Ort sind wirklich gigantisch. Ob die riesige Energylandia oder die Thermalkomplexe – die Polen wissen einfach, wie man Attraktionen baut, bei denen einem die Kinnlade herunterfällt.
Während Lukáš sich immer auf den verrücktesten Achterbahnen austobt, bewundere ich die perfekte und saubere Ausstattung für die Kleinsten. Nirgendwo fehlen Wickeltische und Mikrowellen zum Aufwärmen von Essen – man fühlt sich einfach wie zu Hause.
5. Essen, das Kinder einfach mögen
Jeder Elternteil kennt den Kampf, wenn das Kind im Urlaub die lokalen Spezialitäten verweigert. Die polnische Küche ist aber ein bisschen wie bei Oma: Kräftige Brühen, gefüllte Teigtaschen (Pierogi) in hundert Varianten, Kartoffeln, Braten und die geliebten süßen Pfannkuchen.
Hier werdet ihr kein Problem haben, selbst den wählerischsten Esser satt zu bekommen. Wir freuen uns jedes Mal auf die großzügigen Portionen und stellen ehrlich fest, dass sogar Jonášek hier im Urlaub manchmal deutlich besser isst als zu Hause in unserer Küche.
Wann reisen und wie hinkommen
Wann man nach Polen aufbrechen sollte, hängt stark davon ab, was ihr erleben wollt. Wir haben es fast zu jeder Jahreszeit ausprobiert, also kann ich euch wenigstens ein paar Fehler ersparen.
Wann aufbrechen?
Wenn ihr einen Strandurlaub mit Kindern plant, ist natürlich der Sommer ideal – konkret Juli und die erste Augusthälfte. Die Ostsee ist erfrischend und die Natur blüht wunderschön. Achtet aber auf Mitte August: Am 15. August haben die Polen einen Feiertag und ein langes Wochenende, vergleichbar mit dem italienischen Ferragosto. Ganz Polen packt die Koffer und fährt ans Meer oder in die Tatra – die Autobahnen sind verstopft und die Unterkunftspreise schießen in die Höhe. Diese Tage würde ich lieber meiden.
Der Herbst ist absolut genial für einen Besuch in Großstädten wie Krakau oder Breslau. Es ist nicht mehr so heiß und für Spaziergänge mit dem Kinderwagen ideal. November und Dezember gehören den berühmten Weihnachtsmärkten. Und wenn ihr den Winter liebt, fahrt nach Karpacz oder Zakopane, wo es eine tolle Skiinfrastruktur auch für die Kleinsten gibt.

Anreise: Auto gewinnt, aber der Zug hat seinen Charme
Mit kleinen Kindern ist das Auto schlicht die einfachste Wahl. Ihr müsst euch keine Gedanken über Gepäckgrenzen machen, und wenn ihr aus Ostdeutschland startet, seid ihr in Südpolen manchmal schneller als an der deutschen Küste. Die polnischen Autobahnen sind modern und sauber – informiert euch nur vorab über das Mautsystem, das auf einigen Abschnitten online per App bezahlt wird. Parken in den Innenstädten kann schwieriger und teurer werden, daher empfehle ich immer, eine Unterkunft mit Parkplatz im Preis zu suchen.
Falls ihr mit älteren Kindern unterwegs seid, könnt ihr den Zug ausprobieren. Von Berlin gibt es gute Zugverbindungen nach Warschau und andere Ziele – die Fahrt ist bequem und die Kinder können aufstehen und herumlaufen, während ihr in Ruhe euren Kaffee trinkt. Es fährt auch der Flixbus dorthin, aber mit ganz kleinen Kindern wie unserem Jonášek würde ich das Risiko eher nicht eingehen. 😅
Unterwegs nutzen wir regelmäßig den Vergleichsrechner RentalCars.com, wenn wir einen Mietwagen brauchen – Lukáš und ich haben damit seit Jahren weltweit nur die besten Erfahrungen gemacht.
Wo mit Kindern übernachten und was es kostet
Die häufigste Frage, die mich per Mail erreicht: Wo übernachten und ob der Urlaub in Polen mit Kindern das Budget sprengt. Die gute Nachricht: Obwohl Polen in den letzten Jahren etwas teurer geworden ist, bleibt es ein deutlich günstigeres Reiseziel als Deutschland. Bezahlt wird in Polnischen Złoty (PLN), wobei der Kurs sich langfristig bei etwa 0,23 € pro Złoty bewegt. Wir zahlen fast überall mit Karte.
Die Unterkunftspreise variieren je nach Region. In Krakau oder Breslau empfehle ich, geräumige Familienapartments direkt im Zentrum oder in Gehweite der Hauptattraktionen zu suchen. Wir buchen gerne zum Beispiel die Meyo Apartments am Hauptplatz, wo wir alles in Reichweite hatten und einen atemberaubenden Ausblick genossen. Wir achten immer darauf, dass das Gebäude einen Aufzug hat – denn Kinderwagen und tausend Taschen in den vierten Stock zu schleppen, will wirklich niemand.
In der Dreistadt (also Danzig, Sopot und Gdynia) ist es ideal, ein Apartment oder Hotel möglichst nah an der Strandpromenade zu finden. Wir haben uns zum Beispiel im Novotel Gdańsk Marina wohlgefühlt, das nur einen Katzensprung vom Strand entfernt liegt und eine tolle Ausstattung für Kinder bietet. Am Meer ist es ein riesiger Vorteil, wenn man nur wenige Meter zum Strand hat und jederzeit kurz aufs Zimmer kann. Sucht ihr Wellness in den Bergen, etwa rund um Zakopane, findet ihr wunderschöne moderne Hotels mit Pools und Kinderspielbereichen, aus denen ihr gar nicht mehr weg wollt. Achtet nur bei der Buchung von Wellnesshotels nahe der Grenze darauf, dass sich einige davon als „Adults Only“ (16+) profilieren – damit ihr an der Rezeption keine böse Überraschung erlebt.
Das Budget für einen einwöchigen Familienurlaub mit zwei Kindern (inklusive Unterkunft in einem schönen Apartment, tägliches Essen im Restaurant und Eintrittskarten für Attraktionen) liegt bei etwa 800 bis 1.200 € – je nachdem, wie viel ihr euch gönnt. Sparen kann man, indem man im Apartment kocht, aber die polnischen Restaurants sind so gut und erschwinglich, dass wir im Urlaub meistens mit Freuden aufs Kochen verzichten. 😁
15 beste Attraktionen und Orte in Polen mit Kindern
Das Land bietet unglaublich viel Abwechslung, egal ob ihr nur ein verlängertes Wochenende oder einen zweiwöchigen Roadtrip plant. Wir haben lange überlegt, was alles in diese Liste gehört, denn Ausflugstipps hätten wir wohl hunderte. Am Ende haben wir diese fünfzehn Orte ausgewählt, die unserer Meinung nach jeden ausgegebenen Euro wert sind.
1. Energylandia Zator: größter Freizeitpark Mitteleuropas

Das hier ist ein absolutes Phänomen – und wenn eure Kinder Karussells lieben, dürft ihr diesen Park nicht verpassen. Energylandia liegt nur einen Katzensprung von Krakau entfernt und ist eine regelrechte Stadt des Vergnügens. Ihr findet hier über hundert Attraktionen, aufgeteilt in verschiedene Themenzonen. Für die Kleinsten und Kleinkinder gibt es das märchenhafte Bajkolandia, wo sie auf sanften Zügen und Tierchen fahren können.
Für größere Kinder und mutige Eltern gibt es die Zone mit den extremsten Achterbahnen Europas. Lukáš hat sich dort letztes Jahr auf der Achterbahn Hyperion ausgetobt und meinte, es sei einer der besten Adrenalin-Kicks seines Lebens gewesen. Teil des Parks ist zudem ein riesiger Outdoor-Aquapark, den ihr mit eurer Eintrittskarte kostenlos nutzen könnt.
Das gesamte Gelände ist blitzsauber, hervorragend organisiert, und das Essen kostet hier keine absurden Summen wie in manch anderen europäischen Parks. Wir empfehlen, gleich zwei Tage für die Energylandia einzuplanen, denn an einem Tag schafft man es mit Kindern kaum, alles in Ruhe zu erkunden. Mehr Tipps zum Thema Wasserspaß findet ihr in unserem Artikel über polnische Aquaparks.
2. Suntago Park of Poland (Wręcza): Tropenparadies unter einem Dach

Unweit von Warschau ist der größte Indoor-Aquapark Europas entstanden – ein Ort, an dem man vergisst, dass man sich in Mitteleuropa befindet. Drinnen erwarten euch echte Palmen aus exotischen Ländern, Lufttemperaturen über 30 Grad und badewannenwarmes Wasser. Für Familien mit Kindern gibt es den riesigen Bereich Jamango.
In dieser Zone findet ihr unglaubliche 32 Rutschen, einen Wildwasserfluss, ein Wellenbecken und für die Allerkleinsten ein wunderschönes flaches Planschbecken mit Rutschen und einem Piratenschiff. Überall passen Rettungsschwimmer auf und die Sicherheit steht hier wirklich an erster Stelle. Wir haben mit Jonášek einen ganzen Tag im Wasser verbracht – und er wollte nicht raus, nicht mal als wir ihm Eis versprochen haben.
Eltern werden es zu schätzen wissen, dass man hier hervorragend essen kann. Und falls es euch gelingt, die Kinder für eine Weile bei Oma zu lassen oder euch abzuwechseln, könnt ihr in die Relax-Zone, die nur für Erwachsene zugänglich ist. Dort findet ihr ruhige Thermalbecken und eine fantastische Saunawelt, in der ihr wunderbar entspannen könnt.
3. Zoo Breslau und das afrikanische Wunder Afrykarium

Breslau (Wrocław) ist schon für sich genommen eine wunderschöne Stadt voller kleiner Bronzezwerge, die Kinder begeistert durch die Stadt suchen. Das wahre Juwel ist aber der örtliche Zoo, der zu den besten gehört, die wir je gesehen haben: weitläufig, grün, komplett barrierefrei – mit dem Kinderwagen fährt man hier wie auf Schienen.
Der Hauptmagnet ist der monumentale Pavillon Afrykarium. Es handelt sich um ein gewaltiges Gebäude, das ausschließlich der afrikanischen Fauna und Flora gewidmet ist. Höhepunkt der Tour ist ein Unterwasser-Glastunnel, in dem direkt über euren Köpfen Haie, Rochen und Meeresschildkröten schwimmen. Dieses Erlebnis ist absolut atemberaubend – selbst wir Erwachsenen standen mit offenem Mund da.
Kauft die Tickets unbedingt vorab online. Der Zoo ist an Wochenenden sehr voll und die Schlangen an den Kassen können endlos sein. Im Park gibt es zahlreiche Imbissstände und saubere Toiletten mit Wickeltischen, was wir mit Jonášek ungemein zu schätzen wissen.
4. Museum des Warschauer Aufstands: Geschichte für ältere Kinder

Wenn ihr ältere Kinder ab etwa zehn Jahren zu Hause habt, nehmt euch Zeit für das Muzeum Powstania Warszawskiego in Warschau. Das ist kein klassisches langweiliges Museum voller Vitrinen und langer Texte, sondern eine absolut fesselnde interaktive Ausstellung, die euch sofort in den Bann zieht.
Ihr geht durch Nachbauten bombardierter Straßen, hört Sirenen und fallende Bomben, sammelt Stempel und könnt sogar durch ein verkleinertes Modell der Kanalisation kriechen, durch die sich die Aufständischen bewegten. Für Kinder ist das ein starkes Erlebnis, das ihnen Geschichte viel näher bringt als jedes Schulbuch. Wir waren nach dem Besuch erst mal still und gingen dann schnurstracks ins nächste Café auf ein Stück Kuchen. Kauft die Tickets vorab online, sonst steht ihr in der Schlange – und braucht danach den Kuchen doppelt.
5. POLIN: Museum der Geschichte der polnischen Juden

Ein weiteres Warschauer Museum, das zeigt, dass die Polen moderne Ausstellungen einfach meisterhaft gestalten können. POLIN ist ein riesiges, architektonisch atemberaubendes Gebäude. Die gesamte Ausstellung ist als Reise durch die Zeit konzipiert und steckt voller multimedialer Elemente, Bildschirme, Modelle und Spiele, die auch jüngere Schulkinder begeistern.
Der schönste Teil ist eine handbemalte Nachbildung einer hölzernen Synagoge, die man betreten kann. Für Kinder gibt es eine spezielle Zone „Beim König Maciuś“, wo sie spielen, malen und an verschiedenen unterhaltsamen Workshops teilnehmen können, die sie wirklich fesseln.
Mit dem Kinderwagen sind wir dank Aufzügen und Rampen ohne eine einzige Stufe durchgekommen. Und als uns auf dem Weg aus dem Museum der Regen erwischte, machte uns das überhaupt nichts aus – wir waren sowieso noch nicht fertig. Es ist schlichtweg der perfekte Unterschlupf bei schlechtem Wetter.
6. Salzbergwerk Wieliczka: unterirdisches Märchen

Nur einen Katzensprung von Krakau entfernt findet ihr das Salzbergwerk Wieliczka, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Diesen Ausflug empfehle ich eher für Kinder ab sechs Jahren, denn man muss mehrere hundert Holzstufen hinunter steigen (nach oben bringt euch ein Grubenaufzug) und die Führung dauert über zwei Stunden. Mit Kinderwagen ist es hier nicht machbar, für Kleinkinder braucht ihr also eine Trage.
Unten erwartet euch allerdings eine magische Welt. Riesige aus Salz gehauene Hallen, unterirdische Seen und die atemberaubende Kapelle der Heiligen Kinga, in der sogar die Kronleuchter aus Salz bestehen. Die Guides haben Verständnis für Familien und bereichern die Führung oft mit Geschichten über Grubenkobolde.
Im Bergwerk herrscht eine konstante Temperatur von etwa 14 bis 16 Grad – packt den Kindern also selbst im Hochsommer einen warmen Pullover und bequeme geschlossene Schuhe ein.
7. Riesengebirge und Karpacz: an der Grenze zweier Länder

Das Riesengebirge (Karkonosze) hat auch auf der polnischen Seite enormen Charme – und oft findet man dort sogar bessere Angebote für Familien. Das Städtchen Karpacz ist ein hervorragender Ausgangspunkt. Von hier könnt ihr mit der Seilbahn auf den Berg Kopa fahren, von wo es nur noch ein kurzes Stück bis zur Schneekoppe (Śnieżka) ist.
Für Kinder ist die örtliche Western City ein großer Hit – eine originalgetreue Nachbildung einer Cowboy-Stadt. Hier gibt es einen Sheriff, einen Saloon, Ponyreiten, Goldwaschen und Bogenschießen. Regelmäßig finden Western-Shows statt, die Kinder völlig in ihren Bann ziehen und sie sich für einen Moment wie echte Helden fühlen lassen.
Karpacz ist zudem voller moderner Hotels mit riesigen Kinderspielbereichen und Pools – selbst wenn das Bergwetter nicht mitspielt, ist also für ganztägige Unterhaltung bestens gesorgt.
8. Halbinsel Hel: Ostseeparadies für Familien mit Hunden

Wenn ihr ans Meer mit Kindern fahrt, ist die Halbinsel Hel unsere absolute Herzensangelegenheit. Es ist eine schmale, über 30 Kilometer lange Sandnehrung, die auf der einen Seite von einer ruhigen Bucht umspült wird (ideal für kleine Kinder zum Planschen im flachen Wasser) und auf der anderen Seite von der wilden Ostsee.
Die Halbinsel ist durchzogen von wunderbaren Radwegen durch Kiefernwälder. Ihr könnt euch Fahrräder mit Anhänger mieten und die gesamte Halbinsel abfahren. Hauptattraktion für Familien ist die örtliche Robben-Auffangstation (Fokarium) im Städtchen Hel am Ende der Halbinsel, wo Kinder die Fütterung dieser niedlichen Tiere beobachten können.
Und was für uns absolut entscheidend ist: Die Strände hier sind sehr hundefreundlich. Unsere Kája und Baby konnten mit uns über den Sand toben, und niemanden hat es gestört. Die Polen tolerieren Hunde am Strand weitaus mehr als in Südeuropa – der Urlaub wird also für wirklich alle ein Genuss.
9. Gdynia: maritime Atmosphäre und Aquarium

In Gdynia haben wir letztes Jahr eine wunderbare Zeit verbracht, und wir lassen nichts darauf kommen. Die Stadt ist zwar nicht so historisch wie das benachbarte Danzig, aber für Familien mit Kindern ungemein praktisch. Sie hat einen schönen breiten Strand direkt im Zentrum, entlang dem eine herrliche Promenade voller Spielplätze und Cafés verläuft – wo ihr in Ruhe euren Kaffee trinken könnt, während die Kinder spielen.
Der Hauptmagnet ist das Aquarium von Gdynia, das direkt auf der Mole liegt. Drinnen seht ihr Haie, Korallenriffe und Fische aus der Ostsee. Im Vergleich zu Breslau ist es kleiner, aber auch hier können Kinder locker zwei Stunden verbringen – Jonášek war von den Fischchen total begeistert.
Am Hafen liegen außerdem das riesige Kriegsschiff Błyskawica und das historische Segelschiff Dar Pomorza, die man besichtigen und unter Deck erkunden kann. Für kleine Seefahrer ist das ein absolutes Highlight und der perfekte Weg, die Kinder vor dem Schlafengehen müde zu bekommen.
10. Międzyzdroje und Baltic Park Molo: nah an der Grenze
Ihr sucht ein Ziel nahe der deutschen Grenze? Dann auf nach Międzyzdroje oder ins benachbarte Swinemünde (Świnoujście). Von der deutschen Seite ist es nur ein Katzensprung, und es sind klassische Urlaubsziele mit sehr langen, breiten Stränden. Der Sand ist fein und weiß, und der Einstieg ins Wasser extrem flach.
In Swinemünde findet ihr den Komplex Baltic Park Molo, der einen ausgezeichneten Aquapark umfasst. Hier gibt es Wellenbecken, Saunen und tolle Kinderbecken. Wenn das Wetter im Strandurlaub nicht hundertprozentig mitspielt – was an der Ostsee schon mal passieren kann –, rettet dieser Aquapark den Tag mit Leichtigkeit.
Von Międzyzdroje aus könnt ihr zudem einen Familienausflug in den nahe gelegenen Nationalpark Wolin unternehmen und im Gehege lebende Wisente bestaunen.
11. Masurische Seen: Ruhe auf dem Wasser
Die Masuren – das ist eine ganz andere Art von Urlaub. Es ist das Land der tausend Seen, verbunden durch Kanäle und Flüsse. Der ideale Urlaub hier sieht so aus: Ihr mietet ein Hausboot. Dafür braucht ihr keinen Bootsführerschein – die Bedienung lernt man in zwanzig Minuten.
Mit Kindern ist das ein riesiges Abenteuer, an das sie sich ein Leben lang erinnern werden. Ihr habt euer schwimmendes Zuhause auf dem Wasser, tagsüber badet ihr direkt vom Boot, esst auf dem Deck zu Mittag und abends legt ihr in einer stillen Bucht oder einer modernen Marina mit Restaurants und Spielplätzen an.
Die Natur hier ist schlichtweg wunderschön, ruhig und unglaublich sauber. Ein perfektes Kontrastprogramm zu überfüllten Strandresorts, wenn ihr einfach mal durchatmen wollt.
12. Białowieża-Urwald: zum König des Waldes
Ganz im Osten Polens liegt Białowieża, einer der letzten Reste des europäischen Urwaldes. Dieser Ausflug ist ideal für Familien mit naturbegeisterten Kindern (am besten ab etwa 4 Jahren, damit sie ein Stück laufen und die Natur erkunden können).
Die größte Attraktion sind natürlich die Wisente. Im örtlichen Schaugehege könnt ihr gleich mehrere dieser imposanten Tiere sehen – und sie aus nächster Nähe zu erleben, flößt gewaltigen Respekt ein. Rund um das Gehege führen schön asphaltierte Wege, auf denen ihr mit dem Kinderwagen problemlos vorankommt.
Neben Wisenten gibt es hier auch Wölfe, Luchse und Tarpane zu sehen. Die Atmosphäre des gesamten Ortes ist sehr ruhig, geheimnisvoll und für Stadtkinder absolut einzigartig.
13. Toruń: lebendiges Lebkuchenmuseum
Toruń ist eine der schönsten historischen Städte Polens, Geburtsort von Nikolaus Kopernikus und vor allem die berühmte Stadt des Lebkuchens. Durch die Backsteingassen zu schlendern, fühlt sich an wie in einem mittelalterlichen Märchen.
Mit Kindern solltet ihr unbedingt das Lebendige Lebkuchenmuseum (Żywe Muzeum Piernika) besuchen. Vergesst langweilige Museumsführungen – das hier ist eine fantastische interaktive Show! Auf unterhaltsame Weise, oft unter Mitwirkung „mittelalterlicher“ Bäckermeister und Hexen, erfahrt ihr die gesamte Geschichte der Lebkuchenherstellung.
Das Beste daran: Jeder (auch die Eltern) knetet seinen eigenen Teig, rollt ihn aus, drückt ihn in historische Holzformen und lässt ihn backen. Eure selbst gemachten Lebkuchen nehmt ihr dann alle stolz als das allerbeste Souvenir mit nach Hause.
14. Krakau: Wawel und der feuerspeiende Drache
Wer zur Energylandia fährt, kombiniert das meistens mit einem Besuch in Krakau. Die Stadt hat einen ganz besonderen Zauber. Die Königsburg Wawel thront über der Weichsel, und die Kinder interessiert vor allem das, was sich darunter verbirgt.
Am Flussufer steht nämlich die Statue des Wawel-Drachen. Der Legende nach terrorisierte dieser Drache die Stadt, bis ihn ein cleverer Schuster überlistete. Die Statue spuckt zudem alle paar Minuten echtes Feuer. Rund um die Statue steht immer eine Traube wartender Kinder, und jedes Mal, wenn eine Flamme aus dem Maul schießt, ertönt begeistertes Kreischen im Chor.
Vom Drachen aus könnt ihr dann gemütlich an der wunderschönen Uferpromenade entlangspazieren, Schwäne füttern und euch den besten typischen Kringel (Obwarzanek) an einem der blauen Stände auf dem Marktplatz kaufen – um den sich Lukáš und ich jedes Mal ein bisschen streiten.

15. Babiogórski Nationalpark und Umgebung
Wenn ihr euch nicht durch die Menschenmassen in Zakopane kämpfen wollt, probiert den nahegelegenen Babiogórski Nationalpark oder den Bialski Nationalpark. Es ist eine Gegend mit wunderschönen Bergen und unberührter Natur, die eine tolle Alternative zu den belebteren Ferienorten bietet.
Dieses Gebiet steht bei uns noch auf der Liste (ehrlich gesagt müssen wir noch warten, bis Jonášek etwas größer ist 😅), aber von Freunden weiß ich, dass die Lehrpfade hier auch kleine Kinder schaffen und das Informationszentrum am Anfang des Weges saubere Toiletten hat – was für Eltern, wie wir alle wissen, die absolute Priorität Nummer eins ist.
Praktische Tipps für Reisen mit Kinderwagen
Als wir nur zu zweit unterwegs waren, haben wir über Straßenbeläge nie groß nachgedacht. Mit Kinderwagen und dem kleinen Jonášek haben sich unsere Prioritäten allerdings grundlegend geändert. Polen ist ein geschichtsträchtiges Land – und das spiegelt sich ziemlich gnadenlos in der Beschaffenheit der Gehwege wider.
Vorsicht Kopfsteinpflaster
Vor allem die historischen Stadtzentren von Krakau, Breslau, Danzig oder Toruń sind komplett gepflastert. Das sind keine glatten, flachen Steine – oft handelt es sich um altes Kopfsteinpflaster. Wenn ihr mit einem kleinen Stadtkinderwagen anreist, der harte Plastikräder hat, werdet ihr leiden – und eurem Kind kann von dem Gerüttel sogar schlecht werden.
Nehmt auf jeden Fall einen Kinderwagen mit großen, idealerweise luftgefüllten Rädern und guter Federung mit. Das rettet euch die Nerven, und der Kleine kann darin tagsüber in Ruhe schlafen, während ihr endlich euren Kaffee auf dem Marktplatz genießt.
Kinderwagen am Strand
Wenn es an die Ostsee geht, wartet Sand auf euch. Die polnischen Ostseestrände haben oft hölzerne Rampen und Stege, aber die enden kurz hinter dem Zugang. Wenn ihr nah am Wasser bleibt, wo der Sand nass und von den Wellen festgetreten ist, kommt man mit dem Kinderwagen einigermaßen zurecht (wenn man ihn rückwärts hinter sich herzieht).
In den tiefen, trockenen Sand solltet ihr mit dem Kinderwagen aber gar nicht erst versuchen zu fahren – nach zwei Metern steckt ihr fest. Eine Babytrage zum Meer ist für Eltern immer die bessere Wahl und hat sich bei uns mit dem kleinen Jonášek bei Strandausflügen bestens bewährt.

Wo essen und was mit Kindern probieren
Essen ist beim Reisen mit Kindern ein Kapitel für sich. Unsere Erfahrung zeigt: Die polnische Gastronomie ist für deutsche Kindermägen sehr verträglich, und man gerät hier nicht in die Situation, dass das Kind einfach nichts essen kann und man verzweifelt.
Pierogi retten alles
Das polnische Nationalgericht sind Pierogi – gefüllte Teigtaschen, die gekocht oder gebraten werden. Es gibt sie herzhaft (mit Fleisch, Sauerkraut, Kartoffeln und Quark – die sogenannten „russischen“), aber was Kinder absolut lieben, sind die süßen Varianten.
Pierogi gefüllt mit Erdbeeren, Blaubeeren oder Quark, bestreut mit Zucker und übergossen mit Sahne, verschwinden vom Teller in Lichtgeschwindigkeit. Jonášek schafft davon unfassbare Mengen, und Lukáš und ich stibitzen ihm heimlich vom Teller, weil man ihnen einfach nicht widerstehen kann.
Suppen für jeden Tag
Die Polen lieben Suppen. In fast jedem Restaurant findet ihr „Rosół“ – eine kräftige Hühner- oder Rinderbrühe mit Nudeln, die normalerweise riesig ist und ohne Weiteres auch einen Erwachsenen satt macht. Für Kinder ist das die ideale warme Mahlzeit nach einem anstrengenden Tag voller Herumtoben.
Falls eure Kinder eher auf Tomatensuppe stehen, probiert die „Zupa pomidorowa“, die in Polen ebenfalls sehr beliebt ist. Meistens werden Nudeln oder Reis hinzugefügt, sodass sie schön sämig und nahrhaft ist – Kinder lieben sie.
Restaurants und Kindermenü
Die meisten Restaurants – auch die gehobeneren – bieten automatisch ein Kindermenü an. Darin findet ihr meist panierte Hähnchenstückchen mit Pommes (der Klassiker schlechthin), kleinere Portionen Pasta oder die besagten Pfannkuchen. Fast überall stehen Kinderhochstühle bereit, und sehr oft gibt es sogar eine kleine Spielecke mit Buntstiften.
Zu unseren Lieblings-Familienrestaurants gehört das Pueblo in Gdynia, wo es nicht nur ein tolles Kindermenü gibt, sondern das Personal auch unglaublich freundlich ist. In Krakau gehen wir gerne ins Restaurant Pod Wawelem, wo es gigantische Portionen gibt und die lebhafte Atmosphäre dafür sorgt, dass eventuelles Kindergeschrei einfach untergeht.
Snacks in Geschäften
Wenn ihr ein Kleinkind habt, das fröhlich Quetschies und Gläschen isst, müsst ihr keine riesigen Vorräte von zu Hause mitschleppen. Marken wie Hipp oder Gerber sind in Polen in den Rossmann-Filialen ganz normal erhältlich – wir kaufen dort für Jonášek immer laufend nach.
Günstigere (aber dennoch sehr hochwertige) Alternativen findet ihr in den allgegenwärtigen Supermärkten Biedronka und Żabka. Dort gibt es auch super Obst-Chips und Fruchtpürees, die für Autofahrten absolut ideal sind.
Worauf achten: Touristenfallen und Abzocke
Polen ist für Familien ein sehr sicheres Land, und ihr müsst euch vor keiner ernsthaften Kriminalität fürchten. Trotzdem gibt es ein paar kleine touristische Fallstricke, auf die ihr als Eltern achten solltet – damit ihr nicht unnötig Geld verliert, das ihr den Kindern lieber als tolles Eis spendiert.
Euronet-Geldautomaten und der tückische Wechselkurs
Euronet-Geldautomaten gibt es in ganz Polen zuhauf. Wenn ihr dort Geld abheben müsst, lehnt immer – und wirklich immer – das Angebot der Kursumrechnung (DCC) ab. Der Automat wird euch sehr eindringlich fragen, ob ihr einen „garantierten Kurs“ in Euro wollt.
Das ist Abzocke: Der Kurs ist extrem ungünstig und kann euch locker mehrere Euro kosten. Wählt immer die Auszahlung in Landeswährung (PLN) ohne Umrechnung. Am besten hebt ihr aber gleich an Geldautomaten polnischer Banken ab, wo ihr euch eines fairen Kurses sicher sein könnt.
Falsche Taxis an Bahnhöfen und Sehenswürdigkeiten
Obwohl das langsam abnimmt, könnt ihr in touristischen Zentren wie Krakau oder Danzig noch auf Taxifahrer treffen, die an Bahnhöfen oder vor großen Attraktionen warten und kein Taxameter einschalten. Steigt niemals zu ihnen ein – die Endabrechnung könnte sehr unangenehm ausfallen.
Nutzt moderne Apps wie Uber oder Bolt, die in Polen absolut zuverlässig funktionieren und mit denen ihr nur einen Bruchteil des üblichen Preises zahlt. Die Fahrer haben uns mit dem Kinderwagen außerdem immer bereitwillig geholfen, und die Fahrten waren sehr bequem.
Familien-Reisepläne: So setzt ihr alles zusammen
Ihr wisst jetzt, wohin es mit Kindern gehen kann, aber vielleicht fragt ihr euch, wie man die Orte zu einer sinnvollen Route verbindet. Hier sind unsere drei Lieblingsvarianten, die sowohl zeitlich als auch logistisch Sinn ergeben.
Variante A: Norden und Ostsee für Familien (7 Tage)
Dieser Reiseplan ist ideal für den Sommer. Er kombiniert Städte und Baden. Tag 1–2 widmet ihr Breslau und Toruń. Auf dem Weg gen Norden macht ihr Halt in Breslau für den fantastischen Zoo und übernachtet dort. Am zweiten Tag fahrt ihr weiter über Toruń, wo die Kinder begeistert Lebkuchen backen, bis ans ersehnte Meer.
Drei Tage (3–5) gehören der Dreistadt. Erkundet das historische Danzig, spaziert über die riesige Holzmole in Sopot und schaut euch das Aquarium in Gdynia an. Die Kinder werden von den langen Sandstränden begeistert sein, und ihr könnt euch erholen. Die letzten beiden Tage (6–7) verbringt ihr auf der Halbinsel Hel. Beobachtet die Robbenfütterung, macht eine Radtour und genießt die echte Ostsee-Urlaubsstimmung, bevor es wieder nach Hause geht.
Variante B: Süden voller Spaß und Adrenalin (5 Tage)
Eine tolle Option für ein verlängertes Wochenende oder kürzere Herbst- bzw. Frühlingsferien. Die ersten zwei Tage gehören Krakau. Erkundet mit den Kindern die Altstadt, zeigt ihnen den feuerspeienden Drachen unter dem Wawel und lasst euch hervorragend bekochen. Falls ihr ältere Kinder habt, könnt ihr einen Tag dem Salzbergwerk Wieliczka widmen – ein echtes Abenteuer für sie.
Tag 3 und 4 verbringt ihr in der Energylandia in Zator. Fahrt von Krakau rüber, übernachtet in der Nähe und genießt zwei volle Tage auf Achterbahnen und Karussells. Den ersten Tag könnt ihr den Attraktionen widmen und den zweiten Tag im angrenzenden Aquapark austoben. Der fünfte Tag ist Abreisetag, aber auf dem Heimweg lohnt sich noch ein Stopp im Inwałd Park oder dem nahegelegenen Dinolandia – kleinere Anlagen mit Dinosauriern und Miniaturen, die kleine Kinder wirklich zu schätzen wissen.
Variante C: Natur, Tiere und Erholung (4 Tage)
Ein kürzerer Ausflug, der auch mit Kinderwagen und den kleinsten Kindern bestens funktioniert. Die ersten zwei Tage widmet ihr voll und ganz Breslau und dem Afrykarium. Besucht den Zoo, sucht mit den Kindern die kleinen Bronzezwerge in der ganzen Stadt und macht eine Bootsfahrt auf der Oder – ein Erlebnis, das Jonášek gar nicht genug loben konnte.
Tag 3 und 4 sind den Bergen und Karpacz gewidmet. Fahrt gemütlich in die Berge, quartiert euch in einem schönen Wellnesshotel ein und nehmt die Kinder mit in die Western City in Karpacz zu Indianern und Cowboys. Wenn die Sonne scheint, fahrt mit der Seilbahn hoch und macht eine kurze, leichte Wanderung, bevor ihr zufrieden die Heimreise antretet.
Weiterlesen
Wenn euch unser östliches Nachbarland reizt, schaut unbedingt auch in unsere weiteren Artikel, in denen wir einzelne Orte ausführlicher vorstellen. Wir haben für euch einen Guide geschrieben, was man in Krakau sehen sollte, die besten Tipps für einen Besuch in Breslau zusammengefasst und für euren Aufenthalt im Norden gibt es unseren großen Guide zur Strandstadt Gdynia.
Tipps und Tricks zum Schluss
Günstige Flüge suchen wir oft über Kiwi – das ist seit Jahren unser absoluter Lieblingsvergleich. Preise nach Danzig oder Warschau sind manchmal geradezu lächerlich niedrig, es lohnt sich also, regelmäßig reinzuschauen. Auch von deutschen Flughäfen gibt es gute Verbindungen mit Eurowings oder Lufthansa. Wenn ihr vor Ort einen Mietwagen braucht, nutzen Lukáš und ich seit Langem RentalCars, das wir weltweit einsetzen und mit dem alles immer reibungslos funktioniert.
Obwohl wir in der EU sind und die europäische Krankenversicherungskarte gilt, schließen wir für kürzere Familienreisen immer lieber eine zuverlässige Reiseversicherung ab. Wir nutzen häufig die beliebte SafetyWing, denn bei Kindern weiß man einfach nie, wann einen nachts plötzlich Fieber oder Ohrenschmerzen überraschen – und mit einer guten Versicherung schläft man deutlich ruhiger.
FAQ
Zum Abschluss beantworten wir die wichtigsten Fragen, die uns Eltern zum Thema Reisen nach Polen am allerhäufigsten stellen.
Wohin mit Kindern in Polen nahe der Grenze?
Die beste Wahl nahe der deutschen Grenze ist definitiv Swinemünde (Świnoujście) mit seinem Aquapark und den herrlichen Stränden, direkt an der Grenze zu Usedom. Auch Breslau mit dem fantastischen Zoo und Afrykarium sowie das Bergstädtchen Karpacz im Riesengebirge sind aus dem Osten Deutschlands schnell erreichbar.
Wohin in Polen zum Strandurlaub mit Kindern?
Wir schwören auf die Halbinsel Hel und die Dreistadt (Danzig, Sopot, Gdynia), die tolle Infrastruktur und Unterhaltung bieten – auch wenn mal nicht die Sonne scheint. Der Sand ist wunderschön weiß und der Einstieg ins Wasser sehr flach.
Ist Energylandia auch für kleine Kinder geeignet?
Ja, absolut! Energylandia hat einen riesigen Bereich namens Bajkolandia sowie eine Family Zone, wo auch Kinder ab zwei Jahren auf sanften Bahnen, Zügen und Karussells ihren Spaß haben. Man zahlt nicht pro Attraktion – alles ist im Eintrittspreis enthalten.
Was sollte man in Polen beachten?
Polen ist ein stark religiöses und eher konservatives Land. Ihr solltet das Verbot des öffentlichen Alkoholkonsums beachten (auf Parkbänken, in Parks und auf der Straße drohen hohe Bußgelder). Beim Besuch von Kirchen – auch denen im Stadtzentrum – sollten Schultern und Knie bedeckt sein.
Wohin in Polen zu Tieren und in die Natur?
Neben dem Breslauer Zoo empfehlen wir den Białowieża-Urwald im Osten des Landes, wo ihr von sicheren Aussichtswegen freilebende Wisente bewundern könnt. Wunderschöne Natur fernab der Massen gibt es auch an den Masurischen Seen oder im Babiogórski-Nationalpark im Süden.
Bar oder Karte zahlen in Polen?
Ihr könnt euch bedenkenlos auf die Karte verlassen. Wir bezahlen mit Karte (oder über Apple Pay/Google Pay) 95 % aller Ausgaben – von Restaurants über Museen bis zum Eis auf der Promenade. Bargeld ist nur für Kleinbeträge auf Märkten oder öffentlichen Toiletten praktisch.
Wie sieht es mit Kindersitzen und Autos in Polen aus?
Die Regeln sind im Wesentlichen die gleichen wie in Deutschland. Kinder unter 150 cm Körpergröße müssen in einem Kindersitz oder auf einer Sitzerhöhung fahren. Kinder zwischen 135 und 150 cm dürfen ausnahmsweise hinten nur mit Gurt fahren, aber wir gehen kein Risiko ein und nutzen den Kindersitz immer – mit Kinderwagen und Jonášek im Auto haben wir sowieso genug um die Ohren. 😅
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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